Bezugspreise 5 ür Gsterreich-Ungar» ganzjährig K 4 — halbjährig K 2' — £ür Amerika: ganzjährig D. 1 *25 £ür das übrige Ausland ganzjährig K 5 • 20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. GMcheer Dote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Werwaktimg des Hottscheer Baten in Gottschee iltr. 121. Berichte" sind zu senden an die Schrtftkeitung des Gotischere Moten in Gottschee. Anzeigen Onjerote) werden nach Tarif berechnet und von der 58er-waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ift nur als Beilage des Gotisch eer Boten erhältlich. Postfparkassen-Konto Nr. 842.285. Mr. 18, Kottschee, am 19. September 1914. Jahrgang XI. Die Schlachten bei Lemberg. Wie der Kriegskorrespondent des „N. Wr. Journal" über die Kämpfe bei Lemberg am 14. September meldete, war die ursprüngliche Idee der österreichischen Armeen die, beiderseits der Weichsel angriffsweise vorzugehen. Diese Operation gedieh links bis zum Kamionka-Abschnittt, rechts in siegreichen Gefechten bei Frampol und südlich von Krasnik, ferner in den Schlachten bei Krasnik Niedrzwica buža. General Dankls Armee rückte bis vor Lublin vor, während die Truppen Auffenbergs gleichzeitig siegreich in der Richtung gegen Cholm vordrangen. Diese letzteren siegten bei 3 am ose, wandten sich sodann östlich gegen die vom Bug her auf-tauchenden russischen Kräfte und besiegten dieselben, vereint mit den Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand, in der Schlacht an der Huczwa. Diese Siege, obgleich ziemlich verlustreich, waren zweifellos fortgesetzt von günstiger Wirkung. Gleichzeitig mit diesen Operationen kämpfte unsere Lemberger Armee mit einem stark überlegenen Gegner, der von Brody her in Galizien eingebrochen war. Infolge- dessen Übermacht gingen unsere Truppen nach neuntägigem tapferen Kampfe westlich von Lemberg in Den Weresuica-Abschnilt zurück. Es entwickelte sich nun eine zweite Schlacht bei Lemberg, dadurch, daß sich General Auffenverg gegen Rawa-Ruska wandte und auf neue starke feindliche Kräfte stieß. Die Russen hatten nämlich in letzterer Zeit zweifellos kolossale Truppenverschiebungen vorgenommen. Es besieht kein Zweifel, daß die Russen weit größere Verluste erlitten als wir. Es war daher für unsere Truppen genügend Zeit vorhanden, um sich zu versammeln, bezw. eine neue Stellung aufzusuchen. Nunmehr (14. September) herrscht auf den Kampfplätzen Ruhe. Die Hauptursache der gegenwärtigen Lage ist in folgenden Tatsachen zu erblicken: Die Armee Dankls kämpfte vor Lublin und die Armee Auffenbergs war eben im Begriffe, einen F lankenstoß gegen die Russen in der Gegend von Lemberg zu unternehmen, als sich neue russische Streitkräfte zwischen die Armee Dankls und Auffenbergs einschoben, wodurch die Fühlung des Gros unserer Armee mit den Armeen Dankls und Auffenbergs gefährdet war. General Auffenberg mußte daher in schwieriger Lage die Möglichkeit einer sofortigen Vereinigung „mit dem Gros unserer Truppen zu erhalten suchen. Obwohl die Österreicher noch am 11. September südlich von Lemberg siegreich waren, war der Abbruch Der Schlacht dennoch geraten, da die Lage der Seitenheere die Ausnützung unserer Erfolge vereitelte. Der Abmarsch unserer Truppen in die neuen Stellungen erfolgte, wie aus dem Kriegspressequartier mitgeteilt wurde, in Ruhe und Ordnung, ohne nennenswerte Beunruhigung seitens des durch den langen Kampf erschöpften Gegners. Unsere Truppen, die in fortwährenden Kämpfen seit dem 25. August schier Übermenschliches geleistet hatten, waren im Bewußtsein des errungenen Erfolges, der in der Gefangennahme von 10.000 Russen und Erbeulung von 80 Geschützen zum Ausdruck kam. Das Beziehen der neuen Stellungen erfolgte lediglich aus strategischen Gründen, um die Armee für einen neuen Schlag zu sammeln. Der Geist unserer Truppen ist andauernd vorzüglich. Die Russen haben es leicht; bei ihnen löit man die kampfmüDen Truppen beständig durch frische ab. Heiteres in ernster Zeit. 1. Mobilisierung bei Hof. Wie mancher andere, so ist auch der Friseur des Kaisers vom allgemeinen Reservistenschicksal ereilt und einberufen worden. Es ist nur natürlich, daß er im Vollgefühl seiner besonderen Geschicklichkeit Der Meinung war, er sei unentbehrlicher für seinen kaiserlichen Kunden als für die Armee. In dieser Hoffnung benutzte er eine Rasier- und Einseifungspauje, um den Kaiser zart darauf hin-zuweisen, welche Unannehmlichkeiten dem Monarchen durch seine Einziehung zum Militär erwachsen würden. Aber auf die Mitteilung: „Majestät, ich bin heute auch einberufen worden", reagierte der Kaiser nur mit einem: „Ja freilich, da kann man eben nichts machen." Der Friseur ließ sich nicht abschrecken und versuchte dem Kaiser den schrecklichen Verlust, der Seiner Majestät drohe, noch eindringlicher zu machen. Aber der Monarch erwiderte gutmütig ergeben: „Na, mein Gott, die paar Tage kann ich mich ja selbst rasieren." Von der Einberufung ist auch das Gesinde des Erzherzog-Thronfolgers Karl Franz Josef stark betroffen worden. Es mußten alle männlichen Bediensteten bis einschließlich des Kochs einrücken. Der Erzherzog, der sich damit plötzlich in den bescheidensten bürger- lichen Haushalt versetzt sah, äußerte sich zu seiner Umgebung: „Nun wird halt meine Frau selber kochen müssen." 2. Kriegsbegeisterung. Dem Strafgerichte in Josefstadt (Wien) wurde der aus Rußland stammende Handlungsgehilfe Moritz Katzap aus der Haft vorgeführt, um sich wegen unbefugter Kolportage zu verantworten. Der Angeklagte wurde im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von zwei Kronen verurteilt, die Strafe jedoch durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt. Der Richter L. G. R. Dr. Stolz bedeutete dem Angeklagten, daß er als militärpflichtiger Russe der Polizei überstellt und hier während der ganzen Dauer der Kriegszeit interniert werden dürfte. Angeklagter: Aber nach Rußland werde ich doch nicht ausgeliefert werden? — Richter: Das gewiß nicht. — Angeklagter : Dank schön, Herr Richter. Bevor ich nach Rußland zurückgehe, lasse ich mich hier lieber köpfen. Als der Justizsoldat den Häftling abführen wollte, stellte dieser an den Richter die Frage, ob er sich nicht hier freiwillig zum Militär stellen und mit den Österreichern zusammen kämpfen könne. Der Richter erklärte, daß diesem Verlangen wohl schwerlich Rechnung getragen werden könne. Der „Bayr. Kurier" in München berichtet: Unter den vielen Hunderten von jungen Leuten, die in diesen Tagen beim städtischen Die Gesamtlage auf dem nördlichen Kriegsschauplätze gibt zu keinen Befürchtungen Anlaß. Unsere Truppen waren an Zahl schwächer als die des Feindes, umsomehr als die letzteren wieder einen bedeutenden Ersatz erhalten haben. Für zehn gefallene Russen stehen sozusagen wieder zwanzig neue auf. Zudem waren unsere Kräfte von Haus aus auf die Erhaltung der inneren Linie beschränkt, weil unsere Hauptaufgabe in diesem Kriege zunächst darauf gerichtet ist, die Streitkräfte des Gegners wenigstens so lange in Schach zu halten, bisdieOperationenderdeutschenArm een gegen Frankreich zu einem abschließenden Erfolge geführt haben. Wenn wir die Karte überblicken, so stehen unsere Truppen auch heute noch — trotz Lemberg — in jenem Raume, dessen äußerste Grenze die Linie markiert, die als Grundlage zur Erfüllung dieser Hauptaufgabe dienen soll. Diese Linie berührt Thorn, Woclawek, Lodz, Petrikau, Kielce, Rzezow, Przemysl. Wir haben demnach in Russischpolen ungefähr so viel an Land gewonnen, als wir in Ostgalizien vorübergehend aufzngeben gezwungen wurden. Selbst dann, wenn sich die Zurücknahme unserer Armeen in die Linie Rzeszow, Przemysl als notwendig erweisen sollte, sind wir noch immer die Herren der Situation im großen Rahmen der Hauptaufgabe insoferne, weil keine Gefahr vorliegt, daß der Druck der russischen Armeen eine Störung der bisher so glücklich verlaufenen Operationen der deutschen Heere auf den französischen Kriegsschauplätzen verursachen könnte. Und von diesem Gesichtspunkte aus soll ja die Situation schließlich betrachtet werden. Bei der Beurteilnng der Sachlage dürfen wir, wie das „Grazer Volksblatt" schreibt, auch den Umstand nicht außeracht lassen, daß wir bisher ,stets den Hauptstoß des Feindes, der uns seine besten Truppen in Überzahl gegenüberstellte, auszuhalten hatten und daß die ganze Schwere des Druckes auf unserer Hauptarmee lastet. Auf russischer Seite waren ungefähr 560.000 Mann Infanterie, 40.000 Reiter, etwa 1500 Maschinengewehre und mehr als 2000 Geschütze an dem Kampfe der letzten Wochen beteiligt gewesen, eine ganz gewaltige Streitmacht, zumal die Ziffern eher noch zu niedrig angesetzi sind und zum Beispiel die technischen Truppen, die schwere Artillerie, die Trains und Anstalten gar nicht mitgezählt sind. Dieses Massenaufgebot, sowie das ununterbrochene Ausfüllen der Lücken aus dem großen Soldatenreservoir, das der russischen Heeresverwaltung zur Verfügung steht, soll uns aber auch belehren, daß wir Rußland als militärische Macht nicht unterschätzen dürfen. Die ganz hervorragenden Leistungen unserer Truppen werden auch in den reichsdeutschen Blättern voll gewürdigt. Die „Vossische Zeitung" schreibt: Die österreichisch-ungarische Armee