MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Verlag und Sehr.ftleilung Marburg c. d. Dran, Badgatte Nr. 9. Famnifi Ni. IS-«?. M-M. i5-6fl. Ab 18 Uhi Bnchelnt werktäglich «Ii Morgmiaituna. Reniqupreii (Im »oraut xahlban monatlich BM im (taglich auflar Samstag) üt die Schrtftlellung nur aui Femruf Nr. 28-87 arrelcbbu. Unverlangte Zuirbrillen werden l».« Rp« PoitwUunjigebOhr, bei Llefemng Im Stialfband luzligllch Porloi b«l Abholen dir nicht rückgeiandt Bei t&mtllchen Anfragen lit da. ROcIcporto beliutegea Poittcherkkonto Wien Nr. 54.6M. RM 2.-. Altr.lcl durch Poit noiiatllch RM I.IO •l"chl 19 fl RpfTo. Geichäfltalellen 'n Cllll Marktplati Nr. 12, Fernruf N, 7. und in Pettaa. Ungartorga... Nr 3. Pemnif Nr. 89, ^ gebühr. Iln.elnumnem werden nur geg» Vo^ln^iid'ng di. Ein.elpr."^ Nr. 34 — 84, Jahrgang_Marbarg-Drau, Donnwitag, 3. Fcbniar 1944 Einzelpreis 10 Rp! Churchill sieht schwarz Er bereitet vor: »Die Regierungslast war nie schwerer als fetzt* dnb Stockholm, 2. Februar Winston Churchill schrieb einen Brief. Gerichtet ist er an den Kandidaten der Regierungspartei bei einer bevorstehenden Nachwahl zum Unterhaus. Dieser Brief des britischen Premierministers ist veröffentlicht worden, um die gesamte englische Öffentlichkeit mit dem Gedan-kcrr vertraut zu machen, daß England noch sehr schwere Stunden bevorstehen. »Die Lasten, die auf der Regierung ruhen«, so heißt es in dem'Briefe Churchills, »sind niemals schwerer gewesen.« Der britische Premierminister verweist auf die großen Schlachten, die zur Zeit ausqefochten werden, betont aber gleichzeitig, daß England »noch viel größere Schlachten, die das ganze Leben Englands in Mitleidenschaft ziehen, bevorstehen.« Auch die englische Presse lichtet Immer wieder Warnungen an die Öffentlichkeit und mahnt sie, nicht in der Nervenanspannung nachzulassen. Es lägen, so schreibt z. B. die Zeitung »Sun-day Times«, gewaltige Riftiken vor dem britischen Volk und seinen Verbündeten. So sei keineswegs der Krieg der U-Boote gewonnen, und ebenso wenig lasse »ich mit Gewißheit sagen, daß die Deutschen nicht wieder mit großen Luftgeschwn-dorn die britischen Städte in Schutt und Asche legen würden. Dos eigene Gebiet der Achsenmächte in Europa läge noch weit hinler den Frontlinien, während sich Deutschland und seine Verbündeten nach wie vor auf ihre riesigen und furchtbaren Armeen stützen könnten. Dfis englische Sonntagsblatt kritisiert sehr scharf die An7eirhen einer Erschlaffung der Kriegsanstrengung in Eiicfland. die ihren Ausdruck i^i Schwänzen der ArbeiKstunden und in Streiks fände, und es weist voller Sorge darauf hin, daß durch die Streikbe-wegunq in der englischen Kohlenindustrie viele tausend Tonnen lug für Tag Englands Kriegswirtschaft verlorengehe. Die Zeitung »Daily Sketch-* über-srhreibt einen Leitartikel »Realismus und Selbstzufriedenheit# und begrüßt darin die warnenden Worte, die der «lellvertretende Premierminister Attlee kürr.lich in einer Rede in Sunderland ausgesprochea habe, wo er die britische Öffentlichkeit vor einem »unvernünftigen Optimismus« warnen lu müssen meinte. Das Blatt spielt auf die geplante Landung der Anglo-Amerikaner auf dem europäischen Festland an und betont, sehr nachdrücklich und sorgenvoll, daß eine solche Operation wohl die schwierigste sei, der sich jemals Armeen in der Geschichte gegenüberbefanden. ♦ O Churchill wird wissen, warum er den Engländern den Ernst der Lage so eindringlich schildert. Er warnt sie vor einer rosigen Betrachtungsweise und vor unberechtigten Hoffnungen, wie sie die vermeintlichen Erfolge der Sowjets bei Engländern erwecken konnten, die die Kriegslage nur »kurifristlg« beurteilen. Die gelegentliche Zurücknahme von Verteidigungslinien an der Ostfront hat mit den Ereignissen von wirklich kriegs-entsoheidender Bedeutung nichts zu tun, für die die deutsche Führung sich an anderen Fronten wappnon mußte und gewappnet hat. Der Panzerschild nach Westen Generaloberst Jodl besichtigte Befestigungsanlagen am Kanal Von Kriegsberichter Dr. W, Stöber PK Bei der Kriegsmarine Kaum für den Eingeweihten in ihrer ganzen inneren Dramutik faßbar, bilden s^h die großen Kraftzusammenballun-gen der Geschichte. Sie treten erst aus dem Verborgenen heraus, wenn die Waffen aufeinanderprallen und melden sich dann auf Leben und Tod. Aber das Vorhandensein der zur Entscheidung drängenden Spannungen diesseits und jenseits des Kanals spüren wir schon heute. Wir wissen, daß drüben eine Invasionsarmee bereitsteht, die mit den modernsten technischen Mitteln ausgerüstet ist, Europa zu stürmen Ihre Oberbefehlshaber haben den Angriff auf verschiedene Punkte der europäischen Westküste vorausgesagt. Sie können nicht anders, sie müssen ihr Wort einläsen, auch wenn sie vor der Tat ein Grauen packt. Denn wir haben von drüben auch die Stimmen der Ernüchterung gehört, die warnend von einem „Massenmord" sprachen. Nach einem Wort von Feldmarschall Rommel befindet sich die Westküste Europas heute im Zustand völliger Bereitschaft. Der Feind kann uns in keinem Augenblick überraschen Der Besuch des Chefs des Wehrmachtführungsstabes, Generaloberst Jodl, an wichtigen Abschnitten des Kanals hat diese Abwehrbereitschaft erneut unterstrichen. Das Jagdgeschwader Schlageter Es meldet den 2000. Luftsieg dnb Berlin, 2. Februar Das seil 1940 gegen England einge-sp.tzle Jagdgeschwader ,pSchlageter" unter Führung seines Kommodore, des Eichenlaubträgers Oberstleutnant Friller, meldete felTt — wie vor kurrem schon das Jagdgeschwader „Richthofen" — seinen 2(100. Luftsieg. Der frühere Kommodore des Jagdgeschwaders „Schlageter", der jetzige Generalmajor Galland, erhielt in seinen Reihen als zweiter Soldat der deutseben Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Außerdem gingen vier Eichenlaub-träger und 17 Ritterkreuzträger aus dem Geschwader hervor. Unter den 2fK)0 abgeschossenen feindlichen Flugzeugen be- finden sich zahlreiche schwere viermotorige und eine weitere Zahl zweimotoriger Bomber. Nach Japan verfrachtete Pagode tc Tokio, 2. Februar Die Batataun-Pagode, eine der drei größten Pagoden Ranguns, die in letzter Zeit häufig von feindlichen Flugzeugen Tief gegliedert bis weit ins Hinterland hinein ist die Verteidigungszone wie ein eiserner Gürtel gelegt, Alle drei Wehrmachtteile sind in gleicher Welse hervorragend daran beteiligt, daß hier der Panzerschild Europas nach Westen hin geschmiedet werden konnte. Unsere Sicherungsverbände auf See sind die Vorhut, sie operieren im Voifeld und sind die ständigen Fühlungshalter mit dem Feind. Auf dem Gefechtsstand des Seekommandanten erhält der Generaloberst Bericht über die Befestigungsanlagen im Bereich der Kriegsmarine, die nicht nur draußen auf See, sondern auch längs der Küste den Schutz übernommen und ein Bollwerk errichtet hat, dus jidem feindlichen Ansturm gew*d)s«n ist. Durch den tiefen Schlamm des vom Regen aufgeweichten Bodens geht dann der Generaloberst zu den Verteidigungsständen einer Batterie der Marineartillerie. Auf den einzelnen Stationen prüft er eingehend den Wirkungsbereich der Waffen. Dicht an -der stell herabtallBnden Kflste verweilt er bei einem Geschütz etwas länger. Hier Ist ein Vorsprung, als stemme slrh der Berg gegen die hernn-rollenden Wasser. Aber der Berg tönt lauter als die stürmischen Wellen dort unten. Klirrend und rasselnd knirschen die Maschinen, hämmernd dröhnt Ih;-Räderwerk hinter den mächtigen Bunkern. Es ist kein Stillstand und kein Genügen, der Berg wächst ununterbrochen weiter in seiner Kraft. Drohend und jederzeit feuerbereit ragen die schweren Geschützrohre auf. Schon weit auf See liegt der Feind in unserem wirkungsvollen Feuerbereich, An den Laufgräben vorbei, dem Stacheldraht und den einzelnen Verteidigungsnestern entlang, geht die Besichtigungsfahrt das Generaloberst weiter bis zum Hafen. Ein vielmaschiges Netz der Abwehr ist entwickelt, das keine Lücke offen läßt. Leichte und schwere Batterien wechseln nb mit panzerbrechenden Waffen. Mächtige Bunker sorgen für den Schutz der leichten Seestreitkräfte. beschädigt wurde, wird zur Zelt von Prieslern auseinandergenommen, um mit '■ haben uns nicht an der West- Hilfe der Behörden nach Japan verschifft eingeiuauert, um nur Schulz ge- werden, wo dieser budtlhisllsche • 'i;" f,'"™ ™ I alle diese Befestigungsanlagen sind dazu bestimmt, eine offensive Verteidigung zu werden, wo Tempel als Zeichen japanisch-burmanischer Einigkeit wieder autgebaut werden soll. zu ermöglichen. Die eiserne Fa»isJ wird zuschlagen, wenn der Feind kommL Der deutsche Wchrmachthericht Schwere Verluste der angreifenden Sowjets Panzerverbände im Gegenstoß bei Kirowograd — Heftige Kämpfe bei Nettuno dnb Führerhauptquartier, 2. Februar Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südwestlich Dnjcpropeliowsk setzten die Sowjets ihre verlustreichen Angriffe fort und erzielten nach orbilterten Kamp, fen einen örtlichen Einbruch in unsere Stellungen. Im Kdutptraum zwischen Kirowograd und Belajd Zerkow bliel) dem Gegner trotz seiner zahlreichen Anifrifle jeder Erfolg versagt. Deutsche Panzerverbände brachen im Gegenangriff in den Feind ein imd fügten ihm hoho Verluste an Menschen und Material zu Im Raum südwestlich und westlich No-wograd-Wolynsk gehen die Kämpfe mit dem nach Westen vordringenden Feind unter Abwehr zahlreicher leindlicher Angriffe weiter. Zwischen Pripjet und Be-resina lebte die Kampftätigkeit wieder auf und führte zur erfolgreichen Abwehr zahlreicher Angriffe und Vorstöße des Gogners. Nördlich Newel griffen die Sowjets auch gestern, von zahlreichen Schlacht-fliugeru unterstützt, unsere Stellungen an. Sie wurden unter hohen Verlusten abgewehrt und verloren eine Anzahl Panzer. Zwischen Ilmen-See und Finnischem Meerbusen hielt der starke feind-liehe Druck in südlicher und westlicher Richtung an In den großen Sumpfgebieten westlich Nowgorod, an der E'sen bahn Leningrad—Pleskau utkd im Raum von Jamburg kam es zu schweren Kämpfen Der Ort Jamburg wurde nach hartem Kampf aufgegeben In Süditalien setzte der Feind seine starken, von Panzern unterstützten An-grilfe zui Erweiterung de« Brückenkopfes von Nettuno gegen die Nordfront im Abschnitt Aprilla—Cisterna fort. Während ihm an einer Stelle ein tiefer Einbruch gelang, wurden alle Angriffe an der übrigen Front nach Abschuß einer Anzahl feindlicher Panzer blutig abge-wie.sen Eigene Gegenangriffe zur Beseitigung der Einbruchsstelle sind In günstigem Fortschreiten. An der Südfront führte der Feind auch gestern im Abschnitt westlich San Ella während des ganzen Tages von starker Artillerie und Panzern unterstützte Annriffe. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit konnte er un- ter hohen Verlusten nur geringen Geländegewinn erzielen. Unsere T/uppen nahmen im Gegenangriff mehrere Höhenstellungen wieder. Bei einem erneuten, von Panzern unterstützten Vorstoß südlich der adriatischen Kflste hatte der Feind besonders hohe Verluste. Deutsche Toi-pedoflugzeuge griffen am Abend des 1. Februar vor der nordafri-kanischen Küste ein feindliches Nachschubgelelt erfolgreich an. Ein Kreuzer und sieben Handelsschiffe mit 52 000 brt wurden getroffen und zum Teil schwer beschädigt, zwei britische Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen. Einige britische Flugzeuge warten in der vergangenen Nacht Bomben in Berlin und Westdeutschland und im südlichen Reichsgebiet. Drei feindliche Flugzeuge wurden vernichtet. ♦ Die deutschen Angriffe auf London Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt: Die Hrlteil versuchen, die Wirkung der deutschen Luftangriffe auf London in der Nacht vom 21 ./22 Januar und vom 29./'^O Januar 1944 durch bewußt falsche Angaben über die Zahl der angreifenden deutschen Flugzeuge und die entstandenen Schaden zu verkleinern Demgegenüber wird festgestellt: Elnge-felzt waren über neunhundert Flugzeuge, von denen 750 Flugzeuge London mit insgesamt weit über eintausend Tonnen Spreng- und Brandbomben angriffen. Die restlichen Flugzeuge führten Ablenkungsangriffe über Südostengland durch Von allen Angriffen werden ."*4 Flugzeuge vermißt. Nach Meldungen der Besatzungen sind bei beiden Angriffen im Stadlgebiet von London grofJe Brände und Zerstörungen im Tiefflug beobachtet worden. Verhalten bei Fliegeralarm Auch bei den letzten Alarmen mußte wieder die Beobachtung gemacht werden, daß es noch immer Leute gibt, die meinen, daß es ein Zeichen von Mut und Kaltblütigkeit ist, wenn sie sich im Alarmfall außerhalb der Luftschutzräume aufhalten oder sie mit betonter Langsamkeit aufsuchen. Ich stelle fest, daß ein solches Verhalten ebenso lächerlich wie verantwortungslos ist. Mit allem Emst weise ich darauf hin, daß es nicht Privatangelegenheit des einzelnen, sondern unbedingte Pflicht aller Volksgenossen ist, die außerhalb der Luftschutzräume nichts zu suchen haben, so schnell als möglich sich in Sicherheit zu bringen. Mut und Unerschrockenheit beweist ein Volksgenosse nicht dadurch, daß er leichtfertig sein Leben aufs Spiel setzt, sondern dadurch, daß er im Falle eines erfolgten Angriffs mutig an die Brand- und Schadenbekämpfung herangeht. Mein« Gesamtverantwortung zwingt mich, disziplinloses Verhalten schwerstens bestrafen zu lassen. GAULEITER ÜIBERREITHER Relchsverteidigimgskommissar Unermüdliche Seeleute Die deutsche Handelsflotte im Kriege Von Erich Glodschy Die Öffentlichkeit hört während des Kriege« aus naheliegenden Gründen (Feind hört miti) nur wenig von der Tätigkeit dei deutschen Handelsflotte. Am meisten bekannt sind die Leistungen der Seeleute der Handelsschiffahrt bei ihren Kameraden von der Kriegsmarine, mit denen sie täglich Seite an Seite zur See fahren und die Angriffe feindlicher Kriegsschiffe und Flugzeuge durchstehen. Um so mehr wiegt die Anerkennung, die der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dönitz, kürilich auf der Slettiner Seeschiffahrlstagimg der' Au»» landsorganisation der NSDAP, ausgesprochen hat, als er den »unermüdlichen Einsatz« der Seeleute der Handelsmarine ganz besonders würdigte. Blockadebrecher Wenn einmal die Geschichte der »Blockadebrecher« geschrieben werden kann, dann wird offenbar werden, in welch hohem Maße die Kriegsleistungen der deutschen Handelsschiffahrt während dieses schweren Ringens gegen die größten Seemächte auf die Ozeane hinausgegriffen haben. Vor vier Jahren war die Rückkehr der »Bremen« dafür ein leuchtendes Beispiel. Aber sie bildete keinen Einzelfall, denn ebenso wie die »Bremen« konnten auch die großen Fahrgastschiffe »Hamburg«, »New York« und »St. Louis«, die sich Ende August 19.19 zur gleichen Zelt In Neuyork befunden hatten, glücklich in die Heimat durchbrechen. Die gleiche Leistung vollbrachten zahlreiche unscheinbare Frachter und Tanker, nicht nur in den ersten Kriegsmonaten sondern auch sehr viel später. Schon bis zur Norwegenunternehmung war rund eine halbe Million brt an deutschem Schiffsraum aus Übersee in deutsche Gewässer zurückgelangt, eine äußerst wertvolle Ergänzung des in der Heimat vorhandenen Handelsschiffsraums. Jede dieser Blockadebrecher-fahrten bedeutete für die Besolzungen der Handelsschiffe die äußerste Anspannung aller Kräfte. Die Kapitäne mußten große Findigkeit beweisen, um der mit der Dauer des Krieges zunehmenden feindlichen Gegenwirkung zu entgehen. Manches dieser Schiffe wurde von feindlichen Seestreitkräften gestellt, aber in den meisten Fällen gelang es den Besatzungen, ihre Schiffe durch die Versenkung dem Feinde zu entziehen Sc Ibstopferung In diesem Kriege haben die Engländer nicht wie 1914 einen erheblichen Zuschuß an Tonnage durch die Beschlagnahme deutscher Dampfer erhalten können Auch die Vereinigten Staaten, die 1917 mehrere hunderttausend brt beschlagnahmen konnten, sahen sich diesmal um diese erhoffte Beute geprellt. Nur ganz vereinzelte deutsche Dampfer waren in den amerikanischen Häfen verblieben und auch diese wurden gründlich zerstört. Das qalt auch für Handelsschiffe in Häfen anderer Länder, die auf Grund des anglo-amerikanischen Drucks gegen uns in den Krieg getreten sind. Für den Seemann ist sein Schiff ein lebendiges Wesen. Es fällt ihm schwer, es selbst versenken zu müssen) doch es ist geschehen, auch wo es Opfer erforderte. Die Seeleute solcher Schiffe haben sich In manchen Fällen mit ihren Rettungsbooten über weite Entfernungen unter vielen Entbehrungen dem Feinde entzogen, um wenigstens selber in der j Heimat mithelfen zu können, wenn sie schon ihre Schiffe nicht mitbringen konnten. Daß der Führer für die Handelsmarine das Ehrenzeichen der Blok-kadebrecher gestiftet hat, ist eine sichtbare Würdigung der Kriegsleistungen I deutscher Seeleute der Handelsmariae io überseeischen Fahrten. Der darin zum Ausdruck kommende Geist fester Entschlossenheit ist eine Burgschaft dafür, daß die deutsche Handelsschiffahrt nach dem Siege wieder tatkräftig auf den Ozeanen erscheinen wird. Im Mittelmeer Einem Teil der deutschen Handels-schifte, die nicht zur Heimat gelangen konnten, nämlich denen, die im Mittel-meer und Schwarzen Meer lagen, haben sich während des Krieges Autgaben gestellt, die ungewohnt waren, jedoch dennoch schwungvoll gelöst worden sind. Die deutschen Soldaten, die in Nordafrika jahrelang erfolgreich gekämpft und die feindlichen Offensivpläne in den Süden Europas auf lange Zeit verzögert haben, wissen am besten, was sie den deutschen Handelsschiffen im Mit-lelmeer zu verdanken hatten. Diese deutschen Handelsschiffe waren keineswegs für den Transport von Truppen und Kriegsgerät vorgesehen. Jedoch es hat sich erwiesen, daß die Besatzungen aller dieser Schiffe vom kleineren Frachtdampfer bis zum Ostasienschiff den Seetransportaufgaben, die von der Kriegsmarine gestellt wurden, vorbildlich gerecht geworden sind, Sie haben einen weitaus höheren .AnteiJ an den Transportleislungen im Vergleich zur italienischen Handelsflotte vollbracht, als es ihrer Zahl entsprach. Vor dem Kriege gab es in der Welttonnage eine geringe Anzahl von Frachtschiffen, die für die Beförderung besonders sperriger und schwerer Güter eingerichtet waren. Was diese Spitzen-schitfe unter friedensmäßigen Umständen konnten, das hat mancher kleine deutsche Dampfer ohne Spezialeinrich-lungen mitten im Kriege fertiggebracht. Diese Leistungen im Mitteimeer werden auch erst später richtig gewürdigt werden können. Auf derselben Ebene liegen die Taten der Seeleute der deutschen Handelsflotte beim Nachschubdienst im Schwarzen Meer. Auch in der Heimat sind die Anforderungen an die deutsche Handelsschiffahrt und vor allem an ihre Besatzungen während des Krieges erheblich gewachsen. Ein großer Teil der #iandelsschiffe vom Frachter und Tanker bis zum Fischdampfer und Logger sind als Hilfskriegs-schiffe oder Hilfsbeischiffe in den Dienst der Kriegsmarine getreten. Dazu kam das Einrücken so vieler Reservisten aus der Handelsmarine in die Front der Kriegsmarine. Was an Schiffen und Besatzungen für andere Aufgaben bliel), mußte die Kräfte vermehrfa,chen. Die Bestellung eine« Reichskommissars für die Seeschiffahrt, des Hamburger Reichs-statthalters, Gauleiter Kaufmann, durch den Führer hat die Bedeutung der Seeschiffahrt besondere unterstrichen. Vom Reeder bis zum Schiffsiungen haben alle Männer der deutschen Sefschiffahrt verantwortungsvoll dazu beigetragen, daß die Leistungen der Handelsmarine im Kriege vor jedem kritischen Auge gut bestehen können Briefmarken zeugen vom Terror tc Malland, 2. Februar Bombardierte Baudenkmäler werdet zimi ersten Male In der Welt auf Briefmarken verewigt Da«; italienische Ver-kehrsmiiiisterium gab bekannt, daß eine neue Briefmarkenserie die Bilder der bei feindlichen Terrorangriffen zerstörten Kunstdenkmäler tragen wird. So bringt eine Freimarke im Wert von 25 C.entesimI eine Reproduktion der zerstörten Basilika von San Lorenzo in Rom Die Basilika wurde durch nordamerikanische Bombei lersturt. 