M. 9. Wien, den SO. März 1909. 17. Zahrg. IBEREU r Zentralorgan des Gesterreickiscken Ltsenbakn-Personriles. Y/u Lentagasse Ar. 5. vor dem <$rf*«intn de» Blattes. Sbsnnsments-Vröingnngen r Halbjährig..................................Kr. 2-88 Ganzjährig.................................. ,, 5 76 Für das Deutsche Reich ganzjährig MI. 6.—. Für daübrige AuÄand ganzjährig 9 Franken. Redaktion: Wien, RedaklionSschlust die» Tag« Sprechstunden sind leben Lag mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage bdn 10 Uhr vormittags 618 */j4 Uhr nachmtttavr. JnserlionSpreis: Die zweimal gespaltene Nonpareillczeile oder deren Raum <0 Heller. Bei JahrcLauItrag Rabatt. UeLephon Mv. 2325. Erscheint jeden \,, ^v. und 20* im Msnat. ©aljir»««*: War wir Srflcljrvn von der gulunft Fernen: Siafi Brot und l'ltBcit UNS netüftcl stehen, Tcitz unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere (Steift nicht mehr betteln gehen. . Aerwegy. Die Verstaatlichungsfrage. Die Vorlagen im Eisenbnhnansschutz erledigt. Die Vorlagen über die Verstaatlichung der St. E. G., Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. sind vorgesten am 18. d. M. im Eisenbahnausschuß erledigt worden. In klarer und eindringlicher Weise Hat_ in der genannten Schlußsitzung Abgeordneter Genosse T o m s ch i k den Standpunkt und die Wünsche des Personals dargelegt, auf deren Erfüllung bei der Ueberführung in das Schema der k. k. Staatsbahnen mit Nachdruck bestanden werden muß. Auf den darauf Bezug nehmenden Antrag selbst werden wir in unserer nächsten Nummer ausführlich zurückkommen. Da das Uebereiilkommen, welches die Regierung mit den drei erwähnten Prioatbahngesellschaften vereinbarte, bekanntlich am 31. d. M. abläuft, so muß die Vorlage bis zu diesem Termin ihrer parlamentarischen Erledigung zugeführt fein, da sonst die Gesellschaften nicht weiter an die Abmachungen gebunden wären und neue Verhandlungen über die Modalitäten der Einverleibung angebahnt werden müßten. Auf die Nachteile, tue damit vom staats- und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkt verbunden wären, hat nun der Ministerpräsident m seiner, die neue Parlamentssession einleitenoen Rede mit Recht hingewiesen, als er daraf hinwies, daß sich nn Falle einer erheblichen Verlängerung des Termins auch die fachlichen Grundlagen für eine neue Vereinbarung in einem für die Staatsverwaltung ungünstigen ^inne verschieben würden. Denn in der Zwischenzeit würden die Schlußrechnungen der einzulösenden Privat-bahnen für das Jahr 1908 fertiggestellt nyd in die Berechnung der Rente einzubeziehen sein, während bei den jetzigen Verstaatlichungsvorlagen das Jahr 1907 das letzte gewesen ist, das bei der Bemessung der Rente m Rücksicht gezvgen wurde. Da nun das Jahr 1908 bet i llen Bahnen und daher auch bei den zu verstaatlichenden Linien mit einer ungewöhnlichen Steigerung der Ausgaben verbunden ist, die zwei schlechtesten Jahre aber auszuscheiden sind, so würde die Rente für den Staat ungünstiger werden und die Einlösung mit größeren Kosten verbunden sein als nach den jetzt vorliegenden Entwürfen. Der Ministerpräsident erklärte, daß, wenn die Entscheidung über die Verstaatlichung incht jetzt herbeigeführt wird, dies mit einem Fallen-lassen der Verstaa11ichungsaktron auf eine unabsehbare Zeit gleichbedeutend wäre, was vom Standpunkt der Stärkung der staatlichen Machtmittel lebhaft beklagt werden müßte. Daß die Verstaatlichung so rasch als möglich perfektioniert werden müsse, ist aber auch vor allem vom Standpunkt des beteiligten Personals ein Wunsch, bet mit Rücksicht auf die durch den schleppenden Gang erzeugte Unsicherheit ehestens erfüllt werden muß. Aber rote bei allen großen volkswirtschaftlichen Fragen sehen wir auch bei der Frage der Eisenbahnverstaatlichung, wie der nationale Streit das lähmende Element ist, das auf einer großzügigen Entwicklung der österreichischen Sozialpolitik lastet. Während diesmal zuerst der tschechischnationale Obstruktionsrummel mit den übrigen sozialpolitischen Vorlagen auch die Vorlage über die Verstaatlichung verschüttet hatte, tauchten jetzt in den letzten Tagen zur Abwechslung die d e u t s ch-nationalen Bedenken gegen die sofortige Erledigung der Verstaatlichungsvorlage auf. Mit Rücksicht auf die angebliche Gefahr, die dein Deutschtum in Böhmen durch die Verstaatlichung drohe, verhandelten die beiden deutschböhmischen Mitglieder des Eisenbahnausschusses, die Abgeordneten Kroy und K r ü tz n e r, mit der Regierung, teilten die Bedenken der deutschböhmischen Abgeordneten gegen die Ver-staatlichungsaltion mit und verlangten, daß für den Fall des Zustandekommens der Aktion, ähnlich wie dies seinerzeit bei der Verstaatlichung der Nordbahn der Fall war, unbedingt Kantelen ausgenommen werden müssen, die zum Schutz des nationalen Besitzstandes der Deutschen notwendig find. Und man las sogar von einer Androhung d er s ch ä r f st e n O p p o f i t i o n, falls diesem Wunsche nicht willfahrt werden sollte I So wird also eine Frage, die man in aller Welt vom rein volks- und oerfehrsrmrtfchaftlichen Standpunkte beurteilen würde, bei uns zu einem Politikum gemacht, bei dem den Tschechen nicht behagt, was die Deutschen als Bedingung verlangen, und umgekehrt in lieblicher Abwechslung. Auf beiden Seiten ist die Frage der Verstaatlichung einfach d i e Frage, wie viel den Deutschen und wie viel den Tschechen Beamte zu-gemeffen werden sollen. Abgesehen davon, daß dieser Krämerstandpunkt, der über jede Aspirantenstelle feilscht und in der Anstellung eines anderssprachigen Nachtwächters eine nationale Gefahr erblickt, einfach abstoßend und lächerlich wirkt, verbindet sich damit die stete Gefahr, ein großes volkswirtschaftliches Werk zu verschleppen und zu hintertreiben. Den Nutzen aus solchen Querellen haben natürlich immer noch die gehabt, denen jeder Fortschritt und jede soziale Gesetzgebung ein Greuel war. Und so konnte man auch im Anschluß an die Nachricht über die nationalen Schwierigkeiten, die in der Verstaatlichungsfrage jetzt wieder aufgetaucht sind, in der letzten „Sonn- und Montagszeitung" lesen, daß in Ungar n. die Schwierigkeiten die sich besonders bei der Uebernahrne der Staatseisenbahn ergeben, mit hämischer Freude verfolgt werden. So heißt es in einem Budapester Telegramm vom 14. d. M.: „Die Verfechter des selbständigen Zollgebietes erhofften, daß die Verstaatiichuugsvorlage» nicht zur parlamentarischen Erledigung gelangen und derAnschluß in Marchegg in den Händen einerPrivatgesellschast verbleiben würde, deren Leiter Herr v. Taussig sich ungarischen Interessen wiederholt sehr zugänglich gezeigthat. Ist die österreichische Regierung im Besitz des Anschlusses von Marchcgg, so werden viele Pläne zunichte, die mit Rücksicht auf die Aktivierung des selbständigen Zollgebietes hier gehegt werden. Darum hofft man noch immer, daß die parlamentarische Verabschiedung der Verstaatlich nngsvorlagen durch die nationalen Gegensätze im österreichischenReichsrat verhindert werden wird.“ Als Jllustratiousfaktmn, wein die nationale Politik, die abwechselnd im „Interesse des deutschen und tschechischen Volkes" betrieben wird/ nützt, wird man auch diese Aeußerung für die Zukunft merken müssen. Es ist auf jeden Fall doppelt verhängnisvoll, eine reine Wirtschaftslage zu einem nationalen Streit- und Schacherobjekt zu machen. Für das Personal der zu verstaatlichenden Bahnen gelten in der Vorlage analoge Bestimmungen wie schon bei den früheren Ucbeniahtnm durch Den Staat, und zwar kommen die §§ 11, 12 und 15 des Gesetzentwurfes in Betracht, die die ausführlichen Bestimmungen enthalten, unter welchen Modalitäten die Ueberleitung der Bediensteten und Angestellten zu erfolgen hat. Darnach wird im Wesentlichen das gesamte, bei den gesellschaftlichen Linien und beim finanziellen Dienste in Verwendung stehende Personal unter Wahrung der von demselben bis zum Tage des UeberemfommenS »der mit Genehmigung der k. k. Staatseisenbahnver-waltung, auch nach diesem Zeitpunkt erworbenen Rechte, ohne Unterschied, ob diese Rechte auf Dienstordnungen oder den sonstigen pragmatischen Normen oder auf speziellen Dienstverträgen, beziehungsweise Dekreten beruhen, vom Staate übernommen. Desgleichen werden von der k. k. Staatsverwaltung dem von ihr übernommenen Personal die Befriedigung der nach Maßgabe der dermalen bestehenden Statuten des Pensions- instituts, beziehungsweise der Statuten des Provisionsinstituts für sich und seine Angehörigen erwachsenden Versorgungs- und sonstigen Ansprüche vollinhaltlich zugesichert. Die k. k. Staatsverwaltung verpflichtet sich weiters, enen derzeitigen oder ehemaligen Bediensteten der ge= Geschäftlichen österreichischen Bahnlinien und des inanziellen Dienstes, denen für den Fall der Aus-cheidung aus dem Dienste oder ihres Todes für sich oder ihre Angehörigen nicht aus dem Peysions-, beziehungsweise Prvvisivnssonds zu bestreitende Versorgungsgenüssen, Gnadengaben, Abfertigungen und dergleichen zugesichert wurden, diese VersorgimgSgemisse, Zuschüsse, Gnadengaben, Abfertigungen und dergleichen unter den gleichen Bedingungen und nach den gleichen Grundsätzen, welche bisher bei den privaten Gesellschaften üblich waren, zu bezahlen, soweit nicht die be-zeichneten Versorgungsgenüsse zc. schon vor dem 1. Jänner 1908 liquid geworden sind. Weiters bleiben die bei den einzelnen Privat# bahnen begründeten Pensionsfonds, Krankenkassen- und Unterstützungsfonds mit ihren Statuten und den eventuellen ergänzenden Normen bestehen, infolange! nicht in der durch die Statuten vorgeschriebenen Weise eine Acnderung eintritt, beziehungsweise wenn und insolange nicht mit Zustimmung der beiderseits Berechtigten eine Vereinigung mit gleichartigen Versorgungs- oder Wohltätigkeitsfonds der k. k. österreichischen StaatsbaHnen zustande kommt. Das wären also in ihren Grimdzügen die Bestimmungen, durch die die Interessen der Bediensteten bei Einverleibung in das k. k. ©taatsbahufchema gewahrt werden sollen. Sie sind im Wesen bei allen drei zur Verstaatlichung kommenden Bahnen gleichlautend und erfahren nur insoweit dem Wortlaut noch von einander abweichende Formulierungen, als sie eben ganz spezielle Einrichtungen, die bei den einzelnen Bahnen bestehen, zum Gegenstand der Rechtswahrung machen. Man darf also erwarten, daß schon in den nächsten Tagen die Vorlage vom Parlament glatt^verabschiedet werden wird, ohne daß sich eine weitere Störung oder Verzögerung durch die nationalen Klippen ergibt. Eine machtvolle Organisation aber wird den Bediensteten und Arbeitern auch für die Zukunft die Gewähr zu bieten haben, daß lückenlos und ohne Rückhalt alles durchgeführt werde, was bei der Verstaatlichung vereinbart wurde! * * * Der Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein, Ortsgruppe Favoriten ü, berief für Dienslag den 1(5. b. M. in das Arbeiterheim eine ö f s e u t I i ch e Ci s e n b a h n er-Versammlung der S t a a t s e i s e n b a h n b e-diensteten behufs Stellungnahme zu der Verstaatlichung ein. Die Bersammlung wies einen derartig großartigen Besuch auf, der lebhaft an die Kampsesperiooe 1907 erinnerte; alle Kategorien der Bediensteten, Arbeiter, Diener und Beamte überfüllten gedrängt den großen Saal und die Galerien. Obmann Genosse V a n y a eröffnete die Versammlung und berichtete zugleich als Personalkommisstons-mitglied über die am 12. 'Dinrz ftattgehabte Tagung dieser Institution, wo die Direktion einfach erklärt habe, nicht alle die vorgebrachten Wünsche deL Personals einer Bewilligung zuführen zu können. Diese Mitteilung erregte lebhafteste Entrüstung unter den Versammelten. Hierauf ergriff Abgeordneter Genosse Tomschik das Wort und führte in feiner durch anhaltenden Beifall öfters unterbrochenen Rede auS, daß seitens der sozialdemokratischen Fraktion des Parlaments im Eisenbahnausschuß sowie im Hause selbst gewiß alles geschehen wird, damit den berechtigten Forderungen beS St. E. G.'PersonalS Rechnung getragen wird. Von seiten des Abgeordneten Genüsseii T o m s ch i k selbst wird im Eisenbahn« auSschuß ein Antrag eingebracht werden, worin gefordert wird, WM" Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 45,000 Exemplaren. "WS G Seite ü «Üls» baß sämtliche bei den k. !. österreichischen Staatsbahnen derzeit bestehenden günstigeren Verhältnisse, besonders die Errungenschaften des letzten Jahres, rückwirkend ab 1. Jänner 1909 noch vor der Verstaatlichung aus das gesamte Personal ausgedehnt werden. (Beisall.) Mit aneifernden Worten, in kommenden schweren Zeiten treu und fest zur Organisation zu halten, sowie mit dem Versprechen, bei der zu erfolgenden Einreihung in das k. I. Schema alles aufznbieten, damit das St. E. G.-Personal vor Schädigung bewahrt bleibe, schloß Genosse Tomschik seine wirkungsvolle Rede. Rauschender Beifall lohnte dieselbe und mit wahrer Begeisterung wurde folgende Nesolutionein stimmig angenommen: Die am 16. Mürz im Arbeiterheim versammelten Bediensteten der St. E. G. nehmen die Aufklärungen des Abgeordneten Genossen Tomschik mit Dank entgegen und ersuchen ihn unter Versicherung des selbstverständlichen Vertrauens, die von ihm verfaßten Anträge im Eisenbahnausschuß auf das energischeste zu vertreten. Die Bediensteten versprechen schon im eigenen Interesse, dem Rus der Organisation in jeder Hinsicht Folge zu leisten. Die Versammelten sprechen dem Sozialdemokratischen Verband des Parlaments das Vertrauen aus und hoffen, daß derselbe die berechtigten Wünsche des Personals immer unterstützen wird. Nachdem Genosse Tomschik noch einige Anfragen in befriedigender Weise beantwortet hatte, wurde diese denkwürdige Versammlung geschlossen. * * ist Neuerliche Vorsprache des Exekutivkomitees der OestcrreichischcnNvrdwcstbahn und Südnorddentschen Verbindungsbahn. Am 16. d. M. sprachen die Exekutivkomiteemitglieder der koalierten Organisationen, und zwar die Vertrauensmänner: Prell, König, Schwab, Chlumetzky, T m e y, B a u e r, P a u l, M ü r t i n, B e l i n a, F e i g l, Jestrcibek und Kindermann, beim Sektionschef Dr. Zehetner neuerdings vor, um die Antwort auf die am 21. Dezember 1908 überreichten Forderungen betreffend die Gewährung der den Bediensteten der k. k. österreichischen Staatsbahnen gemachten Zugeständnisse an die Bediensteten der Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. entgegenzunehmen, beziehungsweise, um die Durchführung dieser Forderungen zu urgieren. Sektionschef Dr. Z e h e t n e r erklärte, daß die Situation auch heute so ungeklärt ist, wie zurzeit der Ueberrcichung der Forderungen, so daß sich daher die Verwaltung zu größeren Reformen nicht entschließen kann. Es ist nur zu wünschen, daß sich der schwebende Zustand bald zu einem fixen gestaltet. Aus diesem Grunde habe er mit Absicht die Per-fonalkommissionssitzungen nicht wie im Vorjahre auf Ende März, sondern aus Ende April dieses Jahres ausgeschrieben, da bis zu dieser Zeit jedenfalls die Situation entsprechend geklärt sein wird. Die Vertreter des Personales nahmen diese Erklärung zur Kenntnis und werden die koalierten Organisationen über die weiteren Schritte entsprechende Beschlüsse fassen. * * Sitzung der Personalkommission der Staatseisenbahn-gesellschast, Sektion Unterbeamte und Diener. Am 12. und 16. Mürz d. I. fanden die Sitzungen der Personalkommission der Staatseisenbahngesellschaft (Sektion Unterbeamte und Diener) statt. Anwesend : Oberinspektor Dr. Mundl als Vorsitzender, Konzipient Zech-meister als Schriftführer. Personalkommissionsmitgliedcr der Sektion Unterbeamte: Krieg, W a n n e n m a ch e r, Weiß, W a n i) a, S ch ü tz n e r, K o p p und Plank; als Experte wurde beigezogen der Wcrkmeisterrevident H ö f e r, von der Sektion Diener: Holler, Pollak, Harzhauser, Jahn, Jenista, Hoffmann, SedlaLek und Gradinger. Tie Tagesordnung lautete: Eventuelle Mitteilungen und eventuelle Initiativanträge. Beide Sektionen hatten getrennt die Forderungen betreffend die Gewährung der den Bediensteten der k. k. Staatsbahnen gemachten Zugeständnisse, wie selbe auf der Konferenz der Vertrauensmänner der Bediensteten und Arbeiter der St. E. G., welche am 8. November 1908 in Böhmisch-Trübau stattgesunden hat, als Initiativanträge eingebracht. (Diese Forderungen sind in der Nummer 36 des „Eisenbahner" vom 20. Dezember 1908 zum Abdruck gebracht.) Nach der üblichen Begrüßung seitens des Herrn Vorsitzenden gab derselbe der Meinung Ausdruck, daß der Zeitpunkt der Tagung der Pcrsonalkoinmission mit Rücksicht auf die mit ziemlicher Sicherheit zu erwartende Verstaatlichung ungünstig ist, die Einberufung der Personalkommission zu der Sitzung jedoch mit Rücksicht auf die Bestimmungen des Personalkommissionsstatuts _ erfolgen mußte. In beiden Sektionen wurde folgende einstimmig angenommene Erklärung abgegeben: „Tie Sektion Untcrbeamte (Diener) stellt den Antrag, daß alle Zugeständnisse, die den Bediensteten der k. k. Staatsbahnen gemacht wurden sowie alle für die Bediensteten der k. f. Staatsbahnen bereits bestehenden Verbesserungen noch vor der Verstaatlichung auch bei der Staatseisenbahngesellschaft durch-geführt werden, um so mehr als Se. Exzellenz der Herr Eisenbahnminister Dr. v. Derschatta und sein Nachfolger, der SektionSches Dr. R. u. Forst er den Deputationen, welche diesbezüglich im Eisenbahnministerium vorsprachen, erklärten, daß sie dagegen nichts einzuwenden haben, wenn die Verwaltung der Staatseisenbahngesellschaft noch vor der Verstaatlichung ihrem Personal Zugeständnisse macht, die das Schema der k. k. Staatsbahnen nicht überschreiten. Die Personalkommissionsmitglieder stellen das höfliche Ersuchen, diesen Antrag dem hohen k. £. Eiscnbahnministerium zur Genehmigung vorzulegen." Sodann wurde die Sitzung vom Vorsitzenden für geschlossen erklärt. _______________ Verbesserungen an Lokomotiven zur Förderimg der Gesundheit und Leistuugs-frthißt'eit des Personals. Der Lokomotivfahrdienst im Eisenbahnbetriebe stellt, wie langjährige Erfahrungen gezeigt haben, so hohe Anforderungen an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit des Personals, daß ein außergewöhnlich schneller Verbrauch der Kräfte und damit Dienstunfähigkeit in verhältnismäßig kurzer Zeit im Vergleich zu anderen Berufsarten Eintritt. Die Ursachen dieser Erscheinung sind zum nicht geringen Teil in den örtlichen und räumlichen Verhältnissen zu suchen, unter denen Führer und Heizer ihren anstrengenden Dienst auszuführen haben. Ein Vergleich mit den bei neuen Packwagen oft mit einem geivissen Luxus eingerichteten und verschwenderisch mit allen Bequemlichkeiten ausgestattcten Zugführerabteilen zeigt sofort, wie verschieden in dieser Beziehung verfahren wird. Man stelle sich daneben den Führerstand einer modernen Lokomotive vor; da ist wahrhaftig nicht viel für die Bequemlichkeit des Personals getan. Eine Lokomotive ist selbstverständlich keine Putzstube, aber etwas mehr Berücksichtigung dürfte doch den gesundheitlichen Anforderungen geschenkt werden können. Derartige Verbesserungen liegen nicht nur im Interesse des Personals, sondern auch die Verwaltungen selbst würden davon hen größten Nutzen haben. Lokomotivführer und Heizer verrichten ihren Dienst in der Hauptsache stehend, teils, weil das Sitzen während der Fahrt von den Vorgesetzten oft nicht gern gesehen, beziehungsweise verboten ist, teils, weil auch die vor- ZleuiCeton. Eins Schilderung aus dem Jahre 2000. Bon einem Verschieber. Wir schreiben bas Jahr 2000 nach Christi Geburt. Eine Zeit, wo daS Zufußgehen eine derartige Seltenheit war, daß, wenn man auf einen armen Teufel von Fußgeher stieß, das Auto oder die Flugmaschine anhielt und man das Wesen, das sich kümmerlich auf Schusters Rappen fortbrachte, anstaunte, wie vor 100 Jahren der friedliche Passant das stinkende Töff-Tüff, recte Automobil, bewundert haben würde. Die Bahnen durchkreuzten die Lander, wie die Elektrische die Stadt Wien vor 100 Jahren. Auch im Reiche der Hottentotten entschloß man sich, Bahnen zu bauen, um Handel und Wandel zu beschleunigen. Sogar die Kostenüberschreitungen ähnelten denen beim Bau der Alpenbahnen seinerzeit in Oesterreich. Man bestellte sich auch einen Eisenbahnminister vom Ausland. Die Bahnen sicherten dem Hottentottischen Budget eine nette Summe an Ueberschuß, von dem man die Schnellfeuergeschütze ratenweise bezahlte, denn im Jahre des Fortschrittes konnte man in puncto Bogen und Pfeile nicht als Großmacht konkurrieren, weil im Jahre 2000 die Großmächte nach der Anzahl der in einer Minute abgegebenen Schüsse, natürlich auch um die Ecke, rangiert wurden. Die Geschichte wäre nun eigentlich zu Ende, wenn es bei den Hottentottischen Staatsbahnen nicht auch Bedienstete gegeben hätte. Da der Eisenbahnbedienstete, und wenn man gleich das Jahr 3000 schreiben würde, eS noch nicht so weit gebracht hat, für das allgemeine Staatswohl sich den Magen, als überflüssigen Körperbestandteil, plombieren zu lassen, so zwickte ihn wie die anderen immer noch der Hunger. In puncto Entlohnung waren sie, dank der Fürsorge des hottentottischen Eisenbahnministeriums, an derselben Stelle wie vor 100 Jahren ihre europäischen Kollegen. Sie mußten auch Schulden machen. In der Hauptstadt kam es sogar so weit, daß die dortigen Greisler und Kaufleute wegen der nichtbezahlten Schulden, welche die Eisenbahner bei ihnen machten, demonstratio zum Eisenbahnminister gingen und dort energisch die Bezahlung derselben forderten. Der Minister war empört über den Leichtsinn der Bediensteten, da nach seinen handenen Sitzgelegenheiten für ein bequemes Niederlassen nicht bestimmt oder nicht geeignet und die zu bedienenden Vorrichtungen vom Sitz aus nicht zu erreichen find. Von einem'wirklichen Ausruhen des Körpers kann daher keine Rede sein. Dazu kommen die oft recht heftigen Stöße und Erschütterungen und das ohrenbetäubende Geräusch der Maschine, so daß die notwendige Verständigung zwischen Führer und Heizer oft nur durch Zeichen möglich wird. Im Sommer trägt noch die strahlende Hitze des Kessels und im Winter die .Kälte im Rücken und an den Füßen dazu bei, den Aufenthalt im Führerhaus der Lokomotiven so unangenehm wie möglich zu machen, und dabei ist diesem Personal in erster Linie die Sicherheit des Zuges wahrend der Fahrt anvertraut. Der Zugführer aber sitzt oder liegt, wenn er keine anderen Arbeiten hat, als „den Zuq zu führen", auf den Lederpolstern und genießt alle Vorzüge und Bequemlichkeiten eines Reisenden. Ich bin der letzte, der ihm dieS nicht gönnen würde: es ist auch vom betriebstechnischen Standpunkt durchaus richtig, daß man durch alle solche Bequemlichkeiten das Personal möglichst für den Dienst frisch erhalten will, aber dann sollte man diesen Grundsatz auch erst recht auf das Lokomotivpersonal anwenden. Es ist eine auffallende Erscheinung, daß die Führer " fast aller sich auf Gleisen bewegenden Fahrzeuge ihren Dienst stehend verrichten müssen. Die Art des Antriebes ist dabei gleichgültig; sowohl der frühere Pferdebahnkutscher, wie der moderne Führer der elektrischen Straßenbahnwagen und der Lokomotivführer stehen, während der Omnibuskutscher und der Automobilführer sitzen. Bei den ohne Gleis laufenden Fahrzeugen ist der feste Sitz des Führers natürlich wegen der Häufigkeit plötzlicher Richtungs-ündernngen unbedingt erforderlich, es liegt jedoch kein Grund vor. bei den Gleisfahrzeugen dies nicht auch zu gestatten. Es dürfte wohl keinem Zweifel begegnen, daß der Führer eines modernen schnellsahrenden Automobils einen noch höheren Grad von Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart zeigen muß, als der Führer einer Schnellzugslokomotive, denn er muß sein Fahrzeug außer der Regelung der Geschwindigkeit auch noch auf den rechten Weg lenken und auf jedes neu auftauchende Hindernis acht geben, wahrend die Lokomotive ihren Schienenweg von selbst verfolgt und dort sehr selten einmal unerwartete Hindernisse vorfinden kann; dafür sind jedoch die Werte an Gut und Leben, für welche der Lokomotivführer die Verantwortung trägt, unverhältnismäßig höher. Es herrschte früher die Ansicht, und man findet sie auch jetzt noch oft vertreten, daß durch die stehende Haltung die Aufmerksamkeit des Lokomotivführers lebhafter erhalten würde und im Sitzen die Anspannung der Sinne leichter nachließe. Diese Ansicht wird jedoch weder durch Versuche noch durch die Erfahrung bestätigt. Gerade das Beispiel der modernen Kraftfahrzeuge lehrt das Gegenteil, und cs ist viel eher nnzunehmen, daß der Geist durch körperliches Unbehagen von angestrengter Aufmerksamkeit abgelenkt wird. Es hat bisher auch noch niemand die Ansicht ausgesprochen, daß die Automobilunfalle durch das Sitzen der Führer veranlaßt würden. Da die Tätigkeit des Lokomotivführers hauptsächlich in strengster geistiger Anspannung besteht, sollte man ihn von körperlichen Anstrengungen und Unbequemlichkeiten tunlichst befreien und in erster Linie dafür sorgen, daß er seinen Dienst sitzend,verrichten kann. Dadurch würde noch der weitere Vorteil erreicht werden, daß die großen Schädigungen, welche bei stehender Haltung durch die Stöße der Maschine wegen des Mangels elastischer Zwischenmittel auf den Körper und seine Organe ausgeübt werden, wenn nicht ganz verschwinden, so doch erheblich gemildert werden. Der Sitz müßte mit Lederpolster und Kreuzstütze oder niedriger Rückenlehne versehen sein, damit auch ein wirkliches Ruhen des Körpers möglich wird. Das gleiche wäre auch für den Heizer anzu- europälschen Begriffen nur den Beamten und Offizieren das Schuldenmachen gestattet war und er beschloß, die Betreffenden zu bestrafen. Nach abgehaltenem Rat kam man zu dem Entschluß, die Bediensteten mit hohen Geldstrafen wegen leichtsinnigen Schuldenmachens zu belegen. Daran dachte man aber nicht, daß die eigentliche Ursache, der geringe Lohn, der Antrieb zum Schuldenmachen war. Solches Vorgehen ging denn auch den Hottentotten über die Hutschnur. Sie beschlossen, sich zu organisieren und sich dadurch unter allen Umständen ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen. Da man selbst im Jahrhundert des Fortschrittes noch nicht in der Lage war, solche Vorschriften zu machen, welche mau nicht zu übertreten brauchte, um den Verkehr aus der normalen Höhe zu erhalten, so hatte man als wichtiges Kampfmittel immer noch die passive Resistenz. Als sie sich stark genug fühlten, beschlossen sie, durch ein Komitee, welches aus Vertretern der verschiedenen Kategorien bestand, dem Minister ein Memorandum zu überreichen, in dem klipp und klar die Forderungen der Bediensteten enthalten waren. Um in dem ausblühenden Staate schwere wirtschaftliche Schäden zu vermeiden, gab der Minister dem Drucke nach und verlangte vom Parlament die Summe, welche er zur Bedeckung für Ausbesserungen brauchte, die durch das Fehlen der deutsch-nationalen und christlichsozialen Parteien auch bewilligt wurde. Die Aufbesserung wurde im beschleunigten Tempo verlangt und auch durchgeführt, weil die damit betrauten Beamten nicht länger als zwei Stunden täglich beschäftigt waren. Die Bediensteten kamen zu dem Einsehen, daß sie solches nur ihrer guten Organisation zu verdanken hatten und hielten fest zu ihr. Nur eine Kategorie war stiefmütterlich bedacht und zwar der Verschub. Unter diesem Dienstzweige herrschten noch Begriffe, die einen Zusammenschluß in jeder Weise erschwerten-Der eine gab vor, daß ihn dieser oder jener Vorgesetzte einmal rapportierte, dem anderen war der Beitrag zu hoch, der dritte sagte, was er früher nicht gehabt, brauche er jetzt auch nicht, und die meisten dachten sich jedenfalls, wenn die Schüssel am Tisch, so werden auch sie davon essen. Mit dem Strome schwimmend erreichten sie freilich etwas, aber durch ihre eigene Kraft nichts. Die wenigen Verschieber, die organisiert waren, boten dem Vertreter nicht den nötigen Rückhalt, und bescheiden mußte er nehmen, was man gab. Jetzt aber ging selbst den hotten-tottischen Verschiebern ein Licht auf und sie suchten und fanden die Gesamtorganisation. Mit Hilse ihrer Vertrauensmänner wurde sic in einigen Jahren so weit ausgebaut, daß sie getrost in ihre Hände die Forderungen legen konnten. Eine zum Minister gesendete Deputation mußte ihm erst den Begriff „Verschub" erläutern. Sie wies ihm nach, daß gerade das Verschubpersonal am meisten gezwungen wird, die Instruktion zu übertreten, wodurch der Verkehr beschleunigt wird und so die Verwaltung großen Nutzen hätte. Auch an der Hand von Beweisen wiesen sie ihm nach, daß so und so viel Krüppel infolge der vorschriftswidrigen Verschiebung herumgehen, daß außerdem die meisten Unglückssülle tödlich wären. Sie stellten den Minister vor die Alternative, daß er im Falle der Abweisung ihrer gerechten Forderungen die Konsequenzen zu tragen hätte. Außerdem Stangen aus vielen Versammlungen die Notschreie und die Ungeduld deS Verschub-personales zu ihm, welche ihn zum Prüfen der Forderungen veranlagten. Der Erfolg blieb nicht aus und jeder einzelne kam zur Einsicht, was mit einer zielbewußten Organisation zu erreichen ist. Durch Schaden war man klug geworden. Dieses Sprichwort konnten die hottentottischen Verschieber mit Recht zitieren. Nachblätternd in der Geschichte der österreichischen Eisenbahnerorganisation fand ich, daß im Jahre 1909 genau dieselben Zustände beim Verschub herrschten, wie im Jahre 2000 bei den Hottentotten. Und heute liegen sich die österreichischen Verschieber wegen Kleinigkeiten in den Haaren. Jeder kleinste Umstand wird zum Fernbleiben von der Organisation benützt. Ja, einer war schon so weit, sich zu organisieren; weil ihm aber sein Kollege, welcher ihm aufklärte und animierte zum Beitreten, die Pfeife auf den zusammengekehrten Fußboden hinklopfte, da er die Zimmertour in der Verschieberkaserne hatte, wurde aus * dem halbgewonnenen Kollegen der größte Feind der Organisation. Der größte Philosoph wäre nicht imstande, durch seine Redckraft ihn in die Organisation zu bringen. Und heute im Jahre 2009 nach Christi Geburt sind jedenfalls noch dieselben Zustände unter den Verschiebern der österreichischen Staatsbahnen. Was die Hottentotten im Jahre 2009 zustande brachten, konnten die Verschieber im Jahre 1909 schon lange haben. Solches dachte ich mir bei dem Lesen der Berichte und Ueberlieferungen aus der österreichischen Eisenbahnerorganisation im Jahre 1909. Da sind die halbwilden Kollegen aus dem Hottentottenlande doch bessere Menschen! _______________ DM- Sorget dafür, daß der „Eisenbahner" auch vom reifenden Publikum gelesen werde! Nr. 9 m9** Gtsendahne».- Seite 3 streben. Der Sitz mutz ferner jo hoch gelegt werden, daß sie Strecke ungehindert übersehen werden kann. Um das Personal den Erschütterungen der Maschine zu entziehen, könnte man sogar noch weiter gehen und die Sitze auf den gut abzujedernden Tender verlegen, waS sich ohne bauliche Schwierigkeiten in vielen Fällen ausführen liehe. Es mühte nur der Zugkasten so nahe wie möglich an die Hintere Kesselwand herangeschoben und dann Realerhebel, Steueru-gskurbel, Strahlpumpengriffe u. s. w. so gelegt und eingerichtet werden, datz sie von dort aus bequem erreichbar sind. Dadurch würde noch der weitere Vorteil entstehen, daß das Personal seinen Stand nicht mehr in unmittelbarer Nähe des heißen Keffels hat, was besonders im Sommer nicht zu den Annehmlichkeiten zählt. Die Lokomotive dient ja dem Personal nicht nur während der Fahrt zum Aufenthalt, sondern es tritt auch sehr häufig der Fall ein, bah sie während der Dienstpausen nicht verlassen werden kann. Damit berühre ich einen Punkt, der ebenfalls erheblich dazu beiträgt, die Gesundheit des Personals zu schädigen. Das Führerhaus der Lokomotive in feiner jetzigen Bauart zeigt in gesundheitlicher Beziehung für das Personal schwere Mihslände. Im Sommer tft es die strahlende Hitze des Kessels, besonders bei Stillstand der Maschine, im Winter die Kalte, die im Rücken und an den Füßen den unangenehmsten Gegensatz dazu bildet. Um die Kohlen vom Tender zu holen, muß der von der anstrengenden Arbeit erhitzte Heizer den Schutz des Führerhauses verlassen, was besonders bei Negenwetter, Sturm und Schneetreiben häufig zu den schwersten Erkältungen Veranlassung gibt. Obgleich das Personal diese Zustände als unabänderlich hinnimmt, dürsten sie doch kaum geeignet fein, die Dienstfreudigkeit zu erhöhen. Die Führer-stände sind vor allen Dingen zu klein, zu eng und zu niedrig. In der Höhe müßte das verfügbare Profil vollständig ausgenutzt werden. Das Dach wäre am besten als Doppeldach auszuführen und mit großen und wirksamen Lüftungsaufsätzen zu versehen. Um die strahlende Hitze des Kessels zu verringern, mußte die Feuertürwand des Kessels mit der Borderwand des FührerhauseS möglichst in gleicher Ebene liegen, der Kefsel dürste a(:o nicht wie bisher oft weit ins Führerhaus hineinragen. Dadurch würden auch die beide» unzugänglichen Schmugecken zu jeder Seite des Kessels verschwinden Ferner müßten sämtliche würmeaus-strahlenden Teile des Kessels und der Armatur mit schielten Wärmeleitern bekleidet weroen, wie dies bei neueren Maschinen bereits probeweise zum Teil geschehen ist. Alle heißwerdenden Handgriffe dürfen nicht aus Metall bestehen. Im Führerhause selbst wären nur die dort durchaus erforderlichen Armaturteile und Vorrichtungen unterzubringen ; bei vielen wird es genügen, nur die Handgriffe dort zu haben, während die Vorrichtungen selbst und besonders die langen unter Dampf stehenden Rohrleitungen außerhalb liegen Dadurch würden die Führerstände an Übersichtlichkeit nur gewinnen, die jetzt bei modernen Maschinen sehr häufig vermißt wird. Es wäre Sache des Erbauers, hier die bessernde Hand anzulegen und einmal mit alten lieben Gewohnheiten zu brechen. Außerdem müßten die Führerstande sämtlich Rückwände mit Dächern erhalten, und zivar nicht, wie bereits auf einzelnen neueren Mafchmcn, unmittelbar hinter dem Rücken des Führers und Heizers, es müßte vielmehr ein entsprechender Teil des Tenders mit hinzugenommen und derartig aus-gebildet werden, daß ein größerer einigermaßen abgeschlossener Raum entsteht. Zur Verbindung der Dächer von Ma|chine und Tender könnte vielleicht die Bauart der Faltenbälge Verwendung finden. Dadurch würde das Per-onal auch bei vorkommenden Rückwärtsfahrten, wie sie a beim Rangieren und auch sonst bisweilen unvermeidlich itid, besser gegen Witterungsunbilden geschützt sein. Der eine, durch den Lustzug ausgewirbelte Kohlenstaub würde nicht mehr das ganze Führerhaus erfüllen, so daß ein Nässen der Kohlen vielfach unterbleiben könnte. Seitenwände und Rückwand wären erforderlichenfalls am Fußboden mit Dampfheizung zu versehen. Die Kohlen des Tenders könnten durch eine größere Oeffnung in der Rückwand, die mit senkrechtem Schieber auSzurüften wäre, zugänglich gemacht werden, wie dies auch bei Tendermaschinen geschieht, fo daß der Heizer den Schutz des Führerhaufes nicht zu verlassen braucht. Die Rückwand mutz auf beiden Seiten mit entsprechenden Fensteröffnungen versehen werden. Die Fenster, überhaupt in der Vorderwand, können nicht groß genug [ein und müssen tunlichst ungehinderten Ausblick gewähren. Auch die Nachtbeleuchtung des Führerstandes ist selbst bei neuesten Lokomotiven recht mangelhaft. Man geht da von der allerdings zutreffenden Ansicht aus, datz ein durch Helles Licht geblendetes Auge das Dunkel auf der Strecke schlecht zu durchdringen vermag. Es kommt also nur darauf an, die Gegenstände im Führerhause so zu beleuchten, daß das Auge nicht geblendet wird. Am besten ließe sich das durch zwei Lampen, je eine über dem Stande, beziehungsweise Sitz des Heizers und des Führers, erreichen, die so abzublenden wären, daß sie weder selbst noch von ihnen hellbeleuchtete Teile vom Standpunkt des Personals aus in den dunklen vorderen Fensterscheiben sich spiegeln. Das ohrenbetäubende Geräusch innerhalb der Führer-äuser müßte mit allen verfügbare» Mitteln wenn nicht eseitigt, so doch erheblich verringert werden. Alle losen oder beweglichen Teile wären nötigenfalls unter Verwendung elastischer Zwischenlagen so feftzulegen, dah ein Klappern nicht möglich ist. Dadurch, daß das Führerhaus von allen dort nicht unbedingt erforderlichen Teilen befreit wird, würde auch in dieser Beziehung Besserung ein-treten. Zum Schluffe wären noch einige technische Verbesserungen anzusühren, die zur Entlastung des Personals nicht unwesentlich beitragen würden. Dazu gehört in erster Linie die selbsttätige Rostbeschickung, für die es allerdings zurzeit noch an wirklich brauchbaren, betriebssicheren Einrichtungen für den Lokonwtivdienst fehlt. Meines Erachtens wäre ein Versuch mit der Unterschubfeuerung zu empfehlen, die am besten den zu stellenden Anforderungen entsprechen dürfte. Eine erhebliche Rauchverminderung würde die weitere Folge sein. Die Schmierung der Lokomotiven erfordert ebenfalls viel Arbeit und Sorgfalt. Die auf diesem Gebiete gemachten Fortschritte in der Zentralisierung sind für Lokomotiven bisher fast unbeachtet geblieben. Was sich für Schiffsmafchinen und Automobile bewährt, dürfte sich unter entsprechenden Aenderungen auch für Lokomotiven verwerten lassen. Für Kolben und Schieber sind ja bereits fast allgemein Sichtöler eingeführt, die aber von Vollkommenheit noch weit entfernt sind. Am geeignetsten dürften hier Schmierpressen sein, deren Kolben noch unter dem Dampfdruck im Schieberkasten steht, so daß die Oelzusuhr dem wirklichen Bedürfnis der Maschine entsprechend erfolgt, wie sie bereits versuchsweise eingeführt sind. Die Schmierung vieler Teile dürfte am besten mit Starrschmiere erfolgen, die vor dem jetzigen Verfahren erhebliche Vorzüge auf weift. Die jetzige Schmierung bedingt einen unverhältnismäßig hohen Oelverbrauch, da das meiste Del durch die schnelle Bewegung der Gestänge herausgeschleudert wird und seinen Zweck verfehlt. Die Folge ist, daß die Schmierung bei jeder Gelegenheit wieder erneuert werden muh. Wenn die Dochte nach Beendigung der Fahrt oder wahrend der Pausen nicht sofort herausgenommen werden, geht die Schmierung natürlich ununterbrochen weiter, obgleich gar kein Bedürfnis uorfiegt. Die Stände der Maschinen in den Schuppen und aus den Bahnösen sind daher völlig mit Oel getränkt und nach jeder.Fahrt sind die Stangen und sonstige Teile oft fo mit Oel überzogen, dah sie erst wieder gründlich gesäubert werden müssen. Die Oel-fchmiermtg ist bei feststehenden Maschinen, wo der größte Teil des Oeles wiedergewonnen und wiederoerwertet werden kann, wohl sparsamer, aber das ist bei Lokomotiven doch vollkommen ausgeschlossen. Alle diese Uebel-stände dürften bei Verwendung von Starrschmiere mit einem Schlage verschwinden. Die Konstruktion geeigneter Vorrichtungen mußte natürlich den besonderen Bedürfnissen des Lokomotivbetriebes angepaßt werden. Wo Starrschmiere nicht verwendbar ist, dürfte sich ebenfalls Zentralschmierung ermöglichen lassen. Um das Führerhaus nun auch dauernd sauberer zu halten, muß das Austreten von Rauch aus der Feuertür durch entsprechende Verbesserung der Rciuchverzehrungs-eimichtmtg verhindert werden. Ferner darf das Ausschlacken nicht mehr durch die Feuertür erfolgen, sondern durch den Aschkasten, waS sich durch Einbau eines Teilkipprostes be-auem ausführen läßt. In einem solchen geräumigeren Führerhanse würden sich dann auch leicht geeignete Einrichtungen zur Unterbringung der Wüsche und der Kleider und Eßvvrräte fowie eine Vorrichtung zum Kochen und Wärmen der Speisen mit Dampf oder Gas anbringen lassen, wie sie in den Packwagen als selbstverständlich betrachtet wird. Die Schaffung einfacher Wafcheinrichtnngen für kaltes und warmes Wasser dürfte für die Folge ebenfalls als erforderlich anzusehen sein. Es war weniger beabsichtigt, mit diesen Zeilen bestimmte Vorschläge zu machen oder Forderungen zu stellen, sie sollten vielmehr nur dazu dienen, Anregungen zu geben und im Zusammenhang auf einige Punkte hinzuweifen, die bei der weiteren Entwicklung des Lokomotivbaues vielleicht der Berücksichtigung würdig find. „Z. d. V. v. E. V“. Konferenz der organisierten Lokomotivführer imb Heizer der k. k. Staatsbahneu nrrd der k. k. Nordbahn. Die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Ge-werkschastsoereines für Oesterreich hatte mit Rücksicht darauf, daß bei der letzten Zentralpersonalkommissionssitzung wegen Aufteilung der 30prozentigen Erhöhung der Fahrgebühren keine endgültigen Beschlüsse gefaßt wurden und unter oetn Lokomotivperfvnal wegen der Erledigung dieser Frage mehrere Meinungsverschiedenheiten bestanden, für Mittwoch den 3. März I. I. ins Arbeiterheim, Wien, X. Gartensaal, eine Konferenz der organisierten Lokomotivführer und Heizer der k. k. Staatsbahnen und der k. k. Nordbahn mit folgender Tagesordnung einberufen: 1. Die Aufteilung der bOprozeiitigen Erhöhung der Fahrgebühren der Lokomotivführer. 