Nr 70. PrHnumeralion«Pl«l«: Im «omptolr ganzj. fl. li, halbj. fi. 5-N0, Für bi« Zustellung ins Houe balbj, 50 Ir. «ii! b?r P^ft ga«'5. b'lb!, «1,7 5N Mittwoch, 26. März. Insertlon»gebü«: yll« ll«lne Ins«a«t b!» ,n < Zellen i«li li., größer« per Z«!le « kr,, b«l «ft«r«n 1884. Amtlicher Theil. y Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Aofessor an der Staats.Oberrealschule in Graz Joseph A,enger zum Professor für Geometrie. geometrisches chnen. Projectionslehre. graphische Statik und Buch. Mtung an der Staatsgewerbeschule in Innsbruck er. "l>NNt. Verordnung des Finanzministeriums vom 18. März 1884, w3 ^ ^Ipr'l 1884 das Aufgeld bestimmt wird. lHes hei Verwendung von Silber zur Zahlung der Zollgebüren zu entrichten ist. 25 n^'l Bezug auf Artikel XIV des Gesetzes vom Men - ^82' R. G. Bl. Nr. 47. wird im Verneh-», ^lt dem kön. ungarischen Finanzministerium für >,.,, Geltungsbereich des erwähnten Gesetzes und für i/n Monat April 1884 festgesetzt, dass iu den. u.^^" Fällen, in welchen bei Zahlung von Zöllen s/'° Nebengebüren, dann bei Sicherstellung von Zöllen >'«n des Goldes Silbermünzen zur Verwendung kom« ^,' em Aufgeld von 20'/, Procent in Silber zu ^ Dunajewsli m. p. ^^ttchtamtlicher Theils I',Majestät der Kaiser haben, wie die „Brün. er Ze.tung« mulhe.lt. der Gemeinde Prahlitz zum ""baue lhrer Schule eine Unterstützung von 200 si. ^u spenden geruht. ' v u ' Reichsrath. 351. (Abend-) Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien. 21. März. erktt^' Excellenz der Herr Präsident Dr. Smolka ""«/ um 7 Uhr 5 Minuten die Sitzung, der 3"' b" Ministerbank befinden sich: Se. Excellenz rium«"!" Ministerpräsident und Leiter des Ministe-zen 5 ^ Innern Graf Taaffe und Ihre Excellen-ky^.Herren Minister Dr. Freiherr v. Ziemial-'^l, Graf Falkenhayn. Dr. Freiherr von PraZät, Dr. Freiherr v. Conrad-Eybesfel d. Dr. Ritter von Dunajew ski und Freiherr v. Pin o. Auf der Bank der Regierungsverlreter: Sections« chef Fidler und Landes. Schulinspecior Ritter von Ullrich. Das Haus fchreitet zur Fortsetzung der Spe-cialdebatte über den Unterrichtsetat. Zur Verhandlung gelangt Titel 19, ..Volksschulen", zu welchem mehrere Redner pro und coutta, vorgemerkt sind. Abg. Dr. Lorenzoni beklagt sich über die Lese« und Lehrbücher, welche in Südtirol in den Volksschulen eingeführt sind. Dieselben entsprächen weder dem Geiste der italienischen Sprache, noch sei die Aus» wähl des Stoffes eine glückliche. Ihm scheine es. dass bei der Abfassung dieser Lehrbücher grobe Verstöße gegen die Pädagogik begangen worden seien, was er durch einige Leseproben zu zeigen sucht. So seien beispielsweise der Beschreibung des Küstenlandes 35 Seiten gewidmet, während Südtirol auf einer Seite abgethan wurde. Die Lesestücke seien überhaupt aus verschiedenen Classikern unsystematisch zusammengetragen, ohne dass dabei dem kindlichen Verständnisse Rechnung getragen wurde. Redner bespricht auch den innigen Zusammenhang zwischen Volksschule und Untergymnasium und betont die Nothwendigkeit der Beibehaltung der italienischen Unterrichtssprache an den Untergymnasien Südtirols. Allerdings hält er die gleichzeitige Pflege der deutschen Sprache für nothwendig, damit das Verständnis derselben für den Unterricht an den Obergymimsien und den Hochschulen vorbereitet werde. Redner ersucht die Unter^ richtsverwaltung, den erwähnten Uebelstäüden abzuhelfen. (Beifall.) Abg. Kowalski bespricht die Verhältnisse an dei» ruthemschei, Volksschule!, und beklagt de» Zwang, welcher den Kindern bezüglich der Erlernung der pol° nischen Sprache auferlegt werde, indem dadurch die Unterrichtserfolge ungemein beeinträchtigt würden. Kinder, die kaum ihre ruthenische Muttersprache stammeln, seien dazu verurtheilt, den ersten Unterricht in polnischer Sprache zu erhalten, dem sie ojt jahrelang erfolglos beiwohnen muffen; namentlich gelte dies von den Schulen in gemischtsprachigen Bezirken, wo durch die Landesschulbehörden stets dem polnischen Idiome der Vorrang eingeräumt werde. Redner bespricht auch die Lehrmittelfrage und ersucht die Unterrichtsverwal-tnng im Interesse des Landes und Staates um Schutz für das ruthenische Clement. (Beifall.) Se. Excellenz Minister für Cultus und Unterricht Freiherr von Conrad-Tybesfeld: Ich erlaube mir, nun zunächst auf die Darlegungen des letzten Herrn Redners zu erwidern, dass ich die Schulfreundlichkeit und das Interesse für die Entwicklung der Schule und für die Vermehrung der« selben in Galizien, die aus dem Eingänge seiner Darlegung und auch aus den Schlussworten hervorgienaen, mit großer Freude und Befriedigung begrüße. Es sind die Verhältnisse des Volksschulwesens in Valizien allerdings noch derart, dass sie einer großen, einer sehr energischen Nachhilfe von jeder Seite bedürfen, und es freut mich, dafs der Herr Vorredner die Güte hatte, das Vertrauen auszusprechen, dass die Regie« rung und insbesondere die Unterrichtsverwallung sich mit Nachdruck und Energie der gestellten Anträge an-nehmen werde. Meinerseits muss ich allerdings auch an seine Darlegung die Erwartung knüpfen, dass auch im Lande dasjemge geschehen werde, was nothwendig ist, um die Errichtung der so vielen noch fehlenden Schulen in Valizien nachzuholen. Den einzelnen Details, welche in den Vorschlägen und Wünschen, die der Herr Vorredner hier ausgesprochen hat. Details, welche sich auf die Sprach-tenntnis der einzelnen Angestellten in den Lehrer-Bildungsanftalten und bei den Prüfungs'Commissionen beziehen, kann ich allerdings mit keiner Erwiderung heute begegnen, weil sie von eingehenden Erhebungen abhängen und nur von Fall zu Fall erörtert werden können. Ich glaube aber die Versicherung aussprechen zu dürfen, dass ich keine derselben unbeachtet lassen, son« drrn jeden Fall. der mir auf diese Art zur Kenntnis kommt, zum Gegenstände einer eingehenden Erhebung machen werde. Allerdings kann eS dem Herrn Vorredner nicht unbekannt sein. dass die Gemeinde Lemberg bezüglich der ruthenischen Schule in letzter Zeit eingehende Be-schlüsse gefasst hat, dass diese auch zu einer Erhebung des Standes der ruthenischen Kinder geführt haben, um auf diese Art dem nach der bekannten Reichsgerichtsentscheidung ergangenen Auftrage an die Schulbehörden zu entsprechen, dass für den Unterricht der ruthenischen Kinder in ausreichender gesetzlicher Weise gesorgt werde. Jeuilleton. Der Kleinhäusler. "hilhlung aus dem obderennsischen Volksleben von C. A. Kaltenbrnnuer. (48. Fortsetzung.) in» l)7^ Ereignis im Grundner'schen Hause erregte ^er?d .^ ""^ '" ^ ganzen Umgebung ein großes Tod ^ ^ ^w5 ja einen reichen Mann, dessen ^obri ?'"" "^ gewiss angenommen wurde und bewert ^rneren mit einer Art von Genugthuung leirie K ' "^ man sich von dem letzten Muss durch l"nn " m?"" U"b nicht durch Haus und Hof loskaufen ^leit« m 5pl"ch vom „Bärenwirt" wie von einem Uute» Torbenen, und in der Aufzählung seiner yen,^, 2 schlechten Eigenschaften hielt man ein all» leine,. ^ Todtengericht. welches im ganzen nicht zu leit ..