5«g(«chlagen. Und es :^chlammtr «ich ein. Merkwürdig, daß rhan HO etwas aush-ilten kojinte. Die Finger klebten vor Preck, die Stiefel waren zentnerschwor, der niescinde Regen drang erst in den Hai« und dann durch die Kleider, daß Brot war verbrustet, Zigaretten lösfen sich auf und die Wiiffen starrten vor Schmutz. Man konnte sich in den Löchern nicht hinlegen imd nicht nioderhorken, es kim keine Post und die reUlküchon atiend« waren mehr als un-rrtielmäßig. Bei der 4. Kompanie wdr der qan/.p Verpflegungswaqcn in ein ^'bli'mmlorh gekippt, die Kameraden hatten erst neue Verpflegung bereiten luü'isen, ehe «ie nach vorn kamen. Oar-ül)er wer es Mitternacht geworden. Geflucht und ge-jchimpft hat keiner mehr, nur hat der eine fvder der andere für virh mal die Frage gestellt, ob da« Schicksal alle« die«e« eines Tage» mal wieg»lö%t durch gr«u« Ungt-tüme, die in Neb»l prustend ^uivd blsaend i duftduchten und durch d«i Geh«(U von Granaten, dere« EirMchläge der Dunct verschluckte, — da hatten- wir wfed€r den Krieg, und wi« «r wieder Mi un* kam! Unwahrscheinlich waren dies« Kämpfe im Nebel, aber plötzlich hatte man wi^er das Bewußtsein, daß m«n nicht alleir stand In dieser n«b»l'iq«fi Beengimg, und so überrierhend di« bolschewistischen Panzer auch gekommen ware4i, so nahe standen tle auch an unserer Panzerabwehr. Der sengende Ton der Pakgranaten beherrschte den Morgen un(l dick und schwer miscjite «ich der Qualm eine« bronnenden T 34 in den Dunst eine« ukrainischen Regentages, die Glut der Flammen ist übertüncht, alt wenn inan Kalkbrühe über das qaxue Bild gegos««n hätte. In diesen Tagen ereignete sich die Geschichte mit dem Gefreiten Schwan-' bach. Schwarabach war noch nicht laiiiie an der Front, aber einer vom jenen ehr-geiz!|iefi, die, wenn sie sich in*l dl« Hör» ner abgelaufen haiben, zu den be«t«n Soldaten zählen. Schwarzbach liegt in seinem Loch, als ein russischer Panier auf ihn zurollt, Der Gefreite Schwarzbach sieht rote Punkte vor seinen Augen und das Herz klopft, wi« er da« sonet noch nicht an «ich gespürt hatte, denken kann er n'Xht mehr, al« ihn plötzlich der Plan durchzuckt, dem Koloß zu Leib« ru g%-hen. Er bat die Haftladung in der Hand, bemerkt mit einem ungeheuren Glück-gefühl, wie sich der Turm des Panzers von Ulm weg nach link« dreht, hat pittti-lieh ganz furchtbare ArKjst vor" seiner eigcsnen Courage, aber dann schmeißt er sich aus dc.in Loch heraus, dr«i vier Schritte,- er läuft rteben dem Panzer her, die Ladung an den Turm — abgezogen — jetzt vier Sekunden Zeit — zurück in« Loch, — letzt muß e« knallen — und — e« knallt nicht. Der Gefreite Schwarzbach sieht den Panzer weiterrollen mit dem Versager an der Seite, mit lerem kleinen Mittelpunkt furchtbarster Ge^ G«wait«n i6«en eich nicht Der Q«frelt« Rücksichtslosigkeit, die «i anwendet, 'Schwarzbach (Hierltgt noch «Inmal kurz, { würde man bei uns nicht landen können, ob «r ^(vat faleoh a«ai«cht hat, — aber dein, «« ist »in q«Qi llch«rUch«r Blind* gingi«r, wi« es all«nal Torkonunen iiann, u^d d#r klalne Schwarzbach bohrt d!« P|ufte in die Augen und heult vor Wut Dt« Kamerad«« bab«o b«obachttt, .wai «r g«m«cht hat, und an ipilaQ Nnchmittaq kommt der Zugführer in sein Loch gekrochen und tröstet Ihn uivd alle in der Kompani« «rzthlen von d«m kleinen Schwarzbach. Und am anderen Tipe rollt der Gefreit« lchw«rib«ch an (»• himd«rt Meter Qttar da« Ptld, um wieder .tn.,einen PanMt*zu ktmunen, ab«r eh« •T sein Ziel err«icj)t, haubs ihn um, ohne 4«B fcr riil d«vM,g«tpOrt hat, «b«r dafür knackt «in qle«wn Tage der Grenadier. 3a)rMwU ywM Stück aui dti« Art un4 Wei««| wi« es Ihm der klein« Schwarztrach «m Tage vgrbM vorgemacht, hat und so, MV. fili««' tm Soldatenleben wieder lein« ,Art Wd wlnc Bestimmung. DU . WitfU/tchlftaht El iit giradMu unTorilellbar, >wae der Boliohewlit ellei über den Dnjepr ^ bracht hat Wi« wir hier «rieben, dai gehttrt mit «u dam hirt«tt«n, wfti «ta Soldet mittttach«« kinn. Wir ftnd irgend* wie trauriq, d«l «i itteh noch «n anderen Stellen to geht, nun gut dl« Dnjepr« Linie lit «Iso noch^nicht die letzte Station. El fälU schwer, «Ich d«ran zu ge-. wöhnen, " Der Feind wltl und will df« Bntichei-dung erzwingen, ond wfr nia«««n dafttr •orqen, daß e« ihm nicht gelingt. Was lell man «chAne Wort« dannn nach«n, es iet nicht einfach, und gaim itur will das Hen niemata werden. Wir wiiien jetzt, dafi wir ihn hier halten k6nnen, doi scheint un« sehr vi«l Wert zu «ein, und •« hat manche« Opfer gekoit«t Wir hatten alle dan Eindruck, als w«nn der Krieg dieiieit« des Dnjepr ertrigllcher werden würde und müiien Jetit beken* nen, daß e« genau umgekehrt der Fall ist, zumal d«i BolMhewik an anderen Stel> len Einbrüche enleh hat. Es gibt ein«n Punkt, an dem «^eh M«««« und Bln««l> können in Ihrer Auswirkung die Waage halten und dieeen Punkt hat dar Bolich«> walten an seinem Turm — und diese * wik de« öfter«» erreicht Mit dieaer aber sie xeigt uns immerhin, wofür wii un« einsetzen. Das sei gesagt, auch wenn man niemals einen Soldaten finden würde, der darüber spräche. Und es Ist bitter, dem anderen Erfolge eingestehen zu mülien, wenn man sie selbst ebenfalls nötig hat Darüber kann man ruhig sprechen, denn wir sind mal wieder wach geworden, — wach geworden in einer gediegenen Art. Vor uns kann man Jetzt tun und lassen, was man will, wir geben um keinfr Tiuschung über den strategischen Wert von Linien mehr hin. Wir werden an jeder Stelle unsere Pflicht tun, aber das eine steht fest, und d#i haben wir trotz aller schlechtcn Laune und obwohl wir mal wieder die Nase bi| oben hin voll hatten, wieder an uni gespürt, — in das Gebiet unmittelbarer deutscher Interessen kommt er nicht. Ganz im Gegentelll Gut daß Weihnachten und Neujahr vorüber sind, man hat doch wieder ein Stück Ballast weniger auf dem Herzen, man Iet unbekümmerter, freier, ungebundener, irgendwie leichter. Man hängt nicht mehr an Quartleren und Brdlöchem, ■ li denen für dng eigene Herz der pa-pleme Lllllput-Weihnachtsbaum gebrannt hat, und man hat einen unbeschriebenen Zeitabschnitt vor sich. Nur nicht so dicke tun, meine Herren! Die zusammengetriebenen Ackerkneehte werden auch mal zu Ende gehen und ob ihr bis dahin alles das wieder wettgemacht haben wollt, wai wir in zwei Jahren vorher erobert haben, dai ist Ja wirklich noch eine Frage.' Seibit in den Jahren 1914—1918 waren wir gewohnt, unsere Feinde in Ihren Ländern zu schlagen, und nachdem uns die Winterwende des Jahres 1943 die letzten Illusionen genommen hat, glauben wir trotz allem »Urräh-Geschrel« auch diesmal ganz besonders dafür garantleren zu können, mag da Immerhin kommen, was kommen will, denn Jetzt beginnt für uns eine neue Zeit, an der mancher noch sein blaues Wunder erleben wird. Bs ist uns In den letzten Wochen manchmal dreckig gegangen. das geben wir zu, lind fe«t geblieben. aber unsere Herzen Ein neuer Trick des Kreml Ani{ebliche »Sclbitänditk«it« dmr Sowjetrepubliken beschlossen tc Stockholm, 2. Februar Di« vom iQwjftrufsijfQhen Außenmioir. ster Molotow ausgearbeitete »Dezentralisierung«' der Sowjetunion wurde ,am Dienstag nach vierstündiger Aussprache vom Obersten Rat der Sowjetunion auf Entscheidung von Stalin angenommen. Im Rahmen dieses Planes sollen die 16 Sowjetrepubliken eigene Außenministerien unterhalten und damit auch da« Recht erhalten, »selbständige« Verträge mit anderen Staaten abschließen zu können. Weiter wird den Sowjetrepubliken das »Recht" eingeräumt, »eigene Armeen aufzustellen« und schließlich Ist ihnen auf dem Papier auch freigestellt, aus dem Verband der Sowjetunion auszu> scheiden. e 0 Der Sinn dieses Manövers ist leicht zu erkennen: Durch eine scheinbare Selb-sfändigkeit d»»r Sowjetrepubliken sollen diejenigen europäischen Emigrantengruppen, deren Länder auf Grund der Be-■iMc. •. von Teheran den SoM'jets zugesprochen wurden, über die Wirklichkeit hinweggetäuscht Werden, damit sie sich nicht Bu «ehr gegen Ihr »Glück« «trlu-ben. ^ - . Unter Hliiweta, «ich dl« SowJ«t> nnion' Ja «u« Tielen «elbittndigen Republiken mit eigener Wehrhoheit und eigenen Vertretungen im Auslände zusammensetzte, wird Stalin erklären, daß a« demnach kein Risiko für andere wäre, sich der Sowjetunion «nzuschlleAen. Er baut dem britischen Außenminister Bden und Ahnlichen Schleppentrigem de« Kreml dl« Brücke, gibt Ihnen da« Stichwort, damit «le vor ihrem Volk den Verrat Polens an tkm Bolechewlemus recht-fertigen und eich von ihren Garantiaver-sprechungen zurückziehen können, Wenn rüdem jede der Sowjetrepubliken künftig eine eigene auBenpolltlMh« Vertretung erhalten aoll, dann würde damit Stalin die Mügtichkelt gegeben werden, Jede politische Mafinahne, die im Sinne Moskau« läge, im Rete der Alliierten allein durch da« Übergewicht der lowje-tischen Stimmen durchiusetz«». Der Kreml exerziert dleaei Belepiel bereit« im Algierkomitee und In den ver«chie-denen Kommi«elonen In Italien, in de- nen die Sowjets neben den Engländern und Nordamerikanern sitzen, durch. Er 'wird die«e Mittel natürlich hoch erheblich verstärken, sobald-er Jeder der Sowjetrepubliken eine eigene Stimme verschafft hat. Es ist bezeichnend, daß englische Zeltungen schon das Haar in der Suppe entdeckt haben. Blätter wie die »Times« polemisieren bereits gegen die selbständige außenpolitische Vertretung der Sowjetrepubliken und wollen den Vergleich der Selbständigkeit dieser Sowjetrepubliken mit der Stellung der Dominien innerhalb des britischen Weltreichs nicht gelten lassen. Trotzdem wird man in London die Gelegenheit gern benutzen, um sich mit Stalins Hilfe der Verträge zu entledigen, die einst geschlossen wurden, um die kleinen Staaten für den imperialistischen Krieg ein-zufangen. Ein Artikel der finnischen Zeitung »Hel-slngln Sanomat« erblickt darin einen Versuch, um ein Ubergewicht gegenüber seinen Verbündeten zu gewinnen und die Okkupation der östlichen Randgebiete zu bemänteln. ,,Ein gefährliches Unternehmen" Der Angriff gegsn die Marachall-InMln dnb Tokio, 2, Februar Einer Verlautbarung des Hauptquartiers zulol^ haben starke feindliche See- und Luftstreitkräfte seit dem Morgen des 10. Januar dun Angriff gegen die japanischen Stützpunkte auf den Marschall-Inseln aufgenommen. Die Japanischen Heeres- und Mdrineelnheiten stehen zu* Zeit in heftigen Abwehr-käm))fen gegen die Angreifer. Zu dem Angriff auf die Marschall-Inseln meldet ein aus Neuyork datierter Bericht in „Goeteborgs Handels- und Srhiffalirtszeitung", die nordamerikanischen Truppen stießen auf einen von Stunde zu gtunde wachsenden Widerstand. Von militärischer Stelle wurde betont, daß die Landung auf