^4« Sanntag. den i«. Aprtt 1871. X. Jahrgang. »>» .Ma»diir,er ötiluiig« erscheint jede» Sonnia«, Mitlw-ch und greitag. Preise — sar Maibnr,: aanjiSbria S II.. daldiSdria » ff vlerteliSbiia 1 II S0 k-^ kür S»«.«.»» ö-»« m.°n°«ich l° k. - mi. P°I>.ersend«ng- g.°,iSH-i» S fl..'halbj-hri» t ,i!. «wwjShrig , ff. ^ ^ ' Lernet vom Hegner! Marburg, 15. April. Wir bringen unter den „Marburger Be-richten" Kunde vo« neugegründeten Vereinen ün« serer Gegner. Ein Btrein nach dem anderen ent-steht, um durch da» gesprochene Wort zu wirken und zu werben, um die schneidige W >fse der Presse noch wuchti.ter zu schwingen. Diese Bereine arbei en auö dem Groben und im Großen und Hilten sich, ihre Zeit und ii)re «rast durch Hunderl Antrüge und Berathun^M der untergeordnetsten Art zu verschwenden, wie die FortschrittSvereine. Im Anfange war das Wort — im Anfange ist die That! Der hiesige kotholisch-slovenische Preßverein z. B. verfüttt bereits über mehr als sünftausend Gulden. Der fatl)olische Preßverein im Seckauer Visthum zahlt über zweitausend ftnshuu' dert Mitglieder und stehen ihm bedeutende Geld« mittel zu Gebote. Der „liberale Preßverein". welcher in Graz gestiftet werden sollte, ward Von der Landesstelle untersagt — aber warum se^le man die Bemühungen nicht weiter fort? Das BereinSgeses gewährt zwar nur einen beschränkten Spielraum; allein so fest und so brcit ist der Rechtkboden doch noch immer. l)av w.r darauf zu slehm und zu kämpfen vetmögen. Der Betrag, welcher zur Aörderung des liberalen Preßvereins berelts gesammelt lrar. b,lies sich aus — fiebenundvierzig Gulden!---fast durchwegs Kreuzer der Arbeiter. Die sogenante liberale Partei — zahlreich und reich — legte chre Hände in den weichen Gchooß Uttd läßt sie noch liegen und nur manchmal regt fichS dort; aber ist da» HÜndefalten Ei» abgenützt' Geschäft!" Unser Mahnruf an die gefammte freiheit-liche Partli wird auch diesmal ungehölt verklingen, wie schon so häufig. „Der Prophet gilt ja nichts im Vaterland»" — er besiht nicht Haus nicht Hof. und Leute, welche mtt solchem Gut gesegnet sind, haben es „Gott se: Dank" nicht nüthig, aufs Prophezeien sich zu verlegen. Der Prophet gilt nichts in seinen» Äaterlande — aber trotzdem und Alledem sugen wir: Die nächsle Zukunft schon wird dersreisinni« gen Partei die Augen öffnen und sie wlrd zu ihrem Echrtckcn erfaljren, was es heißt: Keine Parleizucht. k»ive Opferwilligteil l Aas österreichische Avgeordntten-Hans. Ueber den Werth unseres jetzigen Abgeord-netenhaus's ist die Meinung wohl nirgend mehr getheilt. Die Unfähigkeit und Schlaffheit desselben haben unser stuatliches Elcnd zum großen Theile verschuld'l — in k»l,stm Punkte sind nlic Sachvcrslänk'igrn tini^ und auch die Borivürfc lieirlffs dcr parlanicntarischen Fäulniß. wel(!ie das Ab^icoldneltnhans ergriffen, find heulzittage ziemlich allgemein. Zum Bcwtisc dafiir, der übrigens in d,« Spilten st,st aller Vlälter zu finden, bcluscn wir uns auf zwei l^anz verschiedene, aber in Nezu^ auf die Frage selbst zusammentreffende Stimmen. auf den „Pester Lloyd" und die seither leider eingegangene Berliner „Zukunft." Der „Pester