Pränumeration» - prelle: Für Laibach *>anz,ähr,g . . . s st. — Ir. Halbjährig . . . Vierleljährig. . . I so . Monatlich . . . — , 5» . Laibacher Mit der Post: Ganzjährig . Halbjährig . vierteljährig. Äst.- lr. « „ S0 . iS 4ür Anstellung in» Hau» viertel-iährig i5 kr., monatlich 9 kr. Einzelne Xtummern 5, kr. Tagblatt. Anonime Mittheilungei, werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Lktakt i««»» Lahnhosgafse Nr. Lrvkdition and Inseraten Lnrean: »ongreßpla- Nr SI < Buchhandlung »sn I.v.Sleinmavr» tz.Bamberg) Zuserli»u»preise: siir die einspaltige Petit,eile » kr bei zweimaliger Einschaltung ä Sk«. dreimal L 7 kr. Onsertionüftempel jcdeSmal Ztt kr Bei gröberen Inseraten und östere, Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 234. Mittwoch, 13. Oktober. — Morgen: Kalistus. 1869. Ueber Hebung der volkswirthschastlichen Zustände Krams. Wenn wir in folgendem die Rede des Herrn Hofrathes Dr. Klun: „Ueber Hebung der volkswirth-schaftlichen Zustände Krains," die derselbe in der Monatsversammlung des konstitutionellen Vereines am II. Oktober gehalten hat, möglichst wortgetreu wiederzugeben bestrebt sein werden, so geschieht dies nicht allein, um dem ausgesprochenen Wunsche der MontagS-Bersammlung genüge zu leisten, sondern auch, weil wir der Meinung sind, daß die mit Ueber-zeugungstreue gesprochene» Worte eines Vertrauensmannes der Regierung, — beweisend die tiefen Kenntnisse desselben auf den Gebieten der Volks-wirthfchaft und Politik, — nicht nur für den Verein, an den sic gerichtet waren, nicht nur für das Land Krain, dem sir nützen sollen, sondern auch im allgemeinen für Jedermann von höchstem Interesse sein werden. Gerade diese Rede kann uns als ueuer Beweis gelten, daß wir in einem neu sich gestaltenden, frei sich entwickelnden Staate leben, in welchem das freie Wort sich Bahn gebrochen hat, um für die materielle und geistige Wohlfahrt der Nationen zu kämpfen. Die von zahlreichen Beifallsbezeigungen unterbrochene Rede lautet: Meine Herren! Indem ich Sie in unserer Vaterstadt, in unserer Heimat herzlichst begrüße, danke ich Ihnen für Ihren freundlichen Empfang, für Ihr herzliches Entgegenkommen (Beifall) und bitte Sie zugleich um Nachsicht, wenn ich über ein Thema spreche, welches nicht nur für uns, sondern für alle zivilisirtcn Völker von größter Bedeutung ist, ohne das dazu nöthige Material an statistischen Daten Momentan zu besitzen. Folgende Gründe bewegen mich trotzdem ein volkswirthschastliches Thema bei Begrüßung meiner Mitbürger und Gesinnungsgenossen in meiner Vaterstadt zu wählen: Erstens war die Richtung meiner Studien seit Jahren diesem Gebiete zugewendet, ich hatte Gelegenheit, einige theoretische Kenntnisse und Erfahrungen in Hinsicht der materiellen Kultur in mehreren industriell vorgeschrittenen Ländern Europas zu sammeln; insbe-fonders wurde es mir möglich, in ineiner einstigen Stellung als Sekretär der Laibacher Handelskammer durch mehrere Jahre die volkswirthschastlichen Zustände Krains zu studiren, und schließlich diene ich in meiner gegenwärtigen Stellung vor allem den national-ökonomischen Interessen meines Vaterlandes. Zweitens wählte ich gerade dieses Thema, weil die Hebung des Volkswohlstandes meiner Meinung nach die Grundlage und Vorbedingung für die dauernde Stärkung unserer politischen Zustände ist. Volkswirthschaft und Politik sind aufs innigste mit einander verbunden, ja sie bedingen sich gegenseitig. Mail kann nicht für Fortschritt auf dem Gebiete der Volkswirthschaft schwärmen und zugleich knechten (Beifall). Es gibt nur eine Freiheit! (Beifall) — Sic ist die Sonne, von der alle Strahlen ausgehen, der Mittelpunkt, in dem alle Radien zusammenlau-fen. Richtig klargestellte Grundsätze aus einem Gebiete menschlicher Thätigkeit haben eine mächtige Einwirkung aus den gefammten Organismus im Staatsund Volksleben (Beifall). Wenn ich sonach auch speziell mir von der Hebung der volkswirthschastli-chen Zustäude in unserer Heimat spreche, so ist es doch selbstverständlich, daß dabei auch die politische Entwicklung nicht mit Stillschweigen übergangen werden darf. Ich werde somit auch Exkurse auf dem Gebiete der Politik mir zu machen erlauben, die Politik ist ja gegenwärtig das alles durchdringende und bewegende AgenS im Leben der Völker, das belebende Moment für alle menschliche Thätigkeit. Ich möchte nicht doktrinär erscheinen — nicht mit hochtönenden Fräsen die Luft erschüttern; wir haben Fräsen nicht nöthig, wir haben solides geistiges Material genug und Mühe, dasselbe in schlichten Worten durchzuarbeiten. Fräsen sind nur dort nöthig, wo eS an festen Gründen fehlt (Beifall), wir brauchen sie nicht — wir überlassen sie ändern (lebhafter Beifall); ich möchte bestimmt und klar vom praktischen, nüchternen Standpunkte die Zustände in Krain betrachten und an die Kritik derselben möglichst wirksame Heilmittel anschließen. Leider muß ich gleich im Eingänge erwähnen und bedauern, daß jenes Organ, welches zunächst berufen ist, an der Hebung der materiellen Zustände des Landes zu arbeiten, diese seine Aufgabe wenigstens in einer Richtung sehr ungenügend erfüllt, indem die Handelskammer in Laibach seit vielen Jahren — ich glaube seit dem Jahre 1862 — weder einen statistischen, noch einen allgemeinen Bericht über die gewerblichen und kommerziellen Zustände in Krain verfaßt und veröffentlicht hat. Die 29 Handelskammern Oesterreichs sind zu dem Zwecke ins Leben gerufen worden, um über das wirthfchaftliche Gebaren der Völker zu wachen, sie sind verpflichtet, auch statistische Berichte innerhalb drei bis fünf Jahren zu liefern, dies ist in Krain nicht der Fall! — Ohne