r. Bleiweis ist, sich der Ueberzeugung nicht ott« schließen, daß, sobald er aus dem Präsidentenstuhle säße, die seiner unmittelbaren Inspirationen ent. Kehrenden ländlichen Abgeordneten bei jeweiligen Abstimmungen nur gar zu leicht den Anträgen der Minorität zustimmen könnten und die mit großer Mfihe zusammengehaltene Landtagsmajorität alsbald außer Rand und Band geralhen müßte. Uebrigens hat ja die klerikale Landtagsmajorität zu einer Zeit, da eine ihren Wünschen entgegenkommende Regierung den Landeshauptmann aus ihrer Mitte ernannte, denselben in der übelwollendsten Weise behandelt. Als vom Ministerium Hohenwart der nationale Abgeordnete Dr. Razlag mit dieser Würde betraut wurde, stieß er eben in drr national-klerikalen Partei auf eine so heftige Gegnerschaft, wie sie bisher noch keiner der aus der Minorität ernannten Landeshauptleute erfahren hat. Der Korrespondent de» „Bolkssreundes" findet e» zwar etwas absonderlich, daß ein Landeshauptmann aus der Minorität Beschlüsse des Landtages durchführen soll, mit denen er nicht einverstanden fein kann. Unseres Wissens hat bisher die klerikale Landtagsmajorität noch nie im Landtage darüber Klage geführt, daß der Landeshauptmann der weiteren Erledigung ihrer Beschlüsse irgend ein Hindernis in den Weg gelegt hat, was sie sicherlich gethan hätte, wenn von seiner Seite eine Unter» lassung stattgefunden hätte. Wol aber ist eS in den beiden letzten Landtagsfefsivnen klar dargelegt worden, daß die Landtagsmajorität ihre eigenen Beschlüsse nicht achtet, daß sie beispielsweise das von ihr ausgegangene wichtige Gesetz wegen Bildung btt Hauptgemeindrn gar nicht zur Ausführung kommen ließ. Jene Beschwerden und Klagen somit, die im „Bolkafreund" gegen den au» der Minorität hervor, gegangenen Landeshauptmann von Krain erhoben werden, sind in ihrer Spitze gegen die Landtagsmajorität selbst gerichtet. Es ist gewiß ein beachtenSwertheS Zeichen utt» gesunder Zustände in einer Partei, wenn sie außerstande ist, für leitende Posten, die sie mit ihren Parteigenossen besetzt zu haben wünscht, auch nur eine Persönlichkeit namhaft zu machen, der derselbe mit einiger Beruhigung anvertraut werden könnte. Und fragt man nach der Ursache dieser Erscheinung, so ist sie leicht gesunden. In jener Kor» respondenz des ..Volksfreundes« wird ja offen ge- standen, daß der Landeshauptmann stets mit der Majorität stimmen müsse. Und wie erfolgten die Abstimmungen der Majorität im krainifchm Land» tage? Dies wurde in der letzten LandtagSseffion von einem Mitglied« der Minorität mit aller Offenheit ausgesprochen. Die Klerikalen stimmen nach dem Kommando ihres Führers. Dieses absolutistische Sistem charakterisiert das Thun und Lassen der Landtagsmajorität, ihr liegt nur das eine Ziel vor Augen, den unliebsamen Gegner e« fühlen zu lassen, daß man über eine gehorsame Majorität verfügt, daß man ihn — taub gegen dir gegründetsten Einwendungen — jederzeit niederstimmen könne. Bei einer solchen Taktik ist an einen parlamentarischen Nachwuchs nicht zu denke», eine solche Landtags-Majorität verspeist gleich dem Vater SaturnuS ihre eigenen Kinder, und mag sie auch die Welt mit Wehklagen erfüllen, daß der Landeshauptmann von Krain nicht au« ihrer Mitt» genommen werde, so ist sie fest davon überzeugt, für einen solchen Posten feine geeignete Perföulichkeit zu besitzen, und würde es ihr dennoch gelingen, daß aus ihrer Mitte ein Mann hiezu berufen würde, so ist das Los de« Unglücklichen unschwer vorauszusehen: die Landtags. Majorität selbst würde ihn verspeisen. Das Jubelfest im Vatikan. Aus allen Theilen der katholischen Welt legten fromme Pilger dem „Märtyrer" im Vatican den Tribut besonderer Verehrung in Wort und klingender Münze zu Füßen; gestärkt mit dem Apostolischen Segen und mit voller Befriedigung über den aller. Feuilleton. Die Erbin von Thorncombe. Rvman nach dem Englischen, frei bearbeitet von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) „Miß Zoe tritt wieder auf," flüsterte Dalyell. . Das Rauschen weiblicher Gewänder wurde HSr-6llti und Mademoiselle Zoe trat auf. . Sie trug ein sehr tief ausgeschnittenes, ver. Eichenes grünes Seidenkleid mit langer Schleppe, ®98 ganz mit Flitterwerk besäet war. . Sie sang zum großen Entzücken und Vergnügen ihrer Bewunderer mehrere sehr beliebte Volkslieder. Der Graf kam vor Entsetzen kaum zu Athern. Sobald sie die Bübne verlassen hatte, flüsterte er Dalhell heiser zu: „Um des Himmels willen, gehen wir von hier fort I" Dalyell sprang auf und führte den Grafen in °ie frisch, Luft hinaus. Sie blieben auf der Straße vor einem der Plakate mit dem Porträt „Made moifelle Zoe's" stehe». Angewidert wandte sich der Graf davon ab. „Dalyell." sagte der Gras, „waltet hier kein Jrrthum ob? ES muß sein. Das Mädchen ist nicht George BerwynS Tochter. In all' ihren Zügen verräth sich nicht die mindeste Spur eines Berwyns." „Sie wird ihrer Mutter ähnlich sehen," meinte Dalyell. „Mein Sohn war ein Anbeter der Schönheit. Könnte er rin Frauenzimmer geheiratet haben, das aussieht wie sie? Unmöglich. Du meinst es gut, Dalyell; aber ich wiederholte eS: hier waltet ein schrecklicher Jrrthum vor." „Mylord, täuschen Sie sich nicht. So sicher als Sie lebend hier vor mir stehen, ist das Mädchen in der Singspielhalle dort George Berwyns verwaiste