poZtnins pIsLans v xotovini. Kinzekne Kummer 150 Din. Nr. 29. Erscheint jeden 1., 10. nnd 20. 12. (27.) Jahrgang. Organ der Gotischen Deutschen. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig 15'— Din. D.-OefterreiL: ganzjährig 6 Schill., halbjährig 3 Schill. Amerika: 2 Dollar. — Deutsches Reich 4 Mark. Koöevje, Kreitag, den 10. Hktoöer 1930. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgeftellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigrn-Ausnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje Die Gotischen Fabriken. Daß die Fürsorge für die Arbeiter und Ar¬ beiterinnen in den beiden Gottscheer Spinnereien -sowohl hinsichtlich ihrer Wohnung in der Stadt und der Arbeitsräume, als auch der Entlohnung, am meisten aber hinsichtlich des Schutzes ihrer Gesundheit manches zu wünschen übrig läßt, ist allbekannt. Günstiger davon sind wohl jene Ar- beiter und Arbeiterinnen, die in den zunächst liegenden Ortschaften der Stadtpfarre und der Mittcrdorfcr Pfarrgemeindc bei den Angehöcigen Wohnung und Kost haben, wenngleich auch sie nicht zu beneiden sind, da sie Winter und Sommer um 5 Uhr früh vom Hause fort müssen und oft genug erst gegen Mitternacht Heimkommen können. Immerhin aber sind sie besser aufgehoben, als ihre Genossen und Genossinnen, welche in der Stadt, zumeist mit jeder Wohnung und mit jeder Kost sürlieb nehmen müssen. Zu entsprechender Unterkunft und ausreichender Kost reicht der küm- merliche Lohn nicht, abgesehen von der sittlichen Gefährdung, der gerade sie mehr ausgesetzt sind. Das Kohlengewerk hat für die Knappen und ihre Familien doch wenigstens genügend Woh¬ nungen geschaffen, von den Spinnereien aber be¬ sitzt bloß die T>xtilana bei Cupus Christi ein kleines Arbeiterhaus, in dem einige Meister un¬ tergebracht sind, die neue Spinnerei baut erst jetzt Hinterm Kceuzschmied ein einstöckiges Gebäude, in dem, wie es heißt, auch Arbeiterwohnungen eingerichtet werden. Gegenwärtig fehlt es noch vollständig an Arbeiterwohnungen. Und der Arbeitslohn? Er ist zumal für die Arbeiterinnen so niedrig, daß Wohnung und Kost Durch das Gottjcheer Mädchen. Reisebilder von Franz Hamm. (Schluß.) Ein Kraftwagen nimmt uns auf. Ratternd geht es die Helle Straße entlang, sie windet sich durch grüne Wiesen, nur hie und da springen einem Maisfelder in die Augen, ziemlich selten auch Ährenfelder. Zwei Siedlungen werden über- holt: Dolgavas (Grafenfeld) und Livold (Lienfeld). Aus einem Wirtshaus jubeln uns lustige Men¬ schen nach: cs sind Festteilnehmer vom Sonntag, sie b« finden sich auf dem Heimweg. Dann be- komwt's der WegHt dem Berg zu tun. Durch einen lauschigen Wald schwingt er sich empor, bildet kühne Kehren, zieht am Rande von Ab- gründen vorbei und trägt uns immer höher, be- lohnt das Auge dafür mit immer weiterer Sicht. Aus einem Talkessel fahren wir in eine andere weite Delle, das Hochland, nach allen Richtungen davon kaum zu bestreiten sind. Entweder ist die Wohnung unter jeder Kritik, oder es ist die Nahrung eine ungenügende. Um mehr zu ver¬ dienen, übernehmen manche die Arbeit im Akkord, andere arbeiten statt acht — zwölf Stunden. In beiden Fällen geht es auf Kosten der Gesundheit. Der „Slovence" hat vor einigen Tagen be¬ richtet, daß nach ärztlicher Aussage in den Gott¬ scheer Spinnereien 60 Prozent der Arbeiterinnen lungenkrank — auszehrend sind. Also über die Hälfte der Fabriksarbeiterinnen haben den Keim der Krankheit in sich. Der „Slovence" meint' daran trügen die ungeeigneten Arbeitsräume, zu¬ mal die der alten Spinnerei, im Schüttiasten, die Hauptschuld. Wenn dem so ist, dann wird es wohl Sache des Staates sein, der ja den obersten Hüter des Wohles der arbeitenden Bevölkerung darstellt, Nachschau zu halten und nölige Änderungen zu veranlassen. Aber auch auf die bestehenden Lohn¬ verhältnisse, auf die Arbeitszeit und die Arbeiter- Wohnungsfrage können am wirksamsten und am schnellsten die staatlichen Behörden Einfluß neh¬ men. — Wir möchten mit vorstehenden Zeilen unsere arbeitende Fabriksbcvölkerung oen zuständigen staatlichen Stellen dringend anemp- fehlen. Das Weingeseh. (Schluß.) V. Strafbestimmungen. 8 25. Wer sich gegen die Bestimmungen der Z8'3, 9 und 16 dieses Gesetzes vergeht, wird mit Arrest von sieben Tagen bis drei Monaten und mit Geld von 360 bis 30.000 Dinar oder mit einer dieser Strafen bestraft. 