Vri*e*er«ttm - Preis«: Für Laibach: •onjjWng . . 8 fl. 40 kr. HalbjSbrig . . 4 „ 20 » vierteliwrig . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ Mit der Post •eaiilbitg................12 fl. Haldiidrig................ 6 » •tettetittrig..............3 » Für Zustellung in« Hau« »iertrlj. 86 lt., «onatl. 9 kr. «Heylnt «u»»rru 6 kr. Laibacher TJ Anonyme Mittbeilungen werden nic6t berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nrtzaetto«: Bahnhosgaffe Nr. 15. Srpediti»«S- * Juserate«-vureau: «ongreßplatz Nr. 2 (Buch. Handlung bon Jg. v. Klein-mayr & Fr». Bamberg.) z»sertim»»vreise: Kür die einfpaltige Petitzeile i 4 lt., bei wiederholter Einschaltung ä 3 tr. Anzeigen bi» 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten nnb öfterer Einschaltung enlspre. Lender Rabatt. V Kür complicierten Satz besou» ^» dere Bergütunz. Nr. 268. Mittwoch, 21. November 1877. — Morgen: Cacilia. 10. Jahrgang. Das Banlstatut. (Rede de» Abg. Dr. Schaffer. — Fortsetzung.) Aber ich habe die letzte Confequenz diese« 6ionbpunt (fl »och keineswegs gezogen, und diese letz, ten Consequenzen stimmen überein mit den äußersten Folgerungen, zu der voch eine andere bisher nicht «wähnte Meinung kommt. Diese Meinung will konstatieren, daß efl schon lange bekannt gewesen sei, und daß insbesondere dir jüngsten Verhandlungen im ungarischen Parlameme tfl gezeigt hätten, daß in Wirklichkeit in Ungarn an die Errichtung einer selbständigen Bank nicht gedacht werden könne oder nur unter Bedingungen, wie fit von besonnenen und Hufltn ungarischen Politikern und Staatsmännern nie hätten acceptiert werden können. Man habe das seit langem gewußt, und nun wird efl von den Un» gorn selbst zugestanden, und efl sei daher denn doch ganz natürlich, dafl vorliegende Slalut als rin solches zu erklären, dafl man nicht nöthig gehabt hätte, anzunehmen, und bei einer stärkeren Presfion, dir möglicherweise auf Ungarn hätte ausgeübt wer-den können, hätten wir weitere Gtonctssioiitn in dieser Frage erlangt; efl sei somit jedensallfl heute noch am Platze, unter allen Umständen dieses Statut zu verwerfen, und zweckmäßig, neue Verhandlungen an. zuknüpsev, hiebei unsere Präpotenz in dieser Sache viel stärker zu betonen, als es früher geschehen und Ungarn gegenüber ihm seine Hilflosigkeit vor Augen zu halten, um auf dieser Grundlage zu einem besseren Statute zu kommen. Bon zwei verschiedenen Seiten wird uns hier ein sehr verlockendes Ziel in Ausficht gestellt, denn die Hoffnung, zu einem neuen, besseren Statute zu kommen, ist gewiß eine sehr verlockende, und wer wäre nicht geneigt, diesem Ziele zuzusteuern? Allein vorher muß man doch noch untersuchen, ob der Weg zu diesem Ziele beschreitbar ist, ob er sich als zweck, mäßig herausstellt. Ich glaube, efl ist zumal deshalb angezeigt, diese Frage eingehender zu untersuchen, weil aus den früher bezeichnet!« Weg, in der einen oder anderen Form, überhaupt alle Gegner der Vorlage gewiesen sind. Efl handelt sich also um neue Verhandlungen mit Ungarn. Nun, ich glaube, man kann von den gegenwärtigen Regierungen hier und in Ungarn füglich nicht verlangen, daß sie nochmals neue Verhandlungen führen, daß sie dafl eigene Werk zur. stören, daß sie wie mit einem Schwamme auswischen, was sie mühsam errungen haben, und selbst zu einem neuen AuSgleichSwerke schreiten. Dazu werden sich die Herren nicht verstehen. Ich könnte mir auch keinen Erfolg versprechen von dieser Methode der Wiederanbahnung der Verhandlungen. Nachdem es dieselben beiden CompasciScenten find, ist nicht zu erwarten, daß sie zu anderen Abmachungen kommen. Daher wäre es meines Erachtens, um den Meinungen, die ich skizziert habe, zum Durch, bruche zu verhelfen, unbedingt nothwendig, daß hüben und drüben neue Regierungen kämen, diese neuen Regierungen neue Auflgleichsverhandlungen eröffnen, und zu diesem Zwecke wäre efl doch auch nothwendig, mindesten« ein einjährige» Provisorium zu schaffen. Mit letzterem selbst könnte man jedoch auch nicht über Nacht fertig werden, da wären unzweifel> Haft auch noch manche Schwierigkeiten zu überwinden, wovon ich nicht weiter sprechen will. Ich betrachte efl alfl selbstverständlich ferner, daß in einer Angelegenheit von der Tragweite wie diejenige, mit welcher dafl hohe Haufl sich gegenwärtig beschäftigt, eine Äabinettflfrage, eine Rücksicht auf die Personen dieser oder jener Regierung gar keine Rolle spielen könne. Ich begreife efl auch, meine Herren, daß man efl von diesem oder jenem Gesichtspunkte aufl wünschen kann, daß die gegenwärtige Regierung abtrete, daß man einen Anlaß herbeiwünschen würde, um diese» Ziel zu erreichen. Ich gestehe selbst, und kann in dieser Richtung meine Ueberzeugung nicht zurückhalten, daß die Taktik unserer Regierung ursprünglich nicht die richtige war, daß namentlich ihre gewiffe — ich möchte sagen — beschauliche Defensive gegenüber den ungarischen Angriffen vielleicht zu weitgehend war, und ich will nicht ganz vermeinen, daß efl möglich gewesen wäre, gerade in der Banksrage, wenn auch kein vollkommen einheitliches Statut, so doch noch manche werthvollere Eoncessionen im einzelnen zu erringen, wenn {die Regierung efl besser verstanden hätte, unser Ueber-gewicht in dieser Sache von Anfang an stärker geltend zu machen und den Ungarn ihre Rathlosig-keit Kar vor die Augen zu stellen. Dafl alles gebe ich zu, aber ich muß mich dabei weiter fragen: wenn mir eine — von der Ersprießlichkeit diese» doppelten Kabinettswechsels hierbei abgesehen — denn doch unzweifelhaft beben» tende und vielfach unberechenbare Complication in mehr alfl einer Richtung hervorrufen wollen, wenn wir eine neue Aera defl Ausgleichs und damit der IeuÄetsn. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) Mary verließ das Haus defl Advokaten zu derselben Stunde, ging aber nicht in ihre Heimat zurück, sondern logierte sich in einem stillen Hotel ein und begann, den Advokaten und den jungen Grafen im Geheimen zu beobachten. Sir erinnerte sich, gelegentlich gehört zu haben, daß Mrfl. Bullock in dem nahe gelegenen Clondalkin ein Haufl habe, welche» gegenwärtig von ihrer Schwester bewohnt wurde. Von einer plötzlichen Liugebung geleitet, war fie an demselben Abend, einige Stunden früher als Mr. Kirby, nach Liondalkin gefahren, hatte ihren Wagen im Wirthshause gelaffen und dafl Linden-haufl aufgesucht. Lange hatte fie gezögert, ehr fie sich entschließen konnte, in den Garten zu treten; doch siegle dafl Verlangen, zu wiffen, ob ihre Herrin hier verborgen sei, über ihre Zaghaftigkeit. Sie öffnete leise die Pforte, schlüpfte in den Garten und beobachtete das Haufl aufmerksam. Schon wollte fie sich entmuthigt zurückziehen, als fie die Haufl. tljttr öffnen und einen Mann herauskommen hörte. Hastig versteckte sie sich hinter einem Fliederstrauch. Der Mann ging dicht an ihr vorüber und sie er. kannte ihn zu ihrer großen Freude. Efl war Mr. Kirby. „Meine Vermulhung war also doch richtig," dachte sie. „Mrfl. Bullock hat gewiß nicht geahnt, alfl sie in ihrer unbedachten Schwätzerei über Olla auch diese« Hausefl Erwähnung that, daß die« für mich von so großem Vortheil werden könnte. Freilich sagte sie weiter nicht viel, at« baß fie „ihren Eigensinn brechen wollte," aber da« ist für mich genug. Ich weiß, daß Lady Olla sich weigerte, den jungen Grafen zu heiraten, und deshalb wird sie Mr. Äitby in diesem Hause einsperren, bifl fie ein* willigt. Arme Olla!« Al« Mr. Rirby’fl Tritte verhallt waren, verließ fie ihr Versteck und näherte sich wieder dem Hanse; aber kein Licht schien durch die Fenster, keine Gestalt ließ sich blicken. „Und doch ist sie hier!" murmelte dafl Mädchen. »Ich weiß, daß sie hier ist! Und ich will za ihr, ich muß sie sehen; aber wie?' Sie versuchte die Thür zu öffnen, doch vergebene ; auch die Fensterläden waren alle von innen versichert. „Ich kann nicht hinein," sprach fie stufend. „Ich muß nach Dublin zurück, ohne sie gesehen zu haben. Und vielleicht ist efl ebenso gut; denn wenn ich infl Haufl käme, möchte ich entdeckt werden. Aber wafl soll ich nun thun? Sonderbar, daß Lord Dalton meinen Brief nicht beantwortet hat. Ich will sogleich an ihn telegrafieren, wenn ich nach Dublin komme. Morgen abend« kann er hier sein, und einige Stunden später ist Lady Olla frei!" Mit diesem Gedanken, der ihren sinkenden Muth neu belebte, eilte sie dem Gasthof zu, wo sie ihren Wagen geloffen hatte, und bald war sie auf dem Rückwege nach Dublin. 20. Kapitel. Gefunden. Zu Ballyconnor war während der Zeit defl Aufenthaltes Olla'fl in Dublin bi« zu ihrer G:- Unsicherheit auf allen Gebieten de» staatlichen und wirthschaftlichen Lebens eröffnen wollen, nach den traurigen Erfahrungen, die wir und die Bevölke-rung, vor allem die Geschäftswelt, schon gemacht haben, wenn wir das thun wollten zu einer Zeit, wo die äußere Lage denn doch, gelinde gesagt keine unbedenkliche ist, wo niemand wagen wird, zu verneinen, daß an unsere Monarchie über kurz oder lang Anforderungen herantreten könnten, zu deren Bewältigung sie ihrer ungeschwächten Leistungsfähig, leit, ihrer ganzen Thalkraft bedarf, wenn die Dinge fo liegen, und ich meine, daß sie wirklich so liegen, dann glaube ich, kann man ein Experiment voll Wagnis und Gefahr doch nur dann in Szene setzen, wenn gegründete Hoffnung vorhanden ist, daß der Erfolg nicht ausbleiben werde. Ohne diese Hoffnung hätte ich nicht den Muth, ein solche« Experiment auf die Tagesordnung zu stellen. Nach meiner Ueberzeugung sind aber die früher besprochenen Vorschläge ein höchst gewagtes Experiment, und die Wahrscheinlichkeit des Gelingens eines solchen ist von den sehr geehrten Gegnern de» Bank-statuteS nach meiner Auffassung in keiner Weise dargethan worden. Lber noch Eine» möchte ich zu bedenken geben. ES ist wahr: unser Standpunkt in der Bankfrage ist rin so günstiger; es ist wahr: die Ungarn find nicht in der Lage, eine eigene Bank zu machen, ohne ihr Land in erster Linie zu schädigen. Aber ebenso war ist, daß die Idee einer selbständigen ungarischen Bank dort so verbreitet und eingewurzelt ist, daß dieselbe in bescheidenem Maße eine Befriedi-gunfl finden mußte, wenn nicht auch die besonnenen Männer jenseits der Leitha zu gefährlichen Versuchen gedrängt werden sollten, die, ich wiederhole e», in erster Linie den Ungarn selbst großen Schaden gebracht hätten, wobei aber auch wir — täuschen wir ua» nicht — in eine sehr gefährliche Mitleidenschaft gezogen worden wären. Da» ist ein sehr bedeutsamer Gesichtspunkt, der keineswegs verkannt werden darf. Ich könnte unter Umständen auch einen gewagten Schritt befürworten, aber ich muß e» immer wieder