Deutsche Zeitung ~ Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat MrtftUituiig »ad v««alt»n,: PnLenwva ulica S. Telephon «r. 2l (mtenirban) I «»ju,»preis» für da» Znland: vierteljährig »o Di». haldjährig «I Dia. »an,. »»Sindigitng«« «erde« in d«r verwalt»«« zu billigste« Gedithren entgegengenommen f jährig 160 Di». Für da» «»»land entsprechende «rhohang. Einzelnummer Dw t t« Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer U» j|| Celje, Donnerstag, den 29. Dezember 1932 j 57. Jahrgang Wetterleuchten in Kleinasien Unversehens ist aus einem Konflikt zwischen der persischen Negierung und einer englischen Oel-gesellschaft die ganze Problematik des nahen Ostens m seinem Verhältnis zu Europa zu aktueller weit-politischer Bedeutung aufgeschossen. Der sozusagen klassisch-historische Charakter dieser Problematik wird auch darin erkennbar, daß sich — wie seit mehr als zwei Menschenaltern in jedem derartigen Fall — dem englisch persischen Spannungszustand sofort ein solcher zwischen Ruhland und England gesellte. Was Englands Interesse am pe: fischen Oel und an der Aufrechterhaltung seiner Position in Perfien überhaupt betrifft, so mutz man die Tatsache ins Auge fassen, daß es außer dem (unerreichbaren) russischen Petroleum und den unerheblichen Petro-leumlagern von Birma sowie auf den Niederländisch» indischen Inseln aus dieser Hälfte der Welt über-Haupt kein Petroleum in nennenswerten Mengen gibt außer in Persien. Daher die Bedeutung und der Wirkungseffekt des persischen Oels auch als politischer Treibstoff! Nicht umsonst hat sich die vor-jügliche Witterung der Empirepolitiker gerade im nahen Osten und speziell hinsichtlich ölhaltiger Gebiete so erstaunlich bewährt. Wenn man sich er-innert, daß kurz vor dem Weltkrieg eine englische Schiedskommission türkisch-persische Grenzstreitigkeiten in der Weise regelte, daß aus dem ursprünglich zweifellos persischen, durch den Schiedsspruch aber der Türkei zugeschlagenen Gebiet von Chanikin bei der Liquidierung des Weltkrieges ein Stück eines englischen Schuhstaates, des Irak, wurde, so schweigt über diese Leistung weitschauender weltpolitischer Kombination beinahe jede Kritik. Das mag genügen zur Andeutung der Rolle, die da» nahöstliche Pe-troleum als politischer Treibstoff zu spielen vermag. Wie steht es nun in dem gegenwärtig aktuellen Fall mit der Rechtslage? Die persische Regierung ficht den bestehenden Kon«ssionsvertrag nicht aus formellen Gründen oder gestützt auf mißverständliche Vertragsparagraphen an, sondern erklärt ganz ein-fach, daß ihr eine Fortdauer der Konzession nicht wgemutet werden könne, weil der durch Bilanz-frisuren geschaffene Zustand nicht fair sei. Tatsache ist, daß die Abgaben der Anglo-Persian an den persischen Staat von 20-22 Millionen RM in den Jahren 1929/30 aus 2.2 Millionen RM im Jahre 1931 gesunken sind: um 90% also, während die Anglo - Persian aus dem von >hr beherrschten Gesamtkomplei einen Reinertrag gezogen hat, der immerhin nur um 50°/o niedriger ist als im Vor-jähr. Dazu kommt, daß die Anglo-Persian sich schon einmal — 1920 — unter dem Druck der persischen Regierung zu einer „Ergänzung? - Kon-»enrion" in Anerkennung gewisser „Ungerechtigkeiten in der Rechnunglegung" hat entschließen müssen. Das war die Zeit, in der Rhiza Khans Stem «ufzugehen begann. Eine Täuschung ist nicht mög-lich: der Sinn des Vorgehens gegen die Anglo-Persian ist: Weg mit dem letzten Rest fremder Bevormundung! Persien den Persern! Man mutz die Angelegenheit als Krönung »nd Schlutzpunkt zielbewußter Emanzipationspolitik betrachten. 1919 unterbreitete England Persien einen neuen Protektoratsvertrag. Englische Truppen stan-den damals im Lande. 1921 verwarf Persien, ge-stützt auf Rußland, diesen Vertrag. 1925 konnte Rhiza Khan sich zum Schah in Schah, zum König der Könige, ausrufen lassen und den Pfauenthron fcqtäQtu. l»28 hob Persien einseitig sämtliche sogenannte Kapitulationen, d. h. Rechtsverhältnisse, die etwa denen gleichen, die China als „ungleiche vertrüge" mit den Fremdmächten hat schließen müssen, auf und schuf im gleichen Jahre die Per-fische Nationaldank, der 1930 die «englische) Im-perial-Bank of Persia ihr bisheriges Noienprioileg für 4 Millionen RM verkaufen mußte. Dem Erlaß eines Ntünzgesetzes. einer sehr strengen Devisen-ordnung folgte 1931 die Errichtung des Außenhandelsmonopols, auf Grund dessen dann im glei-chen Jahre ein Handelsvertrag mit Rußland abye-schlössen wurde. Rimmt man noch hinzu, daß im gleichen Augenblick, wo (am 1. Oktober 1932) Persien die Erneuerung der Erlaubnis für die (englischen) Imperial Airways, persisches Gebiet auf der Strecke nach Indien zu überstiegen, ver-weigerte, der Königlich holländischen Luftverkehrs-gesellschaft für ihren Lustdienst nach Holländisch-Indien diese Erlaubnis erneut gegeben wurde, dann bleibt kein Zweifel daran möglich, daß der gegen-wärtig englisch.persische Konflikt keine bloße finanzpolitische Auseinandersetzung ist, sondern der inneren, zwingenden Logik einer weltpolitischen Entwicklungstendenz entsprungen ist, der auch der weiseste Spruch eines hohen Haager Gerichtshofe» keinen Einhalt gebieten kann. Der Kampf Persien» richtet sich gegen die Bevormundung durch Eng-land. Es ist durchaus bereit, mit Europa zusammen zu arbeiten, aber nicht als Kolonie oder als halb-kolonialer Staat, sondern als souveräne Macht. Politische Rundschau Inland Der Anteil des Draubanats an dem 50'Millionenkredit für die passiven Gebiete Von den 50 Millionen Din, die als Krisen-bekämpfung im Staate ausgegeben werden sollen, wird das