„Fnihtit, Kildmii str Att " Nr. 44. Freitag, IZ. April t«««. V. Jahrgang. Die ^Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitaq. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 sl.» halbjähug 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr', für Zustellung ins Haus monatlich 10 tr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fi. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Tinschaltung mit 10, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 2V kr. berechnet, wozu snr jedesmalige Einschaltung 39 kr. Inseraten Siempelgebühr kommen. Zur Geschichte des Tages. Welche Stellung Oesterreich dem preußischen Antrage gegenüber am Bunde zu nehmen gedenkt, ersehen wir aus folgen dem Artikel der halbamtlichen „Wiener Abendpost'': „Der neueste Schritt der preußischen Regierung ist von der ministeriellen preußischen Presse schon seit längerer Feit angekündigt ivorden, uud er entspricht ganz genau den Angaben der betreffenden Blätter. Jnsoserne hat er nichts Ueberra-schendeS. unv man dars sogar heute schon mit einigem Rechte von dem Eindrucke sprechen, den er im außerpreußischen Deutschland li,rvorgerufen Es wird wohl kaum in Abrede gestellt werden können, daß dieser Eindruck troh der populären Sympathien, die dem deutsäien Parlamente entgegen-gebracht werden, kein sehr günstiger ist. Die prononcirtc Stellung, lvelche oaS preußische Kabinet in den int'.eren Verfassuni^ssragen eini^mommen, konnte nicht verfehlen, weitgehende Zlvcifel an der Aufrichtigkeit des Bor schlages, der von ilim ausgegangen, tvachzurufen. und selbst Blätter, wrlchc einer principiellen Abneigung gegen die preußische Politik nicht beschuldigt werden können, lvie die „Deutsche Allg. Ztg.". die „Hamburger Nachrichten", haben mit einer gewissen Borliebe den Gedanken angedeutet, daß es Preu« Ken im Wesentlichen auf einen diplomatischen Schachzug in der sch.gebenden Frage ankomme, daß es specifisch preußische, keineswegs nationale und noch viel lveniger liberale Gesichtspunkte seien, von »velchen aus daS Ber-liiier Kabinrt seinen Bundesantrag zu stellen gedächte. DlMeben wird besonders lebhaft betont, daß jede Bermengung der eigentlich l)r»n»cndcn Tagessrage, der schleslvig holstein'schen, mit anderen Fragen die Lösung im nationalen Sinne erschwere, lvährend diese Lösung selbst eben keinen Auf-jchub mehr dulde. Ohne Zweifel werden diese Bedenken noch weit schär« fer gefaßt werden, wenn die Grundlagen des preußischen Projektes eine greifbarere Gestalt werden angenommen liaben. Das lvenigstens. was jetzt bereits über diese Grundlagen verlautet, scheint uns ganz dazu an-gethan. den Widerspruch nicht blos Oesterreichs herauszufordern." Das preußische Volk nimmt mit immer größerer Entschieden-heit Partei gegen Bismarck. In der Versammlung der l^nvähler und Wahlmänner des Wahlkreises Elberfeld'Barmen, welche einen „Krieg zwischen Oesterreich und Preußen zur Lösung der schleswig holsteinischen Frage unter den gegenloärtigen Umständen für zweckwidrig, unberechtigt und verderbenbringend" erklärte — in dieser Versammlung fand der Abgeordnete G. Jung allseitigen, stürmischen Beifall, als er sagte: „Nichts entspricht weniger den wahren Gesinnungen des preußischen Volkes, als die schnarrende, polternde und renommirende Sprache offiziöser Blätter und wenn das Volk diese Zeitungen läse, so müsse es sich vorkommen, wie ein Bauchredner, der aus sich selbst heraus eine andere Sprache vernimmt. Von den Großthaten der preußischen Diplomatie habe man in der schleswig-holsteinischen Frage herzlich wenig wahrnehtnen können. Wohl beareif-lich sei> daß Preußen mit der österreichischen Verwaltung in Holstein nicht zufrieden sei. Weil Oesterreich nicht für Preußen habe Polizei spie-len wollen, deshalb lverde es heruntergekanzelt, wie ein ungehorsame'' Land-rath. Wenn Preußen sich darülier beklage, daß Oesterreich noch kein Pro-gramm aufgestellt habe, so tvürde es Oesterreich geringe Mühe kosten, darauf zu erwidern, dcis; nuch Preußen vollkommen programmlos dastehe. Wo soll Oesterreich das preußische Programm suchen? Wie könnte man vom preußischen Volke verlangen. dtiß es für eine Politik, der seine Vertreter eine jede Anleilze konsequent versagt haben, daß es für eine solche Politik nicht nur sein Gut, sondern auch sein Blut opfern solle? Nun spreche man freilich von großen diploMtUischen Schachzügen, wie der Eä-sar au der Seine beschwichtigt, tvie eine Allianz mit dem Königreiche Italien zu Etande gebracht sei. „Meine Herren", fuhr der Redner fort, „eine solche Pvlitif würde ich eine Bierhaus-Politik nennen, tvenn dieselbe nicht schon längst durch die BerfassungsprariS, welche lvir durchgemacht haben, und durch die politische Bildung, welche immer tiefer in die Schichten des Volkes eingedrungen ist, die Bänke der Bierhäuser verlassen und sich in höliere Kreise der Gesellschaft eingebürgert ljätte. Wenn wir gegen den Krieg protestirten. so geschah dieses nicht aus Furcht, sondern »veil lvir die feste Ueberzeugung besitzen, daß Siege nur mit der sittlichen Mif-sion des BolkSstaateS errungen werdett können." Die „Neue Frankfurter Zeitung" hebt den naheliegenden Widerspruch hervor, welcher zivischen dem R efo rmpl a ne iB i Sm a r ck» und der Behandlung der beschworenen Rechte der gesetzlich bestehenden LandeSver-tretung Preußens besteht, und fährt dann in ihren Betrachtungen also fort: „Durch die Bezugnalime auf das bekannte Rundschreiben vom 24. März findet sich zum Ueberfluß auch noch augedeutet, daß eS sich gar nicht um Begründung der Freiheitsrechte der Nation, sondern einzig und allein um die politische Machterweiterung des Hauses Hohenzollern und I n» r o t h e n N r u g. Bon z. Temmt. (Fortsetzung.) Schmidt ging und ließ den kleinen, dicken Herrn allein. Dieser sah sich sorgfältig in dem geräumigen Zimmer um. Er merkte sich dessen Beschaffenheit genau. ES hatte drei Fenster; sie ginge» nach vorne aus den offenen Hof, der daS Haus von der vorüberführenden Landstraße trennte. ES waren drei Thüren darin Durch die eine lvar er gekommen. Die zweite lag ihr gerade gegenüber, die dritte war hinten in der Ecke des Zimmers, den Fenstern gegenüber. Er ging zu der zweiten und versuchte leise und vorsichtig, sie zu öffnen. Es gel.ing ihm nicht ; sie mußte von der andern Seite verschlossen sein. Er tvar nicht unzufrieden damit. Er schob einen Riegel vor. der sich von innen befand. Dann ging er zu der dritten Thür. Es lvar eine GlaSthür. Aber vor dem genfter war auf der anderen Seite ein dichter Vorhang. Er konnte nur sehen, daß auf jener Seite Licht war. und ein Schatten, der dann und wann an dem Vorhang vorüberhuschte, zeigte, daß drüben Jemand sei uud sich beivege. Der kleine, dicke Herr war neugierig, besonders heute in diesem Hause; er hatte eS selbst gesagt. Er mußte »vissen. was auf d,r anderen Seite der GlaSthür war. Einen Versuch, sie zu öffnen, durfte er hier nicht wagen, weil eben Jemand drüben war. Er hatte Nlück. wenigst.ns für seine Neugierde. An der Seite der Thür entdeckte er eine Verschie« bung deS Vorhanges. Sie war nur unbedeutend, die Länge eineS Fingers lang, die Breite eineS Fingers breit. Aber ein geübtes Auge konnte ausreichend hindurch sehen, und ein geübtes Auge hatte der kleine, dicke Polizeirath wohl. Er blickte durch iSie Ocffnung. Ein Ab der Ueber rasch«»g flog über seine Lippen, ein vergnügtes und lustiges Lächeln um-spielte sie. Er mußte weiter hindurch blicken -, er schien von dem. was er sah. die Augen nicht abwenden zu können. WaS er sali? Er blickte in ein kleines, freundlich eingerichtetes lIe«ach, i» welchem eine außerordentlich freundliche Erscheinung ordnend waltete und sich bewegte. „Caroline!" mußte der dicke Herr in seiner freudigen Ueberraschung ausrufen. Freilich rief er es leise. Die Vorsicht schien ihm überall in seinem „Metier" zur aitderen