26. Wer gegen die Bestimmungen der 88 2, 5, 6, 7, 10, 11, 12 und 13 oder gegen Absatz nehmen hohe Bergketten den Blick gefangen. Schlanke Kirchtürme recken sich über das beherr¬ schende Grün, deuten^Häusergruppen an, die wir auch bald erreichen. Stalcnji (Stalzern) ist das nächste Dori, hart dahinter das im Voijahr von Flammen vernichtete Kočevska reka (Rieg). Noch liegen Häuser in verrauchten Ruinen, andere sind zwar überdacht, doch tragen die Mauerkronen noch Spuren des züngelnden Elements. Über 60 Gebäude, das ganze Dori, muhte den Roten Hahn über sich ergehen lassen. Das Land ist arm, solche Verwüstung wird nicht allzuleicht wett- gemacht. Die Bewohner sind aber zukunftsfroh, wenn auch die meisten Männer in der Fremde verdienen müssen. Leider ist die Auswanderung sehr stark; nicht nur aus dem abgebrannten Ko¬ čevska reka (Rieg). Amerika lockt den Gottscheer, die wirtschaftliche Not erleichtert den Entschluß zur Wanderschaft. Weiter treibt die Straße ihr launisches Spiel. Sie findet Gefallen an immer schöner werdenden Wäldern, ganz weltentrückt schleicht sie dahin, 2 des 8 18 dieses Gesetzes v rstößt, wird mit Geld von 100 bis 10.000 Dinar bestraft oder zu einer der beiden Strafen verurteilt. 27. Für Strafhandlungen aus den 88 25° und 26 dieses Gesetzes gelten die Vmschriften des allgemeinen Teiles des Strafgesetzbuches, das Strafgesetzbuches, das Strafverfahren fällt u ter die Zuständigkeit der ordenlichen Gerichte. Das Gericht fällt sein Urteil nach den Vor- schriften des Gesetzbuches über das gerichtliche Strafverfahren nach Einholung des Gutachtens des Fachausschusses für dieBeurteilung des Weines (8 2l) und des chemischen Laboratoriums, 8 28. Neben der Beurteilung im Sinne der 88 25 26 dieses Gesetzes wird in den Fällen von Vergehen gegen die 88 2, 3, 9, 12 und 1b dieses Gesetzes das betrcffende Erzeugnis be¬ schlagnahmt und vernichtet oder denaturiert und als solches zugunsten der staatlichen Landwirt-- schastsstiftung verkauft. Bei Vergehen gegen die 88 5, 6 und 11 kann das Gericht aus Grund eigener Überzeugung und auf Grund des Gutachtens des Weines und des chemischen Laborvtoriums darin erkennen, daß das Erzeugnis vernichtet oder denaturiert und als solches zugunsten der erwähnten Stiftung verkauft werde, wenn es sich um Schriften Handels daß diese beschlagnahmt und vernichtet werden. Wenn der Besitzer ein Erzeugnis oder Schriften die vernichtet oder verkauft werden sollen, ent- fremdet, muß er in Geld den zweifachen Wert des Produktes zugunsten der erwähnten Stiftung erlegen. Wenn der Schuldige nicht gesunden werden kann oder wenn es irgend einem Grunde unmöglich ist, das Strafverfahren durchzuführen, wird das beschlagnahmte Erzeugnis vernichtet oder dena¬ turiert und als solches zugunsten des staatlichen Landwirtschaftsfondes verkauft. 8 29. Bei Wiederholung einer strafbaren Handlung kann das Gericht: 1. das Urteil in flmkiert von kirchturmhohen Nadelstämmen, dar¬ über der lachende Himmel. Wiederum eine Kirche, erhaben auf einem Hügel stehend, umgeben von freundlichem Grün. Dann Häuser. Alleinstehend, aber doch eine ma¬ lerische Gruppe bildend, das alles von weiten Obstgärten umgeben. Borov c (Morobitz) heißt dieses Dorf, der Eingang ist von einen: Triumph¬ bogen überdacht, in dessen Mitte blumenumrankt die Zahl 600. Ein sich bei jedem Dorfeingang wiederholendes Bild: das ganze Ländchen prangt im Festschmuck. In der Gottscheer Schweiz sind wir da. Hoch oben zieht sih die „Krempe" dahin, die Grenze des Ländchens gegenüber der Kulpa. „Wer nicht auf der Krempe war, kennt die Schönheit des Ländchens nicht," kann man mit ruhigem Gewissen sagen. Herrlich schön ist das Bild von diesem mühelos zu nehmenden Bergkamm. Das Gott¬ scheer „Hochland" entfaltet sich in aller Pracht vor dem Äuge, Häusergruppen mit ragenden Kirchtürmen künden darin von wirkenden Menschen. Leite 2. Zeuuria — N: 29 Jcyr?erg ).!.. den Blättern, die vom Gericht namhaft gemacht werden, veröffentlichen und das Urteil auf der Tür der Wohnung oder des Betriebes des Ver¬ urteilten ankleben und sieben Tage lang dort be¬ lassen und 2. kann es verfügen, daß der Verur¬ teilte das Schankrecht und den Verkauf im kleinen und großen auf fünf Jahre verliere, in welchem Falle dem Verurteilten die Schankerlaubnis, wenn er diese bereits besitzt, weggenommen wird. 8 30. Wer gegen den 8 8 oder gegen die Bestimmungen der Punkte 1, 2, 3 und 4 des 8 14 dieses Gesetzes verstößt, wird mit Arrest von 1 bis 14 Tagen oder mit Geld von 25 bis 1000 Dinar bestraft. Oie Gerichtsbarkeit in diesen strafbaren Sachen fällt den allgemeinen Verwaltungsbehörden erster Instanz zu. 8 31. Wenn die begangene strafbare Tat die Merkmale einer schwereren strafbaren Handlung im Sinne des Strafgesetzes trägt, wird der Schul« dige nach den Bestimmungen dieses Gesetzes bestraft. 