„/nihtit, Wilslftii», ?il»»g str Alle" Rr.«I Mittwoch. »A. Mai R«««. V. Jahrgang Die .Mardurg« Seitung- «richemt jidk« Sonnia,,^ «»d Preise — für Mardur»: ganziähri,, l! f>^, halbjöh.ig s Iiierleljährig 1 ft. b0 lr; str giiftellun» iii« Hau» m»ua>!ich 10 »r. - mi« Pokoerseiidun«! ga»j>lIl,ie K<>imi>nd,eile wird dei-inm»li°«, «inlchalt»»» m>t I», de, zweimaliger mU Ii. de, dreimaliger Mi« 20 >r. derech,lel, wozu siir jeditm-lig- Einschaltung s? tr. Z»seri>ten.S!empelj,-bi>dr kommen. Zur ^«'schichte i)e8 Tagfs. DaS wichtigste Er eiguiß des TaqeS ist die vom „Dresdner Journal" gemtldete, aUs'itit^e Annahme des Kongresses, der am Freitag in Paris eröffnet werden soll. So liälte sich denn wieder ein Lieblingsqcdankt' des Kaisers Napolron verwirklicht und er mag sich einstweilen vergnügt die geschickten Hände reiben. Wir j^lauben, Bis-marck's Wort: „daß der Kongreß resultatlos tvie die Londoilcr Konferenz auseinandcrgetlen werde, und daß wir in vier Wochen den Klieg haben" dürste eher sich erfüllen. a!s daß dieser Kongreß den Frieden Europas bewahren und den ganzen Welttheil auf neuer Grundlage umgestalten werde. Der Frankfurter Abgeordnetentag hat in Bezug auf die Bundesreform den einzig richtigen, weil verfassungsmäßij^ea Weg be treten: er verlangt die schleunigste Einberufung des deutschen P.nlmnentes nach der Reichsversassung vom Jahre 184V. Wir bedauern, daß Oester-reich auf diesem Tage nicht vertreten war. hoffen aber, die Abgeord-neten unserer Landtage und alle Mitglieder deS ReichsratheS. welche für die Berfassungsmäßigkeit einstehen, werden dem Frankfurter Beschlüsse beipftichten. Wäre nur auch die Regierung Oesterreichs entschlossen genug, die Berechtigung des deutschen Volkes auzuerkennen und rasch danach zu handeln. Zu gleicher Zeit mit d m Abgeordnetentage wurde in Frankfurt ei n e za hl rci ch e Volksversammlung abgehalten. Kolb von Speier führte den Borsitz. Die Versammlung fordert zu bewaffnetem Widerstand gegen die Politik Preußens auf. verlangt die Konftituirung Schleswig Holsteins als selbstständigen Staat, die Inkraftsetzung der schles-wtg.holstein'schen Stimme am Bund, die Bildung eines schleswig Holstein, scheu Kontingents, verlangt ferner eine konstituirende Volksvertretung Ge-sammt'Deulschlauds. Herstellung der Grundrechte und Einsilhrung einer allgemeinen Volksbewaffnung. Außerdem wurde von dieser Verstimm-lung ein Ausschuß gewählt, der die Gründung von Volksvereinen betreiben wird, welche ihrerseits cin gemeinsames Programm berathen und dann Abgeordnete zu einer Zentral Versammlung nach Frankfurt schicken sollen. Ueber die Unterhandlungen Bismarcks mit den Führern der freifinnigen Partei wird der „N. Fr. Preffe" geschrieben: So ivenig ich auch stets an die Richtigkeit aller Nachrichten in Betreff der Bildung eines Kabinetö, in welchem sich liberale Elemente um Bismarck gruppiren sollen, geglaubt liabe. so möchte ich doch jetzt an der Genauigkeit der amtlichen Dementis zweifeln, denn es haben wirklich Untcrhanl)lungen. oder, wenn man lieber will, es hat eine Unterredung zwischen dem Mini; ster Präsidenten und einem Mitgliede der liberalen Partei stattgefunden-aber diese Unterredung hat. um einen vielleicht in der Politik nicht ge-bräuchlichen, aber doch hier passenden Ausdruck zu gebrauchen, mit einem Korbe geenditst.. Darin dürfte vielleicht das Motiv der amtlichen Erkia-rung zu suchen sein. Eine Stelle der Erklärung verdient in Bezug auf ihre Fassung noch besondere Beachtung; es sind dieS die Worte: „daß die Staatsre-gierung und speciell der Minister Präsident eine solche Verständigung wünschen, ist richtig." Diese Worte betveisen. daß man sehr eifrig bemüht ist, den Minister-Präsidenten von seinen Kollegen zu sondern und ihn immer gewissermaßen als den Mann hinzustclleu, tvetäier allensalls auch in einem liberalen Ministerium Platz nehmen könne. In der Fechtbodensprache nennt man das „Deckung nach rückwärts." Daß solche Handlungen in Preußen nicht so unmöglich gehalten werden, das beweist uns der edle Freiherr v. d. Heydt, dessen politische Farbenstellung die ganze Skala des Regenbogens in sich faßt. Aber Graf Bismarck hat sich in dieser Beziehung doch sehr verechnet; er