MbllcherOMtlmg. Nr. 9«. PiänumcratioilöpreiK: Im Comptoir ganzj. fi. il, haloj. fl. 5.50. ssür dic > li., Lm. 8lr>, 3m. lo lr. n. f. »,'. Inftrtionöstcmpel jedesm. 20 l». 1866. MMcher Theil. Se. l. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 1!). April d. I. dem überzähligen Slriptor der k. l. Hofbibliothct Dr. Heinrich Schiel den Titel, Nang und Charakter eines Kustos dieser l. k. Hofanstalt allcrgnädigst zu verleihen geruht. Der Slaatsminister hat den Tabalfabriksarzt Dr. Isidor Pfau in Winuiki zum Kreisarzte in Zalcszczyk ernannt. Richtamllicher Chris. Laibach, 27. April. Die deutschen Angelegenheiten nehmen nnn einen allem Anscheine nach Mistigen Verlauf, und erscheint die Annahme vollkommen begründet, daß im Norden des Kaiserstaatcs wenigstens der Friede nicht gestört wird. Die preußischen Blätter, welche diese beruhigende Wendung dcr Situation gleichfalls konstatircu, lönnen allerdings nicht umhin, bei dieser Gelegenheit sich in sicherlich unzeitgemäßen retrospektiven Nckriminationcn zu ergehen, vor allem aber — hört! — hervorzuheben, die gegenwärtige günstige Konstellation sei einzig und allein Verdienst dcr preußischen Nachgiebigkeit. So kann denn die „Nordd. Allg. Ztg." nicht umhin, zu koustalircu, daß wir „nach Lage dcr Alten der Herstellung vollkommen friedlicher Beziehungen zu Oesterreich cntgcacngclM und daß allc Kricgsbcsorgnissc geschwunden sind." Allem sie vermag eben so wenig die Vcmertuug zu unterdrücken: „Wcr wollie verkennen, daß es gerade die gemäßigte aber feste Haltung dcS Berliner Kabiuets war, dcr wir in diesem Augenblick 5>ic Erhaltung des Friedens verdanken?" Wir unserseits ^ bemerkt dazu die „Wr. Abdpsl." — erachten dcn Zeitpunkt zu Rckriminationcn nichts weniger denn ange-Messen. Wir halten cS für unsere Pflicht, von den friedlicher gewordenen Momenten der Lage ohne gehässige Seitenblicke Akt zu nehmen. Nnr beispielsweise wollen wir darauf hinweisen, daß die „D. Nordsee-Ztg." ebenfalls mit Befriedigung Alt davon nimmt, daß das > nächste gefährliche Symptom dcö KricgcS beseitigt ist, abcr tommcutircnd bcisugt, mau scheine eben in Berlin ruhiger geworden und damit eingesehen zu habcu, daß Oesterreich und Deutschland denn doch auch Faktoren seien, über die man nicht beliebig verfügen könne, son-bern mit denen man wohl rechnen müsse. ^ Wie ein ArcSlauer Blatt wissen will, würden die ^uchrichtcn von dcr friedlichen Gestaltung dcr politischen ^"8c durch die neuesten militärischen Disposi-^°ncn bestätigt. Nach den letzteren sei vorläufig bc-Al"Mt, daß am Donnerstag (20.) zunächst diejenigen '"cscrvemaimschaftcn dcr Artillerie entlassen werden, de-ltl> Batterien noch nicht vollständig ausgerüstet sind, ^gcgcn die Rcscrmn, welche l,ci den hinlänglich mit ^fcrdcu und Gcschützmaterial versehenen Battcricu sich Gulden, bis auf weiteres bei denselben verbleiben follcn. ^'k Aiifcrtignng der Munition war bis Sonnabend ^unterbrochen und eifrig betrieben worden, dürfte aber ^lcits am 23. d, M. eingestellt worden sein. Damit scheint nuu die Abrüstungsfragc erledigt, "Nd lK dürfte jetzt eine ruhige Diskussion zur Hcrbci-luhrring eincs definitiven Arrangeincnts in dcr Herzog-.^Mclangclcgenhcit an deren Stelle treten nnd nebenbei ^ Äundcsrcformprojckt lultiuirt und einer gedeihlichen Entwicklung cntgcgcngcführt wcrdcn. Die „Wescr-Z." ^,'u deu Schleier, mit dcm dicscS Projekt verhüllt ist, ^slcn, indem sie glaubt, iibcr dcu ersten Vorschlag, M)cu Preußen dcm Ausschüsse ml lwo vorlegen werde, "°>gcndcs berichten zu töunen: H Dcr Autrag sollc dahin formulirt werden, daß der UlideStag die Einberufung eines durch allgemeine di-^ Wahl zu wählenden Parlamentes beschließe. Dcr H Muß d^ Bundestages soll nur die allgcmemcu "U'lzipicn feststellen, nicht auch die Details des Wahl-3 >ctzcs regeln. Aeispiclöwcisc hätte eine Diskussion statt ^ Ausdehnung des passiven Wahlrechtes nicht !l" < "dk"' Die speziellen Wahlvorschriftcn hätte jede zcuic Ncgicruug fclbsläiidig zu regeln. Festzusetzen Nacl, ^n ^' ^'^ Z°I)l der Abgeordneten dcr Cinzelstaatcn rech > baabc dcr Äcuölkcrnng. Das passive Wuhl-del.scli "'^ "' ^" Einzclstaatcn nach Maßgabe dcr in trslc ^>" «ültigcn Bcst,mmuugcn zum Einlritlc in die «anuucr bestimmt. Als Termin der Einberufung wird übereinstimmend der 1. Juni spätestens der 1. Juli genannt. Die „W. Abendpost" vermißt in diesen Angaben !cine Aufklärung darüber, ob die Buudcsmatrikcl für !die Bevölkerung