VtinwnMiM - fnl(t Kür Laibach: S«»ljLhrig . . 8 fl. 40 kr. halbjährig. . . 4 „ 20 „ »krt-ljLhrig . 2 „ 10 „ «esettich . . . - „ 70 „ Mit der Post: »«»,jährig............1» fl. tzÄdtYrtg............. 6 „ »«trlMig 3, ffit -ustrldwg in! Hau« »tettli. 86 (r., wonett. S ft. ftajdac «tanutn 6 ft. Laibacher TJ ingblatt. «nonymr Mttthrilmigrn werden nicht brrückfichtigt; Mmmscripte nicht zurüSgrsmdrt._ SeNtite» «ahnhofgaffc «r. 138 «»»»Aili»«-» 3*f«t«tes= V«re««: Longrcßplatz Nr. 81 (Such« Handlung von Jgn. v. Stein-mayr & Frd. Bamberg.)^ Jnsertianspreise: Für die einspattige Peti„„ 5 4 lt., bei zweimaliger schaltung ä 7 tr., dreimal« ä 10 kr. Steine Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 190. Samstag, 22. August 1874. Morgen: Philipp B. Morgen: Bartholomäus. 7. Jahrgang. Zur Revision dek Gemeindeordnung. (Schluß.) DaS Vorhandensein geschäftskundiger Gemeinde« beamten werde Regierung und Reichsrath in Versuchung bringen, den VerwaltungSgemeinden noch mehr RegierungSgeschSfte zu übertragen, als dies schon jetzt der Fall ist; dabei werden aber die kleinen jetzigen Gemeinden doch nicht entlastet werden, weil die Verwaltungsgemeinde zur unmittelbaren Aus-führung ihrer Obliegenheiten, sowie ihrer Anordnungen in allen Theilen des Gebietes Organe bedarf. Ohne also irgendwie entlastet zu sein, werden die Gemeinden die Kosten der Verwalturi gSgemeinde: Besoldung der Beamten, Kanzlei u. s. w., die sehr bedeutend sein werden, noch besonderes zu bezahlen haben. Deshalb war Herr v. Kaiserfeld der Meinung, nicht die Gemeinden, sondern die politischen Bezirksbehörden seien anders zu organisieren. In der Verwaltungsgemeinde sei ferner von tiner Ortspolizei nicht mehr die Rede, die Polizei flttoinne in einer solchen einen ändern, viel wichtigeren Charakter; die Geschäfte müssen da nothwen-dig von einem geschäftskundigen Beamten besorgt werden, auf dessen Bestellung, Besoldung, Diszi-plinarverhandlung und Entlassung die Regierung sich nothwendigerweise einen maßgebenden Einfluß werde Vorbehalten müssen. DaS gebe dem geschäftskundigen Beamten ein solches Uebergewicht in der Gemeinde, daß in kurzer Zeit alle Angelegenheiten derselben in seiner Hand liegen werden; dann aber könne von einer wirklichen Autonomie, d. i. von einer selbstständigen persönlichen Bethätigung der Bevölkerung an den Angelegenheiten der Gemeinde nicht die Rede sein. ES wäre aber auch dieser Anschauung zufolge eine Ungerechtigkeit und eine ungerechtfertigte Härte, wenn man eine Gemeinde, die ihre Pflichten erfüllt, gegen ihren Willen mit einer oder mehreren Gemeinden vereinigen wollte, weil diese lebensunfähig fein sollen; man werde daher dieses Prinzip ohne Willkür und Härle niemals durch;uführen im stände fein. Von den Märkten und Städten wolle man aber hiebei Umgang nehmen, — einmal, weil diese größlentheilS zweifellos in der Lage sind, ihren Pflichten zu genügen und dann, weil die Interessen der Städte« und Landbevölkerung zu sehr auseinan-vergehen. Er werde dann aber für die neuen Verwaltungsgemeinden fast immer ein geeigneter Mittelpunkt fehlen. Nehme man auf die Verhältnisse der Gemeinden keine Rücksicht und habe man für die Vereinigung keine besseren Anhaltspunkte, dann werde man unerträgliche Verhältnisse schaffen und «Streit und Zwietracht in die Gemeinden werfen. Man wird bekennen, daß es diesen Argumenten gegen die zwangsweise Zusammenlegung kleinerer Gemeinden zu einer Hmipt ober VerwaltungSgemeinde an Wahrheit und schlagender Kraft nicht gebricht. Diefelbcn verfehlten auch ihre Wirkung durchaus nicht; die Majorität des steirischen Landtages ließ den beantragten Reformvorschlag vorläufig fallen und beauftragte den Landesausschuß bis zur nächsten Session die «eußerungen und Gutachten der Gemeinde- und Bezirksvertretungen darüber einzuholen und dem Landtage bei seinen Wiederzusammentritte vorzulegen. Demnach soll der Gegenstand in der bevorstehenden Session wieder zur Verhandlung kommen. Aber wie gemeldet wird, herrschen dar« über gar verschiedene Ansichten; die Einen sagen, der Gegenstand könne noch gar nicht zur Verhandlung kommen, weil man gar nicht im stunde sei, alle die eingelausenen Aeußerungen und Gutachten zu durchlesen, zu ordnen und übersichtlich darzustellen. Andere finden dies ganz gut möglich, halten es aber für besser, den Gegenstand noch länger unerledigt zu lassen, weil unter den gegenwärtige» Umständen doch nichts ersprießliches zustande kommen werde. Wie sich der krainer Landtag zu dieser Frage stellen wird, wissen wir nicht. Bekanntlich wurde in der letzten Session eine Resolution angenommen, in welcher der Landesschuß beauftragt wurde, die Frage der Gemel.ideteform im Sinne der Bildung von Hauptgemeinden zu studiere» und in der heurigen Session seine diesbezüglichen An« träge zu stellen. Auch in Krain ist alle Welt, die Klericalen etwa ausgenommen, darin einig, daß e« so nicht länger bleiben könne, daß eine Verschiebung der dringendsten Reformen um ein weiteres Jahr vom Uebel wäre, und daß somit etwas geschehen müsse, um unsere Gemeindeunordnung zu beheben, um den Gemeinden einerseits die Erfüllung ihrer Obliegenheiten zu erleichtern, anderer seit« aber Feuilleton. Auf den steiner Alpen. Im Juni wars. Die Wolken hiengen schwer und grau am Himmel und nässender Thau beugte die Blumcnköpschen zur Erde, wie schweres Leid die Dienschenseele. Aus der Kirche der Franziskaner in Stein strömten die frommen Scharen und manches Mtibige Schäflein mochte das gedankenschwere oder, ^rn« man will, gedankenleichte Haupt schütteln über drn Wanderer, der, anstatt ins Herz und Geist beendende Gotteshaus, hinauszog in die freie Natur, hin« auf die herrlichen Berge. Und freundlich und süß Röchelte ihm aus dem Haufen ein feines Gesichtchen ju und bot ihm den Morgengruß, ein Sonnenstrahl belebend und erfrischend wie für den Gescheiterten -Wtnschcnftmr auf ferner, öder Insel. Und weiter ^nd weiter gings entlang dem rauschenden Flusse, der seine klaren Wellen unaufhaltsam fortwälzte bis *n die grünen Fluten der herrlichen Save. Am Gast« 7.0ufc »zum gelobten Lande", wo statt Milch und Pvnig Schnapz und Essig fließt, vorbei und den hinan, b!« wo der heilige Primus feine tr-«‘Icht Wohnung aufgeschlagen und nach den Brkeh« rungsstrapazen in der Sakristei Schafmilch und Schafkäse zur Erquickung in Fülle bereit hat. Eigentümlich, daß es gerade Schafmilch und Schafkäse sein müssen, die ihm da vorgesetzt werden! Müssen wohl, wie ich calculiere, jedenfalls die meisten Stoffe zur Ergänzung des Körpers und des Gehirnes solcher Erleuchteter in sich bergen. Die Fernsicht, die sich bietet, lohnt schon allein die Mühe des Heraussteigens, obwohl dieselbe durchaus nicht groß ist. Weit ausgebreiiet liegt das Thal vor den Augen und unten am Fuße der Kleinveste liegt das Städtchen lieb hingebettet, und wie Enkel an die Märchen erzählende Großmutter sich schmie« gen, lehnen sich die Häuser an die zerfallene Veste, lauschend ihren Erzählungen aus längstvergangenen Zeiten. Links der düstere, jäh aufsteigendc Allstem mit dem finsteren ruinen> und waldbekränzten Haupte und rechts der Saldenberg, wo die müden Wanderer ruhen und den ewigen Schlaf schlafen, sanft und süß. Und weiter hinaus nach Norden die Alpen mit dem unheimlichen Grau der entfleischten FelSmasien, die, wie mit Todtenasche bestreut, gen Himmel ragen. Sie sind es, welche den eisigen Nord von ihrem Lieblinge da unten, dem kleinen Städtchen, abhalten und im Kampfe grau und alt geworden sind und obwohl alt, grau und rissig, dennoch in ungeschwächter, riesiger Kraft den wilden Stürmen Trotz bieten. Vom Prirno sanctissimo steigt man noch eine ziemliche Strecke