hat die im Volke wachgewordene politische Erkenntniß, welche nicht nur liberale Phrasen, sondern auch Garantien dafür verlangt, daß wirklich liberale Zustände herbeigeführt werden, nicht in Rechnung gezogen. Solche Garantien kann Graf Bismarck natürlich niemals bieten, und so müssen alle seine Versuche, sich durch einige liberale Kollegen zu rehabilitiren, vergebens ausfallen. Die Rüstungen in Preußen nehmen ihren ungestörten Fort gang. aber, und das ist wohl die beste Rechtferlignng der Opposition des Volkes und der Kammer gegen daS „eigenste Werk König Wilhelms", um die Armee aus Kriegsfuß zu stellen, muß m^in die Rüstungen so weit ausdehnen, daß die Kräfte des Landes auf das höchste angespannt tver» den. Nach Vernichtung der jetzt inS Feld gestelltcn Armee gibt es keine andere Möglichkeit der Vertheidigung für daS Land; man ist genöthigt. Das fürchterliche Aett. Von u. /alkner. (Fortsetzung) Ueber den alten Exbraven tvar eine plötzliche Veränderung gekommen. Er nahm eine wunderbar feierliche Miene an, und als er wieder mit mir zu sprechen anfing, waren seine Worte mit keinen Schwüren verbrämt, durch kein Fingerschnappen verstärkt, durch keine Apostrophen oder Ausrufungen belebt. „Hören Sie, tverther Herr." begonn er in geheimnißvoll vertraulichem Tone, „hören Sie auf den Rath eineS alten Soldaten. Ich bin bei der Herrin deS Hauses hier gewesen, einer höchst liebenstvürdigen Frau mit einem grotzen Kochgenie. um sie von der Nothlvendigkeil zu überzeugen, uns einen besonders guten und starken Kaffee zu bereiten. Diesen müssen Sie trinken, um Ähre kleine anmuthige Nervenaufregung los zu werden, ebe Sie daran denken können, nach Hause zu gehen — ja, ja. Sic muffen das, mein lieber wohlwollender Freund! Wenn Slt alles das Viele Geld mit nach Hause nehmen, ist e^ eine heilige Pflicht für Sie. bei ganz klarem Verstände zu sein. Mehrere Herren, die lieute Abend hier zugegen waren, wissen, daß Sie so große Summen gclvonncn h.iben. Diese sind nun in geiviffer Hinsicht ganz würdige und vortreffliche Personen, aber es sind sterbliche Menschen und haben daher auch ivie wir alle ihre liebeswürdigen Schwachl)tilen. Soll ich noch mehr darüber sagen ? Nein. nein. Sie verstehen mich schon hinreichend. Nun. so hören Sie denn — lassen Sie. wenn Sie sich wieder ganz wohl füljlen. sich ein Kabriolet holen — ziehen Sic alle Fenster zu. wenn Sie einsteigen — »nd satten Sit dem Kutscher, er solle Sie bloS durch dit breitesten und beleuchtetsten Straße» fahren. Zhuu Sie das. und Sie und )hr Geld werden in Sicherheit kommen, und morgen es einem alten SoldattN Dank wissen, daß er Ihne» einen so guten Rath gegeben hat." Eben hatte der Erbruve seinen Sermon fast in iveinerlichem Tone geendet, als der Kaffee hereingtbracht ward und schon in zwei Tassen eingegossen war. Mcin aufmerksamer Freund händigte mir die eine derselbe» «jt einer Verbeugung ein. Ich war außer mir vor Durst und trank sie in einem Zuge auS. Fast im Augenblicke darauf ward ich von einem Anfalle von Schwindel ergriffen und fühlte mich berauschter als je. Das Zimmer drehte sich mit mir wüthend im Ring und der alte Soldat schien regelmäßig vor mir hinauf und hinab zu gelien. wie der Stempel einer Dampfmaschine. Ich wurde durch ein tieftigeS Klingen in meinen Ohren hall» taub und es überkam mich ein Gefühl gänzlicher Verir»jrrung. Hülflosigkeit und Bewußtlosigkeit. Ich sprang vom Stuhle auf und hielt mich am Tische fest, um das Gleichgewicht zu bekommen. Ich stammelte, daß ich mich fürchterlich unwohl fühle, so unwohl, daß ich nicht wüßte, wie ich nach Hause kommen sollte. „Mein lieber Freund." antwortete der alte Soldat, und selbst seine Stimme schien. alS er so sprach, auf- und abzuschivanken. „es lväre Toll-bcit. in Zhrem Zustande n»ch Hause gehen zn wollen. Sie liefen ja Ge-fahr. Ihr Geld zu Verlieren, oder mit der größten Leichtigkeit beraubt und ermordet zu weiden. Zch werde hier jetzt mich schlafen legen, thun Sie dasselb^auch; man macht in diesem Hause ein vortreffliches Lager zurechr lassen Sie sich auch einS machen. Schlafen Sie Ihreu Rausch aus und grlzen Sie dann morgen mit Ihrem Gewinnstc nach Hause. — morgen am hellen, lichten Tage." Ich hatte