Draubanat 6,500.000 Din erhallen, und zwar 400.000J®in für die Ernährung armer Schich-ten, 1,800.000 für die Unterstützung arbeitsloser Arbeiter und t,000.000 für die Ausführung ge-meinnütziger öffentlicher Arbeiten. Aus Stadt und Land Kaufet! Kaufet! Bekanntlich hat im von-gen Fasching eine nationalistische Organisation in Ljubljana Aufrufe erlassen und auch sonstigen Druck ausgeübt, damit in Anbetracht der allgemeinen Krise keine Unterhaltungen etc. stattfinden. Wir haben gleich damals in einem Leitartikel auf das vollkommen Verfehlte und Gedankenlose einer solchen Einmischung, von der sich auch Behörden (Verbot von Faschmgsunterhaltungen) beeinflussen ließen, hingewiesen. Nun lesen wir in der Weihnachts-nummer der Ljubljanaer „Jutro" an leitender Stelle aus der Feder des Bürgermeisters von Ljubljana Dr. Drnko Puc nachfolgende Zeilen: Eine Sparsamkeit, die in der heutigen Zeit darauf ausgeht, daß möglichst wenig verbraucht wird, ist schädlich. Wer kann, soll kaufen, natürlich vor allem heimische Ware. Soll kaufen, um? er will, nur daß der Konsum belebt wird! Auch dieser ist in diesen Zeiten ein geringerer Schädling in volks-wirtschaftlichem Sinne, welcher das Geld verschwen-det und hinauswirft, als jener, der es fruchtlos zu-Hause ausbewahrt. Deshalb ist es kein Scha-den, wenn sich die Leute unterhalten, öffentliche Veranstaltungen besuchen, Theater. Kinematographen und auch Tanz. Da» Geld mutz unter die Leute, denn damit hilft man di« Krise lösen! Deutsche Zeitungen und Zeitschrift«« der Donauschwaben. Einem lange empfundenen Bedürfnis wurde mit der Herausgabe der Zeitschrist „VolkswaN" entsprochen, die soeben erschienen ist und vom Schwäbisch-Deutschen Kulturbund unter Mitwirkung des Landesverbandes der deutschen Akademiker herausgegeben wird. Diese Zeitschrift hat sich zur Aufgabe gestellt, die Erforschung unserer Heimatgeschichte durch Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu fördern, volkskundliche Aufsätze zu ver-öffentlichen und unser schöngeistiges Schrifttum zu pflegen. Zu ihrem Aufgabenkreis gehört di« Pflege aller Offenbarungen unseres kulturellen Lebens. Vorgesehen ist desgleichen die Ausstattung der Zeit-schrist mit künstlerischen Bilderbeilagen. Die erste Folge der Zeitschrift umfaßt nachstehende Arbeiten: Der Weg vor uns. — Unsere Ziele, von Prof. Phil. Hilkene. — Einige Probleme der donauschwä-bischen Volksforschunp. von Univ. Prof. Rektor Dr. Heinrich Schmidt. — Die Abstammungsorte der Rovi Sivacer Kolonisten, von Fritz Westerfeld. — Deutsche Zeitungen und Zeitschriften der Donau-schwaben, von Prof. Dr. Heinrich Rez. — Das Ideal der Größe, eine Goethe-Abhandlung von Prof. Phil. Hilkene. — Wie unsere deutschen Dorf-gemarkungen entstanden sind, von Fritz Westerfeld. — Der Zwickelschar-Ackerflug, von Nik. Heß. — Außerdem find in dem Heft Mitteilungen der Schrift-leitung, sowie eine reiche Buch- und Zeitschriften-besprechung enthalten. — Als Beilage ist dem „Volkswart" die bekannte Erziehungsschrift „Unsere Schule" angeschlossen. Als Hauptschriftleiter des „Volkswartes" zeichnet der Obmann des Kulturbundes Herr Johann Keks. Deutsche Volksgenossen! Bestellet unverzüglich den ..Volkswart". ihr helft damit unserer vornehmsten Körperschaft, wirkliche Kulturarbeit zu leisten, und fördert unsere heimischen Schriftsteller und wissenschaftlichen Arbeiter. — „Der Volkswort" kostet ganzjährig — vier Hefte, da er vierteljährlich erscheint — mit „Unserer Schule" 50 Din. Sonderbezug „Unserer Schuleganzjährig 16 Din. Bestellungen an die Leitung des Kulturbunde», Novisad, Cara Lazara 7. Celje Silvesterabend des C. M. G. B. Wie alljährlich, gibt der Männergesangverein auch heuer einen Silvesterabend, der von Vorträgen des Haus-orchesters und von Männerchören ausgefüllt werden soll. Außerdem wird eine neu gewonnene Kraft lustige Sachen zum besten geben, die wegen ihrer zeitgemäßen Note gewiß lebhaften Anklang finden werden. Der Abend findet natürlich bei Tischen statt. Alle Freunde und Gönner des Vereine« werden gebeten, zu kommen. Der Verein hatte ja ursprünglich die Absicht, angesichts der angestrengten Vereinsarbcit in der letzten Zeit (Haydnfeier!) von einer Siloesterfeier abzusehen. Da jedoch die ständi-gen Gäste des Vereines selbst für die Abhaltung einer Siloesterfeier stimmten, entspricht der Verein gerne diesem Wunsche, er erwartet aber auch mit Recht, daß seine Freunde auch wirklich kommen werden. Evangelische Gemeinde. Am Siloester- abend findet um 6 Uhr abends die Jahresschluß-Andacht, am Neujahrsmorgen um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließender Abendmahlsfeier in der Christuskirche statt. Vermählung. Am 23. Dezember nach-mittag» fand in der hiesigen Pfarrkirche die Ver-mählung des Herrn Dusan Sancin, Musiklehrer an der Glasbena Matica in Celje, mit Frl. Mar-j«nka Plzsk, Musiklehrerin an der gleichen An-statt, statt. Die Weihnachtsferien an den Schulen in Celje dauern bis einschließlich 10. Jänner. Srit« 2 Deutsche Zeitung Nummer KW Spende. Der Ausschuß für die Arbeitslosen- und Armenhilfe teilt mit. daß Frau Maria R e-beuschegg an Ztelle von Blumen auf den Sorg des verstorbenen Herrn Miro Mojcen den Bettag von 100 Din dem Fond der Hilfsaktion kür die Beschäftigung und Nntc^kÜtzuns der MbeiMosen und Armen in der Stadt Celje und Umgebung gespendet hat. wofür ihr der genannte Ausschuß den herzlichsten Dank ausspricht. Beförderung von Reserveoffizieren. Nachfolgende Reserveoffiziere cm« Celje wur-den befördert: zum Hauptmann l. Kl.: Dr. Iosip Hu bad, Dr. Bruno Sadnik, Dr. Stani-mir Vrhovec, Iosip Skaza. Oskar Cernelc, Vekoslav Gobe c und Adolf Sadari zum Houptmann II. Kl.: Dr. Albin Juhart und Alois Kalisnik; zum Oberleutnant: Franz Sonfidenti;zum Unterleutnant: AlbinBracer, Radovan Gvbec, Mirko Presinger, Mirko Makek, Dr. Ivan Lovsin, Ing. Arnold Zupancic, Albert Kodric, Vladimir M oian, Venceslav Pertot und Eduard Rupnik. Di« Lernerfolge am hiesigen Gyrn-nasium zeigen für den am 23. Dezember abge-schlossenen Schuljal>rsabschnitt nachfolgende Resul-täte: Von allen 768 Schülern (536 Knaben und 232 Mädchen) erhielten 36 (4 7%) die Klassifiko-Hon vorzüglich. 