EchrMtttmg: «athansqassc «r. 5. Zelqch«, «i. II, tMtmt»«. • >«e * II« a t t: CBgll« («I» Xt S»»». s, in. tat« ;•« U—U llh» Pftm. H» BRki rtl4> (■tMitfctou ncnntntole nnirnat» oitt bertflldihit ■stlatlgaig«« »iarait 0lc SettMltsa« n« SnnSumo Kr fciOigfl tfft-JfRfB-- ®(fiS&Kir («ptgre •ei ®ü»cr:t[iin.i« teau ■«dtfaf. ®«.E.-mi£>r Sacht' ofäcm )e*f» Mtr&tä sei» CiBltag tafle*-*»«*» M.y<>0. JenoolttMy: «athanSgass« Wr. 4 tclcnn Ht. XI, laitnrtMn. Sn»I«irdMAUMie» £*«t M« fcS de»oa<» 8l(rn(|Ntct« ...KV» «olW»»rit ...Kr« friiuUütfg, . . . KlS M gtt titll tntt 5ii«t9aq ial Hau« : V'ofluttt« Wn»«(JI»rtj . . . » MblUrij . ... K i>-?(.iwjürns . . ( W— Mhrl faffnO *• "* <*■(.' •• jrtUticu im MrtfttcMa SÜtloifiiti jl-Jf(MJ>enj «a*iuit<;e «UiiniKisnt* Seiles »tä (35 SttefleSoat Nr. 22 Cilli, Samstag den 18. März 1916. 4l. Jahrgang. Ilalirn. AuS Gens wird der .Wiener Deutschen Kor-resporidenz" geschrieben: Während am Monte Citorio über da« Schicksal des Kabinetts Salandra-Sonnino gr- und verhandelt wird, hat Cadorna die neue Ojjensive am Jsonzo begonnen und die Annahme h.n viel sür sich, daß die jüngste Anwesenheit des Königs in Rom dos Bindeglied zwischen beiden Geschehnissen bilde». Die Rückkehr des Königs konnte schon auS zeit' lichen Gründen unmöglich durch den Zwischenfall Vigna in der Kammer, beziehungsweise durch die Entgleisung SalandraS veranlaßt wo: den lein, allein sie galt dem dortigen Stande der innerpolitifchen Gesamtlage im Zusammenhange m«. den verstärkten Versuchen der Interventionisten, Italien völlig in den Dienst Frankreichs zu stellen. — Die gegenwärtige italienische Regierung ist in dieser Beziehung bereits an die äußerste Grenze gegangen: sie hat längst die deutschen Schisse in den italienischen Häjen beschlag nahm!, sie hat Frankreich einige tausend MunttivnS-arbeit« zur Verfügung gestellt und in den letzten Tagen neuerdings italienische Arbeiter nach Frank« reich geschickt, um französische H-nterlandtruppen für die Front frei zu machen, den Kneg an Deutschland zu erklären sträubt sich jedoch das italienische Ka> binett. E« ist schwer, sich den Gedankenganz der italienischen Politik in dieser Beziehung zu vergegenwärtigen, eS läßt die Tatsache feststellen, daß erstens Cadorna nichis von einer Erweiterung deS Kriegsschauplatzes wissen will, zweitens sämtliche Kammer-Parteien, außer den Interventionisten, dagegen sind und drittens die Bevölkerung an dem Kriege mit Oester» reich-Ungarn gerade genug hat. — Die Interventio-nisten können es in der zweiten Kammer vielleicht bis auf 120 Stimmen bringen; als im Mai 1915 der Krieg beschlossen wurde, war die eigentliche Kriegs-Partei noch schwächer, allein die Terrorisierung der Kammer und »er Bevölkerung war möglich, weil ein General, der daS allgemeine Vertrauen besaß, für den Krieg gegen Oesterreich. Ungarn war, und das rosige Zukunftsbild vom Spaziergange nach Trient, Trieft und Laibach die Bevölkerung nur mit der Vorahnung der Freuden eine« kurzen siegreiche« Feld- Die Manier unter Kaösöurgs Kuynen Bon ihrem KriegSberichterstatter erhält der „Dr. aus dem Kriegspresfeqnartier folgende inleres-sante Mitteilung: Wenn einst die Balkanländer den edlen Wett-streit um die Anerkennung al« UrsprungSherd des WeltbrandeS erhebe» werden, dann wird Albanien die besten Aussichten haben, durch den Richterfpruch der Weltgeschichte dieser Anerkennung teilhaftig zu werden. Der Weltkrieg ist aus dem Balkankrieg ent-standen, der Balkankrieg aber aus albanischen Wir-ren, die, stetig um sich greifend, endlich au» abge-fchiedenen Gebirgswildoifsen allmählich in die breite Kulturzone de» WardarialeS übersprangen, um dort den benachbarten Serben, Bul aren und Griechen kriegerischen Anreiz zu bieten. Serben, Bulgaren und Griechen hätten sich kaum je über das türkische Reich gewagt, wenn ihnen nicht der Jfsad Bolje-tinatz mit seinen Spießgesellen den Weg nach UeS-küb gezeigt und enthüllt hätte, wie kläglich die tür-kische Staatsgewalt unter Abdul Hamids Herrschast verkommen war. Die Albanier halten damals ursprünglich nicht die Absicht, den Nachbarn des G»l-tans die Wege zu weifen, und sie haben nachher, als sie die harke Faust der serbischen Todfeinde zu zuges erfreute. Diese Momente fehlen in dem heuti-gen Bilde der Lage in Italien vollständig. Die ita-lienischen Finanzen sind zerrüttet, die Verluste un-geheuer, ohne daß ihnen ein Erfolg gegenüberstände und die winschastliche Abhängigkeit des Landes von England un» Frankreich bereits so niederdrückend, daß auch nur ein Schritt weiter in dieser R'chtung daS Ende der Selbständigkeit Italiens überhaupt bedeuten w rde. Die Drohung des unabhängigen Sozialisten Turati mit einer allgemeinen Volkserhe-bung ist zwar nicht ganz wörtlich zu nehmen, gibt aber die Stimmung im Lande so ziemlich genau wieder und wenn der interventionistische „Popolo d'Jialia" die Drohung Turatis eine „Erpressung" nennt, so ist das eine Fälschung, die allerdings umso unterhaltender ist, als der „Popolo d'Jtalia' an der Spitze derer marschierte, die im Mat 19 5, von England und Frankreich bezahlt, vom italienischen Volke und von der Kammer die Kriegserklärung er-preßten. Immerhin ist dieser Hinsicht Italien so sehr daS Land unbegrenzter Möglichkeiten, »aß es nicht gut ist, den Propheten zu spielen; wahrscheinlich ist aber, daß während der jüngsten Anwesenhe t deS Königs in Rom alle Vorbereitungen geirofsen worden sind, um einen KabinettSwechsel, falls er nicht verhindert werden könnte, schmerzlos zu gestalten. Auf keinen Fall scheint man an den maßgebenden Stellen eine Verschärsnnz der K-iegspolitik zu wollen, eher eine Abschwächung, worauf auch die beweglichen klagen über die Unzulänglichkeit der schweren französischen und italienischen Artrllerie hindeuten, und in diesem Sinne würde man den Eintritt einiger Freunde Gio-littiS in das Kabinett nicht ungern sehen, selbst wenn man dafür Bissolatti mit in den Kauf nehmen müßte, der als Iägerleutnant durch seine Ministerernennung gerne unabkömmlich" werden würde. Die Frage ist nur, ob Giolitti — daß im Laufe der letzten Woche Verhandlungen mit ihm geführt worden sind, ist sicher — die Dinge bereits al« so gereift erachtet, daß er eine Liquidierung der KriegSpolitik bereits für möglich und damit den Eintritt feiner Freunde in die Regierung für ersprießlich hält. fühlen bekamen, bitter bereut, daß die Verhältnisse mit ihnen durchgegangen waren. Selbst Zssa Bolje-tinatz, der Tllrkenhasser, der sich blindlings den Ser-ben zu eigen gab, hat lauernd aus den Augenblick gewartet, seinen Verrat zu sühnen, und bat dann seine Erhebung wider die besiegten serbisch montene-grinilchen Zwingherren in Podgoritza mit dem Leben bezahlt. WaS nützte aber die Reue? Sie konnte weder den harten Druck der serbischen Gewalt, der auf der albanischen Bevölkerung lagerte, abwälzen, noch die von Italien gestützte Tyrannei EssadS, dessen Gendarmen daS Westland kntbeltii', abschütteln. Nach einem halben Jahrzehnt bitterster Er-sahrungen ist nun erst der E,löser sür Albanien ge-kommen, und man kann es begreifen, daß der fehn^ süchtig Erwartete allenthalben mit Jubel begrüßt wird. Zu Tausenden scharen sich nun die bewasf-nete» Schkipttaren, aus ihren Schlupfwinkeln her-vorkriechend, um die einmarfchierenden österreichisch-ungarischen Truppen, um ihnen die Wege zu ebnen und bei dieser Gelegenheit in altgewohnten Guerilla-Plänkeleien den weichenden Feinden noch etliche wohl-gezielte Kugel» auf den Pelz zu brennen. DaS wilde Uikriegertum, das in den albanischen Bergen seine Zufluchtsstätten hatte, ist wieder hervorgebro-chen, um reinen Tisch zu machen im Lande und dann — abzudanken für ewige Zeiten. Denn, dessen sind sich die wildesten Schklpetaren bewußt, oder fühlen Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland. Die Berichte des österreichischen GeneralstabeS. 15. März. Amtlich wird verlautbart: Die L> satzung der Brückenschanze nordwestlich von Uszieczko wehrte hestige Angriffe ab. Sonst keine besonderen Ereignisse. 16. März. 3M der Armee Pflanzer-Ballin und bei der Heeresgruppe Böhm-Ermolli briderseitS erhöhte Artillerietätigkeit. Nordöstlich von Kozlow an der Slrhpa wiesen unsere Sicherungstruppen russische Vorstöße ab. 16. März. An mehreren Stellen der Strypa-front erfolgreiche Vorpostenkämpfe. Westlich von T»r-nopol drangen hiebet unsere Truppen in die russi-scheu Vorstellungen ein, machten einen Fähnrich und 5>7 Mann zu Gefangenen und erbeuteten ein Ma-schinengewehr und vier Minenwerser. Der Stellvertreter des EhesS deS GeneralstabeS: v, Hifer, Feldmarschalleutnant. Die Berichte der deutschen obersten Heeresleitung. 16. März. Patrouillenkämpse an verschiedenen Stellen der Front, sonst keine besonderen Ereignisse. Gegen Frankreich. Großes Hauptquartier, 15. März Bei Neuve-Chapelle sprengten wir «ine vorgeschobene englische Verteidigungsanlage mit ihrer Besatzung in die Lust. Die englische Artillerie richtete schweres Feuer aus LenS. Die französische Artillerie war sehr tätig ,e-gen unsere neue Stellung bei Ville-aux Bois und gegen verschiedene Abschnitte in der Champagne. LiukS der Maas schoben schlesische Truppen mit krästizem Schwung ihre Linien anS der Gegend west. lich des Rabenwalde« aus die Höhe Toter Btann vor. L5 Offiziere und über 1000 Mann vom Feinde wurden unverwundet gefangen. Viermal wiederholte Gegenangriffe brachten den Franzosen keinerlei Er-folge, wohl aber empfindliche Verluste. Auf dem rechten MaaSufer und an den Osthängen der Cote« rangen die beiderseitigen Artillerien erbittert weiter. eS wenigstens nach so harter Schule deutlich, daß ihre Abneigung gegen alle moderne staatliche Or-ganisati»n die Quelle alles Elends gewesen ist. So lange sie daS nicht einsahen erblickten sie in der Verlotterung der hamidischen Regierungsweife ihr Heil. Der alte türkische Absolutismus schien ihnen die Freiheit Albanien« zu bedeuten, die Freiheit aber, die ihnen der neue jungtürkische BersasiungS- und Rechtsstaat brachte, dünkte ihnen schmählich« Knecht-schaft. Mutete man ihnen doch zu, Steuern ,u zah-len, Soldaten zu stellen und sich in eine Rechts-ordnung einzufügen, in der die Blutrache und die Stammesfehde keinen Platz mehr fand! Dagegen erhoben sie sich, und ihre Erhebung wurde mit ein« der wirksamsten Ursachen all deS Furchtbaren, daS seither über Europa