keine Macht mehr, etwas zu denken oder zu fühlen, als daß ich Mich irgendwo zu Bette legen und in einen kühlenden, erfrischen-den. bequemen Schlaf verfallen müsse. So ivilligte ich denn voll Freu-den in den Borschlag ivegen eines BctteS ein und nahm den dargebotenen Arm des alten Soldaten und deS Kroupier an. ivelcher letztere auf^^efor-dert ivordeii 'var. mir den Weg zu zeigen. Sie führten mich durch einige Gänge eine kurze Treppe hinciuf in das Schlaf^^emach. das ich einnehmen sollte. Der Ei^brave schüttelte mir herzlich die Hand, schlug vor. daß wir am nächsten Morgen mit einander frühstücken ivoUten, und verließ mich dann mit dem Kroupier für diese Nacht. Zch rannte an den Waschtisch, trank etwaS von dem dortstehenden Wasser, goß daS übrige auS. versenkte mich mit dem Gesichte darin, setzte Mich in einen Lehnstuhl und versuchte dann mich wieder einigermaßen zu beruhigen. Es ward mir bald besser zu Muthe. Die Verändkr«ng für meine Lungen auS der dumpfigen Atmosphäre deS Spielzimmers in die küijle Luft des Gemachs, nio ich mich jetzt befand, die für meine Auqen fast eben so erquickende Veränderung des blendenden Gaslichts deS Saales in daS matte, ruhige Flimmern einer Nachtlampe, unterftüste« wunder- diesmal Alles ln,s Eine äi niil l>ei Zuslim- mung dcKsclben Hofiiiunj^ auf (Gewinn volhaitden wäre. Allerdings wisstu die halbamtlichen '.' liitter nichl gc-ing zu rlzäl)lkn viii dem Entliusiasmusi. mit dcm die Laiidwel^rmiinttn zn dcu Atü)ncn eilen; aber dcm wider-spricht die Tlialsnäic'. d..ß in sehr vi^lni Ottcn recht bedeuNichc UNruhcn stattgefunden l)abrn. Wo das nicht war. l)at mau vom Enthnsttismus kciue Spur gesehen, im Gcgentlieile. alle waren still und mißmnthig. Wie tveit das geht davon koiinte sich vor tvcnijlen Tagea Köuij, Williclm jlltist über-zeugen, als er am nledcrschlesischcn '>.al)nhos l)ei t^er Abfahrt eines ZugeS mit Reserve- und Lantivehrmännern zuj^kgen war. Dic ^^^ente suliren am König vorbei, und fein^' «inzigc Stimlne erhob sich, 'reiche Hnrrah schrie oder ein Hoch anslirachte. Ein solches Schweigen ist eiue beredte Sprache; sie sollte zum Herzu» des Königs dringen nnd iha ausmerksam »lachen auf die Gefahr, in welche er sein ^^and und seine Dynastie sliirzt. Die Politik der c^ritten Gruppe, die einem Gerüchte zu Folge von Oesterreich Bürgschait siir ein bund sgemästes Vorgehen. Los-jagung vom Gasttiner Pertra,^ und ^Viitlvirfiing zu einer volkStlntmlichen BundesresvsM verlangen soll, soimuliit der „Nilrnberger Korrespondent" in seiner schneidi.jen Kiirze dahin : „Keine ^'i^utralltät. sondern feste, machtige Bundeöeinschreitung gegen den, ivelcher d(N File^'^en bricht. Dann hat Deutschland, gegen wen auch der Bund sich zu richten habe, in allen Dingm sein Wort mitzureden und kann Herrath und Berkauf. Vergetval-tlgung und jegliche Unterdriickung abtvehren. Wo aber nicht, so wird auch unsere Zeit d,e alte Wahrheit erneuen, daß im Kampf der Parteien derjenige, der furchtsam Frieden haben tvill. am ersten zu Grunde geizt." Ueber die Stellung Hai» novers . die für Oesterreich so über' aus wichtig ist. verlautet, daß die hannoversche Regierung allerdings die bündigste ^Versicherung, daß sie zuna^ltst die vertragsmäßigen lZtappenstra. ßen nach dem vollen Inhalt der Verträge zu gewäliren fortfahren werde und von sich aus irgend ivelche Parteinal)me für eitlen der streitenden Thelle nicht beabsichtige, in Berlin abgegeben, d.^ß sie aber gleichzeitig ebenso bestimmt erklätt habe, falls etiva im bundesmäfiigen Wege der Bund in dle Aktion eintreten sollte, lediglich un^ in allen Stücken die Anordnungen des Vundeö alo die Richtschnur ihres Handelns anerkennen zu können. Die militärischen Kreise bezeichnen eS nebstdem als feststehend, daß sür den Fall, wo diesen Genndsätzen gemäß der Bund ül,er daS hau-nover'sche Kontingent verfügen würde, der Gablenz, dessen Ueber- tritt mit der Viigade Kalik auf hannoversches Gebiet für den Kriegsfall nicht mehr zweifelht'ft ist. die Mhrung t^er vereinigten hannoverschen und österreichischen Truppen zu übernehmen bcstiinmt sei. Im Gegensatze zu jenen Berichten, welche Garibaldi wegen des Bündnisses der italienischen Negierung mit Napoleon und Bismarck