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Abermals und so Gott will zum lttzten Mole in diesem furchtbaren Kriege tritt die unabweidliche Pflicht an uns heran, dem Staate die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, deren er bedarf, um den uns abgezwungenen Kampf zu einem ehren-vollen Ende zu führen, welches der ungeheuren Opfer wert ist, die die Böller der Monarchie an Gut und Blut in drei schweren KriegSjahren gebracht haben. Untrügliche Anzeichen sprechen dafür, daß der Friede nicht mehr ferne ist, aber noch gilt e«, an der Front und im Hinterlande tapfer im Kampfe auszuharren, bis unsere zahlreichen und mächtigen Feiode die Einsicht gewinnen, daß eS ihnen nie und nimmer gelingen wird, unse en Staat — wie sie es wollten — zu zertrümmern. Mit kalter Berechnung haben sie zu Beginn die-fe< Jahres daS Friedensangebot zurückgewiesen, da« wir und unsere treue» Verbündeten ihnen offen und ehrlich gestellt haben, um dem weiteren zwecklosen Blutvergießen ein Ende zu bereiten. Noch einmal haben sie alle Kräfte zusammengerafft, um das Krieg«-glück zu wenden und uns die große» militärischen Erfolge zu entreißen, die wir in harten Kämpfen er« stritten haben. Da trat in Rußland eine neue Macht auf den Plan, da« russische Volk nahm selbst sein Geschick in die Hände, eS wieS die EroberungSzielt seiner bis-herigen Machthaber zurück und hat dadurch das größte Hindernis eine» gerechten Friedens beseitigt. Unser» unvergleichlich tapferen Truppen trotzen an allen Fronten dem Anstürme des Feinde» und starke, frei verwendbare Kräfte stehen wohlgerüstet und tampsgeübt zur Abwehr wie zum Stoße bereit. Im Westen stürmen die Engländer und Fran« zosen mit einem ungeheuern Machtaufgebote schon seit Wochen »erheblich auf die deutsche Siegfriedstellung ein, einen furchtbar schweren Kamps hat da» herrliche deutsche Heer in dieser größten Schlacht der Welt-geschichte zu ibestehen, aber seine Unüberwindlichkeit Waitage 1917. Wonnemond I Die blonden Locken Hat mit Blüten er geschmückt. Gelb' und blaue Blumenglocken Hat er in sein Kleid gestickt. Junge» Blattgrün, dalb erschlossen, Grüßt vo« weiße» Birkenbaum, Und die Fliedertrauben sprossen, Und der Quell rauscht wie im Traum • Wonnemond! Die Gräser strecken Schon zur Blüte Halm und Haupt; Und in still verborgenen Ecken, Dicht vom Blattwerk überlaubt, Hörst du Laut« heimlich girren . . . Neu Gefühl durchströmt die Welt. . . Und die Sonnenstrahlen flirren Goldig über Wald und Feld. • ♦ Wonnemond I Die Blütenflocken Hüllen schimmernd deine Wehr, Und von unsichtbaren Glocken Klingt und singt eS um dich her . . . Wonnemond! Doch Massen klirren, Noch viel Opfer heimst der Tod, Wollt Gott, daß wir nicht irren, Daß zu Ende bald die Not. tritt klar zutage und daran wird auch der selbst-süchtige, unter dem Deckmantel des Ideals der Menschlichkeit erfolgte Anschluß Amerika« an unsere Geg» ner nicht» mehr zu ändern vermögen. TodeSmutig und sicher vollbringen unsere und die deutschen Unterseeboote die ungeheure Ausgabe der Unterbindung de» SeeverkehreS unserer Feinde, zu der un« die Not gezwungen hat und schon kehrt sich die Waffe dcS Hungers, die uns bezwingen sollte, gegen ihre eigenen Urheber. Wir wollen und werden durchhallen und nicht die Schuld aus un» laden, daß das kostbare Blut unserer Völker vergeblich geflossen ist. Eme neuerliche Bekräftigung soll dieser uuerschütterliche Wille er-fahren durch die Zeichnung der sechsten Kriegtan-leihe. Die Form der sechsten ist der der vierten und sünsten Kriegsanleiye gltich, nur sind die Zeichnungs-bedingungen zum Teile noch günstiger. Je nach Wahl kann gezeichnet werden: 1. 