Nr. 240. Mittwoch, 2«. Oktober 1886. ll)5. Jahrgang. OMcher Mmg. ---------—_ ^"?"'""«il««»prel«: Ali« Postversendnn«: ganjjähil, fi. l5, halMhri» fl. 7.50, Im «omptolr: ,, ^^^ st, li. halblähli« 5,5«. ssllr b!t Zustellung in« Hau« ganMhri« st, i. — I»lertio»»«b»r: y«, "t'N« Inlttate bi« ,„ < ^sllen «»lr,, nrührre pr. ^c<>« s ll.: bc, iisl^iri, Wicderbolunncn pl. Ze,le » lr. Dle ,?°, sj> lag des Petitionsausschusses zu sprechen und Helm., "' der denn doch in erster Linie die Anf-derV ber Wegmauten intendiert. Auch ich muss iu mit deu verehrten Vorrednern von der Gegen-_________________ seite insofern übereinstimmen, dass das Mautwesen in seiner gegenwärtigen Organisation thatsächlich mit vielfachen Belästigungen und Vexationeu des reisenden Publicums verbunden ist. Der Herr Abgeordnete Tausche hatte vollkommen recht, darcnif hinzuweisen, dass die gegenwärtigen Mauteu deu Persoueu- und Frachteuvcrkchr erschweren, die gauze Güterbewcguug vertheuern, und was die sonstigen Vexatiouen, die sonstigen Belästigungen des Publicums betrifft, davou löuueu namentlich wir in jenen Ländern ein Klagelied siugeu, die sich uicht der erforderlichen Eisenbahnverbindungen erfreuen. Wenn jemand Gelegenheit gehabt hat. in finsterer Nacht und bei strenger, schneidender Winterlälte vor einer Mautbarriere zu warlcu, sich iu vergebliche» Anstrengungen erschöpfend, um den Maulner ans seinem gesegneten Schlummer aufzurütteln, so wird ihm der Gedauke an die Nothwendigkeit der Aufhebung dieser Einrichtuug wohl vou selbst kommen. Anch insofern hat der Aus' schussbericht recht, wenn er sich darauf beruft, dass durch die Mautschraukeu bereits vielfache Unglückssälle hervorgerufen wurden sind. Von diesem Standpunkte aus — die anderen Einwrndungeu, die der Herr Ab-georduete Tausche betreffs des Aussehens der einzelnen Manteinnehmer und der Mautgebände vorgebracht hat, werde ich uicht berücksichtigen, da es mir und ebenso jedem anderen Reisenden schließlich ganz allescius sein dürfte, ob der Mauteinheber in seinem gegenwärtigen Kostüm oder meinetwegen mit Sturmhut und Degen seine Kreuzer absammeln kommt, oder ob das Mautgebäude statt seiner jetzigen Nelcuchtuug etwa gar mit elektrischem Glühlicht beleuchtet ist, da das doch im wesentlichen anf das Gleiche hinauskommt — jedoch, von den, Standp.inkte aus, dass der Verkehr dadurch gehemmt wird. wäre auch ich für die unbedingte Aufhebung des Mautgeldes. Ich würde mich uicht eiumal daran stoßen, dass das Mautgeld au uud für sich als volkswirtschaftliche Gebür berechtigt ist. was auch der Ausschussbericht deutlich auerkcuut uud deutlich hervorhebt, indem er sagt: es ist eine vollkommen gerechte, vollkommen billige Abgabe; denn es ist schließlich nur iu der Ordnung, dass derjenige, der eine Straße benützt und durch die Benützung zur Vcrschlechteruug dcrsrlbcu beiträgt, auch dem Staate oder derjenigen Zwangsgcmein-wirtschaft, die sie hergestellt hat und erhält, ein ge- wisses Entgelt dafür gibt. Alles daS zugegeben, so wäre ich doch für unbedingte Aufhebung, sobald dies in Anbetracht der Staatsfinanzen nur halbwegs zu> lässig wäre. Allein in einem Staatshaushalte, der an einem chronischen Deficit laboriert, geht es einmal uicht an, ans einen Einnahmsposten, der noch im heurigen Budget mit 2 455 (XX) fl. netto eingestellt ist. ohne Ersatz zu verzichten. Das aber. was als Ersatz dafür vorgeschlagen wurde, ist derart, dass ich mich unbedingt dagegen aussprechen. mich entschieden dagegen verwahren muss. Da hat der Herr Abgeorduete Tausche vorgeschlagen, die Mauten aufzuheben und als Ersatz dafür eine Bedeckung durch Umlagen einzuführen. Das leitende Princip war bei ihm: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! Ich accepticrc diesen Standpunkt, und auch meine Wähler wären sofort bereit, den auf sie entfallenden Umlagekreuzer zu diesem Zwecke mit Freuden zu entrichten, wenn man ihnen dafür nur einen Theil jcuer reichen Communicationsmittel zur Verfügung stellen würde, deren sich das nördliche Böhmen bereits heute erfreut und die wir heute leider noch vergebens anstreben. Man sieht anch hier. dass die Verhältnisse iu Oesterreich nun einmal so liegen, dass es sehr schwer ist, nach einer Schablone allen gerecht zu werden, alle Bedürfnisse zu befriedigen. Noch viel weniger geeignet und ein absolut unglücklicher Gedanke scheint mir jedoch das zu sein, was über die Zugthiersteuer gesagt wird. Um diese Steuer zu beantragen, hat der Ausschussbericht das Wegwesen von ganz West« und Eentraleuropa vor unseren Augen Revue passieren lassen; er hat aber meiner Ansicht nach ein sehr wesentliches Moment dabei verschwiegen, nämlich gerade das Moment, in welchem Staate gegenwärtig eine Zugthiersteuer eingeführt ist. So viel mir bekannt, gibt es keinen Staat, der eine derartige Besteuerung hätte, denn die Analogie, die heute vom ersten Herrn Redner in der Debatte mit der Gebür auf Vicinalstrahen in Frankreich angeführt wurde, ist nicht zutreffend, nnd sonst ist die Zugthiersteuer nur in einem einzigen kleinen Staate eingeführt gewesen, nämlich in Aaiern im Jahre 1808. Allein bereits im Jahre 1822 imisste sie oort infolge der lauten Beschwerden des Landtages abgeschafft werden, weil namentlich die Uebcrlastuug der Ackerpferde und der Ochsen eine derartige war, dass man die Abgabe unerträglich fand. Ich sage also, dass der Ausschuss der hohen Regierung Feuilleton. Frcnudschaft oder Liebe? Ist Freundschaft zwischen rincm Mann nnd rincr ssrau mllsslich? Ja, wenn sic Mann und Frau sind. Hans Marl> ach. l,Hln3',^N! Dictum stehen so viele bedeutsame Aus-^dllilt eMMen, dass die Frage hiemit nicht als ^au/n "ledigt zu betrachten ist^ Es wird immer ^äl,ner^"' welche sich nach der Freundschaft edler Nebenz - ^"kN' die in derselben, vielleicht nicht ver-,^d 's ^ Anregung, jenes geistige nnd sympathische Nicht ,>^." werden, das sie im Umgang mit Frauen ^ale Q ?"^n vermochten. Ob dieser' seltene, rein lchost. ^eleneiuklang mit Recht den Namen «Freuud- c> verd.eut, das eben ist zweifelhaft, st der !3 ^°st 'st nicht so sehr ein Bund der Herzen , ebereink- '!"- Dl'e besten Freundschaften sind auf ^'schell «i""''ma. der politischen, gesellschaftlichen, künst-t "< Til^^'plrn ssegrüudet. Gemeinschaftliches Stre-Hch zNlnt des Charakters genügen oft zur Freund-ü^'gen N?" Männern. Anders die Franen. Ihre O"l und w^"'sse New, doch stets in zweiter Linie. Den. os. "'chwng. Inhalt uud Zweck ihres Lebens ist >e lieb ""beumsst. '" der Hauptsache nur das Herz. ?