Tochter, Ihre Enkelin und Erbin." Mir müssen MrS. Ryan unverzüglich sehen. Du weißt Ihre Adresse. Führe mich zu ihr." Dalyell winkte einem vorbeifahrenden Wagen und gab ihm die Adresse an. Der Graf und der Ränkeschmied fuhren nach einer ziemlich entlegenen Straße, und der Wagen blieb etwa in der Mitte derselben vor einem Hause stehen, das sich nur wenig von der langen Häuserreihe, in der es stand, unter, schied. Dalyell stieg aus und half dem Lord au» dem Wagen. „Wir können den Wagen fortschicken," sagte der Schurke. „Wir halten uns vielleicht über eine Stunde auf. Die Frau ist ohne Zweifel zu Hause." Er reichte Lord Thorncombe feinen Arm und sie stiegen zusammen die Stiege hinauf. Auf ihr Klopfen wurde ihnen von einem Dienstmädchen geöffnet. „Ist Mr». Smith zu Hause?" fragte Dalyell. Das Mädchen bejahte und wieS ihnen die Thür, wo sie wohnte. Dalyell klopfte an dieselbe und Mrs. Ryan öffnete ihnen selbst. Sie fuhr in erheucheltem Schreck vor ihnen zurück. Sie hatte ihre Rolle gut einstudiert. Die beiden Herren verfolgten ihren Rückzug und traten hinter ihr in» Zimmer. Es war ein nettes, kleines Gemach, von einer großen Lampe erhellt. Die Frau hatte genäht, und die Arbeit lag noch auf dem Tische, wohin sie sie hastig geworfen hatte. (Fortsetzung felgt.) gnädigst gestalteten Pantoffelkuß kehrten die Pilger in ihre Heimat zurück. Bei den im Vatikan den frommen, reichlichen Peterspfennig spendenden Pilgern ertheilten Audienzen gelangten nicht.nur religiöse Gefühle, sondern auch »logen über die Unterdrückung der römisch-katholischen Kirche zum Ausdruck; sogar ein österreichischer, mit dem Cardinalshut gezierter Kirchenfürst, der Pontifex de» CzechenlandeS, soll sich da- Vergnügen gegönnt hoben, in höchst unpatriotischer Form die österreichische Regierung de« Verbrechen» der 93er» gewaltigung der römisch-katholischen Kirche anzu-klogen. » Die römische Curie ist gewohnt, über da» moderne Leben, über die liberale Regierungsform der Staaten in Europa den Bonnfluch auszusprechen und über die Häupter der Gründer und Förderer de« modernen SiootSleben» die Geißel des kirchlichen Zorne« zu schwinge«. Am 3. Juni 1877, dem Bischofjubiläumstage PiuS IX., hegte dir Curie andere Hoffnungen, dieser Tog hätte nicht nur zahlreiche Gratulations-Adressen und eine« schwerwiegenden Peterspfennig, er hätte noch dem Plane und Programme der Jesuiten noch andere, edlere, epochemachende Früchle eintragen sollen; der dritte Juni 1877 sollte der genannten modernen, liberalen Welt den Krieg erklären, es sollte das Manifest über die Wieder-Herstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes publiciert werden. Die Jesuiten, die Führer der Politik im Vatican, sahen den Wold vor lautet Bäumen nicht, der Himmel hing bereit» voller Geigen, die ganze katholische Welt sollte am 3. Juni 1877 da» feierliche Gelübde oblegen, gegen die modernen Staaten, gegen die liberale Welt den Kreuzzug zu unter» nehmen. Die Jnsarglegung de» Liberalismus und der modernen Institutionen war bereit» beschlossene Soche, in Frankreich platzte bereit» die erste Bombe, die Kanonaden in den übrigen „apostolischen" Ländern und Reichen sollten der in Port» er.öffneten Demonstration folgen, jedoch ^durch Gottes Fügung" machte der Pariser SchlepptrSger des „Märtyrer» im Vati, can* FiaSco; jener Brand, der von der Jesuiten» Partei gelegt wurde, erlosch und Rom mußte es am dritten Junitagt erleben, dos man für dos Papstthum mol noch einige persönliche Simpotien und Peter»pfennige reserviert habe, ober von einer Blut» st euer zum Zwecke der Wiederaufrichtung der weltlich en Herrschaft de» Papstes kann heate, wo ganz Europa die zur Aufrechthaltung der noth-roendigen weltlichen Herrschaft der Staaten erforderliche Blut- und Gut st euer kaum aufbringen kann, nicht mehr die Rede sein. Die Jesuitenportei im Chorrock und im Frack hatte die ernste Absicht, am dritten Juni, am Tage des Frieden-feste», den Piu» der Neunte erlebt, die Fackel de» Kriege» anzuzünden, einen Religionskrieg im Interesse des Vatican» zu beginnen. Rom hat fid) wieder einmal getäuscht, die Völker folgten dem Beispiel der Curie, sie riefen einstimmig: „Non possumus!“ Der Vatican wird sich für diesmal mit den reichlich eingebrachten Glückwunschadressen und klingenden Peterspfennigspenden begnügen müssen, und die allerchristlichsten, den modernen Prinzipien huldigenden Staaten müssen wieder einmal den vom Vatican ausgehenden Bannstrahl in gewohnter Gemütsruhe über ihren Häuptern blitzen lassen. der Spitze der Kriegspartei stehen Rebif und Mahmud Pascha; an der Spitze der Partei, die noch den ersten entscheidenden Kämpfen vermitteln wolle, Edhem und Savset Pascha. Der englische Botschafter Layard hat sich seit seiner Ankunft bemüht, den Einfluß Rebif und Mahmud Paschas zu beseitigen und formell ihre Entfernung angeralhen." Fürst Tschertschawsky, der designierte Administrator Bulgarien», ist in Plojeschti angekommen, woselbst gegenwärtig auch der große Generalstab vollzählig versammelt und organisiert ist. Nachrichten au» Suchumkale melden, daß die Türken D j o m t s ch o r o, nachdem dasselbe durch ein Panzerschiff bombardiert worden, besetzten. Der Kommandant ron Ardahan, Oberst Ko-m a r o f f, unternahm am 30. Mai eine RecognoS» cierung über Peniak und