Nro. 43. ------------^^------------I^^^D^^ . Freytag den 27. August. 1790. Inländische Nachrichte«. Häidach den 27. August. Der 24. dies war der glückliche, unscr?r Sehnsucht entsprechende Tag, an welchem unser all--geliebte König Leopold II. in Begleitung Gr., kön. Hoheit des Er Herzogs Leopolds gegen 9 Uhr Abends unter Paradirun^ der Bürgerk^mpa^nie allhier zu allgemei-, ncr Freud« im besten Wohlseyn cingetroft, fen ist. Gleich bey Seiner Ankunft entließ der König die Bürgerlich? mit diesem huldreichen Beysatze: ,.Er behalte sich biese traute Bedeckung ben Seiner Zurück-klinftvon Fiume vor.,, Den 2s. d.^Fiü'e Von 6 bis 12 Uhr gab er jedem oh'nc Un< verschiede Audim., und nahm die Memo rialien mit der ihm ganz eigenen Leulh. sell^keit an. N.tchnuttags ertheilte ev übermal Audienz Uin 4 Uhr qeruheteu ^e. Majestät in Beqleitun^ des Ercher-io>^s Leopolds, des hiesiqell Hrn. Kreis- > ^anpt'nannes Baron Anckersho^en , des j ^rn. Qberilen Struppi , und der beyden Herrn DeputirttN/ Baron Schweiger und. 1 Rossettt, wie auch des Hrn. Landingenieurs. -Joseph Schemerl alle öffentliche Gebäude,^ ,jund die v. Desselbrunnersche Tuchfabrick m 1 höchsten Zlugcnschein ;u nchmen. Hentc um l dreyvlertel auf 12 Uhr in der Nacht haben Se. Majestät mit ftincr kön. Hoheit dem Erzherzoge die Reise weiter nach Fiume unter tausend Segnungen des gesammtm Volkes fortgesetzt. Das bey dieser frohen Gelegenheit hler neu errichtete Scharffthüt-zenkorps hat sich vor'üqlich fthön ausae-nonnnen. Die Auswahl der dazu enaa-girttn Individuen war treftich, 'es wur«^ den nur wohlgewachftne, und von ihrer'' Geschlckllchkeit bekannte Manner beraus^ gesucht. Die Uniform sammt der Rüstuna ei.^ )eden Scharfichützens ist fdlgend/:. ! wnsse Bemklewer und Westen, cin grü- ^ ms Gockel, gewtrte Srifeln, auf dem ' Haupte em Hut alla Korse mit einer weiß und grünen Kokarde, und weissem Feder« ^ dusche ,^wn der linken Schulter läuft gegen dle üchte Seite eine grüne Schnur. woran ein Pulverhorn hangt, in der rech-ten Hand tragt er ein gezogenes Rohr, und auf der linken Seite einen Hirschen-fanger. Der kommandireude Hauptmann ist der ehemalig? Auditor bey Erzherzog Ferdinand Infanterie Negimente, und der' maliger Batuuichter im Herzogthume Kram Herr Kärl Krobat, nelst 4'Ossizieren, nämlich, dem Herrn Morak, Doktor dcr Rechten, Hrn. Samassa, bürgl. Glocken-giesscr allhier, und Hrn. Anton Hofer, Expediteur der Güttcrwaaren, und Hm. Gar..aroli. Dies Korps zahlt ohne der vortreftichen aus acht Köpfen besiehenden Hautboisten Banda , die gestern um halb 12 Uhr Mittags, wo dies Korps vor dem Quartier des Königs aufzog, die Ehre hatte sich vor Seiner Majestät mit allem Beyfall hören zu lassen, aus! 5 Offizieren , und 70 Scharfschützen, die sich täglich in ihrm Manövern üben, und untertheiltes Lob erhalten. Dieses Korps fuhrt auch eine vortreftichc türkische Mu-sick, die Abends durch die Stadt ertönte. Gesiem Abends ist Ihre kömgl. Hoheit die Erzherzogin Elisabeth aus Innsbruck hier angekommen, die sich vornahm Se. Majestät unsern König, und auch die übrigen Hohen Ihr so nahe angehenden Gaste zu erwarten. N)ien den 2,t teinischcr Sprache eine kurze Anrede lind Einladung , welche I. M. und II. KK. HH. ans das huldreichesie beantwolttten. Die Deputation begab sich tierauf in der^ vorigen Ordnung hil?weg. ^ Es wird gegcl'Närttg an Verbesserung der Civil und Polizeigejezzen gearbeitet, nachdem die Kriniinalgcsezze meistens in Ordnung gcbracht worben. Die Illnrische Nazion, welche einen Landtag in Kariös wiz eröfnet, hat bereits groben abgelegt, wie heilig ihr das Interesse des Monarchen sey, und trte willig sie das Ihrige^ zu den Staatsktdüssnisskll liylcgcn wol-^ len. — Für die deutsche adeliche Garde find bereits tie Galla In »sonnen im fertigen Stande, und bey Hofe vorgezeigt wordlN. — Auch sind schml wiedcr 2O Wagen ;ur BeditllUNg des Hofes nit^ schweremGlpale nach Frankfurt algcfühll! worden. !