«s tzch/' be ""d geliebte Frau empfindet wohl selten fährten -U« ""ch einer andern Freundschaft, als der ^ ül ibs. "ö Mannes, Geistig strebende Frauen, ei^ Nebe 5^'cht'l,tel, Ansprüchen auf Lebensglück. Went!.' .ch'ffbruch gelitten haben, suchen als Ersatz m der Freundschaft, uud da diese zwischen Frauen noch seltener echt zu finden ist, so wenden sie sich mit ihrem Freundschaftsbedürfnis abermals den Männern zu. Die lehtereu sind, obwohl weniger als die Fraueu iu augenrhmer Selbsttäuschung befangen, gern bereit, sie zu gewähren. Eine Freundin ist doch meistens nachsichtiger, liebenswürdiger als ein Freund. Und wie viel Anmuth und unbewusste, aber rci-zende Koketterie kann den freundschaftlichen Verkehr mit einer Frau beleben. Das ewig Weibliche bleibt in ihrem Umgang auch dann noch ein Reiz, wenn das Herz sowohl als die Augeu nicht mehr ihre Nechuung dabei finden. Uebrigcns'ist es noch dahingestellt, ob es jemals einen Mann gegeben, der einer allen und hässlichen Frau ein wahrer Freilnd gewesen. Es wäre zu beweise», ob Numa's Egeria, ob Plato's Diotlma und Tausende vor und nach' ihnen bis herab auf unsere Zeit bloß weise, nicht auch schön gewesen. Es scheint nun festgestellt, dass die Männer kein ganz ungemischtes Freundschaftsgefühl für die Frauen zn empfinden uer-mögeu. Was aber diese anbelangt, so sind fie selbst wenigstens fest davon überzeugt, dass ihre Freuudschaft für die Mäuucr eiue vollkommen echte und probehal-tige sei und für ein befühl genommen werden müsse, das mit dem zufälligen Geschlechte der Bethcll,gten uichts zn schaffen habe. Und doch! Und doch! Eine Dame, deren laugjährige, ganz überirdische Freundschaft für eiuen etwas jüngeren Maun ihr das Recht gegeben hätte, alle diese Ailssühruugen ac! i^m-.wm zn führen, gelangte schließlich, als der Freund ihre Tochter heiratete, zu der Erkenntnis, es müsse auch hinter diesem idealen Freund-schaftsbnndc ein unmerklicher Pferdefuß gesteckt haben. Eine andere Dame erwartet nach mehrjähriger Trennung ihren alten, erprobten Freund, der, als sie schön, gefeiert, verwöhnt gewesen, ihr stets nur als ein brüderlicher Mahner und Berather erschienen, für den sie auch nichts als freundschaftliche Sympathie empfunden. Mehrere Wochen vor seiner Ankunft ist sie bereit« in fieberhafter Thätigkeit, um ihu würdig zu empfan-geu. Der ersehnte Tag ist endlich da, die Vorbereitungen beendet. Das neue Gebiss sitzt und functioniert vortrefflich, Guerlains Präparate wirken Wunder, Schneiderin und Modistin haben sich selbst Übertrossen, und der alte Freund, deu fie kaum mit dem Herzen einer Schwester, sondern mehr mit der Empfindung eiues Bruders, eines Kamcradeu geliebt, steht überrascht vor sciuer nie alternden Freundin! Doch genug der Indiscretionen. Aus dem Besprochenen geht zur Geuüge hervor, dass das innerste Wesen dieser Freundschaften vor der kritischen Loupe eines strengen Seelenforschers nicht immer bestehen könnte. Es ist zu schwer, davon ganz zu abstrahieren, dass man ein Mann oder ein Weib ist, um sich in solch ideale Höhen zu erheben, wo man durch nichts mehr daran gemahnt wird. Daher scheint es am gerathensten, wenn es Freundschaft zwischen einem Manne und einer Frau geben soll, es gleich Mann und Frau ist, die sie schließen. Die« wird die innigste, die ehrlichste Freundschaft sein, die es geben kaun. eine Freuudschaft, der alle Grazie und Koketterie des Weibes, alles irdische Empfinden des Mannes nicht uur nicht zum Vorwurfe gereichen, sondern diesen Gund so festigen uud verschönen, dass sich s"» 5"^?°'"" eine ganze Lebensdauer hindnrck "icht abschwacyl. ,on-dcrn sich immer bis ins späte Alter steigert zum Seyen beider, zum Gedeihen der Familie! «- v. ^, Laibacher Zcittmg Nr. '^4tt 1964 20. Oltow 166tt. die Einführung einer Zugthiersteuer vorschlägt, einer Steuer, die gegenwärtig in keinem Staate besteht und die auch nur vor einer geraumen Zeit in dem kleinen Königreiche Baiern mit seinen gleichmäßigen Verkehrs-Verhältnissen eingeführt war, um nach 14 Jahren vom Schauplatze zu verschwinden. Schon dies erweckt in mir gegründete Bedenken gegen diese Steuer. Man hat darauf hingewiesen — in der Debatte ist dieses Argument vorgekommen, es findet sich auch im Berichte — die Regiekosten werden geringer, die Erhcbungskosten werden verwohlfeilt. Zugegebeu, ein Theil der Regiekosten und der Pachtgewiun werden wegfallen, und wenn ich dem Ausschusse und seinen Zahlenansätzen folge, so dürfte sich dies auf 50 Procent oder 1200000 fl. belaufen. Da möchte ich aber den geehrten Herrn Berichterstatter und die Herren von der Gegenseite, die in der Debatte das Wort ergriffen haben, doch auf denAussftruch einer anerkannten Autorität auf dem Gebiete der Finanzwissenschaft verweisen, die sich mit aller Bestimmtheit gegen diese Form der Besteuerung ausgesprochen hat. Es ist Adolf Wagner, der in seiner «Finanzwissenschaft» Folgendes sagt: «Die erste Form, Zugthiersteuer nämlich, erscheint principiell nicht ungerecht und unzweckmäßig, aber ihre technische Durchführung bringt viele Schwierigkeiten, Belästigungen und kaum ganz zu vermeidende Ungleichmäßigkeiten mit sich, Nachtheile, welche schwerer wiegen, als die wohl angeführte» Vortheile dieser Form vor dem Weqgelde, zum Beispiel die ein-fächere und billigere Erhebuug.» So urtheilt die Theorie, uud auch ein Blick auf die Praxis in Oesterreich zeigt, dass eine unbilligere, ungerechtere Steuer sich nicht leicht ausfindig machen lässt, als die projectierte Zugthiersteuer es ist. Um das an einem concrete« Beispiele zu beweise», bitte ich Sie. die Verhältnisse jenes Theiles von Krain ins Auge zu fassen, den ich mit mehreren Collegen im hohen Hause zu vertreten die Ehre habe. Mein Wahlbezirk umfasst den unteren Theil Krams, ungefähr 90 Quadratmeilen, beiläufig fo viel wie das Herzogthum Schlesien. Dieser Landestheil genießt bis auf den heutigen Tag keine Bahnverbindung; er wird von einer einzigen ärarischen Straße durchzogen, die von Laibach über Rudolfswert nach Karlstadt und Agram führt. Ich erinnere mich, irgendwo — in einer Verwaltungslehre oder Finanzwirtschaft — einmal gelesen zu haben, dass man Weggelder nur auf Kunststraßen (Chausseen) einHeben solle. Die Art der Anlage und der ganz unnatürlichen Steigerungsverhältnisse ist jedoch hier eine derartige, dass diese Reichsstraße den Verkehr eher unterbindet als fördert, und dass sich gegenwärtig der Verkehr meist auf die benachbarten, besser angelegten Bezirksstraßen hat ziehen müssen. Mauten aber existieren auf der Straße noch immer. Wie viele Theile von Unter-krain gibt es nun, welche vnn dieser ärarischen Straße gar nicht berührt wcrdeu? Südlich von der Reich >straße liegen gleich fünf Gerichtsbezirke: Seisenberg, Tschernembl, Großlaschiz, Gottschee und Reifniz, mit einer Bevölkerung von rund 70000 Seelen. Diese Gerichtsbezirke haben gar keinen Antheil an der Reichsstraße, sie benutzen dieselbe gar nicht. Sie gravitieren nach ihrer Verkehrs-richtung ganz anders wohin, sie befriedigen ihre Ver- kehrsbedürfnisse lediglich durch die von ihnen selbst gebauten und von ihnen selbst erhaltenen Bezirksstraßen, für welche sie bis 20 pCt. Straßenumlagen zahlen. Nun kommt der Ansschuss her und sagt: zur Strafe gewissermaßen, weil ihr keine Bahn und keine ärarische Straßen habt, sollt ihr noch die Zugthiersteuer zahlen, noch