hereingebrochen ist. Weil sie keine Europäer werden wollten, mußte ganz Europa ein Albanien werden, in dem daS Gewehrgeknatter nicht zur Ruhe kommen will. Die Albanier haben diese tragische Schuld schwer gebüßt, und sie wünschen heute nichts sehn-licher, als unter dem sicheren Schutze eines euro» päischen GroßstaateS auS ihrem Lande ein europäi-sche« Gebilde zu machen, auf der Grundlage euro-päifcher Einrichtungen. Eine leicht zu bewältigend« Aufgabe wird daS freilich nicht fein, denn einfach liegen die Dinge in Albanien durchaus nicht. V«r allem fehlt den Albaniern »och der richtige Begriff ceue 2 Deutsche Wacht Stummer 22 I» den Bogesen und südlich davon unternahmen die Franzosen mehrere kleinere ErkundungSvorstöße, die abgewiesen wurden. Leutnant Lesser« schoß nördlich von Bapaume sein vierte« feindliche« Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. Bei Vimy (nordöstlich von Arra«) und bei Sivry (an der Maas, nordwestlich von Berdun) wurde je ein französische« Flugzeug durch uusere Abwehrgeschütz: heruntergeholt. Ueber Hau« «ont nördlich von Berdun) stürzte ein französisches Grobflugzeug nach Lustkamps ab; seine Insasse» sind gesungen, die der übrigen sind tot. 16. März. In Flandern, besonders in der Nähe der Küste, nahmen die Artilleriekämpse merk-lich an Heftigkeit zu. Sie steigerten sich in der Ge-gend von Roye und von Bille aux boi« (nordwestlich von Reim»). I« der Champagne machten die Franzosen nach starker, aber unwirksamer Artillerie-Vorbereitung gänzlich erfolglose Angriffe aus unsere Stellungen, südlich von Samt Souplet und westlich der Straße Somme-Pi-Spuain. die uns wenig, ihnen aber sehr zahlreiche Leate kosteten. Wir nahmen da-bei zwei Ossiziere, lö0 Mann unverwundet gefangen und erbeuteten zwei Maschinengewehre. Längs der Maas sind weitere Versuche der Feinde, un« den Besitz der Höhe „Toter Mann' und die Wald-stellung nordöstlich davon streitig zu machen, im Keime erstickt worden. Zwischen Maas und Mosel hat sich die Lage nicht verändert. Südlich von Nieder-Afpach drangen unsere Patreuillen nach wlrkungdvoller Beschießung der seindlichen Gräben in diese vor, zer-störten die Verteidigungsanlagen und brachten einige Gefangene und Beute mit zurück. Im Luftkampf wurde ein französi'cheS Flugzeug südöstlich von Beine (Champagne) abgeschossen. Die Insassen sind ver-brannt. Feindliche Flieger wiederholten heute nacht einen Angriff auf die deulfchen Lazarette in Labry (östlich von ConflanS) Der erste Angriff war in der Nacht zum 13. März erfolg«. Militärischer schaden ist nicht verursacht. Bon der Bevölkerung sind eine Frau schwer, eine F«au und zwei Kinder leichter vorletzt. 16. März. Sech« englische Sprengungen süd lich von Laos blieben erfolglos. In verschiedenen Abschnitten in der Champagne sowie zwischen MaaS »nd Mosel heftige Artilleriekämpse. Im MaaSgediete schickte der Gegner eine frische Division, die al« die 27. feit Beginn der Kämpfe auf diesem verhältnismäßig engen Raume in der Front erschienen, gezählt wurde, wiederholt gegen unsere Stellungen aus der Höhe »Toter Mann' vor. Bei dem ersten übersallartigen, ohne Artillerievorbereitung »ersuchten Angrisse gelangten einzelne Kompanien bis a« unsere Linien, wo die wenigen von ihnen unver-wunde! übriggebliebenen Leute gefangen wurden. Der zweite Stoß erstarb schon in unserem Sperrfeuer. Oberste Heeresleitung. Der Krieg gegen Italien. 15. März. Amtlich wird veriantbart: Die Angriffe der Italiener an der Jfonzofront dauern fort. Gestern nachmittag« wurde auf der Po^gora Höhe erbittert gekimpft. Unsere Truppen warfen den hier stellenweise eingedrungenen Feind im Handgemenge ihrer selbst da« volle Bewußtsei» ihrer natio»alen Gemeinschast. Eine Nation in unserem Sinne gibt eS dort nur in de» Kopsen einiger gebildeter Leute, die in Kulturstaaten gelebt und dort ihre Ideenwelt gestaltet haben. Bielleichl auch, daß in den größeren Städte», die man sich übrigen« kaum dörflich genug vorstellen kaun, und in öen Küstenniederuiige» ein Bewußtsein nationaler Zusammengehörigkeit schon erwacht ist. Der richtige Gebirzsalbanicr aber, der Maliffore, hat nur StammeSbewußtsein, daS über eine Gruppe eng benachbarter ClanS nicht hinan«-greift. Mit der jenseit« davon liegenden Welt fühlt er sich nur ranz lose verbunden. Dazu kommen noch tiefgreifende sprachliche, kulturelle und religiöse Ber« schiedenheiten. Die südalbanischen Tosten können sich den nordalbanischen Ghegen kaum verständlich ma chen. Sie sind auch ganz anderen Schlage« und un-tersch iden sich, ob sie nun orthodoxe Christen oder Mohammedaner sind, von den katholischen Miridilen oder muselmanischen Ljumesen des Norden« etwa so wie die Farmer der NeuenglandSstaaten von den Cowboy« im fernsten Westen. Rechnet man nun noch die schweren Gegensätze hinzu, die aus der Verschiedenheit der Bekenntnisse, au« dem Reichtum deS Lüden«, der übrigen« nur eine Handvoll Großgrund-besitzern zugute kommt, und aus der Dürftigkeit der Agrarverhältniffe im Norden erwachsen, so gewinnt «an annähernd ein Bild von der Schwierigkeit, diese« Borwerk de« europäischen Kulturtieise« wieder auf' zurück. Ebenso erfolglos blieb ein gegnerischer Nacht-angriff, der »ach mehrstündiger Artillerievorbereitung gegen den Raum südwestlich von San Martina an» gesetzt wurde. Vor diesem Orte liegen von den vor-hergegangenen Kampstagen noch über 1000 Feindes» leicht«. An mehreren anderen Stellen der küstenlän» dilche» Front kam es zu lebhasten Artillerie- und Minenwerserkämpsen. Im Kärntner Grenzgebiet stand unser Fella Abschnitt, in Tirol der Raum de« Col di Lana unter lebhafiem seindlichen Feuer. Jtalie-nifche Flieger warfen, ohne Schaden anzurichten, Bomben aus Trieft. 16. März. Die Angriffvtätigkeit der Italiener an der Jsonzosront war gestern schwächer. Zw:i Versuche starker Kräfte, gegen die Podgorastellung vorzugehen, wurden durch Artilleriefeuer verhindert. Am Nordhange de« Monte San Michele wurde «in feindlicher Angriff blutig abgewiesen. Die Geschütz» kämpse dauerten vielfach nacht« sort. Auch an der Kärntner Front halt taS Artilleriefeuer im Aella» Abschnitte an. 16. März. Die Italiener haben ihre fruchtlosen Angriffe an der Jsonzofront eingestellt. Auch dies-mal bliebe » unfere Stellungen fest in unsrem Besitz. Der Krieg der Türkei. Die Berichte des türkischen Haupt« q u a r t i e r S. 15. März. Am 13. und 14. März gaben vier Kreuzer und zwei Torpedoboote de« Feindes zu ver-schiedenen Zeitpunkten einige Schüfe aus Tekeburnu ab. wurden jrdoch durch das Gegenfeuer unserer Artillerie gezwungen, sich zu entfernen Eines un-serer Flugzeuge griff ein feindliches Flugzeug durch Maschinengewehrjeuer an und zwang e« zur Flucht nach Jmbros. Am 14. d. warf ein feindliches Flug» zeug in der Umgebung der LandungssteUe Akbach e ne Anzahl Bomben ab; sie sielen sämtlich inS Meer. Zwei Kilometer üstlich vom Suezkanal wurde ein feindliche« Flugzeug von un« heruntergeschossen; die Insassen entflohen. 16. März. Jraksront. Zm Abschnitte Felahie »ersuchte der Feind nach seiner Niederlage am 8. d. aus dem rechien TigriSuser, obwohl er am 9. März Vorbereitungen zum Rückzüge mit seiner ganzen Haupikrast getroffen hatte, mit einer Jnsauteriebn-gade und einer Kavalleriebrigade einen Ueberfall auf Nachhuten unsere« rechten Flügels, murte jedich unter dem Drucke unseres Zentrum« aus seine Um-sasfungSbewegung verzichten und wurde gezwungen, den allgemeine» Rückzug durchzujühren. - m 16. und 11. März verfolgten unsere Truppen energisch de» Feind und überschritten einige vom Feinde vorher besestigte Linien. Am 16. März überschritten unsere Vorhuten in der Nacht de» Hügel Comzir und be-festigten ihn. Der Feind griff unsere Vorposten, die er für schwach hielt, an, wurde jedoch dura, herbei geeilte Verstärkungen, die zum Gegenangriff über-gingen, noch einmal geschlagen, wobei 186 Solda-baten, darunter drei Offiziere, gefangen genommen ein Maschinengewehr, sowie eine große Menge Was-fen, Munition und sonstige» Kriegsmaterial erbeutet wurden. zubauen. Daß aber diese Schwierigkeiten nicht un-überwindlich bleiben werden, dafür bürgt der nun-mehr fift emmütig geäußerte Wille der nach bitte» ren Enttäiischuugeu und hartem Druck sich jäh wie» der ausrichtenden albanischen Nation und bürgt vor allem die merkwürdige Geistesanlage diese« Volke«, da« sich bisher zwar eigensinnig und störrisch ge> bärdete, aber lernsähig. wie kaum ein andere« auf dem Balkan. Mein Kerzen^jimg — Von Kurt Arnol) Find isen, z. Z. Freiwilliger Krankenpfleger im Felde. Mein Herzensjung, ich sah noch nicht, Dein liebeS kleine« Angesicht; Noch immer steh' ich winterkahl Und kindeUo« in diesem Tal. Und dennvch ist mein Himmel bunt: Vorgestern wogst du dreizehn Psund: Und dennoch ist mein Herz bester.it: Lachen hast du schon gelernt! Au« dem ersten Märzheft de« I. E. Freiherrn von Grvttsuß herausgegebenen »Türmer«" (Stuttgart, Greiner u. Pfeifer). Die Vereinigten Staaten und der Krieg. Wie groß der Anteil der Wahlbewegung in den Vereinigten Staaten an der Politik Wilfon« auch fei« mag, so ist doch keine Täuschung mehr darüber möglich, daß die Vereinigten Staaten, da« heißt jene Gruppe von Personen, die in ihrem Name» handeln, bewußte Interessenten des Weltkriege« sind. Nicht Krieg«gewinner allein sind e«, die den europäischen Krieg für die amerikanischen Trustmagnaten zu einem recht einträglichen Geschäfte gemacht haben; je länger der Krieg dauert, desto schwächer werden naturgemäß die europäischen Staaten und da« stre-den die Vereinigten Staaten und Japan ebenso an wie England, das in diesem Sinne durchaus al« außereuropäiicher Staat gelten kann. Verfolgt man die Politik WilfonS genau, dann findet man un« schwer heraus, daß die doktrinäre Hartnäckigkeit, mit der man im Weißen Haufe in Washington an die-sem oder jenem »eralteien RechtSsatze festhält, nicht« andere« ist. als der planmäßige Versuch, der ameri-kanischen Regierung unter dem Deckmantel rechtlicher Bedenken und Gewisseneskrupel den militärisch schwä-chere» Teil im Kriege zu unterstützen, um dadurch den Krieg zu v«rlängern. Zn der letzten Zeit kon-zentrieren sich diese gegensätzlichen Interessen durch-au« in der U Bootsrage. Die Regierung der Ver» einigte» Staaten will die U-Boolwaffe in de» Hän-den Deutschlands unschädlich machen und hat zu die-sem Zwecke zunächst