(Postum* p las «na ^{otovioi* Deutsche Zeitung -----—— Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — Schristleitnng und Verwaltung: Prebernova ullca 5, Telephon Rr. St tmterurban» t Bezug»preise für das Inland: Vierteljährig »0 Din, halbjahrig «v Din, gan^-»„ttntigungen werden in »er Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen f jShrig l«t0 Din. Für da» Ausland entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Din l'M Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 14 | ttelje, Donnerstag, den 16. Februar 193» |j 58. Jahrgang Verschwörung gegen die Welt Ueber die ganze Welt gehl eine Welle revolu-tionärer. Unruhe. Blickt man hinter die Dinge, dann kann man immer wieder als die Urheber der Re »olutionsuintriebe die Jünger Moskaus erkennen. Die Sowjets betreiben gerade jetzt mit aller Energie die Ausbreitung des revolutionären Kampfes. Mos-kau hat in Deutschland durch die jüngsten Ereiq niste einen revolutionären Stützpunkt verloren. Um so mehr bemühen sich die Bannerträger der Weltreoolution um die Entfesselung des Bürger-kriegs in den anderen Weilregionen. Noch gibt Moskau das revolutionäre Spiel nicht verloren. Mit fieberhafter Spannunq verfolgen die leitenden Männer der kommunistischen Zentrale die Ereignisse in der Weltpolitik. In Niederländisch-Indien bemächtigten sich meuternde Mitrosen eines Kriegsschiffe». Tagelang kreuzten die Meuterer aus ihrem P.inj?tsch>ff vor der indonesischen Küste, ohne »oii den Regierungsschiffen angegriffen zu werden. Eine Neuauflage des berühmten „Panzerkreuzer Potemkin"! Funlsorüche der Meuterer dringen in alle Welt Die Machthaber in Moskau antworten unverzüglich. Funkbefehl an alle Matrosen, die Matrosen des Panzerkreuzers „Sieben Provinzen" nicht anzugreifen. Der revolutionäre Clan der Seeleute darf nicht gebrochen werden — so funkt Moskau. Und die Nevolutionsstimmung breitet sich «us in Niederländisch-Indien. Die Eingeborenen-bevöllerung wird nervös, horcht nach den russischen Direktiven. Revolutionsgeist verbreitet sich auch auf de« anderen Schiffen der Kgl. Niederländischen Marine. Der Bolschewismus wittert fern in der Cüdsee eine günstige Gelegenheit. Die sozialen Spannungen und die Gegensätze zwischen Weihen und Eingeborenen werden von Moskau geschickt in den Dienst einer gefährlichen Idee gestellt: in den Dienst der Weltrevolution. Die roten Wühler arbeiten nicht nur auf den Inseln der Südsee. Ueber die ganze Welt spinnt sich das Netz der kommunistischen Organisationen. Durch Nichtangriffspakte vermochte Sowjetruhland die Aufmerksamkeit der westeuropäischen Völker da Von einem Mann zu zwölf Millionen ft«ich»tait,I,t Hitler spricht zu den Massen Bon unserem tiorrespondenlen N. Februar 1938, Berlin. Sportpalast, 8.:k). Der Riesenraum bis an die Decke überfüllt, lebens-Gefährliches Gedränge, dir Massen Kopf an Kopf, wie Wellenschlag rauscht Erregung durch den un° C heuren Raum. Vertreter der Botschaften und Ge-ndtfchaften sind anwesend, um eine Rede Adolf Hitler»- zu hören, des neuen Reichskanzlers. An zahlreichen Plätzen Berlins find Riesenlaulsprecher montiert, um die sich Massen drängen. Die Tausende, die keinen Einlak mehr in den Sportpalast finden, versammeln sich im Freien vor den Laut-wrechern und halten Sonderoerfamlungen od. In emer Loge im Sportpalast sprich! vor einem Mikro-Kon Reichstagsabgeordneier Dr. Goebbels, der «eichspropagandaleiter der Nationalsozialistischen Partei. Hierauf begibt er sich auf die Rednertribüne »nd begrü'gt die deutschen Volksgenossen im Reiche »>d die außerhalb der deutschen Grenzen, insbe-sondere in Oesterreich. Dr. Goebbels sagt, das; die bisher Opposition gewesene, verleumdete und oer-lästerte Nationalsozialistische Partei, heute an der und dort abzulenken. Durch eine geschickte Führung der Auhenpolitik gelang es den Moskauer Macht-habern sogar, auch ihren allen Einfluß in Ehina wiederherzustellen. Die Wiederherstellung der diplo malischen Beziehungen benutzen die Sowjets sogleich zu einem neuen revolutionären Vorstoß im Reiche der Mute. Dieser Tage mussten die chinesischen Behörden zum ersten Mal nach langer Zeit wieder einmal kommunistische Geheimorganisationen unter-drücken. Und was dem Sowjets im Fernen Osten recht ist. das ist ihnen in Südeuropa billig. Ru-mänien lebt mit der Sowjetunion immer noch in einer Art Kriegszustand. Die bessarabische Frage steht trennend zwischen den beiden Völkern An der „blutenden Grenze" des Dnjestr prallen die Ge-gensätze zwischen Westeuropa und Sowjetregime hart aufeinander. Rumänien ist wie kein anderes europäisches Land mit sowsetrussischen Spionage-: Organisationen überzogen. Erst in den letzten Tagen gelang es der rumänischen Polizei, wieder eine dieser Berschwörergesellschaften auszuheben. Grund I genug für die rumänische Regierung, unverzüglich den Ausnahmezustand für die bedrohten Grenz-gebiete zu verkünden. Wenn man dann nebenbei noch erwähnt, daß der Bolschewismus selbst vor der revolutionären Bearbeitung des französischen Bauerntums nicht urückschrecki, dann wird man ermessen, welche Ge> ahr der Welt vom Bolschewismus her droht. Verschwörer find am Werke. Von ihrer zersetzenden Tätigkeit zeugen ihre revolutionären Umtriebe in Osteuropa und in Indonesien. Auf dem Mast des neuen „Panzerkreuzer Potemkin" weht die blutrote Flagge der Weltrevolution. Einer Revolution, die der Welt dos bringen