8 32. Das Urteil wird dem Verurteilten und dem zuständigen Kontrollorgan übermittelt. Bei Einlegung von Berufung gegen das Urtel ist der Verurteilte berechtig, neuerlich eine Analyse und Begutachtung des betreffenden Erzeugnisses von demjenigen chemischen Laboratorium zu ver« langen, welches die'erste Analyse durchgeführt hat, er kann sich aber auch an ein arderes wenden. Der Verurteilte trägst alle Proßeskosten der Analyse und der Begutachtung wie auch alle Kosten der Urteilsvollstreckung. 8 33. Die Geldstrafen, die auf Grund dieses Gesetzes verhängt werden, sowie der Erlöß vom Verkauf des beschlagnahmten Getränkes oder an» derer Gegenstände wird in die staatliche Land¬ wirtschaftsstiftung auf Grund des 8 44 des Ge¬ setzes über die Förderung der Landwirtschaft eingetragen. VI. Schkilßvestimmungen. 8 34. Der Ackerbauminister wird bevollmäch¬ tigt, gemeinsam mit dem Justizminister die Durch, führungsverordnung zu diesem Gesetz zu erlassen. 8 35. Dieses Gesetz tritt in Kraft nach seiner Sanktion durch den König, verbindende Kraft bekommt es sechs Monate nach Voröffentlichung in den „Službene Novine" und dann verlieren alle Gesetze und Gesctzesoorschriften, die bisher in den einzelnen Povinzen über Gegenstände dieses Gesetzes bestanden haben, ihre Geltung. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Priester! onferenz.) Donners¬ tag den 16. Oktober wird die Prstoralkonferenz der Gottscheer Dekanatsgeistlichkeit in der Stadt abgehalten. Beginn um 10 Uhr. — (Wagenzusammenstoß.) Am Montag früh stieß ein Kraftwagen, in dem nebst dem Lenker noch Dr. Richard Rom samt Frau aus Kočevje waren, ober Nove lozine (Neuloschin) mit einem Pferdegespann zusammen. Durch den An¬ prall wurde das Auto so beschädigt, daß es um¬ kehren mußte, und ein Pferd schwer verletzt. — (Zunahme von Molkereien.) Im abgelaufenen Jahre sind in ganz Jugoslawien 200 Molkereien neu errichtet worden, die alle zufriedenstellende Erfolge aufweisen. Und bei uns? — (Eine interessante Betrachtung Lord Rothermeres.) Der Ljubljanaer „Slo- Wie anders das Bild auf der anderen Seite. Die Kulpa webt tief unten ihre flimmernden Schleifen, Felsgrate ragen, Abgründe gähnen, Bergketten schieben sich ineinander, im weiten Blickfeld kaum eine Siedlung. Ein Adler schwingt sich von hohem Fels in die Höhe, nur wenige Flügelschläge und er schwebt hoch über der Berg¬ welt: er ist ungestört in seinem Reich. Majestätische Ruhe liegt über der Landschaft, kräftigende Bergluft macht den Aufenthalt ange¬ nehm. Borovec (Morobitz) ist ein Ort, dem man starken Frcmdenbesuch voraussagen kann. Das Wort Fremdenverkehr birgt sicher die Behebung der wirtschaftlichen Not im Gottscheer Land. Weiter führt uns die Straße, manchmal ziemlich holperig, immer nur durch Wälder, an schmucken Siedlungen vorbei, Gotenica (Göttenitz), Grcarice (Masern) werden überholt. Der Wagen hält. Ein schönes Dorskirchlein, umstanden von buschigen Bäumen, lädt zur Besichtigung ein. Unweit ist der Friedhof. Ein kleiner Gottesacker, von niederer Mauer umgeben, schlicht, ergreifend. Eine Kapelle vencc" zitiert aus einem persönlichen Artikel, den der bekannte englische Zeitungsmagnat Lord Rothermere von München "aus der Londoner „Daily Mail" eingesandt hatte, nachfolgenden Absatz. Genf ist unfähig für die Lösung der Minderheitenfrage. Eine nationalsozialistische Re¬ gierung in Deutschland aber würde die richtige Lösung finden. Die Alliierten würden sich dann wundern, weil sie entdecken würden, daß sich in Deutschland viel mehr vorbereitet als der Anschluß Österreichs. Sehr leicht wäre es möglich, daß sich im neuen deutschen Bund nicht nur Deutschland und Österreich befänden, sondern auch die 3 Mil¬ lionen Deutschböhmen, die 3 Millionen Magyrren in der Tschechoslowakei und in Rumänien, aber auch Ungarn selbst. Deutschland würde also zu¬ folge der Blindheit der Alliierten die Grundlage für eine politische Kombination schaffen, die viel größer wäre, als sich Deutschland während des Krieges träumen ließ. — (Zufriedenstellende Fechsung.) Mit