Lliiblichcr Taalililtt. ?ränumerationSpreisc: 1^)0 Aür Laibach' Ganzj. fl. 8^0; 10^. Zustellung ins Haus vrtli-25 kr. Nit der Post - Ganzjahr. fl. 12. Redaclion und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Dienstag, 11. Juni 1878. — Morgen: Johann F. Das „Journal des Dsbats" über die Politik Oesterreichs. Das „I. des Dcbats" begrüßt die demnächst bevorstehende Eröffnung des Kongresses, worin es einen vollständigen Triumph der englischen Politik erblickt, um so freudiger, als jetzt feststehe, daß England niemals seinen europäischen Standpunkt verlassen und nur zu eigenem Vortheil sich mit Rußland verständigt habe. Der Marquis von Salisbury habe förmlich erklärt, daß die vielbesprochenen Mittheilungen des „Globe" vollständig erfunden waren; Oesterreich könne sich also hinsichtlich seiner Befürchtungen, daß es übergangen werde, beruhigen. Und diese Befürchtungen hatten wirklich schon viel Boden gewonnen. Das Blatt verweist auf die Verhandlungen in den Delegationen, wo Graf Andrafsy mannigfach über diesen Gegenstand interpelliert wurde, und bemerkt, daß es für Oesterreich ebenfalls eine große Genug-thuung sein könne, daß Graf Andrassy's Erklärungen, die man anfänglich mit nicht allzu großem Vertrauen ausgenommen, inbetreff des englischrussischen Einverständnisses vollkommen begründet waren. Ein solches Einverständnis existiere nur in so weit, als speziell England und Rußland interessierende Vorfragen erledigt wurden, Oesterreichs Juteressen sei dadurch auf keine Weise vorgegriffen worden, Oesterreich stehe nicht isoliert. Das „I- des Debats" glaubt, dies ausdrücklich hervorheben zu sollen, wenn es sich andererseits auch nicht leugnen lasse, daß England, weil es sich vorher der verlangten Coneessionen Vonseite Rußlands versichert und seinen Forderungen durch eine großartige Machtentfaltung augenblicklich das nöthige Gewicht geben könne, in einer vortheil-hafteren Lage auf dem Kongreß erscheinen werde als Oesterreich, das für seine Forderungen keine vorläufige Sicherung in Händen habe. Nach der Unterzeichnung des Vertrages von San Stefano mußte man natürlicherweise ver-muthen, England und Oesterreich, die meistinter- essierten Mächte würden sich sofort über ein gemeinsames Vorgehen verständigen. Aber jener Partei, welche in Wien seit dem Ausbruche der Orientkrise aus eine Verständigung mit Rußland zum Zwecke einer Theilung der Türkei hinarbeitete, ist es gelungen, die englische Allianz zn verhindern. Von russischer Seite that man alles, um Wien durch Unterhandlungen hinzuhalten, welche nicht ernst gemeint waren. Die Militärpartei in Wien unterhielt sich mit einem „Oesterreich bis Salo-nichi", und indessen scheiterten alle Anstrengungen Englands nnd alle Vorschläge Sir H. Elliots inbetreff einer abzuschließenden Allianz an dem blinden Eigensinn der höheren Kreise, wo man fortfuhr, sich in der Illusion zu wiegen, daß man die Hälfte der Türkei erhalten würde, wenn man sich direkt mit Rußland verständigte. Konnte Graf Andrafsy diese bösen Einflüsse nicht bemeistern, so hat er doch das Verdienst gehabt, immer im Ideenaustausch mit dem englischen Kabinett zu bleiben und nicht alle Fäden der Unterhandlungen abreißen zu lassen, und endlich eine Stellung einzunehmen, die derjenigen Englands analog ist. Nachdem so das russische Kabinett Oesterreich amüsiert und eine englische Allianz verhindert hatte, wechselte es plötzlich seine Haltung. Am 28. April wurde ein großer Ministerrath in St. Petersburg abgehalten nnd beschlossen, sich direkt an England zu wenden und mit ihm Unterhandlungen anzuknüpfen. Oesterreich sagte man plötzlich, man finde seine Forderungen „exorbitant", und damit hatten die Unterhandlungen zwischen Wien und Petersburg ein Ende. Soll man England, dessen Anerbietungen sämmtlich von Oesterreich schroff zurückgewiesen wurden, deshalb tadeln, weil es sich nicht für berufen hielt, die speziell österreichischen Interessen in diesen präliminarischen Pourparlers, die eS mit Rußland abhielt, sich zu sehr zu Herzen zu nehmen? Bildete sich die Partei, die von einem Oesterreich „bis Salonichi" träumt, etwa ein, daß England in der alleinigen Absicht, ihr angenehm zu sein, Jeuiü'eton. Marjorie Da w. Nach dem Englischen des Thomas Bailey Aldrich. I. Dr. Dillon an Edward Delaney, Esq., in Fichtenhof bei Rye. N. H. 8. August. Mein werther Herr: — Ich schätze mich glücklich, Ihnen die Versicherung ertheilen zu können, daß Ihre Sorge um Ihren Freund eine unbegründete ist. Flemming Wird etwa 3—4 Wochen an das Sopha gefesselt sein und anfangs im Gebrauche seines Beines Vorsicht beobachten müssen. Ein Bruch dieser Art ist stets eine langwierige Geschichte. Glücklicherweise wurde das Bein sehr geschickt eingerichtet von dem Chirurgen, der sich eben in dem Apothekerladen befand, wohin Flemming nach dem Fall gebracht wurde, so daß ich keinen bleibenden Nachtheil von dem Unfall für ihn befürchte. Ihr Freund befindet sich physisch vollkommen wohl; doch muß ich gestehen, daß der krankhaft reizbare Gemüthszustand, in den er verfallen ist, mir große Sorge verursacht. Er ist der letzte Mensch in der Welt, der das Bein gebrochen haben sollte. Sie wissen, wie lebhaft unser Freund gewöhnlich ist, welch' ein stürmischer, thatkrästiger