^»K 8. K8H». Frühli n g. U^rühling lockt die Vlumcn alle, Und läßt trcsiios keine steh'n. Jede meint, daß sie gefalle, UttV er thut mit Allen schön. Und da blickt es rings »md träqet So das Köpfchen hoch empor. Jede vor den andern reget Lieblich sich im Streit hervor. Und da duftet eö und fächelt, Jede ist nur schön für ihn; Und er geht vorbei u»d lächelt, Wie sie lieblich sich bemuh'n. Seht doch, wie viel schöne Bräute Hat der Frühling sich geinacht! AIs er kam und als er freile. Hat ihn Alles angelacht. Und er lächelt schelmisch wiedcr. Läßt sie schmachtend Alle sich'n. Schlägt die Wimper leise nieder. Nie er schwankt im Weitergeh'n. Lange stehen sie und starren Mit der großen Augen Vl,ck; Doch vergeblich ist das Harren, Euch erscheint er nie zurück. PH. <3. Nathusiuö. Vaterländisches. ^Die Wattfahrtskirche U. L. Frauen zu Ehrengruben in Oberkrain. Von Carl Premier. Dem von der Hauptstadt Laibach in das Oberland sich begebenden, und das Zeyerfeld betretenden Retsenden, stellt sich im Hintergründe ostwestlich eine aus der Gegend von Lack bis an das rechte Saveufer bei Krainburg reichende, zum Theil culti-virte, größtentheils mit Laubholz bewachsene, mit vicr Kirchen gekrönte und durch verschiedene Schluch- ten verbundene Gebirgskette dar. Beinahe in der Mitte dieses Gebirgszuges erblickt man in der untern Gegend desselben eine nicht unbedeutende Strecke mit Nadelholz bewachsen, aus welcher sich von ci-nem niedern AbHange ein mächtiger Thurm emporhebt, und durch das Daseyn eines runden, mit hohen gespitzten Fenstern versehenen Gebäudes an sei-ncr Sette dem Wanderer verräth, daß hier der Glaube unserer Väter ein Gotteshaus hingestellt habe. Dieses ist die Wallfahrtskirche Maria CH-rengruben, erbaut an jener furchtbaren Stelle, wo vor Jahrhunderten eine verwegene Räuberschaar ihre Mordstätte hatte. In jener Zeit war diese, nun so schöne, mii wallendem Getreide, obstreichen Bäumen, angenehmen Triften, und aneinander hängenden Dörfern bedeckte, und von ein Paar Tausend Menschen bewohnte Gegend ein düsterer Fichtenwald, der große Feichfingerwald des Zcyerfeldes, der nur wilden Thieren, und menschlichen Unholden einen Aufenthaltsort both. Keine Wohnung war in der Nähe; nur die aus dem Iaurthal des benachbarten Kärntens, von Völkermarkt hcr, durch das Kankcrthal über Krainburg nach Lack, und von da durch das Pöllander - und Seyrachcrthal über den Schwär-zenberg, einen Theil des Birnbaumerwaldcs, über Hai'dmschaft und Görz nach Italien führende Han-dc sstraße des Oberlandes, durchzog diesen, den einzelnen Reisenden furchtbaren Schwarzwald. Wer nicht in größeren Caravanen reisete, der sicl unversehens den hier allenthalben auflauernden Räubern in die Hände. Derlei Vorfälle waren ganz dazu geeignet, den zwischen den Städten Krainburg und Lack bestehenden Handelsverband, zum grosien Nachtheile der Interessirten, zu hemmen und auch deren Handlungöspeculationen in entferntere Gegenden ganz einzuschüchtern. Der Handel stockte. Krainburg und Lack waren damals nach der Hauptstadt die bedeutendsten Handelsplätze im Lande. Der Verkehr mit den kärntnischen und oberkraim'schen Eisenwaien und mit den Lacker Leinenerzeugnisstn war betracht- 38 lich, und konnte es nach der merkantilisch-wichtigen Lage beider Städte auch seyn, und zwar: Krain-burg, als an dem Hauptfiusse des Landes, auf dem Hauptcommunicationspuncte des Oberlandes mit dem Unterlande und Hauptübergange nach Kärnten gelegen, und Lack, am Ende der großen Zeyerebene am Eingänge in die Thäler derj, Italien berührenden julischen Alpen, als der Schlüssel Italiens in der Nachbarschaft der damals wichtigen Gewerkschaften zu Eisnern, und als der Mittelpunct der Leinwand - Manufacturen. Einen gutcn Beweis der damaligen Handclsmächtigkeit beider Städte liefern noch gegenwärtig die vorhandenen masswen, mil Handelsgewölben versehenen Häuser auf ihren Hauptplätzen. Die Straße über den stürmischen Loibel bestand damals noch nicht; sie wurde erst in dec späteren Zeit, um das Jahr 1558, von Erzherzog Carl, aus der zweiten oder steyrischen Linie, auf seine eigenen Kosten erbaut. Die vielen Schreckensund Mordscenen, welche sich auf dieser Straße und im beschriebenen Walde ergaben, riefen zu nachdrücklichen und kräftigen Maßregeln gegen das Räu-bergesindel auf. Die bewaffnete Macht wurde aufgebothen, und die Unholden nach gewaltiger Besiegung aller Hindernisse endlich bezwungen, eingebracht, und der strafenden Gerechtigkeit überliefert; ihr Schlupfwinkel, die schreckliche Mördergrube, zerstört, und an jener Stätte erhob sich die aus Dankbarkeit zur Ehre der göttlichen Mutter von dem so sehr gefährdeten Handelsst^nde neu hergestellte Wallfahrtskirche Maria Ehrengruben. Diese Kirche ist sowohl an Größe als an der Erhabenheit ihres altdeutschen Baustyls eine der ersten im Lande. Sie besteht, was besonders auffallend ist, aus zwei besonderen, in der Bauart wesent-lich von einander unterschiedenen Abtheilungen. Der obereTheil, welchen man füglich das Sacrarium nen-nen könnte, ist in dem leichten, schönen, altdeutschen Style des Mittelalters, der noch jetzt wohlgefällt, erbaut. DasschönehoheGewölbedieser Abtheilung, mit seinen netzförmigen Rippen, wird von den auf Säulen, ruhenden hohen Seitenmauern, und in der Mitte von sechs gleich weit von einander stehenden schlanken Säulen getragen. Dicse schönen gelb und weiß geränderten Säulen heben sich, Palmen gleich, zudem hohen Gewölbe leicht empor. In der Mitte des Hintergrundes, oder in der von fünf hohen gespitzten Bogenfenstern hell beleuchteten Rondelle desselben steht der breite, bis an die Gewölbdecke reichende, pyramidenförmige hölzerne Hochaltar, in drei Abtheilungen en baut. Derselbe ist nntFigmen, kleinen Pyramiden, Laub« werk, Engeln, Engelsköpfen mit vergoldeten Flügeln und vergoldetem Schmelzwerke, und sonstiger reichli- cher, des Alters ungeachtet noch frisch erglänzender Vergoldung stark bedeckt, und verräth das Zeitalter seiner Erbauung. Das Gewölbe ist in alter Manier an den Rippennetzen mit mannigfaltigen Mutter-Gottes-und andere Heil. Bildern, so wie mit verschiedenen Wappen geziert, und zwar lalles aus Stein gehauen. Unter den Wappen verdienen ein kaiserl. Adler, das Herrschaftswappen der Fürstbischöfe von Frnst'n' gen, und andern, insbesondere jenes der Herren äelll» äcalu, eine weiße Leiter im rothen Felde, darstellend, bemerkt zu werden. Dieses Wappen der Herren c!el!l» scala habe ich an den Ge-wölb,n der uralten Pfarrkirche zu Altenlack, und in der, auch im alten Style erbauten, Stadtpfari> kirche zu Lack wieder gefunden; hinlängliche Beweise über das Alter dieser Kirche, und daß diese Herren von derLeiter, besondere Wohlthäter gewesen, weil dem Gebrauche des damaligen Zeitgeistes zu Folge nur die besondern Wohlthäter, oder Vogtherrn der Gotteshäuser, in diesen ihre Wappen ha< ben aufstellen dürfen. Alle Zwischenräume des netzförmigen Gewölbe- Gerippes sind verschiedenartig gemahlt, theilweis mit abenteuerlichen Figuren. Die erwähnten sechs hohen, schlanken Mittelsäulen tragen in zierlicher erhobener Arbeit statt den Cap^ tälern verschiedenartige Arabesken, mit den angebrachten Emblemen der vier Evangelisten. An vier Endknäufen der an die obere auswärtige hintere Wand gespannten Gewölberippen, deuten als Votivbilder vier aus Stein gehauene Köpfe auf die ehemals hier bestandene Mördergrude und auf ihre Bewohner. Es sind zwei