dem Ertrage von Erdäpfeln und Mais ist man Heuer zufrieden. — (Neuer Advokat.) Herr Dr. Richard Rom ist am 6. Oktober in die Adookatenliste mit dem Sitze in Kočevje eingetragen worden und eröffnet seine Kanzlei am 15. Oktober d. I. — (Das Jubiläums-Festbuch) der Gottscheer 600 Jahrfeier 1930, schön gebunden, ist zum Preise von 75 Din in der Buchhandlung des Herrn Matth. Rom erhältlich. Unterricht. Tonkünstler Igo Drucker gibt dem P. T. Publikum bekannt, daß er mit t5. Oktober 1930 den Unterricht in Violine, Viola, Heiko, Klavier, Höoe, Saxophon sowie Karmoniekehre und Airigerrtenknrs sowohl an Anfän¬ ger wie auch an weit Vorgeschrittene erteilt. - Anmeldungen ftm Hause: Photograph Verderber, Kočevje) täglich. — (Walnüsse.) Heuer gab es auffallend wenig Haselnüss-, dafür ist manche Gegend in geschützter Lage mit Walnüssen reichlich bedacht worden, so namentlich das Pöllandler Tal. Dort kann man einige Hundert Merlinge zu annehm¬ barem Preise kaufen. Wir machen hiemit darauf aufmerksam. — (Den Steuerzahlern) zur Kenntnis, daß die Bekenntnisse über die Gebäudesteuer bis 31. Oktober durch die Gemeindeämter einzurei¬ chen sind. — (Die neueste Schulverordnung,) nnterm 27. September l. I., Z. 705-5, von der Gottscheer Bezirksschulbehörde erlassen, setzt den Stunden und Unterrichtsplan fest, der bis zur Einlangung der definitiven Durchführungsverord- nung des Schulgesetzes Geltung haben soll. Mit dieser neuen Umwälzung an den Schulen ist nach unserem Dafürhalt n mehr geschehen, als der Auftrag der Banalverwaltung beinhaltet. In diesem Auftrage heißt es nämlich: Jnsolange keine Durchführungsverordnungen erscheinen, die die 88 11 und 12 des neuen Gesetzes über die Volksschulen regeln, soll der Unterricht im 7. und 8. Schuljahr wie bisher erteilt werden, es sollen diese Kinder auf die oberen Klassen der Alltags¬ schule verteilt werden. Statt dessen wird auf einmal und wieder mitten im Unterricht eine Um¬ gruppierung aller Klassen vorgenommen. Wir be¬ halten uns vor, zu dieser Änderung noch weitere ergänzt das friedliche Bild. Von der Reisegesell¬ schaft besucht eine Frau den Gottesacker, die 600- Jahrfeier führte sie aus weiter Ferne wieder heim, sie bringt lieben Toten Blumen. Ein Berg wird genommen, genannt Schweine¬ berg. Die Sprachgrenze bildet er zwischen der deutschen Gottschee und der slowenischen Umgebung. Einladende Straßenschenken locken zu frohem Auf¬ enthalt, dann rollt der Wagen auf den Platz von Stara cerkev (Mitterdorf). Ein prachtvolles Bild: Auf einer sanften Anhöhe ragt die malerische Kirche gegen Himmel, in weitem Kreis zu beideb Seiten reihen sich saubere Häuser den Hang heran am inander, die Dorslinde umrahmend. Kein schönerer Platz für eine Freilichtbühne. Eine unübersehbare Menge lauscht einem Mundartstück, das über «die Besiedlung der Gottschee handelt. Schöne Gesänge erklingen, das Stück ist von tiefster Wirkung. Geleitet wird die Ausführung von der Verfasserin, Amalia Erker. Die Dämmerung bricht herein. In allen Fen¬ stern des Platzes entflammen Lichter, vom Kirch¬ Stellung zu nehmen und bemerken für heute nur, daß nunmehr in Stara cerkev (Mitterdorf), um nur ein Beispiel anzuführen, Kinder aus der zweiten deutschen Klasse wieder in die erste Klasse zurück müssen, in welcher somit drei Abteilungen bestehen sollen. Der Rest der zweiten deutschen Klasse, das sind Kinder im vierten Schuljahre, wird mit slowenischen Kindern in eine Klasse zu¬ sammengetan, in welcher halbstündig die Deutschen deutsch, die Slowenen slowenisch unterrichtet wer¬ den sollen. So entsteht ein Ding, das weder deutsch, noch slowenisch, noch utraquistisch ist. Daß bei gleichzeitiger Unterrichtung slowenischer und deutscher Kinder weder die einen, noch'die anderen auf ihre Rechnung kommen werden, liegt auf der Hand. Und dann ein zweites. An allen, auch den einklassigen Schulen wird jetzt ausdrücklich vom fünften Jahre an slowenische Unterrichts¬ sprache anbefohlen. Bis jetzt wurde dies noch nicht durchgcführt, weil es sich einfach nicht durch¬ führen ließ unb der seinerzeitige Erlaß des Mi¬ nisters Pribicevic seit Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes doch nicht mehr allein richtunggebend sein kann. In den 88 45 und 46 des neuen Schulgesetzes wird doch den deutschen Minderheiten in den Volksschulen als Unterrichtssprache das Deutsche festgesetzt und die Staatssprache nur als Unterrichtsgegenstand