ftitmwcrtttm - greife: Für Laibach: Ganzjährig . . 3 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . ä , 10 , Btenotlt* ... — „ 70 „ Mit btt Post Ganzjährig............12 fl. Halbjährig............ 6 , «rrteljährig.......... 8 » Laibacher Für Zustellung in« Hau« eittttlj. 26 k., monall. 9 kr. «inzrlne «ummern 6 kr. TJ [flgblßtt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berückfiLtigt; Manuskripte nicht zuriilkgesentet. Nr. 145. Mittwoch, 27. Juni 1877. — Morgen: 8c» II. P. SNSertiw: vahnhofgaffe Nr. 16. «r»rdttto«»- * Juserate«-vurrau: »ongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klei», mahr & Fed. Bamberg.) Für die einspaltige Petitzeile ä 4 kr, bei wiederholter ein-schaltung & 3 fr. Anzeigen bi» 6 Zeilen 20 tr. Lei größeren Inseraten und vfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complieierten «atz besondere Vergütung. 10. Jahrgang. ,.fD>‘ Pränumcratious - Einladung. Mit 1. Juli d. I. beginnt rin neues Abonnement auf das „Laibacher TaMalt." Unser Programm für das zweite Semester 1877 ist dasselbe wie im soeben ablaufenden: Wir werden mannhaft und unermüdlich einstehen für Verfassung, Freiheit, Fortschritt, Aufklärung, Recht und Ordnung. Wir werden den Angelegenheiten des Reiche« und d:S engeren Vaterlandes Ära in, in erster Linie der LandeSverwaltung, dem Gemeindewesen, der Schule und allen öffentlichen Anstalten im Lande eine thätige Aufmerksamkeit schenken. Wir werden politische Tagesfragen, wichtige Ereignisse und Vorkommnisse auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens besprechen. Wir werden gerechten, au» glaub, würdigen Quellen fließenden Wünschen und Beschwerden die Spalten unsere» Blatte» bereitwilligst öffnen. Wir werden unser Hauptaugenmerk der slove-»ischen Presse zuwenden und hiedurch die Bezeichnung unsere» Blatte» mit dem Eigenschaftsworte Parteiblatt vollkommen zu rechtfertigen trachten. Wir werden zeitgemäße, im liberalen, oerfassungsfreundlichen, konstitutionellen Geiste und Sinne gehaltene Leit« und gediegene Fachartikel bringen; wir werden da» „Latbacher Tagblatt" in der Rubrik „Feuilleton" mit den neuesten Original-Romanen und Novellen ausstatten; wir werden die Rubrik „Lokal« und Provinzial-Angelegenheiten" reichlich auSfüllen und hoffen in letzterer Beziehung auf die freundliche Mitwirkung aller im Lande Ätain domicilierenden treuen und eifrigen Anhänger der liberalen Sache. Wir werden der politischen Geschichte de» In- und Auslandes entspreche«den Raum gönnen; wir werden die neuesten Nachrichten vom Kriegsschauplätze mittheilen und die neueste TageSgeschichte registrieren. In der Erwägung, als unsere politischen Gegner ohne Rast und Ruhe an, der Zerstörung der österreichischen Reichseinheit arbeiten und sogar staalSgefährlichrn Tendenzen da» Wort verleihen; in der Erwägung, al» die Organe unserer politischen Gegner ihre Sympathien nach Rußland auSströmen und ihre« Patriotismus für Oesterreich erkalten lassen; ih der Erwägung, al» unsere politischen Gegner die Losungsworte PanflaviSmu», Südflavien. Volk». Verführung und Volksverdummung auf ihre Fahnen geschrieben haben; in der Erwägung endlich, al» unsere politischen Gegner die Grundsäulen der Ver. fassung, die konstitutionellen Satzungen, den freiheiilichen Fortschritt, die neuen Institutionen und die neue Schule schädigen und in erster Linie bei Verwal. tung der Landesangelegenheiten und de» Landesvermögen» eine so unheilvolle Mißwirthschast zutage gefördert haben — ist e» unsere Pflicht, mit gesteigertem Eifer die Feinde der Freiheit, Kultur, Aufklärung, Schule, Verfassung und Ordnung mit den schärfsten Waffen, mit den sicher treffenden Geschossen zu bekämpfen. Das „Laibacher Tagblatt« zählt in neuester Zeit die tüchtigsten geistigen Prüfte im Lande, eminente Federn aus den Reihen der liberalen Parteigenoffen zu seinen Mitarbeitern. Diese geehrten Mitarbeiter können unsere» und de» Dankes sämmtlicher Anhänger der liberalen Partei sicher sein, wenn fit im Interesse der guten, liberalen Sache fortfahren, uns in unserer Aufgabe — ein gutes politische» Blatt zu schaffen — kräftigst zu unter« stützen. Wir empfehlen daher da» „Laibacher Tagblatt" der eifrigen geistigen Mitarbeit vonsrite der liberalen Parteigenvffen und der materiellen Unterstützung Vonseite des lesenden liberalen Publikums. Das „Laibacher Tagblatt" ist das einzige vollkommen unabhängige Journal in Ärain, und es wird dasselbe diesen Standpunkt sich auch in der Folge zu wahren wissen. Das „Laibacher Tagblatt" kann nur im Besitz eifriger, tüchtiger Mitarbeiter und Korrespondenten einerseits und im Besitze eine« großen Leserkreise» andererseits prosperieren; — der Redaction soll e» an erhöhter Thätigkeit und an gutem Willen nicht fehlen. Pränumerations - Bedingungen. Dieselben