männliche, dann ein mit einem Haupttuche umwundener weiblicher, und ein Hundskopf. Der Tradition zu Folge sind es die Köpfe des Näuderhäuptlings, seines Bruders, sei' ner Mutter und ihres menschengefährlichen Bullen-beißers. Ohne Zweifel waren früher nebst dem Gewölbe auch die Seitenwände dicscr Abtheilung mit verschic-nen Vorstellungen bemalt. Wahrscheinlich dürften solche die Geschichte der Entstehung dieser Kirche enthalten haben. Allein der hie und da häusig gefundene, für die Geschichte und ihre Denkmäler so sehr nachtheilige Eifer, oder vielmehr Mißbrauch und Wandalismus, alte schätzbare Gebäude, insbesondere Kirchen zu modernisiren und alte Malereien ohne Schonung mit Kalk zu bcklekscn und zu übertünchen, hat leider auch hier seine Opfer genommen, und der vaterländische Geschichtsforscher und Freund betrauert fruchtlos solchen Verlust an der alten Kunst. Außer dem bereits beschriebenen Hochaltar befinden sich in dieser Abtheilung noch drci andere Altäre aus jüngerer, neuerer Zeit, wovon jener an der linken 39 Seitenwand, dcr heil. Magdalena gewidmet, bemerkt zu werden verdient. Das Altarblatt verräth eine Meisterhand. Schade, daß dieses Bild durch Feuchtigkeit in feinem Colorit zu erlöschen beginnt. Dieser Altar ist der auf demselben befindlichen Inschrift zu Folge, von einer Freiinn vonLampfrizheim, Gemahlinn des Erbauers, und Besitzers des in der Nachbarschaft liegenden-Schlusses Ehrenau, welcher gleichzeitig Herrschaftsadministrator oder Schloßhauptmann zu Lack gewesen, errichtet worden. Auf einer längs der rechten Seitenwand der Kirche befindlichen Tribune steht die nach der ganzen Länge derselben sich ausdehnende Orgcl, und der 24 Klafter ins Gevierte, und zwei Klafter Dicke messende hohe, breite und majestätische Kirchthurm, in welchem drei gut gestimmte Glocken, wovon die größte über 36 (Zentner wiegt, hängen. Dieses harmonische Geläute ist bei dem schönen Schlag der großen Glocke in einer großen Entfernung besonders anmuihig zu hören. Noch bcfindet sich in diesem Thurme zu ebener Erde die sehr geräumige Sacristei. Diese ganze obere Abtheilung ist in allen ihren Formen ein schönes, wohlerhaltenes Monument altdeutscher Baukunst, und derselben dürfte in ihrem Baustyl vielleicht im ganzen Vaterlande nur jene zu St. Ruprecht in Unterkraim gleichkommen. Im Dberlande hat sie dießfalls meines Wissens ihres Gleichen nicht. Diese Abtheilung ist von der untern durch eine über.die ganze Breite der Kirche gezogene steinerne Stufe abgesondert. Oben an den beiderseitigen Wölbungen, insbesondere an jener der unteren Abtheilung, ist die Absonderung dcr beiden Abtheilungen besonders bemerkbar, und deutlich zu entnehmen, daß beide Abtheilungen nicht gleichzeitigen Ursprungs, sondern die untere älter sey, und die obere der untern zugebaut wurde; denn während der obere Theil hell und erhaben, mit hohen gespitzten Bogenfenstern da steht, bildet der untere Theil, in drei Abtheilungen gesondert, das Schiff der Kirche, als ein niederes, von breiten, sehr massiven viereckigen Pfeilern getragenes Gewölbe, mit cin Paar gothisch geformten, breiten, kein hinlängliches Licht gebenden Fenstern. (Fortsetzung folgt.) Anf dem Werg. Vor der Mutter schön und heiter Steht ein Kind und wills erringen. Sich zu ihrem Haupt zu schwingen, Und ein Schemel wird die Leiter, Um sie küssend zu umschlinge». So, dem tiefen Grund entflohen, Unter mir die Wolkcnschichte, Auf dem Nerg im Morgenlichte Lieg' ich dir, Natur, der hohen, Schönen Mutter am Gesichte! Ludwig Seeger. Die Elaffification der Männer. Die Männer (versteht sich mit Ausnahme der Ehemänner, welche alle nur in eine Classe, nämlich in jene der Herren im Hause, oder Siemandeln