p iLLlllliniittou» - prnsk: Kür LaibaL Ganziahrig . . . 6 k. — lr. Halbjährig . . . S „ — » Vierreljährig. . . i „ so » Monarlich . — .. ö('' „ M'il der Post: Bau,jährig . . . S II. — Ir. Halbjährig . . . 4 „ SO » Vierteljährig. . . 8 rs » Klir Zustellung ins Haus vieriei. jährig 25 kr., inonariiid !> Ir. Einzelne üiuinuiern 5 kr. Nr. 55. Laibacher Anonime Mrttheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Mittwoch, 9. März. — Morgen: 40 Märtirer. Aonstitutioneller Uerein in Laibach. L c d a >l 1 > o«: Bahnboffla^e Nr. i»2. Lrprdiliou und Zascraltu-Lurrau: Kongrehplatz Nr 81 «Äucbdandiln: von I. v. Älemmanr L iv.Banil'er^- Zvscrtioasxrkitt: Kür die einlvaltige Veiitz-ilekr. vci zweimaUger Eiiischallung i» üki. dreimal L 7 kr. JnIertioiEemrel jedc^ma! »<> Ir. Bei größeren Inseraten und ölrerer Linschaltung enlsxrechender Rabatt 1870. Der Ausschuß beehrt sich hiemit, die Herren Vereinsiuitglieder zur zweiundzwanzigsten Versammlung, welche hente den 9. März Abends um 7 Uhr im Saale SchießMtte höflichst em- zuladen. Tagesordnung: 1. Wahl eines AusschußmitgliedeS. 2. Besprechung der bevorstehenden Gemeinde rathsergänzungswahlen. 3. Lortrag, betreffend die Aufhebung des Kon ^ kordates. _______ Lrijche Zustände. Die sozialen Zustände in Irland sind gänzlich von jenen Englands verschieden. Irland ist im allgemeinen weit freier von Verbrechen als England. Mord, Diebstahl und andere gemeine Verbrechen, die in England sehr häufig find, fallen in Irland weil seltener vor. soweit es sich um Motive des Raubes oder der Plüuderuug handelt. Die Perbrechen in Irland sind ganz anderer Natur, sie nehmen fast dnrchgehends einen patriotischen Zweck an. Drohbriefe oder agrarische Mordthaleu sind die Pest Irlands; aber niemand in Irland betrachtet dieselben als Verbrechen, sondern als patriotische Thaten, und ^ diejenigen, welche sich dieser Verbrechen schuldig machen, gehören nie der verworfenen blasse der Gesellschaft an, sondern werden als Volkslribune und Patrioten betrachtet. Noch nie hat das Auöschreiben einer bedeutenden Geldbelohnung zur Entdeckung eines agrarischen Mörders geführt, odschou dieselben gewiß allgemein bekannt sind. Als im vorigen Jahre der Verwalter von Mullingar am Hellen Tage ermordct wurde, ohne daß der Thäter entdeckt werden konnte, bemerkte der Chef Justiee, daß von !>ö agrarischen Verbrechen, die um jene Zeit der Polizei bekannt waren, nur in zwei Fällen der Versuch gemacht wurde, die Thäter vor Gericht zu bringen. Irland befindet sich dermaßen im Kriegszustände, daß daselbst ganz eigenthümliche Gesetze bestehen, die auf England gar keine Anwendung finden. So besieht eine Art gegenseitige Versicherung der Bewohner gegen agrarische Verbrechen. Wenn irgend ein Haus in Brand gesteckt, oder ein Pferd oder ein Schaf gelobtet oder beschädigt, oder ein Schiff in Grund gebohrt, oder irgend eine ähnliche Unbilde dem Eigenthume eines Mannes zugefügt wird, so bestimmt die Große Juri, ob der Beschädigte von der Grafschaft, dem Distrikte oder der Gemeinde zu entschädigen sei, so daß dadurch die Totalität der Bürger getroffen wird, nnd mithin auch die Geschwornen, soweit dieselben Taxen zahlen' müssen, die Entschädigung mit-zahlen müssen. Außerdem haben die Behörden in Irland das Recht, wie der gesetzliche Jargon es haben will, einen bestimmten Distrikt zu „prokla-miren," wodurch die Polizei daselbst verdoppelt und demnach die Polizeitaxe vermehrt wird. Da- die Polizei in Irland, ebenso wie in England, nicht vom Staate, sondern von der Gemeinde unterhalten wird, so fällt die Last gleichfalls ans die Bewohner deS Distrikts, in dem die agrarischen Berbrechen Vorfällen. Da eine große Solidarität zwischen den eigentlichen Verbrechern und ihren Nachbarn und Mitbürgern besteht und dieselben fast immer den Thäter kennen, aber ihn nicht verratyen wollen, fo ist ihre indirekte Bestrafung nicht ungerecht, Es ist kein Zweifel, daß die agrarischen Verbrechen in Irland, soweit sich dieselben auf das Eigenthum beziehe», im Vergleiche mit früheren Jahren bedeutend avgenom-men haben, weil die Bauern wissen, daß sic in der Form von Steuern die Entschädigung zu zahlen haben werden. So lange die agrarischen Verbrechen in Irland fortmähren, kann man davon überzeugt sein, daß die irische Nation unbefriedigt ist. Erst vor kurzem hat man aber von Dublin Depeschen erhalten, welche von zwei neuen Mordthaten dieser Art berichten. Ein Mann, Namens M'Mullen, war erschossen worden, und er hatte seinem Weibe drei Wochen vor seinem Tode gesagt, baß er seinem Geschicke nicht entrinnen könm, weil er auf Anftisten seines Weibes der Aufforderung von vier anderen Männern, einen Waffenladen zu plündern, nicht gefolgt war. Er thettte aber seinem BZeibe die Namen dieser vier Männer mit, so daß sie nach seinem Tode dieselben den Behörden überliefern könne, was sie auch that, und die Männer wurden