bleiben unverändert wie bisher: Für Laidach: Mit der Post: Ganzjährig...................................8 fl. 40 k. «anzjährig.................................12 fl. — kr. ~ ' "" ” '61"' " 20 „ Halbjährig........................................6 „ - vierteljährig....................................2 „ 10 „ Vierteljährig.....................................3 „ — Monatlich ...................................... — „ 70 „ Für Zustellung ins Haus vierteljährig 25 tr., monatlich 9 kr. — Einzelne Nummern 6 kr. Da» „Laibacher Tagblatt" ist demnach trotz der Reichhaltigkeit seines Inhaltes die billigste hier erscheinende Zeitnng. Die Redaetion. National-Klerikaler Gründungsschwindel in Krain und deffen Krach. ^ Facta loquuntur. Es dürfte nicht unangemeffen fein, im jetzigen Momente, wo die Bilanz der von der klerikalen Pariei unseres Lande» während der zehnjährigen sterilen, ihrer nun zur Neige gehenden Herrschaft in °et Landtagsstube errungenen Erfolge gezogen wird, °uch einen Rückblick zu werfen auf jenen Einfluß, °kn sie auf das volkswirthschaftliche Leben des Lan-"S im letzten Decennium geübt hat. Mag man es immerhin im allgemeinen Interesse bedauern, das sich die politischen Gegensätze in unserm Lande auch aus da» sociale und wirth-schastliche Gebiet verpflanzten; — die Thatsache, daß dem so sei, ist unbestreitbar, und e» würde un» zu weit führen, wollten wir hier den Beweis führen, welchem Theile die Verantwortung hiefür aufzuladen fei, obfchon wir nur auf das von unfern Gegnern feit vielen Jahren in Anwendung gebrachte verwerfliche Mittel der förmlichen ProscriptionSlisten hinzuweisen brauchten, um jeden Zweifel hierüber aus« zuschließen. ES war daher nur eine nothwendige Eon« sequenz dieser Thatsache, daß sich jene Gegensätze auch auf das in der Jetztzeit so wichtige Feld volkswirthschaftlicher Thätigkeit — auf da« Associationswesen — erstreckten, daß auch bei den seit einem Decennium in unserm Lande entstandenen Actienunternehrnungen sich mit ganz vereinzelten Ausnahmen die Anhänger der beiden politischen Parteien strenge sonderten, und daß na« mentllch die von der Gegenseite in das Leben gerufenen einen decidiert nationalen Charakter an sich trugen. So ist es denn leicht zu erkennen, welcher Seite die einen und die ändern Unternehmungen ihr Ent- sichen verdankten, leicht, die beiden Parteien bei ihrer volkSwirthschaftlichen Arbeit zu beobachten und die von ihnen errungenen Resultate und den Nutzen, welchen sie dem Lande verschafften, zu b-urtheilen. Wir wollen die nackten Thatsachen sprechen lassen, und von selbst wird e» sich aus ihnen ergeben, daß alle Fehler und Gebrechen, welche der politischen Thätigkeit unserer Gegner ankleben, auch bet ihrer wirthschastlichen in unleugbarster Weise zutage treten, daß sie, wie dort, so auch hier, keine Erfolge aufjuweisen haben, daß ihre Thätigkeit hier wie dort nur den Schaden jener nach sich gezogen, die ihnen blindlings ihr Vertrauen entgegen gebracht hatten. Während die Männer unserer Partei durch die von ihnen in- Leben gerufenen Associationen nur einem zutage getretenen wirklichen Bedürfnisse abzuhelfen bestrebt waren, ihre eigenen Mittel hiebei klug zu Rathe zogen, nicht in Kreise griffen, die einen etwaigen Mißerfolg schwer empfinden müßten, während sie eine sparsame und umsichtige Leitung an den Tag legten und Bleibendes geschaffen haben, sehen wir die Gegner bei Unternehmungen, für welche ein wahres Bedürfnis nicht vorlag, die einen wirklichen Nutzen dem Lande nie bringen konnte», die sie aber infolge ihrer angestammten Fehler auch bald zugrunde richteten oder doch dem Ruine nahe brachten. Wir sehen hiebei wieder deren Ueber» schätzung bet eigenen Kräfte, ihre Großthuerei, ihre Leichtfertigkeit und totale Unfähigkeit und dabei den verwerflichsten Eigennutz in prägnanter Weise hervortreten, nicht jenen berechtigen Eigennutz, der die nothwendige Triebfeder jeder wirthschastlichen Thätigkeit ist, sondern jenen, der nur den persönlichen Bortheil einiger Leiter im Auge hat, in Anstrebung desselben dir Wahrnehmung der ,»vertrauten Interessen außeracht läßt und gegen die eigenen Theilnehmer die unverantwortlichste Rücksichtslosigkeit an den Tag legt. Vorher glauben wir aber noch ein Kapitel besprechen zu solle«, das auch in das volkswirthschaft-liche Leben des Lande- hineinragt, wenn e» gleich nicht eine selbständige Unternehmung einer der beiden Parteien des Lande- betrifft, sondern eine solche, welche von beiden Parteien mit gleich regem Eifer ongestrebt wurde, wobei jedoch das Verhalten der einen und der ändern zu charakteristisch ist, al» daß man e- ganz mit Stillschweigen übergehen könnte. Wir meinen die Ergänzung de- Eisenbahnnetze- in Krain. (Schluß folgt.) Feuilleton. Die Erbin von Thorncombe. Montan nach dem Englischen, frei bearbeitet von Hermme Frankenstein. (Fortsetzung.) 