Olti hinaus. Ferner wurde die Kavallerie Muss“ Paschas von der russischen Kavallerie bei Be chmach ef geschlagen und zerstreut. Hiebei wurden den Türken zwei Ge» birgSkononen, vier Pulverwagen und zwei Standarten abgenommen. Die Russen hatten einen Offizier, sechs (Soldaten tobt und dreißig Soldaten verwundet unb verloren 51 Pferde; die Türken ließen 83 Leichen auf dem Schlochtfelde zurück. nochbern sie sich überzeugt haben, baß dieses Unternehmen mit großen Opfern und nur zweifelhaftem Erfolge verbunden wäre. Im russischen Hauptquartier herrschte in den letzten Tagen Besorgnis, ja ogar Niedergeschlagenheit. Die offenbare Verzögerung der militärischen Bewegungen der Russen macht den Eindruck, ata ob sie Zeit gewinnen wollten unb ihre Hoffnung auf bie Wahrscheinlichkeit der Erringung eines großen Erfolges in Asien setzen würden. Man glaubt sogar, daß sie mit dem Fall von Kars zufrieden wären. Sie würben dann ver-angen, das zu behalten, was sie in Asien gewonnen laben, würden nicht über die Donau gehen und nur n Rumänien ein Corps so lange stehen lassen, bis ein Vertrag mit der Pforte über Bulgarien und über die Stellung Rumäniens zustande kommen wirb. Es wirb beigefügt, daß Rußlands militärische und finanzielle Hilfsquellen den Anforderungen des Kriegsunternehmens nicht gewachsen sind unb baß die neue Armee - Organisation nicht befriedigende Dienste leiste. Nach fünfwöchentlichem Aufenthalt in Rumänien unb nach sechsmonatlicher Vorbereitung ist bie Armee noch nicht imstande gewesen, vollständig die Ausgangspositionen für den Stromübergang einzunehmen. Der Großfürst selbst habe sehr pessimistische Anschauungen übet den Feldzug.' Vom Kriegsschauplätze. Reuters „Office" erfährt au« Syra: „Die Hoffnung, daß die Einnahme Suchumkale’« zur ynsurgterung de« Kaukasus führen könne, ist aufgegeben. Die Tschetkessen fürchten die Russen und legen die Waffen nieder. Die Türkei ist in matetUQet Ohnmacht. Die Verlängerung de« Widerstande- ohne Alliierte ist äußerst schwierig. Die moralische Schwäche der Türkei zeigt sich in dem Mangel an Truppenführern, in der Langsamkeit der Kriegsvperotionen unb im innern Zwiespalt. Au Politische Rundschau. Laibach, 5. Juni. J«la«d. Die „Mont.-Rev." meldet: „In den letzten Togen sind abermat» Gerüchte über öfter» reichische Militäraufstellungen kolportiert worden. Wir sind in der Loge, denselben auf da» entschiedenste widersprechen zu können. Wie bisher, wird auch jetzt vonseite Oesterreich-Ungarn» keinerlei derartige Maßregel inszeniert, weil für die Politik unserer Monarchie noch keine Veranlagung zur Aktion eingetreten ist." Noch Bericht eines Lembergec Blattes sollen nur drei Armeecorps mobil gemacht werden. Die Generale Boro« Rodich, Ringel«heim unb Szapary werben als Corpskornrnandanten und Freiherr v. Kuhn als Hauptkommandant genannt. Im Handelsministerium macht man bereits Vorbereitungen, um von jener Ermächtigung Gebrauch zu machen, welche der Reichsrath in dem Gesetze über die garantierten Eisenbahnen der Regierung inbetreff des Ankaufes solcher Bahnen geben soll. Zunächst sollen die Rudolfs» und Franz Jos es «bahn verstaatlicht werden. Ausland. Heber bie Stellung Oesterreichs gegenüber Rußland und Serbien wird bet „Köln. Ztg." aus Wien folgendes mitgetheilt: „Ruß land wird nicht gestatten, daß Serbien sich an dem Kriege betheiligt, mag auch Fürst Milan den Fuß fall von Üivadia und Plojeschti wiederholen. Es wird dies nicht gestatten, weil es Oesterreichs Empfindlichkeit in dieser Beziehung kennt, weil es weiß, daß wol die friedliebenden Walachen Siebenbürgen« von dem Kriege an der Grenze nicht besonder» aufgeregt, daß aber die heißblütigen Serben im süd lichen Ungarn durch eine serbische Theilnahme außer Rand und Band gebracht würden. ES wird Rußland die Theilnahme Serbiens nicht gestatten; wol aber kann Serbien auf eigene Faust Unabhängigkeit-Politik treiben. In diesem Falle hat Oesterreich jedoch freie Hand und es wird unsere Freundschaft zu Deutschland und zu Rußland nicht im mindesten trüben, wenn wir thun, was unser Recht, unsere Pflicht und für uns eine ausgesprochene, politische Notwendigkeit ist." Nach Meldung de» „Moniteurs* ist eine zweite Vertagung der französischen Kammer unwahr scheinlich. „Dail Tel." empfing am 31. v. M. au» Orsova nachstehende telegrafische Depesche: „In Bukarest glaubt man in wohlunterrichteten Kreisen, daß die Russen bestrebt find, über Berlin eine Ver einbarung zustande zu bringen, die ihnen die Noth wendigleit ersparen würde, über die Donau zu setzen, Zur Tagesgeschichte. — Gegenden PanslaviSmus. Die österreichische Regierung muß, wie die „»Bln. Ztg." räth, ernst in Erwägung ziehen, wie weit Oesterreichs Dasein sich mit dem Panslavismus verträgt. Unzähligemale ist dem wohlbegründeten Gedanken Ausdruck gegeben worden, daß Oesterreich auf falschen Wegen wandelt, wenn es glaubt, in einen Wettbewerb mit Rußland eintreten zu können nm die Gunst der slavischen Völkerschaften in der Türkei. Die Süoslaven denken um kein Haar loyaler und österreichischer als die Lzechen; ja sie nehmen an dem Kriege trotz der Verbote der österreichischen Regierung auf eigene Faust theil. Es kann unmöglich im Interesse Oesterreichs liegen, neue statische Staaten» die lediglich nach Rußland gravitieren würden, auf Unkosten