.^« »«4. Donnerstag am R8. Mai »834 Die Laibacl'er Zeituuq" erscheint mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und kostet sammt den Beilagen i», Comptoir qanzjäkrig t l N.. halbjährig 5 ft. 30 fr.. ,mt ssreuiband im Comptoir c/anzjähriq 12 fl., halbjährig « ft. Fur die Zickcllunq in'S Haus sind halbjäl, rig 30 kr. mehr zu entrichte». Mit der Pos! portofrei «an'iäliria unter lireuil'and und qednlcktcr Adresse 15 fl., halbjährig 7 ft, «' maliae ^inschaltilnq'^ lr für iw.imaliqe 4'kr.. für dreimalig .'. fr. C. M. Inserate bis 12 Zeile» saften l si. sür 3 Mal. 50 kr. flir 2 Mal und W kr. für 1 Mal cmznschallen. Zu diesen (Gebühren ist nach dem „provisorischen besetze uom li. November 1<"5(1 für Inseralil'Nöstäinpel" noch w kr. für eine jedesmalige Einschaltung I>inzu ;u rechnen. Änülicher Theil. ^Vc. k. k. apostolische Majestät habcn nachstehen-des Handschreiben an Allerhöchstihren Minister des Innern zn erlassen gernht: lieber Freiherr v. Bach. Die bedrohliche Gestaltung der politischen Verhältnisse im Allgemeinen, die starken Trnppenkörper, welche in Folge der orientalischen Wirren an den Gränzen Meines Reiches in Bcwegnng gesetzt werden, nnd insbesondere der Umstand, daß an den östlichen nnd nordlichen Gränzen desselben bcdcntendc Truppcnanfstellungcn stattfinden, machen Vorsichtsmastregeln nothwendig, welche gccig. net sind, nm die Monarchie gegenüber allen Evcntua-litäten gehörig zn sichern^ nnd zngleich die Mittel bieten, um die dnrch diesen bcbanerlichen Konflikt schwer bedrohten Interessen Meines Reiches nnd die ihm gebührende enropäische Machtstellung in, vollen Umfange wirksam zn wabren. In Erwägung dessen habe Ich die Verstärkung der miliiärischen Kräfte in den südöstlichen und nordöstlichen Ländern des Reiches verfügt, nnd zn dem Ende für nothwendig befunden, eine nenc Rekruten-Aushebung von !>>» Tausend Mann zn verordnen. Indem Ich Sie beauftrage, dieserwegen im Einvernehmen mit Meinem Armee-Oberkommando ungesäumt das Erforderliche zn veranlassen, ist es Mir ein Bedürfniß, auszusprechen, wie Ich die Ueberzeugung hege. dast Meine treuen Unterthanen bei der Anssüh-rnng dieser Maßregel so wie in Allem, was von Mir zur Sicherung Meines Reiches nnd zur nachhaltigen Nahrung seiner Ehre und seiner Interessen angeordnet werden wird, die zn allen Zeiten bewährte anf-opfcrnbc Bereitwilligkeit und treue vaterländische Ge> sinnung ncncrlich bethätigen werden. Wien, 16. Mai 18K4. Franz Joseph »>. p Jahresversammlung der k. k Laud-Wirchschaft-Gescllschaft in Kram. (Fortsetzung und Schlich.) Ueber den Antrag der Filiale N a d m a n n s d o r f, wegen zweckmäßiger Konstriktion der Dnnggrnben/ äilßerte man sich ebenfalls dahin, dast die Gesellschaft hierbei nnr belehrend einwirken kann, nnd der Antrag des Dr. Bleiweis, „1000 Ercmplare der! slouenischen Uebcrsetzung von Wi miner's rühmlich bekannter, knrzer n>id populärer Schrift, „„des Baners Goldgrnbc ist die Miststättc"«, unentgeltlich ün Lande^ zu vertheilen", wnrde zuni Beschlnssc erhoben. Auch der k. k. Hofrath Herr Graf von Hohen wart weiset nach, daß in diesem Pnnktc, wie fast überall, das Beispiel am mächtigsten wirken werde, west-halb cs zn wünschen sei, daß intelligente Landwirthe ihre Hänser sammt Nebenbestandtheilen ganz als Ätnsteranlagen für Haus und Hof anlegen würben^, wornach die minder Bemittelten, dnrch das Beispiel! belehrt, sicherlich diesem folgen möchten. Nach diesen sehr praktischen Andeutungen des Hru. Hofrathes ergreift Dr. Blciweis das Wort, und spricht in eindringlichen Worten über die maßlose Verschwendung bcs Düngers in Laibach. Nach einer ausführlichen^ Darlegung über diesen Zustand in Laibach, mld der! bessern Wirthschaft mit dem Dünger in Holland, Belgien, Frankreich, und in nencstcr Zeit auch in Graz, weiset der Herr Sprecher nach, daß mittelst dcr in den Laibachfinß geleiteten Kanäle jährlich we» nigstcus 12.000 ft. KM. verloren gehen. Dieser für die Landwirtbschaft wichtige Gegenstand wnrde bereits im Jahre 1823 vcrbandelt, und Prof. Dr. v. Vest berechnete, daß hiednrch circa IM.UlA Zentner des wirksamsten Düngers dcr Bodenkultur entzogen wer« den, von welchem 26liä Joch des Laibachcr Moor« grnndes gedüngt werden könnten. Dr. Blei we is trägt welters auf Errichnmg beweglicher Unrathhältcr an, wclcbe. nach den Erfahrungen in Graz, überall ohne große kosten einzuführen möglich sind; bei Ballten nencr Hänser aber sollten überall entweder Senkgruben oder ebenfalls bewegliche Unrathhalter errichtet werden. Bei allen öffentlichen Gebäuden wären die betreffenden Behörden zn ersnchen, in landwirtlischaftlichem lind sanitätlichcm Interesse den obau^gcsprochcnen Autrag zu unterstützen. Der Antrag des .verrn Sprechers lautete schließlich dahin, dem Stadtmagistrate die Bitte vorzulegen, die dieß' fälligen Schritte zur Einführung einer bessern Dün-gcrwirthschaft vorzunehmen; — dieser Antrag wurde angenommen. Vom Herrn Dr. Orel wnrde „ein Wort über die Seidenzucht in Krain" verlesen, woraus bcr-vorgeht, daß die bisherigen Resultate es erwiesen haben, dast die möglichste Ansdehnnng dieses Kulturzweiges in Krain unserem Lande kamn berechenbare Vortheile in Aussicht stellt. Nachdem über die Wartung des Maulbeerbanmcs, über Pflege der Ran-pnt, über das Fntter u. s. w. die aufklärenden Belehrungen gegeben wurden, freute cs nns sehr