M ^ D ^ ^O^UWrA^^A^ ^u^ 5' ^is^^'/' 1Ä .sl^^aNl!.) jch'n ?l«n n?n gtz» <»HL>/W Plan» murationsprei» : 9m Comptoil galizj. Vl^* H»I «D ll. 11, I,,!,,. N. 5.50. yiir dieZuftoNu,!», >.»lr. V^ßlKH «I,:, lOls. N,s, w. ^ill^rtiru^sl^mp^ !l^iN»,.'!!>l,, ^(7)V»,4 Nichtaintlicher Theil. Die Arlicitcrllmcgung in Wicn. Wien, 20. December. Die im Herrenhaus wcgcu dcr Arbeiter-Demonstration vom 13. d. gestellte Interpellation ist von der Regierung beantwortet worden. Des Grafen Taaffe Erklärung ist knapp bemessen und trügt den Stempel großer Zurückhaltung, allein man findet darin doch was man zu erwarten berechtigt war. Die Negiern na, erkennt in dcr Volks-Vcrsaiumlnng die am Tage dcr feierlichen Eiöffnuug dcs Ncichsraths ans dem Paradcplatz abgehalten wurde, eine Verletzung des Gesetzes, obgleich die Ordnung nicht gestört wnrdc; die angcfnhrtcn Gründe, ans welchen die öffentliche Macht sich dcs Einschreitens enthalten hat, genügen. Ueber den Inhalt dcr Petition sich ansznsprcchen hatte dcr Minister keinen Anlaß; doch wurde das Hans in Kenntniß gesetzt, daß das Actcnstück seiner Form halber nicht werde beantwortet werden. Die Fornwcrlctznng liegt in dcr Art des Zustandekommens dcr Petition und in dcr ihrem Schluß angefügten Drohung. Die 8§ 7 und 8 des Gesetzes vom 15) November 1867 übcr das Vcrsammlungsrecht bestimmen: daß, wähmid dcr Rcichsrath oder ein Landtag versammelt ist, an dem Ort ihres Sitzes und in einem Umkreis von fünf Meilen in dcr Runde keine Versammlung nntcr freiem Himmel stattfinden darf, und daß Ausländer weder als Unternehmer noch als Ordner und Leiter einer Versammlung zur Verhandlung öffentlicher Angelegenheiten auftreten dürfcu. Beide Bcstimmuugeu, besonders die erste, sind in flagranter Weise verletzt worden. Der Ort dcr Versammlung ist von dciu Siz< zungshausc dcr Abgeordneten nnr durch eine Straße ge-schicdeu, und die Veranstalter der Demonstration, dieselben acht oder zehn Redner die in allen nnsern Albci-ter-Versammlnngcn bisher allein das große Wort führten, sind, mit wcnigcn Auönahmeu, lauter Ausländer (Norddeutsche.) Die Deputation, wclchc bci dem Minister Grafen Taaffc erschien, nm ihm das Actenstück ein-zuhändigen, war naiv genug, die Thalfachc dcr vollzogenen GcsctzcSvcrlötzung noch ausdrücklich mit großer Seelenruhe zu constatiren. Was die Volksversammlung vom 13, laut ihrer Petition, will, ist: Erlassung eines Gcsctzcs über das Eoalitionsrccht der Arbeiter, Anfhcbung dcr Zwangs-genossenschaftcn, unbedingte, also schrankenlose Preßfrcihcit, allgemeines Stimm- und Wahlrecht, Aufhebung des stehenden Heers und allgeuicinc Volksbewaffnung. Del Gesetzentwurf über das Eoalitionsrccht wurde bereits am Tage nach dcr Versammlung, nämlich in der Sitzung vom 14. dem Abgeordnetenhaus vorgelegt. Er war also bcreits verfaßt, und darüber, daß er bcstaud. und daß die Regierung die Absicht habe. ihn dem Rcichsralh sogleich vorzulegen, konnten wenigstens dic Führer unserer Arbeiterbewegung nicht im Zweifel sein, da hiesige Blätter schon vor zwei Monaten und seither wiederholt das Gesetz in sichere Aussicht gestellt halten. Daß dic Rc-Mrnng ferner nicht daran denkt, die Institution dcr ZwangSgcnosscnschaftcn aufrecht zn erhalten, ist den Arbeitern fo gut bekannt, wie den Arbeitgebern. In Ve-schling auf dicsc beiden Punkte lag also weder für dic Abhaltung einer Volksversammlung noch für dic schleunige Votirnng der Petition nnd Drohschrift, am aller, wcnigstcn aber für dic gesetzwidrige Demonstration cm zwingender Gruud vor. Was die andern zwei Pnnktc betrifft, fo werden selbst die Arbeiter einräumen, daß dic Ansichten über deren staatsrechtlichen Wcrtl, und daS vorhandene politische Bedürfniß sehr anseinandcr gehen. Unser Prcßgc-fttz läßt allerdings manches zu wünschen übrig, allein cs darf doch nicht unlerfchätzt werden, daß Prcßdclictc den Schwurgerichten zugewiesen sind. Von allen andern Ständen sind, anßcr den Arbei'crn, nur noch die Elcri-kalcn mit dem Prcßgcsetz unzufrieden; daß an einer Reform desselben gerade die Albcitcr das mcistc Inter-csse habcn sollen, will uns nicht einleuchten. Unsere Verfassung nnd unsere Hccrcscinrichtuug beruhen ans Gesetzen, die crst vor zwei Jahren durch WillenSeinignng der Krone und dcr Voltsvertretung zu Stande kamen. DaS Wahlrecht, welches die erstere feststellt, bcrnht auf cincm mäßigen Ecnsnö; das Wehrgcsctz fpricht zwar dic allgemeine Wehrpflicht aus. ist aber weit entfernt, das stehende Heer aufznhcben. Radicale Aenderungen von solcher Tragweite, wie die Petition fordert, wären nicht Reformen, sondern dcr aänzlichc Umsturz dicscr Gesetze, die cben crst in Wirksamkeit aclielen sind. Den Neubau der staatlichen Einrichtungen jetzt wieder anf andcrcr Grnndlagc anzufangen, fchcint uns, abgcfchcn von andern Rücksichten, dcnn doch bedenklich. Seit zwei Dcccnnicn hat bci uns so mancher System Wechsel stattgefunden. Es dürfte selbst dcn Arbeitern nicht entgangen scin. daß die öffentliche Meinnng dcs In- und Auslands mit seltener Ucbcrcinstimmnng dcn größten Theil dcr Schnld an dcn änßcru Ealamitätcu und innern Verlegenheiten, dic Oesterreich seit zwanzig Jahren heimgesucht habcn, dicscm hänfigcu Syftcmwcchscl bcimißt. Was dcn Ansprüchen, welche die Petition geltend macht, am meisten schadet, ist die Drohung: das „Volk" werde, wenn man sic ignorirc, in größeren Massen erscheinen, um sie durchzusetzen. Man gcht wohl nicht zu wcit, wenn mau sagt, das; mit dicscm Schluß' Passus dic Pctcutcn auf das Wirken mit gesetzlichen Mittclu vollends verzichtet habcn. Schließlich gefallen wir uns doch noch lieber in dcr Voraussctzuug, daß iu dcr Volksvertretung, wclchc dic Verfassung uud das Wchrgesetz votirtc, die Stimme der Bevölkerung, als daß in dcn Unterzeichnern dcr Petition die Stimme dcr Arbeiterschaft zu entdecken fei. Thal' sächlich hat cs seit dcm 13. d. nicht an entschiedenen und wicdcrholtcn Kundgebungen anS Arbcitcrkrciscn in öffentlichen Blättern gefehlt, die sich von dcm Inhalt dcr Petition feierlich lossagen. Demonstrationen, wie die vom 13. sind nur geeignet das herrschende System zu compromittircn und dic Reaction zu fördern. Das Organ der Feudalen, das „Vaterland," hat sich auffälliger-wcisc seit Monaten mit Vorliebe der Arbeiterfrage zugewendet und kargt nicht mit Schmeicheleien und Versprechungen, um deu Arbcitcrstaud iu die Opposition zu treiben. Ucbcr die Vorgänge vom 13. wußte das „Vaterland" salbnngsvoll zn schreiben: die Arbeiterbewegung sei in sich berechtigt und unaufhaltsam, ihr aber gerecht ;u werden, vermöge nur ciue „conservative" Regierung. Solche Aeußerungen sollten denn doch auch unsern Ao bcitcrn einiges zn denken geben! (A. A. Z.) Aus drm gcsl'lMbcndcn Drpcr. Paris, 21. December. Dcr gcsetMbcl'dc Köiper füllte mich seine gestrige Sitzung mit Fortsetzung dcr Wahlprüfnm'.cn aus. Die Debatte zeigte wieder, welch' unwürdige Mittel von dcu Beamten zur Beeinflussung dcr Nahlcu angewendet wndcn. Herr Derracq berichtet über die Wahl dcö Hcriu Del theil im Lot-Dcpaitcmcltt, nud lrägt, trotz verschiedener vom Bmcau hatt getadelter adminislralilier Umtriebe, auf Bestätigung dcisclbcn an Hcrr Pi ca, d: Wenn mich mein Gedächtniß nicht trügt, liencu in dicscm Wahlbezirk viele tadclnswerthe, ja höchst bcdancNiche Thatsachen vor; aber die Kammer scheint seit Langem in allcn diesen Bezeichnungen ein Blumengewinde zn sehen, welches die Bildsäule dcr officicllcn Emididcitur windig