aufwärts, bequem gerade nicht, aber doch ohne besondere Anstrengung. Unten im Thale bimmelte gerade Glockengeläute und die Pöller knallten und die Schäflein zogen, wie man es mittelst des Fernrohres beobachten konnte, scharenweise in die Kirche. Es wurde, wie ich mich noch erinnere, gerade irgend eine Feier zu Ehren des Papstes begangen, was für eine, kümmerte mich damals wenig. Lautlos lauschten die Berge und wunderten sich, wie man dort unten solchen Unsinn treiben und solcher von vernünftigen Menschen getrieben werden könne, wo doch nicht einmal ihnen in ihrer ganzen rouhett Unciöilisierthcit so etwas eingefallen wäre. Und ich erinnerte mich auch, daß ich als kleiner Bube, wo ich noch die Schafe meines Vaters hütete, jedesmal ein ganz eigentümliches Vergnügen empfand, wenn ich irgendwelchem Menschenkinde Pulver oder Geld für Pulver abschwatzen konnte, dann das Pulver in einen Strohhalm oder Schlüssel lud und inmitten meiner Schasherde abbrannte. Wie sie mich da anglotzten, so recht dumm vergnügt! daß sie noch ein anderes, ein. besseres Vergnügen hätten haben können, wenn ich ihnen nernlich für dieses Geld Satz fit auch mit aller Strenge dazu zu verhalten. Bei der Gcheimnislhuerei, worin unser Landesausschuß fein Wirten hüllt, ist es uns ganz unmöglich an-zugeben, ob elwaS und was vorbereilet worden, in welcher Mchlung sich "die dem Landtage vorzuschlagenden Reformen bewegen werden. Daß die Frage einer reifen Prüfung bedarf, dürfte auS dem bisher Gesagten klar sein. Da cs sich bei der Reform zunächst um zweierlei handelt, um den ungeschmälerten Fortbestand der Selbstverwaltung, wie solche durch die Gemeindeordnung vom Jahre 1864 normiert worden, anderseits aber um die zwangsweise Zusammenlegung lebensunfähiger Gemeinden, so taitn es keinem Zweifel unterliegen, daß wir uns im großen und ganzen für Aufrechthaltung der jetzt geltenden Gemeindeordnung ent« scheiden, weil eine andere Wahl nicht frei steht, als nur entweder für den Zwang oder für die Selbstverwaltung sich zu entscheiden und weil wir denn doch die letztere als die Grundlage der politischen Freiheit vorziehen und weil wir der Meinung sind, daß bei organischen Gesetzen, welche die Mitwirkung und Thätigkeit der Bevölkerung in Anspruch nehmen, nichts so sehr zu vermeiden sei, als der stete Wechsel. Bei allem dem bleibt nicht ausgeschlossen, daß wir die gerügten Mängel der bestehenden Ge Mtinbtortmung so rasch als möglich behoben und auögebeffert sehen möchten. Einem großen Uebelstande wird begegnet durch dir Dreitheilung des Wirkungskreises der Gemein den in den natürlichen und darum selbständigen, den local-polizeilichen und übertragenen. Im natürlichen Wirkungskreise sollen die Beschwerden an den Landesausschuß gehen und dieser die Aufsicht über die Gemeinden üben. In ortspvlizeilichen aber stünde der politischen Behörde die Aufsicht zu und sollten Beschwerden gegen Verfügungen des Gemeinde-Vorstandes nicht mehr wie bisher an den Gemeinde-ausschuß und von diesem an den Landesausschuß, sondern an die politische BezirkSbehörde und von dieser an die Landesregierung gehen. Dadurch wird es möglich, daß die politischen Behörden einen größern Einfluß auf den polizeilichen Wirkungskreis auSüben können, ohne die Selbständigkeit der Gemeinde zu geföhrbm. Wenn wir schon ein freies Gemeinde-leben wollen, ohne welches ein geordnetes Berfas, sungsleben undenkbar ist, so muß jede Gemeinde auch streng verhalten werden, jene Lasten und Pflichten auf sich zu nehmen, ohne deren Erfüllung sie eben nicht frei »ft. Eine solche Pflicht ist die Hai'tzhabung der Ortspolizei. Die Regierung muß diesbezüglich die Gewißheit haben, daß diese Polizei überall und in ihrem vollem Umfange gehandhabt wird und muß diese Handhabung im Interesse aller Bewohner geradezu erzwungen werden. gekauft hätte, ist ihnen jedoch wohl nie eingefallen,, meinen lieben Schafsköpfen. Eine Lerche ethöb sich in die feuchte Morgenluft und jubelte dem Schöpfer das reine, helle Morgenlied hinauf und bedächtig und langsam „mummelte" >zu meinen Füßen eine Schnecke an einem halbdürren Blatte ihr Frühmal. Versuchsweise nahm ich ihr dasselbe und hielt ein frische« hin. Aber sie biß nicht an, es mar ein-Bel-iadonnablatt und das batte sie gleich herauSgehab', And erst, als ich ihr bas alte bürrc Blatt wieder hinhielt, „mummelte" sie auch wieder weiter- So mag wohl auch ber unverdorbene Naturmensch instinktiv vor so manchen Neuerungen im modernen Menschenleben zurückbeben, weil er wohl ahnt, btm sinnbetaubenben Duste folge mit bem Genuffe selbst zerfetzendes, todtbringendeS Gift. Der Weg zieht und winbet sich nun an ben Abhängen hin, ziemlich glatt und eben, senkt sich dann, um bald wieder im verschlungenen Zickzack ibergan zu führen. Aber dann ist man auch oben. Än der Einsenlung unten liegt einsam eine Hirten-Hütte unb ein Bache«baum steht daneben» ihr Schal» trn bietend vor den heißen Sonnenstralen. Hie und da wtibet einzeln ein Rind auf den grünen, saftigen Watten und au» btm bmttlen Fichtendickicht Im Hinblick auf die Ortspolizei wird auch die Frage beantwortet werden müssen, ob es gut und wünfchenswerlh sei, baß dem Gemeindevorsteher das Strafrecht übertragen bleibe. Gerade diese Bestimmung war mit ein Grund, die bisherige Ge-meindeordnung in Lerruf zu bringen; denn die Gemeindevorsteher, wie sie jetzt geartet, sind in den meisten Fällen nicht die geeigneten Persönlichkeiten für solche Acte der Strafrechtspflege. Dieselben dürften wohl in ihrer überwiegenden Mehrzahl selbst beistimmen, wenn die liistige'Verpflichtung zur Straf. Verhängung über ihre Gemeindegenoffen und zur Strafdurchführung ihnen abgenommen würde. Ein Ausweg wäre leicht zu finden und eine entsprechende Aenderung in das revidierte Gemeinbegesetz aufzunehmen. Bei jenen Gemeinden endlich, welche wegen ihrer allzu geringen Einwohnerzahl und ihres geringen Besitzes nicht lebensfähig, b. H. unvermögend sind, jene Pflichten, welche ihnen nach dem § 24 des Gemeindegesetzes obliegen, zu erfüllen, bliebe nichts anderes übrig, als sie für die Dauer ihrer Unfähigkeit mit anderen Gemeinden desselben Gerichtsbezirkes zu einer gemeinschaftlichen Geschäftsführung im ortspolizeilichen und übertragenen Wirkungskreise durch einen Landlagsbeschluß zu vereinigen, d. H. imperativ zu einer Verwaltungsgeineinde zusammenzulegen. Wenn der künftige Landtag die an gedeuteten Reformen durchführt und das Anstößige aus dem Gemeindegesetz beseitigt, so wird dies den Geist der Autonomie nur befestigen helfen. Wenn man aber alles gehen läßt, wie es eben geht, so gerathen wir schließlich dahin, daß das Gemeindcleben ganz erstirbt! Bei den gegenwärtigen anarchischen Zuständen ist es nicht abzusehen, wozu der ganze gemeinderäthliche Apparat von Bürgermeister, Gemeindebeamten, Ge-meindediener, Gemeinbekanzieien u. s. w. bienen soll. Politische Rundschau. Laibach, *22. August. Inland. Der I u st i z min ist er hat einen Erlaß an sämmtliche Oberlandesgerichte ergehen lassen, welcher bie Handhabung der ConcurS -Ordnung betrifft. Das sehr umfangreiche Schriftstück gibt Kunbe davon, daß Dr. Glaser ebenso wie im Schaffen neuer Gesetze eifrig, auch energisch in der Aussicht über bie Durchführung ber bestehenben alten wie neuen Gesetze zu wachen versteht. Namentlich ist es bas Eoncursverfahren unb bie Behandlung der Cridatare, welchen die besondere Aufmerksamkeit deS Justizministers zugewenbet ist. Wir erinnern an seinen kürzlich erst ergangenen Erlaß inbetreff der strasgerichtlichen Behandlung ber Eriba- j klingen die Hellen Töne der Heerdenglocken anS Ohr, so rein und hell wie frische Kinderstimmen. Und in die Brust, ins Gemüth zieht ein unnennbar