Lloyd" führt in einem große-ren Artikel znnächst auS. daß zwischen den Anschauungen des österreichischen Volkes und jenen ^es Abgeordnetenhauses ein himmelweiter Unterschied sei. indem daS Volk Veriverfe, tva» daS Abgeordnetenhaus billigt, und »»mgekehrt. dann fährt d-'rstlbe fort: „lKlne kläglichere Fortsetzung der Niederlage, welche das Abgeordneten-HauS schon bei Gcle-genlieit der Herbst'schen Jnttrpellation erlitt, läßt sich kaum dtnken. Damals tvar aber doch noch ein parlamentarischer Kampf. Die VerfassungS« Partli wurde mit blutigen Köpsen heimgeschickt, aber sie hatte wenigstens einen Sturm unternommen. In der Rekruten-Debatte streckte jle die Waffen und unterzeichnete die Kapitulation, ohne auch nur einen Versuch zu machen. Wie immer, zeigte sie sich gänzlich unfähig, die Lage des Augenblickes zu erkennen und zu wilrdigen. Die bisl)erige Hallun.; dcS Abgcordneten-HauseS Hut Eines untviderleglich dargethan. feine Angst vor der Auflösung. Seit der Agitation der „neuen Männer" die Schindler und die Tinti zum Opfer gefallen sind, ist sogar daS Prager Kasino seines Erfolge» nicht mehr sicher. DaS ist die wirk-samfte und gefährlichste Waffe in der Hand deS Ministeriums. .t)ie BerfaffungS-Partei hat nicht mehr das sichere Bewußtsein, die Majorität des Hauses hinter sich zu haben; sie muß fürchten, bei einer Neuwahl die M.ijorität im Hause zu verlieren. Sie weiß sehr wohl, daß die letzten Wahlen trotz der. Passivität i)eS Ministeriums Potocki diese Majorität nahezu gefährdet Hachen und daß Graf Hohenwart tveit davon entfernt war, an dieser Passivität sestzuhalten. Lieber verzichtet man also im Vorhinein, von der vor« handenen Majorität Gebrauch zu machen. Daß dies auf die Dauer unmöglich fein, daß daS HliuS den organisatolischen Borlagen gegenüber Stellung nehmen lnuß und damit seiner sicheren Auflösung entgegengehen lvlrd, diese Betrachtung wird er-stickt von dem Selbsterhaltungstrieb, dem Gzistenz-bedürsnlß des Augenblicks. Nur einen Augenblick noch des schönen Lebens, der süßen, sreund-llchkU Gewohnlieit deS Daseins und deS Wirkens l Das ist Alles. tv^,s das Abgeordnetenhaus dem Mlnisterinm zu sogen hat." Eine andere Seite der Sünden, welche sich unsere Abgeordneten zu Schulden kommen lassen, beleuchtet die Iakoby'sche „Zukunst," indem sie die Gefügigkeit der Einzelnen, sich dem Willen der Regierung ge^jen materltlle Borthkile dienst, bar zu machen, geiselt; am Schlüsse deS betreffen-den Arlik.ls s.igt dicseS Blatt: „Endlich hat die Regierung mittelst der EisenbahN'Konzeslionen, die eben jetzt zur Ver-handluug gelangen, ein Mittel, gtlr viele Abgeordnete kirre zu machen. Wir sahen das schon bei der Diskussion über die StmU.'-Zubvention der Zweigbahn Lembkrg-Ltry. Nicht nur die Polen essen dem Ministerium auS der Hund, sond.rn auch Männer wie Giskra und Konsorten (iilr erstcren suhlt iin Hause Leitz. glcichsallö Vcrlva!