die famose Unterscheidung zwi» schen zur Abwehr bewaffneter Handelsschiffe und zum Angriffe bewaffneter, erfunden; als aber die deutsche Regierung den Nachweis erbrachte, daß Eng-land seinen bewaffneten Handelsschiffen den Angriff zur Pflicht macht, wenn er mit Erfolg durchgeführt werden kann, da fahndet plötzlich Herr Lansing nach neuem Belastungsmaterial gegen Deutschland. Da» Bestreben der amelikanischcn Regierung, die deutsch, englische U-Booifrage. da sie für Englnid sehr u»-günstig lieg!, auf die lange Bank zu schieben und zu verzetteln, in ofsensichllich und vielleicht werden uns Wilfon und Lansing mit dem Vorschlage überraschen, in jedem einzelnen Falle untersuchen zu wollen, ob ein versenktes Handelsfchifs zum Angriff «der zur Abwehr bewaffnet war. Die Rücksicht auf die Vereinigten Staaten hat der U Bootwafse bisher einen Teil ihrer schärfe ge-nommen; sollte sich nun neuerding« hera»«stellen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die Vor-schlägt der Mittelmächte, den ll Bootkrieg in be» stimmte Regel» zu faffen, verzettelt, dann wäre Grund genug vorhanden, dies« Rücksichten fa Jen zu lassen und durch di« schärfste, rücksichtsloseste An-Wendung der U Booiwaffe die LebenSmittelzufuhr nach England, die ohnehin bereits sehr mangelhaft ist, möglichst vollständig zu unterb.nden. E« ist wahrscheinlich, daß in der kommende» Tagung des Deutschen Reichstages alle diese Frage» zur eingehenden Erörterung gelangen werden, und man darf begierig fein, ob jene Parteien, die zu» weilrn recht unzeitgemäß vom Frieden sprechen, be- Zig unerwtlsen. l. Heil wie die Fiedel klingt, Aus ganzem Herzen singt, Aus tief verborg'ner Seele, Wie 'S Li«d der Philowele: Zärtlich und leise, Kosender Weise, Sanste anschwellend, Sehniüchtig — quellend. Seufzend und süße, Schluchzend, verhauchend, Tief hinab tauchend Jn'S Paradieie. — Träumend im Sänge, Liebe erflehend, Wehmütig, bange, Traurig vergehend. Schmeichelnd und milde, Zitlernd im Sireiche. Rätselhaft weiche, — Perlengebilde! 2. Hei! wie der Bogen fliegt, Das träge Blut besiegt. Wie auS der Geige Holz Hervorrauscht Sieg und Stolz: Nummer 22 seit sein werden, durch Forderung »ach Verschärfung de» U Bootkriege« den Frieden wirklich näher,«-»ringen. Aus Stadt und Zand. In Kriegsgefangenschaft gestorben. In Kokand in Sibirien starb am 24. Jänner der SSudUialier der Sleinbrückcr Zemenlfabrik, Herr Adolf Prelog, F«ldwebel eine« Sappenr Bataillon«. Er war Mitglied de« Sicinbrücker SchützenvereineS und hat sich insbesondere um da« Gedeihen der Südmarkortsgruppe Steinbrück, deren Zahlmeister Herr Prelog war. die größten Berd>e«ste erworben. Adolf Prelog war ein ideal veranlagter treuer deut« scher Mann, von einer ernsten Auffassung all seinen Pflichten gegenüber dem Leben und seinem Volke voll durchdrungen. Sein Andenken wird im Unter-lande ehrenvoll fortleben! Anerkennung. Der steiermärkische Lande«-schul, at hat der ArdeiiSlehrerin Frau Irene Wretzl in Rohiisch für ihre opferwillige, erfolgreiche SriegS-fürforgetätigkeit Dank und Anerkennung au«ge-sprechen. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn, tag findet in der ChristuSkirche um 6 Uhr abends ein öffentlicher Gottesdienst statt, in welchem Herr Pfarrer May predigen wird über „Vor der Ent> scheidung". Soldatenbegräbnis. Am 18. d. wurde am städtischen Friedhos der Infanterist Josef Murnauer dc« JR. 87, der hier an einer Krankheit, die er sich im Felde zugtzogen hatte, gestorben ist, zur letzten Ruh« bestattet. Di« Eröffnung der Lichtspielbühne. Nachdem die am Freilag den 17. d. abgehaltene amt-lich« Endüderprüsung den tadellosen Zustand der städtischen Lichtspleldühne dargetan hat, wird unser städtische« Lichlspiel im Schauspielhaus? morgen Sonntag, den 19. d. eröffn«». Sonntag finden zwei Vorstellungen statt, nachmittag von halb 5 di« 6 und abend« von halb 8 d>« 9 Uhr. Ebenso finden Montag mit der gleichen Spielfolge zwei Ausfüh-rungen statt und zwar abend« von halb 7 bi« 8 und von 9 bi« halb 11 Uhr. Die Spielfolge dieser ersten Vorstellungen dringt 1. Meßter KriegSwoche, 2. da« Drama „Da« Diadem i« Strumpf", 3. da« Lustspiel »Der große Mann", durchweg« Erstausführungen, die di« Zuseher in größter Spannung halten. Wie schon erwähnt, ist unser städtische« Licht-spiel mit den allerneuesten und besten Einrichtungen ausgestattet und wird auch de« vornehmsten Ge-fchmacke vollkommen Rechnung trage». Die Preise der Plätze sind folgendermaßen festgesetzt: Laub« im l. Stock Nr. 1 bi« 5 und 13 bi« 17 K 4, Nr. 6 di» 12 K 6, ebenerdig 1 bi« 10 K 5, Sperrsitze 1 bi« 30 K 1, 31 bi« 75 Ä 120, 76 bi« 118 St 1.50, Stehplätze 60 Heller. Galleriesitzplätze 80 Heller, Galleriestehplätze 40 Heller. Dieneuenguckereinkaufsoorschriften Di« Statthalter« hat angeordnet, daß in den Städ-ten Graz. Marburg. Eilli und Pettau in der Zeit vom 19. März bi« 15. April an ortsansässige Käu-fer in einer Woche nicht mehr al« '/* Kilogramm Feurig und glühend, Wilde, fast fprühend, Stürmisch berückend, '« Herze bestrickend, Wirbelnd, belebend, Brausend und dröhnend. Bebend, auch stöhnend, Nochmal erhebend, Anstachelnd, knurrend. Dumpfe ergrollend, Trotzend auSsurrend Schmerzlich — dann schmollend, Fieberhast irrend, Brechend zu Wehe, — Klagend, 'letzt schwirrend, Gellend und jähe .... '« Heimweh hinüberfließt . . . In Zigeuner« Lied. — Ist«. des Cillier Ztadtverschöne-rungsvereines bei Spielen. Wetten und Vermächtnissen. Veni»Aie Weicht Zucker gegen jede vorgewiesene Zucke»karte verkauft werden. Diese Anordnung ist zu verstehen, daß jeder Käufer auf so viele '/* Kilogramm Zucker Anspruch hat, a!« er Zuckerkarten beim Einkaufe in einer Woche vorweift und daß ihm von jeder einzelnen Karle zwei */, Kilogramm-Abschnitte vom Berkäuser abzutrennen sind. Unrichtig und zu Mißbränchen Anlaß gebend iväre e«, wenn die volle Anzahl der Achtel Kilogramniabichnitte von einer Kalte abge« trennt würde. Auch in dieser verfehlten Handhabung der Vorschrift liegt eine Uebemetung derselben, die der Bestrasnng unterläge. Konzert Nora Duesberg. Die Neue Freie Presse schrl-b kürzlich über die Künstlerin: Fräulein Nora vuetberg ist eine der anmutigsten und zugleich erfreulichsten Erscheinungen in den Wiener Konzert» lälen. Diese Meisterin der Geige spielte unlängst mit ihrem eigentümlich sicheren Stilgefühl, mit ener-gifchem Bogen und samtweichen Ton das D-dur-Kvnzert von Mozart, ferner daS rühmlich bekannte E-moll-Konzert von TschaikowSky. Wie die Künst-lerin namentlich bei Mozart, trotz 'orgfältigster Her-aa«arbeilung des Details niemal« die große Linie ver-lor, empfanden wir als eine Leistung allerersten Range«. Ihr großer Erfolg war wohl verdient. Der Kartenvorverkauf zu diesem Konzepte findet bei Georg Adler, Buchhandlung am Hauplplatz, statt. Musterung des Geburtsjahrganges 1898. Infolge der mit kaiserlicher Verordnung, bezw. sür Tirol und Vorarlberg mit dem kaiserliche« Patente vom 1. Mai 1915 erfolgten Ausdehnung der Lanisturmpflicht ist der GeburtSjahrgang 189» im Jahre 1916 in die Landsturm Pflicht getreten. Es steht di« Einberusung ditseS Jahrgange« zur Muste-rung bevor. Dieselbe wird in Oesterreich in einigen Tagen verlauldart. Die Musterungen werden in bei-den Staaten der Monarchie in der Zeit zwischen dem 14. April und 3. Mai stattfinden. Die nähe-ren Einzelheit«», di« im allgkmeinen der bisherigen Gepflogenheit entsprechen, werden aus der Kund-machung zu entnehmen sein. Den im Jahre 1898 Geborenen kann die Begünstigung de« Einjährig« Freiwilligendienste« bedingt zuerkannt werden, wenn sie nachweisen, daß sie im Schuljahr 1915/1916 in jenem Jahrgange ihrer Lkhranstall stehen, durch des» sen ordnungsgemäße Beendigung sie nach den Be-stimmungen de« Wehrzesetze« den Anspruch auf die Zuladung zur Einjährig>Freiwilligtnprüsung erlan-gen würden. Landsturm Pflichtige de« Jahrgange« 1898, die im Schuljahre 1915/16 die 5. Klaffe eine« öffentlichen oder mit dem OeffentlichkeiiSrechte ausgestatteten Gymnasium«, Realgymnasium« oder einer solchen Realschule oder den ersten Jahrganz einer der in Bezug aus da« Einjährig-Freiwilli««n. recht gleichzuhallenden Lehranstalt besuchen, dürfen während de« Landsturmdienste» mit der W»ffe die für Einjährig-Freiwillige normierten Armstreifen tragen. Sie werden der Ausbildung zu Offizieren nicht unterzogen, sondern, di« allgemeine Eignung vorausgesetzt, lediglich in einer 12wöchigen Gesamt-au«bildung zu Unteroffizieren geschult. In allen sonstigen Belangen werden diese Personen den zum zum Tragen de« Einjährig Freiwilligenabzeichen« be-rechtigten Landsturmpflichtigen gleichgehalten. Die 18jährigen Mittelschüler. Au« An-laß der mit dem 14. April beginnenden Musterung de« Landsturm Geburt«j^hrga»geS 1898 hat der Un-terricht«»inister in einem an alleLan eSschulbehSrden gerichteten Erlasse genehmigt, daß auf die bei dieser Musterung geeignet befundenen Schüler der Mittel' schulen (Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen), Lehrerbildungsanstalten, kommerziellen und nautischen Schulen alle Au«»ahm«beftimmungen Anwendung zu finden haben, die früher zugunsten der den land, sturmpflichtige« Geburtsjahrgängen bi« einschließlich 1897 angehörenden Schülern dieser Anstalten wegen vorzeitiger Ausfolgung der Iah eSzeugnisfe über ihr« Klaff« und » «gen vorz«itig«r Zulassung zur Reife« Prüfung erlassen worden waren Erleichterungen für Studierende. Der Unterrichtsminister hat an die Rektorate sämilicher Univcrsilälen und technischen Hochschulen, sowie an daS Rektorat der Hochschule sür Bodenkultur und an die Direktionen sämtlicher PrüfungStommisfionen für da» Lehramt an Mittelschulen unter dem 15. Fe-bruar einen Erlaß gerichtet, welcher di« Milderung der Nachteile zum Gegenstande hat, die den zur Krieg«dienstleistung eingerückten Studier«»»«,, _ in ihrem Sludiumgange erwachsen. Diese Erlässe sind in der am 1. d. erschienenen Nummer de« Vero>d-nungSblalte« für den Dienstbereich de« k. k. Mini» sterium« für Kultus und Unterricht unter Nummer 4 bis 7 enthalten. Neuer Getreideabschluh in Rumänien. Wie d«r Bukarest«? .Agrarul' mitteilt, kann d«r Seiie 8 (dritt«) Vertrag übrr die dem deutsch österreichisch-ungarischen Konsortium verkauften 100.000 Waggon« Getreide als endgiltig abgeschlossen betrachtet werden. Der Umrechnungskurs wurde auf 117 Lei für 100 Mark festgesetzt. Die Entrichtung der A«S suhrpreise hat in Gold zu erfolge». Durch de» neuen Verkehr werden 100.000 Waggons Mai« fv-wie die für die Au«fuhr noch verfügbar«!! Meng«» Weizen, Gerste und H.,f«r verkauft. Die Preise sind dieselben wie im vorigen Vertrage, und zwar: 3000 Lei für den Waggon spezialisierten Mai«, 2800 Lei für den Waggon gewöhnlichen MaiS, 3200 Lei ftr den Waggon Weizen, 2700 Lei sür den Waggon Gerste. 