2. Die Erhöhung der Fahrgebühren der Heizer. 3. Die Verbesserung der Automatik, welche vom Eisenbahn-ministerrum zugestanden wurde. 4. Eventuelles. Zu oer Konferenz wurden ans 47 Ortsgruppen 64 Delegierte entsendet. Bon der Zentrale des Allgemeinen Rechtsfchutz-und Gewerkschaftsuereincs für Oesterreich waren anwesend Reichsratsabgeordneter Genosse T o m s ch i k, ferner die Genossen Dufek, W a b i t f ch und Adolf M ü 11 e r. Das Prager Sekretariat war durch Genossen Brodeeky vertreten. Vom Zentralansschuß der Personalkommislionen waren erschienen: Genosse Fritz Preiß als Referent. Nach Eröffnung der Konferenz wurden folgende Genossen in das Präsidium gewählt: Franz Schimon als Vor- § endet, Ludwig Konrad als Stellvertreter und Otto e i f e t i zum Schriftführer. Nach Verlesung mehrerer Schreiben wurde in die Tagesordnung eingegangen und erstattete Zentral-Personalkommifsionsmitglied GenosseFritz Preiß zum ersten Punkt der Tagesordnung das Referat, welches wir hier im Auszug folgen lassen. Genosse Preiß führte aus: Wcmi wir heute über die Regelung der Fahraebühren der Lokomotivführer und Heizer beraten und Beschlüsse fassen sollen, ist es notwendig, die Entwicklung zu verfolgen, die diese Angelegenheit genommen hat. Insbesondere ist es notwendig, die Forderungen zu resümieren, die das Lokomotivpersonal in dieser Richtung hin stellte. Im Jahre 1896, in den Tagen vom 22. Bis 24. März fand in Wien der Erste österreichische Eisenbahner-kongretz statt, und dort ivar cs, wo zum ersten Male in der breiteren Oessentlichkeit Stellung zu dem Prinzip der Moineter-und Stundengelder genommen wurde. Wenn wir das Protokoll dieses Kongresses dnrchgehen, finden wir, daß im Punkts III, die Abschaffung des Akkords, der Prämien, Kilometer» und Stundengelder gefordert wurde. Die Kollegen — Genossen konnte man damals wohl nicht sagen — die als Vertrauensmänner ihr Urteil in der Sache abzugeben hatten, haben sehr richtig erklärt, daß jede Form der Prämie sür das Personal schädlich sei, weil die Prämie die Geißel ist, die uns dazu zwingt, Dienst zu machen, ohne Rücksicht aus unser Leben und unsere Gesundheit, und ohne Rücksicht auf die Sicherheit des Verkehrs, es ist die Peitsche, die alle schlimmen Instinkte entfesselt. Der sozialdemokraMche Gesetzentwurf, der vom Genossen Dr. Verkauf am 21. März 1898, also zwei Jahre nach dem denkwürdigen Kongreß im Abgeordnetenhaus eingebracht worden ist, schloß sich der Forderung des Kongresses an. Im §10 des Entwurfes wird die Pauschalierung gefordert, die für die Beamten des Maschinenpersonals überdies ein Verdienstminimum sestseyt, und zwar sür den Lokomotivführer 140, für den Heizer 100 Kr. per Monat. Der erste Kongreß der Lokomotivführer und Heizer, der im August 1898 in Prag tagte, forderte in voller Uebereinstimmung mit den früher gefaßten Beschlüssen die Pauschalierung, und fetzte die Sätze für die einzelnen ZugSgattungen fest. Die Details dieser Beschlüsse kann ich Ihnen la'ersparen. Alle späteren Konferenzen, die sich mit dieser Angelegenheit zu befassen hatten, erklärten immer wieder, auf Der Forderung der Pauschalierung zu beharren. Aber, Genossen, nun darf ein wichtiges Moment nicht übersehen werden, unsere Genossen, ganz genau so wie die indifferente» Eisenbahner haben sich in der ganzen Zeit bis zum Jahre 1905 in erster Linie damit beschäftigt, Forderungen aufzustellen und zu formulieren, wer dabei am meisten verlangte, war auch der beste Vertreter seines Standes. Der viel wichtigere Teil der Sache, nämlich wie die Forderungen zu realisieren sind, blieb von dem allergrößten Teil des Personals unberücksichtigt, man verlangte einfach und überließ cs dem lieben Herrgott, es auch durchzusetzen. Erft im Jahre 1905 setzte — durch die Steigerung der Not bedingt — die passive Resistenz ein. Erst damals wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt. Es würde den Nahmen der heutigen Konferenz weit überschreiten, wollte ich Ihnen die Sache näher auseinander-setzen; Tatsache ist, daß sich die Regierung damals über Einschreiten unserer Organisation und der sozialdemokratischen Abgeordneten verpflichtet hatte, innerhalb drei Jahre die Forderungen der Eisenbahner zur Durchführung zu bringen. Nun wissen Sie ja alle, daß kurz vor Ablauf dieser drei Jahre für die Aufbesserung der Bezüge der Eisenbahnbediensteten 10 Millionen Kronen zur Verfügung gestellt wurden, die nach langwierigen Verhandlungen des Exekutivkomitees auf 14 Millionen Kronen erhöht wurden. Von dm 14 Millionen Kronen entfallen 3 Millionen zur Regelung der Fahrgebühren des Lokvmotiv-und Zugbegleit imgspersonals. Dieser Betrag entspricht ungefähr einer LOprozentigen Erhöhung. Im Dezember vorigen Jahres tagte nun hier in Wien eine Sitzung des Zentralausswusses, die über die Verteilung des zur Verfügung gestellten Betrages zu entscheiden hatte. Ich muß hier vorausschicken, daß bas Eisenbahnministerium auf das bestimmteste erklärt hat, eine Beibehaltung der 30(>r o zentigen Erhöhung würde von ihrer Seite nicht akzeptiert werden. Sollten sie. Genossen, dafür durch denBcschluß eintreten, daß das heutige Provisorium aufrecht bleibt, dann wird den Vertkilnngsmodus eben das Eisenbahnministerium bestimmen. Wir haben also nur zu entscheiden, obwirimstandesind, eine möglichst gerechte Austeilung selbst zu macken oder nicht, die Frage der 30prozentigen scheidet ganz au S. Was die Regelung der Fahrgebühren selbst anbelangt, gibt es drei Meinungen: 1. 30 Prozent, 2. Einführung reiner Stundengelder an Stelle des bisherigen Systems, und 3. kombiniertes Stiftet«. Der erste Punkt ist erledigt. Was die Einführung von reinen Stundengeldern, die vom böhmischen Führerverein aus» geht, anbelangt, anerkenne ich, daß sich Herr Kuöer« große Mühe gegeben hot, daß er der einzige ist, der sich überhaupt eingehender mit der Sache besaßt und tiefer in die schwierige Materie emgedrurtgen ist. Seine Berechnungen — die bei dem fehlen offizieller Daten nur approximative sein können — find urchschnittsberechnungen. Die Höhe der Sätze, die für die Leistungen bei den einzelnen Zugsgruppen vorgeschlagen werden, übersteigen weit den Rahmen der 30 Prozent. Ich habe selbstverständlich nichts dagegen, wenn ivir mehr bekommen, bin aber andererseits fo ehrlich zu sagen, wir bekommen es nicht. Es märe eine arge Selbsttäuschung, wollten wir für eine Regelung Midieren, die nach Lage der Dinge aussichtslos ist. Sie werden doch zugeben, daß das Eisenbahnministerium ein Faktor ist, der ein sehr gewichtiges Wort in der Angelegenheit dtemzureden hat. Aber auch dann, wenn wir die einzelnen Sntzc an und für sich nehmen, sehen wir, daß damit gar feine Regelung erfolgt, vielmehr das Unrecht von der einen Seite einfach auf die andere Seite geschoben wird. Ich werde Ihnen das beweisen. Nach der Ausstellung des böhmischen LokoniotivsührervereineS würde gezahlt für je eine Stunde, Schnellzug 55 H.. Personenzug 50, Gütern!- und gemischte Züge 45, schließlich für Güterzüpe ito O. Nun kann ich Ihnen an der Hand der offiziellen Turnusse nach-weiscn, daß beim Schnell- und Pcrsonenzugsbienst bezüglich der Zeitdauer der Dienstleistungen sehr große Schwankungen Vorkommen. Wir haben Schnellzugsturnusse,wo dieLokomotivsührermit 170 Dienststundet! per Monat 7460 Kilometer (gezahlte), wieder andere ebenfalls SchncllzugSsührer, die mit 305 Dienststunden aber nur 2866 Kilometer erreichen können, ohne daß sie ettva mit geringerer Durchschnittsgeschwindigkcit fahren wie die erstgenannten. Nun sage ich ganz offen, daß ein Mann, der sechs Stunden lang mit 80 oder gar 90 Kilometer Geschwindigkeit fährt, in dieser Zeit eine ganz andere körperliche und seelische Leistung vollbringt als jener, der in derselben Zeit von einer Drehscheibe zur anderen führt. Die Erfahrung zeigt uns, daß überall dort, wo lange, durchlausende Strecken zu befahren sind, in relativ kurzen Zeiträumen eine große Anzahl Kilometer erreicht werden kann, daher die Zahl der Dienststunden per Monat bei den anstrengendsten Leistungen die kleinste ist. Wenn sie nun reine Stundengelder einsichren, so werden die Lokomotivführer, die lange horizontale Strecken zu befahren haben, ganz bedeutend in ihrem derzeitigen Verdienst geschädigt und mit dem Lokomotivführer naturgemäß auch der Heizer. Ferner ist in dem Entwurf des böhmischen Lokomotivführervereines mich vorgeschlagen, datz auf Gebirgsstrecken für die Stunde ein Zuschlag von 15 Prozent gegeben wird. Da» ist gerade das verkehrte. Wenn sie dem Lokomotivpersonal, das am Gebirg fährt, für den durchfahrenen Kilometer einen Zuschlag geben, ist das am Platz, weil cs infolge der kleineren Geschwindigkeit in der Stunde weniger Kilometer erreichen kann, als auf der Ebene. Bei der Zeitentschädigung dagegen würde dem fiofomotio-personal der ebenen Strecken ein Zuschlag gebühren, weil sich die Leistung infolge der größeren Geschwindigkeit verdichtet. Aber abgesehen von den technischen Fehlern deS Entwurfes, ich habe Ihnen vorhin gezeigt, das; gerade beim heißumstrittenen Per>onenzugS-dienft die grüßten Schwankungen bezüglich Dienstzeit und der zu erreichenden Kilometeranzahl selbst liei Gruppen mit annähernd gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit zu verzeichnen fink Es ist demnach ein Schlüssel, wonach die Entschädigung der Stundenleistung richtig und gerecht verteilt werden könnte, nicht zu finden, das System der reinen Stundcngeldentlohnung nicht akzeptabel. Nun komme ich zu meinem Vorschlag, zur Einführung des kombinierten Systems. Ich erkläre Ihnen gleich von vornherein, daß dieses System, das ich Ihnen vorschlage, durchaus kein Ideal tft, auch gar nicht imstande ist, die bestehenden Ungerechtigkeiten aus-zumerzen, daS war mit dem relativ geringen Betrage, der zur Regelung zur Verfügung steht, auch gar nicht zu erreichen. Ich behaupte in voller lleberzeugung, die mir ein gewissenhaftes Studium der schwierigen Materie gegeben hat, daß von allen Vorschlägen das kombinierte System der Gerechtigkeit am nächsten kommt. Redner legt nun an der Land seiner Berechnungen die Grrindzüge des kombinierten Systems ausführlich auseinander. Diese Grnndzüge sind in folgendem Antrag zusammcngesaßt: Grundzüge für die Einführung eines fombU niertenEntlohnungSsystenisfürbaSLokomotiv- personal. Unter vollständiger Beibehaltung der gegenwärtigen Kilometergeldentlohnung wird für daS Lokomotivpersonal eine Entschädigung für die im Dienste zugebrachte Zeit durch Gewährung von AuSbleibestundengeld ,A u s b l c i b e z e i t' eingeführt. Für die Entschädigung der AuSbleibezeit gelten nachstehende Normen: „9116 AuSbleibezeit* wird grundsätzlich jene Zeit entschädigt, während welcher das Lokomotivpersonal von der Heimstation abwesend ist und im Dienst steht. MT Besucht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" anfliegt! 198 Die Entschädigung für die Dienststunde beträgt 8 H. für den Lokomotivführer und 4 H. für den Heizer. Diese Entschädigung wird ohne irgend welche Differenzierung gegeben, gleichviel, ob das Lokomotiopersona! in Regie, ob cs mit Vorspann-, Zugs-, einrangierter, Schiebe-, dienstbereiter, leerer oder kalter Lokomotive führt, ob die Dienstleistung bei Schnell-, Personen-, Güter-, Arbeits- oder Sonderzügen aller Gattungen erfolgt: ferner für Jnsormationsfahrten und Fahrten zur Besichtigung der Strecke, außerdem auch für die Dauer von Verschiebungen, Bereitschaften, Tampshalten außer der Heimatstation, insoweit die zuletzt genannten Leistungen in der Ausbleibezeit nicht schon ohnehin zum Ausdruck kommen. Dieselbe Entschädigung wird gewährt für Aufenthalte auf der Strecke, in Zwischenstationen, während welchen das Personal die Lokomotive nicht verlassen, dann für jene Zeit, in der das Personal außerhalb der Heimstation nicht in zur Ruhe bestimmten und eingerichteten Lokalen verweilen kann; schließlich aber auch dort und für jene Zeit, wo eine Wartung der Lokomotive durch eigens hierzu bestimmte Personen nicht erfolgt, und zwar für die ganze Dauer der Aufenthalte. In die Ausbleibczeit wird je eine Stunde vor der Abfahrt und nach Ankunft eines Zuges — und zwar sowohl in der Heimat- wie in den End- und Maschincnwechselstationen — als „Vorbereitnngszeit" einbezogen. Die Entschädigung per Stunde Vorbereitungszeit ist gleich jener der Ausbleibczeit. Ist der Aufenthalt zwischen zwei Zügen oder ZngSgruppcn — gleichviel ob im Domizil oder auswärts — kleiner als rechnungsmäßig für die Borbercitungszeiten zu entfallen hätte, dann ist nur die Zeitdauer des Aufenthaltes in Rechnung zu stellen/ Von der Einrechnung der Vorbereitungszciten ausgenommen sind jene Leistungen, bei welchen es eine Borbcreitungs-zeit nicht gibt, wie Regiefahrten, Fahrten zwecks Informationen und zur Besichtigung der Strecke. Für die hier genannten Leistungen wird nur die fahrplanmäßige Zeitdauer der Dienstleistung als Ausbleibczeit honoriert. Bezüglich der Entlohnung für Verschieben und die dem Verschieben verwandten Leistungen, wie Desinfizieren, Pulso-metrieren, Trajektieren, Vorheizen der Züge, Auswaschen von Lokomotiven mittelst Dampfes sowie Dampfhalten und Bereitschaften wird eine Unterscheidung gemacht, ob diese Leistungen in der Heimatstation oder ob sie außerhalb der Heimalstation erfolgen. Während die vorgenannten Leistungen außer der Heimatstation — abgesehen von der Entschädigung für Ausbleibezeit — unverändert wie bisher entlohnt werden, beträgt nunmehr die Entlohnung für die Stunde Vcrschub in der Hcimatstation 25 H. Eine analoge Entschädigung erfolgt auch bei den dem Verschieben verwandten Leistungen. Die annähernd um 30 Prozent erhöhte Entlohnung für Verschieben und die dem Verschieben verwandten Leistungen wird nur dann und für jene Zeit gegeben, die nicht in die zur Entschädigung bestimmte Vorbcreitungszcit füllt. Zum Beispiel Vorheizen durch die Zugslokomotive, wenn bas Vorhcizcn nicht die Dauer einer Stunde übersteigt, dann Verschiebungen von ankounnenden Zugslokomotiven — ohne Personalwechsel — in der tzeimatstation, insoweit diese Verschiebung in die Vorbereitungszeit fällt, werden einfach wie in anderen Stationen entlohnt. Die Dauer der Verschiebungen von Zugslokomotiven mit Ankommendem oder abfahrendein Personal — in der Heimatstation — die nicht in die Vorbereitungszeiten der Züge fallen, werden ebenso wie dem Reservepersonal mit 25 H. per Stunde entschädigt; dasselbe gilt auch in analoger Weise für die dem Ver-schieben verwandten Leistungen. Die höher entlohnten Leistungen in der Heimatstation sind im Dienstleistungsbüchel der Lokomotivführer in einer separaten Seite mit eigens hierzu vorgesehenen Kolonnen einzutragen. Für Fahrten von Stationöreserven oder Bereitschaften zu Rangierbahnhöfen oder Fahrten von ArbeitSzügen in der unmittelbaren Nähe der Station werden keine Ansbleibezeiten honoriert, wenn die gesamte für diese Leistung entfallende Zeit als erhöhter Vcrschub gezahlt wird; im anderen Fall ist so vorzugehen, wie bei allen anderen Zügen. Wird Lokomotiopersona! exponiert, dann ist die Aufenthaltsstation für die ganze Dauer der Exponierung bezüglich der Anrechnung der Ausblcibe- und Vorbereitungszeiten und der erhöhten Entschädigung für Verschieben der Heimatstation gleichzuhalten. Grundsätzlich muß also für die Dauer der Verschiebungen und die dem Verschieben verwandten Leistungen entweder das erhöhte Verschubausmaß oder eine Entschädigung der Dienststunden gewährt werden. Von der Einführung des kombinierten Systems ausgenommen istdieWienerStadtbahn sowie alle jene Bahnen, in welchen Fahrtaggelder eingeführt sind. Hier hat eine Fixierung des Stunden-, beziehungsweise FahrtaggeldeS, einer 30prozentigcn Erhöhung entsprechend, einzutreten. Die bis zur Stunde dem Lokomotiopersona! infolge Teuerung ober ungünstiger Streckenverhältniffe gewährten Benesizien, wie Bergzulagen u. s. w. — werden von dieser Reform nicht berührt, dieselben bleiben in ihrer bisherigen Form und Höhe aufrecht. Verspätungen von über drei Stunden sind als Ausbleibestunden zu entschädigen. Nachdem das Referat durch Genossen Brodecky ins Tschechische übersetzt worden war, meldete sich der in der Konferenz als Vertreter des Böhmischen Loromotiv-führervereines anwesende Herr K u L e r a zum Wort und versuchte, den Standpunkt des Böhmischen Lokomotiv-führervcreines weyen der Einführung von reinen Stundeneidern zu verteidigen. Seine Ausführungen fanden jedoch ei den Delegierten keinen Anklang. An der Debatte beteiligten sich zahlreiche Delegierte, die sich durchgehends mit den Ausführungen, beziehungsweise mit dem Antrag Preitz einverstanden erklärten. Nach dem Schlußwort des Refe-reuten wurde dieser Antrag auch einstimmig angenommen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: .Die Erhöhung der Fahrgebühren der Heizer" erstattete ebenfalls Genosse P r e i ß oas Referat. Auch bei diesem Punkt be- teiligten sich die Delegierten sehr zahlreich an der Debatte, die ebenso wie die ganze Konferenz sehr sachlich ab-gesührt wurde. Sämtliche Delegierte aus der Kategorie der Heizer sprachen sich dahingehend aus, daß an der Erhöhung des Fahrgebührenverdienstes der Lokomotivheizer auf 65 Prozent festgehalten werden müsse, jedoch dürfe diese Verbesserung unter gar keinen Umstünden aus Kosten der Fahrgebührenerhöhung der Lokomotivführer erfolgen. Folgender Antrag gelangte zur einstimmigen Annahme: „Die am 3. März 1909 im Arbeiterheim in Wien, X., tagende Konferenz der organisierten Lokomotivführer und Heizer der k. k. Staatsbahnen und der k. k. Nordbahn beschließt, unter allen Umständen an der Erhöhung des Fahrgebührenverdienstes der Lokomotivheizer auf 65 Prozent des Fahrgebührenverdienstes der Lokomotivführer festzuhalten und ersucht die Konferenz, die Vertreter im Zentralausschuß der Personalkommission diese Forderung bei den Verhandlungen in entsprechender Weise zu vertreten. Diese Verbesserung muß aber unbedingt in der Weise durchgeführt werden, daß die Lokomotivführer dabei in keiner Weise geschädigt werden." lieber die Zugeständnisse des Eisenbahnministeriums betreffend die Verbesserung der Automatik und deren Durchführung referierte hieraus Genosse Adolf Müller von der Zentrale und wurden seitens der Delegierten nach einigen Aufklärungen die Ausführungen des Referenten zur Kenntnis genommen. Beim Punkt Eventuellen gelangte ein Antrag des Genossen KubiLek zur Annahme, wonach in Zukunft alle Standesfragen der organisierten Lokomotivführer und Lokomotivheizer der Organisation zur Erledigung übertragen werden sollen, ferner die Anträge des Genossen Grub er, daß die Heizer künftighin den Turnuserstellungen beigezogen werden und stets zwei Drittel als Berufsheizer anzustellen sind. Diese Anträge wurden der Personalkommission überwiesen. Hierauf wurde die Konferenz vom Vorsitzenden Genossen Schimon um 7 Uhr abends geschlossen. Warum können die Manipulanten nicht Unterbeamte werden? Die Manipulanten der k. k. Staatsbahndirektion Wien können nicht Unlerbeamte werden, weil eine weise Bestimmung es so will, daß die Unterbeamtenposten beim Zugbegleitungsdienst ausschließlich für die Zugsfübrer bestimmt sind. Und diese Bestimmung geht so weit, daß die Manipulanten, welche sogar ein höheres Dienstalter haben und mithin im Vorrange der zu ernennenden Zugs-führer sind, auch wenn sie die Prüfung und die erforderliche Qualifikation besitzen, unberücksichtigt zu bleiben haben. Die Präterierung der Manipulanten und des Ranges ist daher eine so vollständige, daß in den großen Domizilen, wo der Nachschub nur langsam vor sich geht, kein Ausweg für eine bessere Zukunft zu entdecken ist. Sollte es auch gleich der Fall sein, daß die freien Zugsführerstcllen zur Ausschreibung gelangen, so ist für die Wiener Manipulanten zu fürchten, daß ihnen auch noch diese Stellen knapp vor der Nase mit jenen von auswärts versetzten Bediensteten besetzt werden, die durch Familienverhältnisse oder krankheitshalber auf diese Stellen kamen. Es ist klar und auch löblich, den Chef des Zuges gemäß seiner Verantwortung und Arbeit durch die Distinktion vom übrigen Personal hervorzuheben, schon aus dem Grund, weil die notwendige Disziplin gesichert sein soll. Das ist im Interesse des Dienstes gelegen, wenngleich darauf gesehen wurde, durch die Zulassung zur Ernennung dem Zugsführerstand einige Vorteile in Bezug»' auf rascheres und höheres Avancieren einzuräumen. Es werden deshalb die Kämpfe der Organisation, die der Er-ringung des Unterbeamtengrades für die Zugsführer vor-angingcn, von den Manipulanten vollauf gewürdigt, denn ie wissen, daß es sehr schwierig war. dem Zugssührer-tand eine solche Aussicht zu eröffnen. Aber es handelte ich in der Tat hierbei hauptsächlich um die Wertung der Arbeitsleistung und Verantwortung, die jedenfalls beim Zugsführer eine so groß ist, um den Unterbeamtensgrad zu rechtfertigen. Es mutet uns jedoch sonderbar an, daß das Eisenbahnministerium die Wertung der Arbeitsleistung und Verantwortung nur bis zu dem Zugssührer allein erkannte. Ohne daß wir uns rühmen, von einer größeren Arbeitsleistung zu sprechen — denn der Manipulant ist besonders im Wiener Direktionsbezirk zum Lasttier herabgewürdigt worden — müssen wir bekennen, daß auch dem Manipulanten die Verantwortlichkeit insofern nicht abgesprochen werden darf, insofern er für die im Dienste unbeabsichtigten Verschleppungen von Gütern (meistenteils hervorgerufen durch Fchlverladungen seitens der Stationen) bestraft oder gar für das Fehlen von Kolli zur Ersatzpslicht herangezogen wird. Eine diesbezügliche Verantwortlichkeit scheint beim Manipulanten in finanzieller Hinsicht eine ebenso große zu sein wie für den Zugsführer im Verkehrsdienst. Aber es wird dem gewissenhaften Manipulanten eine ebenso große Arbeit verursachen und ebenso große Gcdankengänge erfordern, um eventuelle Fehlverladungen richtigzustellen, beziehungsweise Anhaltspunkte zu ermitteln, den Dieb zu eruieren. Man muß wissen, daß der Manipulant des Stückgutsystems mit 12 bis 15 Kurswagen zu rechnen hat, daß diese Kurse von der ersten bis zur vorletzten Manipulationsstation geöffnet sind, daß er dieselben zu überwachen, die Verladungen zu regeln und die Eintragungen in die Verladescheine und Verzeichnisse zu besorgen hat. Er muß schließlich Kursbeiwagen stellen und nötigenfalls ganze Umladungen vornehmen und sie rangieren. Und dann befindet sich der Manipulant immer sehr weit entfernt von seinem Kurswagen, so weit, daß es der Magazinsunterbeamte gewiß seiner Verantwortung ange-mefsen erachten würde, befände er sich stets in einer solchen Entfernung von seinem Magazin, dieses zu schließen. Der Manipulant hingegen ist sogar bei plombierten Wagen der größten Unsicherheit und deshalb einer nicht groß genug zu schätzenden Verantwortlichkeit ausgesctzt! Er muß daher mit einem Blick die Situation überschauen und feine Anordnungen treffen, muß Abgang oder Ueberzahl von Kolli konstatieren, Rapporte verfassen und etwa einem neuversetzten Magazinsunterbeamten in Bezug auf Verladungen in Kursen Aufklärungen zuteil werden lassen. Die Großartigkeit des Stückgutsystems muß vom Manipulanten vollständig begriffen und zur Durchführung gebracht werden, eines Systems, das ebenso einen Kontrollor erfordert rot'e der Verkehr. Ueberhaupt steht die ganze Einrichtung des Stückgutsystems in feiner ganzen Kompliziertheit der Einrichtung des Verkehrs in gar keiner Weise zurück. Sollen wir noch die Vorschriften über die Zollgüter und die in dieser Hinsicht zu treffenden Veranlassungen des Manipulanten, die in sorgfältigen Erwägungen und reiflichsten Ueberlegungen hervorzukehren sind, erwähnen? Sollen wir weiter die heikle Sache der Postmanipulation berühren, deren Anstände für den Manipulanten von ungeheuren Folgen sein können? Die Frage: „Wer hastet für einen etwaigen Abgang?" ist bezüglich der Postmanipulation allerdings noch nicht öffentlich zur Diskufsion gekommen, allein es ist jedem einleuchtend, daß der, der mit dieser Manipulation betraut wird, schließlich unbarmherzig und ohne jede weitere diesbezügliche Frage zur Verantwortung gezogen werden wird. , Bei alledem müssen wir noch bedenken, daß der Manipulant mit den stets zu kurz bemessenen Aufenthalten zu rechnen hat, er soll zum mindesten eine Ueberschreitung der Aufenthaltsdauer nicht auf sein Konto setzen lassen. In dieser Beziehung mutz sein Wissen und Können mit dem des Zugsführers harmonieren, um das „Rechtsein" des Zuges mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten. Naturgemäß wird, sofern der Zugsführer durch Unwohlsein während des Dienstes oder gar durch Verunglückung verhindert ist, seinen Dienst weiter zu versehen, der Manipulant an seine Stelle treten. Eine solche Voraussetzung ist eben durch die Organisation des Dienstes bei dem Manipulanten eine unbedingte Pflicht geworden. Und der Manipulant wird sich einer solchen Pflicht auch niemals entziehen, wenngleich es das Eisenbahnministerium für gut findet, Voraussetzungen, die den Manipulanten zum Unterbeamten machen könnten, zu ignorieren. Deshalb befindet sich der Manipulant, ausgestattet mit solchen Kenntnissen, die von ihm gefordert werden und die eine solche Arbeitsleistung und Verantwortung bedingen, in einem unerträglich krassen Mißverhältnis zum Zugsführer. Und beide sind doch im gleichen Dienstrange: Der Zugsführer ist beim Zuge der Vertreter des Verkehrs-, der Manipulant der Vertreter des kommerziellen Dienstes. Ein solches Mißverhältnis kann niemals gerechtfertigt werden! Die Manipulanten könnten daher sehr wohl Unterbeamte werden. Sie könnten es, wenn sich die maßgebenden Faktoren nicht der Einsicht verschließen würden, einer gerechten Wertung der Arbeitsleistung der Manipulanten durch den gewaltigen Umsatz der Güter und die beinahe klaglose Abwicklung in der Gebarung dieser Organe gegenüberzustehen. < Die sich hierin ergebende Präterierung bildet einen ungeheuren Rückschlag auf die materiellen Verhältnisse der Manipulanten! Also weg mit der Klausel, daß nur ständig als Zugsführer fungierende Kondukteure ernannt werden können! Weg mit der Bestimmung, daß alle übrigen Kondukteure auch bei Vorhandensein aller übrigen Voraussetzungen ohne Rücksicht auf ihren Rang von der Ernennung zu Unterbeamten ausgeschlossen bleiben! Denn diejenigen, die gegebenenfalls, sei es zufällig oder durch Vorrückung, an die Stelle des Zugsführers treten müssen, die Manipulanten, die durch die abgelegten Prüfungen und den Nachweis ihrer Fähigkeit die Voraussetzung für sich haben, daß sie mit ebenso großem Wissen, Können und mit ebenso starkem Bewußtsein ihrer Verantwortung sich auf der gleichen Stufe mit dem Zugssührer uiid Oberkondukteur befinden, auch diejenigen sind es wert, zu Unterbeamten ernannt zu werden! Am 4. März 1909 fand in Türks Restauration, IX., Porzellangasse 50, eine Manipulantenversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Präterierung der Manipulanten und des RangeS bei den Ernennungen. 2. Die seinerzeit erfolgte Eingabe der Manipulanten. 3. Anträge. 4. Eventuelles. Genosse Swoboda eröffnete um 5 Uhr nachmittags die Versammlung, indem er insbesondere die erschienenen Kollegen von der Nordbahn begrüßte. tnS Präsidium wurocn gewählt die Genossen: Gründen II) »um Vorsitzenden, Bauer I (Wien II) und Dums (Wien, Nordbahn) zu Schriftführern. Genosse Swoboda hielt ein sehr ausführlich gehaltenes Referat zum ersten Punkt der Tagesordnung. Seine Ausführungen kommen in den Artikeln in den Nummern 8 und 9 unseres Blattes unter den Titeln: „Die Präterierung der Manipulanten und des Ranges bei den Ernennungen" und „Warum können die Manipulanten nicht Unlerbeamte werden?" zum Ausdruck, Er unterbreitete sodann der Versammlung folgende An» trüge: „1. Von den Turnusvertrauensmännern wird gefordert, daß eine ständige prozentuelle Zugssührerreserve aus dem Stand der Manipulanten geschaffen wird, welche Posten als Oberkondukteurposten zu deklarieren sind. 2. Die Besetzung der ausgeschriebenen Zugsführerposten muß rangsgemäß zur Durchführung gelangen. 3. Es muß Vorsorge getroffen werden, den Manipulanten den Unterbeamtensgrad zu erringen." Weiters wurde noch folgende Resolution unterbreitet. „Die versammelten Manipulanten von Wien II bedauern auf das tiefste den Vorgang der k. k. Staatsbahndirektion Wien, daß die Ernennungen nicht rangSgemäß vor« genommen wurden. Insbesondere sind jene Fälle der Erncn« nungen zu verurteilen, in welchen die ernannten Zugsbegleiter nicht einmal den Dienstgrad der Manipulanten erreicht ati habt haben; Die Manipulanten, die jedenfalls durch die abgelegten Prüfungen und Dienstleistungen sich als Organe erwiesen haben, die Arbeit eines Unterbeamten zu leisten, haben gewiß die Aufgabe, zum mindesten das zu leisten, was im Magazin geleistet wird und beanspruchen daher, sofern für Bedienstete im Magazin der Unterbeamtensposten offen ist, auch für sie den Unterbeamtensgrad. Die Versammelten ersuchen daher das k. k. Eisenbahn« Ministerium, auch für die Manipulanten eine solche Vorsorg« zu treffen, daß ihnen das Feld geöffnet wird. Im jetzigen Zustand aber haben sie die Aussicht einer steten Präterierung und die Hoffnung, daß sie immer und immer einer materiellen Schädigung ausgesetzt bleiben.") Diese Resolution und die Anträge wurden einstimmig am genommen. 