möchte, was das unermeßlich reiche Ruhland heute besitzt: volle persönliche Unfreiheil, Terror und Hunger. In Vloskau muffen sich die Leute in der starren Winterkälte schon um 4 Uhr morgens bei den staatlichen Lebensmittelgeschäften anstellen, um — vielleicht ein Stück schlechte» Brot zu erkämpfen. Ein Elend, wie die Aermften unter uns es sich gar nicht vorstellen können! Macht, ihren Führer, den Reichskanzler Adolf Hit-ler, erwarte, der jetzt zum deutschen Volke sprechen wolle. Das Deutschlandlieds brausende Heilrufe. Fan-saren, immer neue, stürmischere Rufe: Reichskanzler Adolf Hitler hält Einzug in den Saal und unge-heurer Jubel schlägt über ihm zusammen. Das Bild, das der Sporlpalast in diesem Momente bietet, ist überwältigend. Jetzt betritt der Reichskanzler da» RednerpuU und im Nu erstarrt lautlos die bewegte Masfe. Der Kanzler, durch den ungeheuren Jubel sichtlich berührt, beginnt. Er spricht dreiviertel Slun-den und immer wieder unierbrechen ihn minutenlange brausende Zurufe. Der Kanzler, der in der SA-Uniform erscheint, Hai seine Rede für Massenwirkung zurechlgelegl. er spricht in breiter Form, das Bild, das er von Deutschland seit November 1918 gibt, soll, frei von diplomatischen Redewendungen, auch dem Man» von der Straße verständlich machen, wie Adolf Hitler von dem unbekannten, namenlosen «oldaten zum Führer der 12 Millionen wurde, welche Gedanken ihn erfüllt-n, warum er seinen Weg ging. Hitler hat eine seiner glänzendsten Reden ge-hallen. Er schilderte in zündender Form, wie er als unbekannter Soldat aus dem Krieg kam, wie er, erschüttert von der Entwicklung nach dem Zusammen-bruch, empört über die Folgen der Politik der N* Eine Woche neuer Kurs (Berliner Brief) Berlin, am 8. Februar. Eine ereignisreiche Woche hat Deutschland hinler sich. Das Wort von der „grundsätzlich neuen Slaatsführung", das einst Herr von Papen prägte, hat jetzt erst seine eigentliche Bedeutung gewonnen. Die Beteiligung der Nationalsozialisten an der Re-gierung hat tatsächlich einen frischen und unbeküm-merten Zug in die Regierungzmeiboden gebracht. Man hat zwar noch lein« umstürzenden Enlschlüjfe gesaht, aber wo min zugegriffen hat, ist e» schnell und unter Ausschaltung aller schleppenden Auseinandersetzungen geschehen. Als das Zentrum mit seinen formulierten Fragen eine Art neuen diplo-malischen Notenwechsel» einleitete, folgte die umoeh-ende Reichslogsauflösung mit dem vorläufigen Ab-bruch der Verhandlungen. Das Arbeitsprogramm der „Regierung der nationalen Erhebung" trägt bis in die Einzelformu-lierungen hinein das persönliche Gepräge de» Reichskanzlers Hitler. Hier spricht nicht der höchste Regieru ngsbea mit, sondern der Volksmann, der weiß, wie man Phantasie und Gefühl de» Volkes beschäftigen muß. um Wirkung zu erzielen. Die Einwendung, das; dieses Programm zu wenig konkrete Angaben erhäll, ist, für den Augenblick wenigstens, nicht recht stichhältig. Die neue Regie-rung, die in ihrer ZusammenseHung keineswegs von vornherein ein in den Einzelheiten abgestimmtes Programm vorweisen kann, mutz sich auf die Her-ausarbeitung von Grundgedanken beschränken. Die Bereinigung in Preußen wird über alle mehr juri-stischen als rechtlichen Bedenken hinweg als reine politische Notwendigkeit, als Beseitigung eines wirklich unerträglich gewordenen Zustande» empfunden. Mehr als an das Volk appellieren, kann schließlich ja auch die demokratischste Regierung nicht und die Lage derer, die die formalrechlliche Stellungnahme gegen die Landtagsauflösung verteidigen, ist Nicht beneidenswert. Die neue Notverordnung über Versammlung»-und Pressefreiheil lehnt sich an frühere Vorbilder an, bietet also den Gegnern der Regierung auch vembermänner, sich entschloß, eine Gruppe zu bilden, deren Ziel e» sein sollte, die deutsche Nation wieder zu erwecken und au» ihrem Zusammenbruch zur Höhe emporzuführen. Es war mir klar, sagt der Kanzler, daß e» nur einen Weg nach oben gab: den Weg noch Wiederschaffung einer neuen Ein-heit des Volkes. Ein großes Ideal, eine große Er-kenntnis muhte das zerrissene Volk wieder zusammen-führen. Der Kanter schildert die Folgen, die der Marxismus für das deutsche Volk und für Deutsche land hatte, er nennt die Ergebnisse der Politik der letzten vierzehn Jahre, in denen der Marxismus entweder offen oder geheim herrschte, grauenhast. Durch den Friedensoerlcag habe man dem deutschen Volk Verpflichtungen aufgebürdet, die wahnsinnig waren, weil sie in aller Zukunft die Welt in zwei Hälften zerreissen sollten, in Sieger und Besiegle, in Völker m i t und Völker ohne Lebensmöglichkeit. Von Jahr zu Jahr sei das deutsche Volk mehr verfallen, die Korrumpierung des öffentlichen Leben» habe überhandgenommen, es kam die Inflation, in der die letzten Rest« des mühsam Erworbenen in nichts zerrannen. Durch die mauistische Wirtschaft--theorie und eine wahnsinnige Steuerpolitik sei der Mittelstand ruiniert und der Bauer an den Rand des Elends gebracht worden. Hitler sprach über den Verfall der Kultur, über die Zersetzung der Liters-tur, der Kunst, der Musik, die volksfremd geworden Seite 2 Deutsche Zeitung 9himma 14 kein sehr dankbares Angriffsobjekt. In der Außen-Politik hat der Reichskan^er alle etwa bestehenden Befürchtungen zerstreut und in seinen auch von der Linkspresse anerkannten Formulierungen die richtige Mitte zwischen nationalem Selbstbewußtsein und politischer Zurückhaltung gefunden. Auch die Per-sönlichkeit des Reichsaußenministers bürgt für einen klugen und selbstbewußten Kurs. Politische Rundschau Inland Der Voranschlag des Draubanats für das Jahr 1933/34 Am 15. " bruar begann im Glassaal drs Banalpalais in Ljubljana die heurige Budgetsitzung des Banalrates. DieAusgaben des neuen Bud» getjahres erscheinen mit 95,489.188 Din vorgesehen; ebenso grotz sind die Einnahmen. Die Ausgaben verteilen sich auf: Allg. Abteilung und Hauptkanzlei «.788.314 Din; Verwaltungsabteilung 534 860 Din; Agrarabteilung 8,875.660 Din; Unterrichtsabteilung 5.150.486 Din; technische Abteilung 39,153.787 Din; Abteilung für Sozialpolitik und VolisgesundHei! 