Schristleitusg: «athausgasse Nr 5 Telephon 9ir. »I. intmnl«a. ®I inSÄunbc: TSzlich (»it >u«»tx dtlllgft Irfl-»rteflten »ediihern entatsen. — ©fi SlKtKltMiittgea f td*- Tit .Deutsche Bat!" erschein! t«*en Wutaoch und Comttnj itnH. t'ofiilMrtolIfn-ÄonJe ».«80. Verwaltung: RathauSgafse Nr. » Telephon Kx. 11, IntRBit«!. vezugsdediaguiigto Xnich die Post bezogen: »«eieljAlstig . . . K l io . . . i» « 40 »«miHins . .. . » 11 SO »«' «Ult Hit Zustellung in« H»>»-SRon&ttich . . . . K 11# MtrtrfHQrig . . . K »— e«iMNtii . . . k r— »--«ii^i« . ... K 11.— 8t« »«»lond ertönn fich »k -.uglaet UV« um die »öderen »>er1e e d n n q 4-Sed iiheen. Eingeleitete «d»N"e«e»t4 zelten di» z»r «d-slellnnz. Kr. 7^. Hisst, Mittwoch, 15 September 1909. 84. Jahrgang. Die größte Kulturanfgaöe der deutschen Schutzvereine in Oesterreich. Bon Karl Wilhelm Fink, Kaaden (Deutsch' böhmen). Wer jahrelang Gelegenheit hat, sich mit den Arbeiten unserer deutschen Schutzvereine eingehend zu beflissen, der wird sich nicht der Erkenntnis verschließen können, daß diese Vereine eine sozial weitumsassende Tätigkeit ausüben, die zum Segen für unser deutsches Volk in Oesterreich geworden ist! Ich habe mir nicht die Ausgabe gestellt, im einzelntn die vielen wirtschaftlichen Gebiete der sozialen Fürsorge unserer deutschen Schutz-vereine zu schildern; genug au der Tatsache, daß wir Teutsche durch die Arbeit der Schutz-vereine endlich dazu erzogen wurden, mit Ausschaltung aller parteipolitischen Bestrebungen unsere Kräfte im Rahmen der Schutzarbeit ein-zig und allein für das Bolkötum dienstbar zu machen. Diese Tatsache führt uns in ein anderes Gebiet der Schutzarbeit, das d:r nationalen Er« ziehuug, das neben dem der wirtschaftlichen Auf-gaben ebenso wichtig zur richtigen Würdigung der Schutzarbeit ist. Bisher hat unsere nationale Erziehung vor allem darin bestanden, die Mitglieder un-serer Schutzvereine zu opferbereiten Mitarbeitern zu erziehen, damit sie nicht nnr mit übeischweug Der bestrafte Kompagnieschneider. Humoreske von Karl Boden. War da eine Stadt, sagen wir Budfchwarz, die hatte unter anderen militärischen Einwohnern auch ein Regiment „Gfch, Gsch". was in der Armeefprache eine Abkürzung für den hochtrabenden Titel „f. f. Landwehr-Jiisailterie.Regiment Nr. x" bildet. Dieses Regiment hatte wie jedes andere auch eine Musterkompagnie, ergo auch einen Muster-hauptmann. Dieser war, wie es sich für einen solchen Tugendspiegel schickt, scharf, ja sehr scharf. Ergo war er auch überall sehr gefürchtet, nur nicht von seiner Frau und feiner „Bera"; da sich aber ohne Furcht kein militärischer Gehorsam denken läßt, ergo flüchtete er sich selber. Dieser Hauptmann trug den serbischen Namen Obravitz, war unter diesem aber weder gekannt noch gefürchtet, sondern hatte von dem Kompagnie-schneide?, einem Hauptschlingel namens Klippel, den taxfreien Titel „Edler von Ergo" bekommen. Besagter Ergo (zu deutsch darum) hatte dieses Kompagnieadclsprädikat deshalb verliehen erhalten, weil alle seine Reden, und er hielt nicht wenige, mit diesem Ergo so spickte, wie seine Mannschast mit Liebestitelchen Brehm und Darwin hätten Freude gehabt, auf wie anschauliche Weise der Herr Haiiptma»» die fabelhaftesten Tiere den Rekruten vorführn. Der Kaferiihof wurde von den vor-sündflitthlichsten Biechern durchschwärmt, die-Mann-schajt wiirve in der Naturgeschichte so bewandert, daß sie alles mit naturgeschichtlichen Augen ansah und jedes Ding mit den Namen ehrsamer Tier-familien bezeichnete. lichen Herzen für die Nöte unseres BolkeS füh-len, sondern bereitwillig die Taschen öffnen, wenn eS zu helfen gilt. So gewiß dieser Er-ziehungSgrundsatz eine BorauSsetzung zur Er-reichung wirklicher Erfolge auf dem Gebiete wirtschaftlicher Tätigkeit ist, so wurde es auch den Förderern der SchutzvereinSsache bald klar, daß damit die ErziehungSbestrebuugen nicht als abgeschlossen gelten können. Im Gegenteil, erst von diesen« Punkte anS können wir eine weit größere Erziehungsaufgabe uns stellen, die auf die einzelne Persönlichkeit sich erstreckt und die wir am besten mit Selbsterziehnng znr völkischen Persönlichkeit bezeichnen können. Sobald wir allerdings das Gebiet des persönlichen Lebens betreten, können wir mit allgemein geltenden nationalen Aussprüchen, wie zum Beispiel: „Liebe dein Volk über alle«!" „Sei opferbereit!" „Diene mit aller Kraft deinem Volke!", oder mit Leitworten und be-rühmten Zitaten, wie „Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts in der Welt" (BiSmarck), „Nlchtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig fetzt an ihre Ehre" (Schiller), „Den Dentschen kann nur durch Deutsche ge-holfen werden" (Iahn), nichts mehr ausrichten, da sie zu iuhaltslosen Phrasen werden, wenn sie nicht mit Herz 'und Hirn verstanden und befolgt werden. « Wir müssen im Gebiete der Selbsterziehung von dem einen Grundsatze der Persönlichkeit ausgehen: „Was kannst du mit vollen Kräften für dein Bolk leisten?" An denjenigen, dem wir diese Frage stellen, Hatte der Brezina von feinem Dnrst sich überwältigen lasse« nnd wollte dann diesen wieder unterkriegen, so bekam er regelmäßig einen Znstand, den er mit dem Namen seiner Ahnen bezeichnete; er hatte einen Assen. Der Wolnrka schwärmte nicht für den Alkohol, er hatte eine schwache Seite für das ewig Weibliche, er nannte eine pamstige Böhmin fein Eigen, sie war fein „Gäfer" (sollte wohl Käfer heißen). Der dicke Koch Bramburo war ein großes Mistviech, mußte strasehalber öfters Uebungsmärsche mitmachen und fiel dabei immer einem grimmigen Raubtier zum Opfer, das er Wolf nannte. Reichliche Gaben von Schmalz und anderem Fett mußten geopfert werden, um sich das wütende Tier von den Beinen zu halten. Ein Polak mit dem Fürstennamen Stanizlowski war Stier, hatte beständig großen Hunger, der wissen-schastlich mit Maoder (Marder) bezeichnet wird, fein Maul war den Reden des Kompagniechefs nach eine Bärenhöhle, weil alle seine sprachlichen Erzengnisse von dem Vorgesetzten mit den Worten „du erzählst mir schon wieder einen Bären, ergo muß ich dich einsperren" besiegelt wurden. Im Arrest dort wimmelte es nur von allen Arten Katzenmännchen, denn jeder Arrestant brachte sich einen Kater alkoholischer oder moralischer Ab-knnst mit hinein. Wie nun die Wojaz in dieser Richtung ge-lehrige Schüler waren, so hatten sie anch in anderer Hinsicht bald heranßen, wo der Herr Hauptmann feine schwache Seite hatte. Das war eben das Ergo. Früh morgens donnerte der Hänptling schon: „Ihr seid Soldaten, ergo müßt ihr sämtliche Knöpfe mit schwarzem Zwirn annähen," zu Mittag hörte müssen wir noch eine andere Frage richten, welche die richtige Beantwortung der ersten be« dingt: Sind bei dir auch alle Kräfte ausgebil-det oder liegt nicht noch viel öd:« Brachland da, das dein Wille fruchtbar machen soll? — Und welcher Mensch, der ehrlich ist, würde da nicht zugestehen, daß eS noch großer nnd eifriger Arbeit bedarf, damit sich all seine Kräfte voll entfalten können und im Dienste der Bolka-Wohlfahrt ausgiebige Verwertung finden! Hier gelangen wir aber in jenes Gebiet der Selbsterziehung, das sich mit unseren „deut-schen Tüchtigkeitsbestrebungen" deckt und die wir als die Grundlage aller Selbsterziehung betrach« ten können. Was ist da nicht alles durch eigene Kraft oder bei unserem Nächsten mit liebevoller Hand zu fördern und zu unterstützen? Für Pflege der PerfönlichkeitS uud Tuch-tigkeitsbestrebungen in, völkischen Geiste bilden aber gerade unsere deutschen Schutzvereine einen Boden, der dazu wie geschaffen ist und der fleißigen Bearbeitung in dieser Hinsicht seit langem harrt. Verkennen wir dabei nicht die anßerordent-liche Schwierigkeit dieser Arbeit! Ich habe seit einer Reihe von Iahren in über 50 J Schutz-vereittSversanimlungen, die mich durch ganzDeutsch-böhmen führten. Borträge gehalten nnd weiß eS ans reicher und viel erprobter Erfahrung, daß das Endergebnis einer solchen Versammlung wohl die Gewinnung neuer Mitglieder, eine mehr oder minder größere Summe der dabei veranstalteten Sammlnng, auch sehr viel Be- man: „Die Knödel sehen sehr gut aus. ergo mußt ihr froh sein, daß ihr Soldaten seid" und der Abschiedsgruß lautete immer: „Ihr seid Lumpen, ergo muß ich euch einsperren." Ergo hatte also den Fehler, daß er sich über alles ärgerte und in allem ergote. Bald hatte er also seinen Beinamen