223 (291»/,) sehr gut. 194 (25 27.) gut. ungenügend aus einem Gegenstand 145 (197.), aus zwei Gegenständen 73 (9 5%). au« mehreren Gegenständen 95 (12-3%). Fünf Schüler, die mehr als die Hälfte der Gegenstände ungenügend hatten, mußten die Anstalt verlassen. Durchgekommen find demnach 59% der Schüler, gefallen sind 41%. Tod unter dem Auto. Die Kinder haben häufig die gefährliche und häßliche Gewohnheit, knapp vor einem fahrenden Auto oder Motorrad über die Sttaße zu laufen, wodurch manchmal un-vermeidliche Unglücke entstehen. Am 20. Dezember sprang der Schüler der 4. Volksschulklo ss« Ivan Vrbnik in Trbovlje vor einem daherfahrenden Auto auf einen Wiesenrain. Dabei verlor er das Gleich-gewicht und fiel so auf die Sttaße hin. daß ihm das Auto, das natürlich nicht mehr halten konnte, gerade über den Kopf fuhr. Der Knabe war so-fort tot. Todesfälle. Am 16. Dezember starb im Allg. Krankenhaus der 56 jährige Taglöhner Peter Jost aus Gotovlje. — Am 17. Dezember starb ebendort im Alter von 29 Jahren der Beamte der Baufirma K. Jezernik in Celje, Herr Zmagoslav Jezernik. — Ferner starben am 17. Dezember im Allg. Krankenhaus die 42-jährige Taglöhncrsqatlin Agnes Stvarnik aus Tremerje, die ll-jährige Schlosfergehilfenstochter Hilda Suhadolcar aus Jurkloster, am 19. Dezember das 2 jährige Besitzers-söhnchen Franz Sioko aus Jarinovec bei Dramlje. Im Allg. Krankenhaus starben am 20. Dezember die 15 jährige Fleischhauerstochter Maria Semic aus Dobrna und der 21 jährige Arbeiter Franz Leönik aus Pobrezje bei Maribor. — Am Mittwoch ist im Allgemeinen Krankenhaus der 69-jährige Taglöhner Valentin Romih aus Zagorje gestorben. — 25. Dezember starb in Lava 104 der Geschäftsführer der Firma M. Karlvv4ek Herr Peter Bevk im Alter von 47 Jahren. — Im Allg. Krankenhaus starben am gleichen Tag der 52-jährige Taglöhner ohne ständigen Wohnort Rochus Pilko und der 39-jährige arbeits-kose Fabriksarbeiter Franz Plahuta au» Lokavec bei Rimske toplice. Unglücksfälle. Am 15. Dezember fiel dem l 4-jährigen Eisenbahnerssohne Ivan Meznar in Radeie bei Zidani most ein Klotz auf das linke Bein, das unter dem Knie gebrochen wurde. — Der S3jährige Betriebsleiter Iosip Mlekus aus Zbelovo bei Poljcane brach sich am 15. Dezember bei einem Sturze das linke Bein unter dem Knie. — Am Montag fiel im Wall» in Lokaoec bei Rimske toplice dem 21-jährigen Waldarbeiter Iosip Taster ein gefällter Baum auf das Bein und zerschmetterte ihm das rechte Knie. — In ofojja vas erhielt gelegentlich eines Ueberfalles der 25 jährige Besitzers-söhn Karl Kolar einen so starken Schlag auf den Arm, daß ihm der Unterarm gebrochen wurde. — Die 11 jährige Beamtenstochter Edith Krusic aus Celje verletzte sich am 21. Dezember bei einem Sturz schwer am rechten Ellenbogen. Pollzeinachrichten. Am Freitag, dem 16. l. M, gegen 6 Uhr abends kam die 30-jährige Krämerin Franziska Sluga au» Gomilsko in ein Manufakturgeschäst in Celje. wo sie Ware im Werte von 696 Din kaufte. Während man sie bediente, stahl sie in einem günstigen Augenblick Waren im Wert von 181 Din. Mit dem auf 696 Din au«-gestelten Zahlungszettel ging sie nicht zur Kassa, sondern sie nahm die Ware und verschwand bei ve'r Tklre hinaus. Das gleiche führte sie in einem anderen Manufakturgeschäst auf. wo sie Waren im Wert vnn 149 Din herausschwindelte. Die Diebin wurde verhaftet, als sie gerade den Autobus nach Gomilsko in der Ljubljanska cesta besteigen wollte. — Am 17. Dezember wurde das 24-jährige Dienst-mädchen Fanni K. aus Vrbje bei ^alec verhaftet, weil sie im Verdacht steht, ihrer Dienstgeberin Frau Wesiak auf der Ljubljanska cesta verschiedene Ge enstände im Wert von 527 Din gestohlen zu aben; ferner soll sie ihrer Dienstgeberin am 5. Ok-tober 1000 Din und am 10. Oktober 2200 Din gestohlen haben. — Am 18. Dezember gegen 1 Uhr Mittag wurde der Tischlergehilfe Heinrich M. aus Kormin verhaftet, weil er aus dem Vorzimmer einer Wohnung auf der Mariborska cesta in Ga-berje, wohin er betteln gekommen war, einige Kleidungsstücke stehlen wollte. Die Wohnungsinhaber konnten dies im letzten Augenblick beobachten. — Dem Besitzer Simon Narat aus Nova vas wurde vor einem Geschäft in der Kralja Petra cesta ein schwarzlackiertes Puchrad gestohlen; die Polizei verhaftete zwei Verdächtige, ohne jedoch dos Rad zu finden. — Der Frau Josefine Vranjek wurden aus dem Vorzimmer ihrer Wohnung in der Trubarjeva ulica 5 ein Damenmantel und eine Aktentasche gestohlen. — Das dem Hausbesitzer Simon Narat aus Nova vas vor einem Gasthaus in der Kralja Petra cesta gestohlene Fahrrad ist vor der Werkftätte eines Mechanikers am Deckov trg wieder gefunden worden; es wurde dem Eigen-tümer zurückgegeben. — Am Samstag vormittags wurde in der Sladt der 4S-jährige arbeitslose Kellner Ioan Zupan au« Begunje verhaftet, weil er in einem Hutgeichäft einen Hut, in einer Delikatessen-Handlung Würste und Schinken, in einem Gold-Warengeschäfte drei Ringe und in einem Ausschank einen ganzen rohen Schinken gestohlen