zu boren, dast das Scidenprodukt ans Krain in Wien zn den vorzüglichsten gezählt worden ist, und anch in der Qnantität fommcn die Kokons den schönsten in Italien gleich, nämlich 10 ss. guter Kokons geben l A. Seide. Dieser Kulturzweig hat bereits in allen Theilen Krams Wurzel gefaßt nnd günstige Resultate geliefert. Von der vorjährigen Kokonsfechsnng sind der Frau Aloisia Orel über U00 A. zum Abhaspeln zngekommen, und fast eben so viel nach Görz abgesetzt worden. Hr. Dr. Orel erbietet sich znr Abnahme der Kokonsfechsung im lebenden Zn-standc das Pfund zn ^,—46 kr., und in vollkommen gctödtetcn zn l>0 kr. — 1 fi. ^ Hr. F. Terpinz hielt einen Vortrag über Hebung dcr R ind Viehzucht, in welchem er' hinwies, daß die Filial.cn auf Haltung gnter Zncht-^ stiere einwirken sollten, und legte dar, dab die L. W. G. bereit ist, jedes Jahr 3—4 Stiere anzukau-scn, dieselben bis znm Alter von 2 Jahren sorgsam zu pflegen, und solche dann au die Filialm gegen Ersatz der Kosten abzutreten. Gegenwärtig ist eben cin ausgezeichneter Mürzthaler vom Hrn. Anton Baron Zois dcr Gesellschaft überlassen worden, nnd Hr. V. Graf uon Thurn spricht sich sehr lobend über den ihm von dcr Gesellschaft zngemitteltcn aus. Hr. Matitsch behandelte ausführlich das zeitgemäße Thema! ,,Mchr Hülsen fruchte solle man aubaueu." Von dein Grundsahe allsgehend, dast man über den: Anbaue der Kartoffeln die Hülsensrüchte viel zn sehr vernachlässiget hat. beweiset e.r mit Sach-kcuntniß, daß letztere die besten Stellvertreter für Kartoffeln sind, da man nichts Nahrhafteres, dcr Natur des thierischen Körpers Anacmcsscucres, und zugleich nichts Ergiebigeres hallen könne, als Hülsen» fruchte. Wir wünschen nnr, daß diese, ftwie manche andere Bestrebung der L. W. G., anf recht fruchtbqren Boden fallen, und bei den Landwirchcn polle Behex» zigung finden würde. Hr. Dr. Blciweiö bespricht die Nichtigfeil der Arr ond irung der Grundstücke, was sich insbe« sondere für Krain als Nothwendigkeit herausstellt; denn arrondirte Grundstücke sind der uatürlichstc nnd kräftigste Damm gegen maßlose Bodenzerstückelungen, wie sie, außer dem Küstenlande, in keinem Kronlande derart bestehen, wie in Krain. Der Eigenthümer einer arrondirtcn Wirthschaft entschließt sich nicht leicht ein Stück Boden zn verä'ußeru, während bei Wirth« schaflcli mit zerstreuten Grundstücken oft das Gegentheil eintritt, wodnrch znlctzt ans einem ansehnlichen Wirthschaftskomplere nur eiiu- erbärmliche Kaische übrig bleibt. Es iü nur Aufgabe der L. W. O. mid ibrer Mitglieder, dem entgegen zu steilern, und dnrch Belehrung dein anznbosfenden Geft^e über die Arrondirung dcr Grundstücke den Weg zu bahucu. Der Gcsellschafwt'assier Herr M, Prcgl trug den Rechnungsabschluß l"l> 18.'i:j und den Kosten» Voranschlag für 18!i4 vor. wobci er hervorhob, bast das Zentrale anf die richtige Einzablnng der statute», mäßigen Beiträge der Gesellschaftsmitglicder rechnet. Die Obstbanmzüchter - Medaille wurde zuerkannt an: Thomas Bozic in Neudorf, Anton Vo.uk in Breg (Filiale Radmannsoorf), Hrn. Schitllebrer Ha-lckin Obrrlaibach lind Philipp Z a duek ebendaselbst. In den Ccntral.Ausschuß wurden dic zum Austritte bestimmten Herren M. Ambros, Andreas Malitsch nnd Ferdinand Schnlidt dlirch Stimmenmehrheit wiedergewählt. Ebenso fand die Auf-nabmc von 40 in Vorschlag gebrachten Herren als wirkliche Mitglieder Statt. Writers wnrden über Vorschlag dcs Präsidenten Sc. Orzellcuz der k. k. Miuister des Innern, Freiherr v< Bach, znm Ehrcn-ilutgliedc dlirch Akklaination erwählt. In dcm darallf folgeudeu Schlllstworte nnirde de»n !'. 'i'. Hofrathe Herrn Grafen von Hohcnwart dcr Dank ausgesprochen, uud aill Schlüsse erschallten begeisterte Lebehoch alis das allgeliebtc Herrscherpaar! Wir schließen dioscu Bericht mit der Bemerkung, daß die anfgestellten Maschinen nnd Wirthschaftsgerä-thc des eifrig nach Hebung dcr Landwirthschaft stre> bendcn Präsidenten, Hru. Fidclis Terpinz, und oin sehr z>vccklnäßigcr (verbesserter) Zugmayer'scher Pftllg, verfertiget vom Hrn. Skale, in der gesellschaftlichen Schmiede am Polana - Hofe, das Interesse der Auwe-scndcn in bcsondcrcnl Grade erregten; ebenso die Torfkohle dcs Laibacher Morastes, die Erze ans dcr K n a p o v s e'schen Grtibe, nnd die obcnbesprochenc Seide dcr Land»virthschaftqcsellschaft. Kriegsschanpllitz an der Donau und dcr griechische Aufstaud. Wien. I.'l. Mai. Die hcntigc Post brachte die folgclldcn Eilizclnhcitcn vom Kriegsschallplatze an der Donan: Der Räumung der kleinen Walachei durch die Rnssen war ein lebhafter Depeschenwechsel zwischen Oesterreich und Rußland vorangegangen. in welchem cs sich, wic verlautet, nm einen von Rußland beal). stchtigten Marsch durch Serbien handelte, nm Kalafat im Rücken anzugreifen, nachdem dcr Plan eiucr Er« 5Q2 stürmung der Schanzen als mit zu großen Opfern verbunden, noch vor Ankunft dcö Fürsten Paskicwitsch aufgegeben war. Oesterreich soll erklärt haben, es konnte den Ein- respektive Durchmarsch der Nüssen in Serbien nicht glcichgiltig ansehen, wornach derselbe auch unterblieb: die dadurch bedingte Abänderung des Opcrationsplancs aber die Räumung der kleinen Walachei zur Folge hatte. Am 3.. 4. und .'