^!!'""l lautete. Es wurde zwar seine Thätig' Alarms ^ G^schäftskenntnis «nd Rechtlichkeit an-Hochn,' dagegen aber seine Hartherzigkeit und sein den« f" V "uf das schärfste gegeißelt. Alle gönnten ^lbschast ^ll Leopold die bevorstehende schöne silhlen^"""'k und Vroni hörten mit wechselnden Oe-VersH,ik ^^ verbreitete Nachricht von dem nahen l"ächu«^m>^ «efürchteten und für sie nur allzu söhlig Klines. Dominik war übrigens als gründ-betvenl ,»"5. persönlicher Gegner des Wirtes tiefer b'ksem ^ Vroni. Die herben Schläge, die ihn in die tief, 3?" ""b im höheren Alter trafen, und ß^öttiial ^"sung vor Gericht und Gesetz, wozu er ^gsamer »? " w"' hatten ihn nachgiebiger und ", oemülhiger und sittlich milder gemacht. Es beunruhigte ihn, zu denken, dass Grundner sein Feind sei und nun, unausgesöhnt mit ihm, au2 dem Leben scheide. __________ 23. Die beiden Häupter. Den anderen Tag hieß es, dass es dem Herrn Grundner besser gehe. In der That hatten die Anfälle aufgehört, die allgemeine Schwäche abgenommen, und es trat bls jetzt kein Nückfall ein. Trotzdem glaubte niemand an sein Aufkommen. Am zweiten Tage, während die fast unmerkliche Besserung des Wirtes wenigstens keinen Rückschritt machte, erschien Dominik im Hause und bat Frau Grundner, dass sie ihm erlaube, mit ihrem Manne zu sprechen. Sie war über sein Erscheinen beinahe erschrocken und wollte ihn durchaus nicht vorlassen. Dominik aber schte ihr inkürze auseinander, was er vorhabe, und gab ihr sein Manneswort, dass sie durch sein Kommen für ihren Mann nicht das geringste zu besorgen habe; „im Gegentheil", sagte er mit dem Tone ausrichtiger Gesinnung, „soll meine Unterredung mit ihm wohlthätig auf ihn einwirken, wie Ihr schon aus meinem Vorhaben erkennet. Ich will nichts als meine Christet'pflicht erfüllen, und Ihr werdet ja ohnehin selbst zugegen sein." Frau Grundner überlegte; die angeklungene religiöse Seite gewann endlich die Oberhand; sie hieß ihn warten und gieng hinein in das Krankenzimmer ihres Mannes. Erst nach einer geraumen Weile kam sie wieder heraus. Unter der Bedingung, dass Dominik auf die ruhigste und vorsichtigste Weise spreche, gestattete M ihm jetzt den Eintritt. Mit leisen Tritten näherte sich Dominil dem Bette des Kranken, auf welchen die Vorbereitung durch seine Frau bereits Einfluss genommen hatte, indem er seinen Gruß ruhig erwiderte. .Schenket mir, Herr Grundner, nur ein kurzes Gehör", begann Dominik, nachdem ihm die Wirtin neben dem Bette einen Stuhl geboten hatte, „ich will Euch nicht lange belästigen, da Ihr, wie ich sehe. der größten Ruhe bedürfet. Gott wolle Euch am Leben erhalten und Euch wieder die Gesundheit schenken, die des Armen und des Reichen höchstes Gut ist; aber in dieser ernsten Gefahr und im Angesicht des Todes" — Grundner's bleiches Gesicht zuckte leise und Frau Grundner winkte heftig, dass Dominik diese Andeutungen unterdrücke. „Der Euch, wie mich treffen kann", verbesserte sich Dominit „habe ich es für meine Pflicht gehalten, zu Euch zu kommen, und will heute gutzumachen fuchen, was seit Jahren zwischen uns Feindseligkeit obwaltet." Grundner machte eine Bewegung, horchte jedoch aufmerksam. „Glaubet mir", setzte Dominik seine An« spräche fort, „der Gang zu Euch ist mir nicht leicht gewesen, aber ich biu Euch Dank schuldig für meine Tochter, die Ihr während meines Unglücks in Euer Haus aufgenommen habt; nebstdem aber muss ich vor Euch, ehe Ihr mir die Hand reichet, so gut als möglich meinen Namen herstellen, was ich weniger um meinetwillen, als meiner schuldlosen Tochter zu Liebe thun muss." Bei Erwähnung der letzteren machte die über« wachende Wirtin sogleich ein abwehrendes Zeichen. „Besorget nichts!" sagte Dominik ruhig. „Ich verlange nichts von Euch für mich und meine Tochter, sondern ich will Herrn Grundner nur gebeten haben, mich wert zu halten, dass er ein freundliches Nwrt mit mir rede." „Was wollt Ihr denn eigentlich?" fmgte Orm.d-ner mit matter Stimme und blickte ihn "'"^",0 malten Auge., an. (Forts, folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 70 588 26. März 1884. Diese Erhebungen und die danach beantragten Ver-, fügungen haben allerdings noch zu keinem definitiven Resultate geführt, aber nur aus dem Grunde nicht, weil die Zählung der ruthenischen Kinder in Lemberg zu einem ganz eigenthümlichen Ergebnisse gefiihrt hat. Die Zahl der Eltern, die den ruthenischen Unterricht ihrer Kinder verlangt haben, war so klein, dass gegenüber der bei der Volkszählung constatierten großen Zahl der wirklich ruihenischen Kinder die Nothwendigkeit der Errichtung einer ruthenischen Schule gar nicht nachgewiesen erschiene, und es wird sich also zunächst darum handeln, die staatliche Uebungsschule, die in Lemberg für beiläufig 300 ruthrnische Kinder besteht, entweder zu reducieren und die davon entfallenden Kinder dem Unterrichte in einer ruthenischen Gemeindeschule zuzuweisen, oder an jenen Antrag anzuknüpfen, Welchen die Gemeinde bekanntlich gestellt hat, dass nämlich an den 17 polnischen Volksschulen in Lemberg an allen betreffenden Massen Parallelclassen mit ruthe-nischer Unterlichtssprache errichtet werden. Wie gesagt, auch diese Verhältnisse entgehen keinen Augenblick der Aufmerksamkeit der Untcrrichtsverwaltung, und ich bin dem Herrn Vorredner sehr dankbar, dass er noch Details in seine Anträge aufgenommen hat, die uns einen Gegenstand der Erwägung neuerdings bieten werden. Was den vorangehenden Herrn Redner betrifft, so habe ich aus seinen Darlegungen zunächst eine Klage über italienische Schulbücher entnommen, die im Tridentinischen im Gebrauch sind. So viel ich mich erinnere, ist das Schulbuch, auf welches sich diese Bemerkungen wahrscheinlich beziehen, ein von einem italischen Pädagogen, allerdings aus dem Küstenlande, verfasstes und wiederholt und eingehend geprüftes Buch. Ich gebe gern zu und zweifle nicht daran, dass in orthographischer und stilistischer Beziehung Mängel vorkommen, und ich werde auch gar nicht unterlassen, hier so viel als möglich Abhilfe zu schaffen. Bezüglich der Beschaffenheit der Bücher und ihrer leichten Zerstörbarkeit. die vielleicht mit dem lebhaften Temperamente der Kinder zusammenhängt (Heiterkeit), die damit umzugehen haben, nachdem doch ähnliche Klagen aus anderen Ländern nicht vorkommen, bezüg-lich dieses Umstandes wird sich eine Abhilfe ebenfalls leicht schaffen lassen. Was aber die Bedenken betrifft, welche über die Stellung der Lehrer erhoben worden sind und über die armselige Bezahlung, die sie genießen, ihren Mangel an Pensionsansprüchen, so kann ich dem Herrn Vorredner wirklich nur erwidern, dass nur zu wünschen wäre, dass je eher, je besser ein Landesgesetz in Tirol zustande käme (Sehr richtig!), welches, wie es in anderen Ländern und allgemein in ganz Oesterreich eingeführt ist, gesetzliche Verfügungen bezüglich der Stel« lung der Lehrer treffen würde. Es wird doch von Jahr zu Jahr schwieriger, eine Post im Staatsbudget aufrechtzuerhalten, welche ganz allein für Tirol die Volksschule gewissermaßen zur Staatsschule macht, in. sofern es auf die Kosten für dieselbe ankommt; der Betrag, der hier im Budget zur Unterstützung der Schulen in Tirol eingestellt erscheint, wird ja nur dazu verwendet, die so geringfügigen Leistungen der Gemeinden zu erhöhen, welche bisher dort in Uebung sind, weil eben kein Landesgesch die Bezüge syste-misiert, wie in anderen Ländern. Was endlich die deutschen Schulen und das Gymnasium in Trient betrifft, welche der Herr Abg. Lorenzoni der Unterrichtsverwaltung zur Aufhebung empfiehlt, so