Vr»Äiiumkrationspretse für Marbnrg: vierteljährig 2 fl. 10 kr. monatlich . . . . 70 tr. Zustellung moua'lich 15 kr. Einzelne Stummer« 4 kr. Organ Zder für tlntersteiermark Partei. Crschtittt tiiglild mit ^»esnlrhmt der So»«- und F^e^age. Manuskript» wer»»« «ich» zi»ra«?g»s««»«t. > I- Vr««««»ra»t»»«»r»«s» mtt Potzili- > monatlich .... Ist. vietteliährig . . 3 fl. ganzjährig .... 12 fi. JasertionSgebÜhr 6 tr. pr. Teile. IS», (s.) MMi Marburg, Di-nstag S. September tAVV. '1? >> Zahrgaug. Zar ^agt drr VrintdktUtrrrsor«. lv. , D'k in dtm Pattllke vom 23. Ottob l lSl? an,,cordn?lc Vorgang wurde nicht tonftquenl durch geführt; dadurch nämlich, daß man w dtk« Ac,li' men d tsrs SifltmS die Zuschlage einführte, da-durch, daß dics.r StcuermoduS auch s.u die Landes'. Bezirks- und Grmeiadeumlisten afzeptirt wurdr. sind die Untzleichlintrn lu der GruadstcueUcilluNtt. welche schon urspru glich be standen, nicht nur polenzirt. sondern eini'findlicher geworden. Um dicstM Uebcl «»»zulielseii mitpte einerseit» das Land si»r sich, die Bezirke und G -meinden da» Sistem d r Zuschläge beseiiigrn und nls Ersatz die jtUirl Hausbefitzes zu verzeichnen. Welch' üble Folgen müßten nun ei-tslehen. w.?nn dieseAenderungcn der tvirthschastlichen Ber-hältniffe in d.n zu rrhcbenden Katustralreinerträ-^en und in Folge dessen ln einer korrespondircn. den Gttuererhöhung einrn den jetzigen Berhätt« ttissen entsprechendeu Nachk^ruck säudcn. Man wird alier gei.öthigt sein, de» der Auf-stellung der Katasiralreinerträgnisse diese üblen Folgen zu vcrhüten und auS «llgemeinrn politi schen und ökonomischen Gründen mit der Wahr- ^eit Kompromisse zu schließen, — dann ist aber vi? erwarttt, „Berhällnißmäßigkcit" der Steu r veltheilnnj^ eben so fiktiv, als die Richtigkeilt der .nisgest« lltrn Klnssifikatioi,»tarife und Schätzungen Wir find überzeugt, daß nnscre im Borste-henden ausgtsproch?nen Ansichten mannichfache Ans chtungen von g'wiffer Seite erleiden dürften. Thatsächlich tvird die Frage der Steuelresorm von den Interrssentkn ihrerseits noch viel zu »vcn'g gewürdigt; diescl'^en altnen gar nlcht, tvse.Autorität berusen wir uns hinsichtlich der Richtigkeit unserer An-schauungen. Derselbe genehmigte nämlich in seiner 23. Sitzung der vorletzten Session zivei Resolutionen mit dein Auftrage an den Landesausschuß. solche oem Ministerium vorzulegen, worin derselbe im Hinblick auf g. 19 und 20 die Erwartung ausspricht : 1. Es sei in Rückficht durauf, daß die durch die Verfassung und spezielle Ges'tze dem Lande, den Bezirken und Gemeinden auferlegte, den Staat sehr entlastende Selbstbefteuerung und Selbstverwaltung den Budgets des Landes, der Bezirke und Gemeinden enorme Ausgaben in Au»ficht stellt, und daß zur Beschaffung der Mittel für diese Ausgaben sich der ^aus- und Grundbesitz besonders eigne, die diesfälltge Steuer-krast daher vom Staate nicht in der Weise in Anspruch genommen werden dürfe, daß der Grund-und Hausbtfitz zum Beitrage für Landes-, Bezirks und Gemeindeerfarderniffe unfähig gemacht »verde. — die Grundfleuerreform nicht in dem Sinne und der Absicht dnrchzuführen. um mit telst eines s. g. Gesammtreinertrages bei einem mäßigen Perz«nte das jetzige Lrl^inarinm der Grundsteuer s.,mmt Dritt,lzuschlag zu erhöhe», sondern daß diese nur eine gleichmäßigere, den geänderten Berhältnifsen entsprechende Beitheilung jener Ziffer unter die Besitzer von Grund nnd Boden ins Auge fassen solle, und daß der Landtag zweitens nicht in einer unzulässigen Erhöhung der Steuer von (Srund und Boden, sondern nur darin, daß im Haushalte die möglich st enErsparntsse durchgeführt, und daß die Einführung eine« Personal Einkommensteuer beschloffen »v.rde, daß richtige Mittel zur Brseiligung des D«fizites zu erkennen Vermöge. Dlese Resolutionen wurden jedoch ohne ficht« baren Erfolg dem Ministerium s 3. vorgelegt und die Lachlage ist somil unverändert geblieben. Ueber die Lag« ta Vart« berichtet ein Korrespondent det „A. A. Z.": Die Berivirrung nimmt rnu jedem Tage zu. Mit dcr Berproviantirung geht auch wiederum ein Wettlauf der Täuschung, der Unwissenheit und der unausrottbaren Blague vor sich: »renn Jemand sagt, daß Parts für sechs Wochen mit allem Rotkwendigen versehen sei. so gilt er für einen Prussien. Berräther. Spion; nein, für drei Monate für viele MonlUe. für ein Aahr! Dies sind lvört-lich wieder gegebene Aeußerungen angesehener Männer, während Paris für S Wochen 280.V00 Ztt. G.treide braucht und Jemand, ivelcher beim Mi-litärkommiffariat fich SchätzungsvermAgen in solchen Gegenständen erwarb, sagte: daß außer dem. was von drei zu dr i Tagen gehraiickt werde, n cht 200.000 da seien ; von Fleisch und den 40.000 ledenden Schweinen gar nicht zu sprechen; fast kindisch war d r Triumph, als eine Heerde von beiläufig 600 Milchkühen eingebracht ivurde. dere^ Ertrag. 