gründliche Kenntnisse der faktischen Zustände, der Mängel und Gebrechen ist aber an ein Besserwerden nicht zu denken. In erster Linie muß also mit allem Nachdruck darauf gedrungen werden, daß jene Korporation ihre Schuldigkeit gegenüber den Wählern und dem Gesetze erfüllt, welches ihr die oben erwähnte Verpflichtung auferlegt. (Beifall.) Feuilleton. Wiener Briese. IV. Am N. Oktober 18«>9. Der Held der verflossenen Woche war der Kronprinz von Preußen. Seit langem kannie ihn schon ganz Wien aus den Schaufenstern der Fotografiehandlnngen, die es nie versäumen, jede irgend interessante Persönlichkeit sofort in allen möglichen Stellungen und Formaten dem Publikum vor-zuführen. Berühmte Sängerinnen, gefürchtete Verbrecher, ruhmgekrönte Dichter, neugebackene Minister und hervorragende Reisende werden auf diese Weise in kürzester Zeit aller Welt vorgestellt und deren mehr oder minder bedeutender Nus durch Aushängung ihres getreuen Konterfeis noch mehr vergrößert und verbreitet. In Wirklichkeit war der preußische Kronprinz für den Theil des Publikums, dem nicht das hohe Glück zu Theil wurde, zu den diplomatischen Vorstellungen, zu den Galadiners und anderen s ier-lichen Gelegenheiten zugezogen zu werden, eigentlich nur zweimal zu sehen, an den beiden Abenden nämlich, an denen er das festlich beleuchtete neue Opernhaus besuchte, in dem einmal „Sardanapal," da« zweite-wal „Romeo nod Julie" gegeben wurden. Der norddeutsche Thronfolger erschien beidemal in der großen Festloge in Begleitung des gesammten Hofes »nd nahm feinen Platz zwischen der Kaiserin, die lieblich nnd schön wie immer aussah und prachtvolle Toilette entsaltete, und der Erzherzogin Maria Annnnziata. Der äußere Eindruck des nord- deutschen Gastes ist ein sehr günstiger, er ist ein großer, kräftiger Mann und sicht blühend ans. Ein blonder Vollbart umrahmt das ovale, schön geschnittene Gesicht, das Auge ist lebhaft, die Bewegungen dezidirt, aber natürlich. Der Gefammtein-druck deutet entschieden auf norddeutsches Wesen, doch ohne jenen faden und arroganten Beigeschmack, der uns Süddeutschen namentlich die Preußen so häufig unausstehlich erscheinen läßt. Heute ist übrigens Friedrich Wilhelm, so sehr auch sein Aufenthalt das Interesse aller Kreise in Anspruch nahm, bereits nicht mehr der Gegenstand des allgemeinen Gesprächs und höchstens in den Regionen der Regierung und der Diplomatie mag jetzt noch über Zweck und Plan seiner Reise fort-gebrütet werden. So geht es in einer Weltstadt immer, und nichts ist so großartig, so wichtig, so traurig oder erfreulich, daß es im Stande wäre, die Muße länger als ein paar Tage zu beschäftigen. Ein wichtiges Ereigniß löst immer das andere ab und wovon heute noch alle Welt sprach, wird morgen vergessen, weil bereits eine andere Neuigkeit aufgetaucht und die Aufmerksamkeit der Menge in Anspruch genommen hat. So hatte auch der Kronprinz von Preußen Wien noch nicht verlassen, als bereits ein anderer, leider höchst bedauerlicher Vorfall das allgemeine Interesse in Anspruch nahm. Es war dies der Selbstmord des Grasen Wratis-law, Oberküchenmeisters Sr. Majestät des Kaisers und Präsident des Verwaltungsrathö der Wiener Bank, der sich vorgestern in der Früh mit einem Dolchstiche entleibte. Kann man auch nicht sagen, daß dieser allgemein beliebte Mann unmittelbar ein Opfer der Spielwuth und des Börfenfchwindels der letzten Wochen geworden ist, so steht doch sein trauriges Schicksal in einem gewissen Zusammenhang mit diesen Dingen. Unter den verschiedenen mchr oder minder glaubwürdigen Gerüchten, die, wie immer bei solchen Anlässen, über die Motive der That zir-kuliren, scheint mir das am wahrscheinlichsten, daß die mannigfachen Anfeindungen, Kränkungen und ano-nimen Beleidigungen, die, wie man erzählt, Graf Wratislaw als Präsident eines Institutes zu bestehen hatte, dessen Papiere zu denen gehören, in den am meisten geschwindelt und verloren wurde, einen Die Lehre der Volkswirthschaft stützt sich auf tatsächliche Verhältnisse, welche die Statistik darzustellen und zu beleuchten hat. Das statistische Material muß vorliegen; die Summe der Korollarien gibt die Theorie der Volkswirthschaft. Wenn dem Fachmann die statistischen Nachweise fehlen, so muß er theils ältere Daten als Grundlage nehmen, theilö muß er auf Privatmittheilungcn und eigene Beobachtungen und Erfahrungen sich stützen. Dieses, wenngleich mangelhafte Substrat genügt, wo es sich um Betrachtungen allgemeiner Natur handelt; dennoch muß ich, wie ich gleich anfangs erwähnte, bei dem Mangel ausreichenden Materiales an ihre wohlwollende Beurtheilung und freundliche Nachsicht appelliren. Nach dieser allgemeinen Einleitung, welche meinen Standpunkt charaktcrifiren soll, wende ich mich einem speziellen Theile zu und will mich in dem heutigen Vortrage blos aus ein Gebiet volks-wirthfchaftlicher Thätigkeit beschränken, auf das der gewerblichen Industrie; hierbei möchte ich die einzelnen Zweige desselben, nämlich: u) die Hausindustrie, b) das Handwerk oder Kleingewerbe, o) die Großindustrie oder das Fabrikswefen zunächst ins Auge fassen und daran einige Verachtungen über ä) den Güterverkehr und die kommerzielle Bewegung anschließen. Für die steigende Zivilisation und Kultur «ineS Volkes ist der steigende Konsum der sicherste Gradmesser, denn dieser setzt eine gesteigerte Produktion, einen regeren Verkehr voraus. Vergleichen Sie, meine Herren, beispielsweise den Konsum in England. Frankreich, Deutschland, der Schweiz rc. mit dem von Rußland und noch tieser stehenden Ländern. Dort, wo die Menschen sich primitiv kleiden, wenig benöthigen, da, sagt uns die