>. d. wnrden täglich französichc Besatzungstruppen in Varna ans« gcschifft und sind Vorbereitungen für ein großes Lager getroffen. Die Sulinamündung wird von zwci türkischen, einem englischen und einem französischen Dampfer blokirt. Die Russen arbeiten rastlos an Befestigung dieser Müudung. wo abermals eine neue Batterie angelegt wurde. Der Gcneraladjutant und bevollmächtigte Kommissär, Paron v. Vudberg, ist von Hcrmannstadt mit seiner Gattin nach Bukarest zurückgekehrt. Letztere wird sich in Kürze nach Iassy begeben. Der kaiserlich russische General Vanmgar-ten wurde zum Kommandanten der Position Turuul ernannt, und erhielt ausgedehnte Vollmachten, die Vertheidigung dieses von den türkischen Strcifkorps häufig beunruhigten Platzes betreffend. In der Moldau bauen die Russen bei Lipkaui und Sluliaui über den Pruth 2 stabile Vrückeu. Fcldmarschall Fürst Paskiewitsch hat am 24. April einen Tagsbefehl an die Truppen erlassen, in welchem er sich über die bisherigen Leistungen sehr anerkennend ansspricht und die Soldaten zu neuen Waffenthatm aufmuntert. Die unter dem Kommando des k. russischen Generals v. Uschakoff stehende siebente Division (lli.000 Mann, 4« Kanonen) dann die 14. Division unter Kommando des General Müller, sind am Trajauswallc vollständig eingerückt. Das in der Dobrudscha stc< hcudc Lüders'sche Korps hat ciuc eigene, sehr gut ausgerüstete Belagerungsgeschütz- uud Pontonswagenabtheilung erhalten, die einen abgesonderten Theil des Korps bilden, muthmaplich für die Operationen am Tobontcrcftusse bestimmt, da an der Donau die Vrückeu- und Velagcrungsabcheilungcn des General von Chruless thätig sind. Der k. russische Gesandtschafts-rath, Hr. v. Foutou, sollte Aufangs Mai von Bukarest abreisen. I Nach Berichten aus V u karc st vom 6. hat am 4. d. bei Giurgewo ein größeres Gefecht zwischen einem türkischen Rckognoszirungskorps uud den dort postirten Truppen der 10. Division dcö Dauncnbcrg'-schen Korps stattgefunden. Die Türken passirtcn, bei 1300 Mann stark, mittelst Barken die Donau uuter-halb Giurgcwo, zogen in drei Abtheilungen an der Donall stromanfwärts, und griffen endlich die russischen Schanzen bei Giurgewo an. Nach mehrstündigem sehr blutigen Kampfe, durch welchen die Russen und ihre Schanzen stark gelitten, gingen die Türken wieder über die Donau uach Rustschuk zurück. Am 6. soll das Gefecht von Seite der Türken wieder erneuert worden sein, wenigstens vernähn: man all diesem Tage eine sehr starke Kanonade in der Richtung von Rustschuk. Die Abreise des Fcldmarschalls Fürsten Paslicwitsch zn dem Belagernngskorps bei Sili-stria ist für den li. Mai definitiv festgesetzt. Am K. Mai geht ein Theil des Gcncralstabcs dahin ab. General von Schilder befindet sich seit Mitte April dort. > Direkte Berichte aus Krajowa mcldeu, daß am 7. d. die letzten russischen Abtheilungen die kleine Walachei verlassen haben. Ein großer Theil der wohlhabenderen Einwohner Krajowa's, der in der ersten Angst flüchtete, ist wieder znrückgekehrt. Kriegsschauplatz in der Ostsee. Der „Moniteur" vom 11. Mai bringt folgende Notiz aus Kopenhagen: «Herr Bluhmc hat unsern Gesandten verständigt, daß dem Gouverneur der dänischen Antillen Befehle übersendet wurden, mit dem ausdrücklichen Verbote jeder Ausrüstnng von Korsarenschiffcn, und daß „Nordcnskjolds," ein Kriegsschiff mit 46 Kanonen, uach St. Thomas mit den darauf bezüglichen Instruktionen abgesegelt ist." j Die „Hamb. Nachr." bringen folgende tclegr. Depesche aus Kopenhagen vom 12. Mai, 11'/. Uhr Vormittags: «Die franz. Flotte lag, den letzten Nachrichten zu Folge, noch am 10. d. bei den Hirtsholmen uor Anker." I Berichte ans Stockholm melden, daß, nachdem die englische Flotte in Bcgleitnng des jüngst angelangten französischen Linienschiffs „Anstcrlitz" am 4. d. M. ihren Ankerplatz in den Skargarden verlassen hatte, um in nordöstlicher Richtnng weiter zn segeln, ein sehr heftiges Sturmwettcr in diesen Gewässern wütbete; doch, hat man dort von keinem erheblichen Unfälle Kenntniß erhalten. Die schwedische Regierung hat zwci Bataillons aus Gothland zurückgezogen, vermuthlich, weil sie irgeud einen Angriff auf diese Insel für nnwahrscheinlich hält. Die noch auf Gothland verbleibende Garnison wird übrigens auf 0—7000 Mann geschätzt. > Nach dem „Wand. im N." vom 11. d. soll die französ. Kriegsfiottc 2 russische Kriegsschiffe als Prise mitführen (?) Das englische Kriegsdampfschiff „Alban" ging in Gothenburg, 7. d., vor Anker, um auf die französische Flotte zu warten, und ihr sodann als Führer dnrch den großen Belt zn dienen. Korrespondenz. Trieft, 16. Mai. ^V. Zwei Dampfer auf ein Mal bringen uns heute Nachrichten aus Griechenland und der Türkei, Wichtig sind die erstcrn, ol'schon meistens ans bloßen Gerüchten beruhend, sehr interessant die lcpteru. Die Briefe aus Atheu sino vom 12, aus Konstantinopcl vom 8. Mai. Der französische Dampfer hatte die Instruktionen an die Gesandten der 4 Großmächte nach Athen gebracht. Mit dem Lloyddampfcr war der königlich bairischc Kämmerer Graf Nithammcr als Kurirr in Athen angelangt, begab sich gleich zum bairischen Gesandten, und dieser zum König, welchem er ein Handschreiben seines hohen Bruders, des Könige, von Baiern, überreichte. Man spricht, dcr bairischc Hof versichere die griechische Regierung, Oesterreich und Prenßen seien bereit, zu Gunsten des Friedens zu iutervcuircn nnd die Differenzen zwischen Griechenland und der Türkei zu schlichtcu, wenn die hellenische Regierung sich herbeilasse, das