erklärt. Und da wird nichts erwähnt, daß es mit dem fünften Schuljahr an¬ ders zu halten sei. Den Mitterdorfern ist vor ein paar Jahren ihre dritte Klasse auf ähnliche Weise verloren gegangen. Jetzt sollen die anderen an die Reihe kommen. Warum wartet man nicht mit solch einschneidenden Änderungen wenigstens bis zur Einlangung der Durchführungsverord. nung? — (Neue jugoslawische Banknoten) mit der Aufschrift „Kraljevina Jugoslavija" sollen in der neuen Banknotendruckerei in Beograd schon in der nächsten Zeit hergestellt werden. Es werden Banknoten zu 10, 100 und 1000 Diu sein. Als Neuerung werden auch Noten zu 50 Din aus¬ gegeben werden. — (Ein bemerkenswerter Freispruch.) Vor kurzem berichteten die Blätter, daß in Osijek eine Reihe von angesehenen deutschen Persönlich- keiten, darunter auch Dr. Hubert Wagner, nach dem Gesetze zum Schutze des Staates unter An¬ klage gestellt wurden, weil sie in einem Rund¬ schreiben die in Betracht kommenden deutschen Eltern aufgefordert hatten, im Sinne des 8 45 des neuen Volksschulgesetzes die Errichtung von Minderheitenabteilungen für ihre Kinder an den staatlichen Volksschulen zu fordern. Das Bezirks¬ gericht. Osijeb Oberstadt hat nunmehr sämtliche angeklagten Urheber dieser Aktion, die, da nicht anzunehmen ist, daß die Schulbehörden von sich aus die Eltern auf die Beanspruchung des ge¬ nannten Gesetzesparagraphen aufmerksam machen würden, nur ihre in einem gesetzlichen Anspruch begründete völkische Pflicht ausgeübt haben, frei- gesprochen. DaZ „Deutsche Volksblatt", das diesen Fall in einem Leitartikel behandelt, bemerkt hie¬ zu: Das Gericht in Osijek hat also erkannt, daß das Ersuchen um Errichtung deutscher Volksschul¬ klassen keinen strafbaren Tatbestand darstelle. Un¬ sere Volksgenossen im ganzen Lande sollen sich deshalb durch keinerlei Bedenken oder Besorgnisse abhalten lassen, ihre gesetzlich begründeten An¬ sprüche gehörigen Orts und in gehöriger Form anzumelden. Die königliche Regierung wird da¬ türm erklingen die Glocken zum Zusammenläuten. Aber nicht, wie bei uns, tönen sie, es wird mit Hämmern auf die Glocken geschlagen, nicht am Seil gezogen. Diesen Vorgang nennen die Be¬ wohner „Klenksn". Aus allen Gemeinden des Ländchens sind Menschen beisammen. Die Gottscheer Mundarten, auch im Ländchen spricht jede Siedlung anders, schwirren durch die Gesellschaft, freudigste Stim¬ mung greift um jsich. Den Abschluß der Fahrt bildet ein überaus gemütlicher Abend im lieben Stara cerkev (Mitterdorf), der unvergeßlich bleibt. Aber für Stara cerkev (Mitterdorf) brachte das Fest noch etwas sehr Wertvolles. Der Ortspfarrer, Geistl. Rat Josef Eppich, trug mit Bieneneifer ein Heimatmuseum zusammen, das schon mit seiner jetzigen Sammlung eine Sehenswürdigkeit bildet. -i- Schönes Gottscheerland, wer dich einmal ge¬ sehen, wird wiederkommen. Deine schöne Feier hat dir v'ele Freunde gebracht. Jahrgang Xii. Gottscheer Zeitung — Nr. 29 Seiie 3. durch in^die Lage kommen, noch bevor das uns in Aussicht gestillte Sonderschulgesetz amtlich ver¬ lautbart wird, die Ansprüche der deutschen Min¬ derheit zunächst im Ausmaße des bestehenden Volksschulgesetzes zu befriedigen. Es würde in der ganzen Welt einen vorzüglichen Eindruck machen, wenn der Entschluß der königlichen Re¬ gierung nicht allzu lange nach dem Vorfälle von St. Jakob bei Triest in entsprechenden Weisungen an die untergeordneten Organe seine Auswirkung und Bestätigung fände. — (Der Fremdenverkehr in Jugo- flsa'wien.) Im Jahre 1929 zählte man in Ju> goslawien über 350.000 fremde Besucher gegen 155.000 im Jahre 1924. Der größte Teil der längere Zeit in Jugoslawien weilenden Fremden entfällt auf die adriatische Küste; die Einnahmen daraus werden für 1929 auf über 100 Millionen Din geschätzt. Die größte Zahl der Besucher der dalmatinischen Küste stellte Österreich (9859), das Deutsche Reich (7831), die Tschechoslowakei (6352) und Ungarn (1513). — (Der Weltweizenertrag.) Die In¬ ternationale Landwirtschaftliche Anstalt in Rom schätzt die heurige Weizenernte in den 16 euro¬ päischen Staaten auf 256 Millionen Meterzentner gegenüber 252 im Jahre 1929 und 159 im Jahre 1928. Die Ernte des gesamten Nord¬ amerikas beträgt 324 Millionen q gegenüber 305 im Jahre 1929 und 406 im Jahre 19.8. Der Weizenvorrat vom Vorjahre wurde am 1. Juli geschätzt: auf 70.4 Millionen q (im Jahre 1929 70.6 q) in den Vereinigten Staaten