Nro. XXX. Laibachcr ^^^ Zeitung. ^i-^^2^9 <>^> ^eN 28» ^)Ull» l^V^ V^ ^ ^ ' .......... ^ ^.»»»««»»»»»»»^_____»»»>«>«> Aus Bonden. ^3ei Gelegenheit der jezt vor dem Parlemcnt liegenden Bill zur Verbesserung der Polizemnstalte >. in Bonden gegen das greuliche Steilen" und Morden, vernimmt man folgende seltsame Begebenheit, die siä) vor kurzem ereignet hat: Ein Geistlicher, welcher vonDur-ham naä) Londen kam , just eh die Wintertheater geschlossen wurden, gieng den Abend, da Mistreß^SW-dons (die ganz England vergotttrt) zum leztenmal spielte, nn DrurUa-nitheater, und befahl elnem bei stch habenden Bauernbursch, nnt dem Nagen um die Stunde zu kom< wen, und an der Ekke dcr Bow-strcet oder Bogenstraffe mtt demftc-ben m warten, damit er ihn, als der Stadt unkundig, mcln verfehlen möchte- Der Bauer bln'b unbeweglich auf dem FleM, mtt dcm Nükken an cincs von dcn Imdcrn, gelehnt. Indcm er in duscr '^tt!-, lunH war, kam ein Kerl in vokcW Laufen zu ihm hingercnnr, und fraget ihn lcisc, ob er ein Stehende-oder Laufender feie? (eine jczt gc? wohnliche Distinkzion unter den Dieben in Londen, da die eine Parlie die erhäschte Beute sogleich dcu nebenstehenden Kameraden zu> stekt, um nicht mit derselben ergriffen zu werden). Der Bursche besann sich einen Augenblik; da er aber dachte, dieß beziehe sich auf die Pflicht dcr um das Theater herum stehenden Bedienten; so antwortete er: ein Stehender— „So hebt das aus"— sagte dcr Kerl, indem er ihm eine goldene Uhr mit kostbaren Zugchörungen in die Hand gab, und sogleich davon lief. Ehe noch der Barsche von seinem Erstaunen sich gefaßt hatte, kam sein Herr und merkte, als er in den Wagen steigen wollte, daß er seine Uhr vcrlohren habe.— Nein, Herr! hier ist sie, sagte der Bur« zsche, und in der That fand sich, daß es wirklich die nämliche Uhr lwar, welche seinem Herrn einige AuZenblik?e zuvor war genommen worden. 2lus Schlesien vom 2. Juli. Man hat sich das Unglük von der neuerlichen Überschwemmung', durch den in den Gebirgen gefallt nen Wolkenbruch größer vorgestellt/ als es wirklich ist. Die Wässer, haben sich nur, weil sie so plözlich eindrangen, mehr gestandet, und, während dieser Staudung etwas Schaden gethan; durch den bald erfolgten Abfluß hat sich derselbe geringe gefunden. Von der bei Hirschberg weggeschwommenm Leinwand hofft man das meiste wieder zurük zu bekommen. Man schazt den Verlust dieser von den Bleichen weggeführten Leinwand auf 20000 Thlr. Berlin. . Se. Exzellenz, der königl. wirkliche geheime Staats - Kriegs - u. Kabinetsminister, Hr. Graf von Finkenstein, und des kurhanöveri-schen Etatsministcrs, Hr. Freiherr v. Beulwiz Exzellenz, sind von Sr. Majestät dem Könige aus Potsdam zurük gekommen. Der kurfürstlich sächsische geheime Rath, Hr. von Görne ist aus Eulcnburg hier angelangt. Die heutigen berlinischen Zeitungen enthalten das Reglement und die Instrukzion für die zur Ajou-stirun.q und Stcmplunq der Wagen und Gewichte in der Residenz Berlin angeordnete Kommission. Ans dem Hanöverischen Man bat seither von großen politischen Veränderungen gesprochen, die durch einen neuen Landcrtauscl), der im Werke sein sollte, veran-laßt werden würden. Man hat sie aber auch noch immer für politi- . sche Träumereien Zehalten. Da aber des kurhannöverische Staats-Ministers, Frciherm von Beulwiz, Exzell. dieser Tagen in Berlin ein< getroffen, und zu Sr. Majestät dem Könige nach Potsdam abge-reiset sind , so sind jene Spekulazi-onen aufs neue in Umlauf gebracht; ob aber die Gerücht, welche dar-über in Betreff einiger Staaten < die gegeneinanoer vertauscht werden sollten, und worüber schon ehedem negozirt worden seie, gegründet sind, oder ob sonst etwas wichtiges auf dem Tapet seie, das wird die Zelt lehren. Petersburg. Man weiß gegenwärtig, daß der Both schafter von Wien, l)cn Tag vor seiner Abreise nach Czarskozcllo einen Kourier an seinen Hof abgeschirmt hat. Zu eben der Zelt wurden auch vom hiesigen Hof Kolli riere an verschiedene Höfe abgefcr? tigt, welches Stoff zu vielen Mut-massungen giebt, ohne daß man dls wahre Ursache entdckken kann. Cl-m'ge meinen, es betreffe die Lage der Sachen zwischen der Pforte, und den beiden Kaiscrhöfcn, andere aber behaupten, und viellclcvt mit mehrerm Grund, es betreff cme gewisse Verbindung zwischen den vornehmsten Höten^ unh FüMn von Deutschland, ^'v- ' >/^ "Warschau. Dem Vernehmen nach haben ^le russischen Truppeli einen Kordon an der Gränze von Finnland gezogen. Cobaid Sc. Maj. der. König don