16,342.705 Oin; Finanzabteilung 14,221.797 Din; Abteilung für Handel, Gewerbe und Industrie 2,215.53<» Din: Kommission für Agraroperalionen 739.943 Din; Reservekredite 1,466.101 Din. Einnahmen: Banalumlagen 40,000.000 Din; Verzehrungssteuern 19.050.000 Din; Banaltaren und Steuern 9.250.000 Dia; Beitrag der Autobusunternehmungen 350.000 Din: verschiedene Ein nahmen 9,839.183 Din; staatliche Dotation und Banalverzehrungssteuer 17,000.000 Din. Einteilung in Wahlkreise Das neue Wahlgesetz, das am 14. Februar vom Parlament mit allen gegen 12 Stimmen an« genommen wurde, führt wieder die Wahlkreise ein. So zerfällt das Draubanat in zwei Wahlkreise; der erste umfaßt die 15 Bezirke der ehemaligen Unter-steiermark, der zweite die 14 Bezirke des ehemaligen Kram. Ausland Der französisch»amerikanische Wirtschaftskrieg Der französisch - amerikanische Wirtschaftskrieg, der durch die Nichtzahlung der französischen Schul-denrate am 15. Dezember heraufbeschworen wurde, nimmt derart an Umfang an, daß die französischen Blätter schon gegen diese Entwicklung Lärm schla-gen. Sie verlangen Gegenmaßnahmen gegen den von der Hearstpresse gepredigten Boykott sranzösi-scher Waren, denn Frankreich kaufe mehr Waren von Amerika als umgekehrt. Französische Staats-angehörige, die in den Vereinigten Staaten leben, behaupten, daß Frankreich schon zwei Monate nach Zahlungsverweigerung das Doppelte von dem ver-loren habe, was es am 15. Dezember zu zchlen sei, er gab ein Bild der Verführung der Jugend, der man die Erinnerung an die deutsche Bergan-genheit nehmen wolle. Um nicht zu spät zu kommen, fährt der Kanzler fort, habe ich mich bereit erklärt, am 30. Jänner die nationalsozialistische Bewegung zur Rettung des deutschen Volkes einzusetzen. Wenn Gegner nach unserem Programm fragen, so muß ich ihnen sagen: zu jeder Zeit wäre ein Regierungsprogramm mit ganz wenigen konkreten Punkten möglich gewesen, nach dem Ergebnis dieser vierzehn Jahre muß man ober das deutsche Volk von Grund auf aufbauen. Der Kanzler ruft in den Saal: Wir wollen nicht lügen und ich habe es deshalb abgelehnt, jemals vor das Volk hinzutreten und billig« Versprechungen zu machen. Der Wiederaufbau ist nicht in wenigen Wochen möglich, der Wiederaufstieg der deutschen Nation ist eine Frage der Wiedergewinnung der inneren Kraft und Gesundheit. Das Volk darf aber nicht glauben, daß Freiheit und Glück vom Himmel fällt, wir müssen uns alles selbst erarbeiten und dürfen nicht an fremde Hilfe glauben. Wenn das deutsche Volk zu seiner kulturellen Höhe zurückgeführt werde, so fei dies Arbeit am Weltfrieden, denn der Wellfriede habe immer nur starke Völker zur Voraussetzung, nie aber Besiegte. Eine Weltkultur baue auf der Kultur der einzelnen Völker, eine Weltwirtschaft sei nur denkbar, getragen gehabt hätte. Die amerikanischen Touristen benützen grundsätzlich keine französischen Schisse mehr; die deutschen Schiffe dagegen feien überfüllt. Eines der größten amerikanischen Warenhäuser übernahm früher jährlich französische Waren im Wert von 25 Millionen Franken, diesmal erschien kein Ein-käufer in Paris; statt desien tragen zahlreiche ame-rikanische Kaufhäuser die Aufschrift: Kauft keine französischen Waren! Geheimer deutsch - italienisch - ungarischer Militärvertrag? Von Berlin aus wurde die Pariser Nachricht über einen geheimen militärischen Vertrag, der im Monat August des vorigen Jahres zwischen Deutschland. Italien und Ungarn abgeschlossen worden sein soll, amtlich dementiert. Aus Stadt und Land 60. Geburtstag unseres Heimatsdichter» Rudolf Hans Bartfch. Am 11. Februar beging der steirische Heimatsdichter Rudolf Hans Bartsch seinen 60. Geburtstag. Man ist erstaunt, daß dieser im Leben nnd in seinen Werken immer Junge nun schon in jene Zeit getreten sein soll, in der man zu den „alten Herren" gezählt zu werden be-ginnt. Oder ist es nicht erst gestern gewesen, daß wir mit jugendheißen Wangen sein „Deutsches Leid" verschlangen? E- ist nicht unsere Absicht, auf diesem beschränkten Raum des Dichters reiches Le-benswerk zu „würdigen". Wir wollen nur unsere herzliche Freude darüber aussprechen, dasz er, der besonders uns Südsteirern als Dichter und als persönlicher Mensch ganz nahe am Herzen liegt, in so frischer Jugend und Gesundheit das 60. Le-bensjahr begehen kann. Er ist es. der unsere Hei-mot, den Zauber unserer Weinberghügel und die Menschen der Südsteiermark in wunderbarer Schön-heitsstimmung entdeckt hat. so daß die Heimat nun mit der ihr von Bartsch gegebenen Seele weiterlebt. Mit dem besonderen Dank dasür stell«,, auch wir uns in die Reihe der Gratulanten aus aller Welt und wünschen dem verehrten Dichter noch viele Jahre frohen und reichen Schaffens! Schreckliche Erplosion in Saargedtet. Die Stadt Neunkirchen ist von einem entsetzlichen Unglück betroffen worden, welches ganze Straßen-züge wegfegte und jedes einzelne Haus beschädigte. Der 86 Meter hohe und über 100.000 Kubikmeter fassende Gasometer des Neunkirchener Hüttenwerks flog am vorigen Freitag nach 6 Uhr abends mit unbeschreiblicher Katastrophewirkung in die Luft. Bon einem Tramwaywagen, der in der Rähe da-hinfuhr, blieb bloß das Untergestell zurück, die Passagiere wurden atomifiert. Ebenso erging es einem Auto. Es verschwand einfach vom Erdboden. Zuerst wurde die Zahl der Todesopfer mit 500 angegeben; zum «»löcf war dies nur die erste Schreckensnachricht. Von der Erplosion getötet wurden 24 Männer. 