MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES 4^ STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Sehnttlaitung Marbutg • a Uiau, Baiigass« Nf. t. fainniit N.. 15-61, 25-W, 2S-M. Ab It Ulli Cracbalat «erktlgllcb .!• Morgenaaltung. Bnugtprat* (Im voraui (dtalbar) aoadtlicb KM i,lD •mscbtiABlich • ?1 Iit'i!' Ssmttagi lat dia Schrtftlaltung But aul Parnnit Ni M-«7 «nalcbbar. Unvartaagta ZuachriltaB ward« 19,8 Rpf PoatiaituDgagabflbn b«l Ueluung In SUaUbaod luiügllcb Porto» b«l Abboleii In «lei GetrbAfUatcIla k»i 1**° 5i*' AnfragoB isl dai ROrkporto beliulagan Poatirbackknnto WI«b Ni. 54 4M. RM 1,—. Altieich durch Port monatlich RM 3,t0 (aintchl. 19.Ö Rp. foMieitungigebühr) and .W Rpf Zoatall- CaarhlltaitAilaD tr CUM Marktplatt Nr. 12. Parnnif Ni », und to Patlav Unqnrtorgaiaa Nr 2, Pararat Nr M. ^ebOhr. BlDzalnnnnian) wardaa nnr oagtB VoratBiandang daa Bln/alpra tas und der Portoaualagao lugaModal Nr. 224 — 84, Jahrgang Marburg-Dran, Freitag, 11. August 1944 Einzelpreis 10 Rpl Waffen und Soldaten Auf diese Forderung wird sich das gesamte öffentliche und private Leben einstellen - Die Heimat wird ihre Dankesschuld an die Front einlösen © Marburq, 10. Auqust Wenn die Heimat von den übermenschlichen An&trenqun>gen und Strapazen erfuhr, die die Front tn diesem Krleae &uf sich nehmen mußte und •tOndlich aul «ich nehmen muß, dann hat oft das Gefühl qehabt, daß kein Order sn qroB Ist, denen zu danken, die da« alles für sie traoen. Die Heimat hat ihrcHMltt immer -wieder den Willen be-kundet, nichts wi unterlassen, wa« den Soldaten Hilfe gewähren kann und alles ta tun, was Ihren Kampf erleichtern kann. Die Heimat hat duldend viele Beweise des Ausharrens geliefert und so die Hoffnung der Feinde zunichte gemacht, die auf ein Erlahmen ihrer Widerstandskraft und ihrer Schaffenskraft spekulierten. Diese Anerkennung, die ihr oft aue-geftprochen wurde, in diesem Augenblick wiederholen, heifit aber auch die Frage aufwerfen, ob diese Bereitschaft sich wirklich auf alle Schichten des Volkes gleichmäßig verteilt, ob von allen Möglichkeiten, die Kraft der Heimat voll wirksam werden zu lassen, Gebrauch gemacht wurde. In dieser entscheidenden Phase des Krieges, da es gilt, keine Kraft brach liegen zu lassen, aber auch keine Kraft an nicht dringlicher Stelle einzusetz^, in der es nur eine Forderung 9ibt; »Waffen und Soldaten«, werden die Maßstäbe anders sein müssen al« bisher. In diesem Sinne sind bereits Anordnungen zur totalen Mobilisierung der Heimat angeordnet worden, die tief in das Leben des Einzelnen ein-gredfen. Weitere, »och schwerer wiegende werden folgen. Es gilt, Hunderttausende von Arbeitskräften Zug um Zug für den Einsatz in der Rüstung imd an der Front freiztima-B« isi «u-prüfen, rb und wo diese Kräfte von nichtkriegswichtigen Stellen auf solche zu verwiegen sind, die für den siegreichen Ausgang des Ringens von entscheidender Bedeutung sind. Das Leben eines ganzen Volke» wird sich mehr imd mehr nach den harten Gesetzen des Krieges ausrichten müssen Im nationalsozialistischen Staate steht dabei die Forderung voran, die Lasten so gerecht wie möglich zu verteilen. Wie diese Forderung befolgt wird, haben schon die Verordnungen über die Scheinarbeit und die Heraufsetzung des Arbeits-pflichtalters der Frauen bewiesen. Auch eine Lösung der Hausangestelltenfrage wird gegenwärtig angestrebt. Sie wird weitgehend von sozialen Gesichtspunkten bestimmt werden. Wenn schon gegenwärtig zum Teil kinderreiche Familien bis letzt ohne Hilfe im Haushalt auskommen mußten, so gilt ihnen gegenüber es nur als gerecht, daß jetzt die Zahl der als Hausangestellten tätigen Arbeitskräfte radikal herabgesetzt wird und nur solche Familien berücksichtigt werden, die eine Hilfe tatsächlich dringend bedürfen. Auch die Unabkömmlichkeitsfraqe wird neu aufgegriffen werden. Unter den Freigestellten in der Heimat befinden sich iahrgangsmäßig viele, die für den Frontdienst und den Dienst bei der Wehrmacht in Frage kommen. Wohl standen sie auch bisher auf kriegswichtigem Posten und haben ihre Pflicht getan. Die Umordnung unseres gesamten Verwaltungslebens und der Wirtschaft auf die unbedingten Erfordernisse des Krieges wird viele von Ihnen freimachen, andere ersetzbar werden lassen. Eine weitere Möglichkeit für kriegswichtige Arbeit Kräfte zu erhalten, bietet die Heimarbeit. Auch hier hat man nchon Erfahrungen gesammelt, tfee es gilt, nutzbar zu machen. So konnten im Gau Hannover beispielsweise hundert Rüstungsarbeiter freigestellt werden, weil die Fertigung der betreffenden Abteilungen in Heimarbeit übernommen wurde. Solche Möglichkeiten, die sich summieren, gibt es noch viele. Auch unser kulturelles Leben wird sich auf die Gebote des Krieges einstellen. Diepem Ziele dienen eine Reihe von Anordnungen, besonders auf dem Gebiete des Filmes. Die Herstellung von Zeichenfilmen z. B. wird völlig, die von Kulturfilmen bis auf einen geringen Rest eingestellt. Der geschlossene Arbeitseinsatz des gesamten deutschen Filra-nachwuchses ist kennzeichnend für die Mobilisierung aller Arbeitskräfte ohne Ansehen des Berufes, Herkommens oder Vermögens für die Zwecke des totalen Kriegseinsatzes. In ähnlicher Weise werden wir in den nächsten Tagen und Wochen von weiteren Einschränkungen auf allen Gebieten des Öffentlichen und privaten Lebens erfahren. Das deutsche Volk wird alle diese Maßnahmen gerne auf sich nehmen, weil es weiß, daß S'ie notwendig sind und nur dem einen Ziel dienen: »Waffen und Soldaten für die kämpfende Wehrniachtl« Eingreihruppen Wie der Einsatz für den Gejicnstoß erfolgt Von Oberstleutnant a. D. Benary Totaler Kriegseinsatz Mitteilung des Reichsbevollmächtigten Dr, Goebbels dnb Berlin, 10. August Der Bevollmächtigte für den totalen Kriegseinsatz, Reichsminister Dr. Goebbels, teilt mit: Nachdem In der vergangenen Woche bereits durch die Heraufsetzung der Frauen-Dienstpflicht auf das 50. Lebensjahr sowie durch den Erlaß geqen die Scheinarbeit erhebliche Arbeitskräfte freigestellt worden sind, die nunmehr durch die Arbeltsämter in die krirgs-wichtige Rüstungsproduktion überführt werden, sind die weiteien Maßnahmen zur Totalisierung unseres Kriegseinsat-zes in Gang gekommen bzw. in Vorbereitung begriffen. Diese M'ißnahmen sind zum Teil Improvisatorischer, zum Teil aber auch grundsätzlicher und tiefer greifender Natur Sie werden auf den verschiedenste,1 Gebieten des öl-fentlichen Lebens zu wpflentlichen Einschränkungen führen, an denen die gesamte Bevölkerung teilnehmen muß. Der Relchsbevollmächtigte für den totalen Kriegseinsatz wird bei seinen Maßnahmen größten Wert darauf legen, Arbeitskräfte für die Rüstung und Kriegsproduktion und Soldaten für die Front freizumachen Im Rahmen dieser Maßnahmen sind folgende Anordnungen bereits ergangen: 1. Sämtliche fremdvölkische Hausund Wirtschaftsgehllfinnen werden der Rüstungsindustrie zugeführt. Die zur Zeit noch ihren Beruf als Haus- und Wirtschaftsangestellte ausübenden deutschen Arbeitskräfte werden zum Teil der Rüstung, zum Teil solchen Haushaltungen zugewiesen, in denen sie dringend benötigt werden, also in erster Linie kinderreichen Familien. 2. Eine ganze Reihe von Jahrgängen UK-Gestellter, deren die Front dringend bedarf, werden aus dem gesamten öffentlichen Leben und nach Ubereinkunft mit dem Reichsminister für -Rüstung und Kriegsproduktion Albert Speer zum großen Teil auch aus der Rüstungsindustrie herausgezogen, nachdem die Ersatzkräfte dort eingestellt sind. 3. D'ie Kreise der Bevölkerung, die bisher wenig Gelegenheit hatten, an den gemeinsamen Kriegsanstrengungen teilzunehmen, werden durch grölitmögli-cho Intensivierung der Heimarbeit der Rüstungsproduktion dienstbar gemacht. Für Heimatarbeit kommen iu erster Linie solche Kräfte in Frage, die nicht arbeitspflichtig sind. 4. Das Kulturleben in allen seinen Sparten wird wesentlich eingeschränkt. Die diesbezüglichen Einzelmalinahmcn sind eingeleitet. Unter anderem wird schon in den nächsten Tagen der ^;e-samte Nachwuchs für Film und Theater geschlossen in die Rüstungsindustrie übergeführt. 5. Weitere wesentliche kräftesparen-den Maßnahmen auf dem Gebiet der allgemeinen inneren. Verwaltung der Reichsbahn, der Reichspost und des Kulturlebens sind im Gange odtir in Vorbereitung Si-i werden der Öffentlichkeit von Fall zu Fall vor Inkrafttreten bekannt gegeben. 6. Was den Stil des öffentlichen Lebens betrifft, so ist er nunmehr g;-und-sätzlich den Erfordernissen des totalen Krieges anzupassen. Nicht der äußere Aufwand einer Veranstaltung soll in Zukunft als Maßstab ihrer Bedeutung gölten, sondern Ihre Einfachheit und Zweckmäßigkeit. Alle Öffentlichen Veranstaltungen nicht kriegsmäßigen Charakters wie Empfänge, Amtseinführungen, Fest- und Theaterv/ochen, Musikta^?e. Ausstellungseröffnunaen und Gedenkfeierlichkeiten, die nicht der unmittelbaren Förderung unserer gemeinsamen Kriegsanstrengung dienen. haben zu unforl>leiben. Der unumgängliche Rest solciier Veranstaltung hat in einem Rahmen zu erfolgen, der jeden unzeitgemäßen Aufwand vermeidet und ganz auf den Zweck der Veranstaltung ausgerichtet ist. Wenn jetzt im «teigenden Maße In den kommerw'en Wochen und Monaten jeder Volksgenos«-!' seine gan7.e Kraft in rien Dlen^it der N.ition «feilt, und dadurch sein persönlicher Lebensstil nntwendir[erwe-'6e immer kr'ensrnäßiger wird, so muß auch aus dem öffentlichen Leben nunmehr alles verschwinden, was mit der Härte unseres Schicksalskamp-fps nicht mehr im Einklang steht. Das deutsche Volk wird in allen se'nen Le-ben-säußerungen nur noch den unbeugsamen Willen erkennen lassen, diesen Kampf um seine bedrohte nationale Existenz, koste was es wolle, zum siegreichen Ende durchzustehen. Steigende Kampfkraft im Osten Die Front im Zeichen deutscher Gegenstöße dnb Berlin, 10. August Die Ostfront steht weiterhin im Zeichen einen gesteigerten Aktivität unserer Truppen. Die Bolschewisten, deren Vordrängen jäh unterbrochen wurde, sind zu Umgruppierungen gezwungen und legen sich daher zurzeit in breiten Frontabschnitten eine merkbare Zurückhaltung'auf. Aber auch an den Stellen der Front, an denen der Feind irruner noch mit starken Kräften angreift und den Durchbruch anstrebt, zeigen seine ständigen hohen Verlust-zahlen, daß die Krampkraft unserer Truppen noch weiter steigt. Die gesamte Front hat dadurch nunmehr eine gewisse Stabilität gewonnen. Jedem feindlichen Angriff folgt rasch der eigene Gegenstoß, und manche für die Bolschewisten hoffnungsvollen Anfangserfolge schrumpfen unter dem Druck unserer Gegenmaßnahmen zur Bedeutungslosigkeit zusammen. Dies zeigte sich zum Beispiel im Karpatenvorland südwestlich Delatyn wo deutsche und ungarische Truppen in gemeinsamen mehrtägigen Angriffskämpfen eine feindliche Einbruchsstelle bereinigten und dadurch den Sowjets die Aufmarschbasis gegen eine Karpaten-straße wegnahmen. Am großen Weichselbogen nahm die Härte der Kämpfe noch zu. Im Raum von Mielec führten die Bolschewisten heftige Angriffe, die unsere Truppen in neuen Verteidigungslinien auffingen. Aus einem unserer Weichselbrückenköpfe im glei lien Raum, den der Feind heftig angriff, traf ihn der Gegenstoß unserer Panzer und warf ihn zurück. Hart nördlich davon liegt der größere bolschewistische Brückenkopf westlich Baranow, von dem aus der Feind schon seit Tagen unter Einsatz von starken Kräften Raum nach Süden, besonders aber nach Norden zu