den Mar-sclifllMnseln ein viel gefährlicheres Unternehmen sei als die auf den Gilbert-Inseln. Das nordamerikanische Volk werde auf große Opfer vorbereitet Es Zuversichtliches Finnland im Glauben an die Gerechtigkeit seiner Sache dnb Helsinki, 2. Februar Staalspiasident Ri«lo Ryti eriillnete den neuen Sil/unqsdbsc hnitt dos Reichstages. In «einer Anspiarhe saqt^' er u a, der Weltkri'-g fc( helne Im tüniten Kriegsjahr harter, bitterer und rücksichtsloser zu weiden Gewaltige und vernichtunde Lnli»choidung«schlathtL:n «>chüinen sich Ihrem Höhepunkt in nähinn. Finnidnd nuiäse schon zum 7.we4tcn Male In diesem Kriege hcine Freiheit mit der Waffe verteidigen und hütle dabti einmal auch die Wirkungen eines Sonderfriedens erlebt. In vüik(hied(Mien Phasen sei dem Lande von Freunden liedputende Hilfe und Unters^tützunq zuttll geworden, diu da« Volk ermutigt, wirksam gefördert habe und die e« stet« zu »chMt/.en wisse. Bis jetzt «ei Finnland mit allem fertig geworden. Das Vo'k könne weiterhin über seine Angelegenheiten selbst ent-»ichciden, was bei mehreren anderen kleinen Völkern nicht mehr der Fall sei. Finnland sei nicht mehr Kriegsschauplatz, und die Wehrmacht stehe , weiterhin unerschütterlich {luf der Wacht für rite Sellt«iändigkeit, zum Schutze der A'" beit und der inneren Ruhe und Ordnung. Möglichkeiten zur Erreithiing seiner Ziele seien wusentlith von «einer Ausdauer, seinem Verteidigungswillen, seinem Urteilsvermögen und von seiner Fähigkeit, In ^ntjichpidender Lage fest /.u^iammenzuhalten und, vop »einer Be-reitwilllnkelt, lür seine Zukunft große Opfer zu bringen, abhängig Finnlands Vertrauen «|uf e^ine gerechte Voraehung und sein fester Glaube ati den «ndqültl-tjeti Sieg der Gerechtigkeit g^b^n,. Uem Volk das nrhlge' Gefühl der SIchel'helt und der Zuversicht. sei sicher, dafi sieh die Nerdamerlka-ner In ein gefährliches Untamehmen begeben hätten. Japwit SchiilbAa T«rdopp«lt dnb Tokio, 2. Februar Im Abgeordnetenhaus betonte der japanische Marinemlniiter, Admiral Shi-mad«, auf Anfrage, daß dar Bau von Schiffen glatt laufe. Im Jahre 1943 wurden zweimal «uviel Schiffe gebaut wie 1942. Es sei «ehr wohl möglich, daß 1944 wiederum doppelt soviel Schiffe gebaut würden wie Im vergangenen Jahre. « »Auch ffir um« Athen, 2. Februar Die Zeitung „Kethemerinl" erklärt: Griechenland als kleiner aber historischer und ruhmreicher Staat, der sich mitten In diesem fürchterlichen Weltgewitter befindet, empfindet und fühlt •Ich dem tapferen Verteidiger der Zivilisation Europas gegenüber verpflichtet. Deshalb wendet sich die gesamte öffentliche Meinung anläßlich der Rede des Führen mit den wärmsten Grüßen und Glückwünschen an ihn als Führer des Dritten Reiches und wünscht Ihm von ganzem Herzen den Erfolg In diesem harten Kampf, den er zur Reitung der Kultur Europas, seiner Geschichte und schließlich „auch für uns" führt. Die Nordtaktik der Luftgangster Bombenwürfe, ohne die Ziele 711 sehen dnb B«rHn, 2. Februar Die anglo-amerikaniichen Luftgang«ter und ihre Auflraogeber liefern utis jeden Tag neue Beweise für die Skrupelloftig-keil- ihrer verbrocheriechen Terrorangriffe auf deutsche Städte. Heute beheup-tan «i«, sie hätUn niemals die Absicht gehabt, deutiche Wohnviertel zu bombardieren, «ondern suchten geflissentlich die deutachen Preduktiorukstätten auf, um darüber Ihre Bomben abzuwerfen, Morgen findet sich irgendein Heuchler, der das Gegenteil behauptet und dreist und ZYniseh bekennt, sie wollten die Ll-vllbevölkerung auslöschen, wollten si« »entnvinnen«, wie ee kürzlich dar Luft-Waffenkorrespondent d«« Reuter-Bürns zu den letzten Terroraneriffen euf Berlin ausdrückte. So überaehlägt sich diese« Srhurkenpack In seinen Lügen und Heucheleien. Jetzt liefert der Luftwaffensachver-ständjge de« »Daily Exprefls« einen neuen Beitrag zur Schamlosigkeit dieser Verbrecherbande, Indem er bekennt, d«0 'die Piraten de« Luftmarschalls Harris mindestens 70 v. H. jhrei Bomben bei den letzten Nachtangriffen auf Berlin abgeM'Orfen hätten, ohne daß sie die Zielgebiete überhaupt sahen. Wie reimt «ich das zu der Behauptung, man habe e« auf die Industrieziele abgeeehen? Hier gibt ein englischer Luftwaffon-sachverstündigei einen neuen Beweis dafür, daß die Lufthunneii wahllos ihre Bomben veretreuesn, ohne erst vorher die Ziele auszumachen. Er legt damit wiederum Zeugnis ab für die Mordtaktik der Anglo-Amerikaner, die von dem Luftmarschall Hanls und anderen Mas-eonmördorn In Generals- und Mar«chtill*-unlformen zur Kriegführung erhoben worden Ist. dnb Terrorangrilf auf Bologna. Die Stadt Bologna wa» am Sonnabend das Z4el eine« schweren Terioiangriffs der anglo-aimirikanischon Luftwaffe. Eina große Anzahl Wohnungen dur Zivilbo-völkeriuig wurde zerstört. Die Men-scheuverluste «ind sen, da sie sich nicht zur Arbeit gemeldet hatten. Drurk u Verlag KUrburg» Voriaqi u Druckaral-C'ios in b I, — Veriaq»lei(unq Ggun Bdiimydrtnai, IMutiliriitllthilung Anton Uurichttik, bulde tn Morbiirq n d Oraii. Hnilqashe 6 Ztit Zelt HU Antolqnn dl« Pmiillit« Nr 3 vom 10 April iy43 gUllH). Auilail der Uaftrung dtti nuttfik hfll hdtifret 1«w«H oder Rntriebiitttrviitg gibt keinen Anipruch auf Rückzahlung dei Bexugi- ealdM MARbUKoÜK HiiitUktiiiliB ffiifirffffftiMf Im Arbeitsrhythmus der Nation Die Fünfundsechzig hat er längst überschritten, der Lokomotivführer, der Fleute nuch als Einhändiger seinen Dienst versieht. Im Herbst 1914 verunglückte er bei einem Zugzusammenstofl, als er einen Militärtransport fuhr. Er wurde dabei so schwer verletzt, daß der linke Unterarm abgenommen werden muüte. Nach langwierigem HeilungsprozeB ging der Mann unverzagt daran, sich die ersten mechanischen Hilfsmittel anzufertigen, um wieder arbeitsfähig zu werden. Sein damals siebenjähriger Sohn machte ihm bei dieser Arbelt die notwendigen Handreichungen. Zunächst konnte der Unfallversehrle nur häusliche und gärtnerische Arbeiten verrichten, aber die Gewandtheit wuchs, so daß er in einer großen Eisenbahnwerkstätte Anstellung fand und bald darauf sogar wieder als Lokomotivführer auf dem Führerstand stehen konnte, wenn auch nicht im Strecken-, so doch im Verschiebedienst des Betriebswerkes. Schon im ersten Wellkrieg wurde diesem willensfesten, arbeitsfreudigen Eisenbahner das Kvicgsverdlenstkreuz verliehen. Heute steht er über 50 Jahre im Berufsleben, 28 Jahre hindurch als einhändiger Lokomotivführer auf der Lok. Seine Rulie, seinen Feierabend hat er sich, der im Dienst Hand und Unterarm verloren hat, längst verdient) aber ihn j ruft die Pflicht, das Verantwortungsbewußtsein. Er weiß, daß heute jede Kraft gebraucht wird, daß er noch wertvolle Arbeit leisten kann, und so tritt er Tag für Tag an, eisern, unentwegt, so wie er es schon ein Menschenalter lang getan hat. Er steht in seinem hohen Alter und als Unfallsversehrter Immer noch Im Pfllchtkreis der Arbeit, well er weiß, daß durch seinen Einsatz ein Arbeitskamerad frei wird für anclcre — vielleicht noch kriegswichtigere — Aufgaben. Allen Volksgenossen int dieser schlichte Eisenbahner ein Beispiel unwandelbarer Pflichterfüllung. Allen Kriegs- und Unfallversohrten aber zeigt er, was ein lebens- und arbeitsbejahender Wille vermag. Dieser Wille bezwingt alle Hindernisse. Dieser Wille kann auch viele jener jungen Kameraden wieder in den großen Arbeltsrhythmus der Nation eingliedern, denen der Krieg schwere Wunden geschlagen hat und die anfänglich geglaubt haben, 7ur Untätigkeit verurteilt zu sein. Das Beispiel des Lokomotivführers zeigt, daß ent-sclilossener Wille den Weg zur Arbeil xind Einsatz öffnet, zur schaffenden Tat im entscheidenden Ringen unseres Volkes. Kampf dem Luftterror Die lehrreiche Marburger Auistetlung Gerade in diesen Tagen, da ein entarteter und entmenschter Feind unseren Siegeswillen durch den Luftterror zu brechen versucht, da die nnglo-amerika-nischen Luftqangster unsere Frauen und Kinder und unsere friedlichen Wohnstätten mit Bomben und Phosphor bedrohen, ist die Marburger Ausstellung »Der Lufllerror« ganz besonders akttiell. Hier wird uns gezeigt, daß wir alle wirkungsvolle und vielgestaltige Mittel zur Vor-lütiLinq haben, um die Auswirkungen d« Bombenterror« zu bekämpfen. In vielen lehrreichen Bildern und praktischen Beispielen erhaltwi wir eine klare Übersicht über alle Vorbeugungsmaßnahmen, mit ri"riMn wir unsere Häuser und unser«w Rositz wirksam zu schützen vermögen. Besonders wichtig aber sind die vielen Hinweise und Fingerzeige für die aktive Bekämpfung der feindlichen Brand-uiul Phosphorbomben. Niemand darf daher den Besuch dieser Ausstellung versäumen, d(?nn jeder muß gegenüber einem bi»rl)drischen Feind über das notwendige Rüstzeug verfügen. Der Kampf gegen den Terror gehl alle Volks<|enossen an. »Europa und die Ozeane« Zum Vortragsabend in Marburg Heute Donixerstag, 3. Februar, spricht im Saal der VolksbildungsstäKe am Di'mpldtz Professor Dr. Huire, Berlin, über das Thema »Europa und die O/eane«. In diesem Voitrag zeigt dei brkannte Historiker aul, daß bis zum 15, Jahrhuiiderl Europa von einem aus-srhließlich kontinentalen Denken beherrscht war. Erst als der Raum zu eng W(ir, wurde der koloniale Gedanke ge-vrPf kt und der Ozean in den europäischen Gedankenkreis einbezogen. Von da an lösten in verhältnismäßig rascher Folge die Wellreicho einander ab, bis schließ lieh die Briten ein Weltreich aufbauten, das zuletzt völlig vom Gedanken deh Imperialismus, das heißt der englischen Machlpolitik und des englischen Welt hcindels beherrscht war, Professor Dt, Herren belegt seine Ausführungen mit geschichtlichen Tatsachen und eröffnet durch seine Darstellung das Verständnis für die gegenwärtige Lage im Weltgeschehen. * Betriet)siinfall, Der 40iährlge Eisen-bieqer Heinrich Nolden aus Marburq-Gani« Nr. G verletzte sich bei der Arbeit den linken Fuß \md wurde ins Marburger Gaukrankenhaus eingebracht. Todesfälle. In der Herrengnsse 2 In Marburg verschied der efljährign Kaufmann Ferdinand Greiner, — In Frefdegg Nr. 20 starb die 70jährlge Ursula Po-totschnik. — In der Seitengasse 6 in Dratiweiler ist der SSjähriqe Ern«l Srhnufl gestorben. — In Saldenhofen starb die kleine Josefin« Tsrhretnlk. — In