40jährige steuerfreie i>*/a°/0ige Staatsanleihe in Abschnitten zu 50,100, 200,1000. 2000,10.000 und 20.000 Kronen. Die Zinsen der Abschnitte zu 50 K werden in ganzjährigen Raten am 1. April eine» jeden Jahre», die Linsen der größeren Ab-schnitte in halbjährigen Raten am 1. April und am 1. Oktober eine» jeden Jahres nachhinein ausbezahlt Die Anleihe wird in den Jahren 1923 bis 1957 auf Grund von Auslosungen getilgt. D e Rückzah-lung erfolgt zum »ollen Nennwerte, während der Subskriptionspreis nur 9250 von 100 beträgt. 2. Steuersteie 6y,%'ge Staatsschatzscheine in Abschnitten zu 1000. 5000. l0 000 und 50.000 K, welche am 1. Mai 1927 zum vollen Nennwerte zu-rückbe'zahlt werden. Der Subskriptionspreis ist mit 94 von 100 festgesetzt, die Zinsen werden in halb-jährigen Raten am 1. Mai und 1. November eines jeden Jahres nachhinein ausbezahlt. Da die Zeichenstellen auf ihr '/, % Provision verzichtet haben, beträgt der Preis der sechsten Kriegs-anleihe sogar nur 92 K, beziehungsweise K 93 50 für 100 K Nennwert. Wenn man nun berücksichtigt, daß die Kriegs-anleihe seinerzeit zum vollen 'Nennwerte zurückgezahlt wird, so ergibt sich sür das eingezahlt» Kapital sol-gende Verzinsung: Herichtet. Erzählung von Paul Glasenapp. „So fleißig, Herr Weber?* Der Angesprochene, erster Buchhalter der Firma JkSmeier u. Co., machte eine tiefe Verbeugung und «ntgegnete: „Gnädige Frau, heute ist der VierteljahrSerste. Ich habe nachher Kassenrevision und da gibt eS al-lerlei zu ordnen." „Pflicht und immer nur Pflicht! Verlangen Sie nichts weiter vom Leben?" entgegnete sie und stellt» Rosen und Nelken in eine Vase. „Ich habe mein Lebtag an nicht« andere« ge-dacht als an die Arbeit, gnädige Frau. Der Gedanke an Weib und Kind daheim erleichtert mir mein Stre-ben." Sie zog die Stirn krauS. .Beweist Ihnen nicht der Sonnenschein draußen, daß zum Gedeihen, zum Leben auch Warme gehört?" Er lächelte. „Meine Häuslichkeit gibt mir die Wärme deS Lebens, gnädige Frau!" Sie seufzte und spielte mit der roten Rose in ihrer Hand. „Sie sind unverbesserlich. Was gäben Sie darum, wenn ich Ihnen dies» Rose schenken würde?" fragte sie mit liebreizendem Lächeln. „Gnädige Frau!" a) bei der 40jährigen Staatsanleihe: im Fall» der Einlösung im Jahr» 1923 . . 7-29°/, ....... 1927 . .6 69-/. ......... 1932 . . 6 39% n rt i „ - U 1937 , . 0"2Ö®/# . « .. .. . . 1942 . .6-17«/, .......1947 . . 613'/. *......... 1952 . . 6 097, ....... 1957 . .6*07% b) bei den StaaiSschatzscheinen 6-40%. Die Zeichnungssrist beginnt am Donneritaz, den 10. Mai 1917 und endet am Freitag, den 8. Juni 1917, 12 Uhr mittag«. Die Anmeldung kann bei allen Postämtern, Steuerämtern, Banken und Sparkassen ersolgen, wo auch alle näheren Ausklärungen erteilt werden. W Die KriegSanleihepapiere können als solche zur Zahlung der KriegSgeainusteuer verwendet werden. Die Veräußerung der Kriegsanleihe ist auch während ihrer Laufzeit j»d»rmann durch alle Geldinstitute möglich. Wie bei den früheren Anleihen, gewähren die österreichisch.