sagen: eine gewisse Sicherheit de» Erfolge» muß für alle Fälle vorhanden fein, eine solche ist von keiner Seite geboten worden. Die Bevölkerung will nicht jeden Ausgleich, sie verlangt und erwartet die Wahrung der österreichischen Interessen, allein die Bevölkerung, vor allem die Geschäftswelt, wünscht dabei zugleich aur daS lebhafteste Ruhe und Ordnung, sie sehnt sich nach Stabilität in unserer inneren Politik. Allein ohne Rücksicht auf den Erfolg, mit Preisgelmng alles bisher Erreichten, eine Aera neuer Verwicklungen zu eröffnen, wie e» die Consequenz in der Auffassung der geehrten Widersacher de» Statuts fanginschaft nicht» BemerkenSwertheS vorgefallen. Lady Helene verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer allein oder mit ihrem Mädchen. Selten, außer beim Mittagsmahl, kam sie mit Buonarotli zusammen, und dieser wagte nicht, ihre Privat-gemöcher zu betreten. Das Hauspersonale hatte bald gemerkt, daß die Heirat der Lady Helene keine Heirat aus Liebe war, und infolge einiger Aeußerungen Alice's, des Mädchens der Lady Helene, hatten sie eine Andeutung von der Wahrheit erhalten. Damit war denn auch ihre Achtung vor dem „wunderlichen* Mann geschwunden, und jeder suchte ihm auSzuweichen, sobald er sein braunes Gesicht mit den stechenden, wild blickenden Augen sah. Der Hofmeister Delaney hatte mehrfach Gelegenheit gehabt, ihn im Stillen zu beobachten, und das sonderbare Gebaren des Mannes, wenn er sich unbeachtet glaubte, hatte Verdacht in ihm geweckt. Wenn Buonarotti durch Park und Garten ging — weiter wagte er sich nicht — schreckte ihn oft da» leiseste Geräusch, und bei einer plötzlichen Wendung fuhr er oft vor feinem eigenen Schatten entsetzt zurück. Es war, al» ob er überall den lahmen mit sich brächte, dazu, glaube ich, herrscht in Wahr-it in der Bevölkerung wenig Lust. (Rufe: Richtig!) Unsere Aufgabe soll es daher sein, die Vorgen, welche uns im Ausgleichswerke geworden sind, mit voller Objektivität ohne Voreingenommenheit zu prüfen, ihre möglichen Folgen in Betracht zu ziehen, all' die maßgebenden Umstände zu erwägen, um auf dieser Grundlage, wenn möglich, zu einem gedeihlichen Ausgleichswerke und zu einer Stabilisierung unserer inneren Zustände zu gelangen. _________________(Fortsetzung folgt.)_________________ Die neuesten Friedensbedingungen bestehen nach den Mitteilungen des „Reuen Wr. Tagblatt" in folgenden Punkten: 1.) Rußland verzichtet auf territoriale Erwerbungen in Europa. 2.) Bulgarien, Bosnien und die Her-egowina, indem sie integrierende Bestandlheile des türkischen Reiche» bleiben, erhallen eine autonome Verfassung, die diese Länder in eine rechtliche Stellung der Pforte gegenüber bringt, welche ungefähr jener entsprechen würde, in der sich die Moldau und Walachei vor deren Konstituierung unter Kusa befanden. Der Sultan wird für jede» dieser Länder einen Äajmokam ernennen, der jedoch auch den Provlnzlal-Landtagen verantwortlich sein würde. Diese Landtage werden über alle lokalen Angelegenheiten, namentlich über alles, was in das Communications-, SanitätS-, Kirchen- und Schul-wesen einschlägt, entscheiden. Die Repartierung der Steuern sowie die Bewilligung deS Rekrutencontln-gents würden ebenfalls in die Competenz der Landtage fallen. Die KajmakamS werden der Nationalität angehören, welche in der betreffenden Provinz in der Majorität sich befindet. Die bulgarischen, bosnischen und herzegowinischen Festungen werden von türkischen Garnisonen besetzt bleiben. 3.) Rumänien, welches die Dobrudscha erhält, wird al» selbständiger Staat von der Pforte anerkannt werden. 4.) Serbien wird unter der Suzeränetät des Sultans bleiben, jedoch mit einigen Distrikten in Alt-Serbien vergrößert werden. 5.) Montenegro behält die bereits von den Montenegrinern eroberte obere Herzegowina bis über die Niksitscher Ebene hinaus. Die Hafenfrage bleibt vorläufig offen, jedoch anerkennt Rußland die Berechtigung Montenegro'-, einen Hafen zu besitzen. 6.) Die Frage der Freiheit der Durchfahrt durch die Straße der Dardanellen müffe gelöst werden, jedoch fei diejenige Lösung die beste, welche diese Freiheit nur den Uferstaaten, also nebst der Pforte noch Rußland und Rumänien zusichern werde. 7.) In Armenien müsse Rußland Eompen-sationen suchen. Die russische Regierung würde vor Smith oder einen geheimen Polizeispion vor sich erblickte. Er lernte jetzt kennen, daß da» Leben für ihn, obwol er nun im Reichthum lebte, nicht» Angenehme» mehr hatte. Endlich wurde er mißmuthig. Alle» verdroß ihn und über sich selbst konnte er sich ärgern. Eine» Nachmittag» stand er am Fenster feine» Zimmer«, grollend mit dem Schicksal, und blickte finsteren Auge» hinaus. „Das kann nicht länger so fortgehen," murmelte er verdrießlich. „Wenn Filipp mich oerrathen sollte, müßte ich augenblicklich fliehen. Aber wie steht es den» mit meinen Mitteln zur Flucht?" Er zog feine Brieftasche hervor und zählte das darin befindliche Geld. „Kaum fo viel, daß ich damit nach dem Kontinent kommen könnte," sagte er. „Mir ist so unheimlich, daß ich fürchte, e« ist etwas gegen mich im Anzüge. Auf alle Fälle muß ich mich vorsehen. Ich will Helene aufsucheu und von ihr Geld verlangen." Er strich sein Haar mit den Fingern zurück, warf einen flüchtigen Blick in den Spiegel und begab sich nach dem Zimmer seiner