als verstimmt schildern, erzählen Personen, die von Caprera nach Florenz zurückgekehrt, daß er bei gut^r Laune sei, sich freue, bald an der Spitze seiner Rothhemden ins Feld zu ziehen, und voll Vertrauen der Enttvicklmlg der Ereignisse entgegenselie. Die Beziehungen des Generals zum König lm-den ihre frühere Herzlichkeit erreicht, und ersterer soll mit größter Bereit-Willigkeit und übtriaschender Fügsamkeit die „momentanen^' Beschränkungen, welchen die Fleiwilligen Oiganisation vorläufig unterworfen bleibt, angenommen haben. Der Regierung liegt begieiflichertveise unj^emein viel daran, das Volk an ein vollständiges Einverständniß zwischen ihr und dem Chef der Rothlzemden glauben zu machen, und ihre Organe nalimen eS bisher nicht sehr genau mit der Wahrheit, wenn es sich darutn handelte, durch einschlägliche Thatsachen dies harmonische Einveinel.m n zu illustri-ren. Garibaldi hat den Oberbefehl über 20.000 Freiwillige angenom- men und diese sind bereit? geworben: eine eben so große Anzahl von Kriegslustigen muß sich mit der Aussicht auf eine spätere Werbung begnügen. Aus Jünglingen ivohlhabender Familien wird eine Guiden-Schwadron gebildet, die sich ar^f eigene Kosten ausrüstet und beritten macht. Die ungarische Legion tritt unter die Befehle Garibaldi s. Die Turiner. Genuefer und Mailänder werden als Scharfschützen-Bataillone formirt. — General Govoile ist. wie die Gazzetta di Airenze meldet, „von seiner Vergnügnugsreise aus Berlin mit der erfreulichen Ueberzeu-gung zurückgekehrt, daß sich König, Volk nnd Heer in Preußen im besten Wohlsein befinden." Govone sah auf der Rückreise die österreichischen Truppen in Mainz manövriren. und gab seiner Bewunderung über die Art und Weise, mit der dies geschalj, lauten Ausdruck. Die schnippischen preußischen Offiziere, die ihn begleiteten, wußten natürlich eine Menge Ausstellungen zu machen und äußerten ihr Erstaunen darüber, wie der italienische General die Militär-Einrichtnngen des getneinsamen Gegners für so ausgezeichnet erklären könne, worauf ihnen l)ieser erwiderte, cs sei eine Ehre, sich tnit solchen Soldaten zu schlagen, und eine noch größere, sie zu besiegen. Für Kanoniere von VUssunde ist dieS allerdings ein Kinderspiel! Der Mißmuth Viktor Cmannels über den durch die Kon-greb-Koniödie vcranlaßten Aufschub, der vorläufig seinen Abgang inS -Hanptquartier (zu dem bereits alle Koffer gepackt waren) unstatthaft er-scheinen läßt, macht sich seiner Umgebung sehr fühlbar. Er ist sehr übler Laune und von seiner kriegerischen Ungeduld beseelt, welche die Bertröftun« gen Lamarmora's nur mit Mühe einigermaßen zu beschwichtigen vermögen. In Paris glaubt man an ein zwischen Bismarck und dem Prinzen Napoleon bestehendes Einvernehmen und begründet dasselbe folgea« dermaßen: Daß Prinz Plön Plön einen Thron nöthig hat. um sich demokratisch darauf zu pflanzen, ist ein eben so dringend gefühltes Bedürfniß, ivie dasjenige, daß Bismarck ein großer Mann iverden muß. Also erster Akt: Rede in Ajaeeio, Feindschaft und Verläugnung seitens deS Kaisers. ^).!ian hatte gehört, wle einerseits die demokratisch offizielle Klaque tk Frankreich und Italien applaudirte, und auf der andern Seite die guten Chauvins in Frankreich die Gefahr fühlten, einen so schrecklich liberalen Prinzen neben dem Retter der Gesellschaft zu sehen. Zweiter Akt: BiS' marck. der Kiselak II., seinen Namen überall selien muß, geht nach Viar-rij^. unt dort eine Rettnng der Gesellschaft in Deutschland zu verabreden. In geheimster Sitzung wird ein Plänchen verabredet. Preußen in Deutschland unc> Frankreich am Rhein zu arrondiren. Italien muß den Anstoß geben, damit die Sache irgend einen liberal demokralisch-nationalen Anstrich bekotnm. Die Rechnung ist einfach, siegt Italien, so ist eS bankerott, siegt es nicht, io muß Frankreich helfen nebst Preußen. Die italienische Demokratie tvird bei der Gelegenheit aufgerieben. daS Land erschöpft und ermattet, und nur daS edle, nneil^ennützme Frankreich kann und wird Helsen, natürlich gegen eine ganz kleine Entschädigung. Die Abtretung von Sardinien ist zu unpopulär, und man geht ja nie gegen die öffentliche Meinung Da man nun aber noch nie versucht liat, was dieselbe öffentliche Meinung zu einem Kompagniegeschäfte zlvischen den bei dm Schwägern Umberto und Plön Plön sagen »vürde. so könnte man es in der That einmal versuchen. Der .