präuumrrattoa» - prril«: Für Laidach -Ganzjährig . . . « ft. — «l. Halbjährig . . . L » — . Vierteljährig. . . 1 . Lv , Mouatlich . . . — . 5V , Mit der Post: Ganzjährig . . . S ft. — tr. Halbjährig . . . 4 . SO . »vierteljährig. . . » . »5 , Kür Zustellung in» Hau« viertel-jährig »5 kr., monatlich S kr. »illzelue Nummern 5 tr. Lktakliou vabsbei>>a!se Nr. IS» Lrordilioii «ui Znlkral^lk Sarrau: Tongretzplatz Nr 81 (Buchhan^uu von I. ». K lernmavr L ^.Vam^r« —O' Zuserttousprkise: Flir die einspaltige Petitzeile » kr dei zweimaliger Einkchalinng i, 5 lr dreimal L 7 lr. Jniertionsftemrel jedesmal »v s. Bei größeren Inleraten und Litern Einschaltung entsprechender Rabatt Aaonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 272. Dienstag, 29. November. — Morgen: Andreas Ap. 1870. Rußland und die Türkei. L'. Wenn man die Wandlungen überblickt, welche !di« europäische Politik in ihrer Haltung zum otto-manischen Reiche seit dem Frieden von Passarowiz, also in den letzten 150 Jahren, durchqemacht hat, wird man einen durchgreifend leitenden Faden daraus zu ziehen kaum vermögen. Bon dem erwähnten Friedensschlüsse angefangen, mit welchem eine bleibende RUckstauung der Türkei auf die natürliche Nordgrenze im illirischen Dreieck — Save, Donau, Aluta — erfolgt und der Nimbus der osmanischen Unwiderstehlichkeit zerstoben war, würde es angezeigt gewesen sein, eine Politik zu inaugnriren, durch welche nicht mehr wider die Türkei, sondern wider jene nordische Macht, die mit allen Mitteln zu dem Gestade des Pontus drängte und im Testament PeterS des Großen die Wiederherstellung des bizan-tinischen Kaisertumes weissagte, Schranken der Abwehr von den maßgebenden Staaten aufgerichtet worden wären. Aber das Gcgentheil geschah, ja noch mehr: Oesterreich verband sich sogar mit Rußland wider die Türkei und unterstützte fogestalt den Fortschritt der elfteren Macht gegen Südwest. Die Türkei hatte glücklicherweise noch die Widerstandskraft, jenes Bündniß unschädlich zu machen, und der Belgrader Friede löste die österreichisch-russische Allianz. Als dann Rußland wieder die Türkei angriff und großartige Okkupationen am azowifchen und schwarzen Meere, in der Moldau und Wallachei vornahm. da zum ersten male nahmen die europäischen Mächte die moskowitifche Gefahr wahr und traten zu Gunsten des Sultans vermittelnd auf, so daß der Friede von Kutschuk-Kainardssy für die Türkei noch verhältnißmäßig günstig ausfiel, indem ihr Beffarabien, die Moldau und die Wallachei wieder rückgegeben wurden. Die Einsicht der europäischen Diplomatie in die russischen Eroberungspläne hielt aber eine gar kurze Zeit an, denn wenige Jahre darauf führte, nicht anders als ob es seine Aufgabe sei, jene Pläne verwirklichen zu Helsen, Oesterreich gleichzeitig mit den Russen einen mehrjährigen Krieg wider die Pforte, der mit dem Frieden von Szistowa für Oesterreich abschloß und der letzte Krieg Oesterreichs wider den Sultan war. Der Erfolg dieses Krieges für Rußland war, daß es an der Nordküste des schwarzen Meeres seine Grenze westwärts bis an die Mündung des Dniesters vorgeschoben hatte; aber diese Eroberung genügte ihm nicht. Schon nach fünfzehn Jahren rückte Rußland wieder in die Donausürstenthümer, und zwar in der verwunderlichsten Allianz — mit England, letztere freilich nur in zwingender Folge der konsequenten englische» Bekriegung Napoleons I, der dazumal in Allianz mit der Pforte stand. Diese Verbindungen lösten sich wieder, als Napoleons russischer Feldzug zu dem Frieden von Bukarest führte, in welchem die Türkei die Donaufürstenthümer wieder zurückerhielt, Rußland dagegen die bessarabischen Ge biete bis zum Pruth von seinem Eintritte in die Moldau bis zu seiner Einmündung in die Donau, von da am linken Donauuser bis Kilia und weiters bis zum Meere seinem Reiche einverleibte. In dem Kriege Rußlands wider die Türkei, der in Europa und zugleich in Asien geführt wurde und mit dem Friedensschlüsse von Adrianopel endigte, kamen, da sich sür die Türkei kein Alliirter fand, noch die Inseln an der Donaumündung an Rußland und wurde dieses damit der Thorwart deS größten deutschen Stromes, ohne daß Deutschland dagegen seinen Arm erhob; es schlummerte ja im wohligen Schatten der heiligen Allianz, der auch der weiße Czar angehörte! Wie zärtlich Rußland sein vermeintes künftiges Erbe im Auge hält, wenn ihm einmal von einer anderen Seite Gefahr droht, zeigte es bei der Empörung des berühmten Mehemed-Ali von Aegipten; damals deckten die Russen den Sultan in Konstantinopel mit Flotte und Heer, damit die kostbare Erbschaft nicht in andere Hände falle. Erst als vor nunmehr 16 Jahren Rußland wieder über die Türkei he, fiel, besann sich Europa seiner großen, nur schon zu lange übersehenen Pflicht der Fürsorge, das die zivilisirkc Welt des Westens nicht kosakisch werde. Die sämmllichen Mächte ersten Ranges, nur das Königreich Preußen allerdings erst beim Friedenöschluß, nahmen Partei sür die Türkei und davon her rühik der Pariser Friede, dessen Bestimmung über die allen Flotten, sohin auch der russischen und türkischen auserlegte Ausschließung aus dem schwarzen Meere nun der Czar als für ihn nicht bindend erklärt hat, während England, Frankreich und Oesterreich die Garantie für die durch jene Kündigung zwar noch nicht that-sächlich angegriffene, jedenfalls aber bedrohte Unverletzlichkeit und Integrität der Türkei vertragsmäßig auf sich genommen haben. Die Bedeutung der Herrschaft über die