22 Frauen und 8 Kinder; 250 Personen erlitten schwere Verletzungen. Reichs Präsident o. Hindenburg wies sofort 100.000 Mark als seine erste Hilfe an; der Völkerbundkommissar der Saarregierung wies eine halbe Million Franken an. In ganz Deutschland fanden Trauerseiern statt. Die unglückliche Staat bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung. Treppenwitze der Politik. Di« Weltge schichte gefällt sich manchmal in absonderlichen Sprüngen. Die Ironie des Zufalls spielte ein wenig merkwürdig bei den letzten Ereignissen in der Tschechoslowakei. Anläßlich des Brünner Fa-schistenputsches waren man wird sich dessen erinnern vier deutsche Soldaten wegen mannhaften Ver Haltens öffentlich belobigt worden. Deutsche Sol-baten, allerdings tschechische Staatsangehörige, schlugen damals ihr Leben für den tschechischen Staat in die Schanze. Erst jetzt erfährt man auf Umwegen, daß von jenen belobigten deutschen Soldaten zwei der nationalsozialistischen Partei an-gehörten, also jener Partei, die sich angeblich fort-während gegen die Ruhe und Ordnung im Staate vergeht und deren Abgeordnete eben vom Prager Parlament dem Gericht ausgeliefert wurden. Es ist sogar keineswegs ausgeschlossen, daß jene belobigten Soldaten in die berüchtigten Volkssporlprozesse mit-verwickelt waren. Eine jugoslawische Ausstellung in Deutschland. Im Lauf des nächsten Monats wird im Saargebiet eine große Ausstellung jugo-slawischer Kunst mit Werken von Mesttovic, jugo-slawischen graphischen Werken und Erzeugnissen jugoslawischer Volkskunst veranstaltet werden. Wie sich Sänger und Künstler von Ruf wie z. B. Franz Lehär, Hansi Niese, Kom-ponist Kalman eil. über Kaiser's Bruftkaramellen äußern: Kaiser's Brustkaramellen schmecken wun-derbar; Lehür, Wien 1932. Ihre Kaiser's Brust-karamellen sind famos! Sie lockern und feuchten an — so daß man bald von einer guten Wirkung sprechen kann. Ich kann sie bestens empfehlen. Hanfi Niese 1932. Ich bestätige Ihnen gerne, daß mir Ihre Kaiser's Brustkaramellen bei Husten, Heiser-fett und Katarrh immer geholfen haben. Kammer sänger Alfred Piccaoer, Staatsoper Wien, und Viktor Flemmmq, Tenor am Radio, Wien. Aehnktch und noch günstiger haben sich nach 44 berühmt« Künstler und Sänger geäußert. MU Heitere Liedertafel des Männerge-fangvereines. Ein ganz lustiger Abend steht uns bevor. Der Aiännergesangverein bereitet füt den 25. Februar (Faschingsamstag) ein «ingspiei vor, und zwar den „Bremer Ratskeller", dessen Dichtung vom berühmten Dichter des „Rullerl" Karl Morre ist, während die Musik von Morres Freund Leopold Schulz (Wegschaiden, dem viel-jährigen Sangwart des Grazer Männergesangvereines. stammt. Das kleine Stück, in welchem sich Bürger, Bauern und Studenten in einem Weinkeller treffen, ist voll heiterer Episoden, endet aber mit einem hoffnungsfreudigen Ausblick in eine schöne neue Zeit. Erfreulicherweise werden diesmcck von den gesunden Wirtschaften der einzelnen Ratio-nen. Wir müssen, sagte der Kanzler, die Ursachen des Verfalles beseitigen und damit die Versöhnung der deutschen Klassen herbeiführen. Die Parteien der Klassenspaltung können aber überzeugt sein: Solange der Allmächtige mich am Leben läßt, wird mein Entschluß und mein Wille, sie zu vernichten, ein unbändiger sein! Der Kanter jagte weiters an bedeutsamen Stellen: Durch Erziehung der Jugend in dem Glauben an Gott und an unser Volk wollen wir die "Ration wieder zurückführen zu den ewigen Quellen ihrer Kraft. In den Bauern sehen wir den Grundpfeiler jedes völkischen Lebens. Der Ar-beiter darf nicht länger mehr ein Fremdling in seinem Volke sein. Uns leitet die Erkenntnis von dem Wert und der Kraft der einzelnen Persönlichkeit. Wir treten auf für die Wiederherstellung der Sauberkeit auf allen Gebieten. Wir wollen im deutschen Volk die Ehrfurcht vor der großen Tradition und vor den großen Männern der Geschichte erwecken und es erziehen zur Ehrfurcht vor unserem alten Heer. Der Kanzler schloß mit den Worten: Ich habe das Amt nicht um Lohn und Gehalt übernommen. Ich habe diesen schwersten Entschluß meines Lebens ge-wagt, weil ich glaubte, daß es sein muß. und über-zeugt bin, daß unser Volk wieder zur Besinnung kommen -wird. Ich kann mich nicht lossagen von der Ueberzeugung, datz die Nation einjt wieder auferstehen wird. Ich kann mich nicht entfernen von der Liebe zu diesem Volk. Das ist mein Glaube: es wird wieder auferstehen ein neues Deutsches Reich der Größe, der Ehre, der Kraft und der Herrlichkeit und der Gerechtigkeit! Amen! Die Rede des Reichskanzlers — ebenso am Samstag abends die Reden der Führer der „Schwarz-weiß-roten Front" (Deutjchnationale und Stahlhelm ), der Reichsminister Dr. Hugenberg, v. Papen und Seldte wurde von allen deutschen Rundfunk-sendern übertragen. Das Brausen und Rufen der Menschenmassen und die Tatsache des Hören» der Redner waren von wunderbarer Wirkung. DerrichtiMWM^iirEr]^ nreifW 7öhno cln4i3«"'3« Ctteitigun« tx* buMch Wciiser AtUine „»lärMt* tu iotatnbfr; trsttfa» Sie einen etrang Chlorobonl - Zahnpalle ras bt* ;ro4cn« Chlorodoin-Zohi, bürste «tio!dürl>« mit ««Ml,»»» BorinnttnUO, bvrften Sie 3frrt Zahne nun nach allen S«ü*n, auA von unten najj oben. lauchen Ei« erst |«tt die Surfte in Walter ««• Kien Sie mit <5e!uh> bn Frijche bleibt jurfli Uer.anfltn Sie »««beüalich CHIorodoin Zohnpaft». Tube Oin 1— nb Din. II.