droben. Uebrigens trug er ihn leicht, weil er beständig ritt, wenn er nicht am Boden lag. Unter Reiten verstand er jedoch nicht nur den Sitz im Sattel, das Umhalsen seiner Bera, das Hutscheu auf ihrer Kroup, sondern auch das Hängen unter ihrem Bauche, wie die Indianer eS in Gefahr zu tun belieben und überhaupt alle Sitze, welche er notgedrungen anf seiner Mähre einnehmen mußte. Da der .Häuptling schwache Augen hatte, bediente er sich eines Zwickers, den er beständig zu Hause vergaß, wen» ihn nicht der Bursch, Pfeifendeckel benannt, in die Satteltasche steckte. Dieser Kerl war aber ein rechtes Schind-Inder, ergo rächte er sich immer für jede Gewalt, fo ihm von Ergo angetan wurde. Einmal ritt nun anch der Häuptling auf das Exerzierfeld „Schinderwiese" hinaus, die seinem Regiment« zugewiesen war. Seine größte Freude war der Frontmarsch, ergo mußte er geübt werden. „Defilieren, Zug rechts schaut!" tönte sein schneidiges Kommando, ergo flogen ebenso schneidig die Köpfe nach rxchtS und die Hände am Gewehr-riemen zur Hosennaht abwärts. „Marsch!" Die Beine streckten sich. Ergo sprengt kühnen Mutes, die Schenkel fest um den Juugfernleib feines Pferdes geschlossen, dem Hügel zu, von dem er HeereSschan abhalten will. Da bemerkt sein Auge, daß etwas in der Einteilung nicht klappt. Um die Geschichte Seit- - Deutsche Wacht Nummer 74 geisteruug, die sich am Biertisch bis in die frühen Morgenstunden kundgab, war, daß aber eine tiefere Erfassung unserer nationalen Gc-sinnung und Verpflichtung äußerst selten zu verzeichnen war. Ich weiß es auch, daß ein Bortrag, und wenn man mit EngelSzuugen predigte, niemals imstande sein wird, grnndsätz-liäe Aenderung in der landläufigen LebenSoin-schauung und den Gewohnheiten hervorzurufen; d-S bedarf emsiger und jahrzehntelanger Arbeit ! Mit dieser Arbeit müssen wir aber auch in unseren Schutzvereinen endlich beginnen. Ich bezeichne sie, und jeder Rcformfreund und Mit-kämpfcr wird mir recht geben, als die größte Kulturausgabe unserer deutschen Schutzvereine in Oesterreich. Wenn wir in unserem „Neudeutschen Kulturbund in Oesterreich" eine Zentralstelle aller Kulturreformer geschaffen haben, so soll von diesem aus die belebende Kraft in die üb rigen völkischen Vereine Deutsckösterreich« ein strömen, die durch eine sittliche Erneuerung unsere« Volksleben« nur gewinnen können. Uns muß allezeit klar vor Augen stehen, daß jede, noch so eifrig geleistete Arbeit unserer Schutzvrreine ein Werk auf sandigem Boden ist, wenn nicht deren Grundlage fest und sicher gestellt wird in der Gewinnung von deutschen Persönlichkeiten, die durch Selbsterziehung die ste beengenden Schranken de« Alltagsleben« durchbrochen haben. Und unser deutsche« Volk in Oesterreich ist noch in seinen weitesten Kreisen gesund und aufnahmefähig für eine kraftvolle PersönlichkeitSkultur. Unser deutscher VolkSstamm in Böhmen beweist eS un« in geistiger und wirtschaftlicher Hinsicht, welch starke Entwicklung er erreicht hat. Wohl geht damit auch eine Ent-artung, besonder« der besitzenden Volkskreise, . Hand in Hand, doch sind hier gerade unsere Schutzvcreia« dazu berufen, dieser zu steuern und an ihrer Stelle die rassische und sittliche Erneuerung der Volkskraft zu setzen. Da« Leben ist ein Kampf und wir Reformer, die wir den schwersten Kamps des Lebens, das Ringen um unsere Seele, tagtäglich kämpsen, wir finden auch in der Tüchtigkeit unseres Willens die stete Kraftquelle, die uns den Kampf für die Tüchtigkeit unsere« Volke«, sür die Reformen unsere« Leben« und für die Kulturpolitik sittlicher Erneuerung führen läßt! So sollen und wollen wir auch in den deutschen Schutzvereinen Oesterreich« die stürm-erprobte Garde für unseres Volke« hygienische und ethische Kultur zu jeder Zeit mit heiliger Liebe stellen! ____ Die Früge der Mrwerk-fttitle» auf Dem Reichs-Haudmerkerwgr. Der Linzer Reichs-Haudwerkertag, der von etwa 1300 Delegierten beschickt war, beschäftigte sich auch sehr eingehend mit der aktnellen Frage der Lehr-Werkstätten, worüber Abgeordneter Einspinne? den Bericht erstattete. Es lag eine starke Meinungsver-schiedenheit zwischen den Vertreter» der Handwerker und dem Ministerium sür öffentliche Arbeiten vor. Dieses hat, wie Abgeordneter Einspinner erklärte, durch die christlichsoziale Presse gegen daS Referat über die Lehrwerkstätten schon Stellung genommen, eh« es noch erstattet war und ehe das Ministerium wußte, welchen Standpunkt der Handwerkertag ein-nehmen werde. Auch habe das genannte Ministerium den Fachreferenten Hoftat Pliwa vor Erstattung des Referates telegraphisch abberufen. Diese Mittei-lung des Referenten wurde von der Tagung unter stürmischen Pfuirufen zur Kenntnis genommen nnd in der Tat muß das Vorgehen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten stutzig machen. Der Referent wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Be-hauptung, der Handwerkertag verfolge etwa bildnngS-feindliche Tendenzen, denn der alte Lehrsatz: „Bit. dung macht ftei", habe für das Handwerk seine besondere Giltigkeit und eine Erziehung des gewerb lichen Nachwuchses ohne Schule sei nicht mehr denk bar. Wir wenden uns aber, fuhr Abgeordneter Einspinner fort, gegen die Errichtung von Lehr-Werkstätten. Wenn Korporationen oder Personen, die nicht mitten im erwerbenden Handwerk stehen, Anstalten errichten, leiten und betreiben, deren Zweck es ist, Jünglingen die Awglichkeit z» schassen, ohne Meister-lehre in das Handwerk eingeführt zn werden, um so deu Befähigungsnachweis auf gemütliche Weise erringen 4» können, so sind wir Gegner dieser Schulen. Diese Schulen beinhalten für uns den Begriff „Lehrwerkstätten". Die Errichtung solcher Lehrwerkstätten, geschehe dieselbe nun dnrch staatlich* oder private Faktoren, betrachten wir nicht nur für zwecklos, sondern für schädlich. Die deutsche Meisterlehre ist eine Institution, die in einer Zeit von mehr als 700 Jahren den besser zu sehen, setzte er seinen Zwicker aus, sieht trotzdem nicht mehr, ergo beginnt er zu schimpfen. Wütend sprengt er der Truppe entgegen, komman-biert „Halt" und setzt ergo den, Marsche ein Ende. Er reitet die Front aus und nieder und sucht etwas, um schimpicn zu können. Da — jetzt hört er ein mühsam unterdrücktes Lache», einem Glucksen gleich, wie wenn der Hornist einen Doppelliter im Angesicht- des stürmenden Feindes in die unergründlichen Tiefen seiner Bier-kehle hinabläßt. Das kann nur der verfluchte Kompagnieschneider sein. Ergo donnert: „Dn ver-fiuchter Meck, du lachst, ergo wirst du acht Tage eingesperrt," wieder das Lachen, Ergo hüpft vor Wut, „sechs Stund' Spangen kriegst du noch dazu," jetzt lacht die ganze Kompagnie, „ihr aus» rührerischeS Gesindel, ich sperr' euch alle ein; Korporal, schreiben Sie den Schneider aus!" donnerte er. „Herr Hauptmann, ich melde gehorsamst, ich kann nicht," erwidert der Zwiegesternte. „Auch hier Aufruhr, ergo auch einsperren." ist das Urteil. „Feldwebel Kralowat, schreiben Sie den Schneider auf!" „Herr Hauptmann, bitt' gehorsamste, geht nicht,' erwidert dieser. „Kascrnarrest geb' ich Ihnen!" flucht ihn der Hauptmann au. »Herr Kadett Ung'schickt, notieren Sie den Schneider!" Dieser wird feuerrot vor Lachen, schwitzt vor lauter Subordinationsgesühl und rapportiert: „Es ist unmöglich." Der Hauptmann reitet zum Leutnant Fridolm, von dem es schon im Liede heißt: „Ein ftommer Knab' war Fridolin". Dieser lehnte mit einem Lach, krampf an einem Baume. „Auch Sie, Herr Leutnant, lachen über mich?" Das bricht dem Alten fast das Herz. Aber auch das FridolinS ist gerührt über den Schmerz des Alten, er faßt Mut und sagt: „Herr Hauptmann, Ihr Zwicker." Ergo greift um diese« und siehe da, er hat nur das Gerippe ohue Gläser aus der Nase sitzen. „Deshalb lacht also der Schneider." brüllte der Häuptling. „Ich werde dir'S einsalzen, verfluchtes Zwirng'stell, schreiben Sie ihn mir auf. Herr Leutnant!" . „ „ „Es geht nicht," lautet auch dessen Antwort. Jetzt" endlich sällt es dem Kompagnievater ein, zu fragen warum? Fridolin meldet: »Der Schneider ist 'krank und nicht aufgerückt, infolge dessen kann er nicht bestraft werden." Ergo verliert sein militärisches Gleichgewicht nicht, er donnert: „Ein Mann, ein Wort, der Kerl muß die Strafe absitze»; übrigens hat die Kompagnie wegen ihm gelacht, ich habe mich über ihn geärgert und übrigens hätte er sicher gepatzt, wenn er