illi-rische und die kleinasiatische Halbinsel, die in Konstantinopel ihren Mittelpunkt und höchsten Ausdruck findet, ist so in die Augen springend, daß Napoleon I. sagte: „Konstantinopel — das ist die Herrschaft der Welt!" Insbesondere ist die Lage des Jeuilleton. Eine neue Weltsprache. Klingt obige Aufschrift nicht wie Friedens-geläute in unseren von nationaler Erbitterung aufgeregten, von brudermörderischem Völkerkampfe heimgesuchten Tagen? Und doch würde man beider praktischen Richtung der Gegenwart kaum vermu-then, daß irgend ein Schwärmer sich mit Ernst auf die Erfindung einer Weltsprache verlege, auf ein Problem, mit dessen Lösung sich zwar der große Denker Leibnltz beschäftiget hat, das er jedoch gleich jenem der Quadratur des Zirkels müfsigen Köpfen zum Zeitvertreibe überließ. Kaum anderwärts als in Slovenien, wo allerhand vertrakte Ideen alltäglich auftauchen und ihre eifrige Pflege finden, wäre es möglich, daß jemand auf den Gedanken verfiele, die Welt mit einer von ihm er-fundenen neuen Unioersalsprache zu beglücken. Je. doch, wenn vor etlichen Jahren ein krainischer Geistlicher eine Ankündigung an alle Völker ergehen ließ des Inhaltes, daß er ein Universalalfabet für alle Sprachen erfunden und den raren Buchstabenschatz gegen Erlag von 4000 fl. zur Gebrauchnahme in einer Landesanstalt deponirt habe, so darf uns nicht Wunder nehmen, wenn jener Mann einen noch viel kühneren Nachfolger gefunden, der mit rühmens-werther Uneigennützigkeit die von ihm erfundene Weltsprache ohne Anspruch auf Entgelt den Völkern des ganzen Erdkreises zur Benützung ofserirt, mit der einzigen Bitte, „daß alle wissenschaftlichen Männer vom Fache sein Werk kritisiren (denn mehrere Augen sehen mehr und mehrere Talente leisten mehr), ihn auf die Fehler und Unvollkommenheiten brieflich aufmerksam machen und ihm die Anweisung zur Verbesserung seiner Weltsprache geben möchten." Dieses neueste Weltopus ist vor kurzem bei Leykam in Graz erschienen, es führt den Titel: „Der Universal-Dolmetsch., oder eine Sprache für alle Nationen des Erdkreises. Graz 1870? Ein winziges Büchlein von nur S^Selten^jedöch alles enthaltend, was den Frieden der Welt dauernd zu konsolidiren vermag. Werden einmal die Völker nach diesem Sprachenrezept miteinander verkehren, dann hören die mühsamen, fast ein halbes Menschenalter in Anspruch nehmenden Sprachstudien des Einzelnen auf, alle Nationen, von dem Bande einer gemeinsamen Sprache umschlungen, werden ihren alten, durch die derzeitigen Sprachgrenzen rege gehaltenen Groll und Haß vergessen, die ver wickelte Sprachenfrage in Oesterreich, worüber sich Minister und Reichsvertretung die Köpfe zerbrechen, hätte eine glückliche Lösung gesunden, und das Blei- weiS'sche SprachenzwangSgesetz, dieser Erisapfel de-krainischen Landtages, wäre glücklich beseitigt. Der beneidenswerthe Erfinder der Weltsprache hätte demnach den gerechtesten Anspruch auf den Dank seiner Zeitgenossen und der Nachwelt; vor allem verdient er, daß ihn die vor lauter Spra-chenhader nimmer zur Ruhe gelangende Austria mit einer Bürgerkrone belohne. Georg Holmar nennt sich der Verfasser des merkwiMMn^Büchleins. Wer weißes, ob nicht in der Zukunft ein Streit unter den gebildeten Nationen entbrennt, deren jede diesen Friedensstifter der Menschheit für sich vindiziren wird. So wollen wir denn schon jetzt daS Geheim-niß lüsten, welches sich hinter jenem Pseudonyme verbirgt. Der Vater der gedachten Weltsprache ist niemand anderer, als der jetzige Herr Pfarrer im un-lerkrainifchen Dorfe Tfchermofchnitz. Sein Name hat schon etliche Metamorsosen durchgemacht. Ur-sprünglich hieß er Hummer, später taufte ersich in Humar um, nunmehr ist er zur Ueberzeugung gelangt, daß sein früherer Name nur eine deutsche Verpsuschung des echt slovenischen Wortes Holmar (Hügelbewohner) sei. Unsere Leser werden sich sicherlich noch mehrerer ergötzlicher Gottscheer Korrespondenzen im „Tagblatt" erinnern, worin der Wunderkuren, die der Pfarrer Wirischen Dreiecke», dessen Gestade der Paulus, der Bosporus, das Marmarameer, die Dardanellen, das ügäische und adrialische Meer bespülen, eine so überaus begünstigte, daß die Sehnsucht nach dem Erwerb und Besitz dieses köstlichen Juwels im Halb-monddiadem des Sultans eine wohlbegreifliche ist. Als die arabischen Eroberungen an die Türkei übergingen, währte es nicht lange, so mißbehagte den Türken Bagdad und Damaskus und sie drängten über die MeereSenge, die Europa mit Asien mehr bindet als trennt, fort und fort herüber, bis aus den Trümmern des zerbröckelnden bizantinischen Kaiserthums das ottomanische Reich gegründet war am goldenen Horn. Den Moskowitern geht es ebenso, die Steppe und das Tiefland, daraus die Kuppeln des heiligen Kiew nicht weiter strahlen können, als der Gesichtshorizont reicht, erfreuen seine Seele nicht; vom AthoS her winken und winken ihm die Hunderte von griechischen Mönchen und zeigen mit imperativem Finger auf die Stadt Konstantins, daraus die Vollendung bizantinischer Baukunst — die Sofien-kirche — gigantisch hervorleuchtet; dahin allein geht seine Sehnsucht! Aber so natürlich dieser Drang auch sein mag, die Aufgabe des europäischen Westens ist es, diesem Drange Schranken zu ziehen und das illirische Dreieck — die Wiege und Heimat der althcUeni-schen Kultur — nicht überslulhen zu lassen von Geschieben, die taub und lobt, wie sie sind, auf ein Jahrtausend hin dieses klassische Gebiet der Geschichte mit dem Grauen dumpfer