Mhlß«», »Uw, str M" ser »A Mttt»och» ?8. Keb»«a» RSSV. V Jahrgang. ^ .Ma?t«?ger Settun^ erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: aauziährig 6 si.. halbjährig » fl., vierteljährig SO kr: fLr Sustellu» ins Hauß monatlich 10 kr. — mit Poftversendung: ganzjährig 8 si., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 si. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wiro bei einmaliger Einschaltung mtt 10, bei zweimaliger mit IS, bei dreimaliger mit SV kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung SV kr. Inseraten S empelgebühr kommen. . Akonnements-Eintadung. Bei Beginn dtS neuen Monates machen wir die freundliche Einladung znr Pränumeration. VriiNumerattous-Prets. Für Marburg «ouatlich SV kr., «U Instelinug in s Hans KV kr., «U psftVtrstnknng vittteijiihrig L si., halbjiihrig 4 si., gaqjiihrig 8 si Die Admiuiftratto« ' der „Marbnrger Zeitung." Zur Geschichte des Tages. Die revolutionären Borgänge ander Ssterreichi schen Grea»e haben auf unsere TtaatSleaker einru tiefen Eindruck aemacht und die Lage verändert. Die Minister, die schon am Montage hätten nach Wien zurückkehren sollen, bleiben heute noch in Pest Ofen. Der Kaiser tonferirt häufia mit ihnen. Auch die Stellung zu Preußen wird, eiuem Berichte der „vstd. Post" zu golge. eifrig beratlien. da selbe einen sehr bedenklichen Eharakter annimmt. Graf Bismarck drängt zur Entscheidung; er will das Gafteiner Provisorium in ein Definitivum um wandeln und stellt hiesiir mehrere Anerbietungen. Erstens: Abtretung Holsteins gegen eine Geldentschädignng. Dieses Anerbieten soll von Oesterreich mit Entschiedenheit zurückgewiesen worden sein. Ein anderer Porschlag: die Serzogthümer zu theilen. so daß Preußen Schleswig ein» verleibt nnd Holstein an Oesterreich käme, ist wohl nur als eine galle gestellt worden. Venn man österreichischer Seits so unklug wäre, darauf einznaehm. so würde dies für Oesterreich vom Uebel sein; denn das im deutschen Norden liegende Herzogthnm Holstein hat für die österreichische Monarchie keinen Werth, weil es keinen Zusammenhang mit derselben hat und zudem würden die europäischen Mächte stch darein mischen nnd ein Krieg wäre später wahrscheinlich. Man ist aber dieser Bismar^schea Falle ausgewichen. Wie vor dem Gasteiner Bertrag, so soll auch jcht die Frage an Oesterreich herantreten: ob es nicht nothwendig wird, eine Heeresaufstellung zu machen, um den drohenden Anläufen der preußischen Politik zu begegnen. 3n der That g hört ein plövlicher Einmarsch pren-ßischer Truppen in Holstein nicht w den Unmöglichkeiten, wenn wir es auch für unwahrscheinlich halten, daß Preußen wirklich einen Krieg mit Oesterreich zu provoziren Luft hat. Thatsache ist blos, daß das Verhält-niß zwischen Beiden ein sehr gespanntcs ist und daß Derjenige im Nor-theile s'in wird, der zäh und kalblütig bleibt, und alle Nachtheile den treffen muffen, der fich überstürzt. Wir glauben deshalb, eine Truppen-aufstellnng von Seiten Oesterreichs sei gerade für den Augenblik nicht nöthig. Wie man wiffen will, war letztere Frage auch einer der Gegen-stände, über welche in dem großen Ministerratye in der Ofener Burg ver« handelt wurde, und wobei der Kriegsminister Rltter von Frank «ad der Finanzminlster Graf Larijch ke^ine überflüffigen Personen waren. Die Rordd. Allg. Ztg., einLeibblatt des GrafenBismarck, erklärt in der Herzogthümerfrage: „Preußen könne die Bitdnng eines selbstftändigen Kleinstaates zwischen der Ost- und Nordsee, der eine Gefahr und Schwächung für Preußen und für Dentschland wäre, »ie ziwebe«. da es dann einen norddeutschen Großstaat nicht mehr geben und Oesterreich allein in Deutschland herrschen würde. Einer solchen Politik gegenüber habe Preußen keine Wahl. Es habe ebensosehr die Psticht, für stine eigene Sicherheit zu sorg n. als zu verhütm. daß der Berk«ch gemacht werde, den Schwerpunkt Deutschlands nach Wien zu verlegen. Dies sei eine ernste, würd^e Pflicht. Das preußische Bolk in allen seinen Schichten habe dieses begriffen und werde, ohne mit den Wimpern zu zucken, dafür einst, hen". In Italien beginnen fich die kriegslustigen Parteien wieder zu rühren. Es soll demnächst nach dem Wunsche der Aktionsmänner von Der Zuntm von Venow. Historische Novell« voa Zakod Cßrvi»ns. (Fortsetzung.) Mit einbrechender Nacht wurde bei einem Köhler mitten im Korst das Nachtquartier aufgeschlagen. „Was ist denn da draußen vorgegangen in der Welt?" fragte der schwarze Waldmann. „Ihr seid die Ersten nicht, die hier durchkommen und hier angehalten haben. Das ist ja auf einmal, als ob alles Kriegs Volk im deutschen Land fich hier auf den Wald niedergeschlagen hätt'. wie ein Immenschwarm aus den Schlehenbusch. Ist es wahr, daß das Reichs-Heer auseinandergelaufen ist?" ^Es ist wahr", sagte der Knecht Erdwin düfter. „Es ist aus, — — Alles vorbei!" „Boraestem j0g hier ein Trupp durch, fast »ehen Fähnlein stark, aber anznsehen wte ein wüst Raubgefindel. Fußvolk und Reiter durcheinander. Wollten gen die Weser und ließen fich vernehmen, fie wollten ihrem Zahlherm, dem Brauuschweiger Herzog —" „Die Brounschweiger?!" riefen Erdwln nnd Anneke und Hans Nie-kirche. „Die Braunschweiger?!