Natur geworden zu sein. Das hübsche Kind lvar es. das in dem freundlichen Zimmer ord-nrte. Sie hatte ihre Reisekleidung abgelegt und in ihrer einfachen HauS-kleidnng lvar sie doppelt reizend und lieblich. Sie stand vor einem Tische in der Mitte des Stübchens. Auf dem Tische hatte sie eine schneeweiße, glänzende Damastdeckt ausgebreitet, auf dieser stellte sie Gläser und Tassen umher. Zlvischen Gläser und Tassen setzte sie große Schüsseln mit Kuchen und Körbchen mit Obst. DaS Alles »var reich und kostbar. Dem Klange der Glaser hörte nian den feinsten englischen Krystall an. Die Tassen lvaren schwer vergoldet, die Obstkörbchen von künstlich durchbrochenem Silber. Dem reizenden Kinde ging Alles so leicht, so geschickt, so zierlich von der Hand. Aber sie war nachdenklich, sie sah betrübt aus. Und sie war so sröulich und glücklich zu dem elterlichen Haust hingefahren. „Was mag ihr begegnet sein?" fragte sich der kleine, dicke Herr. „Der liübsche Ludwig? Das Findelkind? Hrn. etwas hatten sie mit einan-der. Ich »verde hier noch Vitles sehen müssen." Er blickte weiter durch scine Oeffnung und er sollte noch mehr sehen. In dem kleinen Stübchcn wurde leise eine Thür geöffnet. Ein jun-g^r Mann trat herein, leise, wie er die Thür geöffnet hatte. ES war ein blasser, stiller Mensch, betrübt, wie das liübsche Mädchen; ein schwerer Druck tnußte ihm auf dem Herzen liegen. Das Mädchen sah ihn. Sie mußte iiin fast erschrocken ansehen. „Aritz. um GottcSivillen, wie siehst Du aus? Was ist mit Dir vorgegangen? Warft Du krank? Es hat mir ja Keiner davon geschrieben." „Ich war nicht krank", sagte der junge Mann traurig. „Aber mein Tod wird es doch sein.- „Aber waS ist es d-nn. armer Bruder?" Sie hatte ihrn die Hand gereicht. Sie war wirklich erschrocken. Sa sah sie ilim ängstlich ins Gesicht. Er hatte daS Gesicht ab^ewandt. Er sali schmerzlich auf den Tisch, auf dem sie die kostbaren Sachen ordnete. ..Und Du mußt helfen, mir daS Grab fertig zu machen?" sa^^te er. Da lvußte sie, was eS war. Sie hatte in dem ersten Augenblicke, als sie ^en Bruder wiedersah, nicht daran gedacht. „Ich?" rief sie. „Ich rühre nichts mehr an." Sie rief es muthig. ent-schloffen. „Um des Himmelswilten. Caroline'" sagte der junge Mann dir Ausdehnung der Militlir Einrichtungen desselben über Norddeutschl^uid handelt. Das istS aber wahrlich nicht. ivaSMinsere Nation beglücken lider nur einigermaßen befticdil^en könnte; es »virc nichts Anderes als ein. Erweitererung je ies sreihritvas Mädchen. „Aber dennoch", fulie sj' wieder muthl.i fort. ..aber den-noch. Fritz, ich thäte es nicht, was sie liier beute Abend von Dir Verlan-gen werdeu^ Ich habe die alte lmßliche Person gesehen, Fritz „Haft Du unsere Mutter gesehen. Caroline?" „Za. ja", rief das Kind. „Die arme Mutter! Wie sal» sie aus!" „Für sie thue ich es. Für sie wirst auch Du Alles thun. Caroline." „Mein Gott! mein Gott!" „Und Du weißt noch lange nicht Alles. Caroline." .,Auch von Dir? Ich s'lie Dir an. daß Dich noch etwaS drückt." „Anch von mir." „Was ist eS?" „Du erinnerst Dich der LieSbeth" — „Um des HimmelswiUen. waS ist tS mit ihr?" „Nachher. Caroline. Ich höre Jemanden kommen." Er verließ daS kleine Gemach. Gleich nachher öffnete sich dessen Thür nochmals. Ein hübsch.r. junger Mann trat herein. „Der j^^udwi., — ah!" rief der kleine, dicke Herr. „DaS kleine Stübchen wird interessant. Was wird es da geben?" Der Kellner Ludwig trug zwei Weinkaraffen unter dem Arm. Sie waren wohl für die Gesellschaft bestimmt, die sich in dem Stübchen versammeln sollte. Er trat mit etwaS blassem Gesichte in das Gemach. Er mufite wohl wissen, wenn er darin treffen lverde. Er wurde doch noch bleicher, als er daS Mädchen sah. Dann wurde er glühendroth. Die Weinflaschen zMerten ihm unter dem Arme. Und Caroline? Sie wurde nicht wieder roth. auch nicht chm gegenüber. Aber sehr blaß war sie geworden, und ein leises Beben hatte sie ergriffen, wie ihn. Sie zupfte an dem schneeweißen Damasttischtuche, als wenn noch Fältchen darin selen. die sie aus-glätten wollte; sie riß tiefe, weite Falten hinein. So standen die beiden junge» Leute einander gegenüber. „Gute« Abend. Mamsell", sagte der Kellner zuletzt. Er stellte die j»tiden Karaffen auf den Tisch, aber er stieb sie klappernd an einander. „Guten Abend, Lndivig", erwiderte sie; aber sie konnte die drei Worte kau« hörbar hervorbringen und sie zog an dem T'schtuche. daß die Tns-jen und Glaser in Oefc»hr kamen, hinunter zu fallen Sie suchte sie wieder zu ordnen „Soll ich Ihnen helfen. Mamsell?" „Ich danke — zuhalten, zn lv'lchem die Regierung durch daS Land selbst g drängt lver« öen lvird? wie die Zachen aber gegenivärtig stehen, vertraut man Preu-jjen nicht genng. um sich iin Vorhinein zu liiuden. und erst ivenn der lkrieg zw sch n den l,eiden deutschen Grojzmächten ivirklich ausgebrochen sein wird, dürfte dem Abschlüsse eines Schutz- und Trutzbündniffes zwischen Italien und Preußen kein Hinderniß im Wege stehen. In Florenz wir!» jetzt ein großer Generalrath gehalten, zu ivelchem außer Nino Bizio und Cialdini. auch Menabrea berufen ivurde. Wie wir italienischen Berichten entnehmen, herrscht im Kriegs-Ministerium zu Florenz eine ganz außergewöhnliche Thätigkeit. Angeblich gegen die Briganten iverSen Freilvilli.^enbataillone gebildet, unter welchen die ausgewanderten V n tianer sich sammeln. Lamarmora wird, wie es jetzt hcißt. den Oberbefehl üker das gegen Oesterreich aufgestellte Beobach-tungsheer erhalten; im Kriegsfälle abe. wird der König wieder persönlich die Führung der Tru.^pen übernehmen. Die italienische Flotte liegt nicht abgetackelt, wie andere Zeitungen mitgetheilt haben, im Hafen von Tc.rent. sond.rn sammelt sich dort unter dem Kommando des Kontre-Admirals Vacca. Es ist Befehl ertheilt. si!i so zu stellen, daß sil» die S.i'iffe bin-nen kürzester Frist in Brindisi und Ankona vereinigen können. Fr.^nkreich zieht in aller Stille ein Beobachtungsheer zusammen. Die Besatzungen von Metz. Thionville, Luneviile. Nanzig und Straßburg ivcrden verstärkt. Die Reserve soll aus der kaiserlichen Garde im L'ger von ChalonS bestehen. In früheren Iahren rückten l>je Truppen Ende Mai oder Anfang Juni inS Lager, jetzt aber marschirt das erste und zweite Regiment Voltigeurs schon im Laufe dieser Woche hin; die andern zwei Regimenter Voltiiieurs. das Bataillon der Jäger zu Fuß. das Re-giment Zuaveu und die drei Regimenter l^'renadiere können binnen 24 Stunden auf der Eisenbahn inS Lager geschafft iverden. Bon der polnischen Grenze wird gemeldet, daß es allen Versprechungen nnd Geldspenden der Russen bis jetzt noch nicht gelungen ist. sich die Sympathien der Walachei zu erwerben, wogegen die Moldauer durchweg russisch gesinnt sein sollen. Rnßland lvird daher entschieden gegen die Fortsetzung der Union austreten, und sich vorläufig damit begnügen, tvenn auch nicht den Herzog von Lenchtenberg, so doch einen russisch ge-sinnteu Bojaren auf den Fürstenstnhl in Iassy erhoben zu sehen. — Im Königreiche Polen ist seit einigen Tagen wieder große Beivegnng unter den Truppen, indem der Befehl erlassen ist. daß ein Korps von 50.000 Manu so ausgestellt werden soll, daß dasselbe angeblich innerhalb dreier Tage nach jeöein beliebigen Pnnkt der Grenze bin marschbereit erscheinen kann. Zahlreiche Ingenieuroffiziere bereisen seit einigen Tagen die ganze Süd- und Westgrenzlinie des Königreichs. An die bisher erwartete Auf-Hebung des Kriegszustandes ist vor der Hand nicht mehr zu denken, da man lveiß. daß geheime Sendling? der. Flüchtlingsschaft wiederum daS Land durchziehen. Bismarck und die deutsche Nerfaffuugspartei. Marburg, 12. April. „Eine deutsche Reichsversammlung auf Grundlage unmittelbarer Wah-len und des allgemeinen Stimmrechtes" beantragt der preußische Minister. Graf Bismarck, in desseu junkerlicher Seele nur Raum ist für Rechtsbruch und