gewinnen sucht. Die beim-Stoß nach Norden vorgednm-genen Bolschewisten waren am Vortage abgeriegelt worden. Unsere Gegenangriffe und Flankenstöße gingen weiter und engten den Embruchsraum ein. Hierbei verlor der Feind 16 Panzer, drei Selbstfahrlafetten und 2 schwere Pak. Von dem bolschewistischen Panzerverband. der hier am 6. August mit rund 150 Panzern zum Angriff angesetzt war, haben unsere Truppen nach den letzten Meldungen inzwischen 116 Panzer vernichtet. Die boflchewlsti-schen Verluste an Mensclien und Kriegsmaterial sind entsprechend hoch. Bolschewistische Versuche, welter nördlich stärkere Kräfte über die Weichsel zu bringen, scheiterten. Sie sind ütrer- dies nur als Zeichen der bolschewistischen Enttäuschung über die Entwicklung am Weichselbogen zu werten, denn auch im Brückenkopf bei Warka schrumpfte der Bodenbesitz des sich zäh verteidigenden Feinde« unter unseren harten Panzerangriffen noch weiter zusammen. Südöstlich Warschau überrannte ein eigenes örtliches Angriffeunternehmen den in einem Waldlager überraschten Feind, der bei Zurückfluten durch zusammengefaßtes Flankenfeuer völlig zerschlagen wurde. Zwischen Weichsel uivd oberen Nn-rew griffen die Bolschewisten nur südwestlich Bialystok mit stärkeren Kräf-^ ten an. Ihre Angriffe, die am Vormittag in unserem Abwehrfeuer zusammenbrachen, führten am Nachmittag nach erneuter, aufVerordentllch starker Artillerievorbereitung zu einem örtlichen Einbruch, um dessen Bereinigung noch heftig gekämpft wird. Südlich des Njemen sind erfolgreiche Gegenangriffe unserer Truppen im Gange. Im Raum nördlich des Njemen setzte der Feind seino nunmehr ^echs Tage währenden Durchbruchsversuche unter Einsatz starker Panzerkräfto fort. Feindliche Einbrüche wurden abgeriegelt und meistens rasch bereinigt. Die in Flammen stehende Stadt Raseinen liegt zwischen den Kampfllnien. In diesem Raum verloren die Bolschewisten innerhalb von sechs Tageu über 440 Panzer. An der Somme, in Flandern geht auf : den Höhenpuakten des ersten Welt- i krioges die Abwehröchlacht. Man hat i aiifi blutigen Erfahrungen gelernt. Man ! packt die vorderste KampilJnie nicht ! mehr voll mit Menschen und Maschi- ; nanwaffen. Man be.gnügt sich mit k'ei- j neren Kampfgruppen in Trichtern, Bun- : kern und WularsLandiinestern. Man ist i sich bewußt, daß damit die Gefahr eineri feindlichen Einbruchs, wenn nicht gar Durchbruchs wächst, Man hält deshalb starke Abschnittsreserven dicht h nter der Stellung bereit, um eingesickerten oder eingedrungenen Feind im Gegenstoß oder Gegenangriff wiader heraus-zuv/erfen. In gröiieren Verhältni-s^en j sind es gan/.e, geschlossene Divisionen, denen man den Namen »Eingreildivisio- i nen« gibt. Man wählt besonders kämpf- ' kräftige Einheiten unter entschlußkräfti- j gen, taktisch wendigen Führern für | diese Aufgabe. I Merkwürdigerweise hatten die deut- i sehen Vorschriften der Jahre nach dr^m | Weltkriege den Begriff der Eingreifdivision« nicht übernommen. Die Praxis des gcgenv/ärtigen Krieges hat mit der we leren Lockerung des Abwahrsystems ; im Zeichen der heutigen Maschinenw.if- j fpn den Nutzen solcher Eiiigreiltruppen : wieder in den Vordergrund gerückt. Ed j ta ht daher der Begriff »Eingreifirup- : pen* In jüngster Zeit des öfteren in den Berichten de« OKW und der Propagan- ; da-Kompanien auf. So war von den Er- 1 folgen deutscher Eingreiftruppen in den Kämpfen im Goten und an der Invasions-fron* die Rade Mit der zunehmenden Reichweite der i SLtiweren Wallen müs.sen Eingreiftrup- ! pen, wenn sie nicht schon vor ihrem j E ntiriiz seel'sch, personell und materiell j durch feindliche Feuerwirkung abgenutzt v/e.iden sollen, weiter rückwärts ; geöidlfelt werden als im Wellkriege. Doch wird diiiser scheinbare Nachteil durch ih^e inzwischen dank der Motorisierung vergrößerten Beweglichkeit roichlicii wettgemacht. Dennoch w rd der Gegenstoß, d. h. der sofortige Angriff, ehe der Gegner Zeit hat, sich in c em gewonnenen Gelände einzurichfrn, nicht ihre, sondern Sache der örtlichen Reserven se'n, die an den schweren j Watfen der noch in eigener Hand he- j flrdl'chen Widerstaiulsnester eine gute i Stütze haben. Die Domäne der Eingreif- | truppen wird der Gegenangriff sein, aluo i Angriff, der erst nach geraumer ! Zeil und eingehender Vorbereitung, nach 1 gründlicher Wirl.ung der schweren Erd- | Waffen und der Kompfverbände der ' Luftwaffe eingeleitet wird, um verlorenes Gelände zurückzugewinnen. Auch für Eingreiitnippen gilt der alte ! soldatische Grundsatz: »Man kann nicht | fiilts (Schützen. kann nicht immer i sprungbereit stehen.« Die obere Füh- | rung muß sich frühzeitig klar werden,* , wo sie kostbare Reserven, wie es fri- 1 sehe, qut ausgebildete und ausgerüstete j Eingreiftruppen sein sollen, bereitstellen j kann, ohne andere Frontteile zu sehr zu entblößen. Das Gelände wird hierbei | ebenso mitsprechen wie die Nachrich- j ten über etwaige Angriffsabsichten des i Fe'ndes. Sie wird so nahe an di^ Front \ heranhalten, daß sie einerseits rechtzei- ; t g auf t'em Kampffeld erscheinen, an- i dererseits noch unbehelligt vom Feinde j seitwärts verschoben werden können, j Wenn irgendmöglich wird sie ihnen Schuß- und weltersichere Unterkünfte zuweisen, auf daß sie der Ruhe pflegen und an ihrer Ausbildung arbeiten können. Sie wird die Befehle für ihren Einsatz in mehreren Richtungen unter dem Gesichtswinkel wechselnder Feindlagen vorbereiten und ihnen von Fall zu Fall zugehen lassen. Die Führer und Unterführer der Eingreiftruppen werden auf Grund dieser Befehle ihre Zusalzbefehle ablassen und — wenn möglich — ihre Zweckmäßigkeit in friedensmäßigen Übungen nachprüfen. Sie werden im übrigen die Zeit der Ruhe ausnutzen, um Verbindung mit den Siellungedivisionen aufzunehmen, bei denen sie Verbindungsorgane belassen, um sich auf den voraussichtlichen Kampfställf-n eingehend im Gelände zu orientieren, vor dllem sich über Anmarscltwege, feuerarme und feuerreiche Räume ,über Bereitstellungsplätze schlüssig zu werden und um die wichtigsten Nachrichtenverbindungen festzulegen. Vor allem wurden sie Feuerstellungen für ihre schweren Waffen mit den verschiedensten Schußrichtungen erkunden und u. a. zur Vermittlung der Schieflunterlagen mit einzelnen Geschützen, Grcinatworlern, Pak und MG dauernd oder vorübrsrgehend besetzen. Alle diese Vorbereitungen müssen elastisch gehalten sein, d^mit im Ernstfall sie sich der jeweiligen Lage anpassen lassen. Die Anforderungen, die an Eingreif truppen gestellt werden, sind nicht ge ring. Schon das Warten auf den Einsatz während wenige Kilometer vor einem die Kampfwogen hoch gehen, das Tag und Nacht auf dem Sprunge sein zehrt an den Neiven der Führung und dei Truppen. Ist das Ventil geöffnet, ist mit dem Befelil zum Einsatz Freiheit des Handelns gegeben, so heißt es für die Führung mit Vollgas nach vorn zu jagen, sich binnen weniger Augenblicke von günstig geleganen Beobachtungs-punklen. in Besprechungen mit den örtlichen Führern über die Lage zu orientieren, mit scharfem Blick die Blöße zu erkennen, die uich jeder Gegner gibt, der sich nach qe'ungenem Einbruch im Gelände noch nicht auskennt, der seine Verbände not h nicht geordnet, seinen Nachscl'ub noch nicht geregelt hat. Es gilt sie rasch entschlossen auszunutzen und den Gegrer überraschend ins Mark zu treffen. Die Truppe muß geschult sein, die ihr gewordenen Weisungen unverzüglich aufzufassen und gewandt in die Tat umzusetzen. Sie wird nicht erwarten können, daß die Anweisungen ihi die Wegu zum Angriffsziel Schritt für Schritt vorschreiben. Sie wird im Ramen allgemeiner Richtlinien selbständig denken und handeln müssen, Sie Wird aber damit rechnen können, daß die Führung ihre Feuerunterstützung durch die Fernwaffen der Erdtruppen und aus der Luft sicherstellt und für den rechtzeitigen Nachschub weiterer Reserven, Munition und Verpflegung sorgt. Taktisches Fingerspitzengefühl der Führung, Kampftürhtigkeit der Truppe werden so vereint dazu beitraqen, daß der Gegenstoß der Eingreiftruppen glückt. Der Dank der entlasteten Stel-iunistruppe.n, die Anerkennung der höheren Fahrung wird nicht ausbleiben und jeder Verband wird es sich als Ehre anrechnen, wenn er zur Eingreiftruppe bestimmt wird. »Ihre Menschlichkeit« ma Bukarest, 9. August Unter der Uberschrift »Lob oder Hu manilättt prangert die Zeitschrift "Po runka Vremii« die bai barische Gesin nunq der nordamerikanischen Soldaten auf dem pazifischen Kriegsschauplats an, die einer Mek'unq aus Tokio zufolg» ^Kriegsandenken« aus Knochen gefalle ner japanischer Soldaten ihren Ange hörigen in den USA schicken. Das ru manische Blatt erklärt, nach den grauen hatten Verbrechen der noidamerikani sehen Luftwaffe gegen europäisch' Städte und der fanatischen Jagd vor USA-Fliegern auf Frauen, Kinder unf Greise auf dem Kontinent sei man aucl davon nicht mehr überrascht. Nach bei ßenden Bemerkungen über die Geistes verlassung de« Amerikanischen Jahr hunderts« schreibt da« Blatt ironisch »Anstelle unserer alten und verjährten Humanitälöidee erhebt sicii heute eine neue Humanität ihrer Denkart, die uns heute durch das Schauspiel der Schändung der Völker von den gegnerischen Soldaten gezeigt wird.« Die Brillanten für Sepp Dietrich Vom Führer persönlich überreicht dnb Führerhauptquartier, 10. August Der Fühvei verlieh am 6. August das Eichenlaub niil Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an ff-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-ff Sepp Dietrich, ! Kommandierender GenernI des ff-Pan-zerkorps ifLeibstandarte ff Adolf Hitler', als 16, Soldaten der deutschen Wehr- slets an den Gefahrenpunklen der Fron in vorderster Linie führend, letzte Reserven zusammenzuziehen und schwungvolle, entscheidende Gegenstöße anzusetzen und 60 die feindlichen Absichten zunichte zu machen. Mit ff-Oberstgtuppenführer Sepp Diel rieh erhält ein altbewährter Soldat und Truppenführer der Waffen-fj die hoch- macht Der Führer hat ff-Oberstqruppen- | ste Auszeichnung. Ein vorbildliches na-führer Dietrich die Auszeichnung am j tionalsozialistisches Kämplerleben er- glelchen Tage persönlich überreicht. ff-Oberstgruppefflührer und Generaloberst der Waffen-ff Sepp Dietrich hat mit dem I. ff-Panzerkorp« »Leibstan-•darte« in zweimonatigen Kämpfen im Raum Caen entscheidend die immer wie-•der mil stärksten Kräften vorgetragenen Angriffe der englisch-kanadischen Truppen abgestoppt und den beabslch- fährt seine höchste Krönung, Für die Männer des Korps ^^-eilistandarte«, die in Polen und Frankreich, in Griechenland, in den unendlichen Welten de» Ostens ijegen die Feinde des Reiches gestritten haben, und die jetzt wieder auf französischem Boden in schwerstem Kampfe stehen, Ist die Auszeichnung Ihres von ihnen helßgsllebten Komman- tigten Durchbruch vereitelt. Unter i fdeurs zugleich die schönste Anerken-schwersten Kampfbedingungen gelang nung ihres unentwegten rücksichtslosen es ihai, in höchbtem persönlichem Einsatz, I Einsätze». Seinebucht — Schlachtfeld der Minen Von Kriegsberichter Hanns H. Reinhardt rd lai Wetten, Im August •Martiveclgnalstclle X meldet; Zwei TJetonntionen, Uli Uhr, keine Sichl-beobachtung weqen Nf>be1.