muss ich gestehen, dass ich wirklich besorgen würde, mit einer solchen Maßregel mich in den allerentschiedensten Widerspruch mit der Bevölkerung zu setzen. Ich weiß, welche Schritte dort in der Gemeinde gethan worden sind, um darzulegen, dass die deutschen Parallelclas-sen am italienischen Gymnasium überflüssig seien, ich weiß auch, dass man von gewisse Seite der deutschen Volksschule nicht hold ist, aber die Bevölkerung gibt diesen Anschauungen das eiNschiedenste Dementi, denn die Volksschule wird von Jahr zu Jahr stärker besucht, es sind mehrere hundert — ich glaube jetzt 480 Schüler — in der deutschen Volksschule, und es wird niemand mehr gezwungen, diese Schule zu besuchen, denn es gibt ja italienische Volksschulen an demselben Orte, und es existiert keine Mahregel, weder eine gesetzliche noch eine administrative, die irgendwie den Eltern auch nur nahelegen würde, ihre Kinder in die deutsche Volksschule zu geben; und wenn der verehrte Herr Neoner bemerkt hat, dass der Unterricht der italienischen Kinder in dieser deutschen Volksschule mangelhaft sei inbetreff Erlernung der eigenen Mut. tersprache, so la,m ich darauf erwidern, dass der Er-s°lss rUHsichtlich der Schüler, die aus der deutschen Volksschule an die Mittelschule übertreten, gerade den entgegengesetzten Beweis liefert, denn die Fortschritte der Schüler ltalienischer Nationalität, die aus der Volksschule in die italienische Mittelschule übertreten, sind ganz gute, ja sogar grohentheils ausgezeichnete zu nennen. Die deutschen Classen des italienischen Gymna-slums haben ganz erfreuliche Fortschritte und eine bedeutende Zahl von Schülern aufzuweise», und auch da ist nicht der geringste Zwang geübt worden, nicht die geringste Aufforderung an die Bevölkerung, daran theilzunehmen, ergangen, und ich freue mich damit, nachdem ja keinem Italiener zugemuthet wird, sich germanisieren lassen zu sollea, und überhaupt eine solche Intention niemanden ferner liegt als der Regierung, und gewiss wird die Unterrichlsverwaltmig aus dem noch so blühenden Stande der deutschen Parallel» classen in Trient nicht folgern wollen, dass dadurch die Ueberflüssigkeit des italienischen Gymnasiums dar. gethan wäre, noch käme es ihr in den Sinn, so lange eine Frequenz, die sich heute auf 270 bis 300 Schüler beläuft, in so ausreichendem Maß? besteht, das italienische Gymnasium zu schwächen oder der Auflösung enlgegenzuführen. Ich glaube, dass nach und nach die deutsche Schule nicht bloß bei den deutschen Familien, sondern auch bei den italienischen in Trient sich ein» leben wird, und dass die Meinungen, die gegen sie jetzt auftreten, durch den natürlichen Gang der Verhältnisse von selbst im Sande verlaufen werden, wie so Manches, was durch Interessen, die mit dem Unterrichte gar nichts zu thun haben, manchmal an die Oberfläche gebracht wird. (Beifall.) Abg. Graf Terlago tritt den Ausführungen des Abg. Dr. Lorenzoni nach der Richtung entgegen, dass die für deutsche Schulen in Südtirol gemachten Auslagen reiner Luxus seien. Insbesondere betont er die Nothwendigkeit der Aufrechthaltung der deutschen Untergymnasien, indem er die Zahlenverhältnisse der deutschen und italienischen Schüler anführt und beispielsweise erwähnt, dass die deu'sche Volksschule in Trient von einem Drittel der dortigen schulpflichtigen Kinder besucht werde. Für die Erziehung der Kinder italienischer Zunge sei ohnehin durch italienische Volksschulen, durch das italienische Unter- und Obergymnasium und durch eine derlei Industrieschule in Trient genügend Vorsorge getroffen. Dem gegenüber sei die Erweiterung des bestehenden deutschen Unter, gymnasiums in Trient zu einem Obergymnasium nur eine Forderung der Billigkeit. Uebrigens sei die Erlernung der deutschen Sprache für die Südtiroler, die ja meist zur Wanderung gezwungen sind, ein Gebot der Nothwendigkeit, und jede Unterlassung in dieser Richtung würde sich mit der Zeit bitter rächen. Obwohl die Majorität der Bevölkerung in Tirol deutsch sei, so werde doch von Seite der Deutschen neidlos in Südtirol die italienische Sprache in Schule und Amt zugelassen, doch müsse jeder einsichtige Patriot der Regierung nur dankbar sein, dass sie den Südtirolern Gelegenheit biete, das unumgänglich nochwendige Ver-stänoigungsmittel, die deutsche Sprache, zu erlernen. (Lebhafter Beifall links.) Es wird hierauf Schluss der Debatte angenommen. (Schluss folgt.) Vom Ausland. Aus Rom wird unterm 22. d. M. gemeldet: Es ist unbekannt, ob die Allocution des Papstes anlässlich des nächsten Consistorium s der Ocffentlichkeit übergeben werden wird. In diesem Consistorium werden der Patriarch von Lissabon und der Erzbischof von Neapel zu Cardinälen ernannt und die sechs Sub< urbikarsitze in Rom wieder beseht werden. Ledochowski befindet sich nicht unter den für diese Posten zu ernennenden Candidate». Weiters wird der Papst mehrere französische, russische, italienische und belgische Bischöfe präconisieren. Eine Depesche des französischen Generals Millot vom 22. d. M. meldet: Die von General Briöre genommene Citadelle von Thainghuyen war von Chinesen vertheidigt, und wurden daselbst große Munitionsvorräthe vorgefunden. Briöre, welcher morgen in Hanoi eintrifft, bringt zahlreiche Fahnen und 40 Broncekanonen mit. Die Franzosen hatten keine Verluste, der Verlust des Feindes ist beträchtlich. General Negrier ist am 20. d. zurückgekehrt und bmchte eine Batterie Krnpp'scher Kanonen mit. Aus Bern wird unterm 22. d.M. berichtet: Als Motiv für die bereits telegraphisch gemeldete Ausweisung der Anarchisten Kennel, Schulze. Falk und Lissa wird angegeben, dieselben hätten nahe Beziehungen zu den Anarchisten Stellmacher und Kam-merer unterhalten. Die Thatumstände thäten zwar nicht die eigentliche Theilnahme an deren Verbrechen dar, kämen einer solchen aber nah?; auch hätten Kennel und Genossen die Behörden bei den Nachforschungen nach den Urhebern der Verbrechen irregeleitet. Gerichtssaal. Process Ougo Schenk und Genossen. 2. Verhandlungstag. Wien, 15. März. Der gestrige Verhandlungstag brachte mehrere drastische Zwischenfälle. Die Erörterung der Ermordung der Katharina Timal enthüllte ein furchtbares Bild von Grauenhaftigkeit und zeigte Hugo Schenk in seiner ganzen Scheußlichkeit. Es war ein form-liches Abschlachten, an dem sich alle drei Angeklagte betheiligten, wobei aber Hugo Schenk wieder die Hauptrolle spielt?. Auch noch weitere Ungeheuerlich, leiten dieses Scheusals wurden aufgedeckt, welche den Zuhörern das Blut in den Adern stocken machten. Großes Aufsehen rief ferner die Einvernehmung der Geliebten Hugo Scheut's, Emilie Höchsmann, hervor. Der Andrang des Publicums war noch größer al» tagsvorher, und wieder war die Damenwelt am star!' sten vertreten. , Nachdem die von Hugo Schenk und Schlossaw geplanten, aber infolge von Hindernissen nicht zur Aus< führung gelangten Projecte der Beraubung des zw>' schen Artstetten und Pöchlarn verkehrenden Postboten, sowie der Ausraubung des Postamtes in Artstetten besprochen worden — wobei Hugo Schenk angab, er habe den Schlossarek infolge des Misslingens »r Raubprojecte durch Hinweisung auf ein anderes Verbrechen , die Ermordung der Katharina Timal au» Vudweis ..vertrösten" müssen, wogegen Schlossarel w Abrede stellte, dass er, wie Hugo Schenk behaupte' auf die Ermordung der Postmeistersfamilie in sM" stetten und Vornahme neuer Verbrechen gedrängt ha^ — kam die Ermordung d e r K at h a ri n a T i ma» zur Erörterung. Katharina Timal, Tante der Ermordeten Iosefine Timal. war durch Telegramme unv Briefe, welche theils Iosefine Timal. theils H"ß° Schenk an sie gerichtet hatten und worin ihr m^ getheilt wurde, dass Hugo Schenk ein Gut geerbt habe, auf welchem sie die Stelle einer Haushälterin bekleiden solle, nach Wien gelockt worden, wo sie be> ihrer Ankunft von Hugo Schenk im Franz-Ios^ Bahnhöfe erwartet wurde. Wir lassen nun das Ve^ hör des Hugo Schenk über diesen Fall folgen: Präs.: Wo wurde Katharina Timal erwartet? -" Hugo Sch.: Im Franz^Iosef-Bahnhofe. Sie trafaucy pünktlich ein, und ich erzählte ihr nun persönlich, dcljs ich ein Gut bei Pöchlarn geerbt und dass ihre Nia?