dagewesen wäre. Endlich, warum hat er sich uicht gemeldet, daß er nicht da ist nnd ein anderer, nicht er, diese Schweinerei getan hat?" Sprach's und ritt davon. Der Schneider mußte aber seine acht Tage Verschärften heruntersitzen. Daraus folgt die weise Lehre: Ergo, verpatze keine Uebung, besonders nicht, wenn du rncht dabei bist, weil du es dann nicht melden kannst, daß dn an der Schweinerei unschuldig bist. Beweis erbracht hat. daß sie ein eminentes Kultur-eutwicklungsmittel ist. Die Ersahrung lehrt uns, daß die Meisterlehre durch die Schule unersetzbar ist. Wer sich einbildet, daß die praktischen Fertig-feiten sür ein Handwerk durch wissenschaftliche Bor-lesnngen, und mögen dieselben noch so geistvoll sein, oder durch die schulgemäße Anfertigung irgend eine« wenn auch exakten Stückes erlangt werden können, der kennt das Wesen der Handarbeit nicht. Das Sönnen, die Fertigkeit oder Uebung, sind bei schul-mäßiger Betätigung des lernenden jungen Hand-werkerS nicht zu erreichen, dazu ist die Meisterlehre vounöten. Gegner der Meisterlehre gibt es nicht erst jetzt, es sagte zum Beispiel schon seinerzeit Hosrat Titel-herger, „daß dem Gewerbestanve die Ausbildung des Nachwuchses «immer anvertraut werden könne." Satte damals Eitelberger daS Kunsthandwerk im uge, so strafte ihn gerade die bisherige Entwicklung des Kunsthandwerkes mit dem Gegenteile Lügen. Nicht nur im engsten Kreise, auch im allgemeinen ist heute im Handwerk ein künstlerisch reineres Schassen zn bemerken, als seit langem. Bedeutungsvoll ist auch die Erklärung eines Abgesandten der amerikanischen Regierung, der zum Studium deS Haudwerkes nach Deutschland geschickt wurde, nnd sein Urteil dahin zusammensaßte, „daß die besten und gesuchtesten Qualitätshandwerker in Amerika Leute seien, die in Deutschland und Oester. reich ihr Handwerk erlernt haben." Auch SektionSches Dr. Adolf Müller habe ,n seiner Sitzung des Zentralansschusses sür das gewerb» liehe Unterrichtswesen am 5. Dezember 1901 seine Ueberzeugung dahin ausgesprochen, „daß ein besrie-digender Ersatz der Meisterlehre durch die Schule nicht gnt denkbar sei." Er meinte auch „an Fach-schule» sollten nur solche-junge Leute ausgenommen werden, die bereits die Meisterlehre und womöglich auch einen Teil der Gehilsenzeit hinter nch haben." Die Errichtung von Lehrwerkstätten begründete Hos-rat Pliwa ans dem Mittelstandskongresse zu Wien im Jahre 1908 solgendermaßen: „Die Lehrwerkstätten, die bisher geichassen wurden, entstanden in der Absicht, neue Erwerbs-z,veige im Orte einznsühren oder eine bestehende Hausindustrie im Orte zu stützen und weiter zu entwickeln." Mit aller Entschiedenheit müssen wir es ablehnen, wenn immer wieder ans Kosten des Handwerks Humanität betrieben wird. Dort werden Sträflinge aus Humanitätsgründen zu Handwerkern erzogen und hier soll wieder das Handwerk als Hilfsmittel für siibsisteuzlose Bewohner verarmter Gegenden herhalten. Im weiteren Verlause seiner AuSsuhrungen verwies Abgeordneter Einspinner unter anderem auf die Lehrlings-Zuchtanstalt Martiusbüchl in Tirol, welches ein von Mönchen geleitetes Fabriksunter« nehmen ist, wo nicht uur Waren, sondern auch Lehr-linge sabriksmäßig produziert werden. Mit aller Schärft kritisierte der Referent das vor Kurzem er-öffnete Regulativ, betreffend die Grundzüge für die Organisation von Tischlerei und Drechslerei, wobei eS sich nnr «» die Errichtung von LehrlingS-Zucht anstalten handle und es wäre sogar möglich, daß durch eine Verordnung des Ministeriums sür ösfeut» liche Arbeiten nnd als integrierenden Bestandteil einer solchen stellt sich daS Regulativ dar, der Nach-weis der Beendigung des LehrverhältnisseS, wie ec im Prinzipe im Gewerbegesetze sestgelegt ist, das ist der Nachweis der Absolviertlng der Lehrzeit und des erfolgreichen Bestehens der Gesellenprüfung, vollkommen illusorisch wird. Ein derartiges Borgehen richte sich gegen die prinzipielle Tendenz des Ge-werbegesetzes und eine vernünftige, praktische Jnter-pretation des Gesetzes könne derartiges nie nnd nimmer gutheißen. Die gesamte Handwerkerschaft begrüßt es. daß im § 98, Absatz 4 der Gewerbeordnung sestgelegt wurde, daß der Lehrherr sür den nichten»sprechenden Erfolg deS Lehrlings die Verantwortung zu tragen habe so daß ihm sür immer oder auf bestimmte Zeit daS Recht, Lehrlinge zu halten, entzogen werden könne, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Kein Abgeordneter konnte damals wohl ahnen, day nach solchen Erklärungen für die Meisterlehre. so rasch eine Zeit kommen wird, wo von Staats wegen gerade das (Gegenteil angestrebt wird. Hätte man damals die Absichten mit diesem § 14 a ahnen können, dann wäre seine Konzipiernng sicherlich eine andere geworden. (Abg. Erb: »Sehr richtig. Nichtsdestoweniger aber hegen wir die bestimm!c Erwartung, daß diese Grundzüge für die ^'ehrwen-statten am Papier bleiben werden, daß man nicht eine Sache, die man selbst für schlecht erachtet, ans Jnstamentgrüuden durchzudrücken versuchen wird. Nummer 74 Deutsche Wacht Seite 3 Es gibt wenig Stände, die durch die eigene Erziehung ihre» Nachwuchses so viel Kulturarbeit durch die Jahrhunderte hindurch geleistet haben, wie der deutsche Gewerbestand. Es wäre hoch an der Zeit, wenn schon von der Volksschule aus Achtung vor der Handarbeit gelehrt würde. Die obligatorische Einführung des Handsertigkeitunterrichtes an den Volks-, Bürger- und auch an den unteren Mittel-schulen, aber nicht etwa als Spielerei, könnte da manches zum besseren wenden. In der Popularisierung deS Gedankens der Achtung vor dem Handwerkerstande lüge ein dank-bares Feld für die Regierung, bclehrung» nnd richtunggebend einzugreifen. Emsige nnd liebevolle Arbeit in derartigen Richtungen würde das Hand-werk mit größtem, nachhaltigstem Tanke entgegen-nehmen. Unter stürmischem Beifall nahm die Versammlnng eine vom Abgeordneten Einspinner beantragte Ent-fchließnng an, in welcher die Regierung aufgefordert wird, die Errichtung von Lehrwerkstätten, wie selbe durch daS Regulativ des hohen Ministeriums sür öffentliche Arbeiten, betreffend die Grundzüae für die Organisierung von Lehrwerkstätten für Tischlerei und Drechslerei, vorgesehen werden soll, sowohl für diese wie auch für andere handwerksmäßige Gewerbe zu unterlassen. An die gewerbefreundlichen Reichs-ratsabgeordneten wurde das Ersuchen gerichtet, Pläne, die auf die Errichtung solcher Lehrwerkstätten abzielen, im geeigneten Augenblicke nicht zu unterstützen, sowie auch nicht zuzulassen, daß eventuell von anderer Seite derartige Anstalten errichtet werden. Eine andere Entschließung deS ReichShandwerker« tages, die nach einem Berichte des Abg. Krebs ein-stimmig angenommen wurde, enthält daSnachdrücklichste Ersuchen, an die Regierung und an die Abgeordneten aller arbeitswillige» Parteien mit aller Tatkraft dahin zn wirken, daß das Abgeordnetenhaus wieder zu ernster parlamentarischer Arbeit komnie; die Abgeordneten werden ersucht, sich im Interesse der zu erledigenden Volksnotwendigkeiten gegen eine frühzeitige Schließung des Abgeordnetenhauses oder gar gegen dessen Auflösung zur Wehr zu setzen. Die arbeitenden Stände würden gewiß Vertrauens-voll hinter den Abgeordneten stehen, wenn diese allenfalls auch durch energische Mittel die Aufrecht-erhaltnng des Parlamentes erzwingen sollten. „Wie notwendig besonders für den Handwerkerstand ernste parlamentarische Arbeit ist, erhellt daraus, daß das Hausiergefetz noch immer nicht erledigt ist. ein Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, ein Gesetz betreffend die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerter, ein Gesetz betreffend die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk, ein solches gegen die willkürlichen Aus-stände noch vollständig fehlen. Auch die Einführung der obligatorischen Meisterprüfung sowie die Einhebung der Umlagen sür die Genossenschasten und deren Verbände harrt dringend der gesetzlichen Erledigung; desgleichen das endliche Inkrafttreten der Zentral-Genossenschaftskasse." Politisch? Uuniischu». Einberufung des fteiermärkischen Land-tages. Der steiermärkifche Landtag ist für den 16. d. einberufen. Bis dahin wird auch die Ernennung des Landeshauptmannes und seines Stellvertreters er-folgt sein. Ein Plan zur Verpachtung des günd-Hölzchenmonopols. Als der verstorbene Freiherr v. Jorkasch-Koch Leiter