Erscheint jeden Samstag und tostet: Mit der Post ganzjährig . . fl. 5 — halbjährig . . ,, 2,50 Für Laibach ganzjährig . . st, 4.— halbjährig . . „ 2.- Für, die Zustellung in'« Hans find ganzjährig 50 kr., halbjährig 30 kr. zu entrichten. NIMV. Einzeln« Nummer 10 tr. Iusertionsgebiihren: Für d,e 3spaltlge Zeile ober deren Raum bei l maliger cz,«sch»ltung 8 kr, 2 Mal 8 fr. 3 Mal 10 kr. Stempel lebe« Mal 30 lr. Redaktion und Administration: Klofterfrauengassc Nr. 5? (gegenüber dem Casino). Zuschriften und Geldsendungen sind zu richten an den Eigenlhumer de« Blatte«. Manustllpte werden nicht zurückgesendet. Zeitschrift für wtcrlimdische Interessen. Gigenthümer, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: I>6t6i ' <Äi?9.ZZ6l1i. III. Jahrgang, Laibach am 11. Juli 1868. ^N 3«. Zur böhmischen Frage. Die Dinge in Böhmen fangen allgemach an, recht ge­müthlich zu werden. Die böhmische Frage, die man erst vor­nehm ignorirte, dann biegen wollte, soll jetzt auf kurzem Wege gebrochen werden. Mit dem „an die Wand drücken" ging's auf die Länge nicht, man bot mit zuckersüßer Miene und dem verbindlichsten Lächeln den Böhmen die Hand zum uneigen­nützigsten Freundschaftsbunde, aber die Sache wollte nicht ver° fangen, die eigensinnigen Böhmen verschlossen den Wiener Sirenenklängen die Ohren und meinten, Anerkennung der Dezember-Verfassung und — Ausgleich mit Böhmen seien zwei einander ausschließende Gegensätze, zwei Dinge, die sich durchaus nicht zusammenreimen. Das Voll gab auf eclatante Weise seine Zustimmung zum Verhalten seiner Führer lund, die Opposition wuchs märchenhaft. Das brachte die Gewaltigen Cisleithaniens in Harnisch. Der „czechischen Träumerei" sollte um jeden Preis ein Ende gemacht werden. Alle Schleusten des cisleithanischen Liberalismus wurden geöffnet, um die Begriffsstutzigen, welche sich von den Segnungen des Dualis­mus nicht überzeugen lassen wollten, unter Wasser zu setzen, Volksversammlungen wurden nicht gestattet, Meetings verbo» ten, Ausflüge und Festlichkeiten untersagt, das Hauptaugen­merk aber wurde auf die böse oppositionelle Presse gerichtet. Preßprozesse sind in Prag wieder ein kurrenter Artikel, 16 Monate Kerker elwas ganz gewöhnliches, denn man macht nur in Verbrechen. Die Wirtschaft ist schon so arg, daß selbst Organe der öffentlichen Meinung, die durchaus nicht böhmen­freundlich sind, denen aber doch der Verstand mit dem Dualis­mus nicht vollends durchgegangen ist, dazu den Kopf gar be­denklich schütteln. Nur eine Probe: der „Wanderer" schreibt: „Unter dem Beifall des kurzsichtigen Theiles der liberalen Partei wird eine Preßverfolgung gegen die Czechen in Szene gefetzt, welche an das Wüthen der Kreaturen Herrn v. Schmer­lings gegen die damalige anticentralistifche Opposition gemahnt. Verurtheilungen zu mehrmonatlichem Kerker, zu Kautionsver­lusten im Betrage mehrer tausend Gulden sind auf der Ta­gesordnung, die Unterdrückung eines oder des anderen Oppo­sitionsjournals ist zu gewärtigen. Es sind Zustände, wie wir sie unter dem Regime aller österreichischen Ministerien erlebt haben — ein einziges Ministerium, das der Sistirung aus­genommen, dem mau die Anerkennung nicht versagen darf, daß es in Preßsachen die liberalste Regierung gewesen, die in Oesterreich je gesehen worden. Graf Belcredi hat von der oppositionellen Journalistik, namentlich in Wien genug auszu­stehen gehabt; und er hat es als ein kluger Mann vertragen, und kleinliche Rachsucht war seine Sache nicht. So wenig wir ihn als nachahmungswerthes Beispiel für einen Staatsmann der Gegenwart ansehen möchten, so sehr fühlen wir uns ver­pflichtet, seiner humanen Preßleitung Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Der Herr Graf hat schwere Irrthümer begangen, Feuilleton. An die Saiten. („8trim»iii", von ?ie8lrou.) Tönet, Saiten, Leidens-Kunden, Töne milde, Liebeslied, Und vertünd' des Herzens Wunden Ihr, der Harten, die mich stiehl: Wie die Wange mir erbleichet, Wie mein Auge bricht und stirbt, Wie aus ihm die Thräne schleichet, Da umsonst um Lieb' es wirbt; Wie von Sehnsucht nach ihr glühet Dieses Herz, nur sie vermißt, Wie 's umsonst nach Lust sich mühet, Alles Glück um sich vergißt; Wie ich ihrem Antlitz wage Nachzufolgen überall, Wie im Herzen stets ich trage Ihrer süßen Worte Schall; Und wie ih r müßt gleich verklingen, Wenn sie nicht Erbarmen fühlt, Ihr, o Saiten, die zu singen Sich erkoren nur ihr Bild! Trag' zu ihr du diese Schmerzen, Trauer-Leier, tön' zu ihr, Bring' als Preis dem treuen Herzen, Bring' ihr Herz als Preis zu mir! ^ütau ?«,os. Krebsftudien. (Humoreske.) Krebse nennt man eine Unterordnung der Krustaceen, welche außer zehn Füßen noch einen langen schwanzartigen Hinterleib besitzt, der am Ende mit einer großen Floße ver­sehen ist und als Steuerruder benützt wird. Alle Krebse sind äußerst gefräßige Thiere und es ist daher fast in der Ordnung, wenn die Menschen an ihnen das Wie­dervergeltungsrecht üben, was um so leichter ist, als diese die stärkerensind, und um so angenehmer, als jene ein äußerst wohlschmeckendes Fleisch liefern. Dasselbe ist weiß und hart, doch schwer verdaulich; wir Laibacher, respective Krainer, haben durch den öfter« Genuß des Krebssteisches unsere Mägen dafür ziemlich präparirt «nd vertragen davon eine ganz honette Quantität. aber er hat es wenigstens ertragen, sich sagen zu lassen, daß es Irrthümer seien; wir bedauern sehr, daß die heutige libe­rale Regierung in dieser Beziehung eine-vielstärkere Empfind lichkeit, ein viel furchtsameres Temperament zeigt. Was heute in Böhmen geschieht, sehen wir für den groß­ten Fehler an, den das liberale Regiment begehen tonnte. Gerade das derzeitige Ministerium hätte tausendfach Ursache, bei der Repression von Preßvergehen überhaupt sehr wählerisch vorzugehen; denn ganz abgesehen von der liberalen Rich­tung, deren es sich rühmt, erscheinen solche Preßprozesse, wie sie jetzt in Oesterreich eingeleitet und durchgeführt werden, als die ärgste Satyre , die man über unsere Grundgesetze schrei ben könnte. Wir wollen nicht die gleiche Strenge, sondern die gleiche Milde für Alle, und was wir empörend finden, ist die Rechtsungleichheit. Diese wird, im Falle man sie langer praktizirt, eine Summe von Haß und Unwillen im Volke erzeu­gen, welches dann um so leichter zur Bnite gewissenloser Agi­tatoren würde, um so schwerer einer wirklichen Versöhnung mit der neuen Ordnung der Dinge zugänglich wäre. Man komme uns nicht mit dem banalen Einwand, daß ja die Gerichte in Böhmen unabhängig sind, daß die Regierung sie nur ihres Amtes walten lasse und in den Gang der Justiz nicht ein­greifen tonne. Wir wollen gar nicht die Unabhängigkeit un­ferer heimischen Gerichte anzweifeln, ja es soll sogar der In ­tegrität unseres Richterstandes die Anerkennung nicht versagt werden; aber so weit geht die Unabhängigkeit keines Gerichts­hofes der Welt, daß ein Richter wäre, wo kein Kläger ist. Wer ruft denn die Intervention der Gerichte an? — Die Regierung durch ihren Staatsanwalt. Wer stellt die Straf­anträge? — Die Regierung durch ihren Staatsanwalt. Wir haben nirgends gehört, daß er in politischen Prozessen nur seiner souverain freien Meinung von der Auslegung und An­wendbarkeit des Gesetzes zu folgen habe. Jede Regierung muß sich bis zu einem gewissen Grade ihr Recht der Einwirkung und Einflußnahme auf das Vorgehen ihrer Staatsanwälte wahren; jede Regierung macht von diesem Rechte Gebrauch, aber nicht jede Regierung den gleichen Gebrauch. Wir sehen die derzeitige am Werte, die Traditionen Herrn v. Schmerlings zu erneuern und für das eigene System durch Preßverfolgung Propaganda zu machen. Ein Präger Telegramm belehrt uns, daß das parlamentarische Regime in Oesterreich seinen ganzen Marterapparat einzig nur gegen die Oppositionspiesse kehren und damit jedes gesunde Staatsleben in Oesterreich wieder zer­stören will. Der Präger Armenfond wird, wenn das so fortgeht, eines der reichsten Gelbinstitute werden. Heute Früh, kaum daß das Strafgericht das Urtheil im Preßprozeß der „Politik" ausge­sprochen hatte, fand wieder ein Preßprozeß, und zwar gegen den Redakteur der Wochenschrift „Hlas" Dr. Kodhm, Land­tagsabgeordneter, landwirthschaftlicher Schriftsteller, aber weder Politiker noch Fachjournalist, statt. Der Angeklagte, 58 Jahre Wi r theilen die Krebse in vier Hauptspecies ein: 1. Garneelen oder gemeine Süßwafserkrebse, auch Steinkrebse genannt; diese sind die kleinsten, man findet sie instehenden und fließenden Gewässern und am Freitage auf dem Fischmarkte „hinter der Mauer"; sie werden von den Frauen und Köchinen ziemlich bagatellmäßig behandelt und nur zur Veredelung der Fastensuppen verwendet. Zu diesem BeHufe werden sie früher gekocht und dann in einem Mörser zu Brei gestoßen, eine Procedur, die in umgekehrter Reihen­folge angewendet, für die Armen noch weniger angenehmes bieten müßte. 