2000 Litres. nicht einmal für die Hälfte der Säuglinge in Paris genügt. In deM Grade ivie nun die Bedeutung der Bonapartisten steigt, wächst die Berfolgung nicht nur der Deutschen, sondern überhaupt der Fremden ; außerhalb Paris aber auch der — Wohl-vabenden und Gebildeten und der . . Protestanten. Die Schreib'n «iniger Bischöfe harmöniee« mit einem Artikel des „Figaro-: DieBerhaftungs-^ot'ilk find in Paris angefüllt mit höchst nnwur dig,n. aber auch mit ganz schuldlose:, Menschen; kominl das Heer des Kronpri^e» noch näher, so dürfte mau sich der Unglücknche» r^nfq ge. waltfam entledigen ivie im September l7AA; so viel gewann der Banapartismus schon nneder. daß Sp'on. Berräther. Prusfien jedem g^ilt^ der nicht das von den Bonapartrsten Angeordnete oder Unterlaffene gut heißt. K»rreN»»«d««He». ijch Wie», ö September. (Die Wiener «ad die Gefangennahme Napoleon^-) Wien ist in feiner get^eaivättigen Gefinnung teines-wegs eine so »edeutsche Stndt. als man es bei andere» Gelegenheiten, z. V. bei« Schützenfeste zu sehe« gewohnt w.u. Die Niederlage bei Königgrätz steckt noch Vielen in den Gliedern und wird oder wurde wenigstens bisher in den oberen Schichte« der H »ß gegen Preußen durch die klerikalen nnd fen-dalen Journale, wie „Vaterland" genährt, in den unterech Schlchten thaten die Witzblätter ihre Sch«l. digkeii und glaubte« manche, wie der ^.Kik-rjki-östetseeichtscher sein zu müssen als der Kaiser, ««d fanden Nicht genug fchaale Witze, um anf die ^Pickelhauben" ste losznlaffen. Kurz Gr<«hen, ««V nur von ihm, nie von Deutschland sprach ««n, rvar bet sehr vielen W enern bis in den Herzensgrund verhaßt und wenn auch mancher Ver Ar-rvganz der Franzosen die Niederlagen vergönnte, so hätte er es doch gerne gesehen, daß anch die Prenßen einmal ein Tüchtiges «gekrieat- hätte«. Mißtrauen i«die deutschen Siegesberichte» Achsel-zncken bri Nachrichten j der An. die übtr Verli» kamen, war da» Wenigste, was man als Aster-reichlschec Wiener tliun mußte. Da platzte die Bombe, wie ein Blitz bei heiterem Himmel kam die unleugbare Rathricht. Napoleon sei gesangen, das Korps Mac-Mahons h^be die Waffen gestreckt. Sie werd n schon aus Wiener Blätter« entnommen h.^bea. »velchen Emdrnck diese Hiohs post gemacht, wie die Telegramme v rschl»»gen wnrven, wie es zwisch n den verschiedene« Partei-gängern zum Str.ite. j , selbst ^u Thätlithkeiten kam. ' Der Schmerz über Küniggrätz ist nach und nach in dem Z^ewußtst in schwäner geworden, daß den Aranzoien doch noch ärger Mt^espielt wurde al» uns 1866. daß dieser yeldzug jrtzt fast nur ivie ein Borspitl. rvie eine Uebungs-schule des jetzigen Krieges oaz«sehen- sei. Die früher preußenfeindlichsten Blätter habee» „K^iö. de» ein tüchtiger General war und nebenbei doch nicht die elirltche Politik bei Sntc schob, schon bei sei-uen Rundreisen durch Deutschland die Vorzüglichkeit der deutschen Armee erkannte und daS Schicksal der franzusischen Militärmacht voraussagte. Am wahrscheinlichsten ist. d.iß HintanscKun-gkn. wie er schon einmal eine solch, wegen eines freien WortcS in der Delegation erfahren mußte, den Verblichenen kränkt» n. und daß >r. wie diee auch in s'lner echten Soldatennatur lag. lieber sich selbst den Tod gab. illSi Kränkungen erlitt. « Ist bereit» geschehen. Vei uns ebenso. Anm. d. Red. Politische Uebersicht. d«m Rritgt. Die Borgänge bei Sedan. welche mit der Kapitulation Mac MahonS und seiner Arlnee und mit der Gefangennahme deS Kaisers endeten find uns bisher nur in kurzen Umrissen auf tele-gräflichem Wege bekannt geworden. Da jedoä, die blutigen Kämpfe vom 3. August. 1. und 2. September zu eiurm Siest der deut schen Waffen führten, »vie ihn bisber die Weltgeschichte kaum je kannte, so verlieren all» Kombinationen, die «vie über den Verlaus dieser Kämpft anstellen können, ihre Bedeutung Wir »vollen daher nur jene Daten nachtra gen, welche durch Pkivattrlegramme unseres und anderer Äätter im L.'ufe des gestnj^en TageS be-kannt tvurden. Nach einem Telej»ramme der „N. Ar Pr." aus Brüssel. 