Vrr««merati»us - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 2«) „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich... — „ 70 „ Mit der Post: »anzjährig............12 fl. Halbjährig............ g , vierteljährig......... 3 „ ?i!r Zustellung in- HauS »ertelj. 2b kr., monatl. 9 kr. Laibacher Einzelne Nummern 6 kr. Tagblatt Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. § Redaktion Bahnhofgaffe Nr. 13S. KxHedittous- L Jnserote«-Bureau: Longreßplatz Nr. 81 (Buch-Handlung von Jg. v. «lein-mayr L Fed. Bambera^ ^ ^ > JnsertionSHreise^*' Für die einspaltige Pelg L 4 kr, bei wiederholter > schaltung L 3 kr. . Anzeigen bis 5 Zeilen SV k. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complieierten Satz beson-dere Vergütung. Nr. 204. Mittwoch, 6. September 1876. — Morgen: Regina. 9. Jahrgang. Ein Scheidebries an Oesterreich. Ein Mann, dessen Kunsterzeugnisse bei zahlreichen Welt- und Kunstausstellungen den ersten Preis errangen, dessen Leistungen im In. und Aus-lande ehrenvoll anerkannt, dessen Verdienst! um Hebung des Gewerbes und der Kunst mit unzähligen Ausstellungsmedaillen und Ehrcndiplomen, ja mit Orden ausgezeichnet wurden, rin Mann, der in den Reihen der Vertreter der österreichischen Kunstindu-strte einer der ersten stand, kehrt Oesterreich den Rücken, verläßt die Stätte seiner Jndustrie-Etablisse-mentS in Wien und zieht nach Paris, um dort seine der Kunst und Industrie geweihte Hütte auf-zuschlagen. Dieser Mann nennt sich Karl Giani, ist Besitzer der seit langen Jahren rühmlichst bekannten Kunstweberei und Stickerei in Wien, und entwickelt in einem an den Herausgeber der „Deutschen Ztg." in Wien gerichteten Schreiben vom 2. d. M. seine Gründe. Karl Giani war anfänglich der Meinung, das öster-reichische Kunstgewerbe allein könne berufen sein, dem französischen erfolgreiche Loncurrenz zu machen. Karl Giani scheute keine Opfer, diesen schönen Traum verwirklicht zu schen; leider erfuhr Giani bittere Täuschung und er gelangte zu der unerfreulichen Ueberzeugung, «daß die Kunstindustrie in Oesterreich im traurigsten Niedergange begriffen, daß in Oesterreich vorläufig und wahrscheinlich noch aus längere Zeit hinaus der Boden für eine blühende, lohnende, erfolgreiche Arbeit schlechterdings nicht vorhanden ist. Giani sieht vom Baume der österreichischen Kunstindustrie Blatt auf Blatt, Zweig auf Zweig fallen, er steht nur mehr einen dürren Stamm. Giani behauptet, um in Oesterreich Kunst-industrieller zu sei», dazu genügen nicht technische und artistische Ausbildung, nicht Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit, sondern es werden dazu ein hoher Grad wahrhaftiger Selbstverleugnung, ein zu fortwährenden Opfern bereitwilliger und leistungsfähiger Patriotismus erfordert, der seinen Stolz darin findet, zu Ehren Oesterreichs sich — mate. riell zu ruinieren, zu verbluten. Die Kunstindustrie in Oesterreich krankt an einem hundertfachen Weh! Giani führt in seinem Scheidebriefe an Oesterreich weiter aus, daß man in Oesterreich von dem Kunstindustriellen hochgradigen Patriotismus verlangt; jedoch auf jener Seite, die verpflichtet wäre, den Patriotismus des ttunstindustriellen zu unterstützen und durch gut honorierte Ankäufe von Producten der Kunstindustrie letztere nach Verdienst zu honorieren, finde man nicht ein Gramm Patriotismus vor. Giani ruft aus: was nützt es, mit Medaillen und Ehrendiplomen reich beladen von den Ausstellungs-Plätzen in die Werkstätte zurückzukehren? Giani geißelt weiter die Regierung ob ihrer trostlosen Apathie gegenüber der fortschreitenden allgemeinen Verarmung; er erhebt gegen die Regierung den Vorwurf, sie lasse die Gesammtindustrie hilflos dahinsiechen; er wirft einen Rückblick auf die „gute alte Zeit", wo in Oesterreich, beziehungs-weise in Wien, die Industrie blühte und reichliche Unterstützung, nebst ehrenvoller Auszeichnung und Anerkennung auch ausgiebigen materiellen Lohn fand. Giani findet in den Worten des Ministers „Es wird schon besser werden!' keinen Trost; dir Verhältnisse verschlimmern sich in Oesterreich derart, daß für das Wiederaufblühen der Kunstindustrie kein Hoffnungsstrahl leuchtet. Giani gelangt bei der Motivierung seines Scheidens aus Oesterreich zu dem Schlüsse, daß uns, falls wir nicht in der Lage sind, einfach die Hände in den Schoß zu legen, keine andere Wahl erübrigt, als unsere Thätigkeit auf einen anderen, auf einen dankbareren Boden zu verpflanzen. Giani sagt schließlich, es sei besser, den Wan« derstab nach diesen dankbareren Stätlcn zu ergrei-sen, als in Oesterreich langsam dahinzusiechen und materiell dahinzusterben! Der Staat habe die Pflicht, seine reichsten Milchkühe — Kunst, Industrie und Gewerbe — reichlich zu füttern; in der Schlachtung und Aufzehrung dieser drei besten und ertragfähigsten Stücke liegt die Ursache der traurigen volkswirthschastlichen Lage Oesterreich«! Die Friedensverhandlungen. Der ehrenwerthen Diplomatie mag an der Beendigung des serbisch türkischen Krieges nicht allzuviel gelegen sein, denn die Friedensverhandlungen nehmen einen schleppenden, nahezu befremdenden Gang und auf dem Kriegsschauplätze wird mit verjüngter Kraft und Energie fortgekämpft. Die Türkei scheint der Abficht zu huldigen, den Krieg so lange fortzusetzen, bis die Serben eine totale Niederlage erlitten haben, sie verlangt volle Bürgschaft für Erfüllung folgender Friedensbedin« JeMeton. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulff. (Fortsetzung.» Das Spiel war zu Ende. Mit einem Fluche "der sejn Unglück, denn er hatte seine ganze Bar-Ichast verloren, taumelte der andere in die Höhe schwankte nach der Schenke, wo er neben dem ^-ttth aus einen Stuhl niedersank. Mit spöttischem Lächeln strich Josef das gewonnene Geld ein. In diesem Moment klopfte ihm der vorhin eingetretene neue Gast derb auf die Schulter. „Wollen wir ein Spielchen machen?" fragte ^ m schnarrendem Tone. Der alte Spieler maß die seltsame Gestalt des »ragers vom Kopf bis zu den Füßen. „Ein andersmal" sagte er kurz. Der neue Gast schien die ablehnenden Worte uverhört zu haben. Ohne viele Umstände setzte er uch dem Alten gegenüber. c. „Hast du nicht gehört, was ich sagte?" rief ^°>ef. „Habe heute keine Lust mehr." „Wie du willst, Brüderchen." Bei diesen Worten zog der Fremde einen etwas zerrissenen Geldbeutel aus der Tasche und öffnete denselben. Der alte Spieler, welcher verdrießlich den neuen Gefährten anstarrte, sah, daß der Beutel mehrere Thalerstücke enthielt. „Herr Wirth, eine Flasche Wein und zwei Gläser!" rief der elftere. Der Wirth brachte das Verlangte. Der Fremde schenkte die Gläser bis zum Rande voll. „Wenn du auch keine Lust hast, mit mir zu spielen, so wirst du e« doch hoffentlich nicht ver« schmähen, ein Gläschen mit mir zu trinken?" Die Augen des Alten waren noch immer auf den Geldbeutel gerichtet. Er bereute sichtlich, die Aufforderung zum Spiele abgeschlagen zu haben. „Du hast wol heute einen guten Fang ge-than?" fragte er endlich, indem er das GlaS an die Lippen führte. „St!" machte der andere. „Man soll nicht aus der Schule schwatzen." Josef brannte vor Neugierde, mehr zu erfahren, auch wollten ihm die blanken, runden Thalerstücke nicht aus dem Sinn. Als er getrunken hatte, sagte er: „Du hast Recht, überdies was kümmert'S mich. Doch höre, ist dir wirklich daran gelegen, die Zeit mit Kartenspiel todtzuschlagen, so will ich mich, dir zu Gefallen, dazu bequemen." „Ein Spielchen wäre mir schon recht/ warf der andere gleichgiltig hin. „Fühle just besondere Neigung, dir das vorhin gewonnene Geld wieder abzunehmen und meine Schätze zu verdoppeln." Während er dies sagte, leerte er seinen Geldbeutel auf den Tisch aus. „Wollen sehen," lachte Waldheims ehemaliger Diener, indem er die beiseite gelegten Karten zusammen suchte. Ein unmerkliches Lächeln erhellte das Gesicht des Fremden. Seine Absicht, den alten Spitzbuben zum Spiele zu veranlassen, war gelungen. „Wir spielen eine Partie Leartö." „Mir recht." Josef mischte die Karten, und das Spiel begann. Anfangs argwöhnisch, wagte er nicht, seine Kunst, dir Volte zu schlagen, auszuüben und die arrondierten Karten in seinem Aermel zu benützen. Die Folge davon war, daß sich das Geldhäuflein seines Gegners ansehnlich vermehrte. gungen vonseite Serbien«: Besetzung aller Festungen des Fürstenthumes Serbien durch die ottomanischen Truppen; eine beträchtliche Reduktion der serbischen Militärmacht; die Erhöhung des Tributes für etwa zehn Jahre, bis zur Zahlung einer Kriegsentschädigung von zehn Millionen türkischer Livres; endlich die Herstellung einer Eisenbahnlinie durch Serbien zum Anschlüsse der türkischen an die österreichisch-ungarischen Eisenbahnen. Diese Linie würde von einir türkischen Gesellschaft erbaut und betrieben werdep. Dem Begehren Rußlands (?), die Feindseligkeiten sofort einzustellen, wurde bis heute keine Folge geleistet. Ueber die Haltung Oesterreichs läßt sich der ,P. Lloyd" vernehmen, wie folgt: „Ohne sich allzu sanguinischen Hoffnungen hin zugeben, darf man den Erfolg der Mediation als einen gesicherten ansehen. Es ist möglich, daß die Vorfragen über formellen Waffenstillstand oder Einstellung der Feindseligkeiten, über das uti xossiästis und das militärische Interim einigen Schwierigkeiten begegnen werden, aber die FriedenStendenzen treten auf beiden Seiten doch zu kräftig hervor, als daß ein Scheitern der Verhandlungen angenommen werden könnte. Selbstverständlich aber wird es der Pforte ebensowenig als etwa dem unbesiegten Montenegro allein überlassen werden können, die Friedensbedingungen festzustellen. Die Ordnung der Dinge im Oriente steht unter europäischer Eontrole, sein Ver-tragSrecht ist europäisches Vertragsrechk. Es tritt also alsbald die Voraussetzung der reichstädter Ab machungen ein, daß jede organische Veränderung der Verhältnisse die Zustimmung der Mächte in Anspruch nehmen wird; die Entwicklung der Dinge weist also durch sich selbst auf die Andrassy'sche Reformnote und das berliner Memorandum zurück. Schwerlich wird England, das sich so spontan und so sehr im Vordergründe stehend der europäischen Action in der MkdiationSsrage angeschlossen, den Widerstand gegen die berliner Abmachungen aufrecht erhalten. Zwischen der großen Orient-Debatte im Parlamente und der heutigen Situation liegen die amtlichen Erhebungen über die Vorgänge in Bulgarien. Wie dem aber auch sein möge, in der eigentlichen Friedensvermitt lung selbst wird England sich nicht isolieren können, und seine Sonderslandpunkte wird es höchstens in der Reformfrage behaupten. Eine europäische Ver ständigung ist daher abermals wahrscheinlich gewor den, und es gibt kein Beispiel, daß sich die Pforte dem