zwei, respective cine» Onlden für ein Pferd, 25 kr. für das Zugrind entrichten, damit die Mautgebüren anderswo in Wegfall kommen! Ich habe mir die Mühe genommen, nach dem Viehstande überhaupt deu aliquoten Theil dieser pro-jectierteu Zugthiersteucr für diese Bezirke auszurechnen. Ich finde, dass diese fünf Straßen- und Gerichtsbezirke, die, wie gesagt, nichts von den ärarischen Straßen haben und gar nicht in die Lage kommen, ärarische Mauten zu passieren, lediglich an Zngthiersteuer über 7000 fl. zahlen müssten. Wenn Sie eine ungerechte, eine unbillige und die Bevölkerung unverhältnismäßig treffende Stcner dcr Regierung anrathen wollen, so haben Sie in der That in der Zngthierstener das beste Mittel! Wenn man die Sache nach den Ländern ansieht und da ein bischen die bisherigen Erträgnisse des Maut-gefälles vergleicht mit dem Erträgnisse der Zngthiersteuer — ich folge immer den Ansähen des Mutiven-berichtes des Ausschusses, — so ist es eigenthümlich, was sich hier für Zahlen herausstellen. Ich glaube von der Voraussetzung ausgehen zu dürfen, dass das Mant-erträgnis so ziemlich von jenem Lande gezahlt wird, in welchem es aufgebracht wird. Damit haben ja anch die Herren Redner dcr anderen Seite übereingestimmt, welche sagen, dass diese Straßen heute lediglich dein localen Verkehre dienen. Nehmen wir einmal Niederösterreich. Dieses bringt nach dem Staatsvoranschlage an Weg- nnd Brückenmantengebüren 619000 fl.. und die Zahl der Pferde in Niederöstcrreich — ich habe die Daten aus dem statistischen Handbuche vom Jahre 1885 geschöpft — beläuft sich ans 106 625. dic Zahl der Riuder auf 564167. Es würde demnach, wenn die Zugthiersteuer, wie sie der Ausschnss beantragt, Fleisch und Blut würde, die künftige Leistung Niederösterreichs 209 567 fl. betragen, das hnßt Niedcrüster-reich würde um 409424 fl. weniger zu zahlen haben. Nun, wir in Krain sind schon übler daran, denn unser Mauterträgnis wirst heute 52 0M fl. al>; wir habeu einen Pferdestand von 21975. einen Rinderstand von 225144. immerhin betrüge daher unsere Leistung nach dem Projecte des Ausschusses 56050 sl.. das heißt, wir müssten, wenn die Zngthiersteuer zur Wahrheit würde, um volle 4000 fl. mehr zahleu für unsere schlechten, für unsere so erbärmlich vernachlässigten Communicationsmittel, die ein schreiender Beweis sind für die Vernachlässigung unseres Landes in volkswirtschaftlicher Beziehung. Was zahlt nun Galizien. jenes Galizien, dessen Armut der geehrte Herr Abgeordnete für die Lcopoldstadt in der Petroleumdebatte mit so beweglichen Worten uns geschildert hat? Es zahlt heute 493000 fl. Es hat über 735262 Pferde. 2 242 861 Rinder, das heißt nach dem Ansätze des Anschusses hätte es in Hinkunft 1247 605 fl. zu zahlen oder um volle 754605 fl. mehr als heutigen Tages. Diese Zahlen sind so drastisch, dass man getrost behaupten kann. derjenige, der die Einführung derartiger Steucrprojecte befürwortet, hat es abgesehen aus das Schlimmste, was auf dem Gebiete dcr SteliciMß-gebung überhaupt gedacht weiden kann, nämlich al eine völlige, dnrch und dnrch ungerechte Umwälzung l> den Steueruerhältnissen unserer Länder. Ans ^ Weise würde mir das einzige Resultat erzielt werden, dass einige Länder unverhältnismäßig überbürdet. u>^ dere ebenso einseitig entlastet würden. Ich umss dayer erklären, dass der Vorschlag, der vom AnsschuM ^ macht wird. meine Zustimmung und die ZüstilMlillNÜ meiner Landslente cntschi den nicht wird finden tonne ' Auf der anderen Seite muss freilich auch lch g^ stehen, dass unser Maulwesen cine dringende Mol"« benöthigt, nnd qegen die Aufforderung au die W Regierung, diese Frage zu studiere» uud mit geelgnew Vorschlägen zu kommen, hätten wir gewiss nichts ei, zuwenden. Nach der positiven Richtung .lö""« '"> hier in« Einverständnisse mit dem geehrten Herrn «o«> Dr. Ritter von Wiedersperq anrathcn, dass man M Beispiel die Wege- und Brückenmauten so u>cl a möglich zusammenzöge, dass mau dieselben glciclMpU über das Land hin vertheile, und dass man alia) »^ drigere Sätze einführe. Die höheren Regiekosten w""> eben dnrch die gleichmäßige Vertheilnng gedeckt wer ' Mit voller Bestimmtheit dagegen muss ich mich 3^ das Project der Zugthicrsteucr aussprechen, und i schließe ich damit, dass ich mir erlaube, dcm PY" Hause die Annahme der uom Herrn Abordne« Ritter von Iaworsti gestellten Resolution zn beantrage» > (Bravo! rechts.) ______ Handels- und Gewerbclammer filr Krain. viil. , Der Gesetzentwurf zählt weiters die Strafen ^ die auf das Zuwiderhandeln gegen obige nnd n"^ ^ erlassende Bestimmungen gesetzt siud. Namentlich m°A sich einer Uebertretnng schuldig: 1.) wer iiebcns'N" zmn Zwecke der Täuschung im Handel und ^r ,z, nachmacht oder verfälscht; 2.) wer wissentlich ^ ^ mittel. welche nachgemacht oder verfälscht sind, .. Verschweignng dieses Umstandes verlauft; ^) ^c-M sentlich Lebenölnittel. welche nachgemacht oder veN" > sind. unter einer znr Täuschnng geeigneten 3^"V:^l Bezeichnung feilhält; 4.) wer'wissentlich LebensM^ welche verdorben oder minderwertig find. ""^Mit-schweigung dieses Umstandes verkauft; 5.) wer w'11^ lich Lebensmittel, welche verdorben oder minderw^ sind, unter einer zur Täuschung geeigneten ForM Bezeichnuug feilhält. ' . D Die Strafe beträgt Arrest von einer 2U"^fl. drei Monaten, womit auch eine Geldstrafe bis zn ^ ^ verbunden werden kann, oder Geldstrafe von 1^ 'M 500 fl. Weiters macht sich einer Uebertretung O^ und wird mit Arrest von einer Woche bis zu drel «"V^ ten, womit eine Geldstrafe zu 500 fl. verbünde» ^ lann. oder an Geld von 10 fl. bis zu 500 st-"U.^, 1.) wer Koch-, Ess- oder Trinkgeschirre oder M'w ^ die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln best""'" '^., dann Wagen und Maße von gesundheitsschädliche schaffenheit erzeugt oder zurichtet; 2.) wer obige ^> Ihr Ideal. Nach dem Dänischen des Carit Etlar. (7. Fortsetzung.) Hardenberg nahm seinen Hut und verließ hastig das Zimmer. Gazela blieb einen Moment wie versteinert sitzen; aber diesmal vermied ihr Vater es, ihrem Blicke zu begegnen, indem er anscheinend auf das aufmerksamste die sorgfältig gepflegten Beete des Gartens vor dem Hotel betrachtete. «Nicht wahr?» brach sie endlich die Stille, und der alte )."ann zuckte fast zusammen, «er ist grausam! Diese Sprache, dieser Ton, den er sich gegen mich erlaubt — es ist beispiellos. Aber du darfst ihm deswegen doch nicht zürnen. Papa. Robertine soll mich jetzt ankleiden, dann wollen wir eine Spazierfahrt in den Park unternehmen und den Palast besichtigen. Aber chn wollen wir nicht mitnehmen!» Bei diesen Worten sprang sie auf, küsste ihren ^ater auf die Stirn und schwebte graziös aus dem .. .3" der Thür drehte sie sich noch einmal zu ihm Muck und lachte ihm bezauberud zu. Der alte Ge-"^/!s »^ vergnügt die Hände. Er hörte Gazela im An eidezlmmer sich mit Robertine angelegentlich unterhalten er horte sie lachen. Das Hütte sie seit