—. Ueber«n |u haben. Nummer 14 Deutsche Zeitung Seile 3 nicht nur die jungen Sänger, sondern auch die alten „Prominenten" des Bereines Gelegenheit haben, mit Solovorträgen die Zuhörer zu entzücken. Die Veranstaltung findet vor Tischen statt und wird spätestens um 11 Uhr zu Ende sein, worauf der Tanz beginnt. Kartenvorverkauf findet keiner statt. Tod einer musterhaften Dienerin. Am Mittwoch, dem 15. Februar, starb im Hause Honig man» in der PreÄrnooa ulica nach längerem Leiden die treue Köchin Marie Iskrac im Alter von 67 Jahren. Sie war ein Muster red-sicher und uneigennütziger Treue, denn durch volle 4« Jahre stand sie im Dienst einer Familie. In dieser langen Zeit diente sie mit Liebe und Fleiß zwei Generationen der Familie Egersdorfer-Hönig-mann. Leid und Freud mit ihr teilend, so daß sie mit Recht als liebgeschätztes Familienmitglied be-handelt wurde. Aber nicht nur von der Familie Hönigmann wird der Heimgang dieser treuen Dienerin betrauert, sondern auch von weiteren Kreisen der Bevölkerung, die den wahrhast edlen Charakter der Verstorbenen kannten. Unbemerkt arbeitete die liebe „Mica" im Verborgenen und Übte Werke der Liebe; sie verdient es wohl, daß sie als goldenes Beispiel der schönsten menschlichen Eigenschaft, der Treue, in unserer Erinnerung weiterlebt! Da» Begräbnis der Verstorbenen findet am Freitag, dem 17. Februar, um 4 Uhr nachmittags von der Aufbahrungshalle des städt. Friedhofes aus statt. Der um ihre treue Dienerin trauernden Familie unser herzlichstes Beileid! Vom Militärdienst. Der Gendarmerie-kapitän I. Kl. Herr Ivan Mehle in Beograd, früher Kommandant der Gendarmeriekompaguie in Eelje, wurde mit dem Orden der Jugoslawischen Krone 5. KI. ausgezeichnet. Herr Oberst Pcler Simic, Stadtkommandant von Dubrovnik undBa-taillonskommandant des 13. Regiments, ist nach Celje transferiert worden. — Der Sanitätskapitän I. Kl. Herr Dr. Jakob Mandl in Celje wurde Him Arzt des 39. I. R. in Celje ernannt; der bisherige Regimentsarzt Herr Dr. Oskar Cicin wurde zum Arzt des 45. 3. R ernannt. Verzweiflung einer Unglücklichen. Am vergangenen Sonntag gegen 7,11 Uhr vormittags stürzte sich die 38 jährige. noch Nova Stifta bei Gornji grad zuständige Änistin Viaria Jasko aus einem Gangfenster des zweiten Stocks der Ljudska »osofilnka auf das Betonpflaster des Hofes herab. Unglaudlicherweise erlitt sie hiebet bloß eine Ge-Hirnerschütterung und leichte äußere Verletzungen. Eie wurde in das Allg. Krankenhaus übeiführt. Von der seelischen und materiellen Not der Unglücklichen legt ein Brief Zeugnis ab, den sie vor ihrem verzweifelten Schritt an unsere Schriftleitung geschrieben hat. Er lautet: Sind Sie mir nicht böse, wenn ich Sie mit ein paar Zeilen belästige. Ich bin Deutsche, man hat mich hiehergebracht, ob-wohl ich hier keine Arbeit finde. Man hetzt mich von einem Staat zum anderen ohne Rast und Ruh. Darum gehe ich, da ich nirgends Ruhe finden kann. Damit nichts anderes über mich geschrieben wird. Achtungsvoll Jasko Marie. Auch ein Sport! Am Sonntag nachmittags, Äs die Sonne die Burgruine goldig bestrahlte, konnte man von weitem beobachten, wie zwei wog-halsige Jungen die schwinddighohe Burgmauer erkletterten und auf einer der höchsten Spitzen frei-Kehend luftige Weifen und Jodler zu Tal sandten. Es war atemdetlemmend anzusehen, da die Mauer dort senkrecht einige 100 Meter gegen die Sann abstürzt, von der gefährlichen Stelle gerade im Frühjahr vom Frost gesprengte Mauerslücke in die Tiefe kollern und leicht ein schauriges Unglück hätte entstehen können. Grammophone, Radio-Apparate und Reparaturen Anton Lecnik, Celje, G%y"'Jrg Todesfälle. Im Allg. Krankenhaus ist am 9. I. M. der Ta^löhner Ivan Bijnil aus Lava im Alter von 66 Jahren geft»rben. - Am 11. l. M. starb in Lava Nr. 1 die Private Frau Agnes Vis» war im Alter von 66 Jnhren. — Im Allg. Kran, kenhaus starben am 10. Februar die 8-jährige Arbeiterslochter Math löe Jelenc au» ömarjeta bei Celje, am 11 Februar die 41-jährige Befitzersgattm Theresia Hrapnt aus Locica bei Pvlzela. — Im Allg. Krankendaus starb die 82 jährige Gemein de-arme Juliane Lockn» aus Gotovlje bei Halec. llnglücksfälte. Die 61 jährige Taglöhnerin Maria Prepadnik aus Luce brach sich am 11. Fe- bruar bei einem Sturz auf einem vereisten Weg den linken Unterarm. Am Sonntag erlitt der 25« jährige Arbeiter Franz Leban in Spodnja Hudinja bei einer Streiterei eine schwere Verletzung am Kopse. Polizeinachrichten. Der Chauffeursgattin Maria Bucar wurden am it. Februar aus ihrer versperrten Wohnung in der Mariborska cesta 28 bare 1700 Din gestohlen. Der Name des ver-schwundenen Diebes ist angeblich bekannt. Das am 8. Februar dem Feldwebel Franz Ambroz ent-führte Fahrrad hat