Gattin, welche« allem den Besitz von Batum anstreben. Auch eilt gewisser Theil von Armenien solle mit dem Kaukasus vereinigt werden. Bom Kriegsschauplätze. Mehemed Ali kam mit den Truppen au« Bosnien in Sophia an. Er befehligt 60 Bataillone mit 150 Kanonen. Die Soldaten sind gut eqaipiert. Mehemed Ali hat die Aufgabe, den Rückzug OSmanS von Pltwna zu decken, falls dieser Schritt nothwendig werden sollte, und ein starke« ObservationScorp« an der serbischen Grenze za placieren. Drei russische Colonnen griffen Schakir Pascha’« Positionen bei Wratscha und Etropol ohne Erfolg an. Ebenso erfolglos blieben die Versuche, die türkischen Schanzen am Ausgange des Orhanjc» Paffes zu nehmen. Die Russen wurden überall mit starken Verlusten zurückgeworfen. Nach einer Depesche aus Erzerum fand ein Schneefall statt, welcher die Bewegungen der Russen behindert. Mukhtar Pascha fährt fort, die Vertheidigung zu organisieren. Die R u s s e n haben neue Verstärkungen erhalten, und es steht ein neuer Angriff auf Erzerum bevor. Die Türken errichten am T i m o k läng« der ganzen Ostgrenze starke Verschanzungen, welche mit schweren Krupp'schen Geschützen armiert sind. Die türkische Regierung ordnete die schleunigste Zusammenziehung eine« neuen Armee-Kontingent« in der Stärke von 300,000 Mann a». Politische Rundschau. Laibach, 21. November. J«la«d. Die Delegationen werden für den 5. Dezember einberufen werden. Da« Abgeordnetenhaus de« Reichsrathe» fetzie in seiner 307. Sitzung die Generaldebatte über die Bankvorlagen fort. Utbet die Haltung Oesterreich-Ungarn« gegenüber den Kriegsereignissen bemerkt die offiziöse „Bohemia", daß man gut thun werde, bei dem Glauben zu beharren, daß unsere Monarchie vorerst in keiner Welse au» ihrer vorsichtigen neutralen Haltung heraustreten wird. Selbst wenn der Fall Plewna'« schon eingetreten wäre, — ein Ereignis, da« neueren Berichten zufolge immerhin noch einige Wochen auf sich warten (affen kann — fo würde daraus für Oesterreich noch keine Lage geschaffen werden, die unabweiSllch seine Action herausfordern würde. Es müßte denn fein, daß der Fall Plewna'« unmittelbare Friedensverhandlungen im Gefolge hätte. Bezüglich der Einnahme von Kars schreibt die „Wiener Abendpost": .Ob der Fall von Kar« er bisher noch nicht betreten hatte. Auf sein Klopfen wurde die Thür von Slice geöffnet, welche, als sie Buonarotti erblickte, erschreckt zurückprallte. Dieser drängte das Mädchen zurück und trat ins Zimmer, wo er sich wild umsah. „Wo ist Lady Helene?" fragte er in barschem Tone, indem er dem Ankleidezimmer zuschritt. „Ich muß mit ihr sprechen." Da« Mädchen sprang rasch an die Thür de« Ankleidezimmer« und hielt sie zu. „Pfui!" rief sie entrüstet. „In solcher Weise iu da« Zimmer einer Dame zu dringen! Mylady wird da» nicht dulden. „Wo ist sie?" fragte Buonarotti heftig, indem er Anstalt machte, da» Mädchen mit Gewalt zurück» zudrängen. „Wo ist meine Frau?" „Lady Helene ist nicht hier!" antwortete hastig da» Mädchen, den Thordrücker fester mit der Hand umklammernd; sie ist im Park." Buonarotti wandte sich um, verließ rasche« Schrittes da« Zimmer und stürzte die Treppe hinab. In der Halle nahm er seinen Hut, drückte ihn tief über die Stirne und rannte au« dem Hause, dem Park zu. (S°rtsrtz»»g folgt.) einen btt beiden Gegner dem Frieden geneigter machen werde, läßt sich vorläufig noch nicht absehen. Bi- heute darf man eine Bereitwilligkeil, auf rt»aige Friedensvermittlungsversuche einzugehen, auf keiner Seite voraussetzen. Alle diesbezüglichen Aeu> ßerungen forool von russischer als auch von türkischer Seile zeigen, daß die beiden kämpfende» Parteien entschlossen sind, diesen blutigen Krieg bis auf da» Aeußrrste fortzuführrn." A»Sla«d. Die Nachricht des Berliner ,9Ron» tqgrblatt" von einer bereit« erfolgten Ablehnung eines Meistbegünstigung«. Vertrages mit Zoll-rartell wird als verfrüht bezeichnet. Mac Mahon gab die Erklärung ab, auf seinem Posten der gesellschaftlichen Vertheidigung, jedoch unter der Bedingung des Beistandes des Senats, treu auszuharren. In Paris circuliert folgende Minister Ufte: Eonseilspcäfident General von ßhaboub « Latour; Krieg: General Douai oder General Rocheboust; Marine: Admiral Roussin; Justiz: P.lletier, Rath am Cassa ionshofe; Inneres: Welche, Prüftet des Nord-Departements; Handel: Ozenne, General« Sekretär im Handelsministerium; AeußereS: Le-stbre de Behainc; Finanzen: Fare, Generaldirektor der Forstverwaltung. Die in Rom in Umlauf gesetzte Nachricht, daß General Robilant das Portefeuille des Aeußern, Senator Rossi das Portefeuille der Finanzen und DepretiS und der Deputierte Puccioni die Portefeuilles des Ministeriums für öffentliche Arbeiten und respektive de« Justizministeriums übernehmen sollen, sind vollkommen unrichtig. E« herrschte nie größere Uebereinstimmung im Ministerium, al« eben jetzt, und wird sich dasselbe in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung der Kammer vorstellen. Zur Tagesgeschichte. — Patriotische Kundgebung. Der slavische Verein in Triest sendete an die Triester Statthalterei eine Deputation ab, die einen Protest gegen die Umtriebe der Jtalianissimi, welche Triest und Umgebung al« italienischen Boden, der zum Königreiche Italien zu schlagen sei, erklären, überreichten und den Stat,Halter ihrer