Geist ihn beseelt, wie er nur dann in seinem Elemente ist, wenn er sich mit aller Kraft und allem Ungestüm seiner Natur auf irgend einen Gegenstand stürzen kann, wie ein Stier in der Arena auf einen rothen Shawl; doch bei alledem noch liebenswürdig. Nun aber ist er es nicht mehr. Seine Laune ist eine erschreckende geworden. Fräulein Fanny Flemming kam von Newport herüber, wo sich die Familie zum Sommeraufenthalte befindet, um ihn zu Pflegen; am nächsten Morgen wurde sie trotz ihrer Thronen aufgepackt und fortgeschickt. Er hat eine vollständige Ausgabe von Balzac in 27 Bänden neben seinem Sopha aufgethürmt, lediglich zu dem Zweck, um sie nach Watkins zu schleudern, wann immer dieser exemplarische Diener erscheint, um ihm seine Mahlzeiten zu bringen. Gestern brachte ich Flem- H. Ä ZnsertionSpreise: Ein- . , ^ ^ ,'»altige Petitzeile » 4 kr,, bei Wiederholungen L 3 kr. An-zeigen bis L Zeilen 2V kr. ^ o die Annexion von Bosnien, der Herzegowina und Albanien dem österreichisch-ungarischen Reiche gratis stipulieren würde? Man hat recht, England zu loben, daß es das Banner Europa's erhoben hat. Aber wenn Europa, statt ihm zu folgen, sich drückte, wenn die am meisten interessierte Macht Widerwillen zeigte, sich mit ihm zu verbünden, sollte dann England Unrecht gethan haben, wenn es einzig an seine eigenen Angelegenheiten gedacht hätte? Und doch hat es das nicht gethan; es hat wol an seine eigenen Angelegenheiten gedacht, aber es hat zu gleicher Zeit die Interessen Europa's aufrecht erhalten. Das Einzige, was es vielleicht vernachlässigt hat — und nichts ist entschuldbarer — ist, sich mit Montenegro und Serbien zu beschäftigen, was nur Oesterreich direkt interessiert. Auch ist schließlich noch nichts sür Oesterreich verloren. Es hat Unrecht gehabt, sich nicht mit England zu verständigen; aber es kann diesen Fehler sehr leicht wieder gut machen. Man muß sich nur in den hohen Kreisen in Wien dazu entschließen, ein- für allemal alle Hintergedanken einer russischen Allianz auszugeben. Wenn man es thut, wird eine einzige Unterhaltung zwischen dem Grafen Andrafsy und dem Marquis Salisbury in Berlin am Vorabend des Kongresses genügen, um eine Verständigung zwischen England und Oesterreich betreffs einer gemeinsamen Posi-tionsnahme herbeizuführen. Oesterreich braucht nicht zu fürchten, aus dem Kongreß verlassen zu werden; ganz Europa fühlt zu gut die Notwendigkeit, es zu kräftigen und ihm einen legitimen Einfluß im Orient zu sichern. Es kann darauf rechnen, daß seine gerechten Ansprüche durch England und die anderen Mächte werden unterstützt werden. Aber es ist augenfällig, daß, wenn es Annexion verlangte, Europa sich nicht dazu hergeben würde, um einigen hochgestellten Persönlichkeiten und einigen Wiener Generalen Vergnügen zu machen, gegen den Willen der Deutschen, der Ungarn und der Polen das Signal zur Zerstückelung der Türkei zu geben." ming ganz harmlos ein Körbchen voll Zitronen, Sie wissen, es war ein Stückchen Zitronenschale am Randstein des Trottoirs, was sein Mißgeschick verursachte. Nun wohl, er hatte nicht so bald die Zitronen erblickt, als er in eine Wuth gerieth, die ich nicht annähernd zu schildern vermag. Doch dies ist nur das erste Stadium seiner Stimmungen und das am meisten beunruhigende. Zu anderen Zeiten sitzt er mit auf die Brust gesenktem Haupte und starrt auf sein zerschmettertes Bein — stumm, düster und verzweifelnd. Wenn diese Stimmung auf ihm lastet, und sie währt oft den ganzen Tag, dann vermag nichts ihn seiner Melancholie zu entreißen. Er nimmt dann nichts zu sich und liest nicht einmal die Zeitungen. Bücher, ausgenommen als Wurfgeschosse gegen Watkins, haben keinen Reiz für ihn. Sein Zustand ist wahrhaft bemit-leidenswerth. Wenn er ein armer Mann wäre, mit einer Familie, deren Existenz von seiner täglichen Arbeit abhinge, so wäre diese Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit gerechtfertigt. Doch bei einem jungen Mann von 24 Jahren, der Reichthum in Fülle Militärische Vorbereitungen. Die „N. fr. Pr." schreibt unterm 8. d. M.: Mehreren übereinstimmenden Nachrichten zufolge, welche uns heute zugehen, steht die Verwendung eines Theiles des Sechzigmillionen-Kredits, welcher nunmehr von allen sechs dazu berufenen parlamentarischen Körperschaften bewilligt ist, in naher Aussicht. Mit Rücksicht auf die vom Kongresse zu erwartenden Beschlüsse, welche jedenfalls für die künftige politische Organisation der Balkan-Halbinsel, zumal für die Oesterreich-Ungarn benachbarten Provinzen, entscheidend sein werden, soll für alle Fälle ein Theil der Armee — man spricht von sechs Divisionen — auf Kriegsfuß gesetzt werdeu. Der Zweck dieser Maßregel soll sein, die Machtmittel zur Durchführung derKon-greßbeschlüsse, so weit sie die Monarchie angehen, in Bereitschaft zu habeu. Die Einberufung der betreffenden Mannschaften soll schon in den nächsten Tagen erfolgen. Parlamentarisches. Abgeordnetenh aus. Sitzung vom 7. Juni. Das Gesetz, wodurch der das Armenrecht genießende Kläger im Zivilprozesse von der Verpflichtung befreit werden soll, dem Beklagten für die Gerichtskosten Sicherheit zu leisten oder zu beschwören, daß er diese Sicherheit nicht leisten könne (Panpertätseid), wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Hierauf elangte der Gesetzentwurf, betreffend die Be-eckung des Sechzigmillionen-Kredits, zur Verhandlung. Gegen denselben sprachen die Abgg. Dr. Voönjak und Hermann als Vertreter der slovenischen Föderalisten. Elfterer vertheidigte den Friedensvertrag von San Stefano, dem man mit Unrecht den Vorwurf mache, daß er europäische Interessen verletze. Sonach ist Dr. Voänjak russischer als Rußland selbst, welches ja den Friedensvertrag der Discussion unterziehen zu lassen und weitgehende Concessionen zu machen sich geneigt zeigt. Die Politik Englands, welches gegen die Präpotenz Rußlands erfolgreich ankämpft und das europäische Recht vertritt, nannte der Redner eine „israelitische", und jene des Grafen Andrassy eine „Zigeunerpolitik". Beide Raffen dürften sich dadurch geschmeichelt fühlen. Für letzteren Ausdruck ertheilte der Präsident dem Sprecher übrigens den Ordnungsruf. Abg. Hermann fand in der Bekämpfung des Friedens von San Stefano „Niederhaltung des Slaventhums", was kein österreichisches Interesse sei. Er vergaß nur, daß in Oesterreich nicht blos Slaven wohnen und daß das Aufhissen einer rein nationalen Flagge in der besitzt und dem Anschein nach keine Sorge in der Welt hat, ist die Sache ungeheuerlich. Wenn er in dieser Weise fortfährt, sich seinen Stimmungen zu überlassen, so wird er zuletzt eine Entzündung des Beines herbeiführen. Ich bin am Ende meiner Weisheit angelangt und weiß nicht mehr, was zu verordnen. Ich verfüge über beruhigende Mittel und lindernde Bäder, um meinen Patienten Schlaf zu verschaffen und ihre Schmerzen zu lindern, doch ist mir leider keine Arznei bekannt, um den Leuten etwas gesunden Menschenverstand beizubringen. Das geht über meine Geschicklichkeit, doch vielleicht nicht über die Ihrige? Sie sino sein vertrauter Freund, sein Mus Schreiben Sie ihm, schreiben sie ihm oft, suchen Sie sein Gemüth zu erheitern und dadurch zu verhüten, daß seine Melancholie sich dauernd darin festsetze. Vielleicht sind ihm irgend wichtige Pläne durch seinen Unfall durchkreuzt worden. Wenn dies der Fall sein sollte, so werden Sie es wissen und ihm vernünftig zu rathen im stande sein. Ich hoffe, daß Ihr Vater den Wechsel der Luft wohl-thätig empfindet? Ich bleibe, mein werther Herr, mit größter Hochachtung re. auswärtigen Politik alles andere, nur nicht österreichisch wäre. Als Generalredner sprach Abg. Fux für das Gesetz. Er sei stets für eine strikte Neutralität Oesterreichs im ersten Stadium der Orieutfrage eingestanden, aber zugleich für Vorbereitungen, um je uach dem Gange der Ereignisse mit Entschiedenheit in jener Richtung eingreifen zu können, die unser Interesse diktiert. Wird aber auch von allen politischen Zielen abgesehen, habe denn Oesterreich nicht auch materielle Interessen im Orient zu vertreten? Freiheit der Donau, nicht so sehr jene der Donaumündungen, wo die Concurrenz anderer Mercantilstaaten droht, als der oberen Donau? Sind nicht Handelsconventionen zu hindern, die das russische Prohibitivsistem zum schweren Nachtheile unseres Handels im Süden ausdehnen könnten? Schließlich wurde das Gesetz in zweiter und dritter Lesung mit dem von der Regierung beantragten Zusatze betreffs der Steuerfreiheit der im Sinne desselben auszugebenden Schatzscheine angenommen. Ferner wurde das Gesetz angenommen, wodurch die Personalverhältnisse von Zivilstaatsbediensteten bei ihrer Dienstleistung in der Armee geregelt werden. Der Ackerbauminister erklärte in Beantwortung einer Interpellation, daß Erleichterungen bezüglich des Pferde-Ausfuhrver-botes im Zuge seien. Der Justizminister rechtfertigte ebenfalls in Beantwortung einer Interpellation den Erlaß des Präsidenten des mährisch-schlesischen Oberlandesgerichts, betreffend zu milde Bestrafung der Verbrechen des Diebstahls, der Veruntreuung und des Betrugs, -rücksichtlich mißbräuchliche Anwendung des außerordentlichen Milderungsrechtes. Nächste Sitzung Mittwoch, 12teu Juni. Tagesordnung: Grundsteuernovelle. H errenhaus. In der Sitzung vom 7. Juni trat das Herrenhaus den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses, betreffend das Bankstatut, bei, mit Ausnahme des vom Abgeordnetenhause abgeänderten ß 40. Der Gesetzentwurf, betreffend die Quote und die Restitution, wurde nach einer General- und Spezialdebatte in dritter Lesung angenommen. In der Sitzung vom 8. Juni wurde das Gesetz über die Achtzigmillionen-Schuld, das Uebereinkommen mit der Nationalbank, das Branntweinsteuergesetz, die Bedeckung des Sechzigmillionen-Kredits und die Ermächtigung der beiden Ministerien zur Vereinbarung des Zoll- und Handelsbündnisses ohne Debatte angenommen. Zu erledigen bleibt noch das Einführungsgesetz zu den Ausgleichsvorlageu und die Differenz bezüglich des Z 40 des Bankstatuts. Ans Berlin. Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers Wilhelm lauten fortwährend befriedigend, seine Uebersiedluug nach Babelsberg ist beabsichtigt. Die Berliner Schutzmannschaft wurde um 200 Personen verstärkt. Die Verhaftungen und Verurteilungen wegen Majestätsbeleidigung durch Aeußeruugeu über das Attentat dauern fort. Der Reichskanzler hat beschlossen, im Bundesrathe den Antrag auf Auflösung des Reichstags einzubringen, und die Annahme desselben wird nicht bezweifelt. Die Neuwahlen sind für Ende Juli in Aussicht genommen. Der neue Reichstag wird Maßregeln gegen die Socialdemokratie und Vorlagen nationalökonomischer Art zu erledigen haben. Auch das Freizügigkeitsgesetz soll in Bezug auf seine Durchführung einer Berathnng unterzogen werden. Die „Presse" sagt in einem, der Lage Preußens gewidmeten Artikel, der Militärstaat habe nicht nur die Kräfte des Landes in zu raschem und großem Maßstabe in Anspruch genommen, er habe auch die Staatsregierung und die Bevölkerung von ihren Friedensarbeiten abgelenkt. Zudem sei in den Massen der Glaube erweckt worden, daß eben in der auf die Militärgewalt sich stützenden Staatsautorität sich das ganze Staatsleben concentriere und daß daher jeder politische oder sociale Kampf in erster Linie auf Beseitigung dieser Staats-autorität gerichtet sein müsse. Dem ganzen Volke und dem ganzen Staatswesen müsse ein neuer Geist des inneren Friedens, der ruhigen, fittigen-den Arbeit und des selbstgenügenden Wohlbefindens eingeflößt werden. Tagesneuigkeiten. — Ersparungen imStaatshaushalte. In der Grazer „Tagespost" lesen wir: Die aus höheren Beamten verschiedener Ministerien zusammengesetzte ,,Ersparnngskommission" beabsichtigt den Vorschlag, die Ernennungen und Beförderungen der Beamten bei Zivilbehörden auf gewisse Termine, ähnlich wie beim Militär, zu beschränken und durch längere Jntercalarien Ersparungen herbeizuführen. Diese Maßregel würde allerdings eine namhafte Ersparungsziffer geben, besonders wenn dieselbe bei der Besetzung höherer Stellen angewendet würde. Eine weitere Ersparnis ließe sich aber dadurch erzielen, wenn ein Unrecht, welches seit der Gehalts-reguliernng einer großen Zahl von Staatsbeamten zugefügt wird, ausgeglichen würde. Während nämlich die richterlichen Beamten ihre Laufbahn iu der neunten Rangklasse beginnen, müssen die Concepts-beamten mit denselben Studien bei politischen, Finanz- und anderen Behörden sich mit der zehnten Rangklasse begnügen; man setze also gleichen Pflichten gleiche Rechte gegenüber und schaffe auch bei den Justizbehörden eine zehnte Rangklasse. Die Zahl der Gcrichtsadjuncten in Oesterreich beträgt 1705; würde man diese Rangklasse theilen und die Hälfte, also 853, in die zehnte Rangklasse setzen, so ergäbe sich bei der Differenz von 200 fl. eine Ersparung au Gehalten mit 255,600 sl. und bei den Zulagen mit der Durchschnittszisfer von 50 fl. eine solche von 42,650 sl., also eine jährliche Ersparnis von 298,250 fl. Allerdings könnte diese Maßregel nur sticeessive durchgeführt werden, indem den jetzigen Gcrichtsadjuncten ihr Rang uud Bezug gewahrt bleiben müßte und nur die neu zu Ernennenden statt mit der neunten vorerst mit der zehnten Rangklasse beginnen würden. — Zur Epidemie-Frage. In der „Wr. Med. Wochenschrift" liest man: Zum Kongresse, der demnächst in Berlin zur Regelung der orientalischen Frage zusammentreten soll, hat sich außer den Vertretern der großen uud kleinen Staaten auch der — Flecktyphus als Vertreter der Kriegsepidemien eingefunden, um den hohen Kongreß zu erinnern, daß es außer der türkischen, serbischen, polnischen re. auch eine Epidemiefrage gibt, deren Wichtigkeit groß genug ist, um sie einer internationalen Berücksichtigung werth zu halten. In den letzten Tagen sind nämlich in Berlin 58 Personen als am Flecktyphus erkrankt angezeigt worden, davon 16 gestorben; von mehreren Fällen ist es nachgewiesen, daß sie von außen her eingeschleppt wurden. — Pontebabahn. Wie aus Udine gemeldet wird, haben Provinzialregierung und Handelskammer daselbst beschlossen, eine Deputation an das Arbeitsministerium in Rom zu senden, damit dasselbe einen Theil des neuen Reutenanlehens dazu verwende, um diese Stadt durch eine eigene Bahn mit dem Meere zu verbinden. — Feuer in einem Münchener Bierkeller. Am 4. d. M morgens gerieth der in der Nähe der Bahnhöfe gelegene Pschorr'sche Bierkeller in München in Brand. Der Keller nebst Anbau war in etwa drei Stunden völlig niedergebrannt, und nach aller Annahme ist der Schaden ein enormer (etwa eine Million Mark). Man ver-muthet Brandstiftung. Die Brandstätte war nachmittags der Anziehungspunkt des ganzen tieftrauernden Publikums. Das Faßhaus ist vollständig ausgebrannt und bot ein Chaos von ausgeglühten Faßreifen. Es sind allein 800 große und 1500 kleine Fässer zu Grunde gegangen, einen Werth von 240,000 Mark repräsentierend. Die unter den ausgebrannten obern Lokalitäten befindlichen Bier-keller sind verschüttet. — Der 60jährige GrafRostopschin, ein Sohn jenes Grafen gleichen Namens, der im Jahre 1812 Generalgonverneur von Moskau war und unter dem damals die alte Zarenstadt in Flammen aufging, ist, wie die Moskauer „Rnss. Ztg." meldet, diesertage vor der Moskauer Rekrutierungs-behörde erschienen, um sich als Freiwilliger sür den Landsturm zu melden. — Von der Pariser Weltausstellung wird der „A. A. Ztg." geschrieben: Die zahlreichen (österreichischen) Erzherzoge, die schon znr Ausstellung gekommen sind, äußerten sich über ihren Aufenthalt mit freimüthiger Zufriedenheit, und aus dem Munde des erzherzoglichen Ansstellungspräsideuten vernahm man das noch nicht verbürgte Versprechen: Franz Joseph werde mit der