und 30'4 (28.4) in Kanada. Australien hatte am 1. August d. I. 10.6 Millionen g zur Ausfuhr zur Ver¬ fügung. Stara cerkev (Mitterdors). (Blitzschlag.) Montag abends schlug der Blitz in das Haus des Besitzers Zagar in Gorenje (Obrern) ein und fetzte das Dach in Brand. Da das Feuer gleich bemerkt wurde, konnte es rasch gelöscht werden. Ter Blitz fuhr durchs Zimmer in den Boden. Die Familie' Zagar erlitt außer dem Schrecken keinen Schaden. Hotenica (Göttewtz). (Heimatliebe.) Vor kurzem schickte ein Mädchen von hier aus Mont¬ real in Kanada, wohin es vor einem halben Jahre ausgewandert war, folgende Strophen anher in die Heimat: Dort, wo ich einst geboren war, Dort sehne ich mich heut' noch hin, So lang' ich in der Ferne bin, Sehn' ich mich nach dem Heimatland. Das ist das schöne Gottscheerland, Wo einstens meine Wiege stand. Ich liebe sehr mein Heimatland, Darum, weil es ist das Gottscheerland. Vor allem aber im Gottscheerland Ein einzig's Plätzchen lieb ich sehr; Dorthin, wo mein Herz mich zieht: Es ist das schöne GSttenitz. Aus diesen bescheidenen Strophen lassen sich aber doch Heimatliebe und Heimweh nicht un¬ deutlich heraus lesen, gleichwie aus jenen, welche die Gottscheer Zeitung in der heurigen Jubiläums- Festnummer vom 4. August, Seite 9, im Gedichte des Phil. Walter Tschinkel veröffentlicht hat: Erwachen mußt' ich plötzlich, mir tat das Herz so weh. Daß ich von der Heimat träume, und in der Fremde steh'. Ich liebe meine Heimat, wie ich die Mutter lieb. Jo, glücklich jeder Landsmann, dem sie erhalten blieb. — Ich beehre mich anzuzeigen, daß ich mit s5. Oktober l. ). in Rocevje meine Mskatur;- llanrlei eröffne und sich dieselbe vorläufig im Hause Nr. (5 (Marek) I. ötock befindet. Ar. Aom Mchard Advokat. Stari tog (Altlag). (Spenden.) Für die Altlager Pfarrkirche haben in Brooklyn die Lands- leute gespendet: Roste Hoge 10 Dollar; Franz Hoge, Maria Eppich je 3; Josef Peische, Alois Högler je 2; Alois Cebin, Josef Hoge, Sophie George, Johann Kraker, Rudolf Hoge, Franz Wittreich, Albina Wuchte, Sophie Wuchte, Julie Stimpfl, Albert Hoge je 1 Dollar, zu-'ammen 30 Dollar. Der Sammlerin Roste Hoge und den edlen Spendern ein herzliches Vergelt's Gott. — (Volksbewegung.) Im zweiten und dritten Vierteljahr sind gestorben: Johann Eppich, Josef Kraker, Gotthard Pibernik, Maria H-wbst, Franz sSamide, Matth. Lobe, Richard Perz, Ro- salia Kikel, Johann König, Georg Kraker, Leo- poldine Bauer, Franz Kresse, Franz Fink, Helene Fink, Anton Höserle, Maria Skusca Johann König. Geboren wurden 19 Kinder. Getraut wurden vier Paare: Rudolf Högler mit Sophie Krische, Franz Kikel mit Magdalena Samide, Alois König mit Maria Kikel, Leopold Schauer mit Aloisia Gliebe. Aovo mesto. (Kirchendiebstahl.) Inder Franziskanerkirche in Novo mesto haben vorige Woche Diebe des Nachts den Tabernakel erbro¬ chen und dara: s die Monstranze und den Speise¬ kelch gestohlen, die heil. Hostien aber auf dem Altar zerstreut. Ans der Sakristei nahmen sie noch weitere fünf Mcßkelche fort. Man würde es kaum für möglich halten, daß es Menschen gibt, die ohne Scheu am Heiligsten zu Verbre- chern werden. — (Gestorben) ist am 6. Oktober zu Kan- dia bei Novo mesto im Alter von 70 Jahren der allseits geschätzte und auch vielen Gottscheern gut bekannte Gastwirt Josef Zurc, genannt „Stembur". Der Verstorbene zählte zu den Freunden unseres Blattes. Ec ruhe in Frieden! Neuigkeiten aus aller Welt. Neue Negierung in Österreich. Durch den Rücktritt des Bundeskanzlers Dr. Schober wurde der bisherige Vizekanzler, Obmann der christlich, sozialen Partei, Vaugoin, mit der Regierungs- bildung betraut. Seine Kabinettsliste, die keine parlamentarische Mehrheit aufweist, wurde vom Bundespräsidenten genehmigt. Zum Außenminister wurde Dr. Seipel und zum Innenminister Fürst Starhemberg, der Führer der Heimwehr, ernannt. Diese Regierung wird im nächsten Monat die Parlamentswahlen durchführen. Das englische Niesenluftschiff„U 101" in Frank¬ reich abgestiiry und nerbrannt. Ein furchtbares Unglück, wie es die Geschichte der Luftschiffahrt bisher nicht kannte, hat sich in der Nacht auf Sonntag, kurz nach 2 Uhr früh in Frankreich bei Bois de Cvutine, 6 km von Beauvais nördlich von Paris am Flusse Oise, zugetragen. Das englische Luftschiff „R 101", das Samstag abend in London vom Flugplätze C.rrvington zu seinem Jndienflug aufgestiegen ist, geriet bei Beauvais in einen schweren Sturm, der das niedrig flie- gende Luftschiff zu Boden drückte. Das Luftschiff stieß gegen einen Hügel, geriet durch Explosion der Motoren in B and und w rie ein Opfer Seit? 4. Gottscheer Zeitung — Nr. 23. Jahrgang XII. der Flammen. 