3. September, hat Napoleon der Kaiserin Eugenie mit der Nachricht seiner Gefangennahme den Rath zukommen lassen, Frieden zu schließen. Außerdem hat Napoleoa an den gese^geben-den Körper eine Botschaft gerichtet, worin er sich bereit «rklärt. zu abdiziren. wenn Senat und Kammer dos als eine Maßregel itn Interesse Frankreichs ansehen. Nach einem weitere», den Lesern bekannten Telegramtne hat König Wil-Helm dem Kaiser Napoleon daö Schloß Wil dtlmshöhe bei Kassel zum künftigen Aufenthalts, orte angewiesen. Unter den erbeuteten Trophäen befinden fich hundert Kanonen, zwanzig Batterie» Mi tr a i l l eusen nnd znhllos» Kriegsvorräthe. Die erbe»ttete Offiziersbagage tvnrde den gefangenen Offizieren zurückgestellt. Die 3»ihl der gefangenen Franzosen tvird aus 80.00V Mann angegeben. >- Di«selben haben sich den deutschen Truppen ans Gnade und Ungnade ergeben. Der Enthusiasmus im deutschen Heerloger war ein grenzenloser, als Napoleon seinen Degen in die Hände deS König Wilhelm niederlegte. Bor MeK und Straßburg ist wie bereits gestern gemeldet, vorläufiger Was' fenstill stand. Bou den Landtagen Im dalmc,tinischen Landt age wurde zu letzt noch das verfassungslreue italienische Element vollständig eliminirt itnd die ^Bsreinigunsj mit Kroatien gefordert. Die Reichsrathswahlen fanden jedoch statt. Ueber den Landtag in Tirol wäre nichiS Neues zu »nclden. als daß diese schwarzen Czechen. welche, sich als die wcihren Vertreter der Meinung des Volkes ausgeben, durch die Begeisterung Lügen gestraft werden, mit welcher das deutsche Aemens die Siigc über die Franzosen tiusnahm; selbst Südtirol, diese s. g. Domänen des Ultramonta-niSmus bliel» hinter den freisinnigen Äunsbruckeln nicht zuiück. Diese Begeisterung gab sich in Freu-denkeuern auf den Bergen kund, trotzdem die k. und k. Behörden eine sehr reservirte 'Haltung ein nahmen. In Prag soll derHandelsminister Depretis den letzten Versuch unternehmen, die Feudalen ftr die Reichsrathsbeschickung zu getvinnen; als PressionSmittel tvird die Drohung tnit direkten Walilen gebraucht. Än der Adreßkoinmission ist der Gegensatz ztvischen der Linken und den De-klaranten schroff hervorgetreten, in Fol,,e dessen ruht die Thätigkeit der Atisgleichskommifsion; wie sollte diese auch zu einem Resltltate süt)ren wenn man den D utsäien zumutliet. die Delegation mit Umgehung des Reichsralhes direkt auS dem Landtage zu wählen. Die deutsche Minorität beabsichtigt eine eigene Adresse abzufassen. UebrigenS dürste vor Freitag keine Sitzung stattfinden; dann '.vird eS sich zeigen, ob d«k Berta-l^unz^ dcS ReichSratheS der Aegieru«!^ zum ersehn-ten Zi'le verhilfl oder nicht. Zwcif'l sind die^l-bezüglich sehr berechtigt. Die Triester Gemeinderepräsentanz hat als Landtag nur eine Sitzung gehalten, in tvelcher die Waljlen in den Reichsrath vor.enommen wurden; ders ll,e wurde hiemns vertaj,?. Der Görzer Landtag tvuide mittels Zu-schrift an die Depntirt n am 3 k». M. geschlossen. Aur Tituatio«. Mit großlr Spannung blickt die Welt aus die Folgen der Versammlung d^r deutschen Bischöse in Fuldt^. ivelehe ihre gemeinsame Haltnug gegenüber den Veschlüsskn des romilchen ttonzils berath tt. (Nar manche schöne Hoffnung kalbolischer Gemiither mag sich an di.se deutsche BischosS'ttonferenz knüpfen; wir aber gcstcl)en auftjchtig daß »vir- nicht im Stande sind, ur«S so ruhigen Träumen hn zugeben. Schon der Schleier deS Geheimnisses, der jrue Konferenz umhüll!, ist c,uS denselben Fäden der Geheimthnerei «ewoben. womit k^ie katholische Priesterschast iu Lehre und Ku tuS stetS mistertös, von jeher all ihr Thun und Treiben, ihre Pläne, ihre Stlkbungen. ihre Interessen umt»üUt hat. Wäee es un<^ aber auch gestattet den Schleier zu lüften, der dieFulNier Ko-tfer.nz bedeckt, wir glauben schtverlich. daß wir d^iS lenchtende Bild zu Sais erblicken iuürdel!. WaS haben sie d nn in Rom gcthan. »m das ganze Geivicht der deutschen Kirche in die rlinllsche Wagschale zu iverfen ? Mit ein Paar Rede.» und «in.m schw^.chherzigen Protest aus dlM Papier rechn t man in Rom nicht. Sagt man ober, die deutschen Bischöfe halten in Rom eben auch nichts Anderes vermocht, nun lvenn sie damals nichts vermochten, ivas werden sie denn jetzt, gegen d.is f?ut auszu- richten iin Staude sein? Werden sie den offenen .^amps gegen !l!om aufnehmen? Das ist von diesen Bischöfen nicht zu erwarten, die den Regen von Frner und Schwe-fel in Gestalt v in Suspensionen Exkotnnnikationen nndAl'se^nng tt zu sehr flirchten Utt> i!)re g salb' ten Häupter nicht gerne dcntselben lüSsetzen. Wir täuschen unS darum nicht, lvenn «oir auf die'Fuldaer Konferenz daS alte Wahrwort vom kreiienden ^^^er,ie anwende?i nntee »»«lchem endlich eine ganz lächerlich klune ManS ljervor-schlüpft und fürchten krinen Augenblick, daß die hochwürdigste Versammlung durch sine üt)eira-fchende große Tliat uns eil Dementi bieten lverde. Viel energischer scheint sich nach Bericht'« aus Florenz die italienische R-^gierung endlich aufzurafftN und die gegenlvärtige Minis'erkrisis »dürfte ten doch unvermeidlichen ^^'inMlnsch der italienisel'tn Truppen in Rom ^ntn Grunde haben. Die öffentliche Meinung von gatiz Jtalieu. begleitet von den Sympathien aller, die den Sturz der weltlichen Her»schaft des Papstes für eine anbedingle ernste Nothwendigkeit halten, drängt unaushalisam zur Vesitzergreifttug von Rom. Der Papst nimmt jedoch angesichts dieser Gefahr die umfaffendsten Maßregeln und seine Natli'^l'er ihn zur festen Ausdauer ermulhtgend. lafsut alles Verdächtige durch massenweise Ber-l»aftungen aus dem Wege räume«. Man sieht für Rom tvieder die blutige Zeit der Barrikaden lierankommiu. Mit dem Augenblicke der Gesan^nnaltme Napoleons ist auch der Umschivung im Verhalten der italienischen Regierung gegenüber der römlschen Frage eingetreten. Von allen Städten, iltsbesondere P rma. Neapel. Mailand nnd Turin laufen Telegr.'MMe in Florenz ejtt> des Sinnes, daß eine lveitere Verzögerung in der Besitznahme RolNk als Verrath an der Nation betrachtet werde. " i!^erufend auf unsere Original Telegramme, ist endlich daS langerwartete Ereigmß eingetreten. Die Kammer in Paris ist gefprengt, die Republik proklamirt und etne neue Regierung, b'stehend aus den Männern dcr Linken eingesetzt; unter dem Prästdinm Trochu's. der gegenwärtig mit diklatoiisch r Getvalt ausgerüstet, das fernere Schicksal Frankreichs und zunächst daS von Paris ln Händtn hält. Marb«»raer» ««d Provinzial» Rachrichten Marburg. 6. September. (Realschule. An das Bürgermeisteramt ist ein Schr ibe't des LandeSschulinspektors Dr. Wretschfo eingelangt, des Inhaltes, daß er in Wiieu heute (5. September) aus dem Munde deö MinisteiS erfahren habe, die Realschule in Marburg sei vom Kaiser genehmigt und werden im Heri ste die ersten drei Klaffen eröffnet iverden. Der Kvnknrs süi die Profefsorsstellen wird bald veranlaßt tverdui. (Berichtigung.) 3m gestrigen Leitartikel soll es heißen: erste Spalte 9. Zeile von oben: Mappen statt Wappen, und zlveite Spalte 14. Zeil' von oben: dentschen und italienischen Pro« viazen ein in seinen Grundsätzen billiges und in seiner Anlvendung u. s. w. (Ge lv e rbea n Meldungen) im Stadtbe« ^irke im Monate Augnst. Konzessio-ürte Gewerbe: WirthSgeschäste: Greiner Franz, Magdalena Vor-stadt Nr. 8. Krottmayee Josef, Mellingerstraße Ne. 96. Lubetz Josef. Kärntnelvorstadt Rr. 19; Packträger Institut Havliejek Wenzel. Stadt Nr. 209. — Freie Gewerbe: Matignago Peter. SchU' ster, Magdalenavorstadt Nr. 13; Verschleiß von Flcchtlvaaren und Kuchengeräthe»; Jakob Kau« pleslh. Stadt Nr. 118, Blasius Kauplesch. Gra-jervorstadt Nr. 12. Cezilia Lacher, Grazervorstadt Nr. 13; Möbelniederlage: Anton Wöfling. Stadt Nr. 113; Produkten Kandel: Mohor Stefan. Grazervorstadt Nr. 159; Greislerei: Koroschetz J0' Hann. Stadt Nr. 40. (Eilt Skandal in der Kirche.) In der „Konferenz'' des Pater Klinkolvström am 2. d. M in Laibach setzte es einen Skandal ab. Der Redner gab seiner Betrachtung über die Hölle eine jener bizarrell Wendultgen. die auf die Erschütterung des Zlverchfelles der Zuhörer berechnet sind. Seine Betveisführung rief ein schallendes Gelächtei l)ervor. Der Redner verwarnte seine Zuhöree iveglN solch ungeziemenden Benehmens. Da erscholl der Rnf: Hinunter mit ihin! und eS falgt^tt mehrere Ruse: Hinaus mit ilim! Hieraus Gemurre. IuSbeionderS zeigte sich die Frauenseite s.hr aufgeregt. PaterKlinko'pström ließ sich durch diese p inliche Szene nicht aus der Fassung bringen und führte die weitere Konferenz ohne UnsaU zn Ende. Nermischte Nachricht««. Dem V» r>!ehmeu nach hat der Reichs-Kri^gS- . minister v. Kuhn seine Entlassung eingereicht. (Zoll und S teue i^ lv e s e n.) Gegenüber der französischen Seite verfugten Aufhebung d.r Zollvereinsverträge iverde augeordnet, daß alle im freien Verkehre deS Zcillvereines stehenden Maaren zollfrei nach Frankreich eingehen. Dadurch ist auch das Tabaksmonopol bescilis.t; der Zoll auf französische Weine erhöbt sich civs 4 Tbl. per^ Zentner. (Personen- und Postvcrkchr zwischen Paris und London.) Aus London. 31. v.. wird st^schrieben: Das e.uS Calais in Dover ein. getroffene Postboot brachte die Meldung, daß der Personenverkehr von Paris nach CalatS gänzlich eingestellt worden ist. Nur die Post wurk^e be-fördert, die Passagiere für Calais mußten die Reise übrr Boulogne und Folkestone weichen. Aber auch der Pitrsonenverkehr zwischen Paris und Bonlogne soll em^^estellt wcrden. Aus Anfrage deS englischsn Ober.Postam»es ha» die sranzösischc Postverwaltung die Brrsicheiung gcgcbrn. daß sie im Falle einer zeitweiligen Unterbrechung des Poftverkehrs durch Paris Sorge tragen werde die Weiterb förderung d r englischen Posten so schnell und regelmäßi,, wle mö »lich zu machen und daß die einzuschlaxltnde Ronte bekanntgemacht nerden soll. Vom Bilcherttsch. iZine objektive Kriegsi^eschichtc. Die BerlagSbuchhandluttg A.Hartleben in Wien kündigt soeben das baldige Erscheinen einer Jllustrirten Geschichte des deutsch-stauzöstsche« Krieges von t87O, bearbeitet vom Histoi iker Alexander Kiql an. tvelchc in 16 reich illustrirtcn Heft, n ^30 kr ausgegeben werden soll. Verdient dieses l^ervor raaende Unternelimen einer öst'rreichischcn girnl an und siir sich fchyn unsere Ausmerksamkeit. so tl^ut dies in noch erhjth'em Maße der Umstand, daß jene Kriegsgeschichte, entgegen den bisherigen Unternrhmunt,.» di^srr Art, welchc an leidenschast. licher Ueberschwän,uichkkit leiden, einen würdit^en. objektiven leidenschastslosen Hintugrund l^abeu soll. Die Verlagt^buchhaudlung sagt im Prospekte: .,Indetn wir es unternahmen, eine popnliire Darstellung dtS neutsten. ll'UttrschütterndkN Zeit-ereignissrs zu veranstalten, walen wir uns der Schwieligkeiten dicser Aufgabe ivohl bewußt nnd mußten um so mehr bedacht sein, diese zu be-waltigen, als es sich uns in rrster Linie darum t^andelt. ein Geschielttswerk in des Wortes vollsier Bedeutung zu schaffen. daS den frischen Anprall der Ereignisse und daS stürmische Wogen der Leidenschaften weitaus überdaucrn soll. Wir lie^>en die volle Uebcrzeugnng. daß es dem Autor unserer Jllustrirten Geschichte des dcutsch französischen Krieges, der ti fe lnstorische Kennt uifse mit t.esalli^ikM feullletonislischrn Style ver bindet. geli.ig'N wird, seine schwere Ansgabe im Sinne unserer vorstellend ansgedrüekten Antenti-onen zu lösen und witderl)olen. daß wir keine auf Muthmlißungen begtiindetc und mit Zeitungs ausschnitten gefüllteTageschronik den Lejern dar bieten »vollen, sondern ein gediegenes. abger»»ndeteS Werk, welches, üb'r den Parteien stehend, in ob-j.ktivstcr. leidknschastSloser Weise und i», keiner Richtung gefärbt, allen Tlieilnehinkrn der jüngsten Ereignisse ein dauerndes Denkmal setzen soll " Gertchtshalle (Eine M i l l i o n u n te, schlage n.) Am 23. August wurde vor dem Pariser Gerichte der Prozeß gegen Tassius und Beckers »vegen Unter schlagutlg der ungeheuren Summe von beinahe drei Millionen Franks (beinalir eine Million Gulden) verhandelt. Der Angeklagte Tassius. seit vielen Äahrestät'gt. Ueuitlet » «. Z>ie Lieve des Deutschen. Novelle von z. Hörmeiier. xxvil. Aln obern Ende der Kajilte liegt ermattet im Winkl!, festgehalten durch cin quer vor^ie^o-gencS Tau. Donna Amelia. blcich ivie der Todesengel. aller gefaßt uno l) ureißend schön wi^ ilnmer ; ihr Arm umschlingt die liebliche Gestalt Mariettas, dcrcn Haupt trotz der Nähe des Todes und des Getöses alls Ermüdung in den Schooß ihrer Zchivestcr gtsttnk n. jchluinmellvs aber betäubt. Ihnen gegenüber liegt Lumley. mit einem so tiefen AuSdrnck von L ebe und l)offnungsloj»r Verzweiflung di.se für das Herz eines Vaters so schreckliche Gruppe anstarrend, daß jein Gestcht lvunderbar verändert und veredelt ivard. Ein ungeheurer Stoß erschütt-rt das Fahr zcUi,. -- ihm folgt ein langes, leises Schürfen, ivie auf Sand. Langsam nei n sich der Bau auf die Scite. Das Schiff ist eildlich aus den Grund ge stoßen und ilu Sande festgerannt, »vulige Faden vom schützenden Strand -, die Wucht der Wellen dreht es mit seiner Breitseite dem Lande zu und drückt es mit immer neuen donnernd^nn Schlägen sester aus die eine Seite. Daraus liat der Kapitänu gehofft. Einen der Matrosen sieht man dann in die kochende See springen, rineSchnnr mildem einen Ende um den nackten Leib geivuntieli ivährend daS andere an Bord bleibt. Dreimal wirft ihn das tobende M'er an dm Strand, zweimal spüleu die ruckkehrenden Wellen ihn tvicder zurück. DaS drittemal erst, von herbeigeeilten Küsten bewohnern mit langen Stangen unterstützt, gelingt em Braven das Wag»stück. Sogleich besestigen die Malrosen an das ^urückgeblt.dene Tauende ein »vriteres oünneS zivar aber starke» Tau. dess.n Ende sie um den einen Maststumpf schlingen. Die L^me auf der Küste zielten daS Tau zu Lande und die ReitungSbrückc ist hergestellt. Mit der nöthigkn Vorsicht kann eS nicht fkhlen. Der Kaptiän steigt nun in die Kajüte hinab, indeß seine Leute die Lücke beivachen. Wie ein rettender Engel erscheint er da unten denen, lvelche sich dem Tode verfallen wähnten, wie der Posaunrnton zum neuen Veben ruftn sie seine Worte. Ztvel und ztvei nur läßt er sie in langen Zlvischrnräumen zu Deck. Dort lassen sie stch an dem Tau. das bei der schrägen Lage des SchlsfeS den Meeresspiegel berühr», in das scichle Nasser hinab. Von den zu ^ande brausenden Welten »ver den sie dem so nahen Strande zugetritben, tvo starke Arme sie empfangen und vollends ber.^en. Schon ist der Strand mi» z'hlreichen Seret^ »eten bedeckt, immer heftiger drangru indeß die Wogen das kleine Schiff, und schon nahe ist der Zeitpunkt, tvo eS in Trümmer zeisch lltsein »mrd. die Passagiere drängen sich mit athemloser Eile dem helsellden Taue zu, t>nd bald I'leil?» uur Lumley mit seineu Töchtern zurück Der Schiffskap'tän m. hnt sie zur Eile, noch dringender jedoch treibt ein verdächtiges Krachen und Knistern im Schiffskörper, ab.r umsonst, der Vater will sich von seinen Töchtern. d!e Schive^ stern von einander nicht trennen. „Sie stirbt, wenn ich sie verlasse, und ich iiergehc in Angst um sie, wenn ich nicht l^t ihr bin." sagt aufgeregt Donna Amelia. „Bon Amelia kann nur der Todt mich trenneni" ruft eonvulsivisch schluckend und sich an die Schlvesttr pressend Donila Marietta. Endlich willigt der Schiffskapitän ein, daß tiotz der geringe«» Stärke dcS TaueS sich Bater und Töchter zugleich ihin anvertrauen. Zuerst läßt Lumley sich hinab, ihm folgt halb bewußtlos Mari.tta. dann Amelia. (Forts.tzung fol^t.) (Nachtrag.) Neueste Nachrichten Die Kaiserill Eugellie ist »inter großer Gefahr durch die (Äesandte»» Fürstei» Metternich nnd Herrn v. Nigra aus den Tuilerien erettet worden, ulid haben ihr beide Herren llr Flucht verholfe»». Marschall Mac - Mahon ist an seinen bei Sedan erhaltenen Wmlden gestorben, Can-robert verwundet. Montmedy wird bombar-dirt. — Die französische Flotte soll Ordre be-omme»» haben, »mch der Bucht voir Kjöge zu teuern, um sich dort zl» sammeltl. Hriginat-Tetegramme. Paris, 5. September. Die Republik lvurde in allen großen Städten Frankreichs proklamirt. Außer den bereits bekaitnten Namen traten in daS MiNtst ritlm: Fourichon fnr Marine. Cremieux für Justiz Picard sür Finanzen. Simon für Un-terricht. Dovrient für öfftlztliche Arbeiten. Maq-nin für den Ackerbau. General Trochu erhielt Vollmachten zu Maßnahmen für die Nationai-Bertheidigung. Weitere Crilenttuus^en sind: Etienue Arrago zum Maire von Paris. Baisson und Fla<^uet u MaireS-Adjunkten. Lamierfür Personalien und as Kabinet im Jnnertl-Min.sterilem und endlich ^teenaecket zum Direrktor der französischen Telegrafen. DaS S'tzungslokale des gesetzgebenden Körpers lvurde änitlich geschlossen. Es herrscht ü! erall Ruhe und Ordnung. (Aufgegeben in Wien »n, b. September 1Z. Uhr 55 Minuten Nachlnittag. — Angekommen in Marburg am Septemlicr.. 7 Uhr 50 Minuten Vormittag init dem Zusätze': „Wegen Geimtter verspätet".) Paris, 5. September. Heute wnrde di' Nepnlilik proklamirt. E>ne Proklamation der provisorischen Regie-rung löst den gesetzgebenden Körper aus und dankt den Senat ab. Dieselbe eotlzält seliier ctne Alnuestie für alle politischen Verbrecher, und gibt die W aff e nfa !' r i k a t ion und den Wasse n-Handel fre'. Die republikanische Regierung ist in betann ter Weise zusammengescht. Trochn ivurde zi» m Prnsidenleil gewählt. Rochefoil ist nicht Mitgli,d der R e-gierun g '^). Paris 5. Septelnber. Prellßische s'.eluireur» zeigten sich liei FöS-mes und LonvoiS. Die Kaiserin n g enie leiste gestern nach Belgien ad. Wir hatten dies,- Nachricht mit Zweifei auf qenommkn Die Red. ! Geschäfts ALit««g. AiIIa «jielles. Dem Beis^hm^n nach dürfte trotz dtm von einigen fich gut unterrichtet dünsenden Blättern dehaupteteii Vegentheil die KinonKoperation der Regierung die Höhe von 50 Millionen überschreite,i; so fordert der Kriegtminister für den Krieg in Dawatien und di« Unge-leitete „«riegSbereitsckaft" 60 Millio«eu. S» dürfte dem. nach, NM effektive 60 Millionc» nufzubringen. eine Kredit-liperotion per !00 Milliotten uötbig sein. (Slhivebende Staatsschuld.) In der Hauptfnmme licit die schwebende Staatsschuld gegen den Bormonat nur eine geringfügige Aeliderung, ein Plu» von l? fl. erfahren. Dagegen ergeben sich bei den einzelnen Adtheilnngen sehr wesknNiche Vlnindeiiingeii. circiilirenden Salinenscheine l)aben NM nicht,reuiger alö 1v.!b0.20v fl. abgenommen, nnd wurde sowohl dieser «uSfaN, als auch der bei de» Münz-schei,?en eiligetreteiie im Betrage von 16.895 f!. durch die Mehrausgabe der förmlichen Staatsnoten gedeckt. Von denselben befinden sich heute 329., Millionen im ttmlause, u n I0.l67, 06 weniger als in Ende Juli. An Salinenscheinen sind derinalt'n noch im