Volksverhöhnung. Diese Heuchelei, welche all den schönen Tugenden Bismarcks die Krone aufsetzt, dieser Widerspruch mit seinem tiefinn ersten Wesen, diese Untreue gegen seine „Grundsätze" beweisen zur Genüge, daß er in ein ljaltloseS Schivanken gerathen, welches der ^sichere Vorbote seines Falles ist. Daß Graf Bismarck weder daS deutsche Volk, noch die bundeS-staatlichen Regierungen zn ködern vermag, bedarf keiner weiteren AuSfüh-rung Die Frage ist nnr: waS kann Oesterreich thun. wie soll es dm Ihnen." Das letzte Wort sprach sie noch langsam, zögernd auS. Auf einmal belebte sich ihr Gesicht, ein frischer, ein fast neckischer Zug trat hinein; es bekam seine Farbe wieder. „Ludwig, sagten wir früher Sie zu einander?" „Nein. Mamsell." „Und'nanntest Du mich Mamsell?" „Sie sind ein Jahr fortgewesen, und — und —" „Nnn. und?" „Und als Mamsell wiedergekommen." „Auch für Dich?" „Uiid unterwegs, Mamsell Caroline — am Posthause —" „Ah. da sahst Du mich!" Sie w^ir doch wieder roth geworden „Und auch am Fährkruge, Mam-sell." „Aber ivas soll daS?" „Und der eine Herr ist sogar mit Ihnen hierher gekommen!" Sic konnte, sie mußte wieder neckisch lächeln. „In den rothen Krng kann Jeder einkehren. Ludlvig." „Ja. Mamsell. Jeder—" „Ludwig. Du hast mir Deine Hand noch nicht gegeben." „Darf ich Mamsell?" „Und ich glaube wahrhaftig. Du Haft mir auch noch nicht in die Augen gesehen. Dazu ivirst Du doch meiner Erlaubuiß nicht be-dürfen?" Er sah ihr in die Augen. Aber er schien ihr durch die Augen doch nicht in das Herz sehen zu können. Da sah er auch etwas Anderes. Sie hatte ihm ihre Hand hingehalten; er nahm fie und drückte sie. Er glaubte, einen Gegendruck zu fühlen. Er glaubte es; eS mußte ein sehr leiser, zweifelhafter sein. Er sah ihr noch immer forschend in die Augen. Sah er jetzt in ihr Herz? Sie war wieder roth geworden; aber auch nur daS. Sie konnte sogar auch jetzt ivieder lächeln. „Caroline!" sagte er traurig. Da wurden sie gestört. Ein starker, derber, fast polternder Schritt war nahe gekommen. Der kleine, dicke Herr hatte ilzn hören können; aber die Beiden hatten ihn nicht vernommen. Der Eine lvar verliebt. Die Andere Ist nicht die Koketterie, auch die unschuldigste, nein, gerade die unschuldige, ebenfalls ein kleines Verliebtsein. oft gar ein recht großes? Die Thür deS kleinen, hübschen StübchenS ivurde mit einem kräftigen, derben Ruck aufgemacht. Ein großer, starker Mann stand darin, der alte Herr Sellner. Sein Gesicht ivar seuerroth geworden. Auch er konnte roth werden, und wenn er roth wurde so hatte das ivohl Mehr zu bedeuten, alS daS leichte Er-röthen in dem feit^en G.sichte seiner Tochter Carolin^. Er erhob zugleich seine kräftige Faust. So schriit er in das Stübchen. Die beiden jungen Leute waren weit auseinander gefahren. Er sah sie eine Weile schweigend Schlag, den Bismarck ihm versetzen »vollte. mit einem vernichtenden Gegenschlag erwidern? Oesterreich stelle sich mit seiner ganzen Macht ans die Seite der der-fassungsmäßigen Bundespartei. Die Forderung dieser Partei: eine deutsche Reichsversammlung. Einberufung derselben nach dem Wahlgesetze, welches die verfaffunggebende Reichsversammlung in Frankfurt 1849 beschlossen und der ReichSver^vtser Erzherzog Johann verkündet — diese Forderung wird immer gestellt werden, so lange ein Rechlsbewußtfein im deutscheu Volke lebt. Die Einberufung einer solchen Versammlung wäre die Anerkennung der RechtSbeständigkeit der Reichsversassung vom Jahre 1849. Eine nach dem Wahlgesetze vom Jahre 1849 berufene deutsche Reichsversammlung hätte vor Allem jene Aenderungen der Verfassung vorzunehmen, die zeit-gemäß sind, die auch m dem Falle nothwendil^ waren, wenn diese Verfassung im Jahre 1849 wirklich in Krast getreten und seitl)er in Kraft geblieben. . Diese Nothwendigkeit verhehlt sich die Verfassungspartei nicht — in der Presse, in Volksversammlungen, Landesvertretungen. in Atige-ordnetentagen hat sie eS wiederholt ausgesprochen. Worauf sie aber be« steht — und bestehen muß, will sie den Namen und die Btdentung einer VerfaffungSpartei nicht verlieren — das ist daS Waiilgesetz. welches die rechtmäßig versammelten Volksvertreter berathen. welches in aller Form Rechtens kundgemacht worden. Worauf die Berfassungspartei i'. Deutsch-land besteht. daS ist die Aenderung der Bundesverfassung vom Ial)re 1849 nur durch eine auf Grund dieses Wahlgesetzes tagende ReichSver-sammlung. Der Entschluß Oesterreichs, am Bunde die Einberufung einer solchen Versammlung zu beantragen, würde in Deutschland mit Freuden bet^rüßt. mit einer allgemeinen Zustimmung des Volkes, welche auf die übrigen Bundesstaaten von zwingendrm Einfluß wäre. Ein solcher Beschluß dcs Bundestages würde nicht allein die tückischen Pläne des Grafen Bismarck gegen Oesterreich und Deutschland durchkreuzen, er würde ilin auch auf seinem eigenen Gebiete in eine Stellung drängen, >ü welcher er sich nicht länger zu halten vermöchte: er müßte den Austritt aus dem Bunde er-klären und dann hätte dieser freie Hand gegen ein treuloses Mitglied — oder er mühte sich fügen und vor der Beschickung der ihm verhaßten Reichsversammlung den noch verhaßteren Landtag einberufen—und sein letztes Stündlein würde bald schlagen. Aber auch die österreichische Re gierung wäre genöthitst. das Gesetz über die Reichsvertretung .vieder zu vollziehen, denn ohne eine solche wäre die Brschickung der deutschen Reichs-Versammlung nicht möglich. Darum nur jetzt nicht gezaudert, nur jetzt diese Gelegenheit nicht versäumt l Nur jetzt um des Rechtes, um des Reiches willen einen hoch herzigen raschen Entschluß, eine kühne AuSsührung! Dem Muthigcn gehört auch diesmal wieder die Welt, die schönste von Allen, die deutsche Welt! Bismarcks Tage sind gezählt, und mit seinem LieblingSminister wird auch der König gehen. Mögen unsere Staatslenker nach bestem Wisien und Gewissen sich klar machen, in welche Lage Oesterreich kämr. falls ein freisinniger, verfassungstreuer König an der Spitze des preußischen Staa-tes sich befände, und ein freisinniger, verfassungstreuer Minister dieses Königs die Berufung eineS deutschen Parlamentes nach der Äal,lordnung vom Jahre 1849 beantragen tvürde! — Marburger Berichte. (Gewerbe.) Im verflossenen Vierteljahre wurden solgende Ge-werbe angemeldet: Felix Schmidt. Schneiderei (Marburg. Äarntnervor-stadt), Elisabeth Ogriseg. Mehlhandel (Marburg). Joseph Wittek, Schuh-macherei (Marburg. Magdalenavorstadt). Franz Bothe, Bäckerei. Salz-und Mehlverschleiß (Kranichsfeld), Alois Stefan, Handelsagent (Marbnrg). an. Er suchte wohl den Zorn zu dämpfen, der in ihm aufgelodert war. War eS Liebe zu dem Kinde, das kaum eine Stunde wieder im Vater-Hause war? Oder »var eS etwas Anderes? Sein Zorn ivich einem kalten, finster, entschlcssenen Drohen. Die erhobene Faust ließ er sinken. Er wandte sich an den jungen Mann. „Du »virft morgen mein Haus ver-lassen. Geh!" Der jungen Mensch verließ stnmm daö Stiibchcn. Der Vater wandte sich an die Tochter. „Und Du —! Auch Dich zu bändi-aen, giebt es Mittel." „Vater!" rief das Kind, entsej^t über die kalte, finstere Drohung. „Endige deine Arbeit ljier! ' befahl er. Sie s^ehorchte zitternd. — Der kleine, dicke Herr mußte aus seinem Versteck, in oem er lauschte, zurücktreten. Der lange Schmidt erschien in dem Frendenzimmer. „Dcr Herr Baron ist in i)as Domestikenzimmer gegangen", meldete er dem kleinen Herrn. „Wohin?" fragte erstaunt !)er kleine Herr. „In das große Zimmer drüben. Sie nennen cS die Fuhrmannsstube; obgleich ich keinen Fuhrmann darin gesehen habe." „llnd was will er dort?" „Ich weiß tS nicht." „Hm. er wird doch keine dummen Str.iche ansangen? Ich muß ihm solgen." Indem der kltine. dicke Herr das sagte, war er schon aus dem Wege nach der Ful»rmannss!ube. Zu dem langen Schmidt sagte er noch: „Achten Sie ja auf Alles!" 