Kaiserin und dem Kronprinzen den Besuch erneuern. Dem ungetrübten Fortgang der Ausstellung, deren Erfolg anch vom politischen uud dynastischen Standpunkte die ähnlichen Paraden des Kaiserthnms weit übertrifft, mangeln nur noch glückliche Kongreßergebnisse und zuverlässige Beruhigungen über das Befinden des Kaisers Wilhelm. Gewiß ist es, daß die österreichisch-ungarische Botschaft sich für den Empfang der kaiserlichen Familie vorbereitet. Sie wird diesmal incognito eintreffen, jedoch die üblichen Einladungen beim Präsidenten der Republik u. f. w. privatim annehmen. Vielleicht wird sie mit dem Schach von Persien Zusammentreffen, wie König Hnmbert mit der portugiesischen Königsfamilie. — Eine Schulreife um die Welt. Am 30. d. M. wird von Marseille aus ein geographisches Lehrschiff eine instrnctive Reise um die Erde beginnen, an welcher die Schüler sich mit einem Honorar von 15—20,000 Francs beteiligen können. Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. — (Sterbefall.) In der Nacht zum 10. d. starb in Laibach Herr Josef Debevee, Bürger, Handelsmann und Hausbesitzer, seinerzeit Landtagsabgeordneter, Mitglied des hiesigen Gemeinderathes und des Centralansschnsses der krainischen Land-wirthschaftsgesellschaft. Er wurde berufen, den verfahrenen Kiel des einstigen stolzen Schiffes „Bank Slovenija" in gutes Fahrwasser zu bringen, war jedoch kein Tegetthoff und konnte selbst bei dem besten, redlichsten Willen dieser unerreichbaren Aufgabe nicht gerecht werden. Auch für kirchliche Zwecke wirkte Herr Debevee sehr thätig. — (Vom Tage.) In den Lokalitäten der hiesigen Südbahnhof-Nestauration herrschte in den abgewichenen drei Tagen reges Leben, die Locomo-tive der Südbahn führte am Samstag mehr als 200 Vergnügungszügler von hier der Metropole des Reiches zu. Am Sonntag mittags 1 Uhr trafen mit Schrökls Vergnügungszug bei 600 fremde Gäste in Laibach ein und schlugen ihre Zelte in Fleischmanns Restauration im Garten des Südbahnhofes auf, die Musikkapelle des Erzh. Leopold Juf.-Reg. und ein ansehnlicher Theil der hiesigen Bevölkerung begrüßten die Vergnügungszügler, die Bewirthnng derselben erfolgte in kurzer Zeit und znr vollen Zufriedenheit der sämmtlichen einheimischen und fremden Gäste, bei 900 an der Zahl. Sonntags nachmittags stillten sich das Cafe Schweizerhaus und Oberrosenbach mit einheimischen und fremden Gästen. Sonntag abends wohnten viele Einheimische und nahezu sämmtliche Vergnügungszügler, nahezu 850 Gäste, dem vom Herrn Ehrseld im Garten der Casinorestauration zu Ehren der Vergnügungszügler veranstalteten Feste bei, ein im Brillantfeuer glänzendes „Willkommen" begrüßte die fremden Gäste, Kapellmeister Herr Czansky und seine Kapelle trugen durch Ausführung eines gewählten „internationalen" Programmes zur Unterhaltung der Gäste das Ihrige bestens bei, Herr Ehrfeld bot durch Arrangement, Küche und Keller sein Möglichstes auf, um seine Gäste zufrieden zn stellen, das Gartenfest Ehrfelds ließ bei den fremden Gästen besten Eindruck zurück. In später Stunde verließ die Gesellschaft die Räume der Casinorestauration. Jedes Bild hat seine Schattenseiten. Unter den Passagieren des Wiener Vergnügungszuges befand sich ein Handelsmann aus Kroazien, welcher auf der Route Steinbrück-Laibach feine angeblich mit 500 st. Barschaft dotierte Brieftasche vermißte. Dem umsichtigen und allsogleichen Einschreiten des Herrn Magistratsrathes Perona und seiner Amtsbediensteten gelang es, drei verdächtige Individuen, die der bekannten Pester Firma Langfinger L Compagnie angehören, im Garten der Südbahnhof-Nestauration auszuforschen; bei diesen „Taschenkünstlern" fand die Polizeibehörde bei 250 fl. Barschast vor, und fand sich die Lokal-Sicherheitsbehörde veranlaßt, das die Sicherheit des Eigenthumes der Vergnügungszügler gefährdende Trifolium in Haft zn nehmen. Die Vergnügungszügler verlebten vom 9. auf den 10. d. Mts. einen angenehmen Nachmittag, beziehungsweise Abend in unseren Mauern, nnd Laibach mit seiner reizenden Umgebung wird denselben in freundlicher Erinnerung bleiben. — (Grottenfest.) Der Pfingstmontag bleibt für Adelsberg, feine Bewohner und fremden Gäste ein höchst wichtiger Tag, auch gestern bewährte sich die mächtige Anziehungskraft der weltberühmten Grotte, ihre bewunderungswürdigen Schönheiten zogen nahezu 5000 Besucher aus allen Ländern Enropa's an, Beschauer aus allen Bevölkernngs-kreisen, hervorragend der italienischen Zunge an-gehörig, fanden sich ein, die verschiedenen Linien der Südbahn führten mehr als 4000 Vergnügungszügler der Grotte zu, aus Triest 980, Wien 760, Laibach 750, Pola 490, Fiume 390, Eormons-Görz 245 uud mit gemischten Zügen 390, zusammen 4005 Personen; stark vertreten waren Handelsstand, Militär, Klerus, die k. k. österr. Marine, die Damenwelt; mehr als 1200 Grottenbesucher gehörten der Umgebung AdelSbergs, namentlich der ländlichen Bevölkerung an. Die Beleuchtung der Grotte wurde, im großen Ganze» betrachtet, als eine splendide bezeichnet, insbesondere brillierte der Kalvarienberg im Lichtermeere; der Dom jedoch hätte eine glänzendere Beleuchtung in der liefern Lage verdient; das in der fünften Abendstunde dort angezündete bengalische (weiße und rothe) Feuer gewährte einen herrlichen