's tr. 9 »He* Etsenvayrre»." ©eite S Zu diesem Punkte sprachen noch die Manipulanten Tar-g o cz, Bauer I, Leidlmayer und Heger I, welch letzterer den höchst beachtenswerten Vorschlag einer Reichskonferenz der Manipulanten machte, um einer ferneren Präterierung zu begegnen und eine entsprechende Ausarbeitung für die Zukunft der Manipulanten durchzusühren. Genosse Swoboda nahm den Vorschlag des Genossen Heger I zur Kenntnis, den er den Vertrauensmännern der Zugsbegleiter und in ausgearbeitetem Zustand der Zentrale unterbreiten wird. Genosse Grün (Nordbahn) schilderte die Verhältnisse der Packmeister auf der Nordbahn und versicherte die Versammelten, dah die Nordbahner jederzeit bereit sein werden, bet Schaffung geordneter Zustände tatkräftigst mitzuwirken. Manipulant Stadler referierte über den zweiten Punkt der Tagesordnung, indem er versicherte, daß der seinerzeit der Direktion gemachte Vorschlag, die Zugsführerposten der Stadtbahn mit Oberkondukteuren zu besetzen, auf daß den alten Manipulanten endlich Ernennungsstellen frei gemacht werden können, allzu tief begraben sein mutz, weil bis heute auf dieses Ansuchen noch keine Antwort herabgelangt ist. Die Versammelten wählten schließlich die Manipulanten Swoboda und Stadler zu ihren Vertrauensmännern, mit der Aufgabe, kein Mittel unversucht zu lassen, einer ferneren Präterierung vorzubeugen, die Einhaltung des Ranges unbedingt und endlich auch den Manipulanten die Erringung des Unterbeamtengrades zu vertreten. Genosse Schober, das neugewählte Mitglied der Personalkommission, führte aus, datz er in der Personalkommission den Rangstatus und die Ernennung aus der Grundlage dieses Status vertreten wird. Den Antrag aus Eröffnung des Unterbeamtengrades gegenüber den Manipulanten wird er der Zentralpersonalkommission überweisen. Er bat ferner die Versammelten, ihn als Personalkommissionsmitglied stets auf dem lausenden zu halten. Der Vorsitzende Genosse Grünböck schloß erst gegen 9 Uhr abends die Versammlung. Die Ergänznngsroahlen in den Pcnfionsfonds der Südbahn für Diener. Nachdem mit 31. Dezember 1908 die Funktionsperiode der gewählten Ausschußmitglieder zu Ende ging, so fanden im Monat November 1908 noch die Neuwahlen statt. Auf der vom Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein herausgegebenen Kandidatenliste figurierte als zweiter Ersatzmann Genosse Karl Siegelbauer, Verschubmeister in Wien-Südbahnhof. Gleichzeitig mit der Verteilung der Stimmzettel an die wahlberechtigten Mitglieder versendete der Weifner-Verein eine Kandidatenliste, auf welcher auch Karl Siegelbauer, Verschubmeister in Wien, als Kandidat stand. Ob dies mit oder ohne Absicht des Siegelbauer geschah, wollen wir nicht näher untersuchen, nur sind wir gezwungen, sein Verhalten nach der Wahl zu beleuchten, damit es den Mitgliedern des Penstonsfonos im allgemeinen und denjenigen des Verkehres insbesondere klar wird, weshalb es überhaupt zu einer Nachwahl kam. Bei der Hauptwahl erhielt der Verschubmeister Karl Siegelbauer nebst den von den organisierten Mitgliedern der Gewerkschaft auf ihn entfallenen Stimmen noch 250 Stimmen vom Weifner-Verein, wodurch derselbe um 48 Stimmen mehr erhielt als Genosse Scherbaum. Die Majorität der von den Gewerkschaftsmitgliedern abgegebenen Stimmen erhielt Genosse Scherbaum, weil er um 202 Stimmen mehr auf sich vereinigte als Siegelbauer. Im Sinne des § 23 des Pensionsstatuts E entscheidet jedoch die relative Stimmenmehrheit. Derjenige, welcher die Stimmenmehrheit in feiner Gruppe erlangt, tritt als gewähltes Mitglied in den röerwaltungs-ausschutz, während diejenigen zwei, auf welche nächst dem Gewählten die meisten Stimmen entfallen, als Ersatzmänner in dem Matze Eintreten, als das gewählte Mitglied, beziehungsweise Ersatzmann an der Ausübung seiner Funktion dauernd gehindert wäre. Nach dieser statutarischen Bestimmung erschien nun der Verschubmerster Karl Siegelbauer durch die Zusammen-zählung der Stimmen der Organisation und jener der Weifnerpartei allerdings gewählt, doch erlauben wir uns die Frage an unsere Parteigenossen zu richten, ob ein organisierter Eisenbahner ein solches Mandat, welches er nur durch Mithilfe einer Gegenpartei erlangte, auch an-nehmen und ausüben darf, und da werden uns gewitz Taufende von Protestrufen gleichzeitig entgegenschallen, nein, dies darf unter gar keinen Umständen der Fall fein. Es Hätte daher den Verschubmeister Siegelbauer schon die blotze Mannesehre bestimmen sollen, dieses Mandat nicht anzunehmen und er gar nicht warten dürfen, bis ihm von feiten der Vertrauensmänner und Ortsgruppenausschüsse erst klar gemacht wurde, datz es unter solchen Umständen zu keiner Funktionsausübung kommen dürfe, weil er von den Wählern der Gewerkschaft eben nicht an erster, sondern nur an dritter Stelle gewählt sei und ein gewerkschaftlich organisierter Eisenbahner sich unmöglich die gegnerischen Stimmen zuzählen dürfe, um die Majorität jut erlangen, daher es seine Pflicht als Parteigenosse sei, das Mandat sofort niederzulegen. Doch Siegelbauer fetzte sich über Anstand, Pflichtgefühl und Parte,disziplin hinweg, legte das Mandat nicht zurück, sondern erklärte am 19. Dezember 1908 feinen Austritt aus der Organisation, damit er wegen feines skandalösen Verhaltens nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Zu diesem Entschlutz hat ihn vermutlich der Obmann der gelben Gewerkschaft den Rat erteilt, weil derselbe den Siegelbauer auch nachträglich unter seine schützenden Fittiche nahm. Wenn Siegelbauer nun glaubte, sich dadurch der Verantwortung entzogen zu haben und ungehindert weiter Ausschutzmitglred bleiben zu können, so irrte er gewaltig, weil die Leitung des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerk-fchastsvereines sich es unmöglich ruhig gefallen lassen konnte, datz die gelben Gewerkschafter sich im Einverständnis mit Siegelbauer aus solche Weise des Mandats »nt Pensionsausschutz bemächtigen. Aus diesem Grunde wurde noch in der Ausschutz' sitzung am 18. Dezember 1908 vom Ausschutzmitglied Scherbaum ein Wahlprotest der Wähler der Station Innsbruck eingebracht mit dem Bemerken, datz der neue Aus-fchutz infolange nicht rechtskräftig fungieren könne, bis der Protest untersucht und erledigt sei. Es wurde in diesem Protest darauf hingewiesen, datz die Herren Diensworstände den bei der Wahlausschreibung im Zirkular angegebenen Wahltermin den 'Wählern verkürzten, indem die Abgabe der Stimmzettel um einige Tage früher geschlossen wurde, weshalb es einer Anzahl von Wählern nicht möglich war, ihr Wahlrecht ausüben zu können. In einem nach einigen Tagen mündlich vorgebrachten Protest wurde überdies noch nachgewiesen, datz auch einige Dienstvorstände dem im Zirkular festgesetzten Termin, bis zum 1. Dezember 1908 die Stimmzettelpmete an die administrative Direktion, Sektion III, einzusenden, nicht nachgekommen sind, weil am 4. Dezember, das ist am Tage des Skrutiniums und am 5. Dezember, also nach dem Skrutinmm noch Stimmzettelpakete cinlangtcn, welche selbstverständlich nicht mehr eröffnet und die darin enthaltenen Stimmen nicht mehr mitgezählt werden konnten, weshalb das am 4. Dezember beim Skrutinmm kommissionell festgestellte Wahlresultat kein vollständiges und auch kein richtiges sei, weshalb die Annullierung der Wahl in der Gruppe des Verkehres beantragt wurde. Am 6. Jänner wurde Scherbaum als erster Ersatzmann amtlich verständigt, datz einen Tag vorher Siegelbauer im Pensionsbureau erschienen sei und sein Mandat als Pensionsausschußmitglied zurückgelegt habe, womit der Wahlprotest als erledigt zu betrachten sei. Genosse Scherbaum nahm diese Mitteilung zur Kenntnis mit dem Bemerken, daß dies keine persönliche Angelegenheit mehr zwischen seiner Person und Siegelbauer sei, sondern datz in dieser Frage nur einzig und allein die Organisation als solche eine Entscheidung zu treffen habe, ob diese Wahlangelegenheit mit der Verzichtleistung Siegelbauers als erledigt zu betrachten sei oder nicht. Nicht die Organisation hat diesen Siegelbauer gezwungen, sein Mandat zurückzulegen, sondern wer anderer, den wir heute noch nicht nennen wollen und der hoffte, auf diese Weise den Wahlprotest aus der Welt zu schaffen. Datz ein anständiger Mensch als Ersatzmann, welcher an die Stelle dieses Ausschußmitgliedes hätte vorrücken sollen, dieses Mandat nicht mehr übernehmen konnte, werden wohl unsere Genossen begreiflich finden, weil Sie gelb au er zu diesem Entschlutz 32 Tage brauchte und auch dann noch nicht freiwillig resigniert hat. Wes Geisteskind dieser Mann war, geht klar und unzweideutig daraus hervor, datz er am 16. Dezember, als er zur Besprechung dieser Mandatsfrage in die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines beschicken worden war, nach längerer Auseinandersetzung mit Genossen Weigl erklärte, er müsse zuerst seine Wähler fragen, ob selbe mit der Mandatsniederlegung einverstanden seien oder nicht. Unter diesen seinen Wählern verstand Siegelbauer die Kuppler in Wien-Südbahnhof, die jedoch zu diesem Zeitpunkt, der Wahl im November, noch gar kein Wahlrecht hatten, weil die Leute erst mit 1. Jänner 1909 definitiv angestellt worden sind. Datz zur Lösung einer solchen Frage nicht eine Handvoll Dienstkollegen des S i e g e l b a u e r kompetent sein können, scheint der gute Mann damals gar nicht begriffen zu haben oder gebrauchte er diese Einwendung nur als Ausrede, um sortkommen zu können. Anstatt sich der Parteidisziplin zu fügen und eine entsprechende Erklärung vis 18. Dezember vormittags zu senden, meldete der charaktervolle Mann am 19. Dezember seinen Austritt aus der Organisation an, offenbar in der Meinung, damit er nicht mehr von dieser Organisation zur Verantwortung gezogen werden könne. Nachdem das schmähliche Verhalten des Siegelbauer vom Reichsverband zu rechtfertigen und beschönigen versucht ward (allerdings ohne Erfolg), so gelangen wir zur Ueberzeugung, datz diese Verhaltungsmahregeln dem Siegelbauer vom Weifner-Verein souffliert worden feien. In dieser Annahme werden wir noch dadurch bestärkt, weil der Reichsbund bei der Veröffentlichung des Wahlresultates im „Südbahner" mit grotzer Siegesfreude hervorhob, datz ihr Kandidat Herr Karl Siegelbauer, Verschubmeister in Wien-Südbahnhof, zum Ausschutzmit-glied und Herr S ch e r b a u m nur zum ersten Ersatzmann gewühlt wurden. In der durch die abgegebene Verzichterklärung eingetretenen veränderten Situation erachteten es auch die Genossen Scherbaum und E n g e r t für opportun, ihre Mandate niederzulegen, damit sobald als möglich die Neuwahl in dieser Gruppe hat ausgeschrieben werden können und nicht erst wieder ein Monat nutzlos vorüberging, um den Wahlprotest zu erledigen. Also nicht von uns wurde Siegelbauer terrorisiert, sondern von ganz anderer Seite, welcher er es zu danken hat, datz er kein Mitglied der Gewerkschaft mehr ist. Ob solch ein männlicher Charakter, wie hier geoffen-bart, zum Vertreter eines solch grotzen Personalstandes befähigt und geeignet gewesen wäre, werden unsere Genossen ewitz zu beurteilen vermögen. Siegelbauer war auch ermalen in dieser Wahlperiode nicht als Ausschuhmitglied in Aussicht genommen, sondern nur als zweiter Ersatzmann, und als solcher wurde er auch mit den Stimmen der Gewerkschaftsmitglieder gewählt. Es geht auch nicht an, dah sich nahezu 3000 Pensionsfondsmitglieder um die bewährte Vertretung ihrer Interessen bringen lassen, und zwar durch solch plumpe Tricks, indem der Reichsbund, welcher selbst über keine Mitglieder verfügt, durch die Abschreibung unseres letzten Ersatzmannes und Propagierung desselben das in Aussicht genommene Ausschussmitglied zu Falle bringen will. Wenn der Reichsbund das Bedürfnis empfindet, bei jeder Wahl Kandidaten aufzustellen, so ist dies seine Sache, aber Sache unserer Mitglieder ist es, in Hinkunft energisch dagegsn zu protestieren, falls er sich wieder erlauben sollte, unsere Genossen auf seine Kandidatenliste zu setzen; ein anständiger Parteigenosse hat mit dieser Gesellschaft, welche nur auf die Zerstörung alles Guten, Nützlichen und Fortschrittlichen hinarbeitet, absolut nichts zu tun. Am 2. März fand das Skrutiuium der Ergänzungswahl statt. » Gruppe A des Verkehres: Eingelangte Stimmzettel . . 2874 Stück Leere , . . 98 „ Ungültige 6 . Verbleiben gültige Stimmzettel . . 2868 Stück Hiervon entfielen auf: Robert Scherbanm, Oberkondukteur in Wien» Matzleinsdorf, 2418 Stimmen. Heinrich Engert, Kondukteur-Zugsführer in Wien-Matzleinsdorf, 1675 Stimmen. Karl © ch r o nt, Telegraphenmeister in Wien-Meidling, 1434 Stimmen. D i e Kandidaten des Reichsbundes Adeler, BreLina und Longo blieben mit 214 Stimmen in der Minorität. Der frühere Kandidat Karl Siegelbauer erhielt diesmal 20 Stimmen. Gleichzeitig machen wir sämtliche Pensionsfondsrnit-glieder aufmerksam, dah immer nur derjenige als Aus» schntzmitglted fungiert, welcher die meisten Stimmen bei der Wahl auf sich vereinigt hat. Erst nach dem Ausscheiden des Mitgliedes wird der nächste Ersatzmann in den Ausschutz einberufen. Die Pen-sionsausschutzmandate sind daher in der laufenden Funktionsperiode mit nachbenannten Genossen besetzt, und zwar: I. Verkehrsdirektion. Robert Scherbaum, Oberkondukteur, Wien, XII/2l Eichenstrahe Nr. 9, II. Stock, Tür 5. II. Bahn- und Baudirektion. Anton M a l) e r, Bahnmeister, Wien, IV., Favoritenplatz Nr. 1, IV. Stiege, II. Stock, Tür 62. III. Maschinendirektion. Franz Nadler, Lokomotivführer im Südbahttheiz-haus, Wien, X., Laxenburgerstrahe Nr. 2. IV. Uebrige Dienstzweige. Johann Röhler, Amtsdiener in Wien, Zentrale der Südbahn. Die Pensionsfondsmitglieder werden ersucht, sich in allen Fallen, tn welchen sie eine Intervention oder Aufklärung u. f. w. benötigen, immer nur an das gewählte Ausschussmitglied der eigenen Wahlgruppe zu wenden, zu welchem Zweck die oben angegebenen Adressen in Vormerkung genommen werden mögen. Konferenz der Personalkommissionsmitqtteder und Arbeitervertreter der Aüdbahn. Am 5. März d. I. fand im Arbeiterheim, Wien, X., Laxenburgerstratze 8 und 10, eine von der Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines einbcrnfene Konferenz der Personalkommissionsmitglieder und Arbeitervertreter der Südbahn statt. Anwesend waren 21 Personalkommissionsmitglieder, 8 Ersatzmänner. 6 Ar-beitervertreter und 7 Gäste. Nachdem Genosse Weigl die Konferenzteilnehmer im Namen der Zentrale begrützt hatte, wurde folgende Tagesordnung einstimmig angenommen: 1. Bericht über die von den gewählten Personalkommissionsmitgliedern der Generaldirektion überreichten und noch nicht erledigten Wünsche. 2. Die Vorkommnisse bei der letzten Personal» kommissionswahl. 3. Wahl eines engeren Komitees. 4. Anträge und Anfragen. Hierauf erfolgte die Wahl des Präsidiums und es wurden die Genossen Grüll zum Vorsitzenden, Dusel zum Stellvertreter und K o 11 e g g e r zum Schriftführer einstimmig gewählt. lieber die Nichteinladung der Ersatzmanns entspann sich eine längere Debatte, in deren Verlauf man sich dahin einigte, diese Frage der Generalversammlung vorzulegen, damit dieselbe darüber entscheide. Zum ersten Punkt der Tagesordnung berichtete Genosse Weigl, datz sich die vorjährige Konferenz mit den Härten, welche das Zirkular 385 a enthält, beschäftigt hat, und datz diese Härten durch die Zentrale sowie auch durch die Personalkommissionsmitglieder der Generaldirektion in Vorlage gebracht, jedoch bisher keiner Erledigung zugeführt worden sind. Weiter», datz die Zentrale mehrmals diese Erledigung urgierte und zu diesem Behuse die Einberufung der neugewählten Personalkommission verlangte und ihr auch vom Generaldirektor Hoftat Dr. E g e r am 12. Februar d. I. zugesagt wurde, datz er die Personalkommission in kürzester Zeit einberufen wird. Bezüglich Schaffung des Zentralarbeiterausschusses hat die Zentrale ebenfalls schon öfter bei der Generaldirektion interveniert und dort tn Erfahrung gebracht, dah die Verwaltung gewillt sei, an Stelle eines Zentralarbeiterausschusses bei jedem Betriebs» inspektorat einen Lokalarbeiterausschutz zu schaffen. Zur Beratung über allgemeine, die Arbeiter betreffende Fragen sollen Delegierte aus den Lokalarbeiter-ausschüssen zusammentreten, die dann, so lange eine Frage allgemeiner Natur in Verhandlung steht, als Zentral» arbeiteransschutz fungieren. Redner besprach auch in Kürze die schlechte finanzielle Lage der Südbahn und sprach de» Wunsch aus, keine neuen Forderungen dermalen zu stellen, sondern sich einstweilen mit den bereits überreichten Härten zu beschäftigen und zu trachten, dah diese auch ehebaldigst beseitigt werden. Im Sinne der Ausführungen des Genossen Weigl wurde über Anttag der Genossen Beer und RuLiöka ein Beschluh gesatzt, welcher sofort schriftlich, von allen anwesenden Personalkommissionsmitgliedern sowie Ersatzmännern und von den Vertretern der Arbeiter unterfertigt, durch eine viergliedrige Deputation, bestehend aus den Genossen Scherbaum, RuLieka, Stöcklinger und Ferenz, der Generaldirektion übermittelt wurde. Der Deputation wurde die Zusage gemacht, datz für die zweite Hälfte des Monats März die Personalkominissiotr zu etner Sitzung einberufen wird. Bezüglich Schaffung des Zentralarbeiterausschusses wurde folgende Resolution einstimmig angenommen. In Erwägung des Umstandes, daß die im Zirkular 385 a gemachte Zusage, betreffend die Errichtung des Zentralausschusses, bis jetzt noch nicht durchgeführt ist, fordert die heute am 6. März 1909 im Arbeiterheim zu Wien, X., Laxenburgerstrahej Nr. 8—10, tagende Konferenz der gewählten PersonalkommissionS-\ Mitglieder der Sektion Unterbeamte und Diener sowie der Vertreter der Arbeiter die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz« und Gewerkschaftüvereiiies auf, von der Direktion die Errichtung deS Zentralarbeiterausschusses nachdrücklichst zu fordern. Ist jedoch, der Zentralarbeiterausschuß bis Ende April 1909 noch nicht ins Leben gerufen, so hat die Zentrale eine Konferenz mit dem un« angestellten Personal nach Marburg einzuberusen. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung schilderte Genosse Weigl die Vorkommnisse bei den Pensionssonds-ausschutz- und Personalkommissionswahlen, wobei er be-1 merkte, dah die Wagenmeister und Aufseher es sehr bedauern, dah die von ihnen als Mitglieder auf gestellten Kandidaten nur in den Ersatz gewählt worden sißd. Redner stellte an die Gruppe des Maschinenpersonales das Ersuchen, dasselbe möge durch Freigabe eineS Mandats, dem Wunsche der Wagenmeister Rechnung tragen. Die Genossen Beer und NuLrLka versprachen, diese Frage dem Lokomotivführertag zur Entscheidung vorzulegen. Genosse Korp besprach die Kampfesweise des Reichsverbandes bei der Persorialkommiffionswahl und forderte alle jene Genossen, welche in die vom Reichs-uerb and herausgegebene Kandidatenliste gegen ihren Willen und ihr Wissen ausgenommen erscheinen, auf, nachstehende Erklärung, welche auch im „Eisenbahner" zu veröffentlichen ist, zu unterfertigen. Erklärung! Wir Gefertigten erklären hiermit, baß wir ohne unser Wissen in die Kandidatenliste des Reichsverbandes (Dr. Seifner) ausgenommen wurden. Wir erklären weiters, daß wir uns gegen jede, gleichviel von welcher Seite stammende Behauptung, wir feien aufgestellte und gewählte Kandidaten des Reichsverbandes rmss schärfste verwahren. Ferner erklären wir, daß wir uns aus keinen Fall mit irgend welchen Bestrebungen des Reichsverbandes identifizieren und verwahren uns bereits, heute, gegen jeden etwaigen Mißbrauch unserer Namen oder als Kandidaten des Reichsverbanües ausgestellt zu werden. Die organisierten Personalkommissionsmitglieder: Robert Scherbaum, Obcrkondukteur in Matzleinsdors. Wilhelm Scheib ein, Oberkondukteur in Innsbruck. Joses S k o j a n e c, Oberkondukteirr in Laibach. Stephan Skerbinöek, Oberkondukteur in Wien. , Alex Stecher, Oberkondukteur in Graz. v Franz Majeritsch, Oberkondukteur in Marburg. Ludwig Beer, Lokomotivführer in Mürzzuschlag. Franz Baumgartner, Lokomotivführer in Wien. Franz Sieglbauer, Wagenmeister in Wien. §osef Wales, Werkmeister in Marburg, ranz Z w e n k, Lokomotivführer in Marburg. Adalbert Mandler, Lokomotivführer in Innsbruck. Johann Fuchs, Bahnmeister in Graz. Adolf Nkjepsa, Bahnmeister in Meidling. Ferdinand Herzog, Zentralweichenmeister in Wiener-Neustadt. Hans Skerjance, Bahnmeister in Triest. Josef Deretto, Bahnmeister in San Micheli. Ignaz B r a z, Bahnmeister in Lieboch. Andreas Korp, Kondukteurzugssührer in Wien. Leopold A n i n g e r, Kondukteurzugsführer in Billach. Ferdinand L a ck n e r, Kondukteurzugsführer in Lienz. Johann K r e p e k, Kondukteurzugsführer in Marburg. Max S ä ck l, Kondukteurzugssührer in Wien. ... Ignaz Kasperbauer, Kondukteurzugssührer in Mürzzuschlag. Franz RuLieka, Lokomotivführer in Villach. Leopold Obiltschnig, Lokomotivsühreranwärter in Graz. Adolf Hega, Wagenausseher in Wien. Franz Falk, Lokomotivführer in Triest. ' Ludwig Preglhöf, Wagenausseher in Matzleinsdorf. Johann Hutter, Lokomotivsühreranwärter in Billach. Franz Wen dl, Magazinsausseher in Graz. . Josef Wagner, Weichenwächter in Matzleinsdorf. Josef Os me tz, Portier in Bozen. Johann P o l l c r m a n n, Spenglerlampist in Wiener-Neustadt. tgnaz Lapuch, Weichenwächter in MatzleinSdorf. eopold H o tz m a n n, Stationsausseher in Kötsch. Franz Herzig, Blockwächter in Meidling. Franz Fast!, Blockwüchter in Oisnitz. Josef Stöcklinger, Bahnwächter in Klagenfurt. Raimund Luckner, Wächter in Oberdrauburg. franzlBief er, Wächter in Atzgersdorf. ndreas SpetiL, Wächter in Adelsberg. Adam Mayer, Kanzleidiener in Wien. In Durchführung oes dritten Punktes der Tagesordnung wurden folgende Genossen in das engere Komitee gewählt. Unterbeamte: Robert Scherbau m, Obcrkondukteur, Wien, XII., Eichenstraße 9. Franz Baumgartner, Lokomotivführer, Wien, X., Landgutgasse 35. Adolf Nejepsa, Bahnmeister, Wien, XU., Eichenstratze 19. Diener: Andreas Korp, Kondukteurzugssührer, Wien, X,, Landgutgaffe 65. Josef Wagner, Weichenwächter, Wien, XU., Niederhos-strase 6. §ranz Herzig, Blockwächter» Wien, XU., Draschegasse 13. dam Mayer, Kanzleidrener, Wien, IV., Alleegasse 60. Arbeiter: Michael P o 5 e k, Werkstättenarbeiter, Wien, Südbahnwerkstätte. In allen Personalkommissionsangelegenheiten haben sich die Genossen an das obenangeführte Mitglied ihrer Wählergruppe zu wenden, welches dann mit der Zentrale das Nötige veranlassen wird. Die Ucberführimg der provisorischen Bediensteten und Arbeiter der k. k. Böhmischen Nordbahn in den Provifionsfonds der k. f. österreichischen Staatsbahnen. Wie bekannt, haben die Vertreter der Organisation bei den Verhandlungen im Jahre 1907 mit der Verwaltung der Böhmischen Nordbahn auch vereinbart, daß längstens Bis Ende 1908 für das provisorische Gesamtpersonal sowie für die Arbeiter eine Alters- und Invalidenversicherung in Form eines Provisionsfonds ins Leben gerufen wird. Zu diesem Zugeständnis entschloß sich die Verwaltung der B, N. B. erst nach langem Zögern, weil sie von der Ansicht ausging, daß im Sinne der versicherungstechnischen Berechnungen es notwendig sein wird, wenn die Leistungen dieses Fonds denen der k. k. Staatsbahnfonds auch nur annähernd gleich fein sollten, daß die Beiträge in diesen Fonds die Höhe von mindestens 14 bis 16 Prozent betragen müssen, von welchem Betrag auf die Mitglieder dieses Fonds zirka 7 bis 8 Prozent entfallen dürften; diese hohe Beitragsleistung würde besonders den Arbeitern mit ihren niedrigen Löhnen sehr schwer fallen, die doch die Majorität bilden würden. Als später die Verstaatlichung der Böhmischen Nordbahn mit Rückwirkung auf den 1. Jänner 1908 auftauchte, gelang es unserer Organisation, die Sache derart einzuleiten', daß es zu der Gründung dieses Fonds gar nicht gekommen, vielmehr das eingetreten ist, was wir angestteüt haben, das heißt, es wurde für die Bediensteten und Arbeiter die bedeutend bessere Möglichkeit erwirkt: „der Beitritt zu dem Provisonsfonds der k. k. Staa ts b ah n e n". Zu Ende Dezember 1908 wurde auch von der k. k. Staatsbahndirektion ein Erlaß für die B. N. B. ausgegeben. inwelchemvon derbeabsichiiatenGründung einesselbständigen Provisionsfonds der B. N. B. Abstand genommen (Zirkular Nr. 320-15 vom 23. Oktober 1907) und gleichzeitig zugestanden wird, daß das Eisenbahnminifterinm bereit ist, die provisorischen Bediensteten und Arbeiter (Aushilfsbeamte, Diurnisten und Diurstinnen) unter den durch die Statuten des Provisionsfonds (§ 2, Absatz 4) und Ministerialerlaß Zahl 2554 vom 4. März festgesetzten Bedingungen in den Proviftonsfonds der k. k. Staatsbahnen aufzunehmen. Dadurch wurde die erste Aufgabe der Organisation in dieser Angelegenheit im Interesse aller beteiligten Bediensteten und Arbeiter günstig erledigt. Nun handelt es sich darum — und das ist ebenfalls keine leichte Aufgabe — allen interessierten Bediensteten und Arbeitern den Eintritt in den Provistonssonds unter möglichst erleichterten Bedingungen zu ermöglichen. Wir sind fest davon überzeugt, daß es der Organisation gelingt, auch dieses Werk günstig durchzuführen, wenn die beteiligten Bediensteten und Arbeiter freilich hinter der Organisation stehen und selbe mit ihrer ganzen Kraft die in dieser Angelegenheit eingeleitete Aktion unterstützen werden. Die Aufnahmsbedingungen der provisorischen Bedien st eten und Arbeiter der k. k. B. N. B. in den Provisionsfonds der k. k. Staatsbahnen sind im großen und ganzes folgende: 1. Alter unter 55 Jahren; 2. eine mindestens einjährige zufriedenstellende Dienstleistung bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen; 3. der Aufnahmswerber darf aus irgend einer Staatskasse oder einen Fonds der k. k. österreichischen Staatsbahnen inklusive der B. N. B. weder eine Pension noch einer Provision über 600 Kr. ausbezahlt bekommen; 4. seine körperliche Gesundheit muß von einem Bahnarzt vollständig erwiesen werden; 5. die österreichische Staatsbürgerschaft. Um den angeführten, im Taglohn arbeitenden Bediensteten den Beitritt zum Provisionssonds zu erleichtern, wird beabsichtigt — so sagt es der Erlaß Z. 40369 vom 24. Dezember 1908 — die bei der B. N, B. zugebrachte Dienstzeit in die im Punkt 2 erwähnte einjährige Karenz-ftist einzurechnen. Jene, welche diesen Bedingungen entsprechen, wurden zum Beitritt aufgefordert und gleichzeitig verständigt, daß diese vorläufige Anmeldung unverbindlich ist, da sie nur den Zweck verfolgt, die Vorbereitungsarbeiten zu erleichtern. Und nun kommen wir zu dem eigentlichen Kern dieser Frage, die uns beschäftigt: Die Dienstvorstände wurden aufgefordert, jene, die als Mitglieder in den Provisionssonds der k. k. Staatsbahnen ihren Beitritt anmelden, über die Statuten dieses Fonds auszuklären. Das war eine ganz vernünftige und richtige Maßnahme seitens der Direktion, aber namens der Organisation erklären wir an dieser Stelle ausdrücklich, daß wir uns bemühen werden, bei d er ersten Massenaufnahme der provisorischen Bediensteten und Arbeiter der Böhmischen N o rd b a h n i n den Pr o v i s i o n s f o n d s zu erwirke n, daß nicht die Bestimmungen der Statuten für diesen Fall Geltung haben, sondern daß hier e i n e A u s n a h m e zugunsten des beteiligten Personals Platz greift. Und weil dieses unser Besireben auf demselben Prinzip beruht, welches durchzusetzen uns bei der K. F. N. B. gelungen ist: so haben wir die feste Hoffnung, daß eine solche prinzipielle Ausnahme auch bei der B. N. B. zugelassen werden muß. Jene ausnahmsweisen Begünstigungen, die wir zu erwirken bemüht sind, betreffen einige Punkte der Provi-sionsstatutm der k. k. Staatsbahnen und zwar: Punkt 1:8 8, Artikel II, Absatz 1 sagt, daß Mitglieder, die bei ihrer Aufnahme in den Provisionssonds das 35. Jahr überschritten haben, eine Beitrittsgebührzu bezahlen haben, die 2 Prozent jenes für die Provisionsbemessung maßgebenden Lohnes oder Gehaltes, welchen der Eintretende bei der Aufnahme in das Provisionsinstitut bezogen hat, beträgt. Diese Beitrittsgebühr muß entweder bar oder aber längstens in 24 Monatsraten entrichtet werden. Beispiel: Ein 45jähriger Arbeiter bezieht während des ganzen Jahres einen Taglohn von 3 Kr. Er muß an Eintrittsgeld für zehn Jahre 2 Prozent von 3 Kr. Taglohn bezahlen. Das sind 6 H. X 3650 Tage == 219 Kr. oder auf monatliche Raten reduziert Kr. 913 monatlich; dazu noch die lausenden Beiträge von 4 Prozent vom Taglohn 3 Kr. = 90 Kr. oder monatlich Kr. 2-70; rechnet man noch die 2 Prozent Krankenkaffenbeiträge per Kr 1-80, so hat der Arbeiter durch zwei Jahre monatlich Kr! 13-63 zu zahlen, gewiß ein horrender Betrag. Wenn wir auch annehmen müssen, daß der Arbeiter bloß 85 Prozent von seinem Lohn anProvisionsfondsdeiträgen leistet, so bleibt noch immerhin ein monatlicher Betrag von Kr. 11-85, der durch zwei Jahre zu leisten ist. Für diese Beitrittsgebühr genießt aber der Versicherte keine andere Begünstigung, als daß er als Mitglied dem Pensionsinstitut beitreten darf. Punkt II, § 4, Absatz 1 bestimmt, daß ganz ausnahmsweise auch eine in nicht destnitiver Eigenschaft zurückgelegte Dienstzeit, jedoch nur bis zu fünf Jahren angerechnet werden kann. Punkt III, § 4, Absatz 1 besagt, daß für die auf solche Weise angerechneten Jahre ein Beitrag geleistet werden muß, der den doppelten Beitrügen nebst stufenweise zu berechnenden 4 Prozent Zinsen gleichkommt, und zwar vom Beginn der angerechneten Zeit. Wenn wir auch davon absehen, die anderen Punkte anzuführen, so wird jeder Leser aus diesen Aufklärungen entnehmen können, welche Schwierigkeiten sich den provisorischen Bediensteten und Arbeitern der B. N. B. ihrem Beitritt in das Provisionsinstitut der k. k. Staatsbahnen entgegenstellen. Die Schwierigkeit der Anrechnung der im Dienste zugebrachten fünf Jahre, ja für den Großteil der Interessenten bestehende Unmöglichkeit in Bezug auf die obenerwähnte Begünstigung wollen wir gar nicht erörtern. Dieselben Schwierigkeiten traten schon seinerzeit bei der Ueberführung des provisorischen Personals derK.FN.B. in das Provisionsinstitut der k. k. österreichischen Staatsbahnen auf und unsere Organisation war gezwungen, zur Erleichterung der Aufnahme in den Provisionsfonds eine diesbezügliche Aktion einzuleiten, welche zivar einen nicht vollen, nichtsdestoweniger einen bedeutenden Erfolg zeitigte. Es wurde ein Ministerialerlaß herausgegeben, durch welchen nicht nur die Ausnahme der Kaiser Ferdinands- Nordbahnbediensteten in das Provisionsinstitut der k. k. Staatsbahnen, sondern auch die Anrechnung der in Bahndiensten zugebrachten fünf Jahre bedeutend erleichtert wird. Der Erlaß wurde vom Eisenbahnministerium m den letzten Tagen des April v. I. herausgegeben und in Nr. 16 unseres Blattes vom 1, Juni 1908 vollinhaltlich abgedruckt. Dieser Erlaß enthält bedeutende Begünstigungen für die Nordbahnbediensteten und ist auch für dieprovisorisch Bediensteten und Arbeiter der k. k. Böh misch e n N, o r d b a h n von besondererWichtigke it. weil er der Organisation die Möglichkeit bietet, für diese ebenfalls solche Begünstigungen zu erwirken. Um den provisorisch Bediensteten und Arbeitern der k. k. Böhmischen Nordbahn die Möglichkeit einer genauen Information zu Bitten, drucken wir diesen Erlaß neuerlich ab. Der Erlaß lautet: An alle Organe, Personalien. (Gewährung von Beitritts- und Anrechnungsbegünstigungen beim ProvisionSinstitut.) Mit Erlaß vom 10. April 1908, Z. 295/5, hat das f. k. Eisenbahnministerium folgende Ausnahmsbestimmungen getroffen, durch welche den der k. k. Nordbahndirektion unterstehenden Taglohnbedieasteten der Beitritt zum Provisionsinstitut für Diener und Hilfsbedienstete der k. k. österreichischen Staatsbahnen sowie die eheste Erlangung des statutarischen Vcrsorgungs-anspruches gegenüber diesem Institut erleichtert wird. 1. Allen Taglohnbediensteten, welche vordem 1.Jänner 1907 in die Dienste der k. k. Nordbahn eingetreten sind und bereits um die Aufnahme in bas Provisionsinstitut angesucht haben, oder bis Ende 1908 ansuchen werden, kann die Abstattung der von ihnen gemäß § 8, II, Z. 1, des Provisionsstatuts bei Neberschreitung des 35. Lebensjahres zu entrichtende Rormalalters-überschreitungsgebühr statt in der jstatntarisch vorgesehenen Zahl von höchstens 24 Monatsraten in höchstens 60 Monatsraten bewilligt werden. Hierbei ivird darauf aufmerksam gemacht, daß der Berechnung dieser Normalaltersüberschreitungsgebühr das 365fache desjenigen Lohnes zugrunde zu legen ist, von welchem die Provisionssondsbeiträge geleistet werden. 2. Denjenigen Mitgliedern des Provisionsinstituts, iv e I ch c bis zum Ende des Jahres 1908 um Anrechnung, früherer im Dienst der K. F. N. vollstreckten, Tageslohndienstzeit bittlich werden, kann eine Dienstzeit von höchstens fünf Jahre« sofort unter der Bedingung angerechnet werden, datz der betreffende Gesuchsteller diejenigen einfachen Beiträge nebst stufenweise zu berechnenden vierprozentigen Zinsen nachzahlt, welche er gemäß § 8 des Provisionsstatuts zu leisten gehabt hätte, wenn er schon seit Beginn jener Zeit, deren Anrechnung ec anstrebt, bis zum Beginn seiner wirklichen Teilnahmszeit am Provisionsinstitut unausgesetzt Mitglied desselben gewesen wäre. Die Begünstigung, welche das k. k. Eisenbahnministerium den Taglohnbediensteten in diesem Punkt zugestanden hat, ist demnach eine doppelte; sie besteht darin, datz 1. die Anrechnung der früheren Dienstzeit sofort erfolgen kann, während nach % 43 des Provisionsstatuts eine mindestens fünfjährige Teilnahmszeit am Provisionsinstitut der Bewilligung vorherzugehen hätte und v 2. mir die einfachen Beiträge nebst vierprozentigen Zinsen für die anzurechnende Zeit zu leisten sind, während gemäß des letztzitierten Paragraphen die Nachzahlung in der Leistung der doppelten Beiträge nebst vierprozentigen Zinsen für die anzurechnende Zeit bestehen soll. 3. Taglohnbedien st et e, welche ungarische Staatsbürger sind, können ausnahmsweise dann ins Provisionsin st itut ausgenommen werden, wenn sic unmittelbar vor der Normal-altersarenze von 35 Lebensjahren stehen oder dieselbe bereits überschritten haben, und wenn sie das Versprechen astgeben, sich mit allem Eifer um die ehe st e Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaftzubemühen. 