schmückt. Wir unsererseits winden cs vorziehen, dicsc Blumen auf ihr Grab niederzulegen, (Bcifall links.) Dcr ehlen-wcrlhc Hcrr Delthcil hat natürlich nichls mit allcn diesen Umtrieben zu thun. Auch dcn Herrn Piäfectcn lön< ^'ülsll'loll. Die Volksbewegung in Drain im Jahre 1868. /^ Die Statistik ist uustrcitig ciue derjenigen Wissenschaften, wclchc, anfangs wenig beachtet, lange und hie und da noch hcntMage vom Unverstand vornehm belächelt, sich immcr größere Würdigung uud steigenden Einfluß anf alle LebcnSgcbietc erworben haben. Oesterreich besitzt in dcm Bureau für administrative Statistik cinc Mnflcrunstalt, welches sich denen dcr vorgeschrittensten Länder ebenbürtig au dic Seite stellen darf. Wie fehr mnß cs andererseits bedauert werden, wenn in nnscrcr Heimat selbst die Vertretung eines Standes, dcr in sciuen Arbeiten und Combinationen mchr als allc andcrcu auf die Lehren dcr Statistik an« gewiesen ist. diesen so wichtigen Theil ihrer legalen Aufgabe vollständig ignorirt und für wcrthloS oder unausführbar zu hallen scheint. Daß anderwärts dcm ganz entgegengesetzte Ansichten hcrrschcn, zcigt uus z. B. cm Blick anf das Jahrbuch dcr Wiener Handels- uud Gcwcrbckammcr, wclchcS uns bereits im Frühlinge d. I. dcu vollständigen, musterhaft ausgearbeiteten Jahresbericht pro 1808 brachte. Ziffern fftrcchen eine deutliche Sprache uud wir dürfen dahcr wohl hoffen, allgemein verstanden zu wer° dcn, wenn wir in Folgendem die Volksbewegung Krainö im Jahre 1808 znm Gegenstände einiger, aus ocn uns mit zuvorkommender Güte znr Verfügung gestellten officicllcn Acten geschöpften Mittheilungen machen. Bewcgnng der Bevölkerung ist dic Veränderung, die Ab- nnd Zunahme dcr Bcvölkcrnng nach deu einzelnen Varianten, welche dieselbe darbietet, nämlich auf der emeu Seite dcn Geburten, auf der anderen deu Stcrbfällen, zwischcn beiden in dcr Mitte den Trauungen, ferner dcr Ein- und Auswaudcrung, wo diese die Bevölkerung altcrirt. Wir übergehen nun zu dem crstcu Factor, dcu G c b u r t e u. Im Jahre 1808 wurden in Kram 14.941 Kinder lebend uud 251 todt geboren. Von dcu lebend geborenen 14.941 Kindern gehörten 7773 dcm wciblichcn, 7168 dem männlichen Ge schlechte an. Auch bci dcu Todtgcborncn (251) zcigtc sich dieses Verhältniß des Ucbcrfchusscs mit 135 Knaben gegen 116 Mädchen. ES ist bekannt, daß ungeachtet dieses Ucbcrwicgcns der männlichen Bevölkerung bci den Gcburteu die Gc-sammtzahl dcr wciblichcn Bevölkerung ctwas größer ist, als jene der männlichen, weil die Mortalität untcr dcn Knaben größer ist, als nnter den Mädchen, und über' Haupt die ganze LcbcnSwcisc dcs Mannes cine writ anstrengendere, aufreibendere, insbefondcrc nach dcr Bcrufs-art ist. Natürlich ist der Ucbcrschuß uicht groß gcnng, nm mormonislischcn Grnndsätzcu Eingang zn gestatten, so daß mau sagen kann, schon das große, unvcrändcr-lichc Gesetz dcr Volksbewegung wcisc auf das christlich-abcndländifchc Princip dcr Monogamie hin und vcr-nrthcilc von selbst dcn ftolygamistifchcn Orient zum Niedergänge. Von dicscr llcincn Abschweifung kchrcn wir wieder zu unserem localstatistischcn Stoffc zlirück. Fassen wir das Verhältniß der chclichcn zn dcn uuchclichcu Kiudcrn ins Auge, so finden wir untcr 14.941 lcbcnd gebornen 13.108 eheliche nnd l773 nn-cbclichc, ein im Verhältnisse zn andcrcn Provinzen wohl nicht ungünstiges Verhältniß. Bei den Todtgcborncn (251) ist dieses Verhältniß: 193 ehelich, 58 uuehclich, also ungünstig fur die unehelichen, nach einem aus deu größtentheils gedrückten Verhältnissen der uneheliche» Müller erklärlichen statistischen Gesetze. In dcn statistischen Tabcllcn finden wir nicht allein die Erstlinge, sondern anch die Mchrlingc. nämlich Zwillinge u. f. w. ausgcwicscu, unter dcn ehelichen lcbcndgcborcncn 13.108 Kindern dcS IahrcS 1808 finden wir 301 Zwillings-, 3 DrilliugSgeburten; untcr dcn un-ehelichen 1773 Kmdcrn 31 Zwillings- uud 4 Drillinas' gcburtcn. Manche für dcn Socialphilosophcn intcrcssantc Gesichtspunkte nnd selbst für dcn unterhaltenden Theil der Tageslilcratur nicht unbrauchbare Ausbeute lie crt uns die Statistik dcr Trauungen. Im Jahre 1868 habcn iuKrain 3617 Trammacn stattgefunden, von denen die Mehrzahl (1472) in den Monat Februar fällt, den bekanntermaßen auch für dcu Vandnotar so ausgiebigen Mount der Ehcpatte und Rcalilätcnübcrgabcu. Nur 4 fielen in dcn rauhen März. und 9 m die Aovcntstille dcs December, dagcgcn 313 m den ..wnndcrschöncn" Monat Mai. Dcr Confession nach waren von obiger Ge-sammtzahl nnr 14 uicht katholische Ehepaare, nämlich 1 griechisch-katholischer, W augsburger, uud 3 gricchisch-oricnlalischcr. Aufgelöst wurden 1963 Ehen durch dcn Tod keine durch Scheidung. Dcr jüngste Bräutigam war 10, der älteste 71, die jüngste Brau t 13. die äl teste 05 Jahre alt. Die Hci rätsln st ist eine anscheinend incommensurable Glößc und doch hat die Statistik auch dicsc in ihren magischen Zahlenrinu. zu fnfscn verstanden und nicht umsonst cinc Tnbclle für das Allcr beider heiratenden Thcilc vorgczcichncl. welcher wir vielleicht einiges allgemeinere Intcrcssc nnd Nutzanwendnngcn für dcn heiratsfähigen Theil unseres Lcjepublienms abgewinnen können. Welches war im Jahre 1808 das hcirats« 2178 Ml, wir nicht anklagen. Er gesteht ßleich alles ein »mt> schiebt die Schliß anf die Piäfcctnr. (Heiterkeit.) Trotzdem scheint es mir wahrscheinlich, daß die Rcgic-rung die Wahl dcs Herrn Calmou (Sohn dcS Vice-Präsidenten dcr 5kammcr unter Ludwig Ph'lipp und Freund Thie,?') nicht gerade fanatisch wüilscht-c. Die Wählcr dicscs Bczilkes ze,fallen in zwei Kategorien, in freie und administrative, d. h. solche, die Tabak baucn. Alicr, nn, Tabak zu bauen, muß man eine Erlaulunß hai'cli, nnb diesc, Cilanbniß ist bei einem Bureau Chef emznholci,, der höchst zufällig ein entschiedener Anhängcr dcö H'iin Dclihcil ist Dazll kommen die Unte,slüz-zunaen scilenc« dcr Vcrwaltnog. Am Tage der Wahl ersch'nt i» Figcac ein Maiicranschla^, in wclchciu die U'Uc'ft'äfcct», voltünd^l: dir Rc^icrnng hade für die Fußpfade 15.000 Fr. dewilligl, und dic Arbeiten haben scko» anglfangen. Am Wahltage saugen die Arbcitcr innm'r an, aber häufig «clien sie am folgenden Tage ihrer W>^c. Ich boss,! n»c> ivünschc für dic Stadi Fiarac. daß sie diesmal l»ei ihrer Arbc>l blcibc», unt' dah die Fußpfade in Zukunft den Wählern dienn, weiden, wcn» sie für die Opposilion?cunt'idalc» stimmen wollen. Um aber auch ?ci, lctzien Widerstand dcr Wähler zu brcchcn. guff die Rcgicrnng. d^ren Hilfs» quellen, wie dic Finanzen Frankreichs, unerschöpstich sind, zu einem schon uou Horaz angcrathcncn Mittel: sie rief die Malerei zu Hilfe. Meine Herren! Be wundern Sie den Künstler! (Der Redner brettct nute» allgemeinem Gelächter einen großen colorirten Anschlagzettel auseinander, auf welchem ein häßlichcr Bauer stolz die dreifarbige Fahne schwingt, während unler ihm eine Faust die rothe Slandarle trägt.) DiescS allegorische Gilo wurde von dcr Präfcctur in hundert Gemeinden geschickt und in 35) angeschlagen. Wenn es auch vom Standpunkte dcr Kunst keine Bcdeutnug hat (Hcitcrtcit). so weiß es doch mit dem größten Geschick die Lage verständlich zn machen. Die Regierung ist: das allgemeine Slimmrccht, der Krim Krieg, der italienische Krieg, dcr 19. Januar — alles in großen Buchstaben auf der Fahne — das Vcreinsrecht, vom Kopf dee Bauern etwas versteckt, die Prcßfreihcit u, f. w. Du Opposition ist. waS ich die Nückscitc dcr Medaille nennen