für Vaterland, Knust, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von V«v Johann Hladuik. «H^ 3^D. Samstag den 29. September. ^sO^V. Fromme Thränen- ^s klingt des Fricdhofs Glöcklein Gar dumpf und ernst herab, Zwei schwarze Männer senken Dcn braunen Sarg in's Grab. Der Priester spricht dcn Segen, Fleht Gott um sanfte Nuh', Dann scharrte man das Särgchcn Mit siummcr Grde zu! Längst klang schon aus das Glöcklein, Es weht nur leiser Wind, Doch auf dem frischen Grabc W.'int laut ein Waisenkind. Hier strömen tauftnd Thränen, Sein Herz ist nur Gebet, Das t'is zum Throne Gottes Um Trost und Hilfe steht! Und sich: — am Grabe glänzen Diamanten hell und rcin, Denn all' die frommen Thränen / Schuf Gott zum Edelstein! , M« r o o l a m. G r a f S ch l i dessen Nennung ihr das Auge eineS jeden Militärs aufleuchten sehr, von dem ihr nie anders, als in Ausdrücken der Liebe, der Verehrung, der Begeisteiung sprechen Hort. Der Mann, der dieser ungewöhnlichen, aber wohlverdienten Popularität genießt, ist — Graf Schlick. Es düifce eben jetzt am Schlüsse des Krieges, in welchem der gefeierte Mann sich so unvergängliche Lorbern errungen, der geeignetste Zeitpunct seyn, eine biographische Skizze desselben der Oeffentlichkeic zu übergeben. Franz Graf von Schlick zu Bassano und Weißkirchen, k. k. Geheimrath, Kämmerer, Feldmai schallieutenant, Comm. des l. Ameccorps der oper. Armee in Ungain, In- haber des Dragoner-Regimentes Nr. 5, Großkreuz des o'sterr. eisernen Krön- und des russischen Stanislaus-Ordens, Comm. des würtem. Krön- und des russischen St. Annen OrdenZ in Brillanten, Ritter des milit. Maria Theresia- und deZ russischen Wladimir-Ordens, wnide im Jahre l?89 zu Prag geboren, kurz nachdem seine Mutter auf der Neberfahil von Kopenhagen Schiffbruch gelitten hatte. Sein Vater, aus einer alt-böhmischen, in der Geschichte dieses Landes vielfach und rühmlich genannten Familie stammend, war langete Zeit österr. Gesandter in Dänemark, brachte aber wahrend der Kindheit unseres Helden seine Zeit in Frankfmt und Mainz zu. An den Aufenthalt in diesen beiden Städten knüpfen sich des jungen Grafen erste Iugenderinnerungen, unter welchen natürlich, der damaligen kriegerischen Zustände hat-ber, die militärischen vorherrschel'b sind. Als eine d.:- lebhaftesten Erinnerungen aus dieser Zeit erwähnt er, daß, als einst seine Warte» innen ihn mit großem Geschrei ans Fenster getragen hatten, er einen Rochmäntler erblickt habe, der mit einem abgeschnittenen Menfchenkopf in der Hand über die Straße gegangen sey. Den Eindruck, den dieser grausige Anblick auf die Phantasie des Kindes machte, war so unauslöschlich, daß, wie er sagt, das Bild desselben »och immer vor seiner Seele schwebt. Im älterlichen Hause erzogen, dachte der lebhafte Knabe, obwohl von seinem Vater zur diplomatischen Laufbahn bestimmt, stets ans Soldacenleben und Kü'egsspiel. Die früherwachte Neigung zum militärischen Berufe gewann mir den zunehmenden Jahren an Innigkeit lind Stärke. Besonders dringend war das Verlangen des Jünglings, sich den vaterländischen Kriegern anzuschließen, als im Jahre 1805 der Feldzug ansbrach. Der Vater jedoch gab dein ungestümen Verlangen nicht nach, und hieß den Sohn warten bis nach Vollendung seiner Rechtsstudien. Wie sehr dieß auch der Neigung