der Türkei stiften zu lassen. Die Auf. lösung des türkischen Reicher in solche Staaten würde nur ein Vorspiel einer theilweisen Auflösung des österreichischen Kaiserstaates sein." — Demonstration. In der Rächt zum 3. d. wurde am Ahkaberge in Prag ein Scheiterhaufen errichtet, woselbst das Bildnis des Papstes, ein klerikale- Blatt und die Allocution von einer Versammlung Alt- und Jung-' Lzechen unter «bsingung nationaler Lieder verbrannt wurden. Es erfolgte die Verhaftung von vier czechischen Studenten des Polytechnikums. Dieselben wurden dem Karolinen« thaler Bezirksgerichte eingeliefert. — Staat und Kirche. Während am 3.d. dreißig italienische Bischöfe die italienischen Wallfahrer in den Vatikan führten, um den Papst zu beglückwünschen, demonstrierten Senat, Kammer und Municipalitiit durch eine große Auffahrt in 200 Wagen nach dem Q u i r i n a l, wo sie dem Könige Victor Smanuel zum dreißigsten Jahrestage der Verfassung gratulierten. Lokal- und Provinzial-Angelegeuheiteu. — (3 u den Landtagswahle it.) „Slovenski Narod" äußert sich in einem Wahlagitationsartikel in un» gebürlicher, gewohnter roher Form über die „RemSfutorje", die es unbedingt mit den wilden Türken halten und die Slaven vernichten möchten. »Narod" leistet ans dem Gebiete der Gemeinheit das Höchste, das Unglaubliche. Das FilialcomitL für die Pariser Ausstellung würde ft* ein besonderes Verdienst erwerben, wenn es die betreffende Nummer de- „Narod" zur Ausstellung einsenden möchte, der erst« Preis für „Roharbeiten" würde ohne Zweifel dem „©(oo. Narod" zuerkannt werden. Die „Novice" ertheilen den Gemeindevorstehern und der Bevölkerung in den slo-venischen LandeStheilen KrainS Instructionen über den 8e‘ setzlichen Vorgang bei den bevorstehenden Landtags»ahl«n» beziehungsweise bei der Wahl der WahlmLnner. »Rarod und „Slovenec* bringen auf allgemeines verlangen «•** neue Auflage von dieser Information. Die Fom dieser Instruction trägt in den Augen de« leichtgläubigen Land-Volkes amtlichen Charakter, der Stil des Aufrufes ist so gehalten, als wenn den Wählern der behördliche Auftrag ertheilt würde, in den Gemeinden und Bezirken Wahlcomite's zu bilden, die mit dem nationalen Haupt» Wahlcomite in Laibach in Verbindung zu treten hätten. Das nationale Kleeblatt „Slov. Narod", „Slovenec" und »Novice" versucht alle möglichen erlaubten und unerlaubten Mittel, um, wie bisher, die nationale Bevölkerung irrezu« führen. — „Novice" empfangen über die Auflösung des Stainer Landtages eine superfeine Korrespondenz aus Wien, in der wir folgender Stelle begegnen: „Der russisch-türkische »vieg nimmt immer größere Dimensionen an, und vielleicht — Sott gebe es -- kommt nach Ablauf desselben unser Oesterreich dazu, daß es auf irgend eine Weise mit süd-(labil*« Erde vergrößert werde ; dann dürste, längstens bis zum Herbste, sich auch für die Slovenen in Oesterreich der Himmel ausheitern, die Sterne dürften dann der Nation Hilter scheinen!" Der ehrenwerlhe Korrespondent nimmt auf de«, Kriegsschauplätze Ereignisse wahr, Bit uns Uder-t8f der Nationalen nur nicht anstatt voller Geigen — »oller Knuten hängen. 66 würde wahrlich wohlthätige Folgen sich führen, wenn in nationalen Kreisen durch einige Leit die russische Knute zur Oberherrschaft gelangen möchte, *«utit die tatsächlichen Verhältnisse in Oesterreich und in Rußland % scharfen Gegensätzen der national-klerikalen, n# Rußland schielenden Partei klar würden! — (Dag gestrigeLmtsblatt) bringt die Wähler-^ für den Wahlkörper des großen Grundbesitzes in Krain, enthaltend 117 Posten. ~ (Aus den slovenischen Blättern.) »Slov. Narod" bringt eine Korrespondenz aus Kroazien, welcher für einen innigen Anschluß der Slovenen an Kroazien das Wort ergriffen wird. ES wird unter einem dem Schmerzensschrei Ausdruck gegeben, daß der slavische Geist bei einigen 110 a t i f ch e n Jünglingen, die sich lieber mn den Sofia« als mit den Slovenen verbrüdern möchten, geschwunden sei. Der Inhalt dieser Korrespondenz ist ge« eignet, die heißblütig« Sehnsucht der Slovenen nach einer Vereinigung mit Groß-Kroazien bedeutend abzukühlen. Die nationalen Hiylvpfe werden stch auf mehrere derartige Eisumschläge vorjubereiten haben. — Ehten»„9tarot>' debütiert auch mit einer Wiener Korrespondenz, in der über den Schutz der unteren Donau und der österreichischen HandelSinterefsen gesaselt und nebstbei über die rufsenfeindliche Presse in Oesterreich tüchtig loSgezogen wird. Diese Korrespondenz bemerkt: „Jetzt, nachdem Rußland unserem auswärtigen Amte über die Zwecke des Krieges entschiedene Aufklärung gegeben hat, wird das Fluchen Über Rußland wol aushören. Rußland wurde in dieser Handels-'Ulgelegenheit von den jüdischen Deutschen und Magyaren ®it Unrecht a>,gefallen; jetzt ist es endlich Zeit, daß die erlästerung des meuschenliedenden russischen Reiches von» »er magyarisch.jüdisch-deutfchen Presse aufhöre, des ^ch'tnpjtng aUj Cie ehrenhaften Brüder Russen ist genug!" bet1 hm^ttn 6em nationalen Organe den Rath geben, in-ef! de» Schimpsens vor eigener Thüre zu kehren, vorher , ” ®ttlten aus eigenem und dann erst den Splitter auS fo Auge anszuziehen. Wir besitzen leider nicht ein t>ie Auge, um in der Politik und Haltung Rußlands hall1,001 "^iarod" gepriesene „Menschenliebe" und „ehren-Btuderschast" wahrzunehmen. So dürfte es auch bei Pt rr „russenfeindlichen" Organen der österreichischen tun 6tt 8'aU >ein. — „Slov. Narod" tritt der Behaup-Hu *!ni8*c Wiener Blätter — daß die Unabhängigkeit *enmiin*fnä deshalb angezeigt sei, weil Rumänien einen jy' äW|ichen den Nord- und Südflaven bilde — mit der '“Xtlnng entgegen, daß diese Behauptung lächerlich sei, 11 Rumänien sei ein solcher Keil bis heute noch nicht und wird ein solcher noch viel weniger unter ruf* ftr h .