Drucke einer derartigen Entente zu entziehen vermocht hätte." Der serbische Agent Zukik hatte beim Grasen Andrassy eine Audienz, in welcher er um Ver. mittlung unseres EabinetS wegen Einstellung der Feindseligkeiten ansuchte und dessen Schutz und Unterstützung wegen Erlangung leidlicher Friedens-bedingungen anrief. Hiezu meldet der „Pestec Lloyv": „Serbien erklärt sich als besiegt, was klüger ist, als mit dem unnützen Bramarbasieren fortzufahren und Gut und Blut seiner Unterthanen für eine verlorene Sache zu vergeuden. Man wird in Wien Milans Bitte gegenüber nicht taub sein. Nachdem sich die Pforte militärisch als Herr Anerkennung verschafft hat, wird man seine Stimme erheben, um weiterem Blutvergießen Einhalt zu thun. Die Gelegenheit, für den Frieden zu wirken, ist jetzt um so günstiger, als die Antwort der Pforte noch immer ausstehl und in Pfortenkreisen die Besorgnis vor einer Waffenruhe geschwunden. Politische Rundschau. Laibach, 6. September. Zuland. Die amtlichen Erhebungen bezüglich der Grenzverletzung bei Ossojnik haben folgendes sichergestelll: Bet der Verfolgung der Insurgenten seitens der Türken infolge des Gefechtes bei Grebci am 14. August früh drangen die Türken um 7 Uhr aus österreichisches Gebiet bis zur Anhöhe von Agradi vor. Unweit der Viehtränke war österreichisches und herzegowinisches Vieh, welches sofort von den Türken umzingelt und in der bereits telegraphisch gemeldeten Menge geraubt wurde. Die bewaffneten Ortsbewohner von Ossojnik erklärten hierauf, daß dies österreichisches Gebiet sei und das Vieh ihnen gehöre, was die Türken nicht anerkennen wollten und wobei Schüsse gewechselt wurde. Diese verstummten seitens der Türken, als ein hoher Offizier herbeikam und die Abtheilung über die Grenze zog. Unter den Lerhandlungsgegenständen, welche den österreichischen Reichsrath nach seinem Wied.r-zusammentritt beschäftigen sollen, wird von officiöser Seite auch die Berathung der Handelsverträge mit den auswärtigen Staaten, in erster Reihe des Handelsvertrages mit dem deutschen Reiche, genannt. Der kroatische Landtag hat den Gesetzentwurf über die Errichtung von Hebammen-Lehranstalten in der General- und Specialdebatte angenommen. Ausland. Im Großherzogthum He s s en kam es bei Worms infolge der Einführung der gemeinsamen confefsionslosen Schulen zu tätlichem Widerstande, wobei die von den Geistlichen aufgehetzlen Weiber die Hauptrolle spielten. Nachdem die Behörde die letzteren zweimal vergeblich vorgeladen hatte, mußte die Borführung durch die Gendarmerie geschehen. Die Ultramontanen erhoben über diese angebliche „Gewaltthat" großes Geschrei und beschwerten sich bei der Regierung. Doch dieselbe entschied für die betreffenden Behörden. Die Bevölkerung in Ko nsta nt in ope l nahm die Nachricht von der Thronbesteigung Abdul Hamids mit großem Gleichmuthe, man könnte fast sagen, mit vollständiger Indifferenz auf. Man ist eben durch die so schnell aufeinanderfolgenden Thronwechsel schon abgestumpft. Zur näheren Beleuchtung der Stimmung mag folgende Prophezeiung dienen, welche ihrem Urheber, dem Hof-Astrologen des Sultans Abdul Aziz, die Freiheit gekostet. Derselbe prophezeite nemlich anläßlich der Thronentsetzung seines Herrn, daß dessen Nachfolger Murad nur drei Monate, dessen Bruder Abdul Hamid aber noch viel kürzer regieren werde, erst dann würde Mehmed Reschid Effendi, der nächstälteste Sohn Abdul Med-schivs, auf den Thron gelangen und 25 Jahre lang glücklich und segensreich regieren. Der „N. fr. Pr." wird aus Konstantinopel berichtet, daß vonseiten der bei der Pforte accredi-tierten Vertreter Englands, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Rußlands und Oesterreichs der viel-angekündigle Eollectivschritt geschehen sei. Derselbe besteht darin, daß die Mächte der Pforte einfach von dem Friedensverlangen Serbiens nochmals Mitteilung machen, es als Wunsch der europäischen Großmächte erklären, daß im Interesse des Friedens ein Waffenstillstand geschlossen werde, und daß die Pforte die Bedingungen miltheile, unter welchen sie gewillt wäre, diesem Wunsche der Mächte solge-zugeben. Die spanische Regierung beschloß, von den baskischen Provinzen die unverzügliche Zahlung der rückständigen Eontributionen zu verlangen. Vom Kriegsschauplätze. Londoner Blättern wird über das immer stärkere Einströmen russischer Offiziere und Mannschaften nach Serbien berichtet. Es sollen sich bereits 1200 Russen im serbischen Heere befinden. Bei dem letzten am 1. d. M. stattgehabten Kampfe bei Alexinac waren von beiden Seiten 150,000 Mann engachiert. Die Serben verloren allein an Tobten 2000 Mann. Privatnachrichten melden die Einnahme von Alexinac und Kruäevac durch die Türken, sowie den Rückzug der Serben in die deligrader Verschanzungen. Ein Privattelegramm TschernajeffS meldet, daß die Türken am 1. und 2. September einen Scheinangriff auf Deligrad ausführten, um den Angriff auf Alexinac zu maskieren. Tscher-najesf habe den Plan durchschaut. Er habe sich auf ein Plänklergefecht beschränkt und seine Positionen behauptet. Tschernajeff stellt eine, größere Action in Aussicht. Am 4. d. M. marschierten alle hel- Eine Viertelstunde verstrich, der Ale verlor noch immer. Bis zu diesem Augenblike hatte er ehrlich gespielt, aber jetzt, da er inzwischen bemerkt hatte, daß sein Gegner dem Weine wacker zugesprochen, wagte