des feurigen Jünglings entgegen war, ehrte er doch mit kindlicher Pietät den Willen des Vaters und setzte seine Studien selbst dann noch fort, als letzterer im Jahre »806 gestorben war Endlich in, Jahre »808, nachdem er üichr ohne Auszeichnung absolvirt hatte, ging fein längst gehegter Wunsch in Erfüllung, indem er zum Ober-lieutenanr und Chef dieier auf seinen Gütern errichteten - 310 Landwehr-Compagnien ernannt wurde. Im Einüben dieser, aus Leuten aller Stände vom Lande bestehenden Truppe libte er selbst seine jungen militärischen Kräfte, > so das; er, als im Jahre 1809 die Kriegsrrompete ihn auf den Kampfplatz rief, die Landwehrofficiersstelle niederlegte und — ein brauchbarer Militär — als Lieutenant in das damalige Cuirassierregi-ment Albrecht eintreten konnte. Feldmarschalll Graf Bub na, der an dem talentvollen jungen Manne Gefallen fand, wählte ihn zu seinem Adjutanten. In dieser Eigen-schafr machte dieser an der Seite seines Chefs den Rückzug nach dem Treffen von Efferding mit. Durch seine damalige Stellung als General-Adjucant des Kaisers Franz warGmf Bubna stet? um die Person des Monarchen, deßhalb auch Graf Schlick in steter Berührung mit den Notabilitäten der damaligen Zeic: Mettern ich, Kutsch era, Stadion :c. Sein schönes Aeußere, seine einnehmenden Forme» machten den Grafen zum Liebling der Damen, sowie seine . militärische Haltung und seine Brauchbarkeit ihm die Gunst seiner Vorgesetzten sicherten. Durch seine practische Kenntnis; der Geschäfte wurde er ein unentbehrlicher Begleite:- B u b n a's, an dem der junge Held mit Liebe und Verehrung hing. , Zum ersten Male im Feuer war Schlick bei Passau, dann folgte die Schlacht bei Aspern, nach welcher er zum Oberlieutenant bei Schwarzenberg Uhlanen befördert wurde. Nach der Schlacht bei Wagram wohnte er dem Abschlüsse des Waffenstillstandes bei Znaim bei. Aus Dotis, wohin das Hauptquartier verlegt worden war, machte der Graf sieben Mal die Reise nach Wien, um wegen des Friedens zu unterhandeln, wobei er mit den Celebricäten des französischen Kaiserreiches, mit Napoleon selbst, in nahe Berührung kam. ' Mittlerweile wurde Schlick zum Rittmeister bei Radetzky-Husaren befördert, und nahn: nach Abschluß des Friedens an dem schwierigen und peinlichen Auftrage seines Chefs Theil, das Liccorale an die Franzosen zu übergeben, eiue Unternehmung, welche von den englischen Kriegsschiffen verhindert werden wollte; Sirocco und Bora zwangen die Eng länder, die hohe See zu suchen, so daß die Besetzung der Inseln möglich wurde. Nach der Rückkehr von Fiume trat der Graf als zweiter Rittmeister iu das Regiment Schwarzeuberg - Uhlanen, legte aber seine Stelle nieder, als der ausbrecheude Feldzug 18l2 Oesterreich als Verbündeten der Franzosen fand. Die Zeit, bis die Denkweise unseres Helden ihm wieder erlaubte, zu den Waffen zu greifeu, verlebte er auf seinen bedeutenden Gütern in Böhmen als großmüthiger Helfer und Beschützer seiner unter den Kriegslasten schwer seufzenden Unterthanen. Der Feldzug 1813 rief Schlick wieder zu den Waffen und wir finden ihn als Rittmeister bei Klenau-Chevaux-legers und Ordonnanzofficier des Kaisers Franz. Die Schlacht bei Dresden machte er an der Seite des Feldmarschall-Lieutenants Fürsten Schwarze nberg mit, zu dem ,ihn der Kaiser