Nationalökonomie, ist auch keine Kultur, kein Handel, keine Industrie. Vergleichen Sieden Slovaken oder ähnliche slavi-sche Stämme mit dem Thüringer, mit dem Schweizer. — welcher Kontrast in Kleidung, Nahrung, Wohnung rc. Allein nicht nur Manufaktur, auch z. B. die Nahrung allein gibt uns ein Bild der Zivilisation. Und wie sieht es mit dem Fleischkonsum aus? Je größer derselbe im allgemeinen, desto wohlhabender, intelligenter ist auch das Volk. Wie bedeutend ist, gerade was diese Frage anbelaugt, der Unterschied zwischen den germanischen und flavifchen Raßen. Für den Mehrkonsum im allgemeinen ist gerade der Mittelstand maßgebend. Wohlhabenheit des Bürgers steigert den Konsum! Durch Gleichmäßigkeit der Verhältnisse ist rin Volk reich! Was nützen glänzende Einzeln-heiten in einer geistig todten Masse, was einige Millionäre in einem armen, verkommenen Lande? (Beifall.) Dort, wo der Konsum, die Kultur eine gleichmäßig über alle Stände auSgebreitcte ist, dort wird der Konsum am größten, die Bildung und mit ihr die Freiheit am weitesten fortgeschritten sein. (Bravo.) Ich muß leider offen meine Ueberzeugung au«-sprechen, daß in Krain noch immer die Zivilisation nicht sortschreitet. ja sogar ein Wachsen der Verwilderung, bedingt durch die jetzigen Zustände, merkbar ist. Ich habe andere Länder kennen gelernt und hatte Gelegenheit, durch mehrere Jahre die Verhältnisse der Schweiz zu stndiren. Wenn ich aus meinen vielen Wanderungen durch das freie Land ein großes Gebäude erblickte und nach seinem Zyccke frug, so hieß es stets: „Schule, Waisenhaus oder Fabrik" — hingegen in ändern Ländern, wenn ich frage: „Zuchthaus, Kaserne oder — Kloster!" (Stürmischer Beifall.) Gonsetzung folgt.) verwundet, zwei Mann werden vermißt, ein dritter Vermißter ist wieder eingerückt. Von den Laudleu» ten fielen ebenfalls mehrere, darunter der OrtSvor-steher von Ledenice. Die erste, nach Rifano geschickte Verstärkung fand die Ausschiffung nicht rath-sam und kehrte nach Cattaro zurück. Ein telegrafisch nach Risano berufenes Kriegsschiff nahm die Beämten an Bord. In Zuppa verbrannte das Volk die Pfarr-Register und mißhandelte einen Priester, der sich widersetzte Nebst dem Regimente Nr. 48 ist auch das Regiment Nr. 52 von Triest nach der Bocche di Catlaro abgegangen. Indem wir hoffen, schreibt ein Korrespondent der „Triester Ztg.," daß es gelingen wird, diesen Ausbruch in kürzester Zeit zu bemeistern, wollen wir die mehr oder minder wahren Ursachen desselben darlegen. Der Schauplatz sind fast ausschließlich die von Angehörigen des griechischen Ritus bewohnten Gegenden und besonders die am nächsten an Montenegro gelegenen, welche mit diesem Lande durch verwandtschaftliche und Freundschaftsbeziehun-gen, durch Interessen verschiedener Art, den gemeinsamen Glauben und die Verehrung für den Papst-Kaiser in Petersburg verknüpft sind. Zur Verstärkung dieser Verehrung trugen in der letzten Zeit die moskowitischen Rubel, die panslavistischen Umtriebe, die Jntriguen bestochener Priester, so wie die Erzeugnisse einer in der gleichen Richtung wirkenden Presse bei. So ist also in den mehr oder minder offenen Einflüssen der Feinde Oesterreichs, nicht aber in der Organisation der Landwehr der erste Grund der Unordnungen zu suchen. In der That begann schon vor mehr als einem Jahre, als von der Landwehr noch keine Rede war, in der Bocche eine freche Propaganda gegen den Bischof des griechi- großen Theil dazu beitrugen, in dem ehrenhaften und skrupulösen Mann die finstere Stimmung zu zeugen, die ihn zuletzt zur beklagenSwerthen That trieb. Die großen Verluste, die er an seinem Vermögen erlitten, waren überdies auch geeignet, den Mißmuth und Lebensüberdruß in ihm zu nähren. Auch diese traurige Mahnung an eine Epoche maßloser Verblendung wird bald vergessen sein, aber leider steht zu befürchten, daß noch andere folgen werden, hoffentlich zwar keine solchen, die an Leib und Leben gehen, aber finanzielle. Der Zustand des Geldmarktes ist noch immer ein desoluter, die enormen Verluste sollen noch keineswegs in ihrem ganzen Umfange am Tage fein, und nicht wenige versichern, daß wir noch sehr bedeutende Kalamitäten durchzumachen haben werden. Wenn dies nur Schwarzseher wären! Für gewisse Kreise, denen ein „süberbeS Färb" als das interessanteste Ding auf der Welt erscheint, ist in diesen Tagen auch noch ein anderes Ereigniß von höchster Bedeutung eingetreten. Renz ist wieder in Wien. Reiterinnen, Schulpferde, Clowns, Ausstattung, alles soll auch Heuer schön, vorzüglich und glänzend sein, wie man es bei diesem Matador unter den Kunstreitern gewohnt ist. Die Reise des Kaisers. ^ Der Kaiser wird seine Reise am 24. Oktober ^ von Osen aus antreten, sich aus einem Dampfer der , Donaudampfschifsahrts-Gesellschast zunächst nach Rust- ! schul begeben, von dort die Bahn nach Narna benüz- ^ zeu, wo ihn drei Kriegsdampfer, „Greif," „Kaiserin , Elisabeth" und „Gargano," erwarten. Se. Majestät § chisft sich sammt Gefolge am Bord derselben nach , Konstantinopel ein, wo ihn die Panzerfregatten „Ferdinand Max" und „Habsburg," die Korvette „Helgoland" und ein Kanonenboot erwarten. Der Aufenthalt , in Konstantinopel ist auf fünf oder sechs Tage fest- ^ gesetzt. Bon dort begibt sich der Kaiser mit den sieben österr. Kriegsschiffen, vereint mit einer französischen Eskadre, welche die Kaiserin Engenie begleitet, > und der türkischen Flotte, die den Sultan am Bord , hat, nach Jaffa, von wo aus der Kaiser von Oester-; reich, die Kaiserin von Frankreich und der Sultan ! Jerusalem besuchen werden. Nach der Rückkunst von. dort begeben sich die fürstlichen Personen, wieder von