möchte: die Ätevolulion. dcr Socialismus, die 45, Centimes, die Cmcute, die Arbeitslosigkeit, die Güter-theilung, der Bürgerkrieg u. s. w. Sie scheu, was man nach diesem Bilderbogen dem Oppositions Candidalen antworten kann: „Sie sind der, wcldicr die rothe Fahnc hält!" (Heiterkeit.) Was abcr dcr Sache einen gewissen Ernst ve»leiht, ist: daß dieses Bild allen Schullehrer» geschickt wurde, mit der Weisung, es zu c, klären, anzu-schlagen und während des ganzen Sonntags allen Blicken auszustellen. Und mit solchen Kunstgriffen erhielt Herr Delthcil nur 23.000 Stimmen; 10.000 Wähler widerstanden den Vcrwaltlingösirclien. Wenn wir eine solche Wahl bestätigen, was soll man dann von uns deuten? Ich hoffe also, Sie bestätigen sie nicht. (Beifall links.) Dcr Ncgierui'Mominlssär suchte, wie gewöhnlich, die ganze Verwaltung vom Prassten bis zum Feld Hüter heiab rci» zu waschen; dam, alxr trat Herr Favre mit hcftigen An^riffcn auf, und schließlich'nöthigte Herr Picai'd durch dircclc Inleipcllalion den, Minister des Innern, Herrn u. For cade, dic Erklärung ab: daß die fragliche Manipulation mit dem Gil dcrbogen in einöln Wahlkampfe gar nicht an seinem Platze war. Hierauf beeilte sich dcr Präsident Jerome David die Discussion zu schließen und dic Wahl des Herrn Dcllhcil wird mit 162 gegen 02 Stimmen bestätigt. — Die Wahl des Herrn Eduard Andre im Gard Departement ruft keinen besonderen Einspruch hcl' nor. Dic Thatsache, daß dieser Dcputirtc jährlich 60.000 Fr. den armen Gemeinden seines Wahlbezirks qibt, findet in seinem fürstlichen Vermögen eine genügende Ncchtfcilignng, dahcr dcnu auch fclbst mchrcic Mitglieder dcr Tinten für die Bestätigung dicscr Wahl stiMlncn, die mit großcr Ätchrhcit augcnoinmcn wird. — In der hsuligcn Sitzung brachte Herr Lc Hon eine Interpellation über die algerischen Angelegenheiten und über die Verändciungc,, ein, welche an d:m Regime dcr Colonic vorgenommen werden sollen, Her, Favrc ersucht den Kriegsminister: derselbe möge Befehl geben, daß die auf die Untersuchung in Algier bezüglichen Schriftstücke und dcr Bericht des Herrn Lc Hon der Kammer mitgetheilt würden. Dcr Klicgsmi-liisttr General Lc Bocuf erklärt, baß dic nutcr dem Vmsil) dcS Marschalls Randon tagende Commission auf dem Punkt stchc, ihre Arbeiten zn beenden, und daß dic Regierung gcgcn dcn 20. Jänner in dcr Lage scin wcrde, anf die Inlcipcllation des Herrn Lc Hon u, antwortc»; gcgci, die Äl,!lhcilung dcr von Herr» Iulco Favlc bcgchitcn Actcxslucke habe cr nichlö rinz,!-lvcuden. Oagesneutstlieiten. Proceß Tra»»pmanu. Paris. Von der Anklageschrift im Proceß Traup-maitu theilen wir, nach der Don dcr „Köln. Ztg." gegebenen Ueberfctznng die wesentlichen Punkte mit. Die Anklageschrift beginnt mit der Erzählung von dcr Auffiudnng der Leichen der Frau Kinck und ihrer fünf Kinder am 20. September anf einem Grundstück in der Gemeinde Pantin, nnd dem Ergebniß der Section. Dnrch letztere ist constatirt, daß die Frau, mit eiuem langen Messer von hinten her am Hals getroffen, beinahe augenblicklich erlegen sei, trotzdem habe sie noch mehr als W Wunden getragen; daß die bcidcn jüngsten Kinder anf dieselbe Weise umgebracht, die drei andern aber mit einer schweren und spitzigen Waffe niedergeschlagen worden waren. Ihre eingeschlagenen Schädel, verstümmelten Gesichter, aus den Höhlen gerissenen Augen und wie mit einer Spitzhacke durchfurchten Stirnen bezeugten die Grausamkeit, womit sie gemordet worden waren. Die Eingeweide des kleinen Mädchens drangen durch eine klaffende Wnndc hervor. Man fand im Felde das Messer, welches in den Händen des Mörders zerbrochen war, und zwei Instrumente, eine Schaufel und eine Hacke, welche dazu gedient halten das Verbrechen Zu begehen, die Grube zu graben und die Furchen wiederherzustellen. Hierauf werden die Personalien dcr Familie Kinck aufgeführt, der Verdacht erwähnt, welcher anfänglich Johann und Gustav Kinck, von denen jede Spur verschwunden war, als Mörder bezeichnete, bis am 23ten September der Mörder der ganzen Familie in die Hände der Justiz gefallen fei. Nach dcr Erzählung von der Verhaftung dcs Angeklagten werden die unter seinen Kleidern gefundenen Papiere, 250 Fr. in Fünffrankcustücken, und verschiedene sonstige Gegenstände genannt, welche später als Eigenthum der Familie Kinck erkannt worden feien. Nach einem Resumu aus dem ersten Verhör des Traupmann, worin dieser die Schuld auf Johann und Gustav Kinck wälzte und für sich nur eine geringe Beihilfe eingestand, wird die am 20. September auf demselben Feld erfolgte Entdeckung der Leiche des Gustav Kinck erwähnt; diefe Leiche fei mit Wunden bedeckt gewesen, das Messer wodurch er ermordet worden, sei in einer Wunde stecken geblieben, welche die ganze Brust durchdrang, so daß die Spitze an der entgegengesetzten Seite unter der Haut zu fühlen gewefen sei. Es wird sodann die Kaltblütigkeit des Angeklagten bei Gegenüberstellung dieses Opfers hervorgehoben, und anf die Gewißheit hingewiesen, daß dcr Mord Gustavs nothwendig dein seiner Mutter und Geschwister habe vorhergehen müssen, da das Feld vom 20ten September an von einem beständigen Voltszulanf besucht gewesen. Dann werden die Autcccdenlien dcs Angeklagten erzählt, sein Charakter im Gegensatz zu dem des alten Kiuck und seiner Familie geschildert, und die Veziehungcu, in welche er zu dieser Familie sich zll bringen wußte, hervorgehoben. Es wird sodann die Neise erwähnt, welche Kiuck und Traupmann nach dem Elsaß verabredeten. Am 18. August verließ Traupmann Noubair mit einem von Johann Kinck geschriebenen Reiseplan. Am 21sten langte er bei seinen Eltern in Cernay au und schrieb sofort an Kinck: er habe alle verabredeten Anordnungen getroffen nnd erwarte ihn anf dem Bahnhof von Bollwiller. Um die Familie vollständig sicher zu machen, fügte er die Worte hinzn: „Lassen Sie Ihre Frau am 2. September von 10 bis 11 Uhr wach bleiben, denn um diese Zeit können wir vollkommen wieder in Roubair scin." Kinck antwortete sofort und verließ Roubair am 24. August. Er wolle, sagte er, nur auf kurze Zeit verreisen, um im Elsaß Geschäfte zn besorgen, und seine Schwester, Frau Roller, in Guebviller zu besuchen. Er nahm nur wenig Geld, aber zugleich Blanco-Checks mit, die er aus seinem Sparbuch dcr Roubaircr Conlmerzcasse von Decroir Verlier, Verley u. Comp. genommen hatte. Am 25., Vormittags 11 Uhr, kam er in Bollwiller an, wo Traupmann ihn erwartete. Beide stiegen in einen Omnibus und fuhren nach Soultz. Dort deponirte Kinck scin Reisegepäck und fragte: wann am Abend der Wagen nach Guebviller durchkomme. Darauf aßen beide bei der Witwe Lowers zu Mittag, was Kinck bezahlte, nnd gingen dann schnell in der Richtung aus Wattvillcr fort. Seitdem ist Kinck nicht wieder gesehen worden. Seine Verwandten in Guebviller, denen er seinen Besuch angekündigt hatte, beunruhigten sich, als er nicht kam, und schrieben nach Roubair einen Brief, der aber nicht an seine Adresse kam, fondern auf dem Postbureau liegen blieb, wo er erst im Laufe der Untersuchung gefunden worden ist. Die von Traupmann gemachten Angaben nber das geheimnißvolle Leben, welches Johann Kinck vom 25sten August bis 20. September in Paris geführt, während welcher Zeit sie sich nur im Kaffeehaus oder auf der Straße getroffen, hat die Untersuchung widerlegt, denn nach dem Verschwinden von Kinck hat sie Traupmann auf jedem Schritt folgen können. „Am 25. kehrte er nach Cernay zurück; man bemerkt