verhaftet. Ein anderer Mann wurde gleichfalls von Feniern ermordet, und trotzdem die Thäter in beiden Fällen gefangen genommen worden sind, so ist doch an deren Verurtheilung nicht zu denken, weil eine irische Juri dieselben nicht schuldig finden wird. Erst dieser Tage wurde ein Mann, Namens Barrel, gegen den genügende Beweise Vorlagen, daß er einen anderen Mann ermordet hatte, srcigcsprochen, weil zwei Männer der Juri sich nicht dazu bestim men lassen wollten, ihn schuldig zu finden, und Einstimmigkeit der Juri für die Giltigkeit eines BerdiktS erforderlich ist. Der präsidirende Richtcr bemerkte nach diesem Ausgange eines Prozesses, in dem die Schuld des Angeklagten auf eine so klare Weise bewiesen worden war, daß nach diesem Verdikt an eine Rechtspflege in Irland nicht mehr zu denken sest Politische Rundschau. Laibach, 9. März. Im Reichsrat he erklärte bei der dritten Lesung des Gesetzentwurfes über das Schubwesen GrocholSki, der Gesetzentwurf verletze die autonomen Landtagsrechte, wogegen die Polen Verwahrung einlegen und sich der Abstimmung enthalten werden. Der Präsident weist die Verwahrung zurück. Die Eisenbahngesetze wurden einem sünfzehngliedrigen Eifenbahnausschusse zugewiescii. Petrino begründete den Antrag auf die Ausdehnuug der Autonomie aus alle Länder. Das HanS lehnte die Zuweisung des Antrages an den Refolntionsausschuß ab. Die Polen stimmten gegen die Zuweisung. Der Ausschuß fü r d i e g a l i z i sch e R e-solution verwarf den Antrag Rechbauers, von der punktweise» Berathung der Resolution ab-zngehen und in die Berathung des von ihm vorge-legten diesbezüglichen Gesetzentwurfes cinzugehen. Die Minister erklärten sich gegen die Ueberlassung der Strafjustiz, der Zivil- und Bcrgrcchtsgesctzgcbung, der Organisation des Gerichtes und der Verwaltung^ behörden an die Landeskompetenz, — übcrlasscn jedoch der letzteren die Polizeigesctzgebung. Ein Brief des Grafen Montalembert in der „Gaz. de ^rance" stimmt in begeisterter Weise der Haltung Gratrl) s und Dupanloup's aus dem Konzil zu, bewundert deren Muth, mit welchen: sie sich dem UllramontaniSmus entgcgenstcllei!, nnd hofft, der Katholizismus Europa S werde sich der modernen Gesellschaft anzupafsen wisst,,. In der letzten Zeit sind zahlreiche Offiziere der spanischen Armee verhaftet und nach den kanarischen Inseln deportirt worden. Sie sollen der Angave der Negierungsorganc zufolge sieb der Verschwörung schuldig gemacht habe» zum Hweck einer Wiederherstellung der Bourbonen. Zur Tagesgeschichte. — Aus verläßlicher Quelle erfährt die „Tgpst./ daß die Erhebungen bezüglich des unvermutheten Ablebens des Hosraihes Dr. Franz Unger der medizinischen Fakultät der Universität in Wien zur Abgabe des Gutachtens mitgetheilt worden sind. — Die Pest er Setzer nahmen den vom Bnchdriickergremium angebotenen Tarif an und kehrten zur Arbeit zuruck. — Ein Veteran des Liberalismus. In Linz feierte den 4. d. M. die liberale Partei Oberösterreichs den 70. Geburtstag Dr. Karl Wisers in der erhebendsten Weise. Landeshauptmann Dr. Eigner begrüßte den Gefeierten im Namen des Landes aufs herzlichste, bezeichnet die Feier sehr richtig als ein Familenfest. Nach ihm sprach der Bürgermeister Dron o t im Namen der Bürgerschaft von Linz. Landesausschuß Dr. Kre in e r entwickelte in der Festrede ein farbenreiches Bild des nachahmungswürdigen politischen Wirlens Wifers. Göllrich (Wels), Haßreiter (Ried), Mink (Wels) begrüßten an der Spitze von Deputationen den Jubelgreis im Namen der dortigen liberalen Bolksvereine. Dr. Habifon (für den „Frohsinn") und Wols iflir den „Sängerbund") leiteten in gehaltvollen Worten Borträge ihrer Vereine ein. Depeschen kamen aus allen bedeutenden Städten Oberösterreichs. Die Adresse, welche die Versammlung mit einer kostbaren Ehrengabe widmete, trägt über 4000 Unterschriften. Unter diesen steht der Name des Abtes Helfer st orser in erster Reihe. In der Adresse heißt es u. a.: „Wenn heule in Oesterreich nach langem Ringen der Konstiiulionalismus zu nimmer zu vertilgender Wahrheit geworden, so glänzen Sie unter den Männern, welchen wir dies danken, in vorderster Reihe. Die zahlreichen Blätter der Protokolle, welche Ihre in den parlamentarischen Versammlungen des Reiches und des Landes im Dienste der guten Sache gesprochenen Worte verzeichnet enthalten, sind eben so viele Lorbeerblätter in dem nie welkenden Kranze, welcher Ihr ehrwürdiges, vom Schnee der Siebzig gebleichtes Haupt umgibt." Mal- und Promnzial-Augelegenheilen. Mal-Chrom!. — Die letzten Erdstöße) habenden nördlichen Flügel des Hauses Nr. 31 am Kastellberge derart beschädigt, daß gestern Abends um 8 Uhr der Dachstuhl, sowie die Mauern desselben ohne irgend eine weitere Beranlassung zusamiiienstiirzten. Dieser Theil des Hauses diente dem Besitzer als Seilerwerk-stättc und war glücklicherweise um diese Zeit niemand mehr darin beschäftiget, so daß kein