hatte. — Am gleichen Tage wurde in Smarjeta, wohin ihm ein Polizeiagent mit dem Fahrrad nachgefahren war, der 23-jährige Zimmermann Alois Peielinsek aus Cresnjice bei Frankolovo verhaftet, weil er in einem Geschäft in der Stadt ein Paar Schuhe ge» stöhlen hatte. Grammophone, Radio-Apparate und Reparaturen Anton Lecnik, Celje, Glavni trg 4 Die angeblichen Thorwaldfenfunde in LaSko. Vor kunem brachten einige slowenische Zeitungen in großer Aufmachung und freude-strahlend die Nachricht, daß der Prag er Jour-nalist Herr Richard Watzlawek-Sanneck — in Celje wohlbekannt — im Thermalbad Lasko Original-reliefs des berühmten dänischen Bildhauers Thor-w a l d s e n „entdeckt" habe. Auch die Wiener „Neue Freie Presse" und große deutsche Zeitungen berichteten von diesem höchst wertvollen Fund. Leider hat sich die Sache, der wir sofort ein ge-wisses Mißtrauen entgegenbrachten, als ein Fehl-schlag erwiesen.- der Konservator des Ljubljanaer Museums Herr Dr. Fran Sterle, der die wunder-schönen Reliefs fachmännisch geprüft hat, spricht sich nämlich folgendermaßen darüber au«: „Es handett sich um mehrere Büsten und Reliefs, von denen einige signiert sind, andere aber nicht. Darunter sind vier Reliefs, die die vier Jahreszeiten dar-stellen und die Signierung ttagen: „Thorwaldsen fec." Das sind aber keine Originale, sondern me-chanisch aus irgendeiner Vtasse erzeugte Kopien, wie es deren in der ganzen Welt alles voll gibt. Es ist auch die Tatsache in Bettacht zu ziehen, daß das Bad Lasko zehn Jahre nach Thorwaldsens Tode entstanden ist, also der Künstler bei allen diesen Sachen nicht mitgearbeitet haben konnte." — Eigentlich gehört ja allerhand dazu, glauben zu können, daß den früheren Besitzern des Bades nichts von bert Thorwaldsen'schen Originalen bekannt gewesen sein sollte! Di« wöchentlichen Schweinemarkte in Celje werden ab 1. Jänner 1933 wieder stattfinden. Die Schweinehändler, welche die Cillier Märkte besuchen, werden aufmerksam gemacht, daß Wagen und Automobile nach jedem Transport gründlich desinfiziert werden müssen • im anderen Fall wird ihnen die Zufuhr von Schweinen auf den Marktplatz verboten. Vorzeitiges Ergrauen des Haares verhindern Sie durch regelmässige Pllete 5», Maares mitSchwwzkopf-Extra u. »Haarclmi. Nachspülen mit »Haarglanz« (das ledern Beutel Schwarzkopf-Extra bestiegt) kräftigt da* Ha»T und festigt es In seiner Sfnüttur Es bleibt stets gesund und schön und widerstandsfähig gegen schädliche Einflüsse. Schwarzkopf-Extra mit -Haarglanz- und Schaumbrille gibt es: für helles Haar, für dunkles Haar und »Extra-Blond». W Konjice Familienabend. Statt des bisher alljährlich veranstalteten „Nikolo Abends" gab der hiesige M.-G.-V. am 3. d. M. im Saale des Gasthvfes Stefan Filipitfch einen Familienabend. an welche« die Heuer errichtete Theatersektion, die bereits im Mai d. I. ihr erstes Auftreten mit gutem Erfolge absol-vierte, zwei Einakter, und zwar den Schwank „Frauenlist" und di« unverwüstliche Posse „Eine Vorlesung bei der Hausmeisterin" zur Aufführung brachte. Deren sehr gute Wiedergabe wurde von den außergewöhnlich zahlreich erschienenen Gästen durch lebhaften und ehrlichen Beifall quittiert. Die mtt-wirkenden Damen und Herren mögen sich mit einem Paufchallob begnügen, weU es nicht leicht fällt, die durchwegs guten Leistungen einander vorzuziehen. Außerdem wurden die Pausen durch den Vortrag mehrerer gutgewählter Männerchöre ausgefüllt, während zu Beginn das Erscheinen des „Nikolo" samt Gefolge nicht fehlte, wobei jung und alt mit zahlreichen Geschenken betritt wurden. Natürlich fehlten auch nicht Musik und Tanz, so daß die gute Stim-mung bis lange über Mitternacht hinaus anhielt. Sämilichen Mitwirkenden an diesem gelungenen Unterhatlungsabcnde gebührt für ihre Mühewaltung vollste Anerkennung; die so fichtbar geäußerte Zu-friedenheit aller Besucher kann nur ein Ansporn sein, in diesem Sinne unentwegt weiterzuarbeiten. Maribor Aufklärung wäre erwünscht! In dieser harten Zeit, in welcher unzählige Kinder zu den Weihnachtsfeiertagen keine Freude erleben könn«, und wo jede Gabe, besonders Schuhwerk und Kleider, hochwillkommen sind, weil sie die armen Lenke selbst nicht kaufen fSnnen, tfi e? trnjfjk bfe vornehmste Pflicht eines Liutturverbande», we-nigsten» zu Weihnachten der allgemeinen Not durch liebevoll gesammelte Gaben einigermaßen zu steuern, damit auch die Annen wissen, daß Weihnachten sind und daß noch menichliche Herzen existieren. Mit anerkennenswertem Opfermut hat sich besonder, die Kulturbundesortsgruppe in Maribor dieser edle» Aufgabe gewidmet und schon im vorigen Jahre etliche Weihnachtsdeicherungen veranstaltet. Di« gleiche Absicht b«stand auch h«u«r. Daß hirbei besonders die Kinder der eigenen armen Kul-turbunbesmitglieder bedacht werden, ist wohl selbstverständlich. Ebenso hielt man es für seibstver-stündlich, daß für diese Bescherungen die Kinder der eigenen Nationalität in Betracht körn-men. Ja, noch mehr, nach unseren bisherigen Er-fahrungen durften nur Kinder der eigenen Ra-tionalität beschenkt werden, weil sonst — wie die» bereits des öfteren geschah — in der slowenischen Presse Vorwürfe wegen ,,Se«l«nfange»" etc. zu hören waren. Gewiß würd« «'ck, der Kulturbund b«i seinem Hilfswert nicht ängstlich an die nationale Auswahl halten, denn beim Beschenken in solchen Notzeiten möchte man bei Gott nicht national erklusiv sein! Wenn er sich bisher auf die Kulturbundes m i t g l i «d e r beschränkt hat, so war dies nicht so sehr eigener Wille als vielmehr der Wunsch, mit seinem Werke allen üblen