Schweden in Finnland ange-MZt sein werden, soll die aus 25 segeln bestehende Kriegsflotte aus-laufen, um an den dortigen Küsten iu korsegiren» Nach den neuesten Berichten aus Konstantinopel berechnet man bereits 31 Köpfe, die dem Kopfe des Hroßveziers nachfolgen müssen. Sicherm Vernehmm nachmacht Ae Pforte noch keine Anstalten zur ^ndigung der Gränzberichtigungs-'Hche mit Oesterreich, wovon also ^vlgm zu erwarten stehen. Scit-^cm der Kopidcbi Bachi todt ist, vr vor einem Jahr von Konstan» tlnopcl nach Bosnien gesandt ward, "Ui daselbst dasjenige in Augenschein A nehmen, was von dem kaiserl. ^o^e noch verlangt wird, ist die-iu Auftrag noch keinem andern "vergeben worden. München. Eine eben so erwünschte als un-vnhofte Neuigkeit erfüllt unsre gan-tt ^tadt mit Freude. Man ver- Isichert, die regierende Herzogin von Zweibrükken, Maria Amalia befinde sich in gesegneten Umstanden. Man wünscht mit Verlangen, daß sich eine so wichtige Nachricht be-stattigen möge. Frankfurt vom s. Juli. Uiber die so geschwinde Nükreise Sr. Majestät des Kaisers, ohne des Königs von Neapel Majestät in Mailand abzuwarten , sind viele Muthmaffungen entstanden, worunter auch jene mit begriffen ist, daß gegen die Türken ein Krieg ausbrechen dürfte; indem der Monarch erst in den lezten Tagen häufige Depeschen aus Konstantinopel erhalten haben soll, auf deren Empfang die schnelle Abreise von Mailand beschlossen worden. Nach den eben eingehenden itali« enischcn Berichten Hefanden sich Se> kaiserl. Majestät am 22ten Juni no ;u Mailand. vermischte Nachrichten. Zu Paris machte das Gerücht von dem türkischen Uiberfall zu Ragusa großes Aufsehen. Der Graf^ von Bcrgennes soll zuerst davon üher Tafel gesprochen haben, aber mit dem Zusaz, daß er es nur durch eine dritte Person, und nicht' durch einen Ministerialbericht erfah» ren habe. Durch den Eifer würdigerPne-ster und rechtschaffener Bürger wich das Ar^neninstitut und die damit verbundene Bruderschaft der thätigen Menschenliebe zu Wien und .im ganzen Umfang öcr k. k- Staaten immer weiter verbreitet und thätiger unterstüzt. Um den sich da-dei verwendenden Armenbatern und Rechnungsführern ^ein Zeugniß der allerhöchsten Zufriedenheit zu gcbeli, hat der Monarch über 40 derselben zur Würde emes äußern Rathes bei dem wienerischen Stadtmagistrat ernannt/ unddenen/ diedieseWürde schon bekleiden, durch ein Hofdekret erklären lassen, daß in allen Kalten / wo ihren eigenen Personen, oder ihren Kindern , ohne Nachtheil des höchsten Aerariums und ohne Verlezzung der Billigkeit irgend eine Vergünstigung gesche hen könne, auf dieselben besonderer Bedacht werde genommen werden.— Von^ den ic>I Stük Pferden, welche der Sultan des Kaisers Majestät zum^ Geschenke macht, sind 43 in Ungarn , angekommen , von welchen 4 Stük! bereits nach Wien gebracht 'Dor-^ den sind.— Man will in ^icn^ Privatnachrichten aus Petersburg! haben/ nach welchen die rujlischen,!< Truppen in einer starken Bewc-^ Zung sein sollen, und indeß einige diese Nachricht durch die schnelle < Zurükkunf) des Kaisers für bcstat-, tint halten, wollen andere wissen, daß die Pforte das Granzberichti- < Zungsgeschafte mit dem kais. königl. z Hofe im Frieden ausgleichen werde, j .Laibach dM 27. Juli. Mit hcr Nachsicht von der Erh^ bung dcs Bisthum Laibach in el>l Erzbisthum, die in dem Brüncrblat-te Nro.s8. enthalten war, waren wir obwohl wir eigentlich nichts verlaßl-ges wissen/ bis auf einige Umstauds ganz zufrieden. Nur den Ausdruk das noue BisN)Um ^üibach reformilell wir in so weit, das dieses Bisthum nicht neu, sondern 324 volle Jahre alt sei, indem es Anno 1461. durch Kaiser Frieoerich den Friedsamen gestiftet wurde. Heute um 51 Uhr Vormittags sind allhier vor dem all hiesig k. k» Hauptzollamte die vermög höchster Hofresoluzion außer Handel gssezte Waaren öffentlich, und zwar folgen^ dc Stükke verbrannt worden: als Tuch, seid. Strümpfe ll.Tückel, To? baksdosen, Konfekt und anderes gleichen kandirte Früchten, und cnis große Anzahl Mkelhäringe u. T 0 d ^ e n v e r 2 e i ch n ß. Nro. 40 in der Nosengassen/ d/n 17. dem Dominikus Farger lc^ ne Tochter alt 3 Jahr. ^ ^ 3^ro. 245 am Plaz den i3- He" Franz Ant. v. Steinhofen, gewc-ster Medizine Dokt. alt 62 Jahr- 3^ro. 62 nächst den Kapuzinern den 19. die Maria Kosthakin/ all 75 Jahr. Gedruckt in der Kleinmayrischen I.Oe. Gubernial - und landschaftl. Buchdruckerei/ im Gersonischen Hause l>l. io. in der Kapu« zinergasse, wo oie Zeitung ftlle DonerstaZ zu haben ist.