^ murmelte Christoph von Deuow und richtete fich halb auf seinem Lager auf. „Gehölt Ihr zu ihnen?" ftagte der Köhler mißtrauisch. „Nehmt Euch in Acht; ich Hab' Einen gesprochen, der sagte, der Vraunschw^er habe seine Leibgnardia uud Reiter tie Menge abgesandt, ihn^n den Weg z» verlegen Sein Feldhauptmann. der Gras von Hohenlohe, ist auch, von Mitternacht her. gegen fie aufgebrochen. Das kann ein übel Ende nehmen!" „Gegen die Weser find fie gezogen?" „Wie ich Ench sagte, Maidlein." „Hel» Gott, so mnffen wir ab vom Weg!" „Ihr gehört also nicht zu ihnen?" ^Nein! nein! »ein!" riefen Christoph nnd Erdwin nnd Anneke. „Und Ihr wollt auch über die Weser?" „In meine Heimath N rief Anneke. „Mit dem wunden Mann? Geht nicht, wahrlich geht nicht? Weg «ch Steg find verlegt.- Alle schwiegen erschrocken nnd verstört einige Minnten. .^Saget doch" fuhr der Köhler dann fort, „weshalb wollt Ihr nicht bei mir bleiben im Walde, bis der Kopf des Burschen dort wieder heil und ganz ist? Hunger und Durst sollt Ihr nicht leiden. Ihr erzählet mir Alles, was da draußen in der Welt vorgegangen ist, dafür gev' ich Euch Futter und Obdach. Gefällt's Euch?" „Ihr wolltet — ?" „Gewiß lvlll ich; ich will Euch sogar noch großen Dank schuldig sein liafür!" „Angenommen, Landsmann!" rief der Knecht Wüstemann frendig. „Junker, nun streckt Euch lang auf Euerm Lager und wehe dem ersten Rehbock, der mir vor die Armbrust geräth. welche ich dort an der Wand sehe." So kamen am Tage Cornelii des Hauptmanns, die vier Flüchtlinge des Reichsheeres zum ersten Mai zu Ruye. 4. Dominus Basilius Sadler. der heiliaeu Schrift Doktor und fürstlicher Hofprediger zu Wolfenbüttel, halte seine Predigt beendet und das Bater-unser gebetet. Unter den letzten Klängen der Orgel strömte die Menge aus der Marienkapelle in den dunkeln nebligen Herbsttag hinaus. Man schrieb den vierten November Iü99. Was hatte dt,s ank»ächtige Bolk? Statt ruhig nnd gemessen wie ge-wöhnlich am heiligen Sonntag ihren Wohnungen und dem Sonntags» braten zuzuschreiten, blieben die Männer in Gruppen auf dem Kirchplatz stehen und steckten die Köpfe zusammeu ; selbst die Weiber waren von derselben Aufregung ergriffen. Kanm war nämlich der letzte Oraelton verhallt, so durchzitterte von der Dammfestung her ein andaltender Trom-Mtlwirbcl die stille Luft und schwieg dann einiqe Aui^enblicke. Daranf näherten fich die kriegerischen Klänge im Mirschtatt. uud Manche der Büraer eilteu ihnen, ihre Knaben an der Hand, entgegen; der größte Tdeil der Menge blieb jedoch zurück und erwartete die Dinge, welche da kommen sollten. „Nun gtht es an! Das ist der Beginn!" hieß es nnter de« Bolk. ^Das ist der Gerichtswebel. Martin Brann von Eolberg", sagte ein Goldschmied, der von Alle» genau Bescheid wußte. „Der verkündet nun das kaiserliche Malefiirecht an allen vier Otten der Welt." ^Sie kommen! fie kommen!" hieß es nnter der Menge, nnd eine Gaffe bildete fich jetzt, nm die Nahenden dnrchznlaffen. Bon der Dam«, brücke her dnrchzog mit seinen drei Trommlern der Gerichtswebel. begleüet ParlamentSmitgüedern an daS Ministerium die Auffordtrung gerichtet wer-den, die venezianische Frage cinsllich iu Angriff zu nehmen. Die 3 winghcrrschaft dfS Fnrsten K us a ist dem Sturute erlege», dessen Nahen düstere Wolken schon ltinge verkiindet. Die Ge-schichte hat lvirdcr einmal gezeigt, daß sie noch immer zu Gerichte sitzt; der FaU dcS Schützlings ist von schlimmer Vorbedeutung für den Schutz-lierrn und die Weisheit Napoleons — zu Lchanden geworden in Roma» „jxn _ wird in Frankreich kein besseres Schicksal haben, sobald sich in Paris, wie in Bukarest, die Soldaten erinnern, daß auch sie dem geknech teten Volke angehören. Die Kenier find nicht allein in Auielika und Irland schr ihü« »la- sie suchen, wie der ,.N. Fr. Presse" belichtet ivird, auch in England