2. Langusten sind Meerkrebse; diese haben einen kur­zen, runden, platten Leib, zehn oder zwölf Füße, doch nein! wir glauben, sie besitzen deren nur acht; — am Ende, ein paar Füße mehr oder weniger, das ist Ihnen und uns gleich» giltig, besonders, wenn wir Ihnen mittheilen, daß diese Sorte recht häßlich aussieht, abscheulich schmeckt und ihr Domizil gerne an Abzugsleitungen, so z. V. in Venedig'« Lagunen bei übelriechenden Oeffnungen wählt. 3. Der Hummerkrebs lebt ebenfalls im Meere, er­reicht oft eine Länge von zwei Fuß und sein Fleisch schmeckt ziemlich anständig. Die Spezereihandler stellen Hummerkrebse gerne in die Auslagskästen; die Schale ist dann mit Baum­wolle oder Mehlkleien ausgestopft; im elfteren Falle sind sie gar nicht, im letzteren wären sie vielleicht nur während einer großen Hungersnoth genießbar. 4. Endlich kommen die Fluß» oder, um localisirt zu sprechen, die Losertrebse. Diese Species ist die allerbeste, sie wird im Salzwasser mit Kümmel gesotten und kommt dann am Schlüsse in eine Art Dampfbad, d.h. sie wird in kochen» der Brühe, welcher Knoblauch, Petersilie, Essig und Olivenöl beigesellt sind, durchgebäht. Genannte Sorte steht in Laibach als dem Haupteiportplatze und, Dank unserer Zubereitungs­weise, auch sonst in der Monarchie, wir glauben, sogar im Auslande, in wohlverdientem Rufe. Vor einigen Jahren fandensich hier ein Schweizer Uhren­und ein Pforzheimer Goldbijouteriewaaren-Fabrikant; die zwei Herren hatten ihre Geschäfte längst besorgt, blieben aber dessen­ungeachtet weitere acht Tage, und weshalb? Um bei Loser Krebse zu gabelfrühstücken, Krebse zu mittagmalcn und Krebse zu soupiren. Der Himmel bewahre uns vor solchen Kunden! Nach sechs Jahren gäbe es in der Gurt keine Krebsschere, geschweige denn einen Krebs mehr. Die Species: Fluß- oder Loferlrebse hat weiter zwei Unterabtheilungen und zwar: ») Krebse für gewöhnliche, zufällige Gäste; K Krebse für Stammgäste. Erstere sind durchschnittlich um die Hälfte kleiner, dafür aber um fünf Neutreuzer das Stück theurer, als die letzteren. — Ein Krebsgourmand oonuile il larlt tunkt die Krebs brühe mit Brod auf und hält dieselbe für das allerbeste. Wir alt, ein in Ehren und Arbeit ergrauter Mann, hattesich we gen eines Anfangs Februar im „Hlas" erschienenen Artikels zu vertheidigen, der das Thema der nationalen Wünsche be handelte und des Näheren besprach, wann die Czechen zufrie den fein werden. Der Angeklagte verzichtete auf die Vertheidi gung, nachdem er sich um die politische Leitung der Wochen schrift nicht kümmere und nur den socialen und lcmdwirth schaftlichen Theil desselben leite. Der Vertheidiger Dr. öiiek verließ während der Verhandlung den Saal, weil er in Folge eines während der Verhandlung aus Wien an den Gerichtshof eingelaufenen Telegramms annahm, was er auch dem Gerichts Hofe beim Weggehen sagte, daß die Strafprozeßordnung den telegraphischen Weisungen weiche. Morgen und übermorgen stehen wieder neue Schlußverhandlungen in Preßprozessen we gen Verbrechen bevor und werden somit Aburtheilungen uub Kautionsverluste im Betrage von Tausenden ausgesprochen werden. Welchen Eindruck diese Procebur auf die Bevölkerung, die ohnehin schon mehr als unzufrieden und erregt ist, her» vorbringt, werden diejenigen, die dasselbe angerathen oder an geordnet haben, recht bald in der Lage sein an sich selbst zu erproben. Auf diesem Wege kommt kein Ausgleich zu Stande, im Gegentheil wird man mit Genugthuung und Schadenfreude auf diese Blüthen des liberalen Ministeriums im nationalen Lager hinweisen, wie es auch die „N. Listy" thaten, die dafür aber auch konfiszirt wurden. Will man nicht verfassungsmäßig regieren, oder glaubt man etwa, daß die Verfassung nur für die Gehorsam und der Rechtsstaat nur für die eigene Partei, für die Gegenpartei aber der Galgen sei, so sei man wenig stens ehrlich und führe Ausnahmszustande ein." Ganz anders freilich pfeift der publizistische Leibhußar des volksthümlichen Ministerium'«, die „Neue freie Presse". Dieser gefällt gar fehr die „Energie" und sie räth dem Ministerium, damit ja nicht zu geizen. Zugleich predigt sie den Deutschen in Böhmen mit rührender Versöhnlichkeit in „maßvollen" Ausdrücken und echt „staatsmännischem" Geiste, sie sollen sich nur immer hübsch selber helfen nnd frischweg — dreinschlagen! Der betreffende Artikel ist in so vieler Beziehung interessant und lehrreich, daß wir es uns nicht versagen können, demselben zum Theile einen Platz an dieser Stelle einzuräumen. Die „N. freie Pr." sagt: „Die „Herren Czechen" behaupten, ihre Opposition ent­springe — aus Patriotismus und haben die Frechheit, sich für die besten Oesterreicher auszugeben. Mit welchem Rechte sich die Czechen die besten Patrioten nennen? Vielleicht dar um, weil sie die meisten Beamten, die willigsten Werkzeuge der Reaction der Fünfzigerjahre, geliefert? Oder weil sie im September 1848 die damals noch mögliche Aussöhnung mit den Ungarn im Wiener Reichstage verhindert? Seit die Czc» chenführer nach Moskau gepilgert sind und sich dem Czar unter Schmähungen der armen Polen zu Füßen gelegt haben, seitdem sollen sie die Welt nicht mehr mit österreichisch patrio wären geneigt, mit halber Kapitaleinlage einen solchen Nssociö, recte Krebssauce-Enthusiasten für uns zu gewinnen, wir gönnen ihm für seine halbe Einlage gerne die Sauce und begnügen uns mit den Krebsen. Man hat den Krebs, und gewiß mit Unrecht, als Shm bol rückschrittshuldigender Gesinnung hingestellt, vielleicht des halb, weil er bequemer und schneller rück-, als vorwärts geht; wer liefert uns den Beweis, daß Krebfe deshalb, weilsie rück» wärts marschiren, antiliberal sein sollen? Wir haben doch zu wiederholtenmalen die Erfahrung gemacht, daß, wenn unsere Vertheidiger rückwärts marschirten, wir doch in der Regel vor wärts kamen. Wir führen Ihnen übrigens einen zweiten, noch klappen dern Vergleich vor. Sie werden gelesen, gehört und darüber zweifelsohne gesprochen oder mindestens einen Meinungsaus­tausch gepflogen haben, daß man den Gentleman oder wahren Salonmenschen aus einer Kleinigkeit heraus finden kann, wie derselbe nämlich aus einem Empfangzimmer seinen Abmarsch bewerkstelligt, indem er, ohne einerseits den banalen Redefluß beim Abschiednehmen zu unterbrechen, dabei andererseits sein Individuum so genemlstabsmäßig hinaus manövrirt, daß er der Person, der er sich empfiehlt oder von welcher er bis zur Thüre begleitet wird, nicht das geringste von jenem Theil sei nes „Ich" zeigt, auf welchem man zu sitzen pflegt. Unseren Vlaublütigen ist diefe Gabe angeboren, so heißt es wenigstens stets in den Romanen, Novellen und Feuilletons, und Schrift, stell« sollten das doch wissen! Die junge Wiener Finanzwelt lernt dieses Kunststückchen im Burgtheater, so sagen nämlich die Leute, die da ein Urtheil haben; wo jedoch sollen wir Provinzler, wir Leute „aus dem Volle", dieses Kunststück ler nen?! I n unserm Theater? Sie sind sehr gütig! Sehen Sie sich den Boden der Bühne und die Schauspieler früher an! Vor wenigen Jahren waren wir im Theater einer unserer Provinzstädte; man gab „Don Carlos"; Marquis Posa stol perte in dem Augenblicke über seinen Stoßdegen, wo er dem zähen König Philipp V. mit erhabenem Feuer zuruft: „Geben Sie, was Sie uns nahmen, wieder! Werden Sie von Millio» nen Königen ein König!" und dazu die passende Attitüde machte. Pos« siel seiner Majestät dem Könige beider Spanien ganz bieder um den Hals, Se. katholische Majestät wankte und purzelte mit dem gemüthlichen Posinger zwischen die Coulissen. Ist der würdig gehaltene Marsch eines Krebses nicht salon mäßig zu nennen? Noch mehr; der gute will z. B. in sein Loch, wohlan! er tritt, ohne eine Etappenstraße zu haben, die» sen Rückzug ganz geordnet