lange? langer Zeit nicht mehr gethan. Und wenn sie ei selbst von ihm gefordert hätte er würde Franz Hardenberg nicht gezürnt haben. V. Die Nachmittagssonne schien hell in den Saal hinein, in welchem Gazela sich anmuthig auf einer Chaiselongue ausgestreckt hatte. Im anstoßenden Zimmer, dessen Thür offen stand, war der General be« schäftigt. Er hatte irgend elnen Schatz gefunden, eine Pflanze, ein Insect oder vielleicht ein zweifelhaftes Stück Mineral, welches er jetzt aufs sorgfältigste unter' suchte. Gazela las in einem neuen Romaue, aber das Buch schien nichts weniger als sie zu interessieren; sie blätterte darin rück- und vorwärts und musste es überdies selbst aufschneiden, was sehr lästig war. Schließlich läutete sie, und als Robertine erschien, schickte sie dieselbe mit einem geflüsterten Auftrag nach dem von Hardenberg bewohnten Zimmer. Die Kammerjungfer kehrte sogleich mit der Meldung zurück, dass der Graf ausgegangen wäre, indes einen Brief an den Herrn General zurückgelassen hätte. Gazela ließ sich denselben hastig geben und fand kein Bedenken, ihn, obschon er nicht für sie bestimmt war, zn öffnen. «Theurer Onkel!» las sie. «Da wir Rast halten und meine Gegenwart somit überflüssig erscheine!, dürfte, stehe ich im Begriffe, mit einem Bekannten einen Ausflng nach Vaucluse zu unteruehmen, um Petrarca zu begrüßen. Wir werden wahrscheinlich erst gegen Mitternacht znlückkehren.» «Das ist ja aber unerhört!» brach sie laut aus, worauf sie ihrem Vater, der, durch diesen Ausruf aufgeschreckt, bestürzt ins Zimmer trat. das Billet hinreichte. «Er amüsiert sich in Gesellschaft anderer nnd überlässt uns unserm Schicksal! Solche Rücksichtslosig-! kcit existiert nicht mehr auf Erden! Und ich wollte ihn ^ sogar an der Table d'hote zu meinem Tischnachbar er-! wählen!» ! Der General überlas die Zeilen und begnügte nur schweigend den Kopf zu schütteln. innerte «Es herrscht hier eine tropische Hitze!» "^lH Gazela, wie um ihrem Unmnth eine andere »n^^ zu geben. «Ich fand an der Spazierfahrt "' ^^. gnügen, Papa! Eigentlich ist Avignon ein änß^ ^»' weiliges Städtchen. Tie vielen Wagen uud d" ^ ^ lärm genieren mich. Warum hielt Haldenvcru ^ übrigens vorhin die langweilige Moralpredigl ^, möchte wissen, weshalb ich demüthig sein M»", ich zwischen zerklüfteten Bergen umherspazlere.' ^, Graf Povitz besann sich auf eine zutuen" ^ wort. allein es bedürfte einer solchen "'^^^nlN"' Gazela unter ihrer letzten Frage in sanften Vy ^-gefallen zu sei» schien. Während des OeMM) ^ ihr ihr Bnch entsunken, weshalb der Gras 1»ai ^ ^, hinschlich, um es aufznhebeu und ihr m den ^ ^ ^ legen. Sie schlug ihre Angen nicht auf. wayre" ^ that. sondern lächelte nur, nickte ihm zu uno weiter. — , als ^ Etwa acht Tage zuvor hatte der General. ^. zela unterwegs in einen Wagen s^g. ""r .h„e>l blonden Herrn bemerkt, dcr einige Schritte Henes entfernt wie eine Vildsänle stand, ein «Mes. ^^ M Lorgnon vors Auge gekuiffen, das er ""°"^rks< die junge Dame richtete. Obgleich eine Mie«'' ^„icr keit für den Grafen Povitz nichts neues war. 1«. ^ HM Gazela sich zeigle, zur Tagesordnung geM^ ^n»""/ in der in solcher Weise zur Schau gebrach" ^Mes< derung dieses Fremden etwas ganz besonders ^ „' Mittags nnd abends hatte sich dersewe ' ^ Oi^ gefunden, doch hielt er sich stets in l" 6^'';,. ten'" fermmg von ihnen, dass seine Anwesenyen Weise lästig erscheinen konnte. ! (Fortsetzung solgt.) XaUmcher Zeltung Ni. ^4>de oder überhaupt Koch-, Ess-, Trinka/schirre und ^cylne. die zur Aufbewahrung von LebenSmitteln Mmmt slnd, in gesundheitsschädlicher Weise gebraucht "" vmveudct; 3.) wer wissentlich die oben bczeichne-^ Gegenstände verkauft oder feilhält. Emes Verbrechens macht sich schuldig: 1.) Wer ."Mich Lebensnlittel. welche zum öffentlichen Ver-."^ bestimmt sind. derart herstellt, dass der Gennss Mben die menschliche Gesundheit zu schädigen ge-F" «st; 2.) wer wissentlich Gegenstände, deren Ge-.. >" die menschliche Gesundheit zu schädigen geeignet 'l' alz Lebcnsmittel verkauft, feilhält oder sonst in "Mehr seht. — Die Strafe ist Kerker von sechs Mo-em l W zu drei Jahren. Ist dnrch die Handlung »e Hwcre körperliche Beschädigung oder der Tod eines 7 e'Wen verursacht worden, so tritt Kerkerstrafe von ">em b,z zu fü„f Jahre,, ein. Mit dem Kerker kann ^ ersteru Falle Geldstrafe von 500 fl. bis 1000 fl.. Metten Falle bis zu 2000 st. verbunden werden. l>e„ k ^ Vergehens macht sich schuldig, wer eine von M erwähnten Handluugeu aus Fahrlässigkeit be-?A und wird mit strengem Arrest von einem Monate '»z>> einem Jahre, womit Geldstrafe bis 500 fl. ver-vnn i^ ^den kann. bestraft oder mit einer Geldstrafe ^ ^w si. his 500 fl.; wurde aber durch die Hand-3n>? ^'^ schwere körperliche Nefchädignng oder der "°emes Menschen verursacht, tritt strenger Arrest H« >echs Ml),^^„ hjZ ^ h^i Jahren ein. womit ^lo träfe von 100 si. bis 1000 fl. verbnndcn wcr- dow ^ ^^ li^n erwähnten strafbaren Fällen kann l^ berichte auf Verfall der Ware und bei Gewcrbs-Wtt^ ^^ ^" Verlust der Gewerbeberechtigung erkannt Vesf Ü' ^" gesundheitsschädlichen Waren ist mit dem des?I ä'lßleich anf Vernichtung der Ware auf Kosten huldigen zn erkennen. ssietl, ^rschrntwnrf bestimmt weiters, dass die Re» ^ "Ng ermächtigt wird. staatliche Untersuchungsanstal-llnd? ^ technische Untersuchnng von LebeuKmitteln brauckä '" !?"' ^^)men des Gesetzes fallenden Ge-t^^9egenstände zn errichten, den Sprengel der be-NW?" Anstalten zn bestimmen, die Untersnchungs-iuchu ' festzustellen, den Gcbürcntarif für die Unt'er-^^n zn bestimmen uud die sonstigen erforderlichen wH^lstcn.zu erlassen. Gemeinden steht es frei. ent-^eni' v^ ^ ^^ein oder in Gemeinschaft mit andern llnlers " Untersnchungsanstalten für die technische bh^chlmg uon Lebcnsmittcln uud soustigeu Ge-sie ?^llegellstäuden mit angestellten Fachvcrständigen. die h)^l ^ der Regierung unter Veibringling der Nach« ^lgl ""er die zureichende Qualification zur Gcnch-Mn ^"iuzeigcn haben, zu errichten. Die weiteren th^. jungen des Gesetzentwnrfcs fprechcn über die ^ch«? ^^ Uutcrsuchllugsaustalteu, über die bean-^l) k ll- ^^en und über.die Kosten der Untersuchuug »ich "'^""n,t endlich, dass die verhängten Geldstrafen Crlösp - ^" Veräußerung verfallener Waren erzielten >c M den Staatsschatz fließen, ^lchäs^ Kammerpräsidium hat mehrere Laibachcr >ll ^' ^"lte. welä)e Lebensmittel und die bei ihnen ^esrm ^^""ll kommenden Gegenstände verkanfen, in dasz ^. Gegenstände einvernomnlen. Diese erklärten, Wßt ^ ^^ besprochene Gesetzcutwurf nnr freudig be-^Etr c ^" ^""' '"eil die jetzigen Bestimmungen >Nc>ch, "Msetzes nicht darnach angethan sind. um Nach. ^irre?' "'^ Fälschungen der Lcbensmittel und Ge< !MH "lrlsam zu begegnen. Nach den bisherigen ge-^ ein Bestimmungen musste derjenige, der angab. l>tit> d, ln^"" gefälscht sei. selbst die Anzeige machen lvllr «„!, ^""eis durch Sachverständige erbringen. Dies ^"zeiqel ^^^l'ch der Grund, dass selten derartige ^ese^ f. ^ur Verhandlung gelangten. Nach dem neueu ^ ^.''Nd hiezu die Orgaue der politischen Behörden Me,,^ 'Ml h^ Handhabung der Gesundheits- und betllf^ '"elpolizri betrauten Organe der Gemeinden s lm? ^ übernehmen die Uutcrsuchllngen dllrch ^l, ^.esehcntwnrfe bezeichneten Untersuchungsan-^ch, '^'e Strafbrstimmllngcn sind zwar sehr streng, !