29. Kapitel. Die Ankunft der Gäste. Sehr herzliche Einladungen, sie in Redmond-Hall zu besuchen, waren von Sir Hugh und Lady Redmoud au Miß Edgely und Mr. Poulet geschickt worden, und mit umgehender Post war die Antwort von der Annahme der Einladungen gekommen. «m folgenden Montag trafen Mr. Paulet und seine Verwandten in Redmond-Hall ein und wurden mit einer Wärme und Herzlichkeit empfangen, welche sie entzückte. Am nächsten Morgen versammelte sich die kleine Gesellschaft um den kleinen Frühstückstisch. Der Postbeutel wurde hereingebracht und sein Inhalt untersucht und au-getheilt. ES war nur ein einziger Brief für Lady Redmond da — ein Brief von Dalyell, in welchem er ihr kurz anzeigtt, daß et mit Lord Thorncombe Vom Kriegsschauplätze. Am 23. d. hat der Uebergang eine» ganzen russischen Armeecorps in der beiläufigen Stärke von 27,000 Mann auf der Schiffbrücke von B r a i l a begonnen. Am 22. d. fand eine fünfstündige Kanonade zwischen den türkischen Batterien von Rust, schuk und den russischen Batterien von Slobosia und Giurgewo statt. Am 24. d. überschritt das vierte russische Corps bei Hirsowa die Donau. Die Türken haben Tullscha und Jsaktscha geräumt und ziehen sich gegen Hirsowa zurück. Die türkischen Truppen haben Bajazid wieder besitzt. AuS Widdin, Nikopolis, PyrgoS, ferner aus Rustschuk und Sistowo wird übet fortgesetzte Kanu-naben von beiden Seiten berichtet. Bei Nikopolis wollten die Russen einen Uebergang forcieren, erlitten aber große Verluste. Von Rustschuk aus werden die russischen Batterien und Schiffe bei Giurgewo bombardiert. Die Türken rücken gegen C e t i n j e vor. Die Colonne des General« Tergusakoff schlug am 16. Juni die türkischen Truppen unter Fetik Mehmet) Pascha zwischen Seidekan und Delibaba. Bei KarS wird an der Errichtung von Belagerung«-Batterien sortgearbeitet und die Beschießung der nördlichen Forts fortgesetzt. Der Abgesandte des Sultan- an den Emir von Afghanistan wird unverweilt dahin abgehen und sich sodann auch nach Kaschgar begeben. Politische Rundschau. Laibach, 27. Juni. J«la«d. In Bezug auf die Mobilisierung zweier Corps herrscht, wie der „Köln. Ztg." aus Wien mitgetheilt wird, allenthalben Verwirrung in der öffentlichen Meinung und in der Presse. Am Mittwoch früh war eine doppelte Aufstellung, Rumänien und Bosnien gegenüber, in Aussicht genommen. Am Mittwoch abends erst wurde der definitive Beschluß gefaßt, von Siebenbürgen abzusehen und gegen Bosnien zwei Armeecorps auf-zustellen, und zwar sofort und in voller Kriegsbereitschaft, so daß also eine wirkliche Mobilisierung, nicht eine bloße Bereitschaft, in Rede stand. Dies war fester Beschluß. Auffallend ist et, daß er noch nicht amtlich publiciett wurde, daher ist es möglich, daß er angesichts des unbefriedigenden Eindruckes und vielleicht diplomatischer Schwierigkeiten wegen neuerdings rnodificitrt worden sei. Die Gesammt» in Redmond-Hall unter dem Namen Piers Dalyell eintreffen werde und worin er sie warnte, bei seinem Anblicke keinerlei Uebetraschung zu vertagen. Der junge Baronett erkannte die Handschrift als dieselbe von dem vor einiger Zeit erhaltenen Briefe, den sie, nachdem sie ihn gelesen hatte, inS Feuer geworfen hatte, und et händigte ihr denselben mit ernstem Stillschweigen ein. Mit einem heftigen Ertöthen — denn Miß Edgely betrachtete sie forschend — steckte Diana den Brief in die Tasche. „Er hat gewiß nur geschrieben, um mit mit-zutheilen, daß er heute in der Nacht wieder heimlich kommt," dachte Lady Redmoud. „Ich kenne den Inhalt des Briefes so genau, al» ob ich ihn gelesen hätte." Nach dem Frühstücke begab sich die Gesellschaft in da» Morgenzimmer. Mr. Paulet setzte sich mit einer Zeitung in eine Fensternische. Miß Edgely ging auf ihr Zimmer, um sich eine Arbeit zu holen. Sit Hugh Redmond und feine junge Frau stauben mit einander vor dem Kamin. „Du hast deinen Brief noch nicht geöffnet, Diana," sagte der Baronett so leise, daß Mr. Paulet nicht» hören konnte. .Ich will ihn verbrennen, Sir Hugh," sagte sie ruhig. „Sie können ihn selbst in» Feuer werfen." statte des Corps wurde in der Höhe von mindesten» 35,000 Mann, ohne Geschütze, bezeichnet. Die österreichischeAuSgleichS-Depu-tation beschloß, das ungarische Nuntium ausführlich schriftlich zu beantworten und zugleich mit dieser Antwort an die ungarische Deputation die Mittheilung zu richten, daß die österreichische Deputation, dem Wunsche der ungarischen Deputation entsprechend, ein Subcomite von sechs Mitgliebern zur mündlichen Verhandlung mit einem gleichen SubcomitS der ungarischen Deputation entsenden wird. Die Wahl dieses Eomitö's wird erst dann vorgenommen werden, wenn der Inhalt des neuen österreichischen