an, sein Schweif ist der Pionier, die eine Schere der linke Flügel, die andere der rechte, die Fühlhörner sind die Plänkler und der Rachen ist das Centrum. Zum Schlüsse noch eine wahre Geschichte von Krebsen. Es war im Jahre 1846, wir glauben, zu Beginn des Herbste«, da gab es in Europa viel Aufregung und zwischen den sonst friedliebendsten Spießbürgern und Bauern ging eine ganz nale Streben zu ehren bereit sind, aber den Märtyre r lcbeinunaen in jüngster Zeit hat uns gelehrt, daß es für d« man ihm nicht den Vorwurf der slavischen Heuchelei machen soll. welche lein Kirchenconcilium unterschreiben möchte, aber sei» schlagen wußten. Was in Wien beschlossen wird, weiß man Die Deutschen in Böhmen verhalten sich angesichts der Tod für die Ueberzeugung war von solchem Gewicht auch bei gewöhnlich des anderen Tages in Prag; das Ministerium wird stürmischen, ihnen jedenfalls sehr lästigen Hochflüth de? den klassisch gebildeten Kardinälen, daß ihn die römischen an die Czechen von seinen eigenen Beamten verrathen. Da Czechenthum« viel zu träge und lässig. Sie erkennen zwar, daß Platonisten des 15. Jahrhunderts unter Beifall des päpstli» thut Abhilfe noth, und ohne Energie dürfte sie nicht durchzu­ der Angriff nicht der bestehenden Verfassung, nicht lichen Hofes sammt und fonbers für den Vorgänger de« Chri führen sein. Fährt einmal eine starte Hand in den «zechisch» den gegenwärtigen Minister«, sondern den Deut» stenthum« erklärten! Und wir sollten Hus nicht ehren, der bureauiratischen Rattenkönig hinein, der mit devoten Bücklin­ schen gilt, aber sie thun sehr wenig dagegen. Sie wmmen nichts weniger that als Sokrates? Wo können ihm selbst gen nach Oben und göttlicher Grobheit nach Unten, eine der uns vor wie ein fauler Fechter, der die wüthenden Streiche die heftigsten dogmatischen Feinde eine moralische Makel schlimmsten Erbschaften der Reaction, von Orsov» bis Boden­ Des Gegners phlegmatisch Parirt, selbst jedoch keinen Hieb vorwerfen? Und wir sollten das reine Andenken desselben bach herumkrabbelt) dann werden den Herren in Prag ihre führt, um den unverschämten Widersacher zu Voden zu strecken. wegwerfen nur aus unwürdiger Opportunität, nur deßwegen, besten Quellen verstopft. Der Schrecken aber, den eine solche An Selbsthilfe denken sie niemals, so nahe sie ihnen läge weil er gegen die entsittlichte Simonie damaligen Priesterthums Maßregel der großen czechischen Nation einjagen würde, dieser und so sehr sie sonst dem germanischen Charakter entspricht, eiferte, nur deßwegen, weil er nicht anerkennen wollte den ganz ausgesucht talentvollen Nation, die ausschließlich sobald die angeborne Geduld des Deutschen durch fortgesetzte kurzen'Prozeß, welchen mit dem Lieblinge des Prager Volles aus Beamten und Musikanten besteht, der heilsame Neckereien erschöpft wird. Es ist ein klägliches Schauspiel, hochgestellte Herren in Kostnitz machen wollten? Wir seine Schrecken würde, davon sind wir überzeugt, mehr als alles wie unsere Landsleute in Böhmen, sobald ihnen ein Unrecht Landsleute sollten ihn nochmals verurtheilen deßwegen, weil Andere, namentlich Unterhandlungen, zur Lösung der „czechi­ geschieht, nach dem Schutze der Staatsgewal t ruftn. er ohne Beweise sich dem Ausspruche eines Concilium« nicht schen Frage" beitragen." Wirft man ihnen ein Fenster ein oder infultirt ein czechischer unterwerfen wollte, in dem seine persönlichen Feinde das Nun, nur recht energisch! Recht fest angespannt die Pöbelhaufe harmlose Gäste, die ein gemüthliches deutsches Lied Wort führten, eines Concilium«, in dem ein unwürdiger Saiten, aber — aufgepaßt, daß nichts reißt! sinaen so vergelten die Deutschen nicht Gleiches mit Glei­Papst den Vorsitz hatte, eine« Conciliums, das später in Rom chem, sondern sie schreien nach der Polizei . Auf poli­als ein revolutionäres und parteiisches anerkannt wurde? tischem Gebiete machen sie es nicht besser. Fallt ein deutscher Zwanzig Jahre nach Hus Tobe fand e« Rom für gut, weit Johannes Hus' GediichnMier. Candibat bei der Wahl durch, so seufzen sie: Da s Mini ­schroffere Thesen in Verhandlung zu nehmen, als es die Am 6. Juli waren es 453 Jahre, seit Magister Jo­ sterium hat leine Energie. Wird in irgend einer deutsch­waren, welche Hus in Kostnitz vertheidigte; in späterer Folge böhmischen Stadt von einigen czechischen Beamten und Geist­hannes Hus zu Kostniz (Konstanz) verbrannt wurde. Das hat Rom feierlich das ganze Kostnitzer Concilium verurtheilt, böhmische Volk hat die Erinnerung des Tages, der in seiner lichen eine Beseda gegründet, wie neulich in Braunau, so seufzen obzwar man sich die Mühe nicht nahm, den Prozeß de« ar Geschichte einen gewaltigen Umschwung veranlaßt hat, gefeiert, die Deutschen wieder: Das Ministerium hat keine Energie. men böhm. Priesters zu revidiren. Es ist leicht, Hus zu natürlich ist auch darob von den verschiedenen Gegnern des Macht irgend eine Gemeindevertretung oder ein „nationaler" schmähen, aber schwer ist es, ihm in moralischer Hinsicht böhmischen Volkes großes Geschrei erhoben, wie bei jedem Director den Versuch, eine deutsche Schule wegen eines Halb­nachzuahmen. Deßhalb muß ein jeder, dem es um die Wahr Anlasse sind der Feier alle erdenklichen Motive unterschoben dutzends czechischer Jungen zu slavisiren, so schlagen die Deut­heit zu thun ist, der weder rechts noch links schaut, Johann schen die Hände zusammen und seufzen abermals: Das Mini­worden. Das böhmische Tagesblatt ,Mr . r Gericht auf die Tafel kam, stets abzuwarten, wie die Herren mit den Franzosen gegen ihn und gegen uns. Wie hatte hatte. Mögen diese friedliebenden Herrn nur fleißig ihren Beamten sich da benehmen würden, was einigermaßen Stoff Gerson, der stolze Kanzler der Pariser Universität, zur Seite Aerger über den ebenso genialen als trotz seiner Jugend ver. zur Unterhaltung gab. Nun kamen zufällig gegen acht oder des Hus halten können, der es gewagt hatte mit seiner klei­dienstvollen und lenntnißreichen Mann loslassen — wir wls zehn Schüsseln Krebse auf die Tische. Wir müssen bemerken, nen Nation seine besonderen Ansichten zu haben, ohne m sen, woher der Wind weht und werden ihre Harmlosigkeit zu daß in jener Geaend bloß die kleinsten Krebse vorkommen, die Paris hiezu die Bewilligung eingeholt zu haben? Wie hatte bewundern nicht aufhören. Ebenso ergötzlich war e« zu lesen, eben wegen ihrer Winzigkeit von den mittleren Ständen selten der stolze Franke, einer der eisten Gelehrten damaliger Zeit, wie sich die „Neue freie Presse« über den Triumphzug Ihres und von vem Landvoll gar nicht gegessen werden. Die Familie einen einfachen böhm. Priester anerkennen sollen, der den Solol nach IMca und St. Veit ärgerte, die Verdrehung der des Herrschaftsbesitzers und die Beamten langten zu und lösten Ehrgeiz hatte, eine besondere nationale Kirche zu begründen, Thatsachen ist diesem Correspondenten ungemein geläufig; Spott Glied für Glied von den Krebsen, um sie ohne weiters, wie ohne seine Lehre wenigstens aus Abälard oder aus den no-und Hohn sind seine ungestraften Waffen, aber dennoch scheint sie da waren, mit Putz und Stengel zu verzehren. Die guten minalistischen Filosofen der Pariser Universität geschöpft zu er zu der Einsicht gelangt zu sein, daß er mit feinem ganzen Gebirgsbauern schauten ganz verdutzt, wie ihre Herrschaften haben? Als Fremder unter Fremden wurde l« „Anhang" doch um alle Welt einen solchen sympathischen mit den Thierchen fertig wurden, und langten nun pflichtschul­Hus die böhm. Nation früher verurtheilt, bevor Erfolg zu erzielen nicht im Stande fei. Ueberhauvt scheint digst ebenfalls zu. Die Knauplerei und Beißerei begann; die fie gerichtet worden. Vor dem Tribunal der abend­sich dieser Aerger in der endlichen Ertenntniß zu verrathen, Scheren, Flößen, Schuppen, Füße, Fleisch und Galle wurden ländifchen Nationen hat Hus mit den Böhmen keine schützende daß es mit der Zukunft des „Gut Heil« schlecht bestellt se,. von den wvhlconservirten Zähnen der treuen Unterthanen mit Stimme gefunden, einige Polen ausgenommen, er war dem Vom lokalen Interesse kann ich Ihnen mittheilen, daß einer Resignation zermalmt, die einer bessern Sache würdig Tode überliefert! Wie viel Aehnlichteit gibt es hier mit un-unser sehr verehrter Herr Professor Franz Hafner über em gewesen wäre. Mancher