Todesnacht bedecken würden. Und das Europa des Westens ermannt sich, wie eS scheint. Die Männer von Manchester ziehen sich aus dem englischen Kabinet bereils zurück. um energischeren Charakteren Raum zu machen. Altengland erwacht und mit seiner traditionellen Politik im Osten erwachen auch die Hoffnungen der Zivilisation, deren Anstrengungen es gelingen wird, den Satzungen des Pariser Friedens Achtung zu verschaffen und die kosakifche Invasion aufzuhalten. Das Budget. Dem Vor an schlage für den gemein-sameii Staatshaushalt entnehmen wir, daß das Nnto-^if-rderniß 1,00,379.568 fl. und abzüglich der Zolleinnahmen von 12,199.700 fl. noch 88,179.868 Gulden beträgt, wovon auf Ungarn 26,453.960 fl., auf Zisleithanien 61,725.908 fl. entfullen. Das außerordentliche Erfordernis; des Heeres, dessen Bedeckung von den Delega- tion Tschermoschnitz unter Assistenz seiner Wirtschafterin zu Stande bringt, gedacht wird. Pfarrer Hummer war bisher blos als Wunderdoktor bekannt, aus allen Theilen Krams strömten Kranke und Gesunde nach dem abgelegenen Gottscheer Dorfe Tschermoschnitz, um von ihm magnetisirt zu werden oder mit den von ihm geweihten Stücken Brot zu den kranken Menschen und Rindern heimzukehren, mit denen Herr Hummer in magnetischen Rapport sich zu setzen versteht. Nachdem derselbe mit seinen magnetischen Knren aus dem Felde geschlagen, ist er nunmehr unter die Filologen gegangen, und wir können die Leser versichern, daß seine Sprachkuren all den gelehrten Wust, den die Sprachforscher seit Jahrhunderten aufgestapelt haben, ganz überflüssig machen werden. In der Vorrede verspricht der Verfasser der Weltsprache, daß man seine Grammatik in ein paar Stunden erlernen könne, und daß man mit Individuen jeder Nation, wenn sie auch nichts anderes als ihre Muttersprache kennen, eine schriftliche oder mündliche Konversation einleiten könne, vorausgesetzt, daß Holmar's „Univerfal-Dolmetsch" auch in die Sprache jenes Individuums, mit dem man konver-siren will, übersetzt sei, und daß das fragliche Individuum seine Muttersprache grammatikalisch versteht. (Schluß folgt.) tionen verlangt wird, wird sich auf beiläufig 60'/, Millionen Gulden belaufen; davon entfallen aus das kurrente Erforderniß für die SlandcSerhöhung vom August bis Ende Dezember 1870 in runder Summe 6'/,, auf besondere Anschaffungen in Fol^e der kriegerischen Ereignisse 12'/,, für den Aufstand in Dalmatien 4, Nachtrogskredite zur Deckung der Defizits aus den Jahren 1868, 1869 und 1870 zusammen 6 Millionen, dann für einmalige Auslagen zur Steigerung der Wehrkraft 31V» Millionen, — gibt im Ganzen 60'/, Millionen. Politische Rundschau. Laibach, 29. November. Der Kaiser hat die Demission des Ministeriums entgegengenommen und, wie das betreffende Telegramm des Korrespondenz - Bureau's sagt, sich die weitere Entschließung Vorbehalten. Es soll dem Vernehmen nach ferner dem Minister-Präsidenten bedeutet worden sein, er und seine Kollegen mögen die Geschäfte bis zur eventuellen Bildung eines neuen Kabinets fortführen. Diese soll erst nach dem Wiederzusammentritte des Reichsrathes und im Einverständnisse mit der Majorität der beiden Häuser desselben vorgenommen werden. Die Budget-Kommission der österreichischen Delegation hat das Referat über das Budget des Kriegsministeriums vier Referenten zugewiesen, welche unter sich die Aufteilung der einzelnen Partien dieses umfangreichen Materials vorzunehmen haben werden. Aus der Wahl gingen diejenigen Telegirten als Referenten hervor, welche bereits in den früheren Sessionen sich mit dem gleichen Gegenstände beschäftigt haben, nämlich Dr. Banhans, Dr. Demel, Dr. Fi-guly und Dr. Rechbauer. Ferner wurde beschlossen, den ziSleithauischen Finanzminister Freiherrn v. Holz-gethan nach Pest einzuladen, damit er dem Ausschüsse die für denselben erforderlichen Mitteilungen mache, und zwar zunächst über den Stand des zisleithanifchen Budgets für 1871. Graf Beust hat einer Londoner Nachricht zufolge auch nach Berlin eine Note geschickt, in welcher er versichert, das Wiener Kabinet lege einen großen Werth darauf, bestimmt zu erfahren, welche Haltung Preußen in der PontuSfrage einnehmen werde. Der Reichskanzler spricht dabei seine Geneigtheit aus, alles Vorausgegangene zu vergessen und zu Preußeu-Deutschlaud in ein aufrichtiges FreundschastSverhältniß zu treten, allein die guten Beziehungen zwischen den beiden Staaten werden in erster Linie von der Haltung abhängen, welche das Berliner Kabinet im Bezug auf die orientalische Verwicklung einnehme. Dazu gibt der Reichskanzler die ganz überflüssige Versicherung, daß Oesterreich im Orient keine Eroberungen suche, sondern nur gegen etwaige gefährliche Pläne Rußlands gerüstet sein wolle. Mit zwei süddeutschen Staaten sind die Verhandlungen über den Eintritt derselben in den deutschen Bund zu Ende. So meldet der Württem-berg'sche „Staatsanzeiger" amtlich: „Am 25. d. Abends acht Uhr wurden in Berlin die Dokumente über den Eintritt Württembergs in den deutschen Bund unterzeichnet." Es fehlt jetzt nur die Zustimmung der Kammer. Die erste Kammer wird gewiß zustimmen. Zweifelhaft ist die Haltung der neu zu wählenden zweiten Kammer. Alles hängt da natürlich von dem Ausfall der Wahlen ab. — In Bezug auf Baden meldet die „KarlSr. Ztg." unterm 26. d. aus Versailles: Heute wurde die Militärkonvention zwischen dem Nordbund und Baden unterzeichnet. Der Inhalt ist im Sinne all-mäliger Herbeiführung voller Gemeinsamkeit der