seine Aufregung und ein noch verdächtigeres Betragen als gewöhnlich. Er spricht von einem Herrn, mit dem er sich associirt habe zn wichtigen Unternehmungen, trotz der Beschränkung der Mittel seiner Familie und seiner eigenen, die man kennt. Mau sieht ihn im Besitz einer Uhr, einer goldenen Kette, von Bankbilletö und Geldsummen, wovon er in Ausfahrten zu Wagen und auf lustigste Alter, d- i. in welchem wurde am meisten geheiratet? Unsere Tabellen geben deutliche Auskunft über diesen Punkt. Die höchste Zahl dcr Trauungen (5)24) gaben Männer von 24—30 Iahreu mit Frauen im gleichen Alter; ihnen zunächst (479) Männer von 30 bis 40 mit Frauen von 24 bis 30 Jahren, uud (392) Männer von 24—30 mit Frauen von 20 bis 24 Jahren. Bei welchem Geschlechte bleibt die Heiratslust länger wach? Auch eine nicht uninteressante Frage, anf welche uns die Statistik die Antwort nicht fchuldig bleibt, Frauen über 50 Jahre haben im Ganzen nur 33 geheiratet, dagegen Männer iiber 50 und selbst 60 Jahre hinaus noch 175. Ohne hieraus voreilige Schlüsse zu ziehen, wollen wir nns noch ein wenig das Verhältniß der Witwer und Witwen ansehen. Witwer nnd Witwen ziehen sonderbarerweise Verbindungen mit Ledigen vor; dies haben im Jahr 1868 399 Witwer und 190 Witwen thatsächlich bewiesen, während nur in 67 Fällen Witwer mit Witwen in einem Heiratsgedanken zusammentrafen. Dagegen waren beide Theile ledig in dcr weitaus überwiegenden Mehrzahl dcr Fälle (2961). Wir übergehen nun zn dem zweiten wichtigen Gesichtspunkte der Volksbewegung, zu der Mortalität. Im Jahre 1868 starben in Kram 11917 Menschen (davon 6113 männlichen, 5804 weiblichen Geschlechts), woraus sich im Vergleiche mit den Lebcndgc-bornen (14.941) eine Zunahme von 3024 gegen die Bevölkerung des Jahres 1867 von 525.193 Mensche,, ergibt. Kram zählte daher zu Ende des Jahres 1868: 528.217 Seelen. Im Jahre 1867 hatte die auS dem Ucberschussc dcr Lebendgeborncn sich ergebende Zunahme 3207 Seelen betragen. Die zu Ende dieses Monates stattfindende allgemeine Volkszählung wird uns bald die heurige Ziffer der natürlichen Zunahme liefern. Interessant ist für den Freund der Statistik auch die Vertheilung der Mortalitälsziffer nach den Lebensjahren. Dic Sterblichkeit ist bekanntlich am grüßten in den ersten 5 Jahren; Mütter müssen erschrecken, wenn sic hören, daß von 1 l.917 (Gestorbenen aller Lebensalter auf die ersten 5 Lebensjahre 4415, und von diesen auf dcn ersten Monat von der Geburt 1161 entfallen. Iu-fofcrnc jedoch Erkenntniß der Grund aller Weisheit ist, so können wir aus der furchtbar ernsten Sprache der Statistik den Schluß ziehen, wie nothwendig die sorgfältigste Pflege gerade in dem zarten Kindesalter ist, wie nothwendig es ist, daß die Mutter, in der Erkenntniß ihres wahren Berufes, die körperliche Erziehung dcs Kindes selbst leite und sie nicht Miethlingen überlasse. Werfen wir einen Blick auf die Sterblichkeit in den späteren Lebensjahren, so sehen wir sie auch da natürlichen Gesetzen folgen. Es ist dies die sogc« nannte Abstcrbeo rdn ung, auf welcher der Calcul dcr Lebensversicherungen uud anderer ähnlicher Anstalten beruht. Wir können hier nicht die Mortalitätsziffcr durch alle Altersjahrc verfolgen, nur ciuigc dcr hervorstechendsten Momente wollen wir hier hervorheben. Vom sechsten Lebensjahre angefangen bis zum zehn-tcu sehen wir die Stcrblichkcitsziffer constant von 137 bis auf 59 fallen; von da an bewegt sie sich bis zum 44. Jahre zwischen der niedrigsten Ziffer von 40 im siebcnzehnlen und dcr höchsten von 84 im 27. Lebensjahre, um im 45. Lebensjahre plötzlich auf 103 zu steigen. Von da an zeigt sich ein fast stätigcs Steigen bis zum 65. Lebensjahre mit 180 Todfällcn; das folgende Dezennium zeigt Schwankungen und vom 75. I. (121 Todfälle) an ist naturgemäß die Abnahme perma- nent, bis zu dem glücklichen (?) Einen, den der Ruf „Brüderl komm'!" im hundertsten Jahre der süßen Gewohnheit dcs Daseins entrückt. Immerhiu dürfen wir aber, wenn es sich um die SalubritätSvcrhältnissc Krams handelt, auf die stattliche Anzahl der Siebziger und Achtziger hinweisen, welche uns die statistischen Tabellen des Jahres 1868 nachweisen. Der Ersteren sind es nemlich 1327, der Letzteren 449 und noch bleibt uns ein Häuflein von 30 ueunzigjä'hrigm Triariern. Daß insbesondere unser „weißes" Laibach trotz Morast» und anderer Nebel wenigstens in sanitätlicher Begehung nicht so „schwarz" angeschrieben werden zu verdient, mag auch ein Blick in die Todtcnrcgisler der Stadt bekunden, in welchen wir gar manch ehrwürdiges Haupt mit dem Glorienschein der „schönsten" siebziger und achtziger Jahre sich sanft zur Ruhe belteu sehen. Es erübrigt unS noch eiuen Blick auf dic TodeS-arten zu werfen. Es überwiegt hier allerdings das Capitel dcr „gewöhnlichen" Krankheiten, allein Epidemien haben demungeachtet 261, und außerdem die Blattern, einst cine Geißel der Menschheit. 218, die Cholera nur 2 Todfällc verursacht, An „Ortstrankhcitcn" starben nur 70 Menschen, und auch dies möchte zu unserer oben motivirten Ansicht von der verhältnißmäßig günstigen Salnbrität unserer Heimat beitragen. „Gewaltsame" Todesarten sind im Ganzen 241, darunter 19 Selbstmorde (15 Männer. 4 Frauen), 1 Fall der Hundswr.th, 177 Bernnglückungen. 9 Morde und 28 Todschläae vorgekommen; bei 7 Todfällen tonnte die Ursache nicht aufgeklärt werden. Eine Hinrichtung ist nicht vorgekommen, sicher ein erfreuliches Zeichen der Zeit. 2179 dem Feste zu Uffholz reichlich ausgibt. Er besitzt in der That alles, was Johann Kinck bei sich gehabt hatte." Die Frau Kinck erwartete mit Ungeduld Nachricht von ihrem Manne. Am 27. erhielt sie einen Brief, welcher nicht aufbewahrt worden, von dem Traupmann aber zugestanden hat, daß er ihn wie alle späteren selbst geschrieben, unter dem Vorwand, Kiuk habe sich an der Hand verletzt, und beschränke sich deshalb auf seiuc Unterschrift. In diesem Briefe war einer der Checks, welche Kinck mitgenommen hatte. Dieser war ausgefüllt auf die Summe von 5500 Fr., datirt von Gueboiller, 28. August, und von Kinck unterzeichnet. Frau Kiuck wurde in dem Brief ersucht, diese Summe zu erheben und pn^tu i'tnwut,« nach Guebviller zu senden. Dies geschah, das Geld wurde in zwei char-girten Briefen an demselben Tage abgesandt, und Gustav Kinck schrieb au, seineu Vater unter der Adresse der Frau Koller, um ihm die Absendung zu melden. Sein Brief hat sich vorgefunden. Am 31. August meldet sich Trauft-maun auf der Post zu Gucbviller, um das Geld zu erheben, unter dem Namen Johann Kinck. Der Postbeamte weigert die Auslieferung wegen Traupmanns auffallender Jugend. Dieser gibt sich nun als Johann Kinck Sohn an, aber der Beamte forderte eine Bevollmächtigung. Zwei Tage später kommt er wieder und bringt eine Vollmacht von Johann Kinck Vater für Iohanu Kiuck Sohn auf Stempclpapier geschrieben, aber der Beamte forderte Legitimation der Unterschrift. Traupmann geht, kommt aber im Laufe des Tages wieder und besteht auf Zahlung. Nun läßt der Postbeamte eine Verwandte der Familie Kinck, Frau Louw, die zufällig in Guebviller ist, rufen und stellt dieser Traupmaun vor. Die Frau behauptet, daß ein Johann Kinck Sohn nicht eristirc. Traupmaun aber behauptet, er sei Emil Johann Kinck und werde mit seinen: Vater zurückkehren. Das thut er aber nicht, sondern reist sofort nach Paris, wo er am ll. September ankommt und ohne Aufenthalt nach Lille weiter fährt. Am 4. September fährt