Menschenleben gefährdet war. — (B om Theater.) Mit Bergungen zeigen wir hiemit allen Theaterfreunden einen demnächst bevorstehenden äußerst amüsanten Theaterabend im voraus an. Der fleißige Regisseur und m allen Branche» der dramatischen Kunst so sehr verwendbare Schauspieler Herr Julius Moser hat sich von Wien das dort bereits seit mehrere» Monaten Sensation »rächende Volksstück: „Bon Stufe zu Stufe," nach Hugo Müller von I. Böhm, zu verschaffen gewußt und wird düsselbe, mit vielen Gesangsnuuunern und Tänzen möglichst ansgestattet, am Samstag den 12. März 1870, zum Bortheile des Herrn Moser zur erstmaligen Ausführung gelangen. Die dahier bekannten und so beliebten „Wiener G'frettg'schichten" (Kouplet L 1-t Mannsseldl sind in das Stück sehr passend cingeflochten u»d alle Rollen in den besten Händen; mehrere Mitglieder der Oper haben dem Benefizianten aus Gefälligkeit ihre Mitwirkung zugesagt und bereits finden auch Balletproben statt; es ist somit alle» Musen gehuldigt, und wird sich der Benefiziant gewiß eiueö guten Kassa-Resultates zu er-sreueu haben, was wir ihm von Herzen gönnen. — (Theater.) „Czar und Ziinmermann" von A. Lortzing. „Der Kampf ist aus, das Lied tönt fort" dies sind die Schlußworte der Schrift, welche Düringer auf LortzingS Grabstein geschrieben, und Düringer hatte Recht — Lortzings Lied tönt fort, eS wird forttönen, seine Oper» werde» lange noch gerne gehört werde», denn ihre reizvolle Mnfik und »rwüchsige Komik sind für alle Zeiten, ihre wundervoll rührenden Lieder und ihre grotesken Gestalten werden ewig seffeln. Und dann haben ja die ernsten Deutschen, die in der klassischen Musik obenan stehen, so wenige Komponisten, die sich auf dem Gebiete der komischen Oper Lorbecrn errungen: — da ist noch Nikolai (mit seinen „Lustigen Weibern vou Windsor"), und dann kommt gleich Mozart mit seinen komischen Opern, deren Musik sreilich klassischer Geist nmweht, aber eben deshalb mehrenkheils dem Laien unverständlich ist, doch davon ein andermal. — Die gestrige Boxstellung kann im großen nnd ganzen eine gelungeiie genannt werden, obwohl sich der weibliche Theil derCh'öre alle Mühe gab, den guten Eindruck der angenehmen hübschen Chöre zu schwächen. Der Männerchor war wieder so schwach vertrete», daß am Schluffe nicht einmal ein Quartett mehr beisammen war. Glücklicherweise wird eben in dieser Oper ans die Chöre kein großer Nachdruck gelegt und sind deshalb obgenannte Mängel nicht auffallend gewesen. Bon den Solokräften verdient in erster Linie der Benefiziant Hr. Rud. Crdt hervorgehoben zu werden, dessen treffliche Darstellung deS bombastisch komischen Bürgermeisters mit häufigem Beifall belohnt wurde. Hr. Beck ließ in Ge sang und Spiel nichts zn wünschen übrig nnd erhielt nach der gefühlvoll vorgctragenen Arie im letzten Akte stürmischen Applaus. — Wenn Hr. Bernhardi in Folge mit seiner angenehme» Stimme reussiren will, so ist dem Sänger mehr Stndinm und strengere Auffassung der Nolle anzn-rathen: dieS trägt jedenfalls bessere Früchte, als — un schickliches Extemporire». Hr. Geroldt, welcher in Folge der Unpäßlichkeit des Herrn Ander erst vor wenigen Tagen die Partie des sranzös. Gesandten übernommen, war seiner Ausgabe vollkommen gewachsen; der hübsche Bortrag der Romanze im 2. Akte gab wieder Zengniß von seiner guten Schule und der fleißige Sänger erntete wiederholten Beifall. Das berühmte Sextett wurde exakt vorgetragen und gefiel allgemein. Ebenso war Frl. Römer als Marie recht brav. Das Orchester hielt sich wie immer recht wacker, während es aber mehreren Prosastellen entschieden an Wärme und Festigkeit fehlte. -pp- — Wir machen auf das heutige Inserat betreffend die Subskription der Türkenlose wegen besonderer Billigkeit und der Vortheile, die sie dem Besitzer gewähren, aufmerksam. Gemeinderathssitzlma am 8. März. Anwesend 20 Mitglieder. Der Bürgermeister theilt mit, daß die Kirchen-vorstehung von Aquileja um einen Beitrag angesucht habe zu Kirchenbaulichkeiten daselbst. Er beantragt, dies Ansuchen mit Bedauern abzulehnen. (Wird angenommen.) Eine Pet!iion der Beloziped-Fahrer in Laibach wird an die Polizeisekticn gewiesen. Der Bürgermeiste r theilt mit, daß die Bahnhoffrage der Laibach-Tarvis-Bahn dahin erledigt worden :st, daß das Frachtenmagazin uni 240 Klstr. der Stadt näher, d. b. innerhalb dcs Pomerinms gerückt werde. (Wird zur Keuntniß genommen.) Die Sparkasse habe der Stadt 2000 fl. für den Anncnfont, 1000 fl. für die Feuerlöschrequisiten übergeben und der Bürgermeister beantragt, ihr den Dank dcs Gemeinderathes auszusprechen. (Bravo.) Der Bürgermeister theilt serners mit, daß das Komitee der Bürgerkränzchen zum Besten des Armenfondes 500 fl. in Obligationen und 20 fl. in einem Waldsteinlose übergeben habe. (Bravo.) Der Sparkasse sowohl als dem Komitee wird der Dank der Gemeinde votirt Bericht über die Lhätigkeit des Ge-meindemthes. Hierauf