des Finanzministeriums war, wurde ihm von der Länderbank der Plan eines Hündhölzchenmonopols unterbreitet, das m Form einer Verpachtung au eine zu diesem Zwecke zu bildende Gesellschaft ver-wirklicht werden und den Verkauf der Zündhölzchen besorgen sollte. Die Gesellschaft würde die bestehenden Fabriken einlösen und dem Staate aus Grund des inländischen Konsums jährlich eine bestimmte Pacht-summe zahlen. Wie nun die ..Neue Freie Presse" berichtet, soll dieser Vorschlag jetzt neuerdings im Finanzministerium hervorgeholt nnd zur Beratung gestellt sein. _ (toekenfctftfS Wette« , und Legate»! nnißsorreinr» b.i , Aus Stadt und Land. Die Briefe des Herrn Aillrich. Herr Amtsvorstand Dr. Otto A m b r o s ch i t s ch ersucht uns um Veröffentlichung nachstehender Er-klärung: Der hiesige LandeSbürgerfchullehrer August Aiftrich hat an mich ein Schreiben gerichtet, welches mit den in der letzten Ausgabe der „Deutschen Wacht" abgedruckten, an die Herren Dr. v. Jabornegg, Julius Raknsch, Dr. Gregor Jesenko nnd Dr. Fritz Zangger gerichteten Schreiben gleichlautend ist. Dieses Schreiben ist mir, da ich verreist war, erst hellte zugekommen. Ich schließe mich hiemit der in der letzten Nummer der „Deutschen Wacht" veröffentlichten Er-klärung der Herren Dr. Heinrich von Jabornegg, Julius Raklisch, Dr. Gregor Jesenko und Dr. Fritz Zangger vollinhaltlich an. Eilli, 14. September 1909. Dr. Otto Ambroschitsch. Herr Albert Hirth, Hauptschristleiter des „Grazer Tagblattes" sandte nns in dieser Angelegen-heit nachstehendes Schreiben: Obgleich der jüngste Sprengversuch des Herrn August A i st r i ch durch die Erklärung des Herrn Dr. Heinrich v. Jabornegg, Julius Rakusch, Dr. Gregor Jesenko und Dr. Fritz Zangger schon als erledigt zu betrachte» ist, fühle ich mich doch gedrängt, den Behauptungen des Herrn Aiftrich eine kurze Darstellung des Sachverhaltes entgegen-zusetzen. Es liegt mir daran, jedes Fünkchen einer immerhin denkbaren Mißdeutung im Entstehen zu ersticken. Am 8. Mai d. I. forderte Herr A i st r i ch vom „Grazer Tagblatt" den Abdruck seiner bekannten Erklärung gegen den damaligen LandtagSwahlwerber Herrn Hans W o s ch n a g g, ein Ansinnen, dem ich auch dann nicht nachgekommen wäre, wenn Herr Aiftrich es unterlassen hätte beizufügen, daß er seine Erklärung gleichzeitig dem „Alldeutschen Tagblatt", der „Deutschen Wacht", der ..Marburger Zeitung" und dem — Arbeiterwille" übermittle. Am 12. Mai betrieb ei» (oder soll ich sagen: der) Cillier Anhänger Aistrichs in einer ans Treibach datierten Karte den Abdruck der erwähnten Erklärung mit dem geschmackvollen Beisatze, ob denn auch daS „Grazer Tagblatt' „mit dem Geldsack gehe". Darauf antwortete ich Herrn R. B. am gleichen Tage in jenem Brief, den Herr Aiftrich in seinem letzten Rundschreiben zum Teile zitiert, aber in ganz will-kürlicher Weise auslegt. Ich habe niemals behauptet, daß mir die Entschließung des Ausschusses veS Deutschen Vereine« vom 18. April von den daraus unterzeichneten Herren zugekommen sei; diese Entschließung lag mir damals tatsächlich vor, war mir aber von dritter Seite zu meiner persönlichen Information zugesandt worden. Auch die Mitteilungen von dem überreizten Znstand, in dem sich Herr Aiftrich zu jener Zeit befand, stammten von ganz unbeteiligten Gewähr«, männern und mein Brief an Herrn R. B. bietet nicht den mindesten AuhaltSpunkt für eine andere Auffassung. Schließlich versichere ich aus das be-stimmiefte, daß keiner der von Herrn Aiftrich Auge-griffe««» jemals in irgendeiner Weife versucht hat, eine Veröffentlichung dieses Herrn im „Gr. T." zn hintertreiben. Ans diesem Tatbestand geht hervor, daß auch die neuesten Behauptungen des Herrn Aistrich haltlose Kombinationen sind. Mi! der Bitte, von diesen Zeilen den Ihnen zweckmäßig erscheinenden Gebrauch zu machen, und treudeutschen Heilgrnß Ihr ergebener Albert Hirth Hauptschristleiter des „Gr. T.". Trauung. Heute Mittwoch, den 15. September wurde Herr Eugen Walzer mit Fräulein Käthe Wilfling in Maria Pletrowitsch getränt Heil den Neuvermählten l Heimkehr der Truppen von den Manövern. Am Sonntag früh ist daS hier gar-nisoniercnde Bataillon deS 87. Infanterie RegiementeS und nachmittag das Bataillon deS Landwehr-Jnfanterie-Regimentes Nr. 26 samt den Reservisten auS dem Manöverfelde hieher zurückgekehrt. Die Reservisten und die Urlauber sind noch im Lause deS Tages in ihre Heimatsorie abgereist. Bürgerliche Schützengesellschaft. Sonn-lag. den 19. September wird mit dem Schießen aus der bürgerlichen Schießstälte wieder begönne,>. Die Mitglieder weiden ersucht recht zahlreich sich zu be-teiligen. Gäste sind willkommen und stehen ihnen Gewehre und Munition zur Verfügung. Beftschiehen der Bürgerlichen Schützen-gesellschaft in Cilli. Die bürgerliche Schützen» gesellschaft veranstaltet am 2., 3.. 7. und lO.Okiobe? ein Bestschießen. bei dem sich Gelegenheit biete» wird, sehr schöne und wertvolle Beste herausschießen zu können. Die Beste werden noch diese Woche im Schaufenster der Firma Lukas Putan ausgestellt sein. Geschossen wird auf eine 5-kreisige Festscheibe, eine 12-kreisige und eine 4-kreisige Standscheibe. Für alle drei Scheiben sind 16 Beste bestimmt. Es ist zu hoffen, daß an den angeführten Tagen ein lustiges Leben. Treiben und Knallen aus der bür-gerliche» -chießstätle sein wird, zumal man zu dem Bestschießen liebe Schützenbrüder aus Nah und Fern als Gäste zu erwarten hat. — Die Schießordnung und alle sonstigen dieses Schießen betreffenden näheren Bestimmungen erscheinen in der nächsten Blattsolge. Evangelische Gemeinde. Samstag den 18. d., morgens um 8 Uhr findet i» der Christus-kirche der Schulbeginli-Gottesdienst statt. Schulvereinsfest in Hrastnigg. DaS Volksfest, welches am Sonntag in Hrastnigg statt-sand, nahm einen prächiigen Verlauf. Der Besuch war der denkbar beste, eS waren sehr viele FestgSste aus allen Orten Untersteiermarks erschienen. Sie wurden aus dem Bahnhofe von der Feuerwehr und dem Gesangvereine empfangen und unter dem Vor-antritt der Hrastnigger Werk-kapelle aus den Fest, platz geleitet, wo der Oberlehrer der deutschen Schule Herr Anton Schürn alle Teilnehmer insbesondere aber die wackeren Turner aus Eilli und Rann herz, lichst begrüßte. Nach Absingung der ..Wacht am Rhein" entwickelte sich alSbald ein recht fröhliches und ungezwungenes Festtreibe» Der Festausschuß hat alles aufgeboten, um den Besuchern der Beran-slaltung die wenigen Stunden des Beisammenseins so angenehm wie möglich zu machen Mit unermüd-lichem Fleiße spielte die Werkskapelle und die Tüfferer Schrammeln. Für die leiblichen Bedürfniffe war in bester Weise gesorgt in den Bier-, Wein-. Eßwaren-budeu und im Kaffeehause, in welchen die deutschen Frauen und Mädchen von Hrastnigg uneimüdlich walteten. Aber auch auf andere die heiterste Laune erweckende Dinge hat der Festausschuß gedacht. Ein Ringelspiel, eine Glücksfischerei und ein Glückshafen erfreuten sich eineS außerordentlichen Zuspruches. Der Tanzboden und die Schießstätte waren stets dicht be-setzt. Ein prächtiges Bild bot sich den Festteilnehmern durch den Ausmarsch der Cillier und Ranner Turner, die Stab- und Freiübungen und Turnen am Reck unter der Leitung des BürgerschullehrerS H. Hölzl aus Cilli vorführten, wofür ihnen durch Beifall der Zuschauer die Anerkennung gezollt wurde. Auch der Hrastnigger Sängerriege die einige Chöre unter der Leitung des ChormeisterS Herrn Oberlehrer Anton Schuen vortrug wurde zugejubelt. Eine besondere Uederraschung bot der Ausstieg deS Zeppelin 4. Nur allzu früh entführten die Abendzüge die auswärtigen Gäste. Wir können den Festausschuß zu dem schönen Erfolge wärmstens beglückwünschen. An die ehrenfesten deutschen Turn-vereine Eilli und Rann. Liebwerte Turn-diüder l Treudeutschen Turngruß zuvor! Verrauscht sind die FesteSklänge und jeder ist wieder zur All-tagsarbeit zurückgekehrt; aber die Begeisterung währt noch fort. Die Pflicht deS Dankes ist es, die unS die Feder in die Hand drückt, einerseits sür den zahlreichen Besuch, andererseits für die turnerischen Darbietungen Euch unsere wärmste Anerkennung auszusprechen. Ihr Turnbrüder konntet auch mit dem Bewußtsein scheiden, eine hehre völkisch« Tat vollbracht zu haben, dadurch daß Ihr uns zu Hilfe geeilt und unserem Orte so manchen, der der edlen Turnsache mit mißtrauischen Blicken gegenüberstand, für