geschickt hatte; später wohnte er auch dem Gefechte der russischen Garden bei Pirna unter Ostermann bei. Mitten durch die feindlichen Posten hindurch führte ihn sein glücklicher Stern in einer wichtigen Sendung ungefährdet zum Feldmarlchall Schwarzenberg zurück, an dessen Seite er dann den Rückzug über Teplitz und die Schlacht bei Kulm mitmacht?. Nach einem längeren Aufenthalte in Teolitz und nach dem Gefechte bei Arbesau, als die Armee gegen Leipzig rückte, sehen wir den tapfern Rittmeister Grafen Schlick bei Wachau an der Spitze der russischen Dragoner zwei Mal die französische Cavallerie zurückwerfen, wofür er den russischen Wladimirorden erhielt. Bei diesem Angriffe war es auch, wo er die gefährliche Kopfwunde erhielt, die ihm sein rechtes Auge kostete und ihn sieben Monate an das Krankenlager fesselte. Die Ereignisse hatten sich während der Zeit seiner Genesung großartig gestaltet. Der Siegeölauf der Verbündeten ward durch den Einzug >„ P,nis gekrönt, wohin der wiederhergestellte Graf als Courier geschickt wurde. Einige Wochen des heitersten Lebens schließen uun diese Epoche unseres in voller Manneskraft stehende,, jungen Grafen, bis ihn sein Vorrücken zum Major zurück „ach Oesterreich rief. Während der laugen Friedeusz^ir rückte G:af Schlick vom Major bis zum Feldmarschall-Lieurenanc und Negimeütsinha-ber vor, und schwerlich würde ihm bei seinem beweglichen Geiste, bei seinen Mitteln einer bequemen und unabhängigen Existenz das einförmige Garuisonsleben behagt haben, hätte er nicht durch bedeutende Reisen und häufigen Garnisonswechsel, welcher ihn nach einander in die Städte Par-dubitz, Debrec^'n, Wien, St, Polten, Ansterlitz sührte, dieser Eintönigkeit einige Farbe zu geben vermocht. Die Wiener.-Revolution führte Feld»,arschall-Lieutenant Schlick wieder auf die Weltbühne. Er wurde Gouverneur in Krakau, welche Stelle er jedoch, zum Leidwesen der Einwohner, bald mit dem Commaudo des Armeecorps vertauschte, das über Dukla nach Ungarn zur Bekämpfung des Aufstau-des einzumarschiren beordert war. Wie sehr die Wahl, welche dieses schwierige Commando in sei„e Händ legte, den rechten Mann getroffen hatte, weiß Jeder, der an der Zeitgeschichte Antheil nimmt, und die meisterhaften Operationen kennt, wodurch er seine kleine Macht zu verdreifachen lind deu vielfach überlegenen Feind bei jeder Gelegenheit zu schlagen wußte.^Was er in diesem ungemein schwierigen Winter-feldzuge leistete, ist allein schon hinreichend, ihm einen bleibenden Namen zu sichern Mit nicht mehr als 7 Bataillonen, 4 Kanonen- und 1 Raketen-Batterie begann Graf Schlick seinen Zug, und Schlag auf Schlag — wem wäre es nicht frisch im Gedächtniß'i — folgten sich die Siege, die er bei Putamchr, Kalchau, wo er sich eine neue Batterie, die jeßr Schlick-Batcerie heiszc, vom Feinde nahm, Szikszo, Tokay, Tarczal errang. U,d wer weiß, ob der ungarische Feld^ug eine Wendung genommen hätte, wie diejenige, in welche er im Frühjahre 1849 getreten ist, hätte es nicht, als der Vorschlag gemacht wurde, das Schlick'sche Corps zu verstärken, geheißen: »sclllil-k. 2 !)