Anblick. Im Tanzsaale bewegten sich bei 200 ländliche Paare nach den Weisen der dort postierten Zivil-Musikkapelle. Wie auf eineu elektrischen Schlag wurde dem Tanzvergnügen Einhalt gethan, als die Musikkapelle des Erzherzog Leopold Infanterieregimentes mit klingendem Spiele in die Grotte einzog, im Tanzfaale spielte und sodann die einzelnen Theile der Grotte durchzog. Der 10. Juni 1878 kann mit rothem Griffel in die Annalen der Grottengeschichte ein getragen werden, Adelsberg feierte einen Festtag, die dortigen Wirthe machten gute Geschäfte, der imposante Adelsberger Hof zählte wegen seiner romantischen, freundlichen Lage viele Besucher; Störungen oder Unglücksfälle kanien nicht vor, der Verkehr der verschiedenen Eisenbahnzüge verlief in größter Ordnung. Es obliegt uns nur noch, zwei inmitte de? Publikums laut gewordenen Wünschen Ausdruck zu geben. Erstens: sämmtliche in der Grotte befindlichen hervorragenden Stellen und Steingebilde mögen in transparenter Schrift signalisiert werden; zweitens: zur besseren Orientierung des aus der Bahn verkehrenden Publikums möge bei den verschiedenen Zügen die Bezeichnung „Laibach". „Triest", „Fiume". „Pola", „Cormous" auf nächst den Lokomotiven aufgemachten Tafeln ersichtlich gemacht werden, wodurch unzähligen Anfragen und allfälligen Verwechslungen der Reiserouten vorgebeugt würde. Das Wiener Reisebureau G. Schrökl verdient für das Arrangement der Vergnügungszüge volle Anerkennung, es führt dem Naturwunder Krains Tausende von Be- schauern zu und öffnet fremden Gästen die sehens-würdigen Naturschönheiten Krains. — (Ein neuer Roman) unter dem Titel „Im gräflichen Hause", aus der in Leserkreisen wohlbekannten Feder des Namen habenden Romanschriftstellers Karl Zastrow, Wien und Leipzig, Verlag von I. N. Enders, 1878, reich an interessanten und spannenden Situationen, liegt soeben auf dem Büchertisch zur Auswahl vor. Indem wir auf diese neueste Erscheinung auf dem Gebiete der Roman-literatnr aufmerksam machen, fügen wir die Bemerkung bei, daß dieser Roman durch die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg zu beziehen ist. — (Von der Rudolssbahn.) Soeben komnit der Rechenschaftsbericht für das Jahr 1877 zur Versendung. Die Roheinnahmen mit 3.978,958 übersteigen die des Vorjahres um 506,701, die Ausgaben sind um 61,824 geringer, sonach ist ein um 568,525 fl. günstigeres Reinerträgnis erzielt worden und beträgt dieses 1,199,917 fl. Ein Tableau, welches die Betriebsresultate von 1870 bis 1877 zusammenstellt, illustriert die Besserung der Zustände. Der kilometrale Ertrag 1870 war 244^, 1871 -771-/4, 1872: 1323-/b, 1873: 1414, 1874: 1,65, 1875: 1439, 1876: 1014, 1877 aber erreichte dieser 1782*/z fl. Für das laufende Jahr bieten die ersten vier Monate mit ihrer Gesammteinnahme von 1.147,897 Gulden ein Plus von wol nur 90 556 gegenüber 1877; lassen aber von der Frühlings- und Sommersaison, sowie von zu erwartendem Erwachen der Eisenindustrie uud des gesammten Montanwesens viel erheblichere Resultate hoffen. In dem Hanptrechnuugsabschlusse ist der seit 1868 geleistete Staatsvorschuß sammt Jntercalarzins mit 39.884,881 fl. eingestellt. Dieser Bericht konstatiert eineu erfreulichen Fortschritt der Besserung dieser Bahnverhältnisse, das Jahr 1877 war sei dem Bestehen dieser Bahn das günstigste. Die Waldwirtschaft in Kram. m. Die Buche bildet in Krain den größeren Theil der Waldbestände, sie kommt rein, aber auch mit anderen Laub- und mit Nadelhölzern gemischt vor. Die Buche dient als Brenn- und Werkholz, als Laubstreu, zur Weinstecken-Erzeugung und auch zu Mereantilzwecken; vielfach wird die Buche verwendet als: abgezimmertes Trainholz (Bordonali), Tavo-letti, Tanfeln, Subien, Siebreife, Mulden, Schaufeln, Holzkohlen und Brennholz. Die landtäflichen Gütereomplexe Gottschee und Haasberg setzen die Buchenkohle sogar in Vordernberg (Steiermark) ab. Es gibt in Krain ausgedehnte Buchenwälder, die vermöge ihrer Lage und großen Entfernung von Absatzorten leider eine entsprechende Verwerthung nicht finden; das abgestorbene Buchenholz wird zur Pottaschenerzeugung und als Buchenschwamm verwendet. Der Forstverein gibt dem Wunsche Ausdruck, es mögen in Krain Fabriken errichtet werden, die sich mit der Erzeugung gebogener Möbel aus Buchenholz beschäftigen und gewiß gute Geschäfte machen würden; auch könnte die Buche zur Erzeugung von Pfosten verwendet werden. Bei der Verkohlung des Buchenholzes wäre auch die Gewinnung des Holzessigs im Auge zu halten. Während in Wien die Klafter Buchenscheiter um 20 bis 22 Gulden verwerthet wird, kann diese Holzgattung hier in Krain nicht entsprechend Verwerthet werden, mehr als 6000 Klafter Buchenholz werden beim fürstlichen Eisenwerke in Hof zur Kohlengewinnung verwendet. Die Buche wird zu Schwellen für die Südbahn benützt, Tavoletti finden ihren Absatz in Triest, ebenso Testoni; Faßdauben nehmen ihren Weg nach Steiermark und Kroazien. In Krain stand durch Jahrhunderte die Plänter-wirthschaft auf der Tagesordnung; erst seit zwanzig Jahren wird an die Regelung der Waldwirthschast gedacht, und wird dieselbe erst dann rationell betrieben werden können, bis die Wälder von allen Servituten entlastet sein werden und die Ansicht Wurzel gefaßt haben