unS gewonnen habt. Ihr habt uns die Treue gehalten. Und wir versichern, fobald Euer Ruf zur Abwehr deS Gegners ertönt, daß wir treue Gefolg« Seite 4 Deiche flacht Nummer 74 fchast leisten und mit Euch Schulter an Schulter kämpfen werden. „Ob FelS. ob Eichen splittern, — Wir werden nicht erzittern!" Heil Cilli I Heil Rann! Für den deutschen Turnverein Hrastnigg: Antou Schuen, Sprechwart; Franz Oberanner, Schliftwart; Hermann Stadlbauer, Säckelwart; Hans Killer, Turnwart. Geschichte der Stadt Eilli von Gymna-staldirektor AndreaS Gubo Dieses hochinteressante die Geschichte CilliS vom Ursprung bis auf die Gegenwart behandelnde, mit Stadiplan und viele» Abbildungen ausgestattete Buch wird in den nächsten Tagen im Verlage von Ulr. Moser'S Hosbuchhandlung in Graz erscheinen. Der Preis wird 6 K für broschierte und K 7^0 für gebundene Exemplare betragen. Wir machen unsere Leser heute schon auf dieses für die steieruiärkische Landesgeschichte höchst wichtige Werk aufmerksam. Wie der Prospekt aus-führt, schildert der Veriasser die Ereignisse und die Völkerbewegungen. die sich seit dem grauen Altertum aus dem viel umstrittenen Boden des heutigen Cilli abgespielt haben, nach den Ansiedlu»..en der Kellen die Herrschaft der Römer und die Stürme der Völ-kerwanderung, denen im Mittelalter die Herrschaft der mächtigen Grafen von Cilli folgte. Die weiteren Begebenheiten der Reformation und Gegenreformation, der Bauernaufstände, der TürkeneinsäUe, der schlesi-schen und Franzosenkricge. sowie der 1848er Revo-lution erheben die Geschichte CilliS zu weltgefchicht. licher Bedeutung. — Wir behalten uns eine ausführliche Würdigung deS interessanten WerkeS vor. Ein Mitarbeiter des Laibacher Pöbel-Meisters Hribar, der die Straßenräubereien im September des vergangenen Jahres so sinnig und würdevoll inszenierte, ist endlich erwischt worden. Das Laibacher LandeSgcricht verurteilte den seit den vorjährigen Septemberkrawallen steckbrieflich ver« folgte» Zögling der dortigen Lehrerbildungsanstalt Franz KoziirS wegen Beschädigung deutscher Auf« schnftstafeln zu sechs Wochen schweren Kerkers. Kozins wurde in Zara verhaftet. Reorganisation der slowenisch-libe-ralen Partei — wurde am Sonntag zum xlen Male in Cilli beschlossen. Eine Partei über die jeder lacht — ein Sammelkasten politischer Desperados, die vom Liberalismus ebensowenig wisse», wie vom nationalen Fortschritte. Ihr einigendes Band ist ein sinnloser Deutschenhaß, vor und nach jeder größeren Niederlage, die ihnen seitens der Alerikaleu zugefügt wird, gehen sie an die „Reorganisation der Partei". Die wichtigste Errungenschaft dieses bedeutungsvollen Prozesses scheint die Anschaffung von — türkischen Mützen zu sein. 8 a 1 e m a 1 e i k u m! g o s p o d Kukovee! Der 20. September in Laibach. Die Theatervorstellung der polnischen Akademiker auS Krakau, die sür den 17. d. ihre Ankunft in Laibach angemeldet hatten, wurde von der Landesregierung verboten. Landesausschußbeisitzer Dr. Lampe inter-venierte heute beim Landespräsidenten, der erklärte, keinerlei Veranstaltung in den Tage» um den 20. d gestatten zu können. Es bestehe aber kein Hindernis daß die polnische» Studenten die Vorstellung an einem späteren Tage veranstalten. Der AuSftug der pol-nischen Akademiker nach Laibach wird demnach in diesem Monate nicht mehr stattfinden. Ein slowenisches Trutzfest in Pettau Am Sonntag sand in Pettau daS von den slovenischen Bereinen in Pettau und Untersteiermark veranstaltete Trutzfest statt, dessen Abhaltung am vorigen Sonntax behördlich verboten worden war. Auch sür den gestrigen Tag hatten die Behörden umfassende Vor-bereitungen getroffen. Zeder öffentliche Aufzug, dai> Hiffen von Nationalflaggen und das Tragen von nationalen Abzeichen war verboten. Den slovenischen Festteilnehmern war nur gestattet worden, in Partien von drei bis sünf Mann in die Stadt einzumar» schiere». Zur Aufrechterhaltung der Ordnung waren in der Pionierkaserne 40 Mann Gendarmerie so» signiert. Auch eine Kompagnie deS hiesigen Pionier bataillone» hatte strenge Bereitschaft. DaS Slo wenenfest, das einen ziemlich schwachen Besuch aus-wies, verlief in vollkommener Ruhe. Abends kam ei zu kleinen Zusammenstößen zwischen Deutschen und Slowenen, die jedoch ohne weitere Zwischensälle verliefen. In der Nacht herrschte in der Stadt völlige Ruhe. Die Unsicherheit in Laibach und Um-gebung. Mittwoch «Feiertag) gegen 10 Uhr abend wurde eine Gruppe Ausflügler in der Nähe des Rosenbacher-Waldes auf dem Rückwege in die Stadt mit Revolverschüssen und einem Steinhagel empfangen. Daß der Ueberfall nur den Deutschen zugedacht war, geht daraus hervor, daß die Revolverschützen sofort daS Feuer einstellten und sich in den nahen Wald zurückzogen, als von den Ausflüglern daS slovenische Kampflied „Hej Slovane I" angestimmt wurde. Merk-würdigerweise sind diese Revolverhelden nicht auszuforschen. Grazer Herbstmesse. Die heurige Grazer Herbstmesse wird sich allem Anscheine nach ihren Vorgangern würdig anreihen. Eine reich beschickte Warenmesse wird den auswärtigen Kaufleuten Gele-^euheit bieten, die Musterlager hiesiger und aus-wärtiger Großfirmen zu besichtigen und ihre Einkäufe dort zu decken. — Rinder-, Schafe-, fowie landwirt-chaftliche Maschinen-Ausstellungen, Konze.te, Schau-tellungen aller Art werden für Anregung und Unter-,altung der Herdstmesfebelucher in reichstem Maße argen." DaS bekannte SchaustellungSunternehmen haase auS Leipzig wird mit einer großen Untergrundbahn, seiner aus der vorjährigen Messe be-rannten Todozanrutschbahu und mit der einzigartigen AttraktionSnumme.- ..Lionel" der Löwenmensch, die auch auf der Dresdner - Vogelwiese das berechtigte Aussehen erregte, v:rtreten sein. Ei» lenkbares Luftschiff, 5aS erste in Steiermark gebaute, das in seinen riesigen Dimensionen nur wenig hinler dem deutschen Parsevalschen ReichSluflschiffe zurücksteht, wird den Besuchern der Herbstmesse den Anblick deS modernsten aller Verkehrsmittel vor Augen führen. — Einen weiteren Glanzpunkt der heurigen Messe wird auch daS Riesenfeuerwert .Die Beschießung des Grazer Schloßberges durch die Franzosen im Jahre 1809" darstellend, für das der weithin bekannte Pyto-techniker Kuno sein ganzes Können einsetzen wird, bilden. Alles in allem, eine Fülle von Unterhaltung und Anregung, die gewiß nicht verfehlen wird, die Grazer Herbstmesse auch heuer wieder zur» Sammel-platze aller BevölkenrngSkreise auS Nah und Fern zu machen. Ein trauriger Urlaub. Ans Gonobitz wird uns mitgeteilt: Bor einigen Tagen kam der in Capodistria angestellte Finanzwach > Oberaufseher Alois Kokol zur Eiholung nach Gonobitz. Am 10. d. wurde nun Kokol, der die Nacht zur Unterhaltung benützt hatte, um 4 Uhr früh in einer Seitengasie bewußtlos mit einer klaffenden Kopfwunde gefunden. Nach Anlegung eineS Notverbandes wurde der lebensgefährliche Verletz'.e in daS Rote Kreuz Spital gebracht. D'k Gendarmerie wurde sofort verständigt. Den Erhebungen des Wachtmeisters gelang es um 10 Uhr abendS die Täter, den Fleischhauergehilfen Franz Streltz und den Schlosserlehrling Franz Germ, zu verhaften. Ein dritter der Knecht Johann Gorenak. wurde auf freiem Fuße belassen. Die Ausforschung hatte sich deshalb besonders schwielig gestaltet, da man keine AnhaltSpunkte hatte und Kokol in Agonie liegt. Die Ursache de« UeberfalleS war eine ganz gewöhnliche Stänkerei. Einen Opferstock beraubt. Am 4. Sep-lerntet wurde in Svetina einer GebirgSpfarre bei Cilli, der Opferstock erbrochen und daraus ungefähr 140 K gestohlen. Der „originelle" Graf Sternberg. In feinem Organe, deu „Lidove Rovmy", macht Graf Sternberg mit Rücksicht aus die letzten Ereignisse in Wien den Vorschlag, daß Wien und die an-grenzenden Bezirke, ähnlich wie in Washington, als gemeinsames Gebie» der österreichischen Länder erklärt werden und daselbst gesetzlich die Gleichberechtigung aller Sprachen gewährleistet werden soll. Gras Sreru b-rg beabsichtigt in der nächsten Session deS Reichs rates mit einem diesbezüglichen Antrage hervorzutreten. Ueberfall auf deutsche Turner. Die vom Schulfeste in Hrastnigg heimkehrenden deutschen Turner und deren Gäste wurde» am Sonntag in den Stationen Lichtenwalv, Reichenburg und Bidem von den Sokoliste» mit Steinen beworfen und beschimpft. In Videm wurde sogar geschossen. Zum Mordversuch an dem Pettauer Sparkassedirektor. Am Mittwoch