« schon dort sei und sie daher morgen mit mil UN" meinem Bruder dahin reisen müsse. Sie wurde vo" mir in das „Hotel Fuchs" gebracht. An dieselN Abende wurde von mir Karl Schenk und durch diesen Schlossarek von der am nächsten Tage bevolstehende" Abfahrt mit der Westbahn verständigt. — Präs.: ^ denn der Katharina Timal gar nicht aufgefallen, dais ihre Nichte nach deren ersten Mittheilungen zuelil nach Krakau gereist war, um in Russland zu heiraten, und dass Sie nun auf einmal wieder ein G^t hatte»' zu dem man nur mit der Westbahn gelangen konnte/ — H. Sch.: Es war ihr nichts aufgefallen. — P^l ' War sie vielleicht beschränkten Geistes, die Arme? ^ H. Sch.: Auch das weiß ich nicht. — Pr.: Nun g",^ am nächsten Tage wurde die Fahrt angetreten; bls wohin? — H. Sch.: Bis Krumnussbaum, dort stiege" ich und Karl Schenk aus. — Pr.: Um welche Z«" kamen Sie dort an? — H. Sch.: Um 12 Uhr nachts- — Pr.: Wie waren die Rollen vertheilt? — H. Sch ' Ich blieb natürlich bei der Timal. Mein Bruder war weit voraus. Hinter uns folgte Schlossare'< Derselbe trat nun verabredetermaßen an einer Stelle auf uns zu und fragte uns, ob wir einen Fahrma»" über die Donau brauchen, um keinen Verdacht am' kommen zu lassen. Nun blieb auch Karl Schenl etwas zurück. Schlossaret folgte mir. Ich war ncinl' lich vorausgegangen. Da hörte ich auf einmal hinter mir einen Schlag, wie wenn ein schwerer Gegenstoß zu Boden fällt. Ich sah mich um und bemerkte Schl^ saret über dem Körper der Timal knien. Diesels wehrte sich, und ich holte deutlich, wie Schlossaw sagte: „Mein Arm wird zu schwach, kommt und hei! mir", worauf ich zu meinem Bruder sagte: „Geh'h" unli hilf ihm." Mein Bruder gieng hin. Ich koiu^ nur noch wahrnehmen, wie er ihr die Hände h'^' dann hörte ich deutlich einen Ton, wie wenn jewa" mit einem kleinen Mefser die Gurgel durchschnitte würde. — Pr.: Auf eine Distanz von zehn bis MN Schritten, wie Sie behaupten? — H. Sch.: O"^ deutlich. — Pr.: Sie wollen uns immer glaub^ machen, dass Sie an keines der hier besprochen/ Opfer Hand angelegt. — H. Sch.: Nicht bloß glaube" machen, ich habe es auch nicht gethan. s. Pr.: Ich mache Sie darauf aufmerksam, da, nach dem, was Sie zugeben, diese Art der Vera" wortung für die Beurtheilung Ihrer Schuld g"'^ gleichgiltig ist. — H. Sch.: Das ist mir vollkomN"' bekannt. — Pr.: Es scheint, und dies geht aus 3^ ganzen vorliegenden Correspondenz und aus dem ^ gefundenen Fragmente, einer Art Memoiren von Ih" ^' hervor, Sie seien der Ansicht, dass bei dieser Mcw" Ihrer Verantwortung Sie die Cons«quenzen der ^5^ Übung eines Meuchelmordes nicht treffen können l H. Sch.: Ich weiß vollkommen, was mir bcvorfw^ und gerade angesichts dessen sage ich die WatM^ — Pr.: Haben Sie damals ein Messer besessenl H. Sch.: Nein. — Pr.: Sie haben behauptet, ^ hätten es dem Schlossarek geliehen und der H"^H: nach der That in die Donau geworfen? — H- A, So ist es. — Pr.: Also, nachdem Sie jenen Ton u . hö>t, was ist dann weiter geschehen? ^- H' A, Ich sah, wie ein Leichnam von zwei Personen ^ schleppt wurde. — Pr.: Von Ihren Mordgenoii" — H. Sch.: Ich weis das nicht und konnte e» ^ annehmen, es wur finster. Dann erst war ich A ^r außer jedem Zweifel, als mir von meinem ^„ mitgetheilt wurde, Schlossarek habe einen scy'v Stein herbeigeschafft, um die Leiche in die Dona" versenken, und auch eine Stange, um sie vom ^Laibacher Zeitung Nr. 70 589 26. M.'irz 1884. lwzustoßen. — Pr.: Das mit der Stange ist ganz «eu. -. H. Sch.: Aber wahr. Ich hatte darauf nur Mssen. — Pr.: Erzählen Sie nur weiter. — H. H.: Nachdem auch dieses geschehen war, giengeu wir «Mmmm nach Pöchlarn. — Pr.: Haben Sie die "lche nicht nach Geld durchsucht? — H. Sch.: Ich W Mlt der Leiche nichts zu schaffen, sondern dem ,,HloMet den Auftrag gegeben, ihr etwaiges Geld «no Wertsachen abzunehmen. — Pr.: Da hatten Sie °en Schlossarek schlecht informiert; denn bei der bald "«raus aufgefundenen Leiche der Katharina Timal lvurde m ihren Kleidern ein ziemlich namhafter Geld-"^9 vorgesunden. Sind Sie gleich von Pöchlarn "ay z^ien zurück? — H. Sch.: Unterweg« musste ^lo^arek sich Hände und Kleider vom Blute reim-? "' "art Schlossarek und mein Bruder fuhren um-Mt nach Wien. — Pr.: Was geschah hier? — H. » ?'' ^lm nächsten Tage wurde die Spareinlage be< ?^n und unter uns getheilt. Mein Bruder ethielt ^z I- Ich behielt mir nur 50 bis 80 fi. mehr als le Halste, die ich dem Schlossarel gab, weil ich Spe-i>" »ehabt hatte. — Pr.: Hat von diesen Sachen der "Mal nicht auch die Emilie Höchsmann etwas e>hal-H ' /^ H- Sch.: Ich gab ihr von den Pretiosen ein "rmband. — St.-A.: Sie sagten. Schlossarek habe A"kn zugerufen, Sie mögen ihm ein Messer geben. ^. ," kr ein solches hatte, warum verlangte er das ick !V ^ H- Sch.: Er hielt die Timal und wollte, nicht »^ ^ ""^'" Messer reichen, da ich dies aber «?"l' zog er sein eigenes Messer aus der Tasche. Echenf schlossarek gibt dagegen an, dass Hugo schnit ^ ^^'" unglücklichen Opfer den Hals durch» Nackig ^be- Wir theilen aus seiner Vernehmung Hundes mit. Karl Schenk versah ihn mit einer nack, m ""b '"^ ^'"^ Stange, um mittelst derselben vom n/"ibung der Mordthat die Leiche der Timal h'" "ser weit ins Wasser hineinschieben zu können. Karl I^ entsprechend der Anklage aus, dass er mit ull schenk zuerst abreiste und Hugo Schenk mit der fol^i "^lmal in dem nächsten Zuge nach Pöchlarn n^ ^ ^"l unterdessen Vorbereitungen zur That, b? " ^!"" Stein am Ufer der Donau in ein Tuch lr.tt "7 ^^' W°"n h°ben Sie sich in Pöchlarn ge- rossen? - Schl.: Gegen Mitlernacht. — A.: Was M da geschehen? - Schl.: Ich drückte die Timal zu Aden; sie wehrte sich. da verlangte ich von Hugo N^>.«l «" Ncher, Karl Schenk rief mir zu. wir soll?n Darauf prang Hugo Schenk her- N.ss . ."'^^1'" ber Timal mit seinem U'l" die Kehle. Ich hielt eioe Hand und einen UV „der Tlmal, Karl Schenk die alldere Hand und in Oberen Fuß. - Pr.: War denn der Hugo Schenk Echl . ^"^' ^s Sie die Timal niederwarfen? — ^l.: Ja. wir waren auf dem ganzen Wege beisam-wick l"'b ich warf sie zu Voden. als Hugo Schenk tva? ^^^' ob am Ufer ein Ueberfuhrkahn sei. Es v^,,I"abredet, dass ich bei dieser Frage den Angriff Tünll, " s°lll. — Pr.: Warum haben Sie denn die Ich k i!"Hl mit Ihrem Messer angegriffen? — Schl.: Sie t? 6" kein Messer bei mir gehabt. — Pr.: hätte n? ^ ^o^' dass Hugo Schenk behauptet, er Will a- H""d angelegt. ^ Schl.: Hugo Schenk wälzen ^" schein der Grausamkeit von sich ab-eine <>^'d doch hat er einmal vorgeschlagen, ichsolle selhe^u ^" einen Baum anbinden, die-dt„ ^lt Petroleum begießen und anzün-sibent^ ^"^ Schenk lächelt dazu, und der Prä-^llitten l" Anlass. demselben in scharfer Weife zu kr vi)^' dass ihm nach den empörenden Thaten, die in, in..l,^chte. alles zuzumuthen sei. (Große Bewegung Karl S^uni.) — Schl.: Herr Präsident, er hat den U ln b ti^nl verleiten wollen, dass er meine Frau NkwenbeV!?