der guten Leute mag sich das Zahn­ferm Zeitalter! Ist es zu wundern, daß die Böhmen in Ansuchen an das Gymnasium 't. Classe nach Gör; übersetzt fleisch und den Gaumen blutig gerieben haben und manches ihrer Isolirtheit im entfernten Orient Herbündete suchten, daß wurd7; wir verlieren an ihn eine tüchtige Kraft, bedauernsem Mundvoll wanderte verstohlenerweise in die geräumigen Rock­sie auf dem Kirchenconcil zu Ferrara eifrigst für die VerelNl-Abgehen und wünschen ihm in dem reizend gelegenen G°rz taschen der Geladenen. Die guten Leutchen mögen im Stillen aung der griech. Kirche mit der lateinischen plaldllten? Ware eine recht angenehme Existenz. - Der für das hiesige K« «­ihre Betrachtungen über die sonderbare Geschmacksrichtung der Hus vor einem wirklichen allgemeinen Concilium der ganzen gericht unlängst ernannte Kreisgenchtsrath H. Johann G« -Vornehmen gemacht haben. Die Sache war übrigens einfach, Christenheit gestanden, so wäre vielleicht seine Asche nicht m zarolli Edler von Thurnlak hat auf seine Stelle reslgn.rl; der herrschaftliche Zuckerbäcker hatte für den obern Tisch täu­den Rhein gestreut, vielleicht wären die Böhmen als Nation über die Gründe diese« Schrittes machen verschiedene Gerüchte schend nachgeahmte Krebse von Zuckerschaum, gefüllt mit Li-anerkannt worden. die Runde. Femer wurde der hiesige Finanzwach-Commlssär moniecrtzme, gemacht und die getreuen Unterthanen bekamen Denen, die Hus als den Vertreter einer besondern Na­Herr Loquenz, 5er wegen seines leutseligen Benehmens sehr zum Abschiedsfest die von uns eingangs erwähnten, unter dem beliebt war, nach Obersteiermart versetzt, und «nb als dessen tion anfeinden, stehen viele entgegen, die in ihm das natio­ Namen „Garneelen" beschriebenen Kruftaceen. 2 n. Nachfolger ein Herr bezeichnet, welcher der slovenischen Sprache ») 8l°! - sagt Hiezu heute - die Redaktion des „Tnglav". nicht kundig ist; es dürfte ihm also wahrscheinlich ein Dol­metsch beigegeben werden. Aus Ersparungsrückstchten? — Die in der vorletzten Cillier Correspondenz Ihres Blattes gebrachte Adelsverleihung bildet noch immer das Tagesge­spräch; man lacht über den schlechten Witz, den der Herr Cor» respondent gemacht, denn man kannte bisher keinen Edlen von Kellersfeld und kann sich die Gründe nicht erklären, weshalb Herr Julius Plauz plötzlich geadelt worden sein soll. Es wäre angezeigt, wenn der Herr Correspondent uns hierüber aufklären, oder in Hinkunft derartige alberne Witze für sich behalten wollte. — I n Trieft scheint die Sommerhitze schon überhand zu nehmen, denn dortige Schwalben zogen bereits an die Ufer der Sann, um hier zu lustwandeln, Arm in Arm mit dem Adonis aller Mucker. Moulä taiu v^itr» tkee, in^ taitdlul lovei^ ü^! — Aus dem SllNNthllle, am 6. Juli. S. *) Der Hirtenbrief, den unser H. Fürstbischof unterm 19. v. M . an die Gläubi­gen seines Sprengels erlassen hat, athmet kirchliche und staat­liche Mäßigung und wurde selbst von unfern, den Ton angeben wollenden Journalen, die sich berufen wähnen, über Alles ihr ab- oder zusprechendes Urtheil zu fällen, mit Befriedigung auf­genommen. Es wäre nur zu wünschen, daß der H. Fürstbischof auch in andern Richtungen gleiche Mäßigung an den Tag le­gen würde; insbesondere bedauern wir, daß anonyme Anzeigen so leicht und so willig Gehör finden, und daß solche nicht selten anonyme Rathschläge an unsere Geistlichkeit zur Folge haben, welche leider ein scheues und zurückhaltendes Benehmen gegenüber dem bürgerlichen Elemente schon seit längerer Zeit wahrnehmen laßt. Wir machten diese Wahrnehmung mit auf­richtigem Bedauern, denn wir gestehen es offen und frei, daß wir unfer n geistlichen Stand hoch achten und verehren und dieß darum, weil er auf jener Stufe wahrer Bildung und des Fortschrittes sich befindet, wie es wahre christliche Liebe, Hu­manität und der stets fortschreitende Zeitgeist nur wünschen lassen. Allerdings gibt es auch hier individuelle Ausnahmen in einzelnen Persönlichkeiten, aber wo sind diese nicht vorhan­den? Doch mit voller Befriedigung sind wir zu konstatiren in der Lage, daß selbst solche Ausnahmen bei uns weit seltener vorkommen, als in andern Gebietstheilen und Ländern, selbst wenn diese zu dem klassischen Boden des heutigen Liberalismus gehören. Wir achten und schätzen unsere Geistlichkeit hoch, weil sie ein Freund des Volkes ist, und weil wir ihre Verdienste um die Volksbildung am Lande kennen und wissen, auf welch' uneigennützige, wahrhaft rühmenswerthe Weisesiesich in dieser Beziehung die volle und verdiente Anerkennung erworben hat; wir kennen dieß aus eigener Anschauung und Erfahrung und werden ihr diese Verdienste nie vergessen. Mögen auch die deutschliberalen Journale so viel Falsches und Böswilliges der Geistlichkeit in den letzten Jahren nachgesagt haben, mögen sie auch keine Gelegenheit verabsäumt haben, jede Schwäche mit excentrischer Leidenschaft und Entstellung, mit Spott und Schadenfreude in die Welt zu schleudern — unsere Geistlich­keit imsteirischen Unterlande hat es nicht betroffen, denn wir kennen dieselbe und ihre musterhafte und würdevolle Haltung sowohl in kirchlicher, socialer, als auch in politischer Be­ziehung, Wir betonen diese letztere Richtung insbesondere deshalb, weil auch der Seelsorger zu den Staatsbürgern ge­hört, und weil nicht nur jenen einseitig Liberalen vom heuti­gen Tage, die da allein sich berufen glauben, in das Getriebe des politischen Lebens eingreifen zu können, — sondern auch den Angehörigen des geistlichen Standes die politischen Rechte ungefchmälert zugestanden werden müssen. Man gibt sich je­doch alle erdenkliche Mühe, ihre politischen Gesinnungen zu verdächtigen, legt ihnen den Einfluß auf das Volk zur Last und bestrebt sich, durch Verunglimpfungen jeglicher Art, diesen Stand zu vermögen, sich vom politischen Leben ferne zu halten, sich dem Volke zu entfremden und an die Stelle des politischen Selbstbewußtseins eine gewisse Lethargie treten zu lassen. Um zu diesem Ziele zu gelangen, werden nicht ganz konstitutionelle Mittel gebraucht, es wird dadurch ein nicht gerechtfertigter Druck erzeugt, der den Begriff wahrer Freiheit arg verletzt. Wir protestiren im Interesse wahrer politischen Freiheit gegen ein solches Vorgehen, rathen daher zur Mäßigung am Lavan­tiner Vischofsitze und glauben, daß es weit loyaler und klüger wäre, die laut sprechenden Wünsche und Bedürfnisse der Stamm­bewohner des steirifchen Unterlandes zu beherzigen und ihre unveräußerlichen Rechte nicht zu mißachten. Auch in politischen Dingen muß Freimuth geübt werden, auch hier gibt es eine Gewissensfreiheit, die durch erkünsteltestaatsmännische Lehren nicht getrübt werden soll, zumal dann nicht, wenn diese gerade gegen die den heutigen Zeitgeist beherrschenden Ideen gerichtet sind. Wir wünschen daher Mäßigung von Oben und Verstän­digung mit dem Bürgerthume, denn nur Eintracht macht stark — nach Innen und nach Außen. — Aus Trieft. ^/ Nebst dem von den hiesigen Deutschen gegründeten Turn-Vereine „Eintracht" besteht hier in Trieft seit einiger Zeit auch eine „8o«i«tÄ ^risstiug, äi l)iimZ.8tio3,", deren ziemlich zahlreiche Mitglieder ihren Versammlung«- und Unterhaltungsort nahe bei der Stadt haben, wo sie in der Regel jeden Dinstag und Samstag Abends und zwar in einem eigens dazu bestimmten und hergerichteten Garten neben dem bekannten Gasthause „Lc>8«!i6tto" mit ihrer eigenen Musit­bande zusammenkommen. Diesen Garten hat der genannten Gesellschaft der Schwechater Bier-Fabrilant „Dreher", welchem gegenwärtig das erwähnte Gasthaus gehört, um einen geringen Miethzins gegen dem abgetreten, daß man dort nur sein Vier trinken soll. Während das hiesige italienische Blatt „I I Oitta­äinci" von den Unterhaltungen dieser Gesellschaft oft rühmend Erwähnung thut, scheint das offizielle Blatt „IV OsservatorL l'risntiuo" und der halboffizielle „II viavoletto", der nur von dem Turnverein „Eintracht" fleißig schreibt, davon leine Notiz nehmen zu wollen. — Was machen aber die hiesigen Slovenen? Sie schauen nur zu! — Die hiesige „8ocü«tK, äel Vro^re»»«" behandelte in einer ihrer letzten Sitzungen die Frage gewissermaßen als sehr dringend, ob nicht sobald als möglich die ganze Leitung des Polizeiwesens in der Stadt Trieft an den Magistrat zu übertragen und ob nicht statt der jetzigen