nationalen Wehrkräfte und wird das badische Kon« tingent einen unmittelbaren Bestandtheil der deutschen Bundes- beziehungsweise der preußischen Armee unter Befehl des Königs von Preußen bilden; die einheitliche Leitung führt das preußische Kriegsministerium. Die badischen Offiziere treten in das Offizierskorps der einheitlichen Armee ein. Die Angehörigen Badens werden in Militärangelegen- heiten Len preußischen Staatsangehörigen gleichgestellt. Gegen Ueberlassung des nach der Bundesverfassung auf Baden entfallenden Antheil» der Bundeseinnahme übernimmt Preußen sämmtliche von Baden für das Landheer zu treffenden Leistungen. — Die Bedingungen Württembergs behufs Eintritts in den Bund sind wenig abweichend von jenen Hessens und Badens. Das Post-und Telegrafenwesen bleibt württembergisch. Bezüg-ich der Bundesoberleitung und des Militärvertrags "rnd die Bedingungen ähnlich den sächsischen. Die letzten Nachrichten über die russische Streitfrage lauten beruhigend und friedlich. Aus Petersburg wird zunächst gemeldet, daß auf kais. Befehl abermals Beurlaubungen älterer Jahrgänge der Armee stattfinden. Aus London veröffentlicht die „Jndep. belge" ein Telegramm vom 26., wornach die Antwort Rußlands, obwohl im festen Tone gehaltep, doch den Weg zur Herbeiführung eines Arrangements eröffnen und England die Nothwendigkeit benimmt, aus der Angelegenheit eine Kriegs- oder Friedensfrage zu machen. Auch der früher nicht eben friedlich gesinnte Observer" bezeichnet die russische Antwort als in sehr versönlichem Geiste gehalten; sei ihr Inhalt auch noch nicht ganz befriedigend, so sei das Auf-geben des früheren diktatorischen Tones ein ganz klarer Gewinn im Interesse des Friedens. Preußen ist in der Pontussrage als Ver-mittler ausgetreten. Es hat vertrauliche Schritte gethan, um nach beiden Seilen hin seine guten Dienste anzubieten. Depeschen aus London und Florenz bezeichnen die Natur dieser Vermittlung heute näher: Graf Bismarck macht den Vorschlag, die Frage einer Konferenz zu überweisen, die in Konstantinopel zu tagen hätte. Der Vorschlag soll, wie es heißt, aus fruchtbaren Boden gefallen sein. Ueber die Bundesgenossen, welche Rußland im Hinblick auf einen etwaigen Krieg wirbt, schreibt man der „Allgemeinen Zeitung" von der Montenegrinischen Grenze: „DaS Schlagwort ist von Rußland aus bereits aus der ganzen Linie ausgetheilt worden. Den Montenegrinern soll für den Fall eines Orientkrieges eine ganz besonders wichtige Aufgabe von ihrem Protektor zugetheilt worden fein. Wenn nicht alle Nachrichten trügen, besteht der Plan, die Herzegowina und Süd dal. matien zu beunruhigen und im rechten Augenblicke da eine Massenerhebung hervorzubringen, wodurch sowohl Oesterreich als die Pforte Beschäftigung erhielten. Die engl. Regierung ist im Begriffe, 40 Panzerschiffe und 30 Transportschiffe auszurüsten und zu veiproviantiren. Es heißt, die Pforte könne innerhalb eines Monate- 600.000 Mann auf den Kriegsfuß stellen. In Bukarest wurden die Kammern am 27. d. eröffnet. Di? Thronrede des Fürsten kon-statirt die guten Beziehungen zur Pforte und zu den Garantiemächten, stellt Konventionen bezüglich der Konsnlar-JuriSdiktion in Aussicht und kündigt die einzubringenden Regierungsvorlagen an. Das Budget für 1871 ist ohne Defizit. Die belgische Rep rä fe n t an t e n kam -mer hat einen Antrag auf Abänderung einiger Artikel der Verfassung mit großer Majorität abgelehnt. Vom Kriege. Aus Paris wird von den Engländern und Oesterreichern, welche kürzlich die Linien passirt haben, erzählt, daß am 10. d. gelegentlich eines von den Preußen wenig beachteten kleinen Ausfalles ein ansehnlicher Transport Lebensmittel in die Stadt gebracht wurde. Man macht in Tours Versuche, um einen Ballon von da aus nach Paris befördern zu können. Die Sache scheint aber bisher mißlungen zu sein. Auch von französischer Seite werden jetzt unmittelbar bevorstehende größere militärische Ereignisse angekündigt. Der „Moniteur" schreibt unterm 27. d.: E- ist unbestreitbar, daß sich eine großeSchlacht vorbereitet. Bis jetzt ist uns in allen Einzelgefechten Her Vortheil geblieben. Der Feind hat gegen unfern rechten Flügel von Montargis und Gien bedrohende Demonstrationen gemacht. Da ist er aber auf Uebermacht gestoßen, was ihn zwang, seinen An-griff-plan abzuändern. Er brachte rasch das GroS seiner Streitkräfte aus dem Zentrum auf seinen rechten Flügel, um unseren linken Flügel zu umgehen. Seine Bewegung hat sich mit derart beträchtlichen Streitkräften unternommen herausgestellt, daß der General sn olisk eine KonzentrirungS-bewegung anordnen mußte, welche die Korps dem Zentrum näher bringt, die sich auf unserem äußersten linken Flügel befanden. In Folge dieser Bewegung könnte Chateaudun geräumt werden. Es ist HieS eine Reihe von vorbereitenden Bewegungen. Ueber den Vormarsch des Prinzen Friedrich Karl wird gemeldet: Die Truppen trafen von Ortschaft zu Ortschaft Verhaue, quer gezogene Gräben und andere VerlheidigungSmaßre-geln. Ueberall ist das Volk widersetzlich; in einem Dprse wurde ein preußischer Artillerie-Offizier erschossen, wofür vier Geiseln weggeführt werden. In Tvvyes wurde ein Uhlane gemißhandelt, wofür eine Strafkontribution von 10.000 Franken erhoben Würde. Ueberall waren die Wegweiser und Kilome-terzeiger beseitigt. In SenS fand beim Einrücken der preußischen Truppen ein tumultuarischer Austritt der Bevölkerung statt; der Tumult legte sich, als einige Batterien einlangten und