4. Der kleine, dicke Polizeiratli sand in der Fuhrmannsstube drei Personen'^ den alte« Knecht Kasper, die alte Magd Katlirine und den Baron von Stromberg. Die alte Magd nähte wieder an ihrer groben Küchenleinwand u»d bekümmerte sich um die Anderen nichl. Oer alte Knecht sah durch dat Fenster in die Dunkelheit des Abends hinein, die schon voll eingetreten war. und schien sich um Niemanden bekümmern zu wollen. Der Baron gin;, in dem Zimmer auf und ab und schien darüber nachzusinnen, wie er ktwaS anfangen solle. Als der kleine, dicke Herr eintrat, flog ein vornehmer teiscr Verdruß über seine Stirn, und in der That fragte sein Blick den kleinen Herrn etwas unmuthig: ..WaS wollen denn Sie hier?" Der Gefragte ging aber gleichgültig an dem Blicke vorüber. alS habe er idn gar nicht sehe«, »nd setzte sich still in einem Vinkel des Zimmers auf eine Bank. Anton Gaßner, Brodbäckerei. Kramerei, Mehl- und Sägemühle (St. Lo-renzen), Karl Gigler. Kurzwa^l^eN Handlung (Marburg), Johann Schrei, ner, Kürschnerei (Marburg). Maria Mulletz,. Mehlverkauf (Marburg), Matliias Hubcr, Tischlerei (Marburg. Grazervorstadt), Joseph Herzog-Greislerei (Marburg. Grazervorstadt), Julie Gatti, Krämerei (Maria in der Wüste). Joseph Lederer. Fleischhauerei (Rottenberg), Josef Poketz. Schuhmacherei (St. Lorenzen). Peter Simoner. Schneiderei (Marburg). Maria Tschernko, Verfertigung von Frauenkleidern (Poberjch), Karl Scher-bäum, gemischte Waarenliandlung (Kärntnerbahnhof), Andreas Harb, Schuh-macherei (Leitersberg), Andreas Osim, Schuhmacherei (Lobnitz), Leopold Langeder, Viktualienhandel (Rothivcin), Georg Kristan, Schneiderei (Schlei-Nitz) Philipp Drosg. Schuhmacherei (Maria-Rast), Johann Sandholz, Schuhmacherei (Lobnitz). Maria Gradischnig. Mehlhandel (Marburg), Franz Koschell. Greislerei (Marburg). Ludwig Mitteregger. gemischte Waaren-handluug (Marburg). Anton Zearo Brodverschleiß (Koschak). Anton No-vak, Photographie (Marburg). Barbara Grabonscheg. Handel mit kleinen Krämerwaaren an Wochenmärkten (Marburg), Michael Selejak, Tischte-rei (Marburg. Kärntnervorstadt). Franz Scherbaum, Spezerei-Waarenhand-lung (Marburg). Josepha Senekowitsch, Produktenhandel im Kleinen (Marburg), Eduard Kollar. Photographie (Marburg). Anton Gras Brandis. Sägemühle (Fraulieim). Gräflich Anton BrandiS'sche Kellerei. Weinhandel (Marblirg). Gasthäuser: Markus PeSdirz (Johannesberg). Maria Schmid (Marburg. Kärntnervorstadt). Anton Holzinger (Meiling). Anton Gaßner (St. Lorenzen). Maria Wutt (Marburg), Georg WergleS (Kranichsseld). Maria Oswald (Lecken). Joseph Gradischnig (Heil. Kreuz). Jobann Gru-schonig (Johannesberg). Wilhelm Hauser (Marburg. Kärntnervorstadt), Koloman Schauperl (Pöllitschdors.) (Straßenraub.) Vor mehreren Tagen tvurde ein hiesiger Student (Michael Fegusch) im Thesenwalde von zwei Mannern uberfallen und seiner Baarschast im Betrage von 17 fl. 50 kr., sowie einer Äroh-tasche, worin sich Brod und Fleisch befand, beraubt. Der Beschreibung nach sind diese Räuber Hausirende Glasträger gewesen. (G rund l o ses G e rücht.) In der Gemeinde St. Barba a bei Wurmberg ging vor einigen Tagen das Gerede, ein siebenjähriger Knabe sei vergiftet worden. Die gerichtsärztliche Untersuchung, die Herr Dr. Walt-ner am 10. d. M. vorgenommen, hat aber den Beweis geliefert, daß jener Knabe eines natürlichen Todes gestorben. (V ereinSleben.) Morgen um die gewöhnliche Zeit findet wieder eine Herrenliedertafel deS MänncrgesangvereinS statt. Der Obmann, Herr Ruhri, hat für eiu reichhaltiges Programm geiorgt und verspricht der Abend manchen Genuß zu bieten. Vermischte Nachrichten. (Soldaten und Bürger in Amerika.) Die Beispiele republikanischer Tugend, welche das amerikanische Volk während und nach dem verflossenen Krieg Mtwickelt hat. sind so zalilreich und erhebend, daß die bis jeßt als Muster geltenden, ohnehin sehr vereinzelten, der Römer dagegen verschwinden. Es ist schließlich auch keine so große Entsagung, wenn sich ein römischer Konsul zum Pflug, d. l). auf sein Landgut zurückzieht. Das aber kann wohl als ein Beweis hoher republikanischer Tagend gelten, wenn amerikanische Generale sich als Gastwirthe,'Krämer und selbst einfache Kommis in das bürgerliche Leben zurückbegeben. Ein Engländer, der kürzlich Chicago besuchte, erzählt, daß er in einer dortigen gro» ßen Druckerei 17 Setzer getroffen, welche im Krieg gewesen, einer davon sei ein Feldwebel, ein anderer Lieutenant und einer sogar Hauptmann gewesen. Jetzt standen Alle so ruhig an ihrem Setzkasten, als wenn sie denselben nie verlassen hätten. (Engtisches Strafgesetz.) Bei der Heerschau zn Brigthon Der vornehme Baron war wohl ein gutmüthiger Mensch. Er sann noch ein paar Augenblicke nach. Dann ging er auf den alten Knecht zu und begann mit diesem ein Gesprach. „Der rothe Krug liegt recht einsam hier!" „Es geht", war die kurze, zum weiteren Fragen nicht eben einladende Antwort. Der Baron fragte dennoch weiter. „ES ist ein hübsches Gebäude." ..O ja." „Steht er schon lange?" ^So langeich denke, und also ivohl noch länger." „Aber daS Haus ist neu." „Früher staut' der alte Krug." „Und sei! wann der neue?" „Es kann fünfzehn Jahre her sein." „Stand der alte Krug auf der nämlichen Stelle?" „So ungefähr." „Früher war wohl Viel Vcrkel)r im rothen Kruge?" „Es ging an." „Die Landstraße scheint jetzt wenig befahren zu sein?" „Wie man es nimmt." „Sie kam mir verfallen vor." ,.Jm besten Zustande ist sie nicht." „Sie ist wohl seit der Zeit so. da mehr nach oben im Gebirge die neue Chaussee angelegt ist?" „Ja. so ungefähr." „Wie lange bestelzt die neue Chaussee schon?" „Vielleicht seit zwölf oder dreizehn Iahren." ..Also bald nach dem Neubau des Kruges! ES war verdrießlich." „Wie man es nimmt." „Nun. Ihr Herr — wie heißt er doch?" „Herr Settner heißt er." „Richtig. Arm ist er dadurch nicht geworden. Man spricht in der ganzen Get^end von dem reichen Herrn Sellner lm rothen Krnge." „Ein Bettler ist er nicht." „Stand der alte Krug gerade auf der Stelle dieses neuen?" ,.Er stand wohl etwaS mehr nach dort oben hin." „Nicht weit von ihm stand ein Stall? —" Der alte Knecht stutzte. „Ein Stall?" fragte er. „Ja. ein alter Stall. Er stand nal)e beim Hause." „So?" sagte der Knecht. Er war verlegen i^eivorden und schlug die Auge» nieder. Dunn sah er sich um, ivie nach einer Veranlassuug. dem Gespräche zu entkommen. Die Augen des Barcms leuchteten triumphirend. Mit den trium-phirendeu Aul^en svh er nach dem kleinen dicken Herrn hin. Der kleine dicke Polizeirath war. wie gleichgültig er anfangs zugehört hatte, bei den letzten ^rat',tn und Antworten selir aufmerksam geivorden. Der Baron wollte in seinen Fragen fortfahren. Der kleine Herr sah noch rasch etwaS. was dem triumphirenden Baron entgangen war. Die alte Magd saß Mit dem änlp'tlichsten Gesichte von der Welt da. Ihre Arbelt ruhte und ihr Blick irar auf den atten Knecht gerichtet, als ob sie Furcht vor jedem Worte habe, das er sprechen «verde. t Fortsetzung folgt.) H Die Heere der deutschen Großmächte. Marburg. 14. April. Die Antwort des Grafen Bismarck, daß er nicht abrilsten könne, weil von Oesterreich die Herausforderung ausgegangen — diese Antwort ist eine so unverschämte Lüge, daß eine friedliche Verhandlung zwischen Oesterreich und Preußen unmöglicv geworden. Dem Kriege näher als je. find wir zu der Frage veranlaßt, über welche HeereStraft die beiden Troß. Mächte verfügen — um für den Fall blutiger Entscheidung Sieg oder Nie- Verlage berechnen zu können. ^ ^ ^ Eine sachkundige geder hat im „Wanderer" die Streitkräfte Oester-rcichs und Preußen» einer Bergleichung unterzogen. Unser Heer zählt aus d,m Kriegsfuße: Ü7S.000 Mann, darunter 57M0 Mann Artillerie. 42.000 Mann Kavallerie. Nach Ausscheidung jener Truppen, die im Lande und in den Werbbezirken bleiben, könnten doch immer 433.000 Mann von Oesterreich ins Feld gestellt werden. Das preußische Heer beträgt auf dem Kriegsfuße: 566,150 Mann, darunter alle Gattungen Fußtruppen des stehenden HeereS: 173.600. das erste Ausgebot der Landwehr: 116.000, daS zweite Aufgebot 92.800. Artillerie. Eztrakorps. Fuhrwesen sammt Reserve- und LandwehrabtheilunM: 105,450 Mann. Kavallerie: 78,330 Mann. Letztere vertheilen stch: Gar. de- und Linienkavallerie: 37,000, erstes Aufgebot der Landwehr: 28,000. zweites Aufgebot: 12,500 Mann. Nehmen wir an. daß Preußen in Ansehung der Stärke Oesterreichs, das bei einem ausbrechenden Kriege ursprünglich für Garnison und die Reserve bestimmte erste Aufgebot der Landwehr 144,000 Mann (116,000 Mann Infanterie und 28.800 Mann Kavallerie) der operirenden Armee einverleib', so kämen von der obigen Tesammtsumme abzuziehen: Depot« abtheilungen der Infanterie 83 000, jene der Kavallerie 10.000. das zweite Aufgebot 105.300, zusammen 198,310 Mann, welche als Garnisonen in den Hauptstädten, als Besatzungen der 30 Landesfestungen, worunter Stettin. Köln mit Deutz. Danzig. Magdeburg. Posen, Koblenz mit Ehren-breitstein und Königsberg ersten und zweiten Nanges. und als Depots in den Werbbezirken zurückblieben. Die für Operationen bestimmte preu-ßische Armee wurde somit 367.840 Mann betragen. Sollte das zweite Aufgebot nicht stattfinden. waS in Ansehung, der Bevölkerungszahl Preußens die äustersten und letzten Kräfte des Landes erschöpfen müßte» so reduzirt sich obige Armeestärke auf 169.530 Mann. Wenn Oesterreich mit seinen Streitmitteln den . obigen Summen das Gleichgewicht halten will, so behält es ohne seine äußersten Kräfte in An-spruch zu nehmen, zur Bestreitung seiner Garnijoncn und zur Deckung des Festungsviereckes im ersten Falle 175,000 Mann, im lepteren 263.000 Mann. Da das Feslungsviereck gegen einen dreimal stärkeren Feind eine kräftige Bertheidigung in sich schließt, so reichen die 175.000 Mann hin, um dort Abwehr leisten und die Besatzungtn aus den Hauptpunkten der Monarchie bestreiten zu können. Erwägt man, daß Preußen durch Aufstellung einer Macht von 566.000 Mann während des Kriege» al!e Produktion lahm legen würde, so erscheint es als großes Wagniß. sich in einen solchen Kamps einzulas« sen. Das Berhältniß der Bevölkerun.i zur Armee ergibt, daß jeder sünfte Mann in Reih und Glied treten müßte, Krüppel oder Untau.lliche mit inbegriffen. Bei einer solchen übermäßigen Kraftanstrengung könnte also das erschöpfte Preußen nur einen einzigen Feldzug aushalten. In Oesterreich ist das Berhältniß unter obigen Vedingungen wie 10 : 1. e» könnte daher ohne jede Erschöpfung eine gleiche Streitkraft für den zweite« Feldzug aufbieten. Die preußische LandwehrKavallerie erscheint im obigen Ausweise mit 41,000 Mann, doch ist deren Tüchtigkeit trotz der soldatischen Tugen- Gestalt des Hausherrn erschien darin. „Kasper!" rief der Herr Sellner. „Hier. Herr!" „Es kommt ein Wagen. Geh hinaus. Der Ludwig wird im »othen Kruge keine Dienste mehr thun." „WaS ist es denn mit ihm, Herr?" fragte der Knecht verwundert. Er erhielt keine Antwort. Der Herr Sellner hatte die anderen Personen in dem Zimmer bemerkt. Zuerst den Baron und den kleinen dicken Herrn. Er mochte sich wohl verwundern, daß sie in der Fuhrmannsstube waren ; aber die vornehmeren Gäste, die in dem rothen Krug einkehrten, konnten ja auch in der Fuhr-Mannsstube ihren Aufenthalt nehmen. Es war Gtschmackiache. Da sah er auch das Frauenzimmer. Sie hatte ihm den Rücken zugewandt. Sie schien ihm dennoch keine Fremde zu sein. „Wer ist sie?" fragte er den Knecht. „Herr, ich will es Ihnen draußen sagen." „Warum nicht hier?" Da wandte das Mädchen sich um. „Äch bin es. Herr Sellner." Sie sprach eS fest und ruhig, und doch bescheiden, fern von allem Trotz. So sah sie auch den strengen, harten, zornigen Mann an. Die dunkelste Röthe de» Zorn» war plöklich in da» harte, stolze Gesicht getreten. Er schritt hastig auf das Mädchen zu und fuhr sie laut, drohend an. „Du bist es? Was willst Du hier? Wie kannst Du Dich nntersteden, hierher zu kommen, mein Haus wieder zu betreten? Hinan» mit Dir!" Da» Mädchen war ruhig sitzen geblieben. Ein fester, klarer Muth leuchtete aus ihrem stillen Geficht hervor, der Muth. den eben das Be wußtsein einer Pfitchtersülluna giebt. ,.Ja, ich bin es, Herr Sellner", wiederholte sie. „Und was ich hier will? Sie wissen es. aber Sie wollen nichts davon wissen. Da habe ich es doch noch mit einem Andern zu thun. der ein Gewissen haben wird." Der Herr Sellner wurde blaß vor Zorn. „Freche Dirne, hinaus mit Dir!" Er hob den Arm auf. sie zu ergreifen. Der kleine, dicke Herr sah mit einem eigenthümlich fragenden Blick den Baron Stromberg an. Der Baron ging in einer seltsamen Unentfchlosseaheit in der Stube auf und ab „Herr, vergreife» Sie sich nicht an ihr", bat der alte Kasper. Der Herr Vellner stieß den alten Knecht zurück. Sein Zorn war zur Wulh geworden. „Ich soll die Dirne hier dulden?" rief er. „Ich soll mich « »einem eigene« Hause höhnen lassen?" Das Mädche» war doch erblaßt. Sie ka««te den strenae». zornige«, gewaltthätiae« Mann. Er hatte den Ar« »ach ihr aufgehoben. Der alte Knecht war vo» ihm den der preußischen Krieger im Allgemeinen sehr zweifelhaft, nachdem eS jedem sattsam bekannt ist. wie Viel ein Reiter taugt, welcher mit seinem Pferde nicht sozusagen zusammcngelvachsen. mit diesem nicht einen Körper ausmacht. Preußen bedarf aller auch zur Ausrüstung seiner Armee aus obige Stärke mindestens 60,000 Pferde, wovon eS einen großen Theil um hohe Preise außer Landes ankaufen muß. w il das eigene Land eine solche Menge nicht hervorbringen kann, während Oesterreich seinen ganzen Bedarf ohne Schwieril^keiten in seinen Provinzen findet. Die Möglichkeit dt» Siege» für Oesterreich beweisen diese Zahlen: die Gewißheit jedoch, daß da» Glück de» Kriege» sich den Fahnen Oesterreichs zuwendet, gibt nur jene Macht, um deren willen der Kampf, der unvermeidlich scheint, unternommen werden möge — gibt da» Bolksrecht. Marburger Berichte. (Ernennung.) Wie die amtliche „Wieuer Zeitung" vom 12. April meldet, ist laut kaiserlicher Entschließung vom 2. d. M. Rudolf Ritter von Gödel Lannoy, österreichischer Generalkonsul für Serbien (Bel» grad) zum Präfidenten der Central-Seebehörde in Trieft ernannt worden. Gödel ist in Marburg geboren, hat die Hauptschule und das Gymnasium hier besucht und besitzt noch in der Rebengasse das Haus Nr. 169. Sein Bater, der im Jahre 1809 Unterlieutenant bei dem Marbur^r Landwehr« Bataillon gewesen, lebt als penfionirter Kreiskassier in den Mauern unse-rer Stadt. (Eine Rabenmutter.) In der Nachbargemeinde Roßbach wohnt eine Taglöhnerin. die schon zweimal unehelich geboren. DaS jüngere Kind, ungefähr anderthalb Jahre alt. verkaufte sie einer Zigeunerin gegen einige schadhafte Kleider: daS ältere, zehnjährige aber verhandelte sie einem uw bekannten Manne, der in Jägertracht erschienen war, um den Preis von 10 fl. Als die „glückliche" Mutter mit dem Gelde in die Stadt ging, um einzukaufen, wurde ilir erklärt, daß die Banknote außer Kurs gesetzt sei. Run ist die Verzweiflung groß, nicht wegen des Kindes, sondern we-gen der werthlosen Banknote. Die Weiber in der Gemeinde aber behaup. ten. der „Jäger", welchen die Mutter nicht erfragen kann, sei der T e u-f e l gewesen. Die Herzlosigkeit der Mutter ist nicht weniger zu verdam-men, als der Aberglaube zu beklagen. Das weite Feld der Volksbildung liegt zum größten Theile noch wüst und wie erschreckend auch die Folgen der Verwahrlosung zu Tage treten — unserem Drängen nach Hebung des Unterrichte» und der Erjuehung wird mit der Hinweisung auf die Geldnsth geantwortet, da es Niemand wagt, die Berechtigung der Kor-derungen in Abrede zu stellen. Woran es aber fehlt, da» find trotzdem und alledem nicht die Mittel - da» ist der gute Wille, der Entschluß. Opfer zu bringen. (Kaufmännischer Berein.) Nach dem Borbilde de» „Merkur" ln Graz w!rd