Nuntium« festgestellt sein wird. Der Präsident wurde ersucht, den Präsidenten btt ungarischem Deputation von diesem Beschlüsse zu verständigen. Ausland. Der Präsident der f r a n z ö s i s ch e n Kammer, HerrGr6vy, dankte bei Gelegenheit der Auflösung der Kammer für das ihm bewiesene Wohlwollen und fügte hinzu, daß der Appell an daS Land bevorsteht, baS über die Kammer urtheilen und anzuerkennen wissen werde, daß dieselbe in ihrer allzu kurzen Wirksamkeit sich um Frankreich wohl verdient gemacht habe. Gr6vy verlas hierauf da» Auf-lösungr-Dekret, welches besagt, daß die Wählet binnen drei Monaten einberufen werden. In serbischen politischen Kreisen erwartet man die Unabhängigkeitsetklärung nach dem Zusammentritt der Skupschtina. Der russischeKaiser ertheilte dem Fürsten von Serbien den Rath, sich an Oesterreich zu halten und die Beziehungen mit Wien in btt freundschaftlichsten Weise zu pflegen. Man sprach in Belgrad von einer bevorstehenden Reise de» Fürsten nach Wien, was aber noch unbestimmt ist. Die Pforte erhielt eine Eopie der Note Gortfchakoffs an Lord Derby. Man ersieht au« derselben die Hinterlistigkeit Rußlands. Man kennt sehr wohl die Ziele Rußlands, welche in der ffireitcung autonomer Staaten aus türkischen Provinzen bestehen. Zur Tagesgeschichte. — Postmetstervereiu. Am 25. 6. M. fand in ®wj die Generalversammlung deS PostmeistervereinS statt. Das Tonserenz-Protokoll sowie daS Elaborat über den zu bildenden Penflonsverein wurden mit vollster Anerkennung entgegengenommen. Der Antrag des Postmeisters Eberl wegen Verbesserung der Lage der Postexpeditoren wurde einstimmig angenommen. Ernst Andrea« Hofer wurde zum Präses, Vincenz Bauer zum Kassier wiedergewählt und Josef Eberl aus MeiSdorf zum Bizepräses neugewählt. Sie händigte ihm die unerbrochene Epistel ein und er legte sie in die Glut. Das Papier flammte auf, zerfiel in Asche und DalyellS Warnung war ungelesen geblieben. Sir Hugh äußerte kein Wort des Dankes ober der Billigung, aber er schaute seine junge Frau mit einem Blicke an, der sie freudig und schmerzlich zugleich durchzuckte. Nach einer kleinen Weile verließ er das Zimmer. Lady Redmvnd näherte sich Mr. Paulet, welcher seine Zeitung au« bet Hand legte und mit väterlichem Lächeln zu ihr aufschaute. Gleich darauf waren beide in eine lebhafte Unterhaltung über Redmond-Hall vertieft, die erst unterbrochen wurde, al» Lord Thorncombe gemeldet ward. Sir Hugh eilte ihm bi» zur Thür entgegen und stellte ihm Lady Redmond und Miß Edgely vor. Der Graf nahm Diana's Hand mit großer Ehrerbietigkeit und drückte sie warm. „Ich habe mich danach gesehnt, Sie kennen z» lernen, Lady Redmond," sagte er, „seit ich Sie im vergangenen- Sommer im HydeParke gesehen habe. Diese» Vergnügen hat sich mir lange verzögert, aber e» ist vielleicht umso größer, weil ich die Hoffnung bereit» ausgegeben hatte, Sie wiederzusehen." (Fortsetzung felgt.) — Theaterkrach. Der Theaterdirekwr Herr von Bertalan in Teplitz kann zum l.Juli die Gagen nicht bezahlen und verlangt daher vom dortigen Magistrate einen Vorschuß. ES fand eine geheime Sitzung statt, bei der die Ausführungen deS Herrn o. Bertalan einer sehr herben Kritik begcgneten und beschlossen wurde, den angesuchten Vorschuß zu bewilligen, wenn genügende hypothekarische Sicherheit geboten würde. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Wrigmal-Korrespondenzen. Aus Der Littaier Gegend. Am 20. d. M. fand in Hk'ligenlreuz bei Thurn-Wallenstein die Wahl der Wahl-Männer statt. Die genannte Gemeinde faßte einige läge vor dieser Wahl den Beschluß. Männer zu wählen, zu wellten man großes Vertrauen hat; diese sind: Franz Miklawitsch, HandelSmann und Wirth; Anton Dolinar, Postmeister, beide in Heiligenkreuz und Anton Boschitscb, Gtund» besitzet und Wirth in Moräntsch. Än diesem Wahlacte nahmen auch tie dortige Psarrgeistlichkeit und der Schullehrer ihril. Der letztere erwies sich als Fridolin der zweite, als »treuer Unecht" der Klerisei. Die beiden Priester, Fri-bolin II. mit denselben im Bunde, zogen nnn über obige drei Männer Miklawitsch, Dolinar und Boschitsch los, Postmeister Dolinar wurde als ein glaubensloser Mann hin« flestellt, auch über die Häupter der übrigen zwei Männer e,floß sich aus dem klerikalen Füllhorn Pech und Schwesel und infolge dieser echt priesterlichen und von schulmeisterischer Seite unterstützten strafwürdigen Wahlmanvver geschah es, fca6 anstelle der vor der Wahl bestimmten Männer drei andere, aber der Klerisei treu ergebene Zeloten und Rauch-faßträger als Wahlmänner gewählt wurden. Abscheulich ist das Gebeten der Klerisei; sie scheut weder die Lüge noch da« verbrechen der Verleumdung, um ihre Zwecke zu erreichen. Tief zu beklagen ist eS, daß in Lehrkreisen sich noch immer Abtrünnige finden, die der