der einzelnen Staaten maßgebend fein jsoll, oder ob, was Prcnßcn ja schon zum öfteren uer-> langt hat, die wirkliche Kopfzahl znm Ansgangspunktc dcr Fcststcllnng über die zu wühlenden Abgeordneten genommen werden soll. Die /,N. Frkf. Ztg." führt dies noch weiter ans und gelangt an dcr Hand vou jZiffern zu dem Nachweise, daß es unznlässia sci, dic^ neuesten Zählnngsergebnisse zum Ätaßstabc zu nehmen, da die letzten Volkszähluugcn weder zu gleicher Zeit, lnoch nach gleichen Normen erfolgten. Hier wäre nur ! durch eine überall nach gleichen Grnndsätzcn und zu glci< ^cher Zeit vorzunehmende allgemeine ncuc Zähluug zu hclfcu; — eine solche erforderte aber znr Herstellung und Revision beinahe ein ganzes Jahr Zeit, Die „Oesterr. Ztg." wendet sich in ihrer letzten Nummer au jcue Wiener Blätter, welche das Gerücht von dem italienischen Putsch iu die Welt geschleudert haben. Gestützt auf das Demeiili dcr „W. Zlg," schreibt sie: „Indem wir die Äerichlignng dcr „Wr. Zeituug" bringen und auch unsererseits dcr Freude, daß weder cin Einfall noch ein Zusammenstoß stattgefunden, hiemit Ausdruck geben, können wir nicht umhin, einige Worte an cin hiesiges Journal zu richten, welches bei wiedcr-holtcn Anlässen nnd auch diesmal den offiziellen uud offiziösen Organen Unterricht in den Gesetzen des An-staudcs zu gebcu liebt und das Schweigen derselben als uicht patriotisch und geradezu unanständig bezeichnet. Wie wir erfahren, ist sogleich, nachdem die Jourualc von dcm angeblichen Putsche Nachricht brachten, in Wien , bei allen Behörden, von denen zu vermuthen war, daß sie iibcr einen solchen Vorfall Berichte erhalten würden, Nachfrage gepflogen worden, nnd wir waren in dcr ^age, in unserer gestrigen Nummer zu erklären, onß in hiesigen kompetenten Kreisen hierüber N ichtö bekannt war. Gleichzeitig waren aber auch telegraphische Anfragen uach ^ombardo-Vcncticn ergangen und selbe mußten von dcr dortigen Hauptstadt wieder an alle Grcnzorlc gestellt werden, da, im Falle dcr Zusammenstoß ctwa nicht bci Rovigo, abcr au einem anderen Ortc stattac-funden halte, dcr Negicrnng ohne Zweifel wieder dcr Vorwurf einer absichtlichen Vcrfchwcigung der Thatsachen gemacht worden wäre. Zu komisch ist abcr dcr dcm tclc-graphischcu Korrcspondcnzbnrcau gemachte Vorwurf, daß eö über eine Thatsache schweigt, dic gar nicht existirt. Wir sind nnr neugierig, zu erfahren, wie denn von jenen gewissenhaften Orgaucn, welche einen solchen Werth darauf legen, daß das Pnblikum nur Wahrheit erfahre, nunmchr das Benehmen jcncs Blat< tcs bezeichnet wcrdc» wird, ans dcsscu Spalten die Putsch« Ente zuerst in die Welt flog, und würden schließlich nnr noch die Frage beifügen, wie es mit dcm Patriotismus uud dcu AustandSrücksichtcn für daS Pu» blikum vcrcinbarlich erscheint, derartig allarmireudc und wahrhaft bcuuruhigcndc Gerüchte ohne irgend cinc Garantie ihrer Bcgrüudung zu verbreiten. Welchen Ereignissen wir iu Italien entgegengehen, darüber lassen sich j>tzt auch nicht cinmal Vcrmnthun-gen aufstellen, und wir können uur die Thatsache ton« slatiren, daß das junge Königreich im Momente außer-ordentliche Rüstungen vornimmt, die sich nnr im Hin< blicke auf eine kriegerische Evcutnalität crllärcu lasfen und andererseits unsere Regierung nöthigen, auf der Hut zu fein. __________ Ilaliemsche Rüstungen. Aus viclcu Theilen dcr' italienischen Halbinsel fehlt es uicht au Meldungen von kriegerischen'Vorkehrungen. So erfährt das „Giornalc della Marina," daß das k. Dekret, wodurch cinc größere Anzahl von Untcrlicutenauts in dcr Marine ernannt wird, bereits unterzeichnet ist. Die Offiziere dcr Mailänder Gar-nifon find verständigt worocn, daß die alljährlichen Ur-laubscrthciluna.cn heuer uicht stallfiudcu wcrdcn. In eincr Florentiner Korrespondenz dcr „Triester Zeitung" heißt es: „. . . Italien fährt mit seinen Rüstungen fort uud es ist namentlich die Iustaudsctzuna des Bcfcstigunas-systems, auf welches dic volle Aufmerksamkeit dcr Regierung gerichtet ist. Iu dcm am «. d. M. unter Vor> sitz des Königs abgehaltenen ssricgsrathe — uud cm solcher hat trotz des Ablcugncus dcr hiesigen offiziösen Blätter stattgefunden — war eS bcsoudcrs General Eialdini, welcher hervorhob, wie wenig die als Basis einer Operation gegen dcn Po zu verwendende Festung Bologna für ciucu Offensivstoß ausreiche, wcun nicht dieselbe iu der liuten Flanke dnrch ciucu audcrn fcsteu Platz gedeckt wcrdc, welcher dcu Marsch