< Tng und Nacht kommen lolche Funksprüche von schwimmendun VerbSnden oder Küstenetellen, und im Lagezimraer tragen bunte FarbiMfte Ort und Zeit der Beohflrhtung mit einer angedeuteten Sprengfontane in die Karte ein. Und wenn nicht e.nmal ein Gefangener, den beim Untergang seines Schiffes der Strom mitnahm und Irgendwo an den Strand warf, weitere Angaiien macht, dann ist das alle«, wcts uns ül)er die Wirkung der eigenen Minen bekannt wird. Aber da fast den ganzen Tag lang die Sprengschläge über die Bucht rollen und immer wieder Qualmfahnen über sinkenden Schiffen stehen, weiß man, daB sie ihre Arbeit tun. Minenriegel Hier in der Seinebucht hat der Minen- krieg große Intensität erreicht. Mit der Bröffnung der Invasion wurden die Minen des Feindes in besonderer Dichte ▼or die Einaatzhüfen der deutschen Seestreitkräfte geworfen, vor allem in da» Vorfeld von Le Hfivre und Cherbourg. Der Feind wollte unseren Flotillen schon beim Auslaufen schwere Verluste zufügen, wenn er sich nicht gar davon eine taktische Blockade der Häfen versprach. Die Gefahr einer Verblockung unserer Auslaufkuree ist indessen an der voraue-sorgenden Arbelt der Sperrfachleute und der Unermüdlichkeit unserer Raumver-bÄnde auf der ganzen Linie gescheitert, und unsere Minensucher waren tu Jeder Zeit in der Lage, den gegen die Invasionsflotte operierenden VerbÄnden von S-Booten und Torpedobooten da« Fahrwasser aufzubrechen. Auf beiden Seilen wurde In dem umkämpften Seegebiet besonder« der Seine-buchf das Neueste und Raffinierteste eingesetzt, was die Marinefachleufe In jahrelanger Arbeit in Laboratorien xind Versuchskommando« ersonnen und. erprobt hatten. So i«t e« nicht verwunderlich, dnß ▼erankerte Kontaktminen (die bekanntlich dicht unter der Wasserfläche stehen und auf Berührung detonieren) im Vorfeld des Landekopfes nicht mehr eingesetzt wurden und das Schwergewicht qanz bei den Fern/ündungsminen lag. Diese werden entweder durch d/is Magnetfeld eines über sie hinfahrenden Schiffe« gezündet, das In der Mine einen Induktionsstrom entstehen läßt, oder auf lakuslischem Wege durch das Schraii-bengerdusch. Ausschlaggebend für die Zündung dieser Minen ist also eincreells Art und Stärke der magnetischen oder akustischen Ausstrahlung, die von dem Schiff ausgehl, und anderseits die Empfindlichkeit der Mine im Ansprechen auf dneee Jmpulse. Nicht weniger bedeutsam ist für den praktischen Einsatz der Eigenschutz der Mine gegen die Raumgeräte des Gegners. Mine und RäumgerAt So wie sich Waffe und Gegenwaffe euf allen Gebieten der Kriegstechnik In unablässiger Wechselwirkung fortentwickelt haben, eo herrsclu auch zwischen Minen und Räumgerät das Gesetz des Wettlaufs mit wechselnden Vor-■prüngen. Wahrend das Räumen von Ankerstau-minen trotz wechselnder Erschwerungen letzten Endes Immer mit Räumicinen möglich war — da« sind durch Wasser gesogene Stahltrossen, die hinter die Verankerung des Minenkörper fassen — bedarf CS zur Bekämpfung der physika-Hsch gezündeten Minen auch physikalisch wnkender Mittel. Will man ein Schiff gequn Maqnetminen schützen, so muß man entweder die von ihm ausgehenden Magnelfeldnr ausschalten — sodaß sie die Zündung der . Mine nicht auslösen können — oder aber diese Ausstidhlun-gen künstlich erzeugen, um damit der Min« sozusagen ein Schiff vorzutlu-«chen und sie beim Passieren des Geräte« zur Detonation zu bringen. Das gleiche Prinzip, nach dem Magnet« mlnen bekämpft werden, liegt dem gegen akustische Minen eingesetzten Räum-verfahren zu Grunde. Hier werden an Stelle der künstlich hervorgerufenen Magnetfelder unter der Wasseroberfläche Geräusche erzeugt, deren Stärke größer ist als die der Schiffsschrauben und die somit die akustischen Minen in einiger Entfernung vom Schiff zur Zündung bringen. Damit wäre die Fernzün-dunqsmine erledigt gewesen, wenn nicht ihre Väter wieder das Gegenmittel erfunden hätten, das diese Ränmverfahren paralysiert, Sie mußten der Mine beibringen, zwischen den echten und den von jden Minensuchern künstlich erzeugten Magnetfeldern bzw. Schallwellen zu unterscheiden, d'is heißt, sie mußten ihre Minen unempfindlich machen gegen die künstlichen Einwirkungen, ohne indessen Ihr Ansprechvermögen gegenüber den echten zu vermindern, eine Aufgabe, die In Ihrer Kompliziertheit charaktetislisch i«t für die moderne Minentechnik. I Da« Ergebnis solcher Bemflhungen war die »stumpfe Mine«, die die Wellen und Felder der Räummittel ignoriert und erst 1 dort detoniert, wo die Einwirkungen am stärksten sind. Es war eine Mine zur Vernichtung der Räummittelträger. Durch Einbau einer besonderen Schaltung wurde erreicht, daB das Magnetfeld des Räummittelträgers die' Mine überhaupt erst «charf macht, damit da« dann folgende normale Magnetfeld (z. B. eines Frachter«) die Mine beim Überlaufen zum Zerknall bringt. Weitere Kniffe sind eingebaute Verzögerungswerke, die die Minen erst nach einer gewissen Zeit zündbereit werden lassen, und Zählwerke, die die Zündung er«t ansprechen lassen, nachdem eine gewisse Anzahl Schiffe die Mine ungefährdet überlaufen haben. So kommt es, daß in einem Fahrwasser trotz laufender Räumtätig-keit plötzlich Verluste durch Minentreffer eintreten, ohne daß eine neue Verminung stattgefunden hat, eine Erfahrung, die die Invasionsflotte auch innerhalb ihrer betonnten Anlaufwege heute wohl täglich erlebt. In der Praxle wird da« Auftreten neuer Züad«yst«me in der Regel «rst durch Minentreffer erkannt, die eingetreten sind obwohl alle — mch den bisherigen Erfahrungen ausreichenden — Schutzverfahren angewandt waren In diesem Falle ist es die erste Autgabe der Sperrfachleute, den unter der Wasseroberfläche unsichtbdr lauernden neuen Feind zunächst einmal zu erkennen. Bei der Ankertaumine hatte der Sperrwjffen-offizier noch die Möglichkeit, die von Räumgeräten geschnittene Mine in gefahrvoller Arbeit zu entschärfen und ihre Besonderheit und ihr Zündsystem zu erkennen. Bei den modernen, auf dem Grunde liegenden Ferazündungsminen jedoch ist er im allgemeinen darauf angewiesen, dus der veränrlcrlichen Lage der Detondlion —^ ob eie dicht bein^ Schiff liegt, voraus oder achtern, in großer oder geringer Entfernung seine Schlüsse zu ziehen und ausziiprobieten, wie sie auf seine verschiedenen Abwehr-inIttel reagiert und ob sie sich gar bei bestimmten Räumverfnhren we-iter vom Schiff weg verlegen läßt. Man vermag sich vorzustellen, welche weiten Strecken wissenachaftllcher Arbeit zu durchmessen waren, ehg solche Waffen den Reifegrad der Kriegsbrauchbarkeit erreichten. Das Glciche trifft für die Entwicklung der Räumniit-tel zu. deren Zuverlässigkeit überhaupt erst ein Operieren im eigenen Vorfeld ermöglicht Der deutsche Wehrmachthericht Die schweren Kämpfe dauern an Durch besondere Kampfmittel der Kriegsmarine verlor der Feind wiederum 25 500 brt dnb Ffihrerkeuptquertler, 10. Auquet Da« Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; Südlich Coeo setzte der Feind eeine starken Angriff© fort und erweiterte «einen Einbnichsraum nach Süden und Südosten. Unsere Gegenangriffe fingen jedoch die feindlichen Kampfgruppen auf und brachten sie zum Stehen. Von 7. b's 9. August verlor der Gegner südlich Cflen und westlich der Orne 278 Panzer, Auch an der übrigen Front setzte der Feind seine starken Angriffe an den bisherigen Schwerpunkten fort. Es gelang ihm jedoch nur südlich Le Plessie und südlich Vlre Boden zu gewinnen. Die schweren Kämpfe dauern an. In der Bretagne wurden von Panzern unterstützte Angriffe der Nordamerikaner in den Kampfräumen von St. Nazalre, Lorient und Brest unter Abschuß zahlreicher Panzer abgewiesen. Die tapferen Verteidiger von St Malo stehen in schwerem Kampf mit dem von allen Seiten angreifenden Feind. Im französischen Raum wurden 128 Terroristen im Kampf niedergemacht. Im Seegeibiet westlich Brest wurde ein feindlicher Großzerstörer durch Bnm-bcntrclfer «chwer beschädigt. Durch be- eondere KempCnilttel 4er Krieqemartne Terlor der Feind In der Seine-Bucht wiederum eechis vollbeladene Nachschub-echlffe mit 25 500 brt sowie einen Zerstörer imd ein SicherungsfaJirzeug. Südlich der Ineel Jersey versenkten Siche-rungsfahrzeuge eines deutschen Geleits zwei amerikaniache Schnellboote, davon eines nach Rammstoß im Nahkampf. Schweres Störungsfeuer Liegt euf London. In, Italien nehm der Feind seine .Angriffe an der adrlatlschen Küfite mit starken Kräften wieder auf. Sie brachen verlustreich zusammen. Im Osten eind bei Sanok und Mielec heftige Kämpfe mit eingebrochenen feindlichen Kräften im Gange. Nordwestlich Baranow wurden wiederholte feindlich© Angriffe zerschlagen und die Sowjets im Gegenangriff zurückgeworfen. Bei den schweren Kämpfen wurden hier in der Zeit vom 6, bis 9. August 108 feindliche Pnnze- abgeschossen. Südöstlich Warka gewinnt der Gegenangriff unserer Panzerverbände gegen zähen feindlichen Widerstand weiter Roden. Wesl-llch des oberen Narew wurden wiederholte Anqriffe der Bolschewisten abgewiesen oder aufgefengen. • Bei Wilko- wledikeB ikid GetresiaiMiTlIfe eneerer Truppen Im Gange. Nördlich der Memel scheiterten Im Raum von Raeeinen erneute Durchbruchsversuche der Sowjets unter hohen blutigen Verlusten. 52 feindliche Panzer wurden alfgcschossen. In Lettland blieben zahlreiche Vorstöße des Feinde« zwischen Mitau und dem Ples-kauer See erfolglos. SchlachtfliegerverbSnde griffen vor allem im großen Weichselbogen und im Raum westlich Kauen sowjetische Bereitstellungen und Panzeransammlungen mit CTuter Wirkung an. In der Nacht waren feindliche Truppcnansammlungen nordwestlich Baranow und südöstlich Warka das Angriffsziel unserer Kampfund Nachtschlachtflieger Det Feind verlor gestern 41 Flugzeuge. Feindliche Bomber warfen bei Tag Bomben im Raum von Budapest. In der Nacht griff ein schwächerer feindlicher Bomberverband das Gebiet von Ploesti an, wobei er 14 Flugzeuge verlor. In West- und Südwestdeutschland wurden vor allem Saarbrücken, Kcirlsruhe, Pirmasens und Luxemburg angegriffen und durch Luftvcrteldigiingskrflfte 33 feindliche Flugzeuqe, darunter 31 viermotorige Bombar vernichtet. England auf Schlimmeres gefasst Furcht vor weiteren deutschen Ferngeschossen — Evakuierte fahren ins Ungewisse rd Stockholm, 10. August Von englischer Seite wurde am Donnerstag morgen die Fortsetzung des V-l-Bombardements in der Nacht und am Morgen gemeldet. An sich werden von englischer Reglerungsseitc alle nur erdenklichen Anstrengungen gemacht, nicht nur auf dem Gebiet der Abwehr, sondern auch der Nachrichtenunter-drückung und Irreführung. So war beispielsweise am Mittwoch der englischen .Bevölkerung Hoffnung auf Ende des Bcschusses gemacht worden, was mit der neuen Mitteilung wieder zurückgenommen werden mußte. Das englische Luftfahrtministerium meldet neue große Angriffaversuche englisch-amerikanischer Luftstreitkräfte auf die ver- muteten deutschen Abschußplätze In Nordfrankreich. Transportdurcheinander Das Transportdurcheinander im Gebiet von London ist so groß, daß jeder Eisenbahnzug mit Evakuierten eine mysteriöse Reise macht, denn sein Bestimmungsort ist "bei der Abfahrt unbekannt. meldet „Daily Express". So ist es Tausenden von Müttern schulpflichtiger Kinder ergangen, die am Montag aus London evakuiert wurden, ohne zu wissen, ob ihr Reiseziel ein Dorf, eine Stadt oder ein Badeort sein wird. „Wir können nicht garantieren, dafi eine bestimmte Gruppe in einem bestimmten Ort ankommt", wurde hierzu von amtlicher englischer Seite erklärt. Selbs-t Im Augenblick der Abfahrt könne den Evakuierten nicht gesagt werden, wohin sie kommen. Es solle also niemand enttüuscht sein, wenn der Reiseplan eine Änderung erführe. Befürchtungen Die Wochenschrift „Statist" gibt ihrer Befürchtunß Ausdruck, daß die Deutschen ihre Gegner noch mit anderen Geheimwafi'on überraschen werden. Die Spannkraft des britischen Volkes werde darunter schwer leiden. Man könne nur hoUcn, daß der Einsatz geheimer deutscher Waffen aufhöre, bevor die Herbstnebel einsetzten. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach werde dieser Krieg für das britische Volk noch recht bitter und grausam werden. Die Eng- Besuch bei Rommel Der Marschen auf dem Weg mr BcssenuiK Der Kriegst>erichter von Esebeck wurde von Generalfcldinarschall Rommel Im Lazarett empfanden und erluhir Näheres über den Unfall, den der Gj-neralfeldmarschall vor einiger Zeit er- mt; „Uber den Unglücksfall berichtete Rommol, daß an dem fraglichen Tage sich nachmittags die feindliche Flieger-tätigkeit verstärkte, deshalb beschlossen wurde, von der Hauptstraße .jbzu-T)iegen und Seitenwege zu benutzen. Aber noch ehe der Entschluß ausgeführt werden konnte, meldete der Luftspäht, des Wagens Feindfiugzeu-gc, die die Straße überquerten und gleich dai'auf zwei Maschinen, die auf die Straße eindrehten. Da auf der geraden Straße keine Möglichkeit war, die Böschung zu überqueren und freies Feld zu gewinnen, wurde erhöhtes Tempo befohlen, um einen schützenden Seitenweg zu erreichen. Im gleichen Augenblick aber waren die Maschinen heran und setzten zum Angriff an. Der Wagen stoppte und als die ersten Garben einschlugen, sprangen der Marschall und seine Begleitung bereits ab. Dabei fiel der Feldmarschall so unglücklich, daß er verletzt wurde, hinwiederum aber auch glücklich, denn die Garben der folgenden Maschine gingen über die am Boden Liegenden hinweg. Sofort wurde der Marschall in ärztliche Betreuung gebracht. Sein Fahrer aber starb den Soldatentod. Rommel sagte: „Ich weiß, die Engländer haben mich für tot erklärt, aber das haben sie schon oft getan, und ich sterbe deshalb noch lange nicht, daran werden sie sich gewöhnen müssen." Der Marschall befindet sich seither auf dem Wege der Besserung. Front und Heimat werden mit Freuden diese Nachricht empfangen." länder täten gut daran, wenn sie noch mit einer Reihe weiterer Überraschungen, Schocks und Rückschlägen rechneten. Die Zeitung „Tribüne" wendet sich gegen die Stimmen, die die neue deutsch. Waffe als „barbarisch, unmenschlich und »willkürliches Angriffsmittel auf die Zivilbevölkerung" verschrieru „Nach allem", so antwortet die englische Zeitschrift darauf, „was wir den Deutschen in den letzten zwei Jahren antalen, ist diese Behauptung ein starkes Stück." Maschinengowehr, Ü-Boot, Pulver und selbst Pfeil und Bogen seien zu ihrer Zelt derart verschrien worden. Jede Waffe scheine unfair, bis man sie selbst besitze. Aber man köniio nicht in Abrede stellen, daß die deutsche Fernwaffe eine ungewöhnliche und unerfreuliche Sache ist, denn „V T'* lasse nicht wie andere Geschosse dem einzelnen Mcnschcn Zeit zum Denken. Agramer Studentinneo Auch sie stehen ira Kriegselnseti rd Agram, 10. August Bereit« seit drei Jahren werden kroatische Hochschülerinnen zu einera KriegshiUedienat eingesetzt. Während der Großteil der kroatischen Studenten unter die Waffen steht, leisten die Studentinnen im Alter von 19—23 Jahren auf diese Weise ihre Arbeil«pilicht ab. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre ermöglichten eine wesentliche Erweiterung des Studentenkriegseinsatzes. Allein die Fraucnorganisdtionen der Studentischen Jugend «teilten etwa 1000 Mädel in den Dienst. Auf Agram entfallen etwa 300 Studentinnen, die vornehmlich bei Erntearheiten auf einem Gut in Cerestinec und in Industrieunternehmen eingesetzt «Ind. Druck u VitiiaQ Marbiiigwi Verlagt- u Ururkeiei-Gea rn b H • Veriagrleliiing Eijoa Baunigzuqeabschnitt« 21 bis 30. la der »Textilzeitung« wird nochmal« darauf hingewiesen, daO sich dadurch an den bekannten ^ Verkaufbeschränkungen nichts geändert hat. Auch auf die Jetzt freigegebenen Punkte können nur solche Waren abgegeben werden, die nicht auf den Sperrlisten stehen. Die in Aussicht genommene Freigabe für bestimmte Erhebende Gedenkfeier in Fürstenfeld Der Gauleiter ehrte den gefallenen Kreisleiter Popofsits In Ehrung de« nach heldenmütlgei Bewährung im Kampf an der Invasionsfront als Panzerkommandant ge fallenen Kreisleiters von Füritenfeld, f#-Unterscharführer Karl Popofsits, fand am Montag im Haus der NSDAP in Fürstenfeld eine Gedenkfeier statt. An der Spitze der Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht und des nationalsozialistischen Führerkorps des Gaues Steiermark hatte sich der Hoheitsträger des Gaues. Gauleiter Uiber-reither eingefunden, um mit der Bevölkerung des Kreises Fürstenfeld von dem Vorkämpfer der Bewegung in der Oststeiermark und im ehemaligen Burgenland Abschied zu nehmen. Mit erhobener Rechten begrüßten die Anwesenden den Gauleiter und zugleich die Hinterbliebenen des Gefallenen, die Gattin, die Mutter und die kleinen Söhne. Nach dem feierlichen Largo aus dem ersten Satz der Suite in G-moU von Händel kündete die Stimn me eines Sprechers die ewige Verbundenheit des gefallenen Mitstreiters mit seinem von Siegeszuversicht erfüllten kämpfenden Volke. Kreisschulung^lel-ter Dr. Reithoffer würdigte Leben und Werk des auf dem Felde der Ehre gebliebenen Kreisleiters, Hauptab-Bchnittsleiters und SA-Obersturmbannführers Karl Popofsits. Seit 1934 diente •r unentwegt mit Zähigkeit und Fanatismus der Idee des Führers. Trotz schwerer Demütigungen und Haft hat er unerschrocken und kühn auf dem schwierigen Boden des ehemaligen Burgenlandes geholfen, die Bewegung aufzubauen, und als die Stunde der Befreiung kam! da baute er den Kreis auf, wobei es ihm dank seinef Kenntnis des Grenzlandvolkes gelan."?, Menschen zu einem Block zusammenzuschweißen, die früher Jahre lang durch eine Staatsgrenze getrennt waren. Das war der Kern seiner Aufgabe alsKreis-leltcr, und er hat diese Aufgabe für alle Zukunft gelöst. Sodann nahm der Gauleiter das Wort, um von seinem gefallenen Kameraden Abschied zu nehmen. „Ich verhehle nicht", so führte der Gauleiter nus. „daß ^ich mir das ilr-rz zusammen-krampft, wenn ich wicrler, bildlich gesprochen, an der Bahre eines meiner treuen Mitarbeiter stehe, aber ich bin ungeheuer stolz auf ilin, weil gerade in einer Zeit, in der Untreue nach dem Leben des Führers gegriffen und das Leben der Nation gefährdi^t hat, letzte, hingebungsvolle Treue ein um sn leuchtenderer und schönerer Bcsi'.z ist." — Nächst der Witv/e, der alten Mutter und den Söhnen ist es die Bewegung, die am meisten um ilin trauert. I und die Bewegung wird «s auch als ihre Ehrenp^icht erachten, den Hinterbliebenen, zumal auch später, wenn die Kinder größer geworden sind, die Sorgen au'i dem Weg zu räumen. „Ihr Kinder", so wan^ sich dann der Gauleiter an die kleinen Söhne des Toten, „tragt einen von höchster Treue umstrahlten Namen mit euch weiter durchs Leben und könnt stolz auf euren tapferen Vater sein. Er hat sein Leben jetzt vollendet, hat mit dem letzten Atemhduch den Führer gegrüßt ' und seinem Leben die höchste Sinn-erfüllung gegeben, die ihm ein Mann I geben kiinn, denn ein Höheres als die gesamte Lebenskraft in den Dienst der Nation zu stellen, gibt es nicht* Er b'eibt darum auch ewig mitten unter uns. Wir Lebenden", so schloß der Gau-leiier seine ehrenden Dankesworte für I seinen toten Kameraden, „geloben, die ßroßc Lücke, die sein Weggang gerissen j hat, zu schließen und zu trachten, daß auch unserem Leben einst die gleiche I hohe Sinneri'üllung werde, denn sein ' Leben war aller Ehren wert." , Dann senkten sich die F'ahnen und .Standarten und als letzter Gruß erklang die Weise vom Guten Kameraden. Die Feier beendend, riefen sodann die Lieder der Nation wie ein soldati-^ scher Appell zu neuem Einsatz und neuem Kampf auf. Artikel zum Bezug auf fSIIiqa Abschnitte der dritten und vierten Retch*klejder-karte ist bisher noch nicht erfolgt. Todesf&lle. In Trifail verschied eines plötzlichen Todes der 53jährige Lokführer Anton Legwart aus der Brunn-dorferstraße 18 in Marburg. Sein Leichnam wurde nach Marburg überführt. -- Im Warmbad Schönstein starb die Privat© Paula Moschina. Sorgfältige Behandlung der Luftschutzhandspritze. über den Umgang mit der Uiftschutzhandspr'tze muß jeder Hausbewohner, gleichgültig, ob Mann, Frau oder größere« Kind, genau unterrichtet sein. Sehr oft wird die Spritze falsch in den Eimer eingestellt, der Schlauch geknickt, oder die Pumpbewegungen werden unzweckmäßig ausgeführt. Hinzu kommen unvorsichtige« Herantragen der Spritze an die Brandstelle sowie unachtsame« Hinwerfen bei Nichtgebrauch oder in Bek^pfungspausen. Da die Luitschutzhandspritze sich immer wieder, auch bei großen Bränden, als das wichtigste Gerät des Seihstachulzes erwiesen hat, muß jeder Luftschutzwart, aber auch jeder Hausbewohner im eigenen Intereese selbst dafür sorgen, d/iQ alle mit der Luftachutzhandspritze und ihrem Umgang so rertraut sij^, dafl die Spritze auch unter deti ungünstigsten Bedin^ngen richtig bedienen und einfache Störungen selbst beseiti^ien können. " Es wird verdunkelt: Von 21.30 bis 5 Uhrt Durch Konzentration aller Kräfte zum Sieg Der Gauleiter sprach vor dem Parteiführerkorps über den totalen Kricfjseinsatz Nrich seiner Rückkehr vom Führer im Hauptquartier, wo die Reichs- und Gauleiter empfangen vAirrlen, sprach Gauleiter Uiberrciiher zum Führerkorps des Gaues. In längerer Ausführvmq behandelte er die Hintergiünde und Zusammenhänge des 20. Juli, gab dann ein klares Bild der gegenwärtigen Lage und ging in eindringlicher Darlegung auf die sich daraus ergebenden Forderungen des totalen Kriegseinsatzes ein. In einem Großappell der Politischen Leiter bis zu den Ortsgiuppenleitern der Kreise Graz-Stadt, Graz-Land, Deutschlandsberg, Leibnitz, Mureck, Voitsberg und Welz legte der Gauleiter im Haus der Deutschi>n Arbeitsfront in Graz die Ereignisse der letzten Zeit dar und gab den Männern der Partei Richtlinien, nach denen jetzt die Konzentration aller Kräfte für die beiden Anqelschnüre ineinander ver- | fanqen hätten. Alt aber die eine Rute | stromaufwärts und die andere tlromab- ' wärts qezoqen wurde, war es klar, daß ; zu gleicher Zeit zwei Fisch« anqebiasea hatten. Mit Hilfe oinat Kameradeh loq der Fiflcher nach kurzem Kampfe einen Karpfen im Gewicht von 8,5 kq heraus. Zufrieden mit der unerwartet qroßen Beute überließ der Fischer den zweiten Fiach «einem Kameraden. Wie qroß war aber di« Uberraschunq beider, *al« letzterer an der zweiten RMte ein kapitales Stück von 9,5 kq ault Trockene brinqen konnte. Wo Schiltr lur Sclmle ^ch«ii In Anweaenheit des Reichsbeauftragten für die deutsche Schafzucht, Freiherrn von Gubenberg und zahlreichen Gästen wurde das Schäfereilehrgut »Heinrichshof* im Kreit Karlsbad, das erate im Sudetenqau, «einet BeatimmUnq übergeben. Der Lehrhof, der «päter alle in Deutschland gezüchteten Raaten beherbergen wird, hat zur Zeit 300 wertvolle Tiere. Hine modernst eigerichtete Käte-rei ist der Schafzucht angeachlotseA. WIRTSCHAFT tJND SOZIALPOUTIIC Vorsicht bei Auskünften im Kriege Worauf keine Antwort gegeben werden dtri Den Arbeilqeber schwer verletzt. Der 49 Jahre alte Landarbeitör Anton Schweiqhart, der heim Besitzer Schmied-bauer in Steinberq bei Voitiberq In Arbeit stand, weiqcrte sich eines Taqe« ein« Ihm aufqetraqene Arbeit auszufüh-r«fl. Ala ihm «ein Arbeltqebar Vorhal-tiinqasi machte, fiel er mit einem Prüqel Ober ihn her und versetzt« dem Bauern «Ineii wuchtiqen Schlaq, daß Schmiedbauer «chwax verletzt wurde, Cr wollte 4«b auf dem BodeA Heqenden Beeitzer aodi w«it«r mißhandeln, wurde jedoch TOB dur Tochter «ednes Arbeitqebers 4araB gehindert. Nunmehr wurde tchwelahart tu «ech« Monaten Gefänq-■1« TerurteUt. Er nahm «ich Bedenkzeit. Tod !