er mit ciucm Fiaker nach Noubair und zu der Frau Kinck. Er sagt: Kinck sei durch Geschäfte in Paris zurückgehalten -die Post zu Guebviller habe die Auslieferung der 5500 Fr. verweigert, Kinck habe keine Zeit, nach dem Elfaß zurückzureisen und beauftrage Gustav, die Gelder zu erheben. Zu diesem Ende habe Johann Kinck ihm einen Brief dic-tirt und unterschrieben. Dieser Brief lautet: „Meiue liebe Familie! Ich muß jetzt unsere Sache aufklären; ich hatte Traupmann beauftragt, die Briefe zu holen, denn ich kann jetzt Paris nicht verlassen. Traupmaun wird euch das besser erklären, als ich es schreiben kann. Die ganze Familie muß nach Paris kommen auf zwei oder drei Tage. Das wird euch nicht schwer fallen, denn Traupmann hat mir eine halbe Million gegeben. Ich will es durchaus so haben. Du, Gustav, du reisest erst nach Guebviller, um das Geld zu holen. Ich schicke dir eine Vollmacht, welche du von dem Herrn Maire unterzeichnen lässest. Du briugst die Papiere iu Ordnuug, ehe du abreisest. Wenn ihr Geld braucht für alle diese Rciseu, so holt es euch. Ich schicke euch eine Quittung über 500 Fr. Ich habe übrigens Traupmann alle Austuuft gegeben. Der wird euch alle« erklären uud ihr werdet pünklich thun, was er euch sagt. (Unterz!) Kinck (Jean)." Die Vollmacht und die Quittung fehlten im Brief, aber Traupmann sagte: sie würden nachkommen; er sprach dann mit der Frau Kinck uud ihrem ältesten Sohn über alles waö zu thun sei, und fährt wieder ab. Nächsten Ta» gcs kommt mit der Post eine Vollmacht für Gustav, aus Literatur. Gin Festsseschenk für jede Mutter. Unter dem Titel: „Die Mutter als Erzieherin ihrer Töchter uud Söhne zur physischen und sittlichen Gesundheit" hat soebeu Dr. meä. Hermann Klencke bei Ed. Kummer in Leipzig ein Werk erscheinen lassen, das in der That die Bezeichnung eines Lehrbuches für Frauen verdient und für den verhältnißmäßig billige» Preis von 1 Thlr. 24 Sgr. in jeder Buchhaudlung zu haben ist. In demselben finden wir den Rath des Arztes neben der Ermahnung des Pädagogen und beides in gewinnender Form, in schlichten, aber zum Her-zeu gehenden Worte«. Jede Mutter, der es Ernst ist mit der Erfüllung ihres Berufes als Pflegerin und Erzieherin ihres Kindes, kann hier in reichem Maße Belehrung sin-den; denn mit Recht sagt der Verfasser in seiner Einleitung: „Die Liebe der Mutter allein reicht nicht hin, Leib und Scclc des Kindes vor schädlichen Einflüssen zu behüten zur Erfüllung des Mutterberufs bedarf es vielmehr der ciaencn gcistigcu Allsbildung, der Kcnntniß menschlicher Natur und Artung. Die Mutter muß sich klar darüber sein, was ihre Liebe dem Kinde gewähren darf und wo es gilt mit Strenge zu versagen. Nur wo Energie und Güte vereint im Mutterherzen wohnen, vermag es das Kind wirklich z« erziehen, d. h. zu einem gesunden, fähigen und gutcu Menschen ins Leben einzuführen." Das Buch zerfällt iu drei Hauptabtheilungen; die erste unterrichtet die Mutter als leiblichc.Erzicheri», die zweite als Erzieherin der geistigen Anlagen, dic dritte als sittliche Erzieherin ihres Kindes. Der verdiente Verfasser dcs hier crwähutcn Buches, Dr. H. Kleuckc iu Hannover, ist übrigens dem größeren Publicum bereit« durch eine Reihe gemeinnütziger Schriften bekannt, unter denen wir namentlich sein treffliches „Haus-lerikon der Gesundheitslehre für Leib und Seele" und seine „Kosmetik oder menschliche Verschönerungslunst" hervorheben wollen. einem gedruckten Schema ausgefertigt, datirt von Paris, :i. September, und eiu Check von 500 Fr. auf die Caissc Commerciale, datirt vom 4. Sept. Die Uulcrsuchung hat ergeben, daß das Schema an demselben Tage von Traupmann in Lille getauft, von ihm felbst ausgefüllt, ebenso wie der Eheck, und von Lille aus erpedirt worden ist. Traupmann ist nach Paris zurückgekehrt, und im „Hotel du Chemin de Fer du Nord" unter dem Namen Jean Kinck abgestiegen. Ein Brief vom 5. Sept., unterzeichnet Kinck, meldet diese Adresse »ach Roubair, wiederholt die Aufforderuug nach Paris zu kommen, uud fügt hinzu: „Unsere Geschäfte gehen sehr gut." Frau Kinck beunruhigt sich über das ungewöhnliche Verfahren ihres Mannes, beson-dcrS auch darüber, daß er nicht selbst schreiben kann; sie spricht das gegen Personen ihrer Bekanntschaft aus, aber sie vertraut auf Traupmanns bestimmte Mittheilungen, führt genau seine Anweisungen aus. Gustav Kinck, erfreut eine Reise machen zu köunen, reist am 5. ab, ohne die Vollmacht, die seine Mutter ihm nachschicken soll. Er kommt um 7 Uhr in Guebviller an, und geht sogleich zu seinen Verwandten. Er beruhigt dic Familie Roller wegen seines Vaters, der in Paris durch dringende und noch geHeini zu haltende Geschäfte zurückgehalten werde. Zwei Briefe, d^-lirt vont 8. uud unterzeichnet Jean Kinck, gehen von Paris ab, einer nach Guebviller, der audcre uach Roubair; der Plan Traupmanns rcalifirt sich: Gustav wird nach Paris kommen mit den 5500 Fr. Der erste Brief an Gustav fagt: „Du reifest ab, sobald Du das Geld hast. Der erste Zug von Mühlhausen fährt ein Viertel vor 10 Uhr Morgens. Ich erwarte Dich an der Station. Du schickst mir eiue Depesche vor der Abreise. Meine Adresse ist im Hotel du Ehcmin de Fer du Nord. Auf Wiedersehen, lieber Sohn." Der andere Brief lautet: „Liebe Frau! Ich habe mich beeilt an Gustav zu fchreiben. Jetzt, wenn ihr zusammen kommt, so wirst Du alle Papiere mitbringen, nnd anstatt Morgens zu kommen, werdet ihr von Roubair nicht vor 2 Uhr'Nachmittags abreisen. Um 10 Uhr werdet ihr iu Paris sein. Dann werde ich euch erwarten, denn während des Tages gehe ich nach Fontaiucbleau, und komme nicht vor N Uhr Abends zurück. Vergiß nicht die Papiere, und komme am Samstag. Alis Wiedersehen." Ein Postscriptum driugt darauf, deu richtigen Zug zu nehmen, um Abends und nicht am Tage anzukommen, und fchließt: „Bereitet euch vor und seit zufrieden, denn heute sind wir reich. Ich küsse euch alle." Nach Absenduug dieser Briefe geht Traupmann iu Gesellschaft feines Landmannes Aron auf eiuen Ball iu St. Cloud. Seine Verwandten sind in Sorge wegen seines langen Ausbleibens. Er schreibt ihnen mehrfach, daß seine Geschäfte gut gehen, daß, wenn es glückt, sie im Wohlstand sein werden. Er schützt einc Reise' nach London vor. Er läßt sich alle Fami'iendricfe iw8t i-s^t.-l.utc' adres-siren; seinc Familie hat nie das Hotel gewußt wo er lo-girte. Inzwischen erwartet Gustav vergebens die Vollmacht, welche seiue Mutter po«t i'«8<:uiw adressirt hatte. Er fragt deshalb an; eine Depcfchc, gezeichnet Jean Kinck, antwortet ihm am 15. Sept., daß die Vollmacht zu Guebvillcr fei. Zu gleicher Zeit schreibt Traupmann nach Noubair: „Liebe Frau! Schreibe doch an Gustav, wohin Du die Vollmacht geschickt hast; er wird dann sicher das Geld erhalteu. Halte Dich bereit nach Paris zn kommen, sobald Gustav bei mir sein wird. Ich werde euch eine Depesche schicken, uud ihr werdet an demselben Tage kommen. Ich hätte euch geschrieben, jetzt gleich zu kommen, aber ich will nicht, daß diese Vollmacht verloren gehe. Ein Tag mehr wird uichts macheu, uud ich will uns alle beisammen haben. Kinck Jean." (Schluß folgt.) Eine Wahnsinnige. Wir haben von einer jungen Dame berichtet, welche auf der Galerie im ungarischen Abgeordnetenhaus»: Aufsehen dadurch erregte, daß sie während der Sitzuug plötzlich laut ausrief: „Es gibt keiue Gerechtigkeit mehr, Alle sind Verbrecher!" Derselbe» Dame ist es nun auch in Wien gelungen, eiuigcs Aufsehen zu erregen. Sie