Pettau verschied die Kaufmannswltwe Auguste Nedog, Aufrecht, treu und gläubig Feierlicht Vereidigung von ArbeitimÄnnern in Pettau spaten und Schwert — wie oft haben wir schon dieseü Symbol gesehen, sind an ihm voibei gegangen, ohne uns dabei irgend etwas zu denken. Genau so oft sind wir auch den Männern in den erdbraunen Uniformen begegnet und nahmen sie hin als lelbstveratändliche Erscheinung in unserem Leben. Wissen wir viel über sie? Genau to bescheiden wie ihr Außeres, genau so bescheiden sind sie selbst. Weltanschaulich bereits durch die Jugendbewegung ausgerichtet, beitsm&nnern Soldaten, die mit den Kameraden der Luftwaffe lusammen d«n Piati nicht nur verteidigen, londein ao-gar den Gegner wieder Im Gegenstoß zurückwarfen. So ist der Aibeitsmann. Am vergangenen Sonntag marschierten vier Züge Junger Arbeitsmänner der Abteilung 1/367 von ihrem Lager Haldin in Pettau auf dem Märktplatz auf, wo ihre feierliche Vereidigung stattfand. Der Platz war mit den Fahnen des Reichsarbeitsdienstef und des Reiches Aalnthnat WülBanileinat, Mtrbar| Mit »Reihe rechts« jurflck Ins Lagar wird der Arbeitsmann beim Reichsarbeitsdienst in seinem Glauben an die Größe seines deutschen Vaterlandes und an die segensreiche Zukunft im deutschen Volksstaat noch gefestigt. Abstammung und Herkunft spielen hier keine Rolle, es ist gleich, ob er Sohn eines Bauern oder Beamten, eines Arbeiters oder Direktors ist, entscheidend ist der Kerl selbst. Hier soll er zum ersten Male in einer Gemeinschaft, Treue, Gehorsam und Kameradschaft hei gemeinsam zu vollbringender, oft schwerer Arbelt beweisen. Im Friede« hielt er tatsächlich nur den Spaten in der Hand, heute ist das Gewehr hinzugetreten. Wie oft haben wir diesen einen Fall in vielen Abwandlungen erlebt; Eine Abteilung Arbeitsmänner baut als treuer Helfer der Luftwaffe einen Flugplatz hart hinter der Hauptkampflinie aus. Dem Feind gelingt es, die in Bewegung befindliche HKL j;« durchstoßen und mit seinen Kräften bis an den Flugplatz heranzukommen. Wie selbstverständlich wurden aus den Ar- geschmückt, vor dem Rednerpult stand je eine Pyramide: Spaten, Gewehre und Landknechtstrommeln. Schon lange vor Beginn der Feierstunde hatte sich dl« Bevölkerung der Stadt und Umgebung eingefunden und umsäumte den Platz. Pünktlich um die festgelegt? Stunde erfolgte der Anmarsch der Abteilung, straff ausgerichtet, so daß man das Gefühl hatte, alte Soldaten vor sich zu haben. Und doch hoben die Jungen erft wenige Wochen .Ausbildung hlrfter sich. Aul dem Marktplatz waren die geladenen Gäste erschienen, an ihrer Spitze Kreisführer und Landrat Pg. Fritz Bauer. Nach der Meldung an den Gruppenführer, Oberarbeltsfüiirer Straftmoyr, durch den Abteilungsführer, Oberfcldmeister Sauter, wurde die Front abgeschritten, I dann erfolgte, der feierliche Vorbeimarsch der Abteilungsfahne. I Die Feierstupde ^ wurde durch einen .Kanon ,eröffnet •.den», nacVi, der Flaggeti-I hissung da« Lied: ,.Siehst d\i im Osten 1 das Morgenrot?" folgte. Oberfeldmelster ! Cronenbruck gab nun den Arbeltsmän- nem die Losung. Sie trug den Namen dei Führers „Adolf Hitler" Der Redner schloO; „Adolf Hitler hat ein ganzes Volk emporgeführt aus den Tiefen der Verworrenheit und Versklavung in die Höhen deutscher Klarheit und Befreiung. Er zwingt nichts von oben zusammen, sondern er durchglüht Deutschland von unten her. Er ist gleich einem Bergmann mit der Fackel in der Hand im Seelenschachte des deutschen Volkes. Vor der völkischen Glut, die hier auflodert, schmilzt alles dahin, was nicht deutsch und echt, nicht glaubensstark und lukunftsfest ist. Dieses Feuer, das aus den tiefsten Tiefen deutschen Seins emporschligt, kann kein November-sturm mehr auslöschen. Mag es heute durch feindliche Gewalten von draußen bedrängt werden, auch sie werden es niemals ersticken ki'innen." Nach einem weiteren Lied ergriff Abteilungsführer, Oberfeldmeister Sauler, das Wort zu einer mitreißenden Ansprache, in der er zu seinen Männern vom Eide sprach. Er sagte unter anderem: „Ihr schwört Euren Eid auf die Fahne, das höchste Symbol, das ein Volk besitzt und gelobt damit dieser Fahne unverbrüchliche Treue, Ungezählte deutsche Männer haben für diese Fobne ihr Blut und Leben in treucster Pflichterfüllung bis rum letzten gegeben. Sie sollen uns leuchtende Vorbilder selnl" Nachdem noch zwei Gedichte von dem tiefen Sinn des Eides gesprochen worden waren, trat von jedem Zuge ein Arbcils-mann vor die Fahne und erhob mit den anderen Kameraden die Hand zum Schwur; „Ich schwöre . . Mit festen, klaren Worten sprachen alle Männer den Eid, dem eine Minute des ScbwRi-gens folgte. Noch einmal ertönten die klaren Stimmen der Arbeitsmänner mit zwei Liedern, dazwischen sprach ein Arheitsmann Heinrich Anackers Gedicht ,,Zukunft". Mit der Ftihrerehrunn und den Liedern der Nntlon wurde die Feierstunde am Marktplatz au Pettau beendet. Gnippenführer, Oberarbeitsführer StraB-mayr, hatte seine Gäste anschließend an die Vereidigung noch zu einer Besichtigung des RAD-Lagers eingeladen. In der landschaftlich schönen Umgebung war hier in kürzester Zelt ein sauber aufgebautes Lager entstanden, das seinen Männern nicht nur Unterkunft, sondern wirkMch auch zweite Heimat für die Dauer ihres Aufenthaltes goword'*n ist. Genau dasselbe Bild boten auch die wohnlich und zweckmäßig eingerichteten Stuh»'n, von denen jede einzelne ihre besondere Note hat und so Abbild ihrer Belegschaft Ist. So wie diese Arbeitsmänner draußen in der Öffentlichkeit erschienen waren, so waren sie in Ihrem Lager: aufrecht, gerade und sauber und so werden sie es auch sein, sollte das Leben das t.etzte von ihnen fordern. Fachliche Ausbildung der Bauern von Anderburg Der Letter des Amte« für da« Landvolk der Kreialührung Cilli, Pg. Gruber, hielt, im Turniaal von Anderburg einsn Auf-klärungsvortrag über das lamlwirtschaft-liche Berufe- und Ertüchtigungswerk. Anwesend waren der Ortsgruppeuführer, Pg. Gilma, mit seinen Ortsbeauftragten für das landwirtschaftliche Berufacrtüch-tigungswerk und ungefähr 150 Bauern sowie die Jungen und Mädchen der Landwirtschaftschule. Zur Eröffnung sprach der Ortsgruppenführer, Der Kreis-amtsleiter für da« Landvolk strich in «einem Vortrag drei wesentliche Puiikte heriuis. 1, Sicherung des bäuerlichen Nachwuchs««! 2. Die Berufserziehung unfl 3. die politische AiMrichtung de* ländlichen Volkes. An klaren, lebendigen Beispielen schildorte er die Gelihren der Verstädterung, der Landflucht und die Zukunflsauignben der bäuerlichen Jugend. Im zweiten Abschnitt erläuterte er die verschiedenen Wege der Benilserziehung der Landjugend. Ganz besonders betonte er die Schriffung von Lehrhöten bzw. Musterbetrieben, um der Bauernjugend von heut«* eine regelrechte Lehre zuteil werden zu lassen. Anschließend sprach die Wirtschalts- ' beraterin des Kreises Cilli, Pgn, Fra^i Fricke, über die weibliche Ausbildung ! «nd über d-en tieferen Sinn der Anerkennung von Lehrhöfen die Rechte und I Pflichten der Lehrlinge und Lehrherrcin , biw. Lehrfrauen. EMe Begriffe Pflichtjahr-mä<1chpn, Hausarbeit«-, Hif der Vortragsfolge steht ein Concerto giosso von Francesco Gemiulani, Richard Wagners Sl»gfrled-Idyll und drei Lieder mit Orchesterbegleitung, ge.sungen von Frau Maria Tutia, der Professorin für Gesangskunst am Klagenfurter Konjerva-toriuin, und Beethovens I, Symphonie. Das Konzert ist die vierte Veranstaltung des Musikringes. Vorsplelstunde der CllUer krelsniusik- ■rhal*. Kürzlich veranstaltete Direktor Müller im übungAsaal der Cülier Krois-muiiikkchule die eiste Vorspielstunde di-^es .Sf huljdhres, die eine stdttlichc Zdhl von Schülern, Eltern und Musikfreunden *n1« Zuhörer angelockt h>Auf hebt unsre Fahnen» und einem Führer^'ort, wurde bei den Klängen d<'s »Guten Kameraden« der Gefallenen ehrend gedacht. In «einer Gedenkrede nahm Ortsgruppenlei-tar Arnulf Lill zur politischen Lage Stellung und rief zu härtestem Einsatz im Jahre t044 auf Sprüche, G-'meinschafts-gesang und Lieder der S'nqschar der NS-Frauenschaft gaben der mit dem Füh-rergruß beendeten Gedenkstunde eine würdige Umrahmung. Kind geriet In die Transmission. Das vierjährige Kind Rudolf der Landarbei-tereheleute Peter und Elisabeth Scheikl In Kleln-Veitsch, Kreis Mürzzuschlag, wurde In einem unbewachten Augenblick von der Welle der Transmission der Futterschneidmaschine erfaßt und an die Mauer geschleudert. Das Kind war auf dar Stelle tot. TAPFERE UNTERSTEIRER Mit dem Eisernfn Kreuz II Klasse wurden dubgezeichtiol; Soldat Andreus Horwatb, Ortsgruppe Litliltini^gy, (iefroi-ter Josef Kodrits« Ii aus Stoppendfir* 2 Ortsgruppe Maxau, Gefreiter .Jose* Mel scbak aus Steindori 15. Ortsgruppe Mf)T tcndorf und Soldat .loset Kofi aus Unter Rrtnn, Ortsgruppe Pettau rechtes Dra ufer, alle ans dem Kreis Pettaii Das große Vorbild Eine schöne Aulgabe ist der fleinuii Zeitung zugefallen, immer von taptetei Uiitersteirern zu berichten, die sich vo dem Feind bewährten MHnnef, die siel in dem Donner der Schlachten ausgt teichne! haben, die alle Brücken zur Leben hinter sich schon manchmal ab gebrochen sahen, und d'jch nicht vei zagten. In ihrer sittlichen Kraft liegei Gedeih und Verderb der Fronten, lieg die Entscheidunri liir Deulschlcuul. In diesen Reiben deutscher Kämpfe stehen gleich den TapJeren des Reiche unsere iinterstcMrisi hm Söhne und Man ner, vertrauend aul den Kratlquell ihre Heimat, die ihneu sn unen'llich viel zi sagen hat. In fler Frwähnimg der Tup fersten, deren sichtbare Ausdruck da Eiserne Kreuz als würdige Auszeich nung ist, sollen zugleich die vielen an deren Soldaten aus dem Unterland mit geehrt werden, die in glni'het Pflichter füllung ihren Dienst versehen. Wir wissen um ihre schwere Aufqab im Kampf urn die Erhaltung dieses Den' sehen Reiches und wollen uns ihnen wiii dig zeigen, Nicht in lauten und prahlr rischen Worten soll der Dank zum Ans druck kommnn, die Tat nur beweist dü Verständnis des einzelnen zum groRen Geschehen, Am kommenden S^imstar vnd Sonntag bietet sich die Gelegenheit diese Worte wahr zu machen. Den gro ßen Vorliildern, unseren Soldaten an allen Fronten des Stahlblockes Furopos soll der Dank für ihre Aufgabe