^ (Er weint.) - Pr. (zu Hugo Schenk Hlossa , .""' !" ein verworfener Mensch dieser Cie clh ..^' ich erkläre es, ich muss ihm glauben; Ich tnus» H^"' Sie können nicht anders als lügen! !^rk ^>" Sie als einen Lügner bis in das innerste ^l furs^l, "chen bezeichnen. Sie haben gelogen in Ihrer Ft s ^en Weise durch Monate hindurch, jedes Ihr »^, ^ haben Sie getäuscht, betrogen, und wenn k'"ern n "reicht war, haben Sie sich schon nach weiter ^? ^" umgesehen! — Schlossarek erklärt theili«/ ^ '^ er durchaus nicht an der Beute so ve< . Kar?^ wie es Schenk vorgab, "ie H«lV/ schenk gibt wieder an, dass Schlossarek er dem -Hl ^'""l durchschnitt, stellt in Abrede, dass ^'che a, ? ^"^.ek einen Stein zur Beschwerung der halte,, A 5"' ^umt aber ein, dass er die Timal ge- ^ Ve» '" ermordet wurde. Er habe 150 ft. von "erlauf, >. "kommen. Karl Schenk ist im weiteren Mörder f.' Chores bemüht, sich als den reinlichen c»»i seinen V"'^^"'' der entschieden keine Blutspuren Yeren Vr« ^^"den aufzuweisen hatte. Nach einer län-lr sich ^^erung hierüber gibt der Angeklagte an. dass ^ Präs!H°"^ gewaschen hat. und auf die Frage »nl- M?' ""rum er dies gethan, erwiderte Karl A-: Ni n ^ '^ von der Erde schmutzig waren." — "lson d s M ""en sie doch blutig. Wenn einer Ü'^u dip c>8 ^ durchschnitten wird und ein anderer °l°!nn, « ^ ^ ^lt, so kann man schon blutige Hände "'' als /. .-Karl Schenk erzählt, dass er gefallen "^ er m die Nähe kam. - Pr.: Das ist cha« rakteristisch. Sie wollten hier sagen, dass Sie in die Nähe kamen, haben aber rasch zurückgehalten und den Satz nicht vollendet. Sie sind und bleiben ein Mit» mörder der Katharina Timal, wie Sie die Sache auch darstellen." — Noch einmal wird der Präsident heftig, als nämlich Karl Schenk zu sonstigen schwankenden Angaben falsche Einzelnheiten über seine Nothlage vorbringt. „Eine Nolhlage" — donnert ihm der Präsident zu — „kann ein Mensch als Entschuldigung für den Diebstahl eines Laibes Brot vorbringen, nicht aber für einen Mord. Mancher arme Kerl, der auf der Straße herumirrt, wäre glücklich, so viel zu verdienen, als Sie hatten. (Karl Schenk will antworten.) Reden Sie jetzt nichts — ich will nichts mehr von Ihnen hören!" — Karl Schenk begibt sich. große Tropfen Angstschweißes auf der Stirne, nach seinem Platze. Als der Präsident zur Besprechung der Er< mor dung der Theresia Kett erl schritt und den Hugo Schenk aufforderte, anzugeben, wie derselbe mit diesem Opfer bekannt geworden sei, weigerte sich Hug o Schenk zu antworten, da er physisch und moralisch gequält werde, da er wisse, dass er sein Leben verwirkt habe. — Der Präsident ertheilte ihm hierauf einen strengen Verweis und legte dar, dass dessen Behauptungen von erlittenen Quälereien ganz unbegründet seien. Weiter theilt der Präsident mit, Hugo Schenk habe in einem aufgefangenen Briefe an Emilie Höchs-mann dieselbe gebeten, sie möge ihm Gift verschaffen, damit er sich der Iudicatur des Gerichte entziehen könne. Er werde von diesem Gifte unmittelbar vor der Hinrichtung Gebrauch machen. „Welch' ein Nimbus — so sagt Hugo Schenk in diesem Schreiben — wenn ich dem Henker entrinnen und bis zum letzten Augenblick aushallen würde." Der Präsident bemerkt nach Verlesung dieses Schreibens zu H. Sch.: „Also nicht Reue über Ihre Handlungen, nicht der mindeste Grad von sittlicher Umkehr, sondern Sie sind bestrebt sich vor der Welt als einen Menschen darzustellen, der von einem Nimbus umgeben ist. Sie sind so schlecht, dass Sie noch heule nichts anderes als Ihre grenzenlose Eitelkeit im Sinne haben. Noch heute hegen Sie nicht eine Spur von Reue." Was nun die Ermordung der Köchin Therese Keltert betrifft, so hat die Anklage hierüber bereits das Nähere mitgetheilt; die Ketterl wurde am 5. August v. I. von Hugo Schenk auf einer Fuhpartie auf die Neisalpe in der einsamen Gebirgsschlucht, der sogenannten Sternleiten, meuchlings erschossen. Die ihr abgenommenen Pretiosen schenkte Hugo Sch. der Emilie Höchsmann, reiste mit dieser und deren Schwager nach Stettin »mo gab von dem geraubten Gelde, gegen 3000 fl., den, Schwager der Höchsmanil 900 M. zur Etablierung eines Blumengeschäftes in Stettin als Geschenk. Die Leiche der Ketterl wurde bisher nicht aufgefunden. — Karl Schenk und Schlossarek erklärten, dass sie von diesem Morde am 5. August gar nichts gewusst hätten; Karl Sch, gestand aber, dass sein Bruder ihm am 22. August den Mord ein-bekannt habe. Die gestern als Zeugin vernommene Emilie Höchsmann gab an, dass sie den Hugo Schenk ebenfalls durch ein von ihr selbst veröffentlichtes Heiratsgesuch kennen gelernt habe. Als der Präsident ihr nach ihrer Aussage gestattete, sich zu entfernen, wandte sie sich auf Hugo Schenk zu und wollte ihm die Hand reichen, der Vorsitzende rief ihr aber zu: „Treten Sie nicht näher! Hüten Sie sich vor der Berührung dieses Mannes!" (Großes Aussehen im Saa'e. das Gerücht, dass die Höchsmann dem Schenk habe Gift zustecken wollen, stellte sich als unwahr heraus.) Bei der Erörterung des Falles Ferenczy gestand Hugo Schenk diese schändliche Mordthat voll< ständig ein. Tagesneuigkeiten. LZM. Graf Lolliot de Crennemlle. (Schluss.) Ein neues Feld verdienstvollster Thätigkeit eröffnete sich dem Grafen, als er im Juli 1807 zum Oberst' kämmerer Sr. Majestät ernannt wurde, nachdem er schon früher, und zwar noch in der Stellung als erster Generaladjutant Sr. Majestät, zum Feldzeugmeister befördert und ihm da« goldene Vließ verliehen worden war. Der ritterliche Soldat brachte in das neue Amt außer dem Pflichteifer und der edlen Humanität, die ihn auf seiner ganzen Lausbahn ausgezeichnet hatten, auch regsten Kunstsinn und geläuterten Geschmack mit, sowie den srsten Willen, z" thun, was in seinen Kräften stehe, um Kunst und Wissenschaft im Bereiche seiner Amtswirtsamkeit zu fördern. Einstimmig ließ sich auch dieser Tage bei der ersten Kunde von seinem Scheiden aus dem Amte die Anerkennung vernehmen, dass seine rastlose und einsichtige Thätigkeit die reichsten und segensvollstcn Früchte getragen habe und dass er das von ihm bebaute Feld viel reicher bestellt, viel besser geordnet und in viel blühenderem Zustande zurücklasse, als er es angetreten. Die Pflege und der Gennsz der Kunst findet eben bei uns an del, reichen Sammlungen, Erwerbungen und Unterstützungen des Allerhöchsten Hofes den Mittel- und Anhaltspunkt, der ihnen anderwärts durch Staatssammlungen und Staatsmittel gewährt wird, und demnach ist auch einem der ersten Hofwürdenträger ein weites Feld zu ihrer Förderung zugewiesen. Nach dem Amtsantritte des Grafen Crenneville wurden die bis dahin dem Obersttämmereramte unterstellt gewesenen Hoftheater aus diesem Ressort ausgeschieden, dagegen alle Kunstsammlungen des k. k. Hofes diesem Amte unterstellt und damit eine einheitliche Leitung