mit Beschießung drohten. Die Belagerung von Paris — schreibt der Korrespondent der „Daily News" — ist jedenfalls die größte Belagerung dieses Jahrhunderts, allein sie hat wie andere kleinere Operationen derselben Art auch ihre Perioden entschiedener Langweiligkeit. Die Lage der Belagerer läßt naturgemäß nicht das konzentrirte Interesse, wie solches in einer Stadl zu Tage tritt, aufkommen. — An einigen Punkten, wir, z. B. in den Hauplquartiereu, da bildet sich allerdings eiwas ähnliches, im allgemeinen aber ist in der Einschließungslinie die Langweile vor-herrschend. Der Reiz der Neuheit ist abgestreist, und die Soldaten möchten gern heimziehen oder weiter in das Innere des Landes Vordringen, wenn sie dadurch den Krieg zum Ende bringen könnten. Eine Armee, die weniger gut versorgt wird und weniger individuelle Bildung besäße, würde des Vorpostendienstes entsetzlich überdrüssig werden. Aber die Deutschen haben unablässig den vor ihnen liegenden Siegespreis im Auge und werden »ich! leicht den triumfirenden Einzug, von dem jeder einzelne Mann so viel geträumt hat, aufgeben. Inzwischen stnd wieder einmal 48 Stunden ohne erhebliches Ereigniß verlausen und das Bombardement hat noch immer nicht begonnen. Man fragt sich überhaupt, ob es wirklich beginnen wird. Viele zweifeln, ob die BelagerungSarbeiten mehr als ein Vorwand sind, um den Feind zu täuschen und die eigenen Truppen zu beschäftigen. Manche wollen die Absicht auf ein Bombardement gelten lassen, erklären aber, die Jngenieurarbeiten seien noch nicht beendet und dieselben würden auch noch mindestens vierzehn Tage bis drei Wochen in Anspruch nehmen. Meine eigene Ansicht ist, daß die Belagerungsarbeiten in allem Ernste gefördert Worden sind, daß aber, da der Hunger zu gleicher Zeit gegen die Belagerten operirt, es für beffer "achtet wird, vorsichtig und gründlich zu arbeiten. Gegenwärtig wird viel Zeit und Arbeit auf Vorbereitungen gegen einen möglichen Ausfall verwendet. Das ist um so weniger zu tadeln, wenn man sich der gewaltigen Zahl der Garnison erinnert, die Unter Trochu's Befehlen steht. Er könnte wenig-nens 60.000 Mann auf einen beliebigen Punkt werfen, wenn es ihm beliebte, einen Angriff zu Aachen, und doch seine ganze Linie aufs beste beacht halten. Wenn nicht derartige VertheidigungS-Mtalten getroffen würden, so setzten sich die Deuten der Gefahr aus, durch eine Reihe von schwe-Ausfällen im einzelnen überwältigt zu werden, ^ und selbst unter den heutigen Verhältnissen, und obschon ein Versuch, durchzubrechen, zu fürchterlichem ! Gemetzel führen müßte, ist es zu verwundern, daß die deutschen Linien nicht mehr von den Belagerten beunruhigt werden. Unterm 26. d. Abends wird aus Tours berichtet: Depeschen des Ministeriums aus Chateau-dun melden: Ein preußisches Detachement wurde am 24. d. in Saint-Agile angegriffen und erlitt große Verluste. Der Feind marschirt auf Montdou-blau. Preußische Kavallerie schaffte in Gault 2000 Rationen an. Uhlanen bedrohen die Eisenbahn in Freteval, nordöstlich von Vendöme. Die Preußen sind noch in den Umgebungen von Evreux. Eine von Ehaleaudun abgegangene Abtheilung zog am 25. November gegen Brou, wo feindliche Streitkräfte eine starke Stellung auf der Höhe von Aeores einnahmen. Nach einem zweistündigen Kampfe wurde diese Stellung von unseren Truppen genommen, welche den Feind drei Kilometer über Brou hinaus verfolgten. Unsere Artillerie hat sich besonders ausgezeichnet. Unsere Verluste sind unbedeutend. Am 25. d. wurden, ebenfalls einer Nachricht aus Tours zufolge, in Auxon die Preußen von Garibaldianern überrascht und in die Flucht geschlagen. Sie verloren 30 Todte und Verwundete und 9 Gefangene. Das „Echo du Luxembourg" meldet von der französischen Grenze vom 25. d.: Seit 2 Stunden hört man >n der Richtuug gegen Montmedy Kanonendonner; diesen Morgen hörte man auch Geivehrseuer; Montmedy ist nicht belagert, aber vollständig zermrl. Alle Straßen sind verbarrika-dirt. Alle Dörfer der Umgeoung, besonders die Wälder, sind von Preußen besetzt. Die Mobilgarden und Franktireurs necken unaufhörlich den Feind. Die Stadt ist ruhig, der Kommandant will sich eher in die Luft sprengen, als sich ergeben. Aus Havre wird gemeldet: Die gesammte Schiffsdiviston des Admirals Penhoet ist nach einer sehr gefahrvollen Expedition in der Nordsee nach Dünkirchen zuiückgekehrt mit sieben Schiffen, die sie erbeutet hat Sie wird sich mit Kohlen und Lebensmitteln versorgen, um sofort zur Ablösung der Flotten-Division des Admirals Gueydon, eventuell zur Ueberwinterung in die Nordsee zurück-zukehren. Zur Tagesgerichte. — AuS Wilhelmshöhe wird zur Abwechslung wieder einmal die Nachricht verbreitet, daß der Ex-Kaiser der Franzosen seinen „Gefangenensitz" aus dem ex-kurfürstlichen Lustschlosse demnächst mit dem Aufenthalt in Oesterreich vertauschen werde. Wie es heißt, ist Lacroma, eine kleine Insel im adria-tischen Meere in der Nähe von Ragusa, zu diesem Zwecke auSersehen, und sollen die mit dem Besitzer des Eilandes angeknUpsteu Unterhandlungen ein Resultat in bestimmte Aussicht stellen. — Der König von Preußen ordnete die Entlassung derjenigen elsässischen gefangenen Mobil-gardisten an, welche Grundbesitzer sind; doch müssen .dieselben schriftlich erklären, daß sie damit einverstanden sind, daß bei ihrem Wiedereintritte in das französische Heer ihr Besitzthum konfiszirt wird. Die von den Franzosen gefangenen Deutschen werden nach Algier transportirt. — Ein vor Paris