2600 Lei sür den Waggon Hafer. Verheimlichung von Vorräten. Da noch immer darüber Klage geführt wird, daß uam-hafte Vorrät« an LebenSmitteln und unentbehrliche» Bedarfsgegenständen zum Zwecke der Preistreiberei oder auch au« anbeie» Gründen verheimlicht und zurückgehalten werde», woourch eine künstlich« Er« schwerung der Marktlage herbeigeführt und die Ver-sorgung der Zivilbevölkerung sowohl, wie die Ver-pflcgung de« Heere« gefährdet wird, hat die k. k. Statihalterei auf Befehl de« k. u k. Kommando« der Südwest Front folgende Kundmichung erl.rffe» : „Auf Befehl de« k. u. k. Kommando« der Südwestfront vom 24. F«bruar 1916, Zl. 9485, wird verlautdart: Jede Verheimlichung oder Zurückhaltung anzeige-Pflichtiger oder zur Ablieferung vorgeschriebener Vor-räte an Getteid«, Hülfenfrüchten und Mahlerzeug-«iffen ist strengsten« verboten. Gleiche« gilt von un« entbehrlichen Bedarfsgegenständen, für die die Be-hörde die A»zeigepflicht fallweise vorschreibt. Vor-rat«ausnahmen und strenge Revisionen sind in Au«-sicht genommen. Die Bevölkerung wird gewarnt, nicht angegebene oder nicht abgelieferte Vorräte noch weiter zu ve> heimlichen oder zurückzub«halt«n. DirfeS Vor-gehen käme einem Vaterlandsverrate gleich und wird rücksichtslos geahndet werden. Neben Geldstrafe» di« zu 20.000 St werden gleichzeitig Arreststrafe» bi« zu einem Jahr verhängt; die Vorräte werde» für verfallen erklärt. Bei Gewerbetreib«nd«n wird unnachsichtlich der Verlust der Gewerbederechtigu»ß ausgesprochen; jeder derartige Fall wird veröfseut» licht »erdrn. Gewerbetreibende, die sich weigern,»»»-entbehrliche Bedarfsgegenstände an Käufer zu ver-adfolgen, gleichgiltig. ob e« sich um di« alt« Kund-schast handelt oder nicht, werden mit einer Geld-strafe bi« zu 200 St, mit dem Verlust de« Gewerbe-rechte«, unter Umstände» auch mit Arrest di« z» sech« Monaten bestraft. Jede über den laufe»de» eigenen Bedars hinausgehende Anschaffung uuent» behrlicher Bedarfsgegenstände, die BorraiShamsterei, ist verwerflich; sie beeinträchtigt die Marktlage, «r-schwrrt besonder» di« Versorgung der armen Bevölkerung, schwächt un« im wirtschaftlichen Kampfe und stärkt unsere Fiind«. Dies« «ndtgründeren A»gß« käus« sind al« F«igh«it und vaterland«seindliche Handlung zu brandmarken. Di« Bevölkerung wird i» eigenen Interesse aufgefordert, diefe Kundmachung genau zu beachten. Der Wirtfchaft«kampf, den di« Feinde un« aufgezwungen haben, ve langt gebieterisch, daß neben den Braven an den Fronten da« ge-samt« Hinterland mit seinen Mitteln und mit auf-opseru»g«voller Entsagung mitkämpfe." Geldüberweisungen an Kriegsgefan-gene. Da« gemeinfame Zentralnach»ei«durea», AuS» kunstSstelle für Kriegsgefangene, Geldverkehr, Wie», 1. Bez., Graben 17, besorgt briefliche Geldüberwei» fungen an unsere Kriegsgefangenen und Internierte» in Italien. Die diesbezüglichen Koste» sind: bi« 150 K 2 K, für höhere Beträge 4 K. Da die Spe-sen sür telegraphische Uederweisungen nach Jtalie» verhältnismäßig sehr hoch sind un» die Zeitersparnis nur einige Stunden beträgt, ist die briefliche Ueber« Weisung vorzuziehen. Da« Geld ist entweder bei der Kasse des ZentralnachweiSdureauS zu erlege» oder Mittel« Postanweisung (nicht Gelddrief) zu sende«. Diese Sendungen sind portofrei. Aus dem Posta»-weisungSabschnitt muß die genaue Adresse deS KriegS-gesangenen (Vor- und Zuname deS Kriegsgefangene», Charge, ferner Regimen». Kompanie, denen der Krieg«-gefangene angehörte) sowie der Ort der Gesänge»-fchaft, ebenso die genaue Adresse de« Absender« a»-gegeben sein. Andere Mitteilungen sind unzulässig. Da« Geld geht am Tage der Uebernahme in italie-nischer Währnng an de» Krie «gefangenen ad. — Nach Rußland und Sibirien werden telegraphische Auszahlungen übernommen. Die Telegrammkoste» stell.n sich derzeit auf K 7-50. Die Ueberweisung erfolgt in Rubel*'. Für diese telegrapvische» Se»-düngen treffen au» Rußland und Sibirien Original-destätigungen ein und die Absender werden hiervon sofort in Kenntnis gesetzt. Geldüberweisungen nach Rußland und Sibirien können auch aus dem Weg^ Seite 4 jL*'u«iu|e Kummer 22 der Oberpostkontroll« in Bern, Schweiz, mittels Postanweisung über Angabe oberwähnter Einzelheiten befördert werden. Dieser Weg ist nur bei Sendung kleiner Beträte (höchstens vier Rubel« anzuraten. Vermittlungsgebühr bei Abgabe von Kriegsgefangenen zu Arbeiten. Zur Deckung der Kanzleispesen der k. k. VeNeilungSstell« für Kriegs, gefangene wurde von der Slatthalterei für Neuzu-weijungen von Kriegsgefangenen eine VermittlungS-bühr von 5«) Heller für jeden KtiegSgefangene» fest« gesetz'. Diese Gebühr ist bei der zuständigen politi-fchen Btjirksbebörde gleichzeiiig mit der Einzahlung der Kaution in Barem^zu erlegen. Feldpostverkehr. Zufolge Erlasse» deS r. k. Handelsministeriums vom 10. d. ist künftighin die Versendung von Warenproben unter den bisherigen Bedingungen zu den nachfolgend angeführten Feld-bezw. Etappenpostämtern zugelassen. Alle bisher für diesen Verkehr geöffnet gewesenen, in dieser Liste nicht mehr erscheinende Feldpostämler werden für den Warenprobenverkehr nunmehr geschlossen. Liste der für den Warenvrvkienverkehr offenen Zeld(Etappeti-) Postämter: 6. 10. II, 12. 13. U, 15. 17, 19, 19/11, 20, 22, 22,/II, 23, 24, 26, 27. 28, 29, 30, 32, 33, 34, 35, 3«, 37. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45, 47, 48. 50. 51. 52. 53, 54, 56, 57. 61, 62. 63. 64. 65. 66. 68. 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75, 78, 79, 81. 83, 84, 85. 86, 87. 88. 89. 91, 92, 93, 94, 95, 98. 100, 101. 102, 103, 104, 105, 106, 109, 110, 111, 112, 113, 115, llii 116/111, 118, 119, 123, 125, 126, 127, 128, 132, 136, 137, 139, 141, 142, 144, 146, 148, 149. 150, 151, 156, 157, 162, 163, 164, 172, 173, 174, 176, 179, 180, 182, 183 184, 185, 186, 189, 200, 202, 204, 206, 207, 208, 209, 210, 212, 213, 214, 215, 216, 217, 218 219, 220, 221, 222, 223. 224, 225, 226, 227, 229, 230, 231, 233, 235, 236, 241, 251, 253. 254, 256, 257, 258, 2(54, 265, 271, 274 301, 302, 303, 304, 305, 306 307, 309, 310, 311, 312, 313, 314, 316, 320, 321, 322, 323, 325, 326, 327, 328 329, 330. 331, 337. 338, 339, 341, 350, 351, 352, 353, 354, 355, 501, 502, 503, 505, 507, 600, 601, 602, 603. 604, 605, 606, 607, 608, 609, 610, 611, 612, 613, 614, 615, 630. Sarajewo. Kommandierung von Mannschaften zur Versetzung von landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Arbeiten. Amt-lich »ird verlautdan: Bekanntlich werden die land« und svrstwirtfchasllichen Arbeiten auch durch Beistel-lung von Militärperfooen in Form von Arbeiis Partien gefördert. Die Anforderung an Mannschaft ist im Wege der politischen Bezirksbehörde «n die L«nde»arbeit»nachwei»stelle in Graz, Mehlplatz 2. zu richten. ArbeitSpartien können den Gemeinden beige« stellt werden. Die den Gemeinden beizustellenden Mannschaften werden in ArbeilSparlien zu je 20 Mann unter Befehl eines Unteroffiziers foimiert. Di« Mannscha'ten der Arbeitspartic» bleiben im Bezüge ihrer Gebühren. Die Unterkunft und Verpflegung (einschließlich Brol) obliegt dem Einzelbesitzer (Ge-meinde), dem die ArbeltSpartie zugewiesen wurde. Der hiefür entfallende Bet.ag wird vom Komman-kanten der Arbeitsparlie an die Gemeinde gegen Be> stätigung «bg führt. UeberdieS ist vom Arbeitgeber jede« Manne, auch dem Unteroffizier, eine der orts-Üblichen Emlohnung entsprechende ArbeitSzulage au» zusolgen. Die Höhe dieser Zulage wird von der politischen Bezirkebehöide bestimmt. Da da» dem Lronlanse Sieiermark zugewiesene Kontingent von LriegSgefa genen äußerst gering ist, »erden die Landwirte eingeladen, sogleich in weitestgehendem Maße um Zuweisung von mililäiischen Arbeitsab-teilungen bei der zuständigen Beziiksbehörde anzu-suchen. Auch wird aus die wiederholte Aufforderung der TageSdlätier betreffend die Zuweisung von Flücht-lingen für die Verrichtung der landwirtschafilichen Arbeiten, deren Vermittlung die steiermärkische Ar-beiiSvermiltlung. Graz. Hofgafse 14. übernommen hat, aufmerksam gemacht. Vermehrung des Kartoffelanbaues. E» ist allbekannt, daß die Kartoffel für die Ernährung »on Mensch und Tier von großer Bedeutung ist. Deshalb liegt e« im allgemeinen Nutzen, daß dem Karioffelanbau eine möglichst große Fläche zugewiesen wird. Zufolge der Kuapphe« an manchen Lebens-Mitteln, kommt der Kartoffel eine um o größere Rolle zu, zumal e» daS bill'gste Nahrungsmittel darstellt. Man ist auch dazu übergegangen, e» als Mehleifatz-millel zur Bcoterzeugung zu verwenden. Bei dem Mangel an Krasifuttermitteln ist die Kartoffel auch zur Durchhaltung der Viehbestände von größter Wich-tigkeit. Wir müssen unS vergegenwärtigen, daß das Joch Boden bei Benützung als Kartosfelland große Mengen Nährstoff erzeugt, die weit größer sind als bei manch anderer Nutzung. Leider muß betont wer den. daß in Lleiermark der Karioffelanbau eine ver« hältniSmäßig kleine Fläche einnimmt, so daß wir stark auf die Zufuhr auS anderen Ländern ange wiesen sind. Um nun in der Versorgung möglichst auf eigenen Füßen zu stehen, ist eS bringend not-wendig, in diesem Frühjahre den Kartoffelanbau auS-zudehnen. Jeder Landwirt möge sich zur Aufgabe machen, mehr Kartoffel zu bauen als im letzten Jirhre. Wenn dieser Rat allgemein befolgt wird, so gibt eS keine Kartoffelnot im Lande und wir erhalte» eine mächtige Beihilfe zur Durchhaltung. Der Bauer nützt so sich nicht nur selbst, sondern auch dem Vaterland». Zeder Einsichtige muß anerkennen, daß unsere Land-wir» ihre Pflicht in hohem Maße erfüllten und alles taten was in ihrer Kraft lag. um die Ernährung des VolkeS sicherzustellen. Deshalb kann man sich der sicheren Hoffnung hingeben, daß unsere steirischeil Bauer» auch die Mahnung zur Vermehrung deS Kartoffelanbaues verwirkliche» werden. Das Erdbebeu in Fiume. Au» Fiume wird gemeldet: Infolge des Erdbebens hat sich der Meeresspiegel stark gehoben und schon beinahe die Höhe der Molen erreicht. Einen interessanten An-blick bietet die unmittelbar bei der Mündung lx-sindliche Brücke deS Siefchinaflusse». Die Pfeiler stehen fast vollständig unter Wasser, während hier der Fluß früher sehr seicht war. Seit drei Wochen wü-tet ununterbrochen ein mit Regen verbundener Schi-rokko. Verhaftungen. AuS Villach wird gemel-bei: Am 11. d. wurden die Pfarrer von Maria-Gail Franz MeSko uud von Perau bei Villach Ge-org Trunk sowie der Perauer MeSner Grafenauer in Haft genommen. — Am 13 d. wurde in Frie--dau der Kaufmann und Grundbesitzer Lovro Petooar aus Zwankosz'n verhaftet. Bezug von Kriegsschuhen. Die vom Statthalter Grafen Clary und Aldriugen eingeleitete Beschaffung von Kriegsschuhen mit Holzsohlen hat in Steiermark allenthalben, wie die zahlreich einge» laufenen Bestellungen erweisen, großen Anklang ge-funden. Zunächst sind die Bestrebungen de» Siait-Hal er» darauf gerichtet gewesen, den aus die Ver> sorgung der Schuljugend mit Kriegsschuhen abzie> «enden Wünschen der BezirkSschulbehörden, Ort»-schulräte und Schulleitungen nach Möglichkeit Rech-nung zu trag-n Die bisher von dieser Seite einge-langte» Bestellungen werden in allernächster Zeit vollständig erledigt sein. Sobald die Schuljugend mit Schuhwerk versorgt ist, werden die Kriegsschuhe mit Holzsohlen auch den anderen Bevölkerungskrei» sen in Steiermark zugänglich gemacht werden und zwar durch die Vermittlung von Wiederverkäufern an allen größeren Orten deS Lande». Kaufleute, Schuhwarenhändler, Schuhmache,meister usw, di« sich mit dem Ver triebe der Kriegsschuhe zu besassen gedenken, werden eingeladen, sich an die Hauptkanzlei der k. k. Siatthalterei sür die Abgabe billiger Be-darfsartikel in Graz Bürgergasse 2, 2. Stock zu wenden. Für die Kriegsschuhe mit Holzsohlen sind die VerkausSpreise, welche auch auf den Schuhen selbst «rsichllich gemacht sind wie folgt festgesetzt: 6 60 K für Nr. 25-30. 8 20 K für Nr. 31 bis 35. 10-30 K für Nr. 36-39, 12 80 K für Nr. 40—46. Die Schuhe find aus gutem naturbraunen Leder urn haben ein sehr gefälliges Aussehen. Wuchßanötimg Writz Nasch :: Willi' :: ZTV '! Schrifttum. Lediglich um Stimmung im Land« u machen, so behaupten unsere Herren Feinde, haben wir die Schlacht vor Berdun geschlagen! Ja. wir Deutschen sind «un einmal so! Wir bummeln durchaus nur zum Vergnügen bald im Osten, bald im Westen oder auch auf dem Balkan herum. Unsere braven Sol daten sind nur deswegen so weit von der Heimat fortgezogen, damit man ihnen LiebeSgaven nachichicken kann, uns große Siege erringen wir nur deshalb, damit uusere Jugend wieder einmal rinrn schulfreien Tag hat. Nicht wahr, ihr Herren Franzosen, Engländer und Russen, so und nicht andeis ist es ? Man könnte sich über solche dummdreiste Bosheiten ärgern, wenn e« nicht vernünftiger wäre, dem Humor das Wort hierüber zu lassen u.id ben Albernheiten unserer Gegner mit verdientem Spott zu begegnen. Und dies« Waffen führen mit Geschick und Erfolg seit Kriegsbeginn die Meggendorfer Blatter. Unerschöpflich find die Ideen l» Wort und Bild, mit denen diese im testen Sinne moderne Zeitschrift ge-gen unsere Gegner zu Feld« zieht und ihren L«sern damit nicht nur Vergnügen und Genuß bereitet, son-dern ihnen auch, wie wcur sagt, aus der Seele spricht. Neben den aktuellen Beträgen zeigen die Meggen-dorfer Blätter den gewohnt gediegenen Inhalt. H»he künstlerische Qualität in den schwarzen wie farbigen Zeichnungen und literar'schen Wert in Prosa und Poesie; frohe Saune mit stimmungsvollem Ernst g«. paart und wohllurnd« Vornehmheit in allem. Der kommende VierleijahrSbeginn bietet die beste Gelegen-heit in da« Abonnement dieser Zeitschrift einzutreten, doch kann dieses auch zu jeder beliebigen Zeit be» gönnen und auch monatlich betätigt werden; jedes Postamt und jed« Buchhandlung nehmen Beftellun-gen entgegen. Die Bezugsgebühren betragen nur K 3 60 (ohne Porto) für da» Vierteljahr. Probe» bände zu 60 Hellern (mit Pojto 85 Hellern) durch den Verlag, München. Perufastraße 5. Huatverdammt. Von Adolf Ledwinka. Ich faß mit Dir am Berg und sann Nach Erdenglück und Frieden»zeilen, Da fing im Dorf das Glöcklein an. Für einen Sterbenden zu läulen. Das waren Töne bang »nd »irr. Die wimmernd durch den Abend drangen; Du standest bleich und Numm vor mir Und hattest Tränen aus de» Wangen. Erst als der letzie Ton verfloß. Da konnt ich Deinen Blick verstehen; Du fühltest unser eigne« Lo«: Zur Qual verdammt — in Leid ».rgehen. — Vermischtes. DerFremdenverkehr r. a «eisenbah»en, der sonstigen großen Verkehr«-anstallt» usw. ein große« Reisebureau für den Welt-verkehr, auf geschäftlicher Ärundlag« errichtet, wenig« sten« jetzt schon vorbereitet wird. 2 Gemeinsame Werbe« arbeiten im Au«lande. insbesondere durch die Presse. 3. Ein gemeinsame« Vorgehen bei Ausgestaltung und Verbesserung deS Eisenbahn und Grerijvrkehr« sowie die AuSgestallung der Unter kunst«verhältriissc. Die Vor« schlage zur Behandlung kultureller und wirtschaftlicher Fragen, soweit sie mit dem Verkehr und der Verkehrs-Werbung zusammenhängen, sollen dem Au«schnß zur weiteren Bearbeitung überwiesen werden. 4. Zur Durch-führung der in der Leipziger Tagung gefaßten Beschlüsse wird die Bildung eine« Verkehr«au«schusse« beschlösse» mit drei Unterausschüssen sür Deutschland, Oesterreich und Ungarn, in denen die in Betracht kommenden Staatsministerien, die zusammenfassenden Organisatio« nen für Fremdenverkehr der drei verbündeten Länder, andere große verkehrSfördernde Körperschaften usw. ver- Nummer 22 treten sein können. Zur Durchführung d«S Arbcitspr«^ gramms ist «in kleinerer Arbeitsausschuß zu begründen. Die GeschäftSleitung soll abwechselnd der Gesamtvereini-gung der Ve,k-Hr»>'trbänbe in Deutschland, Oesterreich und Ungarn übertrage» iverdcn. Erstmalig übcruimm» die geschäftliche Leitung der Bund deutscher Verkehr»-vereine in Leipzig. Die Sitzungen des Arbeitsausschusses. in den Deutschland ach», Oesterreich fünf und Un-garn drei Vertreter entsenden, sollen abwechselnd in den drei Lindern stattfinden Es fand nun in Wien eine Sitzung der österreichischen LandcSverbZndt für Fremdenverkehr statt, in der von den Vertretern der Frem-bcnvrrkrbr»körptrschaft«n fast aller Kronländer Oesterreichs beschlossen wurde, im Sinne der Leipziger Richtlinien sich der Organisation anzuschließen und fünf Vertreter in den Arbeitsausschuß zu entsei-den. Im Zeichen der Zeit! «aiser Wilhelm ll. Halle in Nisch dem König von Bulgarien den Feld« Herrnstab überreicht. Bei der Ansprache bediente sich der deutsche Kaiser nur der deutschen Sprache, wo raus der bulgarische König in seiner Landessprache antwortete. Bisher wurde bei solchen Gelegenheiten zumeist nur französisch gesprochen. Es ist da« erste Mal. daß bei einer öffentlichen Begrüßuag zwischen jwei Herrschern diese FeindeSsprach« ausgeschaltet wurde und sich die Majestäten der Sprache der von ihnen vertrctrntn Böller bedienten. Ein schwierige» Verhör. Vor einem hol-ländischen ®«ich'«hf»f< spielte sich, wie die „D.-utlch« Wochenschrift für die Niederlande' berichtet, vor kurzem der folgende Vorgang ab: Verteidiger: „Kann dtr Zeu^t un« den Vorgang genau schildern? Zeuge; „Gewiß! Er sagte, er wolle mir fünf Hulden geben, wen» ich nicht gegen ibn aussagte." Verteidiger: .Er sagte doch nicht: Er wolle Ihnen fünf Gulden geben!* Z uge: „Ja, genau so sagte er." Veiteidiger: „Er kann doch nicht gesogt haben: er. denn er sprach doch in der er-sten Person." Zeuge: „Nein, ich war die erste Person die sprach." Verteidiger: „Aber er kann doch nicht in der dritten Person gesprochen haben?' Zeuge „E» war keine dritte Person dabei, wir waren nur zu zweien " Richter: „Zeuge, hören Sie mich mal an! Er kann doch nicht gelagt hadtn: Er werde Ihnen fünf Gulden geben. Er wird gesagt haben: Ich werde Ihnen fünf Gulden geben." .Nein. Herr Gerichtshof, von Ihnen redete er überhaupt nicht." Nichter: . . Sehe., Sie sich!' Bon fliegenden Menschen und Schif. f e n. Wenn heute jemand eine Abhandlung über Fun-kentelcgraphie auf dem Mar« schriebe — er wäre der uneiiigeschiänkien Gutgläubigkeit seiner Mitwelt gewiß. Bor zwei- bi» dreihundert Jahren bezweifelte man so gar noch die Möglichkeit der unserer heutigen Welt ge-läufigsten irdischen Wunder der Technik. Erfindungen, die jetzt unteren ficheren Kali»,besitz bilden, spukten da-mals noch al» mysteriös« Phantome in den Gehirnen gelehrter und halbgebildeter Sonderlinge. Kam man auf derlei seltsame Dinge zu sprechen, so vergaß man nie. eine volle Schale bitterster Ironie über den unglüel» seligen Erfinder aufzugießen; und hatte man beruf» halber selbst eine Meinung auf diesem Gebiete vorzu tragen, so geschah e» in einer geheimniStuerischen. pha.i-tastischen Art, hinter der da» hochgeehrte Publikum allerlei Zauberei und Hexenkunst wittern mußt«. Ueber den Gedanken, lenkbare Luftschiffe oder Flugmaschinen zu erfinden, lachte man bloß; wäre aber gar jemand auf die Idee verfallen, ihie heutige Verwendung im Luftkrieg vor herzusagen, so hätte man an ihm zweikel»-ohne die Prozedur der TeuselauStreibung vorgenommen. Im neulsten Band der Bibliothek der Unter-Haltung und des Wissens find recht amüsante Proben enthalten au« einem ku'iosen Büchlein, das im Jahre 1683 unter dem Titel „Närrische Weisheit uud weise Siarrheit" zu Frankfurt gedruckt wurde. Di«se» Buch, da» den altösterreichischen Nationalökonomen Doktor Johann Joachim Becher zum Verfasser hat, spiegelt mit köstlicher Naivität die Anschauungen de» 17. Jahrhundert» über flugtechnische Piobleme, deren Lösung er nicht sür unmöglich hielt Dagegen ist Be-cher ein unerbittlicher Skeptiker gegenüber den Bestre bungen de« Iesuiteiipatei« Lana. der ron fliegenden Schüfen rede und von der Möglichst I, in dtr Luft zu schwimmen uns zu fahren, und »war solle die« durch Kugeln bewerkstelligt werden, die leichter wären al» die atmosphärische Luft. „Da möchte ich wohl vom Pater Lana dergleichen ttugel tine sehen", höhnt rr, .welche »ur leer von >,ch seibsten in die Höbe ginge, wann sie gleich nicht« mit sich nähme . . . Gehört also diese» Jesuiter« Lusst Schiff vor allen anderen unter di« weise Narrheil.' Heute, im ZUtalier Zeppelin«, wissen wir sreilich, daß der gute Pater Lana am Ende doch nicht so ganz unrecht gehabt hat. Dr. M A. Utbrr di« Neichwtit« de» Geschütz-donner« - ach