-tungöratl) der Frailkobanf, k>as Wort) zeigen, daß ihNtN die Iiilertssn» k^er Geldinstitute. l.'t! denett sie ihrrn (Äoldhungcr licsricdigcn, lveit mehr am Herzni liejzctl. als die Versassuiig. In koii-stitutionellrr Korruption sind wir seit lant^c schon Meister." Zur Geschichte des Hages. Die Abgeordneten haben ihren heimischen Herd verlassen und beginnen morgen lvieder ihre rastlose, segenvolle Thätigkeit. Außer diesem Bewußtsein haben tvir auch noch die Freude, mit triumphirender Miene darauf hinweisen zu können: daß diese Vertreter unsere Behauptung nicht Lügen gestrast ^ daß sie Alle mit seltener Ausnahme die gar nicht zeitgemäße Berührung mit neugierigen Wählern gewissenhaft vermieden und sich tvährend den Osterferien nur gestärkt zu frischem Kampfe. Haben wir also nicht tvieder Recht und ist dieses Recht nicht tvieder eine neue Errungenschaft deS österreichischen Volkes? Der Stern deS Grafen Beust soll wieder erbleich-n wollen. Was schadet's? Geht der eine unter, so steigt der andere empor; wir aber sehen am Nachthimmel Oesterreichs noch lange keinen Morgenstern. Ob Beust oder Andrassy oder ein anderer Graf Minister deS Aenßern und Reichskanzler ist — die äußere Politik wird eine thatlose bleiben, so lange die inttere freiheitSlofe Politik das Reich im Zustand der Schwäche forterhält. Die Nachricht von einer Annäherung zwischen Rußland und der Pforte bestätigt sich. Ein halbamtlicher Berliner Korrespon-dentschreibt der „BreSlauer Zeitung": „Die neuesten kriegerischen Auslassungen deS bekannten Generals Fadejeiv gegen Oesterreich wizrden vielleicht noch nicht als Beweis gelten dürfen, daß die Petersburger Kriegspartei den Moment gekommen sieht, ihren Marsch über Wien nach Konstantinopel anzutreten; aber wichtiger ist die Nachricht Von der Fortdauer der Verhandlungen zwischen der russischen und türkischen Regierung behufs eines Einverständnisses, dessen Spitze sich gegen Oesterreich kehrt. Die Einzelnheiten der betreffenden ^^ixsh^ndlungen werden hier allerdings von Personen kolportirt, die zur hiesigen russischen Gesandschast in Beziehung stehen. Aber tveil diese Mittheilungen in Zusammenhang mit der kompromittirtkn Stellung deS Fürsten Karol von Rumänien gebracht tverden. so tritt der ostensible Zweck dieser Gerüchte deutlich genug in den Vordergrund. DieS verhindert indessen nicht, daß man hier die militärischen Vor-hereiwngen Rußlands im Südosten mit Aufmerksamkeit Verfolgt, wohl schon deshalb, tveil die erneuerten freundschaftlichen Bezielmngen ju Oesterreich. vielleicht a«s dessen Wunsch, die RücksichtS-nähme deSFürsten Bismarck lierauSgefordert haben." Bermifchte Stachrichten. (Die größt e Schlacht der Neuzeit.) ItN Hinblick auf die militärischen Thaten des letzten FeldzugeS wurde mehrfach die Behauptung ausgesprochen, der Feldzug von 1866 sei dagegen nur ein unbedeutender Ziveikampf gewesen. Von Interesse ist d^iher die Berechnung, daß trotz Allem die Schlacht von Königgrätz in Bezug nus die Gesammtmasse der bethciligten Truppen die bedeutendstln Schlachten der Neuzeit übertroffen. Während bei Wagrain 200.000 Franzosen und 140 000 Ocsterleichcr, zustimmen 340.000 Mann — bei Vorodi'io tZ0.000 Franzosen und 120.000 Nusscn, zusaiiiNieu 250.000 Mann _ bei Leipzig 240.000 Verbündete und 140.000 Franzosen, zusammen 380.000 Mann — bei Belle Alliance 40 000 Preus^en. 65.000 Ver- ^ ttkdete ««d 7ö.V00 Fraazosm. zusammen 1S0.000 — bei Solstkino 1b0.000 O«sterkeicher «»d Ivo.voo Lerbündett. zusammen 8V0.ch nähren, «er die thütiakeit dieser kleinen ttziere beobachten will, der findet, daß fte nur nach den vlkttern «andem, wo die Aier der Znsette«. namentlich aber der Schmetterlinge, ab-geleat find, da» fie die gesunden «lütter nicht imnnche», den Baum verlaffen oder solchen mer den. »o Ungezieser ftch ^icht findet. Aber weil möglicherweise ^nige Blätter beschädigt werden kßnnten, will man die Ameisen vertreiben und de« Uugezieser de» ganzen Vaum prnsaebeu. Mit «echt hat man in Preußeu das Schonen der AmeZen in den Wüldern angeordnet, um die i» ihrer Maffe gefählichen Insekten z» vermchten; Vielleicht würden die Schäden dnrch die Raupen vermieden werden, wea» man die Ameisen nicht dirett oder dnrch Wegnahme ihrer Eier vernichtete, fie aber schaden sollen, das weiß man nicht. (ginanzbaron^ Die reichshanpt-ftüdtisch^ ßinanzgrößen Wiener und Möllmann ^S«n in den Areitzerrnstand erhoben »erden. Und deemoch gibt es ^akehler. welche so unverschämt find und die blühende «ntwicklung uujerer »olksivirthschaft läugmu. Die nenen »arone ßnv der spre^ndfte Beweis gege» solche nicht DMdeU« Gitter »»d arme Zuckerl MOUbNAOO» vsrtchtO i>O»bmord.) A« 2. September v. Z. begab sich der «r»»d»efißer Manin «om^t in 5»w>Vet«je, Bezirt Dettan. mit einer Baar-schnft V0» izS II. über Schiltern »ach «r^ien, «» dott ein vchien zn k»»stn. Da er nicht Mieder knm. so wurde die Anzeige bei der BeHürde Dkmecht; die »ochforschnngen blieben jetzich ersoiglos, deun es wnrde n« so viel er. mitteit. da» der Betteffende in einem Gnichanse G» der ßeirisch'krontischen Grenze übernachtet habe A» A. April wnrtzen in einem Walde an dieser GMAM die Uebmefie eines männlichen Leichnams Martin Wombek — «hnnden t der Rnßs nmr vo« Nnmpft ge rennt Kße nnd Hände fetzitsnt in der Rübe le»gen ein Reaenschirn, eine lme Brieftasche »nd ein »üchenmeffee von m»lt-lerer GrWe. Vas Betirksgericht W. Setftritz hat eine strenge Untersnchnng eingeleitet. (Ans dem anderen Lager.) 3n Do-berna bei Mi »nd i» Kieinso»»tag ß»d Lese« vereine gegründet worden. Wie lange wird es Va»ern nnv fie erweiter» fich zv ^konservativ-katholischen Bolksvereinen- ? (Banmeisler-ltonzession.) Dem hie« ige» Stei»»»etz-Meifter Herrn Johann Stichl ift von der Statthaltcrei die Vaumeifier-Konzeffion ertheilt worden. (Wählerversammlung.) Schluß. Herr Ueichsrnth Seidl erklärte, daß er. um Wieder, holungen zn vermeide», ftch den Ausführnngen ftines grenndes vrandftetter vollinhaltlich an-schließe und nnr einen Segenfiaad. welcher so tief einstt^eide in die Zmeresien des Volkes ^ die Ue^ntenanthednng — eingehend behandein wolle. Der Redner theilte mit, daß er iu den Re- krntirnngsausschnß gewählt worden. Die Re« gi rnng habe die V«rthe»l»ag nach der Holki zählnng von 18S7 vornehme« wolle« uud nicht nach jencrvon 1669; fie hademehr Rekruten verlangt, als fie abstellt, was mit dem Tiroler Gesetz über die Laudesvertheidiguug zusa«m,nhänge. Die ganze Armee zerfalle in stehendes Herr »nd Landwehr; der Dienst in der Landwehr sei viel leichter, denn