>«» e«mll>«ll06, i! linil-3 liisn," mit welcher Phrase die so nothwendige Verstärkung beseitiget wurde. Mit kaum 7000 M^nn kann man nicht ein Land von 4000 O.uadratmeilen erobern, und — 311 es trat der Fall ein, daß Graf Schlick mit seinem Corps auf drei Keile» von feindliche» Heere» umgeben, jener, denkwürdigen Rückzug von Kaschau über die Akreleker Gebirge bei Schneegestöber und Glatteis machen mußte. Bald darauf geschah die Vereinigung der Corps unter Fürst Windisch-grätz bei Kapolna, die Schlick durch meisterhatte Operationen und duich das Zurückwerfen D em bi n s ki's herbeizuführen wnßce. Nach seiner Vereinigung mit der Hauptarmee, womit er aufhörte, selbstständiger Commandant zu seyn, schlug er sich bei Hatvan mit 11,000 Mann gegen dreifache Ueber-macht des Feindes, worauf er seinen Rückzug antrat, den er in imposanter Haltung vollzog, befreire dann durch eingeschicktes Flankenmanöver, wodmch die Entscheidung des Tages zu Gunsten des österreichische, Doppel-Aars herbeigeführt wurde, den vom Feinde harlbedrangten Ban bei Issaszeg, und folgte darauf der Hauptarmee ge^en Pesth. Hier sehen wir ihn im Verein mic dein Ban vier Mal den andrängenden Feind zurückwerfen u,i> die Ehre der österr. Waffen siegreich wahren. Als, nachdem Windischgrätz das Obercommando niedergelegt und der neue Commandant, Baron Welden, durch geschickte feindliche Bewegungen gezwungen, den Rückzug angeordnet hatre, die Armee bei Komorn sich vereinigte, wußte Schlick, der in Eilmärschen herbeigekouuneu war, dem eben so kühnen, als schlauen Görgey den fast errungenen Lorber zu entreißen. Bei dem neuen Felozuge, der unter dem Oberbefehl des Feldzeugmeisters Frciherrn von Haynau in den letzten Tagen des Juni begann, nachdem die Armee durch einen raschen Flankenmarsch auf dem rechren Donauufer concentrirt worden war, war es Schlick, der bei Raab den blutigen Reigen eröffnete, indem er, nicht wartend, bis die zur Umgehung der feindlichen Stellung einsendeten Truppentheile angelangt waren, den Angriff auf Naab begann, den Feind a.is seinen Verschanzungen verjagte, und im Verein mic dem Reseroecorps den glänzenden Sieg errang, der dem Feldzuge gleich von Anfang an eine so bedeutungsvolle Wendung gab. Einen nicht minder rühmlichen Antheil, als an der Schlacht bei Raab, hatte Graf Schlick an den Schlachten von Acs und Komorn. Iü d"' Schlacht am II. Juli, wo Görgey, von Regen und Ncbel begünstiget, lein verschanztes Lager bt' Komorn Zerlassen und unvermuchec inic seiger ganzen ' Machc einen Angriff auf die österr. Linie gemacht hatte, war es Schliß der mir seinem Corps den mic Uebermacht andringenden Gegner so lange aufhielt, bis das Neservecorps und die Division Paniutine an dem Kampfe theilnehmen und gemeinsam mit ibm den verwegenen Gegner in seine Verschanzungen zurückwerfen konnten. Von Acs aus, wo Schlick nach dem Abmarsch der übrigen Armeecorps zurückgeblieben war, riickce derselbe, ohne eilien einzigen Rasttag zu machen, über Pesth an die Theiß, die er bei Alpar überschritt; zog sodann, nachdem er die an diesem Fluß aufgestellten feindlichen Posten vertrieben hatte, in starken Märschen über St. Marton, Szentes, Vasarhely nach Mako an der Maroö, und unterstützte so auf das kräftigste die Operationen des Oberfeldherrn. Nach der Schlacht bei Szö->eg rückre FML. Schlick der Maros entlang gegen Neu-Arad, woselbst Görgey, der, von den Russen verfolgt, am 9. August in Alt-Arad angekommen war, ihn angriff, um — sich hier durchschlagend — seine Vereinigung mit Dem^ binski zu bewerkstelligen Trotz der überlegenen Macht Görgey's wies Schlick den Angriff so kräftig ab, dafi der Gegner seine Absicht aufgeben und sich zurückziehen mußte, um bald darauf vor dein Corps Rüdiger's die« Waffen zu strecken. So war es also Schlick, der bei Naab den Feldzug eröffnet und bei Arad ihn glücklich geschlossen hatte. Graf Schlick ist eine der angenehmsten persönlichen Erscheinungen. Seine hohe Gestalt, sein, trotz seiner 60 Jahre, noch juaendlich kräftiges Aussehen, der schwarze Schnurrbart unrer der feingeformten Nase, seine leichte, elegante Haltung zu Fuß, wie zu Pferd, endlich die charakteristische schwarze Binde über dem Verlornen rechten Auge machen schon auf den ersten Blick einen ungewöhnlichen Eindrnck, nnd wenn dieser imponirend genanuc werden muß, so ist sein freundliches Wesen, seine Zuvorkommenheit schnell Veitrauen erweckend. Die Herzensgüte, die aus Allem hervorleuchtet, was er thut un) spricht, gewinnt ihm die Liebe Ailer, die sich ihm nahe», so wie seine Festigkeit und Gerechtigkeit sich bei Freund uud Feind Achtung erwubt. Feuilleton. Mrs. Vtannig, — welche sich die von uns erwähnte Ermordung des Steuereinnehmers O'C o n nor hat zu Schulden kommen lassen, sitzt bereics im Gefängnisse. Ihre Verhaftung gibc abermals ein glänzendes Beispiel von der Rührigkeit der „Delectivpolize!" in England, in dem Lande, wo es zwar keine Pässe lind keine Paßplackereien gibt, wo es aber dessenungeachtet selten einmal einem Verbrecher gelinat, sich dem rächenden Arme der Gerechtigkeit zu entziehen. Die Polizei hat ermittelt, daß Manning am !3. mit mehreren Koffern in einer Miethkuische von ihrer Wohnung weggefahren war, es war aber eine nicht leichte Aufgabe, unter den Tausenden von Miethkucschern den rechcen herauszufinden. Nach einer Woche gelang auch dieß und so erfuhr man, daß die Manning unter dem Namen Mrs. Smtih zuerst im Bahnhofe der südöstlichen Bahn ein Paar Koffer als Passagiergut nach Paris abgegeben, dann aber im nordwestlichen Balnchofe eine Fahrkarre nach Edinburgh gelöst habe. Man öffnele die Koffer und fand dann darin Briefe und Effecten des Ermordeten. Da nun kein Zweifel mehr über die Persönlichkeit der angeblichen Mrs. Smith obwalten konnce, so wurde d rect an den Edinburgher Stadt-polizndirector das Signalement der flüchtigen Manning telegraphirt. Kaum war eine Stunde vergangen, so langte aus Edinburgh die telegraphische Nachricht von ihrer Verhaftung ein, lind abermals nach einer Stunde kam eine Depesche mit der Aufzählung der bei der Manning in Beschlag genommenen Gegenstände, worunter einige Banf-billets O'Connor's sich befanden. Folgen der Unvorsichtigkeit — Wie unvorsichtig Dienstmädchen in der Bewachung der ihrer Aufsicht an-vertrauten Kinder zu seyn pflegen, zeigt ein neuerliche Vorfall, der sich im August l. I in Wien zugetragen. Trotz — 312 der Warnung e!n!g,r Vorübergehenden ließ ein Dienstniad-^ che» ei» Kind auf den: Gelander der sogenannten steinernen Brücr'e über den Wiensiuß sißen, und hielt es nur beini Kleide fest. Als einige Neirer die Brücke passirten, wandte sich das Madchen plötzlich um, und liest dabei das Kind in den Fluß fallen. Schnell stürzten einige zufällig herbeikommende Soldaten in's Wasser, um das Kind zu