KriegSbeobachlungen hat Dr. W. Biiitid in Marburg «in« länger« Abhandlung ver- Deutsche Wacht öfsentlicht, in der erwähnt wird, daß dir Reichweite des Geschützdonner« überraschend grob sein kann. Di« Beschießung Antwerpens wurde nicht nur in der nnmittelbartn Umgebung der Festung wahrgenom-men. sonder» weit bis nach Westdeutschland und Nordholland hinein, bi« zu Entfernungen von 230 Kilometer. Ebenso hört« mau den Geschützdonner von Berdun deutlich in vielen Orten der Pfalz. deS Odenwald««, am Rhein, an der Nah« usw. auf Eut» fernungen bis 225 Kilometer. Auch würd« hierbei die Lehre von der Zone deS Schweigens auf Streifen von 60 Kilometer Breit« bestätigt. B. hat viel« Um-fragen an Beobachtungsstellen gerichtet. Beispiele für di« Bedeutung z. B. des Kaninendonners al« rich-tunggebendeS Signal finde» sich in allen größeren Werken der KiiegSgeschichte, unler anderen inMolt trs Geschichte des Kriege» vou 1870/71. Wiederholt haben Heerführer die Weisung erhallen, gegebenen-falls auf den Kanonendonner loszumarschieren und in die Schlacht einzugreifen; wenn sie aber in die Zone deS Schweigens geriet««, mußten sie besond«rs benachrichiigt werden ... Die im jetzigen Weltkrieg«, g'wonnenkii Ergebiiiss« bezüglich der Hörbarkeitizo-n«n stehen in befriedigender Uebereinstimmung mit früheren Beobachtungen ; eS ergeben sich Entfern un-gen von mindestens 116 Kilometer für den Innen-rand der zweiten Hörbarkeiis,one. Die Bobachtnn-gen von der Beschießung Antwerpens geben 160 Kilometer, die von Be>dun etwa 140 Kilometer. Die Stärke des Echall« ist am beträchtlichsten am Innen» rande der äußeren Zone, da in den Berichtn mehrfach von „dumpfem Brüllen", ferner von „so schweren Schlägen, als ob man die 4L Zuilimelermörftr hörte" usw. die Rede ist. Eine mannhafte Antwort. Es war im Jahre 1812. Im kaiserlichen Paläste zu Petersburg war große Tafel, al» dort die Nachricht einlangte. Napoleon hab« sich auf der Biandsiälie von Mvi-kau entschlossen, den Rückzug »och der Kre> ze anzu-tirten. Triumphierender Jubel herrschte in'olge di«-»er Botschaft an der kaiserlichni Tasel. Unter den Gäste» des Zaren befand sich auch ein deutscher Flüchtling, der berühmte pieußische SlaatSmann und ehemal ge Minister Freiherr von Stein. An diesem wandle >>ch die Kaiserin »nd rief ihm zu: Wenn jetzt ei» einziger fraiuisischcr Soldat über den Rhein zurückgelangte, dann würde ich mich schämen, ein« Oeni'chc ,u sein." Die ffaiserin hatte, al» sie dieS sagte, nicht bedacht daß sie >elb» di« Tochter eines Rheinbundfürsten, de» Großheizog« von Baden, war und daß der Freiherr von Stein sich wenig daraus machte, auch gekrönten Häuptern unangeiehme Wahrheilen zu sagen. Fest und scharf sah Stein die Kaiserin und antwortkt« mit lauter. starker. Stimme, ganz gegen die Regeln der Etikett«: ..Eur« Majestät, wenn dt« deutsche» Fürsten ihre Pflicht ge-tan hätten, würde niemals ei» fianzöüicher Soldat leben ig auf diese Seile der Elbe gekommen fein I" — Totenstille herrschte an der Tasel, als er geen-det, die Kaiserin aber war klug »nd ehrlich genug, zu antworten: „Sie mögen wohl recht haben!" Unsichtbar» Kriegsschiff«. Das am rikanifche Maune-imt hat ,-euerding« eingehende Versuche darüber anstellen lassen, wie weit der Far» benan strich der Kriegsschiffe bewirke» kann, daß «in Schiffs nur undeutlich oder gar »ich! zu erkenne» ist. So wurde, wie da» „Berliner Tageblatt" schreibt, ein Torpedobootzerstörer al» Unterseeboot maskiert, indem aus sei, e grauen Außenseiten die Umiifst tines Unterseebootes in schwarzer Farbe ausgemalt wurden. Tatsächlich soll die Täuschung rint vcllkommrn« gewesen sein. Andere Kriegsschiffe wur-den mit großen schwaizen Flecken versehen, weil aus diese Weise der Charakter eines Schiffes auf gewisse Enisernungcn schwerer zu erkennen ist. Um ein Uiitkrstcbvot unkenntlich zu machen, wurde das Periikop m-t den Farben des Regenbogens bemalt. Da« aus diese Weise entstandene Spektrum soll in einer gewissen Entsernuiiq sich zu weißen Lichistrah len zusammensügen und daunt da« Periskop vollst»»-dig unsichtbar machen. Die Aem Irr Adam«. ES ist doch seltsam, wa» sür Soigtn maiche Leute in diesen ernsten Zeiten haben. D«r RedaklionSbrirskasten des hollSn-diichen Blatte» ,D« gtreformeerde Kerk' hat dieser Tage die Wißbegier eintS Lesm btschwichtigen müssen, der eine zuveilässigt Auskunft darüber suchte, welche Aemter Adam bekleidet habe. "'ff> eriet bekanntlich al« Fliegeroffizier in französische Geiang« nschaft.) Eingesendet. Bezugnehmend auf die Notiz i» Nr. 20 Ihre» Blatte« ersuche ich Sie recht höflich um Aufnahme folgender Erklärung: Entgegen der Notiz in der Nr. 20 der «Deut« schen Wacht" erklär« ich, daß ich den Einkauf »on Flachs für die Zentraleinkaufsstelle deß Bereine« der FlachSspinner OestereichS infolge zu großer Arbeit bereits mit 6. Februar 1916 niedergelegt habe und daß ich nicht mehr für obgenannten Verein den Flachs übernehme. Hochachtend Anton Kolene, Großkaufmann in Cilli. Zl. 3300/1916. Kundmachung. Auckerverbrauchsregcluug. Infolge Anordnung der k. k. steiermarkiich.n Statthalterei wird hiedurch zur allgemeinen Kennt-niS gebracht, daß in den Städten Graz, Marburg. Cilli und Pettau in der Zeit vom 19. März 19 l 6 bi« 15. April 1916 a» ortsansässige Säufer in einer Woche nicht mehr al« '/« Kilogramm Zucker gegen jede vorgewiesene Z»ck^..urte verkaust werden darf. Uebertretungen dieser Verordnung unterlege« der Strak« im Sinne der Verordnung de« k. k. Handel«mioist«riums vom 10. Oktober 1914, RG^l. Nr. 274. Stadtamt Eilli, am 17. März l9l6. Der Bürgermeister: Dr. von Jabornegg i8«5 Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. ><». «Kundmachung. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli gibt bekannt, daß Spareinlagen wie bisher auch weiterhin mit 4 i 0 0 verzinst werden. Ueber neue Einlagen oder Nacheinlagen kann der Inhaber eines Einlagebüchels jederzeit, auch bis zur ganzen Höhe der Einlage, verfUgen. Spareinlagebücher der eigenen Ausgabe und die Kriegsanleihe werden kostenfrei in Ber-Wahrung übernommen. Auswärtigen Einlegern stehen Posterlagscheine kostenlos zur Verfügung. Aus Anlaß des SOjährigen Bestandes der Sparkasse werden im laufenden Jahre schön aus-gestattete Einlagebücher, die sich besonders zu Geschenkzwecken eignen, herausgegeben. Postsparkasse Fernruf !BemnS>»ilhdnilkcrcl Ccleja Herstellung von Druckarbeiten wie: tverke, Zeitschriften, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiere, Ruverts, Tabellen, Speisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tohn-listen, Programme, Diplome, Plakate InseratenannahmesteUe für die Deutsche Wacht Vermählungsanzeigen, Siegelmarken Bolletten, Trauerparten, Preislisten, Durchfchreibbücher, Drucksachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft u. private in bester und solider Ausführung. Cillt, Rathausaaffc Rr. s MM. Glätter zur Unterhaltung und Belehrung für Hans und Familie. 5>««ttUap>»rtto(u »er . V?atlch,v Wacht" in 4i(Tt. Nr. 10 vl» „fe tt&rniirt" erscheint >eden fconniu^ al« uacMueUttd)! Beilage jüt die Lejn t «Deutschen Wacht". ~ «Siiueln if» „Di» Sadmart" nicht tüuilich 1916 Morgenrot. Roman aus der Zeit der Befreiungskriege von Ludwig Richard. Bit diesem glänzenden Lichte sah er, daß die Vorhänge dicht zusammengezogen waren. Sollte die Gräfin schon schlafen? Doch waS ging daS ihm in? Zornig, als habe er sich auf einem Unrecht ertappt, senkte er den Kops und gerade tu? sich hin aus daS Gras sehend, ging er weiter bi» in das Gärtchen des Verwalterhause». Seine Eltern und Anna saßen schon bei Tüche und warteten auf daS Abendessen. Während der Mahlzeit wurde viel gesprochen. Kurt gab sich Mühe, so unterhaltend al» möglich z» sein. Auch sprach er dem Essen wacker zu und noch mehr dem Weine. Den Besuch der Gräfin erwähnte er nur sachlich und die Fragen nach dem Eindruck, den sie auf ihn gemacht, beantwvttete er nahezu gleichgültig. Ei war völlig dunkel, al» der Verwalter aus-stand und sagte: „Nun, für heute genuz. Wir ge» hen schlafen." Frau Thalau und Anna brachten den Tisch in Ordnung und riefen nach dem Dienstmädchen. Kurt blieb sitzen. „Ich trinke noch hier die Flasche zu Ende', sagte er, .laßt mir einen Schlüssel da, ich schließe dann das Hau»." „Der Wein geht rasch ab", meinte Thalau la« chend. .Ich habe zu lange Zeit keinen gesehen." „Und Du hast auch jetzt Zeit, einen kleinen Rausch auszuschlasen. Also bleibe.' Hiemit ging der Verwalter mit seiner Frau und Anna in« Haus. Kurt saß eine Weile mit der Pfeife im Mund« unter der Linde, trank langsam schlürfend den edlen Wein und glaudt«, völlig ruhig zu sein. In dieser Einbildung erhob er sich und machte einen Sang durch da« Gärtchen. ES lag eine eigentümliche, zau« verhafte Ruhe in der schönen Sommernacht. Die weiche Lust duftet« süßlich nach Blume«, kein Wind regte sich und nur ab und zu streift« ei» großer Nachtschmetterling au» dem Gebüsche und flatterte leise summend über die Beete. Kurt wandelt« hin und her, dann aber — war ei nun Absicht oder Zufall — gerade au« bi« an da« Ende de« GartenS, wo sich die hohe Mauer des Schloßparket erhob. Hier stand er still, gerade vor der niedrige«, grün angestrichenen Tür«, durch welch« die Gräfin «achmittag« gekommen und gegangen war. Sinnend sah er aus das alte, verrostete Schloß. Darauf hatt« sie heute ihre weiße Hand grlegt — diese plumpe klinge hatte sie niedergedrückt. — Unwillkürlich fuhr auch er mit feiner Rechten darüber und--da« das Schloß gab nach — mit schwachem Stöhnen ging die Türe aus. Kurt erschrak. War da« Zusall? Gtwiß. Die Gräfin hatt« einfach vergesfen von innen abzuschließen. Aber war e« nicht vielleicht auch ein Wink deß Geschicke«, daß die Gräfin vergessen hatte? Er zauderte. Sollt« «i in d«n Park tr«t«n? E« war lächerlich. Jetzt war ste gewiß schon zu Bette gegangen. Aber gerade, weil sie in ihrem Zimmer war, wa« schadete e«, wen« er in d«« Park ging? Und so trat rr d«nn «in. — liefe« Dunkel umfing ihn. Hier war eine völlig andere Welt al» in dem Garten seine» Bater». Dichte, schattenspe». dende Gebüsche säumten die Wege ein und mächtig« Buche«, Linden und Fichten, deren Stämme kau« ei« Ma«n mit den Armen umspannen konnte, stan-den in vielen Gruppen durcheinander. Kurt schritt weiter bi» zu einer freieren Stelle. ES war «in« breite GraSsläch«. jetzt vom