4. Bei den im Akkorddienst stehenden Professionisten wird der Berechnung der Provisionssondsbeiträge und demzufolge auch des Provisionsausmatzes nicht der garantierte Minimaltaglohn, sondern die für die Krankenversicherung ein geführten drei Lohnst ufen von 3 Kr:, Kr. 3 50 und 4 Kr. zugrunde gelegt. Hierbei ist auf § 8, I., Z. 4 des Provisiousstatuts Bedacht zu nehmen, wonach die Beiträge nur von 70 Prozent des in Betracht kommenden Lohnes zu berechnen sind. ■ Die Dienstvorstände erhalten den Auftrag, sämtliche Taglohnbediensteten von den vorstehend angeführten, vom k. k. Eisenbahnministerium eingeräumten Begünstigungen nachweislich in Kenntnis zu fetzen, sie über die Bedeutung der ihnen gebotenen Vorteile aufzuklären und zu deren Benützung aufzufordern. Bezüglich Behandlung der Gesuche um Anrechnung früherer Dienstzeit wird in nächster Zeit eine separate Weisung erfolgen. Hiermit finden die seitens der Werkstättenarbeiter an das k. k. Eisenbahnministerium, beziehungsweise k. k. Nordbahn-direttion gerichteten bezüglichen Eingaben ihre Erledigung. Den üder das Ausmaß der obigen Begünstigungen hinausreichenden Wünschen konnte seitens des k. k. Eisenbahnministeriums keine Folge gegeben werden. Wien, am 24. April 1908. Der k. k. Direktor: Banhans. Also anstatt in 24 Monatsraten, kann man die Eintrittsgebühr in 60 Raten entrichten; eine bedeutende Erleichterung und Ruduzierung der monatlichen Raten. Dabei erspart der neueintretende Arbeiter bei Anrechnung von fünf Jahren d i e doppeltenBeitragsgeb ü h r e n, indem er für die an gerechneten fünf Jahre a n st a t t 8 Prozent nur 4 Prozent bezahlt. Nebstbei muß auf noch eine Begünstigung hingewiesen werden, und zwar, daß die Abzüge der Beiträge nicht von dem Minimallohn, vielmehr von jenen erhöhten Löhnen vorgenoinmen wird, die als Grundlage für die Krankenversicherung gelten; selbstredend wird dann seinerzeit auch die Berechnung der Provisionen nach diesen erhöhten Löhnen erfolgen müssen. Wir hielten es für unsere Pflicht, den provisorischen Bediensteten und Arbeitern der k. k. Böhmischen Nordbahn eine Aufklärung über die Situation zu bieten und fordern sämtliche provisorische Bedienstete und Arbeiter der k. k. Böhmischen Nordbahn ans, sich die Mitgliedschaft im Provisionsinstitut der f. k. Staatsbahnen zu sichern; wir hoffen zuversichtlich darauf, daß es der Organisation mit Hilfe des interessierten Personals gelingen wird, diese Frage ebenso günstig zu lösen, wie es bei der Ferdinands-Nordbahn war. Abgeordneter Genosse T o m s ch i k hat in dieser Angelegenheit beim Eisenbahnministerium bereits interveniert und die Zusage erhalten, daß die Nachzahlungen in 60 Monatsraten gezahlt werden können, es ist daher die Annahme berechtigt, daß die Angelegenheit in Fluß kommt und das Eisenbahnministerium die Sache einer raschen und günstigen Erledigung zuführen wird. —d— Von der Reidienberg-Gablonz -Tannmalder Bahn. Eine Reise ins Riesengebirge. Man schreibt uns: Eine lustige Gesellschaft, mit Rodeln und Skis, besteigen wir in Reichenberg den Zug 1711 der k. k. Staatsbahn (Linie Reichenberg-Gablonz-l£annroalb), wobei uns gleich die Gewißhet wird, daß wir es nur mit einer vom Staate betriebenen Privatbahn zu tun haben. Denn über Ausklärung des Kondukteurs müssen wir unsere Rodel und Skis als Gepäck in den Packwagen aufgeben. Nachdem dieses besorgt, besteigen wir in unserer Wintersportausrüstung den direkten Wagin nach Grünthal, müssen aber zu unserem Leidwesen gewahr werden, baß unsere Tagesausrüstung nicht genügt und daß wir besser getan hätten, wenn wir uns noch mit Fußsäcken und Laternen versehen hätten, was wegen der in dem Zuge herrschenden Kälte und Düsterheit geboten wäre. Nach Passiemng der Station Rosenthal und während des Aufenthaltes in der Haltestelle Röchlitz machen wir die wiederum bezeichnende Erfahrung, daß die Einteilung der ersten zwei Wagen als direkte Wagen 'für Grünthal nicht zweckmäßig ist, da in den Mittelstationen der immerhin ziemlich starke Personenandrang sich erfahrungsgemäß hauptsächlich auf die ersten Wagen verteilt, von hier die weiterstreifenden nicht wie auf anderen Strecken die wenigst gestörten, sondern das gerade Gegenteil sind. Bei den weiteren Stationen die Wiederholung von genannter Haltestelle in puncto Einsteigen von Reisenden bis Proschwitz. In der Station Brandl steigt ein ziemlich großer Teil der Reisenden aus und wir atmen schon etwas erleichtert auf, in der Hoffnung, doch von jetzt an etwas bequemer fahren zu können. In der nächsten Station, Gablonz, empfangen wir schon einen besseren Eindruck — aber lieber Leser, beneide uns nicht, daß wir etwa bequemer fahren, sondern es bezieht sich auf unsere Sportgefühl — da eine ziemlich stark ausgeprägte Winterlandschaft sich in Gestalt von Schneehaufen auf dem Bahnhofsperron bemerkbar macht. Nach einem übermäßig lang hinausgezogenen Fünfminutenaufenthalt verlassen wir mit unseren nun doch etwas Wärme abgebenden, jedoch ausgelöschte Lampen mitführenden Zuge die Station, um bis Neudorf in totaler Finsternis zu fahren, hinter welcher Station sich uns im Morgendämmerlicht ein Gesamtbild von Gablonz bietet, welches uns zu einem freudigen Entzücken brachte, worauf alsbald beim Einlangen in der Haltestelle Bad Schlag ein ganz mächtiger Dämpfer kam, da hier sich wiederum der Vorteil zeigte, wie gut es ist, wenn die direkten Wagen im Vorderteil des Zuges sich befinden. Es ist nämlich bei dem Tarifunterschied zwischen der R. G. T. B. und der Gablonzer Straßenbahn nur logisch, daß ein großer Teil der Reisenden von Gablonz mit bet Elektrischen bis Schlag fährt und von hier erst die Bahn benützt. Wir ließen uns aber unsere Laune durch unsere in Schlag in den Zug gestopften Mitreisenden nicht verderben und trösteten uns mit den immer besser werdenden Schneeverhältnissen, wovon wir aber in der Station Wiesenthal wahrnahmen, daß die Bahnverwaltung darüber nicht so erfreut sein mag wie wir, denn das Züalein hat hier schon ganz gewaltig zu tun, um wieder in Gang zu kommen. Aber es geht und wir kommen in Morchenstern an. Hier herrscht ein ganz reges Leben und gibt auch ein Herr in Unterbeamtenuniform den daselbst arbeitenden Schneearbeitern mit einer den länger dienenden Unteroffizier verratenden Stimme in einer Weise Befehle, welche uns ver-anlaßte, die Fahrt zu unterbrechen. Nach dem Verlassen des Zuges besehen wir uns die Platzverhältnisse in dieser Station und staunen darüber, wie die Zugsbegleiter auf den zwischen den Geleisen befindlichen Schneehaufen laufen, ohne hierbei das Gleichgewicht zu verlieren und zwischen die laufenden Wagen zu stürzen. Es wäre wohl am Platze, wenigstens in dem Punkte, wo es sich doch bestimmt um die Gesundheit und die geraden Glieder der Eisenbahner handelt, nicht so zu sparen und die Schneemassen aus den Stationen zu entfernen. Nach einer kleinen Fußtour bis Tannwald benützen wir zur Weiterfahrt Zug 1713 und haben hier wieder die angenehme Erfahrung zu machen, daß wir mit einem Personenzug, in Wirklichkeit aber mit einem gemischten Zuge fahren, da wir in Tiefenbach und Unter-Polaun Wagen von unserem Zuge abstoßen sehen. In Grünthal können wir erst recht gewahr werden, wie schön es sein muß, aus dieser Staatsbahnstrecke als Bediensteter oder Arbeiter beschäftigt zu sein, da wir hier selbst als Reisende schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen, wie es sich zwischen den Wagenreihen auf Schneehaufen, welche beiderseits schräg abfallen, läuft, da es hier noch ärgere Schneehaufen gibt, als in den vorgelegenen Stationen. Besser wurde es schon auf der preußischen Staatsbahnstrecke, obzwar dieselbe in annähernd derselben Höhenlage sich befindet, und es schwanden die unliebsamen Verhältnisse bei der für sämtliche Teilnehmer großartig amüsant verlaufenen Rodel- und Skipartie bald aus unserem Gedächtnis. Aus killen. (Stabilisierung in der Werkstätte und im Materialdepot. — Leiden des Stationspersonals. — Unangebrachtes Sparsystem.) Pilsen ist bekanntlich eine der größten Stationen der k. k. österreichischen Staatsbahnen und beherbergt ein nach Tausenden zählendes Personal aller Diensteskategorien. Daß in einer solchen Station sich verschiedenes ereignet, wird niemanden, der den Eisenbahndienst kennt, wundern, daß aber in dieser Station eine Korruption herrscht, die jeder Beschreibung spottet, wird dem Eisenbahnministerium wohl nicht bekannt sein. Wir wollen daher ein wenig aufklärend wirken und die maßgebenden Faktoren auf die in Pilsen herrschenden Mißstände aufmerksam machen, damit sie Gelegenheit haben, dieselben zu untersuchen und abzuschaffen. Bekanntlich wird die Stabilisierung nach den Vorschlägen der respektiven Staatsbahndirektionen nach erfolgter Eingabe der unmittelbaren Vorgesetzten vom Eisenbahnministerium vorgenommen. So auch in Pilsen in den Werkstätten. Wie viel die maßgebenden Herren bei ihren Dorschlägen die Gerechtigkeit und Objektivität walten ließen, soll hier ausgezeigt werden. Bei ber letzten — wie anerkannt werben muß — besonders in ben Werkstätten und Heizhäusern bebeutenb erweiterten Stabilisierung würben zahlreiche Hanbwerker an ihrem Verbienst bebeutenb verkürzt; bie bnbitrch Betroffenen sinb gerabe bie älteren, die schon 7, 8, 9,10 unb noch mehr Jahre Dienstzeit bei ber Bahn hinter sich haben und einen Taglohn von Kr. 4-20 erreichten, während bie jüngeren mit einer Dienstzeit von 3 unb 4 Jahren und emem Taglohn von Kr. 3-80 mit bemselben Anfangsgehalt von 900 Kr. stabilisiert wurden; dasselbe geschah jenen, die mit 800 Kr. Anfangsgehalt stabilisiert wurden, denn die Direktion nahm auf die Dauer ber Dienstzeit gar keine Rücksicht. Es wirb, um jeben Vorwurf des Neides ab-zuwälzen, betont, daß wir den jüngeren ihr Fortkommen m gar keiner Weife mißgönnen, beim es gebührt ihnen mit vollem Recht; aber man muß schon betonen, baß bie Direktion auf bie älteren Rücksicht nehmen sollte unb entweber ihnen bei ber Stabilisierung ihre Anfangsgehälter oder aber schon früher die Löhne erhöhen könnte, damit sie bei der Anstellung in eine höhere Gehaltsstufe hätten kommen können. Anstatt einer Erhöhung ihrer Jahreseinnahine, würden sie mit Rücksicht auf ihre Dienstjahre bedeutend verkürzt. Rechnen wir einmal: Ein Arbeiter, der einen täglichen Lohn von 4 Kr. hat, verbient bei Zugrunbelegung von 300 Arbeitstagen 1200 Kr. jährlich. Bei ber Stabilisierung bekam er 900 Kr. Gehalt unb 280 Kr. Quartiergelb, was 1180 Kr. ausmacht; er ist baher um 20 Kr. jährlich verkürzt. Ein anberer Arbeiter, ber einen Lohn von Kr. 4-20 hat, verbient jährlich 1260 Kr.; ber-selbe wirb ebenfalls mit einein Anfangslohn von 900 Kr. unb einem Quartiergelb per 280 Kr. angestellt, in Summa 1180 Kr., bas ist jährlich um 80 Kr. weniger. Um seinen Verlust an Jahreseinnahme voll erfassen zu können, muß man auch die Abzüge, bie er leisten muß, in Betracht ziehen unb da stellt sich seine Einnahme wie folgt dar: Im ersten Falle bekommt der stabilisierte Arbeiter um Kr. 59-98, im zweiten UM Kr. 116 28 weniger als wie er im Taglohn stand. Um diese Behauptung besser zu veranschaulichen, führen wir folgendes Beispiel eines Arbeiters mit 900 Kr. Gehalt und eines mit einem Taglohn von Kr. 4-20 an. Der stabilisierte Arbeiter bezieht 900 Kr. Gehalt und 280 fir. Ouartiergeld, zusammen 1180 Kr.; von diesem Betrag werden abgezogen: Beitrag für den Provisionsfonds: "Kr. 50-60; Krankenkasse: 18 Kr.; Dekretstempel : 40 Kr.; Quittungsstempel: Kr. 4-60 und Stempel für Ausfassung der Dienstkleider: 38 H.; im ganzen Kr. 113-58; es" erübrigt zur Auszahlung in bcirein Kronen 1066-42; der im Taglohn per Kr. 4-20 steljende Arbeiter verbient jährlich 300 X 4-20 = 1260 Kr.; Abzüge: Provi-sionsfonbs Kr. 52-10; Krankenkasse Kr. 25-20; un ganzen daher Kr. 77-30. Zur Auszahlung gelangt bar: Kr. 1182-70. Der im Taglohn stehende Arbeiter bekommt baher in barem um Kr. 116-28 mehr als ber stabilisierte. Dann wird gesagt: „ES bars niemand verkürzt werden!" Auf solche Weise verkürzte Arbeiter, die einen Taglohn von Kr. 4-20 hatten, würden in der Werkstütte 10 und im Heizhaus auch einige stabilisiert; dieselben sind in einem Alter von 34 bis 42 Jahren und durchwegs Familienväter; bei weitem größer ist bie Anzahl jener, bie 4 Kr. Taglohn hatten, m einem Alter von 30 bis 35 Jahren stehen und, die schon oben erwähnt, mehrere Jahre Dienst* eit hinter sich haben. Diese Arbeiter warteten schon ein Xcchr auf eine Lohnerhöhung von 20 HW was für sie einen Nehrverlust von 60 Kr. nusmacht. Nach biesem Beispiel kann sich ein jeher leicht ausrechnen, wie viel die Löbliche bei solchen Stabilisierungen an ihren Bediensteten verdient; freilich, die Herren müssen verdienen, denn von rvo sonst sollten sie bie Tantiemen hernehmen, bie einen beträchtlichen Teil ihrer gerabe nicht bescheidenen Gehälter bilden. Wenn wir die Verkürzung eines solchen Bediensteten bei der Stabilisierung im Durchschnitt nur mit Kr. 100 bezeichnen, so ergibt sich nach einer 19jährigen Dienstzeit und nach dem „automatischen Vorrücken" ein Manko von Kr. 1900. Jedenfalls eine sehr bedeutende Summe für einen armen Bediensteten. Bei anderen Direktionen hat man noch im Juli 1908 den Ansangsgehalt bei einem Taglohn von 4 Kr. mit 1000 Kr. festgesetzt; bei der Pilsner Direktion hat man aber bie Arbeiter mit Kr. 4 20 Taglohn mit bem Anfangsehalt von 900 Kr. abgespeist. Unb das soll eine ein-e i t l i ch e Verwaltung sein; ja fällt das ber Ober-ehörbe, dem k. k. Elsenbahnministerium, nicht aus? Die Herren freilich haben für alles eine gute Ausrede: »Ihr bekommt die Uniform und die wird auch doch in beit Verbienst eingerechnet." Wir müssen aber schon sagen, baß die Bediensteten die Uniform sehr teuer zu stehen kommt. Wenn schon die Herren so gescheit sind unb bie Dienstkleiber in bas Jahreseinkommen einrechnen, warum rechnen sie biesen Pauschalbetrag auch nicht bei der Bemessung der Provision? Warum werden da auch nicht die Ueberzeiten, Zehrgelder re. mit eingerechnet? Das wäre nur recht und billig. Aber das tun diese Herren Bedienstetenfreunde nicht; sie sinnen lieber auf Mittel und Wege, wie sie die Bediensteten übervorteilen konnten. Das ist die Lebensaufgabe dieser Herren Direktionsmacher l Auch in der Bezahlung der lieber st u n d e n bei einem provisorischen und definitiven Arbeiter ist ein Unterschied zu ungunsten des letzteren zu bemerken. Während ein provisorischer Arbeiter mit einem Taglohn von Kr. 4-20 für die Ueberstunde Kr. 1-52 bekommt, mutz sich der definitive mit einem Gehalt von 900 Kr. mit der Bezahlung von Kr. 1-39 per Stunde begnügen. Also ein Unterschied von 13 H. per Stunde. Ja, rechnen können die Herren und Soziologen sind sie auch, natürlich aber nur zum Schaden der Bediensteten. Es muß auch von den Aushilfsarbeitern ein Wort gesagt werden; die Anzahl dieser Arbeiter beträgt in ber Wertstätte Pilsen 130; von diesen wurden zur Stabilisierung 22 beantragt, ernannt wurden jedoch 8 mit einem Anfangsgehalt von 400 Kr. Diese Leute arbeiten in der Werkstätte schon 10 bis 15 Jahre und mehr und doch hat man sie übergangen, und doch hat man einige Handwerker schon nach dreijähriger Dienstzeit ernannt, ja sogar noch sehr junge, noch nicht einmal ein Jahr dienende Leute. Warum wohl? Ans welcher Ursache hat man diese Leute übergaugen? Auch im Materialmagazin ist es gerade den ältesten Arbeitern, die 9 bis 12 Dienstjahre hinter sich haben, so ergangen: dafür hat man aber einen Jüngling stabilisiert. der noch nicht einmal den Anspruch auf die Aufnahme in den Provisionsfonds erheben konnte, weil er noch kein Jahr bei der Eisenbahn dient. Welch' eine Küchenfee hat diese rasche Stabilisierung bewirkt? Oder ist dieser Glückliche einer von jener Sorte von Leuten, die der Herr Chef so gern hat, weil sie ihm jeden Tratsch, so lange er warm ist, hinterbringen? Oder sollte vielleicht gar der Küchenschrank des Herrn Chefs an der Stabilisierung mitbeteiligt sein? Bei diesem Herrn gilt überhaupt die ehrliche Arbeit nichts, sondern nur Protektion; es ist ein wahrer Skandal, daß es möglich ist, daß altgediente, verheiratete Männer, die drei bis vier Kinder zu ernähren haben, mit einem Taglohn von Kr. 2-50 vorlieb nehmen müssen, während man einen grünen Jungen, der kaum zur Bahn „gerochen', vorgezogen und stabilisiert. Wenn der Herr Hofrat Strzizek wirklich das ist, für bas er sich ausgibt, ein humaner, bedienstetenfreundlicher Vorgesetzter, so würde er in biesen Sumpf mit eiserner Hanb dreinfahren und die Herren Vorstänbe über ihre Pflichten als Vorgesetzte belehren. Aber auch bas Eisenbahnministerium hat bie Pflicht, hier einzuschreiten und den ungerechterweise Zurückgesetzten zu ihrem Recht zu verhelfen. Der Oberkommandant in der Station, Herr kaiserlicher Rat JirouZek, ist unser alter Bekannter. Wir haben Gelegenheit gehabt, uns; mit ihm oft des öfteren zu beschäftigen, und nichts Gutes war es, was wir über ihn zu berichten hatten. Wegen seines Hasses und Uebel-wollens bem Personal gegenüber, seiner Schikanen ist er eine der bestgehaßtesten Persönlichkeiten des ganzen Direktionsbezirkes. Herr JirouZek ist ein erfinderischer Mann, der alles aufbietet, um nur das ihm unterstehende Personal quälen zu können. Eineseiner Lieblingsbeschäftigungen ist, mit bem Personal Schule zu halten. Wir nehmen eS als selbstverstänblich an, daß ein jeder Bedienstete, der Herrn Inspektor kennt, gleich uns die Meinung hat, daß das Personal in Bezug auf Bereicherung feiner Kmntni se sowohl im Verkehrs- als auch im kommerziellen Dienst nicht viel profitieren kann und so beschränkt sich Herr kaiserlicher Rat auf bas Vorlesen ber Erlässe unb Amtsblätter, was an und für sich noch das Vernünftigste wäre. Aber deswegen beruft Herr JirouLek doch nicht bie Schule ein, bie Hauptsache für ihn ist, dem Personal Vorwürfe zu machen, dasselbe zu hänseln und zu srozzeln. Eine der schönsten Tugenden der Staatsbahnbirektion Pilsen ist auch das Spare n. Da ist man auf die großartige Idee gekommen, ab 1. März d. I. eine ganze Reihe von regelmäßigen Güterzügen aufzulassen, angeblich des schwachen Verkehrs wegen. Durch diese Maßnahme konnten aus dem regelmäßigen Turnus zehu Zugspartien zu sechs Mann gestrichen werden, die alle vom Zugsführer beginnend bis zum jüngsten Bre>nser zarückgestellt wurden; nach dem Zirkular sollen diese jungen Leute dem Magazin zugeteilt werden, die Magazinsarbeiter zum Oberbau und die jüngsten Oberbauarbeiter sollen entlassen werden, uin die Armee der Arbeitslosen zu verstärken. So handelt der Staat als Unternehmer. 60 Mann werden zum Teil hinaus-geworsen, zum Teil wird ihnen ein unfreiwilliger Urlaub erteilt und das alles nur deswegen, damit der Herr Verkehrschef sich brüstet, wie er sparen kann. Aber nicht mir die Zuaspartien wurden reduziert, ändern auch noch neue Quellen des Sparens wurden er-chlossen. Die Zugsführer wirtschaften zu schlecht, sie führen >ic ganze Zugspartie, wie sie bei der Einteilung des Zugs-dienstes bestimmt würbe, im Dienst anstatt in Regie mit unb bas darf nicht fein und wirb künftighin streng geahndet. Der Zugsführer, der heute ohnedies nicht weiß, wo ihm der Kopf steht, soviel Pflichten hat man ihm ausgebürdet, soll nun auch der Blitzableiter sein für jene, die den Zugsbegleitern das Stundengeld besdineiben wollen. Die Herren sollen veranlassen, daß bie Züge rechtzeitig zuslmnnengestellt, baß bas Bremsbrutto rechtzeitig berechnet und bie notwenbige Anzahl von Bremser» bestimmt werben kann, bann wirb der Uebelstanb behoben, selbstredend müßten aber die siebenmal gescheiten Herren auch daran denken, daß die Arbeit in den Zwischeiistatioiien ebenfalls ausgeführt werden muh; oder glauben die Herren, daß die Realsten diese Arbeiten umsonst leisten sollen? Es wäre höchst an der Zeit, wenn in dieser Hinsicht Remedur geschaffen würde, zum Vorteil ist ein solches Wüten der Staatsbahnverwaltung gewiß nicht. Wrr find bie letzten, die Nachlässigkeit im Dienst, Nichterfüllung von Dienstespflichten in Schutz nehmen würden, aber ein unnötiges Quälen und Schikanieren des Personals ist nicht nur bem Dienst schädlich, sondern untergräbt auch die Disziplin und Autorität. Hier möge das k. k Eisenbahnministerium Einsetzen und Reformen schaffen, die nur der Verwaltung zugute kommen werden. —d— Inland. Festigung der Unternehmerorganisation. Die östermchijchen Unternehmer gehen daran, eine Zentralstelle sür ihre Organisationen zu schaffen, von wo aus sie den Kamps gegen die Arbeiter besser führen zu können hoffen. Die bestehenden drei Organisationen: .Zentralverband der Industriellen Oesterreichs", „Bund österreichischer Industrieller" und „Jndustriellenklub" sollen zu einer einzigen Organisation vereinigt werben, von bessert Zentralstelle aus die Wahrung der Interessen der Unternehmer erfolgen soll. In einem diesbezüglichen Artikel in der .Bohemia" heißt es: .Die neue Zentralstelle wird sich über Arbeits-mantzel nicht zu beklagen haben. Zu einer Zeit, da die Arbeiter fieberhaft bemüht sind, die gewerkschaftliche Bewegung immer intensiver zu gestalten, steht es der Jn-dustrieorganifation nicht an, zurückzubleiben. Man agitier« mehr, als man dies bisher getan, durch Versammlungen. Druckschriften, durch die Presse für den Beitritt jedes Industriellen zur Organisation." Am Schlüsse des Artikels wird auf beit großen agrarischen Einfluß verwiesen und ber Mangel einer ausgiebigen parlamentarischen Vertretung ber Industrie hervorgehoben. So sehen wir also, daß die Unternehmer bemüht sind, ihre Organisation immer besser cmszubauen, immer schlagfertiger zu gestalten, um die Bestrebungen der Arbeiter nach Verbesserung ihrer Lebenslage abzuwehren. Daraus ergibt sich für die Arbeiter von selbst die Notwendigkeit, dem Ausbau der Gewerkschafts-organisation ihr volles Augenmerk zuzuwenden und nicht früher zu ruhen, bis der letzte Mann der Gewerkschaft angehört. Jeder Arbeiter, der dem schweren Kampfe der Gewerkschaften mit bem vorzüglich organisierten Unternehmertum müssig zusieht, begeht ein Verbrechen an sich und seinen Klassengenossen, das sich früher oder später bitter rächt. Darum mögen alle der Organisation noch fernstehenden Arbeiter rasch ihrer Gewerkschaft beitreten, damit sie es später nicht zu bereuen haben. Sozialdemokratische Anträge im Parlament. Durch die Schließung des Abgeordnetenhauses wurden bekanntlich alle Anträge und Interpellationen hinfällig. Sie mußten daher bei der Wiedereröffnung deZ Reichsrates neu eingebracht werden, wenn die Parteien die Regierung verpflichten wollen, dazu Stellung zu nehmen. Der Sozialdemokratische Berband hat daher folgende Anträge überreicht: Gesetzwidrige Ausgabe von Schatzscheinen. Aushebung des § 14, Aenderung des Verems-gesetzes, Abänderung der Wahlordnung, Entscheidung über Krieg und Frieden durch das Parlament, Arbeiterlegiti-mationen aus Eisenbahnen, Regelung des Vertrags-verhültnisses der Eisenbahnangestellten, Verkürzung der Schichtdauer im Bergbau, Vorschriften über die Verwendung von Bleiweitz und bleiweißhältigen Farben, Linderung der Not infolge Arbeitslosigkeit, gesetzlichen Schutz für die Bediensteten im Gast- und Schankgewerbe, Sonntagsruhe für die Mühlenarbeiter, desgleichen beim Bergbau, Schutz der jugendlichen Arbeiter und Frauen, Verbot des weißen Phosphors, Behebung sanitärer Uebelstünde in den Bäckereien, Regelung der Arbeitszeit in ununterbrochenen Betrieben, Bestellung von Berginspektoren und Regelung der Kündigung und Entlassung von Vorstandsmitgliedern der Bruderladen sowie der Lohnzahlung im Bergbau, Verbesserung des Handelsgehilfengesetzes, Verbesserung der Lage der Postmeister, Postexpedienten, Steuer-exekutoren, Steueramtsadjunkten, Post- und Telegraphenbediensteten, Postverkehrsbeamten, der Angestellten der Tabakregie, der staatlichen Vertragsbeamten, der staatlichen Salinen- und Forstarbeiter» Herabsetzung der militärischen Dienstzeit, Regelung der landwirtschaftlichen Pachtverträge, Aufhebung des gesetzlichen Pfandrechtes der Hausherren, Aufhebung des Prügelpatents sowie der Todesstrafe, Wahl der Geschwornen auf Grund des allgemeinen, gleichen Wahlrechtes, Ausscheidung der theologischen Fakultät aus dem Verband der Universitäten, Aushebung der Schul- und llnterrichtsordnung aus dem Jahre 1905, Erhöhung der Minimalgehälter der Lehrer, Unfallversicherung bei baugewerblichen Betrieben, Enteignung der Kohlenbergwerke, Staatsmonopol sür den Eisengrotzhandel und die Petroleumindustrie Galiziens, Gesetz über die Notschlachtungen, Verstaatlichung der Eisenbahn Wien-Aspang, Aushebung des kleinen Lottos, Abkürzung des Steuerverfahrens. sür Einkommensteuerbemessungen der Arbeiter. Daraus ersieht man, daß die Sozialdemokraten wirkliche Volkspolitik treiben, während die bürgerlichen Parteien aus der Politik zumeist eiu Geschäft machen. Das Jagen nach Ministerposten beweist dies am besten. Wünsche der Lokomotivarbeiter. Unter Führung der Abgeordneten Dr. Ellenbogen und T o ms ch i k erschien die letzten Tage eine Deputation der Arbeiter der Lokomotivsabrik der Staatseisenbahngesellschaft beim Eisenbahnminister v. Wrba, um ihn sür den Fall der Verstaatlichung um die Fortgewährung der Benefizien zu ersuchen, die sie bisher als Arbeiter der Staatseisenbahngesellschaft besessen hatten, vor allem der Regiefahrkarten, ferner um das Verbleiben im Provisionsfonds. In der Besprechung wurden von beiden Teilen die Wege erörtert, auf denen die Erfüllung dieser Wünsche möglich wäre. Der Eisenbahnminister sagte die wohlwollende Prüfung der Frage zu und versprach, das Möglichste zur Erfüllung der vorgebrachten Wünsche zu tun. Konferenz der Wagenaufseher der Staatseisenbahngesellschaft. Freitag £>en 5. März l. I. sand in Böh-misch-Trübau eine Konferenz der Wagenausseher der St. E. G. statt, welche cntf der Tagesordnung die Ernennung der Wagenausseher zu Wagenmeistern hatte. Zu der Konferenz hatten die Stationen: Prag, Brünn, Stadlau, Bruck a. d. Leitha, Pardubitz, Chotzen, Halbstadt, Kralup a. M., Aussig, Bodenbach und Böhmisch-Trübau ‘24 Delegierte entsendet. Das Sekretariat in Prag war durch GenomenKoranda und jenes in Brünn durch Genossen Mouka vertreten. In der Konferenz gelangte folgende Resolution zur Annahme : Die in Böhmisch-Trübau am 6. März 1909 tagende Pro testkonserenz der Vertrauensmänner der Wagenausseher der privilegierten österreichisch-ungarischen St. E. G. beschließt in Ansehung der bisherigen Bestimmungen des gesellschajllichen Gehalts- und Vorrückungsschemas sür Diener, denen zufolge den Wagenaufsehern die Vorrückung in den gesellschaftlichen Unter-deamtenstatus verschlossen ist, folgendes: Die Wagenaufseher tragen es schwer, daß ihrem sowohl in der Personalkommission als auch in dem der Direktion am 21. Dezember 1908 vorgelegten Memorandum ausgesprochenen und berechtigten Wunsch nach ihrer Ernennung zu Wagenmeistern bisher noch nicht entsprochen wurde. Die Wageuaufseher erblicken in der Verschiebung der Erledigung ihres Wunsches eine desto größere Zurücksetzung, als bei der k. k. Staatsbahn und der Südbahn bereits die Wagen aufseher zu Wagenmeistern ernannt werden und ferner auch deshalb, nachdem für die übrigen Bedienstetenkategorien der I. Dienergruppe die Möglichkeit der Ernennung zu Unterbeamten gegeben ist. Insbesondere die älteren gesellschaftlichen Wagenauffeher fühlen sich zurückgesetzt, nachdem dieselben nach den alten VorrückungS-bestlmmungen in den höheren Gehaltsstufen um ie 200 Kronen avancierten, während ihnen durch das neue Schema aus dem Jahre 1907 die Vorrückung um stets nur 100 Ikronen und da erst nach fünfjährigen Wartefristen gewährleistet wird. Die Vertrauensmänner der Wagenaufseher sind von ihren Kollegen beauftragt, gegen ^diese Benachteiligung Einspruch zu erheben und denselben der Bahndirektion zur Kenntnis bringen zu lassen. Angesichts dessen beauftragen die Vertrauensmänner das Mitglied oer Personalkommijsion, Kollegen Eduard Harzberger aus Bruck a. d. Leitha, diesen Resolutionsantrag m der nächsten Sitzung der Personalkommission (Sektion sür Diener) einzubnngen und entsprechend zu vertreten. Konferenz der Wagenuntersucher (Wagenaus seher) der k. k. Nordbahn. Die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines hatte für Sonntag den 7. März l. I. nach Prerau eine Konferenz der Wagenuntersucher (Wagenaufseher) der L k. Nordbahn mit folgender Tagesordnung einberufen: 1. Bericht des Personalkommissionsmitgliedes Genossen Galle. 2. Die Foroerungen der Wagenuntersucher (Wagenausseher) der I. f. Nordbalm. 3. Eventuelles. Zur Konferenz waren aus 11 Stationen 16 Delegierte erschienen, die zusammen 1% Wagenuntersucher (Wagenauffeher) der k. k. Nordbahn vertraten. Von der Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz und Gewerrschastsvereines war Genosse Adolf Müller erschienen. Nachdem Genosse Alois S t i n g l zum Vor isitzenden und Genosse Johann Krones zum Schrift fiihrer gewühlt worden war, wurde in die Tagesordnung eingegangen und erstattete das Personalkommissionsmit-glied Genosse Galle ein lehr ausführliches und sachliches Referat über die Tätigkeit der Personalkommission und der Organisation für die Kategorie der Wagenuntersucher (Wagenaufseher) und über die Forderungen dieser Bediensteten. Nach einer mehrstündigen Debatte zu den beiden Punkten der Tagesordnung wurde nachstehende Resolution instimmig zum Beschluß erhoben: Die am 7. März 1909 in Haas' Gasthaus in Prerau tagende Konferenz der Wagenuntersucher (Wagenaufseher) der k. Nordbahn, bei welcher 15 Delegierte aus 11 Stationen der t. Nordbahn anwesend sind, die 196 Wagenuntersucher (Wagenaufseher) vertreten, nimmt den Bericht ihres Vertreters in der Personalkommission zur Kenntnis und spricht der Organisation und der Personalkommission, für die bisherige Tätigkeit dos vollste Vertrauen aus. Gleichzeitig ersucht sie ihren Vertreter in der Personalkommission folgende Forderungen der Wagenuntersucher (Wagenauffeher) der f. k. Nordbahn mit allem Nachdruck zu vertreten : 1. Die Wagenaufseher der k. ?. Nordbahn sind entsprechend dem bei der K. F. N. B. bestandenen Usus nach der Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr. bei der nächsten normalen Vorrückung zu Unterbeamten zu ernennen. 2. Endliche Regelung der Dienstzeitverhältnisse sür das gesamte Wagennntersucher(Wagenausseher)personal der k. k. Nordbahn im Einvernehmen mit dem Personalkommissionsmitglied, und zwar entsprechend den diesbezüglich bereits in der Personalkommission eingebrachten und angenommenen Anträgen. 3. Der Grenzbienst soll künftighin nur von geschultem Per-onal versehen werden, beziehungsweise sollen in Zukunft die Substituten nur aus dein Wagenaussichtspersonal entnommen werden. 4. In allen jenen Stationen, wo heute die Wagenauffeher den Schinierdienst versehen, sind künftighin eigene Bedienstete zur Verrichtung des Schinierdienstes aufzunehmen und an« znstellen. 5. Nachdem durch die Einreihung in den Status der k. Staatsbahnen hinsichtlich der Aussassung von Montur- tiiefen eine namhafte Verschlechterung zu verzeichnen ist, oll die Frage der Regelung der Monturverhältnisse entsprechend Den diesbezüglich bereits in der Personalkommission eingebrachten Anträgen ehestens einer befriedigenden Losung zugeführt werden. 6. Gewährung von entsprechenden Entschädigungen sür die entzogenen Prämien für entdeckte gefährliche Wagengebrechen. 7. Gewährung von gekürzten Vorrückungsfristen allen „enen Wagenaufsehern, die in der Gehaltsstufe von 800 Kr. eingestellt wurden. Ferner: Die Gewährung einer entsprechenden Entschädigung an alle jene Wagenausseher, die bei der Einreihung die Gehaltsstufe von 1100 Kr. oder durch außertour-liches Avancement die Gehaltsstufe von 1200 Kr. erreichten. 8. Endliche Regelung der Auszahlung sämtlicher Bezüge in einer das gesamte Personal befriedigenden Weise. Zum Schlüsse verpflichten sich die versammelten Delegierten mit allen Mitteln für einen kräftigen Ausbau der Organisation unter den eigenen Kollegen in pflichtgemäßer Weise Sorge zu tragen, weil sie der Ueberzeugung sind, daß nur dadurch den Forderungen der Wagenuntersucher (Wagenauffeher) der k. k. ioi'dbahn jener Rückhalt verliehen werden kann, der notwendig ist, um diese Forderungen auch in entsprechender Weise zum Durchbruch zu bringen. Mit einem Appell an die Delegierten, den Beschluß zur Tat werden zu lassen, schloß der Vorsitzende Genosse Stingl die Konferenz um 3/45 Uhr nachmittags. An der Tkutterschüssel. Die Christlichsozialen haben durch den Sturz des Ministerpräsidenten Baron Beck neben anderen politischen Fischzügen auch die Versorgung einiger ihrer Führer bezweckt. So des Herrn G e ß m a n n. Dieser habgierige Profitmacher bezieht nun aus Steuergeldern: 8000 Kr. Pension als Kustos der UniversiiätS bibliothek, 20.000 Kr. Ministerpension, 8000 Kr. Gehalt als Landesausschuß, 4000 Kr. Landtagsdiäten und 6000 Kr. Reichsratsdiäten: zusammen also 46.000 Kr. jährlich. Der christlichsoziale Dr. W e i s k i r ch n e r war bis her Präsident des Abgeordnetenhauses. Die höchste Wahlwürde im Staat war diesem Herrn aber zu wenig, denn erstens trügt sie bloß 14.000 Kr. jährlich und zweitens ist sie mit keiner Pension verbunden. Also ließ Herr W e i s-k i r ch n e r diese Würde links liegen und wurde Handelsminister. Jetzt bezieht der christlichsoziale Korruptionstöter und Antikapitalist 21.000 Kr. Pension als Magistratsdirektor der Stadt Wien, 40.000 Kr. Mimftergehalt, zirka 6000 Kr. Reichsratsdiäten und 4000 Kr. Landtagsdiäten; also 71.000 Kr. jährlich. Geradeso betreiben das Geschäft die Deutschnatio-nalen. Der ehemalige Eisenbahnminister Dr. v. Der-s ch a t t a mußte beiseite geschafft werden, um den anderen Anwärtern, Dr. Per gelt und Dr. Sylvester, bei nächster Gelegenheit nicht im Wege zu stehen. Man ließ ihm nach seiner Entlassung den Ministergehalt durch die Beftiminuna das; .seine Wiederverwendung Vorbehalten fti" Dann gab man ihm eine der fettesten Pfründen, die es in Oesterreich gibt, man machte ihn zum Präsidenten des Österreichischen Lloyds, welcher Posten mit einem Jahreseinkommen von beiläufig 100.000 Kr. verbunden tst, Selbstverständlich nimmt Herr Dr. v. D e r f ch a t t a auch dieses Amt nur tm Interesse und zum Wohle des deutschen Volkes an.... Auch die Deutschradikalen wollen nicht zu lua, kommen. Bei jeder Gelegenheit verlangen sie, Latz ihr Pacher Minister wird. So sind sie aber, die Herren der bürgerlichen Parteien, die aus ihrer Politik ein Geschäft machen. Und ihre Presse? Nun die geifert gegen die sozialdemokratischen Führer, die von „Arbeiterkreuzern leben", selbst dann, wenn sie bei anstrengender Tätigkeit nur bescheidene Ge: hälter beziehen._________________________________________ Angestellte bis zu 2400 Frcs. Besoldung in Paris und bis zu 2100 Frcs. in anderen Orten genossen, auf eine Reihe weiterer Orte, wo das Leben teuer ist, ausgedehnt. Der Kampf um das Koalitionsrecht in Ungarn. Als Antwort auf die jüngsten Unterdrückungsmaßregeln hat die organisierte Arbeiterschaft durch das Gewerk-'chaftsfekretariat dein Ministerium deS Innern ein Memo* randum überreicht, in welchem sie den Uebergarig zur geheimen Organisation ankündigt. In dem Memorandum wird darauf hingewiesen, daß eit der Ministerschaft des Grafen Julius Andrassy in Ungarn 400 Arbeitervereine suspendiert oder aufgelöst, aber keine Statuten neuen Arbeitervereinen bewilligt wurden, während die Statuten von 300 Unternehmer verbünden vom Ministerium genehmigt wurden. Obwohl diese Unternehmerorganisationen mit allen Mitteln des Terrorismus arbeiten, die Gewerbetreibenden, die ihnen nicht zu Willen sind, mit Geldstrafen belegen, werden sie von den Behörden nicht behindert, während Arbeitervereine ans Grund anonymer Denunziationen aufgelöst werden. Nach Auszählung der jüngsten Verfolgungen gegen die Arbeitervereine wird dem Minister des Innern mitgeteilt, daß die organisierte Arbeiterschaft ans das Recht, Geldmittel für ihre Lohnkämpfe zn sammeln, nicht verzichtet und hierfür eine geeignete, für die Behörde unzugängliche Form gefunden hat. Der Minister wird ersucht, ich zu äußern, ob er gewillt ist, den Arbeitern dasselbe Maß von Vereinsrecht zukommen zu lassen wie den Unternehmern. Sollte er dazu nicht bereit sein, so werden sämtliche Arbeiterorganisationen ihre statutenmäßige Form aus-geben und zu jener Organisationsform übergehen, die sie vor den Uebergriffen der Behörden schützt. Schiedsgericht in Arbeitsstreitigkeiten bei den britischen Eisenbahnen. Das von dem gegenwärtigen englischen Finanzminister während seiner Tätigkeit als Hnndelsmimstcr geschaffene Schiedsgericht für Streitigkeiten zwischen den Eisenbahngesellschaften und den Angestellten, ijatte im Jünner d. I. zum erstenmal Gelegenheit, eine Entscheidung zu treffen. Es handelte sich um schwebende Fragen zwischen der London and North Weste* Railway und ihren Bediensteten (39.000), die von den verschiedenen Conciliation Boards (Einigungsämtern) nicht gelöst werden konnten. Der endgültige Schiedsspruch bringt nun den Bediensteten mehrere Begünstigungen betreffs der A r b e i t s-zeit und auch die Bezahlung von Ueberzeitarbeit, Sonntagsarbeit u. s. ro. Das neue Abkommen mit dieser Gesellschaft tritt mit 1. April 1909 in Kraft und ist bis zum 1. Jünner 1913 gültig. Der Sekretär der Amal-gamated Society of Railway Servants, Richard Bell äußert ich sehr befriedigt über 'den Schiedsspruch und es ist zn erwarten, daß diese Einrichtung sich auch auf den anderen Bahnen einbürgern wird. B. Billiges Meuschensleisch zu verkaufe». Die Arbeitslosigkeit in New-Aork Hat in den letzten Wochen besorgniserregende Dimensionen angenommen; nach Taufenden zählen die, die ohne Arbeit zu finden, aller Existenzmittel entblößt, voll Ver-zweislung in die Zukunft blicken. Es ist ein bezeichnendes Symptom für die Ausdehnung der Not und des Elends, daß jetzt in Brooklyn eine regelrechte Versteigerung von Manschen angekündigt wird, in der 300 dieser Erwerbslosen sich zu jedem annehmbaren Preis aus eine längere Zeit als freiwillige Sklaven verkaufen, bereit, jede Arbeit zu verrichten und als Lohn im wesentlichen nur Nahrung, Kleidung und eine Schlafstätte zu fordern. Es ist ein „bekannter Philanthrop" und städtischer Beamter, Loughlin, der diese einzigartige Versteigerung, dem verzweifelten Drangen der Arbeitslosen nachgebend, arrangiert hat. Schon vor einigen Tagen Hat er einen Mann „versteigert' und daraufhin empfing er jetzt mehr als 300 Besucher, die für sich kein besseres Schicksal erflehten. Die Bewerber werden in drei verschiedenen Abteilungen verauktioniert: Erster „Posten*: Mechaniker; zweiter „Posten": Arbeiter; dritter „Posten": Aufwärterinnen. Ein Katalog ist ausgearbeitet, in dem Namen nicht genannt werden und die „Versteigerungsobjekte" werden während der Auktion ihr Gesicht in Masken verhüllt tragen. Der Veranstalter hat bereits zahlreiche Zuschriften erhalten, in denen ihm Aufträge für die Auktion gegeben wurden. Ein Bewerber schreibt: „Ich will nicht betteln; ich will arbeiten und Bin willens, alles zu tun, als Kutscher oder als Kohlenträger, als Hausbursche oder als Heizergehilfe. Die Lage ist schrecklich und kaum zu beschreiben. Manchmal fühle ich mich vor dem Selbstmord und manchmal in Versuchung. Verbrecher zu werden* Eiu englischer Korrespondent, der die Verhältnisse persönlich geprüft hat, bestätigt, daß Mr. Loughlin die Idee der Versteigerung mit allem Ernst betreibt und daß alle seine „Kunden" bereit sind, sich zu verkaufen. \ Auf der einen Seite Milliardäre, welche nicht wissen, was sie mit den Zinsen ihres Kapitals anfangen, auf der anderen Seite Hunderte von Arbeitslosen, welche sich freiwillig in die Sklaverei Begeben. Kann cs etwas Grauenhafteres, etwas Erschütternderes geben, als diese freiwillig gewählte Sklaverei'? Kein Kündigungsrecht, keine Freiheit — sondern bloß die Bitte nach Brot bei harter Arbeit. Unwillkürlich ballt man die Fäuste und verflucht diese erbärmliche Gesellschaftsordnung.