liegender Soldat schreibt der „D. A. Z." : „Mögen sich alle die ängstlichen Seelen zu Hause beruhigen! Es lebt sich hier nichi so schlecht, als man meist in der Heimat es annimml, und keiner kann jetzt noch sagen, daß er Noch leiben müsse, auch wenn er nicht Gebrauch macht von dem, was die zahlreich hier etablirten und mit allem, was das Herz begehrt, versehenen Marketender feilbieten." — Roche fort hat im „Rappel" folgendes, vom 9. d. datirteS Schreiben veröffentlicht: „Ich hatte mir vorgenommen, mich zurückzuziehen, ohne ein Wort zu sagen; ich habe aber so viele Briefe erhalten, die mich fragen, ob ich den Mitglievern der Nationalver-theidigung wirklich meinen Austritt angezeigt habe, daß ich genöthigt bin, eS ein- für allemal zu erklären: „Ja, ich habe am 1. November meine Entlassung gegeben und denke nicht daran, sie zurückzunehmen." — Zahlreiche Londoner Blätter bringen eine Zusammenstellung Uber die Waffenausfuhr von Amerika nach Frankreich bis zum 16. November. Danach stellt sich die Gesammtsumme der Ausfuhr auf 378.500 Stück Jnfanteriegewehre und Karabiner, 45,000.000 Stück und 11.000 Kisten Patronen, 55 Kanonen, 5 Gatlinghatterien und 2000 Pistolen, doch ist es nicht unwahrscheinlich, daß außer den auf-geführten Posten noch andere nach Frankreich befördert worden sind. Lokal- unv Provinzial-Angelegenheitkk. Lokal - Chronik. — (Gemäldeverlosung.) Wir machen die t. Kunstfreunde auf die morgen statthabende Gemäldeverlosung des österr. Kunstvereins in Wien aufmerksam. Das Berzeichniß der angekauflen werthvollen Gemälde ist bei I. Ka ring er zu ersehen, wo auch Antheilscheine L 5 fl. 25 kr. zu haben sind. — (Konkursausschreibung.) An der k. k. Oberrealschule in Laibach ist eine Lehrstelle für Geografie und Geschichte als Haupt- und für deutsche oder slovenische Sprache als Nebenfach in Erledigung gekommen. Bewerber haben ihre Gesuche bis 20. Dezember einzureichen. -- (Neu es P o sta m t.) In St. Georgen bei Scharfenberg (Vezirkshauptmannfchaft Gurkfeld) ist am 16. November l. I. ein k. k. Postamt in Wirksamkeit getreten. — (Zwei Balladen von Franz Pre-schern), und zwar „Rosamunde von Auersperg" und „der Wassermann," ins Deutsche von Ludwig Germonig übersetzt, bilden die Einleitung einer soeben erschienenen, 35 Seilen umfassenden Sammlung lirischer Originaldichlui'.gen, welche in zwanglosen Hes-ten fortgesetzt werden sollen. Der Grund, warum Herr Germonig zwei von ihm bereits vor ein paar Jahren veröffenltichie und sogar mit einem Kommentare versehene Balladen des genialen krainischen Dichters hervorholt, um unter PreschernS Firma gleichsam poetischen Schmuggel zu treiben, findet wohl darin seine Entschuldigung, daß in unserer prosaischen Zeit ein vom Weltschmerz angehauchter Dichter sür seine eigenen Poesien kaum einen Verleger finden dürfte. ES handelt sich also hier nicht so sehr um PreschernS, als vielmehr um GermonigS Dichtungen, und man muß die Bescheidenheit, womit der Preschernübersetzer seine eigenen Geisteskinder in den Hintergrund gestellt hat, nur lobend hervorheben und darob auf manche Härten der gelieferten Übersetzung vergessen. Die eigenen lirischen Ergüsse sührt Herr Germonig als „Klangleben der Liebe" und als „Rhapsodien" vor. Der Dichter spricht zwar von „der Wildniß seiner Fantasie," von „seinem zerklüfteten Leben," was eine Art „Karstpoesie" erwarten ließe, doch ist diese Voraussetzung eine durchaus irrige, indem eine schwunghafte Diktion und ein üppiger Bilderreichlhnm die in Aussicht gestellte Wüstenei zu höchst eigenlhümlichen, ja man kann sagen inter-essanien Gegenden gestalten. Erwägt man weiiers die völlige Sterilüät der heimischen lirischen Muse, so verdient die Beharrlichkeit, womit sich Herr Germonig in angemessenen Zeiträumen als einziger vaterländischer Rhapsode seinen Zeitgenossen in Erinnerung zu bringen versteht, gewiß die Beachtung der Kunstfreunde und Kunstgönner. — (Theater.) Gestern fand bei vollem Hause die zweite Borsttllung der Japanesen statt. Das Publikum folgte jeder einzelnen der mit so unübertrefflicher Sicher!,eit inid Leichtigkeit auSgeführten Produktionen mit ge spaniilester Aufmerksamkeit und gab seiner Befriedigung den ganzen Abend über durch den lebhaftesten Beifall Ausdruck. Zudem bvt der gestrige Abend noch ein weiteres Interesse durch die Vorführung einer sehr ansprechenden Novität, des französischen Schauspiels „Gringoire," welches auch in ziemlich c,elungener Weise znr Darstellung kam. Herr Schlesinger t,atie vielen Fleiß ans die Titelrolle (bekanntlich eine Meisierleistung Lewinsky's) verwendet und brachte dieselbe an» genügend, in einzelnen Momenien sogar recht lobenswerth zur Darstellung. Bon den übrigen Mitwirkenden können wir noch besonders Hrn. Puls (Ludwig XI.), daun Frl. Mitscherl ins, (Loys-) und Hrn. Burin ei-ft er (Olivier) erwähnen. Liierarisches. TaS Gcrnianenthum und Lesterreich. Oesterreich «nd Ungar». Eine Fackel für den Völkerstreit. Bon Arkolay. Darmsladt nnd Leipzig. Eduard Zernin 1870. Der alS Militärfchriftsteller, insbesondere durch seine artilleristischen Schriften längst renommirte Verfasser liefert in diesem unmittelbar vor Ausbruch des jetzigen Krieges geschriebenen Werke eine ziemlich umfangreiche politische Studie über die Aufgabe der germanischen Raße in Europa lind speziell in weiterer Linie über die Stellung und den Beruf der Deutschen in Oesterreich. Wenn wir die Ansichten deä Verfassers auch nicht in jeder Richtung und in