erhebt sich der Bürgermeister und hält eme längere Ansprache an den Gemeinderath, in welcher derselbe einen Rückblick auf die bisherige Tätigkeit des Gemeinderathes wirft. Wenn nicht unvorhergesehene Ereignisse eine außerordentliche Sitzung nöthig machen, so ist es heute zum letzten male, daß der jetzige Gemeinderath sich vereiniget, er benütze drese Gelegenheit, un: den ausscheidenden Mitgliedern den Dank auszusprechen für die Hingebung und Mühewaltung, welche sie in dem Dienste für die Gemeinde an den Tag gelegt haben. Wenn man einen Rückblick auf die Thätigkeit des Gemeinderathes werfe, so müsse man gestehen, daß die Opfer an Zeit und Mühe bedeutend seien, denen er sich unterzog, er habe in 11 Monaten 22 Sitzungen gehalten, abgesehen von den zahlreichen Sektionssitzungen, und zwar kamen da Gegenstände zur Erledigung, welche von großer Bedeutung waren und wirklichen Fortschritt anbahnen. Der Gemeinderath habe vor allem seine innern Angelegenheiten geordnet, sr habe die Reorgani-sirung des Magistrats durchgeführt, die materielle Stellung der Beamten den Zeiwerhältnissen entsprechend verbessert, ohne besondere Belastung der Kaffe. Der Gemeinderath habe die Revision des Ge m e i ndesta t u ts, welches nun schon 20 Jahre provisorisch sei und für welche Arbeit schon seit langem Komitees bestellt waren, durchgeführt, wozu eine lange Reihe von Sektionssitzungen nothwendig war, der Gemeinderath sei hiebei bestrebt gewesen, die Interessen der Autonomie aufrichtig zu wahren und er, der Bürgermeister, könne nur den Wunsch zufügen, es mögen diese Bestrebungen auch vom besten Erfolge gekrönt werden. Der Gemeinderath habe die Iahrespräli -minarien von zwei Jahren und für das laufende Jahr zu erledigen gehabt, sowie die Rechnungen für drei Jahre in Verhandlung zu ziehen, die erste derselben komme schon heute zur Berathung. Das Inventar des Gemeindevermü-gens sei ergänzt worden. Was die finanziellen Verhältnisse anbelangt, so müsse in Erwägung gezogen werden, daß der Gemeinderath Verpflichtungen von früher her übernommen habe, z. B. die Tivoliraten, die Verzinsung des Sparkaffeanlehens, eine Rate der Hradeczkybrücke, drei Raten von den Spitalskostenrückständen und noch andere, welche alle aus den gewöhnlichen Zuflüssen gedeckt werden sollen, und außerdem soll noch allen übrigen und heute gerade gesteigerten Anforderungen entsprochen werden. Eine Vermehrung der Zuflüsse ohne Einführung neuer Lasten ist nicht möglich, die einzig mögliche sei das Verzehruugssteueraversum, bezüglich dessen Vorkehrungen getroffen seien, welche übrigens erst nach zwei Jahren, d. H. nach Ablauf des bisherigen Pachtvertrages zur Entscheidung kommen können, doch hat der Gemeinderath der Sache schon jetzt seine vollste Aufmerksamkeit zugewendet. In der Spitalskostenfrage, in welcher der Gemeinde ein offenbares Unrecht zugefiigt wird, hat der Gemeinderath gleichwohl den Geist der Versöhnlichkeit bewahrt, und nur gezwungen that er den letzten Schritt und machte die Klage beim Reichsgericht anhängig. Wegen der Rückzahlung der Anleihe an die Sparkasse dachte der Gemeinderath auf Mittel, dieser drückenden Last sich zu entledigen, und fand ein solches in der Durchführung des Projektes, die entlegenen Grundstücke zu veräußern, indem selbe der Gemeinde nichts eintragen, trotz der geringen Steuern, die in der Folge steigen werden. Es wäre im jetzige» Momente die Erzielung eines guten Kaufpreises anzuhoffen gewesen, so groß, daß man dre Schuld mit einem kleinen Zuschüsse in 10 Jahren hätte tilgen können. Es lag die Schuld nicht am Gemeinderathe, wenn dieses Projekt nicht realisirt wurde, derselbe habe sich jedoch dadurch nicht abschrecken lassen, wenngleich der ursprüngliche Zweck nicht mehr in dem vollen Umfange, wie damals, erreicht werden kann. Bezüglich der Bauten sei zu erwähne» die Makadamisirung der Wiener »nd theilweise der St. Petersvorstadtstraße, die Umpflasterung der Klosterfrauenstraße, der Straße bei der Schule und dem Priesterhause, die Herstellung der Straße auf den Schloßberg, die Herstellung der den Einsturz drohenden Stefansdorfer Brücke, der Bau des Kanals in der Wienerstraße und des Kanals der Krakauer Haupt straße und Gartenstraße, viele kleinere Baulichkeiten und Herstellungen abgerechnet. Sein besonderes Augenmerk habe der Gemeinderath dem Schulwesen zugcwendet, man habe einen zweiten Diener an der Realschule angestellt, heute gehe mau a» die Errichtung von Parallelklassen an der Realschule, der Gemeinderath iutervenirte bei der Ausmittlung des Bauplatzes für die künftige Realschule. Auch dem Volksschulwesen habe der Gemeinderath seine Sorgfalt zugewendet, man habe Unterstüz-zunge» bewilligt für dürftige Schüler, für Anschaffung von Lehrmitteln, man habe die Gehalte der Lehrer an der Jakobsschule den Zeiwerhältnissen entsprechend, im Ganzen um 500 fl. erhöht, mau habe durch einen Beitrag