____________ Nusland. Kamilienzuschüsse für Eisenbahnbedienstete in Frankreich. Die Orl^ansbahngesellschast hat seit Beginn dieses Jahres die Einrichtung getroffen, daß alle ihre Bediensteten, deren Besoldung geringer als 1500 Frcs. ist und denen die Unterhaltung von mehr als zwei Personen (Kinder, Eltern, Geschwister n. s. w.) obliegt, von der dritten Person einschließlich an, eine monatliche Zulage erhalten. Bedienstete mit einer Besoldung von 1500 bis 2100 Frcs. bekommen den Zuschuß von der vierten Person einschliesslich an. Der Zuschuß beträgt sür jede dies« zu unterhaltenden Personen monatlich 5 bis 10 Frcs. Diese Bestimmung gilt für alle dauernd im Dienste der Gesellschaft befindlichen Leute. Männer und Frauen, ber Taglohn wie bei Monatslohn. In der Bekanntgabe durch den Direktor H e u r t e a u wird bemerkt, daß durch diese Maßregel fast 6000 Bedienstete eine Verbesserung ihrer Lage erfahren. Zugleich wird das Wohnungsgeld, welches bisher Streiflichter. Wie Deutschuationale entstellen. Man schreibt uns: Der „Deutsche Eisenbahner" vom 20. Februar 1909 befaßte sich in einem längeren Artikel mit Werkstätten- und Heizhaus-angclegenheiten über die Stabilisierung, wo uns auch Protektion von feiten der Werkstätten- und Heizhausleitung Wien I angedichtet wurde. Der Verfasser des Artikels muß sehr schlecht von den Bestehenden Ungerechtigkeiten unterrichtet sein, sonst müßte er wissen, das; noch bedeutend krassere Fälle von Benachteiligungen und Verkürzungen bestehen, als die von ihm angeführten. Der ganze Artikel macht den Eindruck, als ob cs dem Verfasser nur darum zu tun gewesen wäre, für feine derzeitigen Parteiangehörigen selbst Protektion zu suchen. Ob dieser Vorgang für die Verkürzten von Vorteil ist. Bezweifeln wir. Es diene auch dem Verfasser folgendes zur Richtschnur: Uns liegt es fern, die Werkstätten- und Heizhausleitung in Schutz zu nehmen, aber Tatsache ist. daß wir uns Bei keiner Dienstesstelle einer Bevorzugung erfreuen, sondern daß das Bis heute Erreichte einzig und allein nur durch opferreichen Kampf errungen wurde. Wir möchten bei dieser Gelegenheit den Verfasser ersuchen, in dem Material, welches in seiner Redaktion liegt, nachzusehen, ob nicht die Verkürzungen vor der Stabilisierung, wo Leute vier bis fünf Jahre vorher die letzte Zulage erhielten, nach dieser langen Wartezeit im Lohn angestellt wurden, bestanden hatte. Ferner die 20 bis 30 Mann, welche bei der Stabilisierung um 60 bis 180 Kr. verkürzt wurden, oder die alten Diener, welche nach 25- Bis 40jähriger Dienstzeit erst 1500 Kr. Gehalt haben. Auch »stiert Verfasser den Bilinskischen Erlaß vom Jahre 1894 wegen der Maschinenarbeiter, welche zur Stabilisierung gelangen und vergißt dabei, daß nach der alten Automatik i»ie Weidmänner und Werkgehilfen in einer Kategorie waren, während heute letztere in dieser belassen werden und die anderen in die nächsthöhere vorrücken, was für die Werkgehilfen im Falle einer Versetzung oder UebersteHung nicht von Vorteil ist, da es für sie ausgeschlossen erscheint, um einen früher erreichbaren Posten cm-zusuchen. Nr. 9 nV#v GistnvayE.« Seite 9 Es wäre erste Pflicht des „Deutschen Eisenbahner", dies alles zu Beleuchten und es würde ihm besser anstehen, statt zu entstellen, die Ursachen derartiger Verkürzungen zu begründen und unser Bestreben nicht zu hemmen, welches lautet: „Einreihung in die Lohnstufe oder Gehaltskategorie nach der Dienstzeit, daß es jedem möglich ist, seinen Endgehalt nach 80 Jahren 8u erreichen/ wäre viel besser. Was die Einrcchmmg der militärischen Ausbildung anbelangt, so dürfte sich der Verfasser im Irrtum befinden, denn wir beweisen ihm das Gegenteil. Er schreibt von einem Mitglied deS Reichsbundes mit Namen Haberlehner, daß er jetzt 900 Kr. Gehalt bezieht und zu den Befähigtesten des Heizhauses gehört, daher verkürzt ist. Wir konstatieren demgegenüber, daß es bei uns Leute mit einer längeren Dienstzeit grbt, welche nur 800 Kr. haben und ebensoviel Befähigung besitzen wie genannter Herr. Umsomehr müssen wir unser Erstaunen darüber zum Ausdruck bringen, daß sie über die Dreherei so stillschweigend hin-rveggehen. WeiterS wird Herr B l e b e l als verkürzt angeführt und dabei ganz vergessen, daß dieser Herr unter allen Umständen stabilisiert werden wollte, wenn auch nur mit 700 Kr., was ja gewiß zu bedauern ist. Und jetzt wollen unS die Herren mit solchen Argumenten entgegentreten I Wir bringen ferner in Erinnerung, daß die stabilisierten Werkmänner eine Aktion unternahmen und es einen gewissen Werkmann gab, der den Rückzug ergriff. Das mag den Herren zeigen, daß ihre Behauptungen nicht Äütreffen, und eS wäre ihnen zu empfehlen, sich mehr mit wirtschaftlichen Fragen zu befassen, mit der gesamten Eifenbahner-schast zu deren Verbesserung gleichen Schritt zu halten und sich weniger mit nationalen und persönlich gehässigen Angriffen zu beschäftigen. Gegen die Verschlechterung der Eisenbahnerversicherung. Mittwoch den 3. März l. I., 8 Uhr abends, sand in Herrn Tiirkes Restauration „Strobelhof", IX., Porzellangasse 50, eine sehr gut besuchte, öffentliche Eisenbahnerversammlung mit folgender Tagesordnung statt: „Die von seiten der Regierung geplante Verschlechterung der bernsögenossenschastlichen Unfallversicherung der österreichischen Eisenbahne n." Genosse Wabitsch erörterte zuerst das Haftpflichtgesetz vom Jahre 1869 in sehr ausführlicher Weife, wobei er darauf hinwies, daß die Bahnverwaltungen, als die Eisenbahner daraus kamen, daß sie nicht nur einen Absertigungsbetrag bei Verunglückung im Dienste verlangen können, sondern auch Rente, Schmerzensgeld rc., hergingen und die Eisenbahner auf Grund !des Unfalloersicherungsgesetzes vom Jahre 1887, beziehungsweise nach dem Ausdehnungsgesetz vom Jahre 1894 versichern ließen. ^ Diese Gesetze stehen weit hinter dem Hastpflichtgesetz, so daß dies »schon eine Verschlechterung für die Eisenbahner war. Die Negierung will jedoch die verunglückten Eisenbahner durch ein neues Gesetz neuerdings schädigen. Schon der frühere christlichsoziale Vorstand der Unfallversicherungsanstalt habe sehr viel beigetragen zu dieser geplanten Verschlechterung. Redner besprach weiters das Verhalten dieses Vorstandes der jederzeit bestrebt war, die verunglückten Eisenbahner zu schädigen. Genosse Wabitsch machte sodann noch die Anwesenden aufmerksam, bei den Wahlen in die berufsgenossenschastliche Unfallversicherung nur sozialdemokratisch zu wählen und schloß sein mit Beifall begleitetes Referat. Nach einigen Rednern, welche die Ausführungen deS Genossen Wabitsch bekräftigten, wurde folgende Resolution einstimmig beschlossen: „Die heute den 3. März 1909 in Herrn Türkes Restauration versammelten Eisenbahner protestieren aus das energischeste gegen die von der Regierung geplante Verschlechterung der neuen Sozialversicherung, insoweit diese aus die Unfallversicherung Bezug hat, und erklären, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dagegen arbeiten zu wollen, um dieses Verbrechen gegen die Eisenbahner zu verhindern.* Genosse Kneidinger forderte sodann die noch der Organisation fernstehenden Eisenbahner ans, derselben korporativ beizutreten, worauf diese imposante Versammlung geschlossen wurde. Eine Abänderung des Krankenkassenstatuts der Tüdbahn wurde in der am 2. März l. I. abgehaltenen Ausschußsitzung beschlossen, und zwar betrifft dies die §§ 5 und ti, welche über Auftrag der Generalinspektion abgeändert werden mußten. Die Generalinspektion der österreichischen Eisenbahnen hat gegen die bisher vom Ausschüsse geübte Praxis, Mitgliedschaftsunterbrechungen nachzusehen, Stellung genommen und zwar deshalb, weil im gegenwärtigen Statut ein solches Recht des Ausschusses nicht vorgesehen war. Um nun den bloß faktischen Zustand in einen rechtlichen zu verwandeln, war dre Aenderung notwendig. Es kam früher vor, daß Leute den Eisenbahndienst verließen, not sich irgendwo anders eine neue Lebensstellung zu gründen, und daß dieselben mit enttäuschten Hoffnungen nach einiger Zeit wieder reumütig zurückkehrten und bei ihrem früheren Dienstoorstand wieder um die Aufnahme bittlich wurden. Um der Anrechnung der früheren im gesellschaftlichen Bahndienste zurückgelegten Dienstzeit nicht verlustig zu werden, haben alle solchen Leute nach ihrer Wiederaufnahme ein Gesuch an den Krankenkassenansschuß gerichtet-und um die Beibehaltung der frühere» Mitgliedschaft gebeten, welches diesen Petenten nahezu immer unter nachträglicher Leistung der hierfür entfallenden Krankenkassen-beiträge für die Dauer der Unterbrechung gewährt worden war. Dies wurde von seiten der Aufsichtsbehörde beanständet mit dem Bemerken, daß die Leute nach den Statut auf eine derartige loyale Behandlung gar kein Anrecht haben und daß diese geübte Praxis des Ausschusses in den Rahmen des Statuts ausgenommen werden müsse, wenn selbe weiter geübt werden wolle. Die abgeänderten Paragraphen haben daher folgenden Wortlaut: §6.1. Urlaube und Dienstesunterbrechungen, soferne letztere ihrem Charakter nach Urlauben gleichgehalten werden können, bedingen keine Unterbrechung der Mitgliedschaft, wenn die betreffenden Kassenmitglieder auch sür jene Zeit des Urlaubes, respektive der Dienstesunterbrechung, während welcher der Gehalt oder Lohn eingestellt worden ist, ihre statutenmäßigen Beiträge jm vorhinein entrichten. 2. Alter Absatz 1. . 3. Kassenmitglieder, welchen zum Zwecke ihrer militärischen Ausbildung auf die Dauer von längstens drei Monaten einberufen werden, behalten sür den Fall ihrer Wiederausnahme in den gesellschaftlichen Dienst ihre Mitgliedschaft, wenn sie die statu- tarischen Krankenkassenbeiträge für die ganze Dauer ihrer Abwesenheit vom Dienste entrichten. 4. Alter Absatz 2. Ist das Wort .nur" in der 1. Zeile zu streichen. § 6, Absatz 1: tn der 4. Zeile nach „dasselbe" einzuschalten: in der Regel. Absatz 2: in der 1. Zeile das Wort „tt u r" streichen I Absatz 3: Kassenmitgliedern, welche aus anderen als den unter Punkt 2 angeführten Gründen aus dem Dienst geschieden sind und binnen Jahresfrist wieder ausgenommen werden, kann der Ausschuß in berücksichtigungswürdigen Fällen die Mitgliedschaftsunterbrechung Nachsehen. Die sür die Unterbrechungsdauer entfallenden Beiträge sino nachträglich zu leisten. Was die Familienangehörigenbehandlung anbelangt, so hofft der Ausschuß, daß diese im Interesse der versicherten Krankenkassenmitglieder gelegene Reform noch im Laufe des heurigen Jahres durchgeführt werden wird. Die Unterhandlungen des Ausschusses mit dem Vertreter der Bahnärzte haben eine Unterbrechung erfahren müssen, weil bekannt wurde, daß das Eisenbahnministerium einen Erlaß herauszugeben beabsichtige, in welchem die Grundzüge angegeben sind, unter welchen Modalitäten die Bahnärzte der Pnvatbahnen definitiv angestellt werden sollen und wie selbe in Bezug auf die Altersversorgung zu behandeln sind. Bis zum Herablangen dieser Entscheidung mußten daher die Verhandlungen abgebrochen werden. Die Bahnärzte streben bekanntlich die definitive Anstellung und die Ausnahme in den Pensionfonds an, unter welchen Modalitäten dies denselben in Hinkunst zu gewähren ist, wird in dem angekündigtm Erlaß des Eisen-bahnministeriums bestimmt werden. Bei der Einführung dieser Reform wird in den großen Personalstationen eine Vermehrung der Bahuärzte stattfinden müssen, weil die gegenwärtigen Bahnärzte mit ihrem großen Mitgliederstand künftighin nicht auch noch die Frauen und Kinder in die ärztliche Behandlung nehmen können. Eine Vermehrung wird daher in nachbenannten Stationen eintreten, und zwar: Wien 4 Aerzte, Wieuer-Neustadt 1 Arzt, Bruck 1 Arzt, Graz 1 Arzt, Marburg 2 Aerzte, Innsbruck 1 Arzt, Bozen 1 Arzt. In Hinkunft soll ein Arzt nicht mehr als 600 Kranken-kassenmitglieder und die dazu gehörenden Frauen und Kinder zu behandeln haben. Aus diesem Grunde müssen auch die Rayone verkleinert werden. Das Aussckiußmitglied S ch e r b a u m, welches in das Komitee zur Beratung dieser Angelegenheit von den übrigen Kasfenausschußmitgliedern gewählt wurde, wird sich auch dafür einsetzen, daß den pensionierten Mitgliedern künftighin die bahnärztliche Behandlung unentgeltlich gewährt werden soll. Konferenz der Portiere der Südbahn. Am 3. März d. I. kamen die Portiere von allen Linien der Südbahn in Marburg zusammen, um gegen die Zurücksetzung bei der Einreihung in den Unterbeamtenstatus zu protestieren. Die Zentrale war durch Genossen Weigl vertreten, welcher bezugnehmend auf das Zirkular 385A einen ausführlichen Bericht erstattete. Ebenso wurden auch die Agenden der gewählten Perfonalkommissionen, der 24stündige Dienst und die Vorrückmigssristen einer eingehenden Diskussion unterzogen. Der Brennpunkt der Konferenz war auch diesmal die Ausschließung der Portiere aus dem Unterbeamtenstatus, die um so mehr auf die Portiere erbitternd einwirkt, da wirklich kein Grund zu einer derartigen Zurücksetzung aufgebracht werden kann. Einfach lächerlich wäre es, wenn man den Kostenpunkt für diese kleine Anzahl als Argument anführen wollte. Die Portiere bestehen fest auf der Erfüllung ihrer Forderungen und iverdeii mit der eingeleiteten Aktion nicht früher ruhen, bis sie das angestrebte Ziel erreicht haben. Von sämtlichen Portieren der Südbahn stehen 76 Prozent in der Organisation iiii erwarten diese, daß die übrigen Kollegen in kürzester Zeit sich den Kämpfenden an-schließen. Spezielle Aufklärung über einzelne Punkte wird bereitwilligst von Genossen Franz Koller in Bruck an der Mur auf Verlangen gegeben. Eisenbahner, Achtung! Wir werden von mehreren Ortsgruppen auf das Treiben verschiedener Agenten aufmerksam gemacht mit der Bitte um Veröffentlichung. Aus Bozen schreibt man, daß sich dort ein ehemaliger Gendarm als Oberkommissär der niederösterreichischen Landesversicherung herumtreibt und ein Verzeichnis aller Eisenbahner, die sich angeblich durch thit versichert haben, vorweist, was jedenfalls nicht richtig fein dürfte. In Niederösterreich bereist ein Herr Leska mit Vorliebe die Domizilstationen der Eisenbahnbediensteten und sucht Abnehmer für ein angeblich drei Bände starkes Werk .Oesterreichs Land und Leute" zum Preise von Kr. 3060 zu gewinnen. Das Reinertrügnis aus dem Verkauf dieses Werkes soll, wie es in der Tagespresse heißt, Waisenkindern von Eisenbahnbediensteten zugute kommen. Wie aus Obenstehendem ersichtlich, versuchen gewisse Leute in nicht ganz einwandfreier Weise Geschäfte zu machen, und ist daher Vorsicht am Platze. Die Stationsausseher der Südbahn. In Nr. 8 des „Eisenbahner" vom 10. d. M. hat sich in dem vorgenannten Artikel: „Sie Stationsaufseher der Südbahn", Seite 3, Spalte 3, dritter Absatz, ein sehr unliebsamer Fehler eingeschlichen, wodurch gerade das Gegenteil von dem gesagt wurde, was dargetan werden sollte. Der zitierte Absatz soll richtig lauten: „Ja es sind schon Fälle vorgekommen, daß der mit der Stationsleitung betraute Stationsaufseher den ihm zur Dienstleistung zugeteilten Beamten zur Verfügung stellen mußte, weil der Betreffende den an ihn gestellten dienstlichen Anforderungen nicht Genüge leisten konnte/ Südbahr«z»tzii«t> ?. In letzterer Zeit las man in mehreren bürgerlichen Blättern die Nachricht, daß die Südbahn in den Mittelstationen! sowohl auf den Haupt- als auch auf den Lokalbahnen ungeschultes Personal unter dem Titel Stationsausseher in Ausübung des exekutiven Verkehrsdienstes und Beamtendienstes verwendet. Da diese Nachrichten von keiner Seite dementiert werden, müssen wir mit Besorgnis annehmen, daß etwas Wahres an der Sache sein muß. Da hierdurch eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vorhanden ist und die Passagiere in diesem Falle mit Bedenken die Südbahnlinien bereisen müssen, so laden wir die k. k. Generalinspektion ein, sich ein wenig um bezeichiictcn Fall zu interessieren und sodann der Südbahndirektion nahezulegen, sie möge mit solchen Zuständen e h e ft e n L ausräumen, um der Öffentlichkeit wenigstens eine teilweise sichere Gewähr im Verkehrswesen zu bieten. Die Wagenaufseher der k. k. österreichischen Dtaatö-bahuen. In Nummer 30 vom 20. Dezember 1908 wurde unter obigem Titel eine Notiz veröffentlicht, in welcher sich ein Wagenausseher darüber bitter beklagt, daß diese Dienstesgruppe anstatt den Nutzen einer großen Organisation anzuerkennen, ihre Kraft in unnützen, nichtssagenden und für die Angehörigen dieser Gruppe schädlichen Vereinchen und Klubs zersplittern, die keinen anderen Zweck haben, als den Kastengeist und die Vereinsmeierei großzuzttchten und des öfteren nur der persönlichen Eitelkeit und auch persönlichen Zwecken dienen. Diese Notiz hat die Leitung des Wagenmeister- und Wagenaussehervereines und besonders den Herrn „Wagenmeister' Kilian Kubitschka derartig aufgeregt, daß tu der Alisschnß-sitzung vom 20. Jänner 1909 über Antrag des „Herrn Obmannes' (lies: Kubitschka), als Erwiderung auf diesen Artikel, eine Flugschrift in Druck gelegt und in zahlreichen Exemplaren an die Strecken der k. k. Staatsbahnen versendet wirb. In der Flugschrist wird behauptet, daß die Forderungen der Gewerkschaft vom „Wagenmeisteroercin" als zu gering angesehen wurden. Ja, hat denn Herr Kubitschka noch niemals von einem sozialdemokratischen Gesetzentwurf gehört, der sowohl bezüglich der Wagenmeister (Gruppe I) wie auch der Wagen-wärter (Gruppe II) die Endgehälter in bedeutend weiterem Ausmaß sestgestellt hat? Das war Herr K u b i t s ch k a im Jahre 1898. Wohl zu merken. Weiters wird behauptet, daß die Organisation sür die Wagenwärter im Jahre 1905 bei Erreichung des damaligen Höchstgehaltes von 1600 Kr. die Ernennung zum Unterbeamten und weiters im Jahre 1907 die Festsetzung des Höchstgehaltes für Wagenmeister mit 2200 Kr. verlangte. Merkwürdig, wie die Herren vergeßlich find oder wie wenig sie sich um ihre eigenen Verhältnisse kümmern. Oder soll es eine absichtliche Verdrehung der Tatsachen sein? Fast scheint es so 1 Wir Bitten also, auszumerken. In der Broschüre „Das Recht des Eisenbahners" finden die Herren aus Seite 113 unter den Wünschen für Diener und Unterbeamte (Seite 114) folgendes: Als AnsangSgehalt für Maschinen-, Pumpen- und Wagenaufseher 1000 Kr. uitb bei Erreichung der Gehaltsstufe von 1100 Kr. nach einer zweijährigen Wartefrist die Einreihung in die Unterbeamtengruppe; für die Wagenmeister den Höchstgehalt von 2200 Kr. Die Organisation ging aber nach Rücksprache mit den Angehörigen dieser Fachgruppen weiter, indem sie in der denkwürdigen Sitzung des Budgetausschusses im März 1908 in dem Resolutionsantrag des Abgeordneten Genossen Doktor Ellenbogen außer einer Erhöhung deSAnfangsgehalteS von 1000 Str. auch die Erhöhung des Endgehalteö für Wagenausseher auf 2000 Kr., für die Wagenmeister auf 3000 Kr. verlangte. Wenn dieser Wunsch durch die Zugeständnisse nicht in Erfüllung ging, wer trägt daran die Schuld? Die Organisation? Nein, sondern die jetzigen Freunde des Herrn Kubitschka, die diesen Antrag niederstimmten. Wenn Herr Kubitschka mehr wissen will, so möge er gefälligst in den Nummern 8 ex 1903 und 37 ex 1907 des „Eisenbahner" Nachlesen; in crstcter Nummer findet er den Resolutionsantrag des Dr. Ellenbogen im Wortlaute nach dem stenographischen Protokoll, in der letzteren die Anträge der Zentralpersonalkommissiou, die ihm deutlich sagen, daß auch in Bezug auf die in der Flugschrift bezeichneten Punkte 3, 4, 5 und 6 nicht Halt gemacht wurde, sondern daß die Organisation um die Erfüllung dieser Anträge den Kamps sortzusetzen gewillt ist» Nachdem in der Flugschrift behauptet wird, daß die Durchführung der in den Punkten 1 bis [4 gestellten Forderungen des WagenmeistervereineS (Aenderung des Titels eines Wagenwärters in den eines WagenausseherS, beziehungsweise Wagenmeisters; die Festsetzung eines AnsangsgehalteS für die Wagenaufseher von jährlich 1000 Kr.; Ernennung zum Unterbeamten bei einem Jahresgehalte von 1200 Kr. [!] und Gleichstellung der Wagenausseher, beziehungsweise Wagenmeister mit den Lokomotivführern) nur den Bemühungen dieses Vereines bei Neichsratsabgeordneten sowie der Entsendung von Deputationen in das Eisenbahnministerium zu danken ist, so müssen wir schon den Herren sagen, daß sie es mit der Wahrheit nicht ganz genau nehmen, da sie doch wissen müssen, baß alle diese Errungenschaften durch langwierige Verhandlungen der Organisation und der Zentralpersonalkommission zustande gebracht wurden. Waren die Herren bei den Verhandlungen, hat sie jemand hierzu eingeladen ? Nein! Nur die starken, kampfesfähigen und kampfeL-freudigen Organisationen, in Verbindung mit den koalierten Vereinen haben es die Wagenausseher und Wagenmeister zu danken, daß auch sie bedacht und ein Teil ihrer Forderungen durchgesetzt wurde. Auch bei den anderen Punkten, die in der Flugschrift erwähnt werden, wie Punkt 5, Regelung der Dienstleistung (12 Stunden Dienst und 24 Stunden Ruhepause) und Punkt 6, Anrechnung der anderthalbfachen Dienstzeit, hat sich die Organisation eingesetzt und die Wünsche bis auf Punkt 6 und 8 auch durchgesetzt. Wir empfehlen den Herren die obenerwähnte Broschüre Seite 123, ferner die Nummern 30 und 33 ex 1908 deS „Eisenbahner", wo die Zugeständnisse ganz genau verzeichnet sind, nachzulesen, dort werden sie alles das finden, was die Organisation für die Bediensteten, also auch für die Wagen-meister und Aussetzer erwirkt hat. Es würde sich überhaupt empfehlen, wenn der Herr Obmann Kubitschka die Ausgabe für den Ankauf der Broschüre nicht scheuen und seinen Mitgliedern aus diesem wertvollen Buche Vorlesungen halten würde, wir wetten hundert gegen eins, daß er mit *em geehrten Ausschuß allein, ohne Mitglieder bleiben würde. Tie Mitglieder dieses Vereinchenö würden zu der Einsicht kommen, daß ein solches Vereinchen nicht imstande ist, für seine Mitglieder etwas zu erreichen, wenn der Herr Obmann irnr Ministerium noch so viel die Türschnallen putzt, denn einet; solchen Vereinigung ist es nur möglich, zu betteln, weil ft£ keine Kraft hat, z u f o r d c i n. Ein breiter Raum ist der Verherrlichung des Herrn Obmannes K u b i t s ch k a gemibmet, der überhaupt eigentlich der Verein selbst ist. Dieser Mann, ein gewerkschaftlicher Analphabet, ■hält sich krampfhast an diese seine letzte Stütze, weiß er doch, daß er ein ganz bedeutungsloser Mann wäre, wenn er nicht »der Obmann' des Wagenmeistervereines wäre. Und nun bitten wir die Wagenmeister und Wagenausseher, unseren Aussatz mit Bedacht und Aufmerksamkeit zu lesen und Vergleiche zwischen den Behauptungen des Flugblattes anzustellen. Wir haben ihnen das Suchen durch Angabe von Lektüre erleichtert, und wir glauben an den gesunden Sinn der Angehörigen dieser Kategorie und an ihre Solidarität, daß sie sich schließlich sagen: Der Herr Kubitschka mit seinen Satelliten mag — wenn er schon einen Verein haben will — einen Taschenfeitelklub gründen oder Veterancngeneral werden, uns soll er aber in Ruhe lassen, denn wir haben eingesehen, wo wir hingehören: Zu der großen Armee des kämpfenden Eisenbahnerproletariats! Von der k. k. privilegierte» Ocsterreichischcn Nordwestbahn wird uns geschrieben: Trotzdem wir im Zeitalter des Fortschrittes leben, schaut es doch mit der Durchführung und Einhaltung der primitivsten Einrichtungen höchst rückständig aus, wie aus folgendem zu ersehen ist. Betrachten wir einmal die Personenwagen der Trautenauer Garnitur. Schon beim Oeffnen eines solchen Personenwagens schlägt uns eine Atmosphäre ins Gesicht, die eines Muh-jungen Geruchsnerven beleidigen must; nachdem man den ersten Atemzug dieser „lungenerquickenden" Luft eingeatmet hat, grinst einen schon von weitem eine Tafel mit der Inschrift „Warnung — Tuberkulose" an. Erst beim Nähertreten liest man, daß man die Tuberkulose nicht gerade hier bekommen must, sondern es wird jeder gewarnt, bei Strafe von Geld oder Arrest auf den Fußboden zu spucken. Das wäre im Grunde genommen nicht viel verlangt, aber datz vielleicht ein jeder, der einmal auszn-spucken gezwungen ist, einen Spucknaps in der Tasche mitführen sollte, das wäre ctlvas zu viel verlangt. Daß aber ein derart beschmutzter Wagen für jeden Reisenden, be dem das Reinlichkeitsgefühl nicht ganz abhanden gekommen ist, nicht besonders appetiterregend wirkt, ist selbstredend. Das wäre also das Attribut, den das reisende Publikum gegenüber der Bahnverwaltuna zu leisten hätte, um die Verunreinigung der Wagen nicht noch zw vergrößern. Anders läßt sich die Sache nicht deuten. Wenn man die Fußböden mancher Personenwagen betrachtet, so wird man ganz vergebens die Spur irgend-welcher Reinigung suchen, die diversen Papierabfälle, Zigarren- und Speiseüberreste hinter den Heizrohren erfreuen sich einer besonderen Aufmerksamkeit.der besen-führenden Organe, die Innenwände werden überhaupt nicht gewaschen, was aber mittelst Seifenwasser sehr leicht ausgesührt werden könnte, von den Fenstern gar nicht zu sprechen, diese werden in den meisten Fällen von den Passagieren mit den Vorhängen abgewischt. Und wie sieht es mit der Beleuchtung aus - Einfach armselig. Was aber der Kondukteur von den auf diese Art beleidigten Passagieren einstecken muß, davon könnte so mancher ein Lied singen. Dabei heißt es aber nur immer recht höflich bleiben und bildet der Kondukteur immer den Blitzarbeiter für die Sünden der Verwaltung, beziehungs-rveise deren untergeordneten Organe. Des weiteren bilden die Personenwagen Serie Cg stets ein Streitobjekt zwischen Passagier und Kondukteur. Es ist auch nicht anders möglich, denn wer eine Fahrt in einem solchen Wagen zurückgelegt hat, will ihn nicht mehr besteigen, um sein Gehör nicht einzubüßen. Meinte doch einmal ein witziges Bäuerlein, datz sein Mistwagen viel besser ginge. Einen weiteren Uebelstand bilden die Klosetts in den Personenwagen, die meisten defekt, ohne Wasserspülung, verbreiten dieselben einen infernalischen Gestank. Dieselben Zustände sind bei den Hüttelwagen anzutreffen. Diese Uebelstünde treffen im allgemeinen überall, aber bei den Trautenauer Garnituren im besonderen zu. Wie zum Beispiel die drei am Schlüsse der Züge 504 und 503 rollenden Wagen aussehen, in welchem Zustand sich die Flügelgarnitur, die 502er und 601er Garnitur befindet, überhaupt alle Wagen, welche in Trautenau zu reinigen sind, spottet jeder Beschreibung. Der Grund, weshalb es so ist, ist nicht schwer zu finden. Das Personal, welches die Reinigung der Wagen zu besorgen hat, ist Mädchen für alles und zweitens kann mit diesem Hilfsmittel ein Wagen nicht besser gereinigt werden. Ein Borst-wisch und -ein Fetzen von unbekanntem Alter bilden die Reinigungsmittel. Warum werden die Wagen in Prag ordentlich gereinigt? Allerdings sind da Leute zur Arbeit vorhanden, dort werden die Wagen mit Wasser aus Hydranten in-«nd auswendig abgewaschen und abgetrocknet. Zu dem kommt eine doppelte Kontrolle durch den Herrn Stationsvorstand und den diensthabenden Beamten, ob alles rein gemacht, ob auch, wie jetzt im Winter, genügend vorgebcizt wurde. Hier schert sich kein Teufel um Reinigung und Vorheizung. 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges fährt die Maschine am Zug und 10 Minuten wird — wenn nicht irgendwo ein Fehler entdeckt wird - vorgeheizt, so daß bei der Abfahrt der Dampf noch nicht Lurchgeht; daß sich dann während der Fahrt in puncto Beheizung Anstänoe ergeben, die bei den kurzen Aufenthalten nicht behoben werden können, ist selbstverständlich Den größten Ilebelstand bildet der chronische Mangel an Personenwagen in Trautenau. Ist doch nicht einmal eine Reservegarnitur vorhanden, ordentliche Wagen kommen überhaupt nicht hierher. Wagen, welche der Station nach mehrmaliger Urgenz zugewiesen werden, sind in der Regel in einigen Wochen revisionspslichtig und müssen wieder ausgewechselt werden. Mit den Bremsen schaut es recht windig aus uno so kommt es vor, datz Bremsen besetzt werden müssen, welche den primitivsten Anforderungen nicht entsprechen und kein Schutzgeländer haben, daher ein Herunterstürzen sehr leicht möglich ist. Sehr berechtigt dürfte die Neugierde sein, ob auch heuer im Sommer die Flügelgarnitur mit einigen Cg wie jetzt für die ausländischen Kurgäste und Touristen ausgerüstet oder ob dieselbe vielleicht renommeehalber durch einige eingerichtete CM verstärkt wird. Aus der Bahnerhaltungssektion Gmünd. Mit wahrem Bangen sehen die Oberbauarbeiter der Bahnerhaltungssektion Gmünd ihrer Zukunft entgegen. Nicht genug entrechtet durch die Spitzen der Dienstesstellen sind es auch Arbeiter selbst, welche ihr unmenschliches Gefühl gegenüber ihren Mitkollegen verspüren lassen. Kaum die Schaufel weggeworfen und zum Antreiber geworden, trachten solche Individuen ihr Los nur auf dem Rücken der Arbeiter verbessern zu müssen. Da gilt kein menschliches Gesetz mehr für sie. Ein solches Prachtexemplar ist der Vorarbeiter P r e g e r s-Bauer. Er verlangt vom Bahnmeister, daß die Sonntagsarbeit bis 2 Uhr nachmittags dauern sollte, welches ihm natürlich bewilligt wird. Den Arbeitern hingegen erklärt derselbe Herr in einem Atemzug, sie mögen sich dies nicht gefallen lassen, und dies nur, um mit den Arbeitern ein frivoles Spiel treiben zu können. Die Arbeitszeit gilt nur wieder für die Arbeitersklaven, nicht für die Herren Pregersbauer und Führer als Antreiber, denn sie kommen nach Belieben und verschwinden eiligst wieder. Sollte den Herren ihr Erinnerungsvermögen nicht ausreichen, wir können damit dienen. An Pregersbauer sei die ernste Mahnung gerichtet, die dem Bahndienst schädliche Wirtschaft zu unterlassen, da wir sonst mit dem uns zur Verfügung stehenden Material den Nachweis der Inkorrektheit erbringen könnten, welches für ihn wohl sehr unangenehm werden dürste. Korrespondenzen. Nosenthal. (Reichenberg-Gablonz-Tann-walder Eisenbah n.) Um die Oeßentlichkeit davon in Kenntnis zu setzen, unter welchen Verhältnissen im Heizhaus Rosenthal der Dienst gemacht werden muß, wollen wir aus der Fülle von Material einiges veröffentlichen. Vor zirka anderthalb Jahren wurde mehreren als Kohlenlader geführten, in Wirklichkeit aber Heizer- beziehungsweise Oberheizerdienst versehenden Leuten die Versprechung gemacht, daß diese zum ständigen Fahrdienst herangezogen werden; in derselben Zeit sollen bei der k. k. Staatsbahndirektion Prag angeblich zwei anonyme Briefe cingelaufen sein, welch einen die Lokomotivführer und den ändern die Heizer beziehungsweise Kohlenlader geschrieben haben sollen, was aber durchaus nicht wahr ist und auch niemandem bewiesen werden konnte. Das Resultat aber, was aus dieser nichtswürdigen Art von Anzeigen wurde, ist, daß den genannten Heizern die ständige Verwendung beim Fahrdienst von seiten des Herrn Heiz-hausleitcrs Schreier oder vielmehr seines Adlatus, Magazinsmeister Vacek, verweigert wurde, und zwar mit folgenden Worten: „Merkt's euch, von euch kommt niemand mehr zum ständigen Fahrdienst, sondern es werden immer Leute aus anderen Heizhäusern herangczoaen werden, und wenn ihr 20 Jahre da seid, ihr werdet keiner definitiv werden." Tatsächlich wurden dann auch ein Lokomotivführeranwärter, zwei Schlosserheizer und ein Heizer, welcher erst ein Jahr bei den k. k. Staatsbahnen im Dienste der Heizhausleitung Bodenbach war, herangezogcn und der letztere auch zum ständigen Fahrdienst verwendet und Leute mit 4 bis 5 Jahren müssen heute immer noch Kohlen laden. Daß Vacek in diesem Heizhaus die erste Geige spielt, erhellt auch noch aus folgendem für ihn allgemeinen Vorgehen. Bei Ausstellung von Freikarten Beziehungsweise Anwehungen zum Personalpreis ist es nämlich letzt in kurzer Reihenfolge mehreremal vorgekommen, daß Freikarten beziehungsweise Anweisungen, welche zu einem bestimmten Tag gebraucht wurden, nicht eingelangt sind beziehungsweise nicht ausgestellt wurden und die Petenten für diese drei- bis viermal an einem Tage darum kommen mußten, mit dem Endresultat, daß Herr Vacek eine Viertelstunde vor der von ihm selbst zuletzt festgesetzten Stunde die Kanzlei verlassen hatte und die Bediensteten und Arbeiter den Regie- oder auch Zivilpreis zahlen mußten, und das alles, weil Vacek vor lauter Nebengeschäften und tschechischnationaler Agitation keine Zeit hat, seinen Dienst vollkommen zu versehen. Wir richten auch gleichzeitig an die löbliche k. k. Staats-Bahndirektion Prag die Anfrage, warum die Leute, welche die Dienstprüfungen abgelegt haben und Heizer-, Oberheizer- und selbständigen Nachtheizcrdienst ohne Beisein eines Werkmeisters machen, nicht zu Reserveheizern ernannt werden und immer noch als Kohlenlader geführt werden. Jäaerndorf. Trotzdem der Herr Vorstand G i s m a n n in Jägerndorf als ein sehr strenger Herr betrachtet wird, so hat er bis heute m den Kasernen, im Beamtenhaus I und Aufnahmsgebäude II keinerlei Ordnung, geschweige Besserung hineinbringen können. In der Kaserne II mit 27 Quadratmeter Bodenfläche stehen acht Betten und ein Waschtisch.Wvie durchnäßten Monturen der Zugsbegleiter müssen ebenfalls in diesem Raume getrocknet werden, so daß der Schlaf in diesem Raume nicht gerade angenehm genannt werden kann. In der Kaserne I sind dieselben Zustände, nur darf dort nicht ordentlich aufgetreten werden, sonst könnte ein Fliegenfänger heruntersallen. Es iväre wünschenswert, wenn der Herr Vorstand sein Augenmerk aus diese Kasernen und die dort herrschenden sanitätswidrigen Zustände richten würde, ansonsten die Zuasbegleiter gezwungen wären, diese Mißstände in den Unterkunftsräumen einer Direktion zur gründlichen Untersuchung zu empfehlen. Rosenbach. (Wohnungselend.) Die Bediensteten der k. k. Staatsbahnen in der Station Rosenvach werden in den vom Bahnbau übriggebliebenen Baracken untergebracht und müssen in den kalten und ungastlichen Höhlen ein jämmerliches Dasein fristen. Diese Baracken, die einstens für die aus aller Herren Länder zusammengctrommelten Arbeiter, als Mazedonier, Dalmatiner, Italiener u. s. >v. als Schlasraum und Küche dienten, wurden notdürftig mit Torf und Mörtel verschmiert und sind wegen der primitiven Bauart sehr schwer heizbar. Infolge der schwachen Bauart besteht die immerwährende Gefahr, daß der aus der Decke mächtig lagernde Schnee dieselbe durchdrückt und die Baracke zusammenstürzt. Ein großer Teil des Lohnes muß für Brennmaterial ausgegeben werden, um die Familien vor Külte zu schützen, überdies sind die Küchen mit Steinpflaster versehen und Durch alle Fugen bringt der eiskalte Wind in die Wohnungen. Kein Wunder, wenn der Krankenstand von Tag zu Tag größer wird. Am schlechtesten sind jene Bediensteten daran, die in der sogenannten Spitalsbaracke hausen müssen, wo neben allem Elend und Jammer noch die Gefahr durch Lawinen verschüttet zu werden besteht. Tatsächlich lösten sich am 6. März d. I. um 9 Uhr vormittags die riesigen Schneemassen oberhalb der Spitalsbaracke und wälzten gegen die Wohnungen. Ein Knistern und Krachen, vereint mit dem Klirren der eingedrückten Fenster, und die Wohnungen waren von dem ein* dringenden Schnee blockiert. In einer einzigen Wohnung mutzten sechs zur Hilse herbeigeeilte Arbeiter volle drei Stunden arbeiten, um die Habscligkeitcn der armen Teufel aus dem Schnee heraus-zusuchen und die Wohnung sreizumachen. Wäre diese Lawine in der Nacht niedergegangen, so wären die Bewohner verloren gewesen. Um die Baracken herum liegt der aufgetürmte Schnee und vom Abhang schauen die Schneemassen gefahrdrohend aus die Häuschen und ihre Bewohner. Wir ersuchen die Staatsbahndirektion Villach, hier umgehend ihres Amtes zu walten und sofort das Nötige zu veranlassen, um das Leben, Gesundheit und Eigentum der Bediensteten zu schützen. Die Einwohner befürchten, daß die wenigen Trümmer ihrer Habe noch durch die eindringenden Schneewasser vernichtet werden. , Penzing. (Rangierbahnhos.) Der am Bahnhos diensttuende Herr P e tz o l d, der, nebenbei gesagt, ein hyper-nervöser Mensch ist, hat sich einen Ton zurechtgelegt, der von allen manierlichen Menschen als „ordinär" bezeichnet wird. Petz old, ein durch sein konfuses Austreten allerorts bekannter Mann, hat am 13. d. M. am Platz vor zirka 20 Zugsbegleitern Aeußerungen Semacht, die in einer Kaserne üblich sein können, die aber die ugsbealeiter nicht ruhig hinnehmen werden. Wohlgemerkt: die Zugsbegleiter stehen um diese Zeit nur deshalb vor dem Verkehrsbureau, weil Dasselbe inmitten der Geleise steht und eben dort die Leute aus die Fertigstellung, beziehungsweise Beistellung ihrer Züge warten müssen und dann deshalb, weil aus den österreichischen Staatsbahnen bisher noch immer das Stehen vor einem Lokal (also im Freien) gestattet war und auch deshalb, weil die Zugbegleiter keinen andere» Unterkunstsraum haben. Petzold brüllte hinaus; »Schaut'S das absahrts, Maulaffen Brauche ich nicht", und zu den Zugsführer gewendet sagte er: „Gebt's den Leuten Bekannt, daß ich niemanden dulde, schmeißtsieirgenbwohin, meinetwegen ins SchmutzBüttel." Ein Mensch, wie der P e tz o l d, der vor Nervosität nicht weiß was er zuerst anpacken soll, der überhaupt ganz konfus wird, sollte es sich dreimal überlegen, bevor er eine ganze Kategorie so tief beleidigt. Diese gemeinen Ausdrücke verdienen zur Kenntnis der Allgemeinheit gebracht zu werden und wir werden Sorge tragen, daß Petzold solche freche Worte nicht mehr gebrauchen wird. Der arme Haschet bildet sich wirklich ein, er sei mehr als alle übrigett Menschen, obwohl er ebenfalls nichts als ein Diener der Bahnverwaltung ist, Wir Bitten hiermit Herrn Staatsbahndirektor Hofrat Khittel diese