Jaffa aus, von allen Schiffen begleitet, nach Port Said, am nördliche» Ende des Suezkanals, wo sie am 17ten November eintreffen werden. Die Rückkehr erfolgt durch das Mittelmeer und über Triest. Auf der Rückreise wird der Kaiser Athen besuche», und es scheint nicht außer dem Bereich der Möglichkeit zu liegen,! daß auch Italien berührt wird. Ein Zusammentreffen mit »dem Könige Bikwr Emannel würde sich dann wohl von selbst verstehen. Außer den bereits genannten Persönlichkeiten, welche sich in der Suite Sr. Maj. des Kaisers befinden, und dem Reichskanzler Grafen ! Lenst, werden sich die beiden Ministerpräsidente» Graf Taaffe und Graf Andrassy dem kaiserlichen Gefolge anschließen. Die Theilnahme der Minister Pleiier und Gorove an der Reise ist wieder in Frage gestellt. Nebst den Genannten begleiten noch Se. Majestät Fürst Hohenlohe, Sektionschef v. Hofmann, Staatsrath Braun, Hofrath Hammer (als Hofdolmetsch). Ungefähr vierzig Offiziere, Beamte und Hofdiener werden im Reifegefolge sein. Die Unruhen in der Bocche di Cattaro. Dir Durchführung des Gesetzes über die Landwehr isl dieser Tage in mehreren Gegenden der Bocche dl Cattaro auf den ernstlichsten Widerstanv gestoßen, besonders unter den Bergbewohnern jenes Gebietes, wo an mehreren Punkten insnrrektionelle Bewegungen ausbrachen. Bereits wurden mehrere Gendarmen verwundet, Jnsurgentenhaufen bivoua-kiren auf den Cattaro und Risano umgebenden Höhen. Eine aus 42 Mann und 2 Offizieren bestehende Abtheilung des Regiments Erzherzog Albrecht, die von Risano nach dem Fort vragali marschirte, wnrde bei Ledenice von mehreren hundert bewaffneten ^andleuten überfallen und mußte sich nach Risano zurück^ehen. Der Kommandant der Abtheilung, Oberlieutenant Ladislaus Rinek, ist mehrfach verwundet und sodann weggeschleppt worden. Die Insurgenten erdolchten den Verwundeten und liesei-j ten den Leichnam aus. Außerdem ivlirden 11 Mannl schen Ritus, Mons. Knejevich, der daö Verbrechen begangen hatte, Reichsrathsabgeordneter zu sein, so daß sich der Prälat genöthigt sah, in Zara Zuflucht zu suchen. Der Gedanke eines Aufstandes ist übrigen-unter den griechischen Bewohnern der Bocche dt Cattaro nicht neu und schon vor zwanzig Jahren, als die dortige Bevölkerung zum ersten male der Steuer unterworfen wurde, pflanzte inan die Fahne der Empörung auf und widersetzte sich der Regierung mit bewaffneter Hand. Diese sah sich genö-thigt, eine große Truppenmacht aufzubieten, Kriegsschiffe an Ort und Stelle zu schicken und den Be-^ lagerungszusland zu verkünden — ließ jedoch später eine übel angebrachte Großmuth walten, die keines-! wegs die rechte Würdigung fand. Man schrieb sie ' der Schwäche oder Furcht zu und erwiderte sie mit ^ Undank und neuen Provokationen. Der heutige j Aufstand ist eine zweite Auflage des vor 20 Jahren unterdrückten. Damals boten die Steuern den - Anlaß, jetzt bietet die Landwehr den Vorwand — es scheint aber, daß die Regierung, durch die Erfahrung gewitzigt, diesmal einen anderen Weg ein-schlagen und den Insurgenten mit Energie entgcgen-treten wird. Weiterem Vernehmen nach sind landeskundige und erfahrene Offiziere in die Bocche abgesendel worden, um mit den Chefs der irregeleiteten Bevölkerung in Verkehr zu treten und dnrch ihre Belehrung und Aufklärung über das neue Wehrgesetz die falschen Anschauungen, welche zu dem Zusammenstöße Anlaß gegeben hätten, zu berichtigen. Politische Rundschau. Laibach, 12. Oktober, l Im steierischen Landtag intcrpellirte Dr. Woschnjak die Regierung im Namen der Slo-' venen wegen Vereinigung aller Slovenen in ein , Kronland und Durchführung der nationalen Gleich-, berechtigung in Schule und Amt. l In Spanien dauert die Erhebung fort, z Am 8. brachen auch in der Provinz Valencia Un-, ruhen aus; die telegrafische Verbindung dorthin ist - unterbrochen. Der gefangene Jnsnrgentenführer Car-bajal wurde erschossen. In Saragossa wurde die Ruhe momentan wiederhergestellt, jedoch sind viele Todte und Verwundete zu beklagen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (In der heutigen dreizehnten Landtagssitz un g) wurden die Petitionen der Gemeinde Podkraj und mehrerer anderen Gemeinden des Wippacher Thales um Sistirnng der zwangsweisen Beschotterung der Straße durch den Birnbaumerwald, so wie auch des Straßenkomitees in Möttling um Subvention für den Brückenbau über den Lachinabach dem volkswirthschaftlichen Ausschüsse zugewiesen. Abgeordneter Saviuscheg brachte einen Antrag ein zur Geltendmachung der Territorialrechte des Landes Kram auf den in Folge allerhöchster Entschließung vom 19. August l. I. aufgelösten Sichelburger Militärgrenzdistrikt und auf die von dem Tfchernembler Bezirke eingeschloffene Enklave der Marienthaler Grenzkompagnie. Die Begründung wird in einer der nächsten Sitzungen er-svlgen. In der Generaldebatte über die Vorlage des ^erfassungsansschusses, betreffend die Sprache, in welcher °ie Gesetze in Krain zu publizireu sind, legt Abgeordneter Kromer gegen ein vom Landesausschusse in °er bezüglichen Landtagsvorlage vorgebrachtes Motiv, als ob die eigentliche Landessprache in Krain nur die slovenische und die deutsche blos eine geduldete wäre, ^erwahruug ein. Nachdem hierauf Zarnik von seinen, bekannten Standpunkte aus replizirt hatte, wurde der Gesetzentwurf ohne Debatte angenommen. Der Voranschlag des Domestikalsonds pro 1870 wird Zinehmigt. Weiters wurde beschlossen, von dem Erläge oer Dieusteskautwnen bei landschaftlichen Beamten in Mkunst abzusehen, die von ihnen bisher erlegten Kautionen zurückzustellen. Dr. Razlag begründet seinen Antrag auf Errichtung einer wechselseitigem Braudschadeuversichernngs-ünstalt. Wird