den 22. d findet vor dem Marburger Schwurgerichte die Ver Handlung gegen Franz Goufa und Heribert Kasper wegen des Mordversuches statt, der an dem Direktor der Pettauer Sparkasse verübt wurde. Heribert Kaspar ist der elfeinhalbjährigc Sohn des Direktors und ist der Anstiftung zur Ermordung jeineS eigenen Vaters angeklagt. Bayreuther Eindrücke. Wer Heuer die Aufführung des „Lohengrin" in Bayreulh zu sehen Gelegenheit hatte, muß zugeben, daß es kaum etwas Vollendeteres mehr auf der Bühne gibt Die Musik-inszenieruiig diese« Werkes ist Siegfried WagnerS großes Verdienst, ist eine bedeutsame künstlerische Tat. Er war Jnizenator, Regisseur und Kapellmeister. Wer wird die Bühnenbilder vergessen, die er uns vorgezauert hat? Er ist modern geworden und doch dem alte» Geiste treu gebliebe» Einzig schön ist die sonnige Aue am Ufer der Scheide. Man möchte dieses Bild festhalten können und trennt sich nur schwer von ihm. wenn der Borhang (411t. Kulissen findet man nicht mehr, an ihrer Stelle ragen Bäume empor. Weit blickt man in daS fruchtbare Land hinein, in dem Hügel mit Burgen in großem Bogen sich erheben und das von einem Strome durchflutet wird. Rechts steht ein steinerner Altar; vor ihm singt jetzt der König fein Gebet. Ungemein wirkungsvoll und lebendig ist im zweiten Akte der Zug der Frauen zum Münster, prächtig der Aufbau deS KönigSpalasteS. Wie stilvoll bei aller Einfachheit das Brautgemach. WaS können Regisseure, waS Theaterdirektoren in Bayreuth lernen l Wohin hat der überlieferte Schlendrian, der Jahr-zehnte geübte Mißbrauch szenischer Mittel die Bühne gebracht, daß der Schöpfer des Kunstwerkes dabei irr den Hintergrund gedrängt wurde. Wie anderS kommt dagegen in Bayreulh der Dichter zu Worte. Die Chöre — der Lohengrin ist ja hauptsächlich Chordrama — sind von einer Stärke und Pracht, daß sie allgemeines Staunen und Entzücken hervor-rufen. DaS bietet keine andere Bühne der Welt. Jeder einzelne ist von seiner Aufgabe erfüllt und leistet daS Beste Es sind aber auch die Besten darunter, Sänger, die sonst erste Rollen ipielen. In Bayreuth sind sie stolz, auch so dem Meister dienen zu können. Deshalb hat auch der Massenzug deS Heerbannes so gewirkt. Daß dazu die künstlerischen Leistungen deS Orchesters phänomenal sind, braucht man nicht besonders zu erwähnen. Solche Klang-fchönheiten bringt bisweilen nur auch das Orchester des PrinzregententheaterS in München und uns«er Hofoper hervor. Nun einigeS über die Einzelleistungen. Dr. Alfred von Bary (LreSden) spielte den Lohen-grin. Er war in seinem durchgeistigten Spiele und edlen Gesänge gleich vorzüglich. Eine entzückend schöne Elsa lernte man in Lilly Ha gren Vaag (Mannheim) kenne», die sich weg.« ihrer gesangliche» und schauspielerischen Vorzüge bald die Zuhörer erobert hatte Auch G. Rennyso» (Prag), sür Bayieulh noch ein Neuling, trat mit viel Geschick in dieser Rolle auf Anna vo» MildenburgS Ortrud war wohl die großartigste Leistung bei der Lohengrin-Allfführung. Auch über alle übrigen Darsteller ist nur GuirS zu sagen. Der Erfolg war denn auch ein großer und der Jubel und Beifall deS Publikums ein stürmischer. Der Parsifal, der, wie bekannt, nur in Bayreuth gegeben wird, gestattet dem Zuhörer nicht, Vergleiche anzustellen, wie bei anderen oft und an verschiedenen Bühnen gegebenen Opern. Aber vielleicht gerade deS-wegen gibt man sich in stiller Andacht ganz dem erhabenen ergreifenden Festspiele hin. Ein Bühnen« weihsestspiel nennt Richard Wagner selbst sein Werk. Es ist für Feste bestimmt und solche Feste erlebt man nur in Bayreuth, eine andere Bühne kann sie einem gar nicht bieten. Besonders glücklich war man Heuer in der Wahl der Darsteller, wie überhaupt die heurige Aufführung die vorjähr ige in manchen Stücken übertroffen haben soll. Nebe» dem tresfliche» Parsifal dcS jungen F. Vogelstrom (Mannheim) und der ausgezeichneten Kundiy der Frau M. Leffler-Burckard (Wiesbaden) glänzte Dr. F. von Kraus (München) als Gurnemanz. Einen idealeren Vertreter dieser Partie, die die schwierigste im Parsisal ist, gibt eS derzeit gewiß nicht. Clarence Whitehill (Köln) spielte den kranke» Gralskönig Arnforlas ergreifend. Die Chöre waren natürlich prachtig und die Bühnenbilder von märchenhafter Schönheit. HofkapeUmeister Dr. Karl Muck und Siegfried Wagner dirigierte» ab-wechselnd. Den „Ring" anzuhören hallen wir leider nicht Gelegenheit. So wäre» die Bayreucher Tage Festtage im wahren Sinne dcS WorteS, Feste deutscher Kunst und An. Welche andere Ratio» kaun solche aufweisen? Deshalb auch der Massenbesuch aus aller Herren Länder. Am erfreulichste» aber reist der Fest-spielgedanke im deutsche» Volke selbst, das heuer mehr den» je zum Festspielhügel pilgerte. Glücklich schätzen kann es sich aber auch, solch einen hehren Tempel der Kunst sein eigen zu nennen und solche Männer zu besitzen, die mit Begeisterung der edle» Sache dienen. Daher biaucht eS einem auch richt bange zu sein um Bayreuths Zukunft. DaS weiß man auch im Haufe Wahnfried. Dr. L. Maischek Aus dem Zlnterlande. Store. (Zur Brotfrage.) DcS Berg- und Hüttenwerk Stor6 hat sich, um den Arbeitern ein billigeres und schwereres Brot zu verschaffen, an verschiedene Firmen gewendet und unr Preise und Gewicht der Brotsorten ersucht. Nachsolgend die Preise und Gewichte: Steiner-Eggenberg, Schwarzbrot 109 Deka zu 32 Heller. Bäckerei Liebenau. Schwarzbrot 160 Deka zu 43 Heller. Weißbrot 110 Deka zu Nummer 74 Peuische Wacht Seite 5 43 Heller. Bäckerei Hammer Schwechat, Weißbrot 135 Deka zu 44 Heller, Schwarzbrot 150 Deka zu 44 Heller. S t o r i, Schwarzbrot 85 Deka zu 40 Heller. Die von den heimischen Bäckereien gewährten zehn Prozent Rabatt decken vollkommen die Frachtspefen. AuS diesen Ziffern ist ersichtlich, dojz die Großstadt-firmen lrotz größerer Regien bedeuten» schwereres und billigeres Brot liefern als die heimischen Bäckereien. Rann. (Ein Sokolsest.) Da» am 17. und 18. Juli d. I. vom Deutschen Turnverein in Rann veranstaltete BezirkSturnfest, verbunden mit der Fahnenenthüllung. dürfte noch gar manchem lebhaft in Erinnerung fein. Die Slowenen, die diesen Schmerz nicht überwinden konnten, deutsche Fahnen durch die Stadt Rann flattern zu sehen, schwuren Rache, und zwar durch die Veranstaltung eineS SokolfesteS, zu dem eine weitaus größere Zahl von Sokolisten erscheinen sollte. Doch die Enttäuschung am 5. d. auf windischer Seite war groß, als man beim Nachmittag-empfange am Bahnhofe in Rann kaum 1.', bis 20 Rolhemden auSsteigen sah Die Agramer Sokolisten sind ganz ferngeblieben, denn sie wollten sich nicht mil den anderen blamieren, was schon vorauszusehen war. Der sogenannte Starosta des Ranner SokolS, Dr. Schmiermaul, erklärte selbst am Bahnhoie, daß sie sich mit dieser kleinen Sokolfchar fchämen werden. Noch größer war aber die Enttäuschung der Fremden, als sie im bellen Marsche plötzlich an der Stadt-grenze haltmachen und die Fahnen, es waren ja deren nur zwei, einrollen mußten. Trotz des Verbotes, nicht in geschlossenen Reihen, überhaupt nicht korpo-rativ, und ohne Musik in die Stadt einzuziehen, erfolgte der Einmarsch doch korporativ, uud statt der Musik erscholl ein Gebrüll, als wären, um noch zu schmeicheln, wilde Böller eingezogen. Dabei wurden noch die nationalen Hetzlieder „Hej slovane* und .Naprej zastavo slavc* beim Einzug in die Stadt gesungen. Dieses Benehmen hat genau gezeigt, daß es die Windischen mit den Austrägen der politischen Behörde nicht so genau nehmen, und die politische Behörde schaute diesem herausfordernden Treiben ™h>3 zu. Ja. es wurden nicht einmal Aufträge gegeben, dieses herausfordernde Benehmen durch die Gendarmerie abzustellen. Kurz, die «okoliften hauen ganz gegen daS Berbot gehandelt, ohne daß jemand eingeschritten wäre. Und dies alleS mußte sich die deutsche Bevölkerung von Rann rubig gesallen lassen. Daß sie sich aber alles ruhig gefallen ließ, ist nur ihrer Besonnenheit zuzuschreiben, denn sonst wäre es schon bei Tag zu Gegendemonstrationen gekommen. Als sich aber die Frechheit der Sokolisten steigerte, und zwar durch den herausfordernden Ruf: „Zivio älovenke Breiice, Biezice so naic* („Es lebe das slowenische Rann, Rann ist unser"), da kam wohl begreiflicher Weise die Erregung der Deutschen durch stürmische Heil- und Abzugrufe und durch einige Eierwürse zum Ausdruck. DieseS Fest hat wieder gezeigt, daß