«,loße Trumpf des letzten „Versuches einer sriedlichcn Lösung" mittelst der Industrieausstellung mußte erst noch ausgespielt tverden. dann aber so ungefähr um die Zeit, tvenn die Fran» zosen au5 Meziko zurückkämen uud das Land an die garantirten Millionen denken könnte, dann sollte die europäische Generalkeilerei anfangen, die durchlöcheiten, zerstampften Verträge von 1815. wie solches bei feierlichen Gele.^enheiten zu geschehen hat. nochmals gespießt und gehenkt «verde«, l^s ist wirklich nicht möglich, von dieser ekelhasten Komödie anders als voll die Wirkungen des kalten Wassers. Die Betäuliung schivand uud icl) fühlte tvied^r so etwas lvic klare Vernunft. Mein eister Gedanke war der. wie viel ich wagte, die ganze Nacht in ein.m Spieihause zu schlafen, mem zweiter, wie noch viel gewagter es sei. zu versuchen, von hier fort-zugeh.u. wenn das Haus verschlossen, und lei :'!acht allein mit einer großen Geldsumme lici tnir durch die Straßen von Paris nach Hanse '^u wandern. Ich lwtte aber au noch schlimmcrn Orlen als diesem hier auf meinen Reisen gcjchlafei'. nnd so besichloß ich denn, meine ZlM' zn ver-schließen, zu verriegeln und zu verbarrikadireil. Nachdem ich mich so g gcn alles Eindringen stesichcrt. unter das Bett und in die Schränke gesehen, die Fenster nntetsucht und mich ver-sichert l,atte. alle nur möglichen Vorsichismasziegeln genomm n zn liaben. legte ich meine Oberkleider ab. steckte mein diuincs Licht in eineu Hausen Atche aus dem Herde und legte mich mit d.m Schnupsluche. in welchem sich mein Geld befand, unterm Kopfkissen zu Bette. Ich wuide bald getvahr nicht ^los. daß ich nicht sch alen kiinne. son-dcrn auch, daß ich niä^t rinmal die Augrn schließ«n konnte. Ich ivar völlig wach, aber auch im vr>llst'N Fi'ber. Jeder Nerv meines Kiirpers b.bte — jeder meiner Sinne schien übernatürlich geschürft. Ich tvars Mich umher und vlrsnctNe j'de Art von Lage, suchte lnie auch foltdauernd stits die kühlsten Stellen des Bettes aus. alin alles vergebens. Bald steckte ich meine Arme unter die Betldecke. bald legte ich sie dariibee. bald streckte ich meine Gliedmassen geivaltlam bis ans Ende des Bettes a«'S. l'ald brachte ich sie krampshafk so nabc an me n ^Uun. als es nnr möglich. bald schüttelte ich meiu zerknitt rtes .^tissen ans. ivaiidte es ans die kühle Seite, striäi es glatt UN(> legte mich dann ruhi.^ au? den ^^il'icken. bald schlug ich es zur Halste zusammen, siellte es auf das eine Ende, kl.mmte es an die Bettseite und versuchte nun ei^e sikende Ztelluug. jede Anstrengung war vergebens, nnd ,ch mußte ntich mit Verdruß ül^er-zcnj^.en, daß cS hier ohne eine fchlaflote '^.acht nii^i^t abgehen irerde. Was ivar zu thuu? Ich hatte kein Buch zl.,il Lesen, und doch sühlte ich bestimmt, daß lveiin ich keine Metliode anachte, meinen Geist zn zerstreuen, mir nichts anderes übrig dl iben ivürde. als mein Gehirn mit Ahnungen aller nur möglichen eder unnwglllu'n Gefahren zu äntNU-gen. kurz, die ?tacht Mit den Oual.n aller ernunlicken Leiden nervöser Furcht zuzubrlnt^cn. Ich tiob Mich auf einen Elltioge» und soh Mich ini Zlmmer um. das von einem freundlichen Mondscheine erleuchtet tvard. der voll durch das Fenster hereinfiel, ob es nicht eitiige Gemälde oder Verzierungen enthalte, die ich dentlich erkennen könnte. AlS meine Au.^el» so von Wand zu Wand »vanderten. fiel mir ein Gedanke an daS allerliebste Buch von Le Maistre. Wanderung durch mein Zimmer, ein. Ich beschloß, dem französischen Autor nachzuahmen und darin hinreichende Un-terhaltnug nad Beschäftigung gegen die Langeweile einer schlaftosen Nacht zn finden, daß ich im Geiste ein Jnventarium vou jedem Artikel der Ausstattung desselben, den ich erblicken könnte, aufnehme und die Menge von Verbindungen, die ein bloßer Tisch. Stuhl oder Waschbecken hervor« zurufen im Stande, bis zu ihrer Onelle verfolgte. Bei detn nervösen und aufgeregten Zustande meines Geistes fand ich es in diesem Augenblicke für viel leichter, mein mir vorgenommenes Inventar zn machen, als meine mir vorgenommenen