^ H ^."^chl der Nctheiligten lassen sich dieselben ^N daz l« )'Nen. weil mit geringen Strafen der Zweck. ^, ..^esch vor Augen hat,' nur schwerlich erreicht ^MMte. P^ene,.^""" theilt auch die Ansicht der einver-«t 4 Geschäftsleute, nur glaubt sie. dass im ij «. ^>te >>'"'d 5. das Wort «minderwertig, entfallen zeben, I." dasselbe geeignet ist. zn Chicanen Anlas« zu 3'"ner e section beantragt demnach: Die geehrte " abqeb "" ^'""^ ^'^^ Berichtes ihr Gut-^Sn?^^ Vaso Pctrici(' fragt, wer V^tier«.,., ""^' ^^ Nachmachulig oder Fälschung zu ^ beamw ^"chbem der HcrrBerichtcrstattcr diese ^^^^^et. wird der Antrag angenommen. , s^ Volitische Uebersicht. d^letz^Uliatiun.) In politischeu Kreisen war Drums. . ^°lien das Gerücht von der bevorstehen. """ des Grafen Kalnoly verbreitet. Die «Montags-Revue» glaubt der Nachricht widersprechen zu löuueu. Iusolange die Situation auf der Ballan« Halbinsel, die in der jüngsten Zeit allerdings einster geworden ist, nicht einen acuten Charakter angenommen hat, werde Graf Kälnoky die Bemühung, den Frieden zu erhalten, nicht aufgeben. (Parlamentarisches.) In dieser Woche wird sich auch das Herrenhalls versammeln, um die Wahlen in die Quoten-Deputation und in die Delegation vorzunehmen. Die Quoten-Depntation wird gleichzeitig mit den Delegationen tagen und diesmal in Budapest ihre Berathungen abhalten. — Das Abgeordnetenhaus wird in dieser Woche das Gesetz über die Stenerpflicht der Staatsbahnen zu Ende berathen und noch einige Gesetzentwürfe von minderem Belange erledigen. (Der Sprache n-Ausschuss) wird. wie verlautet, hellte wieder zusammentreten. Der Antrag, welchen Graf Clam in der letzten Sitzuug dieses Ausschusses einbrachte, lautet wörtlich: Es werde eiu Referent für den Ansschuss gewählt mit dem Auftrage, zu prüfen und klarzustellen, auf welchen Gebieten und in welchem Umfange die Erlafsung von Bestimmungen über den Gebrauch der Landessprachen in der Schule, bei Amt und Gerichten nach den »n Kraft stehenden gesetzlichen Normen einerseits in die Competenz der Regierung, andererseits in jene der Landesgcsrtzgebung gehört, nnd hierüber dem Ausschusse Bericht zu erstatten. (Steierm ark.) Bezüglich der Einberufung des steiermärkischen Landtages verlautet noch nichts Bestimmtes. Dieselbe ist von der Beendigung der Arbeiten der Delegationen abhängig. So viel dürfte, wie die «Tagespost» mittheilt, feststehen, dass der Landtag Anfangs Dezember einberufe,! und vielleicht vierzehn Tage beisammen bleiben wird. dann dürfte er der Wcih-nachtsferien wegen unterbrochen und im Jänner fortgesetzt und mit seinen Arbeiten zu Ende geführt werden. (Znr Lage in Bulgarien.) Nach überein, stimmenden Nachrichten ist eine ruhigere Wendung der ^ bulgarischen Angelegenheit eingetreten. Man glaubt, dass die bulgarische Regentschaft jetzt günstigere Aussichten hat, sich uuter Wahruug der berechtigten Ansprüche Bulgariens mit Russlaud zu verständigen, da die chauvinistische Partei in Rnssland zum Rückzüge bläst. — Die bulgarische Regierung hat an die Vertreter der Großmächte eine Verbal'Note gerichtet, um dieselben zn benachrichtigen, dass sie, indem sie als Vollstreckerin des nationalen Willens die große Nationalversammlung einberufe, bezwecke, zur Verification der Vollmachten derselben behufs ihrer Konstituierung schreiten zu lassen, um sie sodann mit der Hohen Pforte und den Großmächten in Beziehungen zn bringen, damit sie für die neuerliche Wahl des Souveräns Vorsorge trefse. (Frankreich.) Man liest in dem hochconser. vativen «Journal de l'Oise»: Wir wissen aus sicherer Quelle, dass Herr von Freycinet seine Collegen von der festen Absicht des Herrn Grivy in Kenntnis gesetzt hat. auf das Decrct, welches zur Annahme der Schenkung von Chantilly ermächtigt, ein anderes folgen zu lassen, welches das Auswcisuugsdecret vom 14. Juli gegen den Herzog von Anmale aufhebt. (Das Repetiergewehr in Italien.) In den nächsten Tagen werden die Uebungen der italieni. schen Infantcrie.Officiere beendet sein, welche nach Tnrin abcommandicrt waren, um die Handhabung des neuen Rcprtiergewchres kennen zu lernen. Sechs Infanterie-Regimenter, zwei Alpenjäger.Rcgimentcr und drei Ber« saglicri-Rel,in,rl,ter sollen demnächst mit dem neuen Gewehre bewaffnet werden; dasselbe wiegt nur 4,2 Kilogramm. ' (Ministerkrisis in Rumänien.) In Bnkarest tauchen seit einiger Zeit immer wieder Gerüchte über einen theilwrisen Personalwcchsel im Cabinet auf. Miuister Stulojan soll schon seine Demission gegeben haben; auch Radu Mihaj soll seiu Portefeuille uicdrrlegen. um für den Posten eines Bürgermeisters vou Bukarest zu caudidieren. Von Minister Sturdza wird bestimmt versichert, dass er das Ministerium des Aeußeru übernehmen werde, lim das. welches er jetzt illne hat. Vizanti zu überlasse». -^ König Carol soll sich gegen Ende des Monates Oktober uach der Do-brudscha begeben, um die dortigen Truppen zu inspirieren. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Bninncr Zcituug' meldet, der Pfarrgemeiude Swatoslau zur Kirchenrestaurierung 100 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser habcu. wie das uugarische Amtsblatt meldet, für die römisch-latholischcu Gemeinden Balogfalva nnd Iäszkerilegyhäz je 100 fl. zu spenden geruht. — (Der erste Cholerafall in Wien) ist Sounlag vorgekommen, Ein au, Samstag Mittag aus der ungarische,, Hauptstadt i„ Wien angekommener Reisender war au der Cholera ertrankt und ist 14 Stunden später gestorben. Es war dies Dr. Emauuel Schmidt, Chef des Reclamationsbureaus der österr, - ungar. Staatsbahn, Er befand sich auf der Durchreise zur Tarifconscrenz nach Lindau. Schmidt fühlte sich bereits bei seiner Abreise aus Budapest unwohl und hatte während der Fuhrt, die er in einem Dienstcoupe erster Classe machte, mehrere Kolitanfälle. In Wien wurde er in das < Hotel Zillinger» gebracht und von dort als choleraverdächtig ins Wiedener Krankenhaus. Sonntag morgens ist er bekanntlich an der Cholera gestorben. Die Section ergab eine grohe Anzahl von Cholerabacillen im Darmtract. Die Behörde ordnete sofort die nöthigen Maßregeln an und sperrte das Ver-gnügungslocal des «Hotel Zillinger». — (FML. Buday f.) Der am 17. b. M. im W.Lebensjahre in Trieft verstorbene Felomarschall-Üieute-uant Gabriel Freiherr Buday de Bätor gehörte von 1820 bis 1802 der activen Armee an und war ein wegen seiner militärischen Leistungen und seines ehrenhaften, wohlwollenden Charakters hochachtbarer Veteran. Die ersten 25 Jahre seiner Dienstzeit war er theils bei der Linien-Infanterie und bei der Iägertrupfte, später