kam am 25ten December früh mit dem Pester Zuge in Wien an. In geschickter Weise wußte sie in Pest die Aufsicht dcs Vaters, eines wohlhabenden Kaufmanns, zu tauschen, versetzte ein Los, um sich Reisegeld zu verschaffen und fuhr, um auf dem Bahnhofe nicht erkannt zu werden, in einem Comfortable nach Palota. Die junge Dame hatte in Wien nichts eiliger zu thun, als iu die Burg zu fahren und eine Audienz beim Kaifcr zu verlangen. Ziemlich ungestüm forderte sie in der Cabinctökanzlci, vor den Kaiser geführt zu werden, da sie ihm Wichtiges mitzutheilen habe. Er müsse eine Untcrsu> chung anorducu gegen alle Personen, die sie in den« Schriftstück, das sie mitgebracht, verzeichnet habe; alle seien Verbrecher und ihr Vater der ärgste. Mau behandle sie wie eine Wahnsinnige, weil man sich vor ihren Aullagen fürchte, aber nur gewissenlose Aerzte können sageu, sie sci nicht bei Sinnen. Ganz trostlos war sie, als man ihr bedeutete, Ee. Majestät sei nicht zu sprechen. Aus mehrfachen Aeußerungen erkannte man, daß sie in der That wahnsinnig sei, führte sie aufs Commissariat und ließ sie durch einen Arzt untersuchen. Anfangs wollte sie mit dem Doctor gar nichts zu thun habe». „Ein Arzt wird auf den anderen nichtö tommen lassen, und bin ich wahnsinnig?" fragte sie Plötze lich den Doctor. Dieser verneint das uud beruhigte sie, worauf sie wieder über die Verbrecher und ihren Bater, der sie für mondsüchtig ausgegeben uud gesagt, sie gehe auf Kisteu uud Kästen spazieren, zu schelten bcgauu. „Ach, wäre ich mondsüchlig, seufzte sie auf, dann betete ich zum Monde, daß er mich zu sich nähme und ich wäre dieses Lebens, das mir nichls als Qual bringt, ledig." Sie erzählte hierauf, sie sei bereits eiumal ill Pest in die Donau gesprungen, um ihrem Leben ein Ende zu macheu, und gab, über die Ursache befragt, zur Autwort, „weil mein Vater mich haßt, aber weun Sie mit ihm sprechen, dann werden Sie sehen, er weint, wenn er von mir hört und klagt „mein armes Kind," glauben Sie ihm aber nicht" u. s. w. Plötzlich wendete sie sich dann an den Doctor mit der Frage: „Was werden Sie mit mir macheu, ich bin ja nicht irrsinnig," und als ihr der Arzt empfahl, ein kaltes Bad zu nehmen, erwiderte sie: „Das thu' ich, das schadet nicht, aber einnehmen werde ich uichts; sie sind wahrlich eiu braver, ehrlicher Mann.'" Dann eilte sie wieder auf dcu Obcrcommissär zu uud freudig wollte sic ihn umarmen. Er wehrte zart ab, konnte aber nicht hindern, daß sie ihm die Hand küßte; „nicht wahr, Sie stecken mich nicht ein; einsperren lasse ich mich schon," sagte sie lächelnd, „aber nicht in's Loch," fügte sie bebend hinzu, „dorthin schicken Sic die Verbrecher, ich werde sie Ihnen schon Alle nennen." Nur mit Mühe konnte man von ihr ihre Generalien . erfahren, uud als man sie um ihr Alter befragte, gab sie zwar die Zahl der Jahre an, „aber schreiben Sie eins weniger," bemerkte das schöne unglückliche Kind lächelnd. Nach langen: Reden erinnerte sie sich endlich, daß sie ihren Tauffchcin bei sich habe. Sie habe von Pest nur ihr Gebetbuch und ihren Taufschein mitgenommen und weder Geld noch Gcldcöwcrth habe sie bei sich. Endlich ließ sich die Dame bewegen, ins Krankenhaus zur Pflege zu gcheu. Ihre Augehörigen in Pest wurden von der Polizei-Direction telegraphisch von ihrem Aufenthalt iu Kcnntniß gesetzt. — (Diplomatische Zeitung.) Der General uon Schwcinitz hat am Montag die Ehre gehabt vom Kaiser empfangen zu werden und sein Beglaubigungsschreiben als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Preußeuö und dcs norddeutschen Bundes zu überreichen. — Ueber das Befinden Gortschakosss schreibt die „Kreuzztg.," daß sich derselbe eines trefflichen Wohlseins erfreue, regelmäßig Vortrag beim Kaiser habe, in gewohnter Weise arbeitsam sich selbst dem gesellschaftlichen Leben nicht entziehe und außer einem Gichtanfall — dem, wie es scheint, unvermeidlichen Leiden der Diplomaten — vor der Hand noch tcine Aussicht auf Nekrologe gebe. — (Hartnug's Flucht) hat den Polizeidircctor i>l Wien Hofrath Strohbach veranlaßt, einen Erlaß bekannt zu geben, in welchem die Beamten aufgefordert werden, nicht nach ihrer Privatansicht, fondern streng nach den Polizeivcrordnungen zu handeln. Der gegen Härtung erlassene Steckbrief lautet folgendermaßen: „Härtung Hermann, in Groß-Hchlen in Hannover im Jahre 1642 geboren, Tischler und Redacteur dcö Parlclblattcs „Volksstimme." hat sich seiner von dem k. k. Wiener Landcs'gerichte iu Strafsachen wegen Verbrechens nach § 76 St.-G. beschlossenen Verhaftung durch die Flucht entzogen. Derselbe ist mittelgroßer, kräftiger Statur, hat dunkle, große, fast hervortretende Augeu, braune gewellte Haare, derlei Schnur-und Kuebelbart und fpricht laugsam in norddeutschem Dialect, senkt gern den Kopf nach rückwärts, um den Kopf hoch zu tragen, hat rafchen Gang und trägt in seinem Auftreten ungemcin viel Selbstbewußtsein zur Schau. Bei seiner Entweichuug war er betleidet mit semmelfarbigem Ueberzicher uud schwarzem Bciutteidc. Ist anzuhalten und dem k. k, Landcsgerichte in Strafsachen eiuzulieferu." — (Im Militärfpitale zu Budweis) wurde dieser Tage einem Urlauber, Jäger des 18. Feldjäger-Bataillous, eine Gewehrkugel aus dem Munde, wo sie läu-gere Zeit in der linken Mandel ihren Sitz hatte, entfernt. Der Mann hatte den Schuß am 29. Juni 1806 in der Schlacht bei Iicin in dem Momente, als er sein Gewehr abfeuern wollte, in die linke Wange erhalten. Die Kugel feukte sich allmälig, ohne dem Manne Beschwerden zu macheu, bis sie endlich in die Weich theile des Mundes tam, von wo lie, nachdem sie der Mann 3'/« Jahre im Körper herumgetragen, entfernt wurde. — (Proceß Dick hoff.) Es ist bekannt, daß in den Rheinlanden und Westfalen feit Jahren ein bedeutendes Geschäft mit Befreiung militärpflichtiger junger Mäuner vom Militärdienst durch Fälschung der Coutrollisten, Ausstellung falscher Todtenscheiuc und m ähnlicher strafbarer Weise betrieben worden, und daß die Eommissärc dieses Geschäfts, durch deren Hand die Vermittlungen gegangen, die Kaufleute Gebrüder Dickhoff in Bochum, verhaftet worden sind. Wie die „Gerichtszeitung" mittheilt, hat nun dic Untersuchung einen Umfang angenommen, der ein schlimmes Bild' von dem „norddeutschen Patriotismus" dieser jungen uud alten Rheinländer liefert, denn die Väter mußte» ja das Geld für die unkriegerisch gesinnten Söhne zahlen. Nach diesen Angaben ist im Besitz der Gebrüder Dickhoss ein Depot von 100.000 Thlrn. gefnnden worden, das zur Bestechung der Beamten und überhaupt zur Bestreitung der für dic Befreiung vom Militärdienst erforderlichen Kosten bestimmt war. Das Vcrzeichniß der Kunden dieses Geschäfts ist im Pulte der Gebrüder Dickhoff ge-fuudcu wurden und soll Hunderte von Namen enthalten. Es sind nicht weniger als 22 Militärärzte uud ein Ober» 2180 stabsarzt verhaftet worden, auch soll ein bei der Aushebung mitwirkender Ciuilbcamter, jedoch nur wegen bewiesener Fahrlässigkeit, arg compromittirt sein. Entdeckt wurde der böse Handel durch einen Bauer, der für die Befreiung seines Sohnes einen Wechsel von 500 Thlrn. ausgestellt hatte, diesen aber zur Verfallzeit nicht bezahlen wollte, weil inzwischen sein tapferer Sprößling bereits militärfrei geworden war. Nach Bauernart hing der Alte start am Gelde, glaubte aber wohl, daß die betrogenen Betrüger den Mund halten würden; sie thaten dies aber nicht, klagten den Wechsel ein — und so kam durch die Klagebeantwor-tuug die Sache an den Tag. Die dem Dienst entzogenen jungen Leute siud bereits sämmtlich ohne Ausuahme zum Militär riugezogcn worden. — (In Frankreich beginnt eine galli-canische Beweg uug für den Bischof von Orleans,) So bringt aus Ai^ die „France" eine Adresse gallicanisch gesinnter Kacho'ilen der Provence. Unter den Unterzeichnern befinden sich die ältesten und angesehensten Namen des alten Adels. 