genannt, gehören) lassen sich am besten nach den vier Elementen eintheilen. Die erste Classe bilden die Wassermänner; diese sind die Gefühlvollen, deren Verstand durch eine Fluth von Empfindungen unter Wasser gesetzt und verdünnt ist. Sie fühlen nur, und ihr Leben gleicht dem Spiegel eines Sees, der von jedem Windstoß in zahllose Wellen getrieben wird. Bei Damen sind sie ein unerschöpflicher Quell von süßen Redensarten, in deren Zuckerwasser sie den Verstand der Damen aufzulösen suchen, um das Herz für sich angeln zu können. Ihre Liebe zerrinnt wie eine Welle, und sie schwimmen auf dem Meere ihrer Gefühle von einer Dame zur andern, bis sie endlich einer klugen Fischerinn in's Netz geschwommen sind. Männern von einem andern Elemente sind sie zu wässerig, denn ihr Verstand gleicht der Arche Noah, die mit einigen bunt durcheinander laufenden Hausthicren auf einer weiten unabsehbaren Wasserfläche hin- und hergetrieben wird. Die zweite Classe bilden die dem Elemente der Erde angehörigen Verstand es menschen, die sich ihr Leben lang durch die Sandwüste der prosaischen Wirklichkeit schleppen, und wie die Maulwürfe hie und da die Erde durchwühlen — eine Erfindung machen, ein Buch schreiben u. dgl. — zum Beweise, daß sie da gewesen sind, bis sie sich endlich? matt und müde, unter einen größeren Erdhaufen, den Grabhügel, zur Ruhe legen. — Sie arbeiten in dem Bergwerke der Gelehrsamkeit, worin kein erheiternder Strahl der Phantasie fällt; oder sie sind Spe-culanten, die nur den Sonnenbli>ck dcr Louisd'ore kennen; oder sie sind Tagwerker, deren Augen der Nebel des Actenstaubes ewig umhüllt. —Ihrem Geiste fehlen die Flügel, um sich von der Erde aufzuschwingen; sie sind in ihrer Unterhaltung trocken wie Streusand, und für Damen sind sie wahre Sandmänner, die nur schläfrig machen. Sie fragen bei jeder Sache gleich nach Grund und Boden (wenn sie heirathen wollen, nach Geld), aber in der Liebe bauen sie aus Sand, den dcr erste beste Windbeutel fortbläst. In die dritte Classe gehören die Männer aus dem Feucrlandc dcr Leidenschaften. Sie 40 haben Verstand, aber jede auf diesem Felde keimende Pflanze wird von der Sonnengluth ihrer Assecte ver-brannt; sie haben Grundsätze, aber sie werden von ihrer afrikanischen Hitze verzehrt; sie haben Witz, aber er ist versengende Satyre, er ist ein Blitz, der vernichtet. Sie lieben das Feuer des Weins, die Sonne schöner Augen, und das Roth der Mädchenlippen, aber ihr Herz kocht jeden Augenblick über, und ihre Augen glühen bald vor Zorn, bald vor Liebe. Ihre Liebe ist aber Aequator-Hitze, in der man leicht verschmachtet; sie ist ein Feuer, das rasch und hoch auslodert und rasch verlöscht. Sie gleichen im Alter einem ausgebrannten Vulkan, in dem es noch manchmal wühlt und donnert, aber sie sprühen nicht mehr — und chre Leidenschaften sind verglühte Kohlen, die nur sich und Andere schwärzen, ohne zu leuchten oder zu erwärmen. Die vierte Classe sind endlich die Windbeutel, ein leichtes, sanguinisches Völkchen, aufgebläht, aber leicht zu zerdrücken. Den Damen, die sich so gerne Wind vormachen lassen, sind sie besonders angenehm, und ein Mädchen wird durch nichts aufgeblasener, als wenn sie ein solcher aufgeblähter Courmacher mit angenehmen Redensarten ümsäuselt. Fehlt.ein solcher Mann in einer DamengeseUschaft, so herrscht darin eine Windstille, tritt er ein, so schwellen alle Segel, er facht das schon verlöschende Feuer der Unterhaltung wieder an, und tadet alle Mädchen in den Luftballon seines Herzens, um sie bald als Ballast wieder auszuwerfen; doch der Wind, den sie machen, wird nie zum Sturme der Leidenschaft anwachsen; sie treiben den Leuten nur Staub in die Augen, und sind vergänglich wie eine Seifenblase. Ueber den Mamen Walachsn. Es ist wohl kein Zweifel, daß wir den Namen Walachen von slavischen Völkern überkommen haben; Woloch, Walach, und abgekürzt Wloch und Wlach,' sind die verschiedenen Aussprachen desselben Wons, mit dem die slavischen Völker di< an der untern Donau sitzenden Landeseinwohner bezeichnen, welche sich selbst Numuny nennen. Der Name Wlachen hat sich dann auch auf andere Völker ausgebreitet, denn bekanntlich kommt der Name Morlaken von Mor-wlachen, Wlachen, die am Meere wohnen, her. Schon dieser Umstand könnte darauf hindeuten, daß der Name Walachen oder Wlachen nicht slavischen Ur« sprungs ist, und wir möchten ihn wohl der deutschen Sprache vindiciren, indem die deutschen Völker an der Donau vor alter Zeit die dort hausenden fremden Nationen, und namentlich die römischen Ur- sprungs, Wälsche nannten, welches Wort auf die nachrückenden, Anfangs in untergeordneter Stellung auftretenden Slaven überging, von denen wir es in veränderter Form wieder erhalten haben: Bekanntlich nennen die deutschen Völker alle ihnen fremde Nationen Galen oder Walen und im Adjectiv Wälsche. Nicht bloß heißt im südlichen Deutschland Italien noch im Munde des Volks sehr häusig Wälfchland, sondern in der Schweiz, im Elsaß, in Flandern nennt man die romanisch redenden Nachbarn Wälsche, Walen oder Wallonen. Die Sachsen in England wandten den Ausdruck auf ihre keltischen Nachbarn an, daher die Ausdrücke Wales und gä'Iische Sprache. Kurz, für den deutschen Stamm war das Wort Gal, Wal und Wälsch dasselbe, was für den Slaven Niemez ist, d. h. der Stumme, der Unverständliche *), im Gegensatz gegen den Slaven, den Redenden- Warum den Slaven nicht auch von deutscher Seite aus der Name Walen oder Galen gegeben wurde, ließe sich allenfalls vermuthen. Der Name scheint sich immer nur erst nach längerem Ne beneinanderwohnen ergeben zu haben, da aber die slavische Völkerfluth im sechsten und siebenten Jahr« Hunderte die Reste der nordöstlichen deutschen Stämme zwischen Elbe und Niemen vernichtete, so erschienen sie mit einemmal beiden westlichen Völkern, und traten als Sieger unter dem selbstgeschöpften Namen Slaven und unter den einzelnen Völkernamen auf. Was endlich noch die Form des Namens Walachen oder Wlachen betrifft, die allerdings dem deutschen Worte Walen nur sehr ferne zu stehen scheint, so machen wir nur auf den Umstand aufmerksam, daß die slavisch redenden Völker eine Menge Wörter, die sie mit uns gemein haben, auf ähnliche Weise verdrehen. Unser deutsches Wort „Walten" ist im Slavischen „Wlade," unser Wort »Zurl« ist im Slavischen „Vrod," unsere Stadtbenennung »gard» ist im Slavischen «grad« oder ..grod.« Die Vermittlung zwischen diesen beiden Sprechartcn sin- , det sich im Russischen, wo man z. G. qorod statt 'grod setzt, und im ältern Slavischen, wo Nolodimir z.B. auch seinen Stamm in „Wladc," herrschen, hat. G h a V a d e. ,Dre isylbig. ) Erwarte nicht vle! vo» don Ersten. Ol'ün söi,i! dst dli selbe'- dir die Labten. Und wirst noch am (5»de daS Ganze. ") Niemcz ist j>!)t als Name der Deutsche unter den slavische» Völkern geblieben, iüd.sscü nennen sie auch andere Böller so, und als Franzcs.'N in ihr Land lamen, hiesien di.-sc ebenfalls Niemzi bei dem Volte, das sie nickt verstand, Zu bemerken ist auck, das! >"ir de» Name»/ welchen wir bei den Türken führen, Ncmsi, den Slaven verdanken, weil die Türken die Kenntnis! von Uüscrm Voll durch slavische Stamme crhiclren. Ucbcrhaupt ist in der Geschichte nie auszer Acht zu lassen durch wen ei» Voll den Namen des andern kennen lernte; wüsiten wir dies, immer, man würd« in der Ethnographie nlcht so oft in der Irre umhergehen. Verleger: Ignaz Alois Vdler v. Kleinmayr.