dem volkswirthschaftlichen Ausschuß Angewiesen. Hierauf referirt Dr. Kalteuegger im Namen des Petitionsausschusses über das Ansuchen des Vereins zur Pflege kranker Studirender in Wien um eine Subvention. Wird beschlossen, sür diejenigen bedürftigen krainischen Studirenden, welche sich varuni beim Landesausschusse bewerben, den erforderlichen Jahresbeitrag zum Eintritte in den Verein aus vem Domestikalfonde zu entrichten. Die Petition des Lenkek und anvercr Gastwirthe gegen die nachträgliche Anforderung der Verzehrungssteuer-Mehrzahlungen wird an die Regierung abgetreten. Das Gesuch der Ehemaligen Servitutsberechtigten der Herrschaft Seno-sktsch um Zuweisung des ihnen noch fehlenden Wald-antheiles wird abweislich erledigt. Hierauf begründet Dr. Zarnik seinen Antrag aus Reform des Zivilspitals. Er wünscht die Ans-assung der Direktion, Zuweisung ihrer Geschäfte an Verwalter und an einen als Vorstand der Sani-^tsabiheilungen fnngireudeu Primarius, Erhöhung der Gehalte der Sekuudarien und Primarien, Gründung "ncr eigenen ginäkologischen Abtheilung, Trennung 7^ Irrenhauses von der medizinischen Abtheilnng und "euorganisirung des ärztlichen Personales. Sein An-"ag wird dem Bersaffnngsausschuß zugewiesen. Das Gesuch der Gemeinde Großdolina um Einverleibung in dem Gerichlsbezirk Gurkseld wird über ^Utrag des Lerfassuugsausschnsses abweislich erledigt, -ver Bericht des Landesausschusses Uber die Aus-assuug der Findelanstalt in Krain wird über Antrag Kalte negers, der dagegen mehrere Bedenken ^anzieller Natur vorbringt, dem Finanzausschüsse zu-Zewiesen. Sodann begründet Dr. Zarnik seinen An-.^g auf Einführung der flovenischen Sprache als aus-'Meßlichen Amtssprache bei den landschaftlichen Aem-tr». Er meint, man müsse damit anfangen, um dem orwurfe, warum der Landesausschuß selbst nicht slo-knisch amtire, zu begegnen. Dadurch würde dem Bu-Eaukratismus die Ader unterbunden und der Germani-latlon Einhalt gethan, ohne der deutschen Kultur, de-En Bedeutung er anerkennt, ihren Einfluß zu beeilten. Sein Antrag wird dem Verfassungsausschuß «"gewiesen. Zum Schluß begründet Dr. Blei weis !^n Antrag auf Einführung der flovenischen Sprache den krainischen Volksschulen als ausschließliche Un- terrichtssprache. Er ineint, wenn auch dieser sein re-formiter Antrag von der Regierung nicht fanktionirt würde, dann brauche man über die Gleichberechtigung in Oesterreich kein Wort mehr zu verlieren. Wird dem Schulausfchufse zugewiesen. Nächste Sitzung Freitag den 15. Oktober. Tagesordnung: 1. Begründung des Dr. Bleiweis'schen Antrages auf Einführung des Sloveuifchen bei den k. Aemtern und Behörden; 2. als Unterrichtssprache in den Gimnasien und Errichtung einer flovenischen Universität oder Nechtsakademie in Laibach; 3. Begründung des Kaltenegger'schen Antrages wegen Organi-sirnng des Verwaltungsgerichtshofes; 4. Bericht des Landesausschusses über den Antrag der Sparkassedirektion wegen Aufbau des Realschulgebäudes; 5. Begründung des Dr. Zarnik'schen Antrages auf Wahl des Landeshauptmanns und seines Stellvertreters durch den Landtag; 6. Bericht des volkswirthschaftlichen Ausschusses über die Petition wegen Aufhebung der Wassermauth in Oberlaibach und Laibach- 7. Präliminare des KrankenhausfvudeS und der übrigen Spitalsonde pro 1870. — (Die Schöpfung Sloveniens) wird im krainischen Landtage nicht mit jenem würdevollen, parlamentarischen Zeremoniell zur Debatte gebracht werden, als es dieser für das Geschick der Nation entscheidende Gegenstand eigentlich verlangen würde. Lange Zeit spekulirteu die Väter des Zukunftsreiches, wie sie die vermeintliche Existenzsrage der Slovenen in dem Landtage zur Sprache bringen sollten. Dr. Bleiweis war schon bereit, mit einem selbständigen Antrage auf Gründung Sloveniens anfzutreten, doch das von Wien drohende Gewitter, das schließlich die Auflösung des Landtages zur Folge haben könnte, mahnte zur Vorsicht. Glücklicherweise kam ein Fingerzeig aus den tiroler Bergen ganz apropos. Wenn die Schwarzen in Tirol auf Grund des Z 19 der Landesordnung gegen die Dezemberverfassung Opposition machen können, warum sollten die slovenischen Führer mcht in ähnlicher Weise ihr Lieblingskind in den Landtag einschmuggeln. Der gedachte H 19 gestattet nämlich den Landtagen, über den Reichsrath zn Gericht zu sitzen, er bietet daher eine willkommene Gelegenheit, auch die Grünvung Sloveniens in die Verhandlung einzubeziehen. Der in der letzten Sitzung vom Landtage gewählte Ausschuß wird mit seiner Vorberathnng bald fertig sein. Der Kern seiner Anträge wird sicherlich dahin lauten: Wir brauchen nur Slovenieu, alles andere, wie z. B. die höchst gefährlichen konfessionellen und Schulgesetze u. s. w., ist für uns überflüssig, ja sogar schädlich. — (DieSp rachen gleich berechtignngs-gesetze desDr. Bleiweis in der aller-neuesten Auflage) lauten: 1. Bezüglich der öffentlichen Schulen, das ist solcher, welche der Staat, das Land oder die Gemeinde erhält, und zwar: ») bezüglich der Volksschulen: tz 1. In allen Volksschulen Krains ist die slovenische Sprache die Unterrichtssprache, nur in den deutschen Gemeinden des Gottscheer Bezirkes und in Weißenfels ist es die deutsche, tz 2. An der Normalschule in Laibach werden, wenn es Noch thut, für die Deutschen deutsche Parallelklassen errichtet. >'. Bezüglich der Schulen für Präparanden: tz 3. In den Schulen sür Präparanden ist die Unterrichtssprache die slovenische. tz 4. Der Minister des Unterrichts wird mit dem Vollzüge dieses Gesetzes betraut. In einer zweiten Vorlage wird bezüglich der Unterrichtssprache an Gimnasien und der slovenischen Universität in Laibach folgende Resolution beantragt: Die Regierung sei zu ersuchen: 1. Daß in allen Gimnasien Krains das Slovenische als Unterrichtssprache eingeführt werde, in Laibach können, wenn es Noth thut, deutsche Parallelklaffen für die Deutschen eingeführt werden; 2. falls die in dem Antwortschreiben des Ministers des Kultus und Unterrichts vom 10. Februar 1869, Z. 21 !»