letzte Wiener Protokoll zn unterschreiben, welches die Integrität dcr Türkei bctrtM Andere sagen, die Gesandten von England und Frankreich hätten eine Note ein> gereicht/ mit dem Verlangen, Griechenland müsse in einer Frist von 6 Tagen das Ultimatum dcr hohen Pforte annehmen, nnd drohen im entgegengesetzten Falle ihre Pässe zu verlangen und jeden diplomat!' schcn nnd kommerziellen Verkehr mit Griechenland abl'rcchcn zu wollen. Alles dieß sind jedoch Gerüchte, indem die Regierung eine gänzliche Stille in dieser Beziehung beobachtet, wahrscheinlich ans Furcht, daß diese Nachrichten einen zn tiefen Eindruck auf die Nation machen könnten. In wenigen Tagen werden sich die Sachen aufklären müssen. Man vermuthet, daß die griechische Regierung auf alle diese Vorschläge eine verneinende Antwort geben werde, nnd die Zukunft jenes Landes ist dann wirklich mit einem dichten Schleier verhüllt. Die Revolte ist noch nicht überall bekämpft, obschon die Türken ganz Epirns unterjochten und die Einwohner der erhobenen Dorfschaften amncstirtcn. Bei Volo stehen aber noch Tausende von Rebellen, die sich bereiten, Vclestino anzugreifen. Bei Calivi, 2 Stunden von Tricala, wnrden A Schlachten zwischen !>000 Arabern und 7000 Insurgenten geschlagen. Man spricht, daß dort 700 Araber todt blieben, aber weder der eine noch dcr andere Theil habe dabei etwas gewonnen. Papacosta blokirtc die von den Türken besetzte Stadt Domoko. Hadjl Pet> cos nnd Stratos halten noch immer die Gebirge von Agrapha. Die meisten Einwohner vom Epirus ftüch> ten sich nach Griechenland, viele starben vor Hnngcr. In der türkischen Diplomatie sind viele Veränderungen vorgekommen. Der jetzige Gesandte in Paris, Vclly Pascha, wnrdc zum Gouvcrncnr von Candia ernannt, nnd Namik Pascha, welchem die Kontrahi' rung der Anleihe anvertraut worden war, ist zum Gesandten in Paris bestimmt. Dcr Gouverneur von Candia, Viechmet Pascha, ist wieder auf seinen frühern Posten ins Ministerium berufen worden, nämlich zum Minister dcr Polizei. Dcr Iustizministcr Hazlum Bei wurde Handclsministcr. Man spricht von andern bc> vorstehenden Veränderungen im Ministerium, besonders in dcr Marine. Wahrscheinlich erhält Kaiscrli Pascha das Ministerium dcr Marine. Eine Feuers» brunst zerstörte unlängst in Konstantinopcl 800 Läden und bei 40 Häuser. Die türkische Flotte (21 Schiffe im Ganzen) ist am 7. nach den: schwarzen Meere mit Trnppen und Mnnition abgcscgclt. Sic ist bcstimmt, .'!0.000 Ge« wchrc für die Tschcrkcsscn unter Schainyl nach Anapa zu führen, dann zu den alliirtcn Flotten, welche vor Scbastopol kreuzen, zu stoßen, die kleinern russischen Häfen im schwarzen Mccre zu zerstören, nach Batnm zn segeln, dort Truppen aufzunehmen, nnd endlich den Angriff auf Sevastopol gemeinschaftlich zu vcrsu» chcn. (?) Dcr Gcncral Saint-Arnand war am 6. in Smyrna angelangt und hatte gleich scine Reise.nach Galipoli fortgesetzt. Oesterreich. Wien, 1«. Mai. Die kais. «Wiener Ztg." bringt nachstehrndcn Artikel: Die orientalischen Verwicklungen haben unans« gcsctzt die Aufmerksamkeit der kaiserlichen Regierung in Anspruch genommen, nnd es hat dieselbe die bern» higcnde Ueberzeugung, keincn in ihrcr Stellung gclc» genen Schritt nntcrlasscn zu haben, um einc Aus« glcichnng dcrsclbcn hcrbcizuführcn, wclchc cbcn sowohl mit dcm durch dic Verträge garantirtcn Territorial» bestände von Europa, als mit den Ncchtcn und In« tcrcsscn dcr in dicscr Frage bethciligtcu Mächte im Einklänge stünde. Leider ist es ihren vielfachen, zur Erhaltnng des allgemeinen Friedens gemachten Bemühungen nicht gelungen, dcn AnSbruch dcs> Kricgcs zwischen Rnst-land und der hohen Pforte hiutanzuhaltcn. Dicser bedauerliche Kampf ist uugeachtet der ciu> gttrctencn Vermittlung in Hcftigkcit entbrannt, der« selbe hat durch die Betheiligung der Westmächte an Gefahr uud Ausdehnung zugenommen, uud macht sich in feinen nachtheiligm Rückwirkungen mif die allgemeinen Vcrhältnissc von Europa, wic insbcson» dcre auf die wichtigsten Interessen des Kaiscrstaatcs, im hohen Grade fühlbar. In so lauge dicscr bcdrohlichc Konflikt sich auf dic Operationen an der Donau zu beschränken schicn, hiclten Sc. Majestät dcr Kaiser i,n Bewußtsein, Jh. rcr wiederholt bethätigten Fricdcnslicbc, es nicht für nöthig, ans diesem Anlasse größcrc militärische Maß. regeln zu treffen. Es wurdc nur dic Anfstcllung cincs Armeekorps an der untern Donau, als dcm dcm, Kriegsschauplätze zunächst gclcgcncn Punkte, verfügt, mn etwaigen Even« tualitäten, die dort sich für die Gränze des Reiches bedrohlich gestalten könnten, zu bcgegnen. 