Franko pauschaliert. Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monates. Nr. 17. 2. (17.) Äahrg. Bezugspreise: für Jugoslawien: ganzjährig 20 K, halbjährig 10 K. für Österreich: ganzjährig 26 li, halbjährig 13 K. für Amerika: 2 50 Doll. — Einzelne Nummern 70 tr. Gottschee, 10. Juni 1920. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht.zurückgestellt. — Berichte sind zu senden an die Schriftleitung. — Postsp.-Nr. 10.975. Anzeigen-Aufnahme u. -Berechnung in der Buchdruckern. Die Ouertreibereien des „Genolsen- jchafters" in Gottschee. (Schluß.) Sehr sonderbar nimmt es sich aus, wenn ein Blatt, das sich nicht das geringste Gewissen daraus macht, unsere städtische Sparkasse in Mißruf zu bringen und hiedurch unser Gemeinwesen materiell zu schädigen, sich anderseits als Wahrer, Hüter und Anwalt des städtischen Vermögens aufspielt, wie dies in der Frage des Verkaufes der ehema¬ ligen städtischen Schlachtbrücke der Fall ist. Die Vermögensverwaltung der Stadt Gottschee hat im Sommer des vorigen Jahres bekanntlich das städtische Schlachthaus, das schon seit einer Reihe von Jahren seinem Zwecke nicht mehr gedient hatte, für die Unterbringung einer für die Be¬ völkerung bedeutungsvollen Industrie (Weberei) um den Preis von 10.000 K verkauft. Der Ver¬ kauf geschah unter Intervention der politischen Behörde. Das Gebäude wurde damals von den beeideten Schätzmännern auf 14.000 X geschätzt. Die Regierung genehmigte aber mit Rücksicht auf die gemeinnützige Industrie, der es künftighin Unterkunft bieten soll, den Preis von 10.000 Kronen. Das ehemalige Schlachthausgebäude, das weder für Wohnungen noch für einen Ge¬ werbebetrieb geeignet war, trug der Stadt nicht nur nichts ein, sondern es verursachte seine Er¬ haltung überdies alljährlich gewisse Auslagen. Mieter hatte sich im Laufe der Jahre für das Gebäude keiner gefunden. Einmal war ein Anbot von 150 X JahreSzins von einer Seite gemacht worden. Ertragswert war also sozusagen keiner vorhanden. Man hat nun allerdings bemängelt, daß das Schlachthaus nicht im Versteigerungs- Wege veräußert worden sei. Da nur der Mate- rialwert (Ziegel usw.) in Betracht kam, wäre ein sehr bedeutend höherer Kaufschilling dabei kaum zu erwarten gewesen, zumal der Preis des Bau¬ materials im Sommer 1919 noch bei weitem nicht jene enorme Höhe erreicht hatte wie gegenwärtig. Der etwaige Mehrertrag von ein paar tausend Kronen spielt aber überhaupt keine besondere Rolle angesichts des Umstandes, daß die Stadt Gott¬ schee durch Anpflanzung einer neuen zukunftsreichen Industrie einen sehr kräftigen Steuerträger be- kommen wird. An den Fabriksbetrieb wird sich überdies eine hausindustrielle Betätigung der Be¬ völkerung anschließen können, so daß vielen Fa¬ milien Gelegenheit zu Verdienst und Erwerb ge¬ boten werden wird. Es ist also gewiß sehr be¬ dauerlich, wenn das für unsere Stadt und deren Umgebung so verheißungsvolle Unternehmen durch eine gehässige Preßhetze herabgesetzt, verdächtigt und so den Unternehmern, die doch ein nicht un¬ bedeutendes Risiko daran setzen und sehr große Gründungsauslagen zu bestreiten haben, die Sache verleidet und verekelt wird. Bekanntlich haben in ähnlichen Fällen Städte und Gemeinden, um die Anpflanzung neuer Industrien zu fördern, nicht selten Bauplätze und Gebäude entweder ganz unentgeltlich oder um sehr mäßige Preise zur Verfügung gestellt. Bei uns aber möchte man ein so nützliches Unternehmen am liebsten verhindern. Ist das lobenswert? Einen ebenso anwidernden Eindruck machte der unfaire, lärmende und polternde Ton, welcher der hiesigen Filiale der Landwirtschaftsgesellschaft gegenüber im „Gen." angeschlagen worden ist. Wie Hausfriedensstörer suchte man sich unter Nichtbeachtung der statutarischen Bestimmungen in den Verein mit Gewalt einzudrängen und kramte voreiligerweise allen Klatsch und Tratsch aus, der über das Inventar des Vereines von übelwollender oder schlecht unterrichteter Seite verbreitet worden war. Freilich mußte man dann immer mehr Wasser in den Wein schütten .und zuletzt ganz klein bei¬ geben. Wozu also die unüberlegte Lärmmacherei von Anfang an? Wir eilen zum Schluffe. Wenn in den Stän- kereien des „Gen." ein bloßer jugendlicher Über- schwang unausgereifter, schwärmerischer Idealisten zu verspüren wäre, der sich ungestüm auszuleben versuchte, würde man über derlei Ergüsse milder und nachsichtiger zu urteilen geneigt sein. Aber die Herren, die so schreiben, sind ja doch schon längst über die Flegeljahre hinaus, nur ihr Stil weist ab und zu. flegelhafte Manieren auf. Von jugendlichem Überschwange keine Spur! Es ist vielmehr die ausgesprochene Thersitesfigur, die uns in dem belfernden, bissig-dreisten Stänkerer¬ ton entgegentritt. Solchen Leuten gebührt denn auch die gleiche Behandlung, wie sie nach Homers köstlicher Darstellung dem frechen Stänkerer im griechischen Heere zuteil ward. Nur mit Widerstreben haben wir, wie bereits anfangs bemerkt, in dieser Angelegenheit das Wort ergriffen. Wir s-jämen uns des Streites, der in einer Zeit, wo uns Einigkeit so not täte, unter uns entstanden ist, an dem aber nicht w i r die Schuld tragen. Was müssen sich denn unsere aus¬ wärtigen Landsleute und die Außenseiter über¬ haupt von uns denken? Geht es uns Gottscheern denn so gut, daß wir uns in unserer gegenwär¬ tigen Lage den Luxus innerer Kämpfe gestatten dürfen? Im Interesse unseres guten Rufes und unserer Interessen läge es, daß mit den Stänkereien im „Gen." Schluß gemacht würde. Wir würden es nur begrüßen, wenn wir weiterhin nicht mehr moralisch gezwungen würden, zur Abwehr das Wort zu ergreifen. Aus Stadt und Land. Hotlschee. (An unsere ?. T. Abnehmer!) Mit Rücksicht auf die enorme Steigerung der Papierpreise und der Druckkosten sind wir ge- zwungen, mit der zweiten Hälfte dieses Jahres (vom 1. Juli an) den Bezugspreis für die „Gott- scheer Zeitung" auf 30 X für das Jahr, somit auf 15 X für das Halbjahr festzusetzen. Es wird daher der Nummer unseres Blattes vom 20. d. M. ein Erlagschein beigelegt werden, damit die¬ jenigen, welche schon für das ganze Jahr den Bezugspreis gezahlt haben, 10 X nachzah len, bezw. die halbjährigen Abonnenten 15 X. Wir sind überzeugt, daß jeder heimatlich Denkende und Fühlende uns diese notgedrungene Maßnahme nicht verargen, sondern auch weiterhin ein treuer Ab¬ nehmer bleiben wird. — Unsere?. T. Abnehmer im Auslande (Deutschösterreich) erinnern wir daran, daß der ganzjährige nunmehr auf 52 X erhöhte Bezugspreis an unsere Zahlstelle in Wien, nämlich an Herrn Johann Haas, Kaufmann in Wien IV, Königsklostergasse Nr. 2, eingesendet werden möge. Die geehrten Abnehmer werden freundlichst gebeten, den Nachtrag von 12 X an die genannte Zahlstelle gefälligst einzusenden. — (Zum Abschiede.) Wir erhalten fol¬ gende Zuschrift: Beim Scheiden vom lieben Gott¬ schee danke ich allen seinen Einwohnern für die herzliche Freundlichkeit und das Vertrauen, die ich vom ersten Tage meiner Tätigkeit bis zum Schluffe genoß. Alles, Stadt und Land, kam mir vom Anfänge an bis heute immer so freundlich entgegen, daß ich mich im Ländchen gleich heimisch fühlte und das Gehen mir schwerer wird, als ich mich ausdrücken kann. Ich weiß, daß mich die besten Wünsche meiner vielen Freunde, Bekannten und Patienten begleiten, und auch ich wünsche dem schönen Gottscheerland aus vollem Herzen das Beste. Es ist mir Trost und Beruhigung beim Abschied, daß zähes Festhalten an heimischer Art und die innere Tüchtigkeit der braven Gott- scheer sichere Gewähr für Erhaltung der Eigenart und für eine gute Zukunft geben. Ich werde immer auf die fast 20 hier verlebten Jahre als die beste Zeit meines Lebens zurückblicken und bitte mich in guter Erinnerung zu behalten. Dr. Karl Böhm. — (Todesfall.) Am 3. Juni starb nach langem, schwerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Frau Maria Herbst geb. Hönigmann, Gattin des Friseurs und Hausbe¬ sitzers Herrn Franz Herbst, im 43. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden. — (A u s g e s ch r i e b e n e S relle.) Die Be¬ zirksarztstelle in Gottschee ist im Amtsblatt zur Neubesetzung ausgeschrieben. — (Wettersturz.) Nach dem ungewöhnlich heißen und trockenen Mai trat anfangs Juni ein Witterungsumschlag ein. Es kamen Gewitterregen und eine starke Abkühlung. Am 5. Juni war in der Frühe sogar der Kamm des Höhenzuges bei Gottschee kurze Zeit beschneit. — (AbermaligeErhöhungder Preise für Tabakerzeugnisse.) Das Ärar hat die Preise für Rauchsorten abermals erhöht, und zwar für die teueren Zigarren wieder um 100 Prozent, die billigeren um 30 Prozent, Zigaretten und Rauchtabak um 20 bis 30 Prozent. - — (Der angebliche Verkauf des Ba¬ des Töplitz.) „Slovenski Narod" meldete kürzlich, daß das dem Fürsten Auersperg gehörige Bad Töplitz in Unterkrain um den Preis von 500.000 Kronen an eine kroatische Gesellschaft verkauft worden sei. Schon der niedere Verkaufs¬ preis mußte den Verdacht erregen, daß diese Mel¬ dung irgendeiner Verwechslung oder falschen In¬ formation ihren Ursprung verdanke. Wie wir nun von zuverlässiger, gutunterrichteter Seite erfahren, entspricht die Meldung vom Verkaufe des Bades Töplitz nicht den Tatsachen. Dieses Bad ist über¬ haupt nicht verkauft worden. Witterdorf. (Eheschließungen.) Inder Kirche in Obertoschin wurden am 31. Mai Franz Rankel aus Rain 6 und Josefa Bartel me aus Oberloschin 17 getraut. — (Gestorben) ist am 17. Mai die ledige 23 jährige Näherin Josefa Jaklitsch in Neu- loschin 6; am 26. Mai der Besitzer Alois Knaus in Obrern 9. Seite 50. Gottscheer Zeitung — Nr. 17. Jahrgang II. — (Leben und leben lassen.) Weil der slowenische Rechtsanwalt, der schon einige Jahre in Gottschee lebt und da auch Deutsche zu Kunden zählt, jetzt einmal auch einen heimischen Deutschen aus Mitterdorf als Kandidaten ausgenommen hat, wird darob im Slovenec in gar nicht christlicher Weise Lärm geschlagen und genanntem Advokaten mit Rache gedroht, falls er seinen Fehltritt nicht bereue und gut mache. Wie weit die neidische Drohung Erfolg haben wird, wissen wir nicht; aber eines stellen wir als allgemein anerkannt fest, daß die Gottscheer von keiner staatsbürger¬ lichen Verpflichtung enthoben sind. Mithin muß auch ihnen die Regierung die Lcbensmözlichkeit bieten und vor allem in deren engerer Heimat zur entsprechenden Lebensstellung verhelfen. Das einzusehen, braucht man kein Professor zu sein; gesunder Hausverstand gibt es ein. Lienfekd. (Für G l o cken) in unserer Filial¬ kirche hat Herr Stephan, Kaufmann in Newark, New Jersey, 50 Dollar an Herrn Adolf Poje in Lienfeld gesendet. Hiemit ist der Grundstein für die Wiederanschaffung von Glocken gelegt. Mit nächster Zeit werden daher unsere Leute die lieben Glocken wieder läuten hören. Wir sprechen hiemit den tiefsten Dank dem Herrn Kauf¬ mann Stephan im Namen aller Dorfinsassen aus. Wir hoffen, daß die Lienfelder jetzt auch selbst unter sich eine Sammlung veranstalten werden, daß wir zu zwei Glocken oder wenigstens zu einer schönen Glocke kommen werden. Mosel. (V o n d e r P ost.) Vor einigen Jahren verkehrte der Postwagen in idyllischer Regelmäßig¬ keit täglich von Gottschee nach Tschernembl und zurück, dann wurde diese Postfahrt ausgelassen und nur mehr zwischen Gottschee-Unterdeutschau belassen, und zwar abwechselnd, einen Tag von Mosel noch Gottschee und zurück, den anderen Tag. von Mösel nach Unterdeutschau und zurück. Nun anfangs Mai wurde die Postfahrt ganz eingestellt, und holt der Landbriefträger die Brief¬ post dreimal in der Woche, am Montag, Mittwoch und Freitag von Gottschee ab. Pakette sind Privat¬ sache. Man sieht, die alten Zeiten wie vor 100 Jahren kehren wieder, während anderswo zum schnelleren Verkehre schon Aeroplane benützt werden. Gegen einen solchen Kulturrückschritt sollte die Ge¬ meinde Vorstellungen erheben und den früheren Postfahrtverkehr wieder erwirken. — (Trauungen.) Getraut wurden am 2. Februar Josef Stimetz und Josefa Herbst aus Verdreng, am 16. Februar Johann Skiber und Josefa Schaffer aus Otterbach, am 6. April Elias LudeiZiö aus Ossilniz und Franziska Schager aus Reintal, am 12. April Franz Jesche aus Ober- mösel und Magdalena Erschen aus Niedermösel, am 14. April Franz Schemitsch und Josefa Schemitsch aus Verdreng, am 19. April Sebastian Pasterk und Antonia Köstner aus Obermösel, am 19. April Josef Petranowitsch aus Nieder- mösel und Maria Petschauer aus Otterbach, am 26. April Michael Petsche aus Unterskrill und Josefa Suppanz aus Verdreng, am 3. Mai Anton Jurkowitsch und Magdalena Kraker aus Reintal. — (Sterbefälle.) Am 6. Februar starb Magdalena Verderber in Otterbach, 84 Jahre alt; am 19. Februar Maria Jonke in Nieder¬ mösel, 91 Jahre; am 29. Februar Johann Fitz in Obermösel, 76 Jahre; am 18. März Paul Juvan in Obermösel, 9 Monate; am 20. März Maria Rom in Obermösel, 17 Jahre; am 25. April Peter Verderber in Niedermösel, 39 Jahre; am 5. Mai Magdalena Weiß in Obermösel, 60 Jahre alt. Aestettak. (Volksbewegung seit Neu¬ jahr 1920.) Bisher sind 7 Kinder (2 Knaben und 5 Mädchen) geboren worden, während 9 Per- sonen (5 männlich und 4 weiblich) das Zeitliche segneten. Geheiratet haben 15 Paare und zwar: Am 5. Jänner Franz Hönigmann von Neuberg 12 bei Tschermoschnitz und Maria Kofler von Unter¬ steinwand 7; am 12. Jänner Johann Weiß von Reintal 16 und Josefa Weiß von Allfriesach 3; am 3. Februar Johann Roschitsch von Unterbuch¬ berg 3 und Anna Skalzer von Untersteinwand 10; am 12. Februar August König von Gutenberg 12 bei Pölland? und Pauline Stalzer von Unter¬ steinwand 12 ; am 16. Februar Josef Roschitsch von Gröditz 2 und Rosalia Kump von Warmberg 8; am 26. April Johann Kump von Gröditz 6 und Rosalia Spreitzer von Schäflein 2; am 3. Mai Josef Stonitsch von Oberdemschau 6 und Rosalia Stonitsch von Nesseltal 42, Johann Jelen voy Schlechtbüchel 3 und Franziska Brunskole von Maicrle 15, Franz Kobetisch von Straßenberg 61 bei Tschernembl und Rosa Kump von Gröditz 6; am 10. Mai Johann Hiris von Nesseltal 44 und Antonia Jvanez von Nesseltal 48, Johann Kump von Katzendorf 3 und Margaretha Stonitsch von Oberdeutschau 6, Matthias Kump von Reichenau 2 und Maria Ramor von Reichenau 18, Eduard Meditz von Nesseltal 4 und Pauline Kump von Nesseltal 23, Johann Kump von Nesseltal 23 und Maria Meditz von Nesseltal 4; am 24. Mai Ernest König von Reichenau 16 und Aloisia Kump von Unterbuchberg 12. — (S t e r b e s a ll.) Zum drittenmale standen wir am 17. Mai l. I. am Grave eines unserer braven Soldaten, der seine letzte Ruhestätte in der heimatlichen Erde gefunden hat. Mitten in den schönsten Jugendjahren, erst 26 Jahre alt, starb am 15. Mai der seinerzeitige Feuerwerker Friedrich Sterbenz aus Nesseltal Nc. 25 nach Empfang der heil. Sterbesakramente. Die vielen erlittenen Kriegsstrapazen legten den Grund zu seinem Lungenleiden, dem der brave Bursche schließlich erlag. Ehre seinem Andenken I — („Der Genossenschafter.") Die He- bung unserer Landwirtschaft ist umso mehr not¬ wendig, als die früheren Erwerbsquellen der Gott¬ scheer versiegen. Der Hausierhandel ist tot und mit Amerika steht es auch nicht viel besser für uns. Nützliche und anregende Belehrungen über Landwirtschaft, Viehzucht usw.^würde man auch in einer Zeitschrift mit Dank entgegennehmen, be¬ sonders dann, wenn sie unseren besonderen Ver¬ hältnissen angepaßt und nicht zu gelehrt, sondern mehr volkstümlich und allgemein verständlich ge¬ halten sind. Dies ist es, was man auf dem Lande überall vom „Genossenschafter" erwartet. Aber Pit den Zänkereien und Stänkereien soll er uns nur verschonen, denn diese interessieren uns nicht und schaffen für unsere Heimat keinen Vorteil, sondern eher das Gegenteil davon. Arag. (S t e r b e s a ll.) Am 24. Mai starb hier im 74. Lebensjahre der frühere Südfrüchten- händler Herr Georg Fritz. Er stammte aus Rieg (Schneidarsch) und hatte in Prag durch etwa 80 Jahre eines der schönsten Geschäfte dieser Branche. Er hatte es zu einem ansehenlichen Ver¬ mögen gebracht, besaß in Prag ein Haus, eine Villa in Hirschberg, außerdem ein schuldenfreies Geschäft und Barvermögen. Als er auf der höchsten Stufe seiner Erfolge sich befand, ließ er sich un¬ glückseligerweise verleiten, dem Glauben seiner Vorfahren abzuschwören und wurde Protestant. Kaum war dies geschehen — er hatte einen leicht¬ fertigen Sohn —, so verlor er binnen etwa vier Jahren alles. Zuerst kam die Villa, dann das Haus und hierauf das Geschäft unter den Hammer; es kam so weit, daß er sogar keine Wohnung mehr hatte. Da erbarmte sich seiner ein israelitischer Gönner und erwirkte ihm eine Unterkunft auf Lebensdauer in einem Stiftungshause. Seiner Heimat war Fritz schon ganz entfremdet. Er war seit seiner Jugend (seit 1866) nicht mehr in der- selben gewesen, trotzdem er dort seine Eltern und Geschwister hatte. Er starb in Verlassenheit. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Jose! Evvich. Buchdruckerei Joses Baolicek in Gotischer Zwei Ziegen frischmelkend, sehr milchreich, sind preiswert abzugeben bei Ztudokf Kppich, Hottfchee 27. ßin WMeröursche der auch Rcparaturarbeiten besorgen kann, wird in der Mühle in Mooswald bei Gotischer sofort ausgenommen. Kin schönes Iferd zwei Jahre alt, 14V? Faust hoch, braun, fehlerfrei, ver¬ kauft Josef Siegmund, Bahnrestauratcur in Mitterdorf. Gin Wferd Stute, 8 Jahre alt, 165 cm hoch, hat abzugeben Heorg Hramposch in Wintak. JägersteLe für Revier nächst Kočevje sofort zu besetzen. Anfrage in der Buchdruckerei, Gottschee, Lange Gasse 24. Danksagung. Für das Beileid anläßlich des Ablebens unseres innigstgeliebten Sohnes, Bruders und Schwagers, Herrn Kerd. Königmann wie auch für die ehrende Begleitung auf seinem letzten Wege in die Ewigkeit allerherzlichsten Dank. Sie trauernden Kinterökieöenen. Weg, am 4. Juni 1920. Maria sierbtt Die Jarnilien Kerbst und Königmann. sprechen wir hiemit unseren herzlichsten Dank aus. Insbesondere aber danken wir für die schönen Kranz- und Blumenspenden sowie für die ehrende Beteiligung am Leichenbegängnisse der hiesigen Beamtenschaft, den Professoren, den Mitgliedern der Gtadt- vertretung und des „Marienheimes" sowie allen anderen zahlreichen Teilnehmern. Hottschee, im Juni 1920. Danksagung. Für die vielen Beweise tröstender Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unserer innigstgeliebten, unvergeßlichen Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin, der Frau