durch 10 Jahre bei der bestandenen Marine-Infanterie, dann Truppen-Brigadier und die zwei letzten Jahre Commandant des Invalibcnhlluses in Padua, Er hatte die Feldzüge 1820 in Neapel, 1840 in Syrien, 1848 und 1849 in Italien mitgemacht, wurde 1848 bei dem Versuche der Rückeroberung des See-Arsenals in Venedig durch 8 Najonnettstiche und 3 Säbelhiebe schwer verwundet und siel dabei in Gefangenschaft. Se. Majestät würdigte seine vielfachen Verdienste durch Verleihung des österreichischen Leopold-Ordens mit der Kriegsdecoration. — (Aus Klagenfurt) wird berichtet, dass sich der kärntnerische Landtag schon in der bevorstehenden Session mit einer für das Land wichtigen Angelegenheit, nämlich mit der Errichtung einer selbständigen Abtheilung zur Behandlung von Augenkranlheiten im Landes» krautenhause zu Klagenfurl, beschäftigen dürfte. Es wurde nämlich dem dortigen Landes-Ausschusse von fach« gelehrter Seite mittelst einer erschöpfenden Darstellung über das höchst ungünstige Procent der Erblindungen im Lande und die in anderen Ländern zur Heilung von Augenkrankheiten bestehenden öffentlichen Institute die zwingende Nothwendigkeit nahe gelegt, im Landeskranken« hause eine specielle Abtheilung zur Heilung von Augen-lranlheiten dem heutigen hochentwickelten Stande der Augenheilkunde entsprechend einzurichten und der Leitung eines eigenen Fachmannes anzuvertrauen. — (Selbstmord einer Frau.) Sonntag abends um 9 Uhr hat sich in Budapest die Gattin des Architekten Gcza Mirlobszly in der Wohnung ihres Vaters, des Universität« - Professors Ialob Egan, au» einem Revolver eine K^lgel in die Brust gejagt. Ihr Zustand ist ein bedenklicher. Das Motiv der That liegt in Zerwürfnissen mit dem Gatten. Die Unglückliche hatte in letzter Zeit bei ihren Eltern gelebt. Vor ber verhängnisvollen That hatte sie eine Auseinandersetzung mit ihrem Manne. — (Selbstlos.) Vertheidiger: <. . . Meine Herren, dass mein Client den Diebstahl begangen, will ich zugeben; dass er aber gerade jene bitterkalte Winternacht gewählt, zeugt von einer Selbstlosigkeit, dass Sie ihm entschieden mildernde Umstände zubilligen müssen.» Volkes Weisheit. In den Vrunnm, aus drm man getrunken, joll man leinen Stein werfen. Drei leben friedlich, wenn zwei nicht daheim sind. Heute Gold — morgen Erde. Die Well ist wie eine Leiter; ber eine geht abwärts, ber andere steigt immer weiter. Miss tausendmal und einmal schneide ab. Grgen einrn Schurken ist Verachtung noch Nachsicht. Wer Honig hat, dem fressen ihn die Fliegen. Wer ausharrt, siegt. Local- und Provinzial-Nachlichtm. Laibacher Gemeinderatl). In der gestern abends stattgehabten Sitzung des Laibacher Gemeinderathes machte der Vorsitzende Bürgermeister Grasselli zunächst die Mittheilung, die Redaction des «Triester Tagblatt» habe den den Gemeinderath der Landeshauptstadt Laibach beleidigenden Artikel anlässlich der Anastasius - Grün - Feier widerrufen; ein gleiches habe auch der «Mährisch-schlesische Correspondent» in Brunn, welches Journal den fraglichen Artikel des «Triester Tagblatt» nachgedruckt hatte, gethan, womit diese Angelegenheit erledigt sei. Weiters notifizierte der Bürgermeister die Ueberreichung des Diploms, betreffend die taxfreie Verleihung des Bürgerrechtes an den hiesigen Stadtpsarrer Herrn Rozman. GR. Ravnihar referierte namens ber Finanz-seclion über den Anbot des Herrn Lorenz Mi kusch, betreffend den Anlauf seines Besitzes auf dem knrclinen-grunde zum Zwecke der Erbauung eines Schulgebaudes für die städtische Schule auf dem Laibacher Moraste. Herr Milusch verlangte für seinen Besitz erst 8000 st., spater ermäßigte er den Kaufpreis um 500 st. Außerdem hat auch der Besitzer, iu dessen Gebäilocn sich jetzt die Schule und die Lchrerwohnuug befinden, dieselben imtsamml einem kleinen Garten um den Betrag von 4500 fl, zum Laibacher Zeitung Nr. 240 1966 2l). Oktober M6< Verkaufe angeboten. Der Besitz des Herrn Mikusch, für dessen Wahl als Schulgebäude sich mehrere Insassen von Schwarzdorf erklärten, empfehle sich nicht ob der bedeuten-ten Kosten, da die jetzigen Gebäude nicht brauchbar seien und neu hergestellt werden müssten. Der Besitz des Herrn Trskan, der sogenannte Karolinenhof, aber entspreche schon aus dem Grunde nicht, da es dortselbst an einen: entsprechenden Schulgarten mangelt. Es werde sich daher empfehlen, entweder vom Herrn Mikusch oder von einem anderen Besitzer das nothwendige Areale zu taufen und ein Gebäude für eine zweiclassige Volksschule sammt Lehrerwohnung zu erbauen, daher der Referent beantragt, die Kaufsanbote der Herren Mikusch und Trskan abzulehnen und den Stadtmagistrat zu beauftragen, ein geeignetes Grundstück entweder vom Besitze des Herrn Mikusch oder sonst in der Nähe auszumitteln, welches für den Bau eines Schulgebäudes sammt Lehrerwohnung und Anlage eines Schulgartens geeignet wäre. GR. Trtnik macht darauf aufmerksam, dass die Stadtgemeinde nächst dem Besitze des Herrn Mikusch einen eigenen, drei Joch umfassenden Besitz habe, welcher für den Bau der Volksschule ganz geeignet wäre und auch genügend hoch liege. — Bei der Abstimmung wurden die Anträge der Finanzsection angenommen. Der Zusatz-antrag, der Stadtmagistrat habe einen geeigneten Gruud so rasch als möglich auszumitteln und darüber schleunigst dem Gemeinderathe Anträge zu stellen, wurde angenommen. GR. Dr. Tavcar referierte namens der Finanzsection über das Gesuch bezüglich der Verbindung des Stradons der Parcelle Nr. 250 der Catastralgemeinde Tirnau mit der alten Straße hinter dem Gebäude des Wasenmeisters über die städtische Baumschule. Der Haus-besiher Podkrajsek wolle in nächster Nähe drei Arbeiterhäuser für die Arbeiter der k. k. Haupttabakfabrik erbauen. Diese Inwohner hätten nun, wenn der angesuchte Verbindungsweg nicht eröffnet wird, einen weiten Umweg zu machen und würden, um denselben abzukürzen, sich über städtische Wiesen neue Wege bahnen. Der Referent beantragt daher, die neue Wegverbindung herzustellen, dieselbe aber durch angebrachte Tafeln als freiwillig auf Widerruf gestattete Passage zu eröffnen. — Der Antrag wurde angenommen. Vicebürgermeister Petricic berichtete namens der Finanzsection über die am 28. September vorgenommene Scontrierung der städtischen Cassen und constatierte, es seien alle in Ordnung befunden worden. — Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen. (Schluss folgt.) — (Die Wahlen in Innerkrain.) Die slovenischen Reichsraths- und Landtagsabgeordneten werden am kommenden Sonntag in Laibach zusammentreten, um bezüglich der Wahl eines Reichsraths- und eines Landtagsabgeordneten in Innerkrain sowie bezüglich des aufzustellenden Candidaten zu berathen. — (Vereins-Iubiläum.) Der Verein der Aerzte in Krain feiert am 28. d. M. sein fünfundzwanzigjähriges Vereins-Iubiläum. Wir beglückwünschen diesen ältesten ärztlichen Verein in Oesterreich auf das herzlichste zu seiner Jubelfeier. Derselbe kann mit Stolz