'Neuerlich erscheint jedoch die Vorsorge dcr lai» serlichcn Regierung für die Sicherheit und die Würde dcs Kaiscrstaatcs in höherem Maße in Anspruch gc> nomincn. Bedeutende Truppcuaufstcllungen au dcu östlichen und nördlichen Gränzen des Reiches machen nun auch iu diesen Theilen dcr Monarchie Maßregeln nothwendig, wclchc gocignct sind, sic in cine solche Verfassung zu fetzen, mn dcr biöhcr eingehaltenen Stellung Oesterreichs das crfordcrlichc Gcwicht zu bcwahrcn, sciucn wcitcrcn Friedensbemühungen den gehörigen Nachdrnck zn gcbcn, nnd andcrerseits gegen» über allen, nicht zn berechnenden Ereignissen sich die volle Gewähr für scinc cigcnc Sicherheit uud Selbst, stäudigkcit, so wic für ciuc seiner enropäischcn Machtstellung nnd seinen Interessen entsprechende Lö'< sung der obschwcbcudcn Wirrcn zu sichern. In dicscr Absicht habcn Se. Majestät der Kaiser die Aufstcllnng von Trnppcnkorps in den südöstlichen nnd nordöstlichen Ländern des Reiches verfügt, nnd um dicsc Maßrcgcl iu der durch dic Lage der Dinge gebotenen Ausdehnung durchzuführen, gleich' zeitig die auf das kommende Frühjahr fallende Nc» krnteu-Ausbcbung von 9^.000 Maun für das ganze Hicich für jetzt anznordnen bcfundcn. Durch diese Maßregel erleiden die friedlichen Bezichnngcu Oestcrrcichs zu allen Mächten keine Stö' rnng; sie werden die kaiserliche Regierung nicht ab» halten, anch jetzt noch ihre Wcltstcllung zu benutzen, um einer friedlichen Ausgleichung. wclchc dcu Inter, essen Enropa's entspricht und gleichzeitig dcr Ehre und Würde dcr bcthciligtcn Mächte Rechnung trägt, 5N3 eindringlich das Wort zu sprechen, und wir hegen die zuversichtliche Erwartung, daß der Ernst dieses kaiserlichen Entschlusses nicht verfehlen werde, die zu diesen Zwcekeu gemachten weiteren friedlichen Schritte auf das wirksamste zu unterstützen. Nie aber auch dic dic Zukunft sich gestalten mag, deß sind wir gewiß, daß unter allen Umständen dic Erwartungen, welche unser allcrgnädig-stcr Herr bei diesen: Anlasse an Seine getreuen Unterthanen ansznsprcchen geruhte, iu vollem Umfange in Erfüllung gehen, nnd daß, wenn ernstere Ereignisse eintreten sollten, alle Völker Oesterreichs in nie nbcrtroffenem Wetteifer um ihren geliebten Herrn sich schaarcu, und neue glänzende Proben jener Vaterlandsliebe und Thatkraft liefern werden, welche das Reich mächtig und seine Geschichte glorreich gemacht haben. ' Wien, U!. Mai. Sc. k. k. apost. Majestät haben zur Linderung des Nothstandes im Seröser, Zcmpliner-, Unghcr- und Vcregher Komitatc ein Gnadengeschenk von 10.000 Gnldcn allcrhnldreichst bewilligt. — Abermals ist sechs zu Fcstnngsarbciten in Arad vcrnrthcilten Individuen ans den lombardisch« ucnctianischcn Provinzen dnrch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers der Nest der Strafzeit erlassen worden. — Dic Vesorguissc wegen der hcurigcu Seidenraupenzucht in der Lombardei scheinen übertrieben gc» wcscn zu sein. Das Laub entwickelt sich überall, nnd den Würmern wird es an gesunder Nahrung nicht fehlen. — In Frankreich erwartet man heuer eine reiche KokonsanSbente. — Die von der griechischen Regierung angekauften, in St. Crocc nächst Nagnsa ankernden Schiffe sollen, wie wir vernehmen, jetzt von einer franz. Fregatte überwacht werden. Trieft, N». Mai. Die „Triester Ztg." bringt untcr andern folgende neueste Nachrichten aus der Levante mittelst des Lloyddampsers „Australia": In einem griechischen Bulletin heißt es: Der Aufstand in Epirns und Thessalien ist noch keineswegs erloschen. Andererseits fahren die Vertreter der West-mächtc fort, nicht nur gegen denselben, sondern anch gegen die griechische Negierung die strengsten Maßregeln zn ergreifen. Das Bulletin entlehnt zngleich zur Bestätigung seiner Ansicht einem umständlichen Berichte über eine Schlacht bei Magnlitza in Thessalien am 24. v. M. folgende Thatsachen: Dic Insurgenten, welche dieses nicht weit von Pbanari Ucgendc Dorf besetzt hielten, wnrden von einem Korps Infanterie (zwei Bataillone Egvptier und <>00 Albanern) nnd einem Km-ps von 400 Reitern mit 4 Kanonen unter Zenel Pascha angegriffen. Die Hellenen, welche sich schr gnt verschanzt hatten, leisteten den kräftigsten Widerstand und warfen endlich, indem sie einen Ausfall aus ihren Verschanznngen machten, nach einem dreistündigen bartnäckigen Kampfe die Türken zurück und verfolgten sie bis Magula, eine Stunde weit von Magnlitza. Die Türken ließen anf dem Schlachtfeldc 1lU;'Todte, darnnter i! Offiziere. Die Griechen eroberten 1l>0 Flinten, 6 Säbel, 2 Pferde nnd hatten einen nnr geringen Verlnst an Todten nnd Verwundeten. — In Epirns wollten die Türken die Nänmuug Pcta's benutzen, nm die von den Insurgenten nnter General N. Zervas besetzte Position von Pente-Pigadia abzuschneiden. Den Be» richten aus Earvansara vom l>. Mai ist jedoch zn entnehmen, daß Abdi Pascha, welcher von Ianina aus diesen festen Posten zweimal angriff, eben so oft zurückgeworfen, nnd der albanesischc General Tzelio Pitzari au der Spitze von 1600 Mann anf dem Marsche von Arta nach Ianina bei Eomizadcs von den Aufständischen geschlagen wnrde, wobei nebst dein Anführer 200 Türken todt anf dem Platze blieben. -— Diese Thatsachen werden vielseitig bestätigt, und Eiuigc berichten sogar, daß Tzelio Pitzari am 2. in j Arta beerdigt worden sei. Karaiskaki, dessen Tod fälschlich gemeldet wurde, stand am 4. an der Spitze eines beträchtlichen Streiterkorps bei Zumerka, bereit, die Offensive zn ergreifen. Prinz Napoleon wnrdc, wie sich von selbst versteht, mit großer Auszeichnung in Konstantinopel empfangen. Die französische Kolonie begab sich auf dem! Auviso - Dampfer „Ajaccio" nach seinem Palais und eine Deputation des Handelsstandes überreichte eine Adresse. Bei dein diplomatischen Diner, welches ihm lu Ehren gegeben wurde, brachte der Prinz folgenden ^ast ans: V l'illu^li-c ttiillün! iXcm« «um»»^ v^ml^ ^, Ul!8tzi!