Monde erhellt, über welche die Baumriesen ihre langen schwarzen Schat« t«n warfen. Bon hier au« konnte man auf da« Schloß sehen. Dort waren die hohen Fenster de« ersten Stockwerke« — aber sie waren nicht mehr »erhängt. Schwarz starrten sie dem Beschauer ent-gegen. Bor dem einen war zwar noch ein weißer Vorhang zu erkennen, doch nur ein Streisen. — Wa< war das! ? E« bewegte sich — da« war eine weiße Gestalt! Atemlo« stand Kurt und spähte. Die Erscheinung verschwand im Hintergründe des Zim-«er« — er konnte nicht« mehr sehen. Rasch ent-schloffen eilte er zu einem Baume, kletterte hinauf und aus einem der ersten Aeste schon stand er hoch genug, um bequem in die Zimmer sehen zu können, wenn in einem derselben ein Lich« ai.stauchen würde, »ber alle« blieb finster. Jetzt tauchte die Gestalt wieder aus. Wie ein Geist huschte sie vorbei; erst an dem einen Fenster, dann an dem anderen. Kurt sah jetzt deutlich — es war die Gräfin. Das rötliche Haar hatte es ih« verraten. Aengstlich verfolgte er ihre Bewegungen. Sie stand einen Moment und senkte den Kopf, dann warf sie ihn weit zurück und rang die Hände und bald darauf streifte sie wieder hin und her bi» sie sich endlich ganz im Dunkel ver-lor. Kurt wußte nicht, wie ihm geschah. Er glitt wieder vom Baume herab, lehnte sich an den Stamm und starrte vor sich hin. — Träumte er? Oder er« blickte er sie überall, wo er auch hinsah? — Rein — e« war Wirklichkeit! — Dort, nur einige Schritte »eben ihm, auf dem Wege, der auS den dichten Viifchen führte, kam sie gegangen — langsam und verloren. Nur wenig Sekunden, dann mußte sie ihn sehen. Wa» sollte er tun? Fliehen? Dann wäre sie erschrocken — aber wenn sie ihn erkennen sollte? Es war keine Zeit zu verlieren, sie war schon nahe. Wie gebannt sah er auf sie, ihr Anblick überwältigte ihn. Sie trug ein weiße« Abendkleid, da« lose von den Schultern fiel und da« goldglänzende, im Mond-schein schillernde Haar wallte ihr offen über den Rücken. Jetzt ging sie knapp an Kurt vorbei, ihr Gewand streifte ihn — er schmiegte sich so sehr er konnte, an den Baumstamm und durch diese Bewegung wurde sie seiner gewahr. Sie wandte scheu den Kopf, da trat er hervor und sagte rasch: „verzeihen Sie. wenn — * Elsa prallte beim Klang der Stimme zurück, ein ingst-licher Schrei entfuhr ihren Lippen, sie schwankte, Kurt stützte sie und al« er mit seinem Arme die schlanke Gestalt umfing, durchlief ihn ein so won> nige« Entzücken, daß er nicht mehr seine« unbeson-nenen Schritte« gedachte, keiner Auiftucht, keiner Entschuldigung fähig war. Auch bedurft« er dessen nicht. Elsa hatte sich gefaßt. Sie richtete sich auf, legte ihre Hand vor die Augea, al« wollte sie sich besinnen und «rat einen Schritt zurück. Dann be-gann sie mit fester Stimme: .Herr Leutnant, wenn Sie ein Ehrenmann sind, und ich muß Sie doch dafür halten, dann erwähnen Sie gegen keinen Men-scheu von dieser zufälligen Begegnung." Betroffen sah Kurt auf. Alle» andere hätte er eher erwartet, al« diese vertrauliche Bemerkung. Noch wußte er nicht, wie er e« deuten sollte, denn sie hatte so einfach, so ohne jede Koketterie gesprochen, daß er kaum glauben konnte, was er schon heimlich gehofft. Sie hielt iqm, wie Antwort erwartend, ihre Hand entgegen und sah ihm in die Augen, aber der Blick paßte nicht ganz zum Ton ihrer Rede, e« flimmerte unverkennbare Angst darin und doch wieder eine stumme, dringende Bitte. Ver junge Mann ergriff die gebotene Hand, küßte sie und sagte: „Ich schwöre Ihnen Berschwie-genheit." Ein leise« Lächeln huschte über da« Gesicht der Gräfin. Sie schwieg un» wollte langsam weiter-gehen. Kurt hielt sich für »erabschiedet und machte eine ritterliche Verbeugung. Rasch wandte sich Elsa zu ihm und wieder schoß aus ihren Augen der eigen-tümliche, ängstliche Blick wie früher. „Nein!" rief sie, „lassen Sie mich doch nicht allein." Abermal« ein kurze« Stillschweigen von beiden Seiten. Kurt, der sonst f» dreiste, unbefangene junge Mann, wußte wieder nicht, wa« er glauben oder auch nur fagen sollte und zum zweiten Male half ihm Elia au« der Situation. „Sprechen Sie, Herr Leutnant, sprechen Sie, was Sie wollen", fuhr sie plaudernd, wenn auch etwas erregt fort. Da Sie schon einmal hier sind, so erzählen Sie mir a»S Ihrem Leben — aber", und noch einmal sah sie ihn mit ihrem rätselhaft, ängstlichem Blicke an, „bitte, fragen Sie mich um — nicht«. — Die Nacht ist weich »nd warm, es wäre schade zu schla-sen. — Ich weiß, Sie waren heute nachmittag« ge-rade im besten Er ählen, al« ich plötzlich sortgiug, also bitte, fangen Sie dort an, wo Sie aufgehört." Kurt erfüllte nur allzugern ihre» Wunsch. Er berichtete ihr von den Streifzügen seine« Korp«, aber die Rede floß ihm nicht mehr so begeistert von den Lippen wie bei der ersten Unterhaltung mit der jun-gen Frau. Desto länger aber ruhten seine Blicke auf ihr und verschlangen fast gierig die schlanke Gestalt, da« fein geschnittene Antlitz mit den zitternden Lip« pe« und den schönen, jetzt wieder unstet umherschwei« senden Auzen. — Die Zeit verging, ohne, daß er 3 sich besten gewahr würd«. Beide faßen auf einer, mit MooS bewachsenen Steinbank, die dicht von blü» henden Büschen umgeben war. Da« Gespräch drehte sich längst nicht mehr um Kurt« Erlebnisse. Elsa plauderte selbst lebhast wie ein Kind, von ihrer frühesten Jugend, von anderen Schlössern, die sie gesehen, von ihren Liebling«bäu« wen und Sträuchern — ja selbst vom Monde. Und dieser war e», der Beide an die vorgerückt« Stunde erinnert«. Er hatte seine s.insten Strahlen zurückgezogen und da« zauberhafte Dunkel der Nacht wurde von einem fahlen, grauen Dämmer verdrängt. Elsa stand auf. „Wir müssen gehen. Herr Leutnant", sagte sie, „die Nacht wird bald zu Ende sein." „Ich glaube, sie ist e« schon-, antwortete Kurt, und unwillkürlich fügte er hinzu — .leider". Elf» schwieg. Sie sah bald rrcht« bald links, ihr« Brust hob und senkt« sich rasch. Schon wollte Kurt fragen, ob er wieder kom-wen dürfe — er traute sich nicht recht — aber jetzt hielt er die Frage für unnütz. Elsa hatte ihren Kopf gehoben und im Ausdrucke ihre« Gesichte» laS Kurt, Dank, Bitte und stumme« kindliche« Fragen. So sagte «r nicht«, faßt« nach ihrer Hand und preßte einen feurigen Kuß darauf. Sie hatten sich verstanden. Die nächste Minute stand er allein. Dort durch Büsche schwebte die weiß« Gtstalt, Bäum« verdickten sie, dann erschien st« noch einmal flüchtig auf dem Grasplatze vor dem Schlosse und verschwand imGe-bände. — Noch konnte sich Kurt nicht von dem Flecke rühren Er hosste Elsa vielleicht noch im F«n-ster zu erspähen. — Wohl zeigt« sich Jemand dort, aber e« war eine ihm unbekannte Figur, die jetzt eiligst die Borhinge zusammenzog — erst den einen, dann den andern, und ehe Kurt sich recht besann, waren alle Fenster dicht verhängt. — 3. Die Sonn« schien hell in« Giebelstubchen, al« Kurt au« dem Schlase erwachte. Er setzte sich, stützte den Kopf in die Hand«, und sah verstört vor sich hin. Hatte «r geträumt? — E« konnte sein. Aber nein — zu deutlich war da« Bild gewesen! Er wußte nur zu gut, wie er gleich einem Trnnkenev, spät nach Mitternacht ins Hau« gewankt war und leise ihren Namen vor sich hingefiüstert hatt«. Dann — al« er endlich eingeschlafen war, war sie ihm wirklich im Traume erschienen! Die zart«, schlanke Gestalt mit aufgelöstem blondem Haar war um ihn herum geschwebt, erst im weiten Kreise, dann immer enger und enger, ihr schöne« Gesicht gerade auf ihn gerichtet, aber da« Auge stet« zu Boden gesenkt. „Lasse mich doch in Dein Auge schauen!" hatte er gerufen; da war sie ganz nahe an ihn herange-treten und hatte mit trübrm Lächeln erwidert: „Da« darfst Du nicht." — Jetzt war e« Tag — Heller Tag. Nüchtern und klar dachte Kurt an da« Erleb« ni« der Nacht — und ein schw«r«r Seufzer rang sich au» feiner Brust. „Wäre nur alle« ein Traum gewesen", dachte er und im Augenblick erhellte ihn auch schon eine neue Idee: „ES soll — e« muß ein Traum gewesen sein l Schweigen muß ich, ich habe e« versprochen, also bleibt «« verborgen! AIS Traum will ich e« ansehen!" Rasch sprang er au« dem Bette und kleidete sich an. Er wusch sich mit frifchem, kalten Wasser, er summte dabei ein Liebchen vor sich hin uud brachte sich bald in heitere Stimmung. Immer freundlicher fchien die Sonne durch die weißen Borhänge, e« mußte fchon spät sein. Er stieß da« Fenster auf und steckt« den Kopf hinaus in warme Sommerlust. Unter der Linde saßen die Sei-nen schon beim Frühstück und redeten eisrig. Kurt wollte rasch sein Ankleiden beenden, langte nach seinem Rocke, bürstete ihn ab und — lehnte sich plötzlich wie gelähmt an die Wand. Die Bürste glitt au« seiner Hand, erschrocken starrte er auf seinen Rock, dcn er eben reinigen wollte. Was sah er denn? Nur ein Haar, aber ein rötlich schimmernde», lange« Frauenhaar, da« sich um drn Aermel wand! Der hereindringende Sonnenstrahl glitzerte aus dem goldenen Faden, als wolle er diese sichtbare Erinnerung an da« nächtliche Geheimnis freundlich umsch«.eicheln. Langsam griff Kurt nach dem Haare, ersuchte es zu entfernen, aber e« fchmiegt« sich wie angeklebt an da» dunkelgrüne Tuch. Schon zauderte der junge Mann. Schon wollte er e» vorsichtig losmachen, aufwinden und al« Angedenken an ein« schön«, kaum wied«rki«rende Stunde verwahren, da fuhr er plötz-lich auf, packte den Rock mit beiden Händen, schleu-derte ihn auf einen Stuhl und heftig «inen großen Kleiderschrank aufttißend griff «r nach seiner Uni-form. Im Nu war der ganze Kleiderwechsel vollzo-gen, und al« er gestiefelt und gespornt vor dem Spiegel stand, den schwarzen Wassenrock mit glän-zenden Epauletten schloß und sein jugendliches Ge-stcht au« dem roten Kragen leuchten sah, hatte er sich selbst wiedergesunden. Klirrend ging er auS der Stube. Als er die Holztreppe, die hinab zum schmalen Flur führte, 4 hinter sich hatte, blieb er einen Augenblick stehen. Au» dem niederen Gange, der link» in den Garten, recht« in den Wirtschastihof mündete, tönten Stim-men. Die ein» war die de« jungen Dienstmädchen« seiner Eltern, Greti genannt, aber die andere konnte er nicht sosort deuten. Die beiden Schwätzerinnen mußten etwa» Wichtiges verhandeln, den» sie spra-chen zischend und eilig. Kurt beugte sich behutsam vor und erkannte außer Greti noch ein zweites Mädchen in schwar-zer Kleidung und einem weißen