Ergebenheit »et-sicherten. Schließlich stellte die Deputation das Ansuchen, diesen Protest auch dem Kaiser zur Äenntni« zu bringen. — Erdbeben. In Konstantinopel, Aleppo, Bukarest und Jassy haben am 15. d. zwischen 2 und 3 Uhr nachmittag» Erdbeben stattgesunden. — ZumAttentate gegen Kaiser Wilhelm. Der am 17. d. M. in Berlin verhaftete, unter dem Namen Lhskowski ausgetretene Pole wurde al« ein von Westpreußen au« »erfolgtet Urkundensälscher erkannt. Derselbe hatte freiwillig das Geständnis abgelegt, daß er nach Berlin gekommen sei, um den Kaiser und den Fürsten BiSmarik zu ermorden. Nachdem ihm seine Photographie vorgelegt worden, räumte er ein, Privatsekretär LugowSki aus einem Städtchen de« Kreises Löbau zu sein. Er erklärte, sein Geständnis über die beabsichtigte Ermordung des Kaisers und de« Fürsten Bismarck sei unwahr. — Klerikale Reklame. Der Pariser Korrespondent der »Deutschen Zeitung" «heilt folgende Kunden» Werbung mit: »Die Zeiten find schlecht, die Kunden bleiben au«, da gilt e« denn, besondere Lockmittel anzuwenden. Und so postiert man denn an den Straßenkreuzungen und sonstigen stark frequentierten Punkten Dienstmänner, welche jedem Passanten einen Zettel in die Hand drücken, der irgend ein Bildchen in schönem Farbendruck enthält, worunter dann die Firma und eine Reklame figurieren. Wer, glauben Sie, macht es nun so? Etwa die großen Magazine, der „Louvre“, der Bon marchö? Wol auch die, aber zu ihnen gesellt sich nun auch die klerikale Handelsgesellschaft, die aus diese Weise für die „Bube* wirbt. Ich sende Ihnen anbei ein solches Bildchen. Aus der einen Seite erblickt man ein Krenzbanner, gegen welche« eint weiße Taube ihren Flug richtet, mit der Ueberschtist „J’accours“; aus der Reversseite aber liest man: „Allez ä Marie. Elle voub apprendra ä m6riter le ciel.“ Buchstäblich genau und auch in der Form präcise nachgeahmt den Annoncen eine« Kleiderhändlers: „Allez ä Gove-chard — dort bekommt man für wenige« (Selb bie schön- sten Anzüge i" Diese Zettelchen werden an den Kirchen» thüren und auch in den Straßen massenhaft vertheilt. Und da will man noch behaupten, daß die Kirche fich dem Fort-schritt verschließt I Pubticität ist die Losung des Tages, und so verschmähen e« auch die Klerikalen nicht, ihre Kunden durch die gebräuchliche» Mittel anzulocken. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Au« den slovenischen Blättern.) „Slo-veniki Narod" ist mit den Leistungen der slovenischen Bühne durchaus unzufrieden, er bezeichnet da« am letztabgewichenen Sonntag zur Aufführung gebrachte Bühnenwerk „Keröma-rica“ als eine äußerst schlechte, „miserable" Nlesovec'sche Uebersetzung; es wimmelt in diesem Bühnenprodukte von »dummen" Bezeichnungen, unrichtigen hämischen Ausdrücken und „unanständigen" Flüchen. Nach Inhalt dieser Kritik erfüllt die dramatische stovenische Bühne ihre Ausgabe durchaus nicht, sie ist kein Mittel zur Hebung der slooeni-schen Volksbildung, sie ist keine reine Quelle für die Unterhaltung de« slovenischen Publikums; eS dürfte an der Zeit sein, diese Bühne zu schließen und die ihr von der national-klerikalen LandtagSmajorität pro 1877/78 passierte Subvention der deutschen Bühne zuzuwenden. Die deutsche Bühne hat bei dem heuer gesteigerten (Bagenetat eine Tagesaufgabe zwischen 116 fl. bi« 126 sl., mithin ein Monat«-erfordern!« von mehr als 3500 fl. zu bestreiten. Die Direktion F r i tz s ch e leistet, die Theaterverhältniffe einer Pro-vinziathauptstadt vierten Ranges im Auge hallend, Bebens-werihe«, bietet hier noch nie Gesehene«, noch nie Gehörte« und verdient dieser wegen mit Recht die ausgiebigste Unterstützung oonseite be« hiesigen theaterbesuchenden Publikum«. Auch der »Slvvemc" beklagt fich über den schwachen Besuch der slovenischen Theatervorstellungen und versucht es bei dieser Gelegenheit, die Leistungen bei deutschen Bühne einer allgemeinen abfälligen Kritik zu unterziehen. Zum Glück wirb diese unverdiente Kritik in wohlunterrichteten Steifen ein mehrstimmiges Echo nicht finden. — (Aus dem Abgeordnetenhaufe.) Der Reichsraihsabgeordnete für Ärain, Herr Dr. Adolf Schaffer, wurde in den Ausschuß in Sachen der strasgerichtlichen Bersolgung des Abgeordneten Nabergoj gewählt. — (Die hiesige Feuerwehr) veranstaltet am Lhrifttagc im eiaifalon bet Kasino-Restauration eine Christ-baumfeier, bei weichet bie Kinder der Feuerweht-Betein«. Mitglieder mit Weihnachtsgeschenken werden betheilt werden. (WohlthätigkeitS-Konzert.) Die Schület am Real- und Obergymnasium zu RudolfSwerlh veranstalteten am vorigen Sonntag zu wohllhätigen Zwecken eine musikalisch-deklarnaiortsche Abendunterhaltung, bet welcher Tonwerke von Beethvven, <£. M. v. Webet, Mozart und mehrere Männerchor-Piecen vorgetragen wurden. Wacker k — (Großer Brand.) Am 18. b. M. wurden bie zum sürstlich Schönburg'schen Gute Schneeberg gehörigen großen Brettjäge-Etablissements zu Hofran bei »ltenmarkt in Jnnerkrain fammt Brettklötze-Borräthcn ein Raub bet Flammen. Der versicherte Vefammtschaben beträgt 10,000 fl. Die BranbentstehnngSurfache ist nicht bekannt. — (Bom Alpenvereine.) Die Sektion Krain des deutschen und österreichischen Alpenvereine« erhielt vom LentralauSschusse dieses Vereines folgende Zuschrift: „Die Direktion des militär-geographifchen Institute« in Wien hat in einem Schreiben