Umlanfe 76.866.632 f!. 5.0 gegen circa 99 Millionen im Beginne de» Jahre». Voni öuerr. Geldmarkte. Wenn wir den oben niitgeil,eilten Aiwwei» über die schwebende Schuld betrach-ten, fühlen wir un» zn dem AnSspruche gedrängt, daß die Lage de» GeldMrkte» unerquicklich ist- die Staat»,,oten-menge, in Folge de» RückströmeuS der Salineuscheine in stetcin Wachsen, mnß eine Verschlechternng dee Balnta mit sich bringen; tritt nun noch eine Kreditoperation der Re. giernng, wie wir solche in «»»ficht haben, hinzn. s» wird gewiß der Geld- und Kapitalmarkt in Oesterreich empfind« ttch qetroffen. Mag dieser nun seit S Jahren bedentend gewachsen sein, iniig man in Rücksicht ziehen, daß die Re-giernng schon lange nicht al» Borger auf den Markt trat, eine» bleibt gewiß. der in Au»sicht genommene Export wird nicht dte AnSdehnun»^ früherer Jahre erreichen, in Folge dessen weder die Valuta sich besonder» bessern, noch für den Rational. Wohlstand ein Crs.ch für d^e ihm mittelst unproduktiver Au»lagen entzogenen Mittel geschassen werden. Wiener - Frnchtborse. Bei gehemmter Kanflnst in Folge der politischen Verhältnisse zeigte sich,j«in lebliqfte» ?lu»gebot, nachdem Auftrage vom Au»ltnide. au»bleib'n, fehlt der Spekulation jeder Anhal»»punkt. Nnr der Kon» snm bewirkt schwachen Verkehr. Weizen bei .entspseche,»dem umsähe in Folge zahlreichen Au»gkbote» um 1ü kr. billi. aer. Korn sian und nm 10 kr. billiger erhältlich Mai» vernachlässig». In Hafer starke» Au»gebot pnd die Preis-' lim 20 kr. pr. Mehen billiger. Weizenmehl ohne Frage. Wien, 5. September. (Conr»bericht.) Die neuesten Ereignisse in. Pari« beuttruhit.ten die Börse und alle Papiere erlitten namhafte Cour»7erluste. Aktien 1—3. 5. — 12 fl. 'nnd Stordk»ah„aktien 2°/, ab. Renten nnd Lose fielen um blo» Silber-Priorität»: Obligationen behaupteten si.l^ verhältnismäßig fest. Fremde Wechsel und Comptanten veitheiierten sich um Oriaiiiat Cours-Ttlrgramm. Z Uhr NaedmittGst i j sl kr Eii,s)eitlichc StaatSschnld in Aoten .... 3S detto detto in Silber .... 90 l8k0er Etaat» AnleliettS Loose......90 — 1864er detto ......IN 25 Bank-Aktien............691 — Eredit.Aktien ...........248 - Angls Bank Aktieu..........217 25 S»aat»bahn Aktien....................346 — Stordbahn-Aktien...... . . . . 199 — Franz.Iosef.Bahn Aktie»........N9 .^0 Rndolf-Bahn-Aktie».........157 50 Frankfurt am M^nn.........10» 50 Lvmbarten............191 50 Credit-Loose............lü3 ü0 London..........................125 75 Silber..............123 50 Vapoleond'or»........... K. k. Münz-Dttkaten..................5 95 Verkelir still. Lotto-Aiehungen am September. Triefte 14 3? 43 !iv 24 Lniz: ? 7k Kl II 34 Beleuchtungs - Kalcndcr. Marbttlj^ 6. 5eptcttt!'si. Beleuon 0 d bi» 0 l» Wasserstand deS Diaufliißes am 6. September Morgen»: 3 Fuß 7^^ über dem 9!uIIpunkls. LvrryMöiäßr U li »«r ^nk«rt>UI»»U in sokr gro8««r Aus««I>I üaunend MiPi, preisen dei 8rkvilil. Nr. 15.161. SS7 Freiwillige Realitäten- und «tahr-I iWn - Versteigerung. > Von ddm k.' k. BeMsgtrichtt «Marburg wird bekannt gegeben, es sei über Ansuchen der Esben nach der am 5. Mai 1870 verstorbenen Marie Pesseg die freiwillige versteigerungsweise F^ilbietung der zum Berlasie der letzteren ge-, hitrigen Realität Haus-Rr. 1 ad Melling und der Verlaßfahrnisse, bestehend in Haus- und WirthschaftSeinrichtung bewilliget und zur Vor-' nqhme die Tagsatzungen auf Iv. nnd 24. September d. A. Vorinittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittag v^n 3 bis 6 Uhr im Orte der Realität angeordnet wordelt. Die Realität Dom. 1 ad Melling H.-Nr. 93 iil Marburg liegt an der Mellinaer Hauptstraße nächst des Eisenbahndammes, besteht aus Z ebenerdigen Wohngebäuden mit s Zimmern, 4 Küchen und 2 Kellern, und einem.Wirthschasts-gebäude. Aus dem an der Mellinger Hauptstraße liegenden Bauplatze, Parz.-Nr. S1 a und d mit 150 Quadratklafter, ans. der GartLN-Parzelle Nr. 126 mit SS9 Quadklst. »ind aus der Ackerparzelle Nr. 125 d mit 1 Joch 250 Quadklst., und ist der Nähe des Stationsplatzes wegen zu jedem Gewewerbsbetriebe vorzüglich geeignet. ^ Die Realität wird um den gerichtlich erhobenen Schätzwerth von 11.728 fl. 20 kr. ausgerufen, jedoch behalten es sich die Erben bevor, bei der Lizitation eventuell deil Ausrusspreis zu ermäßigen. Jeder Lizitant hat ein Vadium von 10 Prozent des Schätzungsiverthes im Betrage von 1172 fl. Oest. W. zu Händen der LizitationS-konlmission entweder baar, in Sparkaffe-EinlagS-bücheln oder in öffentlichen Obligationen nach dem Courswerthe des der Lizitation vorhergegangenen Tages zll erlegen. Die übrigen Lizitationsbedingnisse utld der Grundbuchsextrakt könneil beim k. k. Notar Dr. Mulle als Gerichtskommiffär eingesehen werden. Marburg am 30. August 1870._ t k s' an alle patriotische» Defterreicherk Mtbürger! Patrioten! Die unösterreichte, von den momentanen Erfolgen eine» gewissenlosen Prätorianertdum» im Staube liegende, die Zwietracht unter den österrelchifchen Völker« mit Absicht ' Vli.ci.c^e Haltung der meisten Wiener Journale hat nns oet^ittt'ipt, ei» »e»e», große», politische» Journal zu gritv den, welche» ehrlich und entschieden für Oefkrreich eintre-ton und ein Organ aller patriotischen Oefierreicher sein wird. Diese» I»urnal wird täglich in doppelt so großem Formate al» die „Pressen" erscheinen uad wird hei^n: it Nicht zu übersehell! k l Beehre mich anzuzeigen, daß sich mÄn ZoM- untt SiKermllurell-geschäst - nicht^ Mehr in der Postgasse, sondern V«rg» ! platz Rr. 11 vi«-a-vi8 des Herrn Nasko'schen Hauses sich befindet, und empsehle mich mit einem Sortiment von Gold- und SilberWaaren, . übernehnle jede in diesem Fach vorkommende Arbeit, welche aus das bestmöglichste und schnellste bei mir verfertigt wird. Tausche altes Gold und Silber ein. Inden, ich für den bisherigen Bedarf der ?. '1'. Kunden freundlichst danke, bitte auch fernerhin das Zl,trauen zu schenken, da ich Alle» alisbieten werde, um die geehrten.Kunden zu erhalten. — Achtungsvoll (632 C. Schwidl's Erbt. Nr. 4S47. («S4 AonVurSauSschreibuug. Bei dem Stadtamte in Marburg ist durch detl' Uebertritt des bisherig?« Amtsvorstandes in den Staatsdienst die Stelle des politischen Amts-> leiters in Erledigung gekommen. Zur Besetzung dieser Stelle, ntit welcher ein jährlicher Gehalt voil 1000 st., eitl Quartiergeld jährl. 200 fl. und eine dreimalige Quin-quennalzulage pr. 200 fl. nebst der PenstonS-^ fähigkeit — ltnd zwar beim Uebertritte allS dem Staatsdienste mit Einrechnung der in demselben zurückgelegten Dienstjahre verbunden ist, wird der Konkurs mit dem Beifügen ausgeschrieben, daß Bewerber hierltm ihre mit den Beweisen ihrer Befähigung ^uin politischen Ver^-waltungsdienste und il)rer bisherigen Dienstleistung belegten Gesuche längstens bis 3V. September d. ). bei dem gefertigten Stadtanlte zu überreicheil oder portoftei anher einzusetlden haben. Ttadtamt Marburg am 2. Septenl-ber. 1870. Dex Bürgermeister-Stellvertreter: K. Stampfls Verantworiliche NedaNion, Druck und Vertag Eduard Zanschitz Die erste M«m«er j erfchetut a« IV d. M An alle gnten Bürger de» Baterlande» wenden wir UN» mit der Vitte, unser patriotische» Unternehmen zu »lnterstüKen. Die Sache Oesterreich» ist die Sache der wahren Völkerfreiheit. Wer die Freiheit wahrest liebt, kann nie nnd nimmer wünsche«, daß uns«r« Moaarchie, i^elche liernfen ist. da» friedliche und atdeihNche Nebenei-iianderlebtn verschiedener Völker zu verwirklichen und hiemit eine» der erhabensten Probleme der Civilisatton »u lösen, jenem militärlschirn Despotismus dienstbar gemacht iverse, Ser immcr drohender sein Haupt in ituropa erhebt. N 'ser Journal wird in jeder Beziehung allen Aufor. öernnge» entsprechen, die man an ein großes publizistisches Organ stelle» kann Durch unsere Bewindungen mit den ljervorrageiidsten Politikern nnd Parteiführeen Oesterreichs werden wir in der Lage seiu, stets zuerst die wtchtigsteu und iiiteressa»teste» ?Iachrichten zu verösseutlichen. Uasere kedaktt«« »»d ! ßch PraterstraH« Rcr. wohi» alle Briefe zu adresstren find Die Prüi«iatrati«s»rtist ßeö: Ganzjährig ......14 fl. 40 tr. Halbjährig......7 „ 20 „ Vierteljährig.....3 „ 60 ^ Monatlich .....1 ^ »0 „ «Rio H». Ganzjährig......IS st. — tr. Halt'iährig ...... 9 „ Bietteljährig.....4 ^ 50 Monatlich......1 „ S0 Mtbürger! Patrioten! Ver ein guter Oefierreicher. wer ein ivahrhafter Patriot ist, wird kein andere« Wiener Blatt abouuiren, als dasjenige, zu dessen Herausgabe stch die Nnterzeichnetei» vereintet haben. ' ien, Anfang» September 1870. AvItiPf« pätrivtvn. ^ 7 >WM!j F^in KlaviermeiAer wünscht gründlichen ^5^ und schnellen Unterricht ganz nach eigener Methode zu ertheilen. ' A« vergeben : /Kine Wohnung mit zwei möblirten Zim-V mern. Mehrere Gewölber auf sehr guten Posten. ^Qin Lehrjuage wird für eine gemischte ^ Waarenhandlung am Lande gesucht. erkaust wird ein Haus in der Stadt unter ^^sehr vortheilhasten Kaufbedingniffen. Lehrju»>ge, «velcher der deutschen und slovrnischen Sprache mächtig ist, wird in ine Sp.zerelhattdlunst ausgettommen. ine taulionesähiAellnerilß, die zualrich die Küche über lntt, wird in »in gangbares nderl. Burgpltitz „zur Sonne". - 630 »I, viarburg. kl. L.