zwischep leben und Tod gellen. S. 7 Jeder gehört in die Reihen des Deutschen Roten Kreuzes Ein Mahnruf geht durch da-, deutsche Land. Ein Weckrul an alle Schläfer und Träumer, in dieser Notwende unseres Reiches mitzuhelfen; doch warum will man sich fernhalten? Freimachen von den wenigen Opfern, die der Staat von jedem fordert? Stehen nicht an allen Fronten dieses Krieges die Söhne, Brüder und Männer aul Wftcht für ihre Angehörigen? In selbslosem Einsatz ringen sie oft äf)er ihre Kräfte füi die Gestaltung einer Idee, von der jeder mitgerissen wird, ohne der man nicht In Ruhe find Frieden leben kann. Es muß das Bestreben Jedes einzelnen sein, ihrem Beispiel nachzuleben, ihren Entbehrungen ein bescheidenes Maß von Bereitschaftswillen zur Seite zu stellen So fordert die Kreisstelle Pettau des Deutschen Roten Kr#?u7es erneut all« Vfäniter und Frauen auf, die das Gebot der Stunde verstanden haben, sich zu den zahlreichen Helfern und Helferinnen dieser hervorrtigenden Einrichtung zu reihen In der Erwartung, dat^ sich die Resten zur Verfügung stellen werden, soll dieser Dienst am Nächsten mit wertvollen Kräfter bereichert werden Der Grnndaiisbildungskurs beginnt im Februar. Meldungen werden ieden Dienstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr in der Kreisstetle, Un/iartorrrasHe S entgegengenommen. Kommt und helft' Nicht überall gellen die lehensmlttel-karten. Ge«chäftsi eisende sind vielfach der Meinung, daß die Reichslebenemit-telkarten, zumindest aber die Reisemar-kcn, im Protektoiat, Generalgouvernement sowie den besetzten Gebieten ohne weiteres Gültigkeit hälten. Das ist aber nicht oder nur sehr bedingt der Fall. Im Prolektorat Böhmen und Mähren haben die Reichslebensmittelkarten keine Gültigkeit. In Gviststätten finden allerding« die Reisemaiken .^nndhnle. Im General gouvernement haben weder die Reichs lebensmitlelkarten noch die Reiseniar ken Gültigkeit, Die für Deutsche vorgesehenen Gaststätten Kasinos und sontiti gen Verptlegseinrichtungen nehmen Fleisch- und Fettkarten entgegen, die be; den von der Kreishauptmannschalt und dem Stadlernährungsamt einnerichten Le benfimittelk arten-Ausgäbest eilen verab folnt werden Die im Reich gültigen Reisemarkcn müssen hier umgetauscht werden. Wer sich vorüberoehend in Belgien und Ftankreich authält, bekommt die belgischen bzw französischen Le bensmittelkarten nur gegen Abgabe dei i entsprechenden reichsdeutschen Lebens j mittelkarten. Personen die sich länger I als vier Wochen in Belgien odei Frank reich aulhalten, müssen sich bei der für sie zuständicien Lebensmittelkaiten-.Aus gabefitelle abmelden und sich einen Ab meldeschein beschallen. Bei jeder Orts kommandnntur in Belgien und Frank reich sind dann LebensiniHelkatlen erhältlich. In den Nieilerlandcn haben die deutschen Reisemciiken keine Gültigkeit Die reichsdeutschen lel)ensmittelkatten berechtigen jedoch zur Einnahme von Mahlzeiten in C.astötätten. Wenn sich ein Reiseuder längere Zeit in den Niederlanden aulhält, muR er sich In Deutschland mit ordnungsm^ifligen .Ab-meldebescheinidungen versehen und sich bei den nieder ländischen Wirlftchafls-änitein Lebensmittelkarten besorgen Die reichsdeutschen l.eben«ini1telkarten und Reisemarken haben in Notwegen keine Gültigkeit. Dei deutsche Reisende erhält an der Grenze eine Reisekartc, die drei Taoe Gültifikeit hat. Dem nNervenkrieg** unserer Feinde stellen wir eine willensstarke Gemeinschaft cniaeaenl Bei der kommenden 5. Reichsstrassensammlung für das Kriegswinterhilfswerk wollen wir dies erneut beweisen 1 Soitc 4 * Nr '*A * Donnerstag, 3. Februar 1944 MARBURGER ZEITUNG ///> iiUer H eil /uit.uidus riir zwei itlile Gpsrhüflenia-•htT, Ein f>eqiii'mt> Gei!n iliif" l H'l)»'n hpi iliin-n f hdftpniiii hfTpi nnri vpr-urteilte dp.i IMir)lit(|r.i[ih(:n /u /wri und »rinen Vt'rtrpipi - I'n'ifutu] fler lliir-fclhiqkoit, dii' dn Perfitnien von 2.i bis H'i Irihrcji vorcj^'nfimincn wurde, t*rt|uffer von Reis, Zucker und Ölsaaten; l)oi Bauinwolle und Tee sieht es an zwcilt.'r Stelle und er?;eu(|t beträchtHrhe Mengen an Weizen und anderen Nahrungsmitteln. Auch der Viehbestnnd muH als befriobswirtschaftlich sehr giin-stig anffesehen werden, Den an sich po-silivoti Produktionsverhältnissen stehen aber rlie mangelnden geistigen Voraussetzungen der Bevölkerung — 90 v. H. sind Analphabeten —, ihre politische und religiöse Aufspaltung und eine ungenügende VerkehrserBchlirflung dus l.andcs gegenüber, die eine plnlieilliclie wirtschaftliche Lenkung fdfit unmüylicb machen. So iun nci Iiis d'ti mil Hirhtrt J.i-jrr. 15—If»! l.!nt('ihÄllunj!n)ndiini{ »Wie m ctuh ticFfllll', S'cnfn all« Hiiiner W( rlii.ipieinn. Vermahlungsquoten für Fehrnar. Füi die Mühlen im Alpen-und Donnuland be tiaqiii die Verarl eitunnscjunipn für Fe-boruar unvprändort 120" u der Rogqen-Monatsqrunclfjuotc und 140" o der Wel-?!Pn-N1onn's((rnnd(ttiotp. Wler ist den Miih'en zur Cierstenveriniihlnnq lO"'n (Im Jtiminr .S" n) des Weizenqulndkontingen-te.s frpinnqebaii. Den Mühlen mit Vier-teljahrpsquoten sind für die Monate Januar Mctrz unverj^ndrrt 300"'n der Roti-qenivonntsqiiotp und .IfiO" n dei Weizen Mondtsquolc zur VeimihUinci freiqeiie-bi'Ti Auflerdein wnrdoii diesen Ntiih'en ?ni ('ierslenvetniahlunc( für das genannte Vierteljahr 20*'n der Welienmonati-grundquote freigegeben. Rückgang der ichwuizerlichen Zullein-nahmen. Die ständig «ich mehrenden Im-portschwlerlqkeitpn hal>en auch dio Zoll-einnehmen der Schwoiz im Dezember slaik beeinflullt. Dar Betrag helief sich aul H,ft Mill. sfre oder 3,4 Mill. wcnigpi als im qleiiheii Monat de« Vorjahres. Im .Idhfp 1Ü43 erreichten die Zolleinahmen den ßetraq von 122,'i Mill. sfrs. Im Vergleich zum Er(|ebni(« des Vorjahres mit 14,5,7 Mill. sfrs ergibt «ich für das ab-qolfUifrne .Fahr eine Mindereinnahme von 2.3,^ Mill. sfr«. Die Einnahmen aus dpi li*ikdÜHchen Helnstunq des Tabak«, die In den (jenannten Ziffern nicht ein-l)t c(riffen sind, erc|abon fiir 1^41 ,54,8 Mill sfrs oder M.7 Mill, sfrs mehr als Im Jahre 1942. ZulaKöttingen «n dur Madrider Bfirse 101.1. Im ,I ih'p in4.T wurden an der Madrider B(ir«e Wertpapiere im Werte von 17 4 Mid, Pn-seten N'oinbiahvert Tut Noliorunq an der Börse znqplassen. Von dies^'ni Ge^amtbetraq entfällt der rirößle Teil auf Staalspapiere. An neuen Aktien wurden nur 707.9 Mill. Peseten Nominalwert neu '/nqelasfien, davon entfallen di® qrÖf^ten mit )e 100 Mill. auf die Union Rcsinera E«pnnola, den Bdnco Hi:«pann Amerlcano und den Banco Exterior de Espana. In Obligationen erfolgten nu' diei Emls«l(men mit insgesamt 120 Mil) Pef^Hi' stelriache Radrennzeit wird am lö. Aprl mit dem Hans-Rinner-Gedenkiennen ihren Anfang nehmen, .^usgesrhrieben sim' bisher noch folgende Rennen; am 14 Ma das Faftiselberqrennen, am IG. Juni dd Rundstrecken In Fernitz, am 21. Aiigu« das Rennen rund um Graz. Darüber hin aus folgen noch die unterstHrlschen Ra<' rennveranfitrtltunqen,, deren Foli(e dprr nächst bekanntgegeben wird. * Fußi^ll-Oherklasse am 13, Febru» Nafhdoin die Ndchtrin. du t) -f (Iii ♦ inzirjC; wenn du einmal heiui ti st, dann muß ri»- n M um ("leschwue P I bie? vetden, d.iinit das Amt in lU ■ rdin lie h!ei!)t. « Kurl Ificlile. Da sied wir ja (|leirb und ijleich , s.Tfile er, d.i miissnn wir du zueinander sacjen. ^'.irie waif den Mund hmoUend auf, -ri k'e mit di.'t; Achseln und ging .iiis dl" Ci.is -.iiihM, Da Sdß nun Kuit (dli'n, und ein wuh-Iigi's f>"hi(i<"i il.eikadi ihn. Er dachte a (Lis M 1(1 hi n d.is h-dle ti.uhshli-'ncb' IKidie in einem Mi hwerc i 7'»pl iiufge-f" !vt zu f inem Vi sl und ein rot und v. rir.es Aptelqe'ichir hi-n mit strahlr n-d< 1 b'duen ■\uqi'!i Fi s( uf/lf! leicht au' 1 :id fi.ic ble: \\ » nii man )el/t ein Vi'i|f'| Vd'i-, (l.iiPi h.'ult- in.i:i r n Nfit. d'.'iin f is' r''diliii(]. U'id Mllru Sifalle (('Uq gelegentlich einnuil jcunand voiliei, etwa ein bedächtig altes Weihlein, d.is ein löpichen sorgsam mit beiden Ilanclen trug, Vom Dom kam ein schweres Ge iäut, die diidein Kiicbenglocken fielen hammeincl, Iciulend und bimm'^lncl ein Kult >>ah in die Ecke, in dei Marm in den K« llei hliiabgeskieqen war. um das Bier zu holen i zuletzt wai noch ihi Ko|)l( heil mit dem sc hweren Maainest zu si'beii gewpsun, sie hatte noch einmal schnell den Kopt zu ihm ijewendet und bfilte Ireiindlich gelacht, >-Sie ist iiiis guter Familie', dachte ei, »und ist qe.siind, und hat zugreilschi f lande, und hat ein frohlic hgutes CieiuUi d.: wriie ifli wohl tretllich aulgehoben. Marie kam wioler in das (ld<»l/iminei Sie hritle einen lnl(>r in der llanci, flen lecite sie voi Kurl hin und S'U|te; »Dos is; ein Ldiitenihaler Ausb'Mitestück. den Tidei wollte der Vater nicht an^qetten weil er so ein vereihtes alles Stück ist di'slioMi hrtt er ihn inii qeschenkt, di'nn er sagte; ,l3n hältst es schon zusammen das ist eine Siinde, so ein Stück aus/u qeben.'c K'irt nahm den Taler in die (■'^•nd un 1 lu trac biete ihn, indessen niif der ande ren Seile dei Tisches Marie stand den einen \rm nnlerc(nsc blaf]en und das Kimi ant die andeie Hand qeslüt/t und ihm diifiMerksnm zuschniite ^>Das ist ein schcines altpe Stücke «aqtp Kult, Mla^ verstehe ich. d^nn ich habe sc hon selber Muster in Buchsbmiin ([«■■schnitten nach denen der E'sensrbncd-dei dann arbeiten konnte * > Das Sillier war vo'i der Sanct Jii-C( bscfndu' die nun el-en obgebaut ist-, c|le Marie cieshrill) steht nuf der Vor-de; seilp Sanc t .Jacob mit dem Stab und Buch und Muscheln an dem Hut, und siehst du aul dei Lide liegen Muscheln, und daraiii cfeht tuirh die Umschiift, die kann Ich abei nicht lesen, denn die ist iateinisc h.» Kurt drehte den Taler In der Hand und las langsam; »Es heißt: , Wäldei qekonimen sind da haben sie den wil den Mann gotroflen, mit dem haben sie erst kämpfen müssen, bis sie ihre Arbeit anfungeti konnten.« So sprach Kurt belehrend, und Marie hurte Ihm andächtig zu. Dann nahm sie ihiei Taler wieder zurück und sagte; »Da von hat mir mein Vater auch erzählt, wie der .Ahn zuerst nach Lautenthal gekommen Ist, das ist vor über hundert Jahren gewesen er sagt, es sind wohl anderthalb-hnndert Jahre her, wie der Herzog Heinrich regieif hat. Da ist er mit den Bergleuten nach Lautenthal gekommen. Do hatte er nMmlirh eine Runse beobachtet, in der wuchspn Goldmllchkraiit und Bmspn, da hat er abgeteuft, das Ist nun der Sanct Jacobschac ht. Aber den wilden Mann haben sie damals nicht mehr gesehen, den hatten wohl schon die Alten vertrieben.