■ den Bergea. Fünf Mädel und dral Jungen avi« Oberechlesien, die In Hallatatt auf Urlaub weilten, stiegen diircJi den Schöfriesen-Graljen, setzten ihren Aufifluq auf weqelofiem Gebiet fort und kamen an einen Steilhang. Dort rutschte die ISjuhrlge Chri«tine UenkJ, dia nur qanz leichte, ungenagelte Halbschuhe trug, 40 bi« 50 Meter tief ab, überschlug sich mehrmals und blieb tot liegen. — Die 39 Jahre alte Ma^ia Manna «türzte vom Annabergfelsen bei Leoben ab und zog «Ich «o schwöre Vorlet-rungen zu, daß der Tod avif der Stelle eintrat. Vciechicdene Anzeichen sprechen dafür, daß ein Unfall, aber auch «in Selbstmord vorliegen kann. Die Erhebungen sind noch im Gange. Mord auf einer AlmhUtt«. Als der Oberförster Franz Dreidlmaier mit einem Bergaufseher aus Radmer auf einem Dienstgang die Kühbacher Alm-hüttc bei Radmer betreten wollte, traten ihnen mehrere unbekannte Männer entgegen, die Pistolenschüsse auf die beiden Beamten abgaben. Der Oberför-tler sank zu Boden und erlag an Ort und Stelle seinen schweren Verletzungen. Sein Begleiter wurde gleichfalls verletzt, konnte sich aber noch allein int Tal begeben, wo er In das Krankenhau« Elsenerz eingeliefert wurde. Die Gendarmerie und die Landwacht haben lofort umfangreiche Fahndungen nach den Verbrechern aufgenommen, doch Ist et bisher noch nicht gelungen, sie tu fassen. Während die Erteilunq von Auskünften früher hiuptsächiich der Kreditwirtschalt, insbesondere dem Handel zugute kam, dienen die bekannten Großaus-kunfteien heute vornehmlich der Krieqa-wirtschatt; ein größerer Teil der Aus-künlle wird von der Industrie angefordert. Dabei stehen Informationen über kleinere und mittlere Fertiqungsbetriebe de« In- und Auslandes im Vordergründe. Die Auskunfteien sind aber aus be-kannnten Gründen gezwungen, bei ihrer Berichterstattung Vorsicht und Zurück-haltijng zu üben, soweit es sich dabei um Auskünfte über der Rüstung und Versorgung dienenden Unternehmen handelt. Z. B. können nicht bestimmte Einzelhelten über Produktion, Läger, Umsatz, Arboiterzahl oder Angaben über Örtlirhkeiten Inhalt der Auskünfte «ein. Andererseits haben Mitteilungen über Zuverlässigkeit de« Betriebes der Inhaber u«w., die den Text der Auskünfte abschließende Beurteilung der Kreditfähigkeit und die Beantwortung bestimmter ziffermäßiger Kreditfragen erhöhte Bedeutung gewonnen. Aber auch die Bezieher der Ausktlnfta müssen dieccn Umständen Rechnung tragen, Sie mögen «Ich stets vor Augen halten, daß ein Außerachtlaiten der für die Auskunftsertellunq maßqebenden Richtlinien Landesverrat «ein kann, an dem sie sich mltschuldlq machen würden. Die Bearbeitunq und Verwertung der von den Auskunfteien erhaltenen Berichte sollte auch grundsätzlich nur erprobten* Mitarbeitern übertragen werden, die dem Betriebsführer volle Gewähr für Vertraulichkeit bieten. Die geschilderten Umständ« und Folgerungen gelten qleicherweis« für Kre> ditinetitute und deren Kunden, towlo für jede andere. Orqanieatlon, die — wenn auch nicht beruflich — «o doch im Zueammenhanq mit ihrer Tätiqkeit Informationen iraendwelcher Art flb«r Betriebe oder Pertonen an dritte Stelle gibt. Also noch einmal: Vorsidit vnd Zurückhaltung bei der AutkunftifcrtellunfTr der Feind hört mit! Beleuchtttii({skön>er Seit dem !. April dürfen nur noch einige unentbehrliche Leuchten, wie der technisch« Ausdruck für Beleuchtungskörper lautet, im Rahmen des Kriegsfer- Fallobtt muA gesammelt werden. Im Obstgarten ist da« FallQ4)St «orgfAItig aufzusammeln, um es zu verwerten oder, soweit es «ich hierzu nicht eignet, tief einzugraben. Liegen gehlieben« abge- tinnnn«nr/i/tr«inm> harnocfAiii wilrHon ' fallene Früchte Sind ein« Brutctätt« für tigungsprogramm« hergestellt werden. r.i, Die tndufttrie der Metall- Wohnraum leuchten fertigt i. B. an Stelle der »Krone« mit mehreren Brennstellen nur noch eine einflammige Pendelleuchte mit Glasglocke und Schirm an. Die Tisrh-leuchten bestehen au« einem einfachen Fuß mit Papierschirm. Ahnlich ist die Fabrikation der Holz- ujid Gasleuchten vereinfacht und vereinheitlicht worden. Früher hatt« auch der Handel noch vielfach Leuchten durch den Zusammenbau von Halbteilen hergestellt. Diese »Konfektion« ist heute praktisch unterbunden. Dem Handel ist im allgemeinen nur ein Aufarbeiten seines Teil-Lagers gestattet worden. Die Konfektion von Leuchten entspricht nicht dem Grundsatz rationeller Fertigung. Der Einzelhändler kann mit seiner Arbeit nicht mit der Serienfabrikation der Industrie in Wettbewerb treten, er darf aber weiterhin »montieren« und komplettieren. Die Industrie liefert die Leuchten mitunter zerlegt in : Teilen; der Händler muß die Leuchten j dann erst »montieren«. Zuweilen werden die Leuchten auch ohne Glas und Schirm ' geliefert — in diesem Fall darf der i Händler die Lampe auch entsprechend i »komplettieren«. Voraussetzung ist da- i bei, daß es sich um Leuchten des Kriegsfertigungsprogramms handelt. Im übrigen kann der Handel seine Leuchten nicht mehr wie bisher bei seinen Lieferanten bestellen. Er erhält Leuchten künftig nur auf Zuweisung der Relcht-stello für technische Erzeugnisse. Die Leuchten stehen nur noch für den Bedarf der Fliegerbeschädigten und Umquartierten zur Verfügung. viel« Schädlinge und für Krankheiten der Obstbäume. Wer aucht, der Mndel. So dachte wie viele andere Volkaqenoasen der Werk-zeugmeister einer lüiopffabrlk tm östlichen Sudetenqau. Veetrgert über die bei Jedem Transportfehler beschädigten Werkzeuge, suchte er einen Weg, um beim Lochen von Blechho«enknöpfen Stempel und Matrizen zu schonen. Durch dat betriebliche Vorschlagswesen ange- ■porat, gelang es ihm, dl« bitb«r freige- führten Lochstempel gefedert anzubringen. Dadurch wird nicht nur das Werkzeug in weitgehendster Art geschont, e« erhöht sich auch die bi"shGrlge Tagesleistung um ein Sechsfaches. Durch den Vorschlag wurde eine Mehrleistung von 91250000 Stück erzielt. — Dem Ingenieur eine« Werke« Im 0«t-Sudctengau gelang eine neue Bauweise von Zahnrädern zu konstruieren, die bis dahin aus Vollma-tersl herausgearb«lt«l wurden. Nach dieser neuen Bauart wird in dem betreffenden Werk ungofähr 20 000 kg Material, welche« früher verspant wurde, eingespart. Dlo «ingereicht« Vettetserung erbringt durch WegfalL der Bearbeitung weiterhin ein« Einsparung von 18 000 Arbeitsstunden. ErnteausslchtsB In Kroatloa. Das Landwirtschaftliche Porsclvunqtlnstitut in Aqram meldet, daß die klimatischen Verhältnisse für dl« Landwirtsrhaft allgemein günstig waren, der Stand det Wintergetreidei war Anfanfl Juli ku^z vor der Ernte gut, deeqleichen der Stand der Hackfrüchte insbesondere Kartoffeln. Am besten steht der Mais. Die Emtesussichten sind in einlqen Bezirken alt sehr gut zu bezeichnen. Kafleeanbau In Rumintent In Ruml-nien ist der Versuch, der mit dem Anbau von Kaffee in der Gemeinde Chir* noqenl im Kreise Constanze gemacht wurde, erfolgreich qeweden. Et ist einem Gä.rtner gelungen, nmd hundert Kaffee-sträucher zu jüchten. Von den 50 cm hohen StrAuchem wird eine Ernte von 2 bis 3 Kilo Kaffeebohnen erhofft. Der »Unlvereul« bemerkt, daß dieser Ver* auch von vielen rumlnitchen Landwirten nachgeahmt werden würde. Die WeltkalfeeproduktlOB. Die Weltkaffeeproduktion ist nach brasiltanischen Erhebungen von 23,6 Millionen dz 3m Jahre 1939 auf 17,6 MilUonen dz in 1943 gesunken. Auf Grund der schweren Schäden durch Trockenheit in Südbra-siiien rechnet man für daf laufende Era-taijahr mit noch weiteren Ausfällen. Meisterprüfung für Kriegsversehrte Erleichterte Bestitnmungen Alle maßgebenden Stellen sind bemüht, unseren Kriegsversehrten den Be-r weg zu ebnen und ihnen den beruf-h^nen Aufstieg soweit wie möglich zu erlaichtem. Es können z. B. versehrt« Handwerksgesellen, die zur Ausübung praktische); Arbeit nicht mehr fähig sind, auf Grund der Dritten Handwerksordnung die Genehmigung bekommen, sich in dem von ihnen erlernten Beruf telbst-ttändig zu iltachen. Damit haben sie aber noch nicht dat Recht, den Meistertitel zu führen. Um nun auch diejenigen Wehrdienstbeschädigten, die Infolge Ihrer Vertehr-Ijeit zur Ablegung der Meisterprüfung nicht mehr in der Lage t^nd, sich aber in aufeichtsführender oder leitender Stellung befinden, den Erwerb des' Meistertitels zu ermöglichen, hat der Reichs-wirtschaftsmlnister erleichterte Prü-fungsbestimmungen für diesen Personenkreit festgelegt. Danach sind vom praktischen Tel! der Meisterprüfung alle Wehrdienstbeschädigten zu befreien, die infolge ihres im Kriege erlittenen Körperschadent Meisterstück und Arbeitsprobe entsprechend den fachlichen Vorschriften für die Meisterprüfung nicht mehr anfertigen können. Vorrauitstzung für die Befreiung ist aber, daß der Prüfungsbewerber vor seiner Wehrdienstbeech&digung minde-tftens 2 Jahre alt Geselle tätig war, außerdem in seinem Beruf eine verantwortliche Tätigkeit von mindestens 1 Jahr in aufsichtsführender Stellung oder als Inhaber eiinet Handwerktbetrlebes nnchweist und im übrigen den Zula«-tung«vor«chrift«n für die Meitterprüfung im Handwerk enttpricht. Für die Durchführung des theoretischen Teils der Meisterprüfung für Wehrdienstbeschädigte, die vom praktischen Teil der Prüfung befreit werden, gelten besondere Richtlinien. Die erwünschten Heuschrecken Unter den Beduinen der Igyptischen Wüste herrscht starke Nachfrage nach den im allgemeinen als große Schädlinge betrachteten Heuschrecken. — „Bourse Egyptienne" berichtet, daß die in die ägyptische Wüste entsandte Kommission zur Bekämpfung der Heuschreckenschwärme von den dortigen Beduinen in ihren Maßnahmen außerordentlich behindert wird. Diese Wüstensöhne sehen sich nämlich von einer Hungersnot bedroht, da sie weder aus dem Sudan noch aus Ägypten irgendwelche Nahrungsmittel erhalten und die Heuschrecken den Hauptbestandteil ihres täglichen Menüs bilden. Aus diesem Grunde widersetzen sie sich ihrer Bekämpfung. 4000 and ein Mädchen Bin Streik, der über 4000 Arbeiter erfaßt hat, wurde in Portland (Neusüdwa-let) ausgerufen. Anlaß dazu bot die Entlassung eine« Mädchens aus dem einzigen Schlächterladen de« Städtchens. Nicht weniger als neun Bergwerke, eine Waffenfabrik und ein Zementwerk sind jetzt schon betroffen. Die Schlichtungsbehörde versuchte vergeblich, den Schlächteir zu bestimmen, das Mädchen wenigsten« vorübergehend wieder anzustellen. Dieser wohl einzig dastehend* Sympathiestreik geht daher weiter. Sport und Turnen Sport — Quelle der Zuversicht Dr, Goebbels sagt: »Der Krieg ist ein geschichtliches Ereignis, das weder allein von der Seite der Technik noch allein von der des militärischen, politischen oder wirtschaftlichen Einsätze«, noch allein von der Moral bewältigt werden kann. Erst das Zusammenwirken aller dieser Kräfte in einer die ganze Nation umspannenden totalen Anstrengung verbürgt den Erfolg.« Moralische und rassische Tugenden waren es, die Deutschland bei den Olympischen Spielen zu einer unbestrittenen führenden Stellung aufrücken ließen. Die Sportpresse Europas stellte damals allgemein fest, daß In Berlin 50 Nationen nicht nur ihre physische, sondern auch ihre mora-litchen und rassischen Kräfte gemessen hätten, daß nicht die Muskelkraft allein Deutschland zu seinen vielen Siegen verhelfen habe, sondern vielmehr der Geist der deutschen Mannschaft. 