süßer Frieden. Die Leidenschaften schweigen, Zorn, Haß und Rachbegierde, alles, alles ist fort, bie Liebe zu Gottes heiliger Natur und zu ben Menschen, biese herrliche, verfthnende, veredelnde Leidenschaft allein ift jgebliebcn; alles andere ist fort, weil fort, ist nicht mchr ba. Da kommt eine Meise dahergehüpft, von Ast zu Ast, von Baum zu Baum unb sucht sich Nahrung unb bringt tausenben von ben Insekten ben Tob. Sie ist jung, kaum flügge geworden und sieht oft ihre eigenen kleinen Zehen für grau-unb bi ounbckuttete Raupen an unb pickt eifrig bar-auf los. In ber menschlichen Gesellschaft gibt es eine Menge solcher schwarz, braun, weiß unb ver» schiedenartig bekutteter schädlicher Raupen, nur fehlen leider noch die Meisen dazu, um denselben ihr Handwerk zu legen. Und wenn gerade ein günstiges Frühjahr solcher Meisenbrut hold gewesen, fängt man fit im Herbste hübsch ein und füttert sie mit Spinnen, großen langkralligen Spinnen unb Amei-feneiern, rveil solche Rest denn wohl boch die billigste ist. Auf der Höhe ««gelangt, biitet sich eineSttmb- j fälle unb insbesondere der betrügerischen Vermögens» Ucbertragungen. welcher zur Ausgabe hatte, durch strenge Ahndung solcher betrügerischer Vorgänge von denselben abzuschrecken. Der gegenwärtig varliegenbe Erlaß wendet sich mehr au die Civilgerichte, welchen die Realisierung und Vertheilung des Vermögen? an die Gläubiger obliegt, und Hai zur Aufgabe, die hier eingerissenen Uebelstande zu beseitigen. Als Vorläufer der landtäglichen Campagne ift die am 19. d. erfolgte Eröffnung der Landtage von Görz-Gradisca und Istrien zu begrüßen. Nach dem aus Parenzo vorliegenden Telegramme waren bie istrianischen Landesboten zur ersten Sitzung in geringer Anzahl erschienen. Die beiben genannten Landtage dürften sich auf eine rein praktische Thätigkeit verlegen, für welche es an zahlreichen Arbeiten nicht mangelt. In der gorzer Landesvertretung ist die abermalige Verhandlung über die Frage der selbständigen Schulinspection für diese Provinz, welche auch im Abgeordnetenhause Gegenstand der Debatte bildete, wahrscheinlich. Im Interesse beS Unterrichts wäre es bringend zu wünschen, baß zwischen dem görzer Landtage unb der Regierung eine Verständigung hierüber stattsinte. Aus allen Provinzen treffen Meldungen über die Vorbereitungen zur diesjährigen Session der Lanbtage ein. Die Zahl der den LanbeSvertre-tungen zu übermittelnden Regierungsvorlagen dürste eine größere werden, als bisher angenommen wurde, so daß die Dauer der Session zur Erledigung aller Gegenstänbe kaum ausreichen wird. Von den tzanbeS-chefs werden einzelne nach Wien, behufs münblicher Rücksprache mit dem Minister des Innern, berufen. — Der böhmische vandeSauSschuß beantragt die Wahlen der jungczechischen LandlagSabgeordneien ins-gesammt zu verificieren, darunter auch die Wahl des Dr. Trojan, 'die von mehreren Seiten ange-fochten wurde. Der Eintritt der Jungczechen in ben böhmischen Landtag scheint noch nicht beschlossene Sache zu sein, kann aber so ziemlich als ausgemacht gelten. Wie „Magyar Polgar" erfährt, hat bi« beutfche Reichsregierung bie österreichisch. ungarische Regierung auf biplornatischem Wege davon verständigt, daß der internationale Vertrag, welcher zwischen der österreichisch ungarischen Monarchie und dem deutschen Reiche in Angelegenheit der im Civilversahreir zu gewährenden internationalen Rechts* Hilfe geschlossen werden soll, bereits für bie nächste Session zur parlamentarischen Berhanblung bestimmt ist. Ausland. Das Verhältnis der einzelne« deutschen Regierungen zu den Reichs« j W Korlfetz««» in -er Beilage. sicht dar, wie man sie wohl selten trifft. Vor sich die weite Ebene, hie unb ba unterbrochen von wellenförmigen Hügelreihen, am Ausgange bie lieblich gelegene Hauptstadt des Landes und rechts und links» dem Süden zu, noch eine weite, weite unabsehbare Hügel- unb Bergreihe. Gerade vor den Augen das tobte, starre Gebirge als Hofstaat des Grtn* touz, gleich als wären die himinelanstrebenden Fel» senspitzen die behelmten Häupter seiner Vasallen mit grünen Rhododendron und kleinen Zwergföhren wie zum nahen-Feste geschmückt. Und unter ben eigene« Füßen üppige, grüne Matten, wie Sammt so gläO' zenb und weich, gestickt und geziert mit seltsamen kleinen Blumen, die das Auge so freundlich und frieblich anmulhen, wie herzige, schmeichelnbe M«"' fchenaugen. In einer Einsenkung weiter hinunter liegt eine kleine H rtenstadt und weiter hinauf 0*' gen Norben zu wieder eine, hoch und einsam. 68 fittb zusammen wohl an achtzig zeltförmige, breiter« gebeckte Hütten mit einer niebrigen Umfassung' mauer, bie, vom Dache überragt, ein kleines, vier» eckiges Blockhaus, die Wohnung des Hirten uw» schließt. Eine niedrige, viereckige Oeffnung dientm Thüre. Ein roher Herd, zwei übereinander gelegen Bettstätten gefüllt mit Reisig, Moos und Heu, dar Betts* im Fawach« Lag»latt° 9ltl 10* dö«t »». Aügufl IS74. Gesandtschaften ließ bi- jetzt, wie in der Presse seinerzeit erörtert wurde, an Klarheit viel zu wünschen übrig. Die Gesandtschaften erhielten ihre Aufträge und Weisungen durch den Reichskanzler, beziehungsweise das Auswärtige Amt des deutschen Reiches, und mußten die deutschen Regierungen in allen Fällen, in welchen sie die Thätig-keit einer ReichSgesandtschast in Anspruch nehmen wollen, den Umweg über Berlin einschlagen. Wie die „Boss. Ztg." erfährt, hat man eS jetzt für zweck, mäßig erachtet, fortan einen unmittelbaren Verkehr der Einzelregierungen mit deu Reichsgesandtschaften in gewissen Fällen zu gestatten, namentlich dann, wenn es sich um persönliche Angelegenheiten der Angehörigen irgend eine« deutschen Staates handelt. Infolge dessen haben sich, als kürzlich der zwischen Deutschland und der Schweiz unterm 24. Jänner d. I. abgeschlossene Vertrag wegen gegenseitiger Auslieferung der Verbrecher ratificiert wurde, die vertragenden Theile damit einverstanden erklärt, daß in Auslieferungsangelegenheiten, welche schleuniger Erledigung bedürfen, rin direkter Verkehr zwischen den Regierungen der an die Schweiz angrenzenden deutschen Staaten und dem schweizerischen BundeS-rathe stattfinden darf. Die binnen kurzem bevor« stehende Anwesenheit des deutschen Gesandten am Hose des Königs Victor Emanuel, Herrn v. Keudell, am berliner Hofe wird mit der in Aussicht genommenen italienischen Reise des Kaisers Wilhelm in Verbindung gebracht. Daß diese Reise stattfinden wird, darüber walten nach der D. R. C. jetzt keine Zweifel mehr ob, dagegen ist der Termin, an welchem der Kaiser diese Reise Mitteten wird, noch nicht festgesetzt. In Preußen scheiden, während die neuen großen Reformen in die Praxis eingeführt werden, die ehemaligen Säulen der klerical-feudalen Wirtschaft des schwachherzigen Friedrich Wilhelm IV. mehr und mehr aus der öffentlichen Thätigkrit aus. Auch Gerlach und ©lieber haben sich neuer« ^ngs in» Privatleben zurückgezogen. Gerlach, der Muerliche Rundschauer der „Kreuzzeitung," der 'kühne Führer der Junkerpartei und neuerdings protestantischer Jesuit und Säulenheiliger, hat sein Amt als Appellgerichts-Präsident in Magdeburg ""dergelegt. Die Schilderung, mit welcher Bismarck ihm jüngst im Parlament den Spiegel vor« hielt, ist «och in aller Gedächtnis. Einer der letzten christlich.conservativen Ritter von der traurigen Gestalt, hat er zum Glück nur noch wenig Genossen «» Lande. Während dieser mehr bemitleidet und °»sp°tt.t als gehaßt aus dem öffentlichen Leben scheidet, weckt der Abgang des PolizeiditectorS Stie-’f ^r liberalen Partei fast lediglich das Gefühl des Hasse» und zugleich das der Befriedigung, daß dieser Chef der politischen und der geheimen Polizei endlich aufhört, die