eines über dcn Mincio dirigirtcu feiudlichcu Armeekorps in Flanke und Rücken dcr gegen den Po vpcrirmdcn italienischen Armee auf« zuhalten im Stande sei, und cbcu in diesem Kricgsrathe wurde die Befestigung vou Ercmona beschlossen und diese wird nun mit geradezu fieberhafter Hast betrieben. Ebenso wurde eine Gcnickompaguic nach Piz-zighetouc und eine audcrc uach Piazcnza dirigirt, wo ! ebenfalls an dcr stärkeren Befestigung dicfcr Plätze gc-^ arbeitet wird. Für die Befestigung von Bologna wurde schon in früherer Zeit so vicl gethan, daß diescö als ! cinc Fcstnng crstcn Ranges angesehen werden kann. Zur Armiruug dicscr Festungen treffcu aus ganz Italien Geschütze cin und wird, wie gesagt, nichts versäumt, um das bisher etwas stark vernachlässigte Bcfcstignngssystcm Italiens nuf einen besseren Fuß zu setzcu. Man sieht eben, daß Italien sich auf kriegerische Evcnlualitätcn vorbereitet uud das Versäumte rasch einzuholen sucht" In Guastalla wcrdcn Klöster geräumt, um sie als Kasernen zu benutzen. Aus Rcggio ist cinc Batterie Feldgeschütz nach Modcna abgegaugcn. Oesterreich. Wien, 26. April. ^l Nach achlundvicrzig Stunden der höchsten Aufregung, welche diesmal die weitesten Kreise ergriffen hatte, lehrte mit dicscm Morgen ciuc ruhigere Stimmung wieder. Die Ertläruug der heutigen „Wiener Zeitung" bezüglich dcr Situation iu Italien hat bcsoudcrs auf unsere finanziellen Kreise einen wohlthätig wirkenden, einen lalmirenoeu Einfluß geübt. Eiucu besonderen Anfschmnug dcr Geschäfte oder auch nur cinc fauguinisch vertrauende Stimmnug in dcnfclben wird momentan wohl niemand erwartet haben. Ein hiesiges Abendblatt findet cinen uulösbarcn Widerspruch zwischen der Erklärung dcr „Wicucr Zeitung" vou heute Morgen uud der Thatsache, daß das Polizcimiuistcrium sich bewogen fand, die Paßrcvisiou an dcr italienische» Grenze bis auf wcitcrc Verfügung wieder einzuführen. Nun dcmcnlirt die Erklärung dcr „Wiener Zeitung" wohl die Nothwcudiglcit außerordentlicher militärischer Maßregeln; die wiederaufgenommene Paßrcvision ist aber cinc außerordentliche polizeiliche Maßregel; von dieser zu jenen jedoch ist noch cin wcilcr Weg. Unsere Jourualc melden die bevorstehende Abreise Sr. Erzcllenz dcö Herrn Fcldmarschalls Frciherru von H e ß nach Paris, von wo derselbe sich anf seinen Landsitz imch Lislowitz begeben soll. Dcm gegenüber höre ich sehr verläßlich, daß dcr greise Fcldmarschall iu diesem Sommer die Moltcnkur iu Roznau gebrauchen werde. Dcr kaiserlich mcxitanischc ^cgationsrath Hcrz-fcld wird in der crstcn Hälfte des Monates Mai an dcn Hof Sr. Majestät des Kaisers Maximilian l. sich bcgcbcn. Die Kunstsinnige Frau Erzherzogin Sophie, Mutter Sr. Majestät des Kaisers, ließ in diesen Tagen dcn Gatten der jüngst verstorbenen lais. Hofschauspic-lcriu Frau Julie Rettich zu sich rufen uud demselben in zartester Weise über den unersetzlichen Verlust ihr Beileid auszusprechen, dcn er und die Kunst durch dcu Hintritt dcr Vcrcwigtcu crlittcu: „Ich selbst, so schloß die erhabene Frau, verlor in ihr die Künstlerin uud eine Freundin." ______ Wien, 25. April. Die „Deb." schreibt: Während in anderen Städten die L o kalp o lizc i bereits von dcn Kommunalbchördcn gchanohabt wird, ist die Wiener Großtommunc noch nicht mit dcn Unterhandlungen betreffs Uebernahme derselben fertig geworden. Wie nnn die „M.»P." meldet, ist dcm Bürgermeister von Wicn cinc Note des Slaatsministerinms zugekommen, worin er aufgefordert wird, dahin zu wirken, daß die Untcrhandlnng zwischen dcr Regierung uud dcr Kommune wegcn Uebernahme der Lokalpolizci möglichst bald zum Abschlüsse komme. Dcm Pcruchmcn uach würde iu dcm Schreiben der 1. August d. I. als letzter Termin bezeichnet, bis zu welchem dcr Staat geneigt ist, sich mit dcr Handhabnng dcr Wiener ^okalpolizci zu befassen. Die überwiegende Mehrheit dcö Wiener Gc-meindcrathcö soll jedoch nach dcm zitirten Blatte uor-! läufig cincr Uebernahme der Lolalpolizci nicht geneigt 646 und fest entschlossen sein, in dieser Nichtimg keine Zugeständnisse zu machen, was wir, wenn cS sich bewahr-hcilcu solltc, im Interesse dcr Autonomie, welche dnrch jedwede Selbstthätigkeit gefördert lind gestärkt wird, lcdhast bcdaucru würden. Neusay, 22. April. „Scrliobran" stellt sciucrscits in dcr N ati o ua lit ä tcu frag e folgende Fordern», gen auf: 1. Daß die serbische Wojwodschaft genehmigt oder (wie eine Miuorilät dcs Volkes ucrlaugc), das; die Theilung