allen ihren Konsequenzen theilen können, so -»erkennen wir doch gerne die gesunde unb Uberzeugungstrene Kritik, mit der er die gegenwärtigen Zustände in Dentschland und Oesterreich be-handelt und die Fülle klarer, trefflicher und hoffnungsvoller Anschauungen, die er zur Besserung der Zukunft entwickelt. Der unS zugemessene Raum gestattet uns nicht, den reichen Inhalt des Buches ausführlicher zu besprechen und wir müssen uns mir auf ein paar ganz allgemeine Andeutungen beschränken. Der Verfasser viudizirt dem Germanen-tbum einen großartigen nnd entscheidenden Beruf für die Sicherheit und die Bildung Enropa's und in analoger Weise den Deutschen in Oesterreich, die historisch nnd politisch als Fundament des Staates zu betrachten sind, die Aufgabe, die vorzüglichsten Träger des Fortschrittes, der Kultnr nnd Aufklärung zu sein. Unter diesem Gesichtspunkte werden die Ereignisse der letzten Jahre in Deutschland nnd Oesterreich, der Krieg von 1866 nnd seine Folgen, das allmälige Uebergewicht Preußens, die Pläne Bismarcks, namentlich auch die Lhätigkeit des Reichskanzlers Benst, der ungarische Ausgleich, das Verhalten der Magyaren, der Czechen, über-Haupt der nationalen, sendalen und klerikalen Parteien in ausführlicher Weise beleuchtet und einer scharfen nnd offenherzigen Kritik unterzogen. Reaktion und Hierarchie werden als die größten Feinde Oesterreichs hingestellt. Werden beide vermieden nnd unter gebührender Berücksichtigung des deutschen Elements die Bahnen der Freiheit nnd des Fortschritts wahrhast und kraftvoll betreten, so wird anch die jetzige Krisis uur eine vorübergebende sein. Indem wir schließlich nur noch beisüge», daß sich im Buch zugleich ein großes historisches, etnografisches und statistisches Material verarbeitet findet, verweisen wir nnsere Leser im übrigen ans die eigene Lektüre des in einer kernigen nnd anschaulichen Ansdruckslveise geschriebenen Werkes. Eiugesendet. Löbliche Redaktion! Nachdem es sich entscheiden soll, ob wir diese Saison in unserer Stadt das Vergnügen eines Theaters weiter behalten sollen oder ob dasselbe aus Mangel an Zuspruch wird gesperrt werden müssen, fühlen wir uns gedrungen, das löbl. Theater-Komitee in Kenutniß zu setzen, daß sich seit zwei Jahren im Schauspielhause ein arger Unfug eingebürgert hat. Es wird zwar von Seite der Billeteure den Dienstboten, welche zum Schlüsse der Vorstellung ihre Herrschaften abzu holen kommen, der Aufgang auf die Galerie verweigert, dafür läßt man aber aus schuldigem vder eingebildetem Respekt Personen ohne Eintrittskarte passiren, welche die-selbe zu bezahlen leicht in der Lage wären. Den Billetenren wäre bei Verlust ihres Dienstes auf-zutragen, Niemanden, wessen Standes und wessen Familie er auch sei, ohne Vorweisung der Eintrittskarte einzulassen. Wir sind überzeugt, daß die Theaterdirektion und die Billeteure, vielleicht auch wir mehrere dieser Besucher mit Namen anzugeben wüßten. Ergebenst HV. und ^ ^ Kur aller Krankheiten >. Me Medizin und ohne Kosten durch die delikate Gesundheitsspeise lisvalss-oiör6 äu Lsrr^ von London, die bei Erwachsenen und Kindern ihre Kosten 50sach in anderen Mitteln erspart. 72.000 Kuren an Magen-, Nerven-, Unter-leibS-, Brust«, Lungen-, Hals-, Stimm-, Athem-, Drüsen-, Nieren- und Blasenleiden — wovon ans Verlangen Kopien gratis und franko gesendet werden. — Kur-Nr. 64210. Neapel, 17. April 1862. Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furchtbaren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder zu schreiben; hatte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper, schlechte Verdanuug, fortwährende Schlaflosigkeit »nd war in einer steten Nervenaufregnng, die mich hin- und Hertrieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ; dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Aerzte, sowohl Inländer als Franzosen, hatten ihre Knnst erschöpft, ohne Linderung meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revslesei^rs versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage ich dem lieben Gott Dank. Die köVLlWciöre verdient das höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meine gesellige Position wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung Äaryuise äs 8 r 6 IiL o. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvLltzMiers 6doL(i1at6s in Tabletten für 12 Taffen fl. 1.50, für 24 Tasten fl. 2.50, für 48 Tasten fl. 4.50, in Pulver für 12 Tasten fl. 1.50, 24 Tasten fl. 2.50, 48 Tasten 4.50, für 120 Tasten fl. 10, 288 Tasten fl. 20, 576 Tasten fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaste 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg PiSztory; in Klagenfurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozeu Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer, Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 29. November. Trüber Tag, geschlossene Wolkendecke, schwacher SUdost. Wärme : Morgens 6 Uhr -s- 4.8", Nachm. 2 l1»r->- 4.1' R. (1869 — 0.6°; 1868 -s- 9.6"). Barometer 328.17'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme 5.6", um 4.0°, über dem Normale. Angelommeue Fremde. »IM 28. November. Austerlitz, «aufm., Wien. — Straffer, Kanfm., Wien. — Edler v. Gazzaroli, Senosetsch. — Kanitz, Kanfm., Wien. — Zerkowitz, Äaufm,, Wien. — Recher, Kanfm., Wien. — Lewizhnigg, k. k. Bezirksvorsteher, Lack. TR t«»> Penz, »kanfm , Graz. -- Wenig, Kanfm,, Brünn — Ludwig Baron, Kanfm., Kanischa. — Pon-gratz, Kausm., Graz. — Freih. v Werner, k. k. Geheim-rath, Graz.