beim stehenden Heer dauere die aktive Dieus^eit drei Jahre. Das Reichsgesetz über die Berirenvnng der Landwehr im Kriege außer Landes schreibe vor. daß die Bewilligung hiezn vom Reichsrath« gegeben werden müsse und nnr wenn dieser nicht versammelt sei, habe die Regiernng zn versnge» unter Vorbehalt uachträglicher Geuehmiguug von Seite des Reichsratbes. Einzelne Vestimmnngen seien der Landesgesetzzehnnj» nberlassen, welche die BerfaAnng aber nicht verletzen di^rse nnd innerhalb dee vom Reichsgesetz gezogenen Sren« zen sich bewegen müsse. Der Landtag von tirol habe unn in »einem Besetze über d»e Landes-vertheidignng beschioffen; die Landesschütze» dur-feu nnr mit Anstimmnng des Landtages anße»' halb Tirol verwendet werden. Dies sei ein Widerspruch gege« das Reichsgesetz. Die Regie« ruug habe gegeu den Beschlnß des Ttroler Land« tages fich verwahrt. Der Lmdtag von Vorarlberg habe einen solchen Beschlnß »icht gefaßt, sondera-die Borlage der Reg»ern»g mit geringen styliftijchen Andernnaen ai^enommen. ftch also dem Reichsgesetz gefügt. Allgemein habe man erwartet, die Regieruug werde den Beschluß des tiroler Landtages nicht znr Sanktion vorlegen— plätzlich aber sei die Santtion erfolg. Das Mi-nisterium habe jedoch «icht das vom »iroler Land-tag beschlossene Gtsetz unverändert zur Sauktion vorgelegt, sondern mit einigen styliflischen Aende« rnngen «nd habe die Bestimmung ilber die Ber-wtuduug dcr Schützen vnßer Landes anch auf Vorarlberg ausgedehnt, was der dortige Landtag gar nicht dejchlossen. «ach dem Besetz habe Tirol zum stehenden Heere »nr die „Kaisrrjäger" z» steilen, die üdri-grn Wehrpfitchtigen M Landesschützea. Dos ganze Heerrskontingent werde nach der Loltezäh' lnng a»s die verschiedenen Länder vetth«iit; danach hätten Tirol nnd Borarlderg jährlich 2S49 Mann für das stehende Herr zn stellen: z»r Ar-gänznng der »aiserjäger dranche die Regier»»g aber n»r 12SS Ma»n; es sind alle l3»l Ma»n üdrig, welche,n den Landesschützen aehöee» und als mche z» va»se bleibe» — Ttrol wäre also z»m Schade» der übrigen Länder »m 1,8l Mann günstiger gestellt. Sm Retrnttrn»ßsa»sich«st habe man znerst berathen, ob man überhanpt d»e Be-willig»»g beaatrage» wolle nnd »enn ja,ol»man nicht dlos bewilligen soll, was die Regiernng ab-stellt, also um lSSl «nun wenigtt. Be, der Abstimmung haben sechs Mitglieder ^e erste Krage verneint, stehen b^aht; nnter oieftn sechs habe a»l«r» A?«'Vach»»r » t. «»»Vir. «ßl »»steht. Die A»«ftit»tr»»g »tese« >»«sch»s, » II «tzr »»»,» «.»5? »»»tfch»«»,ch«t«d hat »«» »»»»v»r. W»"/» «»««> st»»»» «t«»»»» <««al» »»« H»»»»»»r »»» »i« V»l»») «>«e. »t«e Nah»»«, «^»»r«»r». «»tt» »»» »aris »»rch ««,»»»»« «»»»»»«ll«»r4. »»» «»,, «a»,« »rreich»» »»» »».ch »., T»»r »«, »»-«»sN»»isch»» »et ««»Ar.