' _ __EINZBLPIBIS: wockcirttf* tt Iff A SaMtag-foaatof Ii ÜHarburgtr Leitung Amtliches Organ cl e t ^^ra^Steirisehen Heimatbundes Verlit und Schnftleltuos: Marbart t.d. Drau, B^diast« Nr« (* Paranifi 3S-67 ürscbaint v6cb«ntlicb sechsmal als Morgtnititunf (mit Ausnahme der Sonn, und 25^ 25>69. Ah IBJÖ Uhr ist die Scbriftleitang nur auf Famruf Nr. faiertac«). BeiUKSpriii (Im voraus cahlbar) monatlich RM 3.10 einseht. Postge- irrsichbtr. Unvarlangta Xasctariftaa wtrdas nicht rQekgasandt *- Bei bühr: bal Lisfemni im Streifband zuiflrl. Porto; bei Abholen in der Qesehäftsstelle Aofraeeo Ist daa Ikflokportd btizulectn* ** PoatschackkoQto Wlsn Nr. 54.60S RM 3.—. Attreich durch Post monatlich RM 2.10 zutQgl 36 Rpf. Zustellgebühr 9tr. 279 OVtarburo-'Srau, 2>i«Mtoo, 6. ORobtr 1943 83.3a1^rgang Im September 35 Sowietschifle versenkt Weltera Forlichrille In StaNngrad — towiauKavallartoragimcnt nordestwMrit Motdek iMfKhIagen — AngiUt •UdMiwan« det Hmm-Sms •chr«ii«t feit Ptthrarhauptquartier, 5. Oktobsr Daa Oberkornfflando dar Wtkraaokt gtkt bakann«: In Ndfdwsattoil dtt Kaakaiw sid iMllofe das T#rak wirtai dSitaalM Tn|tM ut^r-atiut darok Vtiblnd« dtr LulWiHa, da« Fetad tm Bvsksr^ Süd WaMaMiMam* Nord» ftitwirla Möidök w«rdt dis Mtalg alnaa M*" wftilaefetfl KaYillarleradmasia ttrscidaiai. Mabrara Haodarta OalMgtse wardan alnft-brackt Im Halaa Tsapa# bastbldlgtai Ka«pfllagta«g* 8ow|«tl«akar von TlMbrii la Kaaior aai Stallngrid lilimes latent«* ria« und Patizanrarbiada Ifl «oimi Zaaam-Mirirkaa alt Nahkaapffiiagarkriftai In kartol^kigai Hlusarkiopisii willara Tailt das sördlickai StadlgaMatM. Dls ^wlala MIttaa koke blutig# Varlaaia* seus Paniar wurden abgeschoaaan. Nlektlldw Bombaa-angriffe richteten alch gegen aowletiscke Flugplätze. Artilleriestellungen and Bahn-streckM ostwirfa ddr Wolgi. Bei vsrgablichin Abgriffen tsgan den Brückenkopf Woronesch verlor der Feind in den letzten beiden Tagen 21 Panzer. Die eigenen Angriffe südost^lr^s des Ilmet^-Sees machten auch gestern gute fort-söfiritta. OftsebiftdP tmrdeit gfattthlit Und eiflgtschlössen« feindliche Kräfte vernichtet. An det Front twlscheö oberer Wölga nnd Ladogi-See serstörten eigene Stoßtrupps eine größere Anitahl feindlicher Bunker und Kat^pfMinde. Auch die Luftwaffe letzte ihre Angriffe gegen feindliche Bunker, Panzer und Tnippenansammlungen fort. Im Finnischen Meerhusen wurde ein Räumboot durch Bombentreffer beschldigt. In Kiapl gat«s dl» ^wlaiailoa kat dia deutsche Kriegsmarine Im totember loi Schwarzen Meer durch Scbaallboota 24 Sekifl« oilt aaaaninta 42 SOS brt la dar Oat-stb tifl Ufltaraoabodt aid Üs ilflaenaaekbod« vorsoakt. la gMchoa ZMtraan verlMklb dl« Loftwaff# la ickwaftaa Meer. i«f dir Wolga ttod aaf den Ladoga*S«e elf llaa* dolsschirfa nnd beackldlgte 29 Schilfe aowla ala Scbwimndock. Aa Krtatefahrtaygan wurdan «In Kanonanboel« «In Torpedoboot« ala Rfiuaboot and ein Bewachar versankt, zwei MIaensuchboota, drei Kaaoa«flboot« and vl«r Itowacber baackidlgt Vor der niederlindi.^chen Küste hatten MU nensuchboote in der Nacht, zum 4. Oktober ein Seegefecht mit britischen Schnellbooten, die durch wirksames Artilleriefeuer vertrieben wurden. Bei den Kämpfen an der Don-Front fand der Kommandierende Qeneral eines Panzer-li« gaaUlaeo Kioipfa in Stalingrad standen im 2eichen Kühner VorstAfia dautacbar Pan-aervarbftnde im nördlichen Stadtgebiet. Mach Auascbaltang dar feindlichen Artlllerla durch Bombenaagriff« der Kampf- und $tunkampf* flugzeuge rollten die deutschen Panzer- und ttunogaaebOts« aitun in daa Kuinanfeld hinein und warfen den Feind, der flüchtend zurückging. Auch am Stadtrand trugen deutsche Panzer ihr« Abgriff« vor. $1« nahmen die zu Stützpunkten ausgebat^ten Anlagen eines Staatsgutaa und kimpftan dabei neun feindliche Panzer nieder. Schlacbtflieger und Jäger, die in Luftkimp-fen aecha feindlicha Flugzeuge abschössen, halfen bal der Sicherung dar errungenen Erfolge durch Tiefangriffe gegen feindliche Reserven, die sich zu Gegenstößen anschickten. Weitare Kampffliegerverbinde griffen die Bahnatrecken am Unterlaul der Wolga mit Bomben an nnd verbicbttten elf Matarial-und Betriebaatoffzüga. iMtoliwi Inmmnkf tiiir wwmiiipwf vwi flnriirusc Dar Von den flautachen Truppen im Stunn ganommana und Im gaatrigen Wehrmachtba* rieht arwlhnte Ort Elchotowo liegt an der wichtigen Eiaenbahnlinie Rostow—Baku. Unmittelbar hinter dem Bahnhof durchschnei- det die Strecke die vom Terek hi daa Ka-bardiner-Gebirge geschnittene Tatartubskoje-Schlucht, deren ateile Felswände den Bahndamm um 360 Meter überragen. Außerdatt iai Blchotowo der Ausgange-punkt der Kilometer langen Osaetinl-sehen Heerstraße, die von hier aus über Ala-gir, durch daa Tat des Ardoa und über den Mamison-Paß nach Kutais führt und neben der Grusinischen Heerstraße dia einzig brauchbar# Ubargangsmöglichkelt über die gewaltige Biamauer das Zentralkaukasua Ist. Alle übrigen PAsse liegen durchweg über 3000 Meter, aind verschneit und vergletschert und in den Schluchten vojp Verteidiger leicht zu sperren. Elchotowo ist Rayonzantmm, was etwa dem deutschen Begriff einer Kreisstadt gleichkommt Dia vorhandenen kleinen Industriebetriebe haben nur örtliche Bedeutung. Eine Ausnahme bilden mehrere Konservenfabriken, in denen die reichen Erzeugnisse des in der Umgegend betriebenen Obst-und Gemüseanbaues verarbeitet werden. PeimHiclm B-Boot nrseskt Rom, 5. Oktober Der Italienische Wehrmachtbericbt gibt bekannt: Der gestrige Tag vertief an der gansen ägyptischen Front ruhig. Im Luftraum von Malta wurde von deut-sehen Jägern Im Luftkampf eine Spitfire ab-gesclrossen« Das Torpedoboot »Libra« unter dem Befehl von Korvettenkapitän Carlo Brancia dl Apricenca versenkte ein feindliches U-Boot, Itob grOsskr fieHideschwIerigkeiten Oit Kimpfe im Nordweittell det Kaukatua — Luftwaffe seritörte 135 Laitkraftwagen — Stetiger Gelitidegewinn Berlin, 5. Oktober Im Nordweattell des Kaukasus lösten am Sonntag Angriffe der Meeres- und der Luft-waffenverbinde einander ab. Hierbei verloren die Bolschewisten viele hartumkämpfte Stellungen. Der heftigste Kampf tobte nach Meldungen des Oberkommandos der Wehrmacht um erhöhte Bergstellungen. Aus den wie Schwalbennester an die Felswände angeklebten Häusergruppen beherrschte das Feuer der Bolschewisten das gesamte Vor-gelände. Durch die Granaten der Artillerie nnd die Bomben der Sturzkampfflugzeuge wurde dieser Stütxpunkt sturmreif gemacht, von der Infanterie im zähem Kampf genommen and gegen alle Gegenangriffe des Feindes gehalten. 1500 Minen ausgeräumt Südlich des Terek hatten die Bolschewisten das KampfMlände mit Tausenden Von Minen verseucht. Schon beim Angriff auf CIchotowo mußten 1600 Minen aufgespürt und unschädlich timaChl Warden. Auch durch Bunker, KatnpT* Süd Pantergriben sollten die vordringenden deutschen Truppen aufgehalten wefdefl. All« diese Hindernisse wurden jedoch trots feindtlohen Widerstandes durchstoßen. Dl« I^ftwaffe richtet« Ihr« Angriffe IS diesem rföStabschnitt vorn«hmIlah suf den Verkehr hinter der feindlichen Front Durdh Bombentreffer Wurden IIS Uistkraftwagen vernichtet Ihre Trümmer versperrten die schmalen Oebirgsstraßen, die vod der eben* falls I6hwer titf'offenes felndllölSti Flak nicht gelchotzt werden könnten. Boab«n aal Taspe« Die Hafenanlagen von Tuapse wurden ebenfalls stark angegriffen. Immer wieder durchbrachen Kampf* und Sturekampfflugzeuge die Sperren der bolschewistischen Flakartillerie und warfen Ihre Bomben ins Ziel. Bei Durchführung Ihrer Angriffe wurden die Kampfflugzeuge von Jägern gesichert die acht feindliche Flugzeuge tum Absture brachten. Sinnlose Kavallerlaangrllla Da die Bolschewisten wohl erkannt hatten, daß sie das Vordringen der deutseben Truppen Büdlich dea Terek nicht sa bemmeu vermögen. versticnten sie gestern in dem Step- penland nördlich des Terek. Kavallerie >u Entlastungsangriffen anzusetzen. Die Absicht wurde aber rechtzeitig erkannt, Deutsche Kampfgruppen, die aus verschiedenen Richtungen vorgingen, zerschlugen die bolschewistischen Schwadronen und machten 400 Gefangene. Nur versprengte Reste der feindlichen Kavallerieeinheiten konnten sich durch Uberstürzte Flucht der Vernichtung entziehen. Frontv«rb«8serungen aUdostwärta Rsdiew Im Raum südostwärts Rschew wurden die deutschen Angriffsunternehmungen zur Verbesserung des Frontverlaufs fortgeführt Hierbei verloren die Bolschewisten wieder über 500 Gefangene. Etwa das Doppelte an Toten, ferner 15 Panzerkampfwagen, 38 Geschütze, sowie 99 Maschinengewelire und Granatwerfer. D««Uck« Vorstöla an lln«o-S«« Südostwärts des Ilmen-Sees führte am 3. Oktober örtliche Angriffsunternehmungen zu weiteren Erfolgen. Die in diesem schwierigen Waldgelinde mit zäher Ausdauer kämpfenden Infanteristen nahmen im Zusammenwirken mit SturmgeschUtzen mehrere hart umkämpfte