setl!st Anhänger zu werben. Man zählt in und um London gegen eine halbe Million iKtmvohner irischer Abkunft; sie wohnen am dichtesten im tLentrum am Ost- und Südost Ende der Stadt beisammen. In Wool-wich, wo die Arsenale sich befinden und die königltche Militär Akademie ihren Sip liat und daS noch zum Londoner Postdistrikt gehört, haust eben-falls eine Mevge armen irischen Volkes, nameittlich viele an den Mili-tär« und Marme-EtablissementS beschäftigte Arbeiter. Unter diesen kam eS vorgestern und gestern zu bedenklichen Unruhen in Folge der Absen, dung von Artillerie nach Irland. Die Maischordre war so plötzlich ge-aeben worden, daß man die Truppen anS der Kirche ai»riei ; diese auf-fallende Eile ,,ab unter dem erregbaren irischen BevölkrrungSthkil Anlaß zu den wildesten Gerüchten und zum Ausbruch von Krawallen, die durch die vereinigte Polizeimacht während mehrerer Stunden nicht gestillt werden konnten. Die arrttirten Rädelsführer suchte der tumultuirende Hause zu befreien; einem Polizeibeamteu ivurde dabei mit dem ihm entwundenen Stab das Gehirn eingeschlagen. Gestern, wo die Gerichtsverhandlungen aeaen die Leiter des Tumults stattfanden, versuchten die Iren abermals bei der Borsührung wie bei der Zurückschaffung der Verhaftete» nach dem Gefängniß. eine gewaltsame Befreiung der Letzteren zu bewirken. waS je-doch mißlang. Es kostete der Polizei große Mühe. daS Herelndrängeu des Bolkshaufens in den Gerichtssaal zu verhindern. Die Seene erinnerte etnigermaßen an die Einleitung zu den Borfüllen in Jamaiea: glücklicher« weije ließen sich die Magistrate nicht zu bedauerlichen Au»schreitungen hin-reißen. 3n den zahlreichen Soldatenschänkcn von Woolwich treiben sich viele feniiche Emmissäre herum und suchen die Truppeit zum Abfall zu verleiten. Einige hatten sogar die KecklZeit. sich an Engländer und Schot-ten zu wenden, um sie zu verleiten, daß sie bei der Ankunft in Irland zur Rebkllenpartei übergehen sollten. Da Woolwich das Centrum de» englischen Militär,vesens ist und zur Deckung Londons dient, so ist d^ Aufmerksamkeit der Regierung jetzt natürlich in Holzem Grade in Anspruch genommen. Die Absetzung eines der Hauptbeamten nnd aller irischen Unterbeamten im Pentonviller „Mustergefängniß". in welchem sentfche Verurtheilte in Geivahrsam gehalten iverdln, und das Placiren »iner le« diglich aus Engländern und Schotten bestehenden Polizei Wachmannschaft ist ebenfalls ein beachtenswerthes Zeichen. Es fenell in allen Ecken. Mittlerweile hat sich die Regierung genöthigt gesehen, mit einer starkcn Truppenlcndung auch 200 Mann von der Londoner Polizei (Engländer und Schotten) nach Irland zn schicken, da die Polizei drüben sehr unzu- verläffig ist. . . -i. ^ SewardS Gesundhei tSrei »e hat zu ememErngniß gefuhrt. das nicht ohne Bedeutung und Wichtigkeit ist. Derselbe ivurde von dem Präsidenten der Republik Dominica und Tau Dommgo in dem Natlo« nalpalaste empfangen. Präsideitt Gaez. in Gegemvart seines Kabinetes. von einigen Hellebardierern, feierlich und langsam die Heinrichsftadt gegen das Kaiscrthor hin. ,. « Wir lassen ihn ziehen und lassen das Aolk seine Betrachtungen au-stellen und schreiten quer über den Platz vor ter Marienkapelle. durch die Löwenstraße. über die Dammbrücke an dem Schloß vorüber nach dem Mühleuthorthurm. dcsftn Eingänge von einer stärkern Wache als gewöhn-lich umgeben sind.' Wir führen den Leser in das obcre Stockwerk des Gebäudes. ElN weites Gewölbe thut sich uns hier auf. so dut,tel. daß daß Auge sich erst an 0ie Finsternis; ge.vöhnen muß. ehe es irgend EtwaS IN dem Raum erkenne» kann. Ist das gescheiten, so bemerken wtr. daß das trübe herbstliche Tagcslicht durch viele aber enge und starkvergitterte g^nster sallt. Die Wände entlang ist Stroh aufgeschichtet, aus ivelchem ounkle Gestalten in den mannigsaltigsten Stellungen und Lagen sich deh-nen. Von dunkeln Gestalten sind auch einige hie und va aufgestellte Üische umgeben. Ein Kohlknfeuer glinlmt in dem Kamin unter k^et^l ge-lealtigen Nauchfang. Allmälig erkennen wir mehr in dem dunsterfüllten Räume: bleiche wilde Gesichter, umgeben von wirren zerzausten Haaren, schlechtverbundene, mit blutigen Binden umwickelte Glieder. Ein leiseres oder lautcres Klirren und Rasseln von Ketten erschreckt uns; — wir sind „„ter den — Meuterern von Rees! Äekommci^ ist's, ivie eS kommen mußte; morgen wird ver Dbriste deS niedersächsischen Kreises, Herr Hein-t lch Julius vizn Brauttschweig, das Gericht über sie angehen lassen. Dnmpf tönt