« vereitelt Vorde». — Da» aeae»seitiae »e»er V«»ert «tt Hefttgeeit ,ort. ' ^ ^ Et« AlaskenöaS. Nsn z Temme (Forts,tz»»g.) Irwarte» wir, was der A»geklagte Han übe? »ie^n Punkt sagen wird. Dieser wnrde wieder in den Gerichtssaat geführt. Der Prästdeat fragte anch ihn, ohne ihn mit der A»ss«ge der Esther Pa»lman» vorher bekani»t z» mache», was er gegen d e Anklage vorzubri»-ge» habe. ^a» erklärte fast Wort für Wort dasselbe, Esther Pa»l«a«» gesagt hatte. Daß die Beide» »ahre»d ihrer Haft i» der >Dt»«tert»ch»ng Gelegenheit gehabt hatte», mit et»O»der z» sprechen, war «icht festz«stelle». Die Beweise w»rde» a«fge«omme«. Die khaisnche» der Anklage w»rde« bestätigt. Ts w»rde aber avch nichts mehr hewiese». Doch, es ereignete stch ein Awtschenfall, der über eine» der i» der AnNage dnntet gebliebenen Umstände Licht verbreiten sollte. Wühttnd der Ver»ehm«»g der ge»ge» »v»rde dem Prästde»te» des Gerichts ein E^reiben über-bracht. Er las es ««d theilte es da«« öste«tlich mit. Es war von Berthold «ose«stei». dem jü«Dste« Goh«e des Ba«kters Nose»stei». Er schrieb dem Prästde«te», er »erde soebe« d»ech ei»e» Dre«»d, der i« der Gerichtssitz««g hei Vertej««g der Anklage z«gege» gewesen, von de« Inhalte der Anklage i« Ke««t«iß gesetzt. Ee sei im Sta«de. über ei«e« P««kt derselben A>ftlär««g « gebe«. Sei« Gewisie« gebiete ihm, dt» Herr« Prästdenten »m sei»e Ver»thm»»g zu bitte«. Er sei z« deG gwccke im Gerichtshanse «»»«se»d. vtt Pr»ßde»i ließ ih« sofort i« den Saal rnsen. Der j««ge Ma«« erschie«. Er war bleicher, als srüher; ma« sah. daß ei» tiefer Gram ihn drücke, a« ihm «age. „Was habe« Sie mitz«theile« f" fragte ihn der Prästde«t. Er antwortete: „Fräulein Maria««» Lohma«» hat. wie ich erst heute erfahre, behauptet, es sei, als ste das Haus meiueS Vaters verließ Niemand aus der Slraße zu ihr gekommen. Ste hat hierin nicht die Vat»rhrtt gesagt. Sie hat aber nnr au» vem edelsten Motive geschwiegen. Ich trat auf ver Gtra^ an ße heran; ich hatte anf sie ge- Aenilletp«. wartet. Ich geleitete ste z» dem Eisenbahnhofe. Es geschah ohne Wissen der Meinigen, wie ste wußte. Sie hat die thatsache verschwiegen, um mich «icht bei de« Meiptgen zu kompromittiren. Ich bin bereit, meine Anssage zu beschwören.- „Hat der Herr Nosenstein die Wahrheit aesagt?- sragte der Herr Präfident Marianne Lohman«. „Ja," konnte ste nnr leise sagen. Aber ein Strom von lhränen stürmte über das schöne, blaffe Geftcht «nd beze«gte die Wahr» heit, we«« die tre«e und ehrliche Sprache des jungen Mannes noch»irge»d einem Zweifel darüber hätte ikaum luffeu könnm. Manches Auge in dem Zuschauerraum lvar uaß ^worde» mit dem der edlen Gouvernante. Aus dem, was bciviese», mußten die Geschworenen stch über das, was die Anklageschrift als Vermulhungen aufgestellt hatte, eine Ueber. ztüguug zu bilden suchen. Die Geschworenen zogen stch in ihr Bera-lhnngSzimmer zurück. Man war sehr anf ihren Ausspruch gespannt. Sie kehrten erst nach langer Zeit zurück. Ihr Wahrsprnch lautete gegen sämmtliche Angeklagte aus Nichtschnldig. Die Angeklagten wurde« in Freiheit getetzt. Die Berhandlnng, der ganze Prozeß war zn Ende. Durch welche Grüude die Geschworenen zu ihrem überall sreisprechenden Verdikte bewogen waren f Ans ihrem VerathungSzimmer dringt nichts in die Oejfentlichkeit. Sie haben anch die Gründe nnr mit »hrem Gewisie» adz»machen. Und — tväre ich. der Schreiber dieser Zeilen, unter ih«<« gewesen, ich würde «ach meinem Ge» wisien mit ihnen gestimmt haben, wie sie stimmten. Wo ans dem Dnntel