Auslegung«« auszuweichen! Niemals hätte man sich denken köa-nen, daß nun gerade dieses Verhalten die Ursache für da» behördliche Verbot einer Weihnachtsbescherung bilden könnte! Der Hnwei», daß im betreffenden Ort o h n«d i«» «ine Weihnachtsbescherung stattfinde und daß man die beabsichtigten Geschenke an dies« Weih-nachtsbelcherung anschließen solle, kann wohl niemand ernst nehmen. Wenn jemand schenkt, opfert, sammelt, dann wird man ihm wohl kaum vorschreiben können, daß er sein gutes Werk durch einen anderen durchführen lassen soll«. Denn besonder» bei Wkihnochisbescherungen gibt e» da»jentge in besonderer Süße, das man die Freude des Geben» nennt. Daß man diese Freude dem Spender läßt, ist gewiß das Natürlichste! Wir haben schon manches erlebt, aber an ein ernstliches Verbot einer Weihnachtsbescherung für arme Kind« eigen« Nummer 103 Deutsche Zeitung Seite S Vereinsmitglieder — in diesen bitteren Notzeiten, wo jede Hilfe willkommen sein muh! — vermögen wir doch nicht zu glauben. Wir können nur on> nehmen, dok diese Entscheidung der Behörde auf einem Mißverständnis beruht und deshalb erwarten wir mit Zuversicht eine nähere Aufklärung des Falles bzw. eine nachträgliche andere Erledigung. Mutz bei einer Weihnachtsbescherung überhaupt um die Bewilligung angesucht werden? Zu bemerken wäre noch, daß im Zusammenhang mit dem Gesuch der Kulturdundsortsgruppe in Maribor um Bewilligung der Weihnachtsbescherung in Sladki vrh die Gendarmerie bei dem dortigen Vertrauensmann des Kulturbundes, einem Bauern, Hausdurchsuchung vornahm und dabei Briefe, die von der Kulturbundsleitung in Maribor an diesen gerichtet waren, beschlagnahmte. Die Erledi' gung der Bezirkshauptmannschaft Maribor linkes Ufer aber lautet in deutscher Uebersetzung folgender-»aßen: ..Bezirkshouptmannschaft Mbr., I. U, am 22. 12. Die dortige Anmeldung vom 22. 12. l. I. bezüglich der Veranstaltung einer Weihnachtsfeier «it Beschenlung armer Kinder deutscher Nationalität in Sladki orh kann nicht zur Kenntnis genommen werden, weil es bei Veranstaltun» gen von Weihnachtsfeiern in ländlichen Orten nicht angezeigt ist, Unterschiede zwischen den Kindern noch der Nationalität zu machen, und weil eine Weihnachtsfeier mit Beschenlung der armen Kinder in diesem Ort schon die Schulleitung in Sladki vrh veranstaltet, und zwar ohne Unterschied der nationalen Zugehörigkeit oer Kinder. Wegen des Beschenken» der Kinder können Sie sich daher an die dortige Schulleitung wenden, welche sehr gerne die Weihnacht »gaben für die Kinder über-«ehmen wird, für die sie bestimmt sind". Spende. Die Dämmerschoppenoereinigung beim Modric hat bei ihrem Weihnachtsabend zu Gunsten der Winterhilfe des Schwäbisch - Deutschen Kulturbundes. Ortsgruppe Maribor. 600 Din gespendet. wofür der beste Dank ausgesprochen wird. Johanne» Hepperger, der Tiroler Alpen-und Bauernmaler, ho», wie wir der Wiener Presse entnehmen, bei der kürzlich erfolgten Herbstausstellung im KünsUerhaus einen überaus starken und beachtenswerten Erfolg errungen. Es bedeutet schon einiges, wenn sich fast sämtliche Kritiker, so oerschie-dentlich die Wärme ihrer Anerkennung auch sein mag, darin einig sind, daß hier monumentale und mvnumentalisierte Kunst in ihrer ganzen erdverankerten Ursprünglich feit geboten wird. Schreibt doch der be-tonnte Kunstkritiker Dr. Karl Leopold Schubert in der „Deutschösterreichischcn Tageszeitung" über Hep-perger's Gemäldedreiheit «Essender Baum", „Mutter" und „Feierabend", indem er letzteres als zweifellos bedeutsamstes Wer! dieser ganzen Herbstausstellung bezeichnet, folgendes: ^Feierabend, da sitzt so ein Alter inmitten der Stube, die Beine breitspurig gesetzt, die Arme und klobigen Hände gesegneter Müdigkeit über die Knie gelegt, in Hemdärmeln und Lederschurz — indes links hinten das Kreuz aus dem Dämmer der Stube tritt und rechts sich die Abendsonne über Pelargonienstöcke zum Fenster hereinlehnt und einen zarten Schein um den Scheitel des Greises breitet. Wie wunderbar ist hier das Unwägbare, die Ruhe gestaltet: Individuelles zu typisch Monumentalem emporgehoben! In der Tal: ich weiß in der gesamten modernen Malerei keinen tieferen, umfassenderen Ausdruck für den Abend bes Menschenalter»-. Oder über „Visander": „Dagegen wiederum sinkt — ein früheres Werk — dies Werk in die Monotonie der Erdfarbe zurück; mit Recht! Wie beladen mit der Erbschaft tausend» jähriger Schollenfrohe schaut dieser Sarntaler Schaf-bitte, dies neunmalkluge Bauerngesicht, unter seiner hohen Mantellapuze hervor, die gelben Haarbüschel flatternd wie im Hauch der Ewigkeit. Es ist etwas Troumfchweres, Tiergilbt-Uraltes, Ehronilenmäßiges um diese Bauernköpfe, wie um Johannes Heppergers Schaffen überhaupt". — Dies nur eine kleine Stichprobe aus den vielen Urteilen über den in nller Stille und fast scheuer Zurückgezogenheit ar-dcilenden Künstler, der mit seinem Meister Egger» Lienz nur die Grundnote seines Schaffens gemeinsam hat und der aus seinem glühenden Heimat-empfinden heraus kraftvoll eigene Wege zu gehen weih. Die neue Waggontolonie im Werden. Dem Beschlusse der legten Gemeinderatsitzung zu folge wurde nun zum Ankauf von 35 zur Ab-wrackung bestimmten Eisenbahnwaggons geschritten. UlfonmAluh war geplant gewesen, die Waggon» . olomew der inderKörntnervoritodt gelegenen Sch oMr. grude erstehen zu lassen. Nun hat man fich jedoch ^ur die außerhalb des Stadtbereiche» gelegene Sch»ltergrube in Tezno, die an der Triefterftraße ! liegt, entschlossen, da diese bereits Anschluß an unser Wasserleitung», sowie Elektrizitätsnetz besitzt. Die einzelnen Waggon» werden