-ungarische Bank und die Kreditdarlehen«-lasse behus« Anschassung der Kriegsanleihe Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen aus Wertpapiere, letztere Kasse auch aus Hypothekarfvrdermigen. St«iermark hat zu den ersten süns Kriegvan-leihen in ganz besonders hohem Maße beigetragen und wird — dessen bin ich gewiß — auch im letzten Abschnitte deS furchlbaren Völkerringens nicht zurück-stehen «ollen, sondern alle Kräsle für den Erfolg der sechsten KriegSanleihe einsetzen. Mit herrlichem Beispiele ist unS daS Deutsche Reich vorangegangen, rund 13 Milliarden Mark hat die Zeichnung der sechsten deutschen KriegSanleih» ergebe». Steirer, denk« an Eure Söhne und Brüder i« Felde, die mit allem Nötigen versorgt werdrn müssen, denkt an all die schweren Opfer, die nicht vergeblich bleiben dürfen, denkt an Eure einzig schöne Heimat, die e« zu schützen gilt — und zeichnet die sechste Krieg»anleihe! Graz, am 6. Mai 1917. Der k. I. Statthalter: Clary. Sie trat dicht an ihn heran und ein zarter Duft» hauch entströmte ihrem dunklen Haar. „Sind Sie zu Stein geworden hinter Ihren Büchern V fragte sie leise und eindringlich. Er schwieg, betäubt von der versteckten Leidenschaft ihrer Spracht. Sie schaute ih.r eine Weile an, s» glühend heiß und versührerisch, daß er einen Schritt zurückwich. „Gnädige Frau — ich verstehe nicht — »aS soll ich?" preßte er bebend hervor. Da warf sie sich mit einem wilden Aufschrei an seine Brust. „Ich liebe Dich! Muß ein Weib Dir bekennen, daß es liebt? Nimm diese Rose auS meiner Hand, nimm mich hin, mein Herz. Nur stoße mich nicht von Dir! — In schlaflosen Nächten habe ich mtt mir gekämpft, mich gewehrt gegen die ausfteigende Glut meine« HerzenS. Doch vergebens I Ich bin am Ende »einer Kraft!" Stieß sie in qualvoller Leiden-fchaft hervor. Er stand regungslos da. Kein erlösender Ge-danke fiel ihm ein. Nur da» eine Wort dröhnte in seinen Ohren: „Ich liebe dich!' „Sprich ein Wort, Liebster!" flüsterte sie lei-denschastlich und ein heiserer Atem streifte sein Ge-sich«. - Da kam die Besinnung wieder und er löste sich mit Gewalt aus den Fesseln ihrer weichen Arme und stieß die Versühreri:» von sich. „Nimmermehr!" ries er und die flammende Röte der Entrüstung bedeckte sein Gesicht. Seile 2 Deutsche Wacht Nummer 37 Russische Sottutisteu und russischer Imperialismus. In den ersten Tagen der russische« Revolution Härte man davon, daß man sich der Briefschaften de« Zarenpaares in Zar«koje-Selo bemächtigt habe, Erinnerungen an die Briefe Maria AntoinettcS und den bekannten schranke Mirabeaua mögen dabei mitgespielt haben; seitdem hat man von diesen Un-tersuchunge» nichts mehr gehört und doch läge eine Uebe»prüsnng des schriftlichen Nachlasses des ver» blaßten Regimes nahe, wvbei die Briefe dcS Zaren und der Zarin vielleicht weniger interessant sein dürsten, als die Akten im russischen Ministerium des Aeußern. Der russische Arbeiter- und Soldatenrat hat sich bekanntlich zu der Elktärung bestimmen lassen, daß er den Gedanken eine« Sondersrieden« verwerfe, da Rußland nur eine« gemeinsamen Frieden fchlie-ßt» könne. E» mag sein, daß in den Köpfen der russischen Sozialistenführer der Gedanke sich festge-seht hat.- daß nur aus diesem Wege der grvße. dau> ernde Wellsriede zustande kommen könne und eS liegt kein Grund vor, an der Aufrichtigkeit dieser Ueberzeugung der russischen Sozialistensühren zu zweifeln, allein seltsamerweise übersehen sie dabei, daß sie in dem Augenblicke, in dem sie den Lon» doner Vertrag auch für daS neu« Rußland verbind-lich betrachten, auch die imperialistische Politik deS LariSmuS übernehmen, die zum Anschlüsse Ruß> land« an diesen Vertrag geführt hat. Und die Po-lltik des Zarismus war doch »och der innersten Ueberzeugung der russischen Sozialisier imperiali-fiifch. Oder haben sie, seitdem Her» KerenSkij in der Regierung sitzt, begonnen daran zu zweifeln, beginnen sie zu glauben, daß Rußland, Frankreich und England im August 1914 von den Mittelmächten überfallen worden seien? Möglich, allein warum haben sie denn nicht versucht, sich au« den Archiven deS Petersburger auswärtigen Amtes Aufklärung darüber zu verschaffen? Warum hat man dort nicht jene Aktenstücke auSgehoben, au« denen sich der In» halt der Revaler Abmachungen und der Verhand-lungen von Raccognigi feststellen lassen muß. Oder wurde Miljukow nur darum russischer Minister dc« Äußeren, um diese Geheimnisse vor den Augen des revolutionären Rußlands zu wahren und zu verhüten, daß dieses Rußland endlich er-kenne, daß der Krieg von den Westmächten und den zaristischen Rußland von langer Hand vorbereitet worden war und der Londoner Vertrag nur den ' Zweck hatte, Europa solange mit Blut zu über-schwemmen, bis der Linderraub, zu dem die En-tente ausgezogen war, auch gelungen sei? Daß die russischen Revolutionäre an dem Ge> Heimnisse des Petersburger auswärtigen Amteö mit einer heiligen Scheu vorübergehen, »st ebenso selt-sam, »vie das Schicksal Sasanow«. Sasanow war Ihre bebenden Hände krampften sich ineinander. In ihrem fahlen, bleichen Antlitz zuckte e«. Sie starrte ihn noch eine Weile wie abwesend an, dann wankte . sie zur Tür hinau«. Nach einer Stunde fand die Kassenrevision statt. „Sie sehen blaß au»! Sind Sie krank?" fragte ihn besorgt der Ehef. „O, mir fehlt nichlS! Ich verspüre nur ein ' weaig Kopfschmerzen!" Die Rechnungen und Beläge wurden geprüft. Man verglich den Kassenbestand mit den angegebene» Zahlen. Tausend Mar? fehlte». Mai» rechnete zum zweiten Male. Dasselbe Ergebnis! „Haben Sie elne Ahnung, Herr Weber — ?" „Heute früh stimmte die Kasse noch." .Rätselhaft I — War jemand diesen Morgen bei Ihnen im Kontor V Weber tchwieg. „Run? Sie schweigen?" „Ihr, Frau Gemahlin — brachte mir — Blumen." ftMeine Frau? So. so! — Sonst niemand? Besinnen Si sich!" Weber »crneinte. „Es tu nir sehr leid, Herr Weber, aber ich muß Sie b en, vorläufig mein nebenanliegendes Zimmer als Ihren Aufenthalt für einige Stunden anzusehen, b. ich vor Zeugen den Tatbestand fest-gestellt habe.' Weber rrch entsetzt zurück. •„Sie gl iben, ich hätte--* „Beruir «n ?i, ich! Ich bin gewiß, daß sich der ausgesprochenste Vertreter imperialistisch-zaristi-scher Politik, der Minister, der die Eroberung«»«?' träge mit den Westmächten zum Abschluss gebracht und den Londoner Vertrag unterzeichnet hat. Und trotzdem ist Sasanow heute ein wichtiger Ratgeber der revolutionären Regierung, mit der die russischen Sozialisten zu einem „annexionslosen" Frieden, zu einer nicht imperialistischen Politik zu gelangen hoffen I All da« beweist aber, daß der Arbeiter, nnd Soldatenrat und seine Führer zwar den Frieden wollen, allein noch lange nicht vom zaristischen Im-perialismuS losgelöst sind, um auch den rechten Weg zu finden. Die Dithyramben, die die deutsche sozia-listische Presse in Deutschland und Oesterreich auf die Genosse» in Rußland und ihr welterneuernde« Tun anstimmt, sind deshalb leerer Schall, denn bisher haben die KercnSkij und Tschads« wohl gegen den Imperialismus des ZarentumS gedonnert, jevoch durchaus in seinem Geiste gehandeU, sonst hätte ja Miljukow in seinem neuesten Rundschreiben nicht 'neuerdings die Fortsetzung bis zum Endsiege ver» künden können. Der Weltkrieg. Gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte des österreichischen General st abe». 7. Mai. Amtlich »vird verlautbart: Bei gün-stiger Witterung war gestern die beiderseitige Flieger-tätigtest sehr rege. In Ostgalizien »vurdcn gestern zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Der Stellvertreter deS Chefs de« Generalstabe»: v. Hifer, Feldmarfchalleutnant. Gegen Frankreich und England. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 5. Mai. Amtlich wird verlautbart: Heeres-zruppe de» Kronprinzen Rupprecht. Räch dem blutigen Zufammenbruch der englischen Angriffe an der Är-ra».Front kam eS gestern nur bei Bnllecourt zu größeren Jnfanteriekämpfen. Beiderseits deS Dorfes angreifende dichte englische Massen wurden verlust-reich abgewiesen. Schwächere Vorstöße bei LenS und Frefoy schlugen fehl. Die Gefangenenzahl erhöhte sich auf 10 Offiziere, 12J5 Engländer. Mindestens 35 Maschinengewehre sind erbeutet. An der siegreichen Abwehr des vierten englischen Durchbruchsverfuches habe» besonders hervorragenden Anteil: Gardetrup-pen, Bayern, Wijrttemberger. Sachie» und Badener, sowie Regimenter der Provinzen Ostpreußen, Posen, Schlesien, Hannover und Rheinland. Heeresgruppe des deutschen Kro»pru»j'N. An der Aisne-Fron'. hält die Artillerieschlachl unter groß-tem Munitionseinsatze an. Starke feindliche Elkun- das Rätsel in einer Stunde lösen wird. Ihre bis-herige Treue und Redlichkeit bürgt mir dafur.'l Er wankte gebrochen zur Tür hinnu«. Zwei Stunden darauf entließ man ihn. Man wollte von einer Anklage absehen, um den Ruf der Firma nicht zu schädigen »md ihn nicht gänzlich zu ruinieren." Weber aber klagte sich selbst bei Gericht an. Er wußte sich frei von jeder Schuld und imBwußt-sein seiner Unschuld fah er ruhigen Herzens dem kommenden Termin entgegen. Der Tag nahte. Sein Verteidiger schilderte ihn als einen liraven, ehrlichen Menschen, der nie einen Pfennig veruntreut hatte, dem eS mithin nicht zuzutrauen wäre, die Kasse be-stöhlen zu haben. Und überdies »vä'e dies der beste Beweis seiner Unlchuld, daß er sich selbst angeklagt hätte. Auf Fragen des Richter« gab er klar und deutlich und ohne Zögern Antwort. „Wann verließ Sie Frau Iksmeier?" „Nachdem sie — frische Blumen ln die Vase gestellt hatle!" „Haben Sie bis zur Revision Ihr Zimmer verlassen?" „Nur aus wenige Min»»ten, als ich in das Ne-benzimmer abgerufen wurde." „War.der Geldschrank während dieser Zeit offen?" „Ich drehte den Schlüssel um und ließ ihn un-bedachtsamer Weise stecken. Wer konnte ahnen, daß „Konnte nicht jemand wahrend dieser kurzen Zeit daS Kontor betreten haben?" W?ber schwieg eine Welle. Dar« s er auffallend laut: „Nein!" dungSvorstöße wurden an mehreren Stellen abge> wiesen. Um den Besitz de« WinterbergeS «estlich von Eraonne haben sich Kämpfe entwickelt, die noch nicht abgeschlossen sind. Zwischen der AiSne uitb dem Brimont brachen gestern morgens durch tagelangeS auSgiebige« Artil-leriefeuer vorbereitete Angriffe von vier sranzösischen Divisionen zusammen. W e aus erbeuteten Papieren hervorgeht, lag daS Ziel des Angriffes mehrere Kilo-meter hinter der vorderen Linie. Dank dem zähen Aushallen unserer Truppen ist eS dem Feinde aber nur an einer vorspringenden Ecke gelungen, sich ln dem ersten Graben festzusetzen. Oestlich von La Neu-vllle vorübergehend eingedrungene Franzosen wurden unter Verlust«» von 5U0 Gesangene» und mehreren Maschinengewehren wieder zurückgeworfen. Südlich der AiSne in den Abendstunden erneuerte Angriff« ksunten an der Niederlage nichts ändern. Nördlich von ProSneS mißglückten erneute frauzösifche Ver-suche, sich mit mehreren Divisionen in den Besitz un-serer dortigen Höhenstellungen zu fetzen. Mit schwersten Verluste» erkauften die Franzosen vorübergehend südöstlich von Mayrey geringe« Geländegewinn. Ge-genangriffe brachten unsere Infanterie wieder in den vollen Besitz ihrer bisherigen Linien. Ueber 100 Gefangene wurden zurückgeführt. Heeresgruppe d:S GeneralfeldmarfchallS Her-zog Albrecht. Außer beiderseitiger Erkundertätigkeil kein« Ereigniss« von Bedeutung. Der Feind verlor gestern sieben Flugzeuge und einen Fesselballon. Durch Fliegerangriff aus Ostende wurde eine größere An-zahl von Belgiern getötet und verwundet. Militär!-scher Schaden ist nicht angerichtet. 7. Mai. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei LenS und ArraS erreichte der Arlilleriekampf abends wieder größere Heftigkeit. Er dehnt sich über Bullecourt weiter nach Osten aus. Der Feiud fetzt die Beschießung von St. Ouentin fort, die in der Stadt Brände und an der Kathedrale erneute Be-schädigung hervorrief. Heeresgruppe des Kronprinzen. Nach den schweren Verlusten, die der 5. Mai den Franzosen gebracht hat, ließen sie gestern zunächst von der Fort-führung ihres Angriffes ab. Erst nachmittags stießen starke Kräfte zwischen Fort de Malaiaison und Bray« vor; sie wurden restlos abgewiesen. Am Abend und in der Nacht setzien heftige Angriffe nördlich von La F'ux und zwischen der Straße Soisson«—Laon und Aille« ein. Nach harten Kämpfen, bei denen wir örtliche Erfolge erzielten und dem Feinde schwere Verluste zufügte», wurden alle Stellungen von un-feren tapferen Truppen gehalten. Zwischen Aille« un» Eraonne scheiterten hestige Teilangriffe der Franzo-se». Am Winterberg wogten die Kämpf« den ganze» Tag über hin und her. In flottem Anlauf haben wir de» Nordhang zuiückerobert und gegen inehrere feindliche Anstürme gehalten. Der Franzose mußte auf den Südhängen zurückweichen. Die Hochfläche blieb von beiden Seilen unbesetzt. Ehevreux ist in unserem Besitze. Auch dieser Großkampftag der AiSne- Auch fein Chef k»nnte ihm nur das beste Zeug-ni« ausstellen. Der Richter wandte sich daraus an die Frau de« FabrikSbesitzer«. „Sie stellten Blumen in die Vase und entfern-ten sich darauf, gnädige Frau?" Sie bejahte. .Und haben nachdem daS Kontor nicht wieder betreten?" „Nein!" kam e« scharf über ihre Lippen. Andere Zeugen wurden vernommen. Auch ihre Aussagen brachten kein Licht in daS Dunkel. Und doch beherrschte alle das Bewußtsein, daß Weber un-schuldig sei. Nur die Bücher und der protokollierte Kasfenbestand sprechen gegen ihn. Da» Urteil stand bevor. E» lautete auf schuldig unter Anwendunz mildernder Umstände. Weber sank gebrochen aus die Anklagebank nieder und barg aufschluchzend in die Hände sein Gesicht. Er war am Ende feiner Kraft. Plötzlich löste sich ein gellender Aufschrei an« dem Munde der Frau de» Fabrikbesitzers. Sie richtete sich h»ch aus und rief e» laut durch den Saal: „Ich habe das Geld gestohlen aus Rache, »ig er meine Liebe verschmähte. Rächen wollt« ich mich, vernichten nicht! Man wird ihn wieder anstelle» müssen. Ich bin am Ende." Entsetzen lahmte allen Anwesenden die Kraft zu denken und zu handeln, und ehe man noch das Schreck-liche, Ueberraschende in seinem ganzen Umfange de-griffen hatte, hatte sie den JnhaU einer winzigen Glasröhre in ihren Mund eingeführt. Der herbei-gerufene Arzt kam zu spät. Er konnte nur den em-getretenen Tod konstatieren. ~ I Nummer 37 schlacht war erfolgreich für uns. Seit kein 5. Mai find zwischen Soisson« und Rei«S an Gefangenen 9 Offiziere, 725» Mann, an Beute 4l Maschinen-und Schnelladegewehre eingebracht worden, I4seiud-liche Flugzeuge wurden gestern abgeschossen. 8. Mai. Heeresgruppe de« Kronprinzen R«p-precht. An der ArraSsront hat sich der Artilleriekampf weiter »erstärkt. Feindliche Angriffe aus den Schloß« park von Roeux und unsere Stellungen zwischen Fontaine und Riencourt wurden blutig abgewiesen. Bei Kämpfen um den Besitz von Bullecourt verblieb dem Gegner der Siidostrand deS Dorfe«. Heute morgen« ftLrmten unsere Truppen FreSnoy und hielten den Ort gegen englische WiedereroderungSverfuche. Ueber 200 Gefangene und 6 Maschinengewehre sind bis» her eiogebrach«. Heeresgruppe des Kronprinzen. Aus dem Schlacht-selbe der Ai«ne flaute nach dem heißen, schweren Ringen der letzten Tage die GefechtStätigkeit gestern stellenweise ab. Zu größeren Kämpsen kam es ug8> über noch nöidlich von Craonelle, wo die Franzosen sich in ersolglosen verlustreichen Angriffen bemühten, uns die Hödenstellungen zwischen Hurtedise-Ferm. und Eraonne zu entreißen. An keiner Stelle hatten sie Erfolg. In den Abeud- und Nachtstunden erfolgten gegen mehrere Stellen der Front von Bauxaillon di« Corbeny feindliche Teilvorstöße, die, abgesehen von geringem örtlichen Ersolg der Franzosen westlich von Eraonne, gegenüber der t«pseren Berteid.