an den Eeiitralansschuß die Unterstützung de« Vereines zur Berichtigung der Spezialkarte der neuen Militärmappieruug erbeten. Der LentralauSfchuß hat diese Mitwirkung zugefagt und wendet sich nun an die Sektion«« leitringen mit dem Ersuchen, ihre Mitglieder einzuladen, auf Grund ihrer Beobachtungen und Studien Verbesserung»-Vorschläge bezüglich der Karten der Militärmappierung dem Eentralan-fchusse vorzulegen, welcher die eingesendeten Cor-teeturen von Spezialkennern prüfen lassen und dann dem militär-geographischen Institute verlegen wird." — (Bom Büchertische.) Das dritte Heft der illustrierten Halbmonat-Zeitschrift „lieber Land und Meer" bringt Novellen, Krieg«szenen, Reiseskizzen, Gedichte, Wissenschaftliches, Literarisches, Räthsel u. s. w. von HanS Hopfen, <£. Biller, «. Pasig, M. v. Schlögel, W. v. Dünheim. W. Emmer. Bon den Illustrationen erwähnen wir: Bilder vom Kriegsschauplätze, aus dem ungarischen Betyarenlebm, aus der Mufikwelt, an« der Modewelt u. a. — Unter Einem mit obigem wurde auch daS dritte Heft »Deutsche Roman» bibliothek" ausgegeben, enthaltend die Fortsetzungen der Romane »Bold und Blut" von Gregor Samarov und „Soll ich?" von Robert Byr. Bestellungen hierauf besorgt die hiesige Buchhandlung o. Kleinmayr & Bamberg. — (Die erste Ben ef ice - B o r stellu ng) findet Freitag den 23. d. zum Vortheile de« verdienstvollen Schauspielers und Regisseur« Herrn Ludwig S t r ö h l statt. Ztlt Aufführung gelangt ein interessante« Bühnenwerk aus alter Zeit, nämlich WolfS romantisches Schauspiel »Preciofa", Musik von <£. M. v. Weber. Mögen die Leistungen deS schätzenswetthen Beneficianten mit einem vollen Hause belohnt werben! - (Landschaftliche« Theater.) Laibach, 20. November. Die Direktion Fritzsche führte un« die reizend schöne Oper „Faust" zweimal vor. Die heutige WiederholungS-Borstellnng war nur mittelgut besucht, sie dürfte der Theaterkaffe nicht mehr al« die laufenden Tage«. auSlageu eingetragen haben. Die Direktion Fritzfche war besorgt, diese Oper mit betn größtmöglichsten Personal, und Ausstattungsaufwand in Szene gehe» zu lassen. Obgleich Frau F r i tz s ch e den Part der „Margarethe" in Bezug auf Gesang und Spiel vorzüglich darstellte; obgleich auch die übrigen Trägei der Solopartien und auch ber gemischte «h°r sich bemühten, Ente« zu leisten, erkalteten plötzlich wider Berhoffen die dieser romantischen großen Oper bisher entgegengebrachten Sympathien, in Kreisen btt Publikum« wurden Erinnerungen wach an vergangene Zeiten, in welches die Partien des »Faust" und »Mephisto" von Süngery zweiten und ersten RangrS, namentlich von den Herr«, Kahl«, Reudolt und von dem weltberühmten Hofopernsänger Scaria auSgeführt wurden, in welchen die Verstärkung durch den Männerchor des slovenischen Gesangvereine« und die Besetzung de« Orchesters durch die ersten Solokräfte der Regi-ments-Musikkapelle besorgt wurden. Die Zeiten und mit diesen haben auch bie Bühnen- unb Lokalverhlltniffe sich wesentlich geänbert, selbst die Bühnen zweiten nnb britten Ranges besitzen derzeit nicht mehr solch' eminente Kräfte, wie solche noch vor zehn Jahren in genügender Anzahl zu finden waren; selbst Bühnen ersten Ranges, wie jene in Wien und Prag, müssen sich heute mit im Alter von 50, beziehungsweise 45 Jahren stehenden Tenorsängern (Solisten) begnügen, das Lontingent der Kunstnotabilitäten ist eben ein herabgeminderles geworden. Auch Laibach wird fich entweder mit auf etwa« tieferer Stufe stehenden BesangSkräftea begnügen, seine Anforderungen herabstimmen, oder auf Opern- und Operettenvorstellungen gänzlich verzichten müssen. Bei einem andauernden schwachen Theaterbesuche, wie der heutige, wäre die Direktion Fritzsche nicht in der finanziellen Lage, die derzeit hier thätigen GesangSkräfte zu honorieren. Das Armen- und Bettelwesen. Polizeirath Prncba in Wien behandelt in feinem vor kurzem aus dem Büchertisch erschienenen Werke: „Die österreichische Polizeipraxis" auch das Armenwesen. Der Verfasser betont, daß der Sicherheitsbehörde das Individuum zunächst hinsichtlich der Existenzberechtigung in Betracht komme, d. H. die Fähigkeit, in der Gesellschaft auf erlaubte Weise da« Fortkommen zu suchen unb zu sinben. Der Gegensatz dieser Existenzbebingung ist die Verarmung, nnb wirb diese immer nnb überall die öffentliche Vorsorge in Anspruch nehmen, sei es durch Maßregeln gegen bie Maffenarmnth ober sei e« durch Maßregel» zur Ordnung. Regelung und Milderuug der vorhandenen Armnth, dal ist durch die eigentliche Armenpflege; — denn die Armuth ist oft die Ursache von Berdrechen und Angriffen auf Person und Eigenthum. DaS direkte Eingreifen de« Staate« in jener und in dieser Richtung wird aber immer unerschwingliche Hilfsmittel in Anspruch nehmen, und hat insbesondere die Erfahrung im Jahre 1848, wo gegenüber ber Massenaimuch »Nothstandrbaulen" geführt wurden, belehrt, daß eine solche staatliche Hilfe im Sande verrinnt und die herrschende Entsittlichung nur noch steigert. Die Thatsache der Armnth ruft zunächst die Gemeinde, rücksichllich da« Armeninstitut, zur Intervention auf, und wird bie SicherheitSbehörbe nur in ben Fällen, wo die nackte Armnth vor fie tritt, nach den geltenden Diree tiven | vorzugehen haben. Behördlicherseits ist nach den Ursachen der Armuth z» , forschen, die eben