steht in ihrer neuen Stellung als achtungswerter Gegner da. Die österreichischungarischen Truppen haben sich in den bisherigen Kämpfen mit außerordentlicher Tapferkeit geschlagen, einer solchen Übermacht gegenüber, wie sie die Russen hier in Tätigkeit brachten. Die österreichisch-ungarische Heeresleitung wird Mittel und Wege finden, die Ungleichheit der Zahl auszugleichen. Ist dies im Laufe der nächsten Zeit erfolgt, so wird die österreichisch-ungarische Armee wieder die Offensive ergreifen und es dürfte kein Zweifel sein, daß ihr dann ein Erfolg beschieden sein wird. Wir haben das vollste Vertrauen zu unserem heldenmütigen Waffengenossen. Der Berliner „Lokalanzeiger" äußert sich in Besprechung der Schlacht bei Lemberg: Es ist uns unmöglich, das dreiwöchige Ringen unseres tapferen Verbündeten gegen die gewaltige Übermacht zu besprechen, ohne der Bewunderung für die Ausdauer und die unentwegte Tapferkeit der österreichisch-ungarischen Truppen Ausdruck zu geben. Wenn es einer Armee gelingt, unter den ungünstigsten Verhältnissen drei Wochen zu kämpfen, dann ermüdet, aber trotzdem kampfbereit wieder, von einer Übermacht umtost, auf ernster Wache zu stehen, dann hat sie, mag auch der Kampf unentschieden sein, einen moralischen Sieg davongetragen. Wir sind stolz auf diese österreichisch-ungarischen Waffengenoffen. Wir sind überzeugt, daß sie in naher Zukunft den Sieg an ihre Fahnen fesseln werden, und wenn die ganze Welt voll Russen wäre. Die „Kreuzzeitung" sagt: Unsere Verbündeten stehen im Südosten vor einer Aufgabe, wie sie die Weltgeschichte einer Armee noch nie geboten hat. Das Blatt hebt die starke numerische Überlegenheit der den österreichisch-ungarischen Truppen gegenüberstehenden Russen hervor, welche die Elitetruppen des russischen Heeres bilden. Das Blatt erklärt schließlich, die glänzende Führung und hervorragende Haltung der österreichisch-ungarischen Armee und die ungemein vervollkommte Technik ihrer Kriegswaffen berechtigen zu den besten Erwartungen. Schließlich noch ein holländisches Urteil über die österreichisch-ungarische Armee. Der „Nieuwe Rotterdam Courant" schreibt: Vielleicht die schwierigste Aufgabe unter allen wurde in dem gegenwärtigen Weltkriege der österreichisch-ungarischen Monarchie auferlegt. Das Reich der Habsburger mußte sich nämlich in den unmittelbaren Wehramte vorstellig wurden, um als Freiwillige in die Armee einzutreten, befand sich auch eine Dame, welche schrieb: „Verzeihen Sie mir die offene, ehrliche Anfrage, ob ich mich als „Freiwilliger" melden kann in den Krieg. Gewähren Sie mir diese Bitte. Ich will kämpfen für das Vaterland, denn zu Hause roste ich ein. Ich bin 21 Jahre alt und heiße .... und bin Stenotypistin. Ich habe niemanden in der Schlacht, weder Vater noch Bruder, darum nehmen Sie mich als kleine Entschädigung. Ich bitte Sie darum. Falls ich bis 9 Uhr abends nicht Gegenteiliges erfahre, stelle ich mich morgen zur Untersuchung. Die Bitte der tapferen Stenotypistin konnte natürlich nicht erfüllt werden. Ein junger Berliner, der sich als Kriegsfreiwilliger gemeldet hatte, wurde bei der ärztlichen Untersuchung als zu schwach befunden, insbesondere ist die Brust als zu schmal bezeichnet worden. Darauf erwiderte der Wackere: „Für eine Kugel und das eiserne Kreuz (Auszeichnung) ist sie doch breit genug", worauf man ihn sofort einstellte. Ein Berliner Soldat, der darauf brennt, möglichst bald dem Feind die deutsche Faust zu zeigen, sagte: „Des Nachts muß ick meine Stiebein (Stiefel) mit der Spitze jejen (gegen) die Wand stellen, sonst marschieren se (sie) von alleene los." Morgens Uhr. Ein Berliner Schuljunge ruft einem anderen, der Milch holt, zu: „Erich, wir ham heute keene Schule, ick war schon da!" — „Warum denn?" — „Na, die Franzosen Ham doch Wichse kriecht (kriegt), und der Kaiser weeß ja, det (daß) wir doch nicht stille sitzen kenn'n vor Mitjefiehl." Ein begeisterter Landsturmmann. Als das Aufgebot des Landsturms bekanntgemacht wurde, sagte ein Landsturmmann: „Gott sei Dank, daß es losgeht! Ich hatte mir schon vorgenommen, roenn’s noch lange dauert, kaufe ich mir eine Kanone und mache mich selbständig!" Aus München wird gemeldet: Als der zweite Sohn des Kronprinzen Ruprecht von Bayern, der neunjährige Prinz Alfred, von dem großen Siege erfuhr, den sein Vater über die Franzosen errang, sagte er: „Da muß ich mich gleich auf den Kopf stellen" und schlug zahllose Purzelbäume. Als Beweis, welche Begeisterung, für das Vaterland zu kämpfen, auch in den Reihen unserer alten Reservisten herrscht, wird uns folgendes mitgeteilt: Ein Familienvater in vorgerückten Jahren, der fünf Kinder zu erhalten hatte, mußte als noch militärpflichtig, einrücken. Der „Mann" wurde einem Stabsarzt als Diener zugeteilt. Dem Mann ging's beim Stabsarzt ganz gut, aber eines Tages meldete sich der „Mann" beim Stabsarzt und brachte die Bitte vor, daß er von seinem Dienste ab- und in die Front kommandiert werden möge, da er so gerne mit seinen Kameraden ins Feuer gehen und gegen den Feind kämpfen wolle. Der Oberstabsarzt war durch die Bitte des Dieners wohl überrascht, da er wußte, daß der Mann Familienvater sei, freute sich aber über die so bekundete patriotische Gesinnung des Reservisten. Vorläufig leistete der Mann weiter seinen Dienst zur vollsten Zufriedenheit. Kurz vor Abmarsch des Regimentes bat der Mann den Stabsarzt um einen kleinen Vorschuß, der ihm auch gewährt wurde. Nach dem Erhalt von einigen Kronen eben lsche hrer isch- mit ber- Die ben, im ische eifei bet ige acht die ruck; iften dem ache )en 'tolz ugt, ben, >üd- ner arte Pen rssi- m'oe chen ffen sch- ibt: |en-- egt. iren nd-: sei m's elb- on- oon ng, lug fett, sol- ber :in- :ilt. ges itte iert fjen irch tnn |*e tten !gi- uß, tten Kampf mit dem rassischen Koloß einlassen nnb sich seinem größten Abprall entgegenstellen. Wer die militärischen Schwierigkeiten dieser schweren Aufgabe zn würdigen versteht, mnß von der österreichischen Armee nur mit Achtung und Bewunderung sprechen. Denn sie hat in der Tat nicht nur die sich heranwälzende Flut des an Zahl weit stärkeren Heeres aufgehalten, sondern dabei auch eine Reihe von Schlachten gewonnen, welche in der Geschichte immer als Meistertaten kriegerischen Könnens werden angeführt werden. Auch ein russischer Kriegsbericht bildet ein Ehrenzeugnis für unser Heer. Ein Kommunique des russischen Generalissimus besagt nämlich, angesichts der Notwendigkeit, auf den galizischen Kriegsschauplatz ganz besondere Aufmerksamkeit zu lenken, sei man in Ostpreußen nicht glücklich gewesen. Die Russen gestehen also selbst zu, daß die Hauptmacht des Russenreiches gegen Galizien geworfen wurde. Damit entschuldigen sie ihre schweren Niederlagen in Ostpreußen. Wenn also unsere Krieger der russischen Übermacht gegenüber sogar beträchtliche Erfolge erzielten, ist das nmso höher einzuschätzen. Dadurch, daß unsere Heere in einem wahren Heldenkampfe die Hauptkraft des Feindes auf sich zogen, haben sie unserem deutschen Bundesgenossen seine Siege, wenn nicht ermöglicht, so doch wesentlich erleichtert, was in Deutschland dankbarst anerkannt wird. Der Zweck der beiden Schlachten vor Lemberg war, die russische Streitmacht festzuhalten, ihren Einbruch in das Deutsche Reich zu verhindern und sie, ungeachtet der ungeheueren numerischen Überlegenheit, solange zu beschäftigen, bis ans dem westlichen Kriegsschauplätze (Frankreich) die deutschen Armeen ihre Aufgabe voll erfüllt haben, um dann sich unserem Kampfe gegen Rußland beizugesellen. Der entscheidende Sieg, der schier schon in unserer Hand war, entging uns in letzter Stunde nur infolge des Erscheinens kolossaler feindlicher Massen nördlich der Linie Rawa-Ruska. Auf unserer Verteidigungslinie wird binnen kürzester Zeit unsere ganze Wehrmacht in voller Kraft versammelt sein und werden die eigentlichen Entscheidungen dann erst erfolgen. Sehr bedeutungsvoll für das künftige Ringen gegen Rußland ist der diesmal endgültig entscheidende Sieg, den die Armee Hindenburg in Ostpreußen davongetragen hat. Generaloberst v. Hindenburg hat am 12. September bereits die russische Grenze überschritten und verfolgt nunmehr im Zarenreiche selbst den in wilder Flucht auseinanderstiebenden Gegner. Damit ist, schreibt der „Pester Lloyd", eine Fessel gelöst, die auch unsere Bewegungsfreiheit gegen die russische Streitmacht einschränkte. „In dem günstigeren Raum, in dem sich nach der Schlacht bei Lemberg unsere Truppen in dichter und geordneter Stellung versammelt haben, können sie jeder russischen Offensive die Stirn bieten und den Feind hier so lange festhalten, bis die Tatsache, daß die Armee Hindenburg nunmehr auf russischem Boden kämpft, in der weiteren Entwicklung der Dinge ihre unausbleiblichen Folgen gezeitigt haben wird. Gute Folgen des Krieges. Jeder Krieg ist eine Geißel in der Hand des gerechten Gottes zur Züchtigung der sündigen Menschheit. Deshalb ist jeder Krieg, auch der siegreichste, mit viel Ach und Weh verbunden, von namenlosem Schmerz über verlorenes Gut und Blut begleitet und nicht selten von Teuerung, Hungersnot und Krankheiten gefolgt. So war es immer, so wird es auch jetzt sein. Dessenungeachtet zeigt der gegenwärtige Krieg schon jetzt auch seine guten Folgen. Vor allem ist es die wunderbare p a t r i o t i s ch e B e g e i stern n g für das gemeinsame Vaterland, welche die große österreichische Völkerfamilie durchtost. Das durch den immerhin recht betrübenden inneren Parteihader vor kurzem noch ganz zerklüftete Österreich, in dem nicht einmal eine Reichsvolksvertretung mehr arbeiten konnte, und auf dessen Zerfall beim Ausbruch eines Krieges die Gegner schadenfroh rechneten, hat sich auf einmal als ein durch edelsten Patriotismus fest zusammengekittetes Gefüge erwiesen, das auch den heftigsten feindlichen Ansturm von außen auszuhalten vermag.