., erwähnten Verhandlungen über die Rechlsskade-mie schon beendet sind, möge in der nächsten Reichs-rathsseffion ein Gesetzentwurf eingebracht werden, wie in Laibach eine Nechtsakademie mit flovenifcher Unterrichtssprache einzurichten wäre, falls jedoch die Gründung solcher Akademien mcht zulässig ist, möge sogleich mit der Errichtung einer slovenischen Universität in Laibach, mit einer jjuridischeu und filosofischen Fakultät, begonnen werden. WeiterS soll folgendes Gesetz über den Gebrauch des Slovenischen in allen k. k. Aemtern beschlossen werden: H 1. Die slovenische Sprache hat bei allen k. k. Aemtern in folgender Weise in Anwendung zu kommen: die slovenischen Eingaben sind jederzeit in slovenischer Sprache zu erledigen; b) alle Einvernehmungen und Verhandlungen mit slovenischen Parteien sind in slovenischer Sprache zu pflegen, desgleichen sind die betreffenden Protokolle slovenisch aufzunehmen, das gleiche hat bei den Erledigungen, Klagen und Urtheilen zu geschehen; c) alle Kundmachungen, Einladungen und Veröffentlichungen, die für die Slovenen bestimmt, sind in slovenischer Sprache zu Papier zu bringen. 8 2. Die Bestimmungen des vorigen Paragrafes gelte» für alle Aemter, insbefonders für die politischen und Steuerämter und für die gerichtlichen Sachen im Zivil- und Strafprozesse, tz 3. Die betreffenden Minister werden mit der Ausführung dieses Gesetzes betraut. Obige Anträge des Dr. Bleiweis sind von folgenden Abgeordneten mitunterfertigt: Svetec, Zagorz, Gra-brijan, Koren, Dr. Razlag, Tavcar, Dechant Toman, Dr. Preutz, Rannicher, Kotnik, Dr. Toman, Jugovitz, Graf Barbo, Kramaric, Dr. Zarnik, Oberbergrath Lipold, Dr. Costa, Peter Kosler, Pfarrer Pintar. — (Todesfall.) Heute ist der pens. k. k. Statthaltereisekretär und k. Rath Aajch plötzlich am Schlagflnsse gestorben. Derselbe lebte in Penzieg bei Wien und ist auf Besuch in Laibach gewesen. — (Ein Wink mit dem Zaunpfahl.) Die „Presse" schreibt: Der Laibacher Landtag mag sich in Acht nehmen, denn seine Tage sind gezählt, wenn er eS so forttreibt. Zu feige, um es auf feine Auflösung aukommen zu lassen, sucht er durch allerlei kleinliche Nergeleien der Regierung und Verfassungspartei unangenehm zu werden. Nachdem er sich dem Befehle der Regierung, die Protokolle in deutscher Sprache abzufassen, gebeugt, schmuggelt er jetzt die slovenischen Anträge im Originaltexte in die deutschen Protokolle. Wir haben gehört, daß die Regierung diejenigen Landtagsbeschlüsse nicht sanktioniren will, welche auf Grund solcher Protokolle dem Ministerium unterbreitet werden. Vielleicht genügt schon diese Warnung, sollte Toman seinen Antrag auf Errichtung eines Großfloveniens trotz alledem eiubringen und durchsetzen, dann — „weiß Hernani, daß er sterben soll." — (Theater.) Bauernfelds Schauspiel „Aus der Gesellschaft" hat bereits im vorigen Jahre bewiesen, daß es eines jener wenigen Schauspiele ist, die ein Pnbli kum anzuziehen und in Aufmerksamkeit zn erhalten im Stande sind. Wir haben mit VergnUgen wahrgenommen, daß cs auch in der Henrigen Saison seine Wirksamkeit nicht verloren hat. Es scheint dieses Stück auch eiueu günstigen Einfluß auf die Darsteller auszuübcn, denn die Aufführung desselben hat uns noch stets befriedigt. So auch letzthin. Hr. Titzeuthaler, „jeder Zoll eiu Fürst," hat uns die edle, aber bewußte Einfachheit und Charakterstärke deS Fürsten Liebeuan so recht lebendig vor Augen geführt; ihm würdig zur Seite stand Fr. Schmidts; der Beifall, der ihncn beiden zu Theil wurde, war ein verdienter und aufrichtiger. Nicht weniger verdient hat ihn Frl. Glebofs (Magda), trotzdem wollte das FrLuleiu, wahrscheinlich in Folge einer kleinen Gereiztheit gegen uns. nicht erscheinen — Bescher denheit ist auch eine schöne Tngend. Hr. Moser fand sich mit seiner ihm nicht so ganz zusagenden Rolle ganz zu^ recht, ebenso Hr. Müller. Frl. Berg führte uns die nenvermälte „Respektsperson" in ihrer liebenswürdigsten Art vor. Hr. Gschmeidler erfreute uus durch sein unge zwuugenes, lebhaftes Spiel. Das Gefällige in der Darstel lnng der anderen kleineren Rollen vervollständigte das Ganze zu einer gerundeten Aufführung, die uns einen angeneh men Abend verleben ließ. — Daß gestern Abends das Haus sozusagen leer war, hat uns nicht im geringsten Wunder ge nommen. Wir wollen jedoch über Reprisen keine weitere Filippika halten, denn vxoinpla ti-o.Ii mit. Wieder war es Hr. Titzenthaler, der uns vergessen ließ, daß wir die Sache schon kürzlich gesehen. Hr. Titzenthaler bedarf wahrhaftig keiner Klaquc, um Applaus hervorzurufeu ; sein „Lord Harleigh," sowie sein „Rafael," der Schwiegermütter'Gelehrte, waren gleich vollendet, ein so verschiedenes Studium diese beiden auch verlangen. Desgleichen durchdacht und aner--kennenswerth spielten im „Wahn-»nd Wahnsinn" Frl. Gle b off, Hr. Müller und Frl. Berg, welche uns vereint mit Hrn. Gschmeidler u. Hru. Schöbt er eine in jeder Beziehung tadellose Aufführung genießen machten. Weniger Bor-theilhaftes können wir aber über das Lustspiel sagen, wel^ ches von Herrn Müller zu einer Farße outrirt wurde, wogegen es den übrigen Herren nnd Damen 'Nicht an Fleiß und Bemühen gefehlt hat, das Stück seiner Kathegorie wür dig in Darstellung zu bringen. Hr. Müller schadet durch eine