die Tbeilnahme derselbe» beim Lehrertage in Graz ermöglicht, man habe den Turnunterricht au der St. Jakobsschule eingeführt, die Errichtung einer 4. Klaffe au der evangelischen Schule bewilliget, man sei den Bestrebuugeu, die deutsche Sprache an den Volksschulen.Laibachs anszumerzeu, entgegengetreten, man habe zwei Lehrern das Bürgerrecht der Stadt ertheilt. Auch iu anderer Beziehung habe der Gemeinderath de» Interesse» der Stadt möglichst Rechnung getragen, er habe, als die gesetzliche Steuerfreiheit bei Bauten zu Ende ging, eine Petition »in Verlängerung dieser eingebracht, wenn das Ministerium bald darauf eine Gesetzvorlage dem Reichsrathe verlegte, so ändere dies nichts am Verdienste des Ge meinderathes. Seit langen Jahren habe man die Organisirung unseres Feuerlöschwesens im Sinne gehabt, der Gemeinderath habe die Sache kräftig in die Hand genommen, eine Feuerwehr eingeführt, ein Statut entworfen, dann einen freiwilligen Feuerwehrverein ins Leben gerufen, dessen selbstverfaßtes Statut berathen und genehmiget, heute sei die freiwillige Feuer wehr eine vollendete Thatsache, die Feuerlösch-requifiten auf jenem Standpunkte, wie er allein wünfchenswerth erscheine, sie seien theilweise schon da, theilweise binnen wenigen Tagen zu erwarten, so daß man hoffen könne, die Uebungen »er freiwilligen Feuerwehr noch im Laufe dieses Monates beginnen zu sehen. Ein wesentliches Verdienst lediglich des Ge-weinderatheS sei es, daß der Frachtenbahnhof der Laibach Tarvisbahn innerhalb der Pomerialgrenze der Stadt zu stehen konmen werde, wodurch die Interessen der Stadtbewohner vor nahmhaster Schädigung bewahrt würden. Andere Gegenstände seien in Angriff genommen, deren Resultate selbstverständlich noch nicht ins Leben treten konnten, man habe eine Brunnenordnung in Aussicht genommen, die Wasser versorgungsfrage angeregt, die Frage der Errichtung einer städtischen Feuerassekuranz in Angriff genommen. Bei der letzten drohenden Verfassung-- krisis habe der Gemeinderath, so sehr er sich auch von Fragen der Politik ferne gehalten habe, doch seine Stimme erhoben zum Schutze der Verfassung, hiebei, getragen vom Geiste der Versöhnlichkeit, einen Ausgleich auf dem Wege der Verfassung als wünschenswerth betonend. Wenn man erwägt, daß der Gemeinderath alles dieses in der kurzen Zeit vom 11 Monaten geschaffen, so kann man mit gutem Gewissen sagen, er ist seiner Pflicht nachgekommen und es werden die Wähler diese Anerkennung am besten dadurch aussprechen, wenn sie die scheidenden Gemeinderäthe wiederwählen; er für feinen Theil fordere den Gemeinderath auf, denselben seinen Dank durch Erheben von den Sitzen auszusprechen. (Geschieht unter Beifallsrufen.) GR. Dr. Keesbacher interpellirt hierauf den Bürgermeister, in welchem Stadium sich die Schwimm-schulsrage befinde, und ob derselbe nicht gesonnen sei, diese auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Der Bürgermeister antwortet, es sei das Projekt einem Fachmanne zur Ausarbeitung übertragen worden, wenn dieses bis zur nächsten Sitzung bereit sein werde, werde er die Frage auf die Tagesordnung setzen. GR. Pirker interpellirt den Bürgermeister, warum ein Gesuch des Realschulkörpers an den Gemeinderath wegen Kreirung einer Laborantenstelle seit acht Monaten keine Erledigung gefunden habe, und fragt, in welchem Stadium sich die Angelegenheit befindet? Bürgermeister: Es handelt sich um die Frage, wer die Stelle zu besetzen hat; die Sache liege wahrscheinlich noch beim Landesausschusse. MR. Guttman gibt den Ausschluß, daß das Gesuch wahrscheinlich beim Kriegsministerium liege. GR. Hansel interpellirt, warum die Wieder-holungsschule nicht besser besucht werde. GR. Pirker konstatirt, daß es wirklich so ist, daß der Lehrling selten ein Zeugniß braucht, man sehe von Seite der Meister zu wenig darauf bei der Freisprechung. Bürgermeister meint, es sei Sache der Direktion, darauf aufmerksam zu machen, bisher sei nur eine Beschwerde wegen den Bäckerlehrjnngen an den Magistrat gelangt. GR. Pirker wünscht eine Aufforderung an die Realfchuldirektion, dieselbe möge Bericht erstatten über den Besuch der Wiederholungsschule. GR. Stedry meiut, die Lehrbriefe werden ja gefertiget vom Magistrate, wie kommt es, daß dies ohne Vorlage von Zeugnissen geschehen könne? MR. Guttman erwidert, daß die Lehrjungen-schule eine Zwangsschule, die Gewerbsschnle keine Zwangs-schnle sei. Das Gewerbegesetz weiß nichts von Lehrbriefen, nnraus Pietät behalte man die vom Magistrale mitgefertigten Lehrbriefe bei, gesetzlich seien sie nicht. Hierauf wird zur Tagesordnung geschritten. Als Wahltage für die bevorstehenden Gemeinde-rarhswahlen werden bestimmt: Für den III. Wahl- körper der 28. März, Nachmittags für die Nachwahl; für den II. Wahlkörper der 29. März, 30. März für die Nachwahl; für den 1. Wahlkörper der 31. März, Nachmittags für die Nachwahl. Ein Antrag des