^ Der „kranke Mann" an der Donau, wie das fürstenmörderische Serbien unsere Monarchie in jüngster Zeit zu nennen beliebte, ist über Nacht ein Wunder, ein gewaltiger Riese geworden, dessen zermalmende Kraft den aufgeblasene Knirps jenseits der Save und Donau an seinen eigenen Gliedern bereits zu spüren bekommen hat und bald noch mehr zu spüren bekommen wird. Die Deutschen und die Tschechen, die Polen und die Ruthenen, die Magyaren und die Rumänen, die Südslawen und die Italiener, die sich bisher hadernd in den Haaren gelegen, haben die Streitaxt zu Hause begraben, um gegen den gemeinsamen äußeren Feind das Schwert zu schwingen, und suchen sich inLvyalüäts-kuudgebungen für Kaiser und Vaterland gegenseitig zu überbieten. war der Mann verschwunden. Es vergingen 24, schon nahezu 48 Stunden, der Manu kam nicht. Schon wollte sein Vorgesetzter die Anzeige wegen Desertion erstatten, da kam der Mann in voller Ausrüstung und meldete: „Herr Stabsarzt, ich will ins Feuer! Verzeiht:«, ich hab' um das Geld, was ich als Vorschuß erhalten, nachdem ich beim Regimenlskommando zum Eintücken in die Front gebeten, die Proprietäten kauft und jetzt bring' ich mit Dank das Geld zurück, das mir ein guter Freund geben hat! Bitt' vielmals, Herr Stabsarzt, — aber: „I muaß in d' Front, — ich will ins Feuer!" 3. Kriegslist und Kriegsabenteuer. Die Blätter bringen folgende interessante Episode aus Grenz-pläuklereien bei Zbara'z: Eine Abteilung Kosaken versuchte unweit von Bayerowka die Grenze zu überschreiten. Da unsere Grenzposten die Kosaken überlisten wollten, fertigten sie aus Heu mehrere Puppen an und setzten ihnen die Feldmützen auf. Unsere Grenzjäger^ entwickelten zwei Schwarmlinien und ließen nun den an Stärke überlegenen Feind herankommen. Als die Kosaken die Puppen, die sie für Soldaten hielten, erblickten, erössneien sie auf dieselben ein heftiges Feuer. Sodann stiegen die Kosaken vom Pferde und schlichen näher an die Puppen heran. Nun begann das Zentrum unserer Leute das Feuer. Als die Kosaken die Feuernden erblickten, glaubten sie, daß es nur ein paar Mann seien und stürzten sich ans diese. Nun stürzten aber die in den Schwarmlinien stehenden Grenzjäger vor, griffen die Kosaken von der Flanke an und jagten sie unter großen Verlusten in die Flucht. Viele der umringten Kosaken warfen die Waffen weg und baten um Pardon. Die erbeuteten Pferde wurden nach Lemberg transportiert, ebenso die Gefangenen. Ein Abenteuer ganz eigenartiger Natur ist laut einer Meldung des Lemberger „Wiek Nowy" einem österreichischen Regimentsarzte passiert. Der betreffende Regimeutsarzt hatte sich vor einigen Tagen in seinem Automobil zu weit vorgewagt und war von einer russischen Streifpatrouille gefangen genommen worden. Am nächsten Tage nun traf der Arzt mit seinem Automobil, auf dem sich noch 17 russische Verwundete befanden, im österreichischen Lager wieder ein. Die Russen hatten vergessen, daß es sich um einen österreichischen Arzt handelt und hatten m seinen Wagen ihre Verwundeten geladen, worauf der Arzt schleunigst zu seiner Truppe zurückkehrle. 4. Deutsch-tschechische Verbrüderung. Aus Prag wird geschrieben: Eine unerwartete Bewirtung genossen Egerländer deutsche Reservisten dieser Tage am Wyschehrader Bahnhof in Prag seitens tschechischer Damen. Die Damen hatten einen Zug tschechischer Reservisten aus Beraun erwartet und begannen die angekommenen Soldaten zu bewirten, bevor sie bemerkten, daß es deutsche und nicht tschechische Truppen waren. Trotzdem sie aber dann ihren Irrtum erkannten, wurde die Bewirtung fortgesetzt. Nazdar- und Heilruse, viele herzliche Händedrücke wurden gewechselt. Mau hörte deutsche Soldaten mühevoll einige tschechische Rufe ausstoßen und die tschechischen Damen deutsch sprechen. Der Wie „ein einig Volk von Brüdern" stehen Austrias Völker da in der Stunde der Gefahr. Das ist die erste große „Errungenschaft" im gegenwärtigen Kriege, aber auch die erste verblüffende Enttäuschung unserer Gegner. Hand in Hand mit dieser freudigen Erscheinung im politischen Leben geht die Ernüchterung und Mäßigung in nationaler Beziehung. Blätter, die noch kurz vor dem Kriege in einem nationalen Radikalismus nicht genug tun zu können mahnten, die mit den verbissensten Feinden Österreichs, mit Rußland und Serbien, ganz unverhohlen liebäugelten, die aus ihren panslarnistischen Bestrebungen kein Hehl mehr machten und wie bissige Hunde jeden anknurrten, der ihr verbrecherisches Treiben zu verurteilen wagte, diese Blätter sind jetzt ganz lammfromm geworden, schreiben ganz nett und anständig, wie nie zuvor, sie triefen förmlich vor patriotischen Kundgebungen, so daß inan sich fast nicht mehr auskennt und nicht weiß, ob diese nüchterne Schreibweise als echte Münze anzusehen ist ober nur als trügerisches Talmigold. Wir wollen das elftere annehmen und hoffen, daß die nationale Ernüchterung auch nach dem Kriege von Dauer fein wird. Auf sozialem Gebiete, insbesondere in der Betätigung der Nächstenliebe, geschieht Großartiges. „Großmut, Hingebung, Opfer-rotile, Bruderliebe, kurz: Das Große im Menschen schwingt sein mildes Zepter. Wo immer eine Not hohläugig und vergrämt erscheint, wo immer Tränen fließen, wo Seufzer vernommen werden, da sind auch teilnehmende Herzen, hilfsbereite Hände. Mädchen und Frauen opfern ihren Schmuck, die Männer schränken sich ein, Beamte und Lehrer, Geistlich und Weltlich, verzichten aus ein beträchtlich Teil des sonst knapp zureichenden Gehaltes, Kinder offnen ihre Sparbüchsen und auch der Arme, wenn er nicht geben kann, was er selbst nicht hat, bietet seinen kräftigen Arm an und schützt Ruhe und Vorfall wurde zu einer ungemachten Verbrüderung der beiden Nationen. 5. Kriegshumor. Auf einen Berliner, der eines Tages, kurz vor dem Kriegsausbruch, friedlich unter den Linden seines Weges ging, stürzte sich plötzlich ans einem Gasthofe ein Fremder, dem die Ereignisse offenbar den Kopf etwas verwirrt hatten, und richtete an ihn mit unverkennbarer russischer Aussprache die Frage: „Wie kommt man jetzt am schnellsten nach Petersburg?" „Ja, mein lieber Herr, das Überlegen wir uns auch gerade", antwortete der Berliner gemütlich und ließ den Unglücksmann verdutzt stehen. Keine Schwindelnachrichten in Frankreich mehr! Die Franzosen werden nicht länger über die Vorgänge aus dem Kriegsschauplatz im Unklaren sein. Unsere Heeresleitung hat dafür gesorgt, daß sie ständig auf dem Laufenden gehalten werden. Was ist der Unterschied zwischen Russen und Franzosen? Antwort: „Die Russen haben Kosaken, die Franzosen aber ka Socken." Kommt da ein junges Lehrmädchen in einen Wiener Selcher-. laden und meint: „I' bitt schon, um 20 Heller Pariserwurst!" — „Gibt's keine mehr, Herzerl I" sagt der Selchermeister. —■ „Ja, warum denn nit, schauen Sie, dort liegt sie ja", meint das Mädchen. — „Das ist ja, Kind, seit gestern keine Pariser Wurst mehr, die heißt von jetzt ab Berliner Wurst!" — „Gut ist's, Herr, dann geben Sie mir halt für 30 Heller Berliner Wurst," sagt die Kleine unb richtet ihr bundesfarbenes Mascherl an ihrem Bluserl. . . In Reinickenbors bei Berlin, so erzählt die „Tägliche Rundschau", war ein Anstreicher mit dabei, die Giebelseite eines Schuppens mit lieblichen Randleisten zu schmücken. Die Arbeit war schon bis zur Hälfte gediehen, da rief ihn das Vaterland. Was sollte ans seinem Meisterwerk werden? Er wußte sich zu helfen. Schnell pinselte er in schönen deutschen Buchstaben auf eine große freie Fläche folgende poetische Entschuldigung für den Abbruch feiner Tätigkeit: „Unfertig bleibt hier diese Arbeit liegen, Weil erst der Russe und Franzos Muß rasch was aus die Hose kriegen." Ordnung." Diese schönen, anläßlich des Kriegsausbruches an seine Diözesanen gerichteten Worte bes Bischofs von Leitmeritz sinben ihre tägliche Bestätigung in ben Berichten öffentlicher Blätter. Nicht minber erfreulich ist bie großartige religiöse unb sittliche Erhebung der Völker. Die religionsfeindliche Hetze hat überall aufgehört. Aus Wien, Prag, Lemberg, Graz, Agram, Laibach, Innsbruck unb anderen größeren unb kleineren Orten wirb gemelbet, baß bie Kirchen noch nie so voll waren, baß nie so viel gebetet, noch nie so zahlreiche Bitt- unb Bußprozessionen abgehalten und nie die heiligen Sakramente so oft und so anbächtig empfangen wurden, als in ber gegenwärtigen ernsten Zeit. Durch ganz Österreich geht ein wahrer Gebetssturm, um Hilfe unb Sieg von Gott, bem Lenker ber Schlachten, zu erflehen. Dieser herzerhebende Aufschwung im religiösen Leben ist eine ber schönsten Blüten in bieser sturmbewegten