47 Personen kamen in der furcht, baren Katastrophe ums Leben, während 3 Rei¬ sende schwere Brandwunden davontrugen. Unter den Opfern b, findet sich auch der englische Luft- schcffahrtsminifter Locd Tomson, der Direktor des Zivilflugwesens Branker, der Kommandant des Luftschiffes Scott und der zweite Kapitän Jrvin. Das Luftschiff, das im vergangenen Sommer einen Flug nach Amerika vollsührle, war das größte und modernst eingerichtete Schiff seiner Art. Revolution in Lrasilicn. Die revolutionäre Welle, die durch die meisten südamerikanftchen Staaten mit und ohne Erfolg wogt, hat j tzt auch Brasilien ergriffen. Aus allen Teilen des Landes werden revolutionäre Bewegungen gemeldet. Den Aufständischen sollen sich auch zahlreiche Bundes- truppen angeschloffen haben, die fitzt gegen die Bundesregierung ziehen und alle öffentlichen Ge¬ bäude besitzen. Verlobung des bulgarischen Königs. Amtlichen Nachrichten zufolge hat sich der bulgarische König m t der i alienisch n Prinzessin Gwvanna verlobt. Landwirtschaftliches. Gründung einer Viehzuchtgenoffenschast für den GerichtsbeM Kočevje. Vor einem Jahre zählte die landwirtschaftliche Filiale Kočevje noch über 800 Bauern zu ihren Mitgliedern und jetzt erreicht sie kaum die Zahl 150. Der Hauptgrund dieses Rückganges ist darin zu suchen, daß die Landwirlschaftsgescllschaft in Ljubljana von den Gottscheer Mitgliedern ver¬ langt, daß diese statt wie früher 10 Din, fitzt 20 Din als Jahresbeitrag bezahlen müssen und von ihnen die Zeitschrift „Kmetovalec" bezogen werden muß, welche aber die meisten Bauern wegen Unkenntnis der slowenischen Sprache nicht lesen können. Dieser Verfügung hat sich noch der Umstand hinzugesellt, daß im Jahre 1928 zwei Waggon Thomasmehl von der Landwirtschafts- geselljchast der Filiale geliefert wurden, welcher Kunstdünger unerklärlicherweise vollkommen wir¬ kungslos blieb. Abgesehen davon, daß das zum Ankauf des Kunstdüngers verwendete Geld umsonst uusgegeben war, ist noch der Effekt, den man während mindestens vier Jahren von ihm erhofft hatte, ausgeblieben und denjenigen Bauern, welche dieses Pulver ausstreuten, ein Schaden erwachsen, der sehr bedeutend ist. Obwohl die Leitung der landwirtschaftlichen Filiale schriftlich und mündlich in dieser Angelegenheit bei der Landwirtschaftsgesellschaft vorstellig wurde, hat diese nichts verfügt, um den Schaden gut zu machen, weil gelegentlich der Grenzkontrolle der Phosphorsäuregehalt von mindestens 18 v. H. nachgeprüfl wird. Da außerdem manche Säme¬ reien nicht so beschaffen waren, als man erwartet hatte — soll doch von einer landwirtschaftlichen Gesellschaft das Beste und nicht gewöhnliche Durchschnittsware als Saatgut geliefert werden — so sank auch dadurch die Landwirlschaftsgesell- schäft und mit ihr die Filiale stark in der Ach- tung ihrer Mitglieder und die Bauern wendeten sich von ihr ab. Durch alle diese Umstände ist nun der schöne Zusammenschluß der Gottscheer Bauern, von dem wir so viel erwarteten, vollkommen gelockert worden und muß er, soll das Gottscheer Bauern¬ volk nicht wirtschaftlich zu Grunde gehen, in ir¬ gend einer Form wieder gefunden werden. Zu diesem Zwecke haben sich nun kürzlich einige Männer zusammengeian, denen die Zukunft unseres Ländchens am Herzen liegt und die von dem unerschütterlichen Willen beseelt sind, daß unseren Bauern in dem heurigen großen Kampf ums Dasein unbedingt geholfen werden muß. Von diesen Männern wurde als Ersatz für die land¬ wirtschaftliche Filiale eine Viehzuchtgenossenschaft gegründet. Geleitet von der Anschauung, daß speziell die Viehzucht dasjenige ist, worin unsere Bauern noch eine Einnahms quelle finden können, wurde diese Vereinigung geschaffen und ist in ihren Satzungen alles dasjenige enthalten, was den Gottscheer B^uec durch die Viehzucht in die Höhe bringen könnt?, wenn er das richtige Verständnis für Vie Sache hat. Vor allem lehnen sich die Satzungen an das neue Viehzuchtgefitz an, so daß wir allen Forderungen, welche der Staat an eine vollkom¬ mene Viehzucht stellt, gerecht werden , und sohin seiner Unterstützung sicher sein können. Die Sat¬ zungen geben aber auch ein weites Feld für alle jene, die