Polizeiwache eine andere, aus den Bürgern des Pomöriums der Stadt zu bil­dende und dem Magistrate unterzuordnende, mit Ausschluß auch der aus Slovenen der Umgebung bestehenden sogenannten Teiiitorial-Miliz aufzustellen wäre? Zur diesfälligen Begrün­dung wurde insbesondere auch der Umstand benützt, daß trotz des fortwährenden Räsonnirens und Tadelns von Seite des hiesigen Publikums und der Journalistik zur möglichsten Be­seitigung der verschiedenen, oft auftauchenden bedauerlichen Erscheinungen (Diebstähle, Verwundungen u. s. w.) bisher noch immer zu wenig geschehe. Es wurde sonach als ganz außer Zweifel gestellt angenommen, daß diesem Uebelstande ") Willkommen — noch so geraumer Zeit' Die Red. durch die oben gedachte Übertragung bei weitem kräftiger und wirksamer entgegengetreten werden könnte. Daß aber die Entfernung der erwähnten Territorialen von ihrem bis­herigen Stadtwachbienste der Sache, betreffend die öffentliche Sicherheit wirklich förderlicher sein dürfte, steht noch sehr da­hin, wenn man erwägt, daß diese schon sehr häufig und zwar mit vollem Rechte belobten treuen Wächter der Sicher­heit bei ihren Leistungen keinen Spaß kennen, sich sehr streng benehmen und ihre Pflicht genau zu erfüllen wissen, falls sich ihnen keine besondern, zumal oft von einer schlechten Leitung herrührenden Hindernisse entgegenstellen. Das hier leider fort und fort bestehende, ja noch immer ärger werdende Unwefen wird übrigens gar nicht aufhören, bis man nicht zu ganz andern, zwar von vielen Seiten fchon wiederholt beantragten, jedoch leider immer unbeachtet gebliebenen, kräftiger« und wirksamer« Mitteln, worunter z. B. auch die gleichfalls schon angeregte Verwendung der Vagabunden zu Arbeiten in isolir­ten Orten (auf Inseln u. f. w.) gehört, greifen wird. Diese Mittel werden einen günstigern Erfolg abgeben, als die bis­her üblichen, obwohl diese letzteren gewiß sogar mehr Kosten­aufwand verursachen, als die Anwendung der erstern erhei­schen würde. — Was die von der genannten Gesellschaft zur Sprache gebrachte Entfernung der Territorialen von ihrem bisherigen Wachdienste anbelangt, so scheint es, daß man sich dieselbe in der That nicht so sehr wegen der angeblichen Un­verwendbarkeit oder Untauglichkeit derselben zu diesem Dienste, als vielmehr deßhalb wünscht, weil die hiesige Territorial-Miliz überhaupt einer gewissen Klasse der Bewohner von Trieft (uns nicht unbekannten Ursachen) ein Dorn im Auge ist. Uebrigens wäre es aber «ine wahre Wohlthat für un­sere Slovenen, wenn sie an diesem Dienste, dessen Verrichtung, so wie überhaupt ihr längeres unnöthiges Verweilen in der Stadt — dieser wahren Pest für sie! — ihnen in vielfachen Beziehungen mehr schadet als nützt, künftighin wirklich nicht mehr Theil zu nehmen brauchten. Adelsbelg, 7. Juli 1868. —u. Jenen, welche für die Slovenen alles Heil nur im Deutschthume finden, die in den Normalschulen Krain's die deutsche Sprache als Unterrichts­sprache eingeführt wissen wollen und hartnäckig behaupten, daß der Slovene nur durch die Germanisirung sich ausbilden, ver­edeln und so die Höhe der Cultur erreichen könne, wird nach­stehender, wörtlich abgeschriebener Brief *) eines hier gebornen, jetzt in Kärnten wohnenden Mannes, welcher in Krain die Normalschule durch etliche 4 Jahre besuchte, und dem der Unterricht in derselben nach dem damaligen Systeme in deutscher Sprache ertheilt wurde, zeigen, wie weit man es mit der Stylisirung deutscher Briefe bringen kann, wenn man in der Normalschule fleißig ist. Dieser an die Eltern des Vrief­schreibers gerichtete Brief lautet: „Mathias K Iez schreib Ent An Par zal Los ent Gresen Preder und schwester und Ole NachParn Pit Ent Mein Libe Foter Gez Ier Aufe Auf Panof zum Panaufsegar Piten Deberd Mohen Mer An Zeignes Iez hon ih Gen Zum eisenpon Wehter Aber one Zeignes is Nit ih Mus Zeignes hoben ih Pit enk Gez schnel Aufe Suhen und schit Mer Ause Pis D schuner Wartet Auf Mie Meht ih Was Mer schreiben Aber Ko Nid Dos Pin So schper ih Pin Krönt ih Lig schon 14. tot ihwas nit Won Deber ih Auf Aber Pit enk schit Mer schnel Pit ent schreib Mer Seib Ole Sund Oder Nit Oder Was NoeS eis und Pleib Ole Sund So schreib Mer hinter Auf Veten«, Auf Keni Purgarmeister. W . am 29. Juni 1868.« Ist es nicht eine himmelschreiende Sünde, wenn vom Staate und vom Lande Geld für solche Bildungsanstalten hinaus geworfen wurde? wenn man der slovenischen Jugend die kostbare zum Lernen geeignete Zeit mit dem gewaltsamen Einpeitschen der deutschen Sprache raubte? Hätte unser Mann, der ein geborner Slovene ist, dessen Eltern lein Wort deutsch und nur slovenisch verstehen, den Unterricht in seiner Mutter­sprache genossen, und letztere in der Schule anstatt des Deut­schen gelernt, so wäre er gewiß im Stande, einen verständli­chen slovenischen Brief zu schreiben, — so aber kann er weder deutsch noch slovenisch. Tagesneuigkeiten. Laibllch, 11. Juli. — tMatiea, Ausschußsitzung vom 9. Juli 1868.) Beigetreten sind im verflossenen Quartal 134 neue Mitglieder. — Im Drucke befindet sich das Wert „OliKaui Äovsne«:" (der gebildete Slovene, 7'/, Druckbogen); ferners wurde dem Vereine ein Manuscript einer populären Baukunde („81oven8l«.i lliäar") eingereicht und wird jetzt geprüft. — Ein Manufcript der slovenischen Stenografie wird dem böhmi­schen stenografischen Vereine in Prag zur Prüfung einge­sendet. — Die „Iiir8kH matio«," in Agram überläßt dem hie­sigen Verein den für die slovenische Literatur äußerst wichti­gen handschriftlichen Verlaß des Stanko Vraz. — Der An­trag Koöevar's auf Sammlung und Herausgabe der Volks­lieder, Märchen lc. wird an ein besonderes Comitö (S ve­tec, Praprotnik, 8olar) zur Vorberathung gewiesen. — Von „81oveu8ki 8t^ar " erscheint Heuer das 1. Heft (9 Bogen). — Zum Austritte kommen Heuer folgende Ausschüsse: Domprobst Kos, Franz Levstil, Dr. Vonöina, Dom­dechant Dr. Hogaöar,^Dr. Raslag, Dr. Vojska, Dr. VoZnjal, 8avperl, 6ern6, Mathias Majar. — Die Generalversammlung wird Mittwoch am 5. August stattfinden. — Ueber eingestelltes Gesuch wird beschlossen, 20 Exemplare von Trdina's „81ov6U8^», Lßoäoviu«," an die Gemeinden des Bezirkes Laibach geschentweise zu über­lassen. — Zum Schlüsse wurde Historiograph Dr. Franz P a­lack/ zum Ehrenmitgliede ernannt. — (Sitzung des Central-Ausschusses der t. k. Landwirthschaftgesellschaft), welche am 5. d. M. unter dem Vorsitze des Herrn Präfidenten Fidelis Ter­pinz stattfand. Gesellschllftssekietär Herr Dr. Blei weis macht unter Anderm nachstehende Mittheilungen: Der Aufruf des Central-Ausschusses wegen Neubildung der Filialen hat durch den Abdruck in der „Novice" und im „Triglav", durch die Verkeilung desselben an alle Filialvorsteher in mehreren Exem­plaren, durch Abgabe von 400 Stück als Beilage zur „Lai­bacher Zeitung", ferners mit Abgabe von 400 Exemplaren au den h. Lllndesausschuß zur Betheilung der Gemeinden und mit 400 Stück an das hochw. fürftb. Ordinariat zur Bethei» lung des Kurattlerus die möglichste Verbreitung gefunden; — auf das Ersuchen der k. k. Landesregierung einen bezirks­weise« Turnus in Vorschlag zu bringen, nach welchem in den Monaten September und Oktober die Urlauber zur ^°) Auch das Original befindetsich in den Händen der Redaltion. Uebung mit der neuen Waffe (Hinterlader) am geeignetsten einbe rufen werden tonnten, um die landwirthschaftlichen Arbeiten durch Entziehung dieser Arbeitskräfte möglichst wenig zu behindern, hat die I. Section des Centralausschusses, weil die Erledigung des Gegenstandes von der h. Landesregierung als sehr drin» gend bezeichnet wurde, sofort die gewünschten Anträge derselben vorgelegt; — die Drucklostcn bezüglich der projeltirten Ver größerung des gesellschaftlichen deutschen „Kalenders" und der slovenischen „kiÄtiKa " werden dem Centralausschusse mitge theilt; nach einer kurzen Debatte wurde beschlossen, baß in beiden Kalendern ein entsprechender Raum für, die Gesell schaft betreffende Mittheilungen reservirt werde; schließ lich wird der Bericht der Filialvorstehung Gurkfeld in Betreff Weigerung der Gemeinde St. Bartlmä in Unlerkrain zur Errichtung einer Obstbaumschule zu Unterrichtözwecken der Volksschule vorgelesen. Da aus diesem Berichte zu ersehen ist, daß die Weigerung der Gemeinde lediglich auf leeren Aus flüchten beruht, so wird der h. Landesregierung der Antrag gestellt, daß auf die Errichtung der für die Schuljugend so nothwendigen und ersprießlichen Obstbaumschule gedrungen werde. Herr Vizepräsident und Obmann, Dr. E. H. Costa trägt vor die Anträge, welche die I. Section in Folge hohen Erlasses des k. k. Ackerbauministeriums vom 13. Juni d. I . über die Vorschläge, welche bei dem für den heurigen Herbst in Aussicht gestellten Congresse der Landwirthschaft Delegaten in Wien näher zu besprechen sein werden — vereinbart hat: I. Namentlich Frcrgepuntte für den Congr».