33 Gold-, 26 Silber- und 30 Bronze-Medaillen waren der Erfolg. Bei den Mannschaftswettbewerben errang Deutschland ein Drittel aller möglichen Siege! Wir erinaem uns einet Augusttages 1937, Die deutschen Leichtathleten stellten an einem einzigen Tage sechs Mannschaften auf ühd schlugen einen Sechs-Prontenkampf gegen sechs europäisch« Nationen. Der Erfolg; sechs deutsche Siegel Allee das liegt nun weit hinter tins. Geblieben sind aber die Erkenntnisse, die der deutschen Sportbewegung nnrb unter den härtesten Bedingungen eines Krieges ein fruchtbares Arbeitsfeld schufen. Der deutsche Sportsmann war immer zuversichtlich) er^lst es von Natur. Dazu kennt er seine Sportgeschichte sehr genauj er weiß, daß sie von den ersten Anfangen der Turnbewegung in der Hasenheide, in Preußens und Deutschlands tiefster Not, bis zu der grandiosen Darstellung des geeinten deutschen Sports bei den Olympischen Spielen 1936 eine nie versiegende Quelle der Zuversicht ist. Reichsbahn auf dem Sportplatz Am Sonntag, 13. August 1944, findet auf dem neuen Reichsbahnsportplatz in Clin die Eröffnung der Dienststellen-wettkämpfe 1944 der Deutschen Reichsbahn für den südlichen Teil der Unter-steiermark statt. Die Eröffnung ist verbunden mit einem Sportfest, bei der rum ersten Mal die neugegründete Fußballmannschaft Reichsbahn Cilll gegen Reichsbahn Marburg antritt. SImtliche Plerderennra wurden für eine begrenzte Zeit eingestellt Diese Maßnahme, die ab sofort ergriffen wird, ist erforderlich, um alle Kräfte ausschließlich für die totale Kriegsführung einsetzen zu können. VORHANG RUNTER! Roman von Ole Stefani Ktch4ruckirtv.ht; Knorr 4 Ilirlh, K. G., Müiuhtn 50. Fortsetzung Als er den Motor anwart, ging eine Bewegung durcti die Menschenmassen vorm Bühneneingang. Sie wichen zurück und verstummten. Zwischen zwei Beamten kam Rudolf Erlaclier aus der Bühnentür. Er war «ehr bleich, aber ruhig und heiter. Er bestieg rasch den Wagen, ohne sich nach jemandem umzusehen. Die Hupe dröhnte, die Polizei drängte die Leute zurück, um Raum lur die Abfahrt zu schaffen. Auf einmal sah Peter, der sich im Fond teinet Wagens erhoben hatte, in der Menge ein grinsendes Gesicht — vergnügt und rot über breiten Schultern; Lorenz. Im selben Augenblick war Peter klar, wer Erlacher an die Polizei verraten hatte. Das Pollzeiatito ruckte an, die Menschen wichen widerwillig. Erst langsam, dann Immer schneller höhnte es sich seinen Weg durch die Menge. Hinter jhm tchloß sie sich wljder. Und gerade als sein eigener Wagen sich in Bewegung setzen wollte, sah Peter eine unförmig« schwarze Gestalt, die tlch mit gewaltigen Crawlschlägen durch das Gewühl zu der Stelle hinarbeitete, n^o Lorenz stand. „Haiti" schrie Peter selnein Chauffeur zu und — „Froggyl" wollte er rufen. Aber da sah er den Neger blitztchnell ausholen — und ein gewaltiger Kinnhacken schleuderte den eben noch grinsenden Lorenz ein ^ar Meter weit in die Menge, die schreiend auteinander-stob. „Sie lind verhaftetl" brüllte ein Ortspolizist den Schwarzen an. Und wie vorher sein Herr, tagte Froggy: „Bittel" und lächelte. 3 4. Kapital „Ein Irrerl" dachte der Chauffeur, als Peter ihn bei der # Rückfahrt ebenso drängte und antrieb wie vorher. Aber er gab tüchtig Gas, die Straßen waren unerwartet leer — und als der Wagen in die Villenstraße der Grunewald-Kolonie einbog, sah Peter schon von weitem die erleuchteten Fenster der Erla-cher-Villa. Er läutete Sturm, raste polternd die Treppe hinauf. Als er auf halber Höhe war, wurde oben die Tür aufgerissen, „Loni —1" schrie er. „Gott sei Dankl" — und breitete die Arme aus. Sie fiel fast die Stufen hinunter, als sie auf ihn zusprang — und was da eigentlich los war aul der Treppe, wußten sie beide nicht genau. Tatsache blieb, daß sie sich beide ein paar Sekunden später tödlich verlegen voneinander lösten und schweigend nebeneinander die Stulen bis zur Tür hinaufstiegen. Erst als sie im Wohnzimmer waren, half Ihnen die Tatsache, daß sie einander ja allerhand mitzuteilen hatten, über die augenblickliche Verlegenheit hinweg. Petor hatte keine leichte Aufgabe. Er ttotterte hastig herum, brachte dann aber das Entscheidende to unvermittelt und plötzlich hervor, daß Loni fatt in Ohnmacht fiel. Er spürte es kaum, den Kopf verlegen auf das Kakteenbreit gesenkt. Erst als sie mit schwacher Stimme sagte: ,,Bitte, nicht so schnell — um Gottes wil-lenl". — fuhr er schuldbewußt zusammen und mühte sich, ordentlicher und vorsichtiger zu sprechen. Sie schwiegen eine Weile, atmeten tief und sagten in der gleichen Sekunde wie aus einem Munde; „Vielleicht ist es gut toi" Sie blickten rasch auf, lächelten flüchtig, und nun war Loni an der Reihe zu berichten. Welche Angst sie zuerst in Ihrem Gefängnis ausgestanden habe. Wie dann aber der „Ring" wirklich nichts versäumt habe, um sie zu unterhalten. Jede Stunde sei jemand gekommen, um nach ihr zu sehen und sie zu beruhigen. Die merkwürdigsten Erscheinungen, Alte und Junge, Cut- und Schlechtgekleidete, Einmal sogar habe ein würdiger älterer Herr vorgesprochen, In einem schwarzen Rock und mit einer Brille — „wia mein Schul rat aus München hat er aut» gesehen!" sagte Loni. Sie habe eine sehr amüsante Unterhaltung mit ihm gehabt über die materiellen Vergnügungen der Welt und die Vorteile, Äe Abgeschiedenheit und Einsamkeit dem Menschenherzen böten. Und erst von seinem Nachfolger habe sie durch die Blume erfahren, daß der ,,Schulrat" einen großen Teil seines Lebens wegen Falschmünzerei hinter Kerkermauern verbracht hebe. Sie habe aber immer nach Rudolf gefragt. Und abends um neim Uhr endlich sei ihr alter Bekannter, der Bayer, erschienen. „Sin S' halt n«t bös, Fräul'n", sagte «r, „aber Ihr Bruder — der kann heut net kommen. Et geht ihm sehr gut und Sie wem bald von ihm hör'nl — Und jetzt fahr'n wir heim, net wahr?" Sie war vollkommen baff. „Dethalb habe ich hier den ganzen Tag gesessen?" Der Bayer zuckte ve^egen die Achseln. Sie fuhren mit dem Lastwagen zum nttchsten Taxihaltfeplats. Dort verab-ichiedete sich der Bayer mit drolliger Höflichkeit von Ihr. Als sie tchon im Abfahren war, beugte er noch einmal seinen Kopf in den Wagen und flüsterte: „Gell, Fräul'n, wenn ich Sie't nächste Mal besuch', dann alarmieren S' net gleich wieder dat Uberfallkommandol" •^Is sie rasch aufsah, gewahrte sie das Schmunzeln In seinen Augen. „Ja mei —sagte sie und mußte lachen, „das nächste Mal müssen S' halt zu einer gelegeneren Zeit kommen, und net über die Feuerleiter, Herr Nachbarl" Und dann fuhr sie nach Haute. „Was sagen Sie dazu — Peter? — Hat das nun einen Sinn gehabt?^ „Sozusagen doch!" sagte Peter, den Finger an der Nase. „Natürlich. Wer wußte denn von seinem Attentat auf den eisernen Vorhang vor acht Tagen — außer den Ringbrüdern? — Sie selbst, Fräulein Loni, der et der Bayer erzählt hatte — und Daisy Joyce, die gelauscht hatte. -— Als Lorenz hier im Zimmer vor Rudolfs Bild als Michael Korofski stand, ging ihm — leider eher als mir — der Zusammenhang auf. Der Ring hatte den Auftrag, euch beide Im Auge zu behalten. Und das haben die verrückten Kerle auf ihre Art promptest besorgt. Rudolf hat «ich sicher nicht darum gekümmert. Er stand mehr denn ]a unter dem Bann telner fixen Idee — so dicht vor der Krise." „Und Lorenz hat ihn verraten — trotz unseres Abkommens!" „Ebenl" — Peter lief wieder nervöt zu den Pflanzen ans Fenster. „Was sagen Sie? — Er konnte es sich nicht gefallen lassen, daß die Ringbrüder Daisy diesen Streich ge^pl^lt haben. Er hat das sehr übelgenommen. Wie er überhaupt in allem sehr empfindlich ist, was seine Tochter betrifft!" „Tja —" sagte Loni. „Er scheint sie sehr zu lieben, nicht?" „Sicher. Und er ist sehr rachsüchtig, das haben wir nun schon ein paarmal erfahren. Wenn er nur jetzt nicht wieder —" „Was?" „Nichtsl" sagte Peter nachdenklich. Sie schwiegen wieder. Dann fing Peter behutsam an: „Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie glücklich Ihr Bruder aussah, als er seine Arle wieder hatte. Und wie ruhig er war, als sie ihn — als er sich in das Polizeiauto setzte." „Und was geschieht jetzt mit ihm?" „Er Ist in Untersuchungshaft." „Ja —" sagte Loni langsam. „Und sie werden ihn wiader verhören! — Bitte, entschuldigen Sie mich einen Augenblick." Sie verließ das Zimmer, und er hörte, wie sie jenseits des Korridors telepho-nierte. Er ging unruhig auf und ab. Er hörte, wlfe sie einhängte. Und dann sah er erstaunt auf die veränderte Miene, mit der sie eintrat. Sie lächelte Ihn verlegen an. ^ „Loni!" sagte er etwas ängstlich. „Mit wem haben Sie eben gesprochen?" MARBURGER ZEITUNG Bringt die Ernte in die Scheuern RciUote Erfassung aller ungenützten Arbeitskräfte notwendig Auf den weiten untersteirischen Fluren reift die Frucht rasch der Ernte entgegen und nur zu qut wissen wir jetzt zu Beginn des lechsten Kriegsjahres, daß jeder Halm eingebracht werden mu&, um unsere Ernährung auch weiter zu sichern. Daß die Landwirte mit ihren eigenen Arbeitskräften nicht ausicommen, dleeen großen Ernteanfall sllein zu bewältigen, wissen wir und erneut ergeht der Appell «n alle Volksgenossen, sich zur Einbringung dieser Ernte in den kommenden Wochen restlos zur Verfügung zu halten. Auf jeden Einzelnen kommt es an, hat Reichxminister Dr. Goebbels in seinem erneuten Appell zum totalen Kriegseinsatz allen Deutschen noch einmal ins Gewiesen gerufen. Durch diesen Aufruf •oll die Landwirtschaft weitere Hilfskräfte für die Ernte besonders von solchen Frauen erhalten, die es an sich vielleicht aus wirtschaftlichen oder sonstigen Gründen »nicht nötig« haben. Jeder nvifl von «ich aus schon eingehend prüfen, ob er «eine Kräfte bereif« ausreichend für die Erringung des deutschen Sieges eingesetzt hat. Auch diejenigen, die auf Grund der »Grtrlng-Verordnung« dienstverpflichtet worden sind, werden heute mehr denn je einsehen, daß ihre Heranziehung zur Arbeit aus einer^im höchsten Maße krieg«- und lebenswichtigen Notwendigkeit heraus erfolgt, nicht zugunsten eines einzelnen Berufsstnndes, sondern für die Sicherung des tftglichen Brotes von Stadt und Land, von Front und Heimat, also jedes einzelnen Volks-genoseen. Gewiß mögen manche Unbequemlichkeiten mit diesem Einsatz verbunden sein, aber welcher Volksgenosse in der Untersteiermark müßte sie heute im furilten Kriegsjdhr nicht in Kauf nehmen. Sie sind norh lange nicht Opfer, Witt sie tausend andere schon gebracht haben. Wer sich das alles überlegt, und sich klar macht, daß eine Arbeitsverweiga-rung unter Umständen die Ernährung seiner eigenen Angehörigen an der Fron', in Lazaretten, in Rüstungsbetriebtn und in anderem kriegswichtigen Einsatz gefährden könnte, dar v/ird «einer Diehst-verpflichtung willig un(t vertiländnisvoll nachkommen. Dort, wo diese Einsicht fehlt, muß allerdings streng durchgegriffen werden, denn «Jic Landwirtschaft kann in der Zelt der Höchstbelastung auf keine Arbeitskraft verzichten. Nach Erschöpfung der Ordnungstnaßneihmen innerhalb des Betriebes kann rler Betrieiisführer bei Arbeitsverweigerung Anzeige beim Arbeltsamt erstatten. Die Arbritsämter können Ordnungsstrafen erlassen, die bei Nichtbeltreibung in Haft umgewandelt werden. Sind die bestraften Personen