9 Mitglieder des kaiserlichen Gerichtshofes, 6 Professoren, 18 'Advocate», Notare, Ingenieurs, Kaufleute u. s. w. Auch in Paris hat sich ein ConM gebildet, das zustimmende Unterschriften an Msgr. Dupanloup entgegennimmt. Die frcisionigen Katholiken fühlen sich, wie die „France" hinzufügt, bewogen, den An-- griffen der ullramontanen Ultras des „Nniuerö" gegenüber - sich mn die Fahne des Bischofs von Oilcans zu schaaren, um ihn im Kampfe gegen die verderbliche Herrschaft des Ullramonlanismus zu unterstützen. Auch diese guten Katholiken halten die Ultramomanen für staatsgefährlich. -- (Goldene Worte) telegraphirte dieser Tage der Präsident der Vereinigten Staaten an den Kaiser von Rußland: „Kein Mensch darf heutzutage noch wegeu Nace, Farbe, Nationalität oder Religion verfolgt werden." Anlaß zu dieser Depesche gab ihm die Judenverfolgung in Bessara-bien und die darauf erfolgte Bitte einer Juden-Deputation, sich für ihre unglücklichen Glaubensgenossen beim Czar zu verwenden. — (Iesniteu als Meteorologe n.) Filr die vielen Fremden, wclche in Rom des milden Klima's halber überwintern, dürfte cö von Interesse sein, auf einen Umstand meteorologischer Natur anfmerssam zu machen. Auf dem Observatorium de« Lollrgio Romano werden alle meteorologischen Elemente und somit auch die Temperatur, täglich viermal - 7 Uhr Morgen?, Mittags, 3 Uhr Nachmittags und 9 Uhr Abends — beobachtet, und um die mittlere TageStempcratnr zu bestimmen, nimmt man dort ohn? weiteres das arithmetische Mittel ans diesen vier beobachteten Temperaluren. Aus den erhaltenen Ergebnissen werden sodann im tl>!Ü»,>lt!!!o !l,olc!0!<,>n^'ü!i» llul t'.o!IcF!(» NolNl>»o die monatlichen und jährlichen mittleren Temperaturen berechnet und veröffentlicht. Daß auf diese Weise die erhaltenen Ergebnisse viel zu hoch ausfallen mllsseu, wird auch jcdcm nicht Eingeweihten einleuchten, denn die briden hohen Temperaturen um 12 und 3 Uhr werden aus Mangil an nächtlichen Beubachtungsstunden nicht gehörig compeusirt. Vielleicht wäre es fnr die Jesuiten am Collcgio Romano mihlich, wenn sie die Arbeiten unserer deutschen Autoren Douc und Kämtz itlicr die geeignetsten täglichen Vcob-achlungsstmidell z» Nathe ziehen wollten, denn es ist außer Zweifel, daß sie auf die bisherige Weise die mittlere Temperatur um ein bis zwei Grade zu hoch angeben. I o c a l e s. — (Eisenbahn Laibach-Tarvis.) Ueber den Van dieser Bahnstrecke erhalten wir nachstehende Mittheilung : Die sehr thätige Bauunternehmung Brassey, Klein und Schwarz ist in jeder Art bemüht, die zur Ausführung Übernommene Eisenbahnstrecke Laibach-Tarvis in kürzester Frist zu stände zu bringen. Um dieses zu erreichen, scheut sie keine Mittel und Kosten. Einen Beweis dafür hat sie uns uulängst geliefert, als wir ihre eigens construirtcn, unseres Wissens noch nirgends in Berwendung gestandenen Eiseudahnbau-Locomotiven Betti und StadelHof hier durchpassircn sahen, welche in Aßling, ihrem Bestimmungsorte eingelangt sind. Wer unser Land uud nameullich die steile Gebirgsstraße durch Overtrain kennt, der wird sich einen Begriff davon machen können, was es heißt, Locomo- tive» im Winter bei ciöbedeckter Straße anf denselben zu verführen. Während erfahrene Fuhrleute beim Trausport bedenklich die Köpfe schüttelten, gelang es dem genialen Erfinder dieser Locomotiven, besonders durch Vertheilung der Last der Locomotive auf eiuc größere Basis, alle Hindernisse zu überwinden. Diese in technischer Beziehung sehr interessanten Locomotiven haben den Zweck, auf dem laum vorgelegten Bahngeleise das Zum Unter- und Oberbaue erforderliche Materiale zur raschen Vollendung der Bahnen zu verführen, uud sind die eigentliche Avantgarde der großen Vcrkehrs-Locomotivcn. Sie gehen leichter auf vorgelegter Bahu als jeder kleine Bahnwagen, das Geleise kann seitwärts bis zn den Schienen mit Schotter verlegt sein, und in der Mitte des Geleises kann Materiale bis zur Höhe eiues Schuhes liegen, da der Aschenkasten der Maschine über einen Schuh hoch geht. Die Schwere der ganze» Locomotive ist die eines beladenen gewöhnlichen Lastwagens. Die Construction derselben basirt auf der Anwendung von Schalenguß zu Triebrädern in Verbinduug mit Ueberreifen als Mittel zum Transporte uud zum Rie-menbetriebc der Stabilmafchiue. Eine ciugcheude Beschreibung dieser Locomotive» würde den Umfang diefer Mittheilung überschreiten. Doch können wir nicht schließen, ohne dem genialen Erfinder dieser Locomotive», einem, wie wir vernehme», höher gestellt gewesenen technischen Beamten der k. k. prw. Südbah», um so lieber uusere aufrichtige Vewuuderuug zu zolle», da er ei» Iuläuder ist. Die Uu-teruehmuug Klein uud schwarz, welche heimische Leistuuge» stets fördersaul uutcrstützt hat, wird sicher i» eigenem Interesse handeln, wenn sie einer so vorzüglichen Kraft einen angemessenen und lohnenden Wirkuugskreiö eiuräumt. — (Unsere gestrige Concertnotiz) müssen wir dahin berichtigen, daß im Laufe des gestrigen Tages Frau Angela Baldi mit dem Thcaterconsortium ein Ueber-cintommen getroffen hat, daß sie anstatt des am Donnerstag beabsichtigten Concertes, morgen Abends im Theater auftreten wird, so daß wir das Vergnügen haben werden, Frau Baldi morgen als Azucena im „Trovatorc" zu hören. — (Gefunden) wurde am 6. d. Abends um '^11) Uhr in der Herrengasse am Trottoir nächst der Landes-hauptcassa ein seidener Dameuhalskragen, und am 25. d. Abends in der St. Petersvorstadt vor dem Hause Nr. 92 ein blauer neuer Regenschirm. Die Verlustträger wollen sich diesfalls beim Stadtmagistrate anfragen. 5Vv««?»t^» IV«,«»In>,»«zU«««>»5««t. Die durch ihre von lt. Professor Heller au der W i rn er Klinik als allein echt anempfohlenen coiicentrirlen Malzertracte nnd Mal^xtract-Bonboiiö hier lirstruö lirlaunte W i l h e l m s d orfer M ci 1 zpr o d u c t c u » F a l, r i l von Aug. Ios. Kufferle 6 (5 omp, (Wien) hat ihre Niederlagen h!>"r bei Apotheker vttokar Tchenk nnb Ioh. Perdan mit den billigsten i! ii d feinsten echten Malzez'tract-G c sun d h e i tö-Ehoco-laden in 6 Sorten (per '/, Palet u 10 Zelten zu 12',, tr,, 17'/, kr., 30 tr,, 40 lr, 50 tr. und 75 tr.) anf das beste ausgestattet. Urnclll Post. (Original'Telegramm der „Laibachcr Zeitung.") Pnris, H7. December. Der gesetzgebende Körper vollendete die Wahlvcrlficirun-gen uud wurde die außerordentliche Session geschlossen; morgen beginnt die ordentliche Session. Die Gerüchte von vorgenommenen 7.5 Verhaftungen in der Pariser Armee wurden officiös dementirt. Die bei den Truppen versuchte anarchistische Propaganda wurde zurückgewiesen. Cattaro, 25. December. (Tr. Ztg.) In Budua böte» 14 Braicianer die Nittcrwcrfuug und Waffrnab-licfciuna, a». Oberst Schmif/ld bchielt drc! als Occhcln zurück. Die Naffcnstrcckliug erfolgt morgen in Cosmac. Trieft, 27. December. (Tr. Z.) Der Lloyddam-pfcr „Salurno" brachte uns letzte» Freitag Nachmittags ^ die ostinoisch-chinesische Ueberlandpost mit Nachrichten auS Calcutta bis zum W. November, Bombay, 4. December,! Hongkong, 16. December. Die