Klerisei bei dem Schand. gewerde, das st, bei den Wahlen treibt, Hausknechtsdienste verrichten. bikifniz, 25. Juni. Wir begrüßen tnit Genngthuung das warme und selbstlose Eintreten ihres geschätzten Blattes für die liberalen Ideen, welche eS seit feinem Bestehen in wahrhaft patriotischer Weise vertritt, und die« umsomehr, da es eo» einzige Statt in Riain ist, welche« die ursprünglich angenommene Tendenz makellos und consequent beibehält. Wir anerkennen die gelungene Lösung der schwierigen Ausgabe, welche das „Laib, Tagbl." sich zum Ziele gesetzt, indem es mit unerschütterlichem Muthe die Wühlereien der „unfehlbaren" Finsterlinge im gegnerischen Lager bekämpft. War e« ober je an der Zeit, für die Fahne des Liberalismus in unserem engeren Vaterlande mit patriotischer Wärme ein» Jutteten, die Staatsidee dem Egoismus zu entreißen, dem 6ut® die Knute der Klerisei dressierten Landmanne den Weg 6,1 Freiheit und des Wohlstandes zu zeigen, ihm die Aus-ftch* aus bessere Verhältnisse zu zeigen, so ist es vorzüglich l'tzt, wo wir vor 6er Neuwahl unserer Landesvertretung stehen, wo eg gilt, durch die Ausmerzung der sich längst i n t6ttn/ dem mittelalterlichen servilen Feudalismus früh. len en ®hatlatane und durch Fernehaltung der sreiheits» f°clf<6ritt6feinBticben Klerisei die durch national-klerikale »wirthschast arg herabgekommene Sandesautonomie miedet ®«fzutichteit und bessere wirtschaftliche Zustände zu schaffen, eben jetzt wird vonseite der national-klerikalen Sippe e4 in Bewegung gesetzt und kein Mittel unbenUtzt grlafsen, Um P* noch fernerhin die Herrschaft im Lande zu sichern. Unsere Klerisei, namentlich unsere Lokalcuratie, leistet >n Wahlagitationen Außerordentliches, die Kanzel wird zur Politischen Tribüne, der Beichtstuhl zum Exercierplotz sür ^«hlmanbeer umgestaltet. Die Hetzkapläne stehen in den dieihe» der Streitet voran, sie sprechen über die liberalen ®äWet den Bannfluch, sie liefern in gewohnter scheinheiliger, 01,11 und wann auch in roher Manier ihren frommen Zuhörern ein mit ganz besonders schwarzen Farben aus-8*ftthrus Bild von den Liberalen, die sie als Gotteslästerer “Nb Pflastertreter hinstellen, die nichts geringeres bezwecken, °li Untergrabung religiöser Grundsätze. Diese Hetzkapläne **tnen die Andächtigen vor dem Verkehr mit den dem ewigen jj*uet verfallenen Liberalen, die eS bereits so weit gebracht wben, doß sie während deS Gottesdienstes — Kegel scheiben, «undert euch nicht, ihr Gesalbten des Herrn, daß Leute et Erziehen, anstatt in die Kirche, auf die Kegelbahn zu gehen l Ihr selbst tragt daran Schuld! Die Kirche, die Kanzel und der Beichtstuhl hat aufgehört, eine heilige Stätte, ein Hafen de« Frieden- zu fein ; ihr schüfet daraus eine Arena für politische Streiter, eine Stätte des Hetzkampfes; anstatt Worte des Friedens, predigt ihr Notionalitätenhaß und Krieg der Neuzeit, der Aufklärung, der Freiheit, dem Fortschritt! Selbst da- Ohr des gemächlichen Landmannes ist heute nicht mehr geneigt, eure Bannflüche auf den Liberalismus anzuhören ; ihr habt die Bahn des Evangeliums verlassen, ihr intoniert nicht mehr bas Pax vobiscum (der Friede sei mit euch), sondern offenen Kampf gegen die Liberalen! Ihr mischt euch in den politischen Wahlkampf, ihr schwindelt dem bäuerlichen Wähler vor, es handle sich bei den jetzigen Wahlen um die Rettung der arg beirohten Religion, ihr droht euren Psarrkindern mit ewiger Verdammnis, wenn sie nicht eure Kandidaten wählen würden. Auf die Hetzkapläne im Lande und auch in unserem Bezirke möchten wir Behörden, Gemeinden und Gemeinde« Insassen aufmerksam machen, die Aufhetzungen der »apline nehmen kein Ende, die Wühlereien nehmen bereits Fermen an, die gegen das Strafgesetz versüßen. Auch die höher gestellte Klerisei tritt, Mißbrauch der Amtsgewalt übend, in den politischen Wahlkampf ein, sie citiert mit förmlichen Borladungsdekreten die Bauern in die Psarramtskanzlei; hier wird auf das untertänige, bigotte Landvolk Hochdruck geübt; als Assistent und KanzleisLerge leisten bei diesem sauberen Geschäfte Männer Hilfe, deren Berus es wäre, sich mehr an Krankenbetten als bei Wahlmanövern einzufinden. Das sogenannte Pfaffenregiment steht bei uns in höchster Blüte, die Leichtgläubigkeit des Landvolkes wird von den national-klerikalen Hetzern in sträflicher Weise benützt, das Landoolk wird von der Klerisei irregeführt, es beugt sich nach bisher eingehaltener Hebung dem Machtspruche des oft in sehr unwürdigen Formen austretenden hochwürdigen Herrn. Zu bedauern ist, daß der an Tollheit grenzenden Wahlagitation der Klerisei von kirchenbehördlicher Seite gar kein Hemmschuh angelegt wurde, die Klerisei in fitain sieht wirklich über den weltlichen und kirchlichen Gesetzen. So lange dieser Zustand fortbauert, ist an eine Besserung