sich in den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft, insoweit sie mit der Viehzucht direkt oder indirekt in Verbindung stehen, betätigen wollen, und wird die Genossenschaft den Mitglie¬ dern all das liefern, was sie bisher bei der Fi¬ liale erhallen konnten, z. B. Kunstdünger, Säme- reien, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte u. dergl. m. Sie wird aber auch dafür sorgen, daß der Bauer, wenn er Vieh zu verlausen hat, einen Abnehmer ficdet. Ganz besonders das schwere Schlachtvieh will die Genossenschaft im Auge behalten und süc dessen raschen und guten Absatz sorgen. Um Mitglied der Genossenschaft zu werden, zahlt man einmal 10 Dinar; welchen Betrag man nicht mehr zurückgezahlt bekommt, das ist die B e i t r i t t s g e vühr. Außer dieser zahlt man noch 50 Dinar em, die man aber beim Austritt wieder zurückgezahlt erhalten muß, das ist der Geschäftsanteil. Dieser Geschäftsanteil gc hi, wenn man w ll, auch vom Mann auf die Frau, auf einen Sohn oder eine Tochter über, sobald z. B. ein Todesfall oder eine Übergabe emgetreten ist. Daß der Geschäftsanteil jederzeit zurückgezahlt werden kann, dafür hasten jedem Mitglied alle übrigen Mitglieder, und daß so gewirtschaftet wird, daß einer dem anderen unbesorgt haften kann, dasür ist erstens der Aussichtsrat und zweitens der Verband sämtlicher Genossenschaften Sloweniens da. Bei diesem Verband legen die Genossen¬ schaften zum Großteil ihre Barvermögen an, so daß er über viele Millionen verfügt. Der Verband läßt durch seine Beamten den Geschäftsgang sämtlicher Genossenschaften überprüfen und ver¬ hindert hiedurch jede Mißwirtschaft. Faktisch kostet also der Beitritt zur Genossen¬ schaft nur einmal 10 Dinar und sei es jedem anheimgcstell», jährlich 20 Dinar zu zahlen, um Mitglied der laudirnrischaftlichen Filiale zu sein, oder einmal im Leben 60 Dinar, von welchem Betrag er jederzeit 50 Dinar zurückerhalten kann, um Mitglied der Viehzuchtgenossenschaft zu werden. Demjenigen, welcher der slowenischen Sprache so mächtig ist, daß er den Kmetovalce versteht, emp¬ fehlen wir, Mitglied der landwirtschaftlichen Fi- jiale zu werden, beziehungsweise zu bleiben, da er aus der Zeitung doch manches lernen kann. Für denjenigen, dessen slowenische Kenntnisse hiezu nicht ausreichen, ist aber der Beitritt zur Genos¬ senschaft vorteilhafter, es unterliegt aber gar keinem Anstand, daß jemand beiden Vereinigungen als Mitglied angehört. In den ersten Vorstand der neugegründeten Genossenschaft wurden Wilhelm Fürer aus Ko¬ čevska Reka zum Obmann, Karl Schuster aus Verdreng als dessen Stellvertreter, Joses Plut aus Malagora und Johann Kleiner aus Slo¬ venska vas gewählt, in den Aufstchtsrat Josef Kcicsch aus Koce, Johann Staudacher juu. aus Verdreng und Johann Stonilsch aus Koprivnik entsendet. Das Sekretariat der Genossenschaft befindet sich in Koovfi in denselben Räumen, in denen die landwirtschaftliche Filiale untergebracht ist. Bauernregeln im Mtoöer. Der Landmann wünscht sich einen nicht zu trcckenen Oktober. Er sagt: Nichts kann mehr vor Raupen schützen, als wenn der Oktober er- scheint mit Pfützen. — Okloberregen veffp.icht ein Jahr voll Segen. — Hat der Oktober viel Regen gebracht, so hat er gui die Äcker bedacht. Weite? heißt es: Oktober und März gleichen sich allerwärts. — Nordlichischein bringt Kälte ein. Warmer Okivber bringt fürwahr ein lehr frostiges Neujahr. — Oktober rauh, Januar flni. — Aus Sankt Gallentag muß jeder Apfel in den Sack, — Wenn's im Okivber friert und schneit, so bringt der Januar milde Z ik. — Donner im Oktober ist fürwahr noch besser als solcher im Februar. — Fällt das Laub vor Leodegar, so ist das nächste ein fruchtbar Jahr. — St. Gallen läßt den Schnee fallen. — Ist St. Gallus naß, ist's für den Wein kein Spaß. — Mengt der Okivber sich in den Winter, so ist dann dieser um so gelinder. — Fängt der Winter früh an zu toben, wird keiner ihn im Januar loben. — Führ', St. Gallus, auf jeden Fall deine Weidkuh in den Stall. — Wenn Judas vorbei, kommt der Winter herbei. — Wenn im Moor oiel Irr¬ licht steh',', bleibt das Wetter lange schön. — Oktober hell bringt Winter schnell. Herausgeber ».Eigentümer: Josef Eppich, Stara cerkev. Schriftleiter: Alois Krauland, Koäevje. Buchdruckerei Josef Pavliäek in Koöevje. Hauöheit heilöar! Erfindung Euphonia Spezialisten vorgeführt. 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