Stützpunkte des Feindes und schufen durch Bildung von Brückenkopfstellun- }en die Baals für weitere Vorstöße. An an-erer Stelle dt«se8 Frontabschnittes wurden bli in den späten Abend hinein hartnäckige Gegenangriffe der Bolschewisten abgewie-een. ftia aatlf«r M«ld«glas«r Nadbiam slls Tagesangriffe d«i Feindes vör den deutaohen Kampfgräben verblutet Waren« versuchten größere bolschewistische Schützenabteilungen einen nächtlichen Handstreich. Schot) hatten dia Spitzengruppen einen Bahndamm unbeobachtet erreicht und waren eben im Begriff in den Graben zu springen« als ein einzelner Meldegänger schnei entschlossen den Kampf aufnahm. Seine er^e Handgranate setzte die vier vordersten Bolschewisten außer Gefecht Dann warf er aus der Deckung des Bahndamms Handgranate auf Handgranate in die nachdringenden Massen, sodaß heim Feinde wilde Panik entstand. Durch den Oefechtsiärm alarmiert, kamen ihm Kameraden zu Hilfe, sodaß der feindliche Vorstoß scheiterte. Frankreich im Umbruch Von Joaef Berdolt, Pari« Noch dem katastrophalen Zusammenbruch der fra.nxöatachen Krlegapolltik war ea augenfällig geworden, daß der nachfolgend« iimerpolitiflcho Umbruch, der sofort ein-aetate, ein totaler aeln mliase. Die alten par-lomontarlach-demokratiachen Partelen «ind awar auch heute noch nicht geaetzlich auf-gelöit, aber aie aind pr&ktiach bedeutungs-lo« geworden. Nicht nur, well ihre Betätigung in gatm Franlirelch verboten iat, aon-dem vor allem deahalb, weit ihre Schuld am ZSuaammenbruch zu offenaichtlich geworden war. Sie verloren ihre Existenzberechtigung automatiach. Oleichaeitig manifestierte alch der neue Staat, der in Vichy aua der Taufe gehoben wurde, ala ein autoritärer, der dia Demokratie rÜokhaltJoa ablehnt Die Forderung nach der »Einheitapartei« (Parti uni-que), nach der Staatapartei, wurde allgemein erhol>en. Ihre Aufgabe aoUte aeln: die politiache Organlaatlon und Auarichtung det Volkea und die Brücke zwiachen Führung und Volk henaiatellen. Dleaea Ziel iat, obwohl aifrigat eratrebt, bifl heute noch nicht erreicht. Und zwar de«, halb, well ea an welttragenden, achöpferi-achen, zündenden Ideen fehlte. Man wollt« eine Revolution von oben dekretieren, aber man hatte keine klare Vorstellung der Ziele. Gewiß, man war aich darüber klar, daß die blaherlgen unheilvollen Kräfte, die Frankreich in den Abgrund geatoßen haben, un-achidllch gemacht werden mUsaen: Freimaurerei, Judentum, Kapitaliamue, Abhängigkeit von England, Klaaaenkampf, Kiommu-nlamua, Demokratie uaw. Man ging auch ana Werk, dleae Seuchen auazurotten. Aber die an sich — zumal nach einem aolchen Zusammenbruch — selbstverständlichen Maßnahmen konnten doch nur die Bedeutung voa Aufräumungaarbelten haben. Sie waren nocli kein Neubau. Sie wurden auch durchaus nicht allgemein begriffen, aelbst nicht einmal durchweg von den jetzt Führenden. Ea fehlte eben die Partei, die revolutionär« Volksbewegung, die nicht nur dia Laater der Vergangenheit, den Schutt dea langen Irr* wegea ^eht, aondem auch den Weg zu neuen Zielen kennt und au zeigen versteht. Vichy gründete 1940 die »national« Samm« lungabewegung«. Sie aollta die erwähnte Einheitapartei werden. Aber schon die Konaep-tion war falach. Wenn man nur einfach Zulauf aammeln will, wird da« Ergebnis ein Haufen vcn Menachen aein, aber niemala ein revolutionärea Kampfinstrument zum Neubau der Nation. Und achcm der Zulauf blieb aua. Auch ein eigentlicher Chef war nicht vorhanden. Daa Konkurrenzunternehmen, daa in Paria unter dem Namen »Volksnationale Sammlungabewegungc gegründet wurde, hatte zwar Zulauf, aber da auch aie nur »aammeln« wollte, blieb auch ihr eine be-deutaamere Zukunft veraagt. Aussichtarci-eher erschien eine weiterer Versuch zu »ein, der von Vichy unternommen wurde. Die Schaffung der Kriegsteilnehmerlegion hatte rein zahlenmäßig ein gutes Ergebnis gehabt. Schon nach einigen Monaten hatten sich fast eme Mülk>n ehemaliger Teilnehmer der l>ci-den Kriege zuaanmiengofunden. Aber ee neigte aich bald, daß diese Menachenmasse politisch genau so wenig auagerichtet war wie daa ganze franzöaische Volk, Die Kriegsteilnehmer, die aua den verschiedensten Lagern gekommen waren, erwiesen aich nicht nur ala aktionaunfähig, sondern es Uberwogen die reakticMiären Kreise sogar in der Führung, die inzwiachen überdies abgelöst werden mußte. Indeaacn war die Hoffnung, daß aus dem SoldAtentum und aua der Kriegskameradschaft neue Kräfte kommen könnten, nicht gans unberechtigt. Denn aua dem Meinungs-chaoa der großen Maaee trat ein «inaelner Frontkämpfer aichbar heraus: Josef Dar-nand. Er wählt« in Nizza aua der dortigen Gruppe der Kri^teilnehmer eine kleine Schar glelchgesinnter Männer aua und achuf einen gutdiaziplinierten »Ordnungadlenst« (»Sol«), dem die Aufgabe zufallen sollte, zunächst die Legion und darUber hinaua daa ganze Volk au revolutionieren. Laval hat diese Bestrebungen aufgegriffen und Dar-nand zum Delegierten der Legion bei der Regierung und zum Stabschef des »Sol« bestellt, der inzwischen auf das ganze unbesetzte Frankreich auagedehnt wurde. Der »BoU umfaßt heute etwa 30 000 Mann, die gut diasiplinleK und auf das Wollen ihrer Chefs auagerichtet sind. In den Reihf«i de« »Sol« sind zum Unterschied von der Kriegsteilnehmer leglon keine Juden. An politl« Seife ^ >Marburc;er Zeitung« 5. Oktober 1942 Nummer 279 sehen Gedankengut vertritt der »SoU die Idee der autoritären Staataform und eines revolutionär nationalsozialen Programms, das Frankreichs Eingliederung In den Rahmen des neuen Europa ermöglichen soll. Vielleicht werden hier tatsächlich erste Anfänge einer innerpolitischen Neuordnung erkennbar. beschränkt allerdings auf das unbesetzte Gebiet. Darnand ist Jedoch nicht der einzige, der mit einer aufbauenden Bewegung in die Öffentlichkeit tritt. Seitdem das Schlagwort der »Einheitspartei« gefallen ist, wird ein zunehmender Eifer vieler politischer Kräfte, die die »Einheitspartei« darstellen wollen, erkennbar. An erster Stelle Ist Jacquea Do-liot mit seiner »Französischen SoziaJpartei« zu nennen, die schon vor dem Kriege autoritäre Ziele leidenschaftlich verfolgt und die Vcratändigungsniöglichkciten der Münchener Konferenz begrüßt hatte. Sic zeichnet sich durch ihre gutdisziplinierte Organisation aus, die überall in Frankreich und Algerien durch kämpferisch eingestellte Männer vertreten ist. Aber die Kampfgruppen sind nur winzige Minderheiten, und ebenso Wenig wie beim »Sol« sind Anzeichen sichtbar, daß diese Gruppen größere Maasen des Volkes erfassen könnten. Noch isolierter wirkt die Bewegung Marcel Bücerds, die »Frankisten-partei«, die soeben in Paris bereits den neunten Jahrestag ihres Bestehens begehen konnte. Wie der >Sok und die J-Sozialpartei« vertreten avich die »B-rankisten« Ziele, durch deren Verwirklichung die Vorbedingungen einer harmonischen Eingliederung Frankreichs in den Rahmen des neuen Europa geschaffen werden konnten. Es ist schwer, im Wollen der drei Bewegungen Unterschiede zu entdecken. Auch eine vierte Bewegung, die don Namen »Groupe collaboration« hat und ebenfalls über ganz Frankreich verbreitet ist. verspricht richtunggebend für die französische Innenpolitik zu werden. Sie unterscheidet sich von den di'ei arx-iot-on wegimgen nur dadurch, daß Ihr Ausgangspunkt nicht die ir.nerpolitisc.he Neuordnung war, sondern der Plan des Führers zur Neuordnung Europas. Von diesem Ziel aus aber mußte die »Groupe collaboration« notwendi-t^er\vei.<;e auf das Problem der Neugestaltung l>ankreichs stoßen und zu einer Parallele der anderen drei Bewegungen werden. Frankreich besitzt also zwar keine »Einheitspartei«. Hber zur Zeit eine Reihe von Einheit-^parteicn. Glücklicherweise besteht zwischen die.^en verschiedenen Bewegungen — abge.sehen von kleinen persönlichen Rivalitäten — keine au.sgcsprochene Feindschaft, sondern im Gegenteil arbeiten die einzelnen Zellen in der Provinz oft freundschaftlich zusammen. Es liegen jedoch bis jetzt noch keine Anzeichen dafür vor, daß diese Kräfte das gewiß schwierige WerK des französischen Umbruchs gemeinsam in die '■fand nehmen werden. Erfoloe kroa'lsclier lafdiliecer liciiin. 