er den ersten Versuch. Derselbe gelang, und von dieser Minute an verlor der Fremde Schlag auf Schlag. Als der Alte sein Kunststück probierte, war wieder das schlaue Lächeln auf den Lippen des anderen erschienen. Er stellte sich berauscht, aber seinen Augen entging auch nicht die geringste Bewegung des alten Schurken. DaS Spiel hatte kaum eine halbe Stunde gedauert, als nur noch eine kleine Summe Geldes vor dem Fremden lag; ein Thaler nach dem ändern war in Josefs Tasche gewandert. Während dessen hatte sich das Schenklokal mit neuen Gästen gefüllt. Unter diesen befanden sich einige kräftige Gestalten in etwas abgetragener Kleidung und mit schweren Stöcken bewaffnet. Hätte Josef weniger auf das Spiel geachtet, so würde er gesehen haben, daß zwischen diesen neuen Gästen und seinem Gegner ein Einverständnis stattfinde, denn sie näherten sich dem Tische immer mehr und mehr. Plötzlich sprang der Fremde empor, der Alle hatte eben ausgespielt, packte ihn vor die Brust und rief mit lauter Stimme: „Hab' ich dich endlich, elender Schurke I" Josef wurde todtenbleich und versuchte sich loszureißen, aber schon in der nächsten Minute wurde er von allen Seiten gepackt. Der Fremde entfernte Bart und Pflaster aus seinem Antlitz. „Erkennst du mich, Josef Willert?" rief er mit donnernder Stimme. Der alte Spitzbube fuhr erschrocken zusammen. „Polizeirath Herzberg," murmelte er. „Fort mit ihm I" befahl der Beamte den zuletzt Eingetretenen, welche sich inzwischen als Polizeisoldaten demaskiert hatten. Willert wagte nicht, Widerstand zu leisten. Er ergab sich gefaßt in sein Schicksal und ließ sich willig von denj Polizeisoldaten nach dem Stadt gefängnis bringen. > ' iZW Am nächsten Morgen trat der Polizeirath Herzberg in der Begleitung eines Mannes, in welchem wir Luisens Beschützer, den Doctor Walter erkennen, in die Zelle des Gefangenen. Der Arzt war die indirecte Veranlaffung, daß man Willert ergriffen hatte. Noch an demselben Tage, an welchem Luise mit dem Baron zusammengetroffen war, hatte Walter sich zum Polizeidirector der Residenz begeben. Wie wir bereits früher erzählt haben, war derselbe ein Freund des edlen Greises, und mit seiner Hilfe hatte Walter seinem Schützling auf den Namen „Brunner" lautende Papiere verschafft. Der Polizeidirector nahm lebhaften Antheil an dem Schicksal der armen Waise und äußerte dieses Interesse, indem er den Baron und dessen ehemaligen Diener Josef Willert scharf beobachten ließ, um eine etwaige Katastrophe sogleich abwenden zu können. Schon längst waren ihm beide als falsche Spieler verdächtig, aber es fehlte an einer günstigen Gelegenheit, den einen oder den anderen zu überführen. Walters Mittheilung spornte indessen den Eifer des Polizeidirectors an. Nach einer längern Berathung mit dem Arzte beschloß er, Willert, sobald sich eine Veranlassung dazu darböte, verhaften zu lassen, um dadurch jeder weiteren Nachforschung nach Luise von Thurneck vorzubeugen. (Fortsetzung folgt.) grader Truppen ab. Auch Mac Jvers Legion, 100 Mann und 30 Pferde stark. Seine Soldaten sind mit Säbeln und Revolvern bewaffnet, welche am 3. d. M. erst in Belgrad angekauft wurden. Die Russen, welche fortwährend hier anlangen, suchen vergeblich nach Waffen. Bei Bjelina wird ein türkischer Offensivstoß erwartet. Die Stimmung in der serbischen Armee ist russenfeindlich, in Belgrad aber sehr gedrückt. Der Rückzug T sch er n aje ff s mit dem Gros der Armee auf Del^grad wird bestätigt. Hor-vatoviL bleibt mit dem ObservationöcorpS in Alexinac. Die Stimmung ist infolge dessen dem Frieden zugeneigt, und finde» in Belgrad täglich Mlnisterrathssitzungen unter Borsitz des Fürsten statt. RistjL jst plötzlich der eifrigste Verfechter der Fric-densströmung geworden. Belgrad ist voll von widersinnigen Gerüchten, und es heißt, daß das Gros der Türken sich im Anmärsche auf Kragujevac befinde. Zur Tagesgeschichte. — Ihre Majestät die Kaiferin zog sich bei ihrer letzten Seefahrt ein leichtes Unwohlsein zn, von welchem die hohe Frau glücklich hergejiellt ist; von Len Aerzlen wird dasselbe als folgenlos bezeichnet. Am 4. d. hat Ihre Majestät aus der Jacht „Miramar" eine größere Seereise angetreten. Sie wird zunächst Pola berühren und dann die Fahrt nach Lacroma und Corsu sortsetzen. Erzherzogin Valerie verbleibt'«, Miramar. — Bonmot. Erzherzog Rainer hat in voriger Woche das Landwehrbataillon in Brody inspiriert und war im HE weißen Noß" abgestiegen. Der Hotelier, Oskar Dubenski, benützte diese Gelegenheit, um sich die Erlaubnis zu erbitten, daß sein Hotel in Zukunst den Namen des Erzherzogs führen dürfe. „Wenns Ihnen Freude macht, warum nicht", erwiderte der Erzherzog, „doch werden Sie hoffentlich daraus achten, daß Ihr Hotel meinem Namen entspreche — ich hxjßx Rainer" (reiner). — EinJustizministerialerlaß rügt die verhältnismäßig lange Dauer des Vorversahrens in den bei den Gerichtshöfen anhängigen Strafsachen, die zu große Breite der Erhebungen, die zu große Ausdehnung der Hauptver-handlung, das häufige Vorkommen ungerechtfertigter Freisprechungen, empfiehlt die Vereinfachung und gedrängte Vorführung des Beweismaterials, die Fernhaltung von Abschweifungen in den Plaidoyers, betont, den ungerechtfertigten Ansprüchen der Vertheidiger entgegen zu treten, und wünscht die Verminderung der Zahl der Rückstände in Strafsachen bei