dcr Komitalc nach Nalionulilälcu angeordnet werde; 2. daß die serbische Sprache in allen Instanzen und ebenso anf dem Landtage mit der magyarischen gleichberechtigt sei. — „Scrbobran" wünscht von den magyarischen Journalen, daß sie sich darüber offen aus-sprcchcn, und sofcrne sie mit diesem Antrage nicht ein-«erstanden seien, daß sie ihren bestimmten Vorschlag be-lannt gcden, damit man einmal wisse, woran man sei. Ausland. Aus München wird uom 22. April gemeldet: Unmittelbar imchdem gestern die offizielle Nachricht von dcr Rücknahme dcr Rüstungen in Oesterreich und in Prcußcu hicr eingetroffen war, hat unsere Staatsregie« rung den Anlauf r>on Pferden für die Armee sislirl. Die vorige Woche znm Waffendienst cinbcrufcucu 1ln< Nlolltirt'Asscnlnlcn werden alsbald nach beendigter Ein« Übung in den Waffen wicder in Urlaub entlassen werden. Den auswärtigen Kommissionen für die Pferde-antäufe wurde dcr Sistiruugsbefchl anf telegraphischem Wege mitgetheilt. Bereits sind lnich die Anläufe sislirt. Florenz, 19. April. Dcr Generalmajor und Ordonnanzoffizier dcs Königs, Alcssandro Bratorcuö di Savoirou^, welcher im Auftrage des Köuigs verschiedene Missionen an auswärtigen Höfcn, u. a. auch in Bcr» lin, cisnllt hat, ist znm Zeichen besonderer a. H. Zufriedenheit znm Palastgouvcrncur ernannt worden. — Der Gcueralstabsobcrst und Ordonnanzoffizier des Kaisers Napoleon, Oberst Schmit, welcher dcr hiesigen frauzös. Gesandtschaft zugetheilt wird, ist hier eingetroffen. — Dcr „Opinionc" zufolge melden Berliner Nachrichten, daß dcr östcrr. Entwaffnungsvorschlag angenommen wer-den wiid. Der ital. Gesandte in Berlin, Graf Bar-ral, tritt dieser Tagc eine Nnndreisc an, um die diplomatischen Bczichuugcu mit den Regierungen von Braunschweig, Oldenburg, Hessen.Kassel, Hessen.Darmstadt und Fraulfurt anznlnüpsen. — Dic heutige Sitzung dcr Dcputirtcnlammcr wurde fast ganz dnrch eine Diskussion über die Unruhen an den Universitäten Neapel, Pisa und Pavia ausgefüllt. Dcr Minister des öffcntl, Unterrichts, Berti, gab bcruhigeudc Erttürnngcn, welche dcr Kammer genügten. — „Italia" will wisscn, daß in Sauoyen für ein Armeekorps, das, wie es scheint, cinc Stärke von 80.0W Vtauu haben soll, in aller Stille Quartier gemacht und Provicmtuorräthc gesammelt wer« den. Dasselbe Blatt veröffentlicht eine Stelle aus einem angeblichen Schreiben Brio's, woiin es heisit: Ich habe bereits dcr Regierung erklärt, daß ich im Falle cincö Krieges mit General Garibaldi gchcu werde. Ich hoffe daher, daß meine allen Garibaldischcn Freunde mich nicht als cinrn Amncstirlen, sondern als cincu Kameraden aufnehmen werden. Mailand, 21. April. (Ostd. P.) Die Offiziere sind angewiesen worden, über die Dispositionen und Be« fehle, welche ihnen zngchcn, das tiefste Schweigen zu licobachtm, woraus deutlich hervorgeht, daß das Ministerium gewillt ist, sich nicht in die Karten sehen zu lassen. General ^amarmora beobachtet angcudlicklich eine Politik, die ihn m-.ch jcdcr Seite hin sichern soll, waS ihm iu den Augcu dcr demokratischen Partei ungcmciu schadet. Er rüstet nnd will es nicht melken lassen, damit, wcnu die Gelegenheit entweicht, man ihm keiucu Vorwurf machcn kann. Die Uinkc beabsichtigt jedoch das Ministcrium zu einem offenen GlcinbeusbcÜuutnissc herauszufordern und wird dus provisorische Budget nur dann bewilligen, wenn die Politik, welche die Regie« rung nutcr den gegenwärtigen Umständen einzuhalten gcdcntt, ihr Vertrauen cinfloßt. Man erwartet, Montag oder Dienstag etwas Näheres übcr die Eulschlüsse der Regierung zu erfahren. — Mit dem Komitee in Venedig wurden die cm auö dem Dorfe R^occa uuiffima, für die sic cin hohcs ^ ^öjcgcld verlangen. Sie wcldcn von Zuaocn verfolgt. Paris. Dcr „France" zufolge sind die Schwierigkeiten, welchen in Rom das Projekt ciucs Kuulor« dntö mit ^ic^'ico begegnete, aus dein Wege dcr Ausgleichung. Dcr vom päpstlichen Hofc modifizirtc Entwurf ist nach Mcxico zuiückgesandt wordcu, uuo da das Einucrständniß nur uoch iidcr nicht wesentliche Punkte i hcrzuslcUci, war, so ist nicht daran zn zweifeln, daß diese 'Angelegenheit baldigst zu allseitiger Zufriedenheit gc« schlichtet sein wird. — Die Nachrichten aus Mexico lauten sehr günstig. Bei Urnpan habkn die kaiserlichen Truppen einen cnlschcidcndc» Sieg errungen. Der Kampf war äußerst blutig nnd dauerte zwanzig Stunden. Dcn Dissidenten wurdcu 450 Mann uud daruulcr 47 Ossi» zicrc gelobtet, ciuc große Anzahl wurde vcrwnndtt uuü dc^u Dissidenten alles Mattlml abgenommen, — Juarez hat iu dcr Pcrsuu dcö Gcimals Ogazon cincn neuen Konlurrcnlcn um die Präsidentschaft der nicht mehr be-stchcudeu mcz'icanischcii Republik erhalten. Ogazon hat , sich in Eoliaian zum Pläsidlnlcn proklamirt. Es sind! also jctzt drei Plüsidcutcn: Juarez, Ortega und Ogazon. Paris, 22. April. In Dcpnlirtcn. und höheren Finanztlcisen crrcgt ciuc soeben hier iu der !