>lil'«, i»l'M' l<> u!lu nv^o kimx'i'il»'! >l «m>rxic'. worauf Neschid Pascha den Kaiser Napoleon voch leben ließ. General Varagnay d' Hillicrs richte dann folgenden Trinksprnch an den Prinzen:. „Anf daS Wohl Sr. kais. Hoheit den Prinzen Na> poleon, welcher, sich dem Gedanken des Kaisers beigesellend, die Waffen ergriffen, nm nnsere gegenwärtigen Wirthe zu schützen, den ungerechten Angriff eines hochmüthigen Nachbars znrückzuweisen, und dem Snltan einen nenen Beweis von der engen und alten Freundschaft, die Frankreich mit der Türkei vereint, zu geben." Der Snltan hat dem Prinzen den Vrigadcgcnc-ral Teftk Pascha beigegeben, nnd läßt täglich die Tafel Sr. Hoheit mit ausgesuchteu Speisen versehen.— General Prim (Graf von Renß) ist von einer spani< sehen, ans nenn höheren Offizieren bestehenden Militärkommission und von zwölf Gcnsd'armen als Eh-^ rencskorte begleitet. Der cngl. Admiral Borer hat sich an Bord des „Terrible" nach dem schwarzen Meere eingeschifft, wohin anch die französische Fregatte „Pandorc" unter Admiral Hamelin mit Munition und Mundvorrath für das französische Geschwader beordert ist. Ueber« hanpt werden fortwährend Kriegsvorräthe an die vcr< einigten Flotten gesendet, sowie anch in Gallipoli stets neue Truppen und Pferde anlangen. Die cngl. ^Ar> tillcric beginnt allmälig in Eonstanünopel einzutreffen. Trieft, <6. Mai. Gestern fand im hüsigen Hafen eine Schlägerei zwischen den Mannschaften eines griechischen nnd eines türkischen Bootes Statt, welche behördliches Einschreiten nöthig machte. Die Schuldigen, griechische Matrosen, wurocn verhaftet. Italien. In Nom (6.) erregt, nach dem „Parlamcnto", die Finanzlage Besorgnisse. Die Zahlungen ans der Staatskasse bleiben im Rückstände, das Papiergeld verliert dem Seudo gegenüber 7'/,^ pEt., und das Pfandlcihamt weigert sich nnn, Schatzscheinc anznnch-men, — Der Eisenbahnban scheint ebenfalls nicht recht vorwärts gehen zn wollen. Die Vaunntcrneh-mer Mastcrman Pork haben einige Bauten auf der strecke von Rom nach Fraseati, wie es scheint, wegen Mangel an hinreichenden Fonds, einstellen lassen. - - Die französische Negicrnng hat viel Mnndvorratl) für die Armee ankaufeu lassen, der in Civitavecchia eingeschifft werden soll. ^ Das Gerücht von einer nächstens zn ertbeilenden Amnestie erbält sich. Tchweiz. Vcrn, 9. Mai. Alis einer Erklärung des Staatsraths Pioda im großen Rath von Tcssin geht hervor, daß die Unterhandlungen, betreffend den österreichischen Konflikt, wieder aufgenommen worden sind. In der letzten Sitzung des großen Raches von Tessin bemerkte der Staatsrath Dcmarchi, daß eine baldige Beilegung des Konflikts mit Oesterreich in Aussicht stehe. Ionische Inseln. Se. königliche Hoheit der Herzog v. Cambridge traf am li. d. in Corfn ein, nnd setzte am folgenden Morgen an Bord des Dampfers „Caradoe" die Reise nach Konstantinopcl fort. Der Herzog drückte bei dein Gastmahle, das der Lordoberkommissär ihm gab, dem österreichischen Gencralkonsnl seine volle Zufriedenheit über die zuvorkommende Bchandlnng von Seite der Dampfschifffahrt des österreichischen Lloyd, sowie über die Aufmerksamkeit aus, mit welker der Kapitän, die Offiziere nnd der Lloydbeamtc, Hr. Major G. Thornton, seinen Wünschen begegneten. Griechenland. Ein Schreiben aus Athen vom 12. will wis. sen, daß die griechische Regicrnng aufgefordert wor> den sei, dem Wiener Protokoll bcizntrcten. Es ist endlich mit Bestimmtheit die Nachricht in Athen angekommen, daß die 8000 Gewehre, welche die griechische Negierung bereits im Monate Jänner in Belgien kanfen ließ, und die anf einem griechischen Schiffe verladen schon glücklich in der Nähe von Malta angekommen waren, von den Englandern dort wegenonnnen, und aller Proteste des dortigen griechischen Konsuls nugcachtet, mit Beschlag belegt worden sind. Vor einigen Tagen verließ der als Kourier aus Petersburg hier angekommene k. griechische Gesandt-schaftsselrctär, Hcrr E. SontzoS, wieder Athen nnd war auf seiner Rückreise nach Petersburg auf dem östcrr. Lloyddampfcr in Korfu angekommen, wo sogleich ein Polizcimann erschien, der ihm den Besnch der Stadt Korfu verweigerte. Er mußte bewacht auf dem Schiff bleiben. — Mit dem vorgestrigen Dampfboot kam in der Person des Herrn von Niethammer, eines Beamten im Ministerinn, des Aenßcren in München, ein Eilbootc an, der suh ohne Aufenthalt vom Schiffe ins königliche Schloß begab. — Man erzählt sich von mehreren Seiten, daß der französische nnd englische Gesandte auf's Neue der griechischen Regierung Noten übergeben haben, deren Inhalt glcichlau» tend wie früher, deren Färoung aber viel greller sein soU._____________ ' (Trieft. Ztg.) Türkei. Hier in Konstantin ope l sind noch immer leine französischen Truppen angekommen. Die Verpflegung der hier in Gallipoli befindlichen Trnppcn stößt aus große Schwierigkeiten. Ein hiesiges großes Handelshaus .ist zn Liefcrnngen von Bedarf für Pferde, wie man sagt, um einen großen Preis anf-gefordert worden. Das Hans soll aber das Anerbieten abgelehnt haben, da nach einer Umfrage in Nnmelien nicht mehr als 2000 Zentner Stroh anf-zutreiben waren. In diesem Umstände sindet man die beste Erklärung über die verzögerte Anlnnft der Ka« vallcric und Artilleriebespannnng ans Europa, worüber die englischen Blätter ihrer Negierung so heftige Vorwürfe machen. Ein gerechter Vorwnrf könnte nnr darin bestehen, daß man sich in Untcrnehmnngrn einließ, deren schwierige Durchführung man bei genauer Untersnchnng der Landesverhältnisse, wozn man wohl im eigenen Interesse verpflichtet war. hätte voransse-hcn können. Hat man schon jetzt mit solchen Schwic« rigkciten zu kämpfen, so muß eine Vcrmehruug der Expedition auf 100.000 Mann als cine Fanfaronade nno vollends deren Marsch ins Innere des Landes als ein Märchen erscheinen. Wer auf den Straßen in der Türkei jemals seine Knochen rütteln ließ, begreift kanm, wie sich anch nnr ein kleines Armeekorps, selbst nur bis Adria» nopcl, mit Artillerie, Muuition und Gepäck fortschlcp» . pen wird. Man wird es wohl doch durchsetzen, we» nigstcns für einige Tanscnd Mann. aber in welchem Znstanoe die Sachen dort ankommen werden, davon wird man gar merkwürdige Dinge erleben. Noch un« klarer ist es, wie man die Mannschaft dort verpflegen wird. In Gallipoli und Scutari kaun man doch auf dem Wasser Alles zuführen, aber wie das über Land möglich sein wird, alls diesen Straßen und auf den mit Ochsen bespannten Karren, das scheint jetzt die Oberoffiziere der Erpeditionstruppen sehr ernstlich zu beschäftigen. Die Verpflegung der türkischen Trnppen liefert dafür gar keinen Maßitab. Ein Engländer brancht mindestens fünf Mal mehr Speise, als ein Türke, nm gnten Humors zn sein, abgesehen von Dualität nnd Getränlen. Es ist aber bekannt, daß cnalische Truppen sebr demomlisirt werden, wenn sie Mangel leiden, so gute Soldaten sie sind bei vollem Magen. Eine cgyptisch-türkischc Eskadre ist vorgestern mit Truppen in das schwarze Meer gegangen. Man sagt nach Varna. Dahin soll anch ein Regiment Engländer von Scutari verschifft werden. Diese Trnppen sollen die Besatzung von Varna bilden, welches bis jetzt sehr schwach besetzt ist. Von den Flotten ist nichts zn hören. Von Gallipoli ist gestern die zweite französisch-afrikanische Division anf plötzliche Ordre nach Blajar marscbirt. Zngleich mit derselben sind drei Bataillone Engländer nach Blajar marschirt. Es werden daselbst Anstalten getroffen für einen baldigen Marsch französischer Trnppen nach Adrianopcl. (Die von einem andern Eorrespondentcn der «Triester Zcitnng" gebrachte Nachricht von einen« bereits stattgebabten Marsch französischer Truppen nach Adrianopel war unrichtig.) Ueber Tausend mit Ochsen bespannte Wagen sind auf Befehl des Pascha'S von Galipoli aus der Umgebung dnrch Kawassen reguirirt worden, um Gepäck und Mnnition der abmarschircnden Franzosen nach Adrianopel zn transportiren. Die Besitzer der Wägen werden übrigens mit 2.^ Piaster täglich bezahlt. Das schottische Regiment Niftc, 2000 Mann stark, hat sich gestern in Gallipoli anf Dampfern eingeschifft, nm nach Konstantinopel (Sentari) gebracht zu werden. Vorgestern sind dort wieder 1200 Eng' länder angekommen. An der befestigten Linie über die Landenge bis zum Meerbusen von Saros wird emsig gearbeitet. Der Grund zn den Manrrn ist be« reitS gelegt, nnd der Graben vollendet. Letzterer ist 8 Schuh tief und 16 Schuh breit. (Trieft. Ztg.) Telegraphische Depeschen der »Triester Ztg.« Turin, 16. Mai. An der sardinischen Gränze, bei Sarzana, wurdm einige Verhaftungen vorgenom« men. Eine Kiste mit Flinten ward in Beschlag gc» nommcn. — Die KonstitutionSfcstc werden frcndig in vollkommener Ordnung gefeiert. I'liillitu'iitojiittclic GescU*c»liast. IWhdein das am 27. v. M. abgehauene Fest-Konzcrl der philharmonischen Gesellschaft nur ihren Mitgliedern zugänglich war, so kömmt der Verein einem häufig laut gewordenen Wunsche enlgegen, und wird in o r g c n, Freitag A e n 19. 31 a i, eir» öffentliches Konzert veranstalten, in welchem einige der jüngst so beifällig aufgenommen." ? ('Jinn mehrere neue Tondichtungen zur Aufführung gelangen. Anfang des Konzertes um halb acht Uhr Abends. — Eintrittspreis 20 kr. Druck und'Verlag' von'I. v. Kleiumayr sc F. ivambcrg in An!)Msi zur ImImHerSeitmtH Vörsen bericht aus dem Abendblatte der 'öfteri-. kais. Wiener-Zeitung. Wien i6. Mai Mittags , Uhr. Die Vürse cröffncte in gedrückter Stiininung, dic Vcrschlim-mrnmg der Koursc war übrigens nicht sehr bedeutend. Im weiteren lUcrlnlift besserte sich die Stimmung, uud dic Kourse stellten sich günstiger. 5°/« Metall, drückten sich bis 85'/,, mues Anlehe» ln<1 91'/ . Nordbahn-Attien bis 2<2'/,- Zum Schlüsse warcu olle OMen fcsi und ,^,r Noti hl'her. Fremde Wechsel und Valuten haben im Beginne um 1 /, M. angezogen, schlössen jedoch u», '/, p<3t. niedriger und aus-gcboten. Amsterdam. — Augsburg N7 V, — ^rauffurl 137 Vries. — Hamburg U2 Brief. Gtaatsschulduerschrnbungeu zu 5 "/ 85, V.—3'»'/, dttto „ ., ^ 7, 7« 77-?? 7. dctto „ .. ^7« «l)72-5—1218 drtto ohne Bezug 1050—N»52 dctto neucr Emission !)53^l>'>5 Escomptcbaük'Aftien «4—54'/, Kaiser FerdiuandS-Nurdbahu 213 7.-^2l3 '/, Wien-Gloggni^er — — ÄudwtiS^inz-Onumdner 272—274 Preßb. Tyru. (5isenb, 1. Emiss. — — 2. „ „»it Priorit. — — Oedenburg-Wim-Neuslädter 55 '/,—5^' Dampfschiff Aktien 5^5—548 dltto '/,—2<» 7. Waldsteiil'fthe .. 2'.» 7»^ "<» 7. Keglevich'sche „ 10'/,—'<>7, Kais. vollwichtige Dulalen-?la.io 4l '/.--^1 7,- Telegraphischer Kours - Bericht der Staalspapiere vom 17. Mai l85l. Staatsschulbverschreibunglll . zu ^pOt. (in CM.) 85, 7/l«; betto ...... .. ^'/2 „ .. 765/8 Darlehen mit Vnlosimg v. I. 1S!N. für lON si. 330 „ l8^l>. ., 100 il. 1221/2 Nied. Oesterr. Gruudeutlast.-Obligation. zu 5 °>« 84 5/8 Anleihe vom Jahre 1854..... »l X/8 ft. in ti. M. Aaul-Äctieu pr. Stück...... 12>0 fl.i»(5.M. Vletien der Kaiser Ferdinands-Nordbahu z» 1000 ft. (5. M. ohne Dividende . 2125 ft. in C. M. Llctien der österr. Donau-Dampfschiffahrt zu 500 ft. (5. M....... 5^3 fl. iu C. M. Äctieu des österr. i!!oyd i» Trl.N zu 500 fi. C. Vt....... 503 3/t ft. i» C. M Wechsel-Kours vom >7. Mai 1854. Augsburg, für 100 Gulden <5ur. Guld. 137 3/4 Uso. Fraufsutt a. M. (nir l^) fl. s»dd.Ver-) eius Währ.im24l/2ft.Fu,!,Gl!!d.) »37 3/3 3^lmat. Han'burg. für l»0 Marl Banco. Güldm 102 2 Monat. Ll'ndou. für ! Pfund Sterlmg, Gulde» 13-2^ 3 Aionat. Mailand, si,r 3(»0 Orsterr. Lire, Gulden 135 2 U^l. Paris für 300 Fraukcn . . Guld. 1«2 3/8 2 ill.'ouat. H K. vollw. Münz-Dmate» . . . 42 3/8 pr. (lent. Agio. Gold- und Gilbcr-Kourse vom 16. Mai 1854. Geld. Brief. Kais. Münz-Dufaten Agio .... 41 ) >nl Nl. 4754. 'Am hiesigen Froschplatze wurde ein Schöpflöffel gefunden. Dcr Eigenthümer wolle sich bci der k. k. Polizei' Direktion darum melden, Laibach am l. Bei der k. k. Polizei' Direktion erliegt eine gefundene Brieftasche mit einem G.ldbetraa/. Der Eigenthümer wolle sich darum meloen. ^aibach am l<». Mai 1^5,4. Z. l-07. (l) Wohnungs-Veränderung. Ilidem l^cr clgcl'x.'nst Gejcrli^te seinen lV l'. Gönnern für oas e>i jnniqst^li Dank ab-st'tttcl, cmpfil'hlt cr slch für oie Zukunft mlt Z i m m e rm a l cn und mit derglei ckcn Ardeit alich ^lif i?cm Lanoe um die l> i ll l g st e B e sl.^ rgün ^ dcri n se, n F a cl) ems ch l a -aenden qeehrtcn All'lräge. Seme Wol) nuiN) ist in der Florian-Gasse Nr. ?/., Aifttfuii 11 rrPiisfli. a. 755. (3; A n it *» m e e« Ind.m Gefeltigte für daü ihr bisher gescheickle Zutrauen ihren velbindlichsten Dank abstattet, be ehrt sie sich gleichzeitig, hiemit zur Kenntniß zu bringen, daß sie ihre biö nun gehabte Wohnung in d^r Spitalgasse vene auf der Et. Peters Vorstadt Hall5'Nr. 3, im ersten Stock vechtü. l)czl>g^n hat, und unler Zuslcherung schneller und billiger Bedienlma. um ferneren geneigten Zuspruch bittet. Unter Einem warnt fie hiemit Jedermann, dasi sie die auf ihien Name» ge--machten Schulden »veder anelkennt, noch die Zah» lung dafür leistet. Anna Avanzo. Z. 805. (I) Zur Nachricht. In der l. f. Stadt Neustadtl ist eine im Betriebe stehmde Spezerei-, Eisen- und Nürnbergerwaren-Hand-lunq zu verpachten. Der llcberneh-mer hat l)ei der Pachtung 4000 fl. liar zu erlegen , für den übriqen Theil des Warenlagers werden halbjährige Ratenzahlungen 5 1()00 fl. bcwllll-get ?ug!elch lst das Haus, bestehend auö k) Zimmern, 2 Kam-. mcrn, 2 Magazmcn, 2 Kellern, Stall, Holzlege und Wagenrcnuse, ^l ver-mlcthen. Nähere 'Auskunft darüber erthnlt der Eigenthümer Ioh PaulMah'neich. Z. 800. (!) "" ^ ' 'Auf der St. Peters-Vorstadt lm ^ause')tr 3, lm ersten Stock, jllnd Z Monatzlmmer ohne Einrichtung jogleiä) zu vergeben. Näheres lst ln der Schnlttlvaren-t^andlung cbei^erdlg zll erfragen. Z. 781. (l) "^ Bei .«^zz. s«i«»z' dlil'ch tt0iä!)r,ae El f^hilinc^'t» b.'w^hi'te M,m>l ll»d N^l'pie. dlirch scrcn ?!!nv»',>di>»^ d<'i' H.ui,,^ lüid Land-wirthschaft b^^ilciid!,' Vonheile cilvdchs»',, »n'ijsen. Nel'i't l-iül'!' HlNi^lnic^'I.N'othck»,' c,c^'i» Kvoii^heite,! bei M^isch.'ii lu>d V,^h, »n'bst ciüei- Ainv^islii,^ zu sehr l!i,tl'lholt>.'»re» Amtenflmst^i'iclvi,.' 3, )l>,fl^gl>. — PieiS nur H^ kr. (s. Ml. ll^^" V»» diescnl l!lll)l,chen Büchlei» s,„d ^reitj l>00tt Ereinpla,e li^eseßl mol^'i,, w.s;halb a»ch dei Pie,5 so billig gcstcllr weiden konote. Z. 753. (2) Vis Sonntag dm 21. d. M. Schlnsi dcr Autotttlttcn-Ansstcllnnn. Vndesgefertigte werden die Ehre haben, im Laufe dieses Monats im eigens erbauten Pavillon in der Stern-Allee die neuesten und interessantesten Erscheinungen des Galvanismus uud Elektio-magnetismus durch kurze, allgemein velstandliche Vorträge erläutert und durch Experimente praktisch vorgezeigt, zu produziren. Das vorgesteckte Ziel hierbei ist: durch das Vorzeigen von Experimenten zu unterhalten, zugleich abcr durch kurze, allgemein faßliche Erklärungen einen genügenden Ueberblick des betreffenden Zwci« ges der Physik zu verschaffen, ohne durch ein zu tiefes Eingreifen in die Wissenschaft zu ermüden. Unter den anzustellenden Expelimenten erwähnen wir vo>lausig nnr eines, nämlich: Die galvanische Sonne oder das elektrische Licht, ^nch eine galvanische Kohlen'Batterie von IM Elementen hervorgebracht. Das Nähere hierüber wird seiner Zeit dmch eine abermalige Anzeige und durch Affichen be, kannt gemacht werden. 6Z^ Iudem der Pavillon in der Stern-Allee zu den obengedachten Proonktionen wiid verwendet werden, so wird die gegenwartige Ausstellung der Automaten und optischen Illusionen in demselben nur mehr bis Sonntag den 2l. d. M. geöffnet bleiben. Behufs Wegraumung der Automaten u. s, w. und Aufstellung des elektromagnetischen Apparates wird der Pavillon durch einige Tage geschlossen bleiben, bis der Anfang der neuen Produktionen angezelgt wird. — Die optischen Illusionen sind gegenwärtig um mehrere Gegenstände bereichert, als: Der Strom, ein mechanisches Gemälde, umstellend eine Schweizer Landschaft mit beweg« lichem Wasser. Die Umgebungen Wien's vom Luftballon aus betrachtet; (ein bewegliches Pa' norama). Eine Ansicht von Konstantinopcl. Original - Aufnahme, 8 Fuß lang , 4 Fuß breit. Diese neu hinzugefügten Gegenstände bleiben nebst den früheren optischen Illusionen und Automaten biö zum 21. d. M. sichtbar. Martini iintl Mohn, Mechaniker und 'Physiker aus Amste.dam, Besitzer der Inlj.lul I)l-«2'schen Automaten.