« Vor Eifer errötend erzählte sie, und Kuit fühlte, wie ihm das Herz schlug, und er hiltte aufspringen mögen und das Mädchen in seine Arme schließen und küssen. Aber nun saß er doch auf der Bank, unci vor ihm stand der lange Tisch, auf desspn anderer Seite Marie standi da hStte er sich zwischen Rank und Tisch durrliquetschen müssen, und plötzlich schämte er sich seines Begehrens und sncifp bei sich: \^'ie kann ich denn pIn ehrliches Mädchen begehren, ich habe ja nichts, davon ich einen Hausstand becrründen kenn, und ehe ich eine Stelle finde, das mag lange währen, und eine pwic|e Brnutschaft, das ist nichts für ein Mädrhen. Indem trat der Wirt ins Zimmer, schwer und qroßi Marie holte ihm schnell einen Stuhl und setzte den an den Tisch Kurt gegenüber, wo sie gestanden hatte. Daiin ging sie wieder nuf ihren Platz und ndhm ihr Strickzeug zui Hand. Dar Wirt legte seine Arme schwor auf den Tisch und iallele die Hände Er trug ein gestricktes braunes Kaniisol, und un ter den Armein unten kam weiU der Hemdbund vor. »Hat es dem Herr» (jeschmecktT fragte «r »Der Sj)eck ist von unsern Schweinen, das Brot hacken wir auch sellier von unserm Korn, und ich habe auch im städtischen Biauhaus eine Brau zeit. Das Mädchen haben wii zu uns ge nopimen, weil sie mii Bruderskind ist In Lautenthal sieht es schlecht aus. Vori ges Jahr Ist plötzlich die Laule versiegt Wie von der Erde verschiutkl. Der Mül ler, der seine Mühle hinler Lc^^itentha hat, kann nicht mehi mahlen, er kanr seine Mühle zusperien. Und vor zwe Jahren Ist mit einemmal der Eizgang zi Ende, der Laulenthaler Hauptgang Da' Ist ja wohl schon frühei einmal gewe sen, aber da haben sie ihn immer wie dergefunden oder haben eine Abzwel gung entdeckt. Aber jetzt: plötzlich vpi worfen Die Gewerke haben kein Geh niehri sie sagen: .Zubußgruben sind eh schlechtes Geschäft.' Da Ist hier gleicl in Langelsheim ein Herr von Uslar, eir junger Mann, Die Familie hat viele Kuxe die hat einmal grofle Erträge gezogen Jetzt nichts mehr. Und was mein Briide ist, nun, der sagt: ,Mein Vermögen habt ich auf dem Laulenthal vprdient, da soll es auch bleiben.' Was macht er? Er treib» einen neuen Stollen ein. er snqt. d kommt er auf einen neuen Hang. Nf> Ich wünsche ihm ja, daß Gott ihn sen net. Er Ist ein guter Mann, Aber ich n seiner Stelle .., aber Ich will nichts sc nen Er Ist auch ein klurier Mann.« ■liTiiiiiiMiiiii liiiiMiii Ii iiiiimni mm V-iiu tiel"n .■schmei/e O'fülll, gilben wir die • .iimyc i\ac hri( hl, d iß uu:^or hebi^r (jatte, Vtilei, Sc li\, u jei- und (jicirivatei, lleri Ferdinand Grciner am Miitwinh, den 2, Februar 1941 nach langem, sc bwj iem 1 e ilen, veischieclen ist. D'i Ui';-4ri/uiu| des tcfiiren Verstorbenen findet FiiMldo den 4 Febiu.u l'M4, um 1.5.30 Ubi, von der Kapriic des Städtischen Friedhofes in Draiiweiler aus hl,dt. M Wo l:i 10. 19.45 Uhi DonnersUij, 3. Februar — der Film Der Biberpelz Hilf llcinrirti (>eorg«. Ida WUil. Subln« Peteri, Hein» 1^. Cluvt unu Alhert Flordth. FUi lufirndllclip nichl _ RurU-Lichtsplele Cilli SX"""" Wo 17 u n JO Uh. So !4.30 I? u. IB.jO Uhi Dunnerit^g. 1. F«^ruar Der zweite SchuB mit tiuii Nlcal«||l. lUnna Will, BIchaid HIvMcr und E. V. Kllpsteln — Ü-e Liebe iwoisr MSnnef *u einem »rhrtnt^n M.idihen Ut die Ursarhe eine* Zwelkamplei. i(i>Ksp)i llixirrMochHndoi Ausgang die (esielnd* Hand luny dieses unterhaltsamen Prag-Flln« baitimnil FOi Jugendliche nicbl «unvli*Mnl Metronnl-Lichtspiele Cilli_ Donnerstag, 3. Februar ToUe Nacht Marlt Harrell, Gustav Frflhilch, Theo LlMtii MaHiia Rtod und Wainer Stock. — Spiallaltungi Theo Lingan FQi Jugondllrli«' nlrhl lugalaaswal Toniichtspiele Deutsches Haus _P e 11 i u Freitag, 4, um 1^.4.') Uhr, Sanislagi S- um 17.30 u. 19.45 Uhr, Sonnlag A. Februar um IV 17.30 u U 45 Uhr So ein Mädel vergiBt man nicht Kriiiiinal-Luttspiel mit Margaretha Vtby und Sleglrled Johanosan. —■ PUr Jugendllrhe nicht lugalaitcBl Ton-Lichtsplele Stadttheater Pcttau Dimneiitng, 3. Februar Helnx Rllhmann, Hans Brauiewaller, Joial Sltkara Trude Marian in (ilrrni l.iigtsplHl voll herzhaften flumuri: Das Paradies der Junggesellen FUi Jug«tndll'-t,e nlrbi rugelaaiaal Licntsp^eltlieatcr Trilail Donnerslag, 3. Februar Die unentschuldigte Stunde nilt Gusll Hitber, Guill Wall, Haaa M«ta(< TkM LIngen, Dagny Servaea u a. — Splelleitungi E. W. Einit — Musik P«iul Hün % FOr lugundllrhe nlrhl (iiflelaitflBl | Bis 7. Februar dnr Märchenfilm MARCIIFN UND PAIELN Filmtheater Tüffer Tel 14 Dcninursl^, 3. Februar um lfi.30 und 19.30 Uhr Der ewige Traum Pill Ingendhi'ie ilnlei It Jahren alckt mgulaiienI Wir suchen im Randqeblet der Stadt Cilli ein MAGAZIN (ür reine, unqcfährliche Waren. Fernruf CUii 10, erleilt nät^erc Auskunft, 345 [■: Frau Sch. Ist Eisenbahn-Schaffncrin — ober Ihr Haushalt weiter. Am Waschldcj miu ht sir i's so. W«nn tio viin ddhuun (ort Ist, lätU li«- die WÄ-K wird die Wasche (juHcliunt, weiiii.nr Waschpulvm und Kohle ge-lirauclii. Vielr lierufstiltiye Pfducii wissen sich huute auf diese einfache Weise zu hülfen. Der der >Marburt{ei Zeitunjt* Ist ein« Fuodffrube günstiit«! An« debole aller Artl Es fehlt finch Ihre Anreiöe' „v ,D'i'. o" !> ifdcr »elr'fl»»- «Obrer Hüll diih ' Veroriliitii'ii-uim Smtiiilir dea Chrtfr dei lilvllverwulrunc In dei Untrr sr«>lermur)' lesen Bey.uO& preiH monutlicb S*I01T> Uf % UM t.'JS He- Diellunfien sind an dir Gc Hchfiftttsrellt ;des Verord« ^nun^s- lind AmtshlBttcR Mnrhtirtf'Drai. B(id|}ussr nii richten Wohnort- u, Anschriftänderunfj milHsen iinHer«' Poslhpzlehpi solor» dem /uslÄr llfien PoHiHnii inirhi dem Ve lag) melden »Mnrhurgei Zellnnq* Verfrlebnahipltirnr T Amtliche _Bekanntmachungen Der Chef der Zlvllverwaltung in der Untersteiermark Der Bcäuftraqte für Ernährung und Landwirtschaft CdZ LE K 1/10n Fahirad Iskia, Rrunndorf, Brunndorfei Rj^e ,30, 861-11 Tausche Damenrad (leqen llar-j inonika, Ruiulliink oder Kin f deiwcigen Wolfqdiuiqiisfte 22 ! Neudorf. B54-14 I " - I Tniwche Zwllling^sporhvagen I oder eintcii h. Si hlcilwciiion gc-I qeu Tisf h'ip.irhei d, .\n/ulta ' «len in dei -.M. Z. , Marbuiq ' (Drau) 852-14 ' Tausche eislklassKjes llerren-I iahrrad, komp.ell, (u-gen ia-I dellttsen SlaubsiUKici (Marke Prolos oder Clektroluyi ode.f' Knabenlahrrad Wei tauscilei^^jj, Anlracien bei 1 Infi mann, Ob/jir. KF Park, NJarbuiu-I^'du 'Tlb 11 ( Seite 6 * Nr 34 * ri.iii.t g 3 F nr'iar V 1 MARBURGER ZEITUNG Deutscher Künst^erempfan^ in Barcelona Im Rc|o-pränte d."'iitsfhp Note \eil('ihpii, veran-stallefp fipr f'riils'hp fleiipi-.ilkoiisiil Dt Kroll p'ppn Cmpiriiui liir ilip Spilzenvpr-trpfpr der spdn'scht'it p^litisf hpn militii-risrhpi, kiiHiirplIpn. wirUrh.ittiirhpn, iourm!'«;t'srh"n und rrp-plUrh iftlic hpri Krpi-^p t'lnriis nnd Mitnlipder drij deiitsihpn Kii'wfle'cri'SPinlilrfi Dor nmp-(anq ncst i'lple sm Ii zu pi'ieni (jp'-pH-«'"b.ifHirh-D'^ütisfhf'n E''pi(inis puI flpm BkIph der 'iPViHinflprunqewiirdiqpn r'eul sehen Miisikpflprie im beftPiindpfen *>01-nipn im fiinfipn Krip(|sjfihr D'p fiistp wiirdpn dnrrh dpu'schp f-iedpr npsnnnrn von Riiriolf Gons7()r, C'ohd W.'rkprs tind Hpinrirb P^iisinq (im Flii'fel CJtto \V>nk-Ipt), ül:prrr)srhl DIp imtpr don n;istr>n anwp'=.pndp sputisrhp (ipprnsänMPrin Mercotlps Caiisir sanrj Aiipn aus »Tra-vicita <]nd 'M=id nnf Biillp-fly Hie Kt-irkp olfizipllrr PprsörUkh- kp'tp'i und ilor M'olilriplunqpnp dpul«:'~h-sn;*njsrhp Emnt mi h-ibpn 'D dpp au^führ-llrhpn ^P'inisrbr'n Prpssphprirhtpn ein svtnpalh'''rhps Echo qefu/idpn Die Wienc»- S^ntfe^knabcn in Budapest DIp Wipupr Sänqerkricihen qahpn im qrorton Snal der Bucia))pstpr VUnikaka-demip pin Konzert. Das GttsL^piel des dpiitsrhpn Chors fiind so ipqps Intprcissp, daß das Konzert am fnlrienden Abend wiederholt werden mußte »Müp''*'hnnsen<'-Fflm als Kulturwerber Opp Erfolq dps Uf'i-Farbfilms • Vlünrh-hausen hat in mphreren Ländern Verlo-qpr dazu anqerpqt, die Gesrhichtpn NfünrhhauäPns neu hprauszubrinqen. E« crschpinf pinp Neuao«in'Tbp in I-follard und 7wei, in flämisther nnd französischer Sr>rafhp, in Rplriieii. Eine «chwpdisrhp Ausctabe wird an(|ckiindiqt, Ein slowakisches Kammertheafer fn Tnrz-St, Marlin wurde das erste slo-Wiikir.rhe Kamnierlbealer eröffnet. Es handelt sich um pine Lipbhaher-Bübne, die als ständiqe Einiichtunq den slowa-kisrhpn nülpt^intpnfhpatern und L?ipn-spielscharen in der Auswahl der Sfürke und der Inszenicrunqsart Vorbild sein soll Der nifhier Hans Rehherq las in der Vo'ksbildunasstättp der Deutschen Ar-bnitstroiit in Paris vor einem aufqpsrhlos-senen tmd dankbaren Publikum aus seinen VVpiken u. a. aii'; seinem neupn l'-P:Aus AU mach Neu« im persönlichen Leben wirklich entbehrlich? — das wird als ein erhfjbendes Zeugnis der liefen Verbundenheit /wischen Kunst und Volk, zwischen Theater und ßesg-cherschaft In die Annalen der deutschen Kulturgeschichte eingehen Rekordbesuche der Theater sind üblich qcwor-clen, aber in vergnügungsarmen Zei'en nicht weiter verwunderlich In der Not erst bewährt sich d'e Treue. Daß Theaterspielen koin entbehrlicher Luxus auch im fünften Kriegsjahr ist, das beweisen solche Zeugnisse der Verteidigung des Theaters aus dem Volke selbst. Die Leipziger Theaterführung und Künsllerschaft werden die Vertrauens-kundqebung der Bevölkerung nicht unbeantwortet lassen In wenigen Wochen schon sollen an drei Ausweichstellen In der Stadt Schau«!piel und Oper einen provisorischen Betrieb wieder aufneh- Lieben Sie das Saxophon? Von einem vielumstrittenen Musikinstrument und seinem Erfinder Deutsches Schaffen in Kutisi und Dichtung. Die ausländischen Dozenten der deutschen Hochschulen trafen sich in Salzburg Im Snizburger Trotlpii der in Deutscb-Icind tirbpiipiidcn ausländischen Dozim-tpii, ubor dcsspu Eroflnung durch d(Mi HpI'li.sdnzpntpiitiihipr Prot. Dr. Schultz iuislühilich burichtet wurde, stand im wpitf^ri'n Verlauf das Kunstschaflen Salz-burc|s im Mittplpiiiikt. Dpr Li ilor dt's Sal/burgcr Gaupressp-amlps gab den ausländisclipn Ciaston auf eini'r Fiihrunq durch dio Stadt, deren ncitürliciips Wachsen aus der Land-sch.ilf zu verstehen und zoiqtc an bo-soiulprs kennzeichnenden Beispielen, wip eine bedeutende Ci^sdiichtp mit ihn n wi't hsclvollen Ereicjnissen und gpi-stif|pn Stri.numrien das Antlitz der Stadt fonntp und piagte l)i r Landcsplaner, Dipl.