wird, daß der Wald gepflegt und nicht der Natur überlassen werde. Ein Blick in die rationell bewirthschafteten großen Waldkomplexe Böhmens und Mährens genügt, uni zu constatieren, welcher Unterschied in der Kultur der Waldflächen in den genannten Provinzen und in Krain deutlich in die Augen springt. Der Großgrundbesitzer in Krain ist hinsichtlich des Holzabsatzes zumeist auf das Nutzholz und auf den überseeischen Export angewiesen; leider fehlen im Lande Krain Schwemmflüsse, welche den: Meere Holz zuführen, der Land- und Bahntransport nimmt den größten Theil des Erlöses in Anspruch. Es geht nicht weiter mehr an, den Wald fort und fort zu pläntern, die Plänterwirthschaft stört die Forstverwaltung und den Forstschutz. Bei einer Plänterwirthschaft kann von der Feststellung eines Forstetats nicht die Rede sein; cs ist hohe Zeit, daß die Forst-Wirthe Krains sich dem schlagweisen Samenholzbetrieb zuwenden. Das dritte Heft der Mittheilungen des Forstvereins für Krain und Küstenland registriert mehrere Entscheidungen des österreichischen Berwaltnngs-gerichtshofes in Jagdsachen, die wir hier nachfolgend citieren wollen: 1.) „Der Jagdinhaber ist zum Ersätze des in seinem Jagdgebiete entstandenen Wildschadens auch dann verpflichtet, wenn der Schade vom Streifwilde angerichtet wurde." In dem Motivenberichte dieses Erkenntnisses wird betont, daß jeder Jagdinhaber befugt ist, in seinem Bezirke sich auch bezüglich des vorüber- oder durchziehenden, streifenden Wildes seines Jagdrechtes zu bedienen, d. H. das sein Jagdterrain betretende Wild zu fangen, zu schießen oder auf andere Art zu erlegen. 2.) „Die Rechte und Pflichten deS Pächters einer Gemeindejagd gehen anf dessen Erben über, Wenn gegen letztem in der Eigenschaft eines Jagdpächters ein Bedenken nicht obwaltet." In den diesfälligen Beweggründen heißt cs: Nach K 918 des A. B. G. B. gehen alle aus Verträgen entstehenden Rechte und Pflichten auf die Erben der vertragschließenden Parteien über. 3.) „Betreff des Wildschadenersatz - Anspruches ist der Behörde nur jener Schadenbestand maßgebend, welcher zur Zeit der kommissionellen Erhebung noch sichtbar ist und eonstatiert wird. Dem die Erhebung des erlittenen Wildschadens verlangenden Grundbesitzer obliegt die Vergütung der Konimissions- und Reisekosten derBeamten; ob ihm der Anspruch auf Rückersatz dieser Kosten an den Jagdinhaber zusteht, darüber erkennt die Verwaltungsbehörde." In den diesbezüglichen Motiven wird hervorgehoben, daß es Sache der Beschädigten ist, die kommissionelle Schadenerhebung rechtzeitig anzusuchen. Dem Beschädigten steht es frei, den all-fälligen Anspruch auf Rückvergütung der Kommissionskosten gegenüber dem Jagdeigenthümer geltend zu machen. Witterung. Laibach, 11. Juni. Morgens 5 Uhr Regen, dann Aufheiterung, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 14 8°, nachmittags 2 Uhr -l- 22 9° 6. (1877 -f- 29 4°; 1876 -j- 20 4° 6.) Barometer im Fallen, 737 02 mw. Das Tagesmittel der Wärme am 8. d. -s- 16 3«, am 9. d. -f- 16 3° und gestern -j- 18 9°; beziehungsweise um I'8°, 1-8° unter, 0 6° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 2 70 i»m, Regen. Angekommene Fremde am 10. Juni. Hotel Stadt Wien. Mitterhauseu, Beamter, Preßburg. — Snulde, Beamter; Kleinoschek, Kfm., und Pöstner, Fabrikant, Graz. — Karwarth, Beamter, Korneuburg. — Schuntar, Werksarzt, Johannisthal. — Skottovitz, Privat, Cilli. — Krenn, k. k. Steuereinnehmer, Reifniz. — Funke, Nardeli und Färber, Kslte., Wien. — Evans, Privat, England. — Tomkiewiez, Przemysl. — Rau-nacher, Kfm., Malborghet. — Fewerth, Privat, Villach. — Hönigsberg und Neumann, Kflte., Agram. — Gol-lob, Kanfm., Oberlaibach. — Lenk, Gutsbesitzer, Schloß Arch, Krain. — Herden, Bergadjunet, Tollinggraben. Hotel Elefant. Preschcru, k. k. Notar, Radmannsdorf. — v. Catiuelli, nngar. Miinsterialrath, Fiume. — Klina, Ministcrialfekretär, Schillinge! und Friedmann, Kflte., Wien. — v. Kalmar Maria, Budapest. — Modic, Laas. Hotel Europa. Teresca und Vontfchina, Pola. — Freu-deuthal, Wieu. Baierischer Hof. Preseeki, Samobor. — Atmau, Agram. — v. Altman, Oedenburg. — Wiener, Ottakring. — Moll, Nculcrchenfeld. — Hirschberger, Wien. Sternwarte. Kalligaritsch, Cilli. Kaiser von Oesterreich. Zvokelj, Reifniz. Mohren. Ogriuz und Äumavar Maria, Unterpern. — Ploden, Adjunct, Tüffer. — Mar Rosalia, Graz. — Saliufchek, Pfarrer, Stein. — Lonitz Maria und Savi Ottilie, Cilli. — König, Bahnbeamter, Wien. Verstorbene. Den 7. Jnn i. Maria Terdina, Stciumetztochter, 7 I., Fischgafse Nr. 7, brandige Bräune. Den 8. Juni. Mathilde Tanker, Malerstochter, 3 Mon, Florianigafse Nr. 31, Brechdurchfall. Den 9. Juni. Ursula Boben, Kutscherswitwe, 78 I, Krakauerdamm Nr. 18, Marasmus. Lebensmittel-Preise in Laibach am 8. Juni. Weizen 8 fl. 94 kr., Korn 6 fl. 1 kr., Gerste 5 fl. 20 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 5 fl. 85 kr., Hirse 6 fl. 1 kr., Kukurutz 6 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 2 fl. 50 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr, Schweinfett 82 kr., Speck, frischer 70 kr., geselchter 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 1^/g kr. per Stuck; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 68 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. — kr., weiches Holz 4 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 13. Juni 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Barbo'fche Real., Prem, BG. Feiftriz. — 3. Feilb., Bavdek'sche Real., Plöfche, BG. Großlafchiz. — 3. Feilb., Klam'ersche Real., Berh, BG. Großlafchiz — 3. Feilb., Godec'sche Real., Gmajna, BG. Sittich. — 2. Feilb., Berlan'fche Real., Plesivca, BG. Sittich. —2. Feilb., Babnik'fche Real., Großlack, BG. Sittich. — 3. Feilb., Zgajner'sche Real., Dödnik, BG. Großlafchiz. — 2. Feilb-, Naglii'fche Real., Sairach, BG. Jdria. — 2. Feilb., Haupt-mann'sche Real., Jdria, BG. Jdria. — 2. Feilb., Kolcnz'schc Real., Sairach, BG. Jdria.