und Befriedigung auf seine 25jährige Thätigkeit zurückblicken. Der Kramer Verein hat zum ersten Aerztevereinstage in Wien (1673) die Anregung gegeben und war auf den übrigen Vereinstagen stets in würdiger Weise vertreten. An den Reformbestrebungen des ärztlichen Standes hat er immer den regsten Antheil genommen und ist stets in den ersten Reihen der Kämpfer gestanden. Wir beglückwünschen ihn aber nicht bloß zu seinem Jubelfeste, sondern auch zu seinem wackeren und unermüdlichen Schriftführer, welcher zugleich sein 25jähriges Schriftführer-Jubiläum feiert. Fünfundzwanzig Jahre, also seit Gründung des Vereines führt Herr Regierungsrath Professor Dr. Valenta die Vereinsgeschäfte. Mit welcher Umsicht er dieselben führt, wie energisch er die Interessen des ärztlichen Standes vertritt, brauchen wir nicht näher zu erörtern. Wir sind überzeugt, dass das Jubiläum des Vereines mit den lebhaftesten Sympathien begrüßt werden Wird. Vivat, tioreat, eresciU. — (Montanistisches.) Wie uns mitgetheilt wird, hat die Gewerkschaft Littai in den letzten Tagen nach dreijähriger Arbeit im bisher ganz unverritzten Gebirge eine Blei- und Quecksilbererze führende Lagerstätte von unerwartet großer Mächtigkeit erschlossen, welche ?^ 2 eu" bedeutende Steigerung der Blei- und Queck-Nloer-Production ermöglichen wird. ^ (Südbahn.) Die Wien-Triester Tageseilzüge ^^ logischen Facultat, 456 ordentliche und 44 außerordentliche Hörer der hündischen Facultat, 420 ordentliche und 18 außerordentliche Hörer der medicinischen Facultat 63 ordentliche und 4 außerordentliche Hörer der philosophischen Facultat nnd 87 Pharmaceuten. — (Jubiläum.) Der Oberst des steiermärtischen Infanterieregiments König der Belgier, Koch von Lan gentreu, feierte vorgestern sein 40jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse erschienen Deputationen des Officierscorps und des uniformierten Aürgercorps in der Wohnung des Jubilars, welchem auch zahlreiche Geschenke gewidmet wurden. Von allen Seiteu liefen Gratulations-Telegramme und Schreiben ein. Abends wurde unter zahlreicher Betheiligimg des Publicums eine von der Rcgiments-Musikkapelle veranstaltete Serenade vor der Wohnung des Gefeierten abgehalten. Gestern fand ein Officiersbankett statt. — sHolzhändlertag.) Nachdem die für den 26. September einberufene Generalversammlung des südösterreichisch-ungarischen Holzhändler-Verbandes nicht beschlussfähig gewesen, wurde eine neuerliche Geucral-versammlung für den 31. Oktober nach Marburg ausgeschrieben. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandcs der Ortsgemcmde Lancovo im Bezirke Radmannsdorf wurde der Grundbesitzer Valentin Dezman aus Lancovo zum Gemeindevorsteher, und die Grundbesitzer Anton Sustersic aus Zaga und Mathias Poznik aus Vosce wurden zu Gemeinderäthen gewählt. — (Wölfe in Innerkrain.) Wie uns aus Illyrisch-Feistriz berichtet wird, sind in der dortigen Gegend wieder Wölfe aufgetaucht und richten unter dem Kleinvieh große Verheerungen an. So schlich sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober ein Wolf in die Stallungen des Besitzers Josef Verh, zcrriss vier Schafe und brachte einer grüßen Anzahl derselben schillere Visswunden bei. Die Bewohner sollen häufig durch das Geheul der Wölfe in ihrer Nachtruhe gestört werden. Mtnfl und Aiterntu^. — («Illustrierte Frauen ° Zeitung».) Wie wir unseren Lesern bereits mittheilten, haben die Preisrichter in der Preis-Concurrenz der «Illustrierten Frauen-Zeitung», die Herren Franz von Defrcgger, Adolf Mcnzcl, Paul Meyrrhcim, Franz Skarbina, Anton von Werner und der Verleger Franz Kipper» Heide, den Malern Herrmann, Bartels und Nickelt die ausgesehen Preise zuerkannt. Heute liegen uns die seither in der «IllU' strierten Frauen'Zeitung» erschienenen doppelseitigen Holzschnitte nach den preisgekrönten Zeichnungen vor, und mit ihnen sehen wir den Beweis erbracht, dass der durch die Cuncnrrenz an-gcstredte Zweck voll erreicht ist! Eine wirkungsvolle Holzschnitt« Wiedergabe, welche durchaus dem entspricht, was der Künstler in breiter, malerischer Ansfilhruug gezeichnet. Iu seiner mit dem ersten Preise von 3000 Mark gekrönten «Fischhalle in Amsterdam» bietet uns Hans Herrmann ein treues Spiegelbild des Lebens und Treibens während der Vertaufsstunden iu der Halle. Seine Figuren sind charakteristisch, die Licht- und Schatten« wirlung ist vortrefflich. Ten anziehendsten Punkt seiner Vaterstadt Hamburg führt uns Hans Vartels in seinem mit dem zweiten Preise von 2000 Mark gekrönten «Alstcr-Pavillon» vor Augen, Der Künstler versteht es, reiche Effecte zu erzielen. Mau meint, das noch vom Regen nasse Straßenpflaster förmlich glänzen zu sehen. «Vein, Forsthanse», das mit dein dritten Preise von 1000 Mark ausgezeichnete Blatt von Karl Rickelt, stellt ein Wald'Idyll aus dem Nymphcnburgcr Parke dar. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Trieft, 19. Oktober. Von gestern bis heute mittags sind in Trieft mit den Vororten 7 Erkrankungen und 1 Todesfall an Cholera vorgekommen; im Territorium wurde kein Cholerafall constatiert. Budapest, 19. Oktober. Die Welß'sche Lederfabrik in Ncupest wurde heute nachts ein Raub der Flammen. Der Schaden ist sehr bedeutend. Budapest, 19. Oktober. Seit gestern sind hier 47 Personen an der Cholera erkrankt und 19 Per-sonen gestorben. Sofia, 19. Oktober. Stambuloo, Radoslaoov und Vulcev wurden wiederholt in anonymen Briefen mit dem Tode bedroht, falls sie ihre antirussische Politik nicht aufgäben. Es wurde beschlossen, einen Delegierten nach Constantilwpel zu eutsenden, um am suzeräueu Hufe über die Situation Bulgariens Bericht zu erstatten und die Meinung des Sultans über die Fürstenwahl einzuholen. Geueral Kaulbars dürfte, wie behauptet wird, von Rustschut nach Tiruova reisen, um dort während der Session des Sobranje gegenwärtig zn sein. Sofia, 19. Oktober. Eadban Pascha ist gestern hier cingttrosfeu, wie es heißt, nm darauf zu dringe», dass die Eröffnung des Sobrauje aufgeschoben werde. Die Minister uud die Regenten sind im Begriffe, nach Tirmiva abzureisen; infolge von Schwierigkeiten bezüglich der Reise uud der Unterkunft iu Tiruova dürften sich die Vertreter der Mächte kaum dorthin begelieu. — Die Urheber der Uuruhen in Dubuica wurden größteutheils verhaftet. Paris, 19. Oktober. Heute vormittags faud ein Ministerrath statt, welchem sämmtliche Mitglieder des Cabinets beiwohnten. Man versichert, dass die eingereichten Demissiouen uicht aufrechterhalte« werden. London, 19. Oktober. Die Vertreter Oesterreichs und Tentschlauds werden der Eroffmmg des Sobranje nicht bciwohneu. 5!lmdschaftlichcs Theater. Heute (ungerader Tag) .»Der Freischütz. Romantisch« Noltsoper in 4 Acten von E. M. v. Weber. Angekommene Fremde. Am 17. Oktober. Hotel Stadt Wien. Richter. Teik. Mroulag und Morawch. Kaufleute, Wien, — Kohii. Ksm.. Prag. — Rumbold. ^' gcnieur, uud Kohler, Inspector, Graz. - Zenter, Kaufman,,. Trieft. . «,.