-Ing. Richard Sclileq''!. »niwickelt" ip einem Vortraq dii* B(Ui';pscbichlc^ Salzburqs in den U'tzti'n *^'>0 Jahren, also seit dem Zeitpunkt, un die wcilscbaitendon Pläne \>'nll Di(trlchs, des qronartig>;fen aller Salzbiirn^r Fürster'biscli'lte der Stadt ihr Gesirht Ein Besuch des be- rübintpo Sal7hi'rrr.->r N'Taiion'Mtpntheaters mit einiH Darslf>lbnuf des alten Piippen-sniels von Di Faust folqte einem Vortraq von Prof. Dr. Fricke, Siraßburn, übiM Goethes Straßbuiqei Wandlung und Rezitationen von GoetbeT Balladen durch Asta Südhaus. Am vierten Tane sprach Prof. Benno von Arent iiber dtis Theater im neiu^n Doulschland untei besoiuk-rer Bsrück-siclitigiing des Bühnenbjls liPinaho aul die Slunde /u saqen wann sie ihip reesiebe los sein wiid. E-. wäie wuiidi'ibar. denkt David wi'nii er suh nun madil.q ins 7eiu| leqti:' und alles im Laden v(Mk lUlte! Dann bind«". Mutler nur leere Reijale und sfhbiqf d e M inde iibei dem kopj /iismimen O G'.tl, wiirt'e nie sacicn, hat lem ind ein-gobrorlipn? Aber D.wid lärhelte nui und /.ö-'e einen rie.sigen Sack unter dein La-flentisch hervor, dei wäre bis an den Rand mit Geld gefüllt, mit lauter blanken Silberstiicken . . . Es kommt auch schon jemand, der Vorstand Holla, sagt er, ist der Krämei wieder .uitqt^lfindon? Er will eine Rolle Kautabak, — bittp «( hr! Und dann gibst du niir noch ein Paket .M.dzkiillee sacjl ei die qeringe Sorte. Gilt, aber D-ivid kann leider keinen Malzkalfee finden Darl es nicht ein Stück l>ernseite sein? Die wäre zur Hand ' Nein sacit riei Vorstand, d.inn laß nur, es eilt nicht Er sucht sich eine Handvoll Scbnhnäfiel zusammen eine Dose Leder-scbmiere. So, d-is wäre allP'S Was bin ich dir schuldici? ,Arh ja, wieviel denn nur? D'ivid nimmt einen Zettel, er benetzt den Blpi-Stift zwischen dpti Lii)pen und längt eine umständliche Rechnung an Der Vorstand hilft auch mit. wir mü"ssen einen Strich marhPii, meint David, ein Strich muH auf dliü i'allt: Uuiuiilbi »ma. I JavvrJit sechs und acht und neun, bleitit zwei — wjgso dtnn, sagt der Vorstand das kann c'och nicht stimmen? ; D.ifüi kaule ich mir ja eine Kalbin, sagt ! ei, ^ch frcjilich, weil David den Punkt \ pi fU'.«"ien hati MU einem Punkt dazwischen ist alles in Ordnung Bei den anclorpii Kunden ist der Handel wcniqer leicht zu st hlichten als heim \^»istand Es erscheint die kleine Fran-^i"ka von (Ten Webet leiden Bi*i /.ut \a«e ist sie in ein gioDüS Wolltuch geknotet, ein grauet Knäuel, dei auf dünnen Filz-helnen läuft Franziska bohrt die Hand durr't) die Hüllen und läßt zwöll Groschen au«! der gobüllten Faust auf den Ladentisch fallen. Wti6 willfit du denn haben? fragt David. Keine Antwort. K.innhl du nicht reden? Sag doch, was du heimbringen sollstl Finsteres Schweigen Franziska zieht die Hand wieder in ihi Gehäuse zurück und wartet. Daraus wird in Ewigkeit nichl« man muß die Sache von einer anderen Seite her anpacken Wenn David dei Reihe nach auf alle Dinge zeigt, die e« im Laden gibt, dann wird sie ja schließlich das Ric htige finden. Ist es also eine Erbswurst? Eine von diesen Kuhkellen? Npin. Vielleicht ein paar Schuhriemen? — Oder dieser Topf Marmelade? Auch uicht. FtdU£i«k« tolgt dem Fin» ger Davids mit den Augen, aber sie bleibt stumm. Nun, was denn nur? Etwa so eine Mauselalle? Möchtest du diese kloine Gießkanne haben, sieh her, rot angestrichen mit Blümchen bemalt? Franziska betrachtet die Kanne und plötzlich nickt «ie heilig mit dem Kopi. Gpfundenl Wer hätte auch gedacht, daß die Weberia mitten im Winter nach einer Gießkanne schickll Wenn sie aber glaubt, so ein prächtiges Stück sei für ein paar Kupfcrlingo haben, so irrt sie. Dor Preis steht nngesrhrieben. War das nicht ein Meisterstück an Scharfsinn? Gewiß, aber die Weberin ist anderer Meinung Nach einer Wc^ile kommt «ie «elb«t gelaufen und Ist außer sich vor Aufregung. Was daß heiße, z.c-tert sie, ob man sie zum Narren halten wolle? Seit Wochen schickt sie das Kind jeden zweiten Tag nach einer Kerze, die Spat sen wüßten dae schon, und nun brachte Franziska plötzlich diese lärher-liehe Giel^kanne nach Hausel Sieh dich vor, sagt dio Weberin aufgebracht, daß ich dir die Spassc nicht austreibel Nun, was da« betrifft, erklärt David kühl, so sollte sie lieber trachten ihrer Tochter das Reden beizubringen übrigens macht David jetzt Feier-übend, die Mutler rutt zum Essen Ei schließt die Laden und schiebt den Balken vor, und zum Überfluß stcjllt er noch «inen Stoß Blechtöpfe an die Tür. um nächtlichen Mordbrennein dad Handweik zu verleiden. Deutsche Aulgaben im besetzten Osten Vor de.m Lehrkörpei und den Studierenden der Universität Münster sprach Gauleiter Dr. Alfred Meyer über »Die deutsche Aufgabe in den besetzten Ostgebieten und ihre puro|)äische Sendung« Er entwarf ein Bild von den Aulgaben der Verwaltunci in den Ostgebieten. E^ sei eine geschichtliche Zwecklüge, wenr von bolschewistischer Seite ein emhoil liehe« Volkstum als Grundlage des bol fichewistischen Staates dargestellt wer de. Vielmehr sind die zahllosen slawi echen unrl nichtslawischen Völkerschaf ten des europäischen und asiatischer Ostpns erst im Laufe weniger letzte Jahrhunderte unter dem Zarentum den russischen Reich unterjocht worden Diesen einzelnen Völkerfichaften werdt Deutschland wieder zu ihrem völkischei Eigenleben verhelfen. Freilich müssei sie dem europäischen Neuaufbau eingp gliedert bleiben und können keine Selb «tändigkeit auf dessen Kosten beanspru chen. • Die Ostlandfrage ist nicht nur eint solche der dortigen Völker, sondern ir hervorragendem Sinne eine deutsche unc europäische Frage. »Gerade Sie«, so fuh der Gauleiter fort, »meine jungen Aka demiker, die Sie einmal die geistige Füh rerschicht stellen sollen, sind berufer dieee Frage mitzuerleben und an ihre Lösung mitzuarbeiten.« Der älteste Maler Münchens Im fast vollendeten 92. Lebensjahn verstarb in München der Maler Car Schultheiß. Mit ihm ist der letzte aur dem Kreise einer Künstlergeneratior abgeschieden, der Oberländer, Defreg ger. Grützner, Lenbach angehörten. Vor Ihnen und dem Münchner Kunstleber vor der Jahrhundertwende wußte der alte Schultheiß ungemein anschaulich zu erzählen. Sein Gedächtnis reichte aber noc^ weiter zurück, denn als junger Mensch halte er den greisen Moritz v. Schwind kennengelernt, und mit Carl Spitzweg verband ihn die gleiche Vorliebe für verträumte altmünchner Motive. Als Schüler von Wilhelm von Diez war Schultheiß als Vertreter einer soliden Tonmalerei angesehen. Ein Klaviertno mit Saxophon Von dem Augsburger Kapellmeister und Komponisten Dr. Heinz Röltger, dessen gis-niolI-Symphonie erst vor kurzem in Dresden uraufgeführt wurde, gelangte jetzt in Augsburg eine Trio-Serenade in B-dur für Violine, Altsaxophon und Klavier'zur Uraufführung. Es handelt sich um eine ungemein reizvolle Komposition, die in sechs aphoristisch anmutenden kleinen Sätzen eine Fülle origineller Einfälle zu einem Klangbild vereinigt. Röttger erweist sich als ein Tonsetzer von eigenem Wuchs, Dia Verweridung des Saxophons an Stelle des Horns erwies sich als ein äußers* glücklicher Griff und eine wertvolle Bereicherung der kammermusikalischen Ausdrucksmittel Die Wiedergabe, mit dem Komponisten am Klavier, löste stürmischen Beifall aus. Karl Henel Musikwissenschaftler Robert Lach Der ehemaliger Ordinarius ft^ vergleichende Musikwissenschaft an der Wiener Universität, Professor Dr. Robert Lach, beging in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Schon sein erfites große« Werk zur »Entwickhing der ornamentalen Melopopsie« reiht Lach unter die Becfründer der vergleichenden Musikwissenschaft. 1916 ergriff die Wiener Akrtdomie der Wissenschaft die Gelegenheit, den Kenntnisreichtum des Gelehrten zu benutzen, um dvch ihn an d^n Kriegsgefangenen des W^pltkrieges, die aus allen möglichen asiatischen Völkern und Stämmen bestanden. Sprach- und Gesangsanfnahmen machen zu lassen. Von der Fülle seiner übrigen Arbeit gehen rund 200 Vcftöffentlichungen Zeugnis, unter denen sich Bücher wie: »Mozart als Theoretiker«, eine »Geschichte des Gpsellschaftfitanzps«, »Das Rassenproblem in der Musikwissenschaft« befinden. Aber auch als eigenschöpfcri-«eher Musiker ist Robert Lach erfolgreich hervorgetreten. Erfolgreiche deutsche Voiksgruppen-Bühne Die Landesbühne der deutschen Volksgruppe im Banat und in Serbien, die vor einigen Monaten ihre künstlerische Arbeit aufnahm, gab im ersten Vierteljahr Ihres Bestehens 49 Vorstellungen, die von 37 000 Personen besucht wurden. Die junge Bühne füllt mit ihren Gastspielen im Volksdeutschen Siedlungsraum des Südostens eine kulturelle Lücke aus. Auch im Belgrader National-theater und durch Einsatz in der Trup-penbptreu\ing bereitete die Landesbübne mit Werken von August Hinrichs, Kurt Bortfeldt. Franz Streicher und Albo de Benedetti den deutschen Soldaten und den Volksdeutschen viele fröhliche Stunden. »Nordische Symphonie« von OUo Briles. Im Staufen-Verlag, Köln, läßt Otto Brüe« als Verdichtung seiner Eindrücke von Nordlandfahrten ein Buch »Nf)rdische Symphonie« erscheinen. Ein Streichquarlelt von Georg Mantel dem oberrheinischen Kom|)onislen, wur de in einem Konzert dor Staatlichen Hochschule für Musik, Karlsruhe, urauf geführt Heryhert Menzel hat soeben ein neue--dreiaktigps Bühnenstück »Der Briefe vollendet, das der Autor selbst ein ern stps Kammerspiel nennt. Die Handlung spielt im Frankreich des Jahres 1943. Das Theater an der Reoperbahn und d'e Volksoppr, die beiden Hamburger 0|>erettenbühnpii, haben sich zu einer Kriegsarheitsgemeinschalt zusammengeschlossen. Zwei Rumäne von Cetar Pelrescu, Im Wipnei Verlag erscheinen, übersetzt von Oscar Paulini, zwei Romane des rumänischen Schriftstellers Cezar Pelrescu: »Der Schatz des Königs Dromichet« und »Dai schwarte Qolü«,