— 2. Feilb., Luzar'sche Real., Luöarje, BG. Großlafchiz. — 3. Feilb., Skinder'sche Real., Cirje, BG. Gurkfeld. — Reafs. 1. Feilb., Pregel'sche Real., Podgoro, BG. Großlaschiz. — 1. Feilb., Strach'sche Real., Jlovagora, BG. Großlafchiz. Zn Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Südbah». Nach Wien Abf. 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. 3 „ 52 „ morgens Eilpostzug. „ „ „ 10 „ 35 „ vorm. Eilzng. „ „ 5 „ 10 „ früh gem. Zug. „Triest „ 2 „ 58 „ nachts Eilpostzug. „ 3 „ 17 „ nachm. Postzug. „ 6 „ 12 „ abends Eilzug. 9 „ 50 „ abends gem. Zug. (Die Eilzüge haben 4 Min., die Perfonenzüge circa 10 Minuten und die gemischten Züge circa */, Stunde Ausenthalt.) Kronprinz Rudolfbah». Abfahrt 4 Uhr — Minuten früh. „ 12 „ 58 „ mittags. „ 7 „ 30 „ abends. Ankunft 2 „ 35 „ morgens. 7 „ 30 „ morgens. „ 3 „ 12 „ nachmittags. Danksagung. Für die schönen Kranzspende,: anläßlich der Bestattung nuferes iunigstgeliebten Sohnes ?rs.v2 und für das zahlreiche Geleite zu seiner letzten Ruhestätte sagen wir hiemit öffentlich den herzlichsten Dank. Laibach am 11. Juni 1878. Die trauernden Eltern. Ich erlaube mir, einem P. T. geehrten Publikum die Anzeige zu machen, daß ich einen tüchtigen Wiener Photographen zu gewinnen gesucht habe, welcher in den ersten Ateliers als Operateur stand, und daher in die angenehme Lage versetzt bin, ebeuso schöne Bilder zu liefern als bisher. Ich nehme mir die Freiheit, meine P. T. Kunden höflichst zn ersuchen, mich noch weiter mit Ihren werthen Aufträgen zu beehren. Aufnahmen finden jeden Tag ohne Ausnahme statt. (271) 3—1 k?08L Knaeli, Photographens-Witwe, Theatergafse Nr 6. Eine solide Familie in Klagenfnrt wünscht einen Knaben aus Laibach, nicht über 14 Jahre alt, gegen gleichzeitige Unterbringung ihres Sohnes bei einer soliden Laibachcr Familie in gänzliche Verpflegung zu nehmen. Anfragen in F. Müllers Annoncen-Burean in Laibach, Herrengasse 6. (274) Ein Gasse ilgcMbc im Hotel „Stadt Wien", Franz Josefsstraße, ist sogleich zu vergeben. Anfragen in der Kanzlei der krainifchen Ballgesellschaft. (273) Höchst empfehlenswert!): Banmwoll-Nctzjackcn (Schweißvertheiler), Originalfabrikat L fl. 2, fl. 2 20 bis fl. 2 40; Jinitation-Netzjackcn ü fl. 1'80; Herren-Fußfocken, weiß und Nanking, 1 Paar nur 15 kr., bei Kr,rl 265)2 ^säer unä deftigster ^.rt beseitigt äanernä äss be-rükmte pariser I.ltni». vsim kein anüeres LIittel dilttl L 50 Kr. bei Üerru ^potdeker HI» (175)8-7 Wiener Börse vom 8. Juni. Allgemeine 8laa>»-ll. Pavierrente .... Silberrente .... Goldrente........... StaatSlosc, 18SS. . „ I8S4. . „ 1860. . „ I860(5tel „ 1864. . Orurulcntkastimgr- Ol-ligativaea. Siebenbürgen . Temeser Banat Ungarn.......... Anilere öffealliitie Ankeken. Donau-Regul.-Lose Ung. Prämienanlehe Wiener Anlehen . . Äctjea ». Lanken. Kreditanstalt s.H.u.G, LSeompte-Ges., n.ö. Nationalbank. . - . üetiea v.Srai»«l>orI Anl«rii«>>munsrn. Alsöld-Bahn .... Donau - Dampfschiff Elisabeth-Westbahn Ferdinands-Nordb. Franz-Joseph-Vahn Galiz. Aarl-Ludwigt Lemberg - Czernowitz Lloyd-Gesellschaft Geld Ware Geld 63 95 66 50 75 20 64 05 66 60 73 30 Nordwestbahn .... Nudolfs-Bahn .... 110 — 116 25 261 75 335— 337 — 75 — 108 25 114 — 122 75 139 — 108 75 N4-50 123 25 139 50 Ung. Nordostbahn . . Psanllbriese. Bodenkreditanstalt 115 75 109 25 in österr. Währ. . . 91— 99 — 86 60 76 50 77 50 78 75 87— 77 — 78 — 79 25 Ungar. Bodenkredit- . Vrioritittr-Dblig. 95 50 10425 79— 94— 104 50 79 50 94 20 Elisabethbahn, I.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber Franz-Joseph-Bahn. Galiz.K-Lndwigb,1.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, I. Em. . Südbahn k 3 Perz. , L 5 „ . . 93— 105— 89 30 10150 89 15 66 25 156 — 113 25 94 15 23160 L3170 Krivnlkose. 817— 820 - 164 50 RudolsSstistnng. . . . 1450 Devisen. 11950 456 -176— 2145 133 25 . 252 120 — 457 — 176 50 2155 133 50 252 50 124 25 497— 118-40 Gekäsortea. 561 9-45 124 — . 493— 100 d. Reichsmark . . Silber 58 30 103 50 Ware 110 SV 116 75 L62'— 7550 116 — 10» 75 9IL5 S!,LO 86'— SS S5 1VSS» 8!» 50 10S'— 89 3S 66 5» 156 50 11350 94 SO 165'- 15'- 118 45 5'KL 9 48 58S5 103 6» Telegrafischer Kursbericht am 11. Juni. Papier-Rente 63 95. — Silber-Rente 66 40. — Gold-Rente 75-20. — 1860er Staats-Anlehen 114 25. — Bank-aetien 814. — Kreditaetien 232 75. — London 118— Silber 103.15. — K. k. Münzdukaten 5 59. — 20-Francs-Stücke 9 43. —100 Reichsmark 5815. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar B « mberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.