Beleidigung des Zugspersonales nicht dulden zu wollen und P e tz o l d begreiflich zu machen, daß aus den k. f. österreichischen Staatsbahnen solche Aeußerungen nicht gemacht werden dürfen. Hütteldorf. (Todesfall.) Unserer Organisation hak der Tod wiederum einen treuen, pflichtbewußten und aufopferungsvollen Mitkämpfer aus ihren Reihen gerissen. Genosse Adolf Pötsch, Lokomotivführer, ist am 14. d. M. nach langet schwerer Krankheit im 33. Lebensjahre gestorben. _ 1 Was Genosse Pötsch in der Partei war, das wissen Me organisierten Eisenbahner der Ortsgruppe Hütteldorf. deren langjähriges Mitglied und Funktionär er war. Seine Aufopferung für die gute Sache bezeugt sich wohl auch darin, daß er auch Obmann des Arbeiter-Bildungsvereines XIII, Ersatzmann in der Personalkommission und Vorstandsmitglied des I. Spar- und Äauvereines für Bedienstete der österreichischen Staatsbahnert war, welche Funktionen er mit Pflichteifer versah. Der so früh Dahingeschiedene hinterläßt eine alte Mutter, deren Ernährer er war und einen unmündigen Sohn, bessert Mutter schon vor Jahren gestorben ist. DaS Leichenbegängnis, welches am 16. d. M. nach dem Baumgartner Friedhof stattfand, gestaltete sich überaus imposant. Die Zentrale der organisierten Eisenbahner, die Lokalorganisation, die Ortsgruppen i St. Pölten, Döbling, Arbeiter-Bildungsverein Hietzing und andere mehr entsendeten Vertreter und widmeten schöne Kränze. Aur Grabe sprachen Genosse Spieß und der Obmann der Ortsgruppe. Der Trauerchor, gesungen von den Genoffen Sängern des Arbeiter-Gesangvereines Hietzing, »Ruhe sanft müder Wanderer" ließ kein Auge tränenleer. Mit Genossen Pötsch scheidet ein guter Kämpfer für mffere Sache und werden totr; ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Brünn. (K. k. N o r d b a h n.) Aus Anlaß der Ernenn»«» des Herrn Inspektors Heinrich Knöpfelmacher zum Vorstand des Betriebsinspektorates in Wien, fühlen sich die organisierten Bediensteten dieser Station veranlaßt, chrem aus der Stamm Brünn scheidenden Herrn Stationsoorstand den tiefgefühltesten Dank für sein Wohlwollen, welches er zu jeder Zeit seinen Untergebenen entgegenbrachte, auszudrücken, t „ . Inspektor Herr Knöpfelmacher war einer jener Vor-«' gesetzten, die wohl streng, aber ungewöhnlich gerecht handelten und empfinden aus diesem Grunde die Bediensteten dieser Station um so wehmütiger, als es nur wenige dieser Art von Vorgesetzten gibt, die diese ehrenwerten Eigenschaften in sich Birgen, welche Herr Inspektor Knöpfelmacher eigen hatte und aus welchen das ihm untergebene Personal das Wohlwollen und die Humanität empfing. Hannsdorf. Am 24. Jänner d. Z., ein Wtntertag mit fürchterlichem Schneegestöber und großer Kälte, wollten einy alte Oberbauarbeiter während der Mittagsstunde ihr Stü . Brot im Heizhause essen und dabei ein wenig die vor Frost starrten Glieder auswärmen. Der Werkmeister Holinka ragte einfach die armen Teufel hinaus, mit dem Hinweis, daß fremde Leute im Heizhause nichts zu suchen haben. Nun sind dies kein» Fremden gewesen, sondern alte Eisenbahnarbeiter, die oft schon im Heizhause beschäftigt waren und nicht nur bas Heizhaus nur all feinen Winkeln, sondern auch den Werkmeister Herrn Holinka mft all seinen Fehlern und sogar sehr gründlich kennen. Die alten Arbeiter hätten schon mit Rücksicht auf die verschiedenen Vorkommnisse von Herrn Holinka erwartet, daß er noch ein menschliches Fühlen für die Arbeiter haben müßte; doch Bei diesem Wetter, wo man keinem Hund die Türe verschlossen hätte, so unsanft in Sturm und Wetter ljinausgejagt zu werden, hätten sie allerdings nicht erwartet. Hier gilt eben das Sprichwort: „Es ändern sich die Zeiten, mit ihr die Leute., So auch der Herr Holinka. Rumburg. (K. t Böhmische Nordbahn.) Man schreibt uns: Da es uns nicht möglich ist, mit dem Bahnmeister Mot tauch, ohne angeschnauzt zu werden, dienstlich zu verkehren, so sind wir bemüßigt, uns an den „Eisenbahner" zu wenden. In unserer Station steht ein alter Kastenwagen als Unterkunft für die Verschieber, wo auch im Winter die Oberbauarbeiter ihr Brot aufbewahrten, damit es nicht vom Rea«k durchnäßt oder bei großer Kälte gefriert und ungenießbar wird. Vermutlich aus Betreiben des Herrn M a t t a u ch wurde die Bude am 26. Februar gesperrt und die Arbeiter müssen daS Brot aus den Schnee legen, wo es selbstredend immer gefröre« ist. Diese grenzenlose Rücksichtslosigkeit zeigt deutlich, wessen Geisteskind der allgewaltige Bahnmeister ist. Will dieser Mann die Oberbauarbeiter, indem er ihnen das Verweilen im Kastenwagen verweigert, mit Absicht in den Schnapsladen treiben? Sind dem Bahnmeister Schnapsbrüder lieber als anständige Arbeiter? Wir wollen hoffen, daß durch diese Zeilen eine baldige Besserung in der Behandlung der Arbeiter Platz greift. Olmütz. Am 26. Februar wurde vom Streckenvorstand der k k. Nordbahn der Adjunkt Herr Zavadil aus die Strecke Olmütz-Sternberg geschickt, um den Wächtern rc. Feld und Grasboden zuzuweisen. Der Herr Zavadil erledigte sich seiner Ausgabe itl wirklich lächerlicher Weise. Anstatt bloß jene Flächen zu bemeffen, die die Wächter benützen können, maß er in die zuzuweisenden Teile alles hinein: Wege, Stege, Zäune, Schkarpen, in denen sich das ;anze Jahr hindurch Wasser aufhält, kurz und gut alles, was ich am Wege befand. Auf den Protest der Leute antwortete er; „Beim Staat muß das so sein und die Leute müssen jetzt mehr Pacht zahlen als früher." Es ist wirklich traurig genug, wenn der Staat von dett Bediensteten überhaupt für die Ueberlaffung der Kulturfläche« ein Entgelt verlangt, insbesondere aber wenn so ein Mensch ausgefchickt wird, durch dessen Borgehen die Leute bedeutend geschädigt werden. Doch auch zeigte es sich, daß die ProtektionSwirtschast hi« ihre Orgien feiert. Die besten und schönsten Kulturflächen wurden nämlich reserviert — für den Bahnmeister und seine Lieblinge. Auch erhielten nicht alle Wächter gleiche Teile zugewiesen; manche erhielten bis zwei Kilometer eine Strecke, andere wiederum blotz 100 Meter. Warum das? Ist das nicht Protektion und Korruption ? Warum wurde gerade Herr Zavadil hinausgeschickt, dev doch nur aus Gnade und Barmherzigkeit und durch Protektion^ Beamter geworden ist und warum nicht ein sachverständig« Beamter, der die Ausgabe zur Zufriedenheit der Bediensteten «elöst hätte? Soll dies vielleicht eine Schikane sein? Die Bediensteten dürfen sich so etwas nicht gefallen lassen und eine neue gerechte Verteilung der SMturftächm fordern. Auch müssen die Bediensteten darauf sehen, ob der Herr Bahnmeister die Kulturflächen für den eigenen Gebrauch mieten wird. Wollen die Bediensteten jedoch zu ihrem Recht kommen, müssen sie unbedingt der Organisation beitreten. Purkersdorf. (Todesfall.) Sonntag den 7. März fand unter zahlreicher Beteiligung der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen von Purkersdors das Leichenbegängnis des langjährig organisierten Eisenbahners Genossen Georg Galli statt. Die Zentrale war durch Genossen Spieß vertreten. Genosse Galli wurde in der Station Pukersdors beim Wechsel-reinigen durch einen einfahrenden Zug überfahren und sofort getötet; derselbe hinterläßt die Witlve und vier unversorgte Kinder. Genosse Spieß hielt am Grabe des verunglückten Genossen einen Nachruf. Allen Teilnehmern, die den verstorbenen Genossen zur letzten Ruhestätte begleiteten sowie auch den Kranz-spendern sei an dieser Stelle der beste Dank ausgesprochen. Sämtliche Kollegen, die Genossen Galli kannten, werden denselben ein gutes Andenken bewahren. Marburg. (S ü d b a h n w e r k st ä t t e.) Schon seit längerer Zeit kann man bemerken, daß die Abteilnngsvorstände, die Werkmeister und die Substituten und alle diese Borgesetzten sich gegenseitig nicht hold sind. Seit kurzer Zeit ist es schon so weit gediehen, daß man verschiedene Titulationen gegenseitig hört, aber nur keine schmeichelhasten. Ob aber dies aus die Bediensteten und Arbeiter einen guten Eindruck macht, dies Urteil Zu erwägen, lassen wir ihnen selbst. Uns ist dies gewiß ganz egal, mögen sich die .Herren bejchimpsen und titulieren oder selbst sich bei den Haaren ziehen, wie sie wollen; wir möchten uns gewiß nicht aufregen, wenn wir nicht in Mitleidenschaft gezogen wären. Aber einige Herren von der Abteilung IVB treiben es schon zu arg. Besonders der Herr Widowitsch glaubt allen voran zu sein. Wir möchten dem Herrchen bei dieser Gelegenheit doch ins Gedächtnis bringen, daß er wegen der Arbeit hier ist, aber nicht um Posten zu tragen, und möchte er es so einrichten wie sein Vorgänger Herr Gütz: Alle Tage mindestens zweimal die Anstreichergeleise zu begehen und an allen Wagen, welche zum „Ausbinden" sind, das Datum unterstreichen, oder welche herzurichten sind, mit einem Pfeile zu bezeichnen, dann käme es sicherlich zu keinen solchen Stockungen. Aber die meisten Herren wollen um jedes bißchen Arbeit angebettelt sein, natürlich da darf dieses Herrchen auch nicht zurückstehen. Es scheint ohnehin der Werksührer zu sein Und die anderen seine Helfer, denn der Herr Schager tanzt immer so wie ihm dieser Herr vorspielt. Wenn der Herr Schager sein Augenmerk mehr anderen Sachen zürnenden und seine Gedanken nicht immer aus Akkoidreduzierung konzentrieren würde, könnte er vielleicht mehr ersparen, indem die Arbeit flotter vor sich ging und sich obendrauf noch den Dank der Arbeiter erwerben, wenn er ihnen Gelegenheit böte, bei heutiger Teuerung etwas mehr zu verdienen; aber für alles dieses ist der Herr Schager nicht zu haßen. Darum darf es ihn auch nicht wundern, wenn allgemein unter feiner Arbeiterschaft der Wunsch nach einer baldigen Ruhe durch den blauen Bogen ausgesprochen wird. Weiters sind diese Herren mich einer irrigen Anschauung, wenn sie meinen, daß der Vorgesetzte, welcher sich für die Rechte seiner Arbeiter einsetzt und im Falle einer Not, wenn schon alle persönlichen Vorstellungen nichts mehr fruchten, gleich schon ein Denunziant ist, wenn er sich an eine höhergestellte Person wendet. Mit Nichten! Das ist seine Pflicht und sie werden ja dazu von der Arbeiterschaft ausgefordert, wie es jetzt öfter in der Abteilung V vorkommt. Die organisierte Arbeiterschaft der Abteilung V ist daher froh, daß sie ihre Vorgesetzten soweit gebracht hat und daher ihnen auch dankbar, daß sie sich für uns einsetzen und unsere Rechte fordern. Aus diesem Grunde weisen wir auch die Beschimpfungen, wie Denunziant und alle die Wörter, die auf unsere Vorgesetzten Bezug haben, entschieden zurück; es wäre viel angebrachter, das Wort Denunziant auf sich selbst zu beziehen, was auch so ziemlich zutreffen möchte, wo wir Anstreicher mit Beweisen dienen können. Wir werden auch nicht ermangeln, an dieser Stelle alle Uebelstände so lange aufzuweisen, bis endlich einmal geordnete Zustände Platz greifen werden. Es ist ohnehin traurig, daß man so oft an dieser Stelle die Herren an ihre Pflichten mahnen muß. WaS würde mit einem Arbeiter geschehen, wenn der so seine Pflichten vernachlässigte? Er würde schon längst kein Eiscnbahnerbrot mehr essen. Also, Bahn frei für unsere Arbeit, weg mit dem' alten Eisenbestandteil, damit wir frei haben für unsere Leitern und Schemel! Die Herren mögen untereinander ihre Meinung und Fehde haben wie sie wollen, wir wollen davon ausgeschlo>sen sein. Lienz. (An das gesamte Zugbegleitungspersonal.) lieber Ersuchen der Maschinendirektion verfügt das Betriebsinfpektorat Klagenfurt mit Erlaß Nr. 24 vom 11. Jänner 1909, daß seitens der Zugsführer, beziehungsweise des Zugbegleitungspersonals nach Ankunft der Züge in den größeren Heizhausstationen an die Wagenausseher Meldungen über Gebrechen überhaupt und insbesondere über gebrochene Bremshuttelfenster gemacht werden, da es den Wagenaussehern geradezu unmöglich ist, alle derartigen'Gebrechen zu bemerken. Wir müssen nur unsere unmittelbaren Vorgesetzten des Betriebsinspektorats bedauern, wenn sie alle Verantwortung über Wagengebrechen an die nicht fachmännischen Zugsbegleiter abwälzen. Müßten wir nicht ohnehin so viel Kronen wegen dieser Gebrechen zahlen, würden wir diesen Auftrag nicht so rigoros auffassen. Wir fragen einmal die Herren, ob sie imstande wären, bei einer halben Stunde und das ist der günstigste Fall, wenn der Zug fertig verschoben ist, sonst aber in zehn und weniger Minuten einen Zug mit 30 bis 40 Wagen zusammenzuhängen, alle Wagen auf die vorhandenen Gebrechen zu untersuchen, die Plomben kontrollieren und hierzu find zwei Mann vorhanden, nötigenfalls den Wagenuntersucher holen zur Bezettelung der Wagen, die eigene Bremse untersuchen, die Signalausrüstnng zum Zuge tragen re. Wir sind überzeugt, daß wenn unser Herr Betriebs-inspektor nur ein Monat den Dienst eines Zugsbegleiters versehen müßte, so würde er die Arbeiten und die Verantwortung! kennen lernen und dieser Erlaß würde verfchivinden. Neudek. Wie weit die christliche Nächstenliebe reicht, zeigt folgender Vorfall. Josef Englert, war hier durch elf Jahre als Oberbauarbeiter beschäftigt, derselbe war ein ruhiger, braver und fleißiger Arbeiter, der sich nie etwas zuschulden kommen ließ. Als (£ngiert am 21. Februar zur Sonntagsarbeit nicht erschien, wurde er am nächstfolgenden Tage vom Herrn Bahnmeister Steffl sofort entlassen. En g iert ist Witwer, hat auch minderjährige Kinder und muß dieselben an seinen dienstfreien Sonntagen Pflegen und für die ganze Woche Lebensmittel und Brennmaterial herbeischaffen. Doch hat derselbe bereits anderwärts Beschäftigung gefunden. Dem Herrn Bahnmeister, der Mitglied des Reichsbundes Deutscher Eisenbahner und ein energischer Förderer des Katholischen Schulvereines ist, raten wir, mit alten Arbeitern nicht so umzugehen, da eS ihm sonst in der Zukunft unangenehm werden könnte. Görz. (K. k. S t a a t s b a h n.) Die Wächter und StationS--diener der Station Canale wurden in jüngster Zeit mit einem neuen Vorstand beglückt, der sich aus der Station Podbrdo einen Stationsarbeiter kommen ließ. Die Wächter, die in der Station zu allen Arbeiten heran» gezogen werden, glaubten, daß dieser neue Stationsdiener nun einen Teil der Arbeiten übernehmen könnte und ersuchten den Herrn Vorstand, daß der Stationsdiener das Lampenputzen für dw Station .besorgen möchte. Der Herr Vorstand antwortete: „Der neue Diener ist für schriftliche Arbeiten aufgenommen und wem das nicht recht ist, der beschwere sich einfach." Die Wächter müssen Holz und Kohlen auLladen und wegräumen, die notwendigen Arbeiten beim Wechsel und Block sollen verrichtet werden und da der Herr Vorstand die Stationsarbeiter zu Privatarbeiten verwendet oder auf die Post schickt, so müssen oft Arbeiten der Stationsarbeiter durch die Wächter besorgt werden. Wo bleibt da etwas für die Sicherheit beim Verkehr übrig, wenn der Wächter immer im letzten Moment von einer anderen Beschäftigung weglaust und keuchend auf seinem eigentlichen Dienstposten ankommt, um denselben nach Passierung des Zuges wieder zu verlassen. Sind wir als Bahnwächter angestellt, dann müssen wir unser ganzes Augenmerk auf den Bahnkörper und seine Anlagen richten und darf vom Herrn Vorstand der Dienst des Wächters nicht als Nebenbeschäftigung aufgefaßt werde». Der Wächter und nicht der Vorstand wird zur Verantwortung gezogen. Ja, uns find leider Fälle bekannt, wo sich der Wächter für den Vorstand bestrafen ließ. Für die Station Canale ist eine Vermehrung der Stationsarbeiter schon dadurch notwendig, da diese mit Ausnahme des Uniformschneiders immer noch einen 24stüudigen Dienst haben, andererseits können aber auch die Wächter,dann auf ihrem Dienstposten verbleiben. Olmütz. Ein großer Arbeitersreund ist der Bahnmeister der f. k. Staatsbahn Herr Dvorak. Dieser Herr schikaniert die Arbeiter, wo er nur kann, und tut jedoch dabei, als ob er Gott weiß was für dieselben tun mochte. Die Oberbauarbeiter müssen jetzt über den Winter Schotter klopfen, natürlich im Akkord, damit die Bahn ja nicht zu kurz kommt. Zu dieser Arbeit kommandiert der Bahnmeister nicht die jüngsten Arbeiter, sondern entgegen der Versagung des Eisen-babnministerinms die ältesten Arbeiter, die im Provisionssonds sind und alle bei der Bahn alt geworden sind. Kurz, Protektionskinder haben den Borzug. Wenn nun der arme Teufel sich ganze 14 Tage geplagt hat uud rechnet, wie viel er bekommt, macht ihm der Bahnmeister einen Strich durch die Rechnung. Der Bahnmeister schreibt dem Arbeiter so viel Kubikmeter, wie viel ihm gefällt, und das übrige bleibt für die nächste Auszahlung stehen. Wenn ihn der Arbeiter nach der Ursache fragt, wird er vom Bahnmeister angeschnauzt und die Sache ist abgetan. Wenn die Prosessionisten manchmal als Oberbauarbeiter arbeiten müssen, obwohl sie selbst Arbeit in Hülle und Fülle haben, ist er mit der Lohnverkürzung gleich da und zieht ihnen mehr ab als nötig. Am liebsten möchte der Bahnmeister die Arbeiter nach dein Grundsatz der Agrarier über den Winter in die Erde eingraben und im Sommer wieder ausgraben. Ein Ebenbild des Herrn Dvorak ist ein Bahnmeister, der vorläufig noch in der Sektionskanzlei beschäftigt ist, der meint, es genügt ein Maurer und ein Zimmermann für den Winter. Die anderen soll man wahrscheinlich entlassen. Dieser Herr glaubt, er ist noch Snppasch und hat 'Rekruten vor sich. Da irrt er sich jedoch gewaltig. Die Arbeiter lassen sich von niemandem schikanieren und am wenigsten von Leuten, die erst zur Bahn gerochen haben und von einer Arbeit keine Idee haben. lieber den Bahnmeister Herrn Dvorak sind uns aus Wächterkreisen der Strecke Olmütz-Domstadtl Beschwerden über sein durchaus inhumanes Vorgehen zugekommen. Wir haben stets zugewartet in der Hoffnung, er werde sich bessern. Da er jedoch die Sache stets ärger treibt, wollen wir von jetzt ab seine dienstliche Tätigkeit unter der Lupe betrachten. Wenn Herr Dvorak eö nicht anders will, so soll sein Wille geschehen. Wer den kürzeren ziehen wird, wird sich ja zeigen. Wir ersuchen die Wächter uud Arbeiter, uns jeden Vorfall wahrheitsgetreu zu berichten. Oberliudewicse. Durch die starken Schneestürme im Vormonat war die Bahnverwaltuiig gezwungen, zur Freihaltung der Strecke Schneeschausler aus Len umliegenden Dörfern heranzuziehen. Der Bahnmeister Ceruohorsky beauftragte deshalb einen Arbeiter, ländliche Arbeiter zu suchen, doch müsse er jeden früher fragen, ob derselbe organisiert sei, da nach der Meinung des Bahnmeisters die Organisierten nicht arbeiten können und auch nicht wollen. Von weitem macht sich dieser Mensch durch sein furchtbares Brüllen bemerkbar und die ländlichen Arbeiter schauen ganz verdutzt auf den Bahnmeister mit der kräftigen Stimme. Das war entschieden eilt anderes Kommando, als wir es bei unserer schweren, jedoch friedlichen Arbeit gewohnt sind. Für die Dauer wäre es jedoch nicht zu ertragen. Erstens ist der Lohn für derartige Leistungen bei dem Hundewetter zu gering uns zweitens könnte man leicht in Versuchung geraten, den Bahnmeister mit einem wuchtigen Schlag auf sein loses Mundwerk dies auf längere Zeit zum Stillstand zu bringen. Die Arbeiter beschimpft er faule Kerle, die nicht arbeiten wollen, er selbst ist aber zu faul, den Arbeitern eine Akontozahlung zu geben, da solche Sachen dem Bahnmeister zu viel Schreibereien verursachen. Viele Bedienstete, auch Privatpersonen sind der Ansicht, daß im oberen Stockwerk des Bahnmeisters E e r n a h o r s k y nicht alles mehr in Ordnung fein dürste, und empfehlen demselben ein ruhiges Platzerl in dem großen Gebäude in Troppau, damit er nicht etwa auf der Strecke noch den Schneekoller bekommt. Obertraun. Wie die Katzen das Mausen nicht lassen können, so wenig werden sich die christlichen VereinSbrüder das Denunzieren abgewöhnen. Der Wächter auf Posten 29, Josef Schmidbauer, ist ebenfalls Mitglied des christlichen Schwartel-niagenvereines und als solcher besitzt er alle Fähigkeiten, um sich in den Augen seiner Nebenmenschen zu erniedrigen. Dieser fanatische Anhänger der Schassäckelpartci hat irgendwo von seinen Gesinnungsgenossen gehört, daß das Verleumden und Denunzieren ein vielleicht Gott wohlgefälliges Werk sei und dafür schon mit irdischen Gütern gesegnet werde, deshalb versucht dieser Mann, seine Nebenarbeiier und Kollegen zu verwamsen und zu verleumden. Doch scheint der Mann überall, auch bei seinen Vorgesetzten, -genügend bekannt zu sein, da ans seine Anzeigen jene Bedeutung gelegt wird, die eben einem heuchlerischen Pharisäer gebühren. Wir geben Schmidbauer ans diesem Wege die Mahnung, sein ekelhaftes Spionieren sowie das Denunzieren aller Arbeiter zu unterlassen und sich voll und ganz seinem Dienst zu widmen. Gerade.dieser Augeuverdreher Hütte es sehr notwendig, sich so viel wie möglich bei seinen Kollegen zu bedanken, daß dieselben nicht so schlecht handeln, wie S ch m i e d-Bauer es gerne unternehmen möchte. Es könnte sonst passieren, daß die beschimpften Arbeiter ihn beim nächsten Rausch aussitzen lassen. Wien IX (K a i b a h n h o s). Durch die wiederholten starken Schneesälle mit darausfolgendem Regen wurden unsere Stationsanlagen in ein Kotmeer verwandelt, wo das Verschubpersoual in dem Schmutzwasser bis Über die Knöchel hineinsinkt. Kein Wunder, wenn die Leute krank werden. Die acht Man« Oberbauarbeiter samt dem Vorarbeiter und Partieführer sind trotz allen Fleißes nicht imstande, den Schmutz und die Wassertümpel zu entfernen, da den ganzen Winter kein Schnee weggeräumt wurde. Die Wächter, das Verschnbpersonal, kurz alles muß auf Befehl des Herrn Inspektors Ecker zusainmenhelsen, um die Station einigermaßen zu reinigen. Anstatt dein Bahnmeister den Auftrag zu geben, mit einer entsprechenden Anzahl von Leuten diese Arbeiten besorgen zu lassen, müssen die ohnehin mit Arbeit überbürdeten Bediensteten diese Nebenarbeiten übernehmen. Jetzt, da durch die große Schlamperei die StationSan-kagen in einen große» Ententeich verwandelt wurden, schreit der Herr Inspektor hermn, daß alles, was Hände hat, mithelfen muß. Es liegt uns gewiß ferne, wegen einer zugewiesenen Arbeit auf-zudrah'n, doch vermissen ivir immer die entsprechende Anerkennung oder gar die Erkenntlichkeit, wenn die Leute einige Stunden Urlaub erbitten. Etivas anderes ist es, wenn im Frühjahr die Gartenarbeiten beginnen, da muß der Wächter Fii ch er sofort kommen, um den Garten des Herrn Inspektors herzurichten und in Stand zu halten. Da fragt kein Mensch, luct die Subsiitutiouskosten bezahlen wird, wem, nur der Garten schön in Ordnung ist. So notwendig der Garten des Herrn Inspektors einer Instandhaltung bedarf, ebenso notwendig ist die Reinhaltung der Station. Fiebcrbrunn. Unter dem Regime des hiesigen Bahu-stationZvorstandes Herrn Mader herrschen ganz eigenartige Zustände, das beweist folgender Vorfall: Am 15. Jänner 1. I. hatte der Aspirant Frutschnigg, ein ehemaliger Offizier, der es an Schneidigkeit und Arroganz feinen Untergebenen gegenüber nicht fehlen läßt, Nachtdienst. Hier ist es so eingeführt, daß die Wächter den diensthabenden Beamten nachts zn jedem Zug wecken müssen, Zugsanzeigen uiid Einleitung beim Telegraphenapparat bestätigen, Rückmeldungen abnehmen n. f. w. So weckte der beim Stellwerk I diensthabende Wächtersubstitut Herrn Frutschnigg vor Zug 84 und ging auf seinen Posten. Unmittelbar vor Einfahrt dieses Zuges läutete der beim Stellwerk II diensttuenden Wächter Peter H u tz Beim Blockapparat, um Herrn Frutschnigg zu wecken, aber ohne Erfolg. Bor Ankunft des Zuges 13, welcher mit Zug 84 in Fieberbrunn kreuzt, mußte der Wächter beim Stellwerk 1 mehrmals ««(fordern, daß ihm Frutschnigg die Einfahrt sreigab. Als der Wächter Peter H u tz nach Abfahrt der beiden Züge die Perronlampen niederschranbte, machte ihm Herr Frutschnigg Vorwürfe, daß er ihn nicht durch Läuten am Block geweckt habe. H u tz gab zur Antwort, er habe geläutet wie gewöhnlich, worauf dieser seine Herr, der in seinem Größenwahn von seinen Untergebenen keinen Widerspruch duldet, dem H u tz seine Dienstlaterne nachivarf, ohne ihn aber zn treffen. Hierauf drohte er H u tz, er werde eS sich schon merken. Hutz verstand unter dieser Aenßetung, daß ihn der Beamte sekkieren wolle, und gab daraus ganz ruhig zur Antwort, er wirb die Direktion schon zu finden wissen. Am 17. Jänner befragte der Stationsvorstand Hutz über den Vorfall. Hutz erzählte ihm die Geschichte. Am 23. Jänner ließ der Vorstand H u tz rufen und übergab ihm ein Straidekret zum Unterschreiben, mit dem Inhalt, daß H u tz wegen frechen Benehmens gegenüber einem Vorgesetzten mit 2 Str. Gehaltsabzug bestraft sei. H u tz unterschrieb das Dekret nicht, da er sich in keiner Weife schuldig wußte. Nachträglich brachte Hutz in Erfahrung, daß dies nur ein Racheakt sei, indem von der Direktion eine Zuschrift kam behufs Gegenäusserung über die eingangs geschilderten vorschriftswidrigen Verrichtungen der Wächter, und der Vorstand glaubte, Hutz habe diesbezüglich eine Anzeige an die Direktion erstattet, was aber absolut nicht der Fall ist, denn Hutz ist ganz ein bescheidener, ruhiger Mann, der es gar nicht gewagt hätte, dies zu tun. Am l. März, als Hutz zur Auszahlung kam, waren die 2 Kr. Strafe in der Gehaltsliste vorgemerkt, worauf er die Annahme des Gehalts verweigerte und den Vorstand um Urlaub uud um Ausstellung einer Freikarte nach Innsbruck bat, um jich beim Herrn Hoftot beschweren zu können. Auch die.8 wurde ibm verweigert, denn aus das hin ivar die Wut deS Vorstandes grenzenlos, indem er H u tz vom Dienst suspendierte. Wir ersuchen die k. k. Staaisbahnditektivn, über diesen Fall eine strenge Untersuchung einzuleiten, damit die Schuldigen der gerechten ©traje zugesührt werden. Herrn Slalionsvorstand Mader geben wir den Rat, den § 20 der Dienstordnung eingehend zn studieren und sein künftiges Verhalten den Bediensteten gegenüber darnach einzurichten. Im Falle sich der Herr nicht bessert, könnten wir ihm sehr unangenehm werden. Herr Vorstand, merken Sie sich das Sprichwort: „Wer Butter auf dem Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen!“ . Rcichenberg. (Die Tätigkeit eine« deutsch-völkischen Vertrauensmannes.) Obman der Ortsgruppe Neichenberg des „ReichSbundeö deutscher Eisenbahner" ist der Parliesührer Michael Hanbner in der Werkstätte der Südnorddeutschen Verbindungsbahn. Am 17. und 18. Februar gab es aus Grund eines Brieses Einvernahmen beim Werkstättenchef Herrn Rudolf Kummer, bei denen es sich heraus-stellte, daß Haubner mit dem ihm anvertrauten Geld ganz eigenartig manipuliert. Die Werkstätrenarbeiter machen nämlich jährlich einen Ausflug, wozu von der Direktion eine bestimmte Summe hergegcben wird. Beim vorletzten Ausflug war nun Haubner Obmann des Ausflugskomitees und er hatte als solcher auch das Geld zu verwalten. Nach dem Ausflug blieb ein Betrag übrig uud cs stellte sich in diesen Tagen heraus, daß H a u b n e r das Geld unter die Mitglieder deS Komitees verteilt hat. Bei der Gelegenheit zeigte es sich übrigens, daß eS i« der Werkstatt zwei gute, treue Freunde gibt, deren FreundschastSbunl, wirklich rührend ist: der Reichsbundesobmann Haubner und der Tscheche 8 Ldek, der eifrigste tschechischnationale Agitator in der Werkstatt. Und da sage noch jemand, daß der Nationalismus alle Gesühle unterdrücke I OkriSko. In OkriSko befindet sich vis-a-vis dem Bahnhose ein Gasthaus, beste» Eigentümer alle freiheitlich Denkenden, insbesondere die Sozialdemokraten, beschimpft. Vor nicht zu langer Zeit wurde dort von den Eijett» bahnern eine Zahlstelle des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines gegründet. Da geriet dieser Wirt außer Fassung über diese Leute, die ihm zu dumm sind, als daß er mit ihnen sprechen würde, und möchte sie am liebsten schon jetzt zur Hölle schicke"üm dieses „arme Hascherl in Christo" nicht zu sehr auf-sttregen, raten wir allen „bösen Roten" sowie den dort verkehrenden freiheitlich Denkenden, das Lokal dieses ^venig berühmten Herrn Dvoraüek zu meiden. ES ist Mum fünf Minuten Wegs in den Ort hinein; dort befindet fiapetn Wirt, der gewiß gute Speisen und Getränke für billiges Geld verabreicht ES ist Pflicht jedes Genossen in OkriSko, den Wirt Dvokärek schön in seiner Ruhe zu lassen und lieber das Gast-linits des Herr R o v ä c e t auszusuchcn, woselbst sich auch bnä VereinSIvkal der Zahlstelle befindet. Tcn noch der Zahlstelle fernstehenden Eisenbahnern Okriskos möchten wir es ans Herz legen, daß alle in die Organisation eintreten. Klagenfurt. Für die Eisenbahner ist es eine unleugbare Tatsache, daß in jenen Stationen, wo die Herren Dienstvorslände von einzelnen Untergebenen Zuträgerdienste entgegennehinen oder unterstützen, das Denunziantentum großgezogeu wird. Um ,o mehr muß die verwerslichste aller (Sljaratteicigciiichafteii, die Denunziation, blühen und gedeihen, wenn die Lumpenkerle, welche ihre Nebenkollegen denunzieren, noch begünstigt oder gar den anderen vorgezogen iverden. Daß unter solchen Umständen das persönliche und dienstliche Verhältnis unter den Bediensteten nicht gehoben wird, ist erklärlich, und anständige Leute meiden mit Sorgfalt jeden überflüssigen Verkehr, um nicht denunziert zu werden. Am ausgeprägtesten finden wir es in jenen Stationen, wo die Herren Dienstvorstände als »Schwarze" bekannt sind, wo es auch zumeist in kürzester Zeit von sogenannten „Günstlingen wimmelt, die sich jedoch bei näherer Betrachtung als Denunzianten ärgster Sorte entpuppen. _ Eine derartig verseuchte Station ist Klagensurt. Insbesondere seitdem Herr Inspektor Rudersdorf er gewissen Individuen Gehör schenkt, entfaltet dieses Gelichter eine rege Tätigkeit. Wir verweisen hier nur auf den Fall des Genossen Trattner, der durch die nngualisizierbare Handlungsweise einiger bekannter Ehren—manner gemaßregelt wurde. In einer derartig verseuchten Station scheint alles aus den Kops gestellt und die sonderlichsten Bocksprünge sind an der Tagesordnung. Zum Beispiel: Hier wird ein Bediensteter wegen onmilieii« Verhältnisse vom Dienst sofort abgezogen und in zeitlichen Ruhestand versetzt, während ein anderer Bediensteter, der gerichtlich abgesirast wurde, aus Dienstesrücksichtcn ondmueitig versetzt jlvtrb. Arbeiter, welche die vorgeschriebenen Dienstprüfunaen abgelegt und eine jahrelange Probezeit hinter sich haben, werden bei Besetzungen freier Stellen übergangen und diese Posten werden zumeist durch unerfahrene Günstlinge besetzt. Erbitternd xvirkt dies auf die älteren Bediensteten, welche die eingeschobenen "Protektionskinber erst zum Dienst abrichten mutzten und zum Dank noch von diesen Leuten denunziert oder mit Schimpfnamen, wie Lausbub, Trottel und Tepp, belegt werden, wie es sich die beiden Weichenwächter Kja n d u t h und Radweger erlauben. Es wäre Pflicht der k. k. Staatsbahndirektion in Villach, die zur Anzeige kommenden Fälle einer genauen Untersuchung zu unterziehen und überhaupt ein etwas wachsameres Auge auf die Vorfälle in der Station Klagenfurt zu haben. Vernünftiger wäre es, wenn sich unser Herr Inspektor darum kümmern möchte, daß die am 1. Juli 1907 Angestellten endlich die Dekrete erhalten. Der Herr A r z t m a n n schickt die Bediensteten aus Agitation für seinen neu zu gründenden Verein, um die Brüder im bedrohten Land vor dem angeblichen Untergang zu schützen. Um alles wird sich eher gekümmert als um die dienstlichen Angelegenheiten und gerade in der Station Klagenfurt wäre ein großes Arbeitsfeld für tüchtige und gerechte Eisenbahnbeamte. Steyr. Der Obmann der Ortsgruppe Steyr des christlichen Verkehrsbundes Herr Strunz hatte Faschingdienstag das Bedürfnis, im Verein mit dem Kooperator Freundlich im nahen Ternberg eine christliche Eisenbahnervcrsammlung abzuhalten. Um seine Getreuen für das Anhören des unsinnigen Quatsches einigermaßen zu entschädigen, wurden einige Humpen gespendet. Hoffentlich wurde diese Zeche nicht mit dem zusammen-gefochtenen Gelbe aus dem neuen (zweiten) Klingelbeutel bezahlt, den wir seit kurzer Zeit fleißig in Tätigkeit gesetzt sehen, eine Verwendung zu solchen Zwecken wäre doch zu schrecklich. Was bei Eisenbahneroersammlungen ein Geistlicher, mitunter auch mehrere zu suchen haben, läßt manches durchblicken. ES scheint, daß es sich mehr um den Gimpelfang unter den Eisenbahnern handelt, daher die Anwesenheit des Vogelstellers. Herr Strunz versprach den Ternitzern, in kurzer Zeit wieder zu kommen, um einige Mitglieder für den stark an Schwindsucht leidenden Verkehrsbund zu gewinnen. Pettau. (Deutschnationale Spiegelfechterei.) Am 21. Februar d. I. tagte in Pettau die Hauptversammlung der Ortsgruppe des Neichsbundes deutscher Eisenbahner. Bei dieser Gelegenheit erzählte ein Herr Gatterm eier, daß die anderthalbfache Anrechnung der Dienstzeit, die Einreihung der Wächter in die Gruppe III (Dienergruppe), was einer 20prozentigen Erhöhung des Einkommens entspricht, erreicht wurde. Nur auf eines hat der Redner vergessen: erstens, daß die Errungenschaften nicht auf der Südbahn und auch nicht durch den Reichsbund deutscher Eisenbahner erreicht wurden. Herr Gatter meier dürfte wieder einmal das Bedürfnis gehabt haben, seine Zuhörer, die zumeist keine Eisenbahner waren, einmal gründlich anzulügcn. Wir Südbahner haben von den Erfolgen, mit denen Herr Gattermeier sich in dieser Versammlung so gebrüstet hat, bis heute nichts wahrgenommen. Was bis heute für die Südbahner erreicht wurde, das wissen wir genau, ebensogut durch wen, doch von den angeblichen Erfolgen, wie selbe von Herrn Gatterm eicr zitiert wurden, ist uns nichts bekannt. Entweder hat Gatter tn eie r uns für Staats» lohnet gehalten oder wollte er sich mit ftemden Federn schmücken. Zeltweg. Im hiesigen Magazin befindet sich ein deutschnationales Mitglied namens Hermann 'labet, der es verstanden hat, sich in diefer kurzen Zeit den Haß und die Verachtung aller anständigen Bediensteten zuzuziehen. Nicht nur, daß er vor seinen Vorgesetzten kriecht, sondern er hat die edle Eigenschaft, leine Mitbeüiciisteten zu denunzieren und sie in jeder Weise beim Magazinsmeister herunlerzusetzen, ja, er scheut sogar davor nicht zurück, die sämtlichen Arbeiter des Diebstahls zu zeihen. Früher dachte man noch, daß unser Magazinsmeister Spannring keine Parteilichkeit kennt, aber seit der Zeit, wo dieser Mader sein Stelling ist, sind die Magazinsarbeiter eines anderen belehrt. M a d e r kann nämlich machen, was er will, aber wehe, der sich ähnliches erlaubt. Mader entscheidet auch, ob ein Arbeiter filr schriftliche Arbeiten zu verwenden ist oder nicht, wie er überhaupt in seinem ganzen Benehmen gegen die anderen Arbeiter riesig brutal ist und sich wie der erste Vorgesetzte benimmt. Welche Bevorzugung er von seiten des 'Magazinsmeisters noch genießt, geht auch bei der Verwendung der Arbeiter zum Bremserdienst hervor. Im Laufe des Sommers und Herbstes fuhr Mader jeden Tag mit Zug 1846 abends als Bremser, wie jedoch der Winter kam, durften die anderen fahren. Angeblich ließ ihn der Vorstand nicht fahren, damit er Zeit zum Lernen habe. Wir möchten nun den Herrn Vorstand ersuchen, hier Ordnung zu schassen, denn von einem solchen Menschen wie Mader, wollen sich die anderen Arbeiter nicht kommandieren lassen. Vrrsammlungsberichte. Niederlmdcwiese. (Bahnrichterbesprechung.) Sonntag den 28. Februar fand hier eine Versammlung der Bahnrichter des Olmützer Direktionsbezirkes statt, in der Genosse B i d-mann einen Bericht über die Tätigkeit der Personalkommission brachte. Da die Deputation vom 22. Dezember 1908 resultatlos war, wurde beschlossen, sich mit der Zentrale ins Einvernehmen zu setzen und eine alle Direktionsbezirke umfassende Bahnrichterkonferenz einzuberusen, wo zugleich die nötigen Schritte zur Durchführung unserer Forderungen besprochen werden können. Ueber die Aufbringung der Dclegationskosten entspann sich eine lebhafte Debatte, an der sich die meisten Teilnehmer beteiligten und wurde beschlossen, durch Sammlung die Kosten zu decken. Das geeinigte Vorgehen der Bahnrichter von den Süd-bahnlinien wurde mit Freuden begrüßt und alle Anwesenden waren sich darüber einig, daß nur durch eine kräftige Organisation, wo jeder einzelne mithelsen muß, die Lage der Bahnrichter verbessert werden kann. Pflicht der Bahnrichter ist es, Mann für Mann der Organisation beizutreten und zu damit bekunden, daß keiner bei dem kommenden Kampfe fehlen darf oder gar zum heimtückischen Verräter werden will. Wien. (Heizhaus I). In letzterer