eS den Windischen nur daran gelegen ist, die ruhige deutsche Bevölkerung von Rann heraus-zusordern und damit den deutschen Charakter der Stadt Rann zu verunglimpfen. Dies können wir Deutsche aber für die Zukunft nicht mehr angehen lassen, und Sache der politischen Behörde wird eS sein, derlei oder ähnliche Feste den Windischen in der Stadt Rann überhaupt zu verbieten, damit dem herausfordernden Treiben doch endlich einmal Einhalt getan werde Sollte selbst dies nicht» fruchten, so wird sich der deutsche Ranner sein Recht durch eigene Kraft zu suchen wissen. Die erlittene Niederlage wird wohl den Windischen den Mut abschwächen, im deutschen Rann ein windisches Trutzfest sobald wieder zu veranstalten. Gomilsko. Am Sonntag den 12. d. M. fand, einberufen durch den Pfarrer Herrn Franz ZdoUek. Obmann der Bezirksvertretung Franz, zu Gomilsko eine gut besuchte Versammlung von Interessenten statt, um die Angelegenheit der von Heilenstein über Gvmilsko nnd Franz nach Möttnik, in weiterer Fortsetzung nach Stein projektierten Lokalbahn zu beraten, in welcher die slowenisch-klerikalen Abgeordneten Terglav und Dr. Benkoviv, Abgeordneter von Rann, in langathmiger Rede die die Borteile dieser Bahntrace klarzustellen sich bemühten. Im Berlanse dieser Versammlung kam eS unter den Anlesenden zu sehr erregten Aus-einandersctznngen, wobei iu scharsen Worten den Einberufen» der Versammlung der Aorwnrf gemacht wurde, daß der liberale ReichSratsabgeordnete der Gegend, Franz Roblek nicht geladen nnd zugezogen worden war. schließlich kam eine bereits vorher verfaßte Resolution, welche den Bahnban der gesamten besprochenen Trace zu beschleunigen bestimmt ist zur Verlesung, über deren Annahme der Bor» sitzende es jedoch unterließ eine Abstimmung zu ver-anlassen. Aus alter Wett. (Dreifacher Raubmord.) In der holländischen Bauernschaft Stapenhorst ist ein drei-sacher Raubmord verübt worden. Ein Bauer, dessen Ehefrau und der Knecht wurden mit buchstäblich abgeschnittenem Halse aufgefunden. Der Tat ver-dächtig sind zwei Burschen im Alter von 20 Jahren. Ein größerer Geldbetrag soll den Mördern in die Hände gefallen sein. (Ein blutigesEhedrama.) Ein blutiges Drama spielte sich Mittwoch Rächt in Paris vor dem Theater Marigny in den Champs Elysees ab. Ein jnnger Impresario namens Lois Lambin, ein 27jähriger Mann, traf vor dem Ti.eater seine Gattin, die ihm vor einigen Wochen entlaufen war. Er gab «inen Revolverschnß ab. Die Kugel drang der jungen Frau in die Stirn und verletzte sie lebensgefährlich. Sie wurde in bewußtlosem Zustande ins Spital gebracht. Der Täter ließ sich rnhig verhaften. (Ein nach f ü n f I a h r e n entdeckter f i n g i e r t er Diebstahl. Einiges Aussehe» er-regt in London die Verhaftung des bekannten Juweliers Stockal. Am 26. November 1904 wurde bei der Jnwelierfinna Stockal nnd Comp. ein Dieb-stahl begangen, bei welchem unter besonderen Um-ständen 60.000 Mark gestohlen wu'den. Der Besitzer des Ladens Stockal, der Oberst eines Freiwil-ligenregiments ist, ist, nachdem er SamStag bis spät abends gearbeitet und die Angestellten das Geschäft verlassen hatte», am nächsten Morgen gefesselt und geknebelt aufgefunden worden. Als er befreit wurde, erklärte er, daß zwei Männer bei ihm er-schienen seien, um sich Uhren vorlegen zn lassen. Die beiden Männer überfielen den Juwelier, fesselten und knebelten ihn. Stockal gab eine genane Be fchreibnng der Täter, die aber trotzdem nicht eruiert werden konnten. Eine BersicherungSgefellschaft mnßte eine hohe Summe bezahlen. Die Gesellschaft scheint den Fall weiter verfolgt zu haben nnd entdeckte, daß Stockal eine Komödie aufgefühn hat. Daraufhin erfolgte jetzt die Verhaftung des Juweliers. (Ein entsprungener Tiger). In Gervena in Spanien entsprang Sonntag während der Nachmittagsvorstellung aus einer Menagerie dnrch die offene Tür eines Käfigs ein Königstiger und setzte niit einem Sprung mitten ins Publikum hinein. Es entstand eine snrchtbare Panik. Durch das Geschrei des nach den AnSgängen strömenden Publikums wurde das Tnr stutzig gemacht nnd sprang mit einem Satze durch eine Oeffnung ins Freie. Eine Abteilung von Schutzleuten wurde ansgeboten, um daS Tier unschädlich zu machen. Der Mena-geriedirektor holte den Dompteur herbei, dem es ge-lang, durch einen geschickt ausgeworsenen Lasso den Tiger einzusaugen. Obwohl der Zwischensall glimps-lich abgelaufen war, hatten doch mehrere Schutz-leute, die beim Einsangen des Tieres behilflich sein wollten, durch Prankenschläge ernstliche Verletzungen erlitten. (Lynchjustiz an einem Unschuldigen.) Ein unerhörter Fall von Lynchjustiz wird aus Amerika gemeldet: Dort hat in Clewdesville ein Mann namens Mac Nathan am vorletzte» Sonntag einen Polizeibeamten erschossen. Am letzten Sonntag belagerte der Pöbel das Haus des Mörders. Plötzlich tauchte aus dcc Straße der Bruder des Mörders aus, der gleich von der Menge erkannt und gefaßt wurde. Trotzdem dieser erklärt hatte, nichts von der Tat zu wissen, banden ihn eine An-zahl Männer fest, schleppten ihn zn einer Straßen-laterne und knüpften ihn dort ans. Ais er in seiner Todesangst seine Unschuld beteuene, sagte einer der Menge: ..Was liegt daran, ob du es warst oder nicht. Es ist ein Mitglied deiner Familie." Vermischtes. Franenschnh ud Frauen fuß. Wie die Franentracht überhaupt, so wendet sich auch die Schuhmode von der zeitweiligen Hinneigung zur Reform bereits wieder ab, und beide scheinen sich znr Entschädigung sür die längere Entbehrung iu allerlei Absonderlichkeiten gefallen zu wollen. Die Schuhmode sür Frauen wenigstens gibt wieder die lebhafteste Neigung zur spitzen Form und zum hohen Absätze zu erkennen, und der möglichst kleine Fuß scheint wieder zum unentbehrlichsten Inventar der Frau, die etwas ans ihre vermeintliche Schönheit hält, iverdeu zu sollen. Dabei ist eS unbegreiflich, daß die Frau von heute, die in vielem so ganz modern ist, den Stöckelschuh des Rokokos sich aufdrängen läßt. Es paßte allenfalls für müßige Puppen-existenzen, wie die der Damen dazumal waren; aber sür die Frau der Gegenwart, die ihren Stolz darein setzt, tätig zu sein und die selbst bei Festen und bei Gesellschaften sich so ganz anders bewegt als die Dame der Periode Ludwigs XV., ist dieser Schuh ganz und gar stillos. Und wenn er wenigstens noch wirklich schön wäre! Aber nachweislich kennt weder die Antike noch die Renaissance in ihren Höhezeiten das Ideal des kleinen FranensußeS. Die Schönheit«-theoretiker der Renaissance verlangen vielmehr auS> drücklich, daß Hand nnd Fuß der Frau voll aus-gebildet eher groß seien, jedenfalls aber im Ver-Hältnisse zu der Körpergröße der Frau überhaupt stehen. Sowohl die Venus von Milo als auch die Frauen Leonardo da Vincis haben, an dem modernen Kanon gemessen, große Füße. Man konnte auch sehr interessante Beobachtungen an den sogenannten Bar-fußtänzerinnen machen, die sich in den jüngsten Jahren gezeigt haben. Deren Füße waren durch häufige Anstrengung natürlich besonders groß auS-gebildet, aber keineswegs wirkte» sie unschön, sondern sie machten vielmehr infolge der volle» natürlichen Ausbildung des Gliedes und deS guten Verhältnisses zu der GefamtpropoNion des Körpers den Eindruck schöner Organe. Das Umgekehrte ist in jedem See-bade zu beobachten, wo die an das Chinesentnm erinnernden verkrüppelten Füße so vieler unserer Frauen wahrhaft Mitleid erregen. Der Simpli-zissimus brachte jüngst eine „Schnsterphilosophie", die bitter, aber wahr ist: Ist die Sohle eines Frauen-schuheS zerrissen, dann stammt er von einer Bäuerin, ist aber daS Oberleder zerrissen, dann ist es der Schuh einer Stadtsran, deren Zehen übereinander liegen. Soweit ist es mit der Berkrüppelung der Füße unserer Fraueu gekommen. Es liegt daher in ihrem eigensten Interesse, daß sie den Launen der Schuhmode nicht solgen. Es gibt nur eine natür-liche und schöne Schuhmode; das ist die: daß jede Frau ihren Schuh nach ihrem Fuße bauen läßt, wie ihn der Herrgott geschaffen hat. Und sollte ihr solch ein Schnh wirklich im Ansänge weniger schön erscheinen als der spitze Stöckelschuh, so wird ihr Fnß dafür um so schöner sein. FRIsZ HASCH, BiciMiipg, CILLI. Schrifttum. ..Die Tauernbahn" Staatsbahnlinie Schwarzach - St. Veit—Spitial - Mülftätterfee und „Städtebilder aus Oesterreich". Unter diesen Titeln sind soeben in handlichem Format sehr reich