sich wieder gefunden und wurde dem Eigentümer zurückgegeben. Der Privaten Maria Krefnik, welche aus ihrer bisherigen Woh-nung in Nova vas in die neue Wohnung auf der Mariborska cesta 9 in Gaberje übersiedelte, wurden aus der alten Wohnung Bettzeug und Küchengeschirr im Wert von 800 Din gestohlen. Maribor Der Verkehr an unserer Nordgrenze im Monate Jänner. Im vergangenen Monate überschritten unsere Nordgrenzc insgesamt 11541 Personen. In diesem Zeitraum kamen 5479 Per-sonen über die Nordgrenze in unsern Staatsbereich, und zwar: 2614 deutsche Reichsangehörige und Deutjchösterreicher, 2001 jugoslawische Staatsbürger, 531 tschechoslowakische Staatsbürger und 323 An-gehörige anderer Staaten. Eingereist sind übcr Maribor 2091 deutsche Reichsangehörige und Deulschösterreicher, 1867 jugoslawische Staatsbürger, 378 tschechoslowakische Staatsbürger und 268 An-gehörige anderer Staaten, insgesamt also 1604 Personen. Ueber St. Ilj kamen 389, über Cmurek (Ober-Mureck) 51. über Dravograd 16. über Pre-valje 252, über Radgona 149, über Hodos 10 und über Lavamünd 8 Personen herein. Im selben Zeitraum haben insgesamt H0f>2 Personen unseren istaatsbereich über die Nordgrenze verlassen, und zwar: 2597 deutsche Reichsangehörige und Deutsch-Österreicher, 2842 jugoslawische Staatsbürger, 425 Tschechoslowakei und 198 Angehörige fremder Staaten. Ueber Maribor find in diesem Zeitraum 2564 jugoslawische Staatsbürger, 2057 deutsche Reichsangehörige und Deutschösterreicher, 370 Tsche-choslowaken und 198 Angehörige anderer Staaten ins Ausland gereist. Zusammen also 5188 Personen. Bei St. Ilj überschritten im Monate Jänner unsere Staatsgrenze 412 Personen, bei Cmurek 40, Dra-vvgrad 21. Prevalje 196, Radgona 181, Hodoö 16 und bei Lavamünd 18 Personen. Der Transitverkehr war in diesem Monate mit Kärnten und Italien sehr lebhaft. (Insgesamt 2106 Personen.) Im Transitverkehr benutzen die jugoslawischen Bahnen auf den Strecken Maribor > Rakek 599 Personen, Rakek - Maribor 378 Personen, Prevalje-Maribor 130 Personen, Maribor-Prevalje 193 Personen, Prevalje - Laoamünd 395 Personen und Lavamünd - Prevalje 411 Personen. M iptu| Vom Bezictsstraszenausschuh. Dieser Tage fand in den Räumen des genannten Ausschusfes eine Sitzung statt, auf welcher der Jahreskostenvor-anjchlag für das Jahr 1933 eingehend behandelt wurde. Zu Beginn der Sitzung, die durch den Vorsitzenden Herrn Bürgermeister Jerse geleitet wurde, berichtete dieser, daß an Stelle der im vergangenen Jahre verstorbenen Ausschußmitglieder Franz Kocever m Sredisce und Johann ökerlec von der Banalverwaltung die Herren Jakob Zadravec in Sredisie und Vinko Ozmec in So. TomaZ zu Ausschutzmitgliedern ernannt worden seien. Die beiden neuen Funktionäre wurden durch den an-wesenden Bezirkshauptmann Herrn Dr. Bratina amtlich verpflichtet. Beschlossen wurde, dcch man den seinerzeit bei der Bezirk: Vertretung im Dienste ge-standenen Straßeneinräumern nach Abschluß des ahreskostenvoranschlages 1933 eine entsprechende bferligung zuerkennen werde. Ferner wurde die Verteilung der Beaufsichtigung über die einzelnen Strotzen an die Ausschußmitglieder vorgenommen. Aus dem besonderen Fonde, der im Voranschlag für die Armen • und Arbeitslosenhilfe vorgesehen ist, wird mit der weiteren Renovierung folgender Straßen sofort begonnen werden: Zavrke-Turski vrh, Stoinri-Osluöovce, Ivajnkovci Lakonci, Jurovec-Maj-sperk, Leskvvec Podlehnik, Progerskc-Cirkov«. Dieser Fond, der in der Höhe von 270.000 Din vorge-sehen ist, wird größtenteils für die Herrichtung obiger Straßen verwendet; der Ueberschuß wird an die Ortsgemeinden für die Renovierung der Ge- meindestraßen aufgeteilt werden wird. Für die schöne Kolos. die aber heute verarmt ist, wird durch den obigen Fond gleichfalls in der Weife gesorgt, daß man bereits in Sv. Barbara in der Kalos eine Armenküche errichtet hat. Wo solche Küchen nicht vorhanden sind, wird aber Brot gebacken, um dieses an arme Kinder, die in die Schule gehen, zu verteilen. Die Armen und Arbeitslosen erhalten hauptsächlich in der Kolvser Gegend entsprechende Beschäftigung bei den Straßenbauten. Zahlung für die Arbeiten geschieht in der Form, daß jeder Ar-beiter die Hälfte des Verdienstes in barem, die andere Hälfte aber in Form von Mais bekommt. Der Voranschlag weist an Erfordernissen 3.064.911 Din aus, welcher Betrag nur teilweise gedeckt erscheint. Der Rest von 373.176 Din soll durch eine lO^ige Erhöhung der Umlagen auf die Staat«-steuern eingebracht werden. Bemerkenswert erscheint, daß in einem Jahre die Steuergrundlage um zirka 500.000 Din auf Grund der Gesetze ver-ringert wurde. Für die Erhaltung der Banalstraßen und Bezirksstraßen wurde eine allgemeine notwendige Summe von 150.000 Din vorgesehen, welcher Betrag für die gründliche Renovierung der Borl-Brücke verwendet werden wird. Die Schottergrube in Sv. Janz am Drmifelde. sowie die Ueberfuhr in Zavrce werden im Lizitationswege verkauft werden; es sollen dafür bereits Interessenten vorhanden sein. Der Voranschlag, der im ganzen Be-zirke veröffentlicht worden war und gegen den kein Einspruch erhoben wurde, ist in der Sitzung ein-stimmig angenommen worden. Mehr Pflege der Obstbäumet An der Banalftraße sowie auch an den Bezirksstraßen sieht man bereits durch zirka 14 Tagen eifrig Leute bei der Reinigung der an der Straße liegenden Obst-bäume beschäftigt. Eine derartige Reinigung