^tottclion lew. Die Rumänen wissen, daß sie ihre ^ "Heu nur Rußland zu danken haben, sie werden das * ntlni6 mit Rußland zu schätzen verstehen und niemals “ . ^lsch-magyarischen Türken in Wien und Pest Sim» ^ n entgegenbringen. Null» dies sine lineal Kein ®fl vergeht, an welchem der große österreichische Patriot ^e*nen ^impathien für Rußland nicht begeisterten «»»druck verleihen würde. „Novice" preisen die glücklichen Zustände in Rußland und deren Korrespondent erzählt Wunder über die Freiheit, welche der Katholizismus und die römisch-katholische Kirche dort genießt; nach Inhalt der russischen Hymnen herrscht in Rußland volle Gleichberechtigung der Katholiken und Orthodoxen in Aemtern. Einer Stelle müssen wir mit Nachdruck gedenken, sie lautet: „Von Oesterreich redet man nichts mehr. Aus allem ist zu ersehen, daß die tüikische Roheit, die magyarische Hohlheit und die Interessen Englands Bismarck zwingen dürften, Rußland Hilfe zu leisten, damit die veraltete Karte von Europa umgearbeitet werde." Die Sehnsucht des national-klerikalen BlatteS nach den Eisfeldern Sibiriens, nach dem Lande, wo die Knute blüht, ist eine hochgradige. Ob Graf Andraffy sich infolge dieser National-Gesänge bestimmt finden wird, zur Umarbeitung der „veralteten" Karte von Europa seine Zustimmung zu geben? — (Aus dem Landesschnlrathe.) Die Errichtung einer zweiklassigen Mädchenschule in Tfcher-nembl wurde genehmigt und die Jahresgehalte der beiden Lehrerinnen mit 500 fl.,beziehnngiweife 400 st. festgestellt. Auch die Erweiterung der zweiklassigen Volksschule in Saget zu einer dreiklassigen wurde genehmigt und der Gehalt für den zweiten Lehrer mit 450 fl. und für den dritten Lehrer mit 400 fl. bestimmt. — (Der frei w. Feuerwehr) sind nachstehende Beiträge zugeflofsen: Von der 1661. wechselseitigen Assekuranz (Grazer) an Subvention 150 fl.; vom Herrn Joh. Dolch« sen., Hausbesitzer, als Spende 5 fl.; vom Herrn k. k. Reg.-Rath Hotfchevar 5 fl. — (Die evangelische Schule) feierte heute nachmittags in Gleiniz iir Schulfest. — (P 1 u l a), gegenwärtig „Brühl," ist bekanntlich die Benennung der Gegend am rechten Laibachufer, der Ximau gegenüber. Diese Benennung ist jedenfalls eine sehr alte, ihr Ursprung in heimischen Quellen nicht zu eruieren. Ob nicht die Stelle bei Dümmler, ostsränkischeS Reich II, 667: „Neben den ungeheuren Waldungen, die einen großen Tbeil des deutschen Bodens bedeckten, gab es (im fränkischen Reiche) namentlich in Gallien auch besondere Thiergär. ten, Stühle genannt, zur Hegung edleren Wildes," uns einen Aufschluß gewähren könnte? Laibach ward karo-lingifchc Pfalz, unmittelbar an das Bergschloß grenzte eilt «ildreicher Forst (der einstige, nunmehr glücklich ausgerodete Stadtwald); an diesem, der Stadt nahen une daher bequemeren Orte mochte wol ein Thiergarten für Eber oder Hirsche :c. angelegt worden sein. Die alte populäre Sprechweise war auch in Laibach Bru 11 a (siehe Briese eines Bürgers in Laibach rc. 1797, im Laibacher Dialekt), was für obige Ableitung spricht. — (Heimatliche Kunst.) In der historischen Ausstellung der k. k. Akademie in Wien ist auch unfer Vaterland durch einen tüchtigen Kupferstecher vertreten, Lorenz Janscha (geboren zu Rodein in Oberktain 1744, gestorben in Wien 1812), nach Professor Brands Tode Professor der Landschastszeichnung an der Akademie. Dr. Robert Vifchet schreibt über das unter Nt. 1463 ausgestellte Bild von Janscha („Wien. Ztg." Nt. 112 vom 17. Mai 1877), es sei ein tüchtiges Blatt nach I. Moos, welches vermnthen lasse, daß Janscha auch Schüler des berühmten Kupfer-stechets Schmutzet war. An der Wiener Akademie hatte sich auch ein Bruder Janfcha's, Valentin, zum Künstler gebildet und war feit 1801 Adjunct des Lehrers der histori-schen Zeichnung. Die ausführlichsten Daten über beide Künstler bringt unseres verdienstvollen LandSmannes Dr. von W u r z b a ch biographisches Lexikon, Band X, S. 90. — (Die Typhus-Epidemie) ist unter der Mannschaft des in Rudolsswerth stationierten 8. Feldjäger-Bataillons ausgebrochen. — (PerfonalnachrichtenimOberlandes- Gerichtsfptengel.) Der Justizminister hat den Staats-anwalts-Snbstitnten bei dem Landesgerichte in Graz, Johann Grafen Gleispach, zum Staatsanwälte bei diesem Landeigerichte ernannt, dem StaatianwaltS-Substituten Dr. Gustav Z i st 1 e r die angesuchte Versetzung von Klagen* furt «ach Graz bewilligt und die Gerichtsadjuncten Dr. Franz Semmelrock und Anton Ritter v. Karuitsch-nigg zu StaatSanwaltS-Snbstitnten, erfteren in Klagen» furt, letzteren in Graz ernannt. — (Landschaftliches Theater.) Mosens prächtiger Schwank „O diese Männer!" berief gestern, obgleich diefe frische Blume aus dem poetischen Garten des renommierten Bühnendichter« hier allbekannt, eine anfthn^ liehe Zahl von Theaterfreunden in unfer Schauspielhaus Der Schwank verlief