solche verfehlte Komik nur sich selbst. Gemeinderathssitzung am 12. Oktober. Gegenwärtig 20 Mitglieder. Nach Verlesung des letzten Protokolls findet die Pflichtangelobung der neu ernannten Bürger Herrn Prof. Valentin Konschegg und Herrn Kottnig statt; erstcrem wurde die Ernennung taxfrei in Anerkennung seiner Verdienste um die studirende Jugend im allgemeinen und den Gesellenverein insbesonders zu Theil. Professor Konschegg dankte in einigen Worten für die ihm zu Theil gewordene Auszeichnung. GR. Haussen klagt über den Trinkwassermangel am Hauptplatze bei längerer Trockenheit und meint, ein Schulhoss'scher Brunnen könnte abhelfen. Der Bürgermeister wird diese Frage als selbständigen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung stellen. GR. Haussen will eine Abhilfe gegen den Uebelstaud, daß die Verkäuferinnen am Hauptplatze durch zu weites Vorrücken gegen die Straße zu die Passage hemmen. Der Bürgermeister verspricht, das nöthige zu veranlassen. GR. Haussen beantragt die Errichtung eines Pissoirs in der Judengasse, wo bei den zwei Gasthäusern viel Unreinlichkeit herrsche. Der Bürgermeister sicht hierin keine genügende Abhilfe, da solche Uebelstände eben an mehreren Orten da seien. GR. Dr. Snpantschitsch wünscht Beschleunigung der Pflasterung in der Klosterfraucustraße, die schon 14 Tage dauere und vielleicht noch 5 Wochen dauern werde. Der Bürgermeister erwidert, daßdie Arbeiten schon 4 Wochen dauern und er selbst schon über den Gang derselben ungehalten gewesen sei, allein es liege in den Verhältnissen die Schuld, indeß werde er auf Beschleunigung jedenfalls dringen. GR. Bürger wünscht, daßdie Kastanienbäume der Sternallee einer fachmäßigen Behandlung durch Zustutzen unterzogen werden. GR. Laßnik meint, es solle dies erst im Frühjahre geschehen. Der Bürgermeister wird da« nöthige veranlassen. GR. Terpin interpellirt wegen Besetzung der Jngenieursstelle. Dr. Kaltenegger erwidert Namens der Rechts- und Personalseklion, daß selbe noch nicht in der Lage war, einen definitiven Antrag zu stellen, doch werde sie in Kürze Vorschläge vor den Gemeinderath bringen. ' Es wird sodann zur Tagesordnung geschritten. 1. GR. Stedry bespricht an der Stelle des abwesenden GR. Bilina den von demselben gestellten Antrag auf Neupflastcrung der Judengasse und schlägt eine provisorische Ausbesserung vor, da für Neupflasterung jetzt nicht die passende Jahreszeit sei. Einem Vorschläge des GR. Haussen auf sofortige Pflasterung mit Steinplatten steht derselbe Einwurf gegenüber. 2. Dr. Keesbacher refcrirt über den Entwurf eines Feuerwehrstatutes von Laibach und verzichtet aus eine eingehende Motiviruug, da er sich hierüber schon in der vorletzten Sitzung ausgesprochen habe. Bei der Generaldebatte wünscht GR. Laßnik, daß die Feuerassekuranzen behufs Mitzahlung veranlaßt werden. Der Bürgermeister gibt den Ausschluß, daß eine Triester Gesellschaft 100 fl. zugefagt habe, daß sich aber Feuerassekuranzen im allgemeinen zu Zahlungen nicht herbeilassen und dazu nicht gezwungen werden können. Dr. Keesbacher bemerkt noch hinzu, daß die Assekuranzen ohnehin nach dem Brande Beiträge leisten. Bei der Spezialdebatte wird das Statut nach stellenweise längeren Debatten, an welchen sich die Mehrzahl der Anwesenden bethciliget, mit einigen Abänderungen > angenommen, welche sich meist auf sti- listische Verbesserungen und präzisere Fassung beziehen, im ganzen aber als unwesentlich angesehen werden können. Hierauf wird vom Bürger meister die Frage angeregt, ob nicht schon heute ein provisorischer Fener-wehrhauptmann gewählt werden solle. Nachdem sich die Versammlung dafür ausgesprochen, schlägt GR. Keesbacher Herrn Doberlet für diese Stelle vor, indem derselbe alle Eigenschaften für eine solche habe, da Herr Doberlet schon vielfach bei Bränden thätig war, die nöthige Energie besitze und ini kräftigsten Mannesalter stehe. Der Bürgermeister unterstützt den Vorschlag Dr. Keesbacher's und bemerkt, daß Herr Doberlet sich mit dem modernen Feuerlöschwesen, namentlich kürzlich auf einer vierwöchentlichen Reise vertraut gemacht habe. Es wird sodann Herr Doberlet einstimmig zum provisorischen Feuerwehrhauptmann erwählt. Schließlich refcrirt Dr. Kaltenegger in Betreff der Wahl zweier Gemeiuderäthe für die ständige Stellungskommission. Die Rechtssektion trägt auf Vornahme der Wahl und Alternirung der gewählten Ge-meinderäthe an, zu welchem Ende 12 Gemeiuderäthe für diese Funktion gewählt werden, und es dem Bürgermeister überlasten werden möge, den Turnus zu bestimmen. Die Rechtssektion hat eine Liste für diese Wahl entworfen und in dieselbe die Herren Bilina, Fink, Hansel, Haussen, Laßnik, Leskovic, Mikusch, Pauer, Rudesch, Sakraischeg, Samassa, Terpin ausgenommen. Der Antrag wird angenommen und die vorgeschlagenen Gemeinderäthe gewählt. Schluß der öffentlichen Sitzung um 8 Uhr. Folgt die geheime Sitzung. Witterung. Laibach, 13. Oktober Nachts heiter. Dichter Morgennebcl. Gegen 11 Uhr Aufheiterung. Wolkenloser Himmel. Wärme: Morgens k Uhr -I- 1.0", Nachm. 2 Uhr 10,6' (1868 14.3»; 1867 -j- 7.0"). Barometer: 329.51"'. Das gestrige Tages-mittel der Wärme -s- 5.1", »ni 4 5" unter dem Normale Verstorbene. Den 13. Oktober. Georg Mejac, Taglöhner von Maria-feld, alt 70 Jahre, in der Karlstädtervorstadt Nr. 12 an der Halsbränne. Marlrllicrichtc. älraindurg, I I. Oktober. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 119 Wagen mit Getreide, 26 Wagen mit Holz, 126 Stück Schweine von 16 bis 23 kr. pr. Psd, 13 Wagen Kraut 100 Stück 3 fl. 50 kr. Durchschnitts-Preise. ft. tr. ft. | tr. SEeijen pr. SWefeen 5 50 Butter pr. '.