wäre aber auch an unserer Reichsftraße schon dringend notwendig, weil vor einigen Jahren in der Richtung Ravnopoije Erkrankungen von Obstbäumen aufge-treten sind. Da man infolge Mangels an Mitteln nicht an eine gründliche Reinigung denken konnte, haben sich die schädlichen Insekten längst der Reichs-straße durchwegs vermehrt, so daß, wie man aus Fachkreisen erfährt, der Schädling auf zehn Ge-meinden ausgedehnt erscheint. Abhilfe notwendig. Von Seite der an der Ormojka cesta wohnenden Bürgerschaft werden in den letzten Tagen Klagen geführt, daß das Ueberfchreiten der Bahnüberfetzung infolge der schlechten Wetteroerhältnifse an manchen Tagen un-möglich erscheint. Es wäre wünschenswert, daß die maßgebenden Stellen für eine bessere Instand-Haltung der betreffenden Straßenteile Sorge tragen würden. Zusammenfchlub der Gemeinden. Am Donnerstag, dem 9. d. M, fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Jeröe eine außerordentliche Sitzung statt, auf der gemäß Gemeinderatsbefchlusfes vom 28. Jänner über die Angliederung einiger Umgebungsgemeinden verhandelt wurde. Vor dieser Sitzung hatten auch die Umgebungsgemeinden eine Zusammenkunft abgehalten, bei welcher Vertreter der Gemeinden Krceoina, Ragoznica Brftfe teilnahmen ; diese beiden Gemeinden haben sich aber gegen die Angliederung an die Stadt Ptuj aus-gesprochen. Die Gemeinde Krceoina hat sogar eine Eingabe überreicht. Schließlich wurde durch die Ge-meinde Krceoina die Zusage getroffen, daß sie das Schloß Herberstein mit den Besitzungen und das Haus Oresnik abtreten würde, so daß dann die Banalstraße, die sich um die Herberstein'sche Be» sitzung erstreckt, die sogenannte Grenze zwischen Ptuj und der Gemeinde Krceoina bilden würde. Im Laufe der Sitzung erklärte GR Fraß, auf Grund eines ausgearbeiteten Planes bestehe die Stadtgemeinde Ptuj daraus, daß die Gemeinde Breg zur Stadt einbezoyen werde; desgleichen ver-lange man von der Gemeinde Krceoina das Terri-torium Vikava bis zum Gasthause Belsak, dann bis zur Grajena-Straße, die beim Besitz Babofek gegen den Volksgarten führend die Grenze bilden soll. Dadurch käme auch Rabljeceva vas mit dem Besitz Babvsek zur Stadt Ptuj. Der Redner be-tonte die Notwendigkeit dieser Angliederung; man könne die Einsprüche der Gemeinde Krceoina nicht berücksichtigen. Durch diese Eingemeindung würde unsere Stadtgemeinde zirka 1800 Einwohner ge-winnen. Der Antrag des Referenten wurde ein-stimmig angenommen, er wird der Banalverwaltung zur Erledigung vorgelegt werden. Anmeldevorschriften. Wie man uns von Seite des Meldeamtes mitteilt, wird die An» und Abmeldung von Seite der Bürgerschaft unregel- Seile 4 Deutsche Zeitung Nummer 14 mätzig durchgeführt. E» werden daher alle Parteien, Wohnungsgtber, Untermieter sowie Fa> milienerhalter darauf aufmerksam gemacht, dah die Anmeldungen rechtzeitig zu erfolgen haben. Zuwider-handelnde werden bestraft. Großer Wassermangel in Ptuj. Der Wassersland der Drau ist fo niedrig, daß sich vom stadlfeiligen. also linken Ufer bis in die Mitte de« Strombette» eine nur durch wenige übelriechende Tümpel unterbrochene Schotterbank hinzieht, sich da« linke Drauufer also in einer Länge von fast einem Kilometer um die halbe Strombreite nach Westen verschoben zu haben scheint. Daß der Aufenthalt auf dem so schön gelegenen Draukai, wohin das frühUng»mäßiqe Wetter lockt, nur Personen mit abgehärteten Geruchsnerven möglich ist, wäre da» kleinere Uebel, gibt es ja doch heute schon andere schneefreie und trockene Promenadewege. Schlimm wäre e« jedoch heute um Ptuj im Falle eine« Brandes in der Stadt bestellt. Brunnen, die man im Sommer selbst mit den modernen Löschgeräten kaum auszupumpen in der Lage war, sind heute fast leer. Da das alle Ufer zu der großen Sandban; steil abfällt, wäre es unmöglich, die großen und schweren Geräte bis an das freie Waffer der Drau zu schaffen; der Grajenabach, der jetzt allerdings Schneewasser führt, hat nur wenig Stellen, die sich zur Aufstellung der Spritzen eignen, und im Be-reiche der Stadt befindet sich keine größere Wasser-Ansammlung, ;V B. Zisternen, die man im Falle einer Bmndkatastrophe zum Bezüge des Lösch-massers heranziehen könnte. Ein Brand im Gebiete der Stadt könnte jetzt zu einer Katastrophe von nicht vorauszusehenden Ausmaßen werden, da es wohl gegen eine Stunde dauern dürfte, bis das erste Wasser am Brandplatze einlangte. Eine bewegte Nacht bei unserer Po-lizei. Insgesamt mußten Samstag in der Nacht acht Verhaftungen wegen nächtlicher Ruhestörung vorgenommen werden. Bedauerlicher Weise mußte man feststellen, daß sich unter diesen auch solche Leute befanden, die tagsüber Verköstigung in der Volksküche erhalten. Ueberfall. Der Besitzerssohn Johann Telmec au« Sp. Velovlek wurde am Samsl.i*} nachmittag, al» er heimwärts ging, von einigen Burschen über-fallen, von denen ihm ein gewisser Josef Pichler, Besitzerssohn au» Hlaponci, mit einem Dreschflegel auf den Kops schlug Tekmec fiel bewußtlos zu Boden, worauf die Burschen unbekümmert das Weite suchten. Ein in der nächsten Nähe befind-ticher Besitzer fand den Schwerverletzten auf der Straße liegend auf, er überführte ihn ins Spital nach Ptuj Der Fall wird durch die Gendarmerie näher untersucht. Sein Weib zu Tode geprügelt. Im Jahre 1921 hatte sich der heule 38 jährige Georg Pernek mit der um 13 Jahre älteren Witwe Mlaker verehelicht. Maria Pernek, die in