Betrachtungen, und gab bald alle Aussicht auf. — in Le Maiftre's phantastischer Art zu denken — oder überhaupt zn denken. Ich blickte im Zimmer auf die verschiedenen Geratlischaften umher, that aber iveiter nichts. Da tvar zuerst das Bett, ans dein ich lag — ein vierpfostiges Bett, daS ich am wenigsten in Paris erwartet hatte — ja, ein echter plumper Biran zwei bronzene Handhaben fehlten und einem geschmacklose« zerbrochenen Porzellan Schreibzeuge als Zierrathe darauf. Weiter der Z^oilettertisch mit einem kleinen Spiegel und einem ungeheuer« Nadel-kisscn verfetien. Ebenso ein Fenster — ein ungewöhnlich großes — u«d zuleyt ein schivarzes altes Gemälde, welches mir das schwache Nachtlicht nue üanj undeutlich sehen ließ ES ivar das Portrait ei«eS junge« Ma«. neS Mit eitlem hohen spanischen Hute utid eincr großen Feder daraus. Ein schwarzbrauner, unheimlich aussehender ausivärtSblickender Kerl, der mit Ironic zu reden; denn die Geschichte wird eS einst auch nicht ailders lhun Aus Warschau wird als zuverlässig gemeldet, daß Nußland in Polen ein Bcobachtungskeer zusammenzieht, uno daß Kaisn Alexander in Warschau länger verweilen wird. Au der Südgrcnze gegen die Do-nausürstcnthümer hat Rußland bekanntlich rine Armee von 200.000 Mann. In Polen sttl)n das von dem Herrn Grafen Mensdorff organisirte steirlsche Alpenjäger-Korps gemeldet. sich die Hand übrr die Augen hielt und so stier nach oben schaute, als fälle er nach dem Galgen, an dem er gehängt werden sollte. Wenigstens halte er ganz das Ansehen, als verdiene er dergleichen. Das Gemälde übte eine Art von Gewalt über mich ans, ebenfalls nach oben — an meinen Betthimmel zu selien. Es war ein dunkler und nicht eben interessanter Gegenstand, so daß ich wieder auf das Gemälde zurückblickte. Ich zählte die Federn auf dem Hute des MauneS. Sie standen weit hervor, zloei grüne und drei weiße. Ich bemerkte die Krone auf seinem Hute, der von kegelförmiger Art war, nach der Weife, ivie man angenommen, daß Guido Fawtes sie gern getragen habe. Ich dachte darüber nach, wohin er denn so nach oben sehe. Nach den Sternen kannte es nicht sein, denn ein solcher Desperado war tveder Astrolog noch Astronom. Er mußte nothwendig nach dem hohen Galgen, in dem Augenblicke, Ivo er gehangt lverden sollte, blicken. Sollte der Scharfrichter in den Besitz seines kegelförmigen Hutes und deffen Federschmuckes kommen? Ich zählte die Federii noch einmal. Drei weiße, zwei grüne. ' Als ich noch bei dieser sehr lehrreichen und nützlichen Beschäftigung verweilte, fingen meine Gedanken an herumzuschweifen. Das !.^icht des Mondes, das in das Gemach schien, erinnerte mich an eine gewisse Mond-stheinnacht in England — die Nacht nach einer Piknik Parthie in einem Walliser Thale. Iet>er Gegenstand bei dieser Heimkehr durch eine reizende Gegend, die durch den Mondschein noch reizender wurde, kehrte in meine Erinnerung zurück, ob ich gleich seit Jahren nicht mehr daran gedacht hatte, und wenn ich versucht hätte, es mir wieder ins Gedächtiilß zurück zurufen, eS mir getv ß nnr wenig oder gae nicht gelungen sein würde. Welche von allen den tvunderbaren FäliigkeitkN, die uns überzeugen, daß wir unsterblich sind, spricht ivohl diese erlialiene Wahrheit beredter aus. als dos Gedäch^niß ? Hirr befand ich mich jetzt in eincm flemt'en Hause von dem vrrdächtigsten Charakter, in einer 1.^age der größten lliigelrißheit. ja Gesahr, welches den sreieu Gebrauch meines Gedächtnisses ganz geiviß nicht besördertt'. und doch erinneite ich m»c!> ganz unwillkürlich un Orte «nd Personen und Gespräche und die kleinsten Umstände alUr Art. ireltic ^ch für immer für vergesseu gehalten hoben lvürde. mir geiviß nicht ab fichtlich hätte zurückrufen können, selbst unttr den allervor:beilti.iftesttii Kertiältnissen! Und welche Ursache hatte in Eincm Augenblicke diese g^nze seltsame, tomplicirte nnd^ geheimnißvolle Wirkung lzervargrbracdt? ?tichts als einige Strahlen Mondscheins in das Fenster meines Schlafzimmers. Ich dachte noch über das Piknik. unsere Lustigkeit beim Nachhause-geheu uud die junge, sentimentale L.'dy nach, die Byions Ehilde Harold zitirte, lveil es Mondschein war. Ich ivar in t'iese vergangenen Szenen und Freuden