deutsche Ehrlichkeit zu compromittieren. Marschall Mac Mahon setzt seine Rundreise durch die Bretagne mit sehr geringem Erfolge fort. Bezeichnend ist, daß der „Univers" dem Marschall zum Vorwurfe macht, sein erster Gang nach seiner Ankunft in Le Man» und Laval sei nicht nach der Kirche gewesen. Der „Univers" hebt bei dieser Gelegenheit mit Befriedigung hervor, daß Napoleon III. nach seiner Ankunft in einer fremden Stadt niemals versäumt habe, sich nach der Kathedrale zu begeben und dort die Begrüßung des Klerus entgegenzunehmen. Wie man sieht, könnte sich Herr Louis Veuillot und seine Partei mit dem Bonapartismus ganz gut abfinden, wenn derselbe noch über mehr solche Männer verfügen würde, wie es der vom „Univers" in Schutz genommene Flüchtling Bazaine ist. Zur Tagesgeschichte. — Infolge de» seit 15. d. M. anhaltenden heftigen Regenwetter» in den oderu und unteren Donaugegenden, sowie in Salzburg find nicht nur die Rebeufiüffe der Dona«, sondern auch der Strom selbst bedeutend augeschwollen und war der Wasserstand bi« vorgestern Mittags noch immer im Steigen, so da» die Befahr einer Ueberschwemmung für Wien befürchtet werde» kann. Die direkte Paffagierfahrt zwischen Nußdorf und Linz ist unterbrochen, da die Schiffe wegen de» hohen Wafferstaude» die Brücke bei Stein nicht passiere» können. — Eine Oesterreicherin — Doctor der Philosophie. Die „Czernowitzer Ztg." schreibt: Frau Susaua Rubinstein hat nach bestandenen strengen Prüfungen an der Univesität Leipzig den philosophischen Doctorgrad erlangt. Unsere ebenso geistreiche al» liebeugwürüige Landsmännin ist, so viel an» bekannt, der erste weibliche Doctor der Philoso phie auf de« Kontinent, und wir dürfen mit Recht auf die vorkämpferiu auf dem Gebiete der Frauen» emauzipation um so stolzer sein, al» sie durch eigenen rastlosen Fleiß und Selbstthätigkeit bestehende Borur theile zu überwinden wußte und durch Thateu bewies, daß die Frau, ohne im mindesten au ihrer hohen weib lichen Würde zu verlieren, durch Arbeit im Reiche de» Wissen» dem Manne nicht uachzustehen braucht. — Äeliquienschtöindel. Aus Gladbach (Rzb. Düffeldorf) wird unterm 14. d. geschrieben: Bi» zum 18. d. feiert auch unser Städtchen feine Heilig thum»fahrt. Man zeigt hier einen Zipfel des Leichen tuche» uud einen Span des Becher», welchen Christus beim Abendmahl benützte, ferner Ueberrcste des Pur purrnautel», womit ihn die römischen Soldaten bellet» beten. Auch Uebernste der Apostel und der Mutter über einige zerfetzte, schmutzige Lumpen und ein paar irdene Kochlöpfe bilden die ganze Einrichtung de» Bewohners, der Ende Juni mit feiner Heerde zu Berge zieht und bis Ende September auf den luf» «gen Höhen verweilt. Wem aber fein Blut lieb ist Und wer sich dasselbe nicht gerne flaschenweise ab. Men lassen möchte, der gehe in da« innere Heilig. Mm der Hütten beileibe nicht hinein. Millionen ”0n braunbefrackten Gästen hausen darin und habe» 'Sknthümlicherweise das Herzblut de» Menschen bei. noch lieber, al« jene braunbekutteten, rosenkranz. Werten unten im Thale. Wasser ist in diesen HS« „"selten zu haben, t« habe denn vor kurzem ge» gn«, oder man nehme mit Schnee vorlieb. Letzte-im sogenannten .Windloche" immer zu haben. >r,e» zn besuchen aber möge niemand versäumen, ° " stch wirklich der Muhe lohnt. Die Aussicht " "grünen Steiermark- war diesmal durch «Del versperrt, doch soll sie nicht minder herrlich Bn bit na* lieblichen krainerifchen Ge- Mit einet Art wehmüthigen Bedauerns nah« wie mü Veb 60n btn 'inen Abschied, 7 . wohl von llebgewordenen Menschen mt' dir un» nie wehe gethan. Im Thal, («., Gotte« finden sich hier, Am tetereffanteften ist inbef unstreitig eine Monstre-Reliquie, nemlich die Rücken» mit bei de« heiligen Jgnatiu« von Antiochien, gestorben im Jahre 107, welche nach ulttanontaner Ankündi. gung „den Rächet» der Löwen de« römischen (litt*« entfallen sind". — Zu viele Titel. Wir lese« in der ,R«. publique Franxaise": „Don Carlo», von VottM Gnaden Baudeuhiiuptliug, Weglagerer, Braudleger i» vectheidiguugSlofeu Städten, Abschneider von Eisenbahnen und Telegraphen-Linien, Erschießer von unbewaffneten Soldaten, Frauen, Kindern und Greifen, hat an die katholischen Mächte ein Manifest gerichtet ..." grrte dichter Nebel und es war anzuschen wie rin weiter sturmbewegter See. Die granweißlichen Mas sen wälzten sich ungeheueren Wasserwogen gleich, stürzten sich hier in den gähnenden Abgrund hinein, um an anderen Orten wieder auszusieden und auf zuwallen, wir rin ungeheuerer Topf voll siedenden Wasser». 6« ist ein Anblick, der, obwohl oft gesehen, doch immer und immer wieder neue Reize bietet und sich so leicht nicht vergißt. Den Weg, den ich heraufgekommen, auch wieder hiuunterzngehen, schien mir etwas zu langwei lig. Also gerade hinunter einem Querthale zu, aus dem, wie man mit freiem Auge bemerken konnte, ein Weg hinaurführte. Aber da kam ich schön an. Plötzlich, ohne die Spur eines Wcges, hieß es über stundenlange steile Abhänge hinunterklettern und an den GraSbüfcheln und spärlichen Gesträuchen einen Halt suchen, einen Halt, der vielleicht nach gebrechlicher und unzuverläßlicher war, als unsere neuesten Kirchendogmen. Manchmal ein ziemlich unsanfter Rutscher einen Abhang hinunter und ein paar zer» schundene Finger ausgenommen, ging die Fahrt zu Thale aber dennoch so ziemlich gut, unb wenn gerade noch einmal Gelegenheit, mach' ich sie auch noch einmal. J. G. Local- uud ProviuM-Augeiegeuheite». Orisiual-Eorrefpoureuz. Kraiuburg, 18. August. (Geistliche In« toleranz.) „De mortuis nil nisi bene“ war ein fchou von deu alten heidnischen Römern geübter hn« maner Grundsatz, überhaupt war die Pietät für die Todteu vou jeher ein charakteristischer Zug im fitt» lichen Leben der Völker. Unsere Geistlichkeit aber, von weniger humaner Deukuug«art, glaubte den beinahe schon iu Bergeffeuheit geratheueu Fall de« unglückliche» Jakob Jenner ebenfalls, jedoch in ihrer Art, besprechen zu müssen. Am 16. d. M. war diese« traurige Er« eigui« Gegenstand von Kanzelreden, welche in der hie« stgen Stadtpfarrkirche gehalten wurde». In denselben wurde der frommen Gemeinde auseinandergesetzt, wo« schon jedermann von der TodeSart de« Unglücklichen bis in das kleinste Detail wußte, uud dann besonders betont, daß die Leiche unter großer Betheiligung zur letzten Ruhestätte geleitet uud daß auf Weisung der politische« Behörde der Platz für daS Grab in der Reihenfolge auf geweihter Erde mit Gewalt in Besitz genommen wurde, daß durch die Beisetzung der Leiche des Jenner nun der ganze Friedhof die Weihe verloren hat und daß die seitdem daselbst in der Reihenfolge begrabenen Tobten nicht in geweihter Erde ruhen und der Friedhof infolge dessen am 17. d. M. wird neu eingeweiht werden müffen. Richtig fand auch am Montag um 7 Uhr früh diese Neueinweihung statt. Vier Geistliche — der erste Stadtpfarrcoope-rator als D-chant in spe an der Spitze — fungierten hiebei unter Absingen und Ablesen einiger Gebete, wornach der Hruptmomeut der Einweihung folgte. Der poutifUieienbe erste Stadpfarrcooperalor uahm nemlich, während die übrigen Geistlichen Gebete ab« sangen oder sprachen, die Befpreuguug de» entweihten Friedhof» vor. Dabei trat derselbe hart an da» Grab Jenner'» heran, nahm den Schwamm au» dem Wedel herau» in die Haud uud omfchritt das Grab, indem er da« Weihwasser in einer Linie ringsum au»preßte. Dabei achtete er genau, daß ja lein Tropfen auf da« verschütte Grab fall«, und bezeichnet! durch diese Haud» lung die Grenzlinie scharf, bi« wohin die Wirkung der Weihe gehen sollte, auf daß ja da« Grab de« Um glücklichen von derselben au-geschl offen bliebe. Da« nemliche Cerewoniell spielte