<>l>r!U!N' il>lcrm,lim>l»I> crschicncnen Schrift „Die Finanzen Oesterreichs nnd das Budget vou 1866" allgemeine Aufmerksamkeit. Die Albeil tritt mit tcincm andcicn Ansvluchc auf, als dem, au der Hand dcs Iahicsschlußdclichtts dcs Giafcn ^arisch das fremde Publikum über dic zisfcrmäßigeu Vcrhällnisfc dcs öfter« rcichischcn Staatshaushaltes aufzuklären. Iu diesem Siunc ist sie slrcug objeltio nnd »cischmaht jcuc maikt' schicicrischcil Kunstgriffe und Gruppirunaen, wclche^ , schließlich doch uur daü Mißliancu und ?e» Widclspilich ! des verslüuoigcn ^cscrS pioouzircu. Auf der andern Scitc hat ihrc Vollständigkeit uud formelle Abruuduug bereits dcu Beifall jencr zu erringen gewußt, dencu ihre amtliche oder geschnslliche Stcllnng cin besonderes Interesse an dcu finanziellen Zuständen des ösleir. Kaiscrstaatcs! einflößt; am Vcndomc.Platz, wie in dcr Rnc dc Rivoli ist sie in dcr anerkennendsten Weise gewürdigt worden. Zu wünschen wärc, daß dcr Broschüre auch von Scilcn dcr Finünzschriflstcllcr in dcr französischen Tagc^prcsse einige Anftuertsamkeit geschenkt würde, denn cS ist ganz unglaublich, welche Urtheile übcr die finanzielle ^agc Oesterreichs oft in den angesehensten Organen dcr hiesigen Presse zu lcscn sind. — Im Laufe dieser Woche wird dcr gcsctzgcbcndc Körper in Berathung übcr das Konlingcntgcsctz treten. Dic Debatte wird, dem Ver» nehmen nach, einigen Dcpulirteu Gelegenheit gcbcu, sich über die politische Situation zu äußcrn und dem in allen Klassen dcr französischen Bevölkerung herrschenden Vcrlaugcu nach Aufrechterhaltung dcs FricdcnS Ausdruck zu vcrlcihcu. Hucutjens, Ollivicr und Jules Favrc sollen das Wort ergreifen. Einige dicscr Rcducr, heißt cs, wollen sich mit dcr von dem französischen Gouvcr-ucmcut cingcschlagcncn Politik dcr stritten Neutralität nicht zufricdcngcbcn, sondern darauf dringen, daß das Tuilcricukabinct bei dcn Höfen in Berlin nnd Wien cincu direkten Schritt im Intcl'cssc der Bcwahrnng dcs Friedens thnc. Herr Drouiu de ^huys soll persönlich einer derartigen Kundgebung nicht abgeneigt sein, an cutscheidcudcr Stelle jedoch scheint man derselben bis jetzt keinen Geschmack abzugewinnen. — Der Marquis von Dnplessis-Beliore, cinc bekannte Persönlichkeit dcs Faubourg St. Gcrmaiu, hat sich diese Nacht entleibt. Dic Nachrichten ans Spanien lautcu immer düsterer, zwar nicht die dcr offiziösen Blätter, welche vicl< mehr fortwährend versichern, daß die größte Ruhe auf dür ganzen Pyrcnäcn°Ha!binscl herrsche, aber diejenigen, wclche man auf dem Privatweg erhält. Es foll nicht wieder cinc neue Auflage der Priin'schcn Erhebung, sou-deru ein allgemeiner Ansstand aller Radikalen bevorstehen, und zwar stehen diesen, dem Vernehmen nach, viel bedeutendere Kräste zn Gebote, als man gewöhnlich annimmt. In Madrid ist die Stimmung cinc sehr schlechte; der Hof hat auf scinc Rcisc nach Aranjucz verzichtet; Waffcnuorrüthc sind in verschiedenen Städten^ aufgcgriffcu worden. ' Mexico, 18. März. Einem uns zur Einsicht mit« ! gcthcillcn Priuatschrcibcn dieses Datums culuchmcn wir folgende Nachrichten: Rittmeister Graf Khcucnhül« ler ist hculc mit seiner tapferen Eskadron in Mexico eingerückt. General Graf T h u n, Graf AombcllcS nnd cinc größere Anzahl von Offizieren ritt ihm entgegen. Die schöne Eskadron, aus lanter erprobten Sol- , datcn bestehend, machte cincn martialischen Eiudrnck auf die Bcuöltcruiia,, um so mehr, als sie mit einer erbeuteten Fahne einzogen. Mit dem Dampfer über Ncw-Jork, der dicscn Brief überbringt, reist auch die b c l-g ifchc Deputation ab, mit AuSnahme dcs Obcrlicnte-nant Marcchal, deffcn Wnndcn kaum vor Ablauf von zwci Wochen gchcilt sein dürften. Gleichzeitig rciSt auch der dänische Gcncral Oxh olm, dcr Sr. Majestät das Großtrcuz dcs Elcfthautcn.Ordens übcrbracht hat, uach Europa zurück. Rittmeister Bräuucl, dcr am 2^tcu o. Äi. bei Tcpctlapa siegreich focht, hat daS Ritterkreuz ! dcö Guadalupc-Oroeus crhaltcu. (Wr. Zlg.) Hagesneuigkeiten. Das Polizeiministerium hat sich bestimmt gefunden, die Paßrevision an der italienischen Grenze biö aus weitere Verfügung wiedcr einzufühlen. — Tic „Vorst.