ß: 1. Schaffung von Forstorganen, insbesondere zur Hand habung des Forstgesetzes; 2. Sorge für den landwirthschaftlichen Unterricht durch Unterstützung aus Reichsmitteln; 3. Einführung des landwirthschaftlichen Unterrichtes in die Volksschulen; 4. Wiederaufnahme der Viehsalzerzeugung zur Hebung der Viehzucht; 5. Unterstützung von Musterwirthschaften für den Klein grundbesitzer aus Staatsmitteln; 6. Commassation; 7. Mittel und Wege zur Erleichterung des Absatzes der Seidencocons. II. In Absicht der Rindviehprämien undderCon» currenzstationen, dann der Subvention für die Haltung guter Zuchtstiere wird vorgeschlagen ein Turnus von drei Jahren mit jährlichen fünf Concurrenz-Stationen: Als erstes Jahr: Laibach, Seisenberg, Landstraß, Feistrih und Idria; zweites Jahr: Stein, Radmannsdorf, Großlaschitz, Rudolfswerth und Präoald; drittes Jahr: Krainburg. St. Martin bei Littai, Gottschee, örnomelj und Zirknitz. Zu prämirende Rayen wären in erster Linie Original Möllthaler, Mariahofer und Mürzthaler, dann in Ermanglung dieser, Kreuzungen dieser mit dem Landschlage, endlich vorzüg­liche Exemplare vom Laudschlage. III. In Betreff der Prämienhöhe: I n jeder der fünf Stationen wären 120 Dukaten zu ver« theilen, und es wäre die Höhe der Prämie für Stiere mit 20 Dukaten für Kühe mit 12 „ und für Kalbinen mit . . ^ 6 „ zu bestimmen. IV. Das Preisgericht wäre zusammenzustellen aus dem laiserl. Commissär, einem Mitglied des Centralausschusses, dem Gemeindevorstande des Prämialortes, dem Vorstande der Gesellschaftsfiliale und drei Sachverständigen aus den concurri renden Bezirken, welche das Centrale zu wählen und zu be zeichnen hätte. V. In Bezug der Subvention für das Halten guter Zuchtstiere, welche mit jährlichen 300 fl. in Aussicht ge stellt ist, schlägt die Sektion vor, daß den Haltern von Ori ginal-Stieren der oben bezeichneten Rayen, durch drei Jahre jährlich eine Subvention von 50 st. zu erfolgen fei. VI. Aus der für das ganze Reich für den Weinbau präliminirten Subventio n pr. 14.000 fl. wären verhält­nißmäßig: «,) für das Kronland Krain jährlich 1000 fl. zu be> anspruchen; d) wäre dieser Betrag für den Antauf guter und edler Rebensorten zur Vertheilung an die Gemeinden, und zu Prä mien für gute und fleißige Weinzüchter zu verwenden. Vorstehende Antrage werden angenommen und hiebei be merkt, daß die Landwirthschaftgesellschaft gerne bereit ist, dem h. Ministerium bestens an die Hand zu gehen und in allen obigen Punkten nähere Anträge und Statute zu entwerfen und in Vorschlag zu bringen. — Aus dem hohen Ackerbau-Ministerial-Erlasse vom 13. Juni d. I. , welche Zweige der Landescultur nach den gegebenen Verhältnissen zunächst und in erster Linie einer materiellen Unterstützung von Seite des Ministeriums bedürftig seien, glaubt die I. Section die Forst cultur als einen solchen in vor» derster Liniestehenden Zweig bezeichnen zu müssen, obwohl sich die Wünsche des Landes auch auf andere Zweige, als nament lich: Drainage, Flachs- und Hanf, dann Zwetschlencultur :c. erstrecken. Zur Hebung der Forstcultur, vorzugsweise Auffor stung kahler Flächen wäre durch mindestens fünf Jahre eine Unterstützung von wenigstens jährlich 2000 st. anzustreben. Ein detaillirter Plan dießfalls wäre durch die Forstfection in Ge meinschllft mit der 1. Section, seinerzeit auszuarbeiten. Dr. Costa trägt ferneis vor: Den hohen Erlaß des Acker bau-Ministeriums vom 16. Juni d. I. , betreffend die Zusam menstellung einer Statistik der Land« und Forstwirthschaft des Kronlandes, dann Bezeichnung jener Lokalblätter, welche die verläßlichsten Notizen und Artikel über den Stand der verschiedenen Früchte und den Ausfall «. enthalten und nicht von Privatspeculanten beeinflußt sind. I n erster Beziehung ist das Centrale, einerseits wegen Mangel pekuniärer Mittel als auch geeigneter Organe eine so großartige Arbeit, wie aus den mitgelheilten Grundzügen ge fordert wird, zu unternehmen nicht in der Lage, und dieß um so weniger, als dessen Filialen noch nicht reorganisirt sind, durch Privaterhebungcn aber selbst annäherungsweise das Wahre nicht erfahren wird, weil die Landwirthe in diesen letztern gewiß nichts anderes als eine neue Besteuerung wittern und au« Furcht davor entweder gar leine oder nur unwahre An gaben abgeben würden. Herr Dr. Orel, Obmann der Hl. Section verliest die Anträge, welche diese Section in Folge des hohen Ministerial Erlasses vom 26. Juni 1868 bezüglich der Subvention der Seidenzucht in den einzelnen Kronländern in Vorschlag bringen zu sollen glaubt, alS: ») Das hohe Ministerium wolle für gesunden ganz lrantheitsfreien Samen sorgen und circa 300 400 Lolh zur Veitheilung an die hierländigen Seidenzüchter gegen dem über­ lassen, daß diese bei günstiger Ernte den Ankaufspreis zurück­ ersetzen, im entgegengesetzten Falle, nämlich bei Mißrathen jedoch davon dispensirt bleiben. K) Der allfällig refundirtc Betrag soll als Reserve für die Folge zu gleichem Zwecke behandelt, und dessen Verwal­ tung dem Centrale überlassen werden. «) Wäre das hohe Ministerium darauf aufmerksam zu machen, daß seit mehreren Jahren die Grains des Herrn Pro­ fessors Lanza aus Spalato in Dalmatien hier in Kram sehr gut gerathen sind, daher dieser Same, welcher mit 5 st. Per Loth verkauft wird, sehr erwünscht wäre. Diese Anträge werden einstimmig angenommen, und ist der Bericht in diesem Sinne an das h. Ministerium zu erstatten. Der H. Gesellschaftssekretär Dr. Bleiwei s berichtet über den Ministerial-Erlaß vom 12. Juni d. I. , womit eine „An< leitung zur Aufzucht von Pferden" zum Gebrauche für bäuer­ liche Pferdezüchter mit dem übermittelt wurde, daß solche ö, 20 kr. zu beziehen ist, und sich der Verfasser anheischig machte, solche auch ins Slovenische übersetzt zu liefern. Refe­ rent gibt sein Votum dahin ab, daß das Werkchen sehr gut sei und in die slovenische Sprache übersetzt, K, 20 Nkr. gewiß sehr großen Absatz finden werde. Hiebet wäre dem Mi ­ nisterium der Wunsch nach ähnlichen Anleitungen auch für Rindvieh-, Schaf-, Ziegen- und Schweinezucht auszusprechen. — (Polizeibericht.) Am 8. d. M. Nachts nach 1 Uhr vernahmen einige Leute nächst der Carlstadter Brücke Hilferufe im Gruber'fchen Canale und gewahrten, daß ein Mensch bis über die Brust im Flusse stand. Es wurde schnell eine Leiter über die Uferböschung herabgelassen, auf welcher der halbbewußtlofe Mann emporgehoben wurde. Ueber die Art und Weise, wie er in das Wasser gerathen sei, tonnte derselbe anfänglich, da er auch ziemlich berauscht war, keine Aufklärung geben, Tags darauf erst entsann er sich, daß er in der Mitte der Carlstädter Brücke plötzlich von zwei unbekannten Männern gehoben und in den Fluß geworfen worden (???), daß er dann bis zu einer seichteren Stelle am Ufer geschwommen sei und dort, nachdem er sich ein wenig erholt, nach Hilfe geru­fen habe. Visher ist man den Thätern noch nicht auf der Spur, da der Bedrohte niemanden anzugeben weiß, auf den er einen Verdacht hätte. — (Neue <3italnice.) Wie der „krimoreo" ver­nimmt, sind, außer jener in Rojane — was wir schon mitge­theilt haben — auch^in mehren andern Ortschaften der Um­gebung von Trieft öitalnice im Entstehen begriffen. Dieß be­weist wohl deutlich, daß die slovenische Nation trotz aller gegnerischen Bestrebungen vorwärts schreitet und sich nationale Bildungsstätten zu gründen bestrebt ist. Nur auf nationaler Grundlage ist eine wahre Bildung und Kuttur ^möglich, und wir begrüßen mit Freuden jede neu entstehende 6italnica. Daß dieß unfern Gegnern freilich höchst unangenehm ist, begreifen wir; ließen sie ja doch unlängst einen Schmerzensschrei über „das Agitationsnetz der öitalnice" ertönen und sähen es am liebsten, wenn diese verhaßten Institute alle gleich aufgelöst würden. Es