Selbstversorger, dann wird ihnen die Selbstversorgerration entzogen, sind sie Empfänger von Familienunterhalt, so kann der Landrat diesen Unterhalt kürzen oder ganz streichen. Es werden auch im Unterland bestimmt nur Ausnahmen sein, in denen der Betriebsführer zur Einleitung solcher Maßnahmen schreiten muß. In der Regel wird es ihm gelingen, auch die Dienstver-pfllchtungen nichtständiger Arbeitskräfte zu einem Vertrauensverhältnis zu gestalten, bei dem jeder Teil zu seinem Recht kommt Blutspender gesucht Eine Ehrenpflicht gegenüber unseren Soldateil In den Lazaretten llegeri Soldaten, die oftmals nur durch Blutübertragun- | gen ßerettet werden können. Dazu sind Kameraden und Kameradinnen der Heimat notwendig, die etwas von ihrem i Blut spenden. Wer es einmal getan hat, I weiß, welchen Segen er diesem oder I jenem Verwundelen gebracht hat und weiß zugleich, wie harmlos dieses „Opfer" für den Spender Ist. Die Folge ist, daß jfcder Spender Wiederkommt, um erneut zu helfen. Er tut es nicht nur, weil er zusätzliche Lebensmittelmarken für TOO g Fleisch und 200 fi Nährmittel und au-I ßerdem 20 bis 40 RM (je nach dem Quantum seiner Blutspende) erhält, er tut es vor allem, weil er in die dankbaren Soldatenaugen geblickt hat. weil er gesehen hat, mit welcher Hochachtung ihm die Schwestern in den Lazaretten begegnen und well er gehört hat, daß diese treuen deutschen Frauen, wenn gerade Not am Mann ist, schon dutzcndemole eingesprungen sind und trotz ihres langen und anstrengenden Dienstes Blutspendprinnen geworden sind. Und keine hat gesagt, daß es ihr je auch nur Im geringsten geschadet hätte! Was für eine schöne Ehrenpflicht unseren Soldaten gegenüber, diese Blutspende! Noch viel zu wenig bekannt eigentlich als solche. Hier kannst du wirklich dem Soldaten, der deine Heimat beschützt hat, Blut wiedergeben, das er für dich und deine Kinder geopfert hat; denn Blutspender können alle gesunden, genügend kräftigen, unbescholtenen weiblichen und männli- chen Deutschen Im Alter zwischen 18 und 20 Jahren werden. Melden kann man sich In jeden) Lazarett oder Re-servelazarett. Man erfährt dort gerne, wann und wn man zur Blutuntersuchung und Blutspende erscheinen soll. Fahrt und Verdienstuusfall werden ersetzt. Wessen Stolz wäre es nicht, unseren tapferen Soldaten Blut von unserem Blut zu spenden? Eine schöne und eines edlen deutschen Mannes, einer edlen deutschen Frau würdige Spende! Der Weg ins Gefängnis Eltern dürfen ihre Kinder nicht von der Arbeit abhalten Es ist an sich verständlich, daß manche Eltern ihre minderjährigen Kinder nur ungern aus ihrer Nähe und ihrem Haushalt entlassen und in fremde Häa de geben. Wenn sie in ihrem Bestreben, die Kinder bei sich zu behalten, aber soweit gehen, daß sie sich deren Einsatz in der Kriegswirtschaft widersetzen und sogar die Kinder zur Arbeitsverweigerung anhalten, so läßt das einen bedauerlichen Mangel an Gemeinschaftssinn erkennen. Darüber hinaus erweisen sich die Eltern selbst einen recht schlechten Dienst, denn sie bringen nicht nur sich, sondern auch ihre Kinder ins Unglück. Solch mißverstandener Elternliebe wegen können die Stellen, die den öffentlichen Arbeitseinsatz zu regeln haben, nicht davon absehen, auch diese Arbeitskräfte, dorthin zu vermitteln, wo sie zur Sicherstellung für die Aufgaben der Kriegswirtschaft unbedingt benötigt werden. Sie müssen notfalls sogar den sich ihnen entgegensetzenden Willen mit Hilfe des Gerichts durch harte Strafen brechen. So mußte ein Ehepaar und deren Tochter diese für sie traurige Erfahrung durch eine Gerichtsverhandlung machen. Die Eheleute lieitten Ihre minderjährige Tochter, die das Ar-beitüamt vergeblich in Art)eit zu vermitteln versucht hatte, dazu angestiftet, ihre Arbeit in einem Industriewerk nicht nnautreten. Sie versuchten sich dadurch vor dem Arbeltsamt zu reciit-fertigen. daß sie ihre Tochter wegen angeblicher Krankheit ihrer Mutter als unentbehrlich im Haushalt bezeichneten. Die Nachprüfung dieser Einwendungen ergab aber, df>ß davon keine Rede sein konnte. Die nun vor dem Amtsgericht gezeigie Iteue kfim zwar strafmildernd in Betracht, konnte aber bei der Gemeinschariswidrigkeil und Verwerflichkeit der Tat nicht dazu f ihren, daß die Strafe auf weniger als ,ie drei Monate Gefängnis, die auch die Tochter auferlegt erhielt, festgesetzt wurde. Im Walde nicht rauchenI Mit dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit besteht erneat die Gpfahr d^r Entstehung von Waldbränden. Die Besucher des Waldes werden dah^r auf die Feuerschut/.-Rcstimmunqen hingewiesen und darauf aufmerk^^cim g«-macht, daß die Forst- und Polizeilienra-i ten, sowie die zum Forstsrhutz < ing«-1 setzten Waldarbeiter Anweit>iinf| hriben, unweigerlich jenen, der im Waldo' i taucht oder durch leichlfiinniqes II nd-' haben mit Feuer die Gefahr eines Wuld-' brandes herbeilührt, festzunehmen und j der Bestrafung zuzulülitcn. D e LrhtiJ-tung des in den Forsten vorhani'eiien Volksvermögens ist sellMitversti'ndli' h« Pflicht jedes Waldbesurhers und hat in Kriegezeiten ganz besondere Be<.4A ITbi Von Frellag, M. hl» einschl. Donnemlaq, 17. August Paul HUrblqfr, Marte Harell, Bant Musor und Hans Holt in dtjm gemütvollen Wiener Film Schrammein Pllr Jugendliche unter 14 Jahren nichl logulaisenl Nach Beginn dei IlaupllllniN ktrtan?AlqeD 10 Rpl, das tettqedriickt# Won 10 Rpf De> Wnrlprei« qilt blt tu 12 Burh-•tahen )e Worl Kb'nwortyehUht bei AbhoInng Angebote 15 Rpf bei Zusendung durch Po«t oder Boten Til Rpl AusHiinffsq^bfihi Ifti An^el gen mit dem Vermerkt .ADskunfl In da Verwaltung odei Getrh&rta st«ll«'-. an Rpl Anielqeo-Aimnlrmeirhlitß Am Tag# v*» Grsrh^itn utB 16 tiht Kleine Anzeigen wnrr<«o nur VnreinieDdiing d« Be- traqGi laurh qflitiqt RnefmArkeul aufgenommen Minrieslqebrthr ffli ein* Kieme An-ielqe t RM Zu verkatifen Mehrere Edeltauben, weiß, jung, und ältere zu verkauten. Jakob Goritjntz, Hüter am Kal-varienberq 3, Marburq-Drtiu. ____ _ _ 6285-.'? Ein Läufer (Schwein) mit Ein-kaufsgeiiehmigung cibzugeben in Lembach, Waldparzelle Nr 157, E. M. 6253-3 Tausche Wohnung, Zimmer u. Küche, mit Garten, gegen zwei Zimmer und Küche, womöglich nahe Hauptbahnhof. Adr. in der »M. Z.« 6272-9 Unterricht Wer gibt mir Gelegenheit, täglich Klavier zu UbenT Stadt-mitle am liebsten. Magda Schultes, Emil-Gugel-Straße 6-1. 6263-10 Korrespondenz fch bitte den Herrn im grauen Anzug, der am Sonnta'g, den 6. ■August 1944 meine kleine Tochter, blond, mit einer großen Haarmasche, am Wege unter Urhani photographierte, mir die Adresse zu senden. Maria Gornik, Garns 108. 6280-11 Funde und Verluste Knischensalz Woon Bich Ihr Darm nicht jeden Tag entleert, sammeln ■ich Rückstände an, die r>ald Ihren Blutkreislauf vergifteu und zu ernsthaften Krkran-kiin^ten führen können. ^ Krusehenealz regul ert auch BODst Ihren Ktirper. Die tägliche ,kleine DouIh" machtV. i*ragen Sie Ihre Eltern oder GroUelternI Brh<llch In Apotheken u UruKerlen Milte jeder Hauihall alt Frltcfige-irüt* für clan Winter „einwerfen", 4. h. rtoch dem WECK-V«rfahren in WCCK-Glosern einkochen. Mit den ,^ingewid(ttn" Vorräten konn die tloui'iau gerade jetzt im Kiiens viel Abwe^slung in den Kuchen-lettal bringen. Man halte lic^ beim „Einwecken" immer genau on die Vortdiilhen. Uniere „Klsino lehr, onweiiung" mit genauen Anleit-ur>gen und vielen Reiepteri wird koitenloi abgegeben von allen WECK-VarkaufütBlIen oder gcQ'-" Einienduni) dieser auF eine Poit-korte gnkleblen Anzeige direkt von der Oeitarr Konser/anglas Kü Brauer & Co., Wien 1. Stodiongaise 5 (Ganerclreprä», der Morke WECK). Familien - Anzeigen Zu kaufen gesucht Kinderbett wird gekauft. The-resie Wengust, Snchsenfeld, _ ___.rJ4n-4 Kraftwagen, auf Generatoren gas, zu kaufen gesurht. Anfru gen bei der M. Z. Stellengesuche Nettes, gesunde!« M2(del, welches cils Verkäuferin angelernt werden möchte, wird aufgenommen, Adresse in der ».M. Z.« ______ _ 62^8j-6 Lehrlinge für Wagncrei und Autokarosseriebau werden aufgenommen. Anfragen bei Aloi« I Krabonia, Wagnorei und Auto-karosseriewerkslätto, Marburg-Drau, Triesterstialle 6 6260-6 Serviererin lür gutgehende« Gasthaus wird dringend gesucht. Zuschriften unter »Ehrlich und fleißig 62.59» nn die »M. Z.« 6259-6 Suche Stelle als Buchhaltimgs-Praktikantln. Anträge unter »Sofort 6293« an die »M. Z.« 6293-5 Offene Stellen Die Einstellung von Arbeitskräften lüt an die Zustimmunq des zuständigen Arbeitsamtes gebunden. Näherin, die Wäsche ausflickt, in oder außer Haus qesucht. Angebote unter »Leintücher.! an die »M, Z.« 6299-6 Zu vermieten Zimhier ohne Möbel, groß, zu vermieten. Kotsch, Wochau 13 Tuschck. 6292-7 Wohnungstausch Wohnung, Zimmer, Küche und Speise in Luttenberg tau-erhe tür gleiche in Pettau. Anzufragen bei H. Czutka, Pettau, Waid^hach 14.____ 6297-9 Wohnung, 3 Zimmer und Küche, Vorzimmer, tausche filr 2-Ziinmerwohnung in Meiling. Anzui ragen Roseygergasse 18, M. 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AuqutI Sehnsucht ohne Ende — »Sarasate« PVf Jageadlldie Hnlw 14 Jakrea elrbt lugfI Lehensmittel-GrolUiaiidluiig uikI GroHverlrieh mit JVla««;i8 Su|»|»ener/eii^ui8sen Franz Xaver L ö h c h ii i ^ Marburg-Drau, Reherstraße 2H, ist vom 11, bis 17. August 1944 für den Kunden. verkehr geschlossen. b2Hft Das Maiiiiiaktur- iiikI Moden aiH»nfi;eseIiält Felix Skrabl Marburg-Drau, Henrengasse 11, bleiln mit behördlicher Bewilligung vom 14.—2Ö. August 1944 geschlossen. 6279 üeia imiiitir luttschutznepelti Kaufe für mittelgroßes Spezereigetchalt Siellagen samt Puhe und Inventar. Anträge unter »gut erhalten« M. Z., Cilli. 3350 Uniersteuer ! Ächtung ! Verordnunqs-und Amtsblatt des Chets der Zlvllverwaltung lo der (Jnterstelermark Nr. 16, vom 3. August 1944 Einzelpreis 15 Rpf. ErhliUIlch beim Schalter der Marburger Verlags, und Druckerei-Ges. m. b. H., Marburg/Drau, Badgasse 6, bei den Geschältsstellen der »Marbuiger Zeitung« in Clin, Marktplatz 13 (Fernruf 7), in Pellau, Ungartorgasfie, Herrn Georg Pichler und bei den sonstigen Verkaufa-«tellen, Bezugspreis: Monatlich RM 1.25 (stet! im voraus xeüilbar). Hart zerriß me.n Eheglück die tiefticiuTiae Nachricht, dnß mein über alles qeliphler herzensguter Galle, unser liel)er Vati. Binder und Schwager Johann Beschik Relcbsbahner am 21. Juli 1944 ganz plötzlich in seinem 52. Lettens-Jahre für Führerund Volk im Osten tödlich verunglückt ist Marburg-Drau, am 8 August 1944 In «ielster Trauer: Stefanie, Gatlini Christine, Tocliterj Gusll, Sohn; dz. bei der Wehrmacht, Peter, Matthias Bcsrhik, Brudoi; Elisabeth Petrilsch, Schwester, und alle übrigen Verwandten. Ü247 Unser über alles geliebter Sohn. Binder, Enkel und Nelie Josef Kri88niaiin Funker und Student hat uns am 24. Juli 1944 im blühenden Alter von 18 Jahren infolge der schweren Voiwiindungcn, li e er sich bei den Feuerlöscharbeiten nacii einem Luit-angrifl in München zu/og, lur immer verKissen. Lr starb in einem Reserveldz^rett und wurde in Uiiiu-weiler bei Marburg Drau im Fcinulieiuirabe beigesetzt, Seine Tapferkeit lindet an Schreiben seine« Konipa-niecheis volles Lob und Anerkennung. Er wurde nut dem Kriegsverdienstkreuz II. Kl. ausgezeichnet. Mureck, Marburg/Drau, den 4. August 194.1 Tn tiefer Trauer. FAMILIE KR1SSM.\NN. .33.">1 I mmrm. Dankna^un^ Es ist mir tür die vielen, herzlichen Reileidskundgebungen anläßlich des unsagbar 6i.hweten, allzufrühen Veiluste« meines lieben, unvergetMichen Gatten ,de« Herrn Dr. HANS CiANSl.MAYER, niciit möglich, jedem persönlich zu danken. Ich spiei he auf diesem Wcne allen unseren Freunden für ihie herzliche Anteimahine meinen !nnig>;len Dank aus. G u r k f e 1 d, den 9.' Augiiet 1944 lOSA GANSLMAVLR. TTii) Heinrich Biber Ein deutxcher Virtuose und Kumpnnist Der Sudetengau begeht den 300. Geburtstag eines hochbedeutenden Virtuosen und Komponisten, des Heinrich Ignaz Franz Biber, der am 12. August 1644 zu Wartenberg am Südhang des Lausitzer Gebirges geboren wurde. — 1690 hat ihn Kaiser Le26), »Da« qroße Ziilealbiim« (1927), »Bilder vom alten und neuen Berlin« (1927), Zille-Buch« (1929). Zille gehört im ■wahren Sinne des Wortes zu den Zeichnern des Volkes. Seine Beqabung, über all die Komik einer Szene zu sehen, und die Originalität des Berliners mit liebenswürdigem Humor zu schildern, haben ihn zu einem Chronisten der Reichs-haupttludt geniticht. Wilhelm Biisch-Bricfe Otto Nöldeke. der verdienstvolle Neffe des großen weifen Humoristen, hat bekanntlich last Sdmtlithe Briefe des Meislers in einem schonon Band qesam-melt, der den Titpl liaqt >'Ifit mir me n Leben geträumt?« Man n^^hm auch bisher an, daß damit wohl sämtliche Briefe des genialen Zeichners gebammelt waren. Und doch qab es noch Briefe, d'e bisher noch nicht beltannt waren, wie der Gesrhäftsl(ihrer der Wilhelm-Busch-Cieselisrhaft in Hannover. Conrad, nun feststellt. Hr konnte vor kurzem durch einen g'iirklifhen Zufall 170 Briefe Büschs erwerlipn, von denen ein großer Teil noch nirht veröffentlicht ist. Goethes Ahnen in Thüringen Landwirte, Schmiede und Schneider Im August 1694, also vor 250 Jahren, starb in Artern der Hulschn^ied Johann Christian Göthe, der Urgroßvater unseres Dichters Johann Wolfganq von Goethe. Diese Tatsache erinnert uns daran, daß Deutschlands größter dichterischer Genius nicht allein durch seino Berufung nach Weimar, sondern auch durch die Bande des Blutes eng mit dem Thüringer Land verknüpft ist. Weist seine Ahnenreihe mütterlicherseits starke Verbindungen nach Thüringen auf, so wurzelt der Stammbaum auf der Vaterseite ganz in Thüringen. Mit Sicherheit lassen sich Goethes Vorfahren bis nach Berka bei Sonder-hausen zurückverfolgen. Zu Anfang des 17'. Jahrhunderts lebte dort ein Landwirt Hans Göthe (gest. 1630), dessen 1004 geborener Sohn, ebenfalls Hans genannt, als Grobschmied zunächst auch in Berka lebte, wo er es zu Wohlstand und Ansehen brachte und Gemeindevorsteher wurde. Später übersiedelte er nach Sangerhausen und dann nach Artern, wo er 1686 starb. Aus seiner ersten Ehe mit Sibylla Werner, der Tochter des Berkaer Schulmeisters, gingen zwei Söhne hervor, von denen der eine, Johann Christoph, den väterlichen Hof in Berka noch heute gezeigt« sogenannte „Goethe-Stammhaus" erwarb und in die Schmiede-innung aufgenommen wurde. 1656 verheiratete er sich ebenfalls mit einer Sibylle Werner. Ein Jahr später wurde ihnen ein Sohn, Friedrich Georg, geboren) er wurde der Grofivater des Dich* ters. 1689 starb die Mutter Sibylle. Johann Christian Göthe ging dann eine zweite Ehe mit der Witwe eines Maurers aus Langensalza ein, starb aber wenige Jahre später, am 6. August 1694, vor 250 Jahren. Der Sohn Friedrich Georg erlernte das Schneiderhandwerk. Nach seinen Lehr-und Wanderjahren, die den tüchtigen und unternehmungsfreudigen Gesellen durch das Reich, Osterreich und Frankreich führten, ließ er sich als Damenschneider in Frankfurt a. Main nieder und heiratete dort 1705 Kornelia Schelborn geb. Walthcr, eine Schneiderstochter, die Witwe des Gastwirts „Zum Weidenhof" an der Zell in Frankfurt. Aus dieser Ehe ging am 29. Juni 1710 ein Sohn, Johann Caspar, hervor, der Vater des Dichters. Der Großvater, der Damenschneider Friedrich Georg Göthe aus Cannawurf, starb bereits 1730, Durch »eine Heirat war er Besitzer des Wei- erbte. Seine Nachkommen sind noch | denhof«, eines vornehmen Gasthofs, geheute dort ansässig. Sein zweiter Sohn ' worden. Er hinterließ bei seinem Tode Johann Christian, geb. 16.12, lernte das ! ein Vermögen von 100 000 Gulden und I Schmiedehandwerk, arbeitete dann In 1 gehörte ,zu den höchsten Steuerzahlern i Sonderhausen und ließ sich endlich in I Frankfurts. Wenige Jahre nach seinem I Artern nieder, wo er die Schmiede, das i Tode erwarb seine Witwe Kornelia das Haus am Großen Hirschgraben, das i jüngst der Barbarei des feindlichen Born- ' benterrors zum Opfer gefallene „Goethehaus", das sie fortan mit ihrem Sohn Johann Caspar bewohnte und in dem, als dieser seine Gattin heimführte, 1749 der Dichter geboren wurde. Die Großmutter Kornelia, die er aus seinen Kinderjahren noch sehr wohl kannte, starb 1754. In „Dichtung und Wahrheit" erzählt er des öfteren von ihr als einer „schönen, hageren, immer weiß und reinlich gekleideten Frau", die ihm „sanft, freundlich und wohlwollend im Gedächtnis geblieben ist." So floß ein starker Strom thüringischen Blutes in Goethes Adern. Der ganze Mannesstamm in seiner Ahneilreihe geht allein auf Thüringen zurück. Goethe selbst wußte das wohl und er hat gelegentlich in Artern, wohin er von Weimar aus öfter kam, sich danach erkundigt. Doch reichte seine Kenntnis In dieser Hinsicht nicht weiter, als daß er wußte, sein Großvater sei aus dieser Gegend als Schneider nach Frankfurt gekommen. Es mag auch sein, daß die Spöttereien seiner Spielgefährten über diesen Großvater, wovon er In ..Dichtung und Wahrheit" erzählt, die Veranlassung gewesen sind, daß er sich mehr zu den vornehmen und reichen Vorfahren mütterlicherseits hingezogen fühlte, obgleich sein Thüringer Schneider-Großvater es an Wohlhabenheit mit den Te*-tors wohl aufnehmen konnte. Die Edda und die Skaldenlieder Entstehung, Blüte und Verfall der nordischen Dichtung Von den Hauptwerken der alten nordischen Literatur, den Edda-Liedern, den Skalden-Gedichten und FamiHen-Sagas fehlt es bisher an einer GesamtdarHt3l-lunq, die ein lebendiges Bild dieser allnordischen Literaturentwicklung zeichnet. Diese Werke sind trotz ihres hohen künstlerischen und menschlichen Gehalte« dem kunstllebenden Europäer im Grunde bis heute schattenhaft qeblieoen, obwohl sie zu der herrlichsten Prosa gehören, die jemals geschrieben worden ist. Es ist daher Aufgabe der modernen Literaturgeschichtsforschung, d-ieses Problem befriedigend zu lösen. Gerade in den Erzeugnissen der altnordischen Literatur auf Island stoßen zwei große Kulturkreise aufeinander, iiäml'.ch der altgermanische und der thrijtHche Kulturkreis. Es ist nun sehr schwer, festzustellen, welche der vorli.jqenJen Werke germanisch und welche ch':stlirh sind, liegt doch die Datierung einer Reihe von Werken nicht fest. Das altnordische Schrifttum umfaßt also die Erzeugnisse von zwei grundverschiedenen Perioden. Am Anfang steht die Literritur aus der Zeit des Heidentums, am Ende dagegen stehen Werke, die aus e'nei weitgehend christianisierten Zeit Slam«' rnen und unter stetigem Einfluß der westeuropäischen Kultur entstanden sind. Dazwischen aber liegt eine Zeit, n der sich beide Elemente bekämpfen und sich gegenseitig zu durchdringen suchen. Die bisherige Erforschung der Literatur de« altnordischen Island arbeitete gewissermaßen spartenhaft, Indem sie d'e Frlda-Lfeder, die Skaldengesänge <:nd die Familiensagas jede für «ich e-ner qrundleqenden Untersuchung unterwarf, Der bekannte Leidener Germanist and Philologe Professor D'. Jan de Vries hat nun statt dessen eine horizontale Aufgliederung der a!tno''dischen Literatur durchzuführen versucht. \m Anfang steht hierbei da« Heidentum. Obgleich sich bei diesem schon Zeichen des Verfalls ankündigen, ist seine Kunst noch der Ausdruck des Volkslebens. Die Religion, besonders die" KuUh.mdlungen, gehen den Antrinb zu der dichterischen Behandlung von Göttermythen und reli-niösen Vorstellungen. Das eddi^che Heldenlied war wohl schon an sich ein Erbstück aus älteren Epochen, denn es bewahrt die herbe Tragik der Völkerwnn-derungsTelt (4. bis 6. Jahrhundert!, den Höfen der Wikingerfü s»en blühte damals eine skaldische Kiinft, nie in formlerhnischer Hinsicht äußerste ^'er• feinerung anstrebt, Die Prosa der F'iml- liencagas Ist In dieser Zelt allerdings noch keine eigene Literatuigattung ge> Wesen. Mit dem Vordringen de« Christentums kommt aber ein Bruch in das Leben der Isl&nde.r. Jan de Vries erkannte hier drei Cipqenisätze, nämlich Schrifttum und mündliche Tradition, Ritterwesen und schlichte Bauemkultur, und schließlich Überfremdung und arteigene« Saqengut. Diese Gegensätze wirken anfangs auf allen Gebieten dieser Literatur lähmend und rers'örend. Da« Götterlied verschwindet, und in der Skaldik- erlischt der blühende Reichtum der auf die Götterwelt bezocjenen Bildsprache. Aber immer wieder zeigt «ich ein z'ihes Festhalten an den alten Überlieferungen. Man erhält den Eindruck, daß dai kulturelle Leben in einem •mtrrirdischen Bette weilerströmt. Für die *^amiHepsaga aber heftiunt qerade in diccer Zeit der Aufschwung. Etwa uio die Mitte de« t2. Jahrhunderts werden d leirischen Werk de« Meister«, der einst I als Hirtenbub seine Tiroler Heimat ver-j Heß und als weltberühmter Maler hoch-I geehrt in Rom starb. ' In Wicsengrund bei Pilsen starb der ' bekannte Heimatforach-^r Bürgerschuldirektor Friinz Andreß im Alter von 75 j Jah-en. Tir ist einer der eifrigsten sude-' tendeutschen Heiraatkundlcr gewesen. /on dessen Fachkenntnis und unermüdlicher Arbeit zahlreiche Ve-öffentlichun-gen Zeugnis ablegen Der Direiklor der Leipziger Unlversi-tätsfrauenJclinik, Prof Dr. Robert Schröder vollendete das 60. Lebensjahr. lEr wirkt «eit 1936 in Leipzig Durch seine Forschungen über die funktionellen Geschehnisse Im weiblichen Organismus hat er eine neue Epoche In der Frauenheilkunde eingeleitet. Der bekannte Schrijtsteller und Direktor am Preußischen Staatstheater in Berlin, Alfred Mühr, hat eine Studie »Gustaf Gründgens, Aus dem Tagewerk de« Schausipielers« erscheinen If«-sen. (J. P. Toth-Verlag, Hamburg). Das Werk gründet sich auf die genaufe Kenntnis der künstlerischen Persönlichkeit des DargcptolUen und sagt Grundsätzliche» über schauspielerische Gc-staltungsweise. Zahlreiche Zeichnungen un4 Kupfertieldruckbilder ergänzen den Text. Fliegeralarm bei den Fischen Warum beiRt der Hecht nicht an? Immer wieder war das klatschende Geräusch des großen Raublisches zu hören. Bald hier, bald da zogen sich die Wellenkroise, wahrend kleine Fischc in hastiger Flucht, manchmal durch die Luft springend, eilig das Weite suchton. Wir hockten am Ufer und waren der Verzweiflung nahe; seit einer halben Stunde sf hon konnten wir keinen K()-derfisch fangen, untätig mußten wir dem Tieiben des großen Hechteri zusehen. Gründlinge, eine beliebte Delikolesse für den gclräßigen Hecht, gab es hier nicht, aber nirht einmal die kleinen flinken Schneider wollten beißen. Zum xtcn Mal lassen wir die Angel schnrileii, als der Schwimmer rapid unter Wüssor geht. Erfreut schlagen wir an, nichts, blanker Hfiken, das Teigklümp-chen weg, wieder hineii, mit neuem Köder; kaum merkbar »nuckelt» ein Fisch den Köder weg. Nachdem «ich das zehn bis zwölfmal wiederholt hat, wei hseln wir das Vorfach, ein winziger Haken kommt an die Angel Unser Schneider fährt weiter behutsam ml» de.Ti Schwimmer spazieren, in zehn Sekunden hat er den Teig weg und hält uns dauernd zum Narren. Winzige Portionen rollen wii jetzt zwischen Daumen und Zeigefinger zu festen kleinen KUimpchen, d»Ma