so vielfältig, wie e« die Erscheinungen bei ! Bedürfnisse« sind. <58 treten vor daS Bedürfnis des Unterrichtes und der Erziehung, wie bei Blinden, Taubstummen und Blödsinnigen, — daS Bedürfnis der Pflege und Heilung, vorübergehend in Kranken-, EntbindungS- und FindelhSusern für Kranke und für Schwangere und bleibend in Anstalten für Unheilbare, Verkrüppelte, Altersschwache und Geisteskranke; endlich daS Bedürfnis der Unterstützung und Ernährung, erwachsend aus obigen Ursachen und au» durch äußere Ber-hiltniffe hervorgerusene Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähig-keit, und aus Unzulänglichkeit des Lohnes, hervorgernfen durch das Mißverhältnis zwischen Nachsrage und Angebot der Arbeit, theils aus Arbeitsscheu, welcher Zucht und Zwang entgegengesetzt werden soll. Endlich bilden die aus Strafanstalten Entlassenen eine große und gefährliche Gruppe Armer, wo die Borsorge im öffentlichen Interesse geboten erscheint. Die Armulh, als Bedürfnis des Unterstandes, tritt gegenüber der Behörde als Obdachlosigkeit vor, und wird ebenso wie bei dem Bedürfnisse der Ernährung vorzugehen fein. Immer aber bleibt die Gemeinde sür die Angehörigen zur Borsorge verpflichtet. Ist die Zuständigkeit des Obdachlosen zweifelhaft oder aber ist bei erwiesener Fremdangehörigkeit die Behandlnng für den Schub nicht statthaft, so wird ebenso wie bei Sub» fistenzlosen vorzugehen sein. DaS das Schubwesen regelnde Besetz bestimmt, daß die Abschiebung nur gegen Landstreicher und sonstige arbeitsscheue Personen, welche die öffentliche Wohlthätigkeit in Anspruch nehmen, dann gegen auSweiS- und bestimmungS-lose Individuen, welche kein Einkommen oder keinen erlaubten Erwerb nachweifen können, erfolgen darf, und daS Hei-matsgesetz — M. B. Bl. Nr. 105 vom Jahre 1863 — erklärt im § 28, daß die Gemeinde auch auswärtigen Armen im Falle augenblicklichen Bedürfnisses die nöthige Unterstützung nicht versagen darf, vorbehaltlich des Ersatzes, den sie nach ihrer Wahl von der Heimatsgemeinde oder von den nach dem Zivilrechte oder nach anderen Gesetzen hiezu Verpflichteten verlangen kann. In einem speziellen Falle hat der Wiener Magistrat erklärt, daß die Verpflichtung zur Uebernahme von Kindern in die Pflege auf Kosten des allgemeinen BersorgungsfondeS, nach § 28 des Heimatsgesetzes vom Jahre 1863, nur im Falle des unmittelbaren Bedürfnisses eintrete, das ist, wenn die Eltern sich in Hast oder in einem Krankenhause befinden oder unbekannten Aufenthaltes sind. Verwahrloste Kinder, welche nämlich die Eltern wegen deren ungünstigen Eigenschaften nicht zu behalten gesonnen find, werden weder zur Versorgung noch zur Abschiebung von der Gemeinde Übernommen. Zu den Armen und Hilflosen gehören, insbesondere wenn ihre Familien nicht über die nöthigen Mittel zu ihrer Erhaltung verfügen, auch die Blinden, die Taubstummen, die Siechen und die kranken Waisenkinder. Zu den armen gehören auch die Findlinge.____________________(Schluß solgt.) Witterung.. Laibach, 21. November. Seit gestern abends Regen mit Unterbrechungen, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr + 5 8«, nachmittag« 2 Uhr + 5 6« C. (1876 - 0 3°; 1875 + 3-4» C.) Barometer im Steigen, 729-17 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur + 6 7°, um 3 7° über dem Normale ; der gestrige Niederschlag 20 35 mm. Regen. Verstorbene. Den 19. November. Johanna Waide, Obercon» ducteurStochter, 22 I., Bahnhofgaff,- Nr. 20, Tuberkulose. Angekommene Fremde am 21. November. Hotel Ktadt Wien. Strobel s. Frau, Regensburg. — Baitistig, Monsalcone. — Eußlin, Kaufmann, Graz. — Hentschel, Barber, Kflte.; Dr. Stein s. Frau, Wüchse und Brückner, Wien. — Dettela, Besitzer, Lack. — DJa« nie, Triest. — Urbantschitsch, Gutsbesitzer, Billichgraz. — Jugoviz, Strasisch. — Kentner, Kausm., AdelSberg. — Sdbmol, Brünn. Hotel Elefant. Lencek, Pfarrer, und Matanovii, Altenmarkt. — Rumpresch, Gurkfeld. — Rohrbeck, Rentier, Gremblin. — Goldzieher, Stuttgart. — Sanzin, Holz Händler, Triest. — Neumann, Klagenfurt. — Schuster, Villach. »Otter von Oesterreich. Sveinik, Hrastnig. Mohre«. Smolniiar, Ärain. — Rozmann Maria, Rad mannslots. — Sodja, Wocheiner-Feistriz. — Friedrich und Uran Franziska s. Tochter, Graz. Gedenktafel über die am 24. Nvvcmt>er 1877 stattfindenden fiicltattonen. 3. Feilb., Susnik'sche Real., Reifniz, B®. Reifniz. — 3. Feilb., Zvbec'sche Real., Niederdorf, BG. Reifniz. — 3. Feilb., Rajakovii'sche Real., Radalovtt. B«. Möttling. — 8. Feilb.. Sterle'sche Real., Pölland, B». LaaS. - 3. Fld., SusterSii'sche Real, Jgglack, BB. Laibach. — 2. Feilb., Nemc'sche Real., Domjale, BS. Stein. — 2. Feilb., Zni-dar'sche Real., Deutschgereuth, BW. Radmannsdors. — — 2. Feilb.. Pirmann'sche Real., Orle, BB. Wurkfeld. — 2. Feilb., Marinschek'sche Real., Gorenje, BG. »delsberg. — 2. Feilb., Lesar'sche Real., Soderschiz, BB. Reifniz. — 2. Feilb, Perjatel'sche Real., Hudikonz, BB. Reifniz. — 1. Feilb., Slatiner'sche Real., Bodii, BG. Stein. — Reaff. 3. Feilb., Novak'sche Real., Oberurem, BG. Senosetsch. — Staff. 3. Feilb., Real, der Ortschast Groß- und KleinubelSko, BB. Senosetsch — Reaff. 