auf niedere Beton-sockel gesetzt werden, um sie von der Bodenfeuchtig» keit zu isolieren. Jeder Waggon wird mit Fenstern und einer Türe versehen werden und soll nur einer Familie als Wohnraum dienen, was besonders in moralischer Hinsicht zu begrüßen ist, da die Obdach-losenfamilien bisnun gemeinsam (200 Personen) in einer nicht allzugrotzen Baracke in der Kralj Mat-jazeva ulica untergebracht sind, wo die einzelnen Familien naturgemäß nicht getrennte Wohnräume besitzen konnten. Da diese Baracke nun vom städt-ischen Physikat aus hygienischen Gründen für un-bewohnbar erklärt und deren sofortige Abtragung gefordert worden war, mutzten sich unsere Stadt' räter entschließen, einen geeigneten Ersatz zu schaffen. Auf diese Weise wurde unser Obdachlosenproblem nun auf längere Zeit hinaus geregelt, da Wohn Hausbauten wegen der triften Finanzlage der Ge-meinde nicht in Frage kommen. Nicht gerade de-grützenswert ist jedoch der Umstand, daß man die Waggons in der aufgelassenen Schottergrude auf» stellen lätzt, wo doch nur eine beschränkte Anzahl von Notwohnungen errichtet werden kann, will man nicht die Waggons zu sehr gedrängt aneinander aufstellen. Auch ist nicht damit zu rechnen, datz es in absehbarer Zeit weniger Obdachlose geben wird; die Krise wird ja noch so manches Opfer fordern. Jede will gerne heiraten. Toni ist eine tüchtige Köchin und hat sich bereits einiges Geld erspart. In der letzten Zeit ist sie bei einem hiesigen Arzt in Stellung und erfüllt zur vollsten Zufrieden-heit ihrer Herrschaft ihre Pflichten. Eines schönen Tages kommt ein bestechender junger Mann in die Wohnung und plaudert mit ihr. Der redegewandte junge Mann macht auf sie einen noch weit besseren Eindruck, als er sich ihr al» der sicherangestellte Postdedienstete Josef Stern zu erkennen gibt, der nebenbei auch noch in der Smetanova ulica ein Häuschen besitzt. Als nun der eindruckjchindende Pepi ihr schließlich auch noch seine Liebe gestand, da war es um die Seelenruhe der guten Toni geschehen. Peperl hatte es auch mit dem Heiraten sehr eilig, denn er wollte im Eilzugstempo die Trauung vornehmen lassen, um noch die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage mit seiner jungen Frau zu ver-bringen. Toni schwamm nur so in ihrem Glück. Am 15. Dezember war es, da kam der heißgeliebte Bräutigam wieder zu seinem angebetenen Tonischer! und bat sie um die Kleinigkeit von 900 Din, um die fällige Steuer für sein Häuschen entrichten zu können. Tonischer! holte rasch den erbetenen Betrag und nach zärtlichem Abschied eilte der Bräutigam von dannen. Einige Tage vergingen, Pepeil ließ sich nicht blicken. Nur wer die Sehnsucht kennt____ Tontscherl machte sich schön und wollte Peperl in seinem Häuschen einen Besuch abstatten. Sie suchte die angegebene Gasse ab, ein dem Postangestellten Stern gehörendes Häuschen war jedoch nicht auf» zufinden. Sie lenkte ihre Schritte zur Hauptpost, um ihren Bräutigam aufzusuchen. Auf ihre Fragen wurde ihr jedoch die niederschmetternde Nachricht zuteil, datz e» einen Postangestellten diese» Namen» in Maribor nicht gebe Nun begann es in Tontscherl» Kopf zu dämmern. Resolut wie sie jedoch ist, ging sie schnurstracks zur Polizei, um der Obrigkeit ihr Herz auszuschütten. Schmerzzerpflügten Herzen» ging sie ihren Obliegenheiten nach und war voll des Abscheues über die Niederträchtigkeit ihre» „Bräu» tigams". Sie glaubte ihn wohl kaum noch einmal wiederzusehen, als, siehe da, bereits am darauffolgenden Tage Peperl wieder bei ihr erschien. Nun verfingen seine schönsten Redensarten nicht mehr, Tontscherl war kuriert. Im Nu war sie die Stiege hinabgeeilt und holte den ersten besten Schutzmann, der ihr begegnete. Peperl, der ihr Daoonstürmen wohl nicht richtig gedeutet hatte, wartete geduldig, bi» der Schutzmann erschien und ihn mitnahm. Bei der protokollarischen Einvernahme gestand er ohnewei-leres, Josef Stumpf zu heißen und aus einem Dorfe der Umgebung zu Hause zu sein. Arbeitslos wie er sei. kam er auf den Gedanken, sich auf diese Art Geld zu verschaffen, da er schon öfter gehört habe, datz man es besonders bei Köchinnen sehr gut habe. Nun hat ihm aber die resolute Tontscherl einen Strich durch die Rechnung ge» macht und außerdem wird er sich auch noch vor den Richtern zu verantworten haben. Da im hiesi» gen Kreisgerichtsgefängnis erst kürzere Zeit darin wohnende „Gäste" schwerlich einen „Urlaub" zu gewärtigen haben, werden wohl bis zum kommen» den Winter die Köchinnen nicht Gefahr laufen, ihre Ersparnisse aus eine so ..unrentable" Art und Weise bei ihm zu „investieren". Ptuj Kunstausstellung in Ptuj. Im Real- gymnasium unserer Stadt stellen derzeit eine Reihe von Künstlern ihre Plastiken und Gemälde au». Es find dies unsere einheimischen Künstler, die Herren Prof. Irak und Herr W a l l n e r, weiter» die Bildhauerin Frau Elsa O e l t j e n°K a s i m i r. ihr Gatte der Maler und Graphiker Herr Jan Oeltjen und schließlich der Maler Herr Otto T r u b l, welch letztere drei wir wegen ihrer künstle» rischen Begeisterung für unsere schöne Drau» stadt und ihre künstlerische Verbundenheit mit diesem malerischen Fleckchen Erde auch schon zu den Unsrigen zählen dürfen. Di« Herren Prof. Irak und Otto Trudl sind uns aus früheren Ausstellungen ihrer Werke hier in Ptuj bekannt. Herr Prof. Irak zeigt diesmal drei große Bilder aus seinem Kreuz» weg. welchen er im Auftrage des hiesigen Mino-ritenklosters gemalt hat und die uns, mit Rücksicht auf die Schwierigkeit dieses so oft behandelten Thema», «ine Probe von der tiefen, schlichten und dabei warm