sich in einem Winkel de« Fliedhose« an den Gräbern zweier früher beigesetzten Selbstmörder ab, so daß auch diese Gräber vou nun au von der Weihe au«gefchloffeu fein werden. — Die Worte der Schrift: „Mein ist die Rache, spricht der Herr;' „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdetI" scheint nufere Geistlichkeit nicht zu kennen; sie maßt sich eine Machtvollkommenheit bi« über da» Grab hiuau» an und vermißt sich in die allwaltende göttliche Gerechtigkeit einzugreifen! Sie kann e« nicht verwinden, daß wider ihren Willen der Unglückliche unter so zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung ans eine so ernste und ehrende Art zu feinet letzten Ruhe« stätte geleitet, am Grabe noch al» Christ durch ein kurze», von allen Anwesende» angestimmte» Gebet ge» ehrt und mit kurzen aber warmen FrwndeSworteu dem besten Andenken aller empfohlen wurde, kurz, daß ein feierliche« Leichenbegängni« ohne Mitwirkung der Geistlichkeit stattfinden und der Verstorbene wider ihren Willen in bet Reihrnsolgr auf Anordnung der weltliche» Behörde beigesetzt werden konnte. Dieser letztere Punkt scheint der ernpfiudlichste gewesen zu sein uud barem mußte der ganze Friedhos a(» der uisprüng-liideu Weihe beraubt und die seither Begrabene» als in ungeweihter Erde ruhend dargestellt und ciac Rehabilitierung de- Friedhof-S eingeleitet werden. Allein die Sache ist sehr ungeschickt angegriffen und ebenso plump durchgesührt worden. Die öffentliche Herabwürdigung der nur im Gesetze gegründeten Anordnung der k. k. Behörde zu einem Gewaltakte und Verzerrung derselben gleichsam zu einer Religionsstörung involviert aber eine strafbare Handlung, deren Ahndung im gr» gesetzlichen Wege vollkommen am Platze wäre, damit diesen vom JnsallibilitäiSgeiste und sonstigem Dünkel angehauchten Herren Achtung vor dem Gesetze eingeprägt würde. ES verräih zum mindesten nicht dev richtigen Takt, wenn dir Geistlichkeit einen von dem intelligentesten und gebildetsten Theile der Bevölkerung unaufgefordert ins Werk gesetzte» Akt der Humanität und christliche» Nächstenliebe von der Kanzel herab brandmarkt und sogar als Ursache der Entweihung der gemeinschaftlichen Begräbnisstätte hinstellt. Man hat den Gospod Anton, bet, nebenbei gesagt, Dechant in Kratubutg werben will, irrigerweise sür klüger ge. halten und ihm wenigsten» zugemuihet, doß er, solange er vorerst nur Cooperator und noch nicht Dechant ist, nicht schon so plump verrathen werde, welch' schlechten Ersatz die Pfarrgemeinde für den verstorbenen, wahrhaft würdigen Siadlpfarrer in ihm bekommen würde. Die ol» Antwort aus die behördliche Versügui'g veranlagte Wiedereinweihung de- hiesigen Friedhofes mit Bildung von zwei nicht eingeweihten Oasen hat trotz der vorangegangenen pomphaften Verkündigung von bet Kanzel doch ein schmähliches Resultat gehabt und eia vollkommenes FiaSco gemacht. Det Gospod Anton mag sich votgestellt haben, daß zu dieser Wiever-eiownhung die ganze Bevölkerung, Groß und Klein, Jung und Alt zuströmen werde, indeffen versammelte fich nur eine Handvoll Betschwestern, ein Paar Huv-melträger und derlei fromme Schäflein, während der Friebhof bei bei Bestattung de» Jenner übe, füllt war. Den Dechant in spe mochte bicfe mislungene Demoustration und die TheilnahmSlosigkeit der Bevöl fetung in heiligen Zorn versetzt haben, da et am nem liehen Tage bei dem Leichenbegängnisse eine* recht ge achteten Bürger» den Sängern det hiesigen üitalnica (denen fich auch einige von der Universität heimgekehrte Akademiker anschlossen), verwehrte, vor dem Trauer-Hause bem verblichenen (inen Grabgesang barzubringen, und al» dieselben trotz diese» Verbotes zum Grabe eilten, um wenigstens hier den beabsichtigten Gesang vorzutragen, da hat er sich — bte Nähe des Jeuner'schen Grabes demonstrativ vermeidend — eiligst entfernt «ob feine zwei Mitofficianten im Stiche gelassen und so neuerdings allgemeinen Unwillen erregt. Das zeigt benn doch von bedenklichem Mangel christlicher und gesellschaftlicher Bildung. Und dies geschah darum, weil die nemlichen Sänget auch im Trauerhanse und am Grabe Jenner» gesungen hatten, ohne daß seitdem eine Purificierung an ihnen vorgenommen worden wäre. Der Gospod Anton scheint es noch nicht zu wissen, ma» schon längst in Fleisch und Blut des Volkes tttergegangen ist, daß bei einem Leichenbegängnisse die Leidtragenden und diejenigen, welche dem Dahingeschie-benen — wie sich bet VolkSmund treffend ausdrückt — die letzte Ehre erweisen und zur Erhöhung der Irautrfeiet durch einen erhebenden Gesang wesentlich beittagen, die ersten Rollen spielen und daß der Geist liche nur eine Nebenperson ist, welche für ihre Fnnc tion bezahlt wird und welche dieselbe auch nur bann um so pomphafter vornimmt, je höhere Bezah lung dafür geleistet wird I Warum begleiten denn nicht die Leiche eine» armen Manne», der die Begräbnis-kosten nicht zahlen kann, drei oder vier Geistliche und segne» fie »ich! mit dem gleichen Pompe ein wie den teiche» Mann, der dafür reichlich bezahlt? Nicht der Geistliche ist somit maßgebend bei der Begleitung der Seiche eintt» Verstorbenen und niemand, am wenigsten bet lebiglich auf seine kirchlichen Functionen angewie. ftne »nd hiesür bezahlte Geistliche darf diejenigen, welch« durch ihre Handlungen zur Erhöhung der Trauer frier beittagen, stören oder gar hindern. Heute hat bet Gospod Anton an die gedachten Sänget ein Schreiben höchst beleidigenden Inhaltes, In der Sitzung vom 28. April 1873. erklärte ich gerichtet, worin er unter aubetrn ganz offen etngesteht, daß er den GefangSvortraz vor dem Trauerhanse darum verboten habe, weil sie auch bei JennerS Leichen-cstattung gesungen haben, und maßregelt sie auch da-iir, daß fie am Grabe deS Bürgers trotz seines Verbotes den Trauergesang angestimmt habe», bittet sie aber schließlich doch, die Sache vernünftig zu über-egen und ruhig darüber zu fein. Das wäre allerdings recht bequem. Die Zeiten sind jedoch schon längst vorüber, in denen der Geistliche als höchste Autorität in bet Gemeinde galt. Ob der Gospod Anton übet obigen Act det Humanität und übet die behördliche Anordnung in Zorn getälh, ist wohl ganz gletchgiltig und et möge stch ja nicht einbilden, daß sein Zorn als „göttlicher Zorn" angesehen wird, denn mit unjerm Herrgott sind wir längst im Reinen, aber mit demjenigen, die sich seine Stellvertreter oder Nachfolger Christi nennen, hält es, wie man sieht, weit schwerer riedlich auszukommen. Eines aber glaube» wir fest, daß selbst der Allmächtige in seinem Zorne durch ein olcheS Organ nicht zu denjenigen spricht, die einen Act der Humanität au» Uederzeugung geübt haben. Darum, ihr Hoch—würdige», etwas mehr Bescheidenheit, christliche Duldung und Nächstenliebe. Nut durch diese wahrhaft christlichen Eigenschaften wird das An-ehen det Kirche und ihrer Dienet ganz anders gefördert, als durch kleinliche Racheacte, welche dem Allehen der Geistlichkeit ebenso Abbruch thun, wie die mietbaren Sittlichkeit-- Experimente des OrtScuraten von Präwald. — (Ernennung.) Herr Ankon Derganc, Supplent am landschaftliche» Realgymnasium in Pcciau, wurde zum wirklichen Lehrer am Real- und Ober gymnastum in Rudvlfswerth ernannt. — (Billigeres Biet!) Dem Vernehmen nach wird Ar.fangS künftigen Monats im Hotel Europa oberlaidacher Bier das Serdl mit 7 tr. und das Krügel mit 10 tr., und von heute ab linzet Märzen- Bier das Seidl mit 8, da» Krügel mit 12 kr. auSge-sch-nkt. — ES ist wirklich hohe Zeit,, büß die ganz willkürlich und ungerechtfertigt hinaufgejchcaubten Bierpreise endlich herabgefttz! werden. — (Treuenstein gegen Costa.) Bekanntlich wurde in mehreren Geueialvrrsammlungen der VersicherungSbant „Sloveuija" der gewesene Directvt der Bant, Herr v. Treuenstein, offen beschuldigt, durch ungeschickte Leitung und laue Ueberwachung der Filialen den ungünstigen Stand des Unternehmens h-tbei-gesühtt zu haben. Dies veranlaßt denselben nunmehr zu einer Entgegnung in der „SEBienet Handelspreise", in welcher er feine Erfahrungen und Anschauungen über den Ruin des Institutes zum besten gibt und zugleich die schwersten Anschuldigungen wider den gewesene» Vizepräsidenten Dt. Costa u. a. auSsprichk. Darin heißt e«: „Die „Stovernja" unter dem „Patrioten" Dr. Costa ol» Viceprästdenten konnte unmöglich prosperieren, weil Dr. Costa alles gethan hat, was nur den Ruin der Bank herbeisühren konnte. Alle Gegenvorstellungen blieben erfolglos, et handelte nach Belieben. Der Vertreter für Böhmen, Herr I. L. (lernt) in Prag, als Busenfreund des Dr. Costa, verschlang in der ersten Geschäftsperiode nicht weniger als 120,000 fl, inclusive der Dubiosen. Cetvy war es gestattet, alle- zu thun, was er wollte; was er aufrechnete, wurde genehmigt, j» selbst für Beamte, die nicht existierten, wurden Gehalte aufgerechnet, f al» s ch r Quittungen vorgelegt u. f. w. Die eigenen Be> amten und Reifenden klagten (Sunt) de- Betrage- und der Documentenfälschungen an, wie dir- au- viele» in meinen (Treuenstein-) Hände» befindliche» Documen. ten hervorgcht, die ich noch dem Strafgerichte tiotle-gen werde. Diese Beamten sandten ein 8 Bogen (an ge- Memorandum Über Cervy; was geschah? Nichts. Dr. Costa wußte alles zu Hintertreiben, ja er ging in letzter Zeit soweit, daß Sitzungen, wo efl stch um (lernt) handelte, ganz privater Natur behandelt und gar feine Protokolle darüber ausgenommen wurden. Ich habe Über die präget Filiale fast in jebet Sitzung mein Bedenken ausgesprochen und Abhilfe verlangt, ganz energisch, daß ich von heute ab jede 2kviutrooit* lichkeit sür die präget Filiale ablehne. Dr. Costa wußte die DirectionSmitgkieder dahin zu beschwindeln, daß nichts geschah! Hieraus belieben Sie zu ersehen, daß ich alles, was nur ein Direktor thun faaa — gethan habe — allein Dr. Costa wußte alles zu bemän* tcln, für ihn war der Stand der Bant stets ein ausgezeichneter und der präget Sprößling eine Muster-rliale! Es gingen in Prag wie gejagt 120,000 fl. verloren, diese belasten selbstverständlich den Actien-conto. Die Filiale in Pest unter der Leitung M Slaveu I. N. Bobula hat nicht minder nahezu 40.000 fl. oufgezehtt. Doch als Slaven ließ man ihn beliebig arbeiten und kurz vor meinem Austritte erst gelang eS mir, Bobula wegen seiner Unkenntnis aufzuheben — allein Dr. Costa verlangte gleichzeitig auch die Auslastung bet Filiale für Ungarn und fo ging alles verloren, die Organisation wurde werrhloS, — und eS find damit bei diesen zwei Filialen allein 160.000 fl. verloren gegangen, mehr als das halbe Acticnkapital. Die Staatsbehörde that nichts, trotzr-'m ich im Vereine mit dem Verwaltungsrcuhe Achijchin dem Herr» RegierungScömmisiär Josef Paller, I. t. Statlhaltereirath in Läibach, oft genug Vorstellungen machte; allein eS geschah nicht». Dr. Costa «klärte meine Vorträge als „blauen Dunst" in Gegenwart der BerwaltungSräthc rc. Nun sei der „blaue Dunst" da, die Bant, voll von ZahlungZvetbindlichteüen für Schaden und an Rückversicheret, habe fein Geld und könne unmöglich weiter arbeiten. 6v selbst habe wiederholt die bedenkliche Lage klar gelegt, allein vergeben?. Dr. Costa wußte stetß den Stand a(S gut darzustellen, ließ stch fingiert e Ausweise vorn Buchhalter machen und neutralisierte so die Einwendungen des DirecwrS. Am 21. Dezember 1873 habe man in einer Berwal-tungSrathesitzung einen Gewinn constaliert und die Auszahlung des Jänner-Coupons per 7378 fl., 2 per Actie, genehmigt, tim 31. Dezember 1873, 9 Tige später, weist aber die Bilanz, trotzdem alle bis Mai 1873 bezahlten Gehalte zur Verringerung der £)./?» ci!9 auf dem GründunzS- uns Orzanisatio.iSco.uv gebucht wurden — noch eilten Verlust von 61,799 fl. 60 tr. auS. Herr Treuenstein fragt, wie es komme, daß die „Slovenija" vom 21. bis 31. Dezember um obige Zffer passiv geworden? Erst am 18. April 1874 jet die Entfernung C:cnh's beschlossen worden. In der betreffenden Sitzung habe et (Treuenstein) dem Dr. Costa sein Sündenregister vorgehülen, allein seine Leibmameluten, die fungierenden B-rwaltungSräih- und der PkäfidiM Fürst Salm hielten zu ihm, und so wurde die Enihebung Treuenstein- von feint» Posten ins Werk gesetzt. Air eia Beleg für da* freundschaftliche Verhältnis, das zwischen Costa und Treuenstein waltete, sührt Treuenstein folgendes an: Als et einmal zur Revision der Filiale nach Wie« entsendet wurde, ließen CystaS Busenfreunde da» Ge« tücht verbreiten, er sei um 30,000 st. durche^uge» i Hausherr und Mödelhandier wurde» zur Executiv»-' sührung ausgehetz!; Treuenstein fand bei seiner SHlick* kehr feine Gage mit gerichtlichem verbot belegt. We§c" deS GeneralversammlungSderichicS pro Dezember 1874 sieht sich Treuenstein schließlich zur gerichtlichen chritie der Schuir und Schülerinnen. Dis Schule wir im Laufe dieses Jahres von über 100 Schulkindern besucht worden. An beiden PrltsunzSiagen, wohnten den Vorträgen saget dem Vorstände der evangelischen Gemeinde, Herrn Dr. Bock, auch eine große Zahl von Eltern und Schul« freunden bei; Herr Bürgermeister Lafchan beehrte vorgestern die Prüfung ebenfalls mit seiner Abwesenheit. Bei der Schlußfeierlichkeit wurden die Schüler »ach ihrer Rangklasse ootgelefen, worauf dieselben die Volks« Hymne anstimmten. Der Schuldirector Pjarrer Schack hielt sodann die Schlußrede, in welcher derselbe Haupt» sächlich den Eltern der die evangelische Schule besuchenden Kinder, dann den Gönnern dieser Schule und tfn Lehrern für ihre Bemühungen den herzlichste» Dank auSfprach. — Wir lasse» hiemit die vorzüglichsten Schüler ond Schülerinnen folgen. Ja der 1. Klaffe: Kewiklowsky Angusta, Burda Julia, Drelse Maria, Hurda Pauline und Fasching Ignaz. Ja der zwiete» -Klaffe: Slupica Victor, Burda Auronie, v. Roch Christine und Sock Paul. Ja der 3. Klasse: Her wann Mayer. Ja der 4. Klaffe: Eolmger Her »ine, Geringer Karoliue nnb Jcltncic Johann. Ja 5. Klaffe: Effdorf AgneS. In »er 6. Klaffe: 1ÜQmet Therese, Rupprecht Dorothea. — (Rapport vom Bestkegelschieben beim „Stern.“) Heute 4 Uhr 1950 Serien; höchste Kegelzahl 19. Also sehr lebhafte Becheiligung. Morgen beginnt sie letzte nnb entscheidende Woche, die gewiß noch zahlreiche Freunde de» Kegelschnb» herbei ziehe» und so dem löblichen Zweck ein namhaftes Er« itägnis sichern wirb. — ( „Romfahrer *.) Letzten Montag fmb, wie „Danica- meldet, bet Präseck bei AloisianumS uac, Katechet Johann GajeSba, ferner der Katechet des Gymnasiums von Kcainburg, Thomas Supan «ab 3er weltliche Professor Pleieil.uk aus Laibach nach Rom gepilgert. Dem erstgenannten hat bie „Danica" 2000 Franc« in Golb für be» heilige» Vater mit Iegeben, bie bei armen Dienstboten unb Laableuien zusammengebettelt wurden. — (Psarrer Jarc von Lustthal.) Die Frau be« Herrn A. Ändroiua in Lustihal hatte infolge «inet Krankheit eine Frühgeburt; das Ktnb war zwar schwächlich, konnte aber boch zur Pfarrkirche nach Lust« :hal qebracht «erben. Als Paihtn hatte sich bei Vater 6,6 Kmbes Herrn Pevrc, bekannt aus dem Prozeffe 6,1 „Tagbl." roteer fcen Psarrer von Lustthal, auSge« wZhl, Der Heit Psarrer schlug bie Vornahme bet Tjufhottblung rund ob, wofern nicht ein anderer Paths gewählt würbe. Um ben ffitunb befragt, entgtg» atlt «, Herr Pevec habe ben österlichen Beich;ettel "tcht abgeliefert. (Uns unserem Prozeffe bürste bekannt (etn, daß Hjtc Pevec die Nachbarkirche besucht, seitbem lew Sohn von Jaic bei 6er österliche» Communio» aufs