Zeit wurde Lokomotivführer Genosse Preiß, Zentralausschußmitglied, wegen seiner Ausarbeitung der Aufteilung des vom Eisenbahnministerium an die Lokomotivführer gewährten Betrages von mehreren Berufskollegen der auswärtigen Heizhäuser, sowie auch von einigen Lokomotivführern des Heizhauses Wien I in der Zeitschrift „Der Lokomotivführer" heftig angegriffen. Auch bemühten sich einige Kollegen, mit dem Reichsratsabgeordneten Kemeter an der Spitze, das Vertrauen, welches Genosse Preist im Eisenbahnministerium als Zentralausschußmitglied besitzt, zu untergraben. Anläßlich der Konferenz des Lokomotivfahrpersonals im Arberterheim erschien Genosse Preis) am 4. März in derKlub-sitzung des Lokomotivsührerklubs, Heizhaus Wien I, erstattete dort über die von ihn ausgearbeiteten Grundzüge für das kombinierte Entlohnungssystem ein Referat, wobei folgende Resolution in der sehr stark besuchten Sitzung einstimmig angenommen wurde: „Die zahlreich anwesenden Lokomotivführer von Wien I erklären, daß sie die cigenbrödlerischen Versprechen einzelner Kollegen im k. k. Eisenbahnministerium, speziell unter Führung eines Abgeordneten, welcher im Parlament gegen die Interessen der Eisenbahner gestimmt hat, nicht billigen, da die Tendenz derartiger Versprechen nur darauf hinausläust, das Ansehen der gewühlten Zentralausschüsse und Personalkommissionsmitglieder noch oben zu erschüttern. Sie sprechen ihrem Zentralausschußmitglied Kollegen Preis) für sein rastloses Eintreten für die Gesamtinteressen der Lokomotivführer ihr volles Vertrauen und den «ärmsten Dank aus." * Aus Galizien. In der Zeit vom 11. bis 19. Februar fand in Lemberg, Stanislau, Czernowitz. Stryj, T a r n o w und N e u - S a n d e c eine VersammlungStour statt. Alle Versammlungen waren massenhaft besucht und gaben Zeugnis von der tiefen Erregung der Bediensteten und Arbeiter über den schleppenden Gang der Durchführung der seitens des Eisenbahn-ministeriumS im Oktober vorigen Jahres gemachten Zugeständnisse. Die Tagesordnung lautete durchwegs: .Die Zugeständnisse aus den k. k. Staatsbahnen und deren Durchführung." Zu dieser Tagesordnung referierten die Genossen DuSek und K a c z a-n o w s k i,° in Czernowitz nach dem Reichsratsabgeordneten Genossen Gregorovici Genosse Bezpalko. Genosse Dusck sprach nebstdem über die soziale Versicherung. Wien. (K. k. Nord bahn.) Am 2. März tagte in den Ortsgruppenlokalitäten eine Vereinsversammlung der slawischen Oberbauarbeiter der k. k. Nordbahn, welche massenhaft besucht war. Genosse D u S e k referierte über die Zugeständnisse bei den k. f. Staatsbahnen und deren Durchführung sowie über die Arbeiten des demnächst einzuberufenden Zentralarbeiterausschusses und appellierte an die Anwesenden, sich der Organisation anzu-schließen. Diese Versammlung hatte in der Tat den Erfolg/ daß zahlreiche Arbeiter der Organisation beigetreten sind. Wien XIV. (Werkstüttenarbeiterversamm-lung.) Die Werkstättenarbeiter der k. k. österreichischen Staatsbahnen Wien I hielten am 27. Februar in Freys Restaurarion, XV., Mariahilferstraße 176, eine Versammlung ab, in der die Stabilisicrungs- und AvanremeniSverhältnisse besprochen wurden. Als erster Redner sprach Genosse H a r t m a tt n, welcher den Versammelten mitteilte, daß am 4. Februar je ein vom Weif» stüttenkomitee verfaßtes Schreiben bezüglich der Verkürzungen anläßlich der jeweiligen Stabilisierungen an die Zentralpersonal-kommissionsmitgliedcr Genossen Kurtas in Linz und Anz-bach in Lemberg durch die Ortsgruppe abgeschickt wurde. In den erwähnten Schreiben, welche Redner verlieft, wurden beide Vertreter ersucht, bei der nächsten Zentralpcrsonalkommissions-sitzung entsprechende Anträge einzubringen und endlich einmal die Verkürzungen aus der Welt zu schaffen, beziehungsweise die vom hiesigen Werkstättenpersonal im Eisenbahnministerium ein-gebrachten Gesuche einer günstigen Erledigung zuzusühren. Genosse Junghans besaßt sich mit dem zu wählenden Direktionsarbeiterausschuß und wünscht, daß derselbe bald in Funktion treten könne. Genosse Wist er eil bespricht die beiden Antwortschreiben und wünscht, daß die Arbeiterschaft seitens der Vertreter von allem in Kenntnis gesetzt wird, uni die geeigneten Schritte zur Verbesserung der Lage unternehmen zu können. Nachdem noch mehrere Genossen Wünsche und Beschwerden vorgebracht haben, stellt Genosse Vogt den Antrag, eine Deputation zu entsenden, die bei der Direktion wegen der Oberwcrkmänner und Lohn« yärtenausgleich vorsprechen soll. Dieser Antrag wurde angenommen und die Genossen Winter und Junghans als Zentralarbeiterausschüsse, Genosse S ch r e m s e r, welcher Ersatzmann in der Lokalpersonalkommission ist, gewühlt und werden selbe ersucht, im Laufe der nächsten Woche bei der Direktion, wenn nötig, im Ministerium vorzusprechen. Nachdem sich niemand mehr zum Worte meldete, richtete der Vorsitzende Genosse Hartmann an die Versammelten den Appell, der Organisation beizutreten und die Indifferenten vom Nutzen derselben zu überzeugen, um die gerechten Forderungen der Werkstätten-arbeiter zu verwirklichen, und schloß die Versammlung. Nus den Organisationen. Vilin. Die am 7. März d. I. abgehaltenc Generalversammlung bot ein erfreuliches Lild der Vereinstüttgkeit in unserer kleinen Ortsgruppe. Im abgelausenen Vereinsjahr fanden statt: 1 Generalversammlung, 11 Monatsversammlungen, 2 § 2-Ver-sammlungen und 9 Ausschußsitzungen. An Monatsbeiträgen sind eingelaufen Kr. 1019 81, davon an die Zentrale abgeführt 1000 Kr., verbleibt somit Kassenstand Kr. 19-81. Unterstützungen wurden durch die Zentrale 100 Kr., durch die Ortsgruppe Kr. 57-60 und 56 Kr. für Delegierte gezahlt. Die Bibliothek umfaßt 87 Bände und wurde selbe von den Mitgliedern fleißig in Anspruch genommen. Bei der Neuwahl wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Fol da, Obmann; Gustav Zimmermann, Heinrich Nouzizku, Wenzel Wodrazka, Franz Horn, Adolf Seifert, Isidor Koller, Joses Zelenka, Josef Scholz und Wenzel A s ch e n b r e n n e r, Ausschußmitglieder. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an: Franz F o l d a in Ladowitz 210. Die Monatsversammlungen werden immer den ersten Sonntag im Monat um 8 Uhr abends im Vereinslokal „zum schwarzen Rost“ in Bilin abgehalten. Dux. Die Ortsgruppe hielt am 7. März d. I. ihre diesjährige Generalversammlung ab, welche gut besucht war. Genosse Kunz erstattete den Jahresbericht und warf einen Rückblick aus das vergangene Jahr, wobei er die Wahlen in die Personal-kommission mit betonte. Hierauf wurde vom Genossen Pelz et er, Schriftführer, das vorjährige Protokoll verlesen. Genosse Hein-r i ch, Kassier, bringt den Kassenbericht, aus dem wir folgendes hervorheben: Einnahmen Kr. 1021-49, Ausgaben Kr. 993 33, Kassenstand Kr. 2816. Im vergangenen Jahre wurden auch einige hilfsbedürftige Mitglieder mit Unterstützung beteilt. Genosse Wagner, Bibliothekar, bringt seinen Bericht und betont, daß die Bibliothek von den Mitglieder wenig benützt wird. Hieraus wurde zur Wahl geschritten und folgende Genossen gewählt: Joses K u n z, Obmann, 'Anton K r u m p e, Stellvertreter; Karl R o s s c k, Schristführer, Johann K o l a r, Stellvertreter; Franz Heinrich, Kassier, Wenzel Weber, Stellvertreter; Ferdinand Wagner, Bibliothekar, Josef S ch ö d l, Stellvertreter. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, bei den Versammlungen zahlreicher zu erscheinen und sich um ihre Interessen mehr zu kämmen. Die Lauheit muß einmal gebrochen werden, wenn wir Fortschritte machen wollen, denn nur durch vereinte Kräfte werden Erfolge erzielt. Klostergrab. ; Die Ortsgruppe in Klostergrab hat am Sonntag den 7. Mürz ihre ganzjährige Generalversammlung abgehallen und wurden folgende Genossen in die Vereinsleitung gewählt: Klement Gr oh, Kondukteur, Obmann, Franz H u-l i 61 o, Lokomotivheizer, Stellvertreter; Ferdinand Rosum, Kondukteur, Schriftführer, Josef Partunek, Stellvertreter; Franz Gautsch, Kondukteur, Kassier, Franz S t u n a, Kondukteur, Stellvertreter; Franz Mout ka und Eduard Rudolf, Streckenwächter, Revisoren; Anton C b a r w a t, Weichenwärter, und Josef Mühlbauer, Visierer, Bibliothekare. Nach der Neuwahl wurde dem scheidenden Ausschuß das Absolutorium erteilt. Alle Zuschriften sind an Genossen Klement Groh zu senden, und werden die Genossen ersucht, an den Monatsversammlungen sich reger zu beteiligen, da dieselben am ersten Sonntag eines jeden Monats abgehalten werden. Die Ausschuß-sitznngen finden jeden ersten Sonntag nach dem 15. statt und mögen auch die Frauen daran teilnehmen, um die Aufklärung unter ihnen anzuregen und zu verbreiten. Schwarzenau. Bei der am 7. März d. I. abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen einstimmig gewählt: Franz Feiner, Obmann; Laurenz Steinbauer, Franz Huber, Joses Nowak und Eugen K o tz m a n n, Ausschüsse. Genosse Feiner beantragte die Abhaltung von Diskussionsabenden und wird Näheres den Mitgliedern bekannt gegeben werden. Mehrere interne Dereinsangelegenheiten wurden eben« falls erledigt. Sämtliche Zuschriften sind an Franz Feiner, Lokomotivführer in Schwarzenau zu richten. Marchega. Samstag den 6. Mürz d. I. hielt die Ortsgruppe die diesjährige Generalversammlung ab, wobei Genosse D u s e k einen lehrreichen Vortrag über die Sozialversicherung und über den Wert der politischen Organisation hielt. Bei der Neuwahl wurden folgende Genossen gewählt: König, Obmann, K o t t o w i tz und Wolf, (Stellvertreter; Ulbrich, Kassier, Radl, Stellvertreter; Biraschofsky und ta cf, Schriftführer; Spritzendorfer und Winkler, entrolle. Zur Errichtung eines Grabdenkmals für Genossen Glaser wurden 30 Kr. gespendet. Wölkersdorf St. E. G. Sonntag, 14. März l. I., nachmittags, fand in Trauers Gasthaus eine sehr stark besuchte Eisenbahnewersammlung statt. Den Vorsitz führte Genosse K a i n e r, als Referenten erschienen Genosse Spieß aus Wien und Genosse Krause (Stadlau). Infolge der großen Anzahl von Mitgliedern in diesem Rayon wurde die Gründung einer Zahlstelle einstimmig beschlossen und Genosse K a i n e r als Zahlstellenleiter einstimmig gewählt. Genosse Spieß, der über die Entziehung der Zulage der Oberbauarbeiter der St. E. G. referierte und injeinen weiteren Ausführungen auf das geplante Attentat der Regierung in ihrer Gesetzesvorlage auf die Unfallversicherung zu sprechen kam, erntete für seine leicht faßlichen Beispiele reichen Beifall. Nach seiner Aufforderung, die Organisation anszubauen und treu zu derselben zu stehen, schloß derselbe sein Referat. Genosse Krause und Baumgartner, welche über Organisationstaktik sprachen, forderten zur Einigkeit der Kollegen und Genossen auf und rnuroen ihre Ausführungen mit Beifall belohnt. Von den noch nicht organisierten Anwesenden sind sofort 10 neu beigetreten. Genosse Kain er richtete an die Anwesenden einen kurzen Appell, ihn in der Leitung der Zahlstelle zu unterstützen. Mit Dank für das zahlreiche Erscheinen schloß derselbe die Versammlung. Oberlentensdorf. Sonntag den 7. März d. I. fand unsere Generalversammlung statt, wobei Genosse Kraus in deutscher und Genosse Koran da in tschechischer Sprache referierten. Bei der Neuwahl wurden folgende Genossen gewühlt: Ignaz Schneider, Ernst W o d i C t a, Johann Scholz, Josef Spelda, Heinrich H erg et, Josef Bohmann, Ludwig B a r t a, Franz H o j e r, Eduard S e m s e k, Josef Grund und Peter B r e n s k y. Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an Genossen Ignaz Schneider, Oberkondukteur in Oberleutensdorf, Bentegoffe 38 5, in Geldangelegenheiten an den Kassier Genofsen Johann Scholz, Kondukteur in Ober-leutensdorf, Mühlstraße 4 5 9, zu richten. Ferner machen wir die Mitglieder aufmerksam, daß die Monatsoersammlungen am 4. Avril und 2. Mai 1909, um 3 Uhr nachmittags stattfinden. Während der Somermonate ist der Beginn auf 8 Uhr abens festgesetzt. Ausschußsitzungen finden eine Stunde vor Eröffnung der Monatsversammlungen statt. Lcobc». Bei der letzten Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Karl Pvsch, k. k. Staatsbahn, Obmann, Mich! Kanzler, Südbahn, Franz M a d e r, k. k. Staatsbahn, Stellvertreter; Alois E d l i n g e r, k. k. Staatsbahn, Schriftführer, Johann G s ö l l n e r, k. k. Staatsbahn, Georg Steiger, k. k. Staatsbahn, Stellvertreter; Vinzenz P i r k o, k. k. StaatSbahn, Kassier, Felix R e s ch, Südbahn, Anton Lierschaft, k. I. Staatsbahn, Stellvertreter; Karl F a t e r I, k. k. Staatsbahn, Bibliothekar, Johann Leicht, Südbahn, Johann K ö p p e l, k. k. Staatsbahn, Stellvertreter. Knittclfcld. Bei der am 28. Februar in Wi Idauers Saal obgehalten Generalversammlung, welche gut besucht war,, wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Hubert Galle, Obmann, Michel Gerold, Anton Regner, Stellvertreter ; Leopold Dumpfort, Kassier, Alois Zehn, Stellvertreter ; August F r e y b e r g, Schriftführer; Joses H e i n i s ch, Stellvertreter; Johann W a b e l, Bibliothekar, Franz Kolm ent, Alois Dobler, Stellvertreter; Franz Tscheliesnig, Josef Neudek, Josef Schm i da, Kontrollore- Büchs, Kamper, Göbhardt, Zippermann, Ausschüsse. Als Referent war Genosse S o m i t s eh aus Wien erschienen, welcher über die Zugeständnisse des Eisenbahnministeriums unter großem Beifall der Anwesenden sprach. Lichtenau. Die hiesige .Zahlstelle hat am 6. Februar l. I. eine § 2-Vcrsammlung abgehalten, wobei folgende Genossen als Funktionäre gewählt wurden: Franz LiZka als Leiter, Franz I e st r a b e k, Stellvertreter; Anton P o f p i s i I, Kassier, Robert Küstner, Stellvertreter; AloiS Behaupt, Schriftführer, Wenzel Karger, Stellvertreter; WenzelJoiöny,Bibliothekar, Alois Karger, Stellvertreter; Johann Kötzer, Johann Bergmann und Wenzel N o v o t n y für die Kontrolle. Subkassier für die Strecke Gabel a. d. A. die Genossen Franz P e s ch k e und Joses Tannert. Alle Zuschriften und Sendungen sind zu richten an die Adresse: Franz Lista, Lichtenau, Böhmen. Die Mitgliederversammlungen werden am ersten Samstag eines jeden Monats abgehalten. Die Ausschußsitzungen bestimmt der Obmann und werden die Mitglieder mittelst Einladungen verständigt. Laut Beschluß der Ausschußsitzung am 5. März l. I. wurde der Reinertrag von 12 Kr. vom Eisenbahnerkrünzchen zum Ankauf von Vereinsinventar benützt. Weißkirchlitz. Bei der am 7. März d. I. stattgesundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Karl Hennlich, Obmann; Karl Hochmann, Franz Saraun, Bernhard Riedl, Raimund T euch er, Johann Ja »da, Joses Stephan, Johann Kachlmayer, Josef Dietl, Franz Liebscher, Ausschüsse. Alle Zuschriften sind an Genossen Karl Heimlich, Teplitz-Waldthor, Bahnhof722, zu senden. Die nächste Monatsversammlung findet am 4. April, 2 Uhr nachmittags, im selben Lokal statt, wozu sämtliche Genossen freundlichst eingeladen werden. Wicn-Simmerig. Am 7. März fand im Simmeringer Brauhause die Generalversammlung der Ortsgruppe Simmering statt. Gewählt wurden die Genossen: Alois Bukovsky, Obmann; Karl Schwarz, Gottlieb Pavlik, Josef Bock, Karl Leisentritt, Franz Biedla, Joses Hosbauer, Matthias Svej-kovsky, Johann Jöch, Joses Zipperer, Josef Buchmann, Johann Weinlich, Anton Kafka, Wenzel Soukal, Hugo Mendra, Franz Emb erl und Franz Rzehak, Ausschüsse; Johann Cabal, Raimund Maleiek und August Schembor, Kontrolle. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Alois Bu-kovsky, Wien, XI., Geiselbergstraße 48. Schreckenstein. Am 15. März fand in Neumanns Restauration in Krammel die diesjährige Generalversammlung statt. Aus dem Rechenschaftsberichte war zu ersehen, daß die Ortsgruppe im vergangenen Vereinsjahr eine rege Tätigkeit entwickelte. Versammlungen und Sitzungen wurden von der Ortsgruppe 45 abgehalten. Darunter 6 freie Eisenbahnerversammlungen. Zur Verbesserung der Dienstverhältnisse wurden im Wirkungskreise der Ortsgruppe neun Aktionen durchgesührt, welche zum großen Teil auch von Erfolg begleitet waren. Delegierungen seitens der Ortsgruppe wurden sechs entsendet. Die Gesamteinnahmen betrugen Kr. 7263-78, die Gesamtausgaben Kr. 7913-87. An die Zentrale wurden Kr. 5036-76 abgesührt. Für Unterstützungen wurden aus Ortsgruppenmitteln 389 Kr., von der Zentrale 140 Kr., somit zusammen 529 Kr. gewährt. Für Aktionen und Agitation wurden Kr. 308 24, für Bildungszwecke Kr. 7612 ausgegeben. Briefe wurden 343 abgesendet, eingelausen sind 184. Außerdem wurden von der Ortsgruppenleitung für die Mitglieder in verschiedenen Angelegenheiten 165 Gesuche verfaßt. Die Mitgliederzahl stieg von 421 aus 496. Der Saldo betrug am 31. Dezember Kr. 264.49, Aus der gemeinsamen Biblische! wurden von Len Mitgliedern der Ortsgruppe 487 Bücher aus-Segeben. In der Neuwahl der Ortsgruppenleitung wurden gewählt die Genossen: Eduard Paul, Obmann; Josef Gruber. Kassier; Julius Jüngling, Schriftführer. Zuschriften sind an Genossen Eduard Paul, Krammel, Schwadnerstraße Nr. 79, zu richten. . Letna Bei Pilsen. Hiermit geben wir bekannt, daß wir durch Kauf von Dietes Gasthaus ein eigenes Arbeiterheim erworben haben. All unsere Freunde und Gesinnungsgenossen von Letna und Umgebung werden freundlichst ersucht, uns durch zahlreichen Besuch gütigst zu unterstützen und mögen dieselben als Mitglieder der Arbeiterheimgenossenschaft beitreten. Zur Kapitalisierung des Unternehmens werden Geldbeträge in jeder Höhe entgegengenommen und sichergestellt. Die Ortsgruppenleitung der organisierten Eisenbahner in Letna. Saaz. Bei der am 8. März d. I. stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Strnad, Obmann; Anton Leipert, Wenzel «eran, Josef Storni, JaroslavzBlecha, Joses Hanl, Anton Ullrich, Ernst Horn und Adolf Milfeit, Ausschuß-Mitglieder. Sämtliche Zuschriften sind an den Obmann Franz Strnad, Libotschanerstratze 1003 in Saaz, Geldsendungen an den Kassier JaroslavBlecha, Obstmarkt 603 m Saaz, zu adressieren. . . , Die Mitgliederversammlungen finden jeden ersten Montag im Monat, Ausschußsitzungen nach Bedarf statt. Die Mitglieder werden ersucht, durch regen Besuch der Versammlungen sowie durch pünktliche Zahlung der Beiträge dem Ausschuß die Arbeiten zu erleichtern. Feldkirch. Am 7. d. M., nachmittags 2 Uhr, fand die ganzjährige Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vereins- und Rechen-Ichastsbericht. 2. Einzahlung und Ausnahme neuer Mitglieder. 3. Neuwahlen, 4. Anträge und Anfragen. Der Obmann Genosse Schwarz brachte den Tätigkeitsbericht der Ortsgruppe für 1908 zur Kenntnis Der Kassenbericht wurde von der Kontrolle für richtig befunden und nach Verlesung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung dem scheidenden Ausschuß das Absolutorium erteilt. Die vom Wahlkomitee vorgeschlagenen Genossen wurden einstimmig in den Ausschuß gewählt. Nach Erledigung interner Angelegenheiten schloß der Obmann Genosse Loy mit einem warmen Appell an die Mitglieder, auch heuer rege in der Organisation zu wirken, die gut besuchte Versammlung um halb 6 Uhr. Alle Zuschriften sind an den Obmann Genossen Franz Loy, Feldkirch, K r e u z g a s s e 2 0, zu richten. Himberg. Sonntag den 28. Februar l. I. fand im Vereins-lolcil eine außerordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe statt. Nachdem Genosse Geiger als Vorsitzender die Anwesenden sowie den aus Wien erschienenen Referenten Genossen Karl N e j e b l o nach Eröffnung der Versammlung begrüßte, wurde die Verlesung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung vorgenommen. Der Bericht des Kassiers Genossen Klein sowie der Revisoren wurde von den Anwesenden mit Befriedigung ausgenommen und das beantragte Absolutorium einstimmig angenommen. Bei der hieraus folgenden Neuwahl wurden nachstehende Genossen in die Ortsgrnppenleitung gewählt: Franz Geiger, Obmann, Leopold B e m u n d, Stellvertreter; Franz KI e i tt, Kassier; Wilhelm Holender, Schriftführer ; Zohann E r l und Johann Heger, Kontrollore; Johann Dlask, Karl M ii 11 n e t, Stephan Bors, Alois Smejkal, Joses Kögl er, Karl Hotooetz, Joses Pfeil, Ausschüsse. Nach erfolgter Wahl fordert Genosse Geiger die Mitglieder, besonders aber die gewählten Ausschußmitglieder auf, bei den Monatsversammlungen respektive Ausschußsitzungen zuverlässig zu erscheinen; die Monatsversammlungen finden wie bisher am ersten Sonntag im Monat statt. Genosse Nejedlo schildert in kurzen klaren Zügen die Kämpfe der Eisenbahner zur Zeit der Ausnahmszustände, die Schikanierung derselben durch die Behörden, bringt in ausführlich« Weise die Bewegung der Eisenbahner der letzten Zeit, das Ansehen der Eisenbahnerorganisation, welche sich dieselbe durch die Anzahl der Mitglieder erworben hat und schließt seinen vortrefflichen Vortrag unter lebhaftem Beisall der Anwesenden, die Organisation weiter auszubauen und neue Mitglieder zu werben. Sämtliche Zuschriften sind an Genossen Franz Geiger, Himberg 16 7, zu richten. Brünn I. Am 7. März fand im Vereinslokal „zum Rehbock" die ganzjährige Generalversammlung der Ortsgruppe Brünn I statt. . . Der Obmann Genosse 8 a r s o n eröffnete um 4 Uhr nachmittags die Generalversammlung mit der Erinnerung an die verstorbenen Genossen Glaser, Schulmeister und D'r b a l, woraus sich die Anwesenden zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen erhoben. Genosse Kaute brachte das Protokoll der letzten Generalversammlung zur Kenntnis. Den Situations- und Kassenbericht erstattete Genosse Mauka, der hervorhob, daß trotz mancher Schwierigkeiten wir mit unserer Arbeit zufrieden sein können. Die Arbeit der Ortsgruppe ist folgende: Die Aktion betreffs Abänderung des Tur-nufses für die Zugsbegleiter und Erhöhung des Meilengeldes sowie die Aktion wegen Erhöhung des Akkordtarises der Maga-zinSarbeiter wurden durch die Zeraskä Jednota vereitelt; Konferenz der Magazinsarbeiter; Versammlung der Schlosserwerkstätte; Aktion der Verschieber; Versammlung der Kohlenarbeiter behufs Bewilligung von Freikarten aus und in die Wohnungsortfchaften wurde zufriedenstellend erledigt. Weiters veranstaltete die Orts-gruppe 20 Mitgliederversammlungen, 15 Ausschußsitzungen, 2 öffentliche, 2 vertrauliche Versammlungen und 2 Konferenzen. Briefe für die Ortsgruppe sind 233 angekommen und 135 abgefertigt. Mit Ende 1907 waren 532 ordentliche Mitglider, beigetreten sind 328, zusammen 850 Mitglieder. Davon wurde die Zahlstelle in Blansko mit 87 Mitgliedern und die Zahlstelle in Mährisch-Branitz mit 29 Mitgliedern gegründet; gestorben, ausgetreten und wegen Nichtzahlung der Beiträge ausgeschieden 108, so daß die Ortsgruppe mit Ende 1908 626 Mitglieder zählt. An Unterstützungen wurden von der Ortsgruppe 238 Kr. und von der Zentrale 170 Kr., zusammen 408 Kr. ausbezahlt. In Rechts-schutzangelegenheiten sind 17 Fälle vorgekommen, und zwar handelte eö sich in 12 Fällen um die Zuerkennung der Unfalls-reute, in 1 Fall um gnadenweise Bewilligung der Pension, in 3 Fällen wurden Klagen wegen Ehcenbeleidigung unserer Funktionäre eingereicht. Dieser Bericht wurde mit Beifall aufgenommen. Genosse Adalbert Hruby erstattete den Bericht als Revisor und hob hervor, daß die Rechnungen und die Kasse sich in vollster Ordnung befinden. Hierauf wurde zu den Wahlen geschritten, die folgendes Resultat ergaben: Joses Ianousek, Blocksignaldiener, Obmann, Knmrowitz, Brückengasse 4, an den alle Zuschriften zu richten find; EgydiuS Solny und Johann Lkaroupka, Stellvertreter; Franz Mouka und Engelbert Waleeka, Kassiere; Leopold Zapletal und Josef SoukuP, Bibliothekare ; Alexander Schlesinger, Joses Langer und Joses Gerny, Revisoren; Ferd. HubäSek und Karl Born,Schriftführer ; Prat und Ontel, Ersatzmänner. Weiter wurden gewählt als Beitragseinnehmer für die Strecken: Brünn, Tischnowitz, Okiischko, Vlara und Böhmisch-Trübau die Geno>sen Schlesinger, Bor.n und Öcrng; als Vertrauensmänner: für die Magazinsarbeiter Genoffe Prat, für die Kohlenarbeiter D n t c (, für die Oberbauarbitere SehnaI, für Stationsarbeiter I. Soukup, für das Heizhaus Walitschka, für die Lokomotivführer § a r s o tt und Pfeffer, und für die Station Strelitz Genosse Hü kl. Die Betreffenden sind mit dem Einkassieren der Beiträge betraut, außerdem können an jedem 1 und 15. bei den Versammlungen und täglich von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis 6 Uhr im Eisenbahnersekretariat, Josefsgasse 2, die Beitrage gezahlt werden. Genosse Dusel referierte über den Gesetzentwurf der Sozialversicherung. Zum Schluß forderte Genosse Mouka die Anwesenden zur rastlosen Arbeit auf, um die Organisation nach innen und außen zu fördern und schloß um 8 Uhr abends die Generalversammlung. Hütteldorf. Montag den 1. März 1909 fand die ganzjährige Generalversammlung der Ortsgruppe statt. Der Vorsitzende Genosse Wild eröffnete nach Begrüßung der Anwesenden um halb 8 Uhr abends die Generalversammlung und brachte einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses im abgelauseucn Vereinsjahr, welcher von den Mitgliedern beifällig zur Kenntnis genommen wurde. Der Reviforenbericht wurde durch Erteilung de§ Absolntorinms genehmigt und als Funktionäre folgende Genossen gewählt: Franz Hartenthaler, Lokomotivsührer, Obmann; Alois Schober, Oberoerschieber, und August Fleischmann, Werkmann, Obmannstellvertreter; Eduard L i u d n t r, Lokomotivführer, Schriftführer; AloiS Wallner, Werkmann, und Karl Hirt, Kanzleidiener, Schrift« führerstellvertrcter; Franz David, Lokomotillführeranwärter, Kassier; Karl Walter, Verschieber, und Alfons SBcdetm, Oberheizer, Kassierstellvertreter; Heinrich Saiko, Lokomotivführer, Bibliothekar, Franz W ä l l i f ch, Kohlenarbeiter, und Joses Gutmann, Heizer, Revisoren. Genosse Hartenthaler führte den Anwesenden eindringlich vor Augen, welche Arbeitssülle der vorgelegie Bericht in sich schließt und ersuchte, dem zurücktretenden Ausschuß den Dank der Generalversammlung durch Erheben von den Sitzen auszudrücken, was einmütig erfolgt. Mit dem Appell an die Mitglieder, auch im kommenden Vereinsjahr die Ortsgruppe und mit ihr die Organisation auszubauen, schloß er die Generalversammlung, welcher dann ein heiterer Familienabend folgte. Alle Zuschriften in Ortsgruppenangelcgenheiterl find an den Obmann Franz Hartenthaler, XIII/4, Hackinger-straße 3 9 a, 1. Stock, Tür 5, zu richten. Die Vereinsabende der Ortsgruppe werden von nun an jeden Samstag, um 7 Uhr abends, im alten VereinLlokale Zei-lingerS Gasthaus, XIII., Auhosstraße 184, abgehcilten. Außerdem werden für das Maschinenpersonal jeden Montag, um 6 Uhr abends, nach dem 1. und 15. eines Monats Besprechungen ihrer Angelegenheiten im selben Lokal stattfinden. Ebenso werden dre Einzahlungen nur mehr an Bereinsabenden entgegen-genommen und entfällt somit das Inkasso der Beiträge bei der Auszahlung. Alle Genossen werden im eigensten Interesse ersucht, die wöchentlichen Vereinsabende fleißig zu besuchen, den jetzt folgenden Vorträgen ihre besondere Aufmerksamkeit zu widmen und zu denselben auch ihre Frauen mitzubringen. Kleinreifling. Sonntag den 7. März fand die Versammlung der Zahlstelle statt. Ans dem Tätigkeitsbericht der Zahlstelle ist solgendes zu bemerken: Einnahmen Kr. 954°43, Ausgaben Kr. 904'14, ZeitungSfond nnd Zentralbeiträge Kr. 733-95, Unterstützung an vier Mitglieder 70 Kr., Inkassoprovision Kr. 30-20, Porto und Schreibrequisiten Kr. 17-27, Drucksachen 15 Kr., 10 Bibliotheksbücher Kr. 17-27. Kassenstand am 31. Dezember 1908 Kr. 50-29. Ms Zahlstellenleiter wurde Genosse Paul Fidebauer, als Kassier Genosse M a i r i n g e r gewählt. Sämtliche Zuschriften sind an Genossen Paul Fidebauer, Lokomotivführer in Kleinrcifling, zu richten. Wien X. (ArbeitSjubiIänm.) Am 22. Februar feierte der bei der Südbahngesellschaft in Arbeit stehende Tischlergehilfe Genosse Franz Kleindienst sein vierzigjähriges Ar-beitsiubiläum. Aus diesem Anlaß veranstalteten die Kollegen des Jubilars im kleinen Saale des Arbeiterheims Favoriten ein Fest, das bewies, welch große Sympathien der Jubilar genießt. Genosse Sun st, der den Jubilar begrüßte, hielt auch die Festrede, wobei er auf den beschwerlichen Lebensweg des alten Arbeiters hinwies. Die Gesellschaft wie auch seine Kollegen erfreuten den Jubilar mit schönen Geschenken. Die Landtagsabgeordneten Pölzet und Si g l, die am Kommen verhindert waren, schickten an den Jubilar eine schriftliche Gratulation. Das schöne Arbeiterfest, das besonders durch die Gesangsvorträge des Gesangvereines „Südbahnbund* und die vortrefflichen Leistungen des Humoristen Größl ausgezeichnet wurde, verlief in bester Stimmung. Nus denr Gerichtssaal. Marburg. (Erbauliches von derBaudi rektion der S ü d b a h n.) Am 23. v. M. fand vor dem hiesigen Bezirksgericht die Verhandlung über die Ehrenbeleidigungsklage, welche der Kanzleiexvedient F e k o n j a gegen den dort stationiert gewesenen Bahnmeister Bnkry angestrengt hatte, statt. Den Gegenstand der Klage bildete die zu Protokoll gegebene Andeutung des Bahnmeisters, daß der vorschriftswidrige Vorgang bei Ausstellung der Regiesrachtbriese, tote er unter dem früheren Sektionsvvrstand Füchsel gepflogen wurde, daraus schließen lasse, daß von einem Bediensteten zum Nachteile der Gesellschaft an Unternehmer für deren Privatzwecke Regiefrachtbriefe ausgesolgt werden. Die Verhandlung selbst endete, wie vorauSzusehen war, mit dem vollständigen Freispruch des Bahnmeisters, da der Richter zur Ueberzengung gelangte, daß der Herr Fekonja bloß der vorgeschobene Strohmann sei und der Kläger eigentlich der Herr F Ü ch s e l hätte sein sollen. — ES traten jedoch im Verlause der Verhandlung ganz nette Details zutage, welche verdienen, festgenagelt zu werden, damit auch die Oesfentlichteit sich ein Beispiel nehmen kann, wie Disziplinaruntersuchungen bei der Baudirektion geführt werden. In erster Linie sei konstatiert, daß die Prophezeiung des Untersuchungskommissärs Jaeobi, „daß der Bahnmeister in dieser Sache kein Glück haben werde und er schon spüren werde, was dabei für ihn herauskommt", nicht in Erfüllung gegangen ist. Herausgekommen ist freilich etwas, der Beweis nämlich, daß die Oberen die Wahrung deS gesellschaftlichen Interesses stets bloß im Munde führen nnd eine ungeheure Blamage für die Paschadirektion. Dieselbe mag sich dafür bei ihrem scharfen und klugen Unterläusel I a c o b t bedanken und denselben vielleicht durch Erhöhung seiner Funktionszulage belohnen. Wie jammervoll war die Miene des Klägers, welcher sich aus ein mit dem Geklagten am 30. Oktober 1908 angeblich durch Herrn Jaeobi ausgenommcncs Protokoll beties, als er hörte, daß die Baudirektioit dem Gericht eingestehen mußte, daß mit dem Bahnmeister in dieser Sache überhaupt kein Protokoll ausgenommen wurde. Tableau! Aber es existierte doch etwas, nämlich ein privater Bericht des Herrn Jaeobi an die Direktion. Da heißt es: „Der Bahnmeister sei ein aufgeregter Mensch und versuche noch weitere Verdächtigungen, er mache versteckte Andeutungen, er verweigerte die Ausfolgung des Frachtbriefes it. f. w. Im Berichte stand natürlich nichts davon, daß der nette Herr dem Bahnmeister, welcher ihn in Uniform erwartete, schon am Perron coram publico den Frachtbrief mit Gewalt zu entreißen versuchte, und daß der Bahnmeister, welcher ihn daran hindern wollte, ihn am Atme gefaßt hielt. Es ist wahrlich höchste Zeit, daß die Südbahndirektivn diesen Herrn Jaeobi als Unter-slichungskommissär verschwinden läßt. Fachtechnisches. Elektrische Bahnen. Die wirtschaftliche Krisis hat daS Problem der Elektrifizierung der Eisenbahnen in den Vordergrund des Interesses gestellt. Die Versuche auf den schwedischen, schweizerischen und amerikanischen Eisenbahnen mit elektrischem Betrieb werden als vollkommen gelungen dargestellt. Die übrigen Staaten, vor allem Italien, Oesterreich, Bayern, Baden und Preußen, sind entschlossen, ebenfalls den elektrischen Betrieb aus ihren Bahnen einzuführen. In dem soeben erschienenen Werke über die elektrischen Fernbahnen sucht der Ingenieur der Vereinigten Staaten O. C. Rocdder daS Ergebnis aller Versuche zu-sammenzusassen. Wir entnehmen diesem Werke einige Bemerkungen über die wirtschaftlichen Vorteile der elektrischen Bahnen. Das wichtigste Moment ist, daß durch die elektrischen Bahnen an Zeit und Kraft gespart wird. In der Regel erlauben sie eine bedeutend erhöhte Geschwindigkeit, die Fahrkörpet sind leichter abzustellen und bedürfen weniger Zeit, um wiederum in Bewegung gesetzt zu werden. Der wichtigste Vorteil ist die Wirtschaftlichkeit des el'ettrt»’ scheu Betriebes. Die Dampflokomotive muß meist mit einem seht großen und schweren Tender versehen sein, wodurch ein eich cf. licher Prozentsatz der Zugkraft verloren geht. Dann muß die Dampflokomotive im Durchschnitt zwet? oft aber aber auch vier Stunden vor Antritt der Fahrt ange-heizt werden. Ebenso bedarf sie der Unterhaltung während des Aufenthalts der Züge auf den Slati»nen, in Kreuzungen» sowie während der Pausen. Die elektrischen Bahnen verbrauchen Energie nur während des Betriebes und prop»rti»nal ihren Leistungen. Die Dampflokomotiven werden ferner rascher als die elektrischen abgenutzt. Außerdem stellt der elektrische Betrieb eine größere Betriebssicherheit dar. Der Dampfkessel bildet eine ständige Gefahr und hat, ganz abgesehen von Unfällen durch direkte Explosion, bei Zusammenstößen sast stets die Zahl der Opfer vermehrt. Aehnlich verhält es sich mit den Gasbehältern unterhalb der Wagenkasten für die ZugSbeleuchtung. All das füllt beim elektrischen Betrieb weg. Einen sehr bedeutenden Wert hat die Möglichkeit, höhere Steigungen zuzulassen. Ein Beispiel mag das erläutern: Bei Freitigeu-Brieg stellte sich die für den Dampfbetrieb geeignete Terrasse mit 15 Prozent Steigung auf 215 Kilometer Länge, die für den elektrischen Betrieb gewählte mit 3'5 Prozent Steigung auf nur 13 5 Kilometer Länge. Die dadurch erreichte Ersparnis an den Baukosten wurde auf 25 Milli»nen Franken berechnet. .... Die Herren Stillwell und Putnam. haben in einem Vortrag vor dem American Institute ok Electrical Engineers im Jänner 1907 die Betriebs- und Unterhaltungskosten der amerikanischen elektrischen Vollbahnen zu 82 Prozent derjenigen der Dampsbahnen berechnet. Von den 5900 Millionen Mark, die im Jahre 1905 in den Vereinigten Staaten an Betriebs- und Unterhaltungskosten sämtlicher Bahnen verausgabt wurden, Hütten nicht weniger als 1050 Millionen Mark gespart werden können. Für Deutschland hat Psarr (Elektrischer Kraftbetrieb und Bahnen, Heft'*16 und 18, 1907) berechnet, daß die Einführung deS elektrischen Betriebes aus sämtlichen Bahnen eine Ersparnis von mindestens 47 Millionen Mark gebracht hätte, wobei allerdings ein Anlagekapital von 880 Millionen Mark notwendig wäre. In beiden Fällen ist als Primärkraft der Dampf angenommen. Läßt sich aber Wasserkraft ausnützen, so vermindern sich die Ausgaben noch bedeutend. lieber die Entwicklung der elektrischen Bahnen macht Herr Oberingenieur P. Pvschenrieder in der österreichischen Zeitschrift des Ingenieur- und Architektenvereines (Nr. 6, 1909) folgende interessante Angaben: 1879 führte W. Siemens auf der Berliner GewerbcauSstellnng die erste elektrische Eisenbahn vor. 1884 wurde die erste elektrische Bahn in Cleveland (Nord- amerika) gebaut. Seitdem geht die Entwicklung der elektrischen Bahnen in raschem Tempo vor sich, wie aus folgendem ersichtlich ist: 1885 hat Europa 22 Kilometer Geleise mit zirka 35 Fahr-/ zeugen; Amerika 12 Kilometer Geleise mit 13 Fahrzeugen; 1890 sind in Europa 71 Kilometer Geleise mit zirka 140 Fahrzeugen und in Amerika 1142 Kilometer Geleise mit 1230 Fahrzeugen ^ 1908 hat Amerika schon zirka 70.000 Kilometer Geleise mit’ 75.000 Fahrzeugen, Europa ungefähr ein Drittel dieser Zahl. Ausführlicher über die amerikanischen elektrischen Bahne» berichtet der Zensus von 1907. Darnach waren: 30. Juni 81. Tezembrr Zunahme 1902 1907 in Prozente» Bahngesellschaften. . ".1. 987 " 1.236 25 2 Betriebslänge in englischen Meilen...................... 16.000 25.500 63‘4 Geleiselänge in englischen Meilen ..................... 22.600 34.400 52 4 Zahl der Personenwagen . 60.000 _ 70.000 161 Zahl der beförderten Personen in Millionen . . — 9-5 63 3 Zahl der Arbeiter und An- - ' gestellten................. 141.000 ~ 220.000 57 0 GcWt und Löhne in Mil- ^ lionen.......................... 88 ' 150.5 700 In diesen Zahlen sind sämtliche Bahnen inbegriffen. Die Entwicklung der Vollbahnen in Europa läßt sich ersehen aus folgenden Angaben über die Wechselstrombahnen, die wir eben» falls dem Vortrage deS Herrn Pvschenrieder entnehmen: Wechlelstroinbahnc» in Europa Zahl Streike Sotomotiem 1904 T.rrv . 1 18-2 Kilometer — 4 1905 . . .M. 2 94 4 , 1 29 1906 . r.l, . 6 108-15 , 2 43 1907 ............. 3 110-5 „ 7 94 1908 12 421-2 , 35 114 Die Entwicklung läßt darauf schließen, daß sich daS neue Betriebssystem vollständig bewährt. Es verheißt neuen kräftigen Aufschwung im Verkehrswesen und dann auch in der gesammten Industrie. Eine Einschienenbahn in London. Das Problem der Schnellbahn in der Stadt glaubt der englische Erfinder E. W. Ehalmers Kearney durch c.a System der Eisenbahn gelöst zu haben, das der einschienigen Eisenbahn ähnelt, die mittels eines Kreisels aufrecht gehalten wird. Jedoch handelt es sich um eine etwas andere Erfindung, über die „The Worlds work“ zuverlässige Angaben macht. Die Eisenbahn fährt aus einer einzigen Schiene von der gewöhnlichen Schwere und Form; vier Rüder befinden sich, zu je zweien an einem Drehgestell angebracht, unter der Mitte des Wagens. Ueber dem Wagen liegt eine zweite, etwas leichtere Schiene, die seitlich durch halbkreisförmige Stützen gehalten wird. An ihrer Unterseite gleiten etwas kleinere Räder entlang, die auch paarweise angeordnet sind. Jedes einzelne der Unterräder ist mit einem Motor ausgerüstet, der unmittelbar an der Achse angreift, so daß alle vier Rüder Treibräder sind und die treibende Kraft daher in denkbar günstigster Weise ausgenützt wird. Der Wagen ist ziemlich leicht gebaut, so daß der Schwerpunkt ziemlich tief unten liegt. Da außerdem die DrehungSgeschwiudigkeit der Rüder sehr groß ist, würde durch ihre Kreisclwirkung der Wagen im Gleichgewicht gehalten, auch wenn die obere Schiene nicht vorhanden wäre. Diese ist aber unbedingt nötig, wenn der Zug steht und wenn er scharfe Kurven durchfahren soll, in denen je nach der Krümmung die obere Schiene seitlich verlegt ist. Der Wagen, der 100 Personen aufnehmen soll, ist vorn und hinten keilförmig gestaltet, so daß der Luftwiderstand äußerst gering ist. Wie der Erfinder hofft, soll eine Geschwindigkeit von beinahe 200 Kilometern in der Stunde erreicht werden. Die Wagen dieses Systems sollen äußerst ruhig und sicher fahren, was leicht verständlich ist, da ja, anders als bei der zweischienigen Eisenbahn, der Radkranz aus beiden Seiten über die Schiene übergreifen kann, und die Stöße, die aus der ungleichen Lagerung der Schienen der gewöhnlichen Eisenbahn beruhen, Wegfällen. Außerdem hat die eingeleisige Eisenbahn noch den Vorzug, daß sie große Steigungen ohne Schwierigkeiten erklimmen kann. Es ist der Vorschlag gemacht worden, in nächster Zeit in London eine solche Bahn zu bauen, und es verlautet auch, daß eine derartige Bahn in der Umgebung von New-Dork ausgeführt werden soll. Und wenn der ganze Schnee verbrennt... Ein eigenartiges Verfahren, die Weichen und sonstigen durch Vereisung besonders gefährdeten Stellen im Geleise von Eis und Schirre zu befreien, wird von Amerika gemeldet. Das Verfahren besteht darin, daß eine brennbare Flüssigkeit über die von Eis zu befreienden Stellen gegossen und angezündet wird. Die brennbare Flüssigkeit ist ein Kohlenwasserstoff, dessen Zusammensetzung geheim gehalten wird. ES wird nur so viel angegeben, daß die Flüssigkeit fast ohne Kosten als Nebenprodukt beim Betriebe der Fettgasanstalten gewonnen wird und im Handel für den Preis von 3 bis 5 Pf per Liter zu haben ist. Diese Flüssigkeit brennt selbst bei Wind und Sturm und auch dann noch weiter, wenn sie sich mit dem schmelzenden Schnee und Eis vermischt. Im Gegenteil, sie bringt das Schmelzwasser gleichzeitig zur Verdampfung und trocknet dadurch den Boden zwischen den Geleiseanlagen. Das Verfahren soll ferner den Vorteil haben, daß cs nicht nur Schienen und Schwellen nicht angreist, sondern sie im Gegenteil imprägniert. Auch die ausstrahlende Wärme läßt nichts befürchten, da sie nicht stärker wie bei großer Hitze im Sommer sein soll. Verschiedenes. Evlünchtmrg. Michel! fallen dir die Schuppen Von den Augen? Merkst du itzt. Daß man dir die besten Suppen Vor dem Maule wegstibitzt? Als Ersatz war dir versprochen Reinverklärte Himmelsfreud' Droben, wo die Engel kochen Ohne Fleisch die Seligkeit. Michel! wird dein Glaube schwächer Oder stärker dein App'tit? Du ergreifst den Lebensbecher Und du singst ein Heidenlied l Michel! fürchte nichts und labe Schon hienieden deinen Wanst, Später liegen wir im Grabe, Wo du still verdauen kannst! Heinrich Heine. Bon einem, der sich zu helfen wußte. Der alte Andres war schlau. Deshalb verließ er feine Stelle bei dem Burghofbauer und verdingte sich bei dem Pfarrer. Der Pfarrer hat weniger Acker, weniger Vieh, folglich — brauche ich weniger zu arbeiten. So kalkulierte der Andres. Nicht ganz mit Unrecht. Die Frau Pfarrer war eine sparsame Frau. Vielleicht ein bißchen zu sehr. — Den Dienstboten kochte sie echte Wassersuppen. Und das oft. Andres ackerte. Mehr Schleifen, das heißt ungeackerte Stellen ließ er liegen, als er umbrach. Das sah sein Herr. Der verstand sich aufs Ackern; sonst verstand er auch nicht viel. „Andres, heißt das geackert? Sind das Furchen?' „Wassersupp' — Driwwer 'naus geschlüpft!"-------------- Der Pfarrer hatte eine Heimliche Unterredung mit feiner Frau. Am anderen Tage ackerte Andres Furche für Furche gründlich und tief. Der Pfarrer lachte; das war die Frucht seiner Unterredung. „Brav AndreS I So lob' ich mir's." „Wassersupp' — Driwwer 'naus geschlupp; « Awwer Sauerkraut im Speit — Döas drickt's weick!" Seit der Zeit brauchte sich Andres nicht mehr über die vielen Wassersuppen zu beklagen. Es war doch schlau gewesen, daß er sich bei dem Pfarrer verdingt hatte. Karl Ludwig. Ein Urteil über die Fachzcitnngeu. Herr Meißner, Dozent für Journalistik der Technischen Hochschule zu Darmstadt, führte auf dem Internationalen Preßkongreß folgendes aus: Die Fachpresse, die heute gleich der Tageszeitung einen hervorragenden Bestandteil der geistigen Nahrung des Volkes bildet, wendet aus dem ihr zugewiesenen engeren Gebiet allen sachlichen und persönlichen, praktischen und theoretischen, allgemeinen und besonderen Fragen ihre gespannte Aufmerksamkeit zu und macht — um der Bücherweisheit praktische Bedeutung' zu geben — die Ilebersülle der in Büchern behandelten Wissenschaften durch Bibliographien, Auszüge und Referate über die mit Kennerblick gesichteten Stoffe der naheliegenden Fachgebiete wirklich erst zum Gemeingut der Völker. Eine gut geleitete Fachpresse zeigt auf den von ihr erwählten Gebieten die gleiche Umsicht und Beweglich- keit wie die Tageszeitung, die sich bei der fortgesetzten gewaltigen Ausdehnung ihres Inhalts nur den der Allgemeinheit dienenden Interessen widmen kann. Es gibt Fachzeitschriften, welche in einem Umfange erscheinen, der demjenigen der größten Tageszeitungen nicht nachsteht. Dementsprechend verursacht der redaktionelle Teil der Fachblätter wegen seines kritischer angelegten Leserpublikums, wegen des verhältnismäßig kleineren Jnteressenkreises, den die Fachzeitschrift vertreten soll und der damit zusammenhängenden Gründlichkeit in der Behandlung des für das Fachblatt geeigneten Stoffes nicht selten einen erheblichen Apparat und erfordert bedeutende geistige Arbeit. Und da uns im Fachzcitschristenwesen eine hohe Entwicklung der typographischen Ausstattung begegnet und viele Fachblätter außerdem teuere und technisch bedeutsame Kunstbeilagen oder andere edicgene Illustration bieten, darf mit vollem Recht b e-auptet werden, daß das geistige, Wirtschaft-iche und technische Niveau der Fachpresse dem der Tagespressegleichwertig istunddaß Wissen-schaft, Gewerbe und Handel ohne ihre Fachpresse eine so hohe Stufe, wie sic tatsächlich erreicht ist, schwerlich erklommen hätten. Literatur. „Nach Feierabend" betitelt sich die soeben im Parteiverlag der Wiener Volksbuchhandlung erschienene Broschüre. Sie hat den Landtagsabgeordneten Michael Schacherl in Graz zum Verfasser, der cs in ausgezeichneter Weise verstanden hat, „Sieben Gespräche zwischen dem Koglbauer Poldl und dem Steinhofer Seppl" wiederzugeben. Die Broschüre, welche für den äußerst billigen Preis von 10 H. bei allen „GlüHIichter",Kolporteuren und Zeitungsausträgern erhältlich ist, eignet sich ganz vorzüglich zur Agitation in Stadt und Land. Bei bevorstehenden Landtags- oder Gemeinderatswahlen fehlt es oftmals an leichtverständlichen Auseinandersetzungen, mit denen die noch rückständigen Kameraden und Kollegen, sei es im Kohlenschacht, in der Fabrik oder sonstwo, ohne Mühe mit den Zwecken und Zielen der sozialdemokratischen Partei bekanntgemacht werden könnten. Ganz besonders unter den Landarbeitern dürste die Schrift reges Interesse hervorrufen. Das bisher von der Sozialdemokratie für die gesamte Arbeiterschaft aller Klassen Erreichte ist in der „Nach Feierabcnd'-Brr,schüre in anmutender Gesprächsform niedergelegt und dürfte unserer Partei manchen neuen Kämpfer für Freiheit und Recht zuführen. Wir empfehlen diese neu aufgelegte Lichtstrahlenbroschüre angelegentlichst, ist sie doch ein weiteres schätzenswertes Agitationsmittel für die Sozialdemokratie. Wo die Schrift ausnahmsweise bei den Kolporteuren nicht erhältlich sein sollte, empfiehlt sich die Einsendung von 16 H. in Briefmarken an die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand u. Komp. in Wien, VI., Gumpendorserstraße Nr. 18, worauf Frankozusendung derselben erfolgt. Das Recht. Volkstümliche Zeitschrift für österreichisches Rechtsleben. Herausgeber: Dr. I. Ingwer und Dr. I. Ros ne r. Die soeben erschienene Nr. 16 dieser Zeitschrift hat folgenden Inhalt: Entführung und Ehebruch. — Die Entscheidungsgründe der Urteile in U ebertret ungsfällen. Von Dr. Julius Röder. — Rechtssprechung: Negativer Kompetenzkvuflikt. — Bücher und Zeitschriften: B. Katte: Fachgerichte in Strafsachen. — Deutsche Richterzeitung. — Allerlei aus dem Rechtsleben: Die bedrohte Unabhängigkeit des Richterstandes. — Die Mißhandlung Jugendlicher. — Johann Nepomuk reäivivus. — Diese Zeitschrift erscheint am 1. und 15. jeden Monats. Das Abonnement beträgt jährlich 6 Kr., die einzelne Nummer kostet 30 H. Redaktion und Administration: Wien, 6. Bezirk, Kasernengasse 24. Einlielendet. (Für diese Rnbri! übernimmt die Redaktion keine Serantto Ortung.’ Erklärung. Dem Einsender des Artikels in der .Oesterreichisch-Ungarischen Eisenbahner-Zeitung" hat es beliebt, sich mit meinem Tun und Handeln in einer mich bei meinen Berufskollegen herabsetzenden Weise zu befassen, aus dessen Anrempelungen ich nicht durch Zeitungsartikel antworten, sondern demselben anderswo Gelegenheit geben will, die gegen mich erwähnten Beschuldigungen zu beweisen. Au§ diesem Grunde lasse ich mich mit solchen Charakteren in eine Zeitungspolemik nicht ein, die gewerbsmäßig Ehrab-schneidereien betreiben, da sich solche stets hinter dem Redakteur verkriechen. Meinen Berufskollegen diene jedoch UntangeführteS zur Kenntnis: In der Nummer 4 obengenannter Zeitung soll ich den Berussheizern versprochen haben, daß ich es bei der Direktion durchsetzen werde, daß sic zur Lokomotivsührerprüsung zugelassen und zu Lokomotivführern ernannt werden. Ich erkläre den Einsender jenes Artikels — denn so etwas wäre ja hirnrissig — solange er Genanntes in jener Zeitung nicht widerruft oder selbes mir nicht bei Gericht nachweist, für einen Lügner und Verleumder. Franz Baumgartner, Lokomotivführer der Südbahn, Wien. An die Mitglieder des Lebensversicherungsvereines für Eisenbahnbedienstcte „Ue L.glio‘\ Der von einer Anzahl von Mitgliedern Eingebrachte Antrag auf Satzungsänderungen, und zwar: 1 Einführung einer jährlichen Generalversammlung. 2. Zusammensetzung des Zentralkomitees aus Bediensteten aller Kategorien (3 B eamte, 3 Unterb eamte, 3 Diener) gelangt demnächst zur Mitgliederabstiminung. Hierdurch wird ein altes Unrecht an den von der Verwaltung bis jetzt ausgeschlossenen Bediensteten endlich ouö der Welt geschafft, da bas Zentralkomitee aus sechs B e a m t e n bestand, trotzdem der größere Teil der Mitglieder den übrigen Bedienstetenkategorien angehört. Wir fordern daher alle Mitglieder aus, für den eilige-brachten Antrag zu stimmen. Endesgcfertigter gibt hiermit dem gesamten Stationspersonal des k. k. Direktionsbezirkes Villach bekannt, daß er infolge Ernennung zum Unterbeamten aus der Personalkommission ausscheidet und dankt den Wählern für das ihm geschenkte Vertrauen. „ . Gleichzeitig dankt er den Mitgliedern der Personal-kommission, welche ihm ihr Vertrauen durch die Wahl in den Zentralausschuß entgegengebracht haben. Joses Hany, Magazinsmeister, Klagenfurt. Eine billige Fahrt nach München veranstaltet der Gau I der Arbeiter-Gesangvereine Oesterreichs am 26. Juni 1909. Der Fahrpreis beträgt Kr. 22°50 für die Hin- und Rückfahrt bei 30tägiger Gültigkeit der Fahrkarte. Die Hinfahrt erfolgt geschlossen, die Rückfahrt aufgelöst. Bei der Anmeldung ist eine Garantiegebühr von 3 Kr. zu erlegen, welche in den Fahrpreis eingerechnet wird. Der Fahrpreis kann in Raten erlegt werden, muß aber bis zum 30. April 1909 voll bezahlt sein. Hier bietet sich unseren Genossen eine seltene Gelegenheit, billig eine größere Reise zu unternehmen, um so mehr als die Leitung des Gau I bestrebt ist, überall bedeutende Preisermäßigungen zu erzielen. Genossen, welche diese Reise mitmachen wollen, mögen sich an Genossen Hugo Froidl, XlV/2, Sechshauserstraße 68/70. III, wenden, von welchem auch Posterlagscheine zu beziehen sind. Mitteilungen des Zenlralsekrelariats Rechtsfchutzburea«. Allen P. T. Funktionären und Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß die Abhaltung der Sprechstunde durch das Ableben des Herrn Dr. G. F r i e d keinerlei Unterbrechung erleidet, da sein Nachfolger Herr Dr. G. Harpner nach wie vor diese abhalten wird. Die Sprechstunde findet jeden Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends in den Lokalitäten des Rechtsschutzbureaus, Wien, V/1, Zentagasse 6, 1. Stock, Tür 17, statt und die Mitglieder werden im eigenen Interesse ersucht, von dieser juristischen Sprechstunde zahlreich Gebrauch zu machen. Fällt auf Dienstag ein Feiertag, so wird die Sprechstunde tags zuvor, das heißt Montag abgehalten. Wir bemerken ausdrücklich, daß die Vorsorge getroffen wurde, daß die Sprechstunde pünktlich um 7 Uhr abends beginnt und daß bei derselben entweder Dr. Harpner persönlich oder sein Stellvertreter Dr. Katz anwesend ist. Sollten die Genossen die Sprechstunde so wenig besuchen, wie es bis jetzt der Fall war, dann wird die Sprechstunde aufgelassen. Gleichzeitig ersuchen wir neuerlich und dringendst die geehrten Ortsgruppenfunktionüre, bei Einsendung von Rechtsfällen und Unterstützungsgesuchen keine anderen An-gelegenheitcn(Organisations-,Agitations-,Administrations-oder Redaktionsangelegenheiten) zu vermengen und das Papier nur aus einer Seite zu beschreiben, wenn auf einem Blatt Papier mehrere Rechtsangelegenheiten ausgenommen werden. Desgleichen ersuchen wir dringend, bei Einsendung von Rechtsfüllen nicht nur den vollen Namen des Petenten, sondern auch seine Diensteigenschaft und Mitgliedsnummer mizuführen, wie auch nebst einem kurzen aber doch klaren Bericht über den Rechtsfall alle auf diesen bezughabenden Dokumente als: Unfallsfragebogen, Bescheide, Pensions- und Provisionsdekrete ec. einzusenden. Bei Unterstützungsgesuchen ist auch neben der Begründung des Gesuches der Gelialt, Lolin und die sonstigen Einnahmen sowie die Anzahl der Kinder anzuführen. Sollten die P. T. Genossen unserem berechtigten Wunsch auch diesmal nicht Nachkommen, so erklären wir, nicht in der Lage zu sein solche Schreiben beantworten zu können. Die Redaktionen der Fachzeitungen „Zelezniöni Zrizenec“, „Kolejarz“ und „Zelezniöar“ werden ersucht, vorstehende Notiz gefälligst abdrucken zu wollen. Mit Parteigruß Das Zentralsekretariat (Rechtsbureau) I. A. Duüek. Sprechsaal. Achtung! Mitglieder des Lebeusiuittelmaga.zins der k. k. österreichischen Staatsbahnen, Direk-lionsbezirk Wien. Am 29. März d.J. findet im „Hotel Union", Wien, IX., Nuh-dorferstraße, um 8 Uhr vormittags die diesjährige Generalversammlung des Lebensmittelmagazins der k. k. üsterreichischenStaatbahnen Wiens statt, bei welcher auch die Neuwahlen der Heuer ausscheidenden Vorstandsund Ausfichisratsmitglieder vorgenommen werden. Um eine Zersplitterung der Stimmen hintanzuhalten, ersuchen mir alle Freunde und Genossen ihre Stimmen auf unsere. von den Vertrauensmännern in Wien vorgeschlagenen Kandidaten zu vereinigen; Als Vorstand: Konstantin Kueidinger, Platzmeister, Wien II; Alfred Massarek, (Revident; Max Haidinger, Adjunkt. Als Aufsichtsrat: Matthias Brezina, Aushilfs-Kondukteur, Rüßdorf. Ersatzausfichsrat: Ferdinand Holzer. Es ist diesmal notwendig, ein reges Interesse für diese Wahl zu entfalten und eifrig zu agitieren. In solchen eminent wirtschaftlichen Institutionen dürfen nur Freunde der Eisenbahnbediensteten und erprobte, gewissenhafte Männer sitzen! Die Kollegen und Genossen werden daher um die größte Beteiligung ersucht. Die Klebezetteln find im Wahllokal zu haben. Die Vertrauensmänner. Wächterkoiiferenz des Direktionsbezirkes Linz der k. k. Staatsbahnen. Am Sonntag den 21. d. M. findet in Linz, im Gasthaus de» Herrn W i p p l i n g e r, Wiener Reichsstraße, um 9 Uhr vormittags die dies,ährige Konferenz statt. Da wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, wollen alle Ortsgruppen und Zahlstellen Delegierte entsenden. Un alle Genossen Portiere der Südbahn. Die Portiere werden dringend ersucht, den demnächst an sie gelangenden Ersuchen wegen Eintrittskarten sogleich zu entsprechen. _____________ Achtung! Mitglieder des Lebensmittelmagazins in Linz. Sonntag den 28. März um 9 Uhr vormittags findet im Städtischen Volksgartenfalon die XV. ordentliche Generalversammlung statt. Auf die Tagesordnung kommt unter anderem abermals die leidliche Statutenänderung. Dieselbe konnte bis jetzt von der Behörde nicht genehmigt werden, weil niemals eine genügende Anzahl der Mitglieder, welche eine Statutenänderung erfordert, an der Generalversammlung teilgenommen haben. Die vom Statutenberatungs-komitee ungeänderten Statuten enthalten sehr wichtige und nützliche Bestimmungen zum Vorteil der Mitglieder sowie auch für das LebenSmittelmagazin, so daß es sich lohnt, daß die Mitglieder die kleine Mühe sich auserlcgen und die Generalversammlung zahlreich besuchen. Sollte es auch diesmal nicht gelingen, die Statuten durchzubringen, dann bleiben die Mitglieder noch lange Jahre mit den veralteten und reaktionären Statuten beschert. Es ist daher die Pflicht eines jeden einzelnen Mitgliedes, daß es sein möglichstes im eigenen Interesse dazu beitrügt, daß die Generalversammlung vollzählig besucht wird. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung ist die Wahl eines Vorstandsmitgliedes. Als Kandidaten für den Vorstand hat die am 17. Februar von allen Dienstzweiaen vertretene, sehr stark besuchte Vertrauensmännerversammlung den Genossen Anton Kurtaa abermals einstimmig aufgestellt, das vollste Vertrauen und die Befriedigung über seine ersprießliche Tätigkeit ausgesprochen. Es werden daher die Mitglieder des Lebensmittelmaga-rms ersucht, für die Wahl deS Genossen Kur tag zu agitieren und eine jede andere Kandidatur abzuweisen. Jene Mitglieder, welche aus irgend einer Ursache verhindert sind, an der Generalversammlung teilzunehmen, werden ersucht, die Vollmachten (mit Namenssertignng, jedoch ohne Angabe des Bevollmäch-tigten) an die Adresse Kajetan Weiser, Linz. Karl Wreserstraße Nr. 21, oder an Anton Kurtag, Linz, Pillweinstraße Nr. 2 2, zu senden. An die Mitglieder des Lebensversicherungsvereines für ^isenbahnbedienstete „De Laglio“. DaS Zentralkomitee des „De LagIio“=Skmnc3 besteht laut Statuten aus sechs Beamten, trotzdem die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder aus Bediensteten der übrigen Kategorien besteht. Seit dem Bestand des Vereines, also durch 44 Jahre, waren die Unterbeamten, Diener und die anderen Bediensteten von der Teilnahme an der Verwaltung vollständig ausgeschlossen. Das derzeitige Zentralkomitee, welches bis auf ein Mitglied mit Hilfe »er organisierten Eisenbahner gewählt wurde, verpflichtete sich, wi Falle seiner Wahl die Statuten in dem Sinne abzuändern, daß es eine Generalversammlung einführe und die Zusammensetzung des Zentralkomitees aus Bediensteten aller Kategorien statuieren. Da jedoch der jetzige Obmann Herr M o r a w e y aus nichtigen Gründen die Satzungsänderung zu verschieben trachtete, wurden von mehreren Kundert Mitgliedern folgende zwei Anträge eingebracht, welche nach harten Kämpfen im Zentralkomitee endlich der Mitgliederabstimnmng zugesührt werden müssen und zwar: „ 1. Einführung einer jährlichen Generalversammlung. 2. Zusammensetzung des Zentralkomitees aus Bedlen-mm aller Kategorien, und zwar drei Beamte, drei Unterbeamte und drei Diener. Die Mitgliederabstimmung über diese Anträge mutz laut einstimmigem Beschluß des Zentralkomitees bis 31. d. M. beendet sein und gelangen die Stimmzettel bereits zur Versendung. Genossen! Durch die Annahme dieses Antrages wird ein jahrzehntelanges Unrecht an euch ans der Welt geschafft. Wir fordern euch auf, für diese Anträge lebhast zu agitieren und durch eure Stimmen zu zeigen, daß ihr nicht gesonnen seid, euch weiter von der Leitung des Vereines ausschließen zu lassen. DieZentralleitung des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschastsver-eines für Oesterreich. Offene Anfragen. An den Herrn HofraL Grimburg, Direktor der priv. vfterreichisch-nngarischen Staatseisenbahngesellschnft. Die Altprovisionisten der Staatseisenbahngesellschaft erlauben sich die höfliche Anfrage an den Herrn Hofrat Gritn-burg zu richten, ob demselben das im Monat Februar zu Händen des Herrn Hostates eiugesendete Bittgesuch zur Kenntnis gelangt ist und ob diese alten Leute, die ihr ganzes Leben und ihre Gesundheit der Gesellschaft geopfert haben, um heute Hunger zu leiden, nicht mehr einer Antwort würdig sind. Die Altprovisionisten derStaatseisenbahngefellschast. An die Direktion der k. k. Nordbahu. Das gesamte Stationspersonal von Marchegg erlaubt sich die höfliche Anfrage, ob es einer löblichen Direktion bekannt ist, daß demselben bis heute noch nicht die Nachtdienftznlagen für Dezember 1908 ausgezahlt wurden, während dieselben sür den Monat Jänner 1909 bereits ausbezahlt wurden. Wir bitten halb um chetunlichste Auszahlung dieser Gebühren. Die Betroffenen. An die k. k. Staatsbahndirektion in Wien. Die Wächtersubstituten der Bahnerhaltungssektion Wien II, welche seit 20. Februar 1908, somit über ein Jahr auf stabilen Posten in Verwendung stehen, erlauben sich die höfliche Anfrage, weshalb dieselben keine Uniformen erhalten haben und warum diese von der k. k. Staatsbahndirektion nicht ausgenommen wurden. Die Betroffenen bitten daher die k. k. Staatsbahndirektion Wien um baldige Erledigung ihrer vorgebrachten Anfrage. _____________Die Betroffenen. An die k. k. Staatsbahndirektion Wien. Die Blocksignaldiener in Kritzendorf erlauben sich anzufragen, wann dieselben die Montur, welche am 1. Oktober 1908 als Nachtrag ausgegeben werden sollte, endlich einmal ausfassen werden. ___________ 91« die k. k. Staatsbahndirektion Innsbruck. Die Wächter in der Strecke Bischosshosen-Mandling erlauben sich die höfliche Anfrage, wann für die Streckenwächter der dienstfreie Tag im Monat gewährt wird, nachdem derselbe sür die Wächter der Bahnerhaltungssektion Siezen bereits bewilligt wurde., / Allgemeiner Rechtsschutz- miii Gewerkschaftsverein für Lesterreich. Krtsgrnppr 3.Uui'tuj. Sonntag den 28. März 1909, um 2 Uhr nachmittags, findet in A. Raubals Gasthos eine Mitgliederversammlung mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Stellungnahme z u dem i m I a l) r e 1 9 0 7 überreichten M e m o r a n d u m. 2. Unser Dien st Verhältnis zur Direktion. 3. Krankenkasse. 4. Anträge und Anfragen. Den Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß die Diskussions, abende am ersten Dienstag im Monat, um 8 Uhr abends, im Vereinslokal stattsinden. Fällt aus diesen Tag ein Feiertag, so wird der Diskussionsabend am zweiten Dienstag abgehalten. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Zlntcr-äislia. Den Genossen diene zur Kenntnis, daß sie die Beiträge nur an jene Genossen zahlen sollen, welche m>t Blocks beteilt sind, und zwar sind dies für die Strecke: DolLnik, Petri ö, Koma n, KlemenLiS, Kovaö, UdouS und Merjasec. Für die Station Treffen Genosse M r a m o r, in Podnart-Kropp Genosse Hulik, j„ St. Jodoei Genosse Nakovec und in Laibnch (Staatsbahn) die Genossen Komac, Sore, Vergelj, KocijanSiö, Gals und Knuplesch. M üller über die Sozialversicherung sprechen wird. Eisenbahner, erscheint in Massen. Ansang 8 Uhr abends. Alles Nähere durch die Plakate. Ortsgruppe Gbcrleuteirvrrorf. Am 28. März 1909 findet im Vereinslokal eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt, in welcher Genosse ©«sei aus Wien über die Sozialversicherung sprechen wird. Massenhaftes Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Kudwei». Mitglieder des Sterbefonds werden aufmerksam gemacht, daß am 8. März 1909 Katharina Neubauer, Gattin des Mitgliedes Nr. 491 Anton Neu-ba-rrr, gestorben ist. Erlege jeder 20 H. zum Sterbefonds. Zahlstelle ZrUerndorf. Die Genossen von Zellerndors rufen dem noch Schreckenslein versetzten Genossen Joses Rock ein herzliches Lebewohl zu und hoffen, daß er unserer Sache auch fernerhin treu bleiben wird. Ortsgruppe Mriskirchlih. Mittwoch den 31. März 1909, um 8 Uhr abends, findet im 'Gasthaus des Herrn Lust in Weiskirchlitz eine freie Eisenbahnerversammlung statt. Pflicht eines jeden dienstfreien Eisenbahners ist es, zu dieser wichtigen Versammlung bestimmt zu kommen. Ortsgruppe Gggcnburg. Sonntag den 4. April 1909, um halb 4 Uhr nachmittags, findet im Gasthaus der Frau Pfann unsere Generalversammlung statt, wozu ein Referent aus Wien kommen wird. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, zu dieser für uns so wichtigen Versammlung bestimmt zu kommen und sind die Frauen mitzubringen, da eine Regelung des Leichensonds notwendig erscheint. Ortsgruppe Kufstein. Am Montag den 5. April 1909, um 8 Uhr abends, findet im Gasthaus „zur Gräfin" die Generalversammlung der Ortsgruppe mit folgender Tagesordnung statt: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung. 2. Bericht der Funktionäre. 3. Neuwahl der Ortsgrnppenleitung. 4. Bericht der Martmrgcr Konferenzen. 5. Eventuelle». Es diene den Mitgliedern zur Kenntnis, daß jene, die zur Zeit der Generalversammlung drei MitgliedSbeiträge schulden, ihr Mitgliedsrecht bei der Generalversammlung nicht ausüben können. Ortsgruppe Ziel»?. Am Dienstag den 23. März 1909, um 7 Uhr abends, findet im Bereinslokal die diesjährige Generalversammlung der Ortsgruppe Lienz I mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Ausschusses. 2. Neuwahl der Or ts g ru PP en l ei t u ng für das I a h r 19 0 9. 3. Bericht des neu gewählten Personal-kommissionsmitgliedes G. L a ck n e r über unsere Forderungen. 4. Eventuelles. Die geehrten Mitglieder werden ersucht, die erhaltenen Stimmzettel ausgesüllt bis 23. März abends im Briefkasten des VereinSlokals abzugeben und in der Versammlung zahlreich zu erscheinen. DahlftrUe KihlnUirl. Am Ostermontag den 12. April, halb 4 Uhr nachmittags, findet in Harischs Gasthof „zum goldenen Greifen" die diesjährige Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über das abgelaufene V e r e i n s j a h r. 2. Neuwahl. 3. Vortrag. 4. Anträge und Anfragen. Mitglieder, erscheint samt euren Frauen zahlreich in dieser Versammlung. Gäste willkommen. Ortsgruppe Keoi>r». Am 24. März 1909, unt 8 Uhr abends, findet im „Hotel Lamm" eine öffentliche Vereinsversamm-luug mit folgender Tagesordnung statt: 1. DieOrgani-satioii und deren Erfolge. 2. Regelung der Dienstzei t für die Wüch ter. 3. Allgemeines. Referenten aus Graz und Wien. Ortsgruppe Mörgt I. Den geehrten Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß bei der Monatsversanimlnng am Sonntag den 4. April, um 8 llhr abends, in Vollands Gasthaus, die Vorwahl für den neuen Ausschuß stattfindet. Die Mitglieder werden int eigenen Interesse ersticht, zu dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Auch ergeht die Bitte, die Mitgliedsbücher und Interims-karten sowie die ausgeliehenen Bücher behufs Kontrolle abzugeben und die etwaigen Rückstände zu begleichen. Ortsgruppe Kamwdor'f. Sonntag den 4. April 1909, um 3 Uhr nachmittags, findet bei Herrn Josef Veith in Geppers-dorf eine öffentliche VercinLverfanimlung statt. Die Mitglieder werden freundlichst ersucht, zu dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen, da wichtige Beschlüsse zur nächsten Generalversammlung durchberaten werden. Ortsgruppe Trants,mu. Es diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, daß die diesjährige Generalversammlung am 4. April 1909, um 4 Uhr nachmittags, in Rudischs Gasthaus „zum Deutschen Reich" (Kreuzplatz) mit folgender Tagesordnung stattfindet: 1. Verlesung des Protokolls verletzten Generalversammlung. 2. Bericht der Funktionäre. 3. Neuwahl der Ortsgruppenleitung. 4. Eventuelles. 5. Bortrag. Sollte die Versammlung zur festgesetzten Zeit nicht beschlußfähig sein, so findet eine Stunde später eine zweite mit derselben Tagesordnung statt, welche ohne Rücksicht auf die Mitgliederzahl beschlußfähig ist. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, rechtzeitig zu erscheinen, damit die Versammlung nicht unnötig verzögert wird. JaMIrlle Liedrschitz. Die geehrten Mitglieder werden freundlichst ersucht, die Mitgliedsbeiträge künftighin allmonatlich zu begleichen. Ortsgruppe Gänserndorf. Den Mitgliedern wird zur Kenntnis georacht, daß in der diesjährigen Generalversammlung, am 28. Februar 1909, nachfolgende Genossen in den Ausschusz gewählt wurden: Andreas Seymann, Obmann, Lambert St renn, Stellvertreter; Martin Mvlzer, Schriftführer, Ferdinand Topolanek, Stellvertreter; Johann Ioksch, Kassier, Johann 9t eit geb au er, Stellvertreter; August St re IS kg, Bibliothekar, Ferdinand Eichberger, Stellvertreter: Josef Kästner und Ernst Mage r, Revisoren. Als Vertrauensmänner wurden gewählt: Anion Falt US, Alois Havlieek, Wenzel HaaS, Wenzel Bayer, Ignaz A r t b a n e r und Leopold Schneider. Alle Mitglieder der Ortsgruppe werden ersucht, der Organisation mehr Interesse zuzuwenden, jede Versammlung und Ausschußsitzung zahlreicher zu besuchen. Einzahlungen finden am 3. und 18. jeden Moattti, »m halb 8 Uhr abends, im Gasthaus des Herrn Jokab (Seena in Gänserndorf statt. Ortsgruppe Gra; I, Küdiurlsir. Die diesjährige Generalversammlung findet am Donnerstag den 1. April 1909, um 8 Uhr abends, in den Juliensälen in Graz statt. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung. 2. Bericht deS Vorstandes, der Kontrolle und Antrag auf Erteilung der Entlastung des scheidenden Ausschusses. 3. Neuwahlen in den Ausschuß. 4. Vortrag über die Regierungsvorlage znrSozial-versicherung von Reichsratsabgeordneten Genossen Rudols Müller aus Wien. 5. Anträge und Anfragen. Vollzähliges Erscheinen wird zur Pflicht gemacht. Ortsgruppe Rofenbach. Den geehrten Mitgliedern der Ortsgruppe diene zur Mnmtnis, daß die für den 7. März angekündigte Generalversammlung wegen großen Schneefalls auf den 21. März verschoben wurde. Genossen erscheint zahlreich bei dieser Versammlung. Referent Genosse Marcr aus Klagensurt. Ortsgruppe Mürzzuschlag. Die diesjährige Generalversammlung findet am "25. März, um 2 Uhr nachmittags, in Herrn Kameras „Hotel Sandwirt" in Mürzzuschlag statt. Die Parteigenossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen und ihre Frauen mitzubringen. Zahlstelle Marienbild. Den geehrten Mitgliedern wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß Samstag den 3. April, um 8 Uhr abends, im Vereinslokal unsere diesjährige Hauptversammlung stattfindet. Um vollzähliges Erscheinen der dienstfreien Genossen wird höflichst ersucht. Freie Eisenbahnerversammlungen. Achtung, Eisenbahner von Döbling! Mittwoch den 24. März, abends 8 Uhr, findet in Brandts Saal, XIX., Gatterburggasse, eine Volksversammlung statt, in der Landtagsabgeordneter Genosse Karl V o l k e r t über Parteidisziplin referieren wird. Die Genossen Eisenbahner, welche dienstfrei sind, werden ersucht, bestimmt in dieser Versammlung zu erscheinen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o antwortung. o Für den Inhalt dar Inserate übernimmt die Redaktion und Administration kolne wie Immer geartete Vor- o o antwortung. o o Grammophoakänfer! Achtling! Nebenstehender Apparat, Kasten 30x30x13 cm mit prachtvollem, goldverziertem Blumentrichter von 50 x45 cm, ganze Höhe zirka 70 cm, mit l’rii-zisionslaufwerk, während des Spielens seitwärts aufziehbar, grrsse und kleine Platten geräuschlos nnd gloichmäesigziehend, mit-Tonarmu. Konzert-Membrane von Kräftigster, reinster Wiedergabe, kostet jetzt nur k sero— beziehungsweise mit 10 doppelseitigen, 25 cm grossen, garantiert neuen Harteunimiplatten(also kein Papiermache) BtiC gegen Nach- nahme. Kolossales Platten- und Zuböliörlager. Für Wiederverkäui'er erste und billigste Bezugsquelle. — Konkurrenzlos*. Landstrasser Grammophon-Versandhaus Wien, III 1, TIxomasplatz: 8. iiimißiläiiiis}. Ich bebaute, den Herrn Franz Eder, Stationsarbeiter bei der Südbahn in Lienz, Tirol, ganz ungerechtfertigt einer unehrenhaften Handlung verdächtigt zu haben, nehme, um der Abstrafung zu entgehen, meine verdächtigenden Aeußerungen mit dem Ausdrucke des Bedauerns zurück, leiste hiesür Abbitte und erkläre hiermit, daß ich durchaus keinen Grund habe, den Herrn Franz Eder irgend einer unehrenhaften Handlung zu beschuldigen. Lienz, am 11. März 1909. Gesrg Grrggenberger Hausbesitzer und Oberbauarbeiter bei der Südbahn in Lienz, Tirol. Postenlauscb. Vorarlberg. Staatshalt. Da ich mein Domizil wegen Familienangelegenheiten vertauschen will mit einem Kollegen der k. k, Staatsbahndirektion Olmütz in deutschem Sprachgebiet oder Wien, der in gleichet Eigenschaft [einen Boston als (btrecZemmchter tauschen möchte, bitte sich schriftlich an mich zu wenden. 15 Minuten Wegstrecke in den Markt und bis zur Volksschule, für Knaben sechsklassig, sür Mädchen siebenklassig. Auf diesem Posten ist auch Frauendienst und eine monatliche Zulage von 14 Kronen. Jndusirieort, eignet sich dafür, ausgewachsene Kinder in die Fabrik zu schulen. SlttflUst Grirnz, Streckenwächter, Hohenems. Ein herzliches Lebewohl! unserem Kollegen Andreas anläßlich seiner Übersetzung aus die neue Tauernbahn. Die Eisenbahnarbeiter samt Wächter der Station St. Georgen a. M. Herrlichste Aufnahmen! Grösste Auswahl I 20.000 Platten lagernd. I 18 cm cross, doppelseitig (3 Stücke auf einer Platte) K 2’—. 26 ein gross, doppelseitig (2 Stücke auf einer Platte) K 3—. | Jtnnorota unerreicht laut und rein ”.|J[ldldlC| spielend, zu K 7-50, 24‘—, 36'—, 80 — bis K 300'—; auch mit Einwurf für Gasthäuser nnd Cafes. Zngehöre u. Reparaturen zu Fabriks-Preisen. Bei Bezug auf dieses Blatt Preiskurante und Plattenlisten gratis! Alleinverkauf: 6rammophon-3mport-)(ons2 WIEN, V., Wienstrasse 28. Danksagung. Mein Bruder Friedrich Zalokar verunglückte im Monat September 1908 als Stationsarbeiter auf der Station Jsola und verlor die rechte Hand. Um ihm die Möglichkeit zu bieten, sich eine künstliche Hand anzuschasfeu, sammelte der Herr Stations-' ches von Jsola,Ernst Piano, den Betrag von Kr. 82°96, welcher meinem Bruder ausgefolgt wurde. Im Namen meines Bruders danke ich allen Herren, die zu dieser Sammlung beigesteuert haben, in erster Linie aber dem Herrn Stationsches Ernst Piano. Ergebenster *" Felix Zalokar, Beamter bei den t. k. Lagerhäusern in Triest. Danksagung. Für die ehrenden Beweise inniger Teilnahme an dem schweren Verlust, welchen ich durch das Hinscheiden meines teuren Gatten erlitten habe, sage ich meinen herzlichsten Dank. Ferner Bitte ich, für die zahlreiche Beteiligung, für die Unterstützung sowie für die herrliche Kranzspende meinen Tank entgegennehmen zu wollen. Hochachtungsvoll Marie Bujnoch, PackmeisterSgattin in Friede!, Bahnhof. Friedet, am 6. 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Wien, VI« Mariaüilferstrahe 89a,