5. Oktober Iiu Kampf Kc«cn die Sowietunion liaben die in treuer Waifenbriiderscliiift mit üircn ilcutscheii Kameraden kämpfenden kroatischen .laRdflic^er im Verlauf nielirerer Mo-r.ate her\orraKcntle firfolse erniriKcn. Wählend ihres bishcrij^en lüii.satzes iin der (^st-finnt Tonnen und 5554 Seeleuten und Passagieren. Leningrad bleibt eingescfilossen südlich d«t Ladoga-So#s versuchten di« Sowjets» die Stadt zu befreien — Oes Ende war em ausgebrannter Kessel voller Toten und MaterlaltrUmmer 5. Oktober Als der Kommandeur eines sowjetischen Schützenregiments am 16. September 1942 in ein Kriegstagebuch schrieb: »Von diesem Bombardement kann man verrückt werden. f)en ganzen Tag ohne Unterlaß bewirft die feindliche Luftwaffe unsere Stellungen mit f^omben«. hatte er nur einen kleinen Teil der Hölle erlebt, die über den Kessel hereinbrach. F> befand sich schon längst in deutscher Oefangcnschaft, als der Fndkampf in der Schlaciit südlich des Laduga-Sees begann. Wie vor einigen Monaten am Wolchow hatten diesmal die Bolschewisten weiter nördlicli den Versuch unternommen, die Cin-schlieMuiig von Leningrad aufzurollen, um dadurch ilire zweitgrölJte Stadt, das Zentrum einer grolJcn Rüstungsindustrie, aus der eisernen Umklammerung zu befreien. Auch dieser zweite Versuch endete mit einer vollständigen Niederlage, wie der OKW-Bericht \om .3. Oktober mit seinen großen Krfolgs-zahlen bekanntgab. Damit hat eine Schlacht ihr Fndc gefunden, die zwar auf engstem Raum, aber gegen einen zahlenmäßig überlegenen Feind geführt werden mußte. Über iSOlHJ tote Bolschewisten blieben auf dem Schlachtfeld liegen, während über 12 000 Bolsclicwisten den Marsch irt die deutsche Gefangenschaft antraten. Line stattliche Beute fiel in unsere Hand, während' 289 Feindflugzeuge abgeschossen und drei Fesselballone in Brand geschossen wurden. Von der Schwere dieser Kämpfe kann sich nur der eine Vorstellung machen, der selbst einmal in dieKem Gelände gesteckt hat. Die Straßen haben hier aufgehört.. Straßen zu sein. Feldwege.' auf denen die Räder bis an die Achsen im Morast versinken, führen durch die Waldgelände, das völlig unübersichtlich ist. Sümpfe machen jede Bewegung unmöglich und hemmen den Einsatz schwerer Waffen. In diesem Gelände erfolgte Ende August und in den ersten Tagen des ScDtemher ein Angriff der Bolschewisten, die sich mit zahlenmäßiger Übermacht auf einen Engpaß warfen. Heer und Luftwaffe brachten jedoch sehr bald diesen Angriff zum Stehen und riegelten in erbitterten Cinzelkämpfen eine Kinbruchsstelle ab. Eine enge Riegelsceilung. de stellenweise nur einige hundert .Meter breit war, hat den Druck von zwei Seiten abzuwehren. An vielen Tagen von ungünstiger Wittern i*p stark gehemmt, vollzog sich die Zertrümmerung der eingeschlossenen FeinJteile, die nicht mehr entweichen konnten. Artillerie und Luftwaffe vereitelten die neuen Versuche der Bolschewisten. den Kessel zu befreien und braciien die Widerstandskraft der eingeschlossenen Feindkräfte. Als nichts mehr half, warf der Gegner bei Nacht Verpflegung und Munition aus der Luft ab. Das konnte an dem Los der Eingeschlossenen nichts mehr ändern. Über 800 Tonnen Bomben und Tausende von Granaten hagel-ten hernieder und verwandelten das Kampfgelände in ein Trünnnerfeld. wie es selten geschaut >*'urde. 28 000 Bolschewisten fanden im Morast ihr Grab — eine Zahl, die erst im Verhältnis zu den r^utiilichen Ausmaßen des Kampfgeländes die Größe der bolscheNviSti-scheti Niedtrlage veranschaulicht. Es war eine Hölle, die über die Eingeschlossenen hereingebrochen war. Der-größte Teil der bolschewistischen Soldaten' hat das Bosheiten Im Oberhaus Die Uniähigkeit der briiischcn Strategie — Peinliche Gerüchte um die Blainagc von Dieppe. Stockholm, 5. Oktober i nach wie vor davon überzeugt ist, Dieppe Zu stiirrni. Regierung auf die verzweifelte Lage der ar-daran ändern können, daß die Bevölkerung beitslosen Bergleute richten. PK-Aufnahme: Krtecsberichter Herher (Wb> SeM WckctKV sIqImd rietlge Rftuchwölken (BMr dem brtnnendap SUUngrad HütM lUuküthkH Hierl bei König Boris. König Boris empftng am Sonntagnachmittag Reichsarbeitsführer Hierl. Der bolivianische Militärattache in Mexiko tot aufgefunden. Der bolivianische Militärattache Major Tijerlna wurde in Mexiko mit Schußwunden im Kopf tot aufgefunden, über die Hintergründe der Tat verlautet nichts. Zehn Tote bei' Flugzeugunglück auf Neufundland. Bei einem Flugzeugunglück auf Neufundland wurden zehn Personen getötet. Das Flugzeug hatte 37 Personen an Bord. Elsenbahnzusammenstofi in Indien. Zwölf Personen wurden bei einem Eisonbahnzusam-menstoß, 300 km von Bombay entfernt, getötet und 35 verletzt. Schwerer Zugunfall auf ägyptischer Eisenbahnlinie. Ein schwerer Sabotageakt auf der ägyptischen Eisenhahnlinie zwischen Bab-El-Luk und Heluan führte zur Entgleisung eines Zuges. Beim Unfall gab es sieben Tote und 32 Verwundete. Die Bahnlinie war für 24 Stunden unbrauchbar. Die Täter hatten die Schienen eine Strecke weit aufgerissen, 18 000 Morde jährlich in Mexiko. 18 ODO Menschen werden in Mexiko jährlich ermordet, wie eine von dem mexikanischen Staatsanwalt Gonzalee Bustamento aufgestellte Statistik zeigt. Wieder Unfall eines englischen Bombera in Gibraltar. Ein aufsteigender Bomber «tieß mit einem auf dem Flugplatz stehenden Lafltwagen zuaammen, Überschlug sich und geriet in Brand. Zwei Mann der Besatzung wurden verwundet, einer davon tödlich. Auapeltochungen in Ägypten. In Alexan-drla sind weitere zwölf Ägypter ausge-peitacht worden. Sie waren der Preistreiberei schuldig gesprochen worden. Auch in Syrien haben sich die englischen Polizeimethoden neuerlich verschärft. Seit einiger Zeit werden in allen Biaenbahnzügen die Reisenden durchsucht HunderttaiMend Luftkrieg«o|(fcr In England. Unter dem Eindruck der, EHlhrerrede hielt ea der eng-liache Irmenmiiiister Morrison für angebracht, das englische Volk noch einmal daran xu erinnern, welche gewaltigen Wirkungen der Luftkrieg bisher in Enf:-land hatte. Er gab bekaihnt, daß die Verluste der eaigliflchen 'Zivilbevölkerung durch Luftangriffe während der ersten drei Kriegs-jaJire 46 n06 Tote und 55 858 Verletzte be-traflfen. Buddhistenverband In Rangun gegründet. Uber 60 000 Buddhisten in Rangun haben sich zu einem Veiband zusammengeschlossen, dessen Ziel es ist, sich aktiv und positiv für den Aufbau Burmas einzusetzen. Im Lande sollen über 200 Zweigstellen errichtet werden. Drock and Vcrlac; Marbors^r Verlact' ond Druckerai Qei. m b. H. Verlaesleitunir Crob 0aum«artner nauptsclirKtlelter- Anroo. Oertchtcli aUt tD Wafburt d. d. Dran Badicasie 6 Zur Zelt lOr Anzelten die Prel»H*te Nr 2 vom I lull fcnitls. Ausfall der Llelerone des Rlnttr« bei hAliere< Qewalt oder Betrlebutörifnt elbi keinrn Ansnruch au' SUfikuhluog da* Bezui>a«ldM Nummer 2TO %Mart>tffgef ZeKunif« 6. OVtolier 1042 Seite 3 nicht «In d«utwh«r Soktat wM dMi Praallg« Mopfwt — KrüflMparandcr FoHgang dar Nermll dar Stadt Oparatlonan im Stalingrad, im CMttober Es gibt sozusagen kein Stalingrad mehrl Die Stadt, die den Namen des bolschewistischen Diktators trägt, Ist zu einem endlosen Trümmerfeld geworden, in dessen Nordteil die sowjetischen Verteidiger vor allem in den drei großen Rüstungsindustriewerken, hauptsachlich im Schlachthof und im sogenannten Spartakusviertel, erbitterten Widerstand leisten. Nach Erreichen der strategischen Ziele, der Sperrung der Wolga für den sowjetischen Nachschub verkehr, spielt für die deutsche Führung das Zeitproblem keine Rolle mehr. Kein deutscher Soldat wird dem Prestige geopfert. So wird der Angriff methodisch und kräftesparend vorgetragen, ohne daß am Wolgaknie ein zweites Verdun entstände. Schwere Artillerie und Flak schießen die noch verbliebenen sowjetischen Widerstandszentren sturmreif, erst dann setzen Infanterie und Pioniere zum Sturm an, unterstützt von der deutschen Luftwaffe, die den Raum östlich der Wolga von Astrachan bis Saratow beherrscht... Wo steht der Feind? Gewehrschüsse peitschen durch die Straßen des Nordteils vota Stalingrad. Feuerstöße von Maschinengewehren prasseln in die zäh verteidigten bolschewistischen Widerstandsnester. Brände wüten, blaugrauer Qualm zieht durch die Dörfer. Stuka-Sirenen heulen, Flakwölkchen stehen flauschig am Himmel. Von jenseits der Wolga, aus den dunklen, grünen Wäldern heraus, die gleich hinter dem hellen Sandufer beginnen, schießt feindliche Artillerie. In der Nähe des großen Getreidesilos, hinter dessen Betonmauern eine Handvoll von Sowjetarmisten noch Widerstand leistet, kracht es ununterbrochen. Dhaotlsches Durchtlnander Aber es zittert auch in den längst genom-fienen und gesäuberten Stadtvierteln noch fiberall die erregte Spannung des furchtbaren Kampfes nach, der hier, tobte und noch im* mer nicht erloschen ist. Trotzdem ist ein anderer Eindruck stärker. Eine unfaßbare, leidgesättigte Starre hat diese Stadt befallen, eine dumpfe, dunkle Grabesruhe lastet auf ihren Straßen, eine Stille, die nicht von dieser Welt iat, lauert zwischen ihren Häusern. Straßen? Doch wir sehen keine Straßen. ■ Häuser? Wir sehen auch keine Häuser nehrl Ja, nicht eiiunal die Erde verdient hier Ihren Namen mehr. Von Panzern wie von Mammutherden zerstampft, von Granaten lerwühlt, von Bomben zerrissen, Hegt sie tot — ein Urwaldbrei, der plötzlich im Zustande höchster Erregung gefror — unter Scherben, Fetzen. Splittern. Ein chaotisches Durcheinander ringsum! Dort ein toter Hund, hier eine Nähmaschine, dort ein Tisch, ein Samowar daneben, und in einem Stukakrater ein Panzer, eine „T 34", vom Schlund der aufgerissenen Erde fast verschlungen, gestürzte Wagen, das eiserne Gestänge eines Gitters, die rauchgeschwärzten Grundmauern eines niedergebrannten Hauses, tu gordischen Knäueln verknotete Drähte, zersplitterte Dachsparren, dazwischen noch einzelne Kamine wie Termitenhügel in einer seltsamen, bizarr geformten Landschaft. Ein apokalyptischer Wirrwarr, die Vernichtung schlechthin! tJnt«T der Erde pukA da« Leben weiter UrKl doch iat daa Leben auch hier nicht restlos gealorben. Mit mattem und dennoch epürbarcm Schlag pulst ea unter der verkrusteten Erde weiter, — in Löchern, die eich die Übriggebliebenen in da« Trümmerfeld hineingegraben haiben. Dort unten hau-aen sie, dort achlafen aie, dort liegen ale wärmesuchend zwiacheji alten Lumpen, weru\ die Kühle dea Abends wie ein Eisea-hauch von den Waasern der Wolga aufsteigt. Ein aJter Graub^y^, eine Lammfellmütze Ober dem verlausten Schädel geatülpt, starrt dort mit wäaserigem, totem Blick aus der Erde — das sind die Menschen hier: Trüm- mer zwischen Trümmern. Mit groß«n Augen, die von nichts wissen und doch alles ahnen lassen, aitzen Kinder auf zerhauenen Bänken, aich wärmend in den letzten Strahlen der täglich biaaaer werdenden Sonne. BYauen schleichen mit matten Schritten wie huschende Schatten umher, die ausdruckalo-sen Gesichter zur Hälfte unter grauen kopf-tüchem verborgen. Unter einem Dach von loae zusammengestellten Brettern lieg^ auf einer zerachließenen Matratze ein Junges Mädchen, einen schmutzigen Verband um den Kopf. An einer mehrfach geknüpften Leine htogt eine Junge Frau zwischen verkohlten Baumatümpfen Wäsche zum Trocknen auf. Auf einem alten Kasten dreht eine andere einen pappigen Weizenbrei durch eine Fleischmaschine. Vom Weizen leben sie alle in dieser Stadt, die den Hagel der Stuka-bomben und Granaten überdauerten, sie kochen ihn auf oder rösten ihn, manchmal schlucken sie ihn auch roh herunter. Von Staltn glekligültif geopfert Mit einem unbegreiflichen, echt östlichen Fatalismus tragen die Bewohner der Stadt daa Schicksal, dem ale vom Bolschewismus ausgeliefert wurden. Oder hat die Natur ale wie In einem gnädigen Trancezustand daa Grauen nur halb erleben laasen? Wir wiaaen es nicht. In einem imglaublichen Stumpfsinn vegetieren sie dahin. Nur, wenn Flugzeuge am Himmel erscheinen, sind sie plötzlich verschwunden, wenn Gewehrkugeln pfeifen, fahren sie erschreckt zusammen, wenn Granaten in der Nähe einschlagen, werfen sie sich nieder. Wortlos, gleichsam aninteressiert und einem Instinkt folgend, wie Tiere, die sich gehetzt wissen. In aolchen Augenblicken, wenn sie flach am Boden liegend, das Ende oder den Fortgang aller Dinge erwarten, mag Ihnen wohl ein Flugblatt in die Häjide geraten, daa überall noch umherliegt Es trägt daa Bildnis Stalins. Die Maske eines Biedermannes hat man ihm darauf gegeben, wohlwollendenergisch schaut er aus, gleicht einem Mann mit gutem Gewissen. Ob sie den Hohn spüren, der in solcher Begegnung liegt? Ob sie die blutige Ironie des Schicksals empfinden, werm sie, zwischen ihren Ruinen nach etwas Eßbarem suchend, vielleicht auch nach verschütteten Angehörigen, immer wieder dieses Bild vor Augen haben? Den Mann, der sie gleichgültig opferte, sie alle, Bürger der Stadt, die seinen Namen führte? Wir wiaaen auch das nicht Kriegsberichter Rudolf Pörtner, PK i PK-Krieisbcrichter Heine (PBZ—Sch) Im Trümmerfeld von Stalingrad Dntsdie Sdldalei m „Eide der Well" Itn Süden Kaukasiena — Tote Dörfer zwischen Sand und Steppe — Hier wohnten viele Jahre lang Deutsche — »Nun seid ihr Soldaten gekommen und es wird alles gut« Im Süden Kaukasiens, im Oktober Im Süden Kaukasiens, wo sich ein blauer Himmel mit weißen, balligen Klumpen über PK-Aufnahme: KrleBsbeftchfer Qehrmann (Wb) So haust der Rest der Stalingrader Bevölkarung die Tafelberge und Hochflächen wölbt, liegt das Dorf, am Ende der Welt. Für die deutschen Soldaten war es ein besonderes Erlebnis, hier mit deutschen Worten begrüßt zu werden . . . Wir ließen un« treiben, fuhren nach Kompaß und Sonne. Wie ein kleines Boot Regelten wir im großen Ozean. Unser Kielwasser war der Staub, der hinter uns den Weg durch die Einsamkeit verriet. Dann kamen Felder, bebautes Land, blühende Fruchtbarkeit in trostloser Wüstenei. Sonnengedörrte Wassergräben und dann ein tiefgeschachteter Brunnen mit großem, hölzernem Ziehrad, das Ochsen mit hociigeboge-nen Hörnern, stur im Kreise trottend, langsam mit maßvoller Würde bewegten. Und dann, zwischen Hügeln eingekuschelt und sanft gebettet, eine handvoll Häuser mit weißgeputzten WSnden und strohgedeckten Dächern. Kein Hund sprang uns kläffend entgegen, kein Huhn flatterte, Weine Gänse zogen in feierlichem Geleit durcöi' die verdorrten Gräben. Von Kommissaren vertrieben Das Dorf war tot, ausgestorben, verlassen. Wie ein Friedhof schien uns diese Siedlung, aus der das Leben gewichen. Nur ein Greis, , dem die Jahre tiefe Falten und Runzeln ins | VcrständigunR auf. Malmk.is hatten wir Gesicht gegraben hatten, war der einsame PK-Aiifnahmc: Kriegsberichter Ricder (Wb) Deutscher Gebirgsjäger Im Kaukasus getauft, und Malinkus machtc seine Sach-vortrefflich. Bald war unser Wa^^en dicht umdrängt, und wir wurden iicäiaiint wie die Tiere im Zirkus. Einer zeigte auf die Tjtcnkopfe meint r Panzeruniform und mochte gar Schrecklicher damit in Verbindung bringci. Sclir nnid erkannten aber aucli die MfMisciieii, die am Ende der Welt ihre Heimat hatten, daß mii uns gut reden war. »Pan«, machte einer sehr bald den Wortführer, >Pa.i, gib uns cinui Bürgermeister!« Der frühere, der emzipt Kommunist im Dorfe, sei langst über alk Berge . . . Es rollen Köpfe — aus Gips Der Oberleutnant, der mit uns fuhr, halu derartiges schon in der Übung und zog sich mit den drei Ältesten des Dortjs /juück. PI-wurde beraten, man hiirtc \'orschlägc, unii auf einen jungen Biirfichen, erst 25 Jahre alt, fiel die Wahl. Buchhalter .sei er gewesen aui dem Kolchos, erzählten die Alton. Dir hiitic die Kommissare oft schön libers t.tlir gehauen, zum Wohle des Dorfes naii'M'licii. Der könne auch gut lesen und schreiben, sei hei Ausbruch des Krieges in die Ukraine gi*(ln-hen und hätte schon den Deutschen zur Seite gestanden. Das sei der Riciuige. Der verstünde wohl rechte Ordnung zw schafion. Und außerdem müsse er jung sein, um nun all tiaf Neue verstehen zu können. Das sei ochnn alles in bester Ordnung. Der junge Mann war einverstanden und nie Dörfler, die wir befragten, gleichlall.s. Und wie selbstverständlich zog nu.i die ganze Gemeinde zum Dorfplatz, wo sie sic!i vor zwei unglaublich kitschigen Statuen und einen riesigen hölzernen Sowjetstern im Kreise niM-baute. Die Statuen, wie üblich Stalin ^nd 1 c-nin, konnten den Schlägen eiserner liäminer nicht standhalten. So muRten Gipskopte rollen und was noch übrig geblieben, das stürzte Und wieder fuhren wir über vergilbtes Gras, über Steppe, die nur hier und da Fahrspuren flüchtig linierten. Weit vor uns ein ^ ein von der männlichen Gemeinschaft gofulir-dunkelgrauer Tlöhenkamm, dann weiße Spit-' ter Rammhock vom liohen Sockel, zen, dann schneebedeckte Bergriesen: der] Der Oberleutnant hielt eine Ansprache, di'* Kaukasus. Dort, der wie das Matterhorn aus-, unser Malinkus brav übersetzte. Zuslininiend schaut, das muß der Kasbek sein, und dort nickte man unseren Worten 'la.l klatschte in der Riese, der weiße Kegel, alles beherr- die Hände, wenn man dciii 'johoiU'ii gn-u sehend und mächtig aufgebaut, das ist der besonderen Nachdruck \crleihen wollte. Elbrus. Fünftausender, die hoch in den Him-, Und dann setzte auch un.^er ueii-jr Staro.-;! mel greifen. Und dann kam der Sand, zu schwungvollen Worten an. t-r verspr.iLii, Kein Baum, kein Strauch, kein Haus, alles nach dem Besten ordnen zu wollen, kein Mensch. Und doch hatten sich da sagte den I)(">rflern Haus, Hof ijnd Acke.- ru war Wächter und Hüter verlassenen Gutes, Auf einen knorrigen Ast gestützt, humpelte er an unseren Wagen heran und sagte »Guten Morgen.« Wir frugen erstaunt, und er erzählte uns die Geschichte eines leidvollen Lehens. Das Dorf «ei deutsch gewesen, viele Jahre lang, so lange schon wie er denken Kiuiiic. Deutsche Menschen hätten hier gewohnt, Deutsche mit deutschen Herzen. Dann aber, das sei noch nicht lange her, seien Kommissare gekommen und hätten alles, was da lebte, vertrieben, irgendwohin, wer weiß wo, das I^nd sei ja so groß ... Er habe sich versteckt gehalten Dort, wo er geboren sei, dort wolle er auch sterben. Nun sei er hier, und nun sei er Hüter des Dorfes. Vielleicht kämen sie zurück, die Bewohner, vielleicht Dann müßte doch alles so sein wie vorher. Das Dorf sei rcich gew'esen, sie hätten zu leben gehabt und das sei ja wohl die Hauptsache. Nun seien die Deutschen endlich gekommen, nun würde wohl alles gut werden. Dann wünschte er uns eine gute Fahrt, nickte lächelnd und blinzelte aus seinen glanzlosen Augen, in das wirr ifnd stränig die weißen Haare fielen. Dann humpelte er zurück in sein Häuschen und meinte wohl, daß nun, da wir hier seien, alles In Ordnui\j; wäre. Spuren rn den Sand geprägt, denen wir foljj-ttn. Dann kam ein Dorf, das wohl ien Namen »Einödcf hätte tragen können. Im tiefen lirunnen gab es Wasser, ein Brunnen im Sandmeer, das htilzerne Schwungrad bewegten zwei zottige Kamele. Volksdeutscher als Dolmetscher Als unser Wagen durch ^ie Häuserreihen schnurrte, wagten sich nach und mch die Dörfler aus den strohgedeckten Hütten und starrten uns an, als ob die ersten .Menschen erschienen wären. Wir waren ja die ersten deutschen Soldaten 'm Dorf Ur.^^er Dolmetscher, ein kleiner Volks.lcu'jv'her, dessen Va-t'^r verschleppt und erschos.sen, dessen Geschwister hingemordet und desst^n A^utter aus Gram gestorben war jnd de' bei uns eine neue lleimat gefunden, nahm die erste ihn und meinte, daß nun, da die Dcutsclien gekommen seien, schon alles seinen Ging lachen werde. Sie wollten arbeiten und scliaffm, das vorsprachen sie alle. Der Abschied ' Als unser Motor sein Abschlcdsliod bullcr'p, machte man uns ein Geschcnk: Eier und Hühner, Paradeisäpfol und A\'.'l mw.i. l^s nniblc also selbst im Sand etwas wac.isen. Dann fuhren wir. Die l'ra-j.n und .MadcluM; winkten, die Männer zog ii ihre .'^"lüt/.en. Schön war es am Knde der Wiit Wir blickten auf die Karte. Wie hieß locli dieses .Nest"» Gott, der Name war unau.s?n.v.:hlivh. < l'm-ödsdorf« meinte der Oberleu'nant. Und 80 bleibt die letzte Station am Ende der Welt in unserer Krinncnjnii . . . Kriegsber. Siegfried 1'-.loiiu-; PK-KricRsbcrichtfi l.copnld IScIt Infanterie geht im Kaukasus unter dem Schutz eines Sturrageschützes gegen vom Feini beietzte Höhen vor Seite 4 »MÄrburger Zeitunjj« 6. Oktober 1942 Nummer 27d Auf der Drcpdciifr Tagung »Film und Far-bf kümlipte dff Vor^ltrendp der KinoTcth-nisclicn (u'scilschaft. Dr. W. Ralits, die Vtr- Volk und Die SaiiiwriBr Ptilspitli ais B udeQllBii ^I bftiisbeginn bei der Ocutsch-Italienischcn (icscllschaft r>ic ncutsch-ltHlieniscIic Gcscllscliufl liut i wirkücliiint; der farbiceti Panierkopie nach n Sai.'hurjf ihre praktische Arbeit aufjeiKim- tarbipcn Nc^jatlv an. Wir fntnehmcn " eil. In einer von der üescllschaft und der i dem Vortrag, der allen Photoamateurcti neue Pascliistisclten Partei, (iau Saliburs. v erein-crrtünct. folgende Kinzelheiten: stalteten kieitien f eier wurden die ilcutscli- Viele Jahrzehnte ist an der des ^lalieniscnctJ Sprachkur.se unter zahlreicher Probleme pearbeiiet worden, auf einfaclieni I>ctcilicüii;; der Kursteilnehmer sowie üästen nnd hillipem Wege ein farbiges Photo ru er-iius f^artc', Staat und Wehnnacht und der haiton. Vielo F.rf'nder haben J^ahllone Pntentc I .Hscliistischen Partei eröffnet. j gennpimeii. viele Lenle haben proRe Ocld- l'er Leiter der neutscli-Italieni.sclien (ie- dummen dafür geopfert. hat dabei aiic.i ^cl'vcliaft. K'cichsaiiitsleiter Dr. iicliiz NN'olff, j manche Kchr interessante »ind im ersten An-H CS auf die he.soMderen Verhiilltiissc hin, I pcnfSliik «ii.s.-^ichtsreiche Verfahren pegehcn. iiiuer denen die De-Jt-^ch-ItalieniscLe Ue.scll-! Aber sie alle waren lUr normale Amateure Di« farbige Papierkopl» ist da Umwllxendt Neuheit für alle Photolitbhabtr — Ein Vortrag «uf dtr Tijiing »Pllm uni Färber Die Vorau6»€tiung für die HerstelluDE farbiger Abzüge lat nalürlich ein farbiges Negativ, wie es nach der Agfaci:Iia[tcrs Alficri und des Piäsldeiite i ihrem Frpebnis zu unsicher. Nunmehr ist esjtUrlich einen besonderen Kntwicklcr. fixiert deiitf^cheni l:rfindergcist und deutschet Tat-! und löst da* gebildete Silber heraii.^. Die DcutscIi-lt.Wienischen üescllschaft xon I Nc'i.iinmer und (Jsten cejtründct und durch die _ I bcrn.ihiiic der IVäsident.schaft diircli '«Huicitcr und keiclisstatthalter Dr. Scliecl in hier ficdcutuii;; noch niiicr.strichcn worden sei. r^ies \crpflicl)tctc iiiiii aucli in ilircr Ar-l>cit zu h(icli>tcr l.cistuiiÄ. So sollen die f'CNt^piole immer mehr /.um *ii^jruck der deut.^ch-italieiii'^clien Kultur-\_crhinduntf w erden, aber auch iiuf allen anderen (jebeteii .soll durch Klciii.irhtit in \ eraiistaltunTcn poüti.sclicr. wissciiscliaftll-i'ier und knliureller Art da.s Haiul. das durcn tue crcnicinsanie \Vaffciibriidcr>cliuit fJeutsch-K-ind.* und Italiens pcschmieilct \^crde. /u einem iimiicr festeren Ecmaclit werden. Die Cioethe-Medaille an Geheimen Rat Dr. Fiitfclorwalder. Drr Fiihipr h^t dem oi- rlrriUichon Protessor, Geheimen Reit Dr. e. h. "^obrtyü.in f inslerwalder in Nliinchen aus \nldß der Vollendung seines 80. Lehcnsjah-in Anerkennung apincr Verdienste um rtip nuithematisrhf Wis^ensc hatt die Goelh«-N'rilflille lur Kunst und \\ issenst halt verliehen. kraft gelungen, eine Entwicklung zu beert-den die — hundert Jahre nach der KrfiniUing der Photographie — einen neuen Markstein in ihrer üeschichte schafft. Das Agfacolorpn-pier hat das Ziel, die l-arbenphotographie so /II \ ereinfnchen, wie die Schwarza eiß-Pho-tographie In Zukunft wird jeder Amateur von seinen selbstgeknipsten Farbenaufnahmen beliebig viele farbige Abzüge oder Vergrölic-rungen herstellen können. \Vas heule «Is eine vollzogene Tatsache bekanntgegeben werden kann, isl, wie der l-ortschritt im Farbenfilm .selbst, das lirgcb-iiis langjähriger, systematischer Arbeit. Schon ni;<7 \ertraten die Verüftcnllichunfien des Wissenschaftlichen Zetitral-I.aboratonums der Agfa die Auffassung, daß mit der endgültigen Losung des Farbenproblcms durch das Agfa-colorverfahren ein Schlußstein für das üe-samigebiet der Photographie überhaupt gesetzt sei und damit der farbige Papierabzug für den Photo-Amateur ebenso verwirklicht sei wie der farbige Spielfilm für das Lichthlld-theater. Nur der Krieg hat da» Erscheinen de« Agfacolorpttpiers auf dem Markt hinausgezögert. Das Ferdinandeum in Innsbruck Vor ino .Jahren wurri«» eine« der btdeutendaten kulturfttchlehtlichen Muaasn fi|rrUndet lieh« Handhinf wurde durch Krtherug; Jo InnBljiticU beherbergt In Sfinen Mauern ^in^ iinlibet*j>ehbai'c Fülle von Sehens-^^-Airdigkeiten aller Art. Was Kul'ur. und ivun.ntgMrhichte Tirols anbelangt, .steht das virlhcAUcbte Mii.seum Ferdlnandenm an der SpiUe, Als Tlrcler LfindeBmuseum hat e.s mit f^'inen ko.stharen Sehiitzen von jeher di»ß f'esonilere Iniere.i.se der Verehrer alttiioU-fehor Kunst und Kultur auf sich jfftlenkt. In diesen Tfigen j.'ihrt sich die Cründunfi iifs Tiroler Ijahdranui.seum.s xuin hundertsten Male. Sehon bald nach dem Endo ile.t)äude'« ' Meisterwerke der tiroli.«'chen Plastik, einen! 4- Uraufführung eines neuen Bühn«nwer-g^nen konnte, hatte man den Grund.-'toek . ^^aal der Stadt Innsbruck und eine BUrherel kes von Richard Siraufl. Unter der Schirm-'irr Sammlungen in der Innshrucker Univer- mit rund 40 000 Bänden. Die wertvolle Oe-I berrsrhall von Reichsministcr Dr. Goebbels ®itat unte'-aThracht ^ I mäldegalerie mit Oriffina'. werken Fi ans; De-, findet am 28. Oktober in der Münchener Anfang Oktober wurde dann der I frrggera, allen Meiatern. modernen Tirole-n Staeilsoper die ürauftührung von „Capriccio", M'iseum.iReh.nude in der ' u. a. iat erat kürzlich neu treordnet worden, einem Konversationsstück lür Musik von < ■'nind.ctein 7,um heuHc-en Musenmr.qtraße geirgt. Die frier- ^as ixedotme 3xh Roman von A. von SÄ^enhofen | Ifi. Hanna ist seltscim ernst, Unter ihrer ge-it-iun'en Haut ist die Blässe tielrr Angst uid vieler Nachtwachen, fJip schön qeform-!en Hfinde sind ein wenig müde geworden tn ihren Bewegungen. Es i<:t rilles an ihr, ils b.dl»' sip ein paar Gtiirksstunden, die in ihren olf^^nen Händen zerrinnen wie Wasser. Wenn er gesund ist, wird er fortgehen! — Es ist rtU(h etwcis anrlers geworden 7wi- *fhpn ihr und dem Vater. Der Kapitan halte ledrifht, der Fremde konnte schon den Mund f'iitmachsn und sagen, wer er ist, ind ob illes stimmt, was er dem Drtsvorsteher an-necieben bat. Aber llannu hat schnell pinge-worfen, sie bcile nur, der \'ater möge lim nirhl aulregen, er würde es schon von selber sagen. Jetzt wäre er noch zu schwach. ..Sapperment", hat der Kapitän geinf-yor-et und seine Mütze vom Nagel genommen, il.inn war er zum Leurhtturm hinausgegangen iiit den Quaderbaum, wo die Wellen mit \iarht onpresfhen, und hat versLirht, mit -Iwrts fertig 7.U werden, was qanz unverhofft ,ther ihn hergefallen ist; daß seine lUnnn Tiit einem Fremden .1 Ja, so einer braucht uir ^u knrnmon, um ein Madel verrückt *u Tiruhen. Wenn er ihm dann aber in das hnne, offene Ciesicht s'ih, in dem eine jiofte, überwältigende Dankbarkeit und eine snlrhe Ruhe win auf dem Meer nach dem Siurm stand. ließ er sich entwaffnen, setzte Uch an sein Bett und sprath mit ihm von •einen Reisen und AluMiteuein. Es war riorh lut, einen Mfnsth'Mi '/ii h;il>en der still 7U-ho' 1 e II nnri sfh.iltl tn dr' kl^'nen Kiifb«" iin irrn l'icK K ■l'^inlirKl. Wenn lo diiir bs F^nst^r August Sicjrhnrdt i Clemens Krauß und Richard Strauß, ^tatt. jB£idl nach SiidosUu blirkt, sieht sie ihn sitren, studiert sein schrt-nes Proiii. Der Knpl ist em wenig gehoben. Er hat oft dipse leicht gehobene Haltung, in der etwas Suchendes, Unnaturliches und Ciespanntes liegt. Üas hat sie manchmal geängstigt. Sie legt den Kothlöflel weg und geht /u ihm hinaus. Er bort ihre Schritte und wendet sich. Sein schönes Gesicht überfliegt helles Gbirk, ,,Tst es Ihnen nirhl zu kühl?" fragt sie. „O nein...", lächelt er. ,,Es ist allHs gut, Weis Sie lür mich lun und wie Sie es anordnen, Hanna." Sie bleibt einen Augenblick vor ihm stehen, dicht vor der grünen Gartenhecke, und er hat plötrlich den brennenden Wunsch, sie zu mnlen. Es kommt so iah und ühftrwÄltigend, daR ihm die Wangen dunkel und heif\ werden, und sie erschrickt bei dem Gedanken, er könne wieder Fieber haben. Sie »agt es, aber er schüttelt den Kopf. ..Nein ... Aber wissen Sie, wie einem zumute ist, wenn man gar nichts mehr weiß von allem? Und ich habe doch nichts mehr gewußt im Fieber, nicht wahr? Wenn man ganz matt ist und so gleichgültig hingegeben an das Leben, daß man nichts mehr ver-Idngl... Und dann kommt plöltlich die Sehnsucht, dem, was einen so unbewußt erfüllt, künstlerischen Ausdruck zu geben ... Ich weiß nicht, ob Ich malen kann. Aber ich möchte Sie malen, wi« Sie jetit vor mir stehen... so in dem lichten Kleid., vor dem durchsonnten Himmel, vor der Hecke und mit ein klein wenig Wind, der Ihr Haar kräuselt." Ihr Madonnengpsifht ist überglänzt, aber sie wehrt sich gegen seine Absicht. ,,Wenn .Sie maten wotlcn, krinn ich Ihnen nr^inen Prtr iienka^loii cichrn. M)ei beute rliirtfn Sir nftr h nit bt t'nrl mif h «ir boii g.ir nicht. Das lohnt id nuhl. Ahn rlns Mi^rr /.ii malen, das müßte man können, wie es immer anders ist... alle Stunden anders." Cr nickt und Icichclt ihr zu. „Wenn Sie neben mir sind, werde ich es versuchen, obwohl ich nicht,iveiÖ, ob ich es kann." „Haben Sie fliCher gemalt?" fragt sie harmlos und sieht den gespannt suchenden Zug Wiedel kehren und sich über sein Gesicht ausbreiten. Sie sieht den erstarrten Blick der Augen und sagt schnell: „Wollen Sie nicht etwds lesen? Ich bringe Ihnen ein Buch." Sie läuft ins ilaus und kehrt mit dem Ruth zurück, legt es auf seine Knie und gehl an ihre Arbeit. Er laßt das Buch aui der Decke liegen, die über seine Knie gebreitet ist. Ob er je qa-malt hdtf Seine Gedanken stoiirn sich an einer Wand. Sie ist schwarz und undurch-schreitbar, hinter ihr ist nichts. Alles, was ist, ist in drei Worten begrenzt: N4eer.., Gurten... Hanna! Es ist vielleicht nicht Wichtig, ob er gemalt hjt. sondern ob er an dit Kraft glaubt, malen 7,u können. Aber in dieser Vormitlaqs-stundp. die cen frischen .^♦em d«»» Meeies hat, der irgendwie erwecken! ist, fällt ihn plötrii'h eine witde Angst vor der "ukuntt und dem l>f-eTi an, er nicht bleiben kann, daß et dem Mann, dessen Ha;is ihn so gastlich aufgenommen, dessen Kind Ihn gesund gepflegt hat, nicht weiter zur Ldst fallen darf, daß er irgend etwas tuft muß .. irgendwohin rjrhen, arbeiten, den lebens-uite'hnlt verdienen Da kommt wieder die große, s ichendo C.3U(il, Mit Weis h.ibe ith mich denn Irüher be-scfiäUirjt? grübeil er, Fl sieht lUil sein? Hände, die schmJ und trinfffinrn if| sind, Ei pikennt, driß er .Ai- Kpitcr. Bau*'! odf'i Fisic bei Wfir, daß ei viel- o. ArbifUdlensf In der SlowgkeL In Tfigeu werden zum ernten Male in der Sio-wakei Arbeltsditnstmännar einge»ügen. Vor* läufig wird ein Köntingeiit von etwa tausefid Mann in einer .slowaki'^tih-volk'^deutsoheii .\bteilunÄ zusaniitieniicfaüt. Zweihundert Ar-bcltsfülirer-Anwärtcr wurden im Reich acht Monate lang ausgebildet und werden jetzt da.s Kührcrkorps einer eng an reicbdeutsclie \erhiltnisse anzelehnten Organisation darstellen. 0 JudenschmugKel an der UniarnirenÄ^ Her ungarischen Polizei gelang e.s, in dei; Stadt Raab an de- Hönau eine Schniugiler-bände festjfunebnieii. die unter Anlührunf einer sozialdetiiokratischcn l'arteisckrttirln Juden aus der Slowakei nach Ungarn sClnnug-gelte. Der Bande, die fhst durchweg «elber aus Juden bestand, gehörte auch ein Hilfs» bcaniter des Raaber Standesbeaniten an. dir den nach Ungarn elnge-chinuggelten slow»-kischcii .luden gefälschte (ichurtsurkundcn besorgte. In kürzester Zeit hat die Schmugg-lerhattde mehr als lonoo Pengö verdient. Die Bndapestcr Polizei hofft tet^t auch der nach Ungarn eingeschmuggelten Juden habhaft werden Jtii können. 0. Internationale Elsenbahnkonferen* 1« Bukarest. In Bukarest hat eine internationale Plscnhahnknnferenz stattgefunden, die vor allem Fr;'.gen des zwischenstaatlichen Güterverkehrs behandelte. An der Konferenx, die zwei Tage währte, nahmen Vertreter Deutschlands, Italiens, RumHnlens, Ungarns. Bultafi»! ens, Kroatiens, der Slowakei und der hesetK-ten OeMete teil iiiiiiititniniiinittittiiiiiiitiiiiiiiniiiiiiiinititiiiiiiiiniiiiiiHitiiiiinff ..Flandern und dss Reteh" Deutsch-FlämisChc Wochc in Hannover Die Qauliauptütadt Hannover wird in den Ttagen vom 3. bis 11. Oktober im Zeichen der Üeutsch-Pläniischen W'ociie stehen, die unter der Parole »Flundern und das Reich* aus Anlaß der Jahrestagung der Deutsch-Flämischen Arbeitsgemeinschaft (Dcvlag) als eitie \ craiistaltung von besonderer polili.scher Bedeutung durchgeführt wird. Im Verlauf dieser Kundgebung werden Gauleiter OherprMsident l.uutcrbachcr. der flami-.«L'he Leiter der »I>evlag<, Dr. Jef van de Wide und -Uruppcnführer fierger als Prä* sidcnt der Deutsch-Flämischen Arbeitsgemein,schaft sprechen. Im \erlauf dieser Er-öftnungskundgebung erfolgt die (Jründuiig der Zweigstelle Hannover der »Dcvlag«. Zugleich wird eine Ausstellung ^Flälini.^che Graphik der Oegenwart* und eine Buchschaa cröfiiiet. 1.)ie \ cranstaltung selbst bringt einen \ortrag zn dem Thema »Kampf um den SorJa-lisnius vor fliimischcn Studenten und .Arbeitern. Konzerte des fläntischen Quartetts van der Smissen und des hannoverschen Opern* haus-Orchcstcrs unter Leitung von Generaldirektor Hendrik Diels von der Antwerpener Oper sowie eine .Aufführung der Oper Don Carlos- von N'erdi unter Stabführunj \on .Arno Qrau. Aus Ihren Werken werden die Dichter Timnierinans. Streuwels. Ferdinand Vercnocke und .Marcel Matthiis lesen. l;in Lichtbild-Vortrag über Rubens in seiner europäischeti iiedeutung von Prof^.s^r nrinkmaiin, Frankfurt a/.Main, und eine Rede über j'Flandern und das Reich.« von Professor van Ruoäbroeck (Brüssel) sind weiterhiil \orgcsclicii Line Aufführung von Goethes -»Iigniont« und die N'orfillirung des Tan/spiels *Der tiandrisclie Narr« von llelinut Degen durcJi die Tanzgruppe der Fssener Städtischen I^ülinen sclilieUcn die N'craiistaltung ab. 1 leicht gar nicht hierher gehört in dies? Gegend. Sie ist ihm nicht vertraut. Ein Schatten fallt guer über* das Sonnen-, Viereck vor ihm. Der Kapitän streckt ihm j die Hand hm. ,.Das freut mich aber, Herr Müller, daft i Sie wieder so weit sind und sich den Meer-' wind um die Nase ziehen lassen. Jetzt wird es flott aulvvdrls gehen. In vierzehn Tagen laufen Sie mit defn .Jürgen um die Wette." Georg hat ein mattes Lächeln um den .Mund. Er versucht dufzuslehe.n. ,,Ner .., bleiben Sie nur sitzen! — Hann«!'* ruft er in den offenen Flur, „Bring mir einen Sluhl harausl Ich will deinem Pflegling Gesellschaft leisten, bis das Essen fertig ist." Georg hebt seine großen, grauen Augen mit einem verzweifelten Blick. ,,Ich muß fort! SO bald wie möglich!" sagt er dumpf. „Oho...?" macht der Kapitün. „Warum denn? So schnell geht dai nicht!" Georg tastet mit scheuem Blick ein wenig hinüber nach der großen, braunen Seemanns-hend. „Sie sind zu gut! Ich darf Ihnen nicht länger zur Last fallen. Es ist zuviel, was Sie und Hanna für mich tun." Der Kapitän beißt sich auf die Lippen: Er sagt achon Hanga, denkt er, aber er läßt sich nichts anmerken. „Von zuviel kann keine Rede sein, das habe ich Ihnen schon einmal genagt. Der Herrgott führt einem mi^nchmal einen Menschen in den Weg, daß man sich an seine Pflicht ermnert. Außerdem ... lO schlecht ist der Kapitän Hinrichs nicht gestellt, daß nicht einer mehr satt werden könnte an seinem Tisch. Aber Sie könnten mir jetzt eigentlich mal sac|pn, wer Sie sind, was Sie bis )«tzt getrieben haben, iind wer Ihre Hühner und (iiinse sind, ^orusrtqrn , . . i< h meine Ihre Vet wdiulKc h.ilt, und was Sir /ii uns ver-sfhl'Tym hrtt," Kummer 279 »MarT)ufp:fT Zeifunc;« ff. OVfoT>fr t?