der politischen, sozialen und wirthschaftüchen Loge in Kroin nicht zu denken I — (Sanktionierte» L a n d e « g e s e tz.) Der vom kr o i n i sch en Landtage beschaffene Gesetzentwurf, womit da, Londe-gesetz vom 29. April 1873, L. G. Bl. Nr. 22, zur Regelung der Rechtsverhältnisse de« Lehrstande« an den öffentlichen «olk-schuleu de« Herzogthums Kraut theilweise geändert wirb, erhielt mit Allerhöchster Entschließung vom 18. d. M. die kaiserliche Sanktion. Danach werben die I n t e r c a 1 a r i e n für erledigte Lehrstellen, welche bisher der Lehrer-Penstou«kaffe zugewiesen waren, bem Not» malschulsonde, beziehungsweise in der Landeshauptstadt Laibach der Gemeindekaffe, zustießen. — (Erzhetzog-Feldmarschall Albrecht) wird am Freitag auch die k. k. Truppen in Laibach inspizieren. — (Wahlaufruf.) ®«n Freund der BersassungS-partei richtet an die liberalen Wähler in Adelsberg folgenden Aufruf: „Holtet fest am Banner Oesterreichs, an dem altehrwürdigen Herrscherhaus! Laßt euch von den nationalen und klerikalen Wühlern nicht überrumpeln, die vor und in ollen Häusern Wache halten und euch mit Seid gewinnen wollen. Haltet fest mit den Freunden der Verfassung, mit der liberalen Partei, damit ihr nicht nntergeht im Strudel der Wirren!* — (Aus der Gesellschaft.) Ein freudiges Ereignis vollzog sich heute im Familienkreise des Herrn Lan-deSpräfidenten Ritter von W i d m a n n durch die glückliche Geburt eineS Sohnes. — («in liebevoller Sohn.) Sin in der Nähe von Gurkfeld wohnhafter und in den dürftigsten Verhältnissen lebender Inwohner, der Nationalität nach Lzeche, reiste am 22. d. nach Laibach, um feinen auf hiesigem Platze alS Handlungscommi« bediensteten Sohn zu besuchen. Mit Thränen im Auge gab der erwähnte Vater bei seinem Rückwege von Laibach nach Surkfeld im Orte Heiligenkreuz bei Turn-vallenstein der Klage und Beschwerde Ausdruck, daß er von diesem seinem in Laibach bediensteten Sohne, auf dessen Erziehung er seinerKit sein Vermögen opferte, nicht nur nicht erkannt sein wollte, sondern sogar zur Thür hin-auSgewiesen wurde. — (Todesursache.) Jener Gendarm, der vor einigen Tagen erschossen im Walde nächst Bresowiz auf. gesunden wurde, ist nicht daS Opfer einer Rache oder eines verbrecherische« Attentates, sondern er soll, wie auS einem bei demselben Vorgefundenen Briefe hervergeht, infolge vertraulicher Beziehungen zu einet Weibsperson Hand an sich selbst gelegt haben. — (Wünsche und Beschwerde it.) Nur zu oft erblicken wir an den öffentlichen Straßen und in offenen Obstgärten Bäume, die von muthwilliger oder frevelnder Hand arg beschädigt und sogar total ruiniert wurden. Leider werden solche Frevler vom Arme der Gerechtigkeit nicht ergriffen, sie gehen straflos aus. Jüngst wurde in Rudol-stadt ein gewisser I. ®. wegen muthwilliger Beschädigung von fünf jungen Straßenbäumen zu sechs Monaten Gefängnis und Berlnst der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre; weiters in Sachfen-Altenburg ein Kellner wegen Verstümmelung eines Kirschbaumes zu vier Wochen Gefängnis oeruitheilt. Bei uni kommen betlei Baumfrevler billiger durch, weil eS in der Regel niemandem einfällt, die Frevler anzuzeigen. Bei u n s werden Attentate auf Menschen und Thiere, Prügeleien und Todtschläge, Baumverwüstungen und Beschädigungen von Wegweisern, Warnungstafeln u. f. w. als der Ausfluß anerkenneuSwerther Energie und Manneskraft angesehen. Solchen «kräftigen Attentätern sollte der Buchstabe des Gesetze- mit dem Haselstocke ans den unnennbaren, allerwerthesten Körpertheil mit starken Lettern aufgetrogen werden. — („Natod* nnd der Krieg.) Die Betrach, tnngen „NarodS“ über den Krieg sind hochgeistiger Natur, er sagt unter anderem: „Die Feinde de» SlaventhmnS erholen sich infolge langer KriegSvorbereilungen der Russen allmälig von ihrem panischen Schrecken vor dem russischen Bären. Diese Slavenfeinde meinen, daß der russische Bär zu schwach sei, den bereits verendenden türkischen Esel an. zugreifen." (Wahrlich, eine gediegene Sprache, ein prächtiges Schlachlbild!) — Der russische Korrespondent deS „Na-rod“ schreibt: „Rußland hat nichts zu fürchten, Rußland vertraut und baut aus Sott, der sich niemals mit dem MohamedoniSmuS verbrüdert. Rußland hofft auf feine tüchtige Armee, auf die im Innern deS Reiche» bestehende Einigkeit und auf feine unerschöpflichen Boldquellen.