jinge wohl, aber es jeht nicht! — (I n Senotzeö) wird eine öitalnica gegründet und sind die Statuten bereits zur Kenntnißnahme vorgelegt worden. — (Ungewitter.) Am vergangenen Samstag wüthete, wie die „Novioo" melden, ein heftiges Ungewitter in der Ge­gend von Franzdorf. Zum Glücke hat der Hagelschlag verhält­nißmaßig wenig Schaden angerichtet, da die Feldflüchte fchon meist eingeheimst waren. I n Dule schlug der Blitz in ein Haus ein, welches allsogleich in Flammen stand; ein altes vom Blitzstrahle betäubtes Mütterchen konnte kaum aus dem Feuer gerettet werden. — (Vertheilung der Wälder.) Aus Innerkrain, dessen Bewohner in ewigem Proceß wegen der Walderverthei­lung leben, hört man immer Klagen über die ungerechte Ver­theilung der Waldantheile. Während die Herrschaft meist schöne Antheile bekommt, ziehen die Bauern gewöhnlich den Kürzern und bekommen nur kümmerliche Hutweiden und der­gleichen. Die „Novie«" bemerken und wir stimmen ihnen vollkommen bei, daß es denn doch schon an der Zeit wäre, diese Angelegenheit auf eine gerechte Art zu regeln, und zwar so, daß jedem sein Recht würde. — (Alterthümer.) I n der Gegend von Trifail sind chon wiederholt alte römische Steine ausgegraben worden, voriges Jahr einer mit einer keltischen Inschrift. Am 20. v. M. nun sind mehre Münzen zu Tage gefördert worden, welche der bekannte Fachmann Dr. Richard Knabl für keltische er­klärt hat. Selbe tragen auf einer Seite das Bild eines Pfer­des, auf der andern Abbildungen verschiedener Werkzeuge. — (Volksmeeting.) Laut einer Mittheilung des „81ov. Mroä " gedenken die Patrioten der Bezirke Lutten­berg, Friedau und Ober-Radkersburg ein großes Volksmeeting (l^doi-) für den 9. August zusammenzuberufen. Das Pro­gramm enthält eine Besprechung des §.19 der Staatsgrund­gesetze und mehrere speciell Untersteiermart betreffende Fragen. Es bedarf nur noch der behördlichen Bewilligung. — (Stellenbefetzung.) Zum Professor der Welt­geschichte am Gymnasium zu Görz wurde ernannt Herr Franz Hafner , der bisher in der gleichen Eigenschaft in Cilli be­dienstet war. — (Lehrertag.) Am 2. Juli war — nach der „Du ­lnoviu«," — in Görz ein Lehrertag, an dem außer den städtischen Lehrern auch Volksschullehrer des Görzer Schul­kreises theilnahmen. — (Deutscher Turnertag in Böhmen.) Am 28. Juni wurde in Leitmeritz ein Turnertag der deutschen Turnvereine Böhmens abgehalten und die Statuten eines deutschen Turnerbundes angenommen. An demselben Tage sollte bekanntlich in Prag ein Turnertag sammtlicher Sokol­vereine zu Stande kommen und ein Sololbund errichtet wer­den. Die Regierung hat jedoch den Sololbund — wie bekannt — verboten. Die „Mrnän i li^ « rufen zu dieser That­fache: „Für solche Ereignisse ist jeder Commentar überflüssig. Das Factum selbst spricht am lautesten. Wir rufen nur: Es lebe die Gleichberechtigung!« — (Eine Frau erfchofsen.) In dem großen Hofe der Stiftskaserne, im siebenten Bezirk Neubau, wurde am 8. d. M . Nachmittags eine Abtheilung von der ersten Compagnie des Infanterie-Regiments Baron Reifchach in den Schußhand­griffen abgerichtet. Einem Manne von dieser Truppe wurde von seinem Unterofficiere, der sich etwa fünf Schritte vor ihm hinstellte, kommandirt, ihm ins linke Auge zu zielen. Der Schuß versagte. „Nun, so zielen Sie dorthin", komniandirte der Unterossicier, den Mann auf ein gegenüberliegendes Haus weisend. Der Mann zielte, der Schuß ging los und die Spitzkugel flog durch ein Fenster des ersten Sockwerkes, bei welchem die Gattin des taubstummen Pfeifenschneiders Hirschler, eine auffallend schöne junge Frau saß, Mutter von zwei Kin­dern und im fünften Monate gesegnet, traf die Frau in der rechten Schulter, kam aus der linken Seite wieder zum Vor­schein und schlug durch eine geschlossene Thüre in das zweite Zimmer ein, wo sie an der Wand endlich ihre Grenze fand. Die arme Frau stürzte lautlos zu Boden und war eine Leiche! Die Aufregung, die sich über diese Unvorsich­tigkeit, oder wie man den unbegreiflichen entsetzlichen Vorfall bezeichnen soll, in der ganzen Nachbarschaft kundgibt, ist eine ungeheure. Wie es heißt, so will die Bürgerschaft aus der Umgebung der Stiftskaserne einen energischen Protest gegen diese militärische Schießstätte inmitten von Wohnungen einrei» chen. Um halb 8 Uhr Abends wurde die Leiche zur Obduktion in das allgemeine Krankenhaus überführt. Hunderte umstanden noch spät Nachts das Haus, in welchem das Unglück geschehen und verwünschten laut den sträflichen Leichtsinn des Thaters. Der Mann des Opfers, wie gefügt, taubstumm, ist der Verzweiflung nahe, er flüchtete rathlos mit seinen zweitleinen Kindern zu seinem Bruder in die Stadt und stürzte hier wei­nend zusammen. Die Theilnahme um den allgemein geachteten Mann ist eine immense. — (Eine interessante Entscheidung.) I n jüng­ster Zeit erst wurde in Böhmens Hauptstadt eine Gerichtsverhand­lung abgeführt, deren Resultat in seiner Weise gewiß zu den Seltenheiten in der Gerichtspraxis gehört, und zu dessen de» tailirter Erzählung uns der Umstand verleitet, daß das ver­handelte Verbrechen „die Majestatsbeleidigung" eine stehende Rubrik im Verhandlungsrepertoire österreichischer Gerichtshöfe bildet. Wir sehen das Jahr hindurch in unseren Gerichtssälen eine Reihe von Majestätsbeleidigungen abhandeln, die ihren Thatort beim vollen Viertluge in den Landschänten und ihre Thater in den meisten Fällen in Individuen haben, die im Zustande der Unzurechnungsfähigkeit Aeußerungensich zu Schul­den kommen lassen, die sie entnüchtert in allen Fällen mit einer länger andauernden Freiheitsstrafe büßen müssen. Anders verhält es sich mit dem oboezeichneten Fall selbst. Ein Schnei­der, Namens Franz Iischa aus Smichov, tonkurrirt um die ausgeschriebene Kleiderlieferung für die Smichover Lokalpolizei: Referent in dieser Sache ist der allgemein geachtete Stadtrat!) und Fabrikant Wilhel m Pick; er findet das Offert des obgenannten Schneiders zu hoch, die vorgelegten Warenproben zu schlecht, und da er deshalb einen unangenehmen Auftritt mit dem Bewerber Iischa hat, überläßt er die Verleihung dem kompletten Stadtrathe, der die Entscheidung in einem für Iisch» ungünstigen Sinne fällt. Iischa, des gewöhnlichen Handwerkes überdrüssig, wirft sich auf die Kunstschneiderei, flickt aus einigen bunten Lappen eine Blende zusammen, die in ihrer Art we< nigstens als hochkomisch bezeichnet werden muß. Er stoppelt ein Haus zusammen, das er als den Palast des Kurfürsten von Hessen-Kassel in Prag bezeichnet, klebt neben den Schilder­häuschen zwei Papiersoldaten, in österreichischen Uniformen, und bringt unterhalb dieses „Palastes" eine Holzpuppe an, die er mit einer österreichischen Generalsuniform anzieht, und um deren Hals er jenes Kreuz, mit der römischen Ziffer VIII. , hängt, das früher die ausgedienten Soldaten erhielten. Mit diesem höchstoriginellen Tableau unternimmt er eine förmliche Wanderung, er bietet sein „Kunstwerk" dem Kurfürsten an, der es refusirt, er macht Versuche bei dem Statthalter und wird abgewiesen, er trachtet es endlich im Gewerbevereine aus­zustellen, dieser jedoch will in die Exposition nicht eingehen. I n seinem Unmuthe über dieses allgemeine Fiasco will er wenigstens feine Mitbürger mit feinem Kunstwerte bekannt machen und erwirkt sich die Erlaubniß dasselbe in der Smi­chover Vürgerressource zeigen zu dürfen. Am Abend des 22. Jänner 1868 wird ihm ein Zimmer, neben dem gewöhnlichen Versammlungssaal, angewiesen und einige Bürger Smichovs haben Gelegenheit, über die Naivität eines Schneiders zu la­chen. Später erscheint Stadtrath Pick, er sieht ein Zimmer ausnahmsweise erleuchtet, tritt zur halbgeöffneten Thüre, er­blickt im Hintergrunde ein „Tableau" und neben sich dessen Fabrikanten, und meint, daß man für diesen kein besonderes Licht anzünden müsse, daß der große Saal Platz genug für das Ausstellungsobjekt habe. Iischa ist gekränkt über diese Mißachtung, läßt sein „Kunstwerk" entfernen und macht die Anzeige wegen Majestätsbeleidigung, indem er jenen ... . Ausspruch nicht auf sich, sondern auf die im Tableau ange­brachte Figur bezieht, welche, wie er behauptet, die Person Sr. Majestät des Kaisers vorstellen soll! Das k. k. Landes- als Strafgericht ordnet die Schlußverhandlung an und ladet die vom Angeber gegen Herrn Pick namhaft gemachten Zeugen