GR. Dr. Rech er ans Ueber-rragung der Nachwahlen des I. Wahlkörpers auf den 1. April Vormittags wird abgelehnt. Die Wahl der Kommissionsmitglieder wird über Antrag des GR. Stedry dem Bürgermeister übertragen. MR. Guttman reserirt über die Reklamationen der Wählerlisten. Es wird sodann die Wasserversorgungskommission gewählt. Sie besteht aus den Herren: Laßnik, Bürger, Keesbacher, Terpin, Mallitsch, Samassa, Kalten-egger, Schöppl, Deschmann. Der Antrag Samaffa's wegen Aendernngen der Feuersignale wird im Verhinderungsfälle desselben vom GR. Pirker vorgetragen. Es wird dieser Antrag als eine Konsequenz der Feuerlöschreorganisation hingestellt, der jetzige Allarmmodus sei unpraktisch, indem beispielsweise zwei Schüsse Feuer für alle Vorstädte fignalisiren, das Sprachrohr sei schwer verständlich, die optischen Signale seien oft bei Nebel nicht sichtbar. Es seien die Kanonenschüsse als Signal zu verwenden in der Weise, daß man die Stadt in vier Viertel theile und jedes Viertel seine bestimmte Anzahl Kanonenschüsse habe. Die vier Viertel seien natürlich herzustellen durch die Linie des Laibachflusses und durch die Linie Tivoli-Rathhaus, Schloßberg-Karlstädterbrücke. Das Schulviertel, das St. Jakobviertel, das Burgviertel und Bahnhofviertel. Zur näheren Bezeichnung der Gegend im Viertel, in welchem die Kanonen Feuer fignalisiren, würden Glockenschläge benützt werden. Außerdem seien noch farbige Fahnen und Nachts farbige Laternen zur Signalisirung der Feuerrichtung zu verwenden. (Wird an die Polizeisektion gewiesen.) (Schluß folgt.) Aus dem Gerichtssaale. Schlußverhandlung in der Jantschberg - Iosefs-thaler-Affaire. (Fortsetzung.) Die Zeugen Johann Bratnn und Matthäus Jerant bestätigen, von der Aufforderung, die Turner zu vertreiben, und der dafür versprochenen Belohnung gehört zu haben, bezeichnen mehrere der Rädelsführer und bemerken, daß die meisten Bauern mit Pflöcken und Stöcken bewaffnet waren. Der Zeuge Matthäus Jerant wird beeidet. — hierauf werden die Aussagen der vorgeladeneu Zeugen Joses Mirsch, Ludwig Hartmann, Ferdinand Mahr, Johann Libanski, Franz Mravlak und Heinrich Hollmann, da ihr Wohnort ein zu entfernter ist, nur vorgelesen. Aus der vorgelesenen Aussage des Ferdinand M a hr kommt nur zu erwähnen, daß er seine Angreifer nicht erkennt, am meisten Verdacht jedoch gegen den Angeklagten Godec hegt. Zeuge Michael Selau bringt nichts wesentliches vor. Zeuge Anton Zrimöek ist uns bereits aus der Aussage des Angeklagten BerLic theilweise bekannt. Er gibt an, bei Dr. Bleüveis gewesen zu sein, um ihn bezüglich der Fahne um Rath zu fragen ; Dr. Bleiwcis habe ihn zur Zurückgabe der Fahne aufgefordert, und hierauf habe er die Fahne auch wirklich im Wachtzimmer in Volavlje abgegeben. Zeuge Bartlmä Mohär will von der Af-faire gehört, aber nichts gesehen haben, da er erst nach beendetem Angriffe auf den Jantfchberg gekommen war. Er spricht abweichend von seiner früheren Aussage im Untersuchungs-Verfahren und wird deshalb nicht beeidet. Der Zeuge Johann Anzur ist, wie beinahe alle Zeugen aus der Gegend von Jantschberg, sehr zurückhaltend und weiß nichts wesentliches anzugeben. Die Verhandlung wird um 1 Uhr abgebrochen und wird Nachmittag um 3 Uhr fortgesetzt. Zeuge Emil Rak erzählt den bekannten Vorgang am Jantfchberge und bemerkt, daß die Turner mit geringer Ausnahme unbewaffnet gewesen nnd in keiner provozireudeu Weise auf den Jantschberg gekommen waren. Zeuge hatte zwei Verletzungen an der Hand erlitten. Zeuge Jakob Mahkouc hörte auch von der versprochenen Belohnung und von Johann Anzur die Aeußernng, man solle eine Verzäunung aus Reisig und Brenneffeln machen. Auch er bemerkt, daß die Turner unbewaffnet gewesen seien. Die Aussage der Zeugin Maria Mahkouc wird vorgelesen. Die Zeugin Maria Smrekar und Gertrand Bratun sagen nichts neues. Zeuge Joses Bratun gibt an, daß die Burschen deshalb auf den Jantschberg gezogen seien, um die Fahne den Turnern zu nehmen. Zeuge spricht abweichend von seiner früheren, im Voruntersuchungs-Verfahren abgegebenen Aussage und wird deshalb von den Angeklagten als ein Lügner erklärt; er selbst habe die Butschen gehetzt, mit Heugabeln aus den Berg zu gehen. Zeuge Alois Seks wurde amIantschberge von einem Bauer mit einem Schlage bedroht, kennt jedoch denselben nicht mehr. Die Zeugen Blaz Zupanöiö und Anton Jeriha wissen nichts wesentliches anzugeben. — Hierauf werden die letzteren drei Zeugen beeidet; sohin über Antrag des Dr. Ahacic die Vorladung von fünf Entlastungszeugen zu Gunsten des Jurk vom Gerichtshöfe beschlossen und mit der Vorlesung der Befunde über die Verletzungen der Turner, wornach Ferdinand Mahr eine schwere, lebensgefährliche Verletzung und sieben andere Turner mehrere leichte Verletzungen erlitten, die Verhandlung um '/»7 Uhr Abends abgebrochen. Am nächsten Tage, Dienstag, Vormittags 9 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. Zeuge