ganz vertieft, als in einem A»genl)licke dee Fad n. an dem meine Erinnerungen hingen, völlig abriß, meine Äusmerkiamkeit zu den gegenwärtigen Diugcu lebl)after als je zuvor zurückkehrt-' und ich mich selbst, ol)ne zu wissen, wie und tveshalb. wieder ans das erivadnte Gemälde hinstarrend fand. Hinstarrend, wegen was? Ei du mein Himmel! Der Mann hat seinen Hut abgenommen! Nein! — Der Hut selbst ist fori. — Wo ist die kegelartige Krone? Wo sind die F dern? Drei weiß lind zivei grün? Nicht da! Statt des Hutes und der Federn, ivelcher düstre Gegenstand bedeckt ihm die Stirn? — die Augen ? — die beschattende Hand? Be-wegt sich mein Bett? Ich tveudete mich auf den Rücken und sah elnpor. War ich ivahn-'sinnig? trunken? tränniend? — oder beivegte sich der BettliiMinel ivirk-lich herab — fank langsam, regelinäßig, s'chiveigend. lurchtbar. gerade lier-unter in voller Lange und Breite — herunter auf mich, der ich unter ihm lag? Mein Blut schien still zu stehen; eine tödtliche. versteinerncie Kälte überlies mich, als ich meinen Kopf aus dem.bissen ivandte und eiitschlvssen wai'. mich zu überzeugen, ab dcr Betthimmel sich loirklich beivege. indem ich mein Auge auf den Mann ans dem Bilde richtete. Der ^rste Blick in dieser Richtung genügte. Die schivarzc. schmutzige Außenlinie des Bettkranzes über mir brauchte nur noch eineil Zoll, um inlt dessen Leibe parallel zn stellen. Doch «ah ich athemlos darauf Und sortwälirend und langsam — sehr langsain sali ich die Gestalt und den R^ünneii unter Scr (Gestalt verschivindea. so wie der '.L^etlkranz sich vor iliiZt lit furchtsam. Ich bin meiir als einmeil in Lebensgefalir geivesen uu^i l)abe keinea Augen-^'lick mein kaltes Blut verloreli. aber als die 1lel)er',eugu'>g nur crst von meinem Verstände Besitz genommen batte. daß sich der Bett^iimMl wirklich beivege. und fort und fort auf mich tzcrabnnke. blickt.' iv schaudernd. Hülflos und furch:erstarrt doch einen od^r ein p.rar Momente unter der Mortmaschine empor, die sich immer nalzer und naber jn mir hfi.,bfcnkre. NM mich da. ivo ich l^g. zu erfticken. (Vit Leiche dkS Karl FlaccuS) in WolfSthal. der am 16. Mai eines genialtsamcn Todes gestorben, ist qeriäztsärztlich untersucht und daraus hin ein Gutachten abgegeben morden. Wir entnehmen dcmsclben, dap Flattus entweder in Aolgc rines Schlages mit der Mäche rines ljarten Körpers auf die linke Schlafcngcgeiid. oder in Folge eines schweren Fal l,S auf fine lilirte llntcrlage eüien Bluch des schuppigen Theils des linkcn Schläfenbeines ellitten — diiß gleichzeitig aus Anlaß der heftigen Erschütterung dtS Kopfes die Zerreißung cineS Blutgefäßes der liarlcn Hirnliaut und demgemäß namhafte Blutergießung in die Schädclhöhle sichergeben, wot'urch der Tod notliwendig eintreten mußte, da eS nicht möglich ivar. d(?s Blut zu entleeren und die Blutung zu stillen. Der Befund gibt seinen Anhlilt, mit größerer Wahrscheinlichkeit k^artiuf zu schließen, daß die Verletzung durch den Schl^ig einer andein Person beigebracht worden: dieselbe kann ihrem Ansehen nach eben so leicht von einem wuchtigen Falle auf eine harte llnterlage herrühren. DaS Schädelgewölbe war un» gewöhnlich dünn und es konnte aus diesem Grunde der Knochenbruch leichtcr ersolgeu. Eben so dürfte die Trunkenheit des Untersuchten auf die leichtere Zerreißung der Gefäße mit eingewirkt haben. (Vom S ü d ba h n h o f e.) Am Sonntag, als der Morgenjug von Graz gekommen, ging eine Fktiu durch die Halle deS Südbahnhofes. Sie spürte, daß eS an t>er rechten Seile ihres Leibes warm werde, und als sie danach griff, brannten ihre Kleider bereits lichterloh. Man riß ihr das Getvand herunter und überschüttete sie mit Wasser, wodurch wei-terem Unglücke vorgebeugt wurde: Hand und Oberschenkel sind durch .Brandwunden bedeutend verletzt. Die sträfliche Unsitte vieler Tabakraucher. I brennende Zündhölzchen wegzuwerfen, ist schuld an diesem beklagenswerthen Falle. (Strafrechtspflege.) Der Rekurs, lvelchen die Postdirektiou gegen das lossprechende Urt!)eil des hiesigen Bezirksgerichtes in der Ehrensache wider Herrn Verdes ergriffen, ist vom Oberlandesgerichte verworfen und der Spruch seinem vollen Jnhalie nach „wegen Mangels an objektivem