* 8c« richte, die un« über die innere Lage Rußlands vorliegen, melden, daß die gerühmte Einigkeit in Rußland durch die in einigen Städten und Theilen de» Reiche» aufgetretenen politischen Unruhen einen harten Stoß erlitt und jener Tag nicht allzuferne sein soll, an welchem die fttc unaus-schöpstich erklärten Geldquellen Rußlands versiegen dürsten. — (Ein Phantasirbild.) „Slovenec"behandelte vor kurzem do» Thema „Bon der Kirche und ihren Dienern» ; er entwarf ein Bild, wie der Priester sein soll — keusch, gebildet, aufmerksam, demüthig, untertbänig, mäßig, charaktervoll, wohlthälig und fromm. „Slovenec* betonte, der Priester solle daS Herz der Menschen kennen, er soll das Salz der Erde und daS Licht der Welt fein. — Jnfolange auf dem Priester der römisch-katholischen Kirche daS Joch »es naturwidrigen (tölibates lastet, kann von echter Keuschheit nicht die Rede fein; infolaitge die Kandidaten des PriesterstandeS in von der Welt abgeschlossenen Räumen nach abgelebten Formen und veralteter Schablone erzogen und nicht an öffentlichen Universitäten auSgebildet werden, kann von wahrer Bildung nicht die Rede sein; infolange Kapläne den Befehlen ihres kirchlichen Vorgesetzten Ungehorsam entgegensetzen, insolange Priester auf der Kanzel die neuen Reichsgesetze und staatlichen Verordnungen in gehässiger und aufreizender Form angreifen, gegen die neuen Institutionen, gegen die neue Schule hetzen und die Gewalt bet Kirche höher schätzen als jette des Staates, kann von Aufmerksamkeit, Demuth und Untertänigkeit keine Rede sein; insolange Priester in Schanklokalen die ländliche Bevölkerung über die gesetzliche Sperrstunde hinaus anhalten und in Zechgelagen dem (Botte Bachus huldigen, kann von Mäßigkeit nicht die Rede sein; insolange bet Priester die allgemein anerkannte Mißwirthschast einer Landes» Vertretung in den siebenten Himmel erhebt und für die Wiederwahl unfähiger, verschwenderischer und eigennütziger Volksvertreter da« Wort ergreift und fähige Männer au» dem liberalen Lager öffentlich verleumdet, kann von männlichem Lharakter nicht die Rede fein ; insolange der Priester mit fremdem Seide (TammlungSgelder, Klingelbeutel, Armenfonds.StiftungSintereffen u. f. w.) Spenden oustheilt kann von WohlthStigkeit keine Siede sein; endlich und schließlich, insolange in der Kirche das Evangelium deS Unfriedens, deS HaffeS, der Parteiwuth, deS Ungehorsams gegen «ei»S- und Landesgesetze gepredigt wird, kann von Frömmigkeit keine Hebe sein. Ist Aussicht vorhanden, daß fca« eingangs erwähnte schöne Bild von einem echten Priester auch in Jttain einmal Fleisch unb Blut werbe? Die straf» würdigen Wahlagitationen, die sich im klerikalen Lager Kram« kunbgeden, rauben unS nach bieser Richtung jede Aussicht. «i«,ese»drt. M -ie Lrhrer von Krain! „Wenn heute ober morgen an unS Lehrer bie Frage herantritt, welche von beiben Parteien wir im entscheibenben Momente unterstützen wollen, so wirb wol niemand unter unS sein, btt sich zu jener hinneigen würbe, bie zu allen Zeiten unb in aller Herren Länder ein erbitterter Feinb btt Aufklärung unb sohin auch bei Schule, ber Vermittlerin derselben, war." (Aus btr „Laibacher Schul,tg." Nr. 18 v. 25. Sept. 1873.) Wir setzen an bie Spitze unseres heutigen Aussatzes bie Worte eines der geartetsten Lehrer be» Landes Lrain, bie bieser für alles Schöne, üble unb Gute begeisterte Mann einmal in einet geuepoche geschrieben hat, bie ber jetzigen in vielen Beziehungen gleich war. Damals wie heute pan» ben sie in einem Schriftstücke, bas bie Lehrerwelt Krains zu eifrigem Wirten unb Streben bei bevorstehenben Wahlen im Sinne ber liberalen Bersafsungspartei anfeuerte; damals wie heute waren es Wahlen, die tief in das Wohl unb Webe unsere- engeren Heimatlandes eingriffen; damals waren diese Wahlen zum großen Theile burch bie Bemühungen ber Lehrerschaft zugunsten ber österreichischen verfassungS-partei in eminent liberalem Sinne ausgefallen — unb ebenso möge es auch diesmal sein! vot vier Jahren war eS unsere Aufgabe, dahin zu wirken, baß bie von Jttain in bas Abgeordnetenhaus bei Reichsrathes zu entsendenden Boten Männer von tfesin-nungstüchugkeit unb von Liebe zur Verfassung durchdrungen seien; diesmal ist es unsere Ausgabe, eben solche Männer in den neu zu wählenden Landtag von Ära in zu senden, aus baß enblich einmal bie Herrschaft ber Ultramontanen, brr Psafsenbiener im Lande Jttain aushöre. Seit zehn Jahren herrscht in der Landbotenstube unseres Heimatlandes Ärain eine Partei, bie aller Aufklärung, allem freien Denken abholb ist unb es mit allen erlaubten unb unerlaubten Mitteln zu unterdrücken sucht; eine Partei, die, obrool sie „Glaube unb Nation" vorschiebt, doch nur egoistischen, selbstsüchtigen Zwecken dient; eine Partei, die statt burch ihre Beschlüsse bem Lande unb seiner Bevölkerung zu nützen unb sie zum Wohl unb Glück hinanzufUhren, alljährlich bie Steuerlast btr Bewohner vergrößert — um butch dieses Geld, an welchem der Schweiß der Atmen Hebt, Stellen siit ihre Ptotectionskindet, die in ihr Horn blasen, zu kreieren: mit einem Worte eine Partei, bie mit unseren ärgsten Feinben, ben Feinden ber Gebankenfreiheit, fraterni siert, mit Den Jesuiten, bie ein gelehrter