den Bezirksgerichten. — Vom statistischen Longreß in Pest. Die erste Sektion nahm folgende Resolution an: „In den unteren Schulen sollen die wichtigsten statistischen Daten in den geographischen Unterricht einbezogen werden, in den oberen Schulen soll bei dem Unterrichte ein Expost der wichtigsten Daten des Vaterlandes mit einer Parallele in Beziehung aus die Verhältnisse anderer Länder mitgetheilt werden." Die Section sprach sich auch sür die Unvereinbar-lichkeit der Professur der Staatswiffenschasten mit der Lei-tung von statistischen Bureaux aus. »Die dritte Section . (Hygiene) beschloß, daß die Ausnahme der Mortalitätsziffer genüge und die Auszählung der einzelnen Mortalitätsfälle überflüssig sei. Die Regierungen werden angegangen, über Tholera-Epidemien eine Lexikographie zu veranlassen. Die sechste Section (Handel und Verkehr) beschloß: „Die Handelsausweise haben zu enthalten: 1. Die Handelsbewe-3ung <,us allen Haupthandelswegen und Vicinalstraßen (separat). 2. Einen Ausweis über Wold- und Silbersendungen in Barren oder in gemünztem Zustande." — Bei derAuSstellung inSzegedin faßten die ungarischen Spiritusfabrikanten folgenden Beschluß: 1- Die Bildung eines Exportvereins sür sämmtliche Produ-«nten; S. die Bildung eines Landesverbandes mit einer Centrale und einem Zeitungsorgan in Pest; 3. bezüglich der Steuerreform die Regierung zu informieren Behufs Durchführung dieser Beschlüsse wurde ein Siebener-ComitL bestellt. — Die Diphtheritis wüthet in Krusica einer Gemeinde in der Militärgrenze. Der Ort hat im ganzen 1807 Einwohner, und'bereits wurden 200 Kinder von der furchtbaren Krankheit hingerafft. Die ärztliche Hilfe ist unzureichend; die armen Leute bringen die halbtodten Kinder nach Weißkirchen, um die dortigen «erzte zu konsultieren, und auf Liese Weise wird die Krankheit auch in die genannte Stadt eingeschleppt. — Schließung eines Priesterseminar». Nach Bericht der „Danziger Zeitung" wurde in Pelplin das Priesterseminar am I. September im Aufträge des Ober-prästdenten vom stargardter Landrath geschloffen, weil dasselbe Mitte Juni die staatliche Revision nicht zugelaffen hat. Lokal- und Provinziat-Angelegenheite«. — (Staatsprüfung.) Bon der k. k. wissenschaftlichen Realschul - Lehramt» - Prüsungscom-Mission in Graz werden die nächsten Llausur- und münd-lichen Prüsungen am 21., 23. und 25. Oktober d. I. ab-gehalten. Candidaten des Lehramtes an Realschule» sowie jene deS Lehramtes an Handelsschulen haben, wenn sie zu den Llausurprüsungen im nächsten Märztermine ge-langen wollen, ihre nach Vorschrift construierten Gesuche längstens bis Ende September d. I, an den Director der Prüsungscomlnission, Professor Dr. Johann Rogner in Graz, einzureichen. Davon abgesehen, können die Gesuche um Zulassung zur Prüsung jederzeit eingebracht werden. — (Für die Abbrändler in Loitsch) ist bis 4. d. M. beim hiesigen Stadtmagistrate an Geldspenden ein Gesammtbetrag von 1821 fl. 32 kr. eingegangen. — (Die städtische Musikoereinskapelle) spielt heute abends in der Citalnicarestauration. — (Die„81ov6llsks, krstika- pr » 1877) ist in Kleinmayr L Bamberg» Verlagsbuchhandlung erschienen uud enthält außer dem Kalendarium noch eine Juteresskn-berechnuugS-Tabelle, den neuen Stempeltarif, die fämmilichen Märkte Arain», Kärnten«, Südsleiermarks und Istrien», daun eine populäre Abhandlung Uber da» metrische Maß und Ge» wicht, und schließlich Inserate. — (Todtschlag.) Am 1. d. M. wurde der in Presch-gain, Gemeinde Oberschischka, bedienstete Knecht Anton Fritz elich von seinem Kameraden Gregor Stergar mit einem Prügel todtgeschlagen. Dieser Todtschlag stellt sich als ein Racheact heraus. — (Gefunden wurde) ein französisches Gebet-buch am 3. d. M. in der Sternallee. Der Verlustträger kann dassetbe beim hiesigen Stadtmagistrate im Polizeibureau erheben. — (Vermäluugsanzeige.) Herr Benjamin Otto Vacana, k. k. Katastralarchioar in Laibach, ver-mälte sich am 27. v. Li. in der evangelischen Stadtpfarr» lirche zu Hermannstadt in Siebenbürgen mit Frln. Betty v. Diez. — (Nene Fachzeitung.) Unter dem Titel ,6c>mmis voyLgsur« erscheint vom I. Oktober l. I. an in Teschen (Oesterr. Schlesien) ein Wochenblatt zur Unterhaltung für Handelsreisende und junge Kaufleute und Organ zur Wahrung ihrer Interessen. Preis sür Oesterreich-Ungarn vierteljährig st. 1-50 ». W. Pränumerationen besorgt die Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg in Laibach. — (Jstrianer Eisenbahn.) Die Probesahrt hätte am 4. September stattfinden sollen, wurde jedoch neuer-lich verschoben und wird unter Intervention der I. k. General-inspection der Eisenbahnen wahrscheinlich am 7. September ersolgen. Höchstens süns oder sechs Lage nach der polizeilichen Probesahrt, also wahrscheinlich am 12. oder 13. September, geht die feierliche Eröffnung unter Zuziehung geladener Gäste vor sich, und am 15. oder 16. September wird die Bahn dem allgemeinen Verkehre übergeben werden. An den Hochbauten und Userbauten sind allerdings noch einige nebensächliche Details herzustellen, aber im großen und ganzen sind sie sertig und nichts hindert deren Benützung. — (Gemeinde- und gemeinschaftliche Waldungen.) Halten wir Umschau im eigenen Heimatlande und in den benachbarten Provinzen, so wird sich uns ein sehr trauriges Bild präsentieren: Sowol Gemeinde- als ge-meinschaftliche