Zeit. Not lehrt beten! Sogar die Sozialdemokratie, die den Sturz von Thron und Altar in ihr Programm ausgenommen und auf ihre rote Fahne geschrieben hat, scheint in diesen Kriegszeiten sich eines besseren besonnen zu haben. Aus Deutschland kommt die fast unglaubliche Nachricht: „Im Jndustriebezirke Gelsenkirchen marschierte am 9. August ein Zug Sozialdemokraten mit Fackeln in der rechten und roten Fahnen in der linken Hand zum Bismarckdenkmal. Hier warfen sie die Fackeln zu einem Scheiterhaufen zusammen, verbrannten die roten Fahnen und entfalteten die Nationalfahnen. Unter Jubel zogen sie wieder ab" (Wolffbnrean). Ist das nicht schön und brav? Daß diese und ähnliche Kundgebungen ernst gemeint sind, beweist die Zustimmung der reichsdeutfcheu Sozialdemokraten zu dem von den übrigen Parteien des deutschen Reichstages außerparlamentarisch bewilligten außerordentlichen Kradite zur Ergänzung der Flotte und für andere militärische Zwecke. Und das taten dieselben Sozialdemokraten, deren Parole im deutschen Parlamente lautete: Keinen Pfennig für den Militarismus I Schließlich wäre noch ein „Erfolg" des gegenwärtigen zu verzeichnen. Wir meinen die Emanzipation (Befreiung) aus der schmählichen Pariser und Londoner Modesklaverei. Weil nämlich Frankreich und England in unserem Kriege mit Serbien und Rußland die Partei unserer Gegner ergriffen haben und somit die serbischen Fürstenmörder in Schutz nehmen, hat man in Wien und Budapest bereits den Entschluß gefaßt, sich von der englischen und insbesondere von der französischen Mode keine Vorschriften mehr geben zu lassen. „Man lehne es ab", so schreibt eine Wiener Modistin, „die Auswüchse unb die Geschmacklosigkeiten der Pariser Mode mitzumachen, halte sich an bie einfache und vornehme Wiener Mode und gebe dem heimischen Gewerbe Gelegenheit, seine Leistungsfähigkeit zu beweisen". (Reichsp. 20. Aug.) Übrigens wurde in Wien bereits ein Komitee unter dem Protektorate ber Erzherzogin Zita gebildet, bas bie Schaffung einer bobenftänbigen Mobe anftrebt. Auch in Innsbruck ist ein Aufruf an bie Damen ergangen, ber mit ben, Worten schließt: „Zeigt euch würdig ber Ahnen in Einfachheit unb reiner Sitte. Hinweg mit dieser empörenden Mode, die mit frecher Hand die Krone vom Haupte der Frau reißt, die Krone der Scham unb Reinheit." Auch im Auslande regt es sich mächtig in dieser Beziehung. Das „Westfälische Volksblatt" sprach unlängst ein ernstes Wort über diesen Gegenstand und schloß mit der Aufforderung: „Es ist Ehrensache der deutschen Eltern, mitzuhelfen, daß hier Wandel geschaffen werde. Frauen, Jungfrauen, Mädchen, werdet eins in dem Vorsätze: Wir ziehen ein unanständiges und ein leichtfertiges Kleid nicht mehr an!" Wir begrüßen diese Bewegung auf dem Gebiete der Mode mit Freuden und wünschen ihr ben besten Erfolg. Denn bie neueste Pariser Mobe mit ihren unförmlichen Hüten, ihren engen Röcken unb burchbrochenen Blusen ist nichts weniger als hübsch unb entstellt unsere schöne Damenwelt. Jahr Lei lalenbc Nachtic Tagen. 1 hat dii vollstän Es ha 150 G steht, wird r Ein öc gefchlai belgisch Benedi schließe Wilson Stellui wert \ 10.00t waren, bezöge; zu satr Haupti burch gebrad 8000 und ü Save Syrmi Westh« dehnte Armee Schiri! zeichne Hindernd i Suroa und fi im Vi ist feit front 16. S zelne 1 ber F wildei fang« HM — u Kragt tauf des E linie. Liebli unser Letzte Nachrichten von den Kriegsschauplätzen. Da unsere Beilage („Wandermappe") ohnehin den Kriegskalender bringt, beschränken wir uns hier auf die Mitteilung der Nachrichten von den Kriegsschauplätzen in den letztvergangenen ^a9et!13. September: Die Armee des Generalobersten v. Hindenburg bat die russische Armee in Ostpreußen nach mehrtägigem Kampfe vollständig geschlagen. Das russische Heer floh in voller Auslösung. Es hat bisher 20.000 bis 30.000 unverwundete Gefangene und 150 Geschütze verloren. —- Die Operationen auf dem französischen Kriegsschauplätze haben zu einer neuen Schlacht geführt, die günstig steht Der Kampf ist von furchtbarem Ernste, jeder Fußbreit Bodens wird von den Franzosen bis zum letzten Blutstropfen verteidigt. Ein von den Franzosen versuchter Durchbruch wurde siegreich zurucf-aeschlagen. In Belgien ist ein Ausfall aus Antwerpen, den drei belgische Divisionen unternahmen, zurückgewiesen worden. — Papst Benedikt XV. unternimmt ernste Versuche, im Sinne eines bald abzuschließenden Friedens zu vermitteln. Angeblich will auch Präsident Wilson den Versuch einer Fciedensvermittlung unternehmen. 14. September: Unsere Truppen bei Lemberg haben ihre neuen Stellungen in größter Ruhe bezogen, ohne daß sie dabei nennenswert von dem erschöpften Feinde beunruhigt wurden Nachdem 10000 Russen gefangen genommen und 80 Geschütze erobert worden waren, wurden neue Stellungen lediglich aus strategischen Gründen bezogen, vor allem in der Absicht, das Heer für einen neuen Schlag zu sammeln. Die Armeen Dankl und Auffenberg haben sich mit der Hauptarmee vereinigt. — Der kleine deutsche Kreuzer „Hela wurde durch den Torpedoschuß eines englischen Unterseebootes zum sinken gebracht^ ^ber: Bisher wurden 41.000 gefangene Russen und 8000 gefangene Serben in das Innere der Monarchie abgeschoben und über 300 Feldgeschütze im Kampfe erobert. — Die über die Save eingebrochenen serbischen Kräfte wurden überall zuruckgeschlagen. Syrmien und der Banat sind daher vom Feinde vollständig frei. 16. September: Der auf dem rechten Flügel des deutschen Westheeres (in Frankreich) seit drei Tagen in Gang befindliche Kampf dehnte sich am 15. September auch nach Osten auf die anschließenden Armeen bis Verdun fort. An einigen Stellen des ausgedehnten Schlachtfeldes find bisher Teilerfolge der deutschen Waffen zu verzeichnen. Im übrigen steht die Schlacht noch. — Die Armee Hindenburg hat die Verfolgung der russischen Armee abgeschlossen und ist nach Rußland eingedrungen. Das russische Gouvernement Suwalki wurde unter deutsche Verwaltung gestellt. _ , 17. September: Unsere Truppen haben die Drina überschritten und sind auf der ganzen Linie auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz im Vorrücken. — Die Lage auf dem französischen Kriegsschauplätze ist seit 15. September unverändert. An einzelnen Stellen der Schlachtfront find Angriffe französischer Truppen in der Nacht vom 15. zum 16. September und am 16. September zurückgewiesen worden. Einzelne Gegenangriffe der Deutschen waren erfolgreich. Die Niederlage der Franzosen im Elsaß ist eine vollständige. Sie ziehen stch tn wilder Flucht zurück. 3000 französische Soldaten wurden zu Gesangmen gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet. Das englische Hilfsheer verlor an der Marne 15.000 Tote und Verwundete. — Unsere Truppen dringen nach der Eroberung von Valjevo nach Kragujevac vor. Aus Stabt und Land. _ ,^ee. (Des Erzherzog-Thronfolgers Feuertaufe.) Die Blätter verzeichnen mit Begeisterung die Teilnahme des Erzherzogs Karl Franz Josef an den Kämpfen in der Schlach -linie. Der junge Habsburger, schreibt ein Agramer Blatt, der Liebling aller, die das Glück haben, ihn zu kennen, die Hoffnung unserer glücklichen Zukunft, ergriff zum erstenmal zum schwert. Die heißen Wünsche und Gebete aller seiner künftigen Untertanen begleiten den jugendlichen Prinzen, von dem wir alle wissen, daß gerade jetzt mehr als je sein Glück auch das Glück unser aller ist. — (Ernennung.) Herr Dr. Karl Hofmann, der zum Landwehr-Infanterieregiment Nr. 4 einberufen wurde, ist zum k. k. Oberarzt ernannt worden. . , (Um k. k. Staatsgymnasium in G ottschee) wiro das Schuljahr 1914/15 heute am 19. September eröffnet. Die Schüleraufnahme fand am 15., 16. und 17. September statt. Die Ausnahms-, Wiederholung«- und Nachtragsprüfungen wurden am 18. September abgehalten. Am 15. September fand auch die Eröffnung des neuen Studentenheimes statt. — .Am Pestgen Staatsgymnasium fehlen gegenwärtig die Herren Professoren Rich. Chmel, Dr. Andreas Krauland und Peter ^onke. Die Lehrstunden des Herrn Pros. Ehmel übernimmt Herr Gymnasiallehrer >zosef Roth heiser, die übrigen Lehrstunden werden aufgeteilt. — (Ortsausschüsse) zur Unterstützung der Familien ein-berufener Familien wurden weiters gebildet in Mösel und Morobitz. — (Todesfall.) Herr Prof. I. Kuhla, der vor em paar Fahren am hiesigen Staatsgymnasium wirkte und sodann nach Pilsen versetzt wurde, ist vor wenigen Tagen in Pilsen gestorben. Der Heimgegangene war schon mehrere Jahre lungenleidend gewesen. — (Ein wirtschaftlicher Hilfsausschutz) für die Familien der einberufenen Krieger hat sich für die Stadtgememde Gotlschee am 5. September gebildet. Zum Obmann wurde Herr Landesqerichtsrat und Gerichtsvorsteher O. C ernst ein, zum Obmannstellvertreter Herr Notar Dr. M. Karnitschnig gewählt. — Wie bekannt, hat das Ministerium des ^nnern durch Errichtung der Landes- und Gemeinde-Hilfsstellen eine Einrichtung geschaffen, um die privalrechtlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Angelegenheiten der eingerückten Offiziere und Soldaten durchzuführen und abzuschließen, die ihre Geschäfte wegen der Einberufung nicht mehr erledigen konnten. Das Justizministerium hat nun auch seinerseits den Gerichten nahegelegt, die Mitglieder der