sich nun auch hier ein kausmännischer Berein bilden. Herr Joseph Iaki, Buchhalter bei Herr» Ogrisegg. erließ am 7. April eine schriftliche Einladung an die Handlung»diener in Marburg und die erste Bersamlchung wurde am Donner»tag im Gasthofe „zur Stadl Wien" abehalten. Es waren 45 Handelsbeflissene erschienen und alle stimmten für die Gründung de» Bereine», der „geistige Ausbildung in kaufmq»»i. scher Beziehung, Stellenvermittlung und nach Umständen auch Unterstü' tzung hilfsbedürftiger Mitglieder" bezweckt. Sin Siebner Ausfchuß (die Herren: Kersch. Popowitsch, Iaki, Linniger, Mo^, Winkler und Grill) wird sich mit den nöthigen Vorarbeiten befassen. Marburg zählt 38 Kauf» leute und 68 Handlungsdiener, strebsame Männer, Kräfte, die nur der Bereinigung bedürfen, um ein schönes Ziel erreichen zu können. Wir wü». schen dieser Genossenschaft das beste Gedeihen und bemerken nur, daß nach unserer Ansicht es rathsamer wäre, einen selbständigen Berein zu gründen zurückgestoßen. Die beiden Fremden rührten sich nicht zu ihrem Beistande. Und sie in ihrem Zustande konnte sich nicht wehren, und was sie unter ihrem Herjen trug, bedurfte so sehr einer Hülse, einer Schutzwehr gegeu den rohen Angriff, der ihr drohte. Die Thür des Zimmers öffnete sich. Das Mädchen athmete auf. War ihr wirklich eine Hülfe gekommen? Caroline Sellner trat in da» Zimmer. Das hübsche, frische Mädchen war mit einem Blicke besorgter Neugierde eingetreten. Sie hatte wohl draußen die zornige Stimme ihre» Bater» gehört ; sie hatte nicht wissen können, wa» e» war. Sie wußte mit einem Male Alles, wie fie nur einen halben Blick in das Zimmer geworfen hatte. Sie wußte auch, wa» ihr Bruder ihr erst nachher hatte erzählen wollen. Ein Entsetzen ergriff sie. Aber da sah sie zunächst nur da» Hülflose Mädchen, deren sich Niemand annehmen wollte, und de« zornigen und in seinem Zorne und seinem gewaltthätigen Sinne um keine Rücksichten und keine Schranken sich kümmernden Mann. „Bater!" rief sie „Bater, begeht kein Unglück." Und sie war schon zwischen dem zor-nigen Manne und dem Hülflosen Mädchen, mit jenem Muthe, mit jener Entschlossenheit, mit denen fie vorhin zu ihrem Bruder gesagt hatte: ich thäte es nicht. Fritz, wa» sie von Dir verlangen. Aber der zornige und rohe Mann warf auch fie zurück, wie er den alten Knecht zurückgeworfen hatte. „Du, Dirne?" rief er seinem rigenen Kinde zu. „Ha. Gleich und Gleich soll sich hier gesellen. Aber noch bin ich Herr im rothe» Kruge! Fort auch mit Dir! Fort mit Euch Beiden!" In dem schwachen Kinde, wie muthig uud entschlossen fie war, sollte da» andere hülslose Mädchen eine Hülfe nicht erhalten. Aber ein anderer Beistand wurde ihr. Man hatte schon vor einer Weile draußen am Hause einen Wagen vorfahren hören. Ueber dem Auftritt im Zimmer hatte Niemand darauf geachtet. Die Thür des Zimmers öffnete fich wieder. Ein kleiner, dürrer Mann war mit bescheidene» Wesen letse hereingekommen. Sein kluges und rechnendes Geficht hatte sehr schnell gerechnet. „Ei. ei, Gevatter Sellner!- sagte der Herr Andreas Steinaner kuhig. indem er an der Thür stehen blieb. Der Herr Sellner erblaßte. Der aufgehobene Arm sank ihm nieder. Er kannte die Stimme. Er wandte sich nach dem kleiuen. dürren Manne »» »»d war verwirrt geworden. und nicht einen solchen, der nach dem Borschlage des Herr,» Ja?i vom Grazer Verein in der Weise abhiiige. wie rine Filiale der landwirtlischaft-licht« Oesellschaft von dieser. Der Marburger Berein soll nicht ein Zweig de< Grazer „Merkur" sein — er soll als freie Genoffenschaft sich bilden und dann als Mchberechtigt mit dem Grazer Berein in Verbindung tre-ten. Freiheit, Selbständigkeit ist die Lebenslust für' jedeS Streben: vor einem fremden, stärkeren Willen soll man sich nur dann beugen, wenn diese Unterordnung eine zwingende Nothwendigkeit ist. Wie gerne wir ein Zusammenwirken der Marburger und Grazer befürworten — gegen die Abhänaigkeit von der Landeshauptstadt erklären wir unS ganz entschieden. (vtrafrechtspflege.) Der Grundbe^er N. Drasch von Gams, der wegen angeblicher Brandlegung seit fünf Monaten in lintersuchungs« Haft aewesen und, mit dem Avlaffungsbeschluß nicht zufrieden, eine Schlupverhandlung verlangt hat, ist gestern vom KreiSgerichte Cilli los-gesprochen und für schuldlos erklärt worden. Bermischte Rachrichten. (Adresse der ungarischen Flüchtlinge in Amerika an Aranj^Deak.) Der „Wanderer" erhält aus Newyork den Wort-lau» eines Schreibens, worin Nikolaus Perezel, der Bruder des Generals Moriß Perezel, im Namen der dortigen Flüchtlinge Franz Deak aus Anlaß der von ihm verfaßten Antwortsadreffe auf die Thronrede tiuldigt. 3n diestm Schriftstücke heißt es u. A.: „Ihr steht ja auf dem unbestreitbaren Boden der Rechtsbeständigkeit, eurer Weisheit und Ansdaucr wird es vielleicht gelingen, eure Gegner zu überzeugen, daß nicht nur Recht. Gesetz und Wahrheit, sondern auch die vernünftig aufgefaßte Opportuni-lSt auf eurer Seite ist. Indem daher die Mitglieder deS Newyorker un» garischen Vereines von solchen Gefühlen beseelt sind. ergit»t fich die Achtung und Vürdmung von selbst, welche sie für dich und deine Kollegen warm in ihrer Brust pflegen. Es sei mir gestattet, noch hinzuzufügen, mit welch' herzlicher Freude ich daS mir übertragene Amt erfüllte, indem ich im Namen unseres aus braven, arbeitsamen, mit Leib und Seele un» garischen Mitgliedern bestehenden bescheidenen Vereins zu euch sprechen kann, zu dir, der in der Politik mein Meister war. von dem Freund ge-nannt zu werpen der höchste Stolz meine« Lebens ist, und zu denen, nn« ter welchen ich — nicht nur an Einem Platze — mehr Leidensgefährten als Prinzipienfreunde achte." ^Lohnerhöhung.) Neulich fand in London eine Versammlung von Bahnwärtern Statt, worin beschloffen wurde, einen Berein der Bahn-und Weichen-Wärter für ganz Großbritannien zn bilden, um durch ge-«einsame Berathungen und Borstellungen bei den verschiedenen Eisenbahn-Verwaltungen ihre Lage zu verbeffern. ES soll darum nachgesucht wer-den, daß die Zahl der täglichen Arbeitsstunden, welche an Wochentagen gewöhnlich 12, an Sonn« und Festtagen sogar bis zu 18 beträgt, auf 8 ermäßigt und der Lohn im Allgemeinen besser gestellt werden möge. In Folge dieser Bewegung find bereits auf einige« englischen Bahnen den Wärtern Gehaltszulagen ertheilt worden. Der Grundsatz, daß bei einer Eisenbahn nur so viel Beamte angestellt werden, als dringend nothwen-dig find, daß diese dann aber gewip tüchtm beschäftigten Personen zu besolden seien, haß sie wenigstens nicht mit NohrungSforgen zu kämpfen ha-den, scheint uns noch immer nicht genug Berückfichtigung zu finden. (Die Bevölkerung Italiens) beträgt 17.900.000 Seelen, worunter 7,ü00,000 im Ackerbau, 3,072.000 im Gewerbe. 68,000 im Bergbau, 634,000 im Handel. 534,000 in den Künsten beschäftigt find, Beamte gibt es 130.000. Soldaten 240,000, Grundbesitzer 604,000, «in-der, Greiwe und Unbeschästiate 7,850,000. (Künstliches Eis.) Der durch seine Eisapparate in weiteren Kreisen bekannte N. Bauer aus der Schweiz hat in Ermanglung deS Natureises ein Verfahren erdacht, das eben so finnreich wie praktisch und bei gelinden Wintern von großer Wichtigkeit ist. Schnee unter Zugießen Bon dem Mädchen ließ er ab. Er ging auf den Herrn Steinauer ju. „Guten Abend. Gevatter Stcinauerl" „Guten Abend. Gevatter Sellner!" Die beiden Gevattern standen beisammen. „Hm. hm, Gevat« ter Sellner", fuhr leise der Herr Steinauer fort, „die GeschiÄe da ist fatal — „Sie wissen — ?" fragte der Herr Sellner, und er wurde noch verwirrter. „Wie werde ich nicht. Gevatter? Aber waS schadet eS denn? Ich kann Ihnen auch noch mehr sagen. Sie waren da auf dem besten Wege, durch einen dummen Streich die Sache noch fataler zu machen. Wer in der Welt vergreift fich an einer Person, die in einem Zustande ist, wie diese da. Es kann nach dem Strafgesetze sogar in daS Zuchthaus bringen. Und wie ich sehe, haben Sie auch für Zeugen gesorgt. Und an die Hauptsache scheinen fie gar nicht gedacht zu haben Meine Frau und meine Tochter wissen von nichts, und fie halten Beide auf Reputa-tion. — Kommen Sie. Gevatter. Für die Person giebt eS Geld. Wir sprechen nachher davon." Der Herr Steinauer hatte Gründe vorgebracht, denen der Zorn deS Herrn Sellner längst gewichen war. — „Geizen wir zu den Meinigen. Gevatter." Die beiden Ehrenmänner schüttelten sich die Hände und verließen das Zimmer. Earoline war zu dem Mädchen getreten, daß fie gegen den Bater hatte beschützen wollen. „Liesbeth, wie konntest Du hierher kommen?" fragte auch fie. „Und gerade heute!" Und die Unglückliche, die allen den Anderen gegenüber auf die Frage keine. Antwort gehabt hatte, ant-wartete de« freundlichen, theilnehmenden Kinde. „Ich mußte hierher. Mamsell i^roline. und wenn es mir daS Leben gekostet hätte. Ich muß ihn spreche« ; gerade heute. Ich muß ihn sprechen, und sollte ich an den Zisch dringen, an dem fie zur Brrlobung sich die Hände reichen. Ja. ja. ich weiß, daß er fich heute verloben soll. Aber er darf es nicht, er kann es nicht, und wenn er es kann — ich nehme mir das Leben vor seinen Augen, mir und seinem Kinde." Es giebt einen Zorn der Pflichterfüllung. Er leuchtete voll und edel hervor aus den Borten aus l)en Blicken. auS dem gerötheten Gesichte des Mädchens. Caroline Sellner hatte still nachgesonnen. Auch in ihr Geficht war der Muth zurückgekehrt. „Komm mit mir in mein Stüb- von Waffer wird in einen viereckigen Holzkasten ohne Boden auS 2" starken Dielen gesertigt. mit einem hölzernen Stößel fest eingestampft, mit einer eisernen Schiene abgeschnitten, die Form, die sich in zwei Theile theilt, wird abgenommen, die fertigen Eisblöcke werden in kleinen Zwi-schenräumen aneindergesetzt. daß die Luft durchziehen kann. Bei einer Tem-peratur von 1 Grad R. gefrieren die Blöcke fest; sind sie hart gefroren, so s^t man sie gegen Abend in den Eiskeller fest aneinander, gießt die Fugen mit Waffer, mit Schnee vermischt aus, damit das Ganze zu einer Maffe gefriert. (Arbeiter-Ausstelluttgen) Ausstellungen von Gegenständen. welche die Arbeiter in ihren Musestunden gemacht, find weniger er-heblich, als jene, auf welchen die Fachleiftungen der Arbeiter inS gebührende Licht gestellt werden. Wir können daher der Tendenz nur beistimmen, welche das Ausftellungskomitv in Hannover ansftiricht, indem eS in einer Ankündigung sagt: Bei den bisherigen Industrie-Ausstellun,;en hier, wie in anderen größeren Städten, waren es die Arbeitgeber, welche ihre Leistungen zur Schau stellten. Der Arbeiter. auS dessen Händen diese Lei-stungen unmittelbar hervorgingen, blieb unbekannt: der Name des Fabrik-Herrn, des Geschäftsinhabers wurde genannt, er allein hatte den Nutzen von der Ausstellung; des Arbeiters wurde gar nicht gedacht. Der Zweck der hier unternommenen Industrie AnssteUung ist. den Arbeitern und Ar-beiterinnen der Residenz und oeren Borstädte Gelegenheit zu geben, ihren Fertigkeiten. Talenten und Ideen eine öffentliche Anerkennung zu erwer-ben. Der deutsche Arbeit.'r aus allen Gewerken ist in der Fremde, in den größten Werkstätten der Welt seiner Tüchtigkeit wegen ganz besonders an-gesehen. Es soll ihm auch in der Heimath Gelegenheit geboten werden, diese Tüchtigkeit zu zeigen nnd über die Werkstatt hinaus bekannt zu wer-den. DaS Intereffe der Arbeiter und Artieitgeber — Fabrikanten und Handwerksmeister geht bei dieser Ausstellung Hand in Hand. Nichts hebt ein Geschäft mehr, als die öffentliche Anerkennung seiner tüchtigen Arbeiter. Auch dem Bedürfnisse unserer Zeit nach einer allgemeineren Betheiligung der Frauen am Erwerben, kommt dieS Unternehmen entge-gen. Ihnen ist hier Gelegenheit gegeben, ihre Geschicklichkeit, ihren erftn-dungSreichen Sinn zn bethätigen. (Selbsthilfe de r G em e i nd e n.) Die nun schon unerträglich getvordenen Belästigungen Seitens der zahllosen Landstreicher drängen die Gemeinden endlich zur Selbsthilfe, soweit ihnen das Ges-tz hiezu die Be-rechtigung gibt Am 23. v. M. traten die Ausschüsse der vorarlbergtschen Gemeinden RiefenSberg. Krumbach. Unterlangenegg. Oberlangenegg. Lin-genau und HittiSau im Bregenzer Bezirke zusammen und entwarfen ein Statut, welches die Bestimmung hat. dem Bagabundenthum und Bettel-Wesen Einhalt zu thun Die hauptsächlichsten Bestimmungen desselben bestehen nur darin, daß vorläufig durch die drei Monate April. Mai und Juni ein eigenS hiezu bestimmtes Polizeiorgan jede Woche vier Tage und in jeder der genannten Gemeinden strengste Umstreifungen macht, zn welchem Zwecke eS ein Dienstbuch bei sich zutragen und seinerzeit dem Orts-Vorsteher vorzuweisen hat. Die Vagabunden sind über die Gemeindegrenze zu weisen und bei Wiederkehr oder Widerspänstigkeit dem Gemeindevor-steher vorzuführen, der da« Strafamt zu walten hat. Damlt daS Poli-zeiorgan liicht erkannt werde, hat dasselbe am linken Oberarme an einem Bande einen messingenen Schild mit der Aufschrift „G meindedienst" zu zu tragen; auch ist ihm für seine Nothwehr gestattet, ein Seitengewehr bei sich zu führen, und falls ihm Gefahr zu drohen schiene, von Vagan-ten mibhani)elt zu werden, ist ihm erlaubt, den nächsten besten Bürger zum Beistande aufzufordern, der auch solchen bei Vermeidung einer Strafe von 5 fl. zu leisten hat. (Eisenbahnwesen.) Aus Salzburg wird oer „N. Fr. Presse" geschrieben: „Der kostspielige hölzerne Unterbau der Eisenbahnen wird durch die Nothwendigkeit. di- abgenützten Schwellen häufig zu erneuern, noch mehr vertheuert. Man hat daher seit langer Zeit mit Versuchen fich be-schäftigt. diesen hölzernen Unterbau durch einen steinernen zu ersetzen, und chen". sagte fie zu dem Mädchen. „Hier ist kein Platz für Dich." Sie nahm die Hand der Unglücklichen. Auch die Beiden verließen Hand in Hand die Stube, wie vor wenigen Augenblicken die beiden Männer — aber doch wohl anders. Der Baron von Stromberg, sein kleiner dicker Begleiter und der Knecht Kasper waren wieder allein in der Fulirmannsstube. Der kleine dicke Herr hatte während des ganzen Auftritts, den wir erzählt haben, regnngslos und mit dem unbeweglichsten Gesichte von der Welt an seinem Tische gesessen. Der Baron — er hatte sich nicht dazu entschließen können. der Unglücklichen gegen die Mißhandlung, die ihr droiite. beizustehen; seine Unentschlossenheit »achte ihn selbst um so mehr verlegen, als gewiß nicht Mangel an Muth es war. was ihn zurückhielt. Auf einmal war Caroline Sellner eingetreten und hatte itin überrascht. Er hatte seinen Augen nicht getraut. Er war unwillkürlich zu dem kleinen dicken Herrn gegangen. „Mein Gott, sie ist die Tochter dcs Hauses?" „Nun ja." Der kleine Herr sagte eS. ohne die Lippen zu bewegen. Durch das Ge-sicht des Baro«iS zog ein heftiger Schmerz. Und der Polizeirath, der eS sah. hatte keinen Hohn dafür. Kein Anderer hatte eS gesehen. Keiner der Anderen hatte aus ihn geachtet; auf die beiden Fremden nicht. Caroline Sellner hatte sie erst in dem Augenblicke bemerkt, als sie mit der Unglücklichen das Zimmer verlassen wollte. Sie hatte gestutzt, aber fie ging, ohue fich weiter nach ihnen umzusehen. Als sie fort war. wollte der Baron sich wieder an den Polizeirath wenden. Er schien eine dringende Frage an ihn zu haben. Da vernahm er ein Geräusch hinter fich und wandte sich schnell um. Und. es ivar Zeit. Der Dritte in dem Zimmer, der alte Knecht KaSper. sah sich auf einmal wieder allein mit den bciden Fremden. Man sah ihm an. wie unheimlich eS ihm mit den Beiden allein wurde, Er wollte sich davon machen. Aber der Baron bemerkte es. „Ah. bleiben Sie", rief er. ..ich wollte etwas bei Ihnen bestellen." Der Knecht stand mechanisch still. „WaS wünschen Sie?" „Eine Flasche Wein. Aber eS hat Zeit. Setzen wir uns vorher wieder. Unser Gespräch von vorhin lzat mich interessirt. und ich habe noch ein paar Fragen an Sie." (Fortsetzung folgt.) es scheint, daß die gewonnenen Erfahrungen die Verwendbarkeit fester Un terlagen für Schienenvcge außer Frage stellen. Denn wie ich vernehme, haben die Betriebs Direktoren der königlich baierischen Ostbahn und der AugSburg-Lindauer Vahn mit einem hiesigen SteinbruchbesiKer LieferungS' Verträge abgeschlossen, nach welchen für die genannten Bahnen aus hiefi-gen Steinbrüchen für 2 Millionen steinerne Sockel zu liefern sind. Die selben bestehm aus zwei Theile«. die. zu einem Ganzen zusammmMgt. eine ljewifse Elastizität bewahren, während die Versuche. Sockel aus Einem Stücke zu verwenden, den Unterbau yertheuerten und bei Befahrung des Schienenweges manche Inkonvenienzen mit sich brachten." Telegraphischer Wiener CourS vom 14. April. Kreditoktien........131.