Bischof Deutsch >a«bs „bie fleischgeworbene Superstition, verbunden mit Despotismus", nennt. Allem, ein beutsches Sprichwort sagt: „Der Jirug geht so lange zum Brunnen, bis et bricht." So ist auch bas Meß dieser Partei voll; ber Bevölkerung von Jttain ist es klar geworben, baß eine solche Partei am Ruber nur Verderben Über ba8 Lanb unb seine Bewohner bringt unb bringen muß, will sie ander« ihrem Programme treu bleiben. Die Bevölkerung von Jttain hat -s endlich eingesehen, baß eS nicht so fort» gehen könne, baß efl anbet« werden müsse — unb ber Aus gang btt bevorstehenden Landtagswahlen soll es dokumen tieren, baß bie klerikale Partei in Jttain bereits zu Grabt gtttogtn worbtn sei. Zwar gibt es noch eine btbeutenbe Anzahl btrtr, bie noch dem alten Sisteme huldigen, allein auch diese wird von Tag zu Tag kleiner werden. Unb hier ist es vor allem bie Aufgabe des Lehrers, jene, bie ba meinen, durch den Liberalismus drohe bem „Glauben unb ber Nation" Gefahr, über die wahren Tendenzen desselben zu belehren und auf biese Weise auf einen glücklichen Ausgang ber bevorstehen den Landtagswahlen hinzuwirken. In ber festen Hoffnung, es werbe sich unter ben Lehrern KrainS leinet finden, bet bet P fa f fe n h e 11 f ch a f t bas Wort reden wirb, sondern baß alle einig an einen vollständigen Sieg der liberalen Bersasfungs-partri hinwirken werben, schließen mit diese Zeilen mit den Worten unseres großen heimischen Dichters, die er an Ktain richtet: „Sei wie dein Strom, der in die Klüfte Des höhlenbunkels jäh verschwand, Den Weg zum Licht doch wieder fand Und funkelnd grüßt die fonn'gen Lüfte!" „Der Bazar", Illustrierte Tamenzeitnng, ist da« tonangebende, reichhaltigste Modejoutnal der Welt. Laut btt beim btulfchtn Ruchskanzleramt eingegangenen offiziellen Liste ber auf der Ausstellung in Philadelphia prämiierten Zeitungen ist dem „vazar", al« der nützlichsten und hervor» ragendsten Mvben- unb Musterzeitung, von bet Jury bie Verdienstmedaille zugesprochen worben. Diese Prämiierung etfcheint um fo werthvoller, als von allen deutschen Mode-zeitungen dem „vazar" nur allein diese Auszeichnung zu-theil wurde. Bestellungen auf d-S Sommer-Quartal (Juli-September) nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten jederzeit entgegen. Preis nur M. 2 50 (in Oesterreich nach Kurs). Probenummer» sind in jeder Buchhandlung vorrSthig «nd gratis »u erhalten. (299) 2—1 Wiener Börse vom 86. Juni. Witterung. Laibach, 27. Juni. Morgen- wolkenlofer Himmel, nachmittags Haufen» wolken längs bet Alpen, schwacher NO. Wärme: morgen« 7 Uhr + 14 0", nachmittags 2 Uhr + 28 0° C. (1876 + 16«»-. 187h + 17 4» C.) Barometer im Fallen, 738 3V mm. DaS gestrige Tagesmittel ber Wärme -j- 16.7°, um 21« unter lern Normale. Verstorbene. Den 26. Juni. Josefa Ptrthnt, SpinnfabrikS Atbtitttin, 18 Jahrt, Katlstäbtttsttaßt Sit. 18, allgemeine Wassersucht. — Alois Venir, ZugtpacketSkinb 7 Tage, St. PeterSstraße Nt. 55, Ätnnbackaiftampf. Telegramme. Wien, 26. Juni. Die „Politische Korrespon^ denz" meldet auS Bukarest vom 26. b.: Die Russen besetzten das strategisch wichtige Hirsova, wie eS cheint, kampflos. Heute aus der ganzen Donau wie furchtbare Kanonade sämmtlicher russischen und rumänischen Batterien. Budapest, 26. Juni. Ministerpräsident 5£isjo betont, daß der Zweck unserer äußeren Politik nur der ist, den Frieden zu wahren, und wenn dies unmöglich, den Krieg zu lokalisieren und daS gute Verhältnis mit den übrigen europäischen Mächten zu erhalten; auf alle Fälle aber der Monarchie die Actionsfreiheit zu bewahren, damit wir unter allen Verhältnissen solche Gestaltungen verhindern können welche mit den Lebensinteressen der Monarchie col lidieren. Tisza spricht bas Vertrauen auf die freund chaftlichen Beziehungen zu ben anderen Mächten aus, mit denen aber keinerlei Bündnis oder Verpflichtung besteht, da wir die Freiheit unserer Entschlüsse in vollem Maße besitzen. Im letzten Ministerrathe se' weder von Besetzung irgend einer Provinz noch von einer Mobilisierung die Rede gewesen, und seien bisher keine Beschlüsse in dieser Angelegenheit gefaßt worden. Niemand denke daran, auf Aenderung der Besitz- und Machtverhältnisse an den Reichsgrenzen hinzuarbeiten. ______________________ Staatsfonds. iperj. Mente, . Mo. bte. ölt. in iefe eon 1864 dose een 1860, gante #ofe »an 1860, Säuft, ttämienf». ». 1864 . Qrandent.-Obl. Siebenbürg. Ungar» & eben. lnglo«8ant.......... Ärebitanitalt........ Devofitenbenk . . . . <«cemetc«8n#alt . . ■tanco - Bank . . .. i lanbelfbant....... tatumalbent Oe?, »antgefellf. . . lnion« Bank......... öettebtfbanl........ «ttöld-Bahu . . , . Stail Lubwigbahn . . »als. «lif.-B-hn . . *ai(. gl. Oefefeb . . Etaatfbahn.......... Sübbahn........... 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