__________________________________________ Verstorbene. Den 27. Noveinber. Maria Mese, gewesene Köchin, alt 71 Jahre, in der Stadt Nr. 114 an der Entkräftung. Den 28. Noveinber, Ursic Josef, Tischler, alt 70 Jahre, im Zivilspital am Magenkrebs,______________________________' Heoentlaset über die am 1. Dezeinber 1 8 7 0 stattfindenden Lizitationen. 3, Feilb,, Jnvancic'sche Real., Neudors, BG. Planina. Am 2. Dezembe r. 2. Feilb, Perse'sche Real., Toplicel, BG. Tfcheriicmbl, — 3. Feilb,, Valencic'sche Real, Narein, BG. AdelSberg. — 1. Feilb,, jiogoväek'sche Real-, P^tok, BG Jdria. — 1. Feilb., Koseni'sche Real., Radna, BG. Gnrkseld. — l.Feilb,, Ponikvar'sche Real., Rndofon, BG. Laas. — 3. Kovacic'sche Real., Werchpetsch, BG. Rndolfswerth. — 3. Feilb, Zelez-nik'sche Real., Wrusine, BG. Rndolfswerth. Theater. Heute: Umsonst- Posse in 1 Alt von Nestroy. Letzte Vorstellung der Japanese». Telegramme. (O r i g. - Te l e g r. des „Laib ach er Tagb l.") Versailles, LV. Nov. (Offiziell ) In Folge der siegreichen Schlacht a»i LV. November wurde heute Amicus von unfern Truppen besetzt. »Prinz Friedrich Karl meldet: DaS zehnte Armeekorps wurde am L8. November durch bedeutend überlegene feindliche Streitkräfte angegriffen. DaS Armeekorps konzentrirte sich bei Leaune (ein Dorf in der Nähe von Orleans), woselbst es sich siegreich behauptete und NnchmittagS im Beisein des Königs durch die fünfte Divisio,» und die erste Kavalleriedivision unterstützt wurde. Unser Verlust beträgt etwa IQQS Mann. Der FeindeSverlust ist bedeutend. Diele hundert Gefangene. Ende des Kampfes nach 5 Uhr. Berlin, 28. November. (Offiziell.) Aus Versailles, 27. November, wird berichtet: Fere ka- pilulirte nach zweitägiger Beschießung. Die Pariser Forts der Südfront gaben in der Nacht von 26ten zum 27. d. heftiges Feuer. Berlin, 28. November. (Offiziell.) Aus Mo-reuil, 28. d., wird berichtet: Gestern fand eine siegreiche Schlacht der ersten Armee gegen die vor-rückende französische Nordarmee statt. Der an Zahl überlegene, gut bewaffnete Feind wurde mit Verlust von mehreren tausend Mann auf die verschanzte Stellung von Amiens zurückgeworfen. Der eigene Verlust ist nicht unbeträchtlich. Ueber dieselbe Affaire wird aus Tours, 26ten November, offiziell berichtet: Den ganzen Tag wurde zwischen Villers-Bretonneux bis Saleux gefachten. Villers Bretonneux wurde vor der überlegenen Macht des Feindes und wegen seiner beträchtlichen Artillerie geräumt. — In Boves erlitten wir eine Niederlage. In Dury behaupteten, wir die Positionen. Die Streitkräfte des Feindes betrugen 30.000 Mann. schreibkundigen Tamen und Herren jede» Standes gegen gute Gehalts-, ProvtsionS- und Pensionsbedingnngeu Anstellungen, ohne daß dabei ein Verlassen des Wohnortes nöthig wird. Die Beschäftigung erfordert keine schöne Schrift und nimmt nur täglich einige Stunden in Anspruch-Gefällige Offerte uuter Anschluß von 50 kr. ö. W. oder in landesüblichen Briefmarken übernimmt zur Weiterbeförderung ^>,»1». Assistent des Zentral Bureau's „Felicitas" in Olmiitz, poste restants. (510—1) Daß das Anatherin-Mnndwasser des Zahnarztes Dr I. G. P o p p in Wien gegen das Bluten des Zahnfleisches und den üblen Geruch hohler Zähne mit bestem Erfolge in meinem Hause gebraucht wurde, bestätige ich hiermit. ?ets>- I/Ialijsvavr m. x., (7—3) Vizegespan. Zn haben in Laiba ch bei petriöiö L Pii-Icer, H. Xrlspei-, losef Xaringer, loli. Krssoliowilr, Lll. Uslir und 5. U. 8olimi1t; Krainbnrg bei f. Xi-ispen und 8eb. 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Z 5 » — hationalbank . . - 73Z.— 7L6.— Union-Bank . . - 831.50 388.- iredrranstalt . - . 247.50! 848.— ö. SScomPte-Ges. 882. >8?5 — Lnglo-österr. Bank . isr.5o i9» Oest. Bodencred.-A. Oefl Hypoth.-Bank Sreier. E^comvt.-Bk> Franko - Austria . rtars. Kerd.-^tordb. Südbahn-Gesellsch. tkais. Elisabeth-Bahn Larl-Ludwig-Vahn Siebenb. Eisenbahn . StaatSbahn. tars. Franz-IosefSb.. Msl.-Barcser E.-B Llsöld-Yium. Bahn . Nation. ö.W. verlo-b. 77.— 83N.— »4.— - 80,5 17640 811.75 835 75! 163 50! 373.50 187.50 158 — 1L5 50 78- 94.85 8050 I7k.t>0 818.85 836.-164 50 374.— 188 — 158.80 166.— I S1.—SI.85 2nq. Hod.-iLreditanft. 89.— 90.— Allg.öst.Bod.-Lredtt. 107.- 1,07.85 dto. »u 33<,.rUckz. .i 87.75! 88.L5 Geld Oest. Hypoth.-Baul. — Südb.- «7,-Staatsbahn Pr. Stück — StaatSb. pr. St. »81-7 — «udolsSb.lülXift.ü.W.) «S — isran,-Ios.(Svoft.S.) SS 30 I-OIV. Ercdit lvo st. ö. w. . Don.-Dampslch.-Gel. »u 100 fl. CM. . . Triefter lOO fl. SM. . dto. Lvfl. ö.W. , Ofener . «o fl. ö.W, Salm . , 40 , Palfiy . , 40 , S'arh . , 40 . St. Senoi«. 40 , DindilLgrätz »a , Waldflein . ro » »eglevich . »o , RudolsSM. lvö.W. irs.- SS,— HS.— 54.— L7.— »7.— >a.— »I.— »r.— IS — i«.— 14.— (S Moii.) Bug«b. tvv fl.süt-d.W. Franks. Ivo fl. _ , London 10 PI. Stert. Paris tuo Franc» , tos.ev io»,?» 1iS SS Hüorso. Kais. Münz-Ducaten. iO-Francsstück. . . BereinSthaler . . , Silber . . . . L,so lo.or >.»» LöMe 118.— rs« — 9L7L 87.50 89^0 93.50^ 156 LS- 185.— 58.— 30.— SS.— 37.— SS.— 89.— 84 — 80.— 16.— 14.50 103.75 104.— 185.35 5.98 10.t3 1.^4 l?8 7K Telegrafischer Wechselkurs vom 29. November. 5perz. Rente Sperr. Papier 55,80. — bperz. Rentr isterr. Silber 65.10. — 1860er Staatsanlehen 91.50. — öankaktien 725 — Kreditaktien 247.25. — London 124 15. - Silber 122 25 - K. k. Münz-Dukaten 5.90. — poleonsd'or 10.01. Druck vou Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg.