Nr. 233. Donnerstag, 11. Oktober 1906. 125. Jahrgang. Mtmcher Zeitung VrännwerationSpieis: Mit Postvcrsen bu»g: ganzjährig 30 li, halbjährig lü II. Im »ontoi: ganzjährig L« X, halbjährig li X. Flir bio Lustcllung tu« Hau« ganzjährig L K.— Insertionögebühr: Für Ilcine Iiilcratc bis zu 4 Zeilen ä» !>, größere per Zeile lL k; bei öfteren Wieberholungen per Zeile 8 k, ' Die »Laibacher Zeitnng» erscheint täglich, nnt Uu«nahme der Soni» und Felenage. Die Xldmlniftratlon bestnb»l sich kunllreßplah Nl. L, dir Nedaltlo« Valmatingassr '^tr, <», Splechslnnden der Redallio» dun 8 bis l» Uhr vvl> mittag«. Unfrnnlierlr Äriefe w^d»'» »ich! llüarnoinnis», Uaülilllip!,' nicht zurückgestellt Mli Amtlicher Teil. Seine k. und t. Apostolisclie Majestät haben niit Allerhöchster Entschließung vom 80. September d. I. iX'in mit dem Titel und Charakter eines Sektions-chefs bekleideten Ministerial rate cxti^ «iittnnr des Ministeriums für Landesverteidigung und politischen Nefermlten der Landesverteidignn^s-Oberbehörde fiir Tirol und Vorarlberg Dr. Eduard von An der L a n zu H o ch b r l, n n anläßlich der erbetenen Versetzung in den bleibendl.'!! Ruhestand in Anerkennllng seiner vieljährigen ausgezeichneten Dienstleiswng den österreichischen Freiherrnsiand mit Nachsicht der Taxe aller gnädigst zu verleihen geruht. Seine t. und k. ApostoliM Majestät habeil mit Allerhöck)ster Entschliesmilg vom Ä). September d. I. den Statthaltercirat der Statthalterei für Tirol und Vorarlberg Artur Grafen W olkensteiN'No» denegg zum Sektwnsrate extiu. »lntniu iin Ministerium für Landesverteidigung allera.nadia.st zu ernennen geruht. Schönaich in. p. Den 9. Oltober 1906 wurde in der l. l. Hof» und Staats» bruckerei das I.XXX. Stück der polnischen, das I^XXXlll. Stück der slovenischen, das I^XXXIV. Stück der lioatischen und pol» nischen, das I.XXXV. und I.XXXVI. Stück der polnischen Ausgabe des Reichsgesetzblattes ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatte zur oös»!l/ vüluik. vom 5. Oktober 1906, Nichtamtlicher Ceil. Militärisches aus Belgien. Eiu militärisäier Berichterstatter schreibt der „Pol. Korr." Über den Etappendienst gab es bisher in Belgien keine speziellen Instruktionen. Eine kürz» lich erschienene „Vorschrift über den Dienst im Nucken der Feldarmee" enthält über diese organisatorische Einrichtung nähme Anweisungen, lvelche in erster Lini.' auf die größtmöglichste Ausnntzung der in Belgien so überans zahlreichen Eisenbahnen hinweisen imd schon, deshalb von allgemeinem Interesse sind. Als VerproviantierlmgsbasiZ ist Antwerpen nebst Umgegend auserschen, weil sich hier alle Depots sowie die lianptsa'chlichsten Etablissements (Bäckereien. Arsenale nsw.) befinden. Von dort aus führen Eisenbahnlinion nach allen Richtungen. Während des strategischen Anf-marsches der Feldarmee wird zwischen letzterer und der Basis eine Sammelstation eingerichtet, auf der alle für das Feldheer bestimmten Transporte! zu^ sammenlnufen und von den Truppen in Empfang genommen werden. Nückt das Heer aus dem Auf-marschrnyon ab, so wird, wenn nötig, eine näher gelegene Eisenbahnstation bezeichnet, lvelche als Hauptetappenort eingerichtet wirb. Von dort aus gehen täglich zn jeder Division eme Anzahl von Divisionszügen mit den gewöhnlichen täglickien Bedürfnissen ab. Diese Züge halten ans den Divisionsbahnhöfen, um daselbst ihre Ladung an die Truppen oder deren Trains abzugeben und den Nückschnb aufzunehmen, mit dein sie alsdann nach dein Hanptetappen-ort znrücksahren. Für außerordentliche Bedürfnisse werden Extrazüge eingelegt. Ein Spczialzng fährt täglich nach denjenigen Bahnhöfen der Basis, welche besonders für das Artillerie-, Genie., Juten dantur-nnd Snnitätswesen vorbehalten sind, nimmt dort die jederzeit aufgeladen bereitznhaltenden Sendungen auf und fährt damit zur Hauptetappenstation. Endlich gehen täglich Sammelzüge von den Depots ebenfalls nach der Hanptetappenstation, von wo aus alle Seav-düngen, in Tivisionszüge formiert, nach den Divi« sionsbahnhöfen abgehen, fobald die Unterkunstsorte bei- Hanptetaiftpenstation telegraphisch mitgeteilt worden sind. Diese DivisionZzüge find als „richtige, mobile Magazine" bezeichnet, in denen alle Tienstzweige fungieren, und welche das notwendige Material zum Ein- und Ausladen oer Pferde, Waren usw. mit sich führen. Die Züge sollen womöglich vormittags am Hanptetllpponort bereitgestellt werden nnd oie Divi-fionsbabnhöfe früh genng erreichen, nm ihre Ladm,g noch am selben Tatze an die Divisionstrains abgeben zn tonnen. Letztere bringen diefe Ladung mu folgen° deil Morgen znm Proviantanit, wo sie oie Truppen in Empfang nehmen. Der Divisionstrain kehrt am selben Tage znm Divisionsbahnhof zurnck, nm wo möglich abends noch eine neue Ladung aufzunehmen, Ist der Divisionsbahnhof nahe genng an den Unter-t'nnftsorten gelegen, so tritt das Proviantamt cnn Bahnhof selbst in Tätigkeit und gibt die Verproviantierung usw. direkt an die Truppenfuhrwerke ab. Zu diescni Zwecke kann man als Divisionsbahnhos, wenn nötig, eine gewöhnlickie Haltestelle oder sogar einen Straßenübergang bestiuiilien. Im allgemeinen soll dieser Bahnhof so nahe als nur möglich an die Trnppen herangeschoben werden. Zur schnelleren Abgabe der Postsendnngen an die Adressaten dient ein Antoinobillastwagen per Division. Mit dem Dienst im Nucken der Armn ist eine beim großen Hanptanartier nengeschasfene (II.) Ab-teilnng betrant. Chef dieser Abteilnng ist ein General, dem die Vorsteher der verschiedenen Dienstzweige (Artillerie-, Genie-, Intendantur«, Sanitäts», Vete rinär-, Telegraphen- und Eisenbahnwesens, letztere beide Zivilbeamte, welche über das gewöhnliche Zivil-beaintenpersonal verfügen) nntergeordnet sind. Der Felddienstordnung gemäß sollten bisher an Stolle dieser „Vorsteher" der Arm«dienstzweige sogenannte „Kommandierende" der Artillerie, des Genies, „Chefs" der Intendantnr, des Sanitäts- nnd des Veterwärwesens beim Großen Hauptanartier tätig sein. Da aber die neue Kriegsgliederung der Feld>-armee alle diese „Chefs" ufw. nicht mehr beim Großen Hauptquartier aufzäblt, ist anzunehmen, daß man, nm etlvaigen Anmeldnngen derselben vorzubeugen (wie dies 1870 in Frankreich vorgekommen ist), sie ganz fallen ließ und ihnen eine bescheidenere Nolle unter Leitung des allein verantwortlichen Chefs der II. Abteilung des Großen Hauptquartiers nicht hat zuweisen wollen. Dem Höchsttonmiandierenden liegt also nunmehr die alleinige Leituug der Operationen ob, und ist derselbe hierin weit, uncUihängiger gc worden, als dies früher der Fall gewesen war. Mit der Ausbessenlng, Zerstörung, Wiederherstellung der LeuMeton. Jeder an seinem Platz! Novellette von F>. Hlussenius. (Schluß.) „Ich denke mir." fnhr die Majorin fort, „sie war zu sehr geschnüN, doch soll sie sich schon den ganzen Tag schlecht gefühlt haben. Dann hat sie bei Tisch starke Weine durcheinander getrunlen, und nun liegt sie da oben und schlägt wili> um sich in epileptischen Krämpfen. Ihr Verlobter ist natürlich gräßlich ans-geregt, das Unglück will, daß beide Ärzte auf einem Diner auf Groß-Tnrow sind nnd daß das Telephon nicht Fcht — so ist Dahlen nun selbst hingefahren, und es karrn eine gute Stunde dauern, bis er mit dein Arzte kommt." Sie gingen wieder die Treppe hinauf zur Garde» robe — die Tür stcmd schon offen und viel« Neugierige blickten hinein. Drinnen sah man vorläufig nur einen Menschen-lnäuel; der Majorin machte man Platz, und sie führte Hildegard ill die Mitte des Zimmers, wo Ada auf der Erde lag. „So, Sie haben ja schon oft erfolgreich Sa« niariterdienste geleistet. Wissen Sie hiermit Bescheid?" Es war ein greulicher Anblick. Halb e-ntkleioot lag die Kranke auf dein Boden. Das schwere Haar umfloß sie wild, Augenlid«- und Lippen znckten, mit Armen und Beinen schlug sie heftig nnd gefährlich nm sich. Ihr Ellbogen traf jedesmal kräftig an die Messingfnßrolle eines großen Lehnstuhles und Hatte schon blutige Spuren. Aber kein Mensch nahm den Stuhl fort, alle standen un° stetig, neugierig, ungeschickt herum, für Damen und Herren war es ein halb schrecklicher, halb interessanter Anblick. Sofort übernahm Hildegard oie Führung. Wie ausgewechselt war sie. „Herr von Osten, wollen Sie bitte die Tür schließen? — Frau Major, möchten. Sie nicht die Damen bitten, hinunterzugehen? Wenn Ada anfwacht, darf sie nicht so vick Gesichter sehen. Lasson Sie doch sofort den schönsten Walzer spielen, das ist das beste Mittel zum Näumen! — Ist die Garderobenfrau nicht da? Ach ja, Frau Lehmann! Bringen Sie mir sofm-t Eis, Wenn's nicht anders geht, holen Sie einfach einen Champagnerlühler aus dem Herrenzimmer!" Indessen war sie niedergekniet, und bemühte sich, die engen Bändchen an den Nocken der Kranken zu löseil. Ada traf sie empfindlich mit dein spitzen Absatz ihres Schuhes — sofort zog Hildegard ihr die Tanz--schuhe aus. Eben so schlimm waren die kräftigen Armstöße der Kranken, aber Hildegard benutzte schnell jeden Moment, in dem Ada emie andere Bewegung machte, und löste ein Band nach dem anderen. Das Zinnner wurde leer: von unten tönte Musik herauf. Frau Lehmann brachte Eis. Das kleine Frän° lein Dot'tor machte aus einem großen Taschenruch einen Eisbeutel, schlug die Kranke damit fest auf Schultern. Brust nnd Nacken, schob ihr Eisstückchen in den Mund und rief laut, immer wieder und immer lauter: „Ada! Ada! Wach auf! Hör doch! Ada!!" So ging es eine lange Zeit. Die Kranke öffnete die Augen nicht, aber die Zuckungen lvaren nicht mehr ganz so heftig. Mit der größten Mühe hatte ihr Hilde, gard einen Eisumschlag geinacht. Immer wieder deckte sie die schlagenden, zuckenden Glieder mit Decken zu und wusch oas Gesicht mit EiZwassl'r. -Nur Frau Major Proffen und Frau Lehmann halfen ihr. nnd ganz von selbst fügten sich beide ihren Be-fehlen, froh, eine Diret'tioe zu haben. Manchmal schlug der ganze Körper der Kranken noch wild znr Seite, wälzte sich herum und lvar in Gefahr, nnt dem Kopfe schcrrf an Möbelecken zu stoßeil. Dann wurden Hildegards Muskeln zn Stahl, sie zwang Ada znr Nuhe, ohne ihr weh zu tun. EnMch, endlich kam der Arzt. Er hatte ein ernstes Gesicht gemacht bei Tahlens Beschreibnng und gesagt: „Wenn sie nnr kein dummes Ieug machen in der ganzen Zeit." Nun trat er hinein und fand Hildegard mit dem Eisbeutel klopfend und „Ada" rufend beschäftigt. Sehr gut. sehr richtig! Das junge Mädchen machte ihm Platz, erknchwrt, erfchöpft, aber brennenD interessiert. „Gott sei Dank, daß Sie da sind. ich glaube es ist ernst!" „Gehen Sie nicht fort, gnädiges Fräulein, ich brauche noch Hilfe!" „Kann ich nicht — ?" fragte Dahlen. „Nein, Dahlen, machen Sie, daß Sie 'raus tom-men. Ich brauch' geschickte Hände. Gnädiges Frau« lein, bitte halten Tie der Kranken den linken Arm fest, aber schr fest — ich gebe eine Morphiuineinspritznng." Die Kraute znckte nicht, obgleich die Spitze tief in den Arm fuhr; zu fest war noch die Ohnmacht. Lange Zeit bemühte sich der Arzt um sie, in öerselben Weife wie Hildegard, nur noch kräftiger, energischer, männlicher. Laibacher Zeitung Nr. 233. 2 l 78 11. Oktober 1909. Eisenbahnen und Telegraphen im Rücken der Armee bleibt das gewöhnliche Zivilpersonal betraut. Der Eisenbahntrnppe fallen iin allgemeinen nur die i,il Feindesland gelegenen Eisenbahnlinien zu. Zu be« merken bleibt noch, daß znr Sicherung der rückwärtigen Verbindungen Gendarmerie und Aürger-garde (garde civique) herangezogen wird. Politische Uebersicht. Laib ach, 10. Oktober. In Paris will man wissen, Papst Pius X. loerde für den Fall, dcch Kultusminister Briand in der Kammer erklären sollte, die Verantwortung für den nut dem Vatikan eingetretenen Bruch und für oie neuen Schwierigkeiten treffe den Heiligen Stuhl, durch eine dritte Enzyklika dagegen Protest einlegen. Wie die „Petersburger Pol. Korr." mitteilt, lvurde eine neue kaiserliche Verordnung, welche der Landnot der russischen Bauernschaft tatkräftige Abhilfe schafft, am 19. September (2. Oktober) vom Kaiser unterschrieben und am 28. September (6. Oktober) veröffentlicht. Die riesigen Apcmage-Ländereien im, ostsibirischen Altai-Gebiete gehen nun in den Besitz des Staates über, welcher der ApanageWerwciltung 49 Jahre hindnrch vom 1. Jänner 1907 nur je 22 Kopeken für die bebaubare Deßjatine zu zahlen hat. Das Altai-Gebiet hat in der Zeit 1884 bis 1893 zwei Drittel aller Übersiedler ins asiatische Rußland aufgenommen. Die Anfiel lungen gelangen hier schnell zu hoher Bliite. Schon n»ach kaum einjährigem Aufenthalt besitzen die Ansiedler im Altai-Gebiete im Durchschnitt ein paar Pferde' und haben über vier Deßjatinen unter dem Pfluge. Nach drei Jahren besät jeder Hof im Durchschnitte 11-1 Teßjatinen. Das Altai-Gebiet umfaßt den ganzen südlichen Teil dos Gouvernements Tomsk, und zwar die Kreise Barnaul, Bijsk, Küsnezk, Smeinogorosk und Süd-Tomst. Das Gebiet hat 2lX) Metern vor sich. Der Gletscher wird angebohrt und mit Schießpulver aufgesprengt. Versuche mit Dynamit hat man wiedereingestellt, denn die Wirkung war eine allzu zermalmende, während das Schießpulver riesige Blöcke losschleudert, die, in regelmäßige Würfel zer» schnitten, auf einer eigens hergerichteten Schleifbahn bergab befördert nnd, ehe sie zum Versand kommen, in frischem Vergwasser gewaschen werden. — (Die Stadtder Schwindsüchtigen.) In Colorado gibt es — wie eine englische Zeitschrift erzählt — eine gange Zeltstadt, in welcher nur Schwindsüchtige nnd die Wärter der Schwindsüchtigen wohnen. Die Öffnung aller Zelte ist der Mittagssonne zugewandt, und die Hauptkur besteht — abgesehen von den für besondere Fälle verschriebenen Medikamenten — in frischer Luft, Sonne und heiterer Lebensführung. In den Zelten gibt es leine Afen, auch dann nicht, wenn es draußen empfindlich kalt wird. Jeder Patient muß täglich ein kaltes Bad nehmen und um 9 Uhr abends ins Nett gehen. Es ist allen streng verboten, von den Symptomen ihrer Krankheit zn sprechen und irgend ein Stoffgebiet zu berühren, das auch nur entfernt auf die Schwind' sucht Vegug haben kann. Die Zelte sind wetterfest und mit einem Flicscnpflaster belegt: sie werden nach wissenschaftlichen Methoden ventiliert, und die Ven« Wieder verging eine Stunde. Ada war ruhiger geworden, aber noch immer bewußtlos. „Dahlen, wir müssen mit ihr nach Hause fahren", sagte der Arzt. „Dieses Lokal ist zu ungeeignet für eine Ohnmächtige, und die kalte Nachtluft wird ihr gut tun." Schon holte Hildegard Decken und Mäntel herbei. Dahlen lief hinaus und sah nach einen: Wagen. Frau Professor Proffen machte sich fertig und sprach an der Tür mit dem großen Schwärn, der Damen, die ihre Mäntel wünschten, denn es war nach 3 Uhr, und man wollte nach Hause. Hildegards Papa hatte sich vom Skattisch los» gerissen und fragte nach seiner Tochter — ihre Mutter machte solche Feste nicht mit, sorgte aber dafür, dah die Tochter ging. Müde, erschöpft, und doch sehr befriedigt fank Hildegard einen Augenblick auf einem Stuhl. Da trat der Arzt, Herr Dr. Bruch, eine Sekunde zu ihr: „Mein gnädiges Fräulein, ich danke Ihnen für Ihre famose Hilfe. Sie haben sich ganz schneidig be» nommen! Hoffentlich fehen wir uns bald wieder!" Er drückte ihre Hand und sah sie wann und voll Interesse an.-------- Hildegard segnete später sehr oft den Ballabcnü, dessen Anfang ihr eine so schmerzliche Enttäuschung gebracht hatte und dessen Ende ihr Lebensglück be-gründete. Nach sechs Monaten schon war sie die Frau und der hilfreiche Kamerad des Herrn Doktor Bruch -^ lein Fräulein Doktor, wie sie es so oft gewünscht hatte, aber eine ganz famose, allgemein beliebte und verehrte Frau Doktor! Dienst zweier Herren. Roman von U. L. Lindner. (32. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Fräulein Prnssimskas Großvater hatte noch ganz recht nnd schlecht Heinrich Preuß geheißen, er war aber später nach Krakau ausgewandert und hatte dort bald entdeckt, daß es ihn, um mit Bräsig zu roden, „nobel lassen" würde, wenn er sich Prussimski nannte. Sein Sohn heiratete eine Deutsche und so hatte Frau-lein Olga tatsächlich nicht einen Tropfen polnischen Blutes in den Adern. Trotzdem liebte sie es, die Polin zu markieren; die schnelle Sprechweise, das harte N nnd manche kleine Äußerlichkeiten in, Gebaren waren ihr aus anfänglicher Ziererei längst zur Natur ge> worden. Sie fand, daß sie sich als „Ausländerin" nicht schlecht stehe, und vielleicht, wie's nun einmal zugeht, hatte sie nicht so unrecht. „Erzähle doch, wie es dir in den letzten, Jahren ergangen ist," bat Ilse. „Ich bin wirklich sehr ge< spannt." Dazu lieh sich Fräulein Prussimska nun nicht lange bitten. Zu erzählen hatte sie genug und tat es in ihrer lebhaften Weife, die an sich schon unterhaltend wirkte. Da sie wohlhabend war, hatte sie so manche Nöte einer aufstrebenden Künstlerin nicht kennen ge» lernt, „aber leicht ist mir's trotzdem nicht geworden, Ilse, das kannst du mir glauben", fuhr sie fort. „Ehe es glückt, ans der Meeresflut von Pianistinnen überhaupt nur aufzutauchen, ich sage dir, das kostet Kämpfe. Da heißt es, zäh sein, aber Gottlob, das bin ich. Ich will nicht nur so einfach im großen Strom mitschwimmen, hier und da ein Konzertchen geben und im übrigen mir das Leben mit Klavierstnnden versüßen. Ich hab' mir geschworen, ich wollte beri'chnrt werden, und dn sollst sehen, ich werde es. Wenn nur das nötige Talent vorhanden ist ^ das übrige ist Sache der Ausdauer." „Talent hattest du," sagte Ilse träumerisch. „Ja, ich weiß," nickte Olga, „und daher machte mir das Endergebnis auch leine Sorge. Vorigen Winter studierte ich noch ein paar Monate bei M., das ist mir sehr wertvoll gewesen. Seme Schülerin zu sein, ist an sich schon so gut wie ein Empfehlungs» brief, du weißt, wie wählerifch er ist. Er memte, die Hauptsache sei für mich, daß ich mein Temperament zügeln lerne. Das war nun freilich leichter gesagt als getan, aber trotzdem lvar der Rat gut. Anch für die Technik hat er mir viel genutzt. Mein letztes Kon» zcrt besonders war ein großer Ersolg; die Kritik ganz einstimmig. Ich habe ein paar Ausschnitte mitgebracht. Interessieren sie dich?" Sie wartete die Antwort gar nicht erst ab, son« dern begann sogleich vorzulesen. Ihr Stolz war der» zeihlich, die Rezensionen ließen tatsächlich nichts zu wünschen übrig. Fräulein Prussimska werde noch ein», mal ihren Platz unter den hervorragenden Piani. stinnen der Gegenwart eimlehmen, hieß es an einer Stelle. „Und das kommt nicht etwa aus minderwertiger Quelle. Bedenke, es ist die X-Zeitung. für die Üehner rezcnsiert. Was sagst du dazu?" „Ich freue mich mit dir und gratuliere von Herzen," sagte Ilse. Sie kämpfte mit einem Gefühl tiefer Niedergeschlagenheit, das ihr fast das Sprechen erschwerte. Olga sah sie prüfend an. „Ich weiß nicht, wie dn mir vorkommst", sagte sie in ihrer rücksichtslos freimütigen Art. „So kenne ich öich gar nicht — so flügellahm. Was fehlt dir?" Lmbacher Zeitung Nr. 233. 2179____________________________________II^Ottober 1906. tilation kann, wenn es nötig ist, leicht noch verstärkt werden. Sie schlitzen so gut, dah, wmn draußen die Teniperatur auch noch so niedrig ist, der kranke sich im Bett ilur leicht zn bedecken braucht. Während des Taa.es mich jeder draußen in der Sonne bleibeil, falls die Sonne schont; scheint sie nicht, so muß er trotzdem draußen bleiben, denn die Hauptsache ist, daß man so lange als möglich in der freien Luft atmet. Alles ist geregelt wie in einer Kaserne; wer sich 5er Disziplin nicht fügen will, wird höflich ersucht, mit seiner Tuberkulose anderswohin zu wandern. — (Reifewut.) Die „Russische Medizinische Rundschau" berichtet über eiuen Fall von Neifewut, den der ordinierende Arzt au der Moskauer psychiatri° scheu Klinik Dr. M. S. Gurevl'5 beobachtet und im russischen Journal für Neuropathologie beschrieben hat. Der Kranke, der auf einem russischen Gute lebt, führt zu Hause eill geordnetes Leben, er ist aber vcr-gcßlich, zerstreul und zu nichts Rechtem zu gebrauchen, ergreift mit großer Energie alle möglichen Geschäfte, führt sie aber so schlecht, daß sie ihm abgenommen weroen müssen. Ein ganzes Jahr hindurch beschäftigte er sich mit fiktiver Arbeit eines Eisenbahutondulteurs, schrieb darauf bezügliche Briefe und Telegramme, er selbst hielt sich aber nicht für einen Kondukteur, son-dern gab uur den Ausgeburteu seiner Phantasie nach. Von seinem zwanzigsten Lebensjahre an fing mau au, eine besondere Neigung dei ihm zu plötzlichen nuuiitzcn Reisen zu bemerken. Plötzlich verschwinoet er vom Haufe und verreist auf Wochen und Monate, schreibt aber von unterwegs. Ta5 Ende der Reise ist fast regelmäßig, daß er bittet, nach Hause gebracht zu norden, entweder war ihm das Geld ausgegangen oder er erkannte seinen tranken Zustand und befürchtete, daß sein Wille zu seiner Beherrschung nicht ausreichen könnte, denn eine unbezwiugliche Macht, sagt er, ziehe ihn, er wisse selbst nicht wohin. Im ganzen hat er sechs solcher Reisen unternommen, die ihn kreuz und quer durch ganz Nußlano bis nach Si-birien brachten. Ihm war es einerlei, ob er Eisenbahn oder Dampfer oder PostPferde benutzte, nur fahren und weiterkommen wollte er. In der letzten Zeit stellten sich häufig Ohnmachten ein. der Kranke schlief nicht und wurde leicht erngbar. In der Klinik beträgt er sich ruhig uud macht den Eindruck eines ziemlich gesunden,, nur weuig begabten Menscheil. Die Untersuchung ergibt außer Assymetrie des Gesichtes und erhöhter Sehnenreflere nichts Besonderes. Er ist bei vollem Bewußtsein, nur scheint sein Gedächtnis ziemlich stark gelitten zu haben. Nach ewigen hypnotischen Sitzungen fühlt er sich besonders wohl und während des ganzen Aufenthaltes in der Klinik ist ihm kein eiuzigesmal der Drang zum Reisen gekommeil. Während der sinnlosen Fahrt befindet er sich bei vollem Bewußtsein, kann ziemlich genau von seinen Reisen erzählen, aber er fühlt es selbst, daß er krank ist, nur ist sein Wille zn schwach, er kann sich gegen den nil-überwindlichen Drang nicht wehren, obgleich er es versuchen will. Auch zurück kommt er nicht von selbst, sondern er fügt sich immer einem fremden Willen, obgleich er selbst die Notwendigkeit einsieht, die Reise zu beendigen. __________^.___________ — (Milchflaschen aus Papier.) In Amerika sucht man in allen hygienischen Fragen an der Spitze zu marschieren und sick) alle neuen Erfindungen sofort zu eigen zu machen. So hat man jetzt in Philadelphia fehr gelungene Versuche mit MilchflafäM aus Papier gemacht. Das Hygienifche bei diefem Verfahren liegt darin, daß diese Flaschen immer nur einmal benutzt werden, also niemals An° siecknngsteime irgendwelcher Art weiter verbreiten können. Ilse versuchte zu lachen. „Absolut nichts. Man wird nur eben älter und folglich ernster. Das ist's." „Wirklich? Nun, für eine Großmutter hast du dich auffallend gut konserviert," spottete Olga. „Also dein Leben entspricht all deinen Wünschen?" „Allen: durchaus. Ich wüßte beim besten Willen nichts auszusehen. Denke doch nnr, ich bin selbständig, auf dem besten Wege, einen Namen zu erwerben, ich habe die Möglichkeit, mich ungehemmt auszuleben, und meine Gaben voll zn entwickeln — wer sollte da nicht zufrieoen sein? Wem wird's so gut? Überhanpt die Freiheit, Kind, die Freiheit. Ich bin ja durch nichts gebunden, als durch die Rücksicht auf einen Beruf, den ich lwbe. Und dann das Gefühl der eigenen Kraft - Oh--------" Sie sprang auf und reckte die überschlanke Gestalt, die recht gut einer Figur des Jugendstils hätte zum Modell dienen tonnen. „Aber nun endlich einmal genug von mir. Nicht, daß ich nicht noch Unmengen zu erzählen hätte, aber ich möchte erst einmal von dir hören." „Von mir?" Ilse legte die Hand an die Stirn. Waren die letzten anderthalb Jahre nicht eigentlich ein weißes Vlatt? In Olga Prnssimskas Augen, die nach Tatsachen verlangte, waren sie es sicherlich. Innere Kämpfe, inneres Erleben galten der nicht viel, ganz abgesehen davon, daß sie so wie so kein Gegenstand für neugieriges Beredeil sein tonnten. Sie überlegte, was sie am besten sagen könne, nnd sah dabei unbewußt den Stapel auf dein Nähtisch an. (Fortsetzung folgt.) Lolal- und Prooinzial-Nachrichten. Vom Triglav zur Adria. Von A. C. (Fortsetzung.) Wenn auch Rosegger sagt: „Das dröhnende Vor> überrajen eines Schnellzuges ist mindestens ebenso schön wie das Rasseln der vergangenen Postwagen", so möchte ich mich und gewiß viele mit mir diesem Ausfpruche nicht so ganz anschließen, denn „der Fried' ist allc>" im stillen Tale und das Dampfroß mit seinem Rasseln, Pfeifen und Stöhnen verscheucht die letzte Spur von Poesie. Allerdings, für die Bevölkerung gibt es etlvas Gutes dabei und das ist doch die HauptsaäM. Nun ist dieser heimliche Erdenwinkel erschlossen die Höhen mit ihrem reichen Tannenschinncke, die Täler mit ihren gesegneten Gefilden liegen offen da. Und jetzt kommen die staunenden Menschenkindlein nnd freuen fich in stiller Lust dieser Berg- und Blütenwildnis. Und wahrhaftig — fie ift schön! Die Straße -^ eine wahre Kuuststratze — zwischen den Orten Podsela uno Döblaz ist teilweise durch Woltschacher Kalk gehauen und führt längs der Lehnen des Berges dahin fast parallel znr Bahn gegen Canale zu. Die Bahn selbst, ein Meisteriverk moderner Technil, windet sich durch Galerien hindurch, verschwindet in schwarzen Schlünden und ersä>eint plötzlich, um im Allgenblicke wieder in einem Tunnel zu verschwinden — so geht es in immerwährender Reihen» solge sort. In der Nähe von Ronzigno bemerkt man die erslen Zypressen, die von nun an immer häufiger zn bemerken sind. Hier beginnt der südliche Charakter allmählich hervorzutreten; Obftbänme laden oen müden Wanderer ein, unter ihrem schattigen Gezweige auszurasten. Maulbeerbäume geben Zeugnis, daß hier bereits die Seidenraupe gezüchtet wird. Auf den vom Hochwald freien Hügelchen, rankt sich Die Wein» rebe von Baum zu Baum; dazwischen liegen am Gehänge zerstreut kleine Häuschen. Doch nicht immer ist das Bild so freundlich, mächtige Schutthalden, die manchem Baume den Boden weggerissen, erstrecken sich bis zum Isonzo; unterhöhlte Konglomeratbänke zeugen von jahrelanger Arbeit der unermüdlichen Wasserkräfte. Und über Tal nnd Hang liegt der Sonnenduft wie ein schwerer goldener Reisetraum Voll weitem winkt uns der Kirchtnrm von Canale ein Willkommen entgegen. Eine doppelbogige Steindrucke mit der Gedenksäule des hl. Rochus übersetzt den Isonzo in ganz bedeutender Höhe und bringt uns in den Ort selbst, dem auch historische Bedeutung nicht abgeht. Das ganz im italienischen Stile erbaute Canale besitzt i,l seiner Mitte ein Schloß, einstmals Eigentum der Fürstin Bacciochi, der SäM'ster Napoleons l.. in dem letzterer im Jahre 1809 einige Tage verbrachte. Im Tchloßparke liegt unter ^iner uiäü> tigen Zeder der weiße Hengst begraben, auf dem Napoleon den Simplon und oen Großen St. Bernhard übersetzte. Knapp am Isonzo führt die Straße weiter. Nach einer ziemlich einförmigen Wanderung durch eine obst- und weinreiche Gegend bekommt die Landschaft allmählich einen düsteren, trostlosen Charakter. Es beginnen die ersten Spuren von der Natur des Karstes aufzutreten - der Monte Santo und der Monte San Valentino, die steil gegen den Isonzo abstürzen, der mit seinen opalfarbigen Wellen dem Bilde das nötige Licht aussetzt. Der l^4 Meter hohe Monte Santo mit seinem grußeil herabblickenden Mönchskloster bildet den Ausläufer des Tarnovaner Waldes, eiues großen Korallenriffes des Iurameeres, das zugleich das älteste Denkmal der Steingeschichte im Görzischen darstellt. Rechterhand greifen bis zum Isonzobette die Ausläufer des Cogliano-Mittelgebirges, dessen sonnige Rebengelände sich bis Görz hinziehen und dessen Weine nils unter oen verschiedensten Namen überall kredenzt werden. Endlich sind wir alls dem eingeengten Isonzotale: die mächtige Steinbriicke von Solcano übersetzt ill gewaltigem Bogen den Isonzo, von dem wir hier Abschied nehmen müssen, und vor uns breitet sich die fruchtbare Gartenlandschaft voll Görz mit oer gleich» namigen Hanptstadt der gefürsteten Grafschaft aus. Hiinmelanstrebende Zypressen geben von den» ganz südlichen Charakter der Gegend Zeugnis. Ganz fein uno entfernt tönt Herdenge kl in gel von den Höhen, auf deren Mattcnteppichen weiße Punkt' chen die Herden bezeichnen. Unser Weg führt längs des Fußes des Tarnovaner Waldes der Stadt zu. Letzterer greift in ein Gebiet, wo ill Sonnenglut die Traube und Feige reift, die Myrte uud der Lorbeer dnften, während seine Höhen einen rauhen, wilden Charakter besitzen. Scharfe Winde pfeifen dort oben um hochstämmige Nadel- nnd Buchenwälder, lind wer ili der Lage ist, oort hinanfzuwandern, der genießi emeu Anblick von unnennbarer Schönheit — oie eis gepanzerten Inlischen Alpen, die weite italienische Ebene mit den silberschimmernden Flüssen nnd glän zenden Städten, die sunlelnde Adria mit ihren Fischer barken und Dampfern un.d den säMeigsamen, ernsten Karst. Allein, ich habe schon zu viel verraten morgen geht es ja hinauf zur Hochwarte, von der aus wir das alles in langen Zügen genießen werden. (Fortsetzung folgt.) — (Bezeichnung der Liegenschafte n i m V erste ig er u n g s ed i k t.) Das Justizministerium hat folgende Verordnung, betreffend die Bezeichnung der Liegenschaften im Verstcigerungsedikt. an alle mit dein Erekntionsvollzuge betrauten Gerichte hinausgegeben i „Beschwerden über die zweck-widrige und nnznlängliche Bezeichnung der zu ver steigernden Liegenschaft im Edikt geben dem Justiz Ministerium Anlaß, die Verordnung vom 8. Jänner !!)<>< nnd den in den Mitteilungen enthaltene!, Erlaß vom 10, Oktober >W^ in Erinnerung zn bringen und neuerdings darauf hinzuweifen, daß zu einer das kauflustige Publikum orientierenden doutlichen Bezeichnung oer zn versteigernden Liegenschaft die bloße Angabe der Grundbuchseinlage nicht genügt, sondern jedesmal auch die Anführung derjenigen Merkmale erforderlich ist, aus denen Beschaffenheit, Lage uno Umfang der Liegenschaft zu entnehmen sind. Den Gerichten wird dringend empfohlen, bei Bezeichnung oer Liegenschaften im^Edikt unbeschadet der gebotenen .ttiirze mit der Unisichi vorzugehen, die der Wichtigkeit dieser Verlanlbarnng für den Erfolg der Verstei° gerung entspricht." (H u m nnit ä r e S p e n d e.) Zur Erinnerung an den vor kurzem dahingeschiedenen Herrn Eanitäts rat Dr. Adols Eisl haben, wie uns mitgeteilt wird, statt eines Kranzes auf dessen Sarg die Herren Dr. Eugen Galatia, Artur Mahr, Hans Malle. Josef Mayr, Viktor Schiffer, Guido Stedni, Dr. Stanislaus Sterger und Dr. Alfred Valenta Edler von March-thurn dem Laibacher Armenvereine als Wcihnachts-gabe den Betrug von 8(1 l< gespendet. — (Der Bezirksschulrat in Stein) hall heute vormittag eine Sitzung mit nachstehender Tagesordnung ab: l.) Mitteilungen. 2.) kollegiale Beratung in betreff der Beförderuug einiger Lehr-Personen in die nächsthöhere Gehaltklasse. 8.) Zu-erkennung der ersteil Dienstalterszulage an einen Lehrer. 4.) Ansnche» einiger Schulleitungen um Erleichterungen in der Erteilung des Unterrichtes in der Wiederholungsschulc. 5.) Antrag der Schulleitung Aich in betreff Änderung der Erteilung des Unter richtes ill oer Alltagsschnle. l>.) Ansuchen einiger Parteien um Schulbesuchserleichterlmgeu. 7.) Festsetzuug des Präliminares der Schulbezirksaiislageu pro lW7. 8.) Eventualia. - b. — (Der Frauen- und Männer gesang schor der Oitnlnica in strain burg) hielt am <>. d. M. eine Znfammenknnft ab. Der Vorsitzende. Herr Profefsor Mar P i r u a t. begrüßte die erschienenen Sängel-innen und Sänger- und forderte sie anf, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß der <''italnica als Pflegerin uui) Hegeri» der edlen Gefaugskulist auch fortan dieses altverdiente Renomee erhalten bleibe. - Der Kasfier des Män nerchores, Herr Johann Pirc, Beamter der städti scheu Sparlasse, berichtete über das Gebaren des dem Männerchore gehörigen GeloeS. das die Snmme von rund !M) l< erreicht hat. - Der Dirigent des Männer chores, Herr Villo Rus, Lehrer in .Urainburg. be richtete über die Tätigkeit des Männerchores sowie des Franenchores, der mit dein 11, Februar d. I. nach längerer Pause wieder ins Leben trat. Sodann verlas er üie Statuten des Verbandes der slo>.x'nischen Ge> sangsvereine in Laibach, hob die wichtigsten Punkte aus der Rede des Musikdirektors, Herrn Matthäus Hubad, über die Förderung der Verbandszwecke hervor und forderte die Mitglieder des Franenchores alif, gleich jeneil des Mänuerchores dem genannteil Laibacher Zeitung Nr. 233. 2180 11. Oktober 1906. Verbands bei'zu treten und sich über dil? Hölie des in den Franenchorfond monatlich zu einrichtenden Geld-detrages zu entscheiden. Der Antrag lvnrde an-genommen. Herrn Nus lvurde für dessen anfopfernde Tätigkeit als Dirigent des Männer- und Frauenchores der verdiente Dank ansgesprocheir und sodann die Vcrsmniiiluilg geschlossen. — (Todesfall.) Vorgestern abend ist in Triest Herr Ferdinand P elhavec, Kanzleidirektor beim dortigen k. k. Oberlandesgerichte, nach langem schiveren Leiden im 46. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene war ein Schwager des Herrn Advokaten Dr. Gustav Gregorin. — (Ein kaufmännischer Kalender in s l o v e n i s ch e r SPr a ch e) wurde vonl sloveni-schen kailsmänliischen Vereine ausgegeben. Er enthält nebst einein, Kalendarium verschiedene für den Kauf-inann wissenswerte gesetzliche Bestimmungen, dann Umrechnnngstabcllen, die Iagdordnung, den Verkehrn »lg ostenertarif für die Stadt Laibach, einen Artikel über die Schutzmarken von Dr. V. M n r n i k ?c. Preio eines gebnndenen, sehr handlichen und gefälligen Exemplares 1' X (per Post 10 u mehr). Der Kalender kann vom obenaeimnnten Vereine be-zogen werden. — (La i b a ch e r d e u t scherTu r n v e r e i n.) Der Turlibetrieb ist nunmehr in allen Abteilungen (Stamm-, Vorturner- und Herrenriegen, Frauen-nnd Mädchenriegen, Ingelid- und Schülerriegen) seit tt. d. M. im Gange. Der Verein hat in Herrn Wilhelm EichIer, geprüften Tnrnlehrer, eine, wie e5 scheint, reckit tüchtige Kraft zur Leitung des Turnbetriebes ulü» des Unterrichtes gewonnen. Herrn Eichler geht auch ein sehr guter Nnf von dem St. Pauli-Turn-vereine in Hamburg voraus, wo er auch etliche Jahre in der erfolgreichsteil Weise tätig war. — Anmeldn,!^ gen werden vom Turnwarte, Herrn Fr. Meisetz, oder vom Turnlehrer selbst auf dem Turnboden, Mittwoch und Sanistag nachmittags, entgegengenommen. ** (Sängerrunoe des Laibacher Deutschen Turnvereines.) Vor einigen Tagen fand die Iahreshauptversannnlung der Sän-gerrnnde des Laibacher Deutfchen Tnrnvereities statt, die zahlreich besucht war. Der Tätigkeitsbericht, den Herr Schriftführer Emmerich Lang vortrug, besprach eingehend die erfolgreichen Veranstaltungen der Sängerrunde im Vorfahre. Die wichtigsten waren: der Familienabend am 18. November 1905 (Baum-bact>Abcnd), die Iahrwendfeier und das Richard Wagner-Konzert am l8. März l. I., das bekaiintlich ein hervorragendes künstlerisches Ereignis bildete. Außerdem wirkte die Sängerriinde bei verschiedenen Anlässen mit. Dem ansopfernd tätigen Sanglvarte, Herrn Rallth, wilrde der Dank durch Erheben von den Sitzen zum Ausdrucke gebracht, Herrn Doktor Zangger, der sich um das Gelingen des NiäMd Wagner-Konzertes verdient gemacht hatte, die Anerkennung ausgesprochen. Herr Säckelwart Go° l- itschnigg berichtete über den Rechnungsabschluß, den die Versammlung genehmigte. ^ Für das kommende Vereinsjahr wnrden folgende Veranstaltungen festgesetzt.- Ein Familienabend am 20. Oktober in der Glashalle des Kasino und oio IahNvend seier. Die Vortragsordnung beider Unterhaltungen enthält Neues und Abwechslungsreiches. Die Proben hiezu finden jeden Montag und Freitag um ^9 Uhr abends statt. Aliläßlich der zNmnzigjährigen Bestandfeier wurden jene Sänger, welche der Sängerrunde durch mehr als zehn Jahre angehören, mit Ehrenurkunden beteilt. Die Wahl des Ausschusses hatte folgendes Ergebnis: Sangwart Viktor Nanth, Schriftwart Emmerich Lang, Säckelwart Franz Goritfch-nigg , Notenwart Hans N a g y. — (Schlägerei.) Am 7. d. M. nachmittags zechten inehrere Vurfchen in einem Gasthause in St. Martin unter dem Großkahlenberge. Als sie sich gegen 3 Uhr nach Hause begaben, schloß sich ihnen der Keuschlerssohn Jakob Traven aus Obergamling an. Unterwegs fragte ihn Jakob Kristan, warum er fich angefchlossen habe, und versetzte ihm, ohne eine Antwort abzuwarten, mit einem Taschemm'sser einen Stich iii den linken Oberarm. Die zur Partei des Traven gehörigen BursclM, die sich in dem gleichen Gasthause befanden, eilten ihn, zu Hilfe, worauf eine .allgemeine Schlägerei entstand. Hiebei erlitt Johann Ccdilnik aus Obergamling eine Stichwnnde in die linke Schnlter und Franz Dolniöar aus Mitter-gamling einen Messerstich ins Gesicht, so daß ihm die Nafe durchgeschnitten wurde, weiters der Straßen-einränmer Johann Sirnik, der vor seinem Hanse stand, einen Messerstich in die linke Schnltergegend. — (Krankenb e lv e g u n g.) Iin abgelaufenen Moiiate wurden in das Kaiser Franz Josef-Spital in Gnrkfeld 20 niännliche nnd 5 weibliche Kranke Qufgeiiomiilen und darin mit den früher verbliebenen Personen 58 Kranke behandelt, von denen 37 geheilt und l gebessert das Spital verließen. Gestorben ist eine Persoli: somit verblieben zn Beginn dieses Mo-nateo noch 19 Kranke in der Behandlung. Die durchschnittliche Dauer für einen Kranken beträgt 12 Tage, die Summe aller Verpslegstagc 7!7. —8— — (N euer Frühling.) An dein linksseitigen, zum Südbahnhofe führenden Gehwege befindet sich in der nninittelbaren Nähe des Sanitäts-Lokcües ein ^lastaliieiibanin, in der denkbar schönsten Art neu belaubt, in reichlichem Blütenschmucke. —o. * (Ein Jagdhaus ausgeplündert.) Im vorigen Monate wurden im Jagdhause des Herrn Friedrich Baron Born in St. Anna 15 stark versil berte Gabeln mit lichtgelben Beingriffen, li silberne oder versilberte Metallgabeln, 21 Messer mit lichtgelben Beingriffen, 1 Bratengabel mit schwarzein Holzgriffe, 1 versilberter Teeseicher, 5 silberne Suppenlöffel, -1 kleinere Suppenlöffel, t> silberne Kaffeelöffel, 1 kleiner silberner Salzlöffel, tt Obstmesser und (i Obstgabeln ans Aluminiumbronze mit Perlmuttcrgriffen, 2 Tinlenzenggläser mit Deckeln ans Bronze, 10 Bücher verschiedenen Inhaltes im Gesamtwerte von 7M 1< l'ntw.'ndet. In die Löffel waren Zwei miteinander ver schlungene „B" und über dieselben die Frechcrrn krone eingraviert. Tatverdächtig sind zwei Männer, von denen der eine über 30 Jahre alt, bartlos, dunkel gekleidet und der jüngere, zirka 24 Jahre alt, mit einer weißen Kappe und dunkler Hose bekleidet war. * (Dieb stähle.) Dem Postoffizial Lorenz Sancin wurde aus dem Vorhause des Gasthauses „Zum Löwen" an der Maria Theresia-Straße ein auf 8l) I,< bewertetes Fahrrad entführt. — Der bei Vernatoviö bedienstet gewesene Knecht Johann Kot hat ai«s dem Geschäfte mehrere Herrenanzüge ge stöhlen. Er wurde über telegraphisches Ersuclxm der städtischen Polizei dnrch die Gendarmerie in Kram-bürg verhaftet und dem Landesgerichw in Laibach eingeliefert. — Einem Arbeiter in der Nofengasse wurde eine silberne Taschenuhr samt einer Roßhaar-kette gestohlen. * (Ein Überzieher ausgetauscht.) In der Nacht auf den Montag wurde im Caf6 Leon am Alten Markt einem Herrn ein ÜberzielM mit der Firma Magdi? ausgetauscht. Der Eigentümer wolle sich Währelid der Aureaustnnden in der Arbeiter» krankenkasse melden. * (Ein st e ck b r i e f I i ch verfolgter Dieb verhaftet.) Diesertage wurde durch die Detektivabteilimg der hiesigen Polizei der vom Kreisgerichte (5illi wegen verschiedener Diebstähle von Fahrrädern verfolgte 19jährige Arbeiter Alois Ferm aus Nevlje ill der Tönniesschen Fabrik allsgeforscht und verhaftet. " (Eine schwachsinnige Fran ab-g ängi g.) Seit einigen Tagen ist die 49jährige, schwachsinnige Besitzersfrau Marianna Koroöec ans Krainuurg abgängig. Sie nahm zwei Sparkassebüclier der Krainischen Sparkasse sowie eines der Krain-burger Spartasse und einiges Bargeld mit. Die Frau ist mittelgroß, schielt und trägt ein Weihes Kopftuch sowie ein blaues Kleid. * (Verlauf e n e Kinde r.) Vorgestern wurden bei der Polizei nicht weniger als fünf verlaufene Kinder im Alter von vier bis acht Jahren angemeldet. Die Kinder wurden bis abends teils durch Sicherheitswachleute, teils durch andere Personen zu derm Eltern gebracht. ' (Zum viertenmal entwiche n) ist der nennjährige Hansmeisterssohn Ioh. Miheliö, wohn. haft Anerspergplatz Nr. 2. Diesmal ging der Knabe ohne >iopfbedeckil„g davon. Er dürfte sich wieder anf dem Lande bei Bauersleuten aufhalten. — (Ko l l audi erun g eines Schul-Hanfes.) Am 22. d. M. vormittags 10 Uhr findet in Watsch die Kollaudierung des dortigen neu hergestellten Schnlhanses statt. "^ — (L e i ch e n f n n d.) Am 7. d. M. nachmittags wurde im Saveflusse uächst dem Schlosse Poganegg bei Littai die Leiche einer 40 bis 45 Jahre alten, dein Ardeiterstande angehörigen, Frauensperson angeschwemmt aufgefunden nnd geborgen. Die Frauensperson, die bereits zwei bis drei Wochen im Wasser gelegen sein dürfte, war 135 Zentimeter groß, mit einer blauen, mit kronen ähnlichen weißen Pnnkten versehenen Bluse, solcher Schürze nnd einem grünen Kittel bekleidet, trng zwei Kopftüchel, eines gelb und das zlveitc weiß mit schwarzen Pnnkten versehen, und war mit einem Paar Stoffstiefelctten, mit Leder besetzt, bekleidet. Im Hinblick auf die vorgeschrittene Ver-wesnng der Leiche konnte eine deutlichere Beschreibung nicht aufgenommen werden: auch hatte die Tote keine derartigen Gegenstände bei sich, die zur Feststellung der Identität beitragen könnten. Da Merkmale irgend einer Gcioalttat nicht festgestellt wnrdon, wilrde die Leiche nach Littai überführt nnd dort beerdigt. ik. »5i", ein. Ungar. Unter ihrem Impresario Schwarz wuröen nun die Reisen weiter allsgedehnt. Es ging nach Rußland, Frankreich (Vorstellung in der Kaiserfamilu'), Schweiz usw. Überall derselbe Beifall und Enthusiasmus. Endlich wnrdc sogar das große Wasser überquert und Nordamerika besucht, wo das ZwN'gcntrio namentlich in Newyork große Triumphe feierte. Dieses fröhliä>e Bühnen leben danerte bis zu Anfang der siebziger Jahre. Die Gesellschaft machte ausgezeichnete Geschäfte. Obwohl Schwarz den Löwenanteil für sich einstrich, erübrigten für das Trisolium trotz seines flotten Lebens doch noch hübfche Sümni'-chen für die spätere Zeit. Die drei hätten eo sicher viel weiter gebracht, wenn es nicht zwischen ihnen nnd dem Direktor zum Bruche gekommen wäre, Sie trennten sich von ihm, um allein weiter zu wirtschaften. Gar bald aber fahen sie ein, daß es auf diese Art nicht ging, und als Schwarz bald darauf starb, schieden sie voneinander und jeder wanderte in seine Heimat. Dort starb einer der Kameraden, ,,.1t^n jx-tit". Im Jahre l882 jedoch vereinigten sich die übrigen zwei Zwerge, nin sich noch einmal öffentlich zu zeigen, neue Triumphe zu feiern und wieder ein Sümmchen zu erworben. Sie gabeil wieder Vor» stellnngen im Wiener Prater, in Graz, Klagenfurt, Villach und Laibach und erzielten volle Häuser- allein als in Laibach auch ,,t^i«» ,1n»/>i" — der Ungar — plötzlich starb, hatte die Gefchichte ein jähes Ende. Von da all lebte „ K bewilligt. — (Ein neues Oratorium von Sir Edward El gar.) Die neueste Komposition des bekannten englischen Komponisten Elgar, das Ora^ tornnn „Das .Königreich", ist bei dem Mnsikfcst in Birmingham nnter grohem Beifall zum erstennial aufgeführt worden. Der Schöpfer der „Apostel" befl-eit sich hier von der strengen Verwendung des Leitmotives und gibt in schlichteren, innigeren Forinen ein zwar vielfach an die „Apostel" wieder gemahnendes, aber auch eigenartig reifes Kunstn>erk. Der Text von „Da5 Königlich" ist aus Vibelstellen zufmnmengesekt und gibt dem Komponisten Gelegenheit, in melodischen Herzensergüssen die strenge Schlichtheit und zarte Frömmigkeit seines reinen Wesens ausströmen zu lassen. Leidenschaft, geniale Kühnheit fehlen hier wie in allen seinen Werken-, aber die technische Meisterschaft, die freie Annmt und schöne Durchführung der Themen machen auch dieses neue Werk zu einer vornehmen und sympathischen Leistung. Telegramme Ks l. l. TtlWchN'sMsMtlenz.VnltM. Wien, 10. Ottober. Wie die Korrespondenz „Wilhelm" meldet, kommen vom Krankenbette d?s Erzherzogs Otto ans Echlof; Schönan heute abend Mte Nachrichten. Bei seiner Nnchmittagovisite stellte Regierungsrat Dr. Kauders eine Temperatur von 36-8 Grad fest. Er war mit dem Befinden des Erzherzogs sehr zufrieden. Trieft. 10. Oktober. Hellte um 9 Uhr 50 Minuten vormittags ist hier aus Güns das Hieher verlegte Feldjäger-Bataillon Nr. 11 eingetroffen. Im Bahnhöfe hatten sich znr Begrüßung außer dem gesamten Offizierskorps der hier garnisonier^nden Truppen und den Oberoffizieren der Kriegsmarine mit dem Vrigadekommandanten Generalmajor Schemua an der Spitze auch der Statthalter Prinz Hohenlohe und der Leiter der Polizeidirektion Ne-giernngsrat Ritter von Manussi eingefundeu. Berlin, 10. Oktober. Bei der Ballonwettfahrt nnt Automobilverfolgung, die der Berliner Verein für Luftschiffahrt anläßlich des ^jährigen Bestandes veranstaltete, stieß das Automobil des Direktors Eierte gegen einen Bauin. Vier Insassen wurden herausgeschleudert. Der Chauffeur brach den Oberschenkel. Ein Mitfahrender schlug mit dem Kopfe gegen einen Baum und erlitt eine schwere Gehirn» erschütternng. Das Automobil wurde zertrümmert. Der Leiter der Veranstaltung, Hauptmann Hildebrand, wurde vor Beginn der Wettfahrt von einer Automobildroschke vor der Kaserne des Luftschiff«'-bataillons überfahren und erlitt einen Beinbruch. Trotzdem leitete er den Aufstieg des Ballons. Friedrichshafen, 0. Ottober. Graf Zeppelin, der heute mit seinem Ballon bei schönstem Netter einen Aufstieg unternommen hatte, ist nach tnrz verlaufenem Fluge glücklich in seine Halle zurückgekehrt. Der Aufstieg ist als gelnngen zu betrachten. Der König und die Königin waren bei der Landung anwesend. F r i e drichshafen , 9. Oktober, Nach dein UrteUe aeronautischer Fachleute ist die heutige Versuchsfahrt mit dein nenen Vallon des Grafen Zeppelin vollständig gelungen. Die Stabilität des langen Flugkörpers war, dank den verbesserten Steuerflächen, eine tadellose, das Luftschiff gehorchte dem Steller völlig. Sofia, 10. Oktober. Das Negiernngsoraan „Novi Vek" bespricht das anläßlich der Mal,over erschienene fürstliche Reskript, das die Haltung und die Leistungen der Armee lobt, und führt aus: „Die Manöver hätten unbegründete Gerüchte über kriegerische Absichten Bulgariens veranlaßt. Das Fürstentum strebe mit der Stärkung seiner Armee durchaus keine Abenteuer oder ungesetzliche Unternehmungen an, sondern lediglich eine Bürgschaft für die Ruhe und eine friedliche kulturelle Entwicklung." Havanna, 10. Oktober. Kriegssekretär Taft hat eine Amnestie erlassen, die sich anf alle Vergehen bezieht, die im Zusammenhange mit dein Aufstande stehen. Ausweis über den Stand der Tierseuchen in Kram für die Zeit vom 29. September bis 6. Oktober 1906. Es herrscht: die Notzlranlheit im Bezirke Radmannsdorf in der Gemeinde Veldes (1 Geh.); die Tchweinepest im Bezirke Gottschee in den Gemeinden Graflinden (2 Geh.). St. Gregor (9 Geh.), Hinterberg (1 Geh.), Luzarje (1 Geh.), Müsel (12 Geh.), Suchen (1 Geh.), Tiefen, bach (4 Geh.); im Bezirke Gurlfeld in den Gemeinden Eatez (II Geh.), Heil. Kreuz (4 Geh.), Landstrah (14 Geh.), Zirkle (1 Geh.); im Bezirke Radmannsdorf in der Gemeinde Ahlina, (1 Geh.); im Bezirke Rudolfswert in den Gemeinden Piibernil (2 Geh.», Treffen (1 Geh.); im Bezirke Tschernembl in den Gemeinden Tschernembl (1 Geh.), Weinitz (1 Geh.); der Nottauf der Schweine im Bezirke Laibach Umgebung in der Gemeinde Presser (1 Geh); im Bezirke Nudolfswert in den Gemeinden Hof (1 Geh.), Hönigstein (1 Geh.). Erloschen ist: der Milzbrand im Bezirke Adelsberg in der Gemeinde III.-Feistritz (1 Geh.); im Bezirke Nrainburn in der Gemeinde Et. Iudoci (1 Geh); im Bezirke Laibach Umgebung in der Gemeinde Presser (2 Geh.); die Schweinepest im Bezirke Gottschee in den Gemeinden Graflinden <1 Geh.^, Mosel (2 Geh.), Unterlag (2 Geh.); im Bezirke Gurlfeld in den Gemeinden Heil. Kreuz (2 Geh.) Land» strahl Geh,); der Rotlauf der Schweine im Bezirke Krainburg in den Gemeinden St. Georgen (1 Geh.), Zirllach (1 Geh,); im Bezirke Laibach Umgebung in der Gemeinde Oberlaibach (3 Geb..); im Bezirke Rudolfswert in den Gemeinden Hof (1 Geh., Hönigstein (1 Geh.), Wr„ßnitz (1 Geh.); im Bezirke Stem) m der Gemeinde Glogowitz (1 Geh.). K l. Landesregierung für Krai». Laiback am 6. Oktober 1906. Angekommene Fremde. Hotel Elefant. Am 7. und 8. Oktober. Kovatschitsch, Buchhändler, s. Frau. Cilli. — Dr. Karnitschnig, t. k. Notar, s, Frau; Bar-tolme, Kfm., Gottschee. — Collany, k.u,l,Oberleutnant. Pozsony. — Graf. l. k. Beamter, Neisse. — Erjavec, Nfm., Wippach, — Moser. Makuz. Äflte., Spital a. d. Dräu. — Nrainz. Kfm., Abbazia. — Vemsar. Kfm.. St. Veit. — Puntin, Kfm,, Sa-grado. — Mioni, Gutsbesitzer, s. Frau, Miramar. — Ietre, Ksm., Birnbaum. — Kollmann, Kfm., Fiume. — Eppingcr, Direllor, Kanizsa. — Gräfin Locatelli, Private, St. Peter. — v. Weiher, Großindustriellensgattin, Velbes. — Iergitsch, Fa» brikant, Klagenfurt. — Krzisnik, «»n?42 7> « 9! S. schwach , Nebel j "0^0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 10 1°, Nor» male 11 4«. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Scotts Emulsion ist in ihrer Qualität stets gleichmäßig, da zu ilnor Herstellung immer nur das Beste vorwendet wird, wan sich mit Geld, Kunstfertigkeit und Sorgfalt beschaffen läßt. Ausschließlich nur der feinste Norweger mediz.-Lebertran wiid zu Scotts Emulsion verarbeitet und ho sind die übrigen Bestandteile immer nur erstklassiger Qualität. Darauf beruht, daß die ho außerordentliche Nähr- und Heilkraft von Scotts Emulsion bei den Herren Ärzten Würdigung gefunden hat, von denen sie für jung und alt gegen Schwäche aller Art als ein vorzügliches Nährmittel so vielfach vorschrieben wird. Scotts Emulsion übertrifft an Wirkungskraft bei weitem den gewöhnlichen Lebertran. (4207) 4—1 fDer Fischer mit dem großen Dorsch ist das Garantiezeichen für das echte Scottscho Verfahren. Hei Bezugnahme auf diese Zeitung un ^ir Nasse 9« 70 88 90 <>L«/,> ö, W. Noten (Febr..«ug,) per Nasse......98 «5 100 05 4-2°/»0. W, Silber (NprlI.Ott.) per Kaffe......»U 80 10« 10 I»60er Staatslose 5UN sl, 4 "/„ ,55-U« 157 w l«e«el ,, 100 fl. 4 »/<> »13-— 218-l«64er .. 100 fl. ,, 274 7.', 27675 l8«4tl ,, 50 fl, . . Ü74Ü0 276 50 Dom.'Psandbr, u, ,«u sl, 5°/„ 2«9'50 291'50 Gtaatsschnld d. i. «eichs, rate vertretenen König» reiche und Länder. 'tsterr. Oolbrenle, stsr,, Gold per «asse . , , . 4°/„ 1,6 55 116 75 dfte«. Rente in Kronentv. stfr., Kr, per Kasse . , , 4°/« «,8- 9!, 2o detto per Ultimo . . 4°/„ 88 - 98 20 Oft. Invcstitions.-Mente, stfr.. Kr, ver Kasse . »V,°/s> 8ß-65 »865 Gisnlbll»,N.Stanl«sch,!». vtlschltibunzeu. lt! l>abeihbahn in V., ittuersrei, zu 1^.000 > Silber (div, Vt.) , , . 5'/."/u 123 70 124 70 »al, Karl Ludwlg-Valn (diu. Stücke) Kronen . . 4°/„ 9820 100-20 Rubolsbahn in Kronenwährung, steucrfr. (dlv. St.) . 4"/« 99 io 10010 Vorarlbrrger Vahn, steuerfrei, 400 Kronen . . . 4°/» 88 2b 100-^5 Zft zl»»t,schnlb»tlsch«ibnn»ln »blllfitmpllle ßisenbahn.AKNtn. Elisabeth'«. 200 fl. KM, 5'/.°/° von 40« Kronen .... 483 — 465 — lxtto Uinz.U»bwei« 200 fl. ,S. W. C. 5'/.°/« .... 43ß-- 440-detto Salzburg-Tirol 200 l. ö. W E. b«/q .... 480- 4»3- Geld Ware Po« Staat« ^nl Zahlung üllll» uomniln» Fisenbahn» Priorität»' ssbligatlonln. Äölim. Westbahn. Kronen 4°/, . . . , 89 15 100^ü Cllsabelhbahn 600 und 3000 W. 4 ab 10»/«......116 70 117 7«, Elisabethbahn 40« und 2uno M. 4«^........117-50 118-50 Franz Josef «Nahn Vm. 1884 (diu. Et.) Silb, 4°/a . . 89 25 100 2.°> Nllliziichc Karl Ludwig Nah» !blv. St.) Cilb. 4"/„ . . 98 1« l00'i0 Ung.'galiz. Bahn 200 fl. S. 5»/« 111-75 11275 Vorarlbcrger Bahn Nm. 1884 (di«. St,) Silb. 4°/, . . 89-40 100'4!> Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4"/., unll. Golbrente per Kasse . I12'4U 112 8N 4«/u detto per Ulttmo 11250 II2"/0 4"/„ ung. Rente in Kronen- »ähr. stfrei per Ka»e . . 84 7ü 84 9t 4°/^ detto per Ultimo 94 uo 85 -3'/,"/,, detto per Kasse. 84 35 84-55 Una. Prämie».«lnl. k l«n fl, . 2N7 — 209 -betlo ll 50 fl. . 20«, 36 208 »b 3>,eih Mrg,-liose 4°/,, .... ibl-?b l53-?k> i"/„ nnßnr. Grunbeittl.-Oblig 94-4V 95-4k> 4"/„ lroat, u. slav. Grunbentl. Obttg........8«.- »7 20 Andere öffentliche Anlehen. ÄoLn. Laiibeii.Anl. (biv.) 4°/„ , S3'«b 84Lb Gosn.-Hercey. Eisenb.-Landes» Nulehcn (biv.) 4'/,°/« - - l«9-!!5 100 95 5°/u Do»au-«eg.'Unlt,he 1878 105 7» 10!,-?.', Wlener Verlrhrs'Anlelhe 4°/<> 8« «o 99 «k> dclto 1800 4«/u 987t» 8« 75 «nlehen der Gtadt Wien . . 102-l" 103-1« drtto (S. od. G.) . . . 121 40 lü2'4<> bctto (1894) .... v«-4»> 97-4» dcttu (1898) , , . . »«-70 !»9?<' dettu (1900) .... 381010010 detto Inv.-«.) 1802 . 98-75 l>8-?5> ö0rsebauMnlthen verlo«b. 5°/« 88-50 100 5 dettoinll. L "/„ Pi. verl. 3>/,"/u 92— »250 dett, K..SchuIdsch. verl. 3'/,°/« 81-50 92-50 detto verl, 4°/« 8340 100-40 Osterr,.unaar. Vaul b« jähr. Verl. 4°/« 0. W..... S9-4i: 10040 detto 4°/« Kl..... S» 7b 10075 Tparl. 1. bst., SOI. verl. 4°/« loi- ini«o Gifenbahn.PrioritLts-Obligationen. iferbil,ands.«orbbahn Em. 188« 99 S0 100 90 betto Em, 1804 100 10 101 ,0 Öslerr. Nordwestb. iNo fl. S, . 105 85 1NU85 Ttaatsbahn 500 Fr..... 416-— 423 - üübbahn k 3°/» Jänner. Juli 500 Fr. (per Et.) , . . 3iü-«> detto llm. 1889 28425 294 25 5 O/u Donau.Neaulieruna«. Lose 100 fl. ö. W..... 258-50 26« 50 Lerb. Präm..«lnl, v.1N0ssr.2°/„ 97— 105 7^ zln»lrzln»licht jf»lt. Vudap.Äastllla (Dombau) 5 fl, 21'4o 2» 4" kreditlose 100 fl...... 452 - 4«2'- Claru.Lusc 40 sl. K, M. . . 140— 150'- Osenci Lusc 40 sl..... 168— 178 — Palssy'Luse 40 sl. K. M. . . 178 50 I83Ü0 Noten Kreuz, oft. Ges. v., 10 fl. 4750 49 50 Noten Kreuz, una. Ges. v., 5 sl. 28 75 30-25 Nudols'liuse 10 fl...... 55— 6u — Lalm.Lose 4n fl. K. Vl. . . 19«— 202 - Grld Ware Türl. G..B,.«n>, Präm,.Obliy. 400 Fr, per Kasse ...------- — .. dctto per M, ... 160 ö« iei-5» Wiener Komm.»Lose v. 1.1874 505— 516 — Vew.'Schd, 3«/„Präm.>Lchuldv. d. «obenlr,.«nst. lim. 1889 88- 94- Altien. Hrlln»Porl'MntelNlhmnnglN. «ussiN'Tepl. Eisenb, 500 sl. . 248? — 2497 — Vü!,»!. Nllldbahn 150 fl. . . 372 5« 374'50 Äuschtichraber u sl. per Ult. ii4u — ii46-Nonau > Dampfschiffahrt« > Ges., 1., l. l. priv.. 50» sl. KM. 1N44-— 1054- Diil'Vodenbacher Eisd. 400 Kr. 560 — 5U6 - sserbii,llnd«.«urdb. 1U0U sl. KM. 5Sl-b'— b?10 — Lrmb.<2zern.>Iassy > Eisenbahn» Gelellschaf!, 200 sl. S, , 579- 58110 Lloyb.üsterr,.Trieft,,50Ufl.KVl. 782— 790- Österr. Noidwestbahil 200 fl. S, 45ö - 457 50 dctto (lit. u,) 200 fl,S.P. Ult, 455-— 45? 5N Pran.Duxer Eisen b. 100fl.abgst, L2»-25 224^z Ltaatseisb, 200 sl.S. per Ultimo S87- «88- Tüdb. 200 fl. Silber per Ultimo i8l?o 182 7b Sübnoiddeutsche Berblndungsb. 200 fl, KM...... 409 50 4t0-00 Tramway»Ges., neue Wiener, Piioritäts.Mtien 100 fl. . —-— —-— Ungar. Westbahn (Naab-Graz) 200 fl, E....... 4N7-- 409'— Wr, L°lalb..?Mien.GeI, 200 sl. 190—------- Vanlen. «nglo.Österr. Ällul, 120 sl. . . »13'— »14- Bankverein, Wlener, per Kasse —— - — detto per Ultimo . . . 55775 i,58 75 Vodenlr..Nnst. öfter»., 200 fl.S, 1068-— ill?«»- Zentr.'Bod,.Krebb, «st., 200 fl, 55U-— 560 -Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. 160 fl., per Kasse —-— — - dttto per Ultimo 67575 g?6 75 Kreditba»! alla. »na., 200 fl. , «12 50 813 50 Lepusitenbanl, allg., 200 fl. , 453— 455 — Eslompte. Gesellschasl, nieder. Ksterr., 400 Kronen . . , 587— 58s 50 Giro» und Kassenverelu, Wiener, 200 sl........ 454— 4b» — Hypothetenbaul, österreichische, 200 fl. 30 »/<> «N«en. Gesellschast, 200 fl. . . . «31— 689 — Geld Ware bsterr.'»iig. Äanl 1400 Krone» 17N0 - 17?» — Unionbant 200 fl...... 565 50 566 50 Berlehrsbanl, allg,. 140 fl, . 33850 339'55 Zninftlle.Antlrnllimunzen. Vaiiges,. alla. österr., 10» fl, . I4l- 143 — VrillerKohle»berab,°Ges,loufl, 715— ?!«'- Eise»l>almn>,G, '. Petrol.. Ind,, 500 Kr..... 640 — «!5<)-— „Steyrermühl", Papierfabrik und V>G...... 47i — 48" — Trifailer Kohlenw.»», 7» fl. , 278— L82 — Türl. Tabalregie.Ves. 2N0 Fr, per Kasse , —'— — — detto per Ultimo 4l-> 50 41450 Waffenf..Ges.. österr.. in Wien, 100 fl........ 563 — ö73 — Waggon.Leihanstalt, allaem., in Pest. 400 Kr..... — — -- Wr. Äaugesellschast 100 fl. . . ,60- 1«2 — Wienerbcrger Ziegelf,.Nlt..Ges. 832 — 83«-— Devisen. z»rze Sichten und Scheck«. slmsterbam....... 19875 193-- Deutsche P'äye...... 1,7 k>?' ll?-??' Loudon........ 240-22'«40 47" Italienische Vanlplahe . . . 9550 9565 Paris......... 95 3?» 955l) Zürich und Vasel..... 9542» «b 52» Balnten. Dulaten . ..... 1l»5 1,-88 20-ssranleu-Ttüll,'..... 1V11 19-13 sn.Marl'Stücle...... 2847 23-56 DeuNche Neichsbanlnoten . . II? 55 11775 Italienische Banknote» . . . 95 55 95 ?5 Nubel-Noten..... 252'' 2-53>» «on Hvulvn, lKruudttrler«n, FriorllAten Aktien, Loten etc., I>»Tl>«n und Valnlen. !b Loa-Verslcherung. «IT. C. IMI^y^sr Bank- -u.3id. T7š7"ecla.slorgresciLSift I^atbach, SpitalgiwHt-. Privat - Depots (Safe - Deposits) Yarzimuii von Barelnlapgn Imlönto-Korrent- md auf Biro-Koato,