retten, allein sie zogen nur eine Leiche heraus. Erscheinungen zur Zeit der Cholera. — In Belgien will man in einzelnen Ortschaften die Beobachtung gemacht haben, daß, sobald die Cholera am stärksten wüthete, die Schwalben und alle anderen Vogel sich zusam-menschaarten und davon zogen; sobald aber die Krankheit abnahm, nach und nach wiederkehrte». AIs in Pepinstre, bei Ve7vier5, die Cholera taglich von einer Bevölkerung von etwa 2000 Seelen bis 28 Opfer forderte, sah man dort in der ganzen Umgegend gar keine Schwalben, noch andere Sing-vögel mchr. So wie die Seuche nachließ, kehrte» die Schwalben iü ihre gewohnten Nester zurück. Oin Mittel gegen die (3holera. — Der belgische Kriegsminister, General Chazal, war in Folge der Cholera schon dem Tode nahe, und wurde von demselben nur durch ein im Orient gebräuchliches Mittel gerettet. Der in Brüssel anwesende russische General Ion ini ließ nämlich den Kranken in heißen Sand legen, und schon »ach dein zweiten VersuHe ward derselbe in einen wohlthätigen Schweiß gebracht, der ihm das Leben rettete. Friedenscongresf in Paris. — Unter den Frem-den, welche dem Friedenscongresse in Paris beiwohnoi, ziehen besonders mehrere Quäker mit ihren Frauen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Die Männer tragen stets einen schwarzen Frack, die veiheiratheten Frauen hellgraue, die Jungfrauen weiße und die Witwen violette Kleidn-. Bekannt-lich sind sie alle unbedingte Anhänger des Friedens und predigen vollständige und sofortige Entwaffnung. Lola Montez — ist bereits in Calais angekommen. Bei der Ankunft der Lola Montez in Calais näherte sich ihr Herr Heerd, ein alter Professor aus London, von dem sie sich in der englischen Literatur unterrichten lassen wollte. „Gräfin," sprach er sie an, „ich bedame, daß ich Sie auf der Flucht finde. Ich weiß Alles — ich beklage innig, daß Sie gegenwärtig das Tagesgespräch bilden und alle Journale über Sie schreiben." — „So?" erwiederte Lola, «das ist es ,a eben, was ich wünsche. Sollten Sie einmal bemerken, daß mein Name nicht mehr in den Zeitungen vorkommt, dann rechnen Sie darauf, daß ich gestorben bin.'' (Oest. Cour.) Unverhoffte Freude. — Am 31. August ereignete sich in der Leopoldstadl in Wien ein wunde, barer Vorfall. Ein Kind starb an der Cholera, war bereits m den Sarg gelegt und von der Mutter mit Blumen geschmückt worden. Die Mutter ließ den Sarg offen und allein und ging, Anstalten zur Beerdigung zu t> essen. Bei ihrer Rückkehr fand sie das Kind lächelnd im Sarge sitzen und mit den Blumen spielen. Man kann sich die Freude der überraschten Mutter denken. Das Ki»d befindet sich auf den, Wege der Genesung (O>st. V B.) Deportation französischer Verbrecher. — Nach eiiiem Berichte des französischen Ministers des Innern sind in Folge des voriähriaen Iuniaufstandrs in Paris l 2,000 Personen verhaft^ worden, vo» denen 3954 zur Deporta- tion verurcheilt wurden; jedoch haben bis jetzt l829 Deportirre Begnadigung erlangt. Laibacher Schaubühne. Dir dramatische Poesie ist die Blüthe aller Kunst; denn durch das Thcatcr ist dic Möglichkeit gegeben, daß gerade die höchste Gattung dcr Poesie ihre volle sinnliche Wirkung auf die Sitten dcr Mm- ' scheu unmittelbar äußere. Dieß war die Ansicht der Helleneu, der Rö- ^ mcr und dieß die Ansicht