Regierung von Tibet soll alle» Reisenden aus dem britische» Gebiete den Eintritt versagt haben. Der Emir vo» Bukhara soll einen Gesandte» nach der Türlei geschickt habe», um die Intervention des Sultans in seinem Streite mit Rußland anzurufen. (Scheint kaum glaubhaft, da soeben eine bucharische Gesandtschaft in Petersburg war.) Der Emir von Cabul hat dem rebellischen Sohne deS Emirs vo» B»khara gestattet, sich vo» Cabul nach Turlestan zu begeben. Aus dem persischen Golfe wird gemeldet, daß Obcrst Pelly damit beschäftigt ist, neue Schwierigkeiten enlstlicher Art in Bahrein auSzu» gleiche», daS unlängst geplündert und dcssc» Häuptling getödtct wurde. — Die Japanesen schicken „Emigra» ten" nach dem Norde» oo» Mcsso, »>m dc» russische» Ucb ergriffen ciltgcgcnzutrctcu. - Kiachta soll ubgc-brannt sein. Belgrad, 21. December. Aus der Suttorma meldet man, daß daS dortige türk'sche La«cr ueucrdmyS bedeutend vcl'stälkl und axch wirksam befestigt wurde. Das ObscrualioilScllipS ist um 6 Bataillone regulärer Truppe» vergrößert worden, so daß die Gcsammlstäikc dcSscllic» jetzt auf etwa 2O.N(X) Ma»» veranschlagt weide» kau». LängS der montcucgrmischm Grrnzc siud die Batterien und Schanzen bereits fcrtig gewoldr», so daß sich dir Pforte »»»mehr in ci»cr rcspcctubcl» Stellung Monleu^ro gegenüber befiudtt. Auch hat der Ge-nel'ulgouverticur des bosnische» PilajctS angeordnet, daß am 1. März ei» Ucbu»a,slliger del Irregulären cms drr ganze» Piovmz bei Serajewo errichtet werden soll. Diese Maßregel zeigt ga»z deutlich, daß ma» i» Con-slautinovcl über die Lage der Dinge in Montenegro nicht sondcilich beruhigt ist, was übrigens auch nicht ganz grundlos sein diirfle. Telestvapliische Weckst v»rsc vom 27, December. 5pcrc. MetalliqurS «0,20. — 5pcrc. Metalliqncs mit Mai« nud November-Zinsen 00,20, - 5perc. Nlltional-Anlshen 70,70. — 1800er Staaiöanlchcn 98.40. — Vanlactien 735. — Credit-Aciieu 200.50. — London 123,70. — Silber 121.25. — K. l Ducalen 5 82'/,„. Das Posldampfschifs „Silesia," Capita» Trautmann, ging am 22. December von Hamburg v<-, Havre nach Ncw-Vorl ab. Das Postdcnnpfschiff „Tcntonia," Hapitän Barends, welches am 20. November von Hamburg abgegangen, ist bereit« am 12. December wohlbehalten in Havanna angelonunen. Anbekommene Fremde. Am 26 Deccmber. Ttadt Wien. Die Herreu: Fohr, Kaufn,., von Klagensurt. — Kolarouic, von Pest. — Hardt, Kausm., von Lcnncp. - - Schön-Wälder. Forstbeamlcr, von Ioria. — Tratuik, Handelsm, von Gultschcr. - Saxl, Kanfm., von Wien. — Nitli, Arzt, von Triest, -- Schwarze!, l. t. Major, von Graz, Elefant Die Herren: Austerlih, von Wien. — Stern, von Salloch. - Delia Torre, von Venedig. — Los, von Hrastnig. — Giordani, von Virlcndorf. — Lanenstci», Ingenieur, von Krainburg. - Halbcrth, Militär-Intendant, von Graz. — Kriwitz, Handelöm., von Marburg. — Lony, Haudclsm., von Paris. Theater. Heute: i?„ssliscl,, Lustspiel in 2 Acten, und Im Wartsalon, Lustspiel in 1 Act. M or gen: Trovatorr, Oper in 4 Acten. 6U. Mg. 320^.1 -' 0.4 NW.schwach! heiler ! 13.5«" 27. 8 „ N. 321.62 -j- 1» ^NW. schwach! halbheitrr Schnee, 10„ Ab. 320 4« -j 0,..« N. schwach ! Schnee Regen Vormittag« heiter, llare Lnft. Nachmittags zunehmende Bc-wöllnng aus SW. In den Alpen slarleö Schneewehen Nach « Uhr Abends dichter Schneefall. Nachts ftarlc Gilsse. DaS Tagcömittel der Wärme ^- lNl", nm 2-8" ,!ber dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. K l c i n m a Y r. ^NNl^N^sll^^ Wien, 24, December, Die Vülse war sehr belebt nnd aMstig gestimmt. Die gilnstige Stimmung prägte sich nicht mir in dem hohen Stande dcS Hlluptspcculationö-WNl l» NUl»»U/z. spiers, sundern und zwar vorzugsweise darin aus, dasj sich fllr eine Reihe von sonst vernachlässigten Effecten Käufer fanden. Aulagspapiere aller Art, daruuter ungarische« Eiscnbalmaulchrn, waren sehr uesucht. Dir Nuliruna der Devisen änderte sich nicht wesentlich. 4. 'Allacmenle ^taatoschlilo. öitr 100 st. Geld 'A^allls Einheitliche Staatsschuld zn 5» p^t.: in Noten verzins!. Mai-Nouemlicr ^^, ,;<) ^5 „ ,. ,. Frbruar-Angnst ««, ^)io „ Silber „ Iännrr-Inl, , 70.35. 70.4s. „ „ April-Ociolier. 70.15 70 25 Stcueranlchkli rUttzahlbar (^) - -^50 W... (i) - l>7.- 97.'>0 Lose v,I, 1«39 .... 222.502^.50 „ ,. 1«f)"l (4 "/„) zu 25)0 fl, l'l.- 91,5.0 „ ., 1««0 zn 500 fl, . . 97,20 975)0 „ „ 1«M zn 1l)0 fl. . . K'cl. 108.50 „ „ 1804 zu 100 fl. . N7 70 l 17.80 Staats-Domänen Pjandbriefc zn 120 st ö W. i'i Silber . .120. 12025 ». GrundentlastunnH-Obligationen. F"r 100 fl. Gels' Waare Böhmen .... zu5pEt :«2 75 94 — Gali'.ien . . . « b „ ?2«0 7ci.— Nieder-Oesterreich. . „ 5 „ 94.— 95. Ober-Oesterreich . . ,. 5 .. 94.50 95.-Siebenbürgen ... „ 5 „ 7550 76.— Ste.erin.lil , . . „ 5 ,. 92 50 94 -Ullnar» ......5 .. 7925 7950l li. Actic» von Bantinstituten. Geld Waare Anglo-österr. Baul abgesl, . . 274 50 275.— Anglo-nngar. Vanl .... 87,— K7.— Voden-Creditanslalt ....----------.— Kreditanstalt s, Handel «. Gew. . 257.70 257.90 Credilanstall, allgem. ungar. . . 77 50 78 — Escumptc-Oesells'chaft, n, ü. . . 865. 670.— Franco-österr. Banl .... 98.25 98.75 Gemralbant.......48,— 48 50 'Itül'unamanl.......733^734 — Niederländische Banl .... 84.— 85.— Vercmtzbant.......—,— —.—- Vertrhrsbank.......115,— N6. Wiener Uant......«I,- 02.- «D. Actieu von Tvansportunterneli- illunge». ^cld Waare Alföld-Fiumanrr Bahn . . . 172.50 173.- V.'hm Westbahn.....224.- 225 - Carl-i'ndwig-Vahn.....242,50 242.75 Donan-Dampfschifff. Gejellsch. . 550,— 551,— Elisaueth-Wrstbahn.....192.- 193,- FerdinandS-Noidbahll . . . 2140—2145.— Filnftlrchen-Aarcser-Vllhn . . 177.— 178.- -Franz-IofePhS'Bahll .... 185.— 18«.-> Lemberg-Czeru.-Illfsyer-Bahn . 201,75 202.- > " " Gelt, Waare' Lloyd, »fierr........320.- 322 — Omnibus lerstc Emission). . . 126.50 127.50 Nndolfs-Vahn......1^5.— 165.50 Sicbcnbilrger Bahu . , . . 107,50 108.— StaatSbahn.......402.— 403.— Slldbahll . ......258.60 258.80 Siid'iinrdo, Vclbiub. Bahn . . 10550 106.— Theiß-Bahn....... 24? 50 248.50 Tramway........139.— 13950 «. Pfandbriefe (filr 100 fl.) Allg. öft. Vodm-Ercdit-Anstall Geld Waare verloSlmr zn 5 pEt. iu Silber 107.— 107 50 dto.in33I.ri!ckz.zu5M,inö.W. 89.- 8950 Nationalb, auf ü. W. vcrlosb. zn 5 ftCt........93.70 93.90 Oest, Hypb. zn 5'/, pEt. rilclz, 1878 98.- 98.50 Ung.Bod.-Cred.-Aust.zu5'/,pCt. 90.75 91.- ^. Prioritätsoblinationen. i» 103 fl. ö. W. ' Geld Waare Elis.-Wcslb. iu S. verz. (I. Emisf.) 9125 9150 Ferdinandü-Nordl). in Silb, verz. 10H.7» 107,25 Franz-IosrphöVllhu .... ^.W 93,20, G.Larl-Ludw.B.i.S.verz.l.Em. 101.50 102. - j Geld Waare Oesterr. Nordwestbahu .... 9150 92.— Sicbenb. Nahu in Silber vcrz. . 88.25 8S50 StaatSb. G.3"/«ä500Fr. „I. Em. 140.— I^l,— S«db.G.3'/., «500Frc. „ . .121.75 122,25 Sildb.'Vonö 6 "/„ (1870—74) i. 500 Frc«...... 244.50 245.50 «. Privatlose Geld Waare zu 100 fl. ö W, - - > . 10525 105.75 Nudolf-Stiftung z" ^ ". . . 15.50 i<;.__ Wechsel (3 Mo».) Oeld Waare AngSbur« fit'' 1l)0 si, siidd. W. 103.20 103,30 ssrantsinl a,M. 100 st. ^tto 103.2Ö 103.40 Hamburg, filr 100 Marl Banco 91.25 91 ><5 ^uudoii. fiir 10 Psnnb Sterling 123 75 123.— Paris, slir 100 Francs . . . 49.15 49.15 Cours ver Veldsovten Geld Waare K. Miluz-Ducater. . 5 sl. 83^ lr. 5fl. 84^lr. Napoleonsd'or . . 9 „ 874 „ 9 „ 88 „ VcreiuSthaler . . . 1 „ 82^ « 1 .. 83> ,. Silber . . 121 „ 50 ,. 121 « 75 „ Kraimsche GrunbentlaNungs-Obligationen, Pn< v»tuot»rmi«: 86.50 Geld. 90 Waare