der ferne Trommelschl^ig des um die Wälle der Festung jieheaden Gerichtswebels Martin Braun in ihr Gefängniß herüber. Lauschen wir ein weuig den Worten der gefangenen wilden Gesellen! „la. ta ta! Was das für ein Wesen ist? Sollte man mchtmeinen, der Teusel sei den Kerlen in den Lärmkasten gefahren? Es gehet Alles ^um Schlechteren, selbsten das Trommelschlägen", sagte eine baumlange b^estalt sich über die Genossen erhebend. „Sollt' meinen, Valtin. wir Ijättea uns um Ank'eres zn kümmer», als dr'n Trommelschlai,". sagte unwirsch ein zweiter Söldner. Valentin Weisser ließ sich jedoch nicht von seinem Thema abbringen. „Hoichet nur. ist das die alte freudige deutsche Art? Aber jetzt will Jeder ein ReurS einbringen! Auch die Hiipamer machen's so; da lob' ich mir die Italiener, die haben aufgehoben, waS wir nicht mehr mochten nnd ziehen m t den fünf t^leichen Schläl^en bis ans Ende der Welt. ^Hauptm^nn. gib uns Geldßel lachend ein Dritter ein. „yüg' Dich zu der Kaun!" brummte Haus Römer von Erfurt, der Schmerbauch. stellte dem amerikanischen Minister vor. daß die Existenz der Republik ge-sichert sei. wenn dieselbe von den Vereinigten Staaten anerkannt werde. »>»« der Stfang»«-». .Halt. halt! trennt fiel" riefen Andere. „Seid ruhig. Erdwin". sagte der Iuuker, „laß ihn, Alter. — er hat Recht, der Strick des HangmannS droht unS Allen. „Euch nicht! Euch nicht!" rief der alte Wüstemann, die ihm entge-gengestrecktc Hand seines Schützling» fassend, „O Ihr — Ihr in diesen Bauden — das Herz bricht mir darüber — o die Schurken, die Schur-ken Ein Murren, welches bald iu lautere Drohungen überging, s^gte den Verwünschungen deS Alten, der Alle ihn llmgebenden mit allen Alu-chen überhäufte, welche ihm auf die Zunge gerietheu. Wer weiß, wa» geschehen wäre, wenn man nicht plötzlich draußen vor der eisenbeschlageuen Thür deS Gefängnisses Schritte nnd eine befeh-lende Stimme vernommen hätte. Hellebardenschäfte und MiiSketenkolben rasselten nieder auf de» Steinboden. Eine allgemeine Stille trat ein uitter de» Getangeueu. die Schlösser der Thür kreifchteu nnd knarrten. Sie öffnete fich. ein Gefreiter mit der Pattisan auf der Schulter schritt herein mit zivei vkchsenschütze«. deren Lunten glimmten. Ihnen folgte steimnärkischen ESkovilpteBank fitzen, im Jahre 166ü nahezu dieselbe Summe Vargrld au< der TSsompte Bant für sich bezogen haben, welche von den, die Zahl 350 übersteigenden. sSmmlichen Kredittheilnehmrrn die-se< Znftitntes in Anspruch genommen wurde, während das durch letztere erzielte Ettragniß um 20.000 fl. höher ist. Daraus schöpfen die Aktionärs die Crfahrnng: „daß die eskomptirenden Herreu Berwaltungsräthe der Bank das theuerste Geld zum billigsten Preise abzunehmen so gefällig waren" Bon der — im Hinblicke aus dm geringen Bantfond — unverant wortlichen Höhe der einzelnen durch die Borbenannten in Anspruch genom menen Kredite ohne Sicherstellunftsfond — werden wir ein anderes Mal sprechen. Nur die gerechten Bedenken, welche die Bereinigung zweier riva-liflrenden Geschäfte in einer Hand durch die Berufung von Estompteuren in den BerwaltungSrath erregen muß. können wir schon heule nicht unter-drücken und die Gefahren nicht übersehen, welche aus einem aUfälligen Mißbrauche der heiklen Stellung eines Privat.Eskompteur» im Berw^U tungsrathe der Eskompte-Bank für die ganze Anstalt entsteh n könnten. Veraniasiung zu solchen Gefahren find bei Kreditbewilligtingen. bei der gchstellung der Sstomptsätze u. s. f. täglich vorhanden. Der Eifer der genannte», am grünen Tische sitzenden Herren für die Pflege ihrer eigenen Geschäfte war so groß, daß in einer an das Kredit-Vereins-Komite gerichteten sehr schön ftylisirten Zuschrift der Wunsch auS-gedrückt wurde: Das Komitv wolle in Berücksichtigung der geringen Geldmittel die Kredite möglichst beschränken und außerhalb Graz teine Kredite gewähren, die bestellenden aber mit der Zeit eingehen wäh-rend fie doch in das Portefeuille des Separat Kredites Wechsel im Be trage von mehr als 400.0l)0 fi. — aber nur mittelst der disponiblen j^ds — hinterlegt hatten. Diese, sämmtliche Kredittheilnehmer benachtheiliegende Zumuthung prallte jedoch glücklicher Weise an dem gesunden, praktischen Blicke des Komitv Vorstandes, der die Bertrrtung seiner Komittenten als erste Pflicht betrachtet, ab. Mit ruhigem Takte »vies derselbe darauf hin. daß der Berwaltungsratt» verpflichte: sei. dem Kreditv.reine die Geldmittel ohne Be-schtänwng zu schaffen; daß der Cökompte für Rechnung der Aktionäre einzustellen sei, und daß durch die Abwicklung dieses Portefeuilles eine halbe Million für den Kreditverein flüsfig gemacht werden könne. Die Kreditinhober besitzen in ih'em Komitvvorstande nicht nur eincn hochachtbaren Eharatter; ile können die Vertretung ihrer Rechte — gegen-über dem UtaSprineipe des gegenivärtigen BerwaltungSrathes befferen Händen nicht anvertrauen. Für den Kreditverein hält der Berwaltungs-Rath stets den scharfen Zaun der Statutrn in Bereitschaft; doch wenn es fich NM eigene Börtheile handelt, werden g. A. mit einer bewunderns« werthen Nonchalance bei Seite geschoben; denn, ganz entgegen dem z. 33, benützen die Herren Berivaltungsräthe während ihrer Funktionen als jolche und als Zensoren, beide Kredite, ivodurch sie stets cmen mora-tischen Druck auf die übrigen Mitglieder deS Kollegiums ausüben. — Aus diesen Daten ist zu entnehmen, mit »velcher Borliebe diese Herren ihr Jntereffe zu verfolgen gewohnt sitid. Wir wollen durch diese Darstellung den Aktionären unsere bereits vor einem Jahre ausgesprochene Anficht in Erinnerung gebracht und den freundlichen Wink gegeben haben, daß sie bei der bevorstehenden General-Versammlung die Wiederwahl dieser Herren vermeiden sollen, wenn auch diestlben schon jetzt alle Anstrengung machen, um fortan bei den Ueisch töpfe« Egyptens das große Wort sprechen zu können Zweckmäßig ein geleittte Borbesprechungen dürften auf jene Männer hinweisen, deren Wahl im Jntereffe der Aktionäre und Kreditinhaber als eine glückliche zu bezeichnen wäre. — Wir werden den diesfälligen Bewegungen mit Aufmerk-samkeit folgen und demnächst mehrere Kanditaten-Listen bringen. Marburger Berichte. (Theater.) DaS Lustspiel: „Häusliche Studien'^, ein Stück von leichter und leichtfertiger Art. wurde am 24- Februar gelungen dargestellt. Die tomische Operette „Mannschaft am Bord", welche darauf (zum zweiten Male) gegeben wurde, fand großen Beifall, ungeachtet dieje Aufführung im Ganzen hinter der ersten zurückblieb. Die khöre gingen das erste Mal voll r. die Gruppirung war schöner. Die Rolle des Piffard jedoch erfreute fich diesmal einer würdigeren Besetzung durch Herrn Knoller, als bei der ersten Aufführung, und Fräulein Medy (Emma) hat seit jener Zeit unläugbare Fortschritte gemacht: ihr Duett mit Fräulein Berndt (Mar) gehört zu den Glanuiartien der Operette. Störend wirkte, daß die Äcleuchlnng der letzten Szene noch vor dem Sinken deS Borhanges erlosch. — Am 25. Februar bot unser Theater dem Sonnlagspubliknm einen seltenen Genuß: „Das Versprechen hinterm Herd" nnd „Motte Bursche" wurde bei übervollem Hause gegeben. Ersteres — eine Szene aus den österreichischen Alpen — wurde gut gespielt; nnr sprachen die Herren: Biel (Michael Quantner) und Baumana (Freiherr von Stritzow), namentlich letzterer, die Mundart nicht fehlerfrei. Herr Ffls (Loisl) und Fräulein Keller (Nandl) vom ständischen Theater in Klagenfurt errangen ungetheilten Beifall 3n der Operette ivaren die Chöre nicht stark genug besetzt. Fräulein Schramm (Brand) war auf der Höhe ihrer Leistungen. Fräulein Kaller erzielte als „Frinke" durch Erscheinung. Spiel und Ge-sang eine mächtige Wirkung. Fräulein Berndt (Anton) und Fräulein Medy (Lieschen) hielten sich ivacker. Herr Edelheim (Geier) führte die Rolle des GcizlialseS mit tieferem B rständniß durch, als Herr Kotek bei der ersten Darstellung. Rauschender Beifall zeugte von der gehobenen Stimmung des Publikum», und wir glauben, eine nochmalige Wiederholung dürfte das Haus in alle» Räumen füllen. — HerrKarschin ist. wie die „Draupost" inclder. als „Quafimodo" im „Glöckner von Rotredame" lebhaft empfangen und nach jedem Abgange gerufen worden. (Z nl allgemeinen K ra nk en h a us e) waren am Schluße des ZahreS 1864 84Hei>ungSbedürftige Verblieben. 186ö kamen 1032 hinzu: eS wurdeti somit im vorigen Jahre INS Kranke behandelt-^ 713 männlichen, 403 weiblichen Geschlechtes. 921 tourden geheilt entlassen, 17 nn-gelieilt: (11 auf ihr Berlanizen. 4 Unheilbare; 1 kam in'S Grazer Irrenhaus. 1 wurde der Gemeinde zur Versorgung übergeben.) Gestorben find 99. fürs laufende 3ahr verblieben 79. DaS Sterblichkeitsvertiältniß stellte sich im Allgeuttinen unter 9 nach Abzug der Unheilbaren unter 4 heratiS — ist demnach günstiger im Vergleich mit dem Borjahre, in tvel-chem dasselbe unter 10 beziehungsweise unter 4'/, Va war. Unter den Berstorbtnen und Unheilbaren befanden fich: 1ö mit Wassersucht, 10 mit AuSzelirung. 8 mit Lungensucht. 2 mit Bluthusten. 8 mit Lungen-ödem. 1 mit Magenverhärtung. 1 mit organischen Herzfehler. 2 mit Brust-waffersucht, b mit Schlagfluß und 1 mit Luströtirenschwlndsucht. Die hau-figsten Krankheitserscheinungen waren: Lungenkatarrh, GastriSmus (Ma-genüberfüllung) und Wechselfieber. (Aushilfs kasse.) Die Einuahmen der Ausi^ilfskaffe im gebrnar betrugen 902 st., die Ausgaben 1040 st. In der Kaffe bliebe« 204 fl. Sech» Wechsel im Betrage von S00 p. wurden verlängert. (Aus der Ge m ein de stube.) Morgen findet eine Sitzung des ein kleines schwarze» Mannlein, dem zu Seite, von Kopf bi< zu Fuß^ geharnischt, der Lieutenant der Festung' Hans SiverS. sich hielt. Durch die geöffnete Thür sah man den Gang angefüllt mit Bewaffneten von der Besatzung. „Thut Euere Pflicht. Herr RotariuSl" sagte der Lieutenant, und daS kleine schwarze Männlein — Herr Friederieus Ortlepius. notarius publi > cuS und des peinlichen Gerichts zu Wolfenbüttel bestallter und beeidigter^ Gerichtsschreiber, räusperte sich, nahm daö Barett vom Haupt und entfaltete ein Papier, welches er in der Rechten trug. Cm Söldner, der eine! Lampe hielt, näherte fick. Der Lieutenant hob den Arm gegen die Ge" fangenen, abermals räusperte sich Herr Ortlepius nnd las dann seine Schrift db wie kolgt: „Daß de? Hochwürdige. Durchlauchtige, Hochgeborne Fürst und Herr. Herr Heinrich Julius, postulirter Bischof des Stifts Halberstadt, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, unser Allerseits gnädiger Fürst und Herr, unlängst nach Besage und Inhalt des Koblenz'fchen Abschieds. als ver-ordnete? KriegSolmster di'seS niedersächsischen Kreises, zur Beschulung des liehe« Vaterlandes wider dos tyrannische Einfallen des hispanischen Kriegs-Voltes, unter andern ein Regiment deutscher Knechte von dreizehn Fähn lein hat werbe« lassen, solches ist notorium und männiglich bekannt. Sind dieselben auch nachher von Sein. Fürstlichen Gnaden selbst gemustert, bewehrt, und haben sie in derselben persönlicher Gegenwart in dem Ring, altem löblichem Kriegsgebranch nach, aus den Artitulbrief geschworen. Ob nun wohl 3. F. G. sich gänzlich versehen und verhofft, nachdem 3. F. G. eS so treulich gemeinet. dem gemeinen Baterland zum Besten es stch so sauer haben werden lassen. — eS würde gemeldetes Regiment sich Vermöge geschworenen Eides. Treu und Pflicht, wie Solches ehrlichen, redlichen KriegSleuten eignet und gebühret, verhalten haben, so hat sich aber befunden, daß zehn Fähnlein von solchem Regime»!, ohn, einige rechtmäßige gegebene Ursach. wider ihre ^eschwo'ne Treu und Pflicht. 3. F. G. zum sonderlichen Schimpf, der ganzen deutschen Nation zum soa-derlichen Spott und Hohn, dieser KriegSezpedition zum Nachthell. dem Feind aber zum Frohlocken mit fließenden Fähnlein auS dem Felde ge-zogen sind. Haben ihre Verordnete Obrigkeit nicht bei sich leiden wollen, auch in solcher Meuterei so lange konlinuirt. bis daß I. F. G.. zur Erhaltung Deroselben Autorität, ein Ernst zu diesen Sachen haben thun muffen, und sie durch ihren damallgen Statthalter und TtneraUieulenant den Wohlgtbornen und Edlen Grafen Philipp zu Hohenlohe, aus der Haide zwischen der Ucht »b Bahrenburg, hinter de« Moor, genannt das »tsfiscbe Darlaten, haben trennen und zum Gehorsam bringen lassen. Und ibwohl 3. F. G. damals nach Kriegsgebrauch und scharfen Rechten sie ^u massakriren und sämmtlich zu Schelmen zu machen, und über sie als Achelmen dic Fähnlein abreißen und schleifen zu lassen, befugt getvesen ein, so haben doch 3. F. G. zu Deroselbst eigenen Glimpf den gelinde-ten Weg für die Hand nehmen wollen und haben sich resolviret. Euch. >ie bestrickten Knechte, welche eines TheilS bei ). F. G. als dic Peinci-lülisten Meutemacher angegeben sind, auderntheils von ihren eigenen Zpieß^esellen dafür geliefert worden sind. — vor ein öffentlich Malciizrecht teilen zu lassen. So fordere ich also auf Unsers allerseits gnädigen Fürsten und Herrn jnädigen Befehl Euch: Christoph von Denow. Detlof Schräder von RendS mrg, Erich Südfeld von Hannover n. s. w. u. s. w. — so fordere ich Kuch auf morgen früh um sieben Uhr. daS ist den fünften November >ieseS 3ahres Eintausend fünfhundert neunundneunzig, vor kaiserliches kecht in den Ring, wo ihr gerichtet werden sollt, wie eS am jüngsten tage vor Gott dem Allmächtigen, wenn Gottes Sol,n kommen wird zu ichten die Lebendigen und Todten. zu verantworten ist!" Fnnfundachtzig Namen rief der Notarius Friedrich Ortlepp auf. und Zeder der G fangenen antwortete durch ein: „Ist hier gegenwärtig." Als