ermöglicht. Diese machte sich auch 'alsbald be» merklich durch die unausgesetzte, mit eben so viel Eifer und Einsicht des Oberstkämmerers als hochherziger Freigebigkeit des Monarchen bewirkte Bereicherung der kaiserlichen Sammlungen, als durch deren Reorganisierung, erweiterte und erleichterte Zugänglichkeit^ be« sonders aber durch die damit Hand in Hand gehende Eröffnung neuer Bahnen für vaterländische Kunst« thätigkeit. Gleich in das erste Jahr der Amtsthätigkeit des Grafen Crenneville als Oberstkämmerer fällt die Grün« dung der so erfolgreich wirkenden Restaurierschule an der Gl'Mäldegallerie im k. k. Belvedere, in welcher fähige junge Künstler bei Genuss von Stipendien sich zu tüchtigen Restauratoreu heranbilden. Hieran reihte sich die Bildung eines Fonds zur Unterstützung und Hebung der Kupferstecherkunst, durch welchen bereits die schönsten Erfolge erzielt wurden, wie auch die Wiener Medaillierkunst durch die ihr vom Oberstkäm» merer zugewendete Förderung und Beschäftigung einen glänzenden Ausschwung nahm und europäischen Ruhm erlangte. Die Räume der kaiserlichen Schahkammer erhielten eine neue Adaptierung, ihre Schätze ein? entsprechendere Aufstellung und einen neuen Katalog. Es erschien auch das mit über 100 Abbildungen ausgestattete Werk über die Schatzkammer des Allerhöchsten Kaiserhaus?«. Ein gleiches Wirken erfolgte im Hofwaffenmuseum, dessen Ordnung auf Veranlassung und mit Unterstützung des Oberstkämmereramtcs ein wahres Pracht-werk zur Waffenkunde von Quirin von Leitner. das erste dieser Art. im Gefolge hatte. Ebenso wurden kaiserliche Lustschlösser und Kunstgegenstände größeren Wertes durch künstlerische Wiedergabe und Vervielfältigung der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Seiner Anregung verdankt das bahnbrechende Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Aller-» höchsten Kaiserhauses. wovon der dritte Jahrgang desselben eben in Bearbeitung ist, ferner die künstlerischen Prachtwerke über die Schatzkammer, das Schloss Laxenburg u. a. das Entstehen. Dass ihre künstlerische'Ausführung hier möglich war. ist ebenfalls dem Grafen Crenneville zu verdanken, denn wesentlich seine Anregung und Unterstützung verhalf den graphischen Künsten in Oesterreich zu dem hohen Aufschwünge, von welchem die vorjährige graphische Ausstellung Zeugnis ablegte. Was alles für die Bereicherung und Verbesserung der kaiserlichen Sammlungen unter der Amtsführung des Grafen Crenneville geleistet worden ist, das wird sich erst recht vollständig und übersichtlich zeigen, wenn dieselben in den neuen Hofmufeen vereinigt sein werden, deren Eröffnung Graf Crenneville während seiner Amtsthätigkeit leider nicht veiwirklichen konnte. Wir haben in der vorstehenden Skizze durchaus nicht alles erschöpft, was der aus dem Amte scheidende Oberstkämmerer vor der Oeffentlichkeit für die Förderung von Kunst und Wissenschaft gethan hat; was er durch Austräge und Anregung, durch Erwirkung und Verleihung von Stipendien und andere Unterstützungen an strebsame Kräfte Gutes bewirkt, all das lässt sich hier nur kurz berühren. So möge ihn denn die allgemeinste dankbare Anerkennung seines segensreichen Waltens beglücken und begleiten auf seinem hoffentlich noch recht langen Lebenswege. (Wiener Zeitung.) — (Tegetthoff'Monument.) Im Laufe der nächsten Woche, wahrscheinlich am Donnerstag, soll die Ausstcckung des Platzes für das Tegetthosf-Momm'cnt auf dem Praterstern in Wien vorgenommen werden, worauf ehestens, die Allerhöchste Genehmigung vorausgesetzt, der Unterbau in Angriff genommen werden dürfte. — (Der älteste der Veteranen f) Im Invalidenhause in Wien starb diesertage im Alter von 93 Jahren der ehemalige Vormeister der Artillerie. Johannes Wucherer, Derselbe hatte als blutjunger Soldat noch bei Aspern mitgefochten und später, zum Vormeister im zweiten Artillerieregiment avanciert, die meisten der gegen Frankreich unternommenen Campagnen mitgemacht. In den Jahren 1813, 1814 und 1815 hatte sein Re-giment vielfach Gelegenheit, sich hervorzuthun. Im In« validenhause lebt noch jetzt den Nest ihres einsamen Lebens die Witwe des verstorbenen Veteranen im Alter von 83 Jahren. — (An Stelle des alten Abgeordnetenhauses.) Die Verwaltung des k. k. StadterweiterunssS« fonds ist auf das vorgelegte Project einer Franz-Josef-Gallerie" (ähnlich der Gallerie Vitwrio Emam.ele m Mailand) nicht eingegangen, sonder« sie w.rd d"»"^ den acmzen Vaucomplex, in zwei Vaugrupps" ^ sechs Baustelle^ eingetheilt, zur Offcrtausschreibung wnzen. Laibacher Zeitung Nr. 70 5NN 26. März 1884. Mit dem Bau der einen Baugruppe kann sofort begonnen werden; die zweite Gruppe jedoch, welche nächst dem „Kaiser-Franz-Josef«Stiftungshause" (dem ehe< maligen Ning/Theater) gelegen ist, kann erst im Jahre 1885 verbaut werden, da dieselbe als Material-Lager« platz für dieses Stistuugshaus dient, das im Nohbaue bereits bis zum zweiten Stockwerke gediehen ist. Als eine wesentliche Bedingung für den Bau der zwvlf Häuser gilt ein gleichmäßiger Stil, der den Bauwerbern be-lannt gegeben wird, gleiche Höhe und gleiche Facade. — (Uebel stand.) Durch die intensive Nauchent» Wicklung der Centralheiznng im neuen Parlamentsgebäude in Wien sind im Laufe der wenigen Monate seit der Sessionseröffüung die in der Nähe der Nanchfänge postierten mythologischen Figuren auf dem Giebel vom Rauch und Nuss total geschwärzt, und werden nunmehr von der Bauleitung Maßregeln berathen, um dem Ucbelstande abzuhelfen. — (Opfer der Spielbank von Monaco.) Nach einer Statistik der „Gazzetta Piemontese" haben sich in Monaco vom 1. Jänner biS zum 18. d. nicht weniger als 21 Personen wegen Verlusten am Spiel» tische entleibt. Locales. — (Militärisches.) Se. Majestät der Kaiser geruhten allergnädigst die Uebernahme des Felbmarschall-Lieutenants Eugen Ritter V.Müller, Commandanten der 28. Infanterie-Truppendivision, auf sein Ansuchen und nach dem Ergebnisse der Superarbitrierung in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen und bei diesem Anlasse in Anerkennung seiner langen, pflichtgetreuen und vor dem Feinde ausgezeichneten Dienstleistung demselben den Orden der eisernen Krone zweiter Classe mit der Kriegsdecoration der dritten Classe taxfrei zu verleihen ; dann: den Feldmarschall-Lieutenant Wilhelm Freiherr» von Rein länder, derzeit überzählig mit Wartegebilr beurlaubt, bei Wiedereintheilung in den activen Dienststanb, zum Commandanten der 28. In-fanterie-Truppendivision zu ernennen. — (Aus der Centralcommifs ion für Kunst- und historifche Denkmale.) In der am 29 v. M, in Wien unter dem Vorsitze Sr, Excellenz de» Herrn Präsidenten Josef Alex. Freiherrn v. Helfert abgehaltenen Sitzung der dritten Section der t, k. Central« commission für Kunst- und historische Denkmale refe. rierte Professor von Luschin über einige fvüh vorkommende deutsche Inschriften in Kram und Steieimarl, was mit vielem Interesse zur Kenntnis genommen und zur Publication bestimmt wurde. Correspondent Schumi berichtete über die Archivsrefte aus Kloster Sittich, Dieser viel Interessantes enthaltende Bericht wurde zur auszugsweisen Publication in den ,Mittheilungen" bestimmt. Die Anzeige des Conservators Dimitz, dass er nunmehr daran gehe, sich über die Archive in Krain eingehend zu informieren, wurde mit besonderer Befrie« digung zur Kenntnis genommen. — (Das vierte Concert der Philharm, Gesellschaft), das gestern im landschaftlichen Nedouten-saale stattfand, reiht sich den früheren Concerten diefer Saison aufs würdigste an. Ein in allen Räumen gefüllter Saal. ein von den Vorträten sichtlich in vollster Aufmerksamkeit gefesseltes Publicum, ein durchwegs interessantes Programm und hervorragende künstlerische Leistun» gen waren die Signatur dieses gelungenen Abends. Webers herrliche und effectvolle Euryanthc«Ouverture leitete das Concert ein, dann folgte Beethovens Claviercmicert (in Hg-Our, op. 73), in welchem wir Herrn Emil Smie-tansli kennen zu lernen das Vergnügen hatten. Herr Smietanski spielte das Concert meisterhaft, sein Spiel ist weniger in großen Zügen angelegt, aber bis ins kleinste Detail ausssearbeitrt, sein Anschlag vielgestaltig und durch künstlerische Verwertung der verschiedenen Arten desselben, z. B. besonders im zartesten Piano, in perlenden Läufen und Triolen stets von großer Wirkung. Wir lernten in Herrn Smietanski den tüchtigen, von echt künstlerischem Naturell geleiteten Meister seines In< strumentes kennen. Aber auch das Orchester brachte das wundervolle Concert durch richtige Vertheilung von Licht und Schatten und durch Präcision in der Durchführuug zur vollen Wirkung. Fräulein Caro. line Bock sang drei Lieder ausdrucksvoll und schön. Das Fräulein, bei unserem Concertpublicum von früher h«r m bester Erinnerung stehend und bei ihrem Erscheinen sympathisch begrüßt, hat an Umfang und Fülle ihres tiefen und vollen Organes sowie an Ausdruck des Gesanges entschieden gewonnen, und so erntete sie auch mit Recht den Dank des PublicumS in wiederholten sturmlschen Hervorrufen. Herr Smietanski gab sodann drei Clauierv'ecen zum besten, darunter eine Polonaise elgener Composition, und fand in diesen Gelegenheit, d'e Vorzüge seines Spiels zu rechter Geltung zu bringen. Seinem Spiele folgte so stürmischer Beifall, dass sich der Künstler gezwungen sah. noch eine Piece (eine Cho-pin'sche Mazur) in liebenswürdiger Weise zuzugeben. Den Schluss bildete Mendelssohns ^-I)ur Symphonie, entschieden die schönste und musikalisch bedeutendste deS^ selben. Das Orchester unter Zöhrer'S tüchtiger Leitung hielt sich wacker, und Streicher nnd Bläser setzten ihr BesteK ein. um die schöne Composition in wirklich ge- lungener Weise durchzuführen. — Herr Iührer kann mit dem Erfolge dieses Abends zufrieden fein. — (Freiwillige Militär-Veteranen-Sanitäts-Abtheilungen.) Den Obmännern und Obmann-Stellvertretern derjenigen Veteranen » Vereine, von welchen Mitglieder zum freiwilligen Sanitätsdienste für die Blessierten-Transportcolonnen des rothen Kreuzes angeworben wurden, ist das Recht verliehen worden, das Ehrenabzeichen der freiwilligen Sanitäts-Abtheilungen des rothen Kreuzes während der Dauer ihrer Function zu tragen. Dieses Ehrenabzeichen besteht — zum Unterschiede von dem für die Blessiertenträger der freiwilligen Sanitäts-Abtheilungen normierten und Allerhöchst sanctionierten Ehrenabzeichen — in einem ovalen Vrust-schilde von weißem Metall, auf welchem ein vergoldeter kaiserlicher Doppeladler. dessen Herzschild das rothe Genfer Kreuz in weißem Felde und Email trägt, an» gebracht ist. — („Glasbena Mat i ca".) Wie der „Ljub-ljansli List" vernimmt, hat Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus und Unterricht der Laibacher „Glasbena Matica" für das vergangene Jahr eine Unterstützung von 200 fl. gewährt. — (Herr Andreas Lenaröic) hat, wie »Slov. Nar." meldet, diesertage an der Hochschule für Bodencultur in Wien die Prüfung für eine Professur an landwirtschaftlichen Mittelschulen abgelegt. — (Landschaftliches Theater.) Wie es bei der allgemeinen Beliebtheit der tüchtigen Schauspielerin und Sängerin Frau Podhorsly'Keller nicht an« ders zu erwarten gewesen, fiel deren Benefiz am Montag — man gab zum erstenmale heuer Girofle-Giroflü. — äußerst gelungen aus; die Vorstellung, welche frisch vonstatten gieng, war sehr gut besucht und die Stimmung, mit der man die denn doch schon oft und oft gehörten Arien und Witze anhörte, war sehr animiert und hielt den ganzen Abend an. Die B^nefiziantin ward bei ihrem Erscheinen mit lebhaftem Beifalle empfangen, und aus dem Orchester reichte man ihr ein prächtiges Bouquet. Frau Podh or sky «Keller gab die „Aurora" mit köstlichem Humor und kann diese Partie auch ge« sanglich zu ihren besten Leistungen zählen. Herr Ander (Bolero) stattete seine Partie mit einer Reihe neuer treffender Witze aus und hielt dadurch die Lachlust rege. Die allerliebste Doppelrolle der beiden Töchter des würdigen Ehepaares der Girofle nnd Giroflü. fand in Frl. Palme, die vortrefflich bei Stimme war, die beste Vertreterin, ebenso boten die Herren M. Martini (Marasquin) und Romani (Mourzoul) vorzügliche Leistungen in Gesang und Spiel. Frl. Herrmann (Pedro) sah reizend aus. Indem auch Chor uud Orchester ganz zufriedenstellend wirkten, so gestaltete sich der Abend zu einem recht angenehmen, und das Publicum ließ es auch an zahlreichem, lebhaftem Applause nicht fehlen. Gestern gieng „Der Bettelstudent" zum 22. und vorlehtenmale in Scene; das Haus war gut besucht, und es wurde Herrn Romani, der als Oberst Ollendorf wieder stürmischen Beifall erntete, auch ein prachtvoller Lorbeerkranz mit fchweren rothen Schleifen hinaufgereicht. Die ganze Vorstellung war eine recht gelun« gene. —C8. — (Theaternachricht.) Am Donnerstag (27sten d. M.) findet die Benefizvorstellung des Opperettensäil« gers Herrn Charles statt; derselbe hat die heuer noch nicht gegebene Operette: Prinz Methusalem ge» wählt. Herr Charles, der sowohl im „Vettelstudent" als Jan Ianicki wie im «verwunschenen Schloss" als Gais-bub sich besonders hervorgethan, erfreut sich im allge« meinen der Beliebtheit des Publicumö. und es ist daher ein sehr zahlreicher Besuch seiner Benefizvorstellung vor» auszufeheu. Neueste Post. Wien, 24. März. Im Abgeordnetenhaus? wurde heute die Budgetdebatte fortgesetzt, und gelangten zunächst die noch ausständigen Capitel des Elats des Handelsministeriums zur Verhandlung. Die Dis« cussion war kurz und streng sachlich. In der Abendsitzung wurde der Etat des Acker-vlluministeriulns erledigt, und nahm auch Se. Excellenz der Herr Ackerbauminister Graf Falle nhayn das Wort. Weiters referierte Abg. Lienbacher über den Etat des Justizministeriums. Nächste Sitzung Mittwoch den 26. d. M. Schwerin, 24. März. Der Herzog Paul Friedrich hat für sich und seine Descendenz auf alle Erbrechte verzichtet, dergestalt, dass seine nachgebormn Brüder und deren Descendenz ihm und seiner Descendenz vorgehen. Nach deren Nussterben jedoch tritt das Erbrecht des Herzogs und seiner Descendenz wieder in Kraft unter der Bedingung, dass der Erbfolge« berechtigte zur protestantischen Kirche überzutreten hat. Nom, 24. März. Der „Rassegna" zufolge soll die neue Cabin etsbild ung bis Mittwoch abends erfolgen. Der Candida! des Ministeriums für die Kammerpräsidentschaft soll Viancheri sein. — Die ..Opinion?" und die „Niforma" sagen, man dürfe die Gerüchte betreffs der Abreise des Papstes nicht ernst nehmen. Belgrad, 24. März. Der Präsident des Cassa' tionshofes Dr. Kr st i 6 wurde zum Staatsrathe ernannt. Kairo, 24. März. Das ganze Gebiet südlich von Verber befindet sich im Aufstande. D,e Ms' ständischen umgeben Chart um auf allen Seiten; d'e Verbindungen sind vollständig unterbrochen. Die Lag Gordons ist eine schwierige, wird aber bis jetzt MG als beunruhigend angesehen. Von Berber aus wurden zwei Boten mit Briefen an Gordon abgesendet. ^ Verstorbene. Den 22. März. Aftollonia SeliZtar. Sftinnf°britt' Arbeiterin. A3 I,, Polanastrahc Nr. 27, Üungenblutung, ^ Maria Muzlovit, Hausbcsihcrsgattin, 3? I, HradchlydoN Nr, 13, Lungentubcrculose. ^ Den 2 3. März. Katharina Snoj, Inwohnerin, ?3 «5' Kuhthal Nr. I, Altersschwäche. Im Spitale: Den 18. März, Blas Belturki, Arbeiter. 