Hilfsstellen bei ihrem Einschreiten vor Gericht tunlichst zu unterstützen. Den im Felde stehenden Kriegern wird es zumeist nicht möglich sein, eine schriftliche Vollmacht unter Verwendung der üblichen Formulare auszu-fertigen, die sich als Prozeßvollmacht im Sinne d^sZ 31 der Zivilprozeßordnung oder als allgemeine Vollmacht im Sinne des tz 1008 a b G. B. darstellt. In einzelnen Fällen kann vielleicht der vom Kommando beglaubigte Wunschzettel des Soldaten als Vollmacht angesehen werden. Ist dies nicht möglich, so kann das Gericht, das vor ihm erscheinende Mitglied des Hilfskomitees zum Sachwalter des abwesenden Soldaten im Sinne der §§ 21, 269 und 276 a. b G B bestellen und zum Einschreiten bei Gericht ermächtigen. Die bei Gericht erscheinenden Mitglieder der Hilfsstelle werden stch als Vertreter der einberufenen Soldaten dadurch ausweisen, daß sie eine vom Obmanne (Stellvertreter) des Ausschusses unterschriebene Urkunde vorlegen, in der ihnen die Vertretung des eingeruckten Soldaten von der Hilfsstelle übertragen wird. Wenn den Gerichten auf andere Weise, etwa durch eine Mitteilung der Gemeinde oder der Gewerbebehörde zur Kenntnis kommt, daß die Fortführung eine« geschäftlichen Unternehmens oder Betriebes gefährdet ist, weil der Unternehmer zum Militärdienste einberufen ist, wird ähnlich vorzu-gehen sein, wie wenn dem Gerichte durch eme Hllsssteue ein tv suchen oder eine Anregung zukommt. , — (Todesfall.) Am 16. d. M. starb auf Schloß Grim-schitzhof bei Veldes nach langer Krankheit Sektionschef a. D. >zosef Freiherr v. Schwegel im 79. Lebensjahre. Der Verstorbene war ein hervorragender Führer der Deutschen Krains. Geboren tm ^zahre 1836 in Obergöriach, widmete sich der Verblichene ursprünglich der diplomatischen Laufbahn, wurde 1873 dem Ministerium des Äußern zugeteilt und trat dort zunächst als Hosrat, dann als Sektionschef an die Spitze des neugegründeten handelspolitischen Departements, strcetli. v. Schwegel gehörte damals zum engsten Generalštabe des Ministers des Äußern Grasen Andrassy. Nach dem Rücktritte des Grafen Andrassy zog sich der Verewigte vom Dienste im Auswar- tigen Amte zurück und wurde vom kraiuischen Großgrundbesitze in das Abgeordnetenhaus entsendet. Auch dem krainischen Landtage gehörte Freih. von Schwegel bis zum Jahre 1912 an. In Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste wurde er zum Ehrenob-manne des Deutschen Volksrates für Krain gewählt. Wegen seiner Verdienste um den Bau der Unlerkrainer Bahnen wurde Freiherr v. Schwegel im Jahre 1893 zum Ehrenbürger der Stadtgemeinde Gottschee ernannt. — (Für das Rote Kreuz) haben vom 1. bis 15. September weiter gespendet: Herr Joses Ganslmayer 5 K, Frl. Anna Ganslmayer 5, Herr Joses Asoli 2, das Hilfskomitee in Mitterdors durch Herrn Pfarrer Eppich 100, Psarrkuratie Oberskrill 40, Herr Landesgerichtsrat Josef Pellegrini in Laas 20, Gemeinde Unterlag 37, Gemeinde Nesseltal 100, Pfarre Rieg 25, Gemeinde Erichen 100, Handwerkergenossenschaft in Gottschee 50, Herr I. Paolicek 1; zusammen 485 K. — (Für das Rote Kreuz und für die Familien der einberusenen Soldaten) haben weiter gespendet: Der Sparund Darlehenskassenverein in Gottschee (Raiffeisenkasse) 50 K (25 K für das Rote Kreuz und 25 K für die Familien der einberufenen Soldaten). Die Trifailer Kohlenwerksgefellschaft in Wien spendete für die Familien einberusener Krieger 400 K; das Gemeindeamt in Tfchermofchmtz 50 K; Herr Georg Petfche in Mitterdorf 10 K; das Pfarramt Mitterdorf 10 K. — Zu Gunsten des Roten Kreuzes hat der Lehrkörper der hiesigen Knabenvolksschule den Beschluß gefaßt, ein Perzent vom Gehalt für die Kriegsdauer zu widmen. Vivant sequentes! — (Brotfabriken.) Im Deutschen Reiche steht die Errichtung von 200 neuen Fabriken zur Herstellung von Brot aus Kartoffelmehl bevor. — (Der Krieg und unsere Amerikaner.) Unsere militärpflichtigen Landsleute in Amerika wollten alle gewissenhaft und patriotisch ihrer Pflicht nachkommen und zu ihren Regimentern und Truppenkörpern in Öfterreich einrücken. Wie dem Brief eines Gott> fcheers aus Riegl an feine Eltern zu entnehmen ist, war das aber leider unmöglich. Jene Gottfcheer und Krainer, die drüben einge-fchifft worden waren, wurden von englischen Dampfern angehalten und als Kriegsgefangene nach England gebracht; die übrigen kannten überhaupt nicht mehr herüberfahren, da sie schon in Amerika zur Abfahrt nicht zngelaffen wurden. — (Gegen die Preistreibereien.) Das k. und k. Militärkommando in Graz erläßt folgende Warnung: Die Bevölkerung Steiermarks, Kärntens, Krains und des Küstenlandes wird aufgefordert, die zum Schutze der Allgemeinheit von den politischen und militärischen Behörden getroffenen Verfügungen gegen Preistreibereien durch das eigene Verhalten entsprechend zu unterstützen. Überschreitungen der Höchstpreise sollen nicht geduldet werden. Ein Anbot höherer als der Höchstpreise durch die Käufer ist unklug und unpatriotisch. Die dauernde Zurückhaltung notwendiger Bedarfsartikel in einer den Gebrauch des eigenen Haushaltes übersteigenden Menge wird nicht zur Bewilligung höherer Preise, sondern zu Beschlagnahmen und Bestrafungen führen. Eine Agitation gegen die in dieser Beziehung ergangenen Kundmachungen usw. ist sowohl von Einzelpersonen oder auch von Körperschaften unbedingt unstatthaft, desgleichen jede öffentlich gepflogene Kritik, die aufreizend wirken könnte. Verfehlungen gegen diese Bestimmungen werden — auch wenn sie sich gegen Verfügungen politischer Behörden richten — ausschließlich durch die Landwehrgerichte bestraft. Strassatz schwerer Kerker von einem bis zu.fünf Jahren. Das Militärkommando wird nicht dulden, daß wer immer aus einer etwaigen öffentlichen Notlage einen besonderen Gewinn ziehe. — (Der Kommandant) des Infanterieregiments Nr. 17, Oberst Adolf Freiherr v. Stillfried, wurde auf dem nördlichen Kriegsschauplätze durch einen Schrapnellschuß verletzt und weilt jetzt in Wien. Wie der „Slovenec" meldet, äußerte sich der Herr Oberst dem Herrn Landeshauptmanne Dr. Šušteršič gegenüber, der sich in Amtsgeschäften in Wien aufhielt, in der anerkennendster Weise über die Mannschaft unseres Regiments, indem er ihre Haltung als fabelhaft tapfer bezeichnte. „Sagen Sie in Laibach", erklärte der Herr Oberst, „daß die Krainer ihren Mann gestellt und großartig gekämpft haben." — Der Major Vinzenz Steinbrecher des Infanterieregiments Nr. 17 ist auf dem Felde der Ehre gefallen. — (Keine Meldung der Landsturmpfichtigen ini Jahre 1914.) Infolge der kriegerischen Ereignisse und der Einberufung des gesamten Landsturmes unterbleibt heuer die für den Oktober anberaumte Meldung der Landsturmpflichtigen. — (Kalte Nächte in Galizien.) Während unseren Gegenden der Spätsommer heuer bisher ständig freundliches, sonniges Wetter brachte, wird im Nordosten Österreichs die Kälte schon recht fühlbar. Wenn wir daher unsere braven Soldaten im Felde durch Nachschicken entsprechender Kleidungsstücke vor den Unbilden der herannahenden Kälte schützen wollen, müssen wir rasch handeln, Aerzte, die mit den letzten Verwundetentransporten eintrafen, erzählen, daß in Galizien nachts bereits zu Anfang September drei Grad Kälte verzeichnet wurden. — (1,250.000 Kriegsfreiwillige in Österreich-Un-garn.) Aus Wien wird der „Frankfurter Zeitung" telegraphiert: Nach zuverlässigen Mitteilungen beträgt bisher die gesamte Zahl der Anmeldungen von Kriegsfreiwilligen für die österr.-ungarische Armee 1,250.000. Die freiwilligen Sammlungen für das Rote Kreuz und die Kriegsfürsorge in den österreichischen Kronländern weisen bis jetzt über 205 Millionen Kronen auf. — (Zug Sv er kehr.) Der Abendzug von Laibach trifft feit 15. d. M. bereits um 9 Uhr 28 Minuten nachts hier ein, was allgemein als eine Errungenschaft begrüßt wird, für die sich die Stadtgemeinde Gottfchee tatkräftig und erfolgreich eingesetzt hat. — (Der Beginn des Schuljahres) an der k. k. Fachschule, an der Knaben- und Mädchenvolksschule und an der Waisenhaus-Schule im Marienheim fand am 16. d. M. statt. — (Belobung für patriotische Dienstleistung.) Während der Ferien standen mehrere Herreit Professoren des hiesigen Staatsgymnasiums und der k. k. Fachschule bei der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Verwendung, wo es wegen der Mobilisierung und wegen des Kriegszustandes einerseits sehr gehäufte Arbeit gab, anderseits wegen der Einberufungen von Beamten zur aktiven Dienstleistung es zeitweilig an Arbeitskräften fehlte. Mit Beginn des Schuljahres mußte diese freiwillige Dienstleistung aufhören, da die Herren Professoren wegen Abganges an Lehrkräften ohnehin über das Höchstmaß ihrer Lehrverpflichtung an ihren Lehranstalten in Anspruch genommen werden. Seitens der k. k. Bezirkshauptmann-schast wurde nun den Herren Professoren Dr. Ecker, Dr. Grö bl, Wilhelm Heine und I. Michl für ihre sehr ersprießliche, eifrige und patriotische Betätigung namens des Allerhöchsten Dienstes die belobende Anerkennung ausgesprochen. — (Die Kartoffelernte) ist heuer durchschnittlich um etwa ein Drittel geringer als in normalen Jahren. Wenn das schone Wetter bis gegen Ende des Monates September anhält, wird der Kukuruz überall ausreifen und eine gute Ernte geben. — (Kriegsandachten) werden