Sie Liste zu Ende gebracht war, hob der kleine schwarze Mann noch ein-mal. lächelnd, die bebrillte Nase und ließ seine A^uglein wohlwollend über 5ie Gefangenen hingleiten; dann nickte er dem Geharnischten zu, dieser lvintte dem Gefreiten, wtlcher seine Partisane anzog, sein Kommando-lvort rief. D>e Musketierer schulterten ihre Büchsen, und die Beamten chritlen heraus aus dem Gewö.be. dessen Thür ,'oglnch hinter ihnen wie ver zufi l. Noch ein Augenblick tiefster Stille, dann ein dumpfes Gemurmel, ftann wildester LoSbruch aller mächtig zusammengepreßten Gefühle und Leidenschaften der gefesselten Meuterer' Ein wildes Durcheinander. — AuSruse des Zorns, des HohnS. der Besorgniß. der Angst, — Ketten zerassel! O Junker. Junker!" rief verzweiflungsvoll der Knecht Erdwin. dos Haupt seine« jungen Herrn an se'nc breite Brust ziehend. „O Junker. Zunker. w'NN das Eu-r Bater erlebt hätte!" „Ja. meine Mutter, meine Mutter? S ist gut.'daß sie todt ist!" seufzte Christoph von Denow. die Hand «b.r die Angen legend. (Fortsetzung folgt.) Onneindeantschnffe« statt, in welcher Ehebewilligungen, die Wiederverpach-Inn« der städtischen Bele»chtu»g. die Prusu»g der Gemeinde . Bnrgerspital«. «ad «rmen Rechnnng für 1SSS. Wölf Unteestützungigesuche, sech« Baltsachen «nd die Errichtung einer Mädchenschule der Stadtgemeinde zur Beehandluug kommw. Vermischte Rachrichte«. Mu«wanderer-Teschichten.) Äu« Eineinnati, I.Aebrnar, schreibt der „Schübenzeitung' ein Landsmann au« Innsbruck nntir Andere« Folgende« - Dieser Tage brachte uns ein Eisenbahnzug 70 Personen, alles frisch angekommen« Deutsche, welche in Neivyork aus «n Jahr uach den Südstaate» verkauft worde» wäre», um dort an die Stelle der freiaewordeneu «nd die Freiheit vorläufig zu einer Vaeanz benutzenden Reaer ,» arbeite«, «l« ader der ..deutsche Einwanderungs Berein" e« iane wurde, machte er sogleich die nöthigen Schritte; dem Unternehmen wnrde sofort Einhalt gethan. der Unternehmer in Haft nnd da» bereit« verkaufte Soll in Freiheit gesetzt. Die arme» Leute hatten von Rem,ort bit hieher keine andere Nahrung, als Wasser nnd Brot erhallen. Sie wurden hier »on den Bürgern sofort reichlich bewirthet «nd stehen M zum arö»ten kbeile schon in «rbeit. Unter de» Bertausten fand ich auch nnen Landsmann, einen gewissen Schiefer aus Flies im Ober-Jnnthale. ^^nch er hätte sollen „Sturm laufen, ohne eine Snppe im Leibe zn haben. Der., Deutsche leistet hin sehr viel; weit mehr als der Amerikaner; er b-t den Srothandel l« den Händen »nd bekleidet viele hohe Aemter. Seit Mm- I bigu'g des «rieges geh'» die Geschäfte gut. Man verdien, ^ bis 3 Dol- , lar im Tag; für «oft und Wohnung zahlt man 4 Dollar für die Woche, z im Aasthant 6 Dollar. Hier in Eineinnati halten sich bei 200 Tiroler z ans. welche all» gute Beschäftigung haben," >>!. ' (gran „Pastor".) Daß Frauen zu Doktoren der Meinen, und »er Rechte »mannt zn werden pflegen, wissen wir au» amerikanilchm öe>-tnngen. »»« aber ist es. da» das weibliche Se'chlecht auch ,ur Past°«n. würbe zugeloffen wird. Da lesen wir nun. daß in Massachnielt« die hochwürdigt Miß Olympia Brown als regelrechier Pastor (Pastorin) «nd Prediaee (Predigerin) angestellt worden ist. woraus ,ie den «aipmch erhob, auch Ehen Sinsegnunge» »»'zunehmen, Dagegen sträubten siu d,e «onservaliven. während di« Radikalen sich anf die seit- der liebeaswnr. dlaen Pastorin schlngm. Der Streit kam vor das Repräsentantenhaus, nnd diese« entschied einstimmig dahin, daß, wenn eine Frau die vorgeschrieben» Priesterwurde erhalte» hat. sie ohne Widerrede auch Ehe» ein- segnm^uch.^»d «h„ da« sra nzösische Zeitsch rif- tenwesen von heute.) Edmout Abont, der s-i»e»Äand»l««ten die Wahrhelt zu sagen versteht, drückt sich unter Andtrm in seiner Wochen-Ehr«»'» drr „Omni»» Rationale" über die Erschlaffung de« politischen Sinne« au«: „. . . Seitdem »«gefährlich, das. n>a«man denkt, zu schreiben, ist e« HSchst vortheilhast. zu schreibe«, ohue zu denken, und da« Pib-liknm ist so allmälig von der Presse daran gewohnt worden. Es kümmert sich immer weniger um Politik und findet Geschmack »»dem hohle» Zeug, da« man ihm in lausmd und tansend Zeitungen anftilcht. A^r ernAi-ch»n Auaeleaenheiten werden in den Hintergrund gefchobe». nnd da« Nicht« ««cht stch überall breit. Unsere Leidenschaften wechseln den Gegenstand; die StrSmun« de« öffentliche» «eiste« verschiebt und verirrt >>«>>- E"> «ortspiel lntereffi't »n« mrhr. al» eine Minist.rrede; e,»e Straße»sa«g«-rin aewi»»t di« «edenlnng von zehn Staat»mä»nern; die Alkoven ragen »erdränai» di« Kabinet«fragm; «in Dimmball macht größere« Anflehen, al« ein «r»eg«sall und «in» Sahrmarkt«pseise spricht lanier z« uuserem Ohr. al« alle «anoue» von Rord- nnd Südamertta. D'e,^ wnndervolle Paei». da« ehemal« dem Weltall Ideen lieferte, schickt ihm je»t nur »och ^(M»N?