illustrierte und hübsch ausgestattete Propaganda-schristen erschienen, die vom k. k. Eisenbahn-Mini stemm herausgegeben, wirklich geeignet sind, einen Begriff der landschaftliche» Schönheiten eine? Teiles unserer Monarchie z» geben. Die Redaktion und künstlerische Anordnung beider Broschüren ivuche von Dr. Friedrich Benesch besorgt, nnd sind die einzelnen Artikel trotz kurzer Fassung inhaltsreich und klar geschrieben, die Illustration hiezu zweck-mäßig ausgewählt. Die unter ersteren, Titel erschienene, ans Knnstdruckpapier hergestellte Broschüre entlfält ans 42 Textseite» 38 prächtige Bilder nnd kostet 20 Heller, samt Porto 30 Heller. Anch d«s Büchlein „Städtebilder aus Oesterreich", welches, von der Direktion der k. k. österr. Staatsbalmen herausgegeben, auf 153 Seiten kurze Beschreibungen von 28 seheuswertcu Städten der Monarchie cuthäli und mit 132 schönen Bildern geschmückt ist, kann um den wohlfeilen Preis von 60 Heller, samt Porto 70 Heller, gegen Boreinsendnng des Betrages, von der Verlagsirma R. Lcchner (Wilh. Müller), k. u. k. Hof- und Universitäts.Bnchl)«ndl»»g in Wien, sowie durch andere Buchhandlungen bezogen werden. Deutscher Schuloereinskalender für das Jahr ISIS. (Geleitet von Hermann Hango; Wien, PichlerS Witwe und Sohn, Preis K 1*30.) Das Hauptbild dieses heuer im 24. Jahrgange erscheinenden Kalenders und ein von Franz Keim verfaßter Nachruf sind dem Angedenken des hin-geschiedenen Dichters Ernst v. Wildenbrnch gewidmet. Außerdem bringt der Kalender wertvolle Erzählnngen uud Aufsätze von Peter Rosegger, Ernst Zahn, Wilhelm Fischer (Graz), Anton Freiherr von Perfall, Josef Wichner, Rudolf Greinz, Rudolf Kleinecke, Artur Oelwein, G. A. Nessel, Franz Christel u. A., sowie schöne poetische Gaben von Norbert Hanrieder, Karl Bienenstein, Hermann Hango, Hanns Fraun- E.'te 6 Deutsche Wacht SFIurtrntsr 74 grulicr, Gustav Pawikowski. Leopold Hörmann, Friedrich Beck, Feodor Kastner u. 21., ferner eine Mnsikbeilage mit einem Liede von Adolf Kirchl und zahlreiche, geschickt dem Texte angepaßte Illustrationen von Franz'GareiS jun. Wir empfehlen dieses hübsche Jahrbuch jedem deutschen Hauset Verstorbene im Monate Ällqusl 1909. Anton Aager, 21 Jahre alt, Handelsangestellter. Franz Planinz, 1 Tag alt. Kind. Herta Jicha, 9 Monate alt, GoldschmiedStochter. Im allgemeinen Krankenhause: Josefa Sovai, 3'/, Jahre alt, Kind. Josef Medved, 60 Jahre alt, Taglöhner. Jakob Herzog, v6 Jahre alt. Gemeindearmer. Maria Jecl, Ü3 Jahre alt. Dienstmädchen. Lndmilla Zokan, 1 Jahr alt, Kind. Lorenz Planinz, 47 Jahre alt. Sattler. Gertraud Brccko, 70 Jahre alt, Inwohnerin. Maria Randl. 62 Jahre alt, Wäscherin. Jultana Oro/en, 4 Jahre alt, Kind. Joses Krainz, 57 Jahre alt, Taglöhner. Anton Znmer, 73 Jahre alt, OriSarmer. Eingesendet. An die deutschen Aerzte Steiermarks Da sich viele Kollegen durch die gleichzeitige Tagung des Naturforschertages von dem Besuche unserer Versammlung in Marburg hätten abhalten lasien, mußte diese vom 19. September aus den 17. Oktober verlegt werden. Alle deutschen Kollegen, die eS ernst nnd gut mit ihrem Volke und Stande meinen, werden hiemit nochmals drinqendst gebeten, die Zwijchenzeit bis zum 17. Oktober nachdrücklichst mit eisriger Werbearbeit auszunützen. Der Ruf zur Sammlung soll und muß in den Kreisen der deut« scheu Aerzte SteiermarkS den lautesten Widerhall finden. Armut nnd Unwisscnlicit sind die Hauptursache der großen Kindersterblichkeit. Darum kann es nicht oft genug hervorgehoben wer. den. daß das Nährpräparat „Knfeke" als eine wahr-haft segensreiche Erfindung für unseren kleinen Nachwuchs angesehen werden muß. „Kuf'te" ist billig im Gebrauche, äußerst nahrhaft, verhilft den Kindern zu gedeihlicher Entwicklung und läßt keine der schlimmen Magen- und Darmerkrankuugeu aus-kommen. Dr. Cook, der Entdecker des Nord-poles» arbeitet, wie uns berichtet wird, an der Sichtung des reichlichen, wissenschaftlichen Materiales, welches er auf seiner außerordentlichen Reife ge- sammelt. Am meisten Aussehen hat die Mitteilung hervorgernfen, daß Dr. Cvok in dieser fernen Gegend, „dem Gipfelpunkt der Erde", keine Lebewesen ge-funden, selbst nicht unter dem Mikroskope. Also dort ist der ideale Ort zn suchen, wo »raukheitsüb.r-tragungen durch kleinste Lebewesen eine Unmöglich-keit wäre. Anders bei uns, wo schon die ^Viuud-höhle eine wahre Brutstätte solcher Bakterien ist, die unserer Gesundheit so schädlich sind. Nur eine mechanische Reinigung der Zähne mit einem guten Reinigungsmittel wie es z. B. Kalodont darstellt, kann uns vor den unangenehmen Folgen von Krank-heitSübertragungen durch die Mundhöhle infolge von Bakterien schützen. Diel Feind'» viel Ehr'. Wohl selten ist ein Präparat öfter nachgeahmt worden, als der seit 50 Jahren bewährte Brazay - Franzbranntwein. Dank seiner ausgezeichneten Onalität und seiner überraschenden Wirkung hat Brazay Franzbranntwein Weltruf erlangt nnd ist es daher kein Wunder, daß eine Menge Franzbranntweine auf den Markt kamen, welche zwar die Wirkung des Brazay Franz-branntwein nicht im entferntesten erreichen können, aber an Nichtknndige an Stelle dieses verkauft wnr-den. Man achte daher beim Einkaufe im eigensten Interesse auf den Namen Brazay Franzbranntwein, da nur diefer Echtheit und Wirkung verbürgt. „Rohitscher Tempelquelie" erzeugt Appetit und leichte Verdanung und regelt den Stoffwechsel. Vertretung f. Steiorm&rk: Ludwig Appl, Gra«. Landhau«. Sie können aber wirklich von Glück sagen, liebt« Fräulein, bofc i gestern meine Soden« r Pastillen echte von Aay — in der Tasche ge-Labt und gegen Ihre schwere litlaltuug angewendet hab,. So »a5 von Husten ist mir noch nicht vor-gekommen. Und j>tzlV 5ichi5 mehr von allerem, und daS haben wir nur den 5-9* echien Sodenern zu danken. Lassen Sie in Zutuns, die Pastillen ja nicht mehr ausgeht». Tie Schachtel taust man für fl 1.25 in jeder Apotheke, Drogerie oder niiierulwuMticrhitiidhiiic, weise aber Nachahmungen entschieden zurück. Gene» ralrepiäsenlanj sür Lesterreich-Ungain: W. Th. GuntzeN. Wien 1 V/1. Grobe Neugaffe 17. SAXIEHNEKS'VNA TUR LICHES BITTERWASSER Mild abführende Wirkung.Vorzüglich Gegen Constip*tion.GestörteVew]aiking.Congestionen.etc. A u S w e i S Aber die im städt. Schlachthaufe in der Woche vom v. August bis 12. September 1909 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge und Gattung des eingeführten Fleisches. Name &<•* Fleischers «utschet Ja! cd . (g»flrt Mnich I» nanen 6tä S 5 ° f * *5 '0 w ST 'S et) 5j — 2 — 73 - 10 — — 11 Vollständig von A—Z ist erschienen Sechste, ganzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage 20 Bände In Halbleder geb. zu Je 10 Mark Prospekte u. Probehefte liefert Jede Buchhandlung Verlag de* Bibliographischen Institut» In Leipzig Zu haften bei: FRITZ RASCH, Buchhandlung. Cilli. Mit «Keil-Lack streiche ich seit Jahren Den Fußboden — denn das beibt sparen; Und für Parketten reicht 'ne Büchse Alljährlich »on K e i l s - B o d e n w i ch s e. Waschtisch und Türen streich ich nur Mit wtiher Kcilischer Glasur. *ür Küchenmöbel wähtr die Frau Glasur in zartem, lichten Bin«. Zwei KorbsauicuilS, so will'» die Mod' Streich ich in Grün — den andern Rot. TaS Mädchen selbst gibt keine Ruh' Mit Keils CrSme putzt sie nur die Schuh', Und murmelt, weil ihr daS gefällt: „Der Haushalt, der ist wohlbestellt!" Stet? vorrätig bei (iimtuv Stijfcr in Otlll. 152«4 AnWn ?. I><-nt«ch l,»nd»lirre: F.lblswald: St jtie«(i»>« Mauser. 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Zurückgekehrt von der traurigen Fahrt, welche wir, dem vieljährigen Wunach unseres teuren Verklärten entsprechend, unternehmen mussten, fanden wir eine so überwältigende Fülle von warmen, wohltuenden Teilnahmsbezeugnngen, dass es uns unmöglich ist, dieselben in absehbarer Zeit einzeln schriftlich zu beantworten. Und so zollen wir denn auf diesem Wege den hohen Behörden, dem uns so nahestehenden Offizierskorps, den alten Kriegskameraden, den Veteranen, den behandelnden Herren Aerzten Dr. Sernec und Dr. Premschak jun., dem Herrn Stadtarzt Dr. Gollitscb, der geehrten Bürgerschaft und allen lieben Cillieru innigen, unauslöschlichen Herzensdank. Dio Vorsehung lohne Allen, die es verstehen, den Schmerz ihrer Mitmenschen nachzufühlen. Louise du Nord. Marianne v. Cserny. Trucker, Verleger, Herausgeber: BereinSbuchdruckerei .?eleja" in Eilli.