^, Hotel Gesaut. Hirschkorn. Kaufmann, Wien. - Korac, Uu, manu, Innsbruck. — Töpfer, Kaufmann, Linz. -^ ^A',.z« Vuchhalter, Ungarn. — Koss und Paul, Kaufleute, ^«" dorf, — Mauri Rosalia, Vramtens Galliu. Kirchheim. ^" genz, Privatier, Tarvis. - Baron. weisender. Ma. Baumbach, Directions'Adjunct. Messeudorf. — RM ""> , Adjunct, Slap. - Wunderlich. Privatier, Lichm'wai?. Dimnik, Lehrer, Adclsberg. — Lalenbachcr. Privatier, ^ >, > — Muzzatti, Kaufmann, Udine. — Korossa, Besch", '"'" ssrau, Fiumc. — gacchigna. Stadt-Thierarzt, Pol". <, Gllsthof Slidliahnhof. Wezolan, ssournierhändler, Wien. ^ ^ ^ maicr, Bescher, Langegg. — Sajovic, Privatier, Malvulu> Iczcrsek, Lehrer, Nrainburg. Am 18. Okttbrr. Hotel Stadt Wien. Priescr und Popcr. Kaufleute. M"'„^ Köstucr, Kaufmann, Hoheuan. — Spit). Kaufmann, " ^ tirchen. Elsbacher. Kanfmann, sammt Familie, 6"^' Lur, und Plcsche, Bescher, Gottschec. ^,.„ -^ Hotel Elefant. Mayer. Lampe und Brück, Kaufleute, AU" ^, Haller, Kaufmaun, Blilnu. — Häuser, Ingenieur. ^°"H.^ Ävrani, t. l. Hauptmaun, Hermannstadt. - MolM'^" g. mann. Klagenfurt. - Schallinger. Officier d. R. i "on , dorf. - - Widcrwohl, Kaufmann, Trieft. - Matters^ Kaufmann, ssiume. i'aibach' Hotel Vaicrischcr Hof. Margitsch und Vujau. Pnua», "' - Kozjek, Gastwirt, sammt ssrau. Lces. ^ , Oe> Gasthof Sildliahnhof. Mattia, Obsthändler, (Uraz. ^ L"H scher, Lustthal. — Mul, Privatier, sammt Fanl^^!— Verstorbene. ^. Den 17. Oltolicr. Viucenz Kastelic, Schuster, 4 ^" Castcllgasse 12, Auszehrung. «,,t,webel^ Den 18, Oltober. Anton Josef Vanicel, 3"°' ^„, Sohn, 3 Monate, Kasernplah 4, Lunqcncntzünduug. '^, ^ ^c-Pecar, Magd, 71 I.. Kuhlhal 11, Marasmus. - ^m'" ,"i7, minek. ssinanzwach.Respicientens-Witwe, 62 I., Hüh""°" ' Marasmus. ,5, Den 15. Oltobe r. Michael Zupan, Arbeiter, Herzbeutel-Wassersuch!. - ^L ^" e" 1»°b bt,vl"«"l« Z^ ^! ^ s°Z ^ -^-^ 's? u. MI 781Z7 s' 50I ' SO. schwach ' Reaen ?/" 19.2 . N. 732.29 15.2 O. schwach bewö M" 9 . Ab. 7»2.l,7 14.2 O. schwach beuwllt z TaaM'er bewölkt, öfters Negena.ussc; abends > ^ Wetterleuchte,, iu O. uud W.; um 1l Uhr nachts !>-l ^N» witter. Das Tayesmittel der Wärme 1A.A", um 2,4 Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naalii, ^^ Ohne den Körper im gcnllgslen zu slhädl^.^ haben sie den gröhlen Erfolg. Wels a. b. Donau (?""! ^ Oe-Euer Wohlgeboren! In höflicher Erwiderung II)"^ Mt» ehrten, spreche ich vorerst nochmals meinen Dam au >^ y^ meine Hämorrhoidcn und Verstopfungen erweisen !^ ^z. M' thcker R. Brandts Schweizerpillcn als äufzerst mMn»',^ ^hiiie lccruugen der Därme sind freier und regelmäf;ia.er, ^n^ gewöhnlich drei Pillen, und dies vor deni Schlafengc^'' ^ hgve des Magens und Kopfweh schwindet anch attmcihll^ H^izc^ auch eiuigcu meiner Bekannten und Freunde dm^ ^ '^ü ^ Wachtmeister in Pension. Man achte beim Anlam '^,„,e„sM thelcn auf das weiße Kreuz in rothem sselde und den ,^0) ?1i. Brandts. ^^^^^--^ Depot der k. k. Generalstabs-Karten. lckensol""'' Maslstab 1 :75000. Preis per Blatt 50 lr., in Ta'°1 auf Leinwand gcfpannt «0 lr. , Mg in Aaiv«H«H. _______^>^^^ BesteTTrinkwasserbeiEpJde^!' Slit bestes Tisch-,.Erfriseliiiiigsg»ir'1 erprobt bei Husten, Halskrankheiten, ____________und Blasenkatarrlu^^^,------" Hanricb Mm, sirifti ujjjf> 1967 Course an der Wiener Börse vom 19. Oktober 1886. N°« dm, oMeuen Coursbl°«e Geld War?! St°nts.«nl«hen. I^""N «.......«405 «420 >U6c,> !/° «laal»losc 250 s>, 1»«'- '»übt, 'Wl" " 7 ,/anze 500 „ I3U - >3l» 5<» >»«4c ^'"<«lole . . 100 „ I«8 25I«9 7b " «lnlfnschl,^^ , per S«, K7— — - 0^,°^olbltntc. ficiillftel . >,4-»0,l5 K, '^ '«olenrcnte, s!l»ersrei . 100 45 100 «0 "^'«^""e 4°/„ . . . .10415,04 30 vapl>,rt!>n>« 5«/n , > . . »»- «» «0 ^'!lnb..»<„!,il0sl.ö.w.S. «51 50,52— ' ^'bahn.^rioritalen . . »» 70100- ' ^c>»t«.Obl.(U„a.Qf!l°hn) -'-------— «...o, » vol» I, 1U7U . 115 50 116 — llti«.w "'"."'^nl. k wo fl. 2l i!5 l«1 00 ' « "lt8'i!olc 4»/^ ,L0 b<"„ unßarl«««......,U4bl,l0b«<> Nndere össcntl. Nnlehen. Donau-Ness.'i'olc 5»/« loo sl. . ii8 5niü>'— d»r. »Inleihe 187«. ftcunttei . inb 75 W6 2^ «nlthen d. e tablgemcinbt Wien l04 ll5 l«4oo N»iltl>t!> t^, E tadißemlinde W,«n (Silber und Vrlb) .... !5i b0 >3« — Pltn°«i>l, d, E!.>dlgcm. Wien i»< — l« bv Pfandblltfe (<ül i«> fi.) Bo^encf. °!lg. öfttlr. 4>/,°/n Gold. >2< L0 I«5> 2,', oto. in t>0 « „ <>/, »/« I00i!,', 100?.^ dlo. M 5,0 ^ „<"/«. »6 "" 97 — tto. ^lamlcn'Echu!^verlchl,Ä«/„ loo bo iu, — Qls!.Hypc>tl)>scl,ba»l !l»j.L'/,°/° WI »01«» 70 Ocj!..un«. <'l»,l vlll, 5»/» . . l00 »0 100 70 tlo. „ 4'/,°/» - lOl'bv iui «0 dto. « <"/n . . W'lo U«4K u„l>, allst, B°tt!lc,ldl!.«ct!cngel. >, Pcs! in ^!, l»,'«» verl, b'/,«/» ^'-------— PrioriläiS'Obligationen «tiisaltth. lvefibohn i. «mission — ^ » — Ytrb>ral!b«»Notddahn >» — —-— ö'a!iz>jn.c i!al!'t'>lbw!q'Vahn »W !,. E. ^/»"/» - 100 —100 bl> Otste«. »loltwcftbahn . . .I05»b10b'7b tz<«l>c„bll»g«....... — — — — Gelb Waie V»°ll»«bahn I. «mission . . — - ll>5 - eiidbahn «^ 8«/,..... >bl! 5l> »en — „ k 5«/,..... 1»» 5« 130 50 Unll,»galiz. Vayn..... luv'—l00 5U Diverse Uose 7«>7l> >77Ü' amps!ch. loofi, . N7 50II8 — i!.nlach«Pli>mien«Nnlch.»o fi. »0- 20 l>o O!cn« Voj« 40 sl.....45 b« 4«'^ Palfty'^osc 40 st.....4,'- 424"» Nolhcn »leuz, öft.Ges.r, K»j>. 14 »0 >4 »s> jXuboit'ko!,« w sl.....,l» — «o - Ealm-^ojc 4N ll......h« 75 l>7 s>« El,»Gcnc>i«»Vo^o!c »o sl. , . 45 75 4»! »5 Vant.Actien (per Slüs). Tlnglc'Ocfierl. Banl llno fl. . ios — I0i» «^ Va,,lv«ei», Wnn«, 100 sl. . io» 80 IN» «<» »d,!cl.'«>!st.,Qlsl.^00sI,E,40«/<, ,<0>—^40 50 ,s.ha!ld,U,O. !U!)sl, 2U<>'«0^U!>X0 «iltdilbanl, «Ug Il>,^, ««oll. . ^»» 75,»» 25 Dcpusllcnl'nnl. öli.l»u<»sl. 545-— h<8 — Hypolhelcnd., öfl.z!l)0N.^V,E. «4— «5-randcil'.,!)!». ^00jl, V.bO"/»r.^»g. Ba»l . . . . ^z,^««?— Uliionl'aul 20U ji.....«10—'»IU40 Beilcyredanl. UUg, »4u jl, , 15« —^154 - Oelb Ware Netten von Transpurt. Unternehmnngeu. 0fl.«M,--------------- Vöhm, Noidbahü ,50 sl, . . 180 — I«l — Weftbabnüoosl. . . .«71—«?^ — «ulchtiehvad« itish. 500 fl. «Vl. 77? -?8» - « (Itt«) 200 sl. . «0X—»03 — Donau . Dcimpfschifs,!hrl« > Ges. Otflcrl. 5.00 fl. «M. . . . 375—»77 — Dlau's.(Bal..Db..Z.)z«,usl.S. »»0 - il»0 5>> Duz - Bobcnbachel E,»O. wo sl G. —-—------- Llilabtth.Bohn «ua sl. »Vt, . «4, —«4« 5» „ Vinz'Nubwei«! >»<0 fl. . »14 — ül4l.l> ,G1»l»..,rclel.»0ujl.S.--------------— GaUz.»arl»Vubw!8h».G>:,tll!chaN /»i> jl, ö. W, ««-«5^0 i,'Iryb,öft. u»g,, Triejl5U0sl.!i^. 57»—zgo--O«s!e«.i»!°lbwcftb. .iuu »I, S»u> ,7«—,7,— blo. (lil,U) 2uu jl. Silbei . i7<»5Ui?l — Piag'Dujcr env, 150 jl, Silb. 25 »0 !»« -Mudl'lj» »!/N 2l>0 ft. G,lv« . 1A»'501UI-! Viebclldlll^cl «lijexb. Kuo fl. . — — — — s Sillaleeü i!<>..^!> ^»<« ü. ö. W, . zzl — »41 bu kÄbbahn »00 sl, Silben . , . 108 75 W9 »z Gn^pc>i-»'Gesellsch»ft 10« sl.------— — !ln,.»a»!iz. silenb, 2li0 fl, Lilbei175 25 »75 75 Nng, Horboftbadn, 200 fl. 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