der Thatsachen der Verstand eine kl're Urberzeugung von der Schuld ntcht zu sibüpsen vermag, da kann der Richter, sei er Geschworener oder Nichtgeschworener, nur das Nichtschuldig aussprechen. Arme und reiche Leute. Es war zwei Jahre später. In einer kleinen Stadt da hinten in einem der abgelegensten Vinkel des westlichen Dentsch-lands — Diplomatie und StaantSrecht rechnen die Stadt nicht einmal zu Deutschland fuhr" an einem lvariäen Frühlingstage eine Extrapost vor dem Gasthause vor. 'Es lvar gegen Abend und noch hell. Aus dem Wagen stieg ein einzelner junger Mann, gefolgt von einem alten Diener. Der junge Mann sah kränklich auS; seine lange Gestalt war hager und gebückt, sein Gesicht blaß, hohl; er athmete kurz und schwer. Der alle Diener folgte ihm mit tief bekümmertem Gesicht. Herr und Diener hatten orientalische Gesichtszüge. Sie traten in den Gasthof, nnd der jnnge Mann ging in die WirthSstnbe. In dem Zimmer standen die Wirthin »nd ein Gast am Fenster nnd sahen die Straße hiuanf. Dort, schräg dem Gasthofe gegenüber, lag ein kleines, freundliches Haus und vor ihm stand ein Leichenwagen. „Und Niemand wird die Leiche begleiten?" sragte der Gast. „Kein Mensch," antwortete die Wirthin. »Es ist doch Unrecht. Sie hat die ganze Zeit über so still nnd brav gelebt; ste war fre»»d-lich und mild gegen Jedermann; ste that den Armen Gutes, wo fte konnte." „Aber ste war eine Diebin gewesen, und seitdem das bekannt geworden ist „Ist sie seitdem schlechter geworden?" „Aber die Leute wissen es doch nun einmal." Der kranke Reisende war auf das Gespräch aufmerksam gewordeu. Er war näher zn der Wirthin nnd dem Gaste getreten. „Wer wird dort begraben?" fragte er. ^ „Eine fremde Dame, die stch seit zwei Jahre» hier anfhielt." „Und kein Menslj will ihrer Leiche folgen?" „Sie sehen, der Leichenwagen steht ohne alles Gefolge vor der Thür." „Und der Grund ist? Habe ich eben recht gehört?" „Wie sprachen darüber. Die Dame war beliebt und geachtet in der ganzen Stadt. Ma» mubte zwar nichtS von ihrem frühere« Lel^«. Aber sie lebte still «nd anspruchslos «ad fand, da ste wohlhabend war. ihr Glück nnr im lvohl-thun gegen Andere." „Und das wird ihr im Tode so gelohnt?-Die Wirthin zuckte die Achseln. „Was wollen Sie, mein Herr? Der Poli-^eidirektor, drm sie bei ihrer Niederlaffnng hier Ihre Papiere hatte vorzeigen müsien. hatte bis zu ihrem Tode geschwiegen; sowie ste aber gestorben war, theilte er ihren eigentlichen Namen mit. «ad daß sie eine Diebin aewesen sei nnd im Zuche-htiuse gesessen habe. Da war es anS." „Und ihr eigentlicher Name?" ftagte der kranke, wnge Reisende. . „Marianne Lohmann." Fortsetzung folgt. Petta«, 14. April. (Wochenmarktsbericht.) Weizen fl. S.—, Korn fl. 8.7V, Gerste st. 8.20, Hafer fl. 2.1V. Kuturuh fi. S.40, Hirse fl. V.—, Heiden si. 2.6V, Erdäpfel fl. I.bv pr. Meh. Aisolen 8 kr., Linsen 26, Erbsen 26, Hirsebrem 17 kr. pr. Naß. Rindschmalz S4, Schweiiischmalz 46, Speck, frisch 34, geräuchert 40, Bntter frisch 40, Rindfleisch 26, Kalbfleisch 27. Schmeinflei» 28 kr. pr. Pfd. Milch, frische 12 kr. pr. Maß. Holz 36" hart fl. 12.—, weich fl.8.