— London.........10ö.20 Silber............10S.25 K. K. Münz-Dukaten .... S.vö Metall iques.....ü7.15 5'/^ National'Anlehen.... 60.86 ISSVer Staats-Anlehen . . . 74.80 «antattien.......0S9.— Geschäftsberichte. Marburg. 14. >pril. tvochenmarktSbericht.) Weizen fi. ».ü5. Sorn fl. 2.38. «ertte fl. 2.2V, Hafer fi. 1.80, Kuturutz st. 2.20, Heiden st. 2.lv, ^rstbrein si Erdiivfel fl. 0.30 pr. Metzen. Rindfleisch 14 tr.. Kalbfleisch IS kr.. Schwein, fleisch jung 20 tr. pr. Pfund. Hol» 18« fl. S.04. detto weich fl. i.60 pr. Klaft^er. Hol», kohlen batt fl. 0.60, detto weich fl. 0.48 pr. Netzen. Heu fl. 1.S0, Sttoh, Lager« fl. 1.20, Stteu. fl. 1.—pr. Eentner. . . Petta u. 13. April. (vochenmarktSbericht.) Weizen fl. 8.40. Korn fl.2.60, «er», st. »-s« ?. :.1». «utum» fi. ;-.0. »ichww si. 4.-. IrdSvfel si. V.Sb »r.vk^en. Rindfietsch 16, «albfieisch «h»e Siiwag« 19. «chweiiifiAch i»iia IS kr. pr. Vf. v»>z h°'t fi. ».»0, de«» «»ich fi. S.I0 »r. »>-»«. d«, si. 0.40. »««« «ich fi. o.«« ««»e». »«» fi. 1.»0. Stt»h, L-,er^ fi. 1.M, Streu, fl. 1.12 pr. Eentner. ^ « WaraSdin, 12. April, (wochenm arktbericht.) Weizen fl. 8.60, ^rn fl. fl. 2.70, Gerste 1.80, Hafer fi. 1.2S, Kuturntz fl. 2.10, SrdSpfel fl 1.10 pr. Metze«. Verstorbene in Marburg. Am IS. April: Dem Herrn Johann Mikloschitsch, k. t. Hauptschullehrer, sein Kind Johann. 5. I., brandige Bräune. — Dem Henn «irker. Privat, sein Kind Lu. cie, S I.. Auszehrung. ^ ^ ^ Sm letzte« Verzeichnifle der Verstorbenen soll e» in der 3. Zelle he»ßen: (Leber«) vereitemng, statt Emet^rung. Angekommene in Marburg. Lom 10. bis 18. April. itrzherz. Johann." Die Herren: Se. k. Hohett Herzog Wtthelm vonWür. tembkr^, Graz. Sraf Thurn. «utsbes., s. Familie, Wien, «ist, Inspektor. Graz. Dr. Strasella. Advokat, Pettau. Hohenburger, Ingen., Graz. Strauß, Wertsbeamter, Klagen-futt. Harina. Seifensieder, St. Florian. Strabiter. Kabritant, Wien. Srpoi, Privat, Sra». Saaer. Kfm.. Baiern. Ludwlg. Hack u. Hoily, Kaust., Wien. Heumann. Ksm., Laibach, v Vipern, k. k. Rittmeister, Kranichsfeid. Kellner und Moullie, Privat, Graz. Hußar, Gastwirth. Pragerhof. Fischer u. Herzfeld. Agenten, Wien. Trinkl u. Mayer, Handelsreis., Stadt Wien." Die Herren: Merkt, ?t. Rechnun^rath, Laibach. Toucourt, Kfm.. Tro». Hönigsberg, Kfm., Warasdin. Reureuter, Ksm., Wien. Sünsberger. Ksm., Voalar. Paulin, Privatbeamter, Klagensurl. Surz, Kommis, Klagens,»t. Charmatz, Pro« duNenbändler, Wien. Mnyrhofer. Veschästsreis.. »regenz. Amende, Werksührer, Wltko-Witz Mayer, Hutmacher, Klageufurt. Lederer. Geschästsreis., Pilsen. Hartnagl, Ledererm., Graz. Gder, Gastwirth Haag. v. Lerchenthal, Lahnbeamter, Graz. Stadt Mer an." Die Herren: Jordan, Fabrikant, W»en. Gr»m, Privat, London.^ Dören. Privat, Ungarn. Greaorinöiö, Privat, Stei^manger. Kroi^ Handelsreis., Stuttgart. Wais. Agent, Linz. Lauritsch, ^Skiik, S^lin. Rotzek, Pnvat, Klagenfurt. — Die ^auen: Fischlse. Privat, Mailand. Sanitsch, Realitätenbes., Sachsenfeld. Garte« Eröffnung in der Sal). Mit dt« verbindlichften Dank« für den bilherigm zahlreichen Be-W» meme» »irththailft« vernmge ^ die ergebenste Einladung »nr »iedemSffnnng de« Sarten« hent» To««ta« de« IS. »öril. Die Muftkkapvelle der Ändbahnarbeiler spielt und die Liedertafel derselben hat ihre Mitwirknng zugesagt, «brnd» wird ein S'nnwer» abgebrannt: „Der Eremit in tansrnd «engsten" — d«rgeMt ,n Brillmt-nnd S°'' benfener. Bei »ngiinsliger Witterung ivird die Eröffnung acht Tage spater ftaitfinden. 14Z) _____ besorgen k«m«n I'sedner üi 8ölmv A, ö« ereiseo. «ie »ie »> «ler verIl»iiN «enl«. Rr. 4bS1. Edikt. (141 Bom ». k. Bezirksgerichte in Marburg wird bekannt gemacht: S« werde am »». «pril l. I. Rachmittag« S Uhr im Reasumm rungt-weae die freiwillige öffenlli-be Feilbietung. »»ealuell lizitationtimise »er-vachtuna der dem Herrn Dr. Jakob Traun. Advokaten in Marburg, aehieiaen «ealUit Urb. Rr. SS »ä Rothwei«. bestehend in den beidkn «ckervarielle« Rr. SbS pr. 1 Zo» b0b O. Xl. «nd Nr. bSS pr. 1 Joch 1290 O 6ts. stabile Kurmusik, Bälle, Konzerte, Zeitungen, Leihbibliothek, Parkanlagen u. tt. gewähren den P. T. Gästen den wünschenswerthen Komfort. Bon 1. Mai tägliche Postverbindung mit unbeschränkter Paffagiers« Aufnahme zwischen hier und der Bahnstation Pöltschach. Abfahrt vom Kurorte 7 Uhr Morgen», von Pöltschach 9°/4 Uhr Morgen». Fahrprei» per Person, inklusive 40 Pfd. Tepälk, 3 fl. — Zimmer von 70 kr., ein» zelne Betten von 20 kr und Bäder von 4 kr. aufwärt». Au»künfte und Quartiere besorgt die Direktion, da» Aerztliche ?r. V. Saukalari, Badearzt hier. »rapina-Uplitz im April 1866. (l4v Die Direttis«. Ei« großes lichtes, trockeiles Mgjjyi« wird in der Grazervorstadt oder in deren unmittelbarer Nähe zu miethen gesucht. — Gefällige Antrage wollen an die Spezerei Handlung de» g. Kolletnig gerichtet werden. Ein Gmölb mit einem Zimmtt, «abinet und Sparherdküche ist in der SSrtuergasse Ha«« Nr. 21b zu vergeben. Aazufragm beim Eigtnthümer daselbst. (1^ Eine Wohnung wird gesucht, bestehend au» 4 Zimmern sammt Küche, Kammer, Holzlege Ze. Nachfrage im Komptoir diese» Blatte». __(^^2 Zu vermiethen eine schöne Wohnung mit Sparherdküche, Speise, uebst separirtem Dachboden. «eller uud Sarteuantheil. Da« Nähere bei Biuceuz «andnth, Alleestraße Rr. 167.__(«» (ISb g. S7Za. Edikt. »» »» Bon dem k. k. Bezirk»gerichte Marburg wird hiermit bekanut ge-macht: G» sei die freiwillige öffentliche Versteigerung der zu dem Nach-lasse dt» Lorenz Matella zu Unterklappenberg geliörigen sämmtliche» «eine, al»; V Startin »ouo 18S1 mit inventir. Schätzu»g»werth k pr. 6b p. 9 „ „ „ »» " ö „ ,» 1863 „ „ 7 „ „ 1864 „ „ b „ „ 186b ,, », «» »» s „ (am «leger) „ » 4b„ 12 „ von verschiedenen Jahrgängen und Sorten lm inventir. Sthätzung»werthe ü pr.....4b „ theil» sammt Halbgebinden, theil» ohne Gefäß bewilliget und die Feil-bietung»tagsatzung auf den I». April l. I. und zwar bezüalich der im Hause C. Rr. 11 zu Unterklappenberg bei St. Jakob befindlichen Weine Vormittag von S—t2 Uhr. und bezüglich der in dem Weingart-Hause Nr. 15 zu Oberklappenberg erliegenden Weine Nachmittag von 2—5 Uhr bestimmt, mit dem Beifügen, daß die oberwähnten Weine nicht unter dem besagten Schätzung»werthe und nur gegen gleich bare Bezah-lung veränßert werden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 22. März 186S._ Eine Wohnung (131 Mit zioei Zimmern nebst SngehSr in der «ärntnergaffe Rr. 227 ist so gleich zu vergeben. Nähere Au«k«nst daselbst. Eisenbahn - FabrordMNg für Marburg. «.« »i.n: ».ch leiell! « «», l» «i». «r-d. »»s-d-- ? «»e ' s Uhr 4» «i». «b«ds. « Utze 2 «t». «»ds. »ach «illach: «l^ahet: S Uhr Die gemischte« SÜge »erkehren tägl»ch in der »»chtu«g »ach Nie>: leieD! Abfahrt: IS llhr 44 Mi«. Mittags. Abfahrt: 1 Uhr 26 Mi«. MittOgs. Feuer-Signale für Marburg. «u d.r großen «lacke de« Stadtpsarr-Thurme«: 4 Schläae bei eiuem Brand« in der inneren Stadt. Trazer-Borstadt Kärutuer-Borstadt. »» »» »» »f 3 Z schl-ag I I I I I Mägd°I..''aÄ.rstadt. Dr»«t »»d V«rl«ß »«m Ediarv Z«»fchitz t»