3. Feilb., Zelko'sche Real., Nie-derdors, BB. Senosetsch. — Reaff. einziger Feilb., Ger« mek'sche Real., i'aast, BG. Oberlaibach. — 1. Feilb., Ma-kouz'sche Real., Oberdobrawa, BB. Egg. — Einzige Feilb. Pefar’sche Real., Jeletik, BG. Egg. — 1. Feilb., Sam-precht'sche Real., Sairach, BG Jdria. — 1. Feilb., Smuk'sche Real., Vir, BG. Egg. - 1. Feilb., Telauiii’sche Real., Bit-kenthal, BG. Seisenderg. Theater. Heute (ungerader Tag): Narciß. Trauerspiel in 5 Acten von A. E. Brachvogel. Morgen bei ausgehobenem Abonnement (gerader Tag): Madame Herzog oder: Die Verschwörung zu Monresiascone. Komische Operette in 3 Acten von Offenbach. Telegramme. Budapest, 20. November. („Agr. Presse.") Bon gut unterrichteter Seile wird versichert, daß in dem heute statlfindenden Kronralh, zu welchem auch Generalstabschef Schönfeld aus Wien eingetrvffen ist, außer der Grenzfrage auch über die Qccupa-tion Bosnien« verhandelt wird, und zwar soll die Occupatio» Bosnien« in der nächsten Woche statt« finden. Berlin, 20. November. Die „Norddeutsche allgemeine Zeitung" hebt hervor, Deutschland werde es schwerlich seinen Beziehungen zu Rußland entsprechend finden, sich als Anwalt türkischer Friedenswünsche bei der russischen Regierung zu girieren. Pari«, 20.November. Gerüchtweise verlautet, da« Kabinett werde au« der Rechten und dem rechlen Centrum gebildet. Versailles, 20. November. Die Kammer nahm mit 297 gegen 210 Stimmen den Antrag an, die Verifikation der Wahl des Ministerial-Soussekretärs Reille zu vertagen, bis die Snquete-kommission dessen Rolle bei den Wahlen geprüft habe. Der Antrag, die Sitzungen zu suspendieren, bis eine regelmäßige Regierung fungiert, wurde mit 233 gegen 231 Stimmen angenommen. Moskau, 20. November. Die große russische Armee zieht gegen Erzerum, nachdem fir in Kar« eine Besatzung gelassen. Pariser ®tas apluen (Lunst-Ausstellung). Bom 22. bis 24. November -ist ausgestellt: IX. Serie: Reiie durch Oesterreich und Wiener Weltausstellung. Zu sehe« im Hause der Handels-Lehranstalt am Kaiser Josefsplatz Nr. 12. Geöffnet von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Eintritt 20 tr. (537) 24 Eine Partie Glasbilder ist zu verlausen, auch einzeln. Kunstvorlesungen. Der Lector Fr. 1-nez liest im obern Saale des Hotel „Elefant“ Freitag den 23. November «bends nm 7 Uhr Shakespeare’a Lustspiel „Was Ihr wollt66 in deutscher, und Montag 26. November abends um 7 Uhr Scribe’s Lustspiel „Ein Glas Wasser66 in französischer Sprache. Eintrittspreise für numerierte Sitze ä 1 fl., für Stehplätze ä 60 kr. sind nur in der Bamberg’schen Buchhandlung zu haben. (672) 2—1 Am ober« Petersdamme große Menagerie. Dieselbe enthält eine große Anzahl von $taubtf)ierenr lauter Prachtexemplare, Vögel, vom Strauß herab bis zu den Papageien, au» Affen und Schlangen. Fütterung unS Dressur nachmittags 3 Uhr und abends 6 Uhr. Der Centralköfig bei Löwen, Tigern, Leoparden uni Hyänen wird von Herren und Damen bestiegen. Affe* und Vögel werden in der Menagerie verkauft und äuget aust IfWif»* I- Platz 20 kr , II. Platz 10 kr. itin»« ♦ zahlen die Hälfte. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein (571) der Besitzer: J. Entress. Rur noch bis Moutag zu sehe«. Wieuer Börse vom 20. November. Allgemeine Staats- Papierrente............ Silberrente............ Goldrente.............. StaatSlose, 1839. . . „ 1854. . . 1860. . . 1860(5tel) 1864. . . törundentfüftunfli- Obligationen. Galizien............... Siebenbürgen . . . • Temeser Banat . . Ungarn................. Geld Ware 63-20 63-30 66-60 66-7t; 74— 74 10 302— 304— 108-50 109 — 112->-0 11310 121-50 lü2 — 138 75 139-25 Andere »ffentkieke Anfeben. Donau-Regnl.-Lose Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Actito v. Hanken. Kreditanstalt f.H.u.G. EScompte-Ges., n.ö. Nationalbank. . . . Attien v. Transport Unternehmungen. Alföld-Bahn .... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn . FerdinandS-Nordo. . Franz-Joseph-Bahn. , Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . 86— 75-25 77*: 0 78 104-79 7 90- 203 50 112 — 34» 159 1927 86-50 75-5i 78-n 7850 104-50 80 — 9U-50 203 75 824— 112 60 342— 159-50 1932 189—1129 25 240 — 240-50 121*50 122 — 394'— Nordwestbahn . . Rudolfs-Bahn . . Staatsbahn . . . Südbahn........... Ung. Nordostbahn Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in öfterr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- $)rioritäis~$Sfig. Elisabethbahn, i.Em. ^erd.-Nordb. t. Silber ranz-Ioseph-Bahn. )aliz.K-Ludwigb,l.E. Oeft. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, 1. Em. Südbahn ä 3 Perz. „ i5 M . Krivatkose. Kreditanstalt .... Rudolfsstiftung. . . Geld 108 — 115-50 255*50 . 77-75 100— 104 — 8H-— 97-36 92 Devisen. London ............ ®efdforten. Dukaten............. 20 Franc- .......... 100 d. Reichsmark Silber.............. Ware 108-50 115-75 256— 7825 100 50- 10450 89-85 97-50 92-50 92-50 105 75 85-75 101— 86 50 63-75 152— 106-50 91-65 16325 13*50 118-70 565 953 5875 10630 93— 106— 86— 101-50 86-75 64— 15250 107— 9185 161-50 14— 11880 6-67 954 58-86 106.50* Telegrafischer Kursbericht am 21. November. Papier-Rente 63 26. — ©il&er-Wente 66 60. — ®»“* Rente 73.95. - 1860er StaatS-Anlehen 112-50. — ®ent« actien 817. — Kreditactien 205 30. — London 118-70 — Silber 106 80. - ». 1. Münzdukaten 5 68. — SO-Franc» Stücke 9-52. - 100 Reichsmark 58-75. Dmck von Jg. e. «leinmayr 6 Fed. Bamberg. Verleger: Oltomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Mittler.