-Ztg." schreibt.- Al5 gestern <>1 d. M.) um 4 Uhr dcr Erzherzog Franz Karl auf der Nilcl» tchr von seiner gewöhnlichen Spazierfahrt in den Prater bei dem Hause „zum österreichischen Hof" in der Nolhenthur,!'' slrahc ankam, war die Wagenfrecnienz daselbst cinc so leb' hafte, das; dcr sechsspännige Hufwaa.cn dcö Erzherzogs mit einem entgegenfahrenden vierspännigen Phcieto,! zusammen« stieß. Bevor man noch wuftte, ob irgend ein Unfall ge» ^ schchcn war, herrschte schon eine gros>c Verwirrung, es saw' nleltc sich sogleich eine ungeheuere Menschenmenge nnd drängte sich an die Wagen. Der erzherzogliche Jäger sprang schnell vom Mclsihe herab und half zitternd dcM Herrn Erzherzoge beim Anssteigen. „Keine Angst, mein Lieber" — redete ihn dcr Erzherzog mit bekannter Leut« seligkcit an — ,,cs kann ja dem geschicktesten Kutscher bei dicscr Wagenmcnge ein Unfall geschehen!" Ohne das; irgend ein weiterer Nufatl zu beklagen gcwcscn wäre, wurden dic Wagenpfcrde frei gemacht und der Kavalier, mit dessen Phacton dcr Zusammenstoß ersolgt war, gab sogleich seine Karle dem Polizcimann und rics lcmt: „Ich wohne Vrttuncr« straßc 10." — Von Scitc dcr k. I. nicdcröstcrrcichischen Post< direction wurde folgende ssundmachnng pnblizirt: „F raU' tirungszeichcn, wclchc aus gestempelten Vrief< luverts herausgeschnitten sind, dürfen zufolge Erlasses dcS l)vhcu Hattdclsministcruims vc>m 10. d.M. zur Zranliriuig an Vlicfposlsendlii'gcn nicht benutzt werdc». Derlei nuf Vricfc u. s. w. nbcrtragcnc Kuvcrtstcmpel werden daher als nicht vorhanden betrachtet und die betreffenden Sendungen, wie uicht — oder unvollständig — fraulirte, mit dem lcnismclszigen Porlo sammt Zuschlag belegt." — Wie „Magyar Vilag" anZ sicherer Quelle erfährt, hat dcr im Auslande weilende ungarische Historiker Micha^ Horvath um die Erlaubmh, in die Heimat zurüäkehreil z" dürfen, nachgesucht. — Gegenwärtig arbeitet er an cincnl großen Werk, welches bci Heckenast i>, Pest erscheinen wird. — Die Nachrichten übcr dcn Staud des Wildes lauten aus den verschiedenen Gegenden der Monarchie durck' aus günstig, namentlich in Vezug auf die Hasen, und gcbcn selbst die heurigen „Märzeuhaseu" den alten au Gröhc nicht viel nach. Auch der Stand der Rebhühner uud FasancN ist sehr befriedigend. Zum Gedeihen dcö Wildes hat dcr ausnahmsweise milde Winter sehr viel beigetragen. ^"^ die Schnepfen allein sind heuer uicht so zahlreich erschiene», wie in früheren Jahren. Sie kamen in vielen Gegenden, wclchc sonst ciuc ergiebige Veute licfcrtcu, uur sporadisch vor und mancher Nimrod lam vom „Echnepfenstrich" mit leere Tasche uach Hause. — Am 1. Mai d. I. sind es fünfzig IalN'/' das; Salzburg mit dem Kaiserlhum Oesterreich ucre'N'g wurde. Im Laude ward vielfach dcr Wunsch nnch c,nc^ festlichen Aegchuug dieses Tages ausgesprochen. Die ^ desverlretung und die Hauptstadt haben nun im Vcrc^ die Verwirklichung dieses Wuuschcs iu die Hand g""""'!^ Ein eigenes Komitee wurde loustituirt, das die Einzclhe» dcr Feier berathen uud festsetzen soll. Von diesem ^""^ wnrde jedoch beschlossen, die Feier auf dcn künftigen A"g zu vertagen, wozu ncben manchen andcrcn Gründen un gegenwärtigen trüben politischen Situation hauplsüclM 649 Hoffnung beitrug, daß es im August eher möglich sein würde, Ee. Majestät den Kaiser in der Hauptstadt zu begrüßen. — Au) Przibram wild dem „Nar. Listy" berichtet, bah unter den höheren Aergwerlöbeamtcn bedeutende Ver» ünderungen vorgenommen werden sollen. Alle Vergrüthe, mit Ausnahme des Herrn Czerloura, der erst vor einigen Monaten von Wien nach Przibram lam, werden, wie mail hört, in den Ruhestand versetzt werden, ebenso der Nei^vcrwalter, Schichtmeister und Hüttenvcrwaltcr. Der ^ültenlontrolor P. soll seines Amtes enthoben worden sein. Anstatt des Herrn v. Lill leitet jetzt Herr v. Hingen au bie gesammte Verwaltung des Acrgwcrles. — Im Teiche „Obora" wurden im Ganzen 9 Pfund 29 Loth Silber ge« funden. Tie Ansicht, als ob das Silber bereits vor mehreren Jahren ins Wasser geworfen wäre, ist unrichtig. — Aus dem Lav ant hale, 21. d. M., wird der Grazer „Tagespost" geschrieben: „Die Lehrer deö Dekanats Wolfsbcrg gründeten unter sich einen Verein: Lehrer« Fo rt bild u n g sv er ein genannt. Der Zwect des Vermies ist bereits im Namen bezeichnet. Allmonatlich findet in Wolfkberg