hier schon feit mehreren Wochen abgehalten. Jeden Abend versammeln sich zahlreiche Andächtige in der Stadtpfarrkirche, wo jedesmal drei Rosenkränze, die Litanei und die Kriegsgebete für den glücklichen Erfolg der österreichischen Waffen und für unsere Soldaten gebetet werden. Zuletzt wird immer die österreichische Volkshymne gesungen. An Sonntagen finden nach dem Nachmittagsgottesdienste regelmäßig Bittprozefsionen statt. Sehr groß war die Teilnahme an der Prozession, die am 8. September (Mariä Geburt) von hier nach Mitterdors veranstaltet wurde. Überall in Österreich werden jetzt gewissermaßen auch Gebetsarmeen mobilisiert, um Gottes Segen für unsere Waffen herabzuflehen, die für eine durchaus gerechte Sache kämpfen. — (VerwundeteGottscheer Krieger.) Verwundet sind die Herren: Hauptmann Josef Ranzinger, Oberleutnant Alfons Eisenzopf, Oberleutnant Hubert Trug er, Referoekadett I. Fink (Notariatskandidat), Fähnrich Tautscher; ferner Zugsführer Adolf Roi Höc Mil Außl oder gerat untei Sit Verr Herr 6er die ( Kärr vom ziere mut, größ und einer nicht iverb laue; sind, untei Fort Wun itrfai deren pgei mit entlo die trüb« fein hatte z» i wuch volls Anpi Iimg dreir eine 'Kunj wert die ( man fchai diese Hand fühle wisse der ( naht: liche: eintn es fl Arbf Käm wert reite Frai Bog gend in v lg XI. ils fabel-ber Herr gekämpft ifanterie- gen im der Ein-für ben eren Ge-sonnigez )on recht de durch Iden der handeln, erzählen, i Grad Ich-Un-mphiert: ite Zahl ligarische is Rote rländern riffl seit was all-e Stadt- k. Fach-Waisen- stung.) des hie« E. k. Be-lobilisie-e Arbeit aktiven Beginn wen, da ohnehin infiniten itmann-8 röbl, , eifrige stes die ich um an das anhält, den. lehreren he An-rze, die r öfter» Zuletzt intagen essionen die am ustaltet :ch Ge-herab- 3et sind Alfons . Fink Rom, ein Sohn des Kaufmannes Herrn Matthias Rom; Franz Högler, ein Sohn des Herrn Oberlehrers in Stalzern; Johann Mille, ein Bruder des Schuhmachermeisters Herrn Georg Mille. Außerdem sind noch mehrere andere Gottscheer verwundet worden oder gefallen, deren Namen uns jedoch noch nicht zuverlässig bekannt geworden sind. Unter den in Laibach (Belgier Jnfanteriekaserne) imtergebrachten Verwundeten befindet sich der Ersatzreservist Josef Witt ine des Infanterie-Regiments Nr. 17, Marschkompanie 1. Verwundet wurde auch Reserveleutnant I. Husnagl, ein Sohn des Herrn Zentralgüterdirektors Leopold Husnagl in Wlaschin. — (Das dritte Korps in den Kämpfen bei Lemberg.) Bei der ersten (neuntägigen) Schlacht bei Lemberg bildeten die Soldaten aus Krain (Infanterieregiment Nr. 17 usw.) mit den Kärntnern und Bosniaken das Zentrum des dritten Korps. Die vom Kriegsschauplätze eingelangten verwundeten und kranken Offiziere und dem Mannschaftsstande Angehörigen können den Heldenmut, die Todesverachtung sowie den zähen Widerstand gegen die größten Strapazen unserer heimischen Krieger nicht genug rühmen und geben alle der Versicherung Ausdruck, daß der endliche Sieg einer so ruhmreichen Armee sicher ist. Von jenen Verwundeten, die nicht mittelst Bahn in das Innere der Monarchie abtransportiert werden konnten, wurden die meisten in die beiden großen Jaros-lauer Reservespitäler gebracht, wo sie in reinlichster Pflege versorgt sind. Die „Laibacher Zeitung" berichtet, daß bei den in Laibach untergebrachten Verwundeten die Genesung allgemein rasche und gute Fortschritte macht. Die Verwundeten sind zumeist leichter Natur, Wnudenbrände kommen nicht oft vor. Durch Gewehrgeschosfe verursachte Fleischwunden heilen rasch, ja mitunter geschah es, daß derart Verwundete in Laibach mit einer bereits so gut wie völlig zugeheilten Fleischwunde eintrafen. Die rasche Genesung bringt es mit sich, daß jetzt schon zahlreiche Verwundete aus den Spitälern entlassen und in die Marodenanstalten abgegeben werden. — (Kein Grund zur Beunruhigung.) Es gibt Leute, die sich wegen der Schlachten bei Lemberg beunruhigt fühlen und trüben Gedanken nachhängen. In Wirklichkeit ist aber durchaus kein Anlaß dazu vorhanden, kopfhängerisch zu Zein. Die Russen hatten darauf gerechnet, mit ihrer gewaltigen Überzahl Österreich zu überrennen und unser Kaiserreich mit einem einzigen überaus wuchtig geführten Schlage zu zertrümmern. Das ist ihnen aber vollständig mißlungen. Unsere Armeen, die den russischen Stoß und Anprall aus- und'aufgehalten haben, haben nun ihre neuen Stellungen bezogen und stehen dort zu neuer Abwehr bereit. Nach dreiwöchigen, fast ununterbrochenen Kämpfen trat für unsere Truppen eine kurze Zeit der Ruhe und Erholung ein. Die durch Natur und Kunst starken Stellungen, in denen sie künftighin vielfach kämpfen werden, werden ihnen große Kampferleichterungen gewähren und die Erfüllung ihrer Aufgaben außerordentlich begünstigen, so daß man der weiteren Gestaltung der Lage auf dem russischen Kriegsschauplätze mit größter Zuversicht entgegensehen kann. In diesem zuversichtlichen, vertrauensvollen Sinne denken, reden und handeln ist jedes Patrioten Pflicht. Wir müssen so denken und so fühlen wie unsere Truppen, die in bester Kriegsstimmung sind, die wissen, daß ausschließlich höhere Erwägungen für das Abbrechen der Schlacht bei Lemberg maßgebend waren und die nach Gefangennahme von mehr als 10.000 Russen und Erbeutnng von 80 feindlichen Geschützen das volle Gefühl des Siegers in sich haben. Ist einmal Deutschland im Westen mit den Franzosen fertig, dann kann es starke Kräfte an die Ostgrenze werfen, bann wird in gemeinsamer Arbeit und mit vereinten Kräften der schon durch die bisherigen Kämpfe schwer erschütterte russische Gegner ganz niedergeworsen werden. Für diesen zweiten Abschnitt des russischen Feldzuges bereitet sich unsere heldenmütige Armee jetzt vor. — (Aufruf.) Einem uns zugesandten, von Ihrer Exzellenz Frau SarlaJBaronin Schwarz und Frau Laudeshauptmannsgaitin Bogumila Š u ft e r š i č Unterzeichneten Aufrufe entnehmen wir folgendes: Ist auch der österreichische Soldat von der Heeresverwaltung in vorzüglichster Weise ausgerüstet, bekleidet und verpflegt, so sollen ihm trotzdem Liebesgaben in praktischer Form willkommene Grüße aus der Heimat bringen. Fast jeder von uns Zurückgebliebenen hat unter den im Felde Stehenden nahe Anverwandte, Freunde und Bekannte, denen er gerne nach Möglichkeit die Strapazen und Härten des Kriegslebens erleichtern möchte. An jene möge er denken und dabei auch die ändern nicht vergessen, die allein in der Welt stehen und keine Gaben der Liebe und Sorgfalt von daheim zu erwarten haben. Die Gefertigten richten daher an alle die innige Bitte, ihnen zum Zwecke der Beteiluug der im Felde stehenden Soldaten Liebesgaben entweder in Form von Geldspenden, um solche zu beschaffen, oder aber in Naturalien zukommen zu lassen. Möge jeder zu dem edlen Werke nach Kräften beitragen! Jede, auch die kleinste Gabe findet Verwendung. Als Naturalspenden sind erwünscht: Tee, Chocolade (Kola), Kakao, Zucker (Zuckerln), Dauerbäckereien (Cakes, Zwieback, Lebkuchen u. dergl.), Hartkäse (Primsen in geschlossenen Gefäßen), Rauchfleisch (im Spätherbste und Winter), Sardinen, Salami und dürre Wurst, Dörrobst, Kompotte, Marmeladen, womöglich in Holzkisteln, Nüsse und Kastanien, Medizinalweine, Rum, Mineralwässer, Fruchtsäfte, Zigarren, Zigaretten, Rauch- und Kautabak, Zigarren- und Zigarettenspitzen aus Holz oder Papier, Taschenmesser, praktische Feuerzeuge, Tabakpfeifen, Eßzeuge, Seife und Seifenblätter, Thermoflaschen, Bleistifte, Briefpapier, Schafwollfußlappen, Fußsocken, Zipfelmützen (schlauchförmige Schneehauben), Leibchen aller Arten, Halstücher aller Art, Pulswärmer (zirka 10 cm lang), Ohrenschützer, Wollhandschuhe, Feldstecher, Bussolen. Sichtbar zu tragende Kleidungsstücke müssen von grauer Farbe sein. Natnralspenden obiger Art wollen in der landschaftlichen Burg abgegeben werden. Geldspenden wollen mit der Bezeichnung „Für das Kriegsfürsorgeamt" an das Landespräsidium gesendet werden. Laibach am 13. September 1914. Karla Baronin Schwarz, Bogumila Šušteršič. — (Zurücklegung einer russischen Auszeichnung.) Gerichtsdiener Johann Kokal hat die ihm anläßlich der Anwesenheit des russischen Kaisers bei den Hofjagden in Mürzsteg verliehene silberne russische Medaille zurückgelegt. — (An der k. k. Hebammenschule) in Laibach beginnt am 1. Oktober ein Lehrkurs für Hebammen mit deutscher Unterrichtssprache, in welchem Frauenspersonen, die das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten und, wenn sie ledig sind, das 24. Lebensjahr vollendet haben, aufgenommen werden. Der Hebammenunterricht ist unentgeltlich. Die Aufnahmsbewerberinnen, die eventuell auch ein Stipendium erhalten können, haben sich unter Beibringung des Tauf- eventuell Traumigsscheines oder, falls sie Witwen sind, des Totenscheines ihres Gatten, ferner eines Sittenzengnisses, dann eines ärztlichen Zeugnisses bis 30. September l. I. bei der Direktion der k. k. Hebammenlehranstalt in Laibach (Landesspital) persönlich zu melden. — (Briefsendungen nach Galizien und derBukčtiv i n a.) Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Bevölkerung der Ansicht ist, daß Briefe, die nach Galizien und der Bokowina bestimmt sind, nur offen aufgegeben werden können. Dies ist unrichtig, denn die Anordnung der offenen Aufgabe bezieht sich nur auf die in Galizien und der Bukowina selbst zur Aufgabe gelangenden Briefe, nicht aber auch auf die in anderen Gebieten aufgelieferten nach den genannten zwei Grönländern lautenden Briefe. — (Soldatentod — Märtyrertod.) Der berühmte heil. Kirchenlehrer Thomas von Aqnin spricht in einem seiner Werke insonderheit vom Soldatentod. Er wendet sich gegen diejenigen, die behaupten, der Soldatentod könne nicht als Märtyrertod bezeichnet werden, und erklärt, daß der Soldat, der im Hinblick ans Gott sein Leben fürs Vaterland in die Schanze schlägt, eines wahren Märtyrertodes stirbt, weil jeder Tod, der in Ausübung einer Tugend erlitten werde, ein Märtyrertod sei: „Das Wohl des Staates ist das höchste unter den irdischen Gütern. Nun steht allerdings das übernatürliche Gut des Glaubens, für das der Christ den Märtyrertod erleidet, höher als jedes irdische Gut; da aber jedes natürliche Gut ein übernatürliches Gut wird, wenn der Mensch es auf Gott bezieht, so kann jedes auf Gott bezogene menschliche Gut den Märtyrertod begründen." Welch ein Ansporn für unsere tapferen Soldaten draußen auf den Schlachtfeldern! Wer fürs Vaterland sein Selten läßt, vollbringt nicht nur einen Tugendakt, er leistet eine Heldemat I Opfert er sein Leben Gott dem Herrn hin, dann ist sein Tod ein wirklicher Märtyrertod, der nach katholischer Überzeugung durch das Opfer feines Lebens alle Sündenschuld und alle Strafen sühnt. Welch ein Trost auch für alle die Lieben, die der Krieger daheim ließ, die Eltern, die Gattin, die Kinder, die Braut, deren schönsten Zukunftshoffnungen vielleicht vernichtet werden I Trifft den Krieger die tödliche Kugel, dann stirbt er ja den Märtyrertod. Er stirbt fürs irdische Vaterland, um durch den Tod das himmlische zu erobern. — (Krieg und Weinlese.) Die Weinlese in Istrien lenkte die Aufmerksamkeit des Landesausschusses und des Landeskulturrates auf sich, da die Gefahr besteht, daß sich bei den derzeitigen Verhältnissen nicht die genügende Zahl von Käufern, die die Trauben sonst ausführten, einstellt, anderseits von den wenigen Käufern der Markt ungünstig beeinflußt wird. Es wurde vorgeschlagen, daß die Weinbereitung gemeinsam in den Gemeinden vor sich gehe. Wegen Beistellung der nötigen Arbeitskräfte hat sich der Landesausschuß schon an die Statthallerei mit dem Ersuchen gewendet, bei deu Militärbehörden für die Gewährung eines Ernteurlaubes vom 15. d. M. bis 15. Oktober an eine genügende Anzahl von Landsturmmännern einzutreten. — (Die n st pflichte nth ebn n g sfchein.) Jene Stellungspflichtigen, über die der Beschluß „waffenunfähig" lautete, erhalten auf ihr Verlangen zum Beweise ihrer erfüllten Stellungspflicht von der zuständigen politischen Bezirksbehörde einen sogenannten Dienstpflichtenthebungsschein. Der Stellungspflichtenthebungsschein zählt unter jene Dokumente, durch welche im Sinne des P. III A, 1. Jänner 1914, Z. 2132, ausgegebenen „Internen Direktiven", betreffend die Verhütung von Wehrpflichtverletzungen durch Grenzüberschreitung, die Erfüllung der Wehrpflicht dargetan werden kann. — (Kundmachung.) In Abänderung, bezw. Ergänzung der H. o. Kundmachung vom 1. August I. I., Z. 249/Mob., und des H. o. Erlasses vom 7. August 1914, Z. 481/Mob., findet die Landesregierung bis auf Widerruf für das ganze Land Krain, mit Ausnahme der Landeshauptstadt Laibach, bezüglich welcher unter einem besondere Verfügungen getroffen werden, für den Verkauf der im nachstehenden Verzeichnisse angeführten Waren die aus diesem Verzeichnisse ersichtlichen Maximaltarife festznsctzen. Insoweit der Vertrieb dieser Artikel in Lokalen oder auf Marktständen geschieht, miiffen die betreffenden Gewerbetreibenden die Maximaltarife in ihren Lokalen, bezw. auf ihren Marktständen angeschlagen haben. Zuwiderhandelnde werden nach den Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung sür jeden einzelnen Fall mit Geld bis zu 1000 Kronen oder mit Arrest bis zu drei Monaten strengstens bestraft werden. Die nachstehenden Maximaltarife treten mit dem Tage der Kundmachung in Kraft und haben bis auf Widerruf sowohl in Detail- als auch im Handelsverkehre Geltung. Weizenmehl Nr. 0 q K 55, kg K 0'60, Nr. 2 q 54, kg 0 59, Nr. 3 q 53, kg 58, Roggenmehl q 40, kg 0'44, Maismehl q 28, kg 0'30, Heidenmehl q 56, kg 0 60, Weizenbrot, ausgenommen Semmeln und anderes Luxusgebäck, kg 0'58, Roggenbrot 0 46, Gemischtes Brot 0°42, feinster Reis 0 80, mittlerer Reis 0 64, gewöhlicher Reis 0 50, Gerstenbrei 0"38, Hirsebrei 0 50, gerollte grobe Gerste 0'48, gerollte feine Gerste 0'64, Fisolen 0°44, Kartoffeln, ausgenommen jene Orte, für welche besondere Ausnahmen bestimmt werden 0"08, Kaffee 3'60, Tee, gewöhnlicher offen kg 7 50, dkg 010, Würfel-Zucker kg 1, Stock-Zucker 0'96, Salz 0"26, Rindfleisch, I. Qualität 1'68, II. Qualität 144, Schaffleisch 146, Schweinefleisch 1'80, Kalbfleisch 1'80, geselchtes Fleisch 2, Speck 2, Schweinefett, rein 2'50, Butter 3'60, Käse 2'20, gewöhnlicher Wein 1 ri2, Bier, mit Ausschluß der Spezialbiere, ausgenommen jene Orte, für welche besondere Ausnahmen bestimmt werden, 0°48, Essig 0'24, Tafelöl 1'60, Speiseöl 120, Milch 0'24, Petroleum 040, Eier Stück 0‘10, Brennholz, hartes m3 8, Brennholz, weiches m3 6, Kohle q 3. Witterdorf. (Verwundet.) Der Besitzer Josef Sami de in Malgern 6 wurde am 30. August auf dem Schlachtfelde in Galizien durch einen Schuß in die linke Schulter verwundet und ins Spital nach Miskolz in Ungarn gebracht. Der aus Windischdorf gebürtige Feldwebel Alois Sturm ist im Spitale in Laibach gestorben. — (Von der Schule.) Der Schulbeginn muß hier wegen noch nicht beendeter Bauherstellungen verschoben werden. Sache des Bauausschusses ist es, über alle durchzuführenden Arbeiten schlüssig zu werden und deren raschere Ausführung zu betreiben. — (Zur Belehrung.) Die Bevölkerung wird jetzt allenthalben daran erinnert, die Landwirtschaft so klug zu betreiben, daß die Folgen der Kriegszeit nicht zu schwer fühlbar werden. Jnsbe-fonders wird davor gewarnt, ohne zwingende Not Kühe oder Kälber an die Fleischbank abzugeben, da infolge des gegenwärtigen außerordentlich starken Fleischverbrauches in den nächsten Jahren Mangel an Nutz- und Schlachtvieh sich einzustellen droht. Die Kaninchenzucht sollte jetzt wieder allgemeiner werden; es würde damit auf leichte Weise Ersatz für Rind- und Kalbfleisch geschaffen werden. Tunlichste Sparsamkeit in Verwendung der staatlicherseits gewährten Geldunterstützungen und im Verbrauche der heurigen Fechsung sowie Vermeidung aller Extraansprüche an Nahrung und Kleidung wird uns über die nächsten Jahre hinweghelfen. — (Gestorben) ist am 15. September der 65 jährige Besitzer Matthias Kraschevec in Kerndorf 16. (Pentat. („Rotes Kreuz".) Weitere Spenden für das „Rote Kreuz" liefen ein: K 5: Georg Högler in Setfch 12; K 4: Josef Hönigmann in Tiefental 5; je K 2: Josef Eppich in Tiefental 7, Maria Eppich in Knkendorf 9; Kl'40: Familie Högler in Tiefental 2; K 1 30: Familie Sigmund in Tiefental 8; je K 1: von Knkendorf: Matthias Gliebe; von Ebental: Maria Melz 26, Anton Sigmund 24, Anton Sigmund 36, Johann Petsche 35; von Tiefental: Josefa Eppich 19, Alois Hönigmann 11, Magdalena König 16; K 0'80: Adolf Högler in Knkendorf 14; K 0 70: Ursula Eppich in Tiefental 13; je K 0 60: Magdalena Eppich in Tiefental 6, Ungenannt; K 04:6: Regina Högler in Tiefental 1; je K 0'40: Angela, Franziska Högler in Knkendorf 16, Alois Högler in Knkendorf 16; K 0'24: Agnes Eppich in Tiefental 21; je K0'20: Franz Eppich in Tiefental 14, von Knkendorf: Johann Högler 14, Stefanie Siegmund 22, Maria Eppich; K 0‘10: Johann Bačuif in Knkendorf 19. Zusammen also K29'20. Um die Sammlung der nusgeroiesenen Spenden haben sich anerkennenswert hervorgetan die Ebentaler Mädchen, besonders: Leni Kranland, Maria Köllner, Maria Gliebe, Teresia Eppich, Stefanie Herbst und Maria Eppich. Besten Dank! Mooswald. (St er befall.) Am 10. September starb hier Andreas Sturm, Besitzer von Nr. 8, im 53. Lebensjahre, versehen mit den hl. Sterbesakramenten. Er ruhe in Frieden! Höttenitz. (Einstellung des Verkaufes.) Der gerichtlich anberaumte Verkauf des Hauses Nr. 51 wurde von Seite der Behörde neuerdings wegen der herrschenden Kriegslage verschoben. — (Obsternte.) Da es heuer hier besonders Zwetschken in Menge gibt, erklärten sich die meisten Häuser bereit, je einige Kilogramm Dörrobst zu Gunsten des Roten Kreuzes zu bereiten. — (Die Sammlung) für das Rote Kreuz, für Pflege der Verwundeten und hilfsbedürftige Reservistenfamilien beträgt K 160. Mosel. (Sammlungen für die Hilfsaktion.) In Dürnbach durch Heinrich Lackier K 15 60, in Otterbach durch I. Petfchauer K 5'60, in Ober- und Unterskrill und Küchlern durch Matthias Papefch K 10'20, in Ober- und Unterfliegendorf durch Matthias Verderber K 29'80. Aessektak. (Ein Ortshilfsausschuß) für die durch die Einberufung betroffenen Familien hat sich am 8. September hier gebildet und besteht ans den Herren: Pfarrer August Schauer als Obmann, Gemeindevorsteher Hans Wüchse als Stellvertreter, den Gemeindeausschüssen Josef Meditz, Josef Lackner, Matthias Jaklitsch-nnd Josef Roschitsch als