ßfunt . — , 40 Ä'orit „ 3 — üSranpen pr. Sffiaß . — 14 ©erftc „ — — gier pr. ©tittf . — ‘2 tafer „ 1 90 ÜKild) pr. Maß . — 10 albfru(J)t „ 3 80 «iinfcfteifd) pr. '^ft. — 21 Reiben „ 2 60 Äalbflei(d) „ — 27 f>tr|e „ 2 (JO ©d)t»cineflcifd£) „ — 24 ttuturufc „ 3 20 @d)öp|enfleijd) „ -! 16 (Sibcipfel „ 1 30 jpätjnDet pr. ©tiief . — I 29 Cinjen „ — — SauCeu „ — 112 ffirbjcn „ — — §cu pr. (Eeutner . — Öijuteii „ ,3 52 fmlj, farteS, pr. Mft. 5:80 Wiubeifdjtnaläpr.^ft. — 50 — roeidjeS, „ 4j — ©djroeinej^matj „ — 42 SBciu, rotfycr, pr. ©peef, frijd), ,, — 35 Simer . . . . — I — ©petf, geräuchert, „ — — — weißer . . . — j — Gedenktafel über die am 15. Oktober 1809 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Eelhar'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. — 2. und 3. Feilb., Kobav'sche Real., Podkraj, BG. Wippach. — Freiw, Feilb. der zum Verlasse nach Johann Herndl geböri gen Real., Lessiakhos in Maria Saal, 8000 fl., Gasser Real. ^ in Maria-Saal, 15000 fl-, l'andesgericht Klagenflirt. — 1. Feilb., Rlaudersche Real., Radinannsdors, 1560 fl. BG. , Radmannsdorf, — 1. Feilb.^ Labec'sche Real., Dorneaa, ! 2177 fl., BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Kapel'sche Real-, Neudirnbach, 1815 fl., LG. Adelsberg. — 1. Feilb., Bara-ga'fclie Real., Danc, 1200 fl, BG. Laas. — 1. Feilb., PleSko-vic'sche Real., Nassensuß, 1420 fl., 205 fl. und 100 fl., BG. Nassensuß. - 1. Feilb., Ärasovic'sche Real., Metule, 740 fl., BG. Laas. - - 3. Feilb., Gregoric'sche Real., Pu-dob, 5l6.fl., BG. LaaS.___________________ Telegramm. Klag-nfurt, 12. Oktober. Der Landtag nahm den Majoritätsantrag des politischen Ausschusses auf Einführung direkter Reichsrathswah-lcn an. Linz, 12. Oktober. Der Landtag nahm den Antrag an, daß das Konkordat durch die Initiative des Abgeordnetenhauses aufgehoben werde. (310-6) WkM - kssiA - kurken ln Vi und Vg Eimer-Faßln. Kommissions-Lager bei lok. M. Hai tiiiaiin inl^ribrrcli. l.iIione8k, Es werde« hier dem Publikum den uuserigen nachgeniachte Artikel zu billigeren Preisen empfohlen, welche natürlich nicht die richtige Wirkung haben können; um Berwechslungen zu vermeiden, bitten wir genau auf nufere Firma zu achten. vom Mi nisterium geprüft und konzessiv,,irt, reinigt die Haut von Leberflecken, Sommersprossen, Pockenflecke», vertreibt den gelben Teint und die Röthe der Nase, sicheres Mittel für skrofulöse Unreinheiten der Haut, erfrischt und verjüngt den Teint und macht denselben blendend weiß und zart. Die Wirkung ersolgt binnen 14 Tagen, wosllr die Fabrik garautirt, ü. Fl. 2 fl. 60 kr. und 1 fl. 30 kr. Barterzeuguugs - Pomade L Dose 2 fl. 60 kr. und 1 fl. 30 kr. Binnen 6 Monaten erzeugt dieselbe einen vollen Bart schon bei jungen Leuten von 16 Jahren, wofür die Fabrik garantirt. Auch wird dieselbe zum Kopfhaarwuchs angewandt. (Chinesisches Haarfärbmittel, 2 fl. 10 kr. und 1 fl. 5 kr., färbt das Haar sofort echt in blond, brann nnd schwarz und sallen die Farben vorzüglich schön aus. Orientalisches E»thaari»«flSmittel, ü, Fl. 2 fl. 10 kr., zur Entfernung zn tief gewachsener Scheitelhaare nnd der bei Damen vorkommenden Bartspnren binnen 15 Minuten. Erfinder Nothe Lk (?o>np. in Berlin. ZM" Die Niederlage befindet sich in Laibach bei Viliilt«» (40—31) Wiener Börse vom 12. Oktober. Geld ^ Ware öperc. österr. Währ. dto. Rente, öst. Pap. 59.80 60.— dto. dlo. öst.in Silb. 6».—! 6^.10 >.'ose von 1854 ... 89.—! 89.50 kose von 1860, ganze 94 40 94.60 Pose von 1860, Fünft. 99.50 100.-Prämiensch. V. 1864 . 115.25 115.50 ! Theater. Heute: Faust, Oper in 5 Akten Morgen: >ZLirt!,i„, j„ g Akten. Srnllüsntl.-Od!. Steiermarl juSpCt.^ SS.—! S2.SU Kärnten, Kram u. Küstenland s „ 86.— !«4.— Ungarn . . zu 5 „ 7S.L0 80.— Kroat. u. Slav. 5 ,, 82.— 83.— Siebenbürg. „ 5 , 75.7s! 7«.- Lotts». Siationalbank . . .722.— Lreditanstalt . . .2^5.— N. ö. EScomptr-Ges. 822.— Anglo-österr. Lank . 244.-Ocst. Vodencred.-A. . 2«».—! Oeft. Hvvolh.-Bank .l 77.—j Sleier. EScompl.-Bk. —.— Kais. Ferd.-Nordb. .> 2105 Südbahn-Gesellsch. .25».— Kais. Elisabeth-Bahn.ii8V.S0 Earl-Ludwig-Bahn 24S.— Siebenb. Eisenbahn Kais. Franz-Jos^föb. .174.— günft.-Barcier E.-B. 175.— Alsöld-Fium. Bahn .!«>!.— I?kg>nckbrlsk«. i Nation, ö.W. verloSb. ^L.80 Ilng. Rod.-Creoitanst. !ia.— Allg.öst.Bob.-Credit. IV7.S0 dto. in LS J.rückz. . S0.25. 723. 2L5.Lv 825.— 24S.— 2«S.— 73. 211» 25» 5« 181 5» 24S!>v 1«2 SN »75.-175 5« 1i!« 5» »S.- s-.su 1IB.S» S1.— Geld ^ SS.— War! 100.- I5«.kv 1S7-SN.S0 Sl-l^ Oest. Hypolh.-Bank. krlorttLts-Odllx. Südb.-Ges. zu 5!>» str. II4.75 HS.— dto. BonSSVCt. —.— —— Nordb. (l»» st. CM.) S2.- S2.S» Sieb.-B.(2»0fl.ö.W.)! ««.75 87.-Rudolssb.tsoost.ö.W.) SI.SO SS." Fran,-2os. (20nst.S.l! SI.7V S2.-- I-oss. Credit1«0st. o. W. . Don.-DampssS.-Ges. z» I0U fl. 2N!. . . Triester wo st. CA!. . dto. SO fl. ö. W. . Osencr . 40 st. ö.W. Salm . „ 4» , Palssy . „ 40 „ Clary . „ 40 „ St. Genoi«,. 40 „ d'ichgräy 2» , Wa>ds!ein . 20 „ Äeg'evich . io „ RudolsSstist. ivö.W. (3 Dion.) Äug«b. loost.südd.W. Franks, lvv fl. London I» Ps. Stcrl. Paris 10« Francs . Llünrsr». Kais. Mü»,-Ducaten. 2v-FrancSstück . . > BereinSthaler . . . Silber . . . . 55.50 35.50 40.50 29.^ SS- 21.50 124. 54.50 54.50 39 S0 28.— 32.— 3".— 20.50 21.50! SS.b0 14.50 1ö.' 14.- 101.60 101.60 120.- 48.70 5.82 9.79 1.80 120.— 15.- lOl.S" 4»-" 5.8t I.8t Telegraphischer Wechselkours vom 13. Oktober. 5perz. Rente österr. Papier 59.80. — 5perz, Rente österr. Silber 68.90. — 1860er Smatsanlehen 94 60. 77 Bankaktien 72l. - Kreditakti.'n 257.—. - London 122 v» -Silber 120.10. - K. k. Dukaten 5.82'/.. Verleger und kür die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach