Lenzfolge. März. Siebenter Jahrgang. / Folge 75. — (Seite 1281 bis 1312.) --- 1910. Blätter für den Abteilungsunterrichf. monatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o Inhalt: Seite 1. Nach der Lehrerversammlung in Böhm.-Leipa . 1281 2. Erwachender Lenz.................................1282 3. Frühlingsrüstung.................................1283 4. Familienerziehung, Staatserziehung, Schulerziehung 1284 5. Randbemerkung zur Folge 71.......................1285 6. Die Lehrerin-Ehe.................................1286 7. Aus dem Tagebuche eines Übungsschullehrers . 1287 8. Gedankenspäne....................................1287 9. Die erste Einführung in das Kartenverständnis . 1288 10. Ratgeber ...........................................1289 11. Schulhumor............................. 1289, 1290, 1294 12. Lose Gedanken...................................1290 13. Lesefrüchte ........................................1291 14. Für Eltern- und Lehrerabende....................1292 15. Praktische Rechenbeispiele......................1293 16. Die Turnstunden im Winter und bei schlechter Witterung ausgefüllt durch Übungen in Sprache 1294 17. Frühlingsbeute .....................................1295 18. Bücher für den Tisch des Lehrers................1296 19. Die Wechselrede.................................1297 20. Beitrag zum Thema „Lehrmittelsammlung in der Landschule".........................................1300 21. Die sechste Frage...............................1301 22. Über das Stottern...............................1302 23. Lebensbilder....................................1303 24. Jugendlektüre...................................1304 25. Briefkasten.....................................1306 26. Kleine Mitteilungen.............................1308 27. Durch Sachsen und Thüringen von Schule zu Schule 1309 o o o Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. 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März 1910. (In den Anzeigeteil werden nur Ankündigungen ausgenommen, für die die Güte der Ware erwiesen ist. Es werden daher vor der Insertion entsprechende Erkundigungen eingeholt. Allfnllige Beschwerden mögen sofort bekanntgcgeben werden.) Aeurteikungen. 178.) Frühjahrssämereien „Adlersaat“. Als eine der bestbekannten Firmen Deutschlands erfreut sich die Samen- und Pflanzenhandlung Adler & Ko. in Erfurt auch in unseren Gauen längst eines guten Rufes und wußte sich für ihre anerkannt vorzüglichen Sämereien und Pflanzen eine ausgedehnte Kundschaft zu sichern. Wir machen daher unsere p. t. Leser auf den unserer heutigen Nummer beiliegenden ausführlichen Prospekt dieser Firma besonders aufmerksam. 179.) Album für Innendekoration. Der Ruf dieses Werkes als eines der inhaltsreichsten und gründlichsten der illustrierten Nachschlagebücher auf dem Gebiete der Wohnungsverschönerung mit Teppichen, Möbelstoffen, Stoff- und Spitzenvorhängen, Decken, Tierfellen und sonstigen Kunstgegenständen ist so begründet, daß man über die neue Ausgabe nicht viel zu sagen braucht. Das Album für Innendekoration ist in seiner heutigen Gestalt eine Übersicht über alles, was auf diesem Gebiete überhaupt gewählt werden kann. Die Firma Teppich- und Möbelhaus S. Schein, k. u. k. Hof- und Kammerlieferant, Wien I, Bauernmarkt 12, hat sich bereit erklärt, ein Exemplar dieses in ihrem Verlage erscheinenden Werkes an unsere Leser und andere Interessenten auf Verlangen (Angabe der Adresse auf Postkarte genügt) gratis und franko einzusenden. 180.) Fernunterricht in der Krisialkographie. (Unterrichtsbriefe, herausgegcben von Franz Hanl, k. k. Professor in Leitmeritz; Preis jedes Brieses 1 K; im ganzen 20 Briefe; Monatsratenzu 2 K zulässig.) — Man würde es nicht glauben, daß die Kristallographie, dieses Schreckcngespenst, das kaum durch Demonstrationen und Belehrungen in einer festen Form hervortrat, nun durch den Fernunterricht Leben bekommen sollte. Und doch gelang es. Prof. Hanl, der sich der schwierigen Aufgabe unterzog, die Lehre von den Kristallen uns verdaulicher zu machen, verfügt über eine große Schulpraxis und ein bedeutendes Geschick der Beibringung. Seine Unterrichtsbriefe haben eine gewinnende und einfache Art der Belehrung, bezw. Einführung. Bürgerschulkandidaten werden sie nicht entbehren können. 181.) Kompositionen von And. Scheuer. — Ein Lehrerkomponist! Stücke: 1.) Wiegenlied. (Worte von R. Tinzmann.) Volle Harmonie, lcichtfließendcr vierstimmiger Tonsatz. Der Text sollte weniger moralisieren. — 2.) Unsere Sprache. Eine Hymne. (Worte von G. Pawikowski.) Kräftiger Rhythmus. Der erste Tenor muß das h erklimmen. Wenn es ihm gelingt, wirkt der Chor ganz außerordentlich. — 3.) Ehar-sreitagszauber. (Worte von Tinzmann.) Sehr melodiös, in Osterstimmung getaucht. — Die Chöre sind vom Komponisten R. Sch. in Wiesen bei Halbstadt zu erhalten. Männergesangvereine bereichern ihre Vortragsordnung mit gefälligen Nummern. em~ 12-2 Ein Wunder amerikanischer Industrie ist der neuerfundene ADDIERSTIFT („Maxim“) — mit Schreibvorrichtung für Tinte und Blei. ——— Dieser äußerst sinnreich konstruierte Apparat dient zum Zwecke des raschen und sicheren Addierens u. bilden die Hauptvorzüge desselben, b. einfachster Handhabung und tadelloser Funktion: Einerseits die große Entlastung des Gehirnes, da selbst nach stundenlangem kontinuierlichen Arbeiten mit Maxim keinerlei, das Gehirn in so vielfach schädigender Weise beobachtete. nervöse Abspannung verspürt wird. Anderseits die Verläßlichkeit und große Zeitersparnis. Preis per Stück nebst leichtfaßlicher genauer Anleitung K 10 GO, per Nachnahme, gegen Voreinsendung des Betrages K 10 —. Zu beziehen durch den General-Versand EM. ERBER WIEN, 11 [8, Ennsgasse Nr. 21|PU. Dieter Kolge liegt ein Wrofpekt der Firma Adler und Ko. in Erfurt bei. 182.) Lalvacher Schukzeitnug. (Fachblatt für Kram und Küstenland; Herausgeber: Der Krainischc Lehrervcrein; Schriftleiter: Rud. E. Pcerz.) — Die Zeitschrift gehört zu beit ältesten Fachblättcrn der Monarchie. 38. Jahrgang! Trotz der mißlichen Lage der krainischcn Lehrerschaft wird sie als kostbares Erbe gehütet und mit trefflichen Aufsätzen beschickt. Aus dem Inhalte der Nummern 1, 2 und 3 dieses Jahres: Der Lehrer im Dienste des Volkes. Heimatkundliche Lehrmittelsammlungen. Slawismen in der deutschen Sprache. Das natürliche Erziehungssystem. Kleine Nachrichten verschiedenster Art. Leitartikel. (Jahrespreis 4 K; Bestellungen au Lehrer F. Bersin in Laibach.) 183.) Austtcß Stauvök haben wir in den „Blättern" bereits empfohlen. Bei der Firma sind daraufhin viele Bestellungen eingelangt, bei uns keine Beschwerde. Wir können daher auf die Beilage zu dieser Folge mit Nachdruck verweisen. Die Verw. 184.) Der junge Würger. (Herausgeber: Der Landeslehrerverein des Landes Vorarlberg; 12 Hefte — 3 K.) — In der Pädagogik ist zumeist das Schlechte teuer, das Gute billig. Das trifft in erster Linie bei der genannten Zeitschrift zu. Sie bietet eine Fülle wertvollen, zeitgemäßen Stoffes (Landwirtschaftliches, Gesetzeskunde, Erzählungen, Ratschläge für die Berufswahl, allerlei Wissenswertes), kräftige Sprüche, hübsche Gedichte, Rätsel, Bilder — und belastet den Abnehmer nur mit 3 K. Nach meinem Dafürhalten sollte jede Landschule mindestens ein Stück dieses trefflichen Blattes regelmäßig beziehen und als Lesestoff im Unterrichte benützen. — 185.) Apollo bi Wcfvcbcrc. — Aus dem Verlage Wild und Ko. in Dresden-Heidenau kam ein Kunstblatt, das auf dunkelgrauem Hintergründe die berühmte Marmorstatue darstellt. Durch die richtige Farbeu-verteilung erscheint das Bild zwar scharf, aber deswegen nicht ausdringlich herausgestellt. Überaus wertvoll ist die beigcgebcne Erklärung. An Fachschulen wird die Sammlung der Kunstblätter sicherlich zum Verständnis alter Skulpturen beitragen. (Größe 24 X 32 cm; jede Serie enthält 30 Blätter zu 40 Pf.; Versendung im Karton.) 186.) Österreichs illustrierte Zeitung. (20. Jahrgang; Verlag I. Philipp in Wien, VI Barnabitcn-gaffe 7; Wochenschrift; Preis vierteljährig 5 K.) — In Folge 72 wurde auf den reichen Bildcrschmuck verwiesen; diesmal sei des mannigfaltigen Inhaltes gedacht: Rätsel, Büchcrschau, Notizen, Photographien, Romane, Gedichte, Politische Rundschau, Erzählungen, Humor, Aus der Werkstätte des Arztes, Esperanto, Empfiehlt sich von selbst! Eine Probe genügt! Universal Gallus -Tintenpulver. 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Wir saßen vor kurzem beisammen und rieten hin und rieten her, was zu machen war', um endlich einmal eine brauchbare Liedersammlung für den Schulgebrauch zu bekommen. Die verschiedenen Liederquellen, -strnuße und -perlen bieten zu wenig Lebenswarmes, so wenig Zeitgemäßes, Volkstümliches; Kinderliedchcn bringen sie, nichts als Kinderlicdchen für Ammen, Kunstproduktc obskurer Komponisten, Seichtes, Gedrechseltes, Schales. Was soll man damit in der Schule, die für das Leben bildet, anfangen? Wer wird sich Schullicder mit salbungsvollem Wortlaute und mühsam zusammengebrachter Melodik als Schatz in die Gesellschaft mituehmen? Oder wollen wir nur singen, um die Stunde auszufüllen? Das kann der moderne Schulmann nicht gutheißen. Ihm schwebt vom Anfang bis zum Ende der Zweck vor: Er will die Jungen mit innigen Weisen rüsten, die das Volk ersonnen oder als allgemeinen Besitzstand übernommen hat. Und da kommt nun der Saugmeister von Leipa und bietet uns den Strauß * flnkündigungstafcl. « 1.) Schulwandllarle» bei Freytag und Berndt, Wien, Vll/i Schottenfeldgassc 62. (Be-sprcchung 11.) — 2.) Zur Vorbereitung auf den Unterricht — die Skizze im nalnrgcschichtlichen Unterrichte von Burger. — 3.) Madicrgnmmi, Karben bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Hinte von Schuster in Wien, Schüller in Amstetten und Lampel in Böhm.-Leipa. — 5.) Wleististe von Hardtmuth in Budweis. (Besprechung 29.) — 6.) öusche» und Karben von Anreiter in Wien VI/i. — 7.) Irucksorten bei Pavlicek in Gottschee (Kram). — 8.) Musikinstrumente von Klier in Stcingrub, Trapp in Wildstein und Müller in Schönbach. — 9.) Methodische Mästung mit Mohaupts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 50!) — 10.) Karben bei Dr. Schoenfeld in Düsseldorf; Zcichenutcnsikicn bei Schmiucke in Düsseldorf. — 11.) Schulbänke bei Dr. G. Fischel Söhne in Wien I. — 12.) Radiergummi bei Simon in Wien.— 13.) Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. 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Zithern, Guitarren, Mandolinen, Mandolas etc. in jeder Ausführung vom billigsten Schüler-Instrumente bis zum feinsten Konzert-Solo-lnstrumente. Weiters empfehle ich zu billigsten Preisen beste, tonreine Blech- und Holz-Blasinstrumente, Trommeln, Cinellen, Saiten, Bestandteile, Harmoniums, Harmonikas, Volkszithern etc. unter voller Garantie. — Akkordangeber, chromatische Tonangeber. Lieferung auch gegen bequeme Monats-Teilzahlungen so daß jedermann in der Lage ist, sich ein wirklich gutes Instrument anschaffen zu können. Alte, wenn auch ganz defekte Violinen, Violas und Celli tausche ein oder kaufe gegen bar. Reparatur-Werkstätte. Preislisten kostenfrei. Johann Klier, Musikinstrumenten - Erzeugung Steingrub bei Eger (Böhmen). >2-2 Der gaiyen Auflage ilt ein Prospekt der Firma Dullleß Oil und paint So. in Wien beigeschlossen. voll schönster Blüten. Dazu schreibt er eine einfache, dabei aber doch ganz originelle, packende Klavierbegleitung, die vom gewöhnlichen Stile wesentlich abweicht. Nun wird es durch die Schnlhäuser im frischen Chor erschallen und aus den Klavieren klingen, daß es eine Freude ist. Franz Mohaupt hat seiner Muse schon manch wertvolles Stück entlockt und wir preisen ihn mit Recht als Meister der Töne; da er jedoch daran ging, der Schule des Volkes die schönste Gaben zu vermitteln, müssen wir ihm vom Herzen danken. 188.) „Scikpädagogische Schill- und Hkternzeitung." Schriftleiter: Ernst Lorenz, Dr. E. Lazar und F. Pulzer; Verwaltung in Wien, XVI/i, Hasnerstraße 121; Bezugspreis für 12 Hefte 5 K.) — Die Doppelnummer 1 und 2 verspricht viel. Wenn die Zeitschrift auf der Höhe bleibt, kann sie auf ihrem Gebiete reichen Segen stiften. 189.) Sternvüchtein für 1910. Verfasser: Robert Henseling. Mit 12 Sternkarten und zahlreichen Abbildungen. Herausgcgebcn vom Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Stuttgart, Franckh'sche Verlags-Handlung). Kartoniert 75 Pf., für Kosmosmitglieder nur 60 Pf. — Ein Beurteiler, dem ich das Schriftchcn überließ, empfiehlt es zum Ankaufe. K. u. k. Hof- (jg| Kaitogr.-Anstalt G. Frey tag & Berndt, Wien, VII/1 Inhaber: G. Freytag. Rothaugs Scbulatlankn Sämtlich approbiert, zeichnen sich vor allen ändern durch schön gearbeitete große Kartenbilder aus. Jede Karte aus jedem Atlas ist auch einzeln zu haben Geogr. Bürgerschul-Atlas. 2., erweit. Aufl., 41 Härtens., eleg. geb. K 3 50 Nach Anlage und Ausführung der beste, schönste und praktischeste Atlas für Bürgerschulen. Geogr. Volksschul-Atlas für 4- bis 6kl. Volkssch. 20 Ktnstn., geb. K 1 50 Ausgaben für Nied.-Öst Ob.-Öst. und Salzburg, Steierm. und Kärnten, Tirol und Vorarlberg, Mähren und Schlesien, Böhmen. Geogr. Volksschul-Atlas für 1- bis 3kl. Volkssch. lOKartenstn,............geb. K !•— Rothaugs Schulatlanten u. Schul wand karten ergänzen sich In vollkommenster Welse. 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Juli 1909, Zahl 38.124. — Die Treffer bestehen in Waren, welche von den Gewinnern bei bestimmten Firmen in Wien (Lieferanten des Lehrerhausvereines) je nach Bedarf und Geschmack selbst ausgewählt werden können. Die gezogenen Lose gelten somit als Zahlungsmittel für entnommene Waren; nur bei den ersten drei Haupttreffern (25.000, 5000 und 1000 K) wird den Gewinnern auf Verlangen bares Geld nach Abzug von 20% und der gesetzlichen Gewinstgebühr gegeben. Das Los kostet bloß 1 Krone. Die Ziehung findet am 21. Mai 1910 um 6 Uhr abends im Festsaale des Lehrerhauses statt. Rechenbücher von Emanuel Fihga. Kur Volksschulen: -- 1. Teil, für die 1., 2., 3. u. 4. Klasse . 5 K II. ff ff ff Anr Bürgerschulen: Alle 3 Klassen zusammen . 5 K. Von den hervorragendsten Fachmännern ivärmstens empfohlen! Zu beziehen von: 6-2 Mann Klladarz in Baden, niederösterreicb. Die in den Kreisen der Lehrer bestbekannte Firma Uhrmacher und Adolf 3irka üuwclier Gegründet (878. Hrummau a. d. 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Die Vereinsleitung hat nur die mühevolle und kostspielige Durchführung übernommen und ist sich wohl bewußt, daß es der hochherzigen und tatkräftigen Unterstützung der österreichischen Lehrerschaft Vorbehalten bleibt, diese Unternehmung erfolgreich zu gestalten; sie hegt aber auch die feste Überzeugung, daß alle Standesangehörigen, ob Männer oder Frauen, ob Lehrer an Dorf- oder Stadtschulen, an Bürger-, Mittel- oder Hochschulen, gerne ihr Schärflein dem schönen Zwecke widmen und auch im Kreise ihrer Bekannten außerhalb des Lehrstandes Abnehmer der Lose finden werden. Wenn jeder Lehrer, jede Lehrerin fünf Lose bezieht, eines davon für sich behält und die anderen vier absetzt, so ist der Erfolg gesichert. Und allzuschwer dürfte es nicht sein, die verschiedenen Gesellschaftskreise dafür zu erwärmen, daß sie Wo 'gute Musik'' r gepflegt wird,darf eine > Haus-Orgel nicMFehlen.HerrlichtrOigeltiii, I prächlige Ausstattung, V.781Lii. | AloisiViaienFuida HoFlieFerant*. (Gegr. 1846) Hoflieferant. 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Lenzfolgc. 1910 (März). V (X t t Q ^ (7. Jahr.) Aokge 75. für den Ubieilllllgsumemcht Monatschrist zur Förderung des österreichischen Schulwesens. BezugSgebllhrSK (5Mark, ßermiSQeber: Geschäftliches «»»schließlich 7Frk.) jährlich. Einzelnum- an die „Berwaltung der mct 60 h. Postsparkassen- »„v„ir ff Blätter für den AbtellungS- schcd-fionto 91t. 68.218. ÜUOOl) &. PCCfJ tN illtUllfl). unterricht in Laibach". Nach der Lehrerversammlung in Löhm.-Leipa am 26. August 1908. 1 2 5 6 11 12 16 19 4 7 10 9 13 15 18 20 21 8 8 14 17 1 B.»D. Julius Pohl, Prag, Obmannstellvertreter des D.-ö. Lehrcrbundes. 2 Ortsschulinspektor I. Just, Schuldir. i. R., ßeipa. 3 Frl. Hedwig Mohaupt. 4 Schull. Franz Wabra, Dcutsch-Kamnih. 5 Lehrer Franz Mi chcl, Leipa. 6 Oberl. Wenzel Mank, Schwor«. 7 Obcrl. Franz Pietsch, Neugarten. 8 Prof. Rud. E. Peerz, Laibach. 9 Oberl. Hugo Schwarz, Leipa. 10 Lehrer Josef Placht, Leipa. 11 Lehrer Josef Schön6ccf, Leipa. 12 Fachlehrer Hermann Markgraf, Leipa. 13 B.-D. Josef Hieke, Leipa. 14 Frau Dir. Mohanpt. 15 Schull. Josef Toms, Schießnig. 16 Lehrer Rudolf Rutscher, Wartenberg. 17 B.-D. Franz Mohaupt, Leipa. 18 Obcrl. Josef Richter, Sonneberg. 19 Lehrer Franz Effert, Schwor«. 20 Lehrer Heinrich Wenzel, Leipa. 21 Oberl. Josef Weber, Lehrcrvereinsobmann. Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär’, wür' zwar das Auge satt, der Magen aber leer. Logau (1654). Erwachender Leu). (Es wird wieder einmal Frühling, diesmal nicht nur Frühling in der Natur, sondern einigermaßen auch in unseren Reihen. Der Westen des Reiches lichtet sich; das deutet auf einen schönen Morgen. Bald kommt der Sonnenstrahl, der die letzte Kruste zerschmelzt. Tirol, das verschlossene Tirol, hat endlich ein Gesetz geschaffen, durch das dem Lehrer ein menschenwürdiges Dasein gesichert und dem Kulturstrome die Bahn geöffnet ist. Nun werden sich die Lehrerbildungsanstalten des Landes füllen, nun wird allerorts ein rüstiges Schaffen beginnen und durch alle Felsengassen des Landes die Bildung mächtig schreiten. <£s war höchste Zeit. Das Land ist arm, der Boden kann die Lebensbedürfnisse nicht decken; es muß daher der Fremdenverkehr die nötigen Mittel bringen. Der Fremdenverkehr heischt aber mancherlei: (Er will ein gastlich Dach, eine aufmerksame pflege, Höflichkeit und Manieren; er will vor allem ein Stück Bildung, wird diese auch nicht auf ein bestimmtes Maß gestellt, so muß sie dennoch ausreichend geboten werden, weil sie allein das Zutreffen der anderen Vorbedingungen verbürgt. Nur der Geistiggeschulte vermag dem Geschmacke des Gastes vollends zu entsprechen. Der Ungebildete ist starr, unelastisch, blind. <£r merkt nicht die wünsche des Fremden; er kommt nicht in die Welt, um was Besseres zu sehen, er liest nichts, er hört nichts; er leidet daher Schaden. Blicken wir nur einmal über die Grenze I Millionen über Millionen Franken hat der Fremdenverkehr in die Schweiz gebracht. Das ist nicht lediglich ein Verdienst der großen Hotels, sondern es ist zum größten Teile der Bildung des Volkes, seiner Anpassungsfähigkeit, dem modernen Geiste, der die Masse durchweht, zu verdanken. Das österreichische Alpengebiet, in dem neben der Majestät der Berge der größte Liebreiz des Mittelgebirges lockt, in dem herrliche Seen aus dem Grün der Fichtenwälder blitzen, in dem auf samtenem Teppich die k}aine des Thüringerlandes rauschen und durch die Täler die Rosenkönigin wandelt, — würde zum Stelldichein aller Kulturvölker des (Erdenrundes werden, wenn die Vorbedingungen, die jenseits des Rheins so trefflich gegeben sind, erfüllt wären. Sie liegen, wie gesagt, mit ihrem Urquell in einer durchgreifenden Bildung des Volkes. Unsere moderne Schule ist nicht eine Werkstätte, d i e i m in e r w i e d e r n u r d i e M u st e r st ü ck e: L e s e n, S ch r e i b e n u n d R e ch n c n aus wirft; sie drechselt mancherlei wertvolles und drechselt vor allem den Ulen scheu. Mit dem zeitgemäßen Unterrichte verbindet sie die zeitgemäße (Erziehung. Aus dieser sprudelt dann alles, was der Tag verlangt, alles, was zur inneren und äußeren Glückseligkeit führt. So schließt sich der Kreis von der Bildung zur Bildung. Zweifellos sind diese (Erwägungen mit bestimmend gewesen, jenseits der Lienzer Klause dem Lenz die Tore zu öffnen. Die Million Mehraufwand wird Millionen bringen. Kein Kapital ist so gut und so sicher angelegt als jenes, das der Bildung gilt. (Erwachender Lenz äußert sich hinsichtlich der Besserstellung des Lehrers auch in anderen Kronländern. Niederösterreich, das Stammland der Monarchie, entfaltet einen Gefetzes-entwurf, der nicht nur den höheren Sold, sondern auch ein anderes Angebinde, die geregelte Vorrückung, enthält. In Kram ward zwar nichts Bedeutungsvolles geschaffen; aber es sind Anregungen in Beschlüsse übergegangen, die auf die Bestrebungen der Lehrerschaft richtunggebend wirken können: Die provisorischen Dienstjahre werden voll angerechnet, die Supplenten werden den provisorischen gleichgestellt, die Dienstzeit wird mit 35 Jahren festgelegt, die Teuerungszulage geht in den Ruhegenuß über. Also eine Düte voll Süßigkeiten. Freilich wäre ein StücF gutes Hausbrot besser gewesen. Immerhin muß man indes den guten Willen, modern zu sein, anerkennen, nicht zuletzt auch mit Rücksicht auf die vor Jahren beschlossene Abschaffung des Unterlehrertitels. Ls ist zu erwarten, daß Aronländer, die wir ansonsten im Aulturwettlauf in den vordersten Reihen bemerken, das Wertvolle der in Arain getroffenen Bestimmungen zu dem Guten ihres Besitzstandes fügen werden! — Wenn man bedenkt, daß die Lehrerschaft noch nicht mit denr Aufgebote aller Aräfte tätig war, denn gar viel liegt in ihr an Araft noch brach, so muß man mit denr Erfolge der verflossenen Monate zufrieden sein. Die Anzeichen sind da, daß bei einigem und fcstgegründctcm planvollen Vorgehen ein Posten nach dem ändern uns förmlich in die Arme fällt. Dann soll cs ein emsig Arbeiten im Dienste der Volksbildung geben, einen sonnigen Frühling in der österreichischen Volksschule. Schon jetzt, da nur hie und da ein Strahl durch das Gewölk dringt, beginnt cs sich zu regen. Wie erst dann, wenn auf alle Gaue die Sonne des Berufsglückes scheint I Verlassen, unbeachtet ist die pädagogische Muse seit Jahren abseits gestanden, denn der Ruf nach Brot beherrschte fast ausschließlich die Tagesordnung der Lehrerversammlungen. Aann uns das wundern? Erst jetzt, da sich die Aussicht klärt und der Blick wohlgefällig über die keimende Saat schweift, können wir die Rückkehr zum friedlichen Schaffen erhoffen. Erwachender Lenz in den Gefilden, aus denen die Nährfrucht wächst, weckt den Lenz im pädagogischen Zi ergärtIein, in Öen Herzen der Gärtner und damit im Herzen des Volkes. Jrüytipgsrüsturig. MorvemerKung. Eine Eigenart der „Blätter f. d. A-U." besteht darin, daß der Stoff organisch fort-wachst, b. h. mit den seit Beginn gesammelten Stücken zusammenhängt. Dadurch werden die „Bl." zum Buche, in dem man gar oft zurückblättert, wenn wieder ein neuer Zeit- und Arbeitsabschnitt kommt. Im allgemeinen ist es ein trauriges Geschick der Aufsätze in Fachblättern, daß sie, einmal gelesen (oder auch nicht), weggelegt und selten wieder hervorgezogen werden. Das soll bei unseren „Bl." nicht der Fall, kann nicht der Fall sein, weil immer wieder zurückgegriffen werden muß, wenn man in die Sachen Einbringen will. Die Anlage in Buchform war eben vom ersten Tage gegeben und ist seither durchwegs cingchallen worden. Um nun für den Frühlingsabschnitt nicht bereits Gesagtes zu wiederholen, sei der Leser eingeladen, vom 1. Jahrgange an den „Frühlingsstosf" ins Gedächtnis zurückzurufen. 1904—1906: 1. Der Zehnerübergang. (Für den Elcmentarlehrcr!) — 2. Ungeteilter Vormittagsunterricht ober nicht? (Einführung im Sommer. Gesuch des O. Sch. R. aufgrund des § 60 der Sch.-U.-O. an den L. Sch. 91!) — 3. Helferwesen. (Dem 1. Schuljahre H. zuteilen, um für die anderen Abt. Zeit zu gewinnen.) — 4. Lenz und Landschule. — 6. Lehrerehen — Lehrerelend. (Der nahe Wonnemond!) — 6. Frühlingszaubcr hinter Kerkergittcrn. — 7. Die Bezirlslchrerkonfcrcnz. (Vorarbeiten!) — 8. Vcrgaloppiert! (Blätter- und Blumenzeichnen!) — 9. Die Kunstpflege im Schulhause. 1907: 10. Schulbeginn im Herbst oder im Frühlinge? — 11. Dornröschen. — 12. Das Lehrer- parlamcnt. — 13. Der Unterricht in der Natur. — 14. Schulgartcnarbcilen. 1908: 15. Hinein ins Volk! — 16. Lehrerschaft und Inspektoren. (Die Jnspektorensragc rückt in den Reichsrat ein.) — 17. Der König des Dorfes. — 18. Der Frohsinn in der Volksschule. — 19. Die Geometrie eines päd. Polierers. — 20. Begründende Heimatkunde. — 21. Die auswendig gelernte Stimmung. 22. Konferenzthemen. — 23. Rechenbeispiele aus dem Leben. 1909: 24. Kinder des Frühlings. — 25. Der Lehrer als Bienenzüchter. — 26. Wirtschaflspäda-gogik. — 27. Die Arbeitskunde in der Volksschule. — 28. Über Schulhausbauten. — 29. Bodenständiger Unterricht. — 30. Die Lehrmittelsammlung in der Landschule. — 31. Frühlingsstimmung. — 32. Bauernregeln. — 33. Gartenpflege. — 34. Fragen für die Lehrbefähigungsprüfung (Volksschule). Familienerziehung, Staatserziehung, Schulerziehung. Von Eduard Burger, k. k. Professor an der Lehrerbildungsanstalt zu Innsbruck. (Schluß.) Zwar entstanden in den letzten Jahren Jugendfürsorge-Vereine da und dort, zwar hat ein schlichtes Kaiserwort die Sammlung „fürs Kind“ ins Leben gerufen und private Wohltätigkeit ganz erkleckliches geleistet; aber ein großzügiger Jugendschutz kann doch nur mit den ausgiebigen Mitteln des Staates gedeihen. Man wird allerdings einwenden, daß zu derartigen Sachen der Staat nicht die Mittel habe. Merkwürdig, zu wieviel Dingen man immer Geld hat! Aber wenn es sich um Hebung des sittlichen Wertes im Volke, um Erziehungs- und Schul-angelegenheiten handelt, beliebt man regelmäßig einen kurzsichtigen Sparsinn hervorzukehren. Der Einwand, betreffend den Kostenpunkt, ist einfach unverständlich. Müssen diese verlotterten Kinder gegenwärtig nicht auch erhalten werden? Sind es nicht gerade diese Kinder, die später ihr ganzes Leben lang als Landstreicher und Verbrecher der Gesellschaft zur Last fallen? Und entspräche es nicht vielmehr den Gesetzen der Gerechtigkeit und Billigkeit, den Grundsätzen der Gemeinbürgschaft aller Volksangehörigen, wenn die Erhaltungs- und Erziehungskosten dieser Kinder durch eine gerechte Steuerordnung gleichmäßig von allen Gliedern desselben Volkskörpers, also auch von den Reichen und Kinderlosen, getragen werden würden? Bezüglich der Beaufsichtigung der häuslichen Erziehung durch den Staat sei darauf hingewiesen, daß schon sehr viel damit getan wäre, wenn man den berechtigten Klagen der Lehrer über vernachlässigte oder mißleitete Erziehung Beachtung schenkte. Aber selbst angenommen, daß doch eine ungeheure Summe, sogar die Hälfte oder noch mehr aller Staatseinnahmen erforderlich wäre, so sei die Frage gestattet: Was ist mehr wert, z. B. die Anschaffung neuer Kanonen und Uniformen, der Bau sogenannter strategischer Straßen und Eisenbahnen, die Urbarmachung von wüsten Landstrecken und andere recht nützliche Maßnahmen des Staates, die aber alle nur mehr die Hebung der materiellen Wohlfahrt bezwecken, oder die Bewahrung der moralisch Elenden vor gänzlichem Ruin und ihre Erziehung zu rechtlichen Menschen? „Das kostbarste Kapital der Staaten und der Gemeinwesen ist der Mensch. Jedes Leben repräsentiert einen bestimmten Wert. Diesen zu erhalten und ihn bis an die unabänderliche Grenze möglichst intakt zu bewahren, das ist nicht bloß ein Gebot der Humanität, das ist auch in ihrem eigensten Interesse die Aufgabe aller Gemeinwesen“ (Kronprinz Rudolf). Die festgestellte Tatsache, daß nur eine verhältnismäßig geringe Minderheit unserer Jugend sich der Wohltaten einer geordneten häuslichen Erziehung zu erfreuen hat, drängt zur Frage, wie die Volksschule ihrer Aufgabe gerecht wird und gerecht werden kann. In den Staaten deutscher Sittung ist der Unterrichtszwang, der ja zumeist in Schulzwang hinausläuft, gesetzlich eingeführt. Darum ist man von vornherein berechtigt, sich von der erziehlichen und unterrichtlichen Wirksamkeit der Volksschule ziemlich hohe Erfolge zu versprechen. Allgemein ausgedrückt, besteht die erziehliche Aufgabe der Volksschule darin, die häusliche Erziehung zu fördern und zu ergänzen. Kann aber etwas gefördert und ergänzt werden, was nicht vorhanden ist? Wenn man dagegen der Volksschule eine selbständige erzieherische Tätigkeit zuerkennt, wird sie nicht durch verderbliche Gegenströmungen, wie solche in der Gesellschaft und Familie leider nur zu häufig Vorkommen, vielfach gehemmt und unterwühlt, in ihren Wirkungen oft geradezu vernichtet? Die Ach'tung vor der Volksschule muß in der großen Masse gehoben werden, was nur durch strenge Handhabung der Schulgesetze und durch Hebung der Achtung vor dem Lehrstande möglich ist. In Übereinstimmung damit steht die Forderung, der Staat möge den Lehrern jenes Ansehen verleihen, das er selbst besitzt: Der Staat möge die Lehrer zu Staatsbeamten machen. Allerdings erscheint in Österreich, da hier nicht selten Fragen der Schule zu Fragen der politischen Macht ausarten, die Verstaatlichung der Volksschule so lange nicht zeitgemäß, als nicht der Aufwand für das gesamte Bildungswesen des Staates nach den Grundsätzen völkischer Eigenbesteuerung geregelt ist. Mit Beziehung auf die Gegenwart kann jedoch vom Staate wenigstens eine solche materielle Fürsorge für den Lehrer gefordert werden, daß der Bildner des Volkes, entrückt dem Hasten um des Lebens Notdurft, niemand anderem zu dienen braucht als seinem hehren Amte allein. Es ist eine Wahrheit, die, tausendmal und tausendfältig ausgesprochen, in einsichtsloser Zeit auch tausendmal ungehört verhallt ist: ein Gemeinwesen, das ungezählte Summen zur Stärkung der wirtschaftlich Schwachen aufwendet und die breitesten Massen zu politischer Betätigung heranzieht, das aber an seiner Schule kargt und den Lehrer des Volkes in hoffnungsloser Armut, in entwürdigender Botmäßigkeit dahinsiechen läßt, ein solches Gemeinwesen handelt nicht anders als jener Tor, der Wasser schöpfen wollte mit löcherigem Siebe. „Daran erkenne den Fluch, der auf unserer Zivilisation lastet: sie ist unvermögend, dem Lehrer gerecht zu werden. Wo aber keine Gerechtigkeit für den Lehrer, da ist keine Ehrfurcht vor dem Kinde“ (Conrad). Randbemerkung zur Folge 71. Die trefflichen Anleitungen, die uns Herr Kollege Keiblinger auf Seite 1170 über das Dividieren von Dezimalzahlen gibt, haben gewiß den beabsichtigten Zweck erreicht. Dennoch dürften mit mir noch andere Kollegen die Wahrnehmung gemacht haben, daß das Beispiel b so unklar erscheint, daß man es direkt als unrichtig bezeichnen muß. Herr Keiblinger erklärt das Beispiel . 9 52 : 369 5 = 0 00 folgenderweise: Die höchste Stelle im Divisor sind hier Hunderter. Im Dividenden haben wir diese Stelle nicht, daher bestimmen wir sie mit Punkten. Da nach rechts der Wert der Zahlen immer um das Zehnfache kleiner wird, so schreite ich von Punkt zu Punkt bis zur Zahl (Ziffer!) 5 im Dividenden und erhalte Tausendtel. Warum aber schreite man im Dividenden bis zur Ziffer „5“? Die erste geltende Ziffer des Dividenden ist doch „9“! Auch erhält man in diesem Beispiele als erste geltende Stelle im Quotienten doch „Hunderttel“ (Einer: Hunderter — Hunderttel). Das Bestimmen des Stellenwertes könnte man sich vielleicht folgenderweise erleichtern: Die höchste Stelle im Divisor sind Hunderter. Im Dividenden haben wir diese Stelle nicht, daher bestimmen wir sie durch Punkte: . (Häkchen) . 9 52 : 369 5 = Hier (Häkchen) bekämen wir Einer, bei dem nächsten Punkte Zehntel, bei „9“ also „Hunderttel“. Die erste geltende Stelle im Quotienten sind Hunderttel. (Während dieser Satz gesprochen wird, wird 0 Ganze, 0 Zehntel geschrieben.) Oskar Rudolf, Lehrer in Friedersdorf bei Jägerndorf. Die Lehrerin-Ehe. Von Ferdinand Zenz. In den letzten zehn Jahren haben die Landtage der österreichischen Länder mit Ausnahme jener von Steiermark, Kärnten, Krain und Schlesien nach dem Muster Tirols Bestimmungen geschaffen, die die verehelichte Lehrerin vom Schuldienste ausschließen. In Niederösterreich wogt dermalen in dieser Beziehung der Kampf. Es scheint, daß man allmählich wieder von den Phrasen betreffs des ästhetisch-sittlichen Hindernisses, der Kosten der zeitweiligen Beurlaubung, bezw. der durch dieselbe verursachten Störung und der angeblichen geringeren Leistungsfähigkeit der verehelichten Lehrerin abkommt. Dies ist auch ganz selbstverständlich, denn Phrasen können auf die Dauer nicht standhalten. Wenn das ästhetisch-sittliche Moment ein so schwerwiegendes Hindernis sein sollte, dann müßte ja auch die verehelichte Handarbeitslehrerin aus der Schule verbannt werden, umsomehr als sie Kinder bis zu 14 Jahren unterrichtet, während der Lehrerin in den allermeisten Fällen nur die Schüler der drei unteren Schuljahre zugeteilt werden. Es fällt niemandem ein, sich über die verheiratete Arbeitslehrerin zu beklagen, bei der verheirateten Lehrerin hat man aber — das ist die Logik der Phrase und die Welt huldigt eben zu gern den Phrasen — Bedenken. Da die Frau an den Aufenthaltsort des Mannes und dieser an den ihrigen gebunden ist, so bedarf es besonders günstiger Umstände, daß beide zugleich ihre Wirksamkeit an einen anderen Ort verlegen können. Demnach wird die Lehrerin durch die Ehe zum langjährigen Verbleiben in einem Orte gezwungen. Was durch einige Urlaube verloren geht, kommt somit durch die Ständigkeit wieder reichlich herein. Der Einwand betreffs der Störung ist also hinfällig. Ebenso ist es mit dem hinsichtlich der Kosten der Beurlaubung. Man gebe Mutterschaftsurlaube nur gegen Einstellung der Bezüge. Auf solche Art wird man noch Ersparnisse machen, wenn an Stelle einer höher besoldeten eine minder besoldete Lehrkraft tritt. — Was die Leistungsfähigkeit der verheirateten Lehrerin betrifft, möge man folgendes bedenken : Gerade die u n verheiratete Lehrerin leistet zuweilen sehr wenig. Der Mangel der Häuslichkeit treibt sie in die Gesellschaft und ist die Schuld an dem Entstehen der so bedauerlichen Vergnügungssucht und des damit zusammenhängenden Mangels an Berufseifer. Wieviele kostbare freie Stunden, wieviele Tage und Wochen verbringt mancher Lehrer, ohne sie zu seiner Fortbildung, zur Vor- und Nachbereitung, zu sonstigen den Unterricht fördernden Arbeiten zu verwenden, außerhalb des Schulhauses! Jeder Gerechte muß zugeben, daß die durch die Ehe ernster gewordene, durch die Häuslichkeit von der Vergnügungssucht befreite verheiratete Lehrerin ihrem Berufe mindestens ebensoviel freie Zeit widmen kann als viele leichtlebige unverheiratete Amtsgenossen. Man stelle nur Beobachtungen an und man wird dies zugeben müssen. Pflichtvergessene wird es hier wie dort geben; doch kann man aus Einzelfällen nicht sogleich die Regel ableiten. Nun seien aber auch Umstände angeführt, die die Lehrerin-Ehe direkt als im Interesse der Schule gelegen erscheinen lassen. — Wer wollte bezweifeln, daß eine Frau, insbesondere eine Mutter mehr Kindesliebe besitzt als eine unverheiratete Lehrerin? Und ist es nicht gerade die Liebe zu den Kindern, die den echten Lehrer kennzeichnet? Wie oft fehlt es an einem einheitlichen Vorgehen im Lehrkörper! Da könnte durch die Gestattung der Lehrerin-Ehe gar mancher Ort durch Jahrzehnte die idealste Einheit seines Lehrkörpers genießen, wenn ein Lehrerehepaar dort wirkte. Indes auch Menschlichkeitsgründe fallen in die Wagschale. Man sagt: Die Lehrerin kann ja ohnehin heiraten, vergißt aber, daß das Aufgeben eines Berufes, der uns zum zweiten „Ich“ geworden ist, eine nie ganz heilende Wunde reißt. „Nur der ist beglückt, der sein darf, was er ist.“ Manche Lehrerin muß infolge der Einseitigkeit ihrer Erziehung auf die Ehe verzichten; denn sie wäre den sie erwartenden wirtschaftlichen Verhältnissen nicht gewachsen. So führt sie ein einsames, vergrämtes Leben; hätte sie heiraten und Lehrerin bleiben können, so wäre sie eine lebensfrohe Frau geworden, die den Sonnenschein ihres Glückes in die Herzen der Kleinen gegossen hätte. Wahrlich, die Lehrerin hat ein Recht, das Verbleiben im Amte nach der Verehelichung zu erkämpfen. Darum auf zum Kampfe für das Recht 1 Nachbemerkung. Der vorstehende Aufsatz wird zweifellos zu einer Wcchselrede führen. Sie darf natürlich nicht der unversöhnlichen Empfindsamkeit begegnen. Wenn sie sich sachlich zeigt, wie dies in den Darlegungen des Herrn Oberlehrers Zenz der Fall ist, so wird sie sicherlich zu einer allseitigen Beleuchtung der aktuellen Frage führen. D. Sch. JUis dem Tagebuche eines Übungsschullehrers. 47.) Schönere Ziffern! „Nun treten Sie bald als Lehrer ins Leben hinaus, schreiben aber die Ziffern nicht besser als die Fibelbürger. Wie kommt das? Sie haben den Zahlzeichen niemals Aufmerksamkeit zugewendet. Und doch spielen sie im Leben eine so große Rolle. Die krüppelhafte Gestaltung verunziert das Schriftstück, beeinträchtigt die Deutlichkeit. Da beim operativen Rechnen die Zahlstelle von Bedeutung ist, durch die Schiefschrift jedoch zmveilen verschoben erscheint, so empfehle ich Ihnen für das 'Untereinanderschreiben Ziffern in Steilschrift und zwar Ziffern in einfachster Form, frei stehend, nicht allzugroß, zwar deutlich, aber immer auch gefällig." — 48.) Mechanisches Lesen. „Bei den praktischen Übungen, wo Sie sich ja frei bewegen können, vermisse ich die Einübung des Gelernten. Sie tradieren ohne Unterlaß. Das führt zu Geschwätz. Berankern Sie doch alles, auch das Kleinste! Vor allem empfehle ich Ihnen die Pflege des mechanischen Lesens; sonst kann es geschehen, daß die Schüler nach achtjährigem Schulbesuche bei jedem längeren Worte stolpern oder etwas anderes lesen, als was im Buche oder in der Zeitung steht. Soll in der Schule auch aus der Zeitung gelesen werden? Gewiß! Unpolitischer Stoff, unmittelbar aus dem Leben gegriffen, birgt großes Interesse, bringt neue Wörter, vielleicht auch neue Lettern. Auch Akten, Briefe, kurz: allerhand Geschriebenes muß in die Schule wandern. Der Schüler soll das Auge an verschiedene Buchstabenformen gewöhnen und sich Ausdrücke zueigen machen, die das Leben täglich bietet. Wenn die Schule bis zum letzten Schultage am Lesebüchlein hängt, kann man einmal den Vorwurf hören: „Was, jetzt bist du acht Jahre in die Schule gelaufen und kannst nicht einmal die Kund- machung der Bezirkshauptmannschaft lesen?" — 49.) Die Amtsschriften. Ich führe die Zöglinge in die Schreibgeschäfte der Schulleiter ein, indem Ich abwechselnd diese Woche den einen, die andere Woche einen zweiten usf. alle Amtsschriften führen lasse. Da offenbart sich nun so recht der Charakter der einzelnen Persönlichkeiten. N. zeigt allenthalben Sauberkeit, genaues Verbuchen, übersichtliche Darstellung; P. ist schleuderhaft, oberflächlich, konfus, Ich werde mir von ihm die Führung des N. erzwingen; denn verrät er den Mangel im Äußeren, so wird er ihn auch im Innern nicht unterdrücken. Die Amtsschriften sind gar oft der Spiegel des Wirkens. Zeigen sie uns die ungezügelte Genialität des Lehrers, so deuten sie auf lockere Erfolge im Unterrichte. Wer in der Schnl-stube Stück auf Stück legt und alles fest vernietet, wird auch in seinem Wvchcnbnche, in seinem Vorbereitungshefte, im Katalog und Klassenbuche vollkommen sein. Nur pädagogische Aviatiker klagen über den eklen Ballast der Amtsschriften und huschen vornehm hinweg. Gedankenspäne. Die Erfahrung ist ein langer Weg und eine teure Schule; kürze den Weg und mache diese Schule wohlfeiler durch gewissenhafte Vorbereitung in der Jugend deines Wirkens! * Arbeit macht glücklich! „O, wie bin ich unglücklich in diesem Neste,“ höre ich oft sagen. * Das Unglück ist ein gar mächtiger Schulmeister. * Der Mensch kann viel, wenn er will; doch fehlt ihm gar oft das Vertrauen zu — sich selbst. * Viel Licht, viel Schatten 1 Wie zutreffend doch für unseren Beruf! * In Volksschulangelegenheiten tut man in der Regel lieber den Mund auf als — den Beutel. * Man bemüht sich oft, die Merkmale einer wirklichen Freundschaft zu schildern. Das ürund-merkmal der Freundschaft ist — die Wahrheit. Paul Köchl. Die erste Einführung in das Kartenverständnis — für Daasdorf am Etters berge. Vom Schulleiter K. Trautermann in Daasdorf bei Weimar. (Fortsetzung.) Die nächste Einheit ist die Meckfelder Hochebene. Wir bezeichnen damit das Gebiet im SW unserer Reliefkarte zwischen Ilm im S und O, Tröbsdorfer- und Weimarbache und Gramme im N und nennen sie Meckfelder Hochebene, weil Meckfeld der höchst gelegene Ort auf ihr ist. Das Ziel unseres ganztägigen Ausfluges ist der Hexenberg. Vor der Wanderung betrachten wir die Meckfelder Hochebene vom Südabhange des Etterberges aus, zeichnen sie auch zum Teil auf die senkrechte Ebene (in das Skizzenbuch). Besonders auffällig, „wie ein Tisch“, ist die Ebene östlich von Gelmeroda, die bei Isseroda und der gleichmäßig sanfte Abhang bei Nohra. Auch eine Mulde, die Kirschbachmulde, erkennen wir in der Meckfelder Hochebene. Auf der Wanderung nach dem Hexenberge suchen wir noch fehlende Stücke der Wasserscheide zwischen Ilm und Unstrut, wiederholen Bekanntes und kommen über die Thüringer Eisenbahn weg in die Mulde des oberen Weimarbaches. Sein Lauf gleicht hier einer schlecht geschriebenen 5. Da sich jetzt nicht Beachtenswertes bietet, erkläre ich den Namen Hexenberg und erzähle von den trüben Zeiten des Aberglaubens. — Oberhalb Ullas sehen wir die weite flache Mulde, in der sich der Weimarbach sammelt, suchen wir weiter die Wasserscheide zwischen Ilm und Unstrut. Die Leipziger Straße, die wir nun erreichen, würde, wenn sie reden könnte, viel erzählen. Sie führt nach Leipzig und kommt über Erfurt von Frankfurt. Auf dieser Straße fuhr vielleicht Dr. Martin Luther von Wittenberg nach Worms. Auf dieser Straße kam Napoleon einem Flüchtling gleich aus Rußland. Hier lagerten 1813 die Franzosen. Daasdorf mußte mancherlei ins Lager liefern; davon werden wir in der Geschichte hören. Aus dem Lager von Ulla stammt unser altes Gewehr mit dem Feuersteinschloß und dem Zeichen N. Hierher zog Josef Bertha, ein Soldat Napoleons, der, obschon er hinkte, doch nach dem Unglück in Rußland ausgehoben wurde, um gegen Preußen zu kämpfen. Im Jahre 1870 zogen auf dieser Straße lange Proviantkolonnen nach Frankreich. — Viele Fuhrleute verkehrten früher auf dieser Straße. Dafür sind die großen „Gasthöfe“, wie dort die „Schumpel“, von denen heute manche große Güter sind, ein Beweis. Die Eisenbahnen haben den Fuhrwerksverkehr wenig lohnend gemacht; daher ist er jetzt sehr unbedeutend, und die Straße ist, da sie in ihrer ganzen Breite nicht mehr gebraucht wird, mit einer dritten Reihe von Bäumen bepflanzt. Der Bahnhof Nohra ladet zu einer Besichtigung der Weimar-Berkaer Eisenbahn ein. Wir sehen Langschwellen, schwächere Schienen, durch Stäbe miteinander verbunden. Es fahren kleinere Lokomotiven diese Strecke, die der Thüringer Eisenbahn würden dieses Geleis auseinanderbiegen. Die Weimar-Berkaer Eisenbahn ist nur eine Nebenbahn, die Thüringer eine Hauptbahn. Wir sehen an jener keine Bahnwärter. Scharf ist hier die Krümmung, die das Geleis beschreibt. Warum ist dies möglich ? In der Krümme liegt die auswendige Schiene höher als die inwendige. (Der Grund hiefür wird später bekanntgegeben.) Die Bahn steigt 1 :40. Was heißt das? Wir berechnen daraus die Steigung der Bahn vom Bahnhof Nohra bis Obergrunstedt Wir beachten die auslaufende Lotten- und Kirschbachmulde und ihre Verzweigungen, dazwischen die Rücken. Weiter emporgestiegen, wo der Umblick noch weiter reicht, beobachten wir die Führung der Berkaer Bahn. Sie folgt dem Lottengrunde. Es ist der natürliche Weg der Bahn. Bei Obergrunstedt erreicht sie ihren höchsten Punkt, die Wasserscheide zwischen Kirsch- und Hengstbach. Jenen überschreiten wir bei Obergrunstedt, diesen bei Holzdorf. Am Tage unserer letzten Wanderung war er ausgetrocknet, doch bis 80 cm Höhe hingen an den Weiden an seinem Bette hin, deren Wurzeln bloßgewaschen sind, Halme und Reiser, die die wie ein wilder Hengst dahinstürmenden Fluten mitgerissen haben. Er sammelt sich in einer flachen, weiten Mulde um Troistedt, die wir überschauen, wenn wir auf der Straße nach Schoppendorf stehen, und wir brauchen uns nicht zu wundern, daß er, namentlich zur Zeit der Schneeschmelze in den umliegenden Wäldern, soviel Wasser führt. Er wälzt große Steine mit, die aneinander die scharfen Kanten, die wir an einem Bruchstein sehen, abreiben und rundlich werden. Die abgeschliffenen Teile bilden Schlamm. Wir sehen nun die Weiterführung der Berkaer Bahn, sie folgt dem Hengstbache. Sein Tal ist abermals ein natürlicher Weg für sie. So sehen wir: Wasserläufe sind natürliche Wege der Eisenbahnen. Bei Schoppendorf sehen wir noch Getreide auf dem Felde, während es in Daasdorf schon eingeerntet ist. Jenes Dorf liegt viel höher als unser Heimatsdorf. Die Leute in Schoppendorf können nicht so bald wie die unseren bestellen, die Frucht reift deshalb dort auch später. — Der Boden auf der Höhe ist reich an Steinen, deshalb weniger fruchtbar, das Getreide ist klein. Wenn wir noch höher steigen, sehen wir ein Stück nicht mehr bebaut, es ist nur mit einzelnen Wacholderbüschen bedeckt; es ist Unland oder Ödland. In der Höhe ist also der Boden weniger fruchtbar als in der Tiefe. — ln einem Steinbruche sehen wir Versteinerungen wie auf dem Hundsberge. Also auch der Hexenberg ist durch das Meer entstanden. (Fortsetzung folgt.) a) Amsragc. Flatgeöek. 1.) Ist denn wirklich keine gute, vollständige Anleitung zur Anfertigung von Reliefkarten zu haben? Wo ich mich mich anfragte, es wurde mit immer eine ungenügende Antwort zuteil. Ich hätte für diese Arbeiten großes Interesse und es wäre mir deshalb mit einem guten Buche viel geholfen. Ich bitte um Antwort. K. L. in W. 2.) Da und dort findet man in den Schulen sogenannte Schiebetafeln, die sich nur auf einer Seite beschreiben lassen. Es gibt aber auch schon drehbare Schiebetafeln. Ich bitte diejenigen Kollegen, welche "ut solchen Tafeln gearbeitet und Erfahrungen gesammelt haben, mir mitteilen zu wollen, ob sich diese Tafeln in jeder Beziehung bewähren und den hohen Anschaffungspreis rechtfertigen, und sodann, wo f°lchc Tafeln zu haben sind. Vor allem sollten sie sich von den Schülern selbst leicht handhaben lassen und auch nicht zu teuer sein. P. S. in I. 3.) Zwei mit dem Reifezeugnisse versehene Lehrerinnen suchen Stellung. Wer kann ihnen dieselbe verschaffen? D. Sch. 4.) Welchem Berufe soll sich ein Obcrgymnasiast, der Heuer maturiert, zuwcuden, um bei möglichst lleringer Anstrengung der Augen eine einträgliche Stellung zu erlangen? D. Sch. 1 Es wird zunächst um eheste und ausreichende Beantwortung der obenstehenden Fragen gebeten. T>er „Ratgeber" soll seinen Namen rechtfertigen. Also herein mit allem, was Auskunft heischt, herein aber aitch mit dem helfenden Wort I D. Sch. Schulhumor. 39. Anschauungsunterricht. (Die Luft.) Was kommt durch das Fenster in das Zimmer? — Antwort: Die Fliegen. Eingesendet von Hermann. Lose Gedanken. 15.) Nochmals das Dividieren von Dezimalzahlen. Im Anschlüsse an einen Artikel in Folge 71 will ich ebenfalls eine Methode der Division von Dezimalzahlen vorführen, die der vom Herrn Kollegen Keiblinger gezeigten sehr ähnlich ist, aber doch einige vorteilhafte Unterschiede aufweist. Ich fand diese Methode in meiner Schule vor, lasse sie von meinen Schülern anwenden und fahre sehr gut dabei. Der Vorgang stützt sich ebenfalls darauf, daß Gleiches durch Gleiches dividiert Einer gibt. Die Schüler wissen ferner, daß man jeder Dezimalzahl die Benennung der niedersten Stelle geben kann. Beim Dividieren wird zuerst der Wert des Divisors in der Benennung der niedersten Stelle angegeben. Diese Stelle wird mit einem Häkchen bezeichnet und dann wird bestimmt, wieviel Einheiten derselben Benennung der Dividend enthält. Die niedrigste Stelle der gefundenen Zahl wird ebenfalls durch ein Häkchen bezeichnet. So lange man die bezeichnten gleichnamigen Stellen dividiert, muß man im Quotient ganze Stellen erhalten; hat man die mit dem Häkchen bezeichnte Stelle dividiert, dann wird der Dezimalpunkt gesetzt. Einige Beispiele: a) 8 22,5 : 0 75, = Der Divisor hat 75 Hunderttel, der Dividend enthält 822 Hunderttel. Häkchen! So lange wir Hunderttel dividieren, erhalten wir ganze Stellen. Der Dezimalpunkt wird gesetzt, wenn die mit dem Häkchen bezeichnte Stelle dividiert ist. b) 0 04,63 : 2 29, = 0 0 Der Divisor hat 229 Hunderttel, der Dividend hat 4 Hunderttel. 229 Hunderttel sind in 4 Hunderttein nicht enthalten, also 0 Ganze. 229 ist auch nicht in 46 enthalten, also 0 Zehntel. 229 ist in 463 enthalten; demnach erhalten wir als erste geltende Ziffer Hunderttel. c) 483-o, : 3 8, = Hier hat die niedrigste Stelle im Dividenden einen höheren Stellenwert als die niedrigste Stelle im Divisor. Es wird daher im Dividenden eine Null angehängt, um gleiche Stellenwerte zu erhalten; dann erst wird das Häkchen angebracht, worauf so wie mit ganzen Zahlen dividiert werden kann. Das gezeigte Verfahren erinnert an das Wegschaffen des Dezimalbruches im Divisor; es ist sehr einfach und ermöglicht ein einheitliches Vorgehen beim Dividieren durch ganze Zahlen und durch Dezimalen. Das doch etwas gesuchte Ergänzen des Dividenden nach links, wie es in Folge 71 gezeigt wird, fällt weg und es tritt dafür das Anhängen von Nullen im Dividenden auf, das ja beim Dividieren auch sonst gar oft notwendig ist. Weiters entfällt das zeitraubende Vorherbestimmen der ganzen Stellen im Quotienten, da man nach Setzung des Häkchens wie mit ganzen Zahlen dividiert und erst nach der Division der Stelle mit dem Häkchen den Dezimalpunkt setzt. Nebenbei bemerkt, soll im zweiten Beispiele in Folge 71 der Dividend wohl nicht 9 52 heißen, sondern 0 52; sonst erhielte man im Quotienten nicht Tausendtel, sondern Hunderttel. Zeilinger, Lehrer in Aigen bei Raabs, N.-Ö. Schulhumor. 43. Schülerlogik. Lehrer: „Wieviel macht 10 — 10? Nun also, wenn du ein Zehnhellerstück in der Tasche hast und du verlierst es, was1 hast du dann in der Tasche?“ — Schüler: „Ein Loch!“ ________________________________________________________ Eingesendet von Sumperer in Obergras. 1 Vsil. bic 29. Sprachunrichtigkeitl D. Sch. Lesefrüchte. (Fortsetzung.) Helen Keller: Die Geschichte meines Lebens. Das eine ist die köstliche Wissenschaft der Geduld, die uns lehrt, daß mir unsere Bildung betreiben sollen, als wollten wir einen Spaziergang auf das Land machen, in voller Muße und mit Sinnen, die für die Eindrücke jeder Art ihre gastlichen Tore weit geöffnet haben. Solches Wissen überströmt unser innerstes Wesen mit einer unerschöpflichen Flutwoge tiefer Gedanken. Wissen ist Macht! Besser ausgedrückt: Wissen ist Glückseligkeit, denn der Besitz von Wissen — umfassendem, tiefem Wissen — ist gleichbedeutend mit der Fähigkeit, wahre Zwecke von falschen und erhabene Dinge von niedrigen zu unterscheiden. Die für den Fortschritt des Menschen entscheidenden Gedanken und Taten kennen, heißt den gewaltigen Pulsschlag der Menschheit über die Jahrhunderte hinweg fühlen, und wer in diesen Schlägen nicht ein himmelwärts gerichtetes Streben wahrnimmt, der muß in der Tat für die Harmonie des Lebens taub sein. Th. Mügge: Afraja. Es muß ein jeder wissen, was sein Glück und sein Elend ist, und muß seinen Weg gehen und sich nicht irre machen lassen. Elend kann nur sein, was wir selbst dafür erkennen. Elend kann man sein mitten unter Schätzen, umringt von allen Genüssen und Freuden, welche die Erde zu bieten vermag. Ich bin nicht elend, denn ich habe eine Zukunft vor mir voll Arbeit und voller Entwürfe. Ich sage mir selbst, daß ich mancherlei Not ertragen muß, aber ich kann auch schaffen, erwerben, Gutes tun. Marie von Ebner-Eschenbach: Die Unverstandene auf dem Dorfe. Die allerstillste Liebe ist die Liebe zum Guten. Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gehen. Wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat. Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls Eines vermissen: das Wandern zum Ziel. Erstritten ist besser als erbettelt. Je kleiner das Sandkörnlein ist, desto sicherer hält es sich für die Achse der Welt. Ossip Schubin: Blanche. Es geschieht manchmal, daß inmitten der Seligkeit des Himmels ein Engel sich heruntersehnt auf die Erde, die ihm im verklärenden Lichte der Ferne begehrenswert erscheint. Da öffnet auf unseres Herrgotts Geheiß Sankt Petrus die Himmelstür verdrießlich schmal und der Engel schlüpft hinaus. Doch wie er sich auch abmüht und flatternd mit seinen Flügeln schlägt, die Flüglein ziehen ihn empor und er kann nicht hinweg aus den Sphären sündloser Reinheit, die das Paradies umschweben. Sankt Petrus klirrt mit dem Schlüsselbunde und noch einmal öffnet sich die Himmelspforte und auf deren Schwelle tritt Jesus Christus, des allmächtigen Gottes ewig liebreicher, ewig mitleidiger Sohn, der sich in irdischen Dingen auskennt. Und wie der liebliche ratlose Rebell ihm fragend das goldumschimmcrte Köpfchen zuwendet, winkt er ihn lächelnd an sich heran und legt ihm ein kleines, warmes, pochendes Gewicht in die Brust. Hierauf sagt er: „Und nun versuch’sl“ Siehe dal Wie jetzo den Engel die Flügel auch emporhalten möchten, das kleine Gewicht, so Jesus Christus ihm in die Brust gelegt, zieht ihn hinab zur Erde, denn das Gewicht ist ein menschliches Herz. — Langsam, langsam schwebt er aus den Spähren nieder, bis er auf einer grünen Wiese landet. Dort versinkt er in tiefen, traumlosen Schlaf, und da er erwacht, hat er seine Flüglein verloren, seinen himmlischen Ursprung vergessen und ist ein Mensch geworden unter den Menschen, aber mit großer Sehnsucht nach heiliger Tugend und Reinheit in der Brust, von der er selbst nicht weiß, daß sie Heimweh nach dem Himmel bedeutet. Doch wie ihn diese Sehnsucht auch empordrängen möchte, sein Herz kettet ihn an die Erde fest, und nicht früher kann er in seine hohe und hehre Heimat zurückkehren, als bis ein großes echtes Menschenleid ihm das Herz in der Brust zerbrochen. Dann gleitet unser Herr Jesus selbst auf die Erde nieder, den armen Rebellen zu holen, und trägt ihn auf seinen Armen in das Paradies zurück. Felix Dahn: Ein Kampf um Rom. Wort muß man halten, Freund, und bricht das Herz darob. Lieb ist des Schweigens Tochter und der Sehnsucht. Nicht was wir tragen, wie wir’s tragen, vielleicht die höchste Ehre, und oft gebühret der Lorbeer nicht dem Sieger, mehr dem Besiegten. Wie kann die Seele lassen von dem, was der Seele Leben ist? Nur das, daß wir lieben, ist ja des Lebens wert. (Fortsetzung folgt.) Für Eltern- und Lehrerabende. 4. Etwas über die gegenseitige Unterstützung zwischen Schule und Haus in der Erziehung unserer Kinder. Referat von E. A. Sobotka, Oberlehrer in Grafendorf (Mähren). Unsere Zeit hat wie jede frühere Periode ihr eigentümliches Gepräge, ihre Licht- und Schattenseiten. Ängstliche Gemüter bemerken nur den Schatten; ihnen erscheint das Jahrhundert als eine Zeit voller Untaten, Unsittlichkeit und Gottlosigkeit. Sie vergessen aber ganz und gar, daß da, wo viel Schatten ist, auch viel Licht sein muß. Und in der Tat, kein Jahrhundert hat soviel Vorzüge aufzuweisen wie das unsrige. Denken Sie nur an die humane Rechtspflege, die ihren barbarischen Charakter abgestreift, an den Handel und die Industrie, deren Netze und Schienen den Erdball umspannen, an die Presse, an die Statistik, an die Röntgenstrahlen, an die lenkbaren Luftschiffe, an die heutige Lehrerarbeit usw. Welch ein großer Fortschritt gegen früher! Freilich werden nicht alle Institute so benutzt, so verwertet, wie man es wünschen möchte, namentlich wird mit der Presse viel Mißbrauch getrieben und ganz besonders gilt dies für Reporter der kleinen Lokalblätter, die anstatt sich der Beantwortung vieler dem Volke dringend notwendiger Fragen zu befleißigen, jede Schandtat vor das Auge der Masse stellen und breittreten. Unsere Zeit ist die Zeit des Dampfes und der Elektrizität, eine Zeit des Jagens und Haschens; es fehlt ihr vielfach an der nötigen Ruhe und Besonnenheit. Hieraus erklärt sich auch zum Teil der ungünstige Einfluß der Gegenwart auf Schule und Haus; da ist ferner das Parteiwesen, das seine Fäden bis in die kleinsten Gemeinden erstreckt, die Gewinnsucht und das Streben nach Genuß, das alle Schichten der Gesellschaft durchdrungen und somit auch den Bauernstand nicht unberührt gelassen hat. Alles das ist geeignet, das Fundament der Volkswohlfahrt, ein stilles, häusliches Glück zu zerstören. Woher soll nun Hilfe kommen? — Zunächst bessere jeder an sich selbst! Das gilt besonders den Lehrern, denen die Erziehung der kommenden Geschlechter anvertraut ist; es heißt zunächst, an sich selbst den sittlichen Charakter heranzubilden. Die Jugend unterwirft sich sodann ohne Zwang. Dieser Einfluß eines auf der Höhe seiner Zeit stehenden Mannes erstrecke sich aber auch auf das Haus, vorerst auf sein eigenes. Herrscht hier Friede und Freude, dann trete er hinein in die Gemeinde und helfe bessern mit Rat und Tat. Der Segen wird nicht ausbleiben. — Die Erziehung ist vorzugsweise Sache des Hauses, der Unterricht vorzugsweise Sache der Schule. Jede sittliche Reform hat beim Hause zu beginnen; die Ergänzung bildet die Schule. — Die Tätigkeiten von Schule und Haus haben stets ineinanderzugreifen; sie richten sich auf das Objekt. Deshalb muß gegenseitige Rücksichtnahme, gemeinsame, planmäßige Tätigkeit und volle Übereinstimmung zwischen ihnen herrschen. Diese Forderungen von seiten des Hauses werden aus Mangel an Einsicht und Interesse oft nicht beachtet. Lehrer und Eltern müssen in persönlichen Verkehr treten, soweit dies nötig ist, um bei der Erziehung und Bildung der Kinder Übereinstimmung herbeizuführen. Ausstellungen von Schülerarbeiten, Prüfungen, Schulfeste, Ausflüge usw. bringen Schule und Haus einander näher. Durch Elternabende wird das allgemeine Interesse für Schul- und Erziehungsfragen geweckt. Volksbibliotheken gründe man überall und nehme in dieselben besonders populäre Erziehungsschriften auf. — Was hat der Lehrer an seinem Teile zu tun, um mit den Eltern seiner Schüler in einem guten Einvernehmen zu stehen, damit seine amtliche Tätigkeit mit dem besten Erfolge gekrönt werde? — Ich will mich in der Beantwortung dieser Frage kurz fassen. Da der Schule und dem Hause die hohe Aufgabe gestellt ist, die Kinder für das praktische Leben in Beruf, Gemeinde und Staat vorzubereiten, so ist zur Erreichung dieser gesteckten Ziele ein Handinhandgehen des Lehrers mit den Eltern unerläßlich. Eine bereitwillige, nachhaltige Unterstützung seitens des Elternhauses wird der Schule nur dann zu teil werden, wenn es gelingt, die Herzen der Schüler zu gewinnen, da diese die eigentliche Brücke sind, die von den Eltern zu dem Lehrer führt. Der Lehrer nehme die Gelegenheit wahr, selbst, soweit es zulässig ist, mit den Eltern in Verkehr zu treten, und veranlasse eine Beteiligung derselben an eventuellen Schulprüfungen, Schulfesten usw., damit die Eltern Gelegenheit haben, sich von den Leistungen ihrer Kinder zu überzeugen. — Der Lehrer verwalte sein Amt mit Treue und Pünktlichkeit, da er sich durch diese Mittel sehr leicht die Zuneigung der Schüler und Eltern erwerben kann. — Ein sittlicher Lebenswandel in und außer dem Amte ist eine Forderung, die man an jeden Lehrer stellen muß, wenn er das Beste und Edelste erstreben und verwirklichen will.------ Was kann der Lehrer tun, um das Verhältnis zwischen Schule und Haus möglichst harmonisch zu gestalten? — Auch hier will ich mich kurz fassen. Durch taktvolles Auftreten in der Klasse suche der Lehrer sich die Achtung der Eltern zu verschaffen. Der Lehrer wende in der Wahl seiner Worte die größte Vorsicht an. Er sei darauf bedacht, sich beim Unterrichte keine Blöße zu geben. (Sehr zu beachten! D. Sch.) Er achte in der Amtsführung die kleinlich scheinende Beobachtung äußerer Ordnung nicht gering. Sein Auftreten vor der Klasse sei stets maßvoll und ruhig. Beim Strafen verfahre er besonders besonnen, stets individuell und suche dem Kinde den Zusammenhang zwischen Strafe und Vergehen möglichst begreiflich zu machen. Er beteilige sich in ungezwungener Weise hie und wieder am Spiel oder sonstigen Unterhaltungen der Kinder. — Durch ein Ehrfurcht gebietendes Auftreten außerhalb der Schule wahre er sich Ansehen und Geltung bei den Eltern. Er sei vorsichtig in der Wahl seines Umganges. Er gehe nicht achtlos an dem öffentlichen Urteil über sich vorüber. Er übe Vorsicht in seinen außeramtlichen Äußerungen. (Schluß folgt.) Rechenbeispiele, wie sie das Leben bietet und sie das Leben braucht.1 45.) Wir wollen Kraut säuern. Die Mutter kauft 100 Krautköpfe ä 14 h, 1 Vs kg Salz, um 15 h Pfeffer, um 30 h Kümmel, um 20 h Wacholderbeeren und 2 Quitten ä 4 h. Wieviel kostet das Sauerkraut? 46.) Ein Knappe macht im Monate 24 Schichten ä 1 K 84 h. Berechne den Monatslohn I 47.) Ein Hund (Kohlenwagen) ist 1 in 7 dm lang, 1 m 2 dm breit und 7 dm tief. Wieviel Kohle faßt er? 48.) Wie oft können wir mit dieser Kohle unsere Kohlenkiste füllen? 49.) Wieviel kostet die Tünchung unseres Schulzimmers, wenn 1 m2 vom hellen Anstrich mit 7 h, 1 m* vom dunklen Anstrich mit 19 h berechnet wird? 50.) Eine große Lori (Arbeitswagen) mißt 10 m — 2 3 m — 1 m; eine kleine 5V« m — 2 Vs m — I V« m. Wieviele Hunde Kohle faßt der, wieviele jener? 51.) Du sollst den Betrag von 17 K 35 h bezahlen. Welche Arten von Geldstücken brauchst du dazu? 52.) Wenn der Stoff 1 m breit ist, braucht die Mutter zu einem Kleide 7 m. Wieviel braucht sie, wenn der Stoff 2 m breit ist? 53.) Für 5 kg zahlt man 30 h Porto, für jedes weitere kg 6 h. Wieviel zahlst du für ein Paket, das 9 kg wiegt? 54.) Ein Telegramm enthält 17 Worte. 10 Worte kosten 60 h, jedes weitere Wort kostet 6 h. Wieviel kostet dein Telegramm? (Wieviel kostet das Blankett?) 55.) Wieviel kosten deine Schulbücher? .. .jene der ganzen Klasse? 56.) Ein quadratisches Tischtuch soll mit Spitzen umrandet werden. 1 m Spitzen kostet 25 h; für die Ecken gebe ich 3/« m zu; das Tischtuch mißt 1 m 9 dm an jeder Seite. Wie hoch kommt die Umrandung zu stehen? 57.) Eine Eisenbahnschiene ist 4 m lang. Wieviele Schienen braucht man für die Strecke von bis ? 58.) Der Abstand zwischen 2 Schwellern mißt Vs m; der Schweller ist 16 cm breit. Wieviele Schweller liegen auf der Strecke von bis ? H. Rieger, Lehrerin in Trifail-Vode. 59.) In unsere Wohnung wird elektrisches Licht eingeführt. Ob das für uns rentabel ist, wenn wir für drei Flammen je 12 K jährlich, für zwei Flammen je 5 K jährlich zu zahlen haben? Unsere Auslagen für Beleuchtungszwecke betragen durchschnittlich im Winter per Monat: 5 Liter Petroleum ä 30 h, 1 Paket Kerzen zu 96 h, 2 Paket Schweden ä 18 h, 1 Flasche Brennöl zu 1 K. Im Sommer brauchen wir per Monat durchschnittlich 3 Liter Petroleum, 4 Stück Kerzen obiger Sorte, 1 Paket Schweden und jeden zweiten Monat 1 Flasche Brennöl. Ziehe auch beiläufig den Verbrauch von Zylindern, Docht einerseits, den der Glühbirnen (ä 1 K) in Betracht I A. Buxbaum. 1 Es wird ersucht, diesen Abschnitt eifrig- zu beschicken; die Beispiele werden in die 2. Auflage des Büchleins „230 prakt. Rechenaufgaben" ausgenommen werden. D. Sch. Die Turnstunden im Winter und bei schlechter Witterung ausgefüllt durch Übungen in Sprache. Die Turnstunden sollen bei schlechter Witterung und während des Winters durch Übungen in Sprache und Rechnen ersetzt werden. In dieser gesetzlichen Anordnung finde ich für einen arbeitsfreudigen Lehrer eine sehr willkommene Arbeitserweiterung. Hat man doch an einer Einklassigen mit so vielen Hemmnissen zu kämpfen, denkt man sich doch oft, wie werde ich das gestecke Ziel zu der Kinder größtem Nutzen und zu meiner eigenen Zufriedenheit erreichen. Nun fallen mir im Winter allwöchentlich zwei Halbstunden zu, die ich, auf Rechnen und Sprache aufgeteilt, gar gut verwerten kann. Gar viele Übungen habe ich in diesen mir sehr lieben Halbstunden zu meiner und der Kinder Freude schon gemacht. Ich lasse in dieser Zeit die Sprachaufgaben und Diktando verbessern. Die Verbesserung kann gründlich durchgenommen werden, ohne den anderen vorgeschriebenen Sprachstunden nur eine Minute abzuschneiden. Die verbesserten Arbeiten warten dann, gleich reiner Wäsche, bis zum Angriff einer neuen Aufgabe. In einer folgenden Gratissprachstunde lasse ich von den Kindern in ihrer Mundart vorgesprochene Wörter und Sätze in die Schulsprache übertragen. Die Übung ist sehr lustig und es zeigen selbst die schwächsten Kinder großen Eifer und helle Freude. Besonders schwierige Wörter schreibe ich in der Schriftsprache an die Tafel, um sie nächsten Tag im mittelbaren Unterrichte zu verwerten. Man kann hier Namen von Schulgegenständen, Schulsachen, Kleidungsstücken, solche von Familienmitgliedern und Handwerkern, von Haus- und Waldtieren, Blumen und Bäumen, Früchten und Getränken, Werkzeugen, Waffen und Ackergeräten u. a. nennen und übertragen lassen. Individuelle Eigenschaften der Tiere sowie alles durch unsere Sinne Wahrgenommene sollen die Kinder zuerst in ihrer Ortssprache ausdrücken, dann umsprechen. Groß erfreut sind die Schüler, wenn sie einen Fragesatz mundartlich sprechen dürfen. Freilich werden oft gar sonderbare Worte geboren, doch die Kinder sind freudig bei der Sache und ich sehe mich glücklich unter ihnen. Eine gute, die Kinder erfreuende Übung habe ich auch darin gefunden, daß ich von mir falsch vorgesprochene Wörter und Sätze von den Schülern verbessern lasse. Irgend ein bekanntes Lesestück bildet Stoff genug. Wörter mit weichem Mitlaut (An-, In-, Auslaut) spreche ich mit hartem vor und umgekehrt. Wörter mit ff, II, mm, nn, ck, tz spreche ich nur mit einem dieser Laute; solche mit rundem s mit scharfem. (Dawider dürfte geschossen werden. D. Sch.) Bei Wörtern mit zusammengesetzten Anlauten lasse ich den zweiten Anlaut weg. Diese Übung wende ich nur in Sätzen an. Die Selbstlaute i, ie, u, e, ee, ä, die Zwielaute ei, ai, eu, äu verwechsle ich. Die Kinder achten beim Sprechen der verbesserten Wörter bezw. Sätze besonders darauf, daß sie mit absichtlicher Betonung berichtigen. Ich sehe, daß die Kinder auch hier Freude haben und wo Freude, da Erfolg. — In einer anderen Sprachhalbstunde lasse ich zwei- oder mehrsilbige Wörter entweder an der Hand eines Buches oder ohne ein solches abteilen. Wie bei obiger Übung mache ich es auch hier: ich teile wieder zuerst selbst falsch ab und lasse dann berichtigen. Manche Kinder teilen auch einsilbige Wörter ab. Nach einigen Übungen obiger Art haben sie diese Gewohnheit abgelegt. Sprechübungen über Naturbeobachtungen oder Erzählen von Geschichten aus Bibliotheksbüchern (Sehr gut! D. Sch.) füllen wieder eine kommende Sprachhalbstunde aus. Auch andere Übungen, die ich als sogenannte Sprechspiele bezeichnen möchte, nehmen die Aufmerksamkeit der Schüler in großem Maße in Anspruch. Hier ein Beispiel: „Der Schuster macht Schuhe. Macht der Schuster Schuhe? Mache Schuhe, Schuster!“ Stoffe bringen die Kinder selbst genug. Auch die Lösung von Rätseln bereitet den Kindern große Freude; ich lasse gegenseitig Rätsel aufgeben und lösen. In einer anderen Halbstunde suchen wir ähnlichlautende Wörter und tragen sie in ein eigenes Heftchen ein. Mancher Kollege nennt vielleicht dies alles eine pädagogische Spielerei, mir aber sind diese Übungen ein Mittel, den Kindern die Freude am Unterrichte zu erhalten. Georg Punzenberger, Schulleiter in Rosenau bei Windischgarsten, O.-ö. Schulhumor. 40. Terpsichore. Katechet: Nun, was sind bewegliche Feste? — Schülerin: Bewegliche Feste sind solche, wo man tanzt. Eingesendet von Richard Hauptmann. Frühlingsbeute.1 Von K. Kuratko. Überall neues, keimendes Leben! Tausend Stimmen jubeln: Der Lenz ist gekommen! Auch in die Schulstube schallt der Frühlingsruf und schafft in allen Unterrichtsfächern neues Leben. Im Aufsatz, Zeichnen, Gesang, überall weht uns der frische Frühlingshauch entgegen. — Als frohe Lenzesgrüße mögen einige Beispiele folgen, die zeigen, wie der Aufsatz mit der Zeit schreitet. 1. Frühlingserwachen. Die Herrschaft des Winters ist zu Ende. Die warmen Sonnenstrahlen und lauen Lüfte verjagten schon längst den letzten Schnee von den Bergen. Pfeifend, zwitschernd und trillernd verkünden die Frühlingsboten unter den Vögeln die Ankunft des Lenzes. Schüchtern steckt das Schneeglöckchen sein weißes Köpfchen empor. Freilich erzittert und erschauert es noch manchmal unter dem Hauche des kalten Nachtfrostes. Bald aber wird es von den warmen Sonnenstrahlen geküßt, und alles ist wieder gut. — Wie niedlich gucken die Weidenkätzchen unter den braunen Mäntelchen hervorI Und dort sitzt ein bunter Schmetterling, die Flügeln ausgebreitet, sich in den warmen Sonnenstrahlen badend. Die Knospen der Bäume schwellen und wachsen. Gar bald werden ihnen die grünen Blättchen entschlüpfen. — 2. Frühlingsboten aus der Tierwelt. Welch ein Leben herrscht draußen im Freien I Unsere Sänger sind nach langer Wanderschaft wieder eingetroffen. Meister Starmatz war der erste Lenzbote. Er kam schon, als die Schneeflocken noch lustig wirbelten. Die Bäume haben ihr Laub entfaltet. Feld und Wiese grünen von neuem und, ein Danklied trillernd, steigt die Lerche gegen den Himmel empor. — Wie zierlich hüpft die Bachstelze von Stein zu Sein, munter mit dem Schwänzchen wippend. Pfeilschnell streicht dort die Schwalbe über das Wasser. Und abends, wenn die Sonne schon untergegangen ist und die frischen Blättchen im Nachtwinde lispeln, wenn die Fledermaus leise flatternd ihr Versteck verläßt, da ertönen tief im stillen Haine die süßen Lieder der Nachtigall. 3. Frühlingsboten aus der Pflanzenwelt. Wie herrlich war es gestern wieder auf unserem Spaziergange! Alle Frühlingskinder durften wir bewundern, und dazu machten uns die Sänger des Feldes und Waldes noch ein munteres Konzert. Überall lugten zwischen den grünen Blättern die zartgelben Blüten der Himmelschlüssel hervor. Daneben, am feuchten Bache, begrüßten uns unter den mit lang herabhängenden Kätzchen geschmückten Haselnußsträuchern die weißen, rosenrot angehauchten Buschwindröschen, die ihre Köpfchen im Winde hin- und herwiegten. Die Palmkätzchen schütteten ihren gelben Blütenstaub aus und wurden fleißig von den summenden Bienen besucht. Hier pflückten wir die blauen Leberblümchen und die ersten Veilchen. Wir nahmen sie nach Hause mit und trugen so ein Stück Frühling ins Zimmer. 4. Die Ankunft der Stare. Lieber Freund 1 In diesem Briefe teile ich Dir eine Freudenbotschaft mit. Denke Dir nur, die ersten Stare sind angekommen 1 Früh am Morgen sah ich sie zum ersten Male. Im Garten errichtete unser lieber Vater im vergangenen Winter einen neuen Starkasten, und ich war recht neugierig, ob er den dunkelgefiederten Gästen passen würde. — Die Wartezeit dauerte nicht gar lange. Bald erschien ein munteres Pärchen auf dem Schauplatze. Das war ein Treiben! Sie hüpften um den Kasten herum, betrachteten ihn von allen Seiten, bald setzten sie sich auf denselben, bald krochen sie hinein und untersuchten ihn, ob er noch passend sei. Es dauerte nicht lange, so verkündete der fröhliche Gesang, daß alles in Ordnung war. Nun ging es gleich an den Nestbau. Freilich wirbelten auch heute wieder die Schneeflocken vom Himmel und das Starhäuschen bekam eine weiße Pudelmütze. Doch die lieben Stare machten sich nichts daraus; sie bauten lustig weiter. Hielt der Frühling bei Euch auch schon seinen Einzug? In der Hoffnung, daß ich von Dir bald eine ähnliche Freudenbotschaft erhalte, schließe ich und verbleibe immer Dein treuer Freund ... 1 Fortsetzung zu dein Aussätze „Unterricht im Freien". D. Sch. Bücher für den Tisch des Lehrers. Von Anton Berget in Leitmeritz. (Fortsetzung.) Aber ich sehe, daß ich mit der Geographie abbrechen muß; ich fürchte ohnedies, daß ich dem Herrn Herausgeber schon zu breit geworden bin. Nur einige in dieses Fach gehörige Bücher des Politikers Naumann seien noch genannt, so seine vor Jahren erschienene: „Asia“, die Itschner als Vorbild für seine Präparationen genommen hat, ferner die heuer in der gleichen Ausstattung wie das schon erwähnte Buch: „Form und Farbe“ erschienenen Bände: „Sonnenfahrten“ und „Ausstellungsbriefe“ (Sämtliche im Buchverlag der „Hilfe“ in Berlin-Schöneberg. Asia 4 M., die anderen ä 3 M.) Aus diesen Büchern kann der Geographielehrer viel lernen, wie er beobachten, aber auch, wie er schildern soll, um ein lebendiges Bild vor die Augen zu zaubern. Es sind herrliche Werke. — Mit Naumanns Büchern, in denen ein Künstler und Poet zu uns spricht, wollen wir zum Gebiete des Deutschunterrichts übergehen und hier soll ein Werk des Künstlers, Forschers und Lehrers Pannwitz zuerst genannt sein: „Der Volksschullehrer und die deutsche Sprache“ (Buchverlag der „Hilfe“ in Berlin-Schöneberg, 1907, 2 M.). Pannwitz wendet sich sehr scharf gegen den jetzigen Betrieb des Deutschunterrichts, besonders gegen den in der Grammatik und im Aufsätze. Er sagt z. B.: „Aus dem deutschen Sprachunterrichte muß das vollkommen ausgeschlossen werden, was jetzt noch als sein Hauptzweck angesehen wird: den Kindern ihre falsche Sprache auszutreiben und dafür die richtige beizubringen.“ Deshalb fordert er Anerkennung der Schülerleistungen, die Altersmundart, selbstgefundene Grammatik etc. Wichtige neuere Erscheinungen über die Methodik des Deutschunterrichts aus der Feder österreichischer Schulmänner sind die folgenden zwei. Im „Führer durch den Sprachunterricht in der Volks- und Bürgerschule“ (Wien, Pichler, 1908, 2 K) bietet uns der bekannte Methodiker Eduard Siegert in Wien eine Reihe trefflicher Aufsätze über alle Zweige des Unterrichtsfaches. Er steht zwar nicht auf dem Boden der Reformer, aber was er bringt, ist Erprobtes, durch vierzigjährige Lehrerfahrung Gereiftes. Das Buch sollten namentlich junge Lehrer als Ratgeber wählen. — Den neuen Standpunkt im Betrieb der Grammatik haben wir in Lindenthalers „Sprechlehre“ vor uns. (Wien, Pichler, 1908, 3 K.) Keine Regeln, wenig technische Ausdrücke, aber viel Übung im Sprechen, kein Zerlegen des Lehrgegenstandes, Unterrichtssprache in Sprachlehre, Rechtschreiben und Aufsatz, sondern alle diese Übungen in den Sprechübungen. Mit Recht sagt der Verfasser, daß grammatikalisches Wissen und Sprechfertigkeit für die erste und zweite Stufe, mit der sich sein Buch befaßt, zuviel sei. Sein Werk enthält einen sorgfältig ausgeführten Gang durch die Sprechübungen an einem reichen Material und man muß nach der Lektüre sagen: „Ja, so geht’s auch!“ Siegert sagt in seinem Buche: „Vieles läßt sich aus guten Anleitungen zur Behandlung von Lesestücken lernen und namentlich Anfänger werden ohne Studium solcher Anleitungen schwer zu einer gewissen Behandlungstechnik gelangen.“ Und deshalb seien drei neuere Bücher für die Behandlung von Lesestücken genannt; vor allem Lüttges und Schmidts Werke. Lüttges Schrift: „Die Praxis der Lesebuchbehandlung als Anleitung zur Selbstbildung durch Lektüre“ (Leipzig. E. Wunderlich, 1908, 4 M 60 Pf.) befaßt sich mit allen Lesestoffen, wie sie das Lesebuch bietet, bringt einen theoretischen und einen sehr reichhaltigen praktischen Teil und ist, wie alles, was Lüttge schrieb, feinsinnig und treffend. Möchten recht viele Lehrer nach diesem Werke greifen. — Dr. A. E. Schmidt greift in seinem Buche „Kunsterziehung und Gedichtbehandlung“ nur ein Gebiet des Leseunterrichts heraus (Verlag Klinkhardt, Leipzig, 4 M.), das aber das schwierigste ist. Und Dr. Schmidt ist ein Meister im Ausschöpfen des Stimmungsgehaltes. Ich hatte Gelegenheit, seinem Unterrichte beizuwohnen und war entzückt darüber, wie er die Kinder zum Schönlesen eines lyrischen Gedichtes brachte. Das ist bekanntlich nichts Leichtes. — Aber im Rahmen dieser Besprechung würde es zu weit führen, wenn ich näher darauf einginge. Sollte es für die Leser dieses Aufsatzes von Interesse sein, so käme ich in einem eigenen Artikel eingehend darauf zu sprechen. — Treffliche Anleitungen zur Behandlung von Lesestoffen bietet auch Goldscheider im dritten Teil des groß angelegten, für höhere Schulen bestimmten „Handbuchs des deutschen Unterrichts“ (München, Beck, 9 M.) von A. Matthias, das in einer großen Reihe von Bänden erscheint. Für den Aufsatzunterricht sei hier nur Itschners Buch: „Der Aufsatz im Plan der künstlerischen Erziehung“ genannt, das eine Fülle von Themen für den freien Aufsatz bietet, (Bonndorf, Spachholz und Ehradt, 1905. 1 M. 50 Pf.) (Schluß folgt.) Die Wechselnde. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern der Zutritt zum Unterrichte zeitweise gestattet werden ober nicht?) 29. Urteil. Lehrer 0. Czejka in Qöding, Mähren. Ich muß diese Frage entschieden verneinen. Denn die Eltern sind im allgemeinen nicht die befugten Personen, die unsere unterrichtliche und erzieherische Tätigkeit in der Schule recht und gerecht zu würdigen wissen. Vergessen wir nie, daß der Vater, dürfte er dem Unterrichte zeitweise beiwohnen, selten streng sachlich urteilen würde, weil ihm hiezu Verständnis und Befähigung abgehen. Als Vater würde sein Augenmerk ausschließlich auf sein Kind gerichtet sein und sein Urteil über Schule und Lehrer würde meist davon abhängen, wie dieser des Vaters „Herzpinkerl“ zufällig behandelte. Unter vier Augen würden wir von den Eltern nichts als Schmeicheleien zu hören bekommen, aber hinterrücks vor der breiten Öffentlichkeit!.. . Deshalb wären meiner Ansicht nach zeitweilige Elternbesuche in der Schule bei weitem nicht so harmlos, wie sie uns auf den ersten Blick erscheinen. — (Abschluß der Frage in F. 76. D. Sch.) Zur 15. Krage. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 16. Urteil. Schulleiter Karl Neudorfer in Allerheiligen, O.-Ö. Die beste Grundlage eines modernen Staates ist unstreitig ein gutes Erziehungs- und Unterrichts wesen. Daß aber eine gute Erziehung und ein guter Unterricht vor allem gute Erzieher und Lehrer verlangt, wird jeder vernünftige Mensch einsehen. Wer sich nun heute mit der Frage der Lehrerbildung beschäftigen will, muß sich unbedingt auch mit der Frage der Volksbildung befassen, da beide Fragen beinahe unzertrennlich sind. Der Lehrer muß die Bedeutung der Volkserziehung genau kennen. Dazu gehört aber ein gründlich gebildeter, freier und gänzlich unabhängiger Lehrerstand. Die heutige Lehrerbildung muß daher modern — volkstümlich — sein. Daß sie gegenwärtig dieser Forderung durchaus nicht entspricht, wird niemand bestreiten. Hier seien kurz die auffallendsten Mängel in einigen Punkten zusammengefaßt und durch Gegenüberstellung gezeigt, wie ich mir einstweilen eine Reform der Lehrerbildung denke. a) Jetzt: b) Vorschläge: 1.) Zu geringe Anforderungen bei der Auf- 1.) Verlangen nach gleicher Vorbildung. Entnahme in die Lehrerbildungsanstalt. weder Untergymnasium oder Bürgerschule oder eigene Vorbereitungsklassen. 2.) Zu wenig wissenschaftliche Bildung. 2.) Gründliche Einführung in die Psychologie, Ethik und Logik. 3.) Zu wenig Praxis. 3.) An den Übungsschulen sollen einige Klassen auch mit Abteilungsunterricht eingerichtet werden. 4.) Der Pflege der Musik wird zuviel Zeit 4.) Nur das, was der Lehrer zur Erteilung gewidmet. des Gesangsunterrichtes braucht, sei bei der musi- kalischen Ausbildung obligat. 5.) Zuviel theoretische Landwirtschaftslehre. 5.) Mit unserer landwirtschaftlichen Bildung können wir nicht einmal dem einfachsten Bauern imponieren. Wer schon Landwirtschaft will, befasse sich selbst mit Obstbau, Gartenbau oder Bienenzucht. 6.) Das Fehlen der Ausbildung in einer mo- 6.) Entweder englische oder französische dernen Sprache. Sprache. 7.) Gleichzeitige wissenschaftliche und beruf- 7.) Trennung der wissenschaftlichen von der liehe Ausbildung. fachlichen Bildung. Die Praxis hätte erst dann einzusetzen, wenn die allgemeine Bildung abgeschlossen wäre. Alle Hindernisse, welche einer gründlichen, modernen Lehrerbildung im Wege stehen, könnten beseitigt werden, wenn wir Lehrer immer und immer wieder verlangen würden: Der Lehrer soll durch Absolvierung eines Gymnasiums oder einer Realschule den Nachweis seiner allgemeinen Bildung erbringen und durch eine pädagogische Fakultät die nötige Fachbildung erlangen. Einem auf diese Weise gebildeten Lehrerstande könnte man dann auch seine gerechte Forderung nach Gleichstellung mit den Staatsbeamten nicht mit nichtssagenden Worten verweigern. Ergebnis: 1.) Gleichmäßige Vorbildung (Mittelschule). — 2.) Theoretische Fachbildung in der Hochschule. — 3.) Hernach Praxis. — 4.) Einschränkung der Musikfächer und der Landwirtschastslehre. Zur 16. Krage. (Schulsparkasscn oder nicht?) 3. Urteil. Lehrerin F. Moll. Wir alle, die wir mit Kindern verkehren, haben wohl schon hundertmal Gelegenheit gehabt zu sehen, wie sie so manchen Heller für „Zuckerl“ hinauswerfen und daß sogar viele Eltern ihren Kindern zu Schleckereien lieber Geld geben als wenn es heißt, Schulhefte, Federn, Griffel zu kaufen. Dieses leichtsinnige Wegwerfen des Geldes muß bekämpft werden und zwar dadurch, daß wir die Jugend zum Sparen anleiten. Schulsparkassen, Postsparkassen und Heimsparkassen ermöglichen das Einlegen der ersparten Heller. Ich hatte noch nie Gelegenheit, das Wesen und die Einrichtung der Schulsparkassen, ihre Vorteile und Nachteile genauer kennen zu lernen, und es wäre nur zu wünschen, daß die 16. Frage jedem Blätterleser in diesem Punkte volle Klarheit brächte. Ich machte die Kinder mit der Postsparkasse bekannt und zu meiner größten Freude wird sie von denselben fleißig benützt. Das Aufkleben der schönen, großen 10 h Jubiläumsmarken auf die Sparkarte macht den Kindern großes Vergnügen und sie lernen gleichsam spielend sparen. Weil eine Sparkarte in den Augen der Kinder viel mehr Wert hat, wenn sie dieselbe bei mir kaufen können, so habe ich immer einige Karten vorrätig; die volle Karte wird mir aber auch jedesmal mit strahlenden Augen gezeigt. Innerhalb eines Monates haben 18 Kinder meiner kleinen Schar ungefähr 50 Sparkarten eingelegt. Eine andere wohltätige Einrichtung, leider immer noch zu wenig verbreitet, sind die Heimsparkassen. Viele Institute geben kostenlos Heimsparkassen ab, so z. B. die Österr. Spar-, Kredit- und Baugesellschaft in Wien, welche Spareinlagen mit 5% verzinst; es sollten die Herren Lehrer, welche vielfach in Raiffeisenkassen ihres Ortes tätig sind, dahin wirken, daß jede Raiffeisenkasse Heimsparkassen ausgebe. Dadurch würde der Sparsinn in der Familie angeregt und das unüberlegte Geldausgeben hintangehalten werden, weil jedes Geldstück, das in die Büchse eingeworfen wird, bei der Anstalt, der die Büchse gehört, als Spareinlage abgeliefert werden muß, da die Büchse nur am Schalter der Anstalt entleert werden kann und die Einlage gegen Kündigung für den Einleger wieder erhältlich ist. Als ich in L. als Lehrerin tätig war, entlieh ich mir von der dortigen Raiffeisenkasse eine Heimsparkasse, zeigte sie den Kindern meiner Klasse unter entsprechender Belehrung und am nächsten Tage waren schon viele im Besitze einer Heimsparkasse. In mancher Familie hatte sogar jedes Kind eine Heimsparkasse. Ob nun die Marken oder das nette Kästchen die Kinder zum Sparen reizen, ist einerlei, der Zweck ist erreicht. Die Sparsamkeit hebt die Sittlichkeit, steigert die Kraft der Selbstüberwindung, gewöhnt an Zucht und Ordnung, führt zur Wohlhabenheit, zum Glücke und zur Zufriedenheit. Die Klagen über schlechte Zeiten werden allmählich verstummen und wir sind glücklich mit dem Volke, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück. Zur 17. Krage. (Soll das Ausfällen von Blankctten verschiedenster Art im Unterrichte betrieben meiden oder nicht? Die Frage wurde von unserem g. Mitarbeiter Herrn Buxbaum einmal drastisch gestreift und will seitdem nicht mehr zur Ruhe kommen. Auch in mehreren Bezirkslehrerkonferenzen tauchte sie ans. Sie wird daher in die Wechselrede eingestellt, um ausreichend erörtert zu werden. (Vergl. hiezu die diesbezüglichen Beiträge von Folge 59 angefangen!) 1. Urteil. Schulleiter J. Suppin in Kleinarl. In Folge 59 erschien ein Artikel, in welchem die Ausfüllung von Postdrucksorten als geist- und wertlos, ja als „Tagedieberei“ betrachtet wird. Ich möchte aber diese Übungen besonders in den Landschulen durchaus nicht vermissen, denn gerade sie gehören ja zum praktischen Unterrichte. Was hilft es z. B. während der letzten Schuljahre einige Dutzend Briefe ins Aufsatzheft geschrieben zu haben, wenn dann der aus der Schulpflicht entlassene Bauernknabe mit Korrespondenzkarte, Briefpapier und Kuvert nicht unzugehen weiß? Die einfachste Korrespondenzkarte, den einfachsten Brief muß er sich vom Gemeindeschreiber schreiben lassen. Geben wir daher den Schulkindern nach einigen Übungen im Aufsatzheft und den nötigen Erklärungen Korrespondenzkarte, Briefpapier und Kuvert in die Hand und lassen wir sie das praktisch verwerten, was sie im Aufsatzhefte geübt haben! Da werden wir sehen, wie die Äuglein der Buben und Mädels glänzen, mit welcher Sorgfalt sie nach gemeinsamer Korrektur ihre erste Korrespondenzkarte, ihren ersten Brief aufbewahren. Mit Freude werden diese Arbeiten den Eltern gezeigt und mit noch größerer Freude werden solche Arbeiten von ihnen entgegengenommen. Bei einem derartigen Vorgehen brauchen wir die Eltern nicht in unsere Räume zu locken, um durch deren Hospitation unser Standesansehen zu heben, denn sie erkennen es ja an den praktischen Arbeiten, daß wir ihre Kinder fürs Leben erziehen. Sehr notwendig ist auch die Ausfertigung der Postanweisung, der Postbegleitadresse, des Posterlagscheines, denn das sind Errungenschaften, die wir im heutigen Verkehre im entlegensten Gebirgsdorfe nicht mehr entbehren können. Nehmen wir nur ein Beispiel aus dem LebenI Ein Bäuerlein erhält auf Bestellung eine Maschine zugeschickt; zugleich bekommt es die Rechnung mit einem Posterlagscheine als Beilage. Das Bäuerlein kennt sich beim Erlagscheine nicht aus; es nimmt daher seinen älteren Buben her, der ging ja acht Jahre in die Schule, der wird es wohl können! Würde nun auch der Knabe mit seiner achtjährigen Schulweisheit vom Erlagscheine ebenfalls keine Idee haben, so möchte ich nicht und auch wohl keiner der Herren Kollegen, welche Gegner dieser Übungen sind, dem Zwiegespräche lauschen, welches zwischen Bäuerlein und Buben folgen würde. Im umgekehrten Falle wird das Bäuerlein eine Stütze in der eigenen Familie haben und von der Schule Achtung bekommen, wenn es auch nicht in die Schulstube hinein darf. Wie beschämend sieht es für uns aus, wenn so ein junger Bauer seine Postanweisung u. dergl. ausfüllen lassen muß, weil er nie postalische Belehrungen erhalten hatl Mangel an solchen Belehrungen findet man übrigens auch unter den sogenannten besseren bürgerlichen Ständen, wenn man seine Beobachtungen anstellt. Also lassen wir nur fleißig solche Übungen in den Aufsatzstunden machen; das Schablonenhafte, wie oft gemeint wird, werden wir ihnen schon zu nehmen wissen. Dabei bleiben uns immer noch an erster Stelle genug Stunden zur Förderung der freien Ausdrucksweise. Die hier angeführten Beispiele sind nicht vielleicht aus der Luft gegriffen; sie sind tatsächlich vorgekommen und ich könnte noch manche Fälle anführen, die beweisen, wie notwendig und nützlich die postalischen Belehrungen sind. 2. Urteil. Lehrer Hans Petschauer in Lienfeld bei Gottschee. Vor Jahren wirkte ich als Einklassiger in einem entlegenen Walddorfe. In der ersten Zeit meiner Tätigkeit bereiteten mir die Leute manchen Verdruß, da sie wiederholt mit der Bitte erschienen, ihnen Postanweisungen u. a. auszufüllen. Um den fortwährenden Belästigungen zu entgehen, machte ich endlich die großen Schüler mit den Postdrucksorten aufs genaueste bekannt, ließ sie als Stillbeschäftigung derartige Formulare ausfüllen, und probatum est: ich hatte fürderhin Ruhe. Es ist doch allzu radikal gesprochen, wenn man das Ausfüllen der Postblankette als Zeitverschwendung bezeichnet. Einmaliges Vorführen genügt allerdings nicht. Nur wiederholte Übung kann hier wie in anderen Dingen sicheren Erfolg bringen. Daher kann ich mich auch mit den Sammelmappen nicht befreunden, die von den verschiedenen Drucksorten nur je ein Stück enthalten. 3. Urteil. Nichts für ungut, Herr Kollege Buxbaum, aber Ihre Antwort auf meine Fragen wollen mir gar nicht gefallen. Um jeden Irrtum zu vermeiden, führe ich nochmals an, daß ich die seinerzeitigen Fragen lediglich im Interesse meiner Pfleglinge stellte, die ich mit Kenntnissen, so sie für ein Dienstmädchen Nutzen haben könnten, ausrüsten soll. Unter meinen 34 Schülerinnen habe ich 29 „Schwache“ und noch »Schwächere“, die nach Ihrer Meinung also nicht in Betracht kämen. Da muß ich freilich mein schuldbeladenes Haupt senken; denn ich mühe mich redlich auch mit den Schwächsten ab und lasse sie Korrespondenzkarten, Postbegleitadressen, Postanweisungen und an erster Stelle Briefe schreiben. Personaleinkommensteuerbekenntnisse usw., ja auch die Telegramme habe ich wahrhaftig vergessen. Wollten Sie mich mit der Aufzählung dieser Dinge reizen? Da gäbe es ja schließlich auch in den anderen Unterrichtsgegenständen Sachen aufzuzählen, die ich an Liebhaber umsonst abgeben würde. Daß die Kinder das Ausfüllen der Blankette vergessen, will ich teilweise zugeben. Der erwähnte „Tischlerlehrbub“, dem der Frachtbrief ein Rätsel war, wäre sicherlich in dieselbe Klemme geraten, hätten Sie ihn nach einem vaterländischen Helden o. dergl. gefragt. Der Lehrling dürfte es wohl auch schon wissen, daß das Leben des Menschen aus zwei Hälften besteht. In der ersten Hälfte vergißt man zu lernen, in der zweiten lernt man vergessen. Bezüglich des Punktes 2 glaube ich mich nicht zu täuschen, daß in Folge 59, S. 799 doch des längeren vom Brief die Rede war. Ihre nunmehrigen Bemerkungen über die Eingangs- und Schlußformeln widersprechen ganz und gar meinen Ansichten. Man liebt zwar heutzutage den geraden Michel, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und mit der Tür ins Haus fällt, — aber nur in einer Geschichte. Im Leben wird man nichtssagende Höflichkeits-Redensarten wohl noch geraume Zeit drechseln müssen. So denke ich mir auch, daß es doch gut wäre, man prägte den Kindern einige schlichte Eingangs- und Schlußformeln ein; denn gerade diese Formeln sind oft die Steine des Anstoßes. Talentierten Kindern wird es allerdings nicht schwer fallen, die Klippen zu umschiffen. Aber denen mit wenig Hausverstand? Im Leben wird ein Dienst- mädchen kaum noch Gelegenheit finden, einen Brief sinngemäß schreiben zu lernen; es kauft sich dann lieber einen Briefsteller, in dem die Briefe für alle Fälle schön säuberlich geordnet sind. Bei vielen Elternbriefen, die mir in die Hand kommen, weiß man beim besten Willen nicht, wo man anfangen soll. Hat man endlich die lange Rede entziffert, dann gelingt es einem trotzdem nicht, den kurzen Sinn zu finden. Ich hätte auch gar nichts dagegen, wenn diese Leute die stumpfsinnigen Eingangs- und Schlußformeln ein wenig geistreicher gestalteten Ich teile Dir mit, daß ich Dir schreibe .... Da ich die Feder ergreife, schreibe ich Dir.... Ich ergreife die Feder um Dir zu schreiben . . . . wir verbleiben Deine Eltern bis in den Tod .... In Briefen an den Herrn Direktor heißt es mitunter: .... und einen Gruß an die Mädchen, die Köchin und die Fräuleins mit vielen Küssen .... (Unterschrift in irgend einer Ecke oder gar unter der Marke.) Diese Leute sind wohl seinerzeit auch nicht in Betracht gekommen. Oder sollten sie alles bloß vergessen haben? Marie Kosteischitz in Müglitz. Beitrag zum Thema „Lehrmittelsammlung in der Landschule“. (Vergl. hiezu den einschlägigen Aufsatz in Folge 70, auf Seite 1152!) An der ein- und zweiklassigen Volksschule muß sich der Lehrer beim Unterrichte in der Naturkunde gar häufig auf das Allernotwendigste und Wissenswerteste beschränken, weil er ja den größten Teil der Zeit dem Trivium zuwendet. Da aber gerade die Naturwissenschaften ins praktische Leben der Menschen so tief eingreifen, so muß man dieser immer dringender werdenden Forderung in anderer Weise einigermaßen gerecht werden. Auf einem an der Wand befestigten Brettchen oder in einem Schaukasten werden wichtige Naturobjekte und daraus verfertigte Produkte zur Ansicht ausgestellt. Zur Beobachtung von Pflanzen dient uns eine an der Wand befestigte Tafel, die eine erweiterungsfähige Schnur zum Festhalten der Pflanzen trägt. Auf darüber hangenden schwarzen Papiertafeln wird das Wichtigste über den in Betracht kommenden Naturkörper in Schlagwörtern niedergeschrieben. Am Anfänge der Lesestunde verweist der Lehrer auf das neue Objekt und faßt den zu merkenden Stoff in einigen Sätzchen zusammen. Die Schüler werden gleichzeitig angehalten, während der Pause oder vor dem Unterrichte die Schlagwörter in die Anmerkungshefte einzutragen. Wiederholt sich dieser Vorgang jeden zweiten oder dritten Tag, so kann man den Schülern mit der Zeit ein ganz ansehnliches und auf eigener Anschauung beruhendes Wissen bei- bringen, das dauerhafter Besitz der Kinder bleibt. So hatten meine Schüler in der letzten Zeit Gelegenheit, dort auf dem Brettchen ein Stück Graphit, ein Zimmermannsblei, einen Hardtmuth- Stift und eine Schachtel Ofenschwärze zu betrachten. Alles war ihnen bekannt bis auf die eigentümliche Zusammenstellung. Darüber standen die Worte: Graphit, Kohlenstoff, weich, Bleistift, Ofenschwärze. Folgende Merksätzchen wurden geistiges Eigentum der Kinder: „Der Graphit hat eine schwarze Farbe. Er besteht aus reinem Kohlenstoff und ist sehr weich. Man kann damit leicht schreiben. Unsere Bleistifte sind aus Graphit und Ton hergestellt. In weicheren Bleistiften hat es weniger, in härteren mehr Ton. Auch bereitet man aus Graphit Ofenschwärze.“ Eisig weht der Wind durch Wald und Flur und hin und wieder taumelt eine Schneeflocke nieder auf die purpurnen Staubfäden des Lieschgrases, das auf vielen Kleefeldern noch anzutreffen ist. Dort an der Sonnenlehne des Laubwaldes blicken Blüten des Seidelbastes, verfrühte Kinder des Frühlings, gar sonderbar in die sterbende Natur. Auch diese Pflanzen wandern hinein in die Schulstube. Die Wörter „Timotee-gras (Zuckergras), Ähre, Halm, Kieselsäure“ werden angeschrieben und folgende Sätzchen erarbeitet: „Viele Leute nennen das Timoteegras gewöhnlich Zuckergras. Die Blüten stehen in einer zusammengesetzten Ähre wie beim Korn. Der Stengel ist hohl und besitzt Knoten. Man nennt ihn einen Halm. In den Blättern hat es wie bei allen Gräsern Kieselsäure. Man kann sich daran leicht schneiden. Es ist ein gutes Futtergras und wird unter Klee und auf Wiesen gesät.“ Die sechste Frage. Welche Stoffmassen sollen aus dem jetzt bestehenden Lehrpläne ausgeschieden oder in demselben zugeschnitten werden? Was ist in die Lücken einzusetzen? (Fortsetzung.) Rechtschreiben. Für eine Vereinfachung dieses Unterrichtsgegenstandes sprechen das 3., 5., 7., 12. und 23. Urteil. Urteil 3 wünscht die Vereinfachung im Sinne der Monatschrift „Reform des alg. Vereines für vereinfachte rechtschreibung“. Nach dem 7. Urteile soll jeder Schüler im Besitze des Büchleins „Regeln und Wörterverzeichnis“ sein. Aufsatz (Stil) Die Urteile 4, 7, 8, 9, 12, 14, 23, 24 und 32 verlangen mehr Rücksichtnahme auf die Geschäftsaufsätze (Postwertzeichen). Für das Schreiben von Briefen treten besonders die Urteile 23, 24 und 32 ein. Nach den Urteilen 7, 15 und 24 hätten langatmige Beschreibungen von den verschiedenen Gegenständen zu entfallen. Urteil 24 betont insbesondere, daß der Aufsatzunterricht in den Vordergrund des Sprachunterrichtes treten muß. Urteil 5 wünscht zur Aufsatz-Lehrplanreform folgende Grundlage: Für achtklassige Volksschulen: 1. Klasse. Aufschreiben von Dingen und Namen. 2. Klasse. Niederschriften in einfachen Sätzen über verschiedene Gegenstände. Niederschriften über das, was nacheinander geschieht, geschehen ist oder wird. 3. Klasse. Wiedergabe kurzer Lesestücke nach gegebenen Fragen. Kurze Beschreibungen und Schilderungen. Übertragung kurzer Gedichte geeigneten (erzählenden) Inhaltes in Prosa. Beschreibung von einfachen Gegenständen, Tieren, Pflanzen usw. nach gegebener Disposition, deren Sinn dem Schüler verständlich gemacht wird. 4. Klasse. Aufzeichnung von Selbsterlebtem. Schriftliche Wiedergabe kurzer Lesestücke. Verkürzte Inhaltsangabe der Lesestücke. Beschreibungen und Schilderungen von Zuständen und Vorgängen mit entsprechender räumlicher oder zeitlicher Folge. Vergleichung. Nacherzählung. Kurze Briefe; Anlässe dem Kindes- oder Schulleben entnommen, am besten mit der Beantwortung entsprechender Musterbriefe beginnend. 5. Klasse. Aufzeichnungen, Erzählungen und Schilderungen eigener Erlebnisse. Wiedergabe von Lesestücken. Angabe der Gliederung eines Lesestückes. Nacherzählungen. Übertragung von Gedichten in Prosa. Beschreibungen, dem Anschauungs- und Erfahrungskreise des Kindes, dem Lesebuche oder dem Gesamtunterrichte überhaupt entnommen. Vergleichung. Deutung von Gleichnissen, Fabeln usw. Erklärungen von Sprichwörtern. Freie Aufsätze. Feststellung der Disposition. Briefe und, soweit die besonderen Verhältnisse dies wünschenswert erscheinen lassen, Geschäftsaufsätze. 6. Klasse. Erzählungen, Beschreibungen, Vergleichungen; Schilderungen von Erscheinungen und Vorgängen ; Erklärung von Redensarten, bildlichen Ausdrücken und Sprichwörtern. Briefe, Geschäftsaufsätze; schriftliche Wiedergabe von Lesestücken, Erzählungen u. dgl. nach vorgefertigter Disposition. Übungen im Disponieren. 7. Klasse. Fortgesetzte Übungen wie in der 6. Klasse. Außerdem: Ausführung von leichteren Thematen nach gegebener Disposition. Darstellung eigener Wahrnehmungen, Beobachtungen und Erlebnisse, besonders in Briefform. 8. Klasse. Fortgesetzte Übungen in allen Arten schriftlicher Darstellung, Geschäftsaufsätze, Briefe. Übung in zusammenhängender freier Darstellung eigener Gedanken und Erlebnisse. Schilderungen, Abhandlungen und Betrachtungen. ____________ (Fortsetzung folgt.) Schulhumor. 41. In der Rechenstunde. Lehrer (zu einem Schüler): „Nenn mir eine Zahl! Schüler: 34. Der Lehrer schreibt 43 an (um den Schüler auf die Probe zu stellen). Lehrer: Nenn mir noch eine Zahl! Schüler 76. Der Lehrer schreibt 67 an. Als nun der Lehrer zum drittenmale den Schüler auffordert, ihm noch eine Zahl anzusagen, ruft dieser 44. Eingesendet von Richard Hauptmann. Über das Stottern.1 Vom emeritierten Universitätsassistenten Dr. med. Leo Wolfer. Es ist statistisch nachgewiesen, daß die Zahl der Stotterer während der Schulzeit eine Steigerung um das Dreifache erfährt. Dieser Umstand allein muß uns Anlaß genug sein, dieses peinlichste aller Sprachgebrechen von der Schule aus geeigneter Behandlung zuzuführen und letztere unter Arzt und Lehrer zu teilen. Zu diesem Behuf e müßte jedoch die Ausbildung der Lehramtskandidaten auch auf die Kenntnis der Sprachgebrechen sich erstrecken oder den angehenden Lehrer zumindest auf jene Kinder aufmerksam machen, welche schlecht sprechen, mit offenem Munde atmen oder schwerhörig sind. Solche Kinder soll der Lehrer dem Schularzt vorführen, welch letzterer dann nach den Ursachen zu fahnden und Vorschläge zur Beseitigung derselben zu erstatten hat. Der Ursachen sind eben viele. Die nächstliegende ist wohl darin zu erblicken, daß die Sprache dem Denkprozeß nicht nachzukommen vermag, deshalb ins Hasten gerät und dabei zu stolpern beginnt. — Verlegenheit, Ängstlichkeit, Erblichkeit und fehlerhafter Atmungsrhythmus, skrophulöse Anlage und geistige Schwäche sind disponierende Ursachen. Ein plötzlicher Schreck, ein Hieb auf den Kopf, Sturz auf den Kopf, Infektionskrankheiten, ganz besonders aber infolge dadurch behinderter Atmung adenvide Vegetationen im Nasenrachenraum, hypertrophische Tonsillen, Schwellungen und Geschwülste im Naseninnern können Stottern hervorrufen. — Daß dieses so arg werden kann, daß dabei Gesichterschneiden, Gliederzuckungen, Stampfen mit den Füßen usw. auftritt, dürfte den meisten aus eigener Beobachtung bekannt sein. Solche begleitende Erscheinungen weisen auf erhöhte innere Erregung hin. Ich stehe nicht an, damit behaftete Individuen als tief unglücklich zu bezeichnen. Bei persönlichen Vorstellungen zwecks Erlangung einer Stelle kommt es besonders auf den ersten Eindruck an, den der Bewerber macht. Ein weniger gefälliges Äußere kann durch geeignete Kleidung, gutes Benehmen, durch eine korrekte Sprache aufgewogen werden. Der Stotterer aber wird in den meisten Fällen — sehr oft völlig unberechtigt — mit dem Wenigbegabten in eine Linie gestellt, ganz abgesehen davon, daß gewisse Berufe oder Rangshöhen für ihn absolut unerreichbar bleiben. Das allein schon muß Lehrer und Arzt bestimmen, alles aufzubieten, was eine Heilung des Übels ermöglicht. Daß jugendliches Alter und namentlich die ersten Schuljahre einen schöneren und vollkommeneren Erfolg versprechen als er bei Individuen in reiferen Jahren zu erwarten ist, liegt klar auf der Hand, wenn wir daran denken, daß die Sprache etwas Erlerntes ist und daß der Jugend das Lernen weniger schwer fällt als dem Erwachsenen, daß ein Kind ebenso leicht das Gute und Richtige in sich aufnimmt, wie das Böse und Unrichtige bei ihm auf empfänglichem Boden fällt. Aus dieser Tatsache ergeben sich von selbst die Notwendigkeit der Vermeidung des Verkehres mit Stotterern und die billige Forderung, daß zum Lehrberufe nur solche Personen zugelassen werden, welche nicht bloß frei von Sprachgebrechen sind, sondern auch über eine gute Aussprache verfügen, damit das Kind nur sprachreine Laute zu hören bekomme und sie nachbilden lerne. Auf richtige Wortbildung und richtige Wortwahl ist im Sprachunterrichte zu achten, das Kind daher zu langsamem Sprechen zu verhalten, damit es sich nicht überstürze. Erst nach und nach, wenn Bildung und Wahl der Worte sich bereits in sicheren Bahnen vollziehen, soll innerhalb gewisser Grenzen ein schnelles Antworten verlangt werden. Monotones oder melodisches Lesen und allzulautes Sprechen sollen nicht geduldet werden. Da die Laute nur beim Ausatmen zustande kommen, ist richtiges Atmen für eine gute Aussprache Grundbedingung und infolgedessen dem Atmungsrhythmus beim Sprechen besonderes Augenmerk zuzuwenden. Unstreitig das hervorragendste Mittel für eine hygienische Schulung der Sprache ist der Gesang, welcher die Sprach- und Atmungsorgane kräftigt und das Gehör übt. Er stellt für die Muskulatur des Kehlkopfes und der Brust eine Art Gymnastik dar, die natürlich im Übermaß ebenso schaden wird wie jede übertriebene Muskelarbeit üble Folgen nach sich ziehen kann. Wir müssen uns jederzeit vor Augen halten, daß es sich hier um noch in regem Wachstum befindliche Organe handelt, die leicht dauernd geschädigt werden können, 1 Einer von den vielen wertvollen Beiträgen, die durch die Bitte eines stotternden Kollegen zutage gefördert wurden. D. Sch. wenn sie maßlos in Anspruch genommen werden. Vor allem dürfen wir also nicht über den Stimmumfang hinausgehen, von dessen Größe wir uns vorher Kenntnis verschaffen sollten. Während der Zeit des Mutierens der Stimme ist das Singen zu unterlassen, bei tuberkulös veranlagten Kindern auf ein Minimum zu beschränken. Neben einem systematischen Sprachunterricht fällt dem Lehrer auch der psychische Teil in der Behandlung des stotternden Kindes zu. Erscheint ein solches als unaufmerksam, faul und wenig begabt, ist ärztlicherseits sein Hörvermögen festzustellen, da gewisse Ursachen des Stotterns auch Schwerhörigkeit bedingen. Stotternde Kinder geben oft die Zielscheibe für die Spottsucht ihrer Mitschüler ab. Davor müssen sie absolut geschützt werden. Sie werden dadurch nicht nur scheu und mutlos, sondern auch reizbar und rachsüchtig. Indem wir sie vor dem Verspottetwerden bewahren, geben wir ihnen ihr Selbstvertrauen wieder. Die psychologische Behandlung tritt jedoch erst dann in ihre Rechte, wenn der Schularzt das Fehlen solcher Ursachen festgestellt hat, die durch operative oder medikamentöse Maßnahmen beseitigt werden können, oder wenn unheilbare Leiden, wie Gehirn- und Rückenmarkerkrankungen, vorliegen, die dann allerdings auch vom besten systematischen Sprachunterrichte und der sorgfältigsten psychischen Behandlung kaum einen Erfolg erwarten lassen. Mit geringerer Sicherheit ist eine Heilung des Stotterns auch bei schlechtgenährten, schwächlich gebauten und skrophulösen Kindern zu erreichen. Die in der Tagespresse so oft angekündigten Heilmethoden zur Beseitigung des Stotterns beschränken sich durchwegs auf eine rein psychische Behandlung und Erzielung richtigen Atmens an der Hand geeigneter Lesestücke. Wann diese Art der Behandlung aber erst berechtigt ist, habe ich oben erwähnt. Leichter und vollkommener wird daher ein verständnisvolles Handinhandgehen von Lehrer und Arzt auch in dieser Beziehung Erfolge reifen sehen. Lebensbilder 6. Unsanft gingen die vier Jahre, die ich als Lehrer bisher verbracht habe, an mir vorüber. Besonders war es das zweite Jahr, das sich unvergeßlich in meine Seele einprägte. Tot brachte man mir meinen guten Vater von der Klinik zurück. Er war ein Lehrerkind, ein Lehrerfreund, obwohl er nur ein Arbeiter, ein Maschinenwärter in einer Glasfabrik war. Und ich hätte seiner noch so oft bedurft! Er war mir ein guter Führer auf der rauhen Lebensbahn, sogar in meinem Berufe. Und jetzt lebe ich mitten unter gleichgültigen Lebens-Altagsmenschen. Was sie noch zu „interessieren“ scheint, ist die „Politik“. Nichts als Politik und nichts als Politik. Alle Leistungen, auch die künstlerischen, zu denen ich die Lehrerarbeit rechne, werden nur mehr von parteipolitischen Standpunkten aus beurteilt. Bei einer Partei wie bie der anderen. Und ich kann mich nicht hineinfinden in dieses Zanken, Streiten und Hassen. Trotzdem werde ich in den Trubel gezogen, am meisten noch von meinen Kollegen. Und ein junger Mensch, der mit 24 Jahren, d. h., der 24 Jahre alt werden will, keine großen Erfahrungen hat, ein Lehrer, der mit ganzem Herzen an seinem Berufe hängt, der von der Anschauung ausgeht, daß eine stille Kulturarbeit mehr Erfolge und Nutzen für sein Volk hat, als schreiende, aber nichtssagende Parteiwirtschaft, soll Politik treiben?! Tu es der, der es hat und kann! Ich bitte Sie, lieber Freund, wenn ich so sagen darf,1 mir im Briefkasten der „Blätter“ mitzuteilen, ob es denn nicht möglich wäre, mich zurückzuziehen, ohne bei meinen Kollegen in „Ungnade“ zu fallen. Muß denn Parteienpolitik getrieben werden? Für mich wäre „Ruhe“ umso notwendiger, da ich mich mit der Vorbereitung auf die Bürgerschullehrerprüfung beschäftigte u. zw. nach den „Ratschlägen“ in den „Blättern“. Noch etwas! Ich möchte gerne in den Ferien einige Schulen besuchen, u. zw. nicht bloß solche meiner Heimat, sondern auch Schulen anderer Kronländer, um zu sehen, wie es andere Lehrer machen, um meinen geistigen Gesichtskreis durch direkte 1 Selbstverständlich! P. Anschauung zu erweitern. Für mich gilt aber auch das Lied „Was fang ich armer Teufel an?“ 96 K monatliches Gehalt; ich soll leben, Mutter und Schwester sind zu erhalten. Da möchte ich gerne den Herrn Unterrichtsminister um zwei Pässe ersuchen, um einen metallklingenden und um einen papierenen. Würde ich was erhalten? Müßte ich im Dienstwege einreichen, ist das Gesuch stempelpflichtig? Bitte schön um gütige Auskunft in den „Blättern“. Wenn es nur 100 K wären! Die „Schul-meisterzenzi“ würde ich dann aufsuchen, vielleicht fände ich auch ein „Märzveilchen“! H. Z. Antwort: 1.) Für sein Vvlk zu arbeiten ist wohl jedes Lehrers Pflicht; sich aber vom Parteihader ans der Ruhe schrecken zu lassen, ist jedenfalls unklug. Es sollen sich die die Köpfe einrennen, die vom „politischen Geschäft" was haben. Der Lehrer wird wohl als Vorreiter oft verwendet; kommt es jedoch zum Vorteile, so geht er zumeist leer ans. Stürzt er gar, so reicht ihm niemand den Arm. Lassen sie den Zank, aber wirken Sie im stillen für des Volkes Kraft und Ehre! — 2.) Stipendium? Keine Hoffnung I Da müßten Sie ein Spezifikum pflegen. Und selbst da ginge es schwer, denn die Finanzen stehen schlecht. Es heißt sparen — nach unten. P. Jugendlektüre. Von Eduard Hanemann, Ratschendorf. Es regt sich nun allerwärts gegen die um sich greifende Schundliteratur. Die Lehrerschaft nimmt nicht geringen Anteil an dem Kampfe, der ein verderbliches Volksgift unschädlich zu machen, auszurotten sucht. Es müssen alle Mittel in Angriff genommen werden, die zu diesem Ziele führen. Es gilt, das Übel an der Wurzel zu fassen und der Jugendlektüre ein scharfes Augenmerk zuzuwenden. In unzureichendem Maße werden die Kinder vor Gefahren auf geistigem Gebiete bewahrt. Das gegenwärtige Leben mit seiner Hast, mit seinen tiefen sozialen Gebrechen einerseits und der oft geschäftsmäßigen Reformwut anderseits flutet mächtig von allen Seiten auch an die Jugend heran und beeinflußt sie in großem Maße. Die Kinder der Städte namentlich bekommen viel zu sehen, zu hören und zu lesen. Vieles sollte ihnen aber lieber noch unbekannt bleiben. Wie oft kommen ihnen nicht die Tageszeitungen mit den Mord-, Raub- und Ehebruchsgeschichten in die Hände! Wie oft hören die Kinder den Gesprächen der Erwachsenen, namentlich der Dienstboten, zu! Das Kind soll wohl das Leben von allen Seiten kennen lernen, nicht nur die schönen, angenehmen, sondern auch die tiefernsten. Aber alles doch mit Maß und zur rechten Zeit. Immer halte man sich vor Augen, daß man der Jugend solange als möglich die heitern, sorgenlosen Kindheitstage erhalten soll; denn die Tage der Kindheit sind ja doch die glücklichste Zeit im menschlichen Leben. Das Schlechte, das Verderbliche soll so viel als möglich vom Kinde ferngehalten werden; denn das Kind in seiner großen Aufnahmsfähigkeit, Bildungsfähigkeit und mit seinem naiven Urteil nimmt alles Neue willig auf, das aufdringliche Schlechte oft williger als das bescheiden auftretende Gute. Bei unverdorbenen, geistig gesunden Kindern erregt das sofort erkennbare Schlechte von selbst Abneigung. Aber was ist schlechter Gesellschaft und immer wiederkehrender günstiger verlockender Gelegenheit noch nicht gelungen? Besonders durch verderbliche Lektüre ist manches gutveranlagte Kind auf schlechte Wege geraten. Und mag es nicht immer so schlimm ausfallen, eine schlechte Jugendlektüre legt oft den Grund zur Vorliebe für Schundliteratur im späteren Alter. Dem Übel muß vor allem die Schule abzuhelfen suchen; denn vielen Eltern ist es gleichgültig, in welcher Weise sich der Geist ihrer Kinder entwickelt. Sie sind ja auch leider infolge der mißlichen sozialen Verhältnisse oft gar nicht in der Lage, sich über die Grundsätze einer vernünftigen Erziehung zu unterrichten und anderseits auf die Entwicklung ihrer Kinder in günstigem Sinne recht oft einzuwirken, da sie meist vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein dem Erwerbe nachgehen müssen. Die meisten Kinder sind tagsüber in den schulfreien Stunden sich selbst überlassen, auch bei den Reichen, wo der Mann seinem Berufe obliegt und die Frau „des Hauses“ meist außer Haus ist, um ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen zu genügen. Die Kinder greifen da oft vor Langeweile nach einem Buche, um sich die Zeit zu verkürzen. In unseren Tagen ist deshalb das Lesebedürfnis der Jugend ungemein groß. Früher war es bedeutend anders und in vielen Beziehungen besser. Da war die Mutter und nicht selten auch der Vater zu Hause. Die Kinder sahen die Eltern bei ihrer Beschäftigung, es gab oft Gelegenheit, den Kindern dies und das zu erläutern und ihnen manche Dinge durch unmittelbare Veranschaulichung begreiflich zu machen. Die Mutter war die unmittelbare und jedenfalls bessere, weil lebensvollere und eindringlichere Vermittlerin der alten Sagen- und Märchenschätze, der Schnurren und Schwänke unseres Volkes. In den Dämmerstunden der kurzen Wintertage saßen die Kinder um den wärmenden, surrenden Ofen geschart, mitten drunter die Mutter oder die Großmutter, die den atemlos Lauschenden die wundervollen Geschichten erzählte, indes draußen der Wind sein unsanft Liedlein blies. — Uns dünkt das Bild heut selbst wie ein Märchen. Denn gar selten mag es noch Vorkommen, daß die Kinder so unmittelbar, so stimmungsvoll in die Märchenwelt eingeführt werden. Alles wird heute den Kindern in Büchern dargeboten. Nicht nur Unterhaltendes, sondern auch Belehrendes. Von diesem besonders viel und oft in recht ungeeigneter Weise. Gottlob macht sich in neuerer Zeit das Bestreben bemerkbar, der Jugend die Belehrung an Hand der Natur unmittelbar zuteil werden zu lassen, nicht erst durch die Vermittlung des Buches. Selbstverständlich nur von Dingen, die unmittelbar zugänglich sind. Es bleibt noch genug übrig, wo durch das Buch die Belehrung und eingehendere Kenntnis erteilt werden muß. Eine Unmenge Jugendbücher kamen auf den Markt und mit ihnen sehr viel Unbekömmliches, für sie Verderbliches. Schreibselige Kilometerschreiber schufen massenhaft farblose, nichtssagende aber aufreizende „Jugendschriften“, die selbst in die Schülerbüchereien der Schulen Eingang fanden. Und noch heute finden sich trotz aller Aufklärung auch in den Schulen noch diese Machwerke, die Räuber- und Mordbrennergeschichten, die Geschichten untergegangener Grafengeschlechter, der Goldsucher, dann die moralisierenden, von Tugendhaftigkeit triefenden, süßlichen Geschichten, ferner die speziellen Mädchengeschichten (Chr. von Schmid, Hoffmann, Herchenbach, Thekla von Gumpert mit ihrem „berühmten“ [berüchtigten] Töchteralbum usw. wie die spezifischen „anerkannten“ Jugendschriftsteller alle heißen.) Lange Zeit kümmerte sich niemand darum, was die Jugend außerhalb der Schule las. So konnte sich der Schund in ungeheuerem Maße breitmachen. Die süßlichen Geschichten verfingen nicht mehr, da kam aufreizendere Kost durch die Indianerbüchel mit den blutrünstigen Szenen schon als Deckelbild. Und neuerdings tauchen sie in modernem Gewände auf als die Nie Charter- und Sherlock Holmes-Erzählungen. Die Verwilderung und Entsittlichung der Jugend ist größtenteils auf diese gemütsverrohende Lektüre zurückzuführen. Es tut not, allüberall Aufklärung zu schaffen. Angesichts der erschrecklichen Folgen, sollte es bei vernünftigen Leuten gar nicht mehr nötig sein. Wenn sich aber selbst Lehrer finden, die einen Karl May verteidigen und seinen Schriften pädagogischen Wert zusprechen, dann wird mancher einsehen, daß immer und immer wieder gegen den Schund zu Felde gezogen werden muß. Im Jahre 1891 bildeten sich draußen im Reiche die ersten Jugendschriften-Prüfungsausschüsse. Es entstand die „Jugendschriftenwarte“, in der besonders zu Weihnachten stets Listen guter, empfehlenswerter Jugendschriften veröffentlicht wurden. Als Heinr. Wolgast (Hamburg) im Jahre 1896 die Leitung übernahm und im selben Jahre seine Schrift „Das Elend unserer Jugendliteratur“ erscheinen ließ, da begann es langsam helle zu werden in allen Gauen Deutschlands und Österreichs. Überall wurden Prüfungsausschüsse für Jugendschriften gegründet und sie haben seither eine große, dankenswerte Arbeit geleistet. Noch ist aber nur der Anfang gemacht, denn es ist noch nicht gelungen, die gesamte Lehrerschaft, die doch ein großes Interesse daran haben sollte, für die Bestrebungen der Jugend-schriften-Prüfungsausschüsse zu gewinnen. Es gilt, noch viele eingewurzelte Vorurteile zu beseitigen, damit die Schulbüchereien zunächst einmal von allem Schund befreit werden. In jeder Schule sollte die „Österreichische Jugendschriften - Rundschau“, die jetzt vom deutschen Landeslehrervereine in Böhmen herausgegeben wird, aufliegen und gelesen werden. Nach deren Ratschlägen und eigener Einsichtnahme und Prüfung der Werke sollte man sich bei Neuanschaffungen für die Schulbüchereien leiten lassen. Für die Jugend ist das Beste gut genug. Eine Jugendschrift muß demnach ein Kunstwerk sein, wie es die Werke unserer großen Dichter sind. Wirkliches Leben, wirkliche Menschen in ihrem Tun und Lassen, lebenswahre Begebenheiten müssen einfach, ungekünstelt und in verständlicher, fließender Sprache erzählt werden. Es dürfen nicht Mustermenschen, die keine Fehler haben und die im Leben gar nicht Vorkommen, dargestellt werden. Auch gar zu tugendhafte, frömmelnde Menschen wirken nicht glaubhaft. Es wird ja noch lange dauern, bis die elenden Schundwerke vom Büchermarkt verschwunden sein werden, denn es werden sich immer gewissenlose Verleger finden, die durch die Verbreitung der Schundliteratur reich werden wollen. Auch die Sorglosigkeit und die Urteilslosigkeit der meisten Eltern, die ja höchst selten eine Jugendschrift selbst lesen, sondern nur nach dem prunkvollen Äußeren und allenfalls nach den beigegebenen Bildern urteilen, sind mit schuld an der Ausbreitung der nutzlosen Machwerke. Es sollte sich jeder Lehrer zur Pflicht machen, in seinem Orte aufklärend zu wirken. Das kann sehr gut bei Elternabenden geschehen. Hier sollten Vorträge über Jugendlektüre das Interesse der Eltern erregen. In der Weihnachtszeit werden Ausstellungen von Jugendschriften in Verbindung mit einführenden Vorträgen sehr gute Dienste leisten und namentlich die Landbevölkerung, die selten eine Buchhandlung zu Gesicht bekommt, wird diese Bemühungen der Lehrerschaft freudig anerkennen und Nutzen daraus ziehen. An jedem kleinen Ort kann eine solche Ausstellung abgehalten werden. Die Verleger stellen zu diesem Zwecke gern die Bücher zu Verfügung. Diese Ausstellungen sind wohl die erfolgsicherste Arbeit gegen die Schundliteratur. Es seien nun auch einige Verlagsbuchhandlungen namhaft gemacht, die auf dem Gebiete der Jugendlektüre anerkanntermaßen Vortreffliches leisten und ziemlich verläßlich sind. Vor allem der rührige Verlag Josef Scholz in Mainz. Derselbe hat sich einen Stab tüchtiger Schriftsteller und Künstler für sein Unternehmen verpflichtet und bringt vorzügliche Bücher für kleine und große Kinder. So z. B. „Das deutsche Bilderbuch“ (bisher 9 Bände zu 1 Mark) mit Bildern von J. Ditz, A. Münzer, Ernst Liebermann, Hans Schroedter und Arpad Schmidhammer. Verschiedene Bücher für die Kleinsten in prächtiger Ausführung sind dem kindlichen Verständnis sehr angepaßt. Angesichts der oft in gräßlichen Farben protzenden Kinderbilderbücher wirken diese wahrhaft künstlerischen Erzeugnisse erfrischend und erfreuend. Man fühlt, diese Kunst ist echt und gesund. Man muß die Wirkung der Bilder auf die Kinder gesehen haben, um ein volles, richtiges Urteil über diese Bilderbücher mit gutem Gewissen abgeben zu können. Wilhelm Kotzde, der ehemalige Berliner Lehrer und Jugendschriftsteller gibt im Verein mit Max Geißler, Gustav Falcke u. a. die „Mainzer Volks- und Jugendbücher“ heraus, die in keiner Schülerbücherei fehlen sollten. Hier geben erstklassige Schriftsteller ihr Bestes für die reifere Jugend. Für große und kleine Kinder in gleicher Weise geeignet ist Kotzdes „Deutsches Jugendbuch“. Es ist ein wundervolles Lesebuch, das eine Fülle prächtiger Stücke enthält und ebenfalls in keiner Schulbücherei fehlen sollte. Auch im Verlage der „Meggendorfer Blätter“ (J. F. Schreiber in Eßlingen) sind einige gediegene Bilderbücher erschienen, auch ein Liederbuch „Jugendklang“. Es enthält alte deutsche Kinderlieder mit allerliebsten Bildern. Das Gesangbuch wird den Kindern viel Freude bereiten. Empfehlenswert sind auch die Jugendbücher des Loeweschen Verlages (Ferdinand Carl) in Stuttgart. Dort sind einige treffliche Arbeiten des Wiener Oberlehrers und Schriftstellers Hans Fraun-gruber erschienen, so erst in jüngster Zeit „Hoch Habsburg“, das schlichte Erzählungen aus der österreichischen Geschichte ohne pompöses Pathos und überschwenglichen Patriotismus darbietet. Gute Jugendschriften bringt auch der Verlag Schaffstein in Köln auf den Markt. Von österr. Unternehmungen seien genannt: Die Jugendschriften des Lehrerhausvereines in Linz und die Ger-lachsche Jugendbücherei (Wien). Dies genüge aus der reichen Fülle guter Bücher zur Anregung. Man lasse sich von den Verlagsbuchhandlungen Preisverzeichnisse oder gleich Auswahlsendungen für die Schülerbücherei schicken. Bei der Wahl der Bücher werden die Verzeichnisse des Dürerbundes und der österreichischen Jugendrundschau gute Ratgeber sein, ln keiner Schule sollten sie fehlen. Nun noch etwas, wie man die Mittel zur Erweiterung und Reinigung der Schülerbüchereien beschafft. Die musikkundigen Kollegen eines Ortes oder benachbarter Orte können im Winter leicht einen genußreichen Unterhaltungsabend veranstalten, dessen Reinerträgnis zur Anschaffung guter Jugendbücher verwendet werden kann. Da hat das Volk etwas davon und die Schule auch. Beiden wird es zum Vorteil gereichen. Es ist also nicht so schwer. Nur frisch ans Werk! Mit Elternabenden, Jugendschriftenausstellungen, Vorträgen wird das Werk der Volksgesundung gefördert werden. Briefkasten. Der Leserkreis der „Blätter" umschließt eine Familie, in der ein Mitglied dem ändern mit Rat und Tat zur Seite steht. Zu micderholtenmalen ist durch die Hilfsbereitschaft so manches Leid gelindert, so manche Sorge behoben worden. Sollte das nicht in noch ausgiebigerem Maße der Fall sein, da sich die Einrichtung so trefflich bewährt hat? Wie wäre es, wenn wir hiefür den Abschnitt „Ratgeber" eröffnen würden? Als Voraussetzung gälte lediglich das gegenseitige Entgegenkommen. Ein Mangel an Fragen bestünde wohl kaum: Der eine will Auskunft in Schulsachen, der andere fahndet nach einer paffenden Stelle, ein dritter sucht Trost im Ungemach, den vierten quält vielleicht seit Jahren ein bitteres Weh. Es liegt in den Schulen des Reiches sicherlich soviel an Fragestoff, daß das neue Kapitel in seinem ersten Teile beständig beschickt werden würde, sobald sich der zweite Teil bewährte. Wenn die Geister aneinanderrücken, so liegt darin ein Gefühl inniger Zusammengehörigkeit; wenn nun mich die Herzen znsammenschlagen, so gibt es treue Freundschaft. Und diese mag in der Zeit des Ringens frisch gedeihen wie das Blümlein im Hauch des Lenzes! — An Direktor tz. u. a.: Der Abschnitt „Des Lehrers Takt und Schliff" kann erst dann im Sonderdruck erscheinen, wenn er abgeschlossen ist. Da die „Blätter" ein Buch darstellen, in dem die letzte Seite auf die erste zurückgreift, so daß manches nur erst verstanden wird, sofern es mit Früherem in Verbindung gebracht wird, so läßt sich ja jeder neue Abnehmer die alten Jahrgänge kommen. Damit entfällt die Herausgabe eines eigenen Büchleins. — Aachlehrer A. W. in H.: Ein Fall für den Einleitebericht zum diesmaligen Briefkasten: Herr M. ist kränklich; das rauhe Klima des Nordens hätte seinen durch Studien geschwächten Körper gebeugt. Die „Blätter" haben den Weg nach dem Süden gewiesen; der Kollege ist geborgen — im Lande des ewigen Frühlings. — Kachl. D. Zt. in Es kommt so viel wertvoller Stoff, der nicht mit klingender Münze ausgewogen werden will, daß ich Ihren Beitrag ablehnen muß und dies umsomehr, als er zu allgemein gehalten ist. Für nebulöse Gedankenverbindungen, die sich den Schein der Wissenschaftlichkeit geben, tatsächlich aber nur ein Konglomerat hochtrabender Terminologie darstelle», bieten die „Blätter" nicht Raum. Wir wollen das, was leicht zu fassen und ohneweiters in die Praxis überzuführen ist. Brosamen, so sie vom Tische der Stubengelehrten abfallen, werden unserer Schule nicht ans die Beine helfen. — K. K. in L.: Erzählstoff kommt nächstens wieder; diesmal gab es zuviel Sachliches. — Kihulhnmor: Der Vorrat geht zuende; es wird daher das Ersuchen gestellt, neue Beiträge zu liefern. — Lehrer W. K. in S.: Die Anordnung des naturgeschichtlichen Lehrstoffes nach Jahreszeiten finden Sie in dem Werke von Lutz. — Sch Lt. Z>. L. in M.-L.: Ihr Aufsatz wäre schon längst hinausgeflattert, wenn ich ihn durchwegs lesen könnte. Die schlechte Handschrift, dazu mit Bleistift, — das erfordert große Opfer. — Lehrer W. Sch. in W.: Sie schreiben: „Obwohl ich für die Prüfung vollauf zu tun habe, kann ich es doch nicht unterlassen, einen Beitrag zu schicken." — Damit kennzeichnen Sie den Drang des Mitteilens. Man kann sich von einen im Geiste webenden Gedanken nicht losmachen und wenn ihn hundert andere Dinge lockten. Erst wenn man das Produkt zu Papier gebracht hat, fühlt man sich frei. — 2.) Mitter-eggers Chemie kann noch immer verwendet werden; in dem Buche steckt Methode. — 3.) Die Fragen für die Bürgerschullehrerprüsung werden gesammelt werden, sobald der diesbezügliche Abschnitt abgeschlossen ist. — Dank: Der Herr Kollege, für den hinsichtlich der Behebung des Stotterns zahlreiche Ratschläge eingeschickt wurden, spricht „allen, die helfend eingegriffen haben, tiefempfundenen Dank aus". — Lehrer K. K. in K.: Die von Ihnen dem Südheim zugemendeten Bücher sind in ihren Bestimmungsort abgegangen. Ich bitte ähnliche Spenden direkt einzusenden. Anschrift: „Lehrerheim in Lovrana". — Lehrer K. in W.: Der Wunsch des Schweizer Kollegen wurde erfüllt; er erhielt Folge 73 und 74. Im Engandin sind die „Blätter" bereits zu Hause. — Wl. L. D. in W.: Die Idee des „permanenten Exekutivkomitees" hat allerorts Anklang gefunden. Hoffentlich bleibt es nicht beim Beschlüsse allein. — Lehrer K. H. in K.: An der Lehrerbildungsanstalt in O. werden die „Blätter" fleißig gelesen. — Lehrer H. St. in St. K.: Sie sollten mit Ihrer Begeisterung für das Südheim durch die Lande ziehen und Aller Herzen entflammen. — Art. K. It. in Kt. K.: Ihr Stenogramm ist richtig, aber nicht fließend. Überhasten Sie deswegen nicht! Ein paar Sigel mehr oder weniger, das verschlügt nichts. — Lehrer A. Zt. in Zt.: Den nächsten Vortrag halte ich in St. Pölten. Thema: „Die Zukunft der österreichischen Volksschule". — „Die Ratschläge für die Vorbereitung zur Bürgerschullehrerprüsung" und die „Fragen zur Lehrbefühigungsprüfung (Volksschulen)" können vorläufig nicht fortgesetzt werden; es fehlt mir an Zeit. Das Südheim nimmt mich vollends in Anspruch. — Schllt. K. W. in K.: Wollen Sie mir über H. Genaueres mitteilen. Mit dem Vernadern ist man heutzutage bald bei der Hand; ich verlasse mich nur auf feste Daten. — K. It. K.: Markenüberschwemmung! Ich bitte, zurückzuhalte». — Kchllt. A. Kt. in Zt.: „Soll in der Volksschule beim schriftlichen Subtrahieren weggezählt oder ergänzt werden?" Die Frage ist für die.Wechselrede' wohl zu geringfügig. Nichtsdestoweniger stehen die „Blätter" für einige Artikel zur Verfügung. Fangen Sie an! — Schilt. W. Z. Z. in W.: Studieren Sie nach Ludwigs Unterrichtsbriefen! In zwei Jahren werden Sie neben dem Schulunterrichte den Stoff kaum bewältigen. Sie können die nächstbeste Kommission wählen. — Lehrer K. Zr. in K.: Die beiden „Naturbeobachtungen" sind sehr schön durchgearbeitet, müssen aber warten, bis die rechte Zeit kommt. Senden Sie was für den Frühling! — Wiederholte Mitte: „Geschäftliches ausschließlich an die Verwaltung." Das ist im Titel der Zeitschrift zu lesen. Und doch bekomme ich immer wieder Anfragen, die an die Verwaltung gerichtet werden sollten! — „Rruckmaridl": Schönen Dank für die Karte! Kommen Sie nur wieder Salzwasser schlucken! — Zitier die „Alankettsererei" liegen noch mehrere Urteile bereit; es bleibt nichts übrig, als die Frage in die Wechselrede zu schieben. — tz. A. in K.: Selbstverständlich können auch die Leser eine Frage aufwersen, die durch die Wechselrede geläutert werden soll. Beiträge dieser Art wären mir sehr erwünscht; nur kann ich nicht im voraus die Aufnahme zusichern, da ja die Frage einem allgemeinen, wichtigen Bedürfnisse entsprechen muß. — Kchll. K. K. in K.: Sie haben recht: Für die Zöglinge bin ich der, für die Lehrer meines Schulaufsichtsgebietes jener, für die Leser der „Blätter" der.Schriftleiter'. Lassen wir die Titel und Phrasen! — Kröhliche Wern der ganzen Blüttergemeinde! Stiller Friede, frohe Hoffnung seien das Geleite in die Freuden des erwachenden Lenzes! — Kleine Mitteilungen. 181.) Kvcr die Anregung der Äugend znr Aortvikdung. Der Verfasser — Oberlehrer Franz Kriso — gedenkt seines eigenen Bildungsganges und erwähnt die Persönlichkeiten, deren Leitung er seine Ausbildung verdankt: seine Mutter, sein Religionslehrer, ein würdiger 90jähriger Greis, sein väterlicher Freund, Schulrat Lukas. Letzterer gab allen seinen Zöglingen Sehnsucht nach Fortbildung mit hinaus ins Lehrerleben. — Mächtig ist das Beispiel, mächtig Wort und Lehre, wenn sie einem hohen, sittlich erhabenen, von Liebe für die Kindheit entflammten Herzen entstammen. Praktischer Unterricht hebt die Lernfreude und das Ansehen der Schule, regt zu eigener Fortbildung an. Die Schulgärten und die Betätigung der Schüler in denselben regen zum Selbststudium an. Wichtig ist es, daß der Schüler seine Schulbücher und Hefte ins Leben mitnimmt, damit er wiederholen kann, was er einst gelernt hat. Österreichischer Schulbote. 182.) Ar. Ewald Kaufe: „Aas natürliche Hrziehungsfifllcm". Am 7. d. M. lernten wir Lehrer Dr. Ew. Haufe, den modernen Erziehungsresormer, der aus Anlaß des 40jährigen Gründungsfestes des Lehrervereines zu einem Vortrage eingeladen war, persönlich kennen. Aus seinen Schriften kennen wir ihn ja schon längst. Als er seine Lebensgeschichte schilderte, lernten wir ihn auch bewundern. Durch Not und Entbehrung rang er sich zu dem empor, was er ist, — zu einem ganzen Manne, der, durchdrungen von seinen Ideen, für sie bis zum letzten Atemzuge kämpfen wird. Diese Ideen — „Das natürliche Erziehungssystem" — entwickelte er nun in fesselnder, begeisterter Rede, alle Zuhörer bis zum Schlüsse in voller Spannung erhaltend. — Was schon Comenius mit den Worten ausdrückte: „Schöpfet nicht aus Büchern, sondern aus Himmel und Erde, aus Eichen und Buchen"; die Zurückkehr zur Natur, die Rousseau verlangte, das Ausgehen von der Umgebung in der Erdkunde, Naturgeschichte und in anderen Gegenstände», das Pestalozzi forderte, — alles finden wir vereinigt im „natürlichen Erziehungssystem" Hauses. Er will die Kinder an Leib und Seele gesund machen, indem er mit Rousseau spricht: „Der Leib muß Kraft haben, der Seele zu gehorchen; je schwächer er ist, umsomehr befiehlt er; je stärker, um so besser gehorcht er." Darum hinaus in die freie Natur, den Körper und den Geist zu stählen! — Alle Unterrichtsgegenstände: Die Naturwissenschaften, den Gedankcnausdruck, das Zeichnen und Rechnen in einem einzigen Gegenstände vereinigt, eines aus dem ändern entwickelnd und aufbauend, steigt er von Stufe zu Stufe, auf jeder derselben nur Kinder zusammenfassend, die schon alle vorangehenden Stufen erklommen haben. Wasser, Erde, Luft, Steine, Pflanzen, kurzum die Umgebung des Kindes im Freien bietet den Ausgangspunkt für den ganzen Unterricht. Dabei wird geschaut, gefühlt, gehorcht, geschmeckt, gehoben, gemogen und geschätzt, — dann erfaßt, gesprochen, gezeichnet und berechnet. — So gibt es eine Sprech-, Zeichen» und Modelliergruppe usw. Bei einer solchen Erziehung treten natürlich individuelle Eigenheiten scharf hervor. Der Lehrer sucht nach versteckten Fähigkeiten, weckt, fördert sie, hebt das Selbstbewußtsein und die Schaffensfreude, um endlich einen Mann zu erziehen, der weiß, was er will und auch durchführt, was er will. Soviel vom Vortrage! — „Ist dieses Erziehungssystem durchführbar?" werden viele fragen. Gewiß. Ich behaupte noch mehr. Es wird schon jetzt, freilich nur teilweise, durchgeführt. Bieten nicht beispielsweise „unsere Blätter" genug Aufsätze, die sich vollständig an das natürliche Erziehungssystem anlehnen? Ich verweise nur auf den praktischen geometrischen Unterricht im Freien, auf die Aufsätze aus dem Leben des Kindes und auf den Zeichenunterricht. Langsam aber sicher bricht sich die natürliche Erziehung Bahn. Der überflüssige Wissenskram und Drill wird aus der Schule weichen und der Detaillierte Lehrplan muß fallen. Statt alles dessen wollen wir Körper und Geist unserer Schüler stärken, die Liebe zur Statur und die Erkenntnis derselben pflegen und zu bewußter körperlicher und geistiger Arbeit anleiten. Dr. Haufe zeigt uns die Wege einer natürlichen Erziehung und es bleibt nun unsere Pflicht, diese Wege zu verbreitern und zu ebnen. Eingesendet von Karl Kuratko. 183.) Ake Wundart im Sprachunterrichte. Jede Mundart enthält Abweichungen von der Schriftsprache. Das an die Mundart gewöhnte Kind kann nur durch gründliche Übung zum richtigen Sprach-gebrauche befähigt werden. Die Verschiedenheiten zwischen Mundart und Schriftsprache sind etwa: falsch angemendete Fremdwörter, andere Namen für Naturwesen, andere Mehrzahlbildung, ein anderes Geschlecht, das Fehlen des 2. Falles, Gebrauch des 3. Falles mit „den", Fehlen der Mitvergangenheit, die Wunschform (ich wünschte mir — i wünschet), mir statt wir ... Der Lehrer soll sich Aufzeichnungen machen, um gegen den Wichswachs zu kämpfen. — Freilich: Wann mir nur wer söget, wo i die Zeit hernema füllet! Freie Schulzeitung. 184.) Hin wahres Wort. In einem Aufsätze der Buk. „Fr. Lztg." heißt es u. a.: „Während jeder andere intelligente Beruf schon von Haus aus auf eine entsprechende Rücksichtnahme rechnen darf, sieht man den Lehrer grundsätzlich zunächst über die Achseln an. Erst wenn er gezeigt hat, daß er ein ganzer Mann ist, wird ihm jene Stellung in der Gesellschaft eingeräumt, die ihm auf Grund seiner Bildung und seines Berufes eigentlich schon von Natur aus gebührt." 185.) Pie jjtofftssihnfc im Staatsvoranschkage für das Jahr 1910. Das Gesamterfordernis des Titels „Volksschulen" beträgt 8,265.326 K gegenüber dem Erfordernisse des Jahres 1908 per 7,774.120 K, so daß eine Erhöhung des Erfordernisses um 491.206 K resultiert; hiervon entfallen 227.012 K auf das ordentliche, 264.194 K auf das außerordentliche Erfordernis. 186.) König als Mittel gegen Nikotinvergiftung. Die im Honig enthaltene Ameisensäure neutralisiert das als Gift zu bezeichnende Nikotin. Für Bienenzüchter, die gewohnt sind, am Bienenstände Tabak zu rauchen, anstatt sich einer Räuchermaschine zu bedienen, ist es deshalb zu empfehlen, von größeren Operationen an den Stöcken einige Kaffeelöffel voll Honig zu nehmen, um die Wirkung des Nikotins im vorhinein abzuschwächen. Ein gleiches möchte sich auch anderen starken Rauchern umsomehr empfehlen, als Honig gleichzeitig den Körper kräftigt und ihm Widerstandsfähigkeit verleiht. („Der prakt. Landwirt.") 187.) Pas Zeichnen auf der Ilnterstnfe der Nolksfchule. Für die schlechten Erfolge im Zeichenunterrichte der Unterstufe gelten vor allem zwei Gründe: Im 1. Schuljahre wird das Zeichnen vielfach als wertlose Tändelei betrachtet, im 2. Schuljahre wird mit dem systematischen Zeichnen begonnen, — viel zu früh eben. Der Stoff soll dem Sachunterrichte entnommen werden. Die Darstellung geschehe mit knappen Strichen. Die Skizze entstehe stückweise vor den Augen der Schüler; nur dann gibt es eine gute Nachbildung. Immer nur ein Bild entwerfen! Die Kinder immer aufmuntern, denn Selbstvertrauen braucht auch schon der kleine Zeichner. Freie Schulzeitung. 188.) Nom KUfsschukwefen. Auf dem Wege zum Licht lasset keinen zurück. Führet jeden mit euch, der vergessen vom Glück. Dem die Ampel erlosch, dem die Glut nie gebrannt, Das Kind, das den leitenden Stern nie erkannt, Sie taumeln in Nacht und Verlassenheit. — Ihr begnadeten Pilger der Ewigkeit, Führt alle mit euch in Liebe und Pflicht. Lasset keinen zurück auf dem Wege zum Licht! Diese Worte widmete der Dichter Peter Rosegger der Konferenz der Schwachsinnigenfürsorge in Graz. Schwachsinnige Kinder werden den Hilfsschulen und Hilfsklassen überwiesen (in vielen österreichischen Städten bestehen solche), weil sie in der allgemeinen Volksschule nicht entsprechend gefördert werden können. (Vergl. den Leitartikel von Folge 41!) Wenig Schüler — 20 die Höchstzahl — endlose Geduld, große Liebe zu den Ärmsten sind Vorbedingungen für den Lehrer. Die Erfolge an den Hilfsschulen sind erfreulich. Zeitschrift des o.-ö. L. L. V. Durch Sachsen und Thüringen von Schule zu Schule. 3.) Don Kkagenfurt öis Mhin.-Leipa. 24. und 25. August 1908. „Direkten Wagen nach Linz!" „„Alles überfüllt, ineine Herren!"" „Nu, sv fahren wir halt indirekt." — Was könnt' es schließlich auch verschlagen, daß wir in St. Michael und Selzthal utn= steigen mußten! Wir waren sv klug, wenig aufzuladen. Nur das Allernvtwendigste hatten wir im Ranzel geborgen. Unpraktische Leute behängen und bepacken sich mit allerlei Kram, wenn sie eine Reise unternehmen und dabei in Kulturgebiete kommen, wo man doch alles zur Hand hat, dessen man bedarf. Weiß man Moneten in der Tasche, so ist man allerorts wohlgebvrgen. Geld ist das leichteste und beste Reisegepäck. Indes dort ein Familienvater fünf Schachteln schleppte und sich im „direkten" Wagen quetschen ließ, um nicht den lästigen Transport noch zweimal zu überstehen, stolzierten wir vornehm in ein Abteil, das leer war. — Das Reisefieber steckt noch im Volke, als ob die Eisenbahn erst gestern ins Land gekommen wäre. Dieses hastige Treiben auf dem Bahnsteige, dieses ungeduldige Stehen in den Gängen, das unnötige Fragen nach diesem und jenem, ivas alles von den Bahntaseln hcrabzulescn ist, dieses seichte Schwätzen, dieses Rücken und Drängen sollte in unserer Zeit nicht mehr bestehen. Wie anders ist es in Deutschland! Ohne jedwede Ausregung wickelt sich der Bahnbetrieb ab. Jeder Fahrgast ist über das Notwendigste von Haus aus unterrichtet und findet sich ohne Aufregung und ohne Fragen zurecht. Warum herrscht bei uns selbst in kleinen Bahnhöfen eine erschreckliche Nervosität, die das Publikum und den Bahnbeamten nicht zu Atem kommen läßt? Weil in den Schulen über das Eisenbahnwesen zu wenig gesprochen wird. Unsere Lesebücher berichten zwar von Hinz und Kunz, daß sie über Land gingen, aber nichts vom „fahrenden" Gesellen, der sich die Welt besehen will und dabei nicht nach der Großväter Art seine Füße wundläuft, sondern die Dampfkarrvsse besteigt. „Wie es im Bahnhofe aussieht, wie man sich dort zu benehmen hat, wovor zu warnen ist (Geldwechseln, Taschendiebe), was auf eine Reise mit* zunehmen wäre, welche Dinge jeder Fahrgast wissen soll, wie er sich bei einem Eiscnbahn-unsalle zu schützen hat usw.: solche Kapitel sollen unsere Lesebücher durchziehen — und alsbald wäre das Reisefieber gebannt. Freund Sekora hatte sich für die Wanderfahrt trefflich präpariert. Eine Kartenskizze, in der unsere Raststationen rot eingestrichen waren, zeigte den Umfang des zu bereisenden Gebietes. Bei jedem Orte erschien das Sehenswerte, worauf das Reisehandbuch verwies, kurz vermerkt. Sv sollte also die selbstangefcrtigte Karte unsere Führerin werden. Als Zentralstelle wurde Erfurt bestimmt. Während wir gegen St. Beit an der Glan brausten, zog der Geist seine Radien heute hierhin, morgen dorthin von der Blumenstadt aus. — Die neue Bahnstelle brachte uns eine Familie ins Abteil: ein frisches Frauchen, einen welken Gemahl, einen hüpfenden Jungen. Der Vater, ein in Galizien stationierter Offizier, hatte den Einzigen vom Gymnasium geholt und reiste nun freudestrahlend in die Garnison zurück. Wir mußten natürlich in das Zeugnis Einblick nehmen, mußten das schwere Studium, das Talent des Knaben und so manches anerkennen, was man weiter nicht erst tariert. Die Redseligkeit unseres Fahrtgenossen gefiel uns nicht sosehr, wohl aber seine gesunde Pädagogik. Er war in dem weltentlegenen Svldatenncste der Lehrer des Knaben gewesen, da es sich darum handelte, den Stoff der Volksschule daheim zu bewältigen, da in dem Orte eine deutsche Schule nicht bestand. — „Das Lesen ging leicht und schnell. Ich zeigte auf den fettgedruckten Buchstaben und sagte ganz einfach: Der heißt i, der u, der n, der m. Sieh zu, daß du sie nicht verwechselst! Beachte, der hat ein Käppi auf, der schwingt einen Säbel, u, da wird es einem bange! — sein Nachbar ist nicht sv furchtbar; der letzte kriegt noch einen Schattenstrich und heißt nun „in". So wurde geübt, verknüpft und das Lesen schritt fort. — Mit dem Schreiben gab es nicht viel Beschwer. Ich führte eine zeitlang dem Jungen die Hand; bald ließ er es jedoch nicht mehr geschehen; er schrieb und schrieb ohne Unterlaß. — Das Rechnen betrieb ich an den Fingern und später mit Strichlein, die ich am Türpfosten angebracht hatte. Täglich wurde in den wichtigsten Operationen exerziert, bis mein Schüler alle Sätzchen Schlag auf Schlag sagen konnte. — Die Naturgeschichte, Erdkunde und Geschichte: sie alle begleiteten uns auf den Spaziergängen. So trieben wir's drei Jahre. Mittlerweile war mein Filius ins Aufnahmsaltcr vorgerückt; ich wollte ihn vor dem siebenten Jahre nicht ins Joch stecken, denn meiner Ansicht nach bringt allzufrühes Lernen wenig Gewinn. Und da ich mich nur mit dem einen Schüler zu befassen hatte und allem unnötigen Schnickschnack aus dem Wege ging, konnte ich in drei Jahren fertig werden. Wir waren gesattelt; die Aufnahmsprüfung für das Gymnasium konnte kommen. Doch, o weh, ein Freund gab unserer Zuversicht plötzlich einen Stoß. Er bedeutete, wenn der Knabe in den Satzanalysen nicht fix sei, sv erscheine der Erfolg in Frage gestellt. Rasch ließ ich mir ein bekanntes Drillbüchlein kommen. Mit Verzweiflung warfen wir uns über dasselbe; es wurde verschlungen — mein Sohn war gerettet: er wurde mit Bravour approbiert und als Studiosus inskribiert. Nun hat er das erste Jahr abgeschlossen u. zw. mit ausgezeichnetem Erfolge. So war meine Knust denn doch nicht schlecht; ein hübsches Kapital hatte sie dem kleinen Lateiner in die Tasche gesteckt. Er hätte ohne dasselbe sicherlich nicht sein Auskommen finden können." — Der Mann mag nicht unrecht gehabt haben. Was er für sich in Anspruch nahm, kann die Volksschule im allgemeinen zu ihrem Eigentum schlagen. Es stünde schlecht um unsere Mittelschulen, reichte der Wissensvvrrat, den wir den Studiosen mitgeben, nicht zum mindesten bis über die ersten zwei Klaffen hinaus. Mit der Methode ist es in der Prima und Sekunda schlecht bestellt. Zumeist überantwortet man die untern Klassen Anfängern im Lehramte, jungen Herren, die schnurstracks von der Hochschule kommen und sich, was naheliegt, zunächst als Dozenten ,fühlen'. Ausgeben und Prüfen: das sind die beiden Augen der Mittelschulmethodik. Gäbe cs an der Universität ein Übnngsgymnasium oder ließe man die Ausgemusterteu von oben beginnen, wie es bei der Volksschule manchenorts der Fall ist, es stünde besser um die Erfolge und die Arbeitsfreude. Weil aber der ältere Professor meint, eine höhere Klasse kennzeichne das höhere Wissen, so mag er von den untern Klassen nichts hören. Er tradiert auf den vbern Stufen. Gar oft verläßt ihn hiebei das Gedächtnis; der Vokabelschatz zerfällt, die neuen Strömungen stauen sich; das junge Geschlecht schreitet auf ausgetretenen Wegen, statt den neuen Kurs zu nehmen und sich neue Fährten zu bahnen. Und der junge Gelehrte in der Prima?1 Ach, ihm will das Abc im Latein gar nicht gefallenI Er möchte so gerne mit vollen Händen von alledem um sich streuen, was ihn beschwert; er will Persönlichkeiten bilden, sein Wesen jenen ausprägen, die in wenig Monden in das Leben wallen, aus dem er vor kurzem kam; er will warnen, anfeuern, er will die moderne Kultur, das Weben und Streben von heute in die jungen Menschen legen — und kann es nicht tun, weil ihn die vererbte Regel von dem Materiale trennt, nach dem sein Sehnen geht. Würde der ältere Kollege es offen einbekennen, er müßte zu sich also sprechen: „Geh mit deiner Erfahrung zu den Kleinen, die dir die Volksschule schickt! Hier kannst du die Methode, die du an den eigenen Kindern erprobt hast, da es galt, daheim nachzuhelfen, verwerten. Manch Mutterherz wird vor Leid bewahrt sein, mancher Vater es dir danken; denn als Präzeptor der Familie hast du dich mit Geduld gewappnet, hast die Mühsale der ersten Jahre Mittelschnlstudiums erkannt und wirft nun alles daransetzen, den Kummer, der dich nur leise streifte, den hundert und hundert Eltern zu ersparen." — Dort, wo die größten Schwierigkeiten zu bewältigen sind, soll der Meister stehen, ans jener Stufe, die von einer Anstalt zu der ändern führt.' Unter solchen Betrachtungen waren wir tief in die Berge geraten. Der Ossizicr breitete eine Karte aus und begann mit seinem Jungen ein Examen. Was da hcrausgefundcn wurde! Der Prüfling wußte über alles Bescheid. Er gab die Wasserscheide an, verfolgte im Geiste das Flüßchen, den Fluß, den Strom und segelte ins Meer hinaus; er bezeichnete die Berg-spitzen, die an uns vorüberzogen, er malte die Landschaft, die im nächsten Augenblicke kam, er vermerkte Steigung und Gefälle, ja der drollige Primaner wußte sogar über Fauna und Mineralien anticipando Auskunft zu geben. Man merkte es, zu welcher Branche der Vater gehörte; er war der Mappierung zugeteilt. Das rechtfertigte den Erfolg, entschuldigt aber, auf das Allgemeine übertragen, keineswegs das mangelhafte Kartenverständnis der breiten Masse des Volkes. Warum sollte nicht jeder, der die Volksschule verläßt, aus der Landkarte das Land im Geiste konstruieren und sich Schluß auf Schluß bilden können? Was bei dem elfjährigen Sohne unseres Hauptmannes möglich war, sollte doch bei den vierzehnjährigen Absolventen der Volksschule nicht ausgeschlossen erscheinen. Zög' man oft über Land mit der Karte in der Hand, es wär' was Leichtes, Bild und Wirklichkeit zu vereinen. Selzthal war im Rücken. Vor uns lag das reizende Gebiet der Phyrnbahn, vergoldet vom Glanz der untergehenden Sonne. Der ganze Zauber unserer schönen Alpenwelt zog an unserem Auge vorüber. Vor uns schwamm im duftigen Hauche die Glut der Firne; graue Zinken stachen aus dem roten Schein und der Abendncbel schlich in schimmernden Farben dahin. Es war .ein Bild, das zeitlebens in der Seele bleibt. Brauchte es da noch viel Phantasie, um hinter diesem Vorgänge das Märchenland pädagogischer Träume zu sehen? — Der Anblick hatte uns gebannt. Da uns der lebhafte Reisegenoß, der Sohn des Offiziers, mit seinen Fragen in der stillen Betrachtung störte, begaben wir uns in das Nebenabteil. Dort konnten wir nach Herzenslust in dem seltenen Naturgenusse schwelgen. — „Die Herren fahren Sie wohl den erstenmal in diese Gegend?" Aha, ein Mann aus dem Lande der Wenzelskrone! „Scheene Gegend, nit wahr, scheene Gegend! Und wenn die Sunn drauf scheint, ist noch schmier. Aber nix dagegen, wenn scheint sie die Sunn auf goldene Prag. Da glänzte noch viel anders, da glänzte wie im Himmel." Der gesprächige Nachbar kam uns nicht ungelegen, wollten wir doch Erkundigungen nach Quartier, Kost und besonders Sehenswertem der böhmischen Hauptstadt einziehen. Mit größter Bereitwilligkeit wurde alles erklärt. Besondere Erfahrung zeigte unsere Auskunftei im Essen und Trinken; schier ein Dutzend Gastwirtschaften wurden vermerkt. Hätten mir sie alle ablanfen wollen, wir wären in Prag geblieben. „Seh'n Sie, bei Mngctifmgc gibt es sich keine Nationalität. Ob essme bei Böhme, ob bei Deutsche, wenn isse nur gut, so fragte ma nix weiter. Mir isse auch noch »ix ein Deutsche im Magen gelegen; ich Hab' sie alle gern, wenn's auch die Zeitungen tun schimpfen. Wissen's 1 In Österreich die erste Klasse. D. Sch. die Zeitungen machen sie ein Geschäft mit politischer Hetz'; die Leute möchten sie sich alle gut vertragen, wenn die Zeitungsschreiber nix immer möchten zanken." — Wir nickten dem Redner zu, denn so unrecht hatte er ja nicht, wiewohl sein Problem ein unerreichbares Ideal bleiben muß, weil ein Keil den ändern schiebt und nun einmal die Politik sozusagen zur Lebensfrage der Völker geworden ist. Im Eisenbahnabteil läßt sich leicht ein gemeinsames Thema und die dazu gehörige Harmonie finden; aber im Leben draußen pfeift es und geigt es schrill durcheinander und kein Kapellmeister vermag Ordnung zu schaffen. Es war Nacht geworden. Müde, abgespannt saßen wir wieder in unserer Klause. Der blonde Junge war eingeschlafcn, ein einträchtiges Schnarchen ging durch den Raum; alle Insassen nahmen teil daran. Auch uns befiel die Melodie. Allein wir hielten uns aufrecht, war doch Linz, unsere Nachtstatiou, in der Nähe. Wir zogen die Landkarte hervor und begannen zu lesen, wie cs der Primaner vor vier Stunden getan. Linz — Prag! Keine besondere Landschaftsszenerie. Wie wäre es. wenn wir die Strecke im Schlafe durchjagten? Gedacht, beschlossen: „Wir bleiben in Linz bloß zwei Stunden; früh morgens sind wir in Prag. Dadurch gewinnen wir Zeit zur Besichtigung. Wie, wenn wir aber zum Schläfchen im Eisenbahnabteil nicht Platz finden? Sollten wir dann gerädert und zerschlagen den Hradschin besteigen, müde durch die Straßen pendeln und apathisch in Leipa ankommen, wo geistige Quellen sprudeln? Ei, dem Schaffner ein gut' Wörtlein gegeben, hinterdrein einen Silberling — und das „Schlafkoupee dritter Klasse" ist „reserviert". -------------- „Sie, Herr Schaffner, wie wär's mit einem Schläfchen bis Prag?" „„Unmöglich, meine Herren! Der Zudrang ist zu groß. Ich kann nichts zusagen."" „Wenn Sie wollen, wird es gehen; Sic können da mehr machen als der Eisenbahnminister." Das schien unserem Protektor gefallen zu haben, denn er ließ uns ein Abteil belegen, sperrte ab und verschwand mit dem vielsagenden Zuruse: „Auf Wiedersehen in zwei Stunden!" Nun waren wir also in Linz, dort, wo vor Monatsfrist die große Lehrerversammlung stnttgefunden hatte. „Da ist er ja, der Volksgartensaal, in dem uns die Mädchen der Stadt mit Blumen bewarfen, in dem feurige Reden entflammten und feurige Weine getrunken wurden. Könnten wir heute nur ein Gläschen erhaschen, es brächte neues Leben in die ermatteten Glieder!" — „„Dort kündet ja eine Tafel Weine'bester Sorte. Also frischgemut in die Wirtschaft!"" „Bei uns kriegn's kan echt'n Tropfen!" Ein aufrichtiger Kellner. Wir belohnten seine Offenheit fürstlich und ließen uns nebenan nieder. Hier ward uns Labung bester Güte. Nun gab es wieder Kraft zur Weiterreise. Als wir im Bahnhöfe anlangten, wartete schon der Schaffner hvcherhobenen Hauptes. Er hatte mehr getan, als er versprach. In ein funkelnagelneues Kästchen schloß er uns ein, der Mann, der mehr vermag als Se. Exzellenz, und fort ging es mit Klappern und Rasseln, mit Sausen und Brausen in die Nacht hinaus, ins Böhmerland auf den Fittichen eines beglückenden Traumes.... Als der Blick in den ersten Morgenstunden durchs Fenster fiel, war cs kalt, unbarmherzig kalt. Ein dichter Nebel lag über der Landschaft. Auch Prag hielt er umfangen. Die Straßen waren wie ausgestorben; nur ein paar Funktionäre der öffentlichen Fegeknnst verrieten eine menschliche Ansiedlung. Im kalten Kaffeehause gab es kalten Tee und eine kalte Bedienung. Wir suchten daher die Lebensgeister durch einen Spazicrgang im Schnellschrittempv wachzurufen. Dabei führte uns das Glück einen lieben Kollegen, Herrn Lehrer Malley, entgegen. Er ward unser Cicerone, ein geistvoller Führer durch all die Denkwürdigkeiten und Schätze der Moldaustadt. Wäre unsere Zeit nicht streng abgegrenzt gewesen, ivir hätten für Prag sicherlich zwei Tage angesetzt. So mußten wir aber in später Nachmittagsstunde weiter, um noch am selben Tage Leipa zu erreichen. Dort war für den 26. August eine Lehrer-Versammlung angesagt worden. Die Südheimfrage sollte durch sie in ein neues Stadium kommen, ein anderes Problem besprochen und so manches erörtert werden, was von Wichtigkeit war. Da gab es kein Zaudern. Als der Sonnenglanz über die Spitzen des Hradschin hinabzog und auf tausend spiegelnden Flächen hüpfte, fuhren wir hinaus ins Land, hinauf zu den Brüdern im Norden, vom tiefen Süden kommend, — ans End der Monarchie. HeruuSfleber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf S. Peerz. — Druck von Josef Pavlicek in Gottfchee. diese Veranstaltung durch den Ankauf von Losen fördern; ist es ja keine politische Angelegenheit, welche diesmal die Lehrerschaft an die Mitwelt herantreten läßt, sondern eine rein humanitäre Sache. Liebwerte Angehörige des österreichischen Lehrstandes! Bietet dem Glücke nun selbst die Hand, — vielleicht erschließt es seinen Born dem einen, dem ändern — gebet im kleinen und sammelt in Menge für jene unseres Standes, die der Not fast erliegen 1 — Die Leitung des Lehrerhausvereines in Wien, 8/1, Josefsgasse 12. 191.) Goethe. Der Mann und das Werk von Eduard Engel. Ein Großoktavband von 40 Vs Bogen mit einer Titelbildgravüre (Goethe von May), 32 Bildnissen, 8 Abbildungen und 12 Handschriften. (Concordia Deutsche Verlagsanstalt, G. m. b. H. in Berlin W. 30). Geheftet M. 8 50, geb. in Leinen M. 10'—, geb. in Halbfranz M. 12. Engels neues Buch „Goethe, der Mann und das Werk“ ist kein beliebiger Beitrag zu der unabsehbaren Goethe-Literatur, sondern ein Standardwerk ersten Ranges und zweifellos dazu berufen, einen vollständigen Umschwung in der Auffassung von Goethes Leben und Werken einzuleiten. Die stets wachsende Goethe-Gemeinde verlangt endlich nach einer Goethe-Biographie, in der Goethe selbst zum Leser spricht, d. h. nicht nur ein aus den Urkunden geschöpftes Werk, sondern die unmittelbare Bekanntschaft des Dichters aus den Briefen, Gesprächen, Tagebüchern usw., also die Möglichkeit für den Leser, sein Wissen von Goethe aus erster Hand zu gewinnen. Engels Goethe gibt uns endlich einmal ein wahrhaftiges Bild des gewaltigen Menschen, nicht das seinen aufrichtigsten Verehrern ebenso unfaßbare wie zuwidere Götzenbild eines fleckenlosen Buddah. Alle wichtigsten Lebensabschnitte und menschlichen Beziehungen Goethes erscheinen in Engels auf die Urkunden gegründeten Schilderung in durchaus neuem Licht, und es ist ein herr- JL "T L. & C. Hardtrnuth’s L. & C. Hardtrnuth’s Koh-i-noor Pastellstifte L. & C. Hardtrnuth’s unä Zeichenstifte ... . . ,, L. & C. Hardtrnuth.’s RfCKlCII Schulstifte ^ 12-2 JL 1 L. & C. HARDTMUTH « Österreich. Cebrer« . *■ und Lehrerinnen « benützen zur Ablegung der Lehr-befähigungsprü- fflng die weltbe- kannten Unter-thode Rustin: gungsprüfg. an und Reifeprüfg. Lehrerinnenbil sowie die Lehr-englische und Glänzende Er-Prospekte über Anerkennungsund franko. An- bereitwilligst. richtsbriefe, Me-Lehrbefähl-Bürgerschulen an Lehrer- und dungsanstalt., befähig, für die franz. Sprache, folge. Besondere jedes Werk und schreiben gratis Sichtssendungen Schallehn & Wollbriick Wien XIV/2. Beizende Bonität! Originell! * tiroler Liederbuch für -ie deutschen Volksschulen herausgegebcn von Aofef Sieger, k. k. Bezirksschulinspeklor Vrris (>0 h, franko gegen Kinfcndnng non 70 h. Ungefähr 50 Wieder. Von hervorragenden Schulmännern, begut achtet und vom Landesschulrate bestens empfohlen. Taschenformat 8°. Künstlerisches Titelblatt, Verlag von ------------- Ioßnnn Kroß S. A. Weiß in Innsbruck. 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Preis 1 K, Porto 10 h; gebunden 1 K 50 h. — Die neue Auflage dürfte Anfang Mai ausgegeben werden. — Auf viele Anfragen: Wie bereits mitgeteilt wurde, konnten die in Folge 72 angekündigten Mappen und Einbanddecken nur zum Teile abgelassen werden, weil die Post Einwände erhob. Nunmehr ist von der Postdirektion die diesbezügliche Bewilligung eingelangt. Wir werden daher mit einer der nächsten Folgen dem vielfach geäußerten Wunsche entsprechen und die erwähnte Sendung nachtragen. — Obi. F. V. in V.: Über die bei uns zum Verkaufe lagernden Bücher werden wir ein Verzeichnis veröffentlichen. — 1.) Wir liefern zu bedeutend ermäßigten Preisen Bücher verschiedenster Art in tadellosem Zustande, a) Für die Btirgerschullehrerprüfung, — b) für die Lehrbefähigungsprüfung ohne Mini-sterialdispens, — c) mit Ministerialdispens, — d) neuere pädagogische Werke, — e) allgemein Wissenswertes, — f) Unterhaltendes. (Voreinsendung von mindestens 5 K.) Für die Abnehmer wird der Betrag in Rechnung gestellt. 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Professoren, die Musiker sind, haben die Instrumente sogleich probiert und sind voller Lob über die vorzügliche Ausführung und den leichten schönen Ton jedes einzelnen Stückes etc. Joh. Foltin, Leiter. 4—2 Achtungsvoll: Z. F., Kommandant der Feuerwehr. Es ist mir Ehrensache, streng reell und gut zu bedienen! 2.75 Feinste Künstler- Ol- und Wasserfarben. Schul - Aquarellfarben in Tuben, Näpfchen ». Stiicfcheri. Knopf - Aquarellfarben. Reform - Schulfarben. £u kas - Teinparafarben. Tusche. Anlere neue Preisliste für Schul-zwcckc u. Labellen mit Mischungen der feinsten Wasterfaröen stehen den /»errett Zeichenlehrern kostenlos zur Verfügung. Sämtliche Mal- und Zeichenutenfilien. @*a&a v' fr. Stbotnftld / €*• Malerfarben- und Iftalfucbfabrik in Düsseldorf methodische Schriften von Rud. €. Peerz. (Bezug durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ 1. 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. 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Talaufwärts von Schule zu Schule. (Eine lustige und lehrreiche Schulwanderung.) — 3. Auflage. Reich illustriert, mit der Ergänzung „Talabwärts von Schule zu Schule“ (Die Wanderung nach 7 Jahren) versehen. — Elegant gebunden 3 K, geheftet 2 K. 9. ,Blätter für den Abteilungsunterricht1. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) 1., 2., 3. Jahrgang (1904, 1905, 1906) als Buch in 3. Auflage b) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Aufl. erschienen (geheftet) 3 „ in Laibach.) erschienen (geheftet) elegant gebunden . 4 K 5 „ c) 5. d) 6. elegant geounuen . . . . (1908), in Heften zu haben (1909 ).......................