lUenbetmeise übergangen worben war.) Weil Ge« fahr in Verzug war, ließ ber Vater ben Herrn Ka» Plan von Lustihal ersuchen, bie Tcmse vorzunehmen, «ufer, der eben beim Tarokspiel saß, ließ sast eine 4olde Stunde auf sich warten; als tt tödlich trschit« ®,n. erklärte er, « dürft den Tanfoct über Weisung *** Pfarrers ebenfalls nicht vornehmen. DaS fitnb ist ^jvtfchen gestorben, nachdem eS die Nothiaufe erhol» lin- Älfl heute der Vater wegen der Bestattung des ^ndes beim Pfarrer war, fragte ihn bieser, was er r** gethon hätte,, falls dos Kind am Lebtn gtblit« en wa«. Auf die Entgegnung, er hätte es nach Lai« °ch gebracht und dort taufen lassen, versftzte der °i«me Seelenhirte, Mch in Laibach habe er schon Schritte gethon, daß das Kind nicht ge. n..t n?tttbe- Uebtiflena möge er jefct die Angelegenheit 2 P beruhen lassen. " “ m CommentarS. Villach-Kufstein und retour bei den gewöhnli-jlang obzelehrt. Der letzte Zsugr, Gemeindevorstani» chen Post- und Perfonenzügen (Eilzttge ausgenommen). A. Jeglitsch von Aich, sagt, P. sei ganz arm nach Die Sache beyars «ohl itei» ~~ (Die Genetalvetfammlnng de« e« sch«Ätz«rieichtsche» -.AlptnveteinS) sia« oli kam 28- August d. I. in Kempten statt. Jene Mit« Verein«, welche sich beiheiligen wollen, werden «ttrlich trfucht, sich vom Vtrtlnsvorstandt auf bt» Na» Jautenbe Ltgitimattonskaittn auflfolgtn zu durch deren Boimetiuna ben -tot Station eine Ermäßigung von einen Drittel vom normalen Poststzug-Fohrpreise erfolgt. Die LegitimotioaSkartc ist -doch bei ber Retourreise in Kempten abstempeln zu lasse». Freigepäck wirb bei Anw:»bn»g biefer Fahrpreisermäßigung nicht zugestanben. Die Fahrpreisermäßigung hat bie Giltigkeit vom 25. bis incl. 31. August. Die ägitimationStarten sind in ber Buchhandlung Jzo. v. Kleiumayr & Feb. Bamberg zu haben nnb werben gleichzeitig bie Sßereinamitglieder, welche an ber TheiU »ahme verhinbert fmb, ersucht, ihre Vollmacht mit Na» menSnnterschrtft daselbst abzugeben. — (Verbot von Lottotelegrammen.) Die Eisenbahn-Ttlegraphenstationen würbe» soeben in Kenntnis gesetzt, baß baS t. k. Finanzministerium fämmilt*?“ Lottocollectanten bet im Reichsrache Ott» tretenen Königreiche unb Länbet untersagte, vom August b. I. angefangen Spiele von Parteien zur Telegra« phierung an «in Lottoamt ferner anzunehme», weshalb derartige Telegramme zurückzuweisen sind. (Religiöser Schwindel.) (Schluß.) Bon mejtettn Zeugenaussagen sind bie intetefiantesten die beS Hausierers Johann Lauschi», bet burch Vermittlung btt frommen Gefährtinnen P. » in mth« rtren Raten bie Summe von 565 fl. gegen gerichtlichen Schulbschei» gegeben unb P. schließlich bei« Diebstahl ertappt nnb angezeigt hat. Z-uge erzählt, baß bie Weibet ben „verzückten" Petauer für einen großen Heiligen hielten, etwa wie ben heiligen Franz von Affisi, unb meinten, Petauer werde auch wie letzterer bie Wunbmole de» Heilandes erhalten. Die Bet schwestern erklärten wiedyholt, es sei eine viel größere Wonne vor Petauer zu fnieen, wenn er verzückt sei, als vor btm Hochwürbigsten in ber Kirche. Er bezeichnet P. auch als großen Anhänger btt Weiber, btnn als er einst in bem angeblichen Kloster schlief, sei P., ehe noch btt Tag z« grauen anfing, in da» Zimmer zu ben Weibern gegangen. Schneidet Zeschak, der P. 200 fl. gtgtbtn, erzählt, Petauer habt bit Weiber gesegnet mit ben Worten: „Der gekreuzigte Heiland fei bei euch im Munde, im Herzen und in den Gedanken!" Johann Tr ota, Meßner im Wall sahrtsortt Neustift, ist um 10 fl. von P. geprellt; er meint, die Köchin -seine» Pfarrers, bie trank liege und vor Gericht nicht erscheine» könne, sei «och mehr ans» gesessen, sie hobt 373 fl. gegeben. Marg. Schniderschitz gab für tin wüchse«» Agnus Bei, welches, vom Papste geweiht, gegen Blitz uub Hagel schützen sollte, 3 fl. S>e verlangt, ba sich baS WachSstllck als ganz unnütz erroiefen, baß Gelb zurück. Marg. Ja klitsch, eine atme, fast ganz taube Witwe, hat P. ihre Habe: 290 fl. in Banknoten unb 40 fl. in Silber und 20 fl. extra sür „Messen in Rom" gegeben; sie verlangt alles, bis auf das Meffengeld, zurück, denn sie hat dem Pfarrer in Großlafchiz versprochen, alle« der Kirche zu spenden. Und so geht e« noch eine Weile fort. Die meisten der arg beschwindelten Weiber verlangen (einen Schadenersatz, ihnen genügt e«, den P. in seiner Verzückung geschaut zu haben. Der Angeklagte, wegen ditstr Vttjüdfungtu befragt, versichert ollen Ernstes, er gerathe öfter« in Verzückungen, er fei vom Dom« dechant Supan in Laibach, in Gegenwart der Wiibtr, deswegen untersucht worden. Darnach scheint auch der Domdechant allen Ernste« an Verzückungen zu glauben! Der Knecht Johann Majhen, sein (Gefährte auf ber Romfahrt, sogt, er felbst habe nur 10 fl., P. jedoch habe Gelb in Ueberfluß besessen unb zudem vom erzbischöflichen ©tertiär Globokmk in Görz einen Empfthlung-bpits erhalten. Petauer habe au« Rom eine Menge Sachen mitgebracht, ein Seitei Marlenöl, ba« PauluSwoffer, Reltqutenfragntente, Bilder, Wachsstücke, Rosenkränze u. s. w. Wie trefft,ch er biefe, Sächelchen zu verwercheo wußte, hat die Verhandlung erwiesen. Ein andjetmal begleitete bie Ursula Roß mann ben frommen Pilger auf feinet Rom« fahrt. Sie weiß nicht, ob und wa» der Papst mit P. gesprochen, denn Männer und Weiber seien getrennt empfangen tootbtn. Zu ihr seien 2 Weiber gekommen, von benen eine 200, bie anbere 600 fl. für P.'» Aich gekommen; später als Meßner begann er sich elegant zu kleiden und sehr gut zu leben, ob» , wohl sein Verdienste als Meßner nur zum knoppyt Leben anSrichtea. Htemit war das Zeugenverhör ge» schloffcn: eS erfolgten am .dritten Tage bie Plai» boyerS unb die Verkündigung beS UrtheilS. — Unb schließlich bie Moral bet Geschichte! B:i bet erfchre» ckonben Unwissenheit unseres Landvolkes, bet ber Unzulänglichkeit ber Schulen und ber niedrigen Bildungsstufe ber Geistlichkeit, hie alle Arte» religiöse» Schwin» bei« sorgfältig hegt nab pflegt, wofern nur bet Gewinn in ben eigenen Beutel fließt, ist eine Besserung nicht so balb zu erwarten unb werbe» leibet noch so manche Gimpel in« Garn gehen. (Von Sigmunb'« Thierarzne ibn.ch) liegt ben heutigen Tagblatt eine PränumerationS-Ein-ladung bei. Wir machen auf dieses nützliche Wett btfonber« alle Viehzüchter unb Grundbesitzer aufmetl» sam. Bestellungen übernimmt bie Buchhandlung: I, v. Kleiumayr & F. Bamberg in Laibach. Witterung. Laibach, 22. August. Morgennebel, vormittags zunehmende .Bewölkung. Nachmittags gelockerte Wolkendecke, schwacher Nordost. — Wärme morgens 6Uhr -f- 12 2°,nachm. 2 Uhr + 2V8°C. (1873 + 25 5°, 1872 + 22 0° C.) Baro me ter stationär 737-90 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel ber SSßätmt + 15 6°, um 2 9° unter dem Normale. Etugesendet. Wiener WeltansIteUung1873. Die höchste und größte Auszeichnung für dieses Fach erhielten bei berfclben Weit s berühmte Dreschmaschinen von ber unparteiischsten und gewissenhaftesten Jury, nemlich vom taufenden und konsumierenden Publicum, denn für Zweimalhuudertvierzigtauseud Gulden Maschinen wurden von genannter iFirmo während der Ausstellung verkauft. — Betreffs Auskunft über diese Maschinen wende man sich an die 3$o« (144-3) Moritz Weil junior in Wien, Franzensbrückenstraße 13. schinenfabrit von Moritz Weil junior in Frankfurt a. M.. Seilerstraße Nr. 2. Wiener Börse vom 21. August. Staatsfonds. öpccc. (Heute, Sft.Pap. bto. bto. bst. in 6116. üofe Don 1854 .... •.ofe von i960, mhi* Boje von 1800, OfUufT Prämiensch. v. 0864 Orundentl. - Ml. *iebtnbfitg. Ungarn Action. «ngio.Bank . . . ttttttanftelt . . Drpofitenban! . . eacompic-Hnltatt ’trqnco»Bank tzandcUbanl . . . liiationalbant . Dcjlcn. allg. Bank Oest. »anr ' “ j Union - «< ' Settinfban! ... «erkeyrSbank... ai(öib.8ai)e . . . Äatl-üabtotg-Baiu Rail. *llfe!