recht lebhaft; für hervorragende Darstellungen wurden mit Beifall ausgezeichnet die Herren van Hell (Karl Walter) und P a n f a (Morland), Fräulein Blumlachet (Witwe Schraube), v. Jfer (Helene), Löwe (Franziska) und Frau Breit (Olga). Herr Kolbe vergriff seine Rolle, er fdbuf ans einem geistlosen, sentimentalen, verliebten Gecken einen munteren „Sttizi." Da» naive, urwüchsige Wesen Walters, die unter strenger Pantoffel» Herrschaft sich äußernde GemütMidjkeit Morlands, die eminente Klatschsucht der Geheimräthin Schraube, die schalkhafte Laune der Kanfmannsgatti» Haberlanb, das in maßvollen Grenzen gehaltene Regiment der RentierSgattin Morland und daS muntere, kindliche Auftreten der Rentiers, tochter Franziska wurden mit lebhaften, naturgetreuen Farben gezeichnet. DaS bevorstehende Gastspiel der Hoffchaufpielerin Frau MatheS-Rückek möge die Bühnenleitung an» eifern, dem Verlangen der Theaterfreunde nach gediegenen Novitäten Rechnung zu tragen, d. H. das gegenüber dem Publikum gegebene Versprechen einzulösen. Aus dem konstitutionellen Verein. (Schluß der 63. Versammlung.) Zum zweiten Punkte btt Tagesordnung ergriff Herr Dr. v. Schrey hierauf ebenfalls daS Wort, um zu con« statieren, daß der nationale Wille der Lanbtagsmajorität an zwei Gegenständen sich in schädlichster Weise gezeigt hat: in der Wanderlehrer- und JrrenhanSbanangekegenheit, in welchen beiden Angelegenheiten man noch im letzten Momente die in Händen habende Macht Ausbeuten wollte. Der national-klerikalen Landtagsmajorität war es nicht so sehr um einen landwirtschaftlichen, als um einen nationalen, politischen Wanderprediger za thun, seinen landwirtschaftlichen Vorträgen soll politischer Anstrich in nationalen Farben gegeben werden; die Predigten dieses politifch-landwirthschaftlichen Wanderlehrer» würden sich jeder Lontrolle vonfeite der Behörde entziehen. Derselbe würde als Surrogat der früheren Labors fungieren, dessen Bedürfnis umsomehr gefühlt werde, al» die bisherigen politischen Landprediger — die Klerisei — in nationalen Dingen seitdem etwas apathischer geworden sind, seit die todte Hand stch bei Einzahlung der „Slovenija"« Actien die Finger verbrannte. Die national-klerikale Land» tagsmajorität wälzte die Deckung deS Erfordernisses für den Wanderlehrer zuerst auf den Normalfchulfond. Dadurch wollte man den betreffenden Beschluß als in finanzieller Beziehung unverfänglich darstellen. Erst im letzten Augenblicke, nachdem man seine Leute an die Idee einmal gewöhnt hat, rückte man mit dem Anträge heraus, eventuell den Landesfond mit dieser Ausgabe zu belasten. So wurde der Plan im Haufe durchgeschwindelt, und zwar pro forma unter Hinweis auf die Unterstützung der Landwirthschast, in Wirklichkeit aber, damit unsere Gegner fich auf Landes» kosten ein Agitation-mittel schaffen. Auch bei Notierung des neuen JrrenhauSbane» handelte eS sich darum, ein neues Feld für den Einfluß der Nationalen zu gewinnen. Derlei Anstalten sollten zur Ersparung der Bau- und Administrations-Auslagen von mehreren Provinzen vereint gebaut werden, ein Land allein wird dadurch erdrückt. Pläne und «ostenüberfchläge dieseS Projektes weifen ein Erfordernis von 409,000 fl. aus, und der Bau wurde genehmigt, ohne die Pläne und Kosteniiber» schläge einer technischen Prüfung zu unterziehen, die Kostenberechnung wurde optimistisch hingestellt, die Einwendungen der liberalen Landtagsrninorität fanden fein Gehör, man votierte in splendidester Weife beispielsweise für Herstellung der Küche 11,000 fl., für den Eiskeller 3000 fl. und für ein Badhaus 6000 fl. Die liberale Landtagsrninorität hielt die Erweiterung der im hiesigen Landes-Zivilspitale befindlichen Irrenanstalt im Auge, aber der Minoritätsantrag fiel, dem Größenwahne der national-klerikalen Majorität wurde Rech, nung getragen, es muß ein Prachtbau aufgeführt, es muß das Stammvermögen vergeudet und noch zu Steuerjufchlä < gen gegriffen werden, wobei die Sucht der Nationalen, eine große Anstalt zu gründen, deren Administration ihnen in so mancher Beziehung zu großem Einflüsse verhelfen sollte — eine große Rolle gespielt hat. Redner bespricht fodann die Schöpfungen de» nationalen LandesanSschufse». Alle von nationaler Seite in» Leben gttuftntn Anstalten können keine günstigen Erfolge nachweilen, die Weinbanjchule in Slap zählt nur wenige Schüler, weide dem Lande jährlich über 3000 fl. kosten. Die votierte Subvention für den slovenisch-drama-tischen Verein gehört zu den überflüsstgen Ausgaben, sie dient beinahe ausschließlich zur Unterstützung von auf anderen verussbahnen verunglückten Individuen, und es sei eine wahre Ironie, die Ausgabe hiefür per 2400 fi. im LandeSfonde unter den Beiträgen für „vildungSzwecke" einzustellen. In Bolksschulsachen wurde nicht daS Interesse der Schule, sondern das nationale Interesse gepflegt, in allem nicht dar Wohl des Landes, sondern die Partei berücksichtigt. Wir wünschen, daß die Herrschaft der Nationalen und Klerikalen in der Landtagsstube ein Ende genommen habe, daß nach sieben mageren Jahren eine bessere Zeit kommen möchte, wornach es bei angestrengter Arbeit einer verfassungstreuen Landtagsmajorität möglich sein dürfte, die Folgen siebenjähriger Mißwirtschaft zu beseitigen. (Allgemeiner lebhaster «eisall.) Als dritter Redner meldete sich sodann Dr. Schaffer zum Worte. Derselbe erklärt, zwei Anträge einbringen zu wollen, dir jedoch keiner besonderen Begründung mehr bedürfen, weil letztere schon in den ausführlichen und interessanten Auseinandersetzungen der beiden Lorredner enthal-ten sei. Einer dieser Anträge betresse die Landtagsminorität, der andere die Landtagsmajorität. Der erste gehe dahin: den beiden anwesenden Vertretern der Stadt Laibach sowie d«r gesammten verfassungstreuen Minorität des Landtages, die, wie in früheren Sessionen, so auch in der abgelaufenen, ihrem Ursprünge getreu, unverdrossen für Verfassung und Fortschritt eingetreten sei, bei ihrer Haltung die Interessen des Landes immer im Auge behalten, überall weise Sparsamkeit empfohlen und — wenngleich leider angesichts entgegengesetzter Bestrebungen der national-klerikalen Majorität meist sruchtlos — bei jeder Gelegenheit versucht habe, daS Land vor unnützen Ausgaben zu bewahren und die mißliche Finanzlage desselben zu bessern — die volle Anerkennung und den Dank des constitutionellen Vereines auszusprechen. (Allseitige Zustimmung.) Bezüglich seines zweiten Antrages knüpst Redner an die Frage des JrrenhanSbaueS an, und nachdem es aus der Darstellung der Vorsprecher constatiert, wie übereilt, ein-feitig und ohne jede Rücksicht aus die bedrängten finanziellen Verhältnisse des Landes die Majorität im Landtage in dieser so wichtigen Angelegenheit vorgegangen sei, hob er weiter hervor, daß diese Behandlung der Sache in allen Kreisen des Landes und selbst bei einem Theile der Wegner den äußersten Mißmuth hervorgerufen habe, so daß der con stitutionelle Verein allen Srund habe, der in der Bevöl> terung herrschenden Stimmung Ausdruck zu geben. Redner beantragt daher schließlich nachstehende Resolution: „Der konstitutionelle Verein spricht sein Bedauern aus, daß die LandtagSmajorität die so überaus wichtige Frage des Neubaues eines Irrenhauses noch kurz vor Ablauf der Wahlperiode, dazu überdies ohne hinreichende Kenntnis der technischen Details und vor allem in einer die bedrängte Finanzlage des Landes durchaus nicht berücksichtigenden und das Land aus Jahre hinaus schwer belastenden Weise erledigt hat.« Da sich niemand mehr zum Worte meldete, so wurden die beiden gestellten Anträge zur Abstimmung gebracht und zum Beschlüsse erhoben. Sohin schloß der Vorsitzende die Versammlung, die sich sehr animiert gestaltet hatte und uut« gespanntester Auf merksamkeit der Anwesenden verlaufen war. Angekommene Fremde am 5. Juni. Hotel Stadt Wien. Vincini, Maler, und von Malsatti, Eraz. — Zebal, Lack. — Beton, Emer, Kaufleute, und Hitel, Wien. — Urbaniik, Besitzer, Thnrn. — Nathansky, Kfm., und Zajiiek, Prag. — Gchuntar, Johannisthal. — Röthel, Commis, Linz. Hotel Elefant. Fischer. Wien. — Stallmeier, Ingenieur, Krainburg — Prasch, Ingenieur, Eraz. — Rasatii, ffiütz. — Viiii, Besitzer, Adelsberg. — Ditrich, HvlSm., Wippach. — Zebnl, flfm., Triest. — 6ernit, St. Peter. Hotel Europa. Schlick, Beamter, Rekica. — Entsmann, Kfm., Wien. Mohren. Kastelitz, Oberkrain. — Flitsch, Oberkärnten. Bairischer Hof. Schenk, Besitzer, Oberkrain. — Harting, Istrien. — Zanini, Ubine. — Sanzin, Triest. — Franceschi, Divazza. Verstorbene. Den 4. I u n i. Franziska Ke der, Schlossers Tochter, 12 I., Alter Markt Nr. 7, Rachenbräune. — Rosa Benin, Privalbeamtens Kind, 10 Monate, Triesterstraße Nr. 24, Wasserkopf. — Maria Vertat, Köchin, 30 I., Zivilspital, Typhus. — Theodor Bric, k. k. Bezirksrichters Sohn, 9 I., Domplatz Nr. 9, Herzlühmung. Witterung. Laibach, 5. Juni. DaS schöne Wetter anhaltend, mittags einzelne leichte Federwolken am Himmel, Hitze im Zunehmen, schwacher SSO. Wärme: morgen« 7 Uhr + 16 2«, nachmittags 2 Uhr+ 26 0» C. (1876 + 26 7°; 1875 + 22 2» C.) Ba-«mietet im Fallen, 738-18 mm. Das gestrige TageSmittel der Wärme + 19'3°, um 17 über dem Normale. Gedenktafel über die am 8. Juni 1877 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Slipanii'sche Real., Gradaz, BW. Mvttling. — Relic. Martinkii'fcher Real., Seedorf, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Simsii'sche Real., Radovii, 33®. MÜttling. — Einzige Feilb. I. SimSii’sche Real., Kaltenseld, 83®. Adelsberg. — 1. Feilb., Zele'sche Real., Dorn, B®. Adelsberg. — Einzige Feilb. M. Simsii'scher Real, Kaltenfeld, B®. Adelsberg. — 1. Feilb., «metik'sche Real., Kreuz, B®. Stein. — Einzige Feilb. Pintar’sctter Real., ®rdb. Gut >)abbach, 33®. Stein. — Einzige Feilb. Schullerschitz'schet < Reat., Krainburg, B®. Krainburg. — 1. Feilb, Pajk'sche Real., Babetje, >8®. Rudolfswerth. — 3. Feilb., Ztimsel'sche Real., ®roß-Maiethos, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Koro-Kec'sche Real, Lepence, B®. Radmannsdors. — 3. Feilb., Pei'sche Real., Semii, B®. Möttling. — 3. Feilb., Bla-gojne'sche Real., Wippach, B®. Wippach. —2. Feilb., Rud-mann'sche Real., Rosalniz, 33®. Möttling. - 2. Feilb., Stupar'sche Real, Schöpsendots, 33®. Seisenbetg. — 2. Feilb., Jurajeskii'sche Real-, Oklug, B®. Möttling. — 2. Feilb., Bouk'sche Real., Ttiebsdvtf, 33®. Seisenbetg. — 2. Feilb., Knisitsch'sche Real., Prädaßl, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Zaletel's»e Real., Arnberg, 33®. Seisenbetg. — 1. Feilb., Bidic'sche Real., Gesindeldotf, B®. Rndolsswerth. — 1. Feilb., Mesojedec'sche Real., Prapreke, BG. Rudolfswerlh. — Feilb., PaderKH'sche Real., Prapreke, BG. Rudolsswerth. 