Thatbestand" bestätigt worden. (Aus der evangelischen Gemeinde.) Morgen Donnerstag den 24. Mai findet in der hiesigen evangel. Kirche die diesjährige Ber-sammlung des südösterreichischen Zw^igvereincs der Gustav-Adolf Stiftung statt. Dieselbe ist von Abgeordneten der Octsvereine Fiume, Trieft, Görz. Laibach. Cilli uni) M^nburg beschickt und beginnt mit einem feierlichen Gottesdienste um 9 Uhr. Die Festpredigt hält der reformirte Pfarrer Herr Schack von Laibach. Nach dem Gottesdienste wird die Versammlung durch eine Rede des Herrn Dr. Buschbeck. Stellvertreter des Superinten-denten und resormirter Pfarrer in Trieft, eröffnet; dann folgt Berthe» > lung der Liebesgaben an bedürftige evang. Gemeinden und die Schlußrede des hiesigen Pfarrers, Herrn Schroll. Mittags wird im Kasino ein Aeft' mahl eingenommen und Nachmittags ein gemeinschaflicher AuSpug gemacht. Abends v Uhr ist die Abreise der Abgeordneten. Bei der Wichtigkeit und der bekannten segensreichen Wirksamkeit deS in allen Welttheilen ausgebreiteten Vereine« dürften sich viele Theiluehmer ein-finden. Telegraphischer Wielier Cours vom 22. Mai. b-/, Metalliqur».....ü5.S5 Kreditaklien........126.40 b'/y Rational.Anlehen . . . . 61.— London.........128.— ISöOer Staats'Anlkhen . . . 71.10 ! Silber.........128.50 Bankaktien....... 658.— j K. K. Münz-Dutaten ^^ . . 6.07 Verstorbene i»l Mrlrburj^. >m 1. Mai: Herr Josef Alder. Müller. 39 I., in der Drau ertrunken. — Am IS.: Moriz Wright, Bucht>inder. 35 I., Typhn». — Philipp Dobinger, 71 I., Kon vulfionen. — Am 21. : Herr Jgnaz «uster. Schmied, 36 I., «nSzehrnng. Die Niederlage des Vrelisauer 8auerbrunnen5 für Marburg befindet sich bei GrazerVorstadt Nr. 10. Der Curort Prebl, wegen seiner prachtvollen Lage im Lavantthale. welches mit vollem Rechte Kärntens Paradies genannt wird, ist nun zur Aufnahme von Curgästen bestens eingerichtet und wird dem P. T. Publikum zum Gebrauche angelegentlichst empfohlen, indem von Seite der Pachtverwaltung AlleS aufge-bothen wird, billigen Anforderungen in jeder Richtung zu entsprechen. Vom medizinischen Standpunkte ist zu erwähnen, daß der Preblauer-Brunnen nach der Aeußerung bekannter medizinischer Autoritäten: die Blutbildung verbessert, eine normale Ernährung begünstigt und die Funk-tionSthätigkeit aller Organe erhöht. Seine heilbringenden Wirkungen in dem Bereiche der Schleimhäute, der Verdauung. AthmungS- und nament-lich der Harn« und Seruilorgarre sind augenfällig. Namentlich ii, letzterer Beziehung genießt der Prebloner-Brunnen den Ruf eines SpeeisikumS. Be-Steinkrankheiten hat derselbe schon wahre Wunder gewirkt, und die Eri höhung der Thätigkeit der Sexualorgane »vird jeder bezeugen können, welcher diesen Brunnen durch längere Zeit g«^nossen. Die vortheilhastesten Wirkungen übt derselbe ferners aus: bei Lungenkrinktieiten. Neigung zur Schwindsucht, bei chronischen Entzündung? Prozessen, bei Mtigen- und Darmkatarrhen ze. 159)_Kit Vochtverwaltu«« dez Pfet^lauer A»t«g. Nr. 4159. .......— Gxektltive Bersteigerung von Realitiiten. Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird ljiemit bek.,nnt gemacht: Es sei wegen schuldiger 1W00 fl. 5"/^ troat. slav. Grundentl.-^^bligation sammt Anhang, die exekutive Versteigerung der dem Herrn Karl Denike gehörigen Realitäten, und zwar: ») Dom. Nr. 1 aä Kranichsfeld (Mahlmühle in Kranichsfeld) im gerichtl. Schätzungswertli pr. ..... 1800 fl. 1,) Urb. Nr. 21 aä Kranichsfeld (Tischlerhube.in Kranichsfeld) im gerichtl. Schätzungswerth pr. ..... 4614 fl. o) Berg Nr. 21 aU Schleinitz (Weingarten in Radisell) im gerichtl. Schätzungswerth pr. ..... 4200 fl. tj) Dom. 9tr. 1 Ät! Studenitz ^Ackerrealität. sogenannte Stuvenitzäcker in der Gemeinde Podova) im gerichtl. Schützungswerth pr. 678 fl. bewillit^et und liiezu drei,^eilbietungS.Tagsatzungen auf den HO. Juni, A4. Juti und IT. August 1866 und zwar jedesmal bezüglich der Realitäten sl! »z und l» Ä^ormlttags von 9 bis 10 Ulir. bezügliä) der Realität ttll <; Vormittags von 11 bis 12 Uhr und bezüglich der Realität n. Abends. 9 Uhr 2 Mi«. Abe»d». Aach »Illach: Adf«tze<: 9 Uhr Anitz. Ner««tv«rtltcher Redakteur: Franz ttieSth«ler. 2. ttt U Dr«t »«h Wert«« »«, Eb>»r» I«»sch»tz tu M«rb»rG.