Gruskvvje, Gmd. Sv. Trofica in der Kolos, einen kleinen Besitz besaß, ließ damals die Hälfte ihrem Gatten verschreiben. Die Ehe, die anfänglich glücklich war, brachte mit der Zeit immer größere Streitigkeiten, fo daß die Gattin mit ihrem jetzt i:i-jährigen Sohne, der au» der ersten Ehe stammt, keine be-sonders gute Zeit erlebte. In der zweiten Ehe wurden zwei Kinder geboren, die gestorben sind. Die Zwisligkeiten gingen fo weit, daß im Jahre 19:<9 die Gattin, die sich mittlerweile von ihrem Manne scheiden ließ, Wein und Obstmost, die als Eigentum des Gatten zu betrachten waren, ver-pfänden ließ. Am Donnerstag abends gegen 19 Uhr kam nun Georg Pernek wieder zu seiner geschiedenen Gattin, die mit ihrem Sohne auf ihrem Besitze lebt, und es entstand zwischen ihm und der im Bette liegenden Gattin wegen der im Jahre 1939 erfolgten Pfändung ein Streit. Der Mann, der von feinem Weibe Aufklärung verlangte, äußerte sich im Laufe des Wortwechsel's, daß heute einer der beiden, entweder der Sohn oder die Gattin, tot sein müssen. Der 13 jährige Sohn, der gleich-falls schon im Bette war. flüchtete daraufhin ins Freie. Die Gattin blieb aber, ohne sich viel um die Worte des Mannes zu kümmern, ruhig im Bette liegen. Dadurch geriet Georg Pernek in eine derartige Aufregung, daß er einen im Zimmer stehenden Stil einer Feldhaue ergriff und mit aller Gewalt auf die wehrlose Gattin einzuschlagen be-gann, bis sie sich nicht mehr rührte. Nach zirka einer Stunde kam der Sohn wieder ins Zimmer und fand die Mutter tot im Bette. Auch der Ehe-gatte kam später zurück und sah. was er verbrochen hatte. Am vergangenen Freitag fand die gerichtliche Obduktion der Leiche statt. Der Körper wies fürchter-liche Hiebverletzungen auf. Der Ehegatte Jurij Pernek hatte wegen Mißhandlung seiner Ehegattin bereits verschiedene Strafen im Ausmaße von 14 Weinbutte zu finden. Bei der Einvernahme geftan» der Genannte, daß er die Weinbutte gestohlen habe, er leugnet aber den Diebstahl der anderen Sachen. Tödliche Verbrühung. Das zweijährige Keuschlersföhnchen Josef Dragsii aus Prerad. Gmd. Polanci, hat sich dieser Tage mit siedender Suppe angeschüttet. Der Knabe erlitt dabei an der Bruft schwere Brandwunden und mußte ins hiesige Spital überführt werden. Trotz aufopfernder ärzt> licher Hilfe ist das Kind den Brandwunden erlegen. Pferde-, Rinder- und Schweinemartt. Gattung Aus trieb Stück Ötr- Iduf Stuck UKIK Din Stiif* 1TA 1.50 3.M> Halber 49 2.— .i.S5 4..V0 1 tchsen 10« z_ 3.— 4.15 Stirn 14 S.— S.M) 3.2V Psrrde »7 178 3.400 i>ertet — Schiveine 10» 4t* 15.— »..'>>> Togen bis sechs Mcnate im Strafgerichte Ptuj, zu WW^WWWWSWM^MWMW gebüßt. verbüßen. Davon hat Pernek fast ein Jahr ab- Einer Diebsgesellschaft auf der Spur. Im Monate Oktober v. I. wurden der Besitzerin Anna Jagarinec in Vel. Varnica aus einer unvet« sperrten Presse «oei Weinfässer mit 300 u. 50U Litern, sowie eine Weinbutle von unbekannten Tätern ge-stöhlen. Ferner wurde in der Nacht von» 23. auf den 24. November beim Bruder der Obgenannten, nämlich beim Besitzer Alvis Jagarinec, ein Einbruch verübt, bei dem verschiedene Kleidungsstücke sowie Bargeld von 750 Din gestohlen wurden. Der Ge-samtschaden beträgt 3300 Din. Den eifrigen Nach- forfchungen der Gendarmerie gelang es, bei einer am 4. Feber beim Arbeiter Fostnanc Georg in Vel. Varnica vorgenommenen Hausdurchsuchung die Wirtschaft uBeriehr Abrechnnng mit der Eisenbahngesell» schast Zeltweg Belenje. Nach uns zugekom-menen authentischen Nachrichten ist feiten» de» Völkerbundes in Genf an die Regierung in Be» grad der Auftrag ergangen, die vom jugoslawischen Staate übernommen« Strecke der Eisenbahn Jett-weg-Wolfsberg Dravograd Velenje mit dieser (Eifert-bahngejellschaft endgültig abzurechnen, so daß die Aktionäre dieser Bahngesellschaft die berechtigte Aussicht haben, in kürzester Zeit die schon lange er-wartete Aufwertung der alten Stammaktien zu er-leben. Nach dem bestehenden Aufwettungbschlüssel auf Basis der Goldparität müßten also diese Aktien einen Wert von zirka 3000 Din per Stück erhalten. Die XV. Pelzmesse in Ljubljana wird am 20. Februar in den Räumen der Mustermesse eröffnet werden. Ware kann bis zum itt. Februar an die Adresse „Divja koza". Lsublsana. oekesefe». geschickt werden. Getränkeausschanl en gro». Die Steuer-adteilung des Finanzministerium» erließ nachfolgend« Aufklärung: Nach Punkt i, Art. 3 der Vorschrift über die Verzehrungssteuer ist unier dem Getränke-ausschank en gros der Verkauf von Wein übee .',0 I. von Bier über 2a t. von Spiritus un» Branntwein über 100 I, von den übrigen tränken über 25 I zu verstehen. Ein- oder Zweizimmerwohnung möglichst sonnig, tu mieten gesucht. Zuschriften erbeten unter .Ruhig 37293* a« die Verwltg. d. öl. Seböoea Maskenkostüm Seide, Rokoko, -u rerkaufen oder zu verleihen Adresse in der Verwaltung des Blattes. »72s# Suche 2 Betten samt Einsätze und Matraucn, zwei listen. 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Wir begleiten unsere liebe Tote am Freitag, dein 17. Februar um 4 Uhr nachmittag von der Aufbahrungs-halle des städtischen Friedhofes aus zur ewigen Ruhe. Die heilige Seelenmesse wird am Samstag, dem KD 18. Februar um '/.» Uhr früh in der Marienkirche in Celje gelesen werden. Celje, den 15. Februar 1933. Familien Hönigmann—Egersdorfer. t«**« «nw«,: S-» 5»«.. » iHt die Druckerei verantwortlich: Gmoo Wflvlo tit «Mit* in