eine Versammlung statt, wobei Vortrüge pädagogischen und auch wissenschaftlichen Inhaltes gehalten wer-den. (5in solches Vorgehen der Lehrer ist aber auch nothwendig, um den Anforderungen der Zeit genügend entsprechen zu können." ^- Vor Kurzem waren Engländer in Cilli, um wegen Uebernahme einiger Vergentitä'ten, die zum Walzwerk Stor^ gehören, Unterhandlungen zu pflegen. — Au5 Fiume wird der „Pr." unterm 20. d. M. geschrieben: „Die diesige Handelskammer hat sich mit der Äitte um die vorläufig provisorische Üinführung des öster« leichischen Handelsgesetzbuches in Fiume an die Regierung gewendet. Die Kammer betont, das; da8 Ge« beihcn de2 Handels und die Stärkung des Kredites die Ne« gelung des Handelsrechtes, und zwar im Sinne der größtmöglichsten Gleichförmigkeit, zu einer unabweislichen Nothwendigkeit machen. Das Handelsministerium scheint geneigt, die Aitte der Kammer zu Unterstufen." — Aus Oder!) erg wird der „N. Fr. Pr." gc« schrieben, dah am 22. d. M. dort eine Depesche des Finanz« "Musters Grasen Larisch eingetroffen sei, welcher seinem ^üterdircktor die Weisung ertheilt habe, die Gestütspserdc ^on den nächst der preußischen Grenze gelegenen Besitzungen des Grafen nach Ungarn bringen zu lasten. Auf der anderen Ecite soll der Fürst von Pleß eine ähnliche Vorsichtsmah« legcl schon vor einigen Tagen angeordnet haben. Als Kliriosum mag noch erwähnt sein, daß in dcr vorigen Woche vierzehn Vespannzüge von den in Preußisch - Schlesien gcle« geneu Aesiüuugcn dcS Grafen Laiisch in der Festung Kosel Dienste thun muhten. Wie sehr dcr Grenzvcrlchr stockt, geht darans hervor, daß z. V. dcr preußische Zug am 22. d. M. auch nicht einen Passagier gebracht hat. — (5iue interessante Illustration de3 Verhältnisses zwi« ^en dem König und Vis marcl bringt die „Kreuz« Leitung." In dcm Befinden des Ministerpräsidenten ist ^ne Besserung eingetreten und der König hat „seine Theilnahme hieran durch die sofortige Verleihung des rothen Adlerordens an den Sanitüt^ralh Tr. Struck, den Arzt Bismarck's, zu bckuudeu sich beeilt." — Lincm Privatbricfe aus Diclirch in Luzcmburg entnimmt die „N. Fr. Pr." Folgendes: Die Cholera, die in wahrhafte Pcst überging, hat bei uns furchtbare Ver- l dccrungen angerichtet. Vom 1. bis 19. April sind 205 > Personen der Krankheit erlegen; am 4. stiegen die Todcs-^Ue auf 30: vom 9. an lieh die Wutb dcr Seuche nach, ^'d hcute, am 19., haben wir nur einzelne Fälle. Die "eucn Kranken kommen mit einer mehr oder minder starken ^arrhöc davon. . — Dcr Dampfer „England," von Liverpool kommend,, ^ 1300 Personen au Vord, hat in Halifax angelegt, ^ ärztliche Hilfe gegen die auf dem Schiffe ausgebrochene Cholera zu fuchcu. Die Epidemie, welche nach der Meinung ^ Kapitäns deutsche Passagiere imporlirt halten, hatte bttcits l^0 Opfer gefordert. Das Schiff ist einer strengen Ucnantäue unterworfen worden. fokales. Gestern wurden die Ergänzungswahlcn desGcmeind c-^lheömit dcr Wahl für dcn ersten Wahllörpcr geschlossen. °" 194 eingezeichneten Wählern beteiligten sich daran 117 "^ wurden^ die Herren Josef Pleiweis mit 70 und i ^°n Fröhlich mit Kü Stimmen gewählt. ! -^- Gestern Vormittags 9 Uhr wurde von einer größe-^ Abtheilung dcr hier befindlichen taif. mexicaniscken Frenvil-^en u„tcr Äeglciluüg der Musikkapelle von Varon Gerstucr! ^santeric ein Uebungsmarsch in dcr Umgegend unternom-! ,/"- von welchem das Korps um 3 Uhr Nachmittags zu-"cttehitc. ^ ^- Gestern Abends siel ein Studireuder, als erbeben ^, ^ den alten Markt ging, durch einen unglücklichen Zufall ^ daz Sttaßcnpflaster und brach sich dabei den Fuß., " Verunglückte wurde in das Zivilfpital überbracht. ! . -^. Bei dem Vau der grosiartigeu Kosler'schen Vier«! ^^Uerei in der unteren Schifchka sind gegenwärtig schon gegen ^ " Ualienischc Arbeiter beschäftigt; am Bahnhöfe hier °"ten ilbcr 00 Italicner, und im Laufe des Sommers rd wegcu Vornahme verfchicdener Bauten deren Zahl auf dies ^'^"' ^cbsldcm sind hier etwa 30 Gewerbetreibende >" Nation, welche sämmtlich — die letzteren durch das '^ Jahr, die übrigen während der Sommerzeit — nicht cätnlMt haben, in ihrer Muttersprache einen religiö- sen Unterricht zu erhalten. — In Klagcnfurt, wo eben» falls zahlreiche italienische Arbeiter sich aushalten, hat der hochwürdigstc .