Beiräten. Beschlossen wurde, von den be- s reits für d baten gende gebiet Pfarr kirche gef* word« wnrd« gölte nette Holzf Hetsti des | der £ der a die A nenne rourdi Beim tage r unter stark — E sich f' komm zweitk der fc verim zumei dem i Troni auch hiesig in der Fuße Die i in Sc 34 T drei ; Beha, Resen Vater gerich stellt' Mit untäti Allein schloss zu sä englis dawid mache und o reichjs Mono sich at waren ches ide Ga- ms dors ben. !gen des ent- daß Sbe- lber ßer- igei Hen- aus den. rten wie oird Be- kote oses 17, 12; orf s und ml: 16; ) in ige-ela, 16; ) in und Bu- ben be- efia hier heu lieh Be- ifen rige teu. der 60. In I. irch irch die hier als den tfch. be- reits eingelaufenen Spenden 150 K für das Rote Kreuz, 100 K für den Hilfsausschuß zur Pflege Kranker und verwundeter Soldaten in Gottschee zu widmen, den Rest von noch weiter einlangenden Spenden aber zu dringenden Unterstützungen im Gemeindegebiete Nesseltal zu verwenden. jtftfag. (Kirche.) Dank der eifrigen Sorge unseres Herrn Pfarrers für die Ausschmückung des Gotteshauses hat unsere Pfarrkirche einen neuen Schmuck erhalten: alle vier Altäre wurden neu gefaßt und vergoldet. Nachweisbar sind diese Altäre 1737 vergoldet worden, 1854 hat sie eine unglückliche Hand verpatzt, heuer nun wurden sie in den ursprünglichen Farbentönen erneuert und vergoldet. Besonders der Altar in der Rosenkranzkapelle, eine überaus nette Rokokoarbeit, nimmt sich prächtig aus, da die natürlichbraune Holzfarbe einen guten Grund für die reiche Vergoldung bietet. Die Herstellung der drei Seitenaltäre kostet rund 3000 K, die Auffrischung des Hochaltares 150 K. Es spendeten für diesen Zweck: 2000 K der hochw. Geistliche Rat und Pfarrer Georg König in Weinitz, der als Altlager Pfarrkind seine bekannte Freigebigkeit besonders für die Altlager Pfarrkirche auch sonst schon öfters bewiesen hat, 400 K vermachte der verstorbene Josef Högler aus Neulag; der Rest wurde bis auf 500 K aufgebracht aus einem zweifachen Opfergange beim Sonntagsgottesdienste am 9. August l. I. An diesem Sonntage nahm Hochw. Herr Dechant und Stabtpfarrer Ferdinand Erker unter großer Assistenz die Einweihung der Altarbilder vor, hielt einen stark besuchten Opfergang ab und hielt dann ein feierliches Hochamt. — Es wird nicht leicht eine Landpfarrkirche anzutreffen sein, die sich so schön ausnimmt, wie jetzt unsere Pfarrkirche. Lsiöach. (Berwundetentransporte) sind hier angekommen: am 6. September um halb 7 Uhr abends mit 629, der zweite in der folgenden Mitternacht mit 248 meist Leichtverwundeten, der dritte am 12. September um 3A 9 Uhr vormittags mit 560 verwundeten Magyaren, Slowaken, Deutschböhmen und Kroaten, zumeist Angehörigen des 2. Armeekorps, die ihre Verwundungen auf dem russisch-galizischen Kriegsschauplätze erlitten hatten. Der vierte Transport am 13. d. M. brachte 30 Verwundete, unter denen sich auch der hiesige Gerichtsbeamte Herr Richard Krisch, sohn des hiesigen Gasthofbesitzers Peter Krisch, befand. Er ist am 8. d. M. in der Schlacht bei Lemberg durch einen Schrapnellsplitter am rechten Fuße verwundet worden und befindet sich in häuslicher Pflege. Die übrigen Verwundeten sind teils in den hiesigen Spitälern, teils in Schulen untergebracht. Zu ihrer Pflege sind unter anderen auch 34 Theologen telegraphisch einberufen worden, welche in den letzten drei Jahren im Priesterhause von einem k. k. Stabsarzte in der Behandlung und Wartung Verwundeter unterrichtet worden sind. 21us Amerika. (Ein Brief aus Chicago.) Herr Ingenieur und Reserveleutnant Alfons Treo, derzeit in Chicago, hat an seinen Vater, Herrn Baumeister Wilhelm Treo in Laibach, einen Brief gerichtet, der der Laibacher Zeitung freundlichst zur Verfügung gestellt wurde. Wir entnehmen daraus folgende interessante Stellen: Mit mir stehen Tausende guter österreichisch-ungarischer Patrioten untätig im fremden Lande, begierig, dem Vaterlande zu helfen. Allein zur Fahne zu eilen, uns einzuschiffen, ist momentan ausgeschlossen, denn der Schiffsverkehr ist eingestellt. An mein Kommando zu schreiben, ist unnütz, da der Brief nie anlangen würde. Die englische Hetze in Chicago ist abscheulich; Protestversammlungen dawider werden von allen Parteien einberufen. — Die Serben machen hier einen eben solchen Radau wie in ihrer alten Heimat und genießen hiebei die Unterstützung der englischen Presse. Österreichisch-ungarische Soldaten, eingedenk ihres Fahneneides und unseres Monarchen, bestürmen das österreichische Konsulat; täglich melden sich an 500 Mann. Über 3000 Südslawen, Kroaten und Slowenen, Waren bereits eingeschifft, doch wurden die Schiffe wieder zurück- berufen. Die armen Kerle sitzen nun in Newyork ohne Arbeit. Sechzig Mann, unter ihnen zwei von den Bauten unserer Firma, haben die Arbeit niedergelegt. Ein Serbe hatte einen Auftritt mit mir. Er behauptete, nach Serbien fahren zu wollen, um seinem Vaterlande zu helfen, ich meinte, das wäre nicht nur schön, sondern auch seine Pflicht. Er meinte, Serbien werde Österreich verhauen und verflieg sich sogar zu dem Schlußsatze: „Und später werden wir noch nach Amerika kommen und Amerika in die Tasche stecken!" Diese in gebrochenem Englisch vorgebrachte Ungeheuerlichkeit rief im Bureau eine Lachsalve hervor und die Office boys (Kanzleijungen) drückten ihn zur Tür hinaus. Rußland hat in Chicago ein förmliches Regiment organisiert. Eine Schlacht bei South-Chicago zwischen 700 Russen und 500 österreichischen Slawen aber wurde durch Intervention einer neutralen Macht, bestehend aus 50 berittenen Chicagoer Polizisten, noch rechtzeitig verhindert. Die Ungarn Chicagos sind begeistert und wollen 14.000 Mann ins Feld stellen. Am Konsulat meldeten sich Hunderte als Freiwillige. Aus Kanada wollen 200.000 Österreicher ins Feld ziehen, doch gestattet die englische Regierung nicht die Ausfuhr von Konterbande; daher werden viele versuchen, nach den Vereinigten Staaten zu kommen, um von hier aus ihr Glück zu wagen. In Deutsch-North-Chicago herrscht große Aufregung. Ganze Regimenter haben sich schon gebildet; fremde Schiffe mit fremden Flaggen sind bereits gechartert und werden auf Umwegen der teueren Heimat zusteuern. Wenn das so weiter geht und die Hetzereien der englischen Presse nicht aufhören, wird es auch hier zu scharfen Zwistigkeiten zwischen den Nationen kommen. Das denkwürdige Manifest Kaiser Franz Josephs und der Mobilisierungsbefehl sind in elf Sprachen angeschlagen. Am 4. d. M. um die Mittagsstunde kamen hundert Reichsdeutsche von ihrem Konsulat und brachten den Österreichern als Verbündeten Ovationen. Das erste Mal in meinem Leben hörte ich hier die „Wacht am Rhein" singen, inmitten von 400 Slawen, die daraufhin mit Applaus nicht kargten. Es fand eine allgemeine Verbrüderung statt. Die gleichen Interessen, das Schutz- und Trutzbündnis, das Bewußtsein, für Kaiser und Vaterland einzustehen, ließen alle früheren Gegensätze vergessen. Samstag den 11. August fand die zweite Versammlung der hiesigen Deutschen statt. 20.000 Mann marschierten nach der Versammlung in geschlossenen Reihen durch die Straßen Chicagos, um in dieser Weise gegen die englische Presse zu protestieren. Aus Kanada flüchten Tausende Deutscher und Österreicher zu uns. Den dortigen Konsuln wurden die Pässe zugestellt. In der Nähe von San Franzisko hat ein ungenannter deutscher Kreuzer ein kanadisches Kriegsschiff in den Grund gebohrt. Kanada will 40.000 Mann via England nach Europa senden. In Nero» York liegen 30 große Handelsschiffe und keines wagt sich heraus. Japan organisiert Flotte und Truppe, um gegen Deutschland in Tsingtau zu kämpfen. Ebenso Australien mit 20.000 Mann. Die ganze Welt haben wir gegen uns, aber den Glauben an unsere Armee und den Sieg, den habe ich sowie viele andere, die fürs Vaterland fühlen und'bangen, noch lange nicht verloren. Der Kabel ist auch durchschnitten und so hören wir nur englische Lügen. Vielleicht gibt es hier auch noch einen Krach. Glaubt nicht, daß hier alles so sicher seil Nach Hause zu kommen, ist unmöglich. Ein paar haben es versucht, über Italien heimzukommen. Werden sie Gibraltar passieren, ohne von den Engländern gefangen zu werden? Was nützen sie dann dem Vaterland? Nicht einmal eine Fahrkarte auf der Eisenbahn bis Newyork kann ich als Österreicher kaufen. In Newyork sind bereits 14.000 Mann willig, nach Europa zu fahren, und warten vergebens. Gerne möchten wir dem Vaterlande helfen, doch ist es uns versagt, in diesem großen Kampfe unserer Pflicht nachzukommen. Aber unsere besten Wünsche begleiten unsere Kameraden auf das Feld der Ehre und gar mancher amerikanischer Dollar, hier erworben, soll die Not der armen Hinterbliebenen lindern! Dies ist alles, was wir momentan tun können und was wir vom Herzen bringen. Hoffentlich ist uns der Kriegsgott günstig und vielleicht steht uns der Weg dann offen, und zu Hunderttausenden wollen wir dann der teueren Heimat zu Hilfe eilen. Wed. Dr. Ludwig Aram. Zahnärztlich« und zahn-technisches Atelier. (Technischer Leiter: Leopold Weiß.) Laiöach, Kotel Stadt Wien. Me Zahnoperationen nach den neuesten Methoden durchaus schmerzlos. Alle Arten von Plomben schön und dauerhaft. 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