1. Feilb., Perhue'sche Real., Odernußdorf, BG. Rubolfs-werth. — 1. Feilb., Drab'sche Real., Grvßzerouz, B®. Rudolsswerth. — Reass. 3. Feilb., Rozek'sche Real, BojanS-dorf, B®. Möttling. Hauptgewinn 375,000 Mk. Gliche*. Die Gewinne Sirant. d. Staat, rste Ziehung: ' 13. u. 14. Juni. Telegramme. Wien, 4. Juni. Die „Politische Korrespondenz" meldet, der Fürst con Montenegro sei mit einen Truppen nach der Herzegowina abgerückt, um ich mit den, den Dugapaß occupierenden Montenegrinern zu vereinigen. Petersburg, 4. Juni. Nach eingelaufenen Nachrichten von der Kaukasusarmee bestand General Ikrawtschenko am 28. Mai ein siegreiches Gefecht gegen 3000 Fxinde, worauf der Uebergang über die Bagadabrücke erfolgte; am 29. Mai überschritt die Colonne den Kodorfluß und erreichte Digerd. Die Colonne de« Fürsten Nakaschttse schlug 500 Auf. ständische an der Grenze Salataviens. Nach fünf, ständigem Bombardemt Soschi's durch zwei Türken Monitor«, versuchten die Türken die Landung mit fünf Dampfkuttern; die Kuttermannschaft wurde durch russische Schützen getödtet, die gelandeten Truppen wurden vollständig vernichtet; die Kirche und alle Gebäude Solschi's wurden beschädigt. Konstantinopel, 4. Juni. DaS Haupt quartier Mukhtars ist gegenwärtig in Köprüköi. Die Russen sind noch in Olti. In der Gegend von Suchumkale fanden neue, den Türken günstige Ge fechte statt. Die Donau-Schiffahrt wurde von der Timok-Mündung bis zur österreichischen Grenze freigegeben. Die Montenegriner wurden energisch angegriffen. Konstantinopel, 4. Juni. Kars ist ein geschlossen. Mukhtar hat sich auf Zewin zurück gezogen. Die Lage in Asten ist ernst. Die Russen sind a»S der Umgebung von Suchumkale vertrieben Einladung zur Betheiligung' an den Gewinn-Chancen der vom Staate Hamburg garantierten grossen Geld - Lotterie, In welcher über 7 Millionen 470,000 Mark sicher gewonnen werden müssen. Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld-Lotterie, welche plangemüss nur 79,500 Lose enthält , sind folgende: nämlich 1 Gewinn event. 375,000 Mark, speciell Mark 230,000, 125,000, 80,000, 60,000, 50,000, 40,000, 36,000, \ mal 30,000 und 25,000, 4 mal 20,000, 28 mal 15,000, 12,000 und 10,1100, 23 mal 8000 und 6000, 56 mal 5000 und 4000, 206 mal 2500, 2400 und 2000, 415 mal 1500, 1200 und 1000, 1358 mal 500, 300 und 250, 25061 mal 200, 150, 138, 124 und 120, 14839 mal 94, 67, 55, 50, 40 und 20 Mark, und kommen solche in wenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur sichern Entscheidung. Die erste Gewinn-Ziehung ist amtlich auf den 13. und 14. Juni d. ,J. festgestellt, und kostet hierzu das ganze Original-Los nur 3 fl. 40 kr. das Kalbe dto. nur 1 fl. 70 kr. das viertel dto. nur — fl. ^ kr. und werden diese vom Staate garantierten Orlglnal-IjOSe (keine verbotenen Promessen) ge< gen frankierte Einsendung des Be träges oder gegen Postvorschuss selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. (208) 6—4 Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-Lose auch den mit dem Staatswappen versehenen Originalplan gratis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsliste unaufgefordert zugesandt. Die Auszahlung und Versendung der Gewinn gelder erfolgt von mir direkt an die Interessenten prompt und unter strengster Verschwiegenheit. Jede Bestellung kann man einfach yPiV auf eine Postelnzahlungsharte machen. Man wende sich daher mit] den Aufträgen Vertrauens- | voll an Samuel Hecksclier sen., Banquier und Wcclisel-Uomptoir in Hamburg. Wiener Börse vom 4. Juni. Staatsfonds, «eld War-1 Pfandbriefe. SpCTJ. «ettte, ÖMtop.! 59 70 e9,0>»llg. öft. Bod.-Lredit. dt», dto. öft. in Eilb. 65 10 65 85 bto. in 33 .1... äofe von 1854 .... 108-85 108 "I6|9fati»n. ö. w..... tele Bon 1860, ganz« 110 50 110 76'Uug. Bod.-Srer, tauft, iofe Bon 1860, ffünft.119-60 ISO —_ J Prämien»», v. ;864 .131 85 131 75 Prloritats-Obl. Qrnndent.-Obl. kiebenbürg. Ungar! Aotien. änato»3ant . . . . Ärabitonftatt . . . . Leposttenbanl. . . «Scometc-anftatt . Kran»-Bank . . . bandetrbanl. . . . »attonalbank . . . Deft. Sentgcfeai. . Union < Bank.... öerkebr«bank. . . . kllföld-Bahn . . , Uarl Ludwigbahn . »ais. Llis.-Babn . »ais. Fr, 3o(cf«6 . Staatsdahn .... küdbahn........... 78-—; 78 50 74*— 74-50 68 76 69‘-139-75 140-184— 185 640-- 650'- 77»— 774-- gcanj Oo|e|«»8aijn ie(t. Nordweftbahu 6ie6cn6(tiger . . . ElaalSdahn .... Südbahn i 5 Perz. dto. Bon» Lose. 45 75 46 76.75 77 95-85 95-806 50 »07 135-60 136-114"— 114 888-86 888' ; 74 85 74 «eld! Ware 106-76 106'--87-60 87 » 9j'S6 96 »J 89— 89 86 88-—1 88 «6 1 87-50 87-7» ,! 57-75 56-7 , 166 — 166 *• | 98 80 93" Kredit - Lose....... Rudolf« * Lose .... Weohe. (3Mon.) Augidurg 100 Mark fttanlf. 100 Mark. . Hamburg „ . London io PId. 6t«t. Pari« 100 Franc« Münzen. Rail. $(ünj»SDucattn 80-granc«ftüf 61-70 111-' Telegrafischer Kursbericht am 5. Juni. Papier-Rente 60.65.— Silber-Rente 65-70. Rente 7210. — 1860er StaatS-Anlehen 110 50. - _ actien 774. - Kreditactien 143-. - London 124;»»-, Silber 110-50. — Ä. k. Miinzdukaten 5 96. — 20-9 StUcke » 98. — 100 Reichsmark 6130._________________________— Kolv' »otil' Druck von Jz. v. »leiitmutir & Fed. Äambtrg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.