Waldungen fallen der geldgierigen Axt zum Opfer; in vielen Fällen werden die bezüglich der Gemeinde und gemeinschaftlichen Waldungen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Benützung und Vertheilung derselben außeracht gelassen. Zur Vertheilung einer Gemeindewaldung ist ein Landesgesetz erforderlich; bei Ver-theiluug gemeinschaftlicher Waldungen sollen die nachfolgenden Paragraphe des allg. bürgerlichen Gesetzes beachtet werden, und zwar: Z 829. Jeder Theilnehmer ist vollstän- diger Eigentümer seines Antheiles. Insofern er die Rechte seiner Mitgenoffen nicht verletzt, kann er denselben oder die Nutzungen davon willkürlich und unabhängig verpfänden, vermachen oder sonst veräußern. § 830. Jeder Theilhaber ist befugt, auf Ablegung der Rechnung und Vertheilung des Ertrages zu dringen. Er kann in der Regel auch die Aushebung der Gemeinschaft verlangen; doch nicht zur Unzeit oder zum Nachtheile der übrigen. Er muß sich daher einen, den Umständen angemessenen, nicht wol vermeidlichen Auf. schub gefallen lassen. K 841. «ei der nach aufgehobener Gemeinschaft vorzunehmenden Theilung der gemeinschaftlichen Sache gilt keine Mehrheit der Stimmen. Die Theilung muß zur Zufriedenheit eines jeden Sachgenossen vorgenom-men werden. Können sie nicht einig werden, so entscheidet das Los oder ein Schiedsmann oder, wenn sie sich über die Bestimmung der einen oder ändern dieser Entscheidungsarten nicht einhellig vereinigen, der Richter. 8 842. Ein Schiedsmann oder der Richter entscheidet auch, ob bei der Theilung liegender Gründe oder Gebäude ein Theilgenosse, zur Benützung seines Antheiles, einer Servitut bedürfe und unter welcher Bedingung sie ihm zu verwilligen sei. 8 843. Kann eine gemeinschaftliche Sache entweder gar nicht! oder nicht ohne beträchtliche Verminderung deS Werthes getheilt werden, so ist sie, und zwar wenn auch nur eiu Theilgenosse eS verlangt, vermittelst gerichtlicher Feilbietung zu verkaufen nnd der Kausschilling unter die Theilhaber zu vertheilen. — (Graf Anton Auersperg) (Anastasius Grün) wurde von einem schlaganfalle gerührt, jedoch ist bereits Besserung eingetreten. — (Für die Feuerwehr.) Das vom klagen-surter Feuerwehrhauptmanne Jergitsch herausgegebene Druckwerkchen, enthaltend die Uebungsoorschristen sür die Feuerwehr, findet bereits ausgedehnte Verbreitung. Diese Broschüre behandelt im 1. Abschnitte die Spritzenübungen und im zweiten die Steigerübungen. Der I. Abschnitt zerfällt in folgende Abth-ilungen: Fahrvorfchriften und Abprotzen, Ablösung der Spritzenmannschaft, Aufprotzen, abgekürzte Spritzenübung, Uebnng an den Ketten, die Metz'sche Ouartierfpritze, die Fahrspritze, allgemeine Regeln und Anweisungen sür den Spritzenobmann und sür die Spritzenmeister. Der 2. Abschnitt hat solgende Abteilungen: Die Hakenleiter, die augsburger Schiebleiter, die klagensurter Schiebleiter, die klagensurter Dorfleiter, die augsburger Dachleiter, die Dachleiter mit Firsthaken, der Rettungsschlauch, allgemeine «egeln für die Steiger, Schlauchübung, Lustapparat an der Metz'fchen Stadtspritze. Als Anhang finden wir noch die Signale der sreiw. Feuerwehren des kärntnerischen Feuerwehr-Verbandes. — (D ie Aich ä m t er in Kä r n te n) haben, wie die „Klagens. Ztg." meldet, wenige ausgenommen, ihre Thätigkeit bereits begonnen, leider mangelt es an der nö-thigen Beschäftigung der AichLmter, da man im gewöhnlichen Geschäftsverkehr noch immer nach dem alten System kauft und verkauft, trotzdem das Gesetz vom 23. Juli 1871 über die neue Maß- und Gewichtsrordnung am 1. Jänner 1876 in Wirksamkeit trat; infolge dessen ist auch jetzt noch die Ansicht verbreitet, die neue Ordnung werde nicht zur Durchführung gelangen. Mit dem Artikel V deS allgemeinen Gemeindegesetzes vom b. März 1862 wurde in Oesterreich die Aufsicht über daS Maß und Gewicht den Gemeinden im selbständigen Wirkungskreise zugewiesen. Die Gemeinden, insbesonders die Landgemeinde-Verwaltungen, haben ohne Rücksicht auf die Richtigkeit der Maße und Gewichte im öffentlichen Verkehre bisher gar nichts gethan, obschon die alte Limentierungs-Verordnung bestimmte, daß mindestens von drei zu drei Jahren eine Recimentierung der im öffentlichen Verkehre sich befindlichen Maße und Gewichte und deshalb selbstverständlich gemeindeämtliche Revisionen derselben vorgenommen werden sollen; allein, wie bemerkt, die Mehrheit der Gemeindeverwaltungen kümmerte sich weder um diese Verordnung, noch um die Richtigkeit der in ihrem Gemeindegebiet im öffentlichen Verkehre befindlichen Maße und Gewichte und ließ rein nach Willkür die Geschäftstreibenden walten, was auch heute noch geschieht. Den Gemeindevorständen fehlt in vielen Fällen die nöthige Energie zur Durchführung der neuen Ordnung, andererseits legen viele in dieser Beziehung die größte Gleichgiltigkeit an den Tag. Es ist eine Thatsache, daß bei der infolge dessen noch immer herrschenden Unklarheit daS ein-kaufende Publikum selbst leidet; wer nicht seine Umrechnungs- tabelle im Kopfe oder wenigstens in der Tasche hat und sich genügend orientieren kann, ist eben der Willkür der Verkäufer preisgegeben und kommt nur zu häufig zuschaden. Wenn überhaupt Neuerungen leicht aus Widerwillen stoßen, so ist dies um so leichter der Fall, wenn einem unreelle» oder auch nur unvollkommen informierten Verkäufer die Möglichkeit der