>eH>»*)ilin Rail. 8rcanj»3ofe(«b.. 6taat«ba^n . . . , 'bUbbafcn..........i «tlb 71 86 74.60 98-1U7. UO. Ul- 74.70 »8 50 107.15 110-60 1S4 60 75.. 77 75 149.50 »31.45 142. «*0. - 910, utatc I Pfandbriefe. 71.30 lüg. 8S.»ob..«teMt. Prlotit&ts-Obl. lttani-3o|ef*«8a^n Oest.-Norbwiftbahn 75.50 Zjkbrnbürger----- ,8 *5 etaaWba^n .... «ibb^«e|.L bto. Bon« 149 75 >88.50 145.- 61.— 78.50 “74 -r 62.-\91 124.25 2 50 61 25 79 -»75. (2.60 193 125 -21.75 104 tO 105 141,(0,14150 »45 75 »46.-201 5tantf. 100 |L . „ Hamburg............ Voncon io Pt. 6terL tlati« 100 Franc» Jldnxeo. *ail.lDtilni.®*c*tca 163 -r!U8,«0 ü0^teoc«ilti fl. auswärts eingelegt und bis zum Betrage von 3000 fl. behoben werden kann, und zwar 5 °/„ ohne Kündigung, mit öV/.'o gegen Istägige Kündigung in beliebigen Betrügen; mit 6 °/0 gegen SOtägige Kündigung in beliebigen Beträgen. b) Gegen Kaffen Scheine, auf Namen oder Ueberbringer lautend, mit 4'///<, ohne Kündigung, mit 5 Va °/0 gegen ttOlägige Kündigung. Die Einlagen im Giro-Eoiito gegen Büchel und die im Umlauf befindlichen Kassenscheine genießen diese Berzinsung vom 1. Juli 1873 an. Die Filiale der Steiermärkischen (iecom ite-Bank eöcomptiert ferners l'InlxiirrliMrl und Domizil«» bis 15» Tage Laufzeit nuf tziraz, Wien, Triest, HUiißrufurt und sonstige inländische Plätze, wofern sich daselbst eine Bank oder Banlsiliale befindet, — sie besorgt den coirimisstonsweijen Ein- und Verkauf aller (Sattungen Werthpapiere und Effecten zum jeweiligen Course gegen billigste Provision, — übernimmt zum Jncasso Wechsel und Anweisungen aus in» und ausländische Plätze. (248—19) . Dtr selbständige Credtt-Beretu der Anstalt gewährt Credite nach den statutenmäßigen Bestimmungen. * Filiale der Steierm. Escompte-Bank in Laibach. * Auszüge auS den Statuten sowie Eesucleblanquette werden aus mündliches oder schriftliches Begehren im Bureau der Anstalt gratis verabfolgt. Verleger und für die Vtedactlvn verantwortlich: Ottomar Äauiberg. Zu beziehen durch Ignaz von Klviimiayr & F. Banker», Buchhandüing in Laibach. Fachgemäße Anleitung alle ürankhriten der Hausthiere richtig ;u erkennen, zu livurtljrilcn und ju heile». Nebst Praktischen Winken und Nathschlägen, durch eine vernünftige Gesundheitspflege viele Krankheiten der Hansthiere zu verhindern. Sin nnentßclrliieg Sand- nnd Jtnififililngctuifi für alle fotlfdirilIgfrmndMien üandwitlUc und ®fiicr[>cfi|er üiitrfmnpt. Nach form ncuc|irn Standpunkte der Wiener Schult aiib mit ßtrüd;fid)ligung der wichtigsten EiilLtckuiigcn uni /orfchiiugru auf -c», Cörbictc Itr $l)ierl)cilkunlt bearbeitet von Aerdinaud Siegmund. Berfasier der „OHuftrirten Naturgeschichte" und de- ^Gemeinnützigen Ätäuterbuchefl*. sVer/a Kintadung zur Pränumeration er 4-* «—• »> »r <4>t8b Bürgschaft. Die diesen Pr»specl versendende Buchhandlung biirflt hiermit.noch auidriiiklich für die yiinftlidic Besorgung des Werke» und bittet, etwaige Uurcgelmnfiigtciten u. fonfliflc Beschwerde» ihr sofort otnu* -eigen. PROSPEC T. Gemeinnütziges Wüerarzneibuc^. (MckgemMse Anleitung alle Krankheiten der Hanslhiere richtig zu erkennen, zu benrtheilen und zu heilen, nebst praktischen Winken und Rathschlägen, durch eine vernünftige Gesundheitspsiege viele Krankheiten der Hausthiere zu verhindern. Ein unentbehrliches Hand- und Nachschlagebuch re. Von Ilerdinand Siegmund. Verfasser der „Jllustrirten Naturgeschichte der drei Reiche" und des „Gemeinnützigen Kräuterbuches". Kör* Mt XOO ggkhildtingc«. -$3S Das Erscheinen dieses Buches und namentlich die Form, in welcher es den Landwirthen und allen Thierzüchtern und Thierbesitzern geboten wird, dürfte dadurch gerechtfertigt fein, daß es bisher an einem populären, dem Verständnisse des nicht fachmännisch gebildeten Oekonoinen und des in den Naturwissenschaften keineswegs gründlich bewanderten Thietzüchters und Thierbesitzers anpassenden kurzen Handbuche fehlt, welches nicht nur eine leichtfaßliche Uebersicht über den Ban und die Verrichtungen des thierischen Körpers, über die mannigfachen Krankheitserscheinungen, denen mich die Thiere unterworfen sind, über die zahlreichen Heilmittel aus dem Pflanzen- und Mineralreiche giebt, sondern auch richtige Gnindsätze bringt über Fütterung, Pflege und Wartung der Hausthiere. Gleichwie die neuere Mediän es als eine große Errungenschaft betrachtet, daß der physiologisch gebildete Arzt nicht nur die Krankheit erkennen und heilen kann, sondern auch die Mittel angibt, sich vor Krankheiten zu schützen, so kann auch der Landwirth und Thierbesitzer durch eine nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen geleitete Ernährung und Pflege feinen Viehstand gesund behalten und sich vor großem Schaden bewahren. Vorliegendes Werk wird also nach zwei Richtungen hin für jeden Thierbesitzer ein treuer und verläßlicher Rathgeber sein, indem es ihm nämlich die Anleitung giebt, die häufigsten Krankheiten seiner Hausthiere ohne Zuziehung eines Thierarztes zu heilen oder doch in schweren Fällen bis zum Eintreffen desselben vorbeugende Mittel zu finden, und endlich besonders darauf hinweist, wie durch die Gesundheitspflege ein großer Theil von Krankheiten verhütet wird. Und so dürfte ijWilimu»! Äciimuml’s (ficmcimmttigcs l'l(immei(nu>l( einem um so dringenderen Bedürfnisse entsprechen, als es die neuesten Forschungen der Thierheilkunde benützend, den Landwirth re. mit jenen kostbaren Resultaten der Wissenschaft bekannt macht, welche ihm wohl nicht leicht auf einem anderen Wege so sicher und zum Vortheile seines Eigenthums zugänglich sind. — Auch die Principien und Mittel der Homöopathie werden einer eingehenden Beachtung unterzogen. Wir heben noch hervor, daß mich die Besitzer von Lnxnsthieren, z. B. Hunde, Katzlen, Vögel, Fische re. re., deren Haltung jetzt eine allgemein verbreitete Modesache geworden nnd an deren Leben sich so häufig die zärtlichsten Sympathien der Familienglieder knüpfen, in diesem Werke die reichhaltigste Anleitung finden werden, ihre treuen Geführten und Lieblinge aus der Thierwelt vor Krankheiten zu bewahren, oder die eingetretenen Erkrankungen sofort zu erkennen und fachgemäß zu behandeln. Möge dieses Lhirrar)nril>nch, dessen Inhalt durch zahlreiche einqedrnkktc 3llnllvntionrn noch anschaulicher gemacht wird, jenen Nutzen bringen, welchen wir durch die Herausgabe desselben im Auge haben! Suöscriptions-Wedinglmgen. Ferdinand Stegmnnd'S Gemeinnütziges Tyierarzneibnch erscheint in genau 10 Liesernngrn, jede mit «t Logen Trrt, zahlreichen Abbildungen mtb in Umschlag geheftet. Jede Lieferung kostet nur 25 kr. ö. W. welcher billige Preis die Anschaffung des Werkes für Jedermann crmöglidit. Nierzelinliinlich wird ritte Lirserung misflcncüeit. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung an und besorgt die Fortsetzungen pünktlich, jedoch sind Boransbczahlnngcn nicht z» leisten. dampfet kostet das Werk öroschirt 2 ff. 50 Kr., cadonirt 2 ff. 80 Kr., elegant gevnnden 3 ff. ö. W. A. Hartleben’s Verlag in Wien und Pest Vorausbezahlungen sind nielit zu leisten Bürgschaft. Die diese» Prospekt versendende '5iichl)niiMimg bürgt hiermit noch ausdrücklich für die pünktliche Besorgung de» Werkes und bittet, etwaige Unregelmäßigkeiten 11. sonstige Beschwerden ihr sofort anzn-zeigen. v> « =5 «5 v *5 Diesen Bestell-Zettel wolle man gefälligst abschneiden und, auf der Vorderseite ausgefüllt, der Buchhandlung franco Mellen, welche den Prospekt übersandte. Die Bürgschaft nnd den Prospect selbst aber möge inan als Controle in der Hand behalten. Druck von ffvirbtirt) 3o«Vrr in Wir». — Z. 91. 6t. (®«f. umiiiwulen)