der Vorzeit; doch anders dachte die Neuzeit, welche gerade die Schaubühne, dic zur Pfiegc der Kunst und zur Geißel für dic cnt-artctcn Sitten berufen ist, nicht als Lebensschulc, sonder» alSUnterhaltungs-ort — fthr oft auf Kosten dcr Moral — betrachtete. So kam es uun, daß wir durch eine längere Zeit mit Darstellungen übcrffuthct worden sind, dic mehr des Bösen, denn des Guten stifteten. Wir sahen nur leichte, uctte, consiture Waren uub einen crgctzlichm Schaum; mau sträubte sich gcgcu alles Schwere, Harte uud Aufregende, man milderte den tragischen Donner mit cinem fleincn Paukeuschlägel und war für dic zarten Nerven so besorgt, daß dic Katastrophe mit einem alltäglichen Ausgaugc enden uud dcr das Laster vernichtende Blitz mit irgend einem Franklin'schcn Instrumente aufgefangen und wo möglich abgeleitet werden mußte. Dadurch kamen dic echten Kunstwerke gar selten und noch damals meistens verachtet, oder nie auf die Bühne. Gott Lob, diese Zeit wäre uuu bald vorbei, denn wir sehen mit Vergnügen, wic sich attcnthalbcn die Schaubühnen Oesterreichs zu einer frcudigcrcu Anschauung gestalten. Auch Laibach sieht durch die am 45. Scptcmbcr dieses Jahres von unserem altbekannten, wackeren und allgemein geachteten Dircctor Herrn Thom« veranstaltete Wiedereröffnung dcr stäudischcn Schaubühne vielen Kunstgenüssen entgegen. Sein bekannter guter Wille, sein cbles Streben und seine vollkommene Bühuenkenntniß bethätigen sich durch dic glückliche Wahl der uns vorgeführten Stücke auf eine Art, daß wir ihm unser ganzes Wohlwollen schenken müssen, denn wir sahcn a>n t5. Srptl,nber nach einem kräftigen Prologe den „Pfarr Herrn," am 16. zur Feier dcr Eisenbahn-Eröffnung und im Beiseyn Seiner kaiserlichen Hoheit des Herrn Erzherzogs Albrecht, Stellvertreter Sr. Majestät Franz Joseph I.: „dic Braut aus der Residenz;" am 17. „dic Reise nachGratz;" am 18. „dcn alten Magister;" am 19. „Angelo, Tyrann von Padna;" am 20. „Voltaire'S Ferien" und das „Versprechen hinterm Herd;" am 22. „Christine von Schweden;" am 23. „Dichter und Bauer," und am 24. „Lconorc, oder dic Braut im Grabe." Allc diese Darstellungen müffcn wir gelungen nennen, denn die Rollen waren Kunstverständig» n anvertraut, von dcncn uns Einige aus früherer Zeit noch vollkommen blkannt find. Diese Alle zcigtcn in ihnn Bewegungen und in ihrem Vortrage, daß sic keine Neulinge auf dcr Vühnc sind, und sic bcrcchtigcn uns zur schönen Hoffnung, daß wir noch viclc genußreiche Abende ihnen verdanken wcrden, wozu wir sowohl uns, als auch dem Herrn Dircctor wahrhaft vom Herzen Glück wünschcn können. Wir haben vorläufig nur das unS - Vorgeführte berührt, weil es bis jcht noch nicht an dcr Zeit war, über einzelne Leistungen zu reden, behalten uns jedoch vor, später solche näher zu besprechen und zwar auf eine Art, welche klar zeigen sott, daß wir von einer Provinzial-bühnc nicht Jenes zu fordern berechtiget sind, was wir auf einer Hofbühne zu sehen und zu hürcn erwartcn. Wir schließen unser heutiges Referat im vollen Bewußtseyn, daß dcr Kranz des Lohnes sthr schwer zu erringen sey und rufen im vollen Vertrauen auf den guten Willen und auf die erprobten Kräfte deS gcsammtcn geehrten Institutes ein herzliches „Vorwärts" zu. , Vabnigg. Verlestrr: Iq u a z >A l o i s K l e i n m a y r.