Ernst Kokoschineg erzählt, daß, nachdem Laiblin seine Ansprache an die Turner gehalten, die Bauern an sie herangeschlichen kamen. Die Turner sprachen ihnen zu, sich ruhig zu verhalten, allein die Bauern antworteten, man wolle ihnen ihr Recht neh men -c., und verlangten die Fahne. Dornig floh, andere ihm nach. Die Bauern mit Knitteln bewaffnet hinten ein. Ihn schlug ein alter Bauer über den Rücken, ein anderer wieder auf der Straße gegen Josefsthal, worauf er in ein Gebüsch gefallen nnd endlich durch Freunde von weiteren Angriffen gerettet wurde. Den zweiten erkennt er in der Person des Lorenz Zgajnar. Dieser drängte sich am meisten an die Fahne und forderte die ändern auf, dreinzuschlagen. Zeuge Johann Faichter bekam am Jantsch-berge einen Schlag auf den Kopf; er erkennt den Lorenz Zgajnar als einen der Haupterzedeuten. Lorenz Zgajnar leugnet, mit einem Pflocke bewaffnet gewesen zu sein, er behauptet dreist, nur ein Stäbchen in der Hand gehabt zu haben! Zeuge Raimund Seunig lief um Gendarmerie und erhielt unterwegs von einem Bauer einen Schlag über die Schulter. Er erkennt den Anton Anzur als einen von denjenigen, die mit Knitteln bewaffnet waren. Anton Anzur giebt dres zu, leugnet jedoch, jemandem damit was Leides gethan zu haben. Zeuge Anton More suchte mit Ledenig und Laßnik einen Wagen, um den verwundeten Mahr nach Joscssthal zu führen. Ein Bauer erklärte sich auch bereit, einzuspannen, da schrie ein anderer: Wenn du diese Lumpen führst, wirst du auch geprügelt. Alois Cantoni und Karl Laiblin erzählten den bekannten Hergang, ersterer erkennt den Franz Anzur als einen der Exzedenten, Karl Laiblin erkennt den Lorenz Hgajner. Josef Schreier bringt wesentlich nichts neues vor, worauf die Aussage des Zeugen Johann Kra-schovitz vorgelesen wird. Zeuge Gendarm Simon Erjen, der den Turnern aus dem Jantschberg zu Hilfe kam, sagte, daß jemand, den er nicht kenne, in einer Entfernung von 100 Schritten nach ihnen geschossen habe. Scholz Paul, Gendarm, bezeuget dasselbe. Zeuge Thomas Coraggio, Gendarm, begleitete den Bezirkshauptmann Grafen Auersperg nach Volavlje, um die Fahne aufzufinden. Bei einer Stelle wurden sie von zwei Bauern insultirt, worauf er den einen, Johann Mohär verkastete, während ihm der andere davonlief. Peter Sluga, auch einer der Gendarmen, bezeuget, daß die Leute sich gegen die Gendarmen sehr renitent benommen haben. Zeuge Johann Lamberger trug den Turnern Trinkgläser auf den Jantschberg nach, unterwegs drohte ihm Bernhard Jeuuikar die Gläser zu zerschlagen. Er bezeichnet den Lorenz Zgajnar als einender Haupthetzer. Zeuge Johann Mahkovc sah, daß der Angeklagte Omahen einen Turner mit einem Pflocke geschlagen. Omahen leugnet, jemanden geschlagen zu haben, behauptet jedoch, daß ihn der betreffende Turner geschlagen habe. Zeuge Blaz Godec sah, wie Dr. Psefferer die Leute zu beruhigen suchte. Nachdem Dr. Psefferer selbst in Gefahr gcrathcn, brachte er ihn in Sicherheit vor den anstürmenden Bauern. Er erkennt den Angeklagten Marout als einen der Exzedeuten. Die Zeuge» Maria An zur und Math aus Zgajnar wissen nichts wesentliches anzugeben; letzterer wird auch nicht beeidet. Zeuge Johann An Hur wurde durch Anton Hgajnar von der Ankunft der Turner, und daß Dr. Bleiweis für die Wegnahme der Fahne 50 fl. versprochen habe, benachrichtiget. Hierauf wird die Verhandlung um Uhr abgebrochen. Nachmittag '^4 Uhr wird dieselbe mit der Einvernehmung des Zeugen Josef Dornig, Fahnenträger des Vereines, fortgesetzt. Dieser erzählt den Hergang wie die ändern Turner und bezeichnet den Lorenz ägajner als einen der ärgsten Hetzer. Den Johann Anzur sah er auch mit einem Pflocke versehen. Ihn selbst stieß einer der Bauern in den Fuß, worauf er davon- und die Bauern ihm nachgelaufen waren. Er stolperte uud die Fahne siel mit ihm zu Boden. Mahr und andere kamen ihm zu Hilfe, bei welcher Gelegenheit Mahr einen Schlag auf den Kopf erhielt. Nach langer Mühe wurde ein Wagen gefunden, Mahr auf den Wagen geladen und davon geführt. In Zalog forderte ein Bauer die ändern auf, den Wagen umzustürzen, worauf jedoch die ändern nicht eingingen. Dornig erkennt mehrere der Angeklagten. Schließlich werden eine Anzahl Protokolle so wie die Aussagen des Dr. Stöckl, Dr. Psesserer, Karl Deschmann, Albert Samassa, Ottomar Bamberg, Lukas Ehrwerlh, Karl Rütiug, Karl Ahn :c. vorgelesen uud hierauf die Verhandlung um 6 Uhr Abends abgebrochen. Die Angeklagten benehmen sich den Zeugeu gegen^ über immer unanständiger. Witterung. ^aiback, 9. März. NachtS und Vormittags trübe. Nachmittags Aufheite runq, Ostwind ziemlich stark. Wärme: Morgens 0 Uhr -f- 1.2", Nachmittags 2 Mir -s- 7.0° N. (1869 3.1", 1868 5.0"). Barometer 823.60'". Das gestrige Ta- gesmittel der Wärme -s- 2.8", um 0.7" über dem Normale, Angekommeiie Fremde. Am 8. März. ^Jaklitsch, Handels!»., Gottschee.