älisch«».) 70.000 Musitaute« gibt«» nach der n-ue^ steu Zählung gegenwärtig in Belgien; diese vereinigen stch in 3000 Mnsikgesellschafte», a»ch gibt e« 1000 Chorgelaagvereme mn 30.00« . «g(vffj,i«re al» Re cht« st nd ent e ».) 3» Rußland besäße» sich seit einiger Zeit mehrere Offiziere eifrigst mit Recht«studie». In Krön-»ad« ist eine sinnliche «echt«akad.mie für Offizien .rr.chlet worden uno Proseffoe Tlchilischew wurde eingeladen, dort mehrere juridische Bortrage zu halten. Der gelehrte Professor gab in den ersten Lorträge» eine Ueber» ficht der Gerichtsverfassung und des Gerichtsverfahrens in England, Kraut' reich. Oesterreich und Rußland. (Türkische Berorduuugen.) Osman Pascha. Gouverneur von Bosnien, hat soeben den Befehl erlassen, daß jeder Bosnier, der n» Herbste wenigstens 40 Awetschkenbänme zu pflanzen unterlaßt, eiuer Strafe von drei Tagen Gefängniß und 40 türkischen Groschen (4 st. Sperr. Währ, beiläufig) verfallen werde. (Im vorigen Sahre wurden nahe an 250.000 Ztr. getrockneter Pflaumenfrucht nach Oesterreich ausgeführt.) Ebenso wurde verordnet, daß Jedermann bei Strafe von 1ö Groscheu wenigstens 2 Achtel Beizen und anderthalb Achtel Koru säen muß. In jedem Dorfe muß ein Gemeindefpeicher errichtet werden, in de» jedes HauS ein Achtel Mais liefern müsse. Jedes Fluche« wird mit eiuer Strafe von S Groschen belegt. Seder Mchtbesuch der Kirche oder Moschee wird mit fünf Groschen bestraft. Jedes Haus hat 2 Groschen jährlich für den Schulfond zu zahlen. (Jahn-Denkmal.) Bor einigen Tagen ist aus Missouri in Nordamerika ein grauer behauener Marmorblock in Berlin eingetroffen, der für das in der Hasenhaide m errichtende Jahn-Denkmal bestimmt ist. Der Block trägt die Jnschnft: „Vorwärts! Tumverein von Kansas-City. Missouri." (Arbeiterwohnungen.) Wie die „Ostseezeitung" meldet, hat «an in Stettin seit ungefähr zwei Jahren in den Arbeiterkreisen an der Slldung einer Aktiengenofsenschaft zur Herstellung gesunder uud billiger »rbeiterwohnungen gearbeitet. 3e>t soll das Unternehmen so weit vor-»schritten sein, daß man binnen Kurzem eine öffentliche Versammlung lum Zwecke der Darlegung des Programms und der Aktienzeichuung ab-Ehalten gedenkt. Mehrere Bauhandwerker sollen sich bereit erklärt haben, hren Verdienst an den von ihnen auszuführenden Bauarbeiten in Genos-enschaftsaktien anzulegen; ebenso sollen einzelne Grundbesitzer außerhalb Ser Stavt nicht abgeneigt fein, die Zahlung für den von ihnen zn kau» senden Ärund und Boden in solchen Aktien entgegen zu nehmen; endlich sollen, wie es heißt, nicht nur zahlreiche Arbeiter, sondern auch viele der inenenden Klaffe anginge weibliche Personen gesonnen sein, ihre Erspar-aiise in Aktien anzulegen. In Erwägung alles dessen hofft man sicher. 2000 Aktien zu 2V Thalera unterzubringen und mit diesem Gelde die erste „Arbetterkolonie" in Stettin zu begründen, in der man auß,r den Wuhnungen auch einen „Bazar" errichten will, in welchem die der Ko-lonie angehörenden Handwerker ihre Fabrikate zum Verkauf auspellen können. ... ^ ^ (Turn wesen.) Auf die Entwicklung des Turnwesens w,rd m dem neuen Schulgesep-Entwurfe für das Großherzogthum Baden, welcher de« dortigen Landtage vorgelegt wurde, besonderes Gewicht gelegt; es soll auf Landeskosten eine BildungSanstalt für Turnmeister errichtet werden. Berichtigung. In Nr. 24 dieses Blattes, in de« Artikel: „Die Gegner der Vertrauensadresse" soll eS-- 11. Zeile — heißen: LandeSzeitungen uud nichts AmtSzcituagen. Hilferuf. Ein armer Tischlergeselle (Lorenz Semlitsch, Allerheiligen-Gaffe Nr. 60) Bater von zwei Kindern, dessen Ehefrau ihrer Entbindung entgegensieht. liegt seil zwei Monaten unheilbar krank danieder «nd befindet sich in größter Roth. Beiträge zur Linderung derselbe» werden im Ko«ptoir dieses Blattes in Empfang genommen, welches anch darüber «echnnug legen wird. __ Angekomme in Marburg. Lom ZV. bi» 26. Februar. „Erzherzog Johann-. Die Herren: «ebl, ». Oberßlieut., »te«. Ul«, Gut»b., Sauritsch. Schnette und Springer. Beamte. Thurnisch. Jäger. Fabrikant. Stein, brück. Lindner: Macher: Hegt; Jakob und Speyer, Kaufl., vieu. Weber, vergb»!., Hrastmg. Fischer, »eschäfttreis.,«arl.