53 I, LM genentzündung. . ,,. Den 19. März. Agnes Medic. Magd, 50 I., ^1"^ xia corodri. Den 20, März, Iohan Verhovc. Arbeiter. 51 I.,. A°" I»Ioxiil «urodi-i. — Bartholmä Ierman, gewesener TiM?' 65 I., Herzklappenfehler. — Maria llranie, Schlossersgatt»'' 30 I., Meningitis. Theater. Heute (gerader Tag): Die Gipsfigur. Posse mit Gl' sang in 3 Acten von Theodor Taube. Musik von Louis Noty Meteorologische Beobachtungen in Laiba^ '^z n ' ft U 7U.Mg. 731.40 —0/^O. schwach heiter ^, 24, 2 „ N. 728.40 -»-10,2 ! O. schwach heiter 0.0" ___^., Ab. 728,40 -<- 6.2 O, schwach bewölk! ___ ?Ü'Mg 727.78 -j- 0.8 SÖ7Wuach bewölkt ' i yO 25, 2 ., N, 727.12 ->- 8,4 SO. schwach bewölkt ^ «,/aeN 9 ^ Ab. 728.42 ^-4.0 O. schwach bewölkt ! " " Den 24. morgens Reis. heiter, gegen Abend zunehme','^ Bewölkung. Den 25, bewöllt, nachmittags etwas wind!»' nachts Negcn. Das Tagesmittel der Temperatur an beide» Tagen -I- 5,3« und ^- 4,4°, beziehungsweise um 0,ü" UN" 0,7" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. Eingesendet. Rohseidene Bastkleider (ganz Seide) st. 9,3" per compl. Nobe, sowie schwerere Qualitäten versendet bel Abnahme von mindestens zwei Roben zollfrei ins Haus d^ Seiocnsabrils'Depot von G. Henueberg (lönigl. Hoflieferant) ^ Zürich. Muster umgehend. Briefe nach der Schweiz toste" 10 kr. Porto. (48) ti^. (Eingesendet.) Gefunden. „Csacza, Ungarn. Herrn Rich. Brandt, Apotheker in ZiM' „Eucr Wohlaeboren! Hiemit erlaube ich mir, meine ErklärU"» „abzugeben, Voriges Jahr habe ich in einem ungarischen Wa« „über die Rich. Arandt'schen Schweizer-Pillen gelesen. 3^ ^ „jeder Leidende nach einer Erleichterung bestrebt ist, habe a" „ich einen Versuch gemacht uud habe solche Pillen aus ° „Apotheke des Herrn Ios. V, Török aus Pest mir koMN" „lassen. Tausend Dank Ihnen, selbe Pillen haben mir sthlH „gedient, ja sogar mein Magen« und Darmleioen bcdcw^ „erleichtert. Mit aller Hochachtung Franz Szitara. Kaufman ,, Die Schwcizcr-Pilleu siud 5 Dose 70 lr. in den Apothe" erhältlich. (^ Maßstab 1: 75.000. Preis per Blatt 5« kr., in Taschens"^ auf Leinwand gespannt 80 lr. Jg. u. Kleinmayr K Fell. Oamlierg8 KlMaiulllMg in Actibach. W Von» tiefsten Schmerze ergriffen, gebe ich allcn W W Verwandten, den theilnehmeudcn Freunden uno « ^ Velanntcu die betrübende Nachricht von dem H>n' M W scheiden meines mnigstgelicbten, uuvergcsslichen M M Vaters, Herrn > > Nntm Tomc, » W k. l. Bezirls . Secretär i. N,, > W welcher heute um 2 Uhr nachmittags nach kurze« M M Leiden im 66. Lebensjahre selig in dem Herrn c,u « W schlafen ist. , ... W W Die irdische Hülle des theuren Verbliche'"" » Wl wird Donnerstag, den 27, März. um 4 Uhr «am « W mittags im Sterbchause Nr. 7 in der Elefanteiiga!' » W eingesegnet uud sodann auf dem Fricdhosc ü « M St. Christoph zur ewigen Ruhe bestallet. ^, W W Die heil. Seelenmessen weiden Samstag, .. M « 29. März. um 9 Uhr früh in der Pfarrkirche M"' « ^ Verkündigung gelesen. W W Laibach. den 25. März 1684. W W Die trauernde Tochter W Stot&adjer 3cituug W*. 70 591 26. März 1884. Course an der Winter sörse vom 34. Mar) 1884. N°« ^ o^aen ^r«^«- > Staats-Nnlehe». k'k«^ '......"'«^ "sb l»W« !^° ^'«"«°st '. L50 st' 128-80 124 Üö ^««Oer <»," 35"«k eoo, 13U50 1»S 7l> »8,4« ^taatslos« . . 100 , Iß, ßo 170 »0 "° "^"«schline . per St. z? - 4« - vU?»??"'""«, ftlnersi« . 101 85 102-. '"", «otenrente, fteuerftei . »5 5« »L'45 °°»'«"Ibrente «°/, . . . , ,2,-55 ,»»7° ' "t"t«.Ob:. («ng. Ofib.) nv-i^nv^c. , «.z»;« « v°m 1.167« 100 zo lau 70 ^elli.Nea ^"".k ioost.e.W. 117- 1,7-co ^udentl..Obli8°tioueu ^mM.......99 75 105 25 ^.si«N'z?" slavonische . 10°-II.»— ""«gisch,.....»3 75 100 50 «elb war« b»/» Teme«ual<,»»r— Plämien»Unl.b.Et ,« go 96 e« bto. in 50 . „ 4°/, . «,2-« 9z »u bto, Prämien^Schulbverschl.3»/, 98'— 98 l0 Oeft. hdpothelenbanl 10j. 5'/,°/i> - ------ Oeft.'Uli,,. Vaul »eil. 5°/o . - 101 90 102 2u bto. , <'/,«/„ . . 100^0 100 60 dto. , 4°/, . . bt,'— 94 z<5 Ung. allg.Vodeuc«eblt»»cNenges. in Pest in »4I.ve«l. 5'/,°/° . IUI 21^ 102 25 PrloriMs > Obligationen (für 100 fi.1. Vlisabech'Wcilbahn 1. Vmisfton i<>? 8« lo? «0 sseibinands^Nordbahn in Vilb. 10D 50 106' Flan, Io/,'/n - - 100 75 1«1 2^> Oefierr, Neibweftbahn . . . . i<»4 10 10t «0 Siebinbülger.....S7 75> b» — «elb Ware Vtaatsbahn 1. Vmisfton . . . 135 s,o l8«'— Sübbahn «^ 8°/»......141 60 KL — 5 5°/,......„2-2^ 12z 75 Nng-«aliz. Nahn . . . . 92-^ g« ?>,z>ose4efterl. »anl »00 fl. . . HL-zo i«75 «^nt.Vesellfchaft, Wicuer 2««, fi.__________ Vaulverein, Wiener, 10a fl. . . ,05'—108 3D Ndn«.0 Lldt.'Nnft. f-Haub u. O. 16« fl. «z,5 ,!0 »25 U» Lrbt.'Hnft., All», Nng, 20U fl. , 3l8 5!)ü^» — Depositen^ Äüu, ^uu ft. ... ^h.50 .^,.__ «Lscompte-Ges., Niebcröft. 500 fl. «>.5- - «0« — Hypothelrnb öss, 2^0 fl. «5°/<> H. ^^ „2 __ Länderbanl öst, ^00 ,l. K. 5n<>/,E. uz- —!i,2 ' Nctien von Transport« Unternehmungen (per Gtilil), «lbrellt.Äahn «90 fl. Silber . — — — — «lfölt"Mum»>'N.V^^l200sl.Sllb. 173' 1?3'2^. «usfig,'Iepl Eisenb,»aost. - —^ ' T>ul«Vobenbachcr<«,'N.2a<»fl.K. — . — «lisabetb-Vllhn 2U« ff. TM. - , 231'— 23»' — „ Linz«Äudwe!« 2«o st. . . , 20;-5« 204 ?l> ,Llzv,.Tirol.I_lI,«,i8782N0N.O. 184 75^95^^. Ferbinands'Norb','. 1000 fl. «IN. »7(,5 '2V10 Manz»Iosesijudwig«V. 2N0fi. 2M. 2»9 293 5U l»raz.«öftn«l!er^.«N.2N«ff.ö.W, 2üg 55 280 — llahl>eiis)?ra'Eisenh, 230 st. . . —>— —> -ssalchau»ll)berb. Eisenb.2N0!l. S. Il7 25 147-75 >>emb«rg < Lzrnolv.» Iassy iiiscn» bahN'Gcsell. 2ao fl. i>. W. . , 1,4 25 1747K Lloyb, öft.»llnz,, Trieft 5anfi.^1?i, 58,— 5« -Oefierr. Norbwcftb, 2uo ft, Sill,, iß^— 1<»8'50 dt«. .H» ?5 Prag'Dur« Eisenb. 150 ff. -lib. 4? 75, 48 25 «udols'Vahn 2UU fi. Silber . i?9'«0 18c. — Siebeubürger liifcnb. 200 st. H. 174-—174 5» «t»»ts«iftubab« »on ss, ö. W, . 31Y25 31« 50 O«!» War« Gllbb.iHn 200 ft, 3ilv>:r . 144 >— 145»o' Büb.^vldd, Ätrb..». 200fi.2M, ,53 50 154 — Theitz«Dahn 200 N. «. W. . . 24z — 24»-eo Tramway»Ges.,Wr. 170 st. <«. W, 256 40 23« ?<: , lvr-, neue iao ft. . . 95-. »5 50 Transyl'rt'GeieMchast iaa N. . —- - .»- — Turnau«Krnwp 205 fl. il. W. . —>— —>— Nn!,.»aa!i,. Visenb. 300 fl. Vild«r 1«8-— 16U25 Uni,. Norbostbahn 200 fl. Gilber 157 75 158-25 Nn».Wtfib.(«2ab.Vra,)»00s!.O. 1«8 Äl> 1U» 75 Indnftrie'Actleu (per Etils). «kgybl und llinbberg, Eisen» nnb Vtahl'Inb. in Wien 100 fl. . 8» — »»— Eisenbabnw.'öeihq. 1.80 fi. 40«/,, IO4 50 IN5-— „Elbemubl", Papiers, u, N.»G. s>« 2si «y 78 Montan-Ocsells. österr.»alpin,: . «6 25 «K'ü» Prager . ION sl. — .. — — Irlsail« «ohl,nw.»Ves. ino ff. . .»-. —.„. Devifen. Deutsche Plätze......50 20 «035 London.........121-40 121 e« Pari«.........48 10 4i>l5 Pet«