^42 Seite 5 «^4|I6 Sfnii/ und ^GH<1 Rot«n im Oktober Als U'ir di« «riten Rosen pnüclcten, wnr^n tie leuchtend und taufrisch wie dar Früh-sommfertAg, der sie erblühen liefi. ,,Schan doch, dio erste Rose ist aulgeblüht!" sagten wir und wir freuten uns, denn sie brachte den Sommer mit seiner W#*C alles Deutschland gehl. So wollen wir jintjen und schworen zugleich: Deutschland, Deutschland iiber alles in der Weltl" Feierlich klangen die Hymnen der Natjnn durch den Raum ein Cielöbnis und Bekenntnis nach der gewonnenen ErnlPkchlacht', Ausdruck des festen und unerschitllerlichrn Willens, auf h die kommende Ernfeschlacht 711 gewinnen und damit den Endsieg im großen Ringen 'im deutsche Ehre und Freiheit zu sichern. ErOffnunii des Reichsarbeitsdienstlasers Pragerhof Der Unlerstelrer akllv im Lehenskampf des deutschen Volkes — Freudiger Einsatz der Arbellsmaidcn Es ist Erntedankfest ein stimmungsvol- I ler Flerbstsonntag. Die gleiche Fröhlichkeit, ; die das Land ausstrahll, erliillt auch das Lager Pragorhof, für das der Erntedanktag 1942 ' eine ganz besondere Bedeutung hat. Vor einem Jahr haben dio ersten .Arbeitsmaiden hier ihre Arbeit begonnen, heute ist es nun so weit: das Lager soll feierlich eröffnet werden! Viel Arbeil ist in diesem Jaiir geleistet worden. Zunächst mußte im Schloß das Notwendigste aufgeräumt werden, dann sind die Maiden auch hinausgegangen in die ' Dörfer und auf die Felder, haben den Bäuerinnen in Küche und Haus geholfen, für die Kinder gesorgt, die zerissenen Kleider ge- ' flickt. Als der Winter gekon>fnen-/war, h.it- , ten die Handwerker mit dem Umbau begonnen, nur wenige Maiden waren als Warh-kommando In Schloß Pragerhof geblieben. Aber im Frühjahr wurde es wieder lebendig. In den Dörlern, auf den Feldern leuchteten wieder die l)lauen Kleirler und lolcn Kopf-lücher der Arbcitsmaulcn. Nun ist das Lager fertig! Im weilen, vom Rächern begrenzten Land steht ruhig und lest das kleine Schloß, über dem Torbonen rankt dirhler Ffeu In die Höhe, Zur EröHnunq dos Lagers sind viele Gaste gekCinmiMi; der Kreisiülire;, der land-rat, die Bundesmadelfvilirerin und viele andere, vor allem au( h die Bauern und die .Jugend der Umgebung. Die Morgenfeier an der Fahne leitet den Tag ein. Fanlurcnstöße klingen schmellcrnd in den Morgen, Lieder und Worte der Arbfilsmaiclen künden von ihrem Willen, sich einzusetzen lur ihr Volk, dem Bauern bei seiner großen Arbeit zu hellen, von dem BewuHlsein der engen Zusammengehörigkeit aller in der Volksgemein-srhalt. Die Re/irkslührerin Sl.ihsoberlühre-rin Sabukosc hegg, gibt iMntMi Ruckblick ül)er die Arbeil des Reic hsarbeitsdienst es der weiblichen .lugend und umreißt klar seine Aufgaben, Uber dem Lager und über den Feiernden aber llalfert stolz und fiei die Fahne. Sie wird auch in Zukunll weitbin das leuchtende Zeichen dafnr sein, daß hier Ai-beitsmaiden im Dienste des Volkes ihre .\r-beil lun. kftt sUUMdtuisäiiättdMiMil'S^Uttitl (iCUiStU! Nach der Morrifnteier hören die Gast»» ittl Schulungsrauni des Lagers aus den Wortfa rlcr Lagi.'rch!onik von der Arbeit des vergangenen Jahres, \on der schweien, aber schönen Aufbaii/cit und auch von manchern lusligon Ereignis. Aus den Sommermonaten eizählnn uns zwei Atbc-'ilsmaiden selbst voa ihrer Arbeit im Lager, brim Bauern, im Km-flrrgarten oder im Schuleinsatz. lind stnlü zeigen die Fiihrerinnen und Maiden den Gasten dann ihr schönes Lager, Am Nachmittag feif^rt die OrtÄgrupp^ Prnperhof im La^er ihr Erntedankfe.st. Rm '.anper Wjigpnzug rollt heran, voraus dia Musik, alle Wapen mit Zweigen. Blumen un»l den Früchten de.s Febie« geschmiiekt, tinfl ( arnuf lauter fröhliche Menschen! In einer kurzen Feier an der Fahne übergibt der Orl.'jItfLueniiiihrer dem OrLsgrunpenttihref den Erntekranz; als Sinnbild für die vont Bauern In diesem Jjthr für das deutsche Volk geleistete Arbeit. Die Feier klingt Äu« In dem Gelöbnis, d&ß der Unterateirer durchi hciner Hände Arbeit seinen Teil zum Loben*-kämpf des gesamten Volke« beitragen wll!. Vom Fahnenplatz geht ea nun mit Mufite auf die grolle Wiese. Die Jungmüdel, der BDM und die Maiden singen, spielen undl tanzen, die Pin\pfe vollführen einen fröhlichen Reiterkampf, ein Zauberkünatler ä*ii» Pragerhof zeigt sein Kunßtatück, jung und! alt z.ieht zum genieinsninen Aufzug Uber d.e Wiese. lauter lachende Gesichter, Freude und Frohsinn, wohin man blickt. Da« hi-stige Märchen von pn-vcrsicherungspflK ht. Hiernac h liegen, uif? vom Reicbsarbcitsministcrium mitgeteilt wird, die Voraussetzungen, untor den'^n rt e .Arhoitsi>uchpnicht der Schwestern bisha/ vcrnemt worden ist, nicht mehr vor. Freund Olal stand, perlend von Bierschaum, mit der leeren Flasche in der Hand da. „Wieder nichts" , sagte er verdrießlich. Dann nahm er die nächste Flasche, Irh wagte mich danach zu erkundigen, ob das Bier es immer so mache. Er antwortele dai-auf, daß es einmal so, einmal so sei. Es sei eben wie in der Lotterie. Ich mußte mich damit zufrieden geben und wartete gespannt aul das ölfnen der nächsten Flasche. Diesmal war die Detonation nicht so gewaltig; Ein dunner, gelblicher Strahl fuhr mit Gezisch aus dem Flaschen-innern und ließ sich in hohem Bogen auf dem Slm* der Fensterbank nieder. Ich war jelzt ganz Feuer und Flamme. „Darf Ich einmal?" «chmeichelte ich. Er gab nur ungern da» Spielzeug aus der Hand. Ich erklärte, daß ich jelzt den Trick schon heraus habe, man müsse nur Mathemallk im Kopl haben, ungefähr wie ein Richtkanonier. Ja, sogar von einem Mann mit einem Wdsserschlauch, der einen Park spritzt, könne man etwas lernen. Weiter kam ich mit meinen Erörterungen nicht, denn die Weißbie.r»alve war mir schon ins Gesicht geschossen. Ich blieb eine Welle atemlos mit offenem Mund stehen, ehe Ich welterreden konnte. Vorher noch nahm mir Olaf mit mißbilligenden Blicken die Flasche aus der Hand und stellte sie zu den schon geleerten in eine Reihe. Bis jetzt waren es drei. Er «agte gar nicht», »ondern öffnete die vierte. Er halte sich Inzwischen den Rock ausgezogen und Ich mir die Handschuhe abgeatreill und den Hui abgesetzt. Wir öllnelen eine Flasche nach der anderen. Eine Art Kampfesrausch kam über uns. Bei der fünften gelang es uns, eine große Vidsse Schaum in das eine Weißbierglas zu j praktizieren. Wir brachen in ein Jubelne-I schrei aus, ! ,,Trinken wir eist mal!" schlug Olaf vor. Er bot mir als dem Gast zuerst an. Ich olf-nete weit den Mund, bfkain eine. Unmenge Schaum in den Hals und hatte sofort das (Jcfvihl, ''inen Gasballoii vorschluckt zu bähen. ,.Ah'', konnte ich nur sagen und stellte (las Glas fori, ,,Das schmeckt — nicht wahi!" rief Olaf und öllnete mit Sc hwuntj die sechste Flasche. Dieses Bier rannte wie ein Wiesel über sämtliche Stühle und Tische und verschwand schließlich in einer Ecke unter dem Tcppich. Olaf und ich schüttelten verwundert den Kopf. Nach einem gulen Dutzend Flaschen halten wir sogar beide eine Menge Schaum in den Glasern. Es »ah aus, als hätten wir in dem Weißbierglas große Wäsche gehalten. Diesmal wollten wir warten, bis sich der Schaum verzog, und ein trübes Etwas blieb endlich am Boden sitzen. „Was ist das eigentlich für ein Freund?" fragte ich und hielt die Flüssigkeit gegen das Licht. „O, er ist Erfinder, auf chemischen Gebiet, ein Privatmann, er hat sich selbst ein kleine» Laboratorium eingerichtet und experimentiert da. " „Was erfindet er denn?" fragte ich mißtrauisch. „Ach weißt du, genau kann ich das nicht sagen, aber am liebsten arbeitet er mit Dynamit." Ich verschluckte mich vor Schreck und setzte das Glas hart ab. „Hast du etwas? " 1 Iragle er. „Nein, gar nichts", sloUerle ich, „durchaus nichts." bann drückte ich mich »tili zur Tür hinaus. Anekdoten Schöner Trost liei einem Kranken war iinunigfinelich e!n« I Operation nötig. wSie war noch nicht weltef j Icbenftgetahrlich: doch fiel es schwer, den I M;inn, an.sehnlichon Standes, dazu zu über-ledoii. Hufeland saß an seinem Bette un«3 gnh sich alle erdenkliche Mühe, llmson-^t. Verzweifelt wrhrte sich der Kranke gepeti da.fedni11e welcher am 4. Oktober 1942 nach schwerem Leiden,- im 77. Lebensjahr, für immer von uns gegangen ist. Das Begräbnis findet am Dienstag, den 6. Ok-tober, um 15 Uhr. vom Trauerhause, Hoschnitz Nr. 12, aus sodann um 16 Uhr am Ortsfriedhof in Lapriach statt. Lapriach, Pöltachach, Wien, 4. Oktober 1942. Ottllfn Sagadin, Gattin, Uffz. Otto Sagudin, drzt-im Felde, Sohn, Eleonore (ieiter, Tochter, Alfred Geuer, Schwlegoraohn, Hermine Sagadin, Schwiegertochter, Traute Geuer, Enkelin, Anton Sagadin, Bruder, und alle Verwandten In tiefstem Schmerz gebe ich in eigenem sowie im Namen aller Verwandten die traurige Nachricht, daß meine innigstgeliebte Frau Anna Planinz g«b. Döring Kanfmann«gattin heute um 12.30 Uhr nach langem, schwerem Leiden ihre gütigen Augen für immer geschlossen hat. Wir betten die teure Veratorbene am 7. Oktober 1942, um 16 Uhr, im Familiengrabe auf dem städtischen Friedhofe zur letzten Ruhe. Cilli, Landeck, FHirstenfeld, Wolfsberg, Graz. Wien, Römerbad, den 5. Oktober 1942. 10222 Der trauernde Gatte Otto Planinx Seffe 8 »Marbtn^ Zeitung« S. Oktober 1942 Nammer 2T9 1 Stadltheatir Marbirg a. d. Drau S. OktobMT PlreHe • I 0 M O N T Tranerspiel in fünf Aoftflcen von Job. WoUfanf V. Q o e t h e. — Musik von Ludwiz van Btithoven Beginn: 20 Uhr Ende: 23 Uhr t3 Or, K9rl CI«orff Mmlmmmr S. 2. kn FMde und tr^m Im§mbmf9 Bw»§IUm wmb. Utmr gvben ihre artAttgefundene Vermählung bekannt Brünn Im Oktober 1042 MArburf 1:^11 II II II II II II IUI II II II II IUI II II Hill 5 FELDPOST-PÄCKCHEN Verpackt •• fest «rie mAf liilil Oer Weg itt well • Nur was StoB und Druck auihllt, kann gut ankommen • Sdireibt die PeldpoBlnummer richtig und deutlich! Strcidihölzer und gefüllte Bentlii* feueraeuge gehören nicht in Faldposipickdicnl DEUTSCHE imir ® ' RBICHSPOST Till II II II II II II II II II II II II II II II Ii II II II II II Ii Ii H H Ii Ii II n Ii II ir In der Zelt vom 6. Ma IT. (Mrtober 1042 wegen GefblfBchaftaurlatA geschloaeen fiasthaos Lorentsciülsdi (Eilailin M) lOlM Gtim 166 bei Marburg Vom 5. bis 10. Oktober 1M2 haben wir wegen fiefolgschansorlaiilies geschlossen SADNIK UND KRAKES, TEXTaCftOSSHANDLUNG, PETTAU Anzeigen (aucti amtliche) ffir dk Samstag-Sonntag-Autgabe werdee aar bla Freitag, Uhr, aufgenomman. Ansaahmaa kSaaen an« teohtUidiaa Giündeii aieht aemacbt werdrn Marburg#r Z«ltung Aaieitaa>AbteUiing Verardiings- und Aatsblall des Chefs der Zivilverwaltnns in der Untersteiermark Nr. 98 vom 2S. S«pt«mb«r 1942 1 M H A L Ti Dritte Anordnung zur Durchführung der Fünften Verordnung über die Einführung steu6rrechtlicher Vorschriften in der Untersteiermark vom 18 Dezember 1941 (Bewertung bebauter Grundstücke in der Untersteiermark) vom 10. September 1942 Verordnung Uber Kreditabkommen mit auallndischtn Btn-kenauBBchOisen (Stillhilteabkommen) vöhi lÖ. September 1942 Vtfordnunp zur Ergänrung der Verordnung über die Veröffentlichung kartographischer Darstellungen vom 19. September 1942 Verordnung über die Vervrendung von Generaterkraftfahr* zeugen in der Untersteiermark vom 15. September 1^4 Vtrordnung über das Deutsche Rote Kreue In der Untersteiermark vom 15. September 1942 Bekanntmachung über die Abfindung der Eigentümer vOn Schuldverschreibungen des ehetnaligen juRoslawischln Staates vom 19. Septemf»er 1942 Bertchtigunp; Otitelpreto SO Rpf Crhüitllch beim Schalter der Marburgw Mwlag»- u. Drmkmreh Ges. m. b. H. Warblirg/ Ormm. Oactfaas« • bei den üeschäftsstellen der »Marburger Zeitung« IN CILLI, Marktplatz 12 (Fernruf 7) IN PETTAUt Ungartorgasse, Herr üeorg pichler und bei den soristigtr» Verkaut'^stellen dezugapreis: Monatlich KM I.2A (stets im voraus xahlbao 3etut(st)estellunxen werden bei den UeschSflsstellen dei .Marburger Zeitun«. und Im Verlag. Marburg-Ürau. Bad easse 6. aneenommen. Alles Obsl- undGemlis» dem ganzen Volke Ubir die Sammdstellen und aidit rer durth Eirizeiver an nam Orittnttepplch' Stopfwolle SU zeitfernft^M Prelaan kiuft drlAgind Jt&tn Poeten Lelaar, 10189 Berlin W 8Ö, Prinan^entenattafte i KMiier Inelier Sa- t fttti Rür Nr OaM. Rtalltl ttnvtrkebr Briefwechsel ^ ^ ... aid Heirat II R*f. du tetttadruefet# Wart 40 Kpl. flr «IIa IbrM Wortaattlite 10 RM. iat fttttadroekta Wott 10 (dI. Dr Wor^i^ tUt Mi le Ii Bsefettaiit M Wort Keiiwortteblhr bet AblioiRMv dar Aaiabott n M^naa-dflat darcli Poat oder Bo(M 70 AaikaartiaMOhr llr Aaaaltta jlh deai Veraierk: •Aitknft la dar Vkvaltaaj oder Qeichlftaetella* ID Rpf AiitelKea AaaahnetehlNl: Aia Ttia vor mcMlaae aai 16 Uhr. Ktelae Aateltaa verdan aar cttaa VoreliMidaii dae Batraiaa (aaeh «lübie Brlefnurkei) ulteoommai. MthdeittebBbr Ar Kleine Auelae I RM 2ü Tiefer Ktaderwagen um 120 RM lu verkaufen. Marburg, Kriehubergasse 17. 10202-3 Große Qehschule 1.66/76 zu verkaufen um 50 RM. Antragen: Marbi'.rg, Adolf-Hitler-Platz 24/IV, links. 10211-3 Das stolflsche Infanterieregi* ment Nr. 47 im Weltkrieg von Oberstleutnant Ludwig Freiherrn von Vogelsang, 950 S., Preis 15 RM. Adresse erliegt In der Verw. 101^3 Dflngelcalk, wie gebrannter Kalk, Stttckkalk, gemahlener Brandkalk, Löschkalk, kohlensaurer Kalk waggonweise sofort lieferbar durch die Firma Anton Birgmayer, Marburg, TegetthoffstraBe 74, Telefon 2497. 9937-3 WDdkastanien kauft wie all-ährlich Arbeiter, Marburg, raugasse 5, Tel. 2623. 10192-4 Für eine Landwirtschaft, Kauf- und Gasthaus wird ei< ite Köchin, auch fUr Haus^ u Gartenarbeiten, gesucht. An* Schrift in der Verw. 1Ö188-6 Hausgehilfin wird bei kleiner Familie sofort aufgenommen. Anzufragen: Marburg-Drau, Horst-Vl^ei-Straße 21/1. 10214-« Whischafterin zur Führung eines Haushaltes von berufstätigem Ehepaar gesucht. Zuschriften unt. »Eventueller FamiiienanscIihiB« an die Verwaltung. 10217-6 PferddQi6cht wird jlufgenom-men bei Hans Rbikd, Drau-weller, ZwettendorferstraBe 36. 1020Ö-6 Bedienerin oder HusgehilNn für sofort gesucht. Marburg-Drau, Adolf-Hitler-Platr Nr, 24/IV, links. lÖ2i: Obergirtner, Volksdeutscher, mit langjähriger Praxis, sucht einen Gärtnerposten. Zuschr. unter »Vertrauensposten« an die Verwaltung. 10194-5 Ökonom in landw. betrieb sucht Anstellung. Anträge unter »Guter Landwirt« an die Verwaltung. 9724-5 Vor Ciistellunt voa Arbelte-krllteo muB dl« ZmtimmHK tattlndiKea Arbeltsami«! elUKehott werden Hausgehilfhi mit Kochkenntnissen, kinderiiebend, die auch Gartenarbeiten versteht, wird in modernem Marburger Haushalt aufgenommen. Dringende Angebote unter »Zentralheizung« an die Verwaltung. —6 Eine im Notariatsamte bewanderte Beamtin, perfekt im Rechtschreiben und Maschinschrift, wird für NotariatWin-dischpraz Rcsiicht. ÄnfrnRen schriftlich im Notariat Win-dischgraz. 10191-6 Kanzleikraft mit Stenogra phie- und Maschinschreib-kenntnissen, perfekt Deutsch in Wort und Schrift, wird In großem Handelsunternehmen in Cilli aufgenommen. Anträ ge unter »Antritt sofort« an die Geschlftsstelie dth' *M*r-burger Zeitung« ill Cilli. 10070-6 Betriebsköehln, Strvltrerin, Küchenmädchtn, AbWäscherin, werden sofort aufgenommen. Dömplsti 6. FabriksarbSlt» ArbsltssMt von 6 bis 14 Uhr« an welbl. and mRnnl. Kriftc tu vfcritebfcti, Anmeldung bei der Unio-Ge sellschaft, chemisch-technische Fabrik, Marburg/Drau, Mel ling, Landwehrgasse 23. 10056-6 Kanzldkraft mit schönef Handschrift u. Rechenkennt" nissen zur Anlernung einer perfekten, setbstSnd. buch* nalterischen Kraft . gesucht 7 unter »Oute Dau- erstellung« an die Verw. 10218-Ä Freiwillige für den Wachdienst in den besetzten Gebieten, auch l^enslonisten Rentner, jedoch unbescholten und einsatzfähig, im Alter von 24 bis 60. zu sofortigem Ein tritt gesucht. Auikunft bei allen Arbeitsämtern und bei der Werheleltiing för die Ost mark* Thiel Rudolf, Werbe leiter. Graz, Sackstrafte 27 Tel imH Innsbruck Hnt(»l Mondschein. Mar'ih'lf Nr 6 7(^ 6 Rleine Middieii - grosse Sorgen rur Jugendliehe nWht lugslawsanl f SPLAM AOfi »im. Ein WIndstosi JuireiMillohe unter 14 Jahren nicht tugeiaisehf Metropoi-lichtsplala CIIII Voni t» Ua ^ ^toim SEIN SOHN Für JtigtAdllohe cugelasaenl T OMaiCWTIPIKLE PETTAU Ufa Mlffti nae Werner, Paul H4rtnMum, ftanneai ao Steiler, Ursula, Deinert hi einem bunten MoaaUc S guter Laune ^ Bai par6 Für Jus^endHdia nieht wgi 102U ^uchi «tera KOehifi für so* fort. Aftfragen in der Verw. 10207-6 4- ^ 5*Zlimnerwohattig vön leitendem Angestelltert mit Familie in Marburg oder Umgebung ill mieten gesucht Eventuell euch Rii^ausch mit Augsburg möglich. Angebote erbeten an die Verw. • 9606-8 flniniif an alleinstehenden, netten Herrn (Pensionist) m Lande vermieten. Antttge unter »Bahn Autobus« an die Geschäftsstelle der »Marbur- gtt Z«itiing< W Clin. Suche leeres Zimmer in der Stadt. 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Oegen Belbhnung erbittet Nachricht: Spitzeder, Thesen, Geibelgasse 10. 10186-13 Ahnenpaß - Ansfertigungea milienforschungs - Institut, Graz, Grieskai 60, Ruf 67-95. 6987-14 Pensionist sucht Wohnung u. Kött. Zuschriften unter »Be-tihle genau« an die Verw. 10208-8 KÜ^erraum «um Einlagern vön Kartoffeln sofort zu mieten gesucht. Zuschriften an: Betriebsküche der Deutschen Reichspost in Marburg, Dom-pUtz 6. 10092-8 Für eine Landwirtschaft, Kauf- und Gasthaus wird ei< ite Köchin, auch fUr Haus^ u Gartenarbeiten, gesucht. An* Schrift in der Verw. 1Ö188-6 Hausgehilfin wird bei kleiner Familie sofort aufgenommen. Anzufragen: Marburg-Drau, Horst-Vl^ei-Straße 21/1. 10214-« PferddQi6cht wird jlufgenom-men bei Hans Rbikd, Drau-weller, ZwettendorferstraBe 36. 1020Ö-6 Bedienerin oder HusgehilNn für sofort gesucht. Marburg-Drau, Adolf-Hitler-Platr Nr, 24/IV, links. lÖ2i: Betriebsköehln, Strvltrerin, Küchenmädchtn, AbWäscherin, werden sofort aufgenommen. Dömplsti 6. VIe/e Tausende lesen die Marburgef Zmliung! Und du? Mast du dam Malmufi»'»#» •►•»#»»»»»