Häubchen. H« war die Zofe der Gräsin. Unwillkürlich lauschte Kurt. „Erzählen Sie eS aber Niemand wieder", sagte eben die Zose. „Keine Hdee", antwortete Greti. „Was soll aber daS nur heißen?" „Ach", fuhr die Zose sort, „ich wünsche mir schon einige trübe Regentage." „Gan«", dachte Kurt, „jetzt, wo Korn aus den Feldern geschnitten liegt, wünscht die sich Regen." „Was wird dadurch besser?" srug Greti wieder. „Dann hätte ich Ruhe, glaube ich." „Aber was will die Gräsin damit?" „DaS weiß ich nicht. Wenn eS Trauer sein soll, dann ist eS eine seltsame Art. W«e ich Ihnen sag«: Di« Sonne unterlag« stört sie nicht, aber wenn ei Abend wir» und die Lonne untergeht, dann muß ich und der Diener alle Fenster verdecke» und verram-melo. Ist eS endlich ganz finster geworden, muß alle» wieder ausgemacht werden. Und dann erst, wen» der Tag zu grauen ansängt, und sich ein wenig Sonnenausgang bemerkbar mach», habe ich allein da« Vergnügen, alle Fenster abermal« zu verhSngrn, dcnn der Diener sieht nicht so früh aus. Erst wenn es vollkommen Tag ist, wird wieder alle« ausge, macht." „Schläft denn die Gräfin so lange?" „Sie schläft gar nicht. Ich weiß nicht, wa« sie tut, aber ich hör« sie »acht« durch die Zimmer ge. he», ja" — hier wurde die Stimme der Zose noch leiser — „ich habe auch schon gehört, wie sie da« L-chloß verließ —" Jetzt machte Kurt absichtlich Geräusch mit sei-nen Sporen und trat auf den Flur. Die beiden Mädchen huschten auseinander, der junge Man» tat, als hätte er sie nicht bemerkt und schritt »ach link« in den Garten. Um den einladende? Tisch unter der Linde saß die Familie Thalau noa, ruhig beisammen. Ader so freundlich auch alle« aussah, die gewöhnliche Ge-mütlichkert wollt» heute nicht aufkommen. Der Vtrwalter hielt ein ZeitungSblatt in den Händen, feine Frau sah ernst vor sich hin und Anna rührte zerstreut in ihrer Kaffeetasse. „Nimm e« nicht zu schwer", sagte eben Thala», „eS ist nun einmal nicht ander«. Bisher hat der Himmel unseren Sohn beschützt, hoffen wir also auch sür die Zukunft." Da nähert» sich Kurt. Sein Bat«r wandte sich um und al« er den stattlichen Soldaten erblickte, lächelte er stolz: „In voller Uniform, Kurt", rief er ihm zu. „Du hast wohl geahnt, daß Du un« bald ver« lassen sollst?!" — Hierbei de. ^e der Verwalter auf die Zeitu»g. „Wa« ist lo«?" srug Kurt eifrig. „Ich lese eben hier im Krei«blatte, daß Euer Korp«, oder einige davon, hier gesehen wurde» — allerdings erst in der Nähe von ReinhartSburg, aber sie können bald hier sein." Kurt atmete auf, schon wollte er rusen: „End-lich!" aber ein Blick aus di» Verwalterin, die mit sorgenvoller Miene ihren Kasse« schlürfte, ließ ihn schweigen. So setzte er sich aus seinen Platz, nahm sein Frühstück und sagte leise aber sest: „Ich habe ja hier nur daraus gewartet." Eine Pause entstand. Frau Thalau und Anna schwiege« und saht« sich grgenstitig bekümmert an. Der Verwalter lad weiter, erst leise sür sich, dann hin und wieder »ine Bemerkung machend. Auf ein» mal warf er die Zeitung hin, sprang vom Stuhle drehte heftig am Schnurrbarte »nd rief: „Jetzt haben wir da« ganze Zeug hier abgedruckt!" tFortsetzuvg folflt ) Papiermangtl. Schlimm« Sach«n hört man wieder: Jedem Druck-wert droht Gefahr! Zwar, an Geist ist »och kein Mangel, aber da« Papier wird rar. Jed« Zeitung muß schon merklich sparen an der S«ite"zahl: Bei der Feinde langen Reden doppelt fühlbar ist die Qnal! Gut nur. daß dagegen meldet unfer deutsche« Haupt-quartier Seine größten Siege ohne großen Auswand an Papier! Aber nach de» Grund des Mangel« jeder fragt mit Recht und Fug, Und die Antwort ist zwar seltsam, aber glaubt« «ur, doch kein Trug. Unser Fei»d, der immer neue Pläne un» zu schaden hrgt. Hat erfolgreich a I l e L u m p e n für sich mit Be» schlag belegt! „Luginsland" in den „Dresdner Nachrichten". "/iiaracct 22 ' nMchr |Unnjt Sltte 7 Zl. 2C35. Kundmachung. Neue Bestimmungen über die Beiftel-lung von Kriegsgefangenen. Nach den vom k. *. f. ftriegiminifterium mit dem Erlaß vom 10 Februar 1916, Zl. .'J000, «r» gangkntn neuen Bestimmungen für die veistellung SriegSgefangener als Arbeiter werden diese in mobile und stabile Sriegigesangenen-Arbeiterpartien un-t «schieden. Da» k. u. *. Militärkommando Gra» hat mit Note vom 22. Februar 1916. M.-A. Nr. 28022/Ags. der Statthalterei mitgeteilt, daß an alle jene Arbeit-geber, deren KriegSgksanzene als stabile Krieg»» gesangenen Arbeiterpartien gelten werden, vom Mi-litärkommand» Graj eine besondere Zuschrift gench« tct wird. Die Einbeziehung weiterer Kriegsgefangenen« Arbeiterpartien in die Gruppe der stabilen Krieg»-gesangenen Arbeiterpartien wird später feiten« de» Militäikommandos bezw. k. k. Berieilungvstelle sür Kriegsgefangene militärischer Arbeiltrabtciwngen und Bespannungen für die Landwirtschaft in Graz. Mehl' platz 2 (Telephon Nr. 3006, 3066) sukjcssive noch erfolgen. E» wird ausdrücklich daraus aufmerksam ge-«acht, daß alle nicht mittels Zuschrift de» Militär« kommandoS bezw. der BerteilungSstelle als „stabil" bezeichneten Kriegsgefangenen«Arbeiterpartien als „mobil" zu bettachten sind. DieS wird zufolge Erlasses der k. f. Statthalterei vom 29. Februar 1916, Zl. 4 —679 W. M. — 1916 mit dem Beifügen verlautbart, daß alle Arbeitgeber, deren Kriegsgefangene nicht ohnehin schon mittels direkter Verständigung vom Militärkommando oder von der erwähnten BerteilungSstelle al» stabile Krieg»gesangenen Ardeiterpartien bezeichnet sind, um die Zuerkennung dieser Bezeichnung unter folgenden Boraussetzungen ansuchen könn n: 1. Müßte über diese Kriegsgefangenen seiner-zeit ein Bertrag nach Muster 1 oder 3 abgeschlossen worden sein; 2. dürfen solche Kriegsgefangenen auf keinen Fall für die L«nd> und Forstwirtschaft verwendet werden. Derartige Ansuchen sind im Wege der politischen Behörde erster Instanz, welche die Nichtigkeit der da-rin gemachten Angaben und eventuell ihr dieSbezüg-UcheS Gutachten aus deuselbeu zu vermerken hat, an da» (. u. k, Militärkommando in Graz zu richte» »nd haben als Beilagen Namenslisten der betreffen» den Arbeiterpartien nach dem beim Stadtamte er-liegenden Muster zu enthalten. Die Ausfertigung dieser Namenslisten hat in drei Partien und nach evidenzzuständigen Lagern geordnet zu erfolgen, so daß sür jede» Lager solche Namenslisten in je drei Aussertigungen gesondert eingeschickt werden. Diese find mit größter Genauigkeit und in gut leserlicher Schrift auszufüllen. Da» Militärkommando behält sich vor. derar-tige Ansuchen ohne weitere Begründung abschlägig zu bescheiden. Im zustimmenden Fille wiri dem Irdeitgeber zugleich mit der Zuerkennung auch bie nähere Bezeichnung der stabilen Kriegsgefangenen« Arbeiterpartien bekannt gegeben werden. Stadtamt Cilli. am 10. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 188 b. Kundmachung. Laut Erlasse» de» k. k. Ministeriums de» In-nern vom 25. Februar 1916, Zl. 5'34 hat da» k. k. Ministerium für Landesverteidigung in seiner Zuschrift vorn 3. Februir 1916, Präs. Nr. 1162, ausgeführt, daß mit der Bekleidung von kleinen Knaben in einer der OffizierS-Uniform vollkommen nachgeahmten Adjustierung ein Unfug getrieben werke, der geeignet fei, da» Ansehen de» Offizier» zu ver« letzen. Da» Ministerium sür Landesverteidigung hat insbesondere darauf hingewiesen, daß daS Tragen einer dem goldenen OffizierS-Portepee nachgeahmten Säbelquastr. sowie von Ojfiziersdistinktionen ganz und gar unstatthaft erscheine. Wenn auch die e wähnte Unsitte häufig al» Ausfluß der Militärsreundlichkeil und de» Patriotismus ausgelegt werde, sei sie in den meisten Fällen lediglich derEitelk it der Eltern oder Nachahmung«-sucht der Linder entsprungen. Es wird hiemit die Bekleidung kleiner Knaben in einer der Offiziersuniform nachgeahmten AuS-stattung verboten. Uebertretungen dieses BerboteS werden von den verantwortlichen Personen nach § 7 der kaiserlichen Verordnung vom 20. April 1854. R.-G.-Bl. Nr. 96 mit Geldstrafen von 2 bis 200 R bezw. Arrest in der Dauer von 6 Stunden dis 14 Tagen bestraft. ©t ad tarnt Eilli. am 9. März 1916. Der Bürgermeister.- Dr. v. Jabornegg. Zl. 2653. Kundmachung. Alatternfälle in (Kreis. Nachdem in der Gemeinde Greis Blatternerkran« klingen festgestellt wurden, wird die Bevölkerung vor dem Betreten des GemeindegebieteS von Greis, so wie vor dem Verkehre mit den Bcwohiern der insi« zierten Gemeinde gewarnt. Stadtamt Cilli, am 15. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 2637. Kundmachung. Höchstpreise für den Kleinverkehr mit Maismehl und Maisgries. Mit dem Erlasse vom 20. Februar 191«, Zahl 8460 hat daS k. I. Ministerium de» Innern neue VermahlungSvorschrislen für den Mai» festgesetzt. Gleichzeitig hat da» Ministerium eine einheitliche Fest-setzung der Preise für die Abgabe von Ma »gries und Maismehl durch die KriegSgetreideverkehrSanstalt vorgenommen. Sowohl die LermahlungSvvrschristen wie die Abgabepreise gellen bi» aus weitere Weisung ohne Rücksicht aus den heimischen oder ausländischen Ursprung deS MaiseS. Die Abgabepreise betragen sür den Meterzentner Reingewicht ohn« Sack, von der Mühlenstation oder, wenn e» sich um ein auSwärtS hergestelltes Erzeugnis handelt, von der Bahnstation des Käuser» ab: für MaisgrieS bei einer Ausbeute von 40 v. H. 68 K; jür Maismehl bei einer Ausbeute von 30 v. H. 42 K; für Maisfutterrnehl bei einer Ausbeute von 27 v. H. 42 K. Auf der Grundlage di«ser Preis« hat di« k. k. Statthaltrrei in Graz mit Verordnung vom 29. Fe-bruar 1916, R. G. u. Bdg.-Bl. Nr. 22, die Fest-setznng von Höchstpreisen für den Kleinverkehr von MaisgrieS und Maismehl vorgenommen: Die so ermittelten Preise betragen in der Stadt Cilli sür da» Kilogramm sür MaiSgries 78 Heller, für Maismehl 50 Heller. Diese Preise sind bereits am 5. März in Kraft getreten. Stadtamt Cilli, am 10. März 1916. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. MATITONTS I EINZIG | IN SEINER Riaj | BESCHAFFENHEIT £ V. " BESTES ALTBEWÄHRT FAMILIENGETRÄNK. GIESSHUBLER ü J UCH ER AL! iß Ameri-dänische Schnittrewn werden billigst abgegeben von einer Rebanlage im Sanntale in Steiermark. Herrfchast Herberstorf b. Wildon. Steiermark. Stadthaus in Cilli einstöckig, mit Vorgarten und Oruud-oane all •rttlli Jcilitini, eterrk, qe-i«* Srfallmttii. Ginn not. t-f.il. »JrnaBiff« tionHrtjteji I OIU" unk «titelt t. vator-tluoikftt. n