Uebervorlheilung der Cousumenten gegeben ist. Darum schon wäre es wünschenSwerth, daß die Ge-meindeoorstände energisch zur Durchführung der neuen Maß- und Gewichtsorbnuug die Hand bieten möchten, damit endlich ein geordneter und sicherer geschäftlicher Verkehr hergestellt werde. — (Berichtigung.) In dem in unserer gestrigen Nummer in der Rubrik „Lokal- und Provinzialangelegenheiten" auf der vierten Blattseite und ersten Spalte veröffentlichten Schreiben des Prof. Zu kl je an die Redaction unseres Blattes soll es in der 8. Zeile anstatt „Schreibens" richtig „Berichtigung" und in der 26. Zeile anstatt „für" richtig „gegen" heißen. Das Institut beeideter Weinagenten. Auf dem Weinbaucongreffe in Marburg wird unter anderem auch ein vom Direktor Göthe in Marburg auS-gearbeiteter Entwurf, betreffend die Anstellung beeideter Weinagenten, zur Verhandlung gelangen. Das Land Krain steht mit der nachbarlichen Steiermark in der Weinfrage in so lebhaftem Verkehr, daß mit Sicherheit anzunehmen ist, auch die weinbautreibenden Landwirthe Krains werden an diesem Congresse theilnehmen und die erwähnte Vorlage in ernste nähere Erwägung ziehen. Der fragliche Entwuif lautet: Z I. Weiuageuten sind amtlich bestellte Vermittler für Kauf und Verkauf von Wein. Dieselben werden in den Hauptorten des Weinverkehrs von den Bezirlsverlretungen für fünf Jahre auf Vorschlag des Weinbauvereins oder der landwirthschaftlichen Filiale des betreffenden Weinbaugebietes gewählt und sind nach Ablauf dieser Periode wieder wählbar. Sie unterstehen in ihrem Dienst als Weinagent der betreffenden Bezirksvertretnng. 8 2. Zum Weinagenten kann jeder bestellt werden, welcher unbescholten und vertrauenswürdig ist und die uöthige Kenntnis des Weines und des Weil,Handels seiner Gegend besitzt. 8 3. Die Weinagenten haben alle Weine, welche ihnen von Weinproducenten ihrer Gegend zum Verkauf angemeldet werden, in ein Anmeldungsbuch einzutragen. Diese Eintragung hat zu enthalten: ») den Namen und Wohnort des Anmelders und den Ort, wo der Wein eingekellert ist; d) den Jahrgang, den Preis und das verkäufliche Quantum des Weines; e) Len Ort oder das Gebirge, wo er gewachsen ist, und die Traubensorte oder Sorten, aus welchen er bereitet wurde. H 4. Die von dem Anmelder allenfalls übergebenen Kostproben, für deren Identität mit der Ware der Verkäufer hastet, müssen mit der Nummer der Eintragung des Anmeldbuches bezeichnet werden. Bei mündlicher Anmeldung ist die Eintragung vom Anmelder zu unterschreiben. Für diese Anmeldung hat der Verkäufer eine Anmeldungsgebühr zu entrichten, welche nach der Quantität des angemeldeten Weines bemessen wird und von der BezirkSvertretung mit Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse sestznsetzen ist (etwa 20 bis 30 kr. per Hektoliter). Z 5. Hat der Verkäufer den angemeldeten Wein oder einen Theil desselben nach einiger Zeit anderweitig zu verkaufen Gelegenheit gehabt, oder dasür später einen anderen Preis angeletzt, als bei der Anmeldung eingetragen wurde, so ist derselbe verpflichtet, dies dem Weinagenten behusS Löschung oder Aenderung im Nnmeldebuch sogleich anzuzei-gen, da sonst der Verkäufer die durch eine solche versäumte oder unterlassene Berichtigung des Anmeldbuches entstehen-den Nachtheile dm salsch berichteten Käufern zu entschädigen verpflichtet ist. ß 6. Die Weinagenten sind verpflichtet, jedem Käufer das Anmeldebuch zur Einsichtnahme vorzulegen und die etwaigen Kostproben vorzusetzen, und müssen aus Verlangen die Vermittlung des Kaufabschlusses übernehmen. Sie haben ihre Dienstslunden oder Diensttage nach Maßgabe ihres Ge-schäftsumsauges zu bestimmen und öffentlich anzuzeigen. § 7. Erfolgt die Vermittlung deS Kaufabschlusses unter persönlicher Intervention deS Weinagenten, so erhält derselbe vom Käufer die vou der Bezirksvertretung festgesetzte und nach dem ganzen Verkaufspreis zu berechnende Provi-sion oder Mäklergebühr (etwa I bis 2 Perzent). § 8. Solche Kaufabschlüsse uuter persönlicher Intervention des Weinagenten müssen in ein besonderes Tagebuch eingetragen werden unter Angabe deS Datums, der Namen und Wohnorte der Lontrahenten, der aus den verkauften Wein bezüglichen Nummer des Aumeldebuches, der Verkaufs-bedingungen, Zahlungsweise, Lieferung des Weines rc. Jede Partei ist berechtigt, vom Weinagenten eine genaue Ab-schrift des betreffenden Tagebuchs-Eintrags zu verlangen. Diese Tagebücher der Weinagenten unterliegen in Bezug auf ihre Einrichtung, Führung und Beweiskraft den gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie die Tagebücher der Handelsmäkler. Z 9. Erfolgt die Vermittlung deS Kaufabschlusses nur davurch, daß der Weinagent dem Käufer den Wein durch Einsichtnahme in das Anmeldebuch zugewiesen hat, so hat der Weinagent nur die Hälfte der nach dem PreiS im An-Meldebuch zu berechnenden Provision oder Maklergebühr vom Käufer zu beanspruchen. Z 10. Die Weinagenten sungieren als Sachverständige bei Abgabe von Dienstbefuuden und gerichtlichen Schätzungen für Weine. Sie haben das Reckt, über Verlangen freiwillige öffentliche Versteigerungen von Weinen oder Weinmärkte zjl veranstalten und permanente Kosthalle» zu er-richten. §11. Käufer und Verläufer, welche die hier gegebenen Bestimmungen bei Bennhung der Weinagenten nicht befolgen, verlieren ihre Ansprüche aus spätere Vermittlung oder Verwendung