«llirchenfürst Dr. Val. Wiery Vorsorge ge-troffeu, dah vom 22. d. M. angefangen an jedem Sonntage 5 Uhr Nachmittag in der heil. Gcisttirchc in italic, nischer Sprache gepredigt wird. — EZ ist auch dcr Wunsch der betreffenden hiesigen Bevölkerung, welchem das übrige Publikum lebhaft zustimmt, daß auch bei uns von Seiner fürstbischöflichcn Gnaden Aehnüches eingeführt würde. Am geeignetsten dürfte dafür die verfügbare Barmhcrzigenkircde sein und an Sonntagen Nachmittags mit der Predigt auH eine Litanei verbunden werden können. Da ohnehin schon deutsche und sloveuische Predigten gehalten werden, so liegt der Gedanke na!>, daß in unscrcr Italien benachbarten Stadt, die fortwährend von Italienern besucht wird, auch italienische Predigten stattfinden möchten. — Samstag den 28. d. M. findet im hiesigen landschaftlichen Theater cine musi t alisch«d c tl a mato ri sche Akademie statt. Das Programm, aus dem wir die Ausführung eines einaktigen Lustspieles, dargestellt von 5lin> dern, hervorheben, läßt einen recht angenehmen Abend erwarten. — Der von den letzten „Novice" als verstorben gemeldete Advokat Dr. Pollal ist allerdings gefährlich erkrankt, jedoch nicht gestorben, sondern befindet sich, wie wir aus verläßlicher Quelle mittheilen, auf dem Wege dcr Äcsse» rung. Tie irrige Nachricht dürste dadurch entstanden fein, daß dieser Tage ein bei Herrn Dr. Pollat bedicnslet gewesener Schreiber zu Grabe getragen wurde. — Dcr ^olol^, veranstaltet am 6. Mai d. I. den ersten Ausflug nach Dolslo bei Laase. — Gegen die vom stciermärtischen Landesausschusse erfolgte Ernennung des Supplenteu Herru Dr. Gregor Krel zum ordentlichen Lehrer an der landschaftlichen Oberrealschule in Graz hat das Staatsmiuiflerium nichts zu erinnern be« funden. Neueste Nachrichten und Telegramme. Pest, 25. April. „Mag. Vilag" meldet, Varon Sclmycy und Graf Andrassy feien hcutc mit dcr Adresse nach Wien abgereist. — „Naplo" tritt in cincm nm-fangreichcu Artikel dcn Beweis an, daß eine ucrautworl-lichc Ncgicrung zugleich eine parlamentarische fciu muffe. Lemberg, 2ü. April. In dcr gestrigen Land« tagöfitzung wnrdc die Spczialdcbaltc übcr das Kir«! chentonlurrenzgesetz fortgesetzt und wnrdcn ^ 4 diS 12, einigermaßen verändert angcnommcn. ! Berlin, 25. April. Die r n manische Dep u« ^ lation ist ans Düsseldorf, wo sie der fürstlich hohen-! zollcrn'schcn Familie ihren Vesuch abstattete, hier eingetroffen und wird dcm Vernehmen nach hcnte uom Grafen Vismarct cmftfana.cn wcrdcn. — Die „Prov.« i?orr." schreibt: Dcr Bu n d c s t ag . April. (Tr. Z.) Nach einer konigl. Ordre vom 15. Februar werden in 4 bis tt Wochen 40.000 Landwchrmänncr zur dicejährigen Uebung zusammcngczogcn, Stuttgart, 26. April. (Tr. Z.) Der „Württcmb. Staalsllnzcigcr" lonslalilt im ninlllchcn Theile, daß die 5>>ngc 15. März. Gcriichtwcisc ucrlantet, es werde ciuc Mission von Peking nach Enropa gehen. Dcr lctztc Nest !dcr Taipings wnrdc in Kwang-Tnng gänzlich vernichtet. zDer kaiserliche General ist nach Hankow gegangen, um die Nieu'Fei-Nebcllcn anzugrcifcu. Telegraphische Wechselkurse vom i.'6. April. 5)pcr;. Mctalliqno« 5>7.ft0. — 5pcrz. ^lational^Aiilohrn 60.75». — Vcmlattim nicht, wie Hochsich dieser Kredit beziffert, aber in jedem Fall entspricht dieser Vorgang uiel eher der Stellung eineö GroßswalcS wie Oesterreich, alö dic geschaftlichm Manipulationen der frühern FinmiMrwaltung. Gras Velcredl hat an die Direktion dcr Pfandleihanstalt ein Schreiben gerichtet, in welchem er ihreu Hin« fliisz auf die Berwohlfeilimg d^r Darlehen fllr die ärmern Polls-schichten gebilhreud hervorhebt und dcn VcrwaItl»uMalh auffordert, die Zahl ihrer Filialen im gegenwärtigen Moment nicht zu vermindern. . il. Welzcn pr. Mchcn 4 5» Butter pr. Pfund . — , 33 .ssorn „ 3 — Eier pr. Stiicl . . — 1 berste „ -!-.!! Milch pr. Maß . —10 Hafer „ 1 50 j R,ndsteisch pr. Pfd. —! 14 Halbfrucht „ -^ — ! Kalbfleisch „ —! 15 beiden „ 2l— Schweinefleisch „ — 16 Hirse „ 2 10 Schöpsenfleisch „ — > — Kutünch „ 2 0», Hähudel pr. Stiict —,27 Erdäpfel „ i!30,! Tanbcn „ -_ ^ 19 linsen „ — - ^ Heu pr. Zentner . 1! W Erbsen „ --------! Stroh „ . 1! 40 Fisolen „ 4 ,16 !. Holz, hartes pr. Klft. 4 ', — Nmd^chmalz pr. Pfd. - 45 — weiches, „ 3 ^ Schweineschmalz „ — 40^ Wcm, roth?r,Pr.Eimcr — — Spcck, frisch, „ — 28! — wccher ^ 7^. geräuchert, „ - > 38 F ^ 3 L^V ! ZN " ,?Z ««-ff 7Nl7Hsg^327^ ^. 2^ windstill Nebel 26. 2 „ N. 326.75 -j-14.7 ^ windstill wollculoö 0.<,o 10 „ Ab. 32«.8<» i .j- «.I windstill woltenloö , Sonniger, warmer Tag. Sanftes Abendroth, ' ^ Verautwortlicher Redalteur:'Ignaz v. KlViumay r.