>Iach dem nun abgeschloßenen Vergleich unt Preußen, sichr den meisi.n Freylorps bey dcr schlesischeu, Vöhn i-schen, und Gallizischen Altvee die Reduktion bevor, doch werden Grün London, ^>donel und ^cincr btybthallen. Alle von ber untern Grande eingehends« Nachricht ten bestätigen den nahen Frieden mir der ^svlte; der Grosivezier hat sich bey Brai-I?w ^an; über die Donau zurückgezogen. Der Prinz von Koburg sieht noch immer W Lager 2 Mlilen von Bularesi. Die ^gewjßhejl, i^ hf,. nion weaen d?r Ent-Müsse des Petcrsturacr Hofes schwebt, hat zu dem Gericht Anlaß gegeblll, daß !!cm Zheil preußischer Truppen aufs «eue !aufbrechen und sich unter Kommando des Herzogs von Braunschtveig gegen Ue Aussen in Marsch sezzen solle. Handlungsschisse melden , daß ni Loil-don im Admiralitatsrathe beschlossen worf den, 8 Schisse von 64 Kanonen nnd 4 Fregatten nach dem Ballischcu Meere, dem Kölüg von Schweden zu Hilfe zu schicken. Auch soll ein ic> Schiff starkes Holländer Geschwader sich mit den Engländern vereinigen. ^ Wie das Gerücht sagt, sollen die Herren Khurfürsien von Mainz, Trier, Kölln und Pfalzbayern gesonnen senn, die Kaiselkröllung in Frankfurt durch ihre persönliche Gegenwart zu verherrlichen. Am i l. dieses wurden von Haders-borf, dem Landgute des Feldmarschalls von Loudou, eine Menge Schriften, wo« mit 2 Wägen beladen waren, nach dem ^Pallasie des Hofkriegsraths gebracht, welche der Selige stets mit großer Sorgfalt aufbewahrt und verschlossen hielt. Man sagt, daß diese als ein schätzlarer Beitrag sür das Archiv des Hoflriegsraths zu betrachten sind, indem sich darunter Plane und Abrisse von Festungen, Berichtigungen vieler Kriegrnachrichten , nebst andern Aufsätzen , die sich ^ auf den Oe« ,stencichiscken Militärdienst be ichcn-, befinden. Diese Schriften sind grösicntheils von der Hand des Helden selbst verfertiget. ' <5raz den 23. August. Nachdem man schon vorgestern den ganzcn Nachmittag wit Slbnsücht geharret, silch Se. ,Maj. unser gnädigsrer König in Beglej-,tunq Sr. k. H. des Erzherzogs Leopold Olsten, tnorgens um ein Vicrtel nach 4 .Uhr m Gra; angekommen, und haben gellte nm ein Viertel nach 6 llhr mora/ns ^die wettne Reise übcr Marlurg und Zilli üiach Laybach angetteten. <3e. Mai. wähl-! ten auch für sich den bequemen Gasthofz zur goldenen Sonne in der Manahilfer Strasse. Die hiesigen Bürgergarden ver-, richteten die Wachen , mid machten die Kir-! . chenparade. Se Maj. sahen diese 3 treft , lichen Chöre, nemlich dic Bürgerkavalle-rie, Grenadiere und Iigerkor, vom Fenster d»s Gasthos?s; sahen das gasreich her-^ beoströmmende Volk, um seinen neuen Vattr auch von Person kennen zu lernen, bemerkten gar wohl die allgemein herrschende Freude, und könnten sellbst'die inni.M Rührung darüber nicht bergen.! Se. königl. Maj. haben gestern mehrere! hiesige öffentliche Anstalten zu besehen ge« ruhet. Trieft öen 2l. Angust. Das hiesige Handlungshaus Isaak Vita Levi hat den Auftrag dem Kontrolor, und Prove-ditor der königl. neapolitamschen Flotte, «uf der die königlichen Snilianischm Majestäten , und Prin;essmm nach Fiume überfuhrt worden sind, Don Vinzen;o Pol' lizini das B.'nöthigende zu verabfolgen. < Ausländische Nachrichten. FvH»ikreich. Paris den z. ?lltgnsi. Troz des Valerlandsaltars und des großen N^ioual-fesies, und des geschwornen Bnndesttdes, glauben doch einig?, di? neue Konstitution winke und werde tief untergraben. In Lyon, in der Proveu'e u ld an den Gränzen von Sivoyen stauben schon Funken der Empörung. Prin', von Conde, ein? Fe,ierseele, tapfer, rechtstha^n, gerad?, gäiebt, qeschält, mit allen Ieldherrnei-gl'nschafteu au.1g?rü!?et, wird sich an die Soi'.e einer Gz^irevolutton ste l?n. Der Kardinal Noh-ln Hit Frankreich v'rli?n,! und ist scholl von der Gmeralverlammlunz ^ l zititt, um vor ihrem Richterstuhle sich zu rechtfertigen. Aber cr ruft deutsche Nechte, unter welchen er steht, zu seinem ,Bestände an, und er sindtt genug An-!hänger unter den deutschen Fürsten, die izalle durch die neue Konstitunon um ihre ^Rechte kommen. Daher merkt jezt Paris !hoch auf, und ahndet einen nahen Bürgerkrieg. Spanien hat sich mit England ! ausgesöhnt, indem es die vollkommene Ge«» nugthuung le stcte. Könnten sie jezt nicht ^mit ihren gewaltigen Flotten über Frank» reich h?rstürzen? Preußen und Oestreich ^sind auch ausgesöhnt; diese können eine ^halbe Million der geübtesten Krieger ins Feld siellm: Hat also nicht Frankreich Ursache, auf die Zeichen der Zeit zu merken und sich in mutige Gegenverfassung zu se:,en? Es geschieht auch mit dem größten Eifer. Alle Seehafen hallen von Rüstungen wieder, und jedem Bürger steigt das Herz bey dem Gedanken, daß er nun bald oie heilige Freiheit mit dem Schwerdte seiner Faust behaupten soll. Kur; , nicht die Türken, llicht die Schweden, nicht die Russen, sondern dü Franken werden nächstens das Augenmerk der ganzen Welt seyn. Doch hcißt es wieder , diese sind durch die mündlichen, und schriftlichen Erläuterungen , und Zusich?rungcn, welche sowohl )?r W:'!lisi