der Weinagenten. Z 12. Die Weinagenten werden vor Antritt ihres Amtes dnrch die politische Behörde beeidet, daß sie die durch ihre Instructionen rorgeschriebenen Verpflichtungen nach bestem Wissen und Willen ersüllen und die Geschäftsbücher gewissenhaft sühren wollen. Außerdem haben sie noch zu erklären, daß sie, so lange sie Weinagenten sind, aus eigene Rechnung keine Weingeschäste machen werden, zu keinem Weitlhändler in dem Verhältnisse eines Theilnehmers, Pro-curisten, Handelsbevollwächtigten oder Handelsgehilsen stehen wollen und ihre Geschäfte als Weinagent persönlich ohne andere Mithilfe betreibe» werden' Witterung. Laibach, 6. September. Morgennebel bis 9 Ubr, vormittags heiter, nachmittags zunehmende Bewölkung, schwacher W. Wärme: morgens 7 Ubr -t- 117«, nachmittags 2 Mr -j- 23 3° 6. (1875 -t- 18.0», 1874 -s- 20 2« 6.) Barometer im Fallen, 736 59 ww. Das gestrige TageSmittkl der Wärme -j-16 3', um 0 8» über dem Normale. Angekouimeue Fremde am 6. September. Hotel Ttadt Wien. Frizzi, Borghi, Kflte.; Aquarell,, Bes., und Ihne, Triest. — Moser, Berlin. — Tomazeviö, Lehrer; Weiner, Kfm; BLbmann, Wittgenstein u. Licht-witz, Wien. — Her-og, Polizei-Obercommissärswitwe, Graz. — Vuga, Lurat, Komen. — Weißenburger, Manheim. — Sader, Littai. — Thup, Hptm., Cattaro. — Lerch, Advocatensgattin, Tüffer. Hotel Elefant. Dekleva, Slavina. — RuMa, Kfm., Wa-rasdin. — Barthelmä, Gottschee. — Wanii, Gurkseld. Satran, Bai. — Leeb, 'Fanetti und Ciero, Triest. — Winter, Graz. — Weishofs, GVrz. Hotel Europa. Kropp, Priester, Westfalen. — Frau Ga-ber§ek, Tolmeiu. — Earoli, Triest. — Treuz, Unter-krain. - Hirsch Josefa, Fiume. - Frau Berze, Steier-mark. — Vikii, Lapodistria. «obren. Merhar, Marburg. - Tillmetz, Offizial, Mün-chen. - Zupauiik, Triest. — Levc, Lieut., und TuKek, Unterkrain. vaierischer Hof. Fritz. Major. - Jaklitsch, Steher. — Jonke, Nabrach. — Ribano, Stein.________________ Gedenktafel über die am 9. September 1876 stattfindenden Licitationen. 1. Flb., Jelenz'fche Real., Srobotnik, BG. Broßlafchiz. — 3. Flb., Krafchowiz'sche Real., Oberlaibach, BW. Ober-laibach. - 3. Flb., Piic'fche Real., Predgrische, BG. Jdria. — 3. Flb, Homann'sche Real, Eisnern, BG. Lack. 2te Flb., Tezal'sche Real, Gabrouc, BB. Möttling. - 1. Flb., Celedin'sche Real., Potoc'e, «G. Senosetsch. -- 1. Flb., Te-Zak'sche Real., Wuschinsdors, BW. Möttling.___________________ Telegramme. Ragusa, 5. September. Die Türlen haben heute auf der ganzen Linie die Offensive gegen Montenegro ergriffen. Aara, 5. September. (Besondere Quelle.) Seit heute früh wird bei Kuki eine Schlacht geliefert; der AuSgang ist noch unbekannt. Verstorbene. Den 5. September Anton Gasteger, Arbeiter, 31 I., Babnhofgaffe Nr. 113, Lungenschwindsucht. — Maria Mihavec, Inwohnerin, 46 I., Livilspital, allg. Wassersucht. - Franz Porenta, Arbeiters-Kind, 4 I., Civilspital, Fraisen. In der Verwaltungs- oder Rechnungsbranche sucht ein praktisch gebildeter Mann mit den besten Referenzen Stellung. Auskünfte in der Exped. dieses Blattes. (468) 3—2 Unterlehrerstcllc. An der nenerbauten Werksschule zu Brunn bei Wies kommt vom 1. November l. I. an eine Unterlehrersstelle, um welche sich auch geprüfte Lehrerinnen bewerben können, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von 600 fl., dann der Genuß einer sreien Wohnung und Beheizung verbunden, und erhalten bei gleicher Befähigung jene Bewerber den Vorzug, welche einer slavischen Sprache mächtig find oder musikalische Kenntnisse besitzen. (474) 3—2 Die Competenzgesuche sind bis 30. September l. I. an die Bergdirectio» i» Wies, Steiermark, zu richten. Künstliche Zahue undLnstdruckgebisse werden schmerzlos eingesetzt, alle Zahnoperationen und Plombierungen vorgenommen vom Zahnarzt Daic^ek an der Hradeczkybiücke im Mally'schen Hause, erster Stock. Meine Muudwasseressenz, Flacon I fl., ist außer im Ordinationslokale noch bei Herrn Apotheker Maier und Herrn Karl Karinger zu haben. (447) 7 KI/emn-Li'ßiiie vorzügkitk wirksam bei aufgesprungenen Lippen unä AHruaäen an äen Kiinäen. 1 Flacon 30 kr. (85) 10-6 Apotheker, Wienerstraße, Laibach. Wiener Börse vom 5. September. «eld ^ Ware S6 S0 «7 05 70'4<^ 70 »0 107 —1(,8-öose von 1860, ganze 111 50 111-75 sose von 18«», Fünfl. Iis ro >17-Prämien!». ». 1884 . ISl'bo 18175 üperc. Rente, öst.Pap dto. dt», öst. i» Kilo Sose von 1854 kiebenbürg. Ungar» Hvttvn. SngloBank............ Lreditanstalt........ Depositenbank. . . . SScom»te-«nft»lt . . Franco-Bank . . . . Handelsbank.......... «ationalbank . . . . Oest. B-nkgesells. . . Union-Bank........... BerkehrSbank......... Klsöld-Bahu . . , . »arl Ludwigbahn . . Ikats. Elis.-Bahn . . «ais. Ar. IosesSb . . Staatsbahn........... Südbahn............. 74-50 75-40 7» 75-80 74 5V 74 75 150-5» IS» 75 88»-- 668-- 8iv -- 85»--158 - 158-58 — 58 25 83.50 84-50 105 so 10»50 208 50 2V7-— 162 50 1«» — 184-50 1S5'-»87.-M-50 78'-! 78ü5 rkLLrtkrtoi«. Mg. öst. «od.-Sredit. dto. in »8 g........ Nation, ö. W........ Ung. Bob.-Creditanst. I*rtortt»t»-ObI. Franz JosesS-Babn . Oest. Nordwestbayn . Eiebenbürger . . . . StaatSbabn.......... Eüdbahn » s Per,, dto. Bons 1,0»« Credit - Lose....... Rudolf« - Lose . . . «Seid 104 (3Mon.) Augsburg iv» Mark Franks. 106 Mark. . Hamburg, , London 10 Md. Sterl. Paris 100 Franc» . . VIÜHLVL. Lais. Münz-Ducal-n 2n-Franc»mi