— pr. Klafter. Holzkohlen hart 60, weich S0 kr. pr. Me^. Heu fl. 2.30, Stroh, Lager fl. 2.—, Streu fl. 1.20 pr. Centner. Rachriiht flr Pmeo. 8eraMe ZNayr. Modistin aus Zraz. p ht mit am l»S «nd »«. April d. I. z«l Bersügun» der ?. Damen. (214 Ädfttigquartitr: piftgasst, Sredre scht» Ha«s Nr. !?. !. Sto». (Frü88t68 liSKer s kertixer Herrenkteider LU cken billigsten kreisen bei Hotel kr^Iier^oz ^alisnn. Heute Sonntag den 16. April: eMOWr-SVIRKL des SaI«n»Svptvtt unter Leitung des Hrn. Albert Hohl. 219 Anfang 7 Uhr. Montag den 17. April 1871 um 10 Uhr Vormittaji am Orte der Realität: Dritte exekutive Veräußerung der Realität Urb. Nr. 1117 acl Burg Marburg il, der Magdalena-Vorstadt. SchkKwerth V380 fl. (216 Der Gefertigte beehrt sich dem verehrten ?. »r. Publikum anzuzeigen, daß derselbe sich mit der Erzeugung von echtem Vtß- ii»> WtiiHß beschüftige. Auf dem Lager befindet sich echte Waare von vorzüglicher Qualität zu billigsten Preisen. Auch erlaubt sich Unterzeichneter, darauf ausmertsam zu machen, daß srine Waoren aller der Gesundheit schädlichen Ausätze. alS: Schwefelsäure zc. vollständig entbehren, deßh^^lb der bei anderen Sorten llänfig vorkommende Schivindel vermieden ist. Der Gefertigte beehrt sich die ?. 7'. Weinbesiher darauf aufmerksam zu machen, daß er auch rmpfelzlcnSwerllie KlärungS- und EntsäurungSmittel, besonders für Weine vom Jahrgange 1870 auf dem Lager führt und gegen billiges Honorar bcrritwillitlst mündlich oder schriftlich Auskunft über Alles in die Weinmani-pulation Einschlägige gibt. (157- Das Etablissement beßndrt sich Marburg, Hauptplatz Nr. 100. Eduard Teuft. Z. VSIt. (22V Vom k. k. BkzirkSgerichte Marburg wird hiemit bekannt gemacht: Es sei die frnlvillige Versteigerung der zum Verlasse nach Margaretha Grögl geliörigen und im Ktllcr zu Trestcrnitz befindlichen Weine auS dcn Jahren 1834. 1854, 18ö7. 1868, 1869 und 1870 nach den Vorgelegten LizitationSbedingnissen belvilligt und zur Vo!nahme derselben die Tagslitzung ans den IßV. April 1871 VonniltagS 9 Uhr an Ort und Stelle in Trestcrniß ni geoldnet lvordkn, wozu Kauflustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Meistbot tic^r zu erlegen sei. Marburg am 2. April 1871. Statthalteram tlich konzessiv« irte (217 Anlon Hoinigg Inhaber des Dien^ann-Inftituts ii Mirdmi. Viese Privat-Eeschästs-tan)lei vermittelt: Käufe, Verkäufe und Verpach, tung von Realitäten, Käufe und Verkäufe von Landesprodukten und Gewerbs-erzeugniffen, Arbeit, Dienst und Wohnungsmiethe, besorgt Prtvat'Korrespoudenzen und verfaßt alle Schriftstücke, welche nicht in den Wirknngskreis der Advokalen und Notare gehören. — Eine besondere Abtheilung der Geschäftskanzlei wird als Privat'Tchretbstube eingerichtet, um Jenen, die ihre Briefe selbst schreiben wollen, die Gelegenheit zu bieten. Die Eröffnung dieser Kanzlei findet am I. Mai statt, im Koller'schen Haufe. Herrengasse Str. RIB. Alles Nähere enthält däS von der hohen Statthalterei genehmigte Programm, welches sowohl in der Privatgeschäfts.Kanzlei, als auch im Dienstmann-Jnstitnts-Comptoir zu Jedermanns Einsicht aufliegt. 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