vor. Es sind dieß der Stadtrath und Fabrikant Herr Kohout, der Stadtrath und Kaufmann Dimmer, ferner die Herren No­votn/, Vorstand der Smichover Vorfchußkasse, Novopact^und Bente. Sämmtliche Zeugen gaben an, daß jener Ausspruch nicht der Figur, sondern dem Aussteller gegolten habe und be­eiden diese ihre Aussagen, nur der Angeber steht vereinzelt da und beharrt selbst bei den Konfrontationen bei seinen Anga­ben. Der Staatsanwalt, durch die gleichlautenden und beei­deten Aussagen bestimmt, plaidirt für die Schuldlossprechung des Angeklagten. Der Vertheidiger betont, daß nicht Herr Pick, sondern derjenige, der jene Figur, mit den Säbelbeinen und den krummen Fingern, für das Ebenbild des Kaisers ausgibt, das Verbrechen der Majestätsbeleidigung begangen hat. — Die Entscheidung des Gerichtshofes scheint unzweifelhaft. Nach kaum viertelstündiger Verathung publicirt Herr Kreis­ gerichtsrath Predäk, namens des Gerichtshofes das Verdikt schuldig und verurtheilt den Stadtrath Herrn Pick zum schweren Kerker in der Dauer von drei Monaten, indem er die Hoffnung ausspricht, daß „es Herr Pick nicht mehr thun wird." — (Die neue Strickmaschine.) Die „A. A. Z." schreibt: Die neue Welt, welche uns bereits die Nähmaschine erfand, bereitet ein neues Geschenk für uns vor in Gestalt der Strickmaschine. Vis jetzt hat man nur solche Strickma­schinen gekannt, welche ein ganz gleichmäßiges röhrenförmiges Gewebe zu liefern vermochten. Die neue amerikanische Strick­maschine von Lambs dagegen ist nicht rund, sondern lang­gestreckt und arbeitet auf beiden Seiten. Bei der vollen Breite enthalt sie auf einer Seite 50 Nadeln; auf beiden Seiten zusammen können also durch jede Kurbelumdrehung 100 Schlingen gemacht werden. Rechnet man auf jede Kur­belumdrehung eine Sekunde, so ergibt dies für eine Mi ­nute 6000 Schlingen. Dadurch wird es begreiflich, daß man mit dieser Maschine an einem Tage sechs und dreißig Paar Strümpfe anfertigen kann, wahrend die Handstrickerin, wenn sie noch so fleißig und noch so geübt ist, täglich nicht zwei Paare fertig bringt. Außerdem kann man je nach Bedarf fest oder locker stricken. Die Maschine nimmt wenig Raum ein und wird an den Tisch angeschraubt. Man kann mit der Maschine ab- und zunehmen, den Keil, die Ferse, das Bein, den Rand des Strumpfes machen. Ebenso lassen sich ge< rippte, wollige und durchbrochene Gewebe jeder Art mit der Maschine herstellen und auf diese Weise Shawls, Decken Besetze, Kinderkleider, Handschuhe und Anderes mit Leichtig' keit anfertigen. Während des letzten Breslauer Maschinen» Marktes arbeitete die Maschine eine Menge derartiger Gegen, stände zu großer Freude und Bewunderung der Damen, welche in der Regel dicht gedrängt um diese unscheinbare Maschine standen und den reichsten Beifall spendeten. Die Lambs'sche Strickmaschine tostet 160 fl. Silber, bei Baarbe zahlung 112'/, fl. Erinnerung an Prag. (Makame.) Endlich bin ich auch nach Prag gekommen — und war daselbst willkommen; — Prag ist wirklich eine Stadt — die wenige ihres Gleichen hat. — Meine Erwartung ließ mich Merkwürdiges hoffen — doch die Wirklichkeit hat die Erwar tung übertroffen; - ja herrlich ist das majestätische Prag, — es warb wie Rom nicht erbaut an eilN'M Tag; — es liegt wie Rom an sieben Hügeln — und thut sich in den Silber wellen der Moldau spiegeln. — Mit Recht nennen's: Äaw» riÄ^a, die Slaven von dem Süden — denn man kann Prag zu bewundern nicht ermüden. — Jeder Stein predigt hier Geschichte, — jedes alterthümliche Haus erscheint im mythi schen Lichte, — und Monumente geben in Stein gehaune Gedichte. — Ich sah den Hradschin, wo Ferdinand, der Gü tige residirt, — und woher sich das herrliche Prag so mächtig präsentirt; — ich sah des Domes gewaltigen Bau, — dessen Andenken zurückreicht in der Zeiten Grau; — ich sah den silbernen Nepomuzener am Sarge knien, — und Prozessionen im Geiste zu ihm zieh'n; — ich bewunderte des heiligen Wen zels Kapelle, — für andächtige Böhmen eine geweihte Stelle; — dann der böhmischen Könige Sarkophage, — eine aus alten Zeiten zu Stein gewordene Sage. — Ich bin auch in der ominösen — Landtagsstube gewesen, — wo einstens Sla­vata und Martinic — die Dinge derart trieben auf die Spitz', — daß die Landesräthe die Sache in der Weise erledigten, — daß sie sich ihrer durch das Fenster entledigten. — Ich be­wunderte bei den Kapuzinern die Schatzkammer — aber welch' ein Jammer! — die 6666 Brillanten mit der Monstranz fehlten, — wie die Kapuziner mir erzählten, — ob's wahr, ob's ersonnen — wird später kommen an die Sonnen. — „Ich sah die ehrwürdige Prager Brück, — wo Johannes von Nepomuk — hat müssen — für die Sünden bussen — in der Moldauflussen." *) — Ich sah die hundert und noch mehr Thürme — welche überdauerten gewaltige Stürme — ich staunte den Roßmarkt, den großartigen an — so wie der neuen Brücke Riesenplan. — Ich weilte in des Rathhauses Hallen — und sah den prächtigen Saal, in welchen die Vater der Stadt zur Berathung wallen. — Ich besuchte den alten Friedhof in der Iudenstadt, — der eines der alterthümlichsten Gepräge hat, — ich staunte an die Trümmer der Burg Vu­»ehrad. — I n des Museums weiten, weiten Sälen — hörte ich im Geiste Merkwürdiges erzählen; — ich sah die Hand» schrift des Hus und A^ka, des Führers der Hussiten, — die einstens für Licht und Freiheit gestritten. — Ich sah die Handschrift, die Hanta in Königinhof gefunden, — und — ver. lebte viele angenehme Stunden. — Die Biere, die ich in Prag getrunken, — haben stets zum Weitertrinken gewunken, — von diesen wahrhaft erquicken den Getränken — bleibt mir jenes vom „Hopfenstock" im gu­.ten Angedenken. — Ich staunte noch Vieles Andere an — und tonnte daran — nicht genug hau; — ich schließe mit dem Satze mein Beschreiben: — Das schöne Prag wird mir unvergeßlich bleiben! — Nur Einen Wunsch möcht' ich noch heute sagen, — meine Freunde! darf ich's wagen? —: O möcht' nur einmal noch die Freud' mir blüh'n, — nur einmal noch zu Euch zu zieh'n. Aus Untersteiermark, am n . Juli 1868. ") Au« einem alte» deutsch-böhmischen Liede. Verstorbene. Den 3. Juli. Dem Franz FlorianN, Schneider, sein Kind Maria, alt 1l Monate, in der Kratau-Vorstadt Nr. 23, an der Galtenruhr. — Johann Toplicher, Hafnergeselle, alt 40 Jahre, in der Stadt Nr. 6, an der Tuberkulose. — Dem Franz Ziernstein, Dreher, sein Kind Theresia, alt 8 Monate, in der Gradischa-Vorstadt Nr. 1, am Zehrsieber. Den 5. Juli. Dem Jakob Sor, Taglöhner, sein Kind Fran­ziska, alt ? Monate, i» der Krankau-Vorstadt Nr, 44, am Zehrsieber. De» 6. Juli. Maria Kregar, Inwohnersweib, alt 44 Jahre, im Zivilspital, an der Lungentuberkulose. — Dem Lorenz Wogoja, Mehlhändler, sein Kind Mari», alt 8 Wochen, in der St. Peters« Vorstadt Nr. 14t, am Durchfalle. — Herr Anton Obres«, Greißler und Hausbesitzer, alt 57 Jahre, in der Stadt Nr. 254, am Gedärm­brande. — Schwester Augustina Stupar, Chorfrau, alt 28 Jahre, in der Kapuziner-Vorstadt Nr. 34, an Erschöpfung der Kräfte. Den 7. Juli. Franz Lcnar, Urlauber, alt 25 Jahre, lm Zivil­spital, an der Lungentuberkulose. — Dem Anton Mar», Zimmer­mann und Hausbesitzer, sein Kind Johann, alt 2 7, Jahre, in der Hradezly-Vorstadt Nr. 25, am Zehrsieber. Den 8. Juli. Dem Herrn Karl Schubert, Maschiuführer, seine Tochter Adele, »lt 14 Jahre, in der Kapuziner-Vorstadt Nr. 6L, und Alois Gradilar, Riemergeselle, alt 32 Jahre, im Zivilspital, beide an der Lungentuberkulose. — Der Anna Mlaler, Wäscherin, ihr Kind Franz, alt 1'/, Jahr, in der Krakau>V°lstadt Nr. 74, an der häutigen Bräune. — Dem Thomas Slllnovic, Arbeiter, sein Kind Josef, alt 5 Monate, in der Krasau-Vorstadt Nr. 10, «!« de, Gal­lenruhr. <««8tlIllilH v eitillllici »e bo 6al», o 8V. Nilielu t. I. v najew. K6or ^o ieli v najew v«eti, naj posh« «vo^'n ponucibo 2 «lokal« 8z»080l)n08tl m piemoien^H LH IcHveijo 6o 16. ^'uHa t. I. oäbora öitklnioe!. V 1^ jubI ^ 2 ni 5. i'ul>> 1868. 40—1. Ein Praktikant wird aufgenommen in der General-Agentschaft der Pester Nersicherungs - Gesellschaft. Auskunft im Bureau, Wienerstraße Nr. 273 (Medial'­sches Haus). 37-3. ZW " Jene unserer?. I . Priinumeranten, welche das Abonnement für den II . Semester nicht zu erneuern gesonnen sind, wollen uns die heutige Nummer retour­uiren. Tic Administration des „Llislav". Gedruckt bei Josef Blasnit in Laibach.