— Schlei mer, Handels»!., Gottschee. — Petsche, Handels»!., Prag. — Meditz, »ism., Wie» — Bnkowitz, Handels»!., Graz. Smole, Pfarrer, Obertuchci». — Dr. Böhm, Gottschee. — Beer, Banuiiteriiehmer, Wie». Biirvfsk», Gutsbes, Petersburg. - Beliischlg, Kfm., Sissek. — Jaklic, St! Martin. — Radl, Assekuranz Direktor, Triest. — SSiel-der, Inspektor, Triest. — Schleimer, Handetsreis, Pest. Weiß, Handelsreis., Briinn. — Petschnig, Krainbnrg. -- Benjamin, Kfm., Pest. — Faleschini, Triest. — Pavlie, Pfarrer, Nacah. — Ferber, Ungarn. Ribnikar, Oberkrai». — Lalencii, Jll. Feistriz. - - Dob-»er, Direktor, Hofs. — Arisch, Ingenieur, Krainbnrg. — Klausner, Handelsrcis., Wie». — Cantini, HandelSin., Triest. — Drösche», Prirat, Tüfser. Iki, Kolui, Graz. — Scandolara, In genieur, Verona. — Berglini, Triest. — Milizh, .^a» delsm., Pola,______________ Berstarbcrle. Den 8. März. D.ni Johann Anjoli, Zuckerbäcker, sein Kind Karl, alt I Jahr, in der Stadt Nr. 149 an Frai sen. — Maria Gratzer, Magd, alt 29 Jahre, im Zivilspi tal a» Erschöpfung der Kräfte. Martrttiericht. .ttraiul'ura, 7. März. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 59 Wagen mit Getreide und 9 Wage» mit Holz. Durchschnitts-Preise. Theater. Heute: Blaubart, Oper in 3 Acte». Zum letzte» male in der Saison. Morgen: Täuschung auf Täuschung, Schauspiel in 5 Acten, Telegramm. Paris, 8. Mär;. Der „Monde" veröffentlicht ein Telegramm aus Rom vom 7. März, nach welchem der Papst ungeordnet hat, das Schema der UnfehlbarkeitSerkläruug Montag zu vertheilen. Bemerkungen hiezu können bis zum l7. März einge-brachk werden. Wiener Börse vom 8. März. LitaalsLoQÜa. 5Perc. österr. Wäbr. . dto. Rente, öst.Pap. dto. dto. öft.inSilb. Lose von 1854 . . . Lose von 1860, ganze Lose von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . SraQäentl.-Odl. Steiermark zuZpCt. Kärnten, Kram u. § tistenland 5 „ Ungarn. . zu5 „ Kroat. u. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ Nationalbank . . . Creditanstalt . . . -t. ö. Escompte-Ges. Anglo-österr. Bank . Oejt. Bodencre'o.-A. . Oest. Hypoth.-Bank. Steier. EScompt.-Bk. »>ais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabetb-Babn. Larl-Ludwig-Babn Siebenb. Eisenbabn . lkais. Franz-Iosefsb.. Fünfk.-Barcser E.-B. Llföld-Fium. Babn . Nation. ö.W. verlosb. llng. Bod.-Creditanst. Allg.öst.Bod.-Credit, dto. in 33 I. rückz. . Geld Ware 61.7.-, 71.45 91. -98.7<» 106.50 120.— 61.80 71.50 91 25 98.00 107.— 120.25 92.50 93.50 86.— 94.— 78.75 79.— 84.— 85.— 75.25 75.75 728.— 780-283.2 21.— 22.-' 22.5<> 17.50j 18.50 15.75> 16.50 Allerl Jeneu, welche sich an dem Reichen begräbnis; unserer Tochter, Schwester uud Nichte Aloisia SimouM , sprechen wir den h Die trauernde Familie betheülgt habeu, sprechen wir den herzlichsten Dank aus 103.10 103.25 124.25 49.30 5.83 9.91 1.82 121.25 103.25 103.40 124.40 49.35 5.84 9.92 1.83 121.50 Eine junge Frau wünscht bei ei»er soliden Familie oder bei einer allein^ stehenden soliden Dame ein Unterkommen zn finden. (96) Geneigte Anträge beliebe man unter der Chiffre: 8. im Äomptoir des „Laibacher Tagblatt" abz»gebe». Epileptische Krämpfe Telegrafischer Wechselkurs vom !>. März. Sperz. Rente österr. Papier 61.M. — 5perz. Rem, ! (Fallsucht) - (16—50) österr. Silber 71.30. — 1860er Staatsanlehen 97.80. — ! heilt bricflicli der «pczialarrt für Epilepsie tzankaktie» 726. — Kreditaktien 281.50. - London 124—.! Doktor <». Itllli!««!, in Berlin, Mittel- — Silber 121.—. — K. k. Dukaten b.82. > g, Bereits über Hundert geheilt. E 'Weizen pr. Metzen Äorn „ Gerste „ Hafer „ Halbfrucht „ Heiden „ Hirse Kukiirutz „ Erdäpfel „ Linsen ,, Erbsen „ Fisolen Rindsschnialz pr. Pfd. Schweineschmalz „ , Speck, frisch, Speck, geräuchert/ , 45 60 Butter pr. Psnnd . Eier pr. Stück . . Milch pr. Maß 50 Rindfleisch pr. Pfd. Kalbfleisch „ 90 Schweinefleisch „ 30 Schöpsenfleisch „ 15 Hähndel pr. Stuck . !>0 Tauben „ Heu pr. Ceutuer . Stroh „ Holz, hartes, pr. Klft — weiches, „ Wein, rother pr. Eimer — weißer - ! 20 Zubbki'iplionen suf lüe k'i-smiknsnlkikk äer kaiserl, otiomanistien keeieruri^ LLI» 13. LG. ML, L Iioliiuo i('1> XII 0i'iAinkl.1-I^6lHiitz'nn^0li 6nt^6^(;ii. ^oä(- Obligu-tioii /u 400 kostöt 180 etH>I'. OkliAation 1''l'8. 12 Mlirlivli. «Isr ^iiison g.w 1. imä 1. Oktobsr, so^vis äsr vsrlostöii ObliMtiollkn ssvsekitzlit »Loli VVnIil cigs I!v- sitrvrs In I^oustrtutinoxsl, »ltilliturt a. U. oäor ^mstorclu-w. ?ro8p6lcts, 8ud8kiipti'on8b6cliuAui886 uii<1 Zrati8. I_. L. in 2ur LgcjsUömIiLliIcöit äsr p. t. 8ud8krHi6lltön diu ieli böreit, äie bei 8ud8liriptioii xn I6i8töiicl6 von 30 ^rg.ne8 xr. Oiiü^ätiou u.nt' Vöilaii- ^e-i, vor8e1iu88>v6i86 MMii OsekanA oäsr Hiilterls^un^ von bör86nmL88>>oi Linxal>1m>cr (lör /.vvoitou liutö von »8. 75 I>61' 8tii6^ >inä Ilödernukwe 6kl- Int6riM88eksin6 /u orängn. (97—1) Berleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Äleinmayr L Fed. Bawberg in Laibach.