empfundenen Auffassung des Künstler» geben. Eine Reihe von weiteren Bildern in Pastelltechnik bringen glücklich gewählte Motive von der dalmatinischen Küste, die durch ihre Wärme da» Auge de» Bt schauer» entzücken. Frau Else Oeltjen Kasimir ist durch eine Reihe von Plastiken, die allerding» un-verkäuflich sind, vertreten. Besonder» entzückend sind drei Kinderköpfchen, von denen da» eine in Klinker ausgeführt ist. ein Material, daß durch seinen tief, braunen Ton und den schönen Glanz an pati» nieries Kupfer erinnert. Eine Büste der Mutter der Künstlerin, die durch ihre Lebendigkeit, hervorae rufen durch die eigenartige Behandlung de« Ma-terials, auffällt, zeigt von dem hohen Können dieser Künstlerin. Ihr Gatte Herr Jan Oeltjen, der in dieser Ausstellung durch die größte Bilderanzahl oertrelen ist, zeigt sich un» als Aquarellist. Porträ» tist und Graphiker, der durch seine Vielseitigkeit, durch die Vollendung und Stärke seine» Empfindens, sowie durch die flotte Manier und Farbengebung auffällt. Vor allem sind e» drei Porträt», ein Aqua-rell des Fräulein S. M. aus Ptuj und zwei Ölgemälde, von denen das eine Herrn U. F. au» Ptuj darstellt, jrn» andere ein Selbstporträt ist, die den Beschauer in erster Linie fesseln. Da» Aquarell» Porträt de» Frl. S. M. ist in seiner Frische und der geradezu erstaunlichen Charakteristik der darge-stellten Dame ganz wundervoll. Eine Reihe von Bildern, vorzugweise Aquarelle, die überhaupt die stärkste Seite des Künstler» sind, bringt uns Motive aus der Kolos und vor allem Bilder unserer Stadt, die in der Erfassung des Mottos, sowie durch ihre Tiefe und Dufligkeit und den Glanz der Förden besonders malerisch wirken. Herr Otto Trudl, der uns, wie schon gesagt, als alter Bekannter ent-gegentritt, erfreut un» wieder vor allem durch 3 entzückende Blumenstücke, die jedes in seiner Art ein Kunstwerk darstellen. Neben Aquarellen und Oel-dildern — Motto Ptuj — finden wir diesmal auch Bilder von der Adria, so insbesondere ein sehr flott gemaltes Aquarell, darstellend den Kanal Grande in Venedig. Schließlich tritt mit leider nur wenigen Bildern ein junger Künstler unserer Heimat-stadt. Herr Wallner, da» erstemal an die Oeffent-lichkeit. Ein Blumenstück und zwei Winterstim-mungen aus der Umgebung von Zagreb geben uns eine glückliche Probe von seiner künstlerischen Berufung, so daß man e» bedauert, nicht mehr von seinen Bildern zu sehen. Alle» in allem ist diese Ausstellung für unser« Stadt «in Ereignis, da» sich niemand entgehen lassen sollte. Die Ausstellung dürst« di» 2. Jänner 1933 geöffnet bleiben. Dr. H. Sch. Zum Dr. Ing. wurde Herr Dipl. Ing. Mar Straschill, Sohn de» verstorbenen Bürger-meisters von Breg bei Ptuj, Alter Herr der Akad. Ehemikerverbindung und ehemaliger erster Vor-sitzender des V. A. D. St. (Verband Ausland-deutscher Studenten) in München, für eine hervor-ragende Arbeit an der Technischen Hochschule München promooiett. Verlobung. Der junge in München lebende Schriftsteller Dr. jur. Hermann P i r i ch. Sohn de» vor fünf Jahren verstorbenen Lederfabrikanten Herrn Josef Pirich in Peltau. hat fich zu Weihnachten mit der Redakteurin Frl. Dr. phil. Margarete Di«d«richs, Tochter des Postpräfidenten von Saarbrücken, dortselbst verlobt. Grauenhafte Bluttat. In der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember waren bei der Besitzerin Maria Toplak in Moste-So. Lovrenc in den W. B. der 20 jährige Knecht Lorenz Bnimen, sowie die zirka 18-jährigen Knechte Jakob Mergeduö und Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 10 USVERKAUF Mein ganzes reichsortiertes Lager in GsIsntCriB*! MO(iOa| KlIPZ'i Wirk* Und SpifilwflPCII wird wegen Auflassung des Geschäftes zu staunend billigen Preisen ausverkauft. 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Während der Arbeit entstand Siischen ihnen vermutlich aus Eifersucht, weil Lorenz rumen mit einer dortigen Frauensperson ein Liebesverhältnis führen soll und diese derzeit, wie man hört, auch in gesegneten Umständen sich befindet, ein Streit' wahrscheinlich sind die beiden Burschen Mergedus und Slana als Rivalen zu be-trachten. Schon hier drohten die beiden Letztgenannten dem Brumen mit gezogenen Messern. Brumen, der die Uebermacht wahrnahm und die Gefahr erblickte, flüchtete heimwärts, zu seinem Dienstgeber Jakob Toplak in Moste, legte sich in der Tenne nieder, ohne zu ahnen, daß er später das Opfer der rohen Helden fein werde. Beide Burschen nahmen nach einiger Zeit die Verfolgung des Ge-flüchteten auf und trafen, wie anzunehmen ist, Brumen in tiefem Schlafe an. In bestialischer Weise bearbeiteten nun beide den schlaftrunken im Bette Liegenden mit Messerstichen, so datz Brumen nicht weniger als 16 Stiche, die unter den Knien an beiden Füßen beginnen und bis an die Bauch-gegend reichen, erlitt. Nach der abscheulichen Tat liehen fie da» Opfer, das wahrscheinlich nach qual-vollen Schmerzen in kurzer Zeit den Geist aufgab, im Bette liegend uirück und suchten das Weite. Die an Ort und Stelle eingetroffen? gerichtliche Rom-Mission, bestehend aus dem Richter Herrn Dr. Lipic sowie den Aerzten Dr. Mergole und Dr. Vrecko, nahm den Tatbestand auf, worauf man die Leiche in die Totenkammer nach Sv. Lovrenc überführte, »o die Obduktion des Toten vorgenommen wurde. Das Resultat ergab 16 Stichwunden, von denen zwei als todbringend zu verzeichnen waren. Tod-bringend waren die Stichwunden an der linken Seite des linken Oberschenkels sowie an der reckten Seite der Leistengegend (Bauch), wo die Messerstiche die Hauptader durchschnitten und die Verblutung herbeigeführt haben. Die Gendarmerie von St. Lovrenc, die den beiden Tätern auf der Spur ist, dürfte sie bald der Gerechtigkeit des Ge-richte* zuführen. Renitente Helden. AIs in der Nacht auf den 22. Dezember der Gemeindewochmann der Ge-meinde Breg bei Ptuj Herr Franz Centrih in einem dortigen Gasthause die Sperrstunde ansagte, fand er eine größere Anzahl auswärtiger Hausierer vor. die größtenteils in Kroatien seßhaft sind. In- folge des übermäßigen Alkoholgenusses wurden diese, besonders aber ein gewisser Jakob Horvat und Blaz Pavic, beide au» Zurman«, Bezirk Krapina, der- art erregt, daß sie sich absolut nicht den Anord-nungen der Wache fügen wollten. Der erregt» Zu-stand führte sogar soweit, daß sich beide gegen den Wachmann vergriffen, so daß Herr Centrih lebens-gefährlich bedroht war. Durch eine Literflasche er-litt Herr Centrih, wie man erfährt, auch eine Skr» letzung am Kopfe. Nur mit Hilfe einiger Zivilisten und der mittlerweile erschienenen Gendarmerie ge-lang e«, beide Helden zu bewältigen und dem Gerichte Ptuj zu überstellen. Bei der Einvernahme haben beide die begangene Tat eingestanden. Sie werden sich nun wegen des Vergehen» gegen die Sicherheitswache zu verantworten haben. Slovensta Bistrica Frau Rosa Wesiag f. Am Donnerstag, dem 22. d. M., ist hier die Hafnermeisterswitwe und Hausbesitzerin Frau Rofa Wesiag geb. Ra-steiger nach langem, schweren Leiden im Älter von 71 Jahren verschieden. Die Verewigte, die Mutter des hiesigen Kaufmannes Herrn Roman Wesiag und des Buchbindermeisters Herrn Emil Wesiag, Zagreb, wurde auf dem hiesigen Friedhofe zur letzten Ruhe gebettet. Ihren Angehörigen unsere herzlichste Teilnahme! Todesfall. Am Donnerstag, dem 22. d.M.. ist hier der Zahntechnikerpraktikant Karl Lorger im jugendlichen Alter von 16 Jahren gänzlich uner-wartet einer tückischen Krankheit erlegen. Das allzu-frühe Hinscheiden dieses sympathischen und Erfolg versprechenden jungen Manne» begegnet einem all-gemeinen Bedauern. Seiner schwer geprüften Mutter wendet sich eine allseitige herzliche Teilnahme zu. Ljubljana Julfest in Ljubljana. Feste richtig zu feiern ist ebenso eine Kunst wie sie zu leiten, und je un-befangner eine Festlichkeit ist. je weniger Zeremoniell und Steifheit, desto mehr natürliche und wirkliche Feierlichkeit ist darin. Das Julfest in Ljubljana am 15. Dezember war so eine ungezwungene und wirk-ltche Feier. Inszeniert wurde es von der jüngeren Generation der Ljubljanaer Deutichen und es war ein sehr glücklicher Gedanke, die Weihnachtsfeier von der Jugend ausgehen zu lassen, die gerade dieses Fest in seiner ganzen Innigkeit und Herbheit auf-faßt und gestalten kann. Gekommen waren nicht alle Gäste, auf die man gerechnet hatte, das ist die ein-zige bedauerliche Tatsache, die man hier feststellen möchte. Die Neigung, sich abzusondern, ist eben leider sehr ausgeprägt bei vielen. Eingeleitet wurde das Julfest durch einen Marsch des Orchester-, das auch in allen späteren Darbietungen den schlagenden Nachweis erbrachte, daß gute Musik nicht nur von Berufsspielern gemacht zu werden braucht. Den Herren Dr. Schweiger und Dr. ctrafa* welch-Zusammensetzung und Leitung der Kapelle über haben, gehört alle Anerkennung, überhaupt verdient es besonders hervorgehoben zu werden, daß bei diesem Fest alles auf eigener Leistung fußte, ein Umstand, der bestimmt dazu beitrug, die Feier so ausgeglichen wirken zu lassen. Nach einer Begrüßung»-ansprach« durch Herrn Kositsch begann da» eigentliche Programm, dessen musikalischen Höhepunkt zweifellos ein Trio von Händel bildete, ausgeführt durch die Herren Hronek, Erker und Tauschmann. Vielen und berechtigten Beifall fand auch da» Hoch-schülerquartett durch schlichte und anheimelnd« Volks-lieder. Die Jugend machte damit ihr Weihnachts-geschenk an die Gäste, die es dankbar annehmen und zu würdigen wissen, denn bisher war man auf andere angewiesen, wollte man Lteder hören. Eine künstlerische Leistung ersten Ranges war ein wunder-voller Tanz Fräulein W. s noch Bachscher Musik, die wie keine andere die inneren Werte dessen wiedergibt, was man unter Weihnachten versteht. Die reine und strenge Klarheit der Töne Bach» fanden in diesem Tanz echten und unmittelbaren Ausdruck, eine Jnterpretierung des Glaubens. Zum Schluß der Feier sprach Herr Busbach unter dem Weihnachtsbaum die Julrede. Er sprach schlicht und ohne überflüssige Worte über den Sinn, den diese deutsche Feier heute für eine mit ihrem Schicksal ringende Nation hat, die sich aus dem Wege zur " " _ efindet. Uni diesem Zeichen sollen auch wir Weihnachten und Gemeinschafts- und Volksroerdung befindet. Und in Julfest feiern! Nach der Bescherung blieb man noch lange bei Tanz und Gespräch beisammen und Herr Nöthe! als „Conferencier" sorgte schon dafür, daß die Stimmung gut aufgelockert wurde. Es war ein Fest, von dem man den Eindruck wirklicher und zwangloser Herzlichkeit mtt nachhause nahm. tfcflcn Hartlcibiglcil und Hämorrhoidea. Ma,?en-und Darinilörungen, Leber- und Mlzanschaxllung. Rücke«-und Zircuzlchmerzen ist dcui naturliche..!?ra», .ioseft'-Gttle, wasser, täglich mehrmals genommen, ein herrliche» Mittel. Amtliche vtüfungm l'et Erkrankungen der llnterleibsoraane haben feftyefteÜi, dah da! Zrauz->toi«i-Wa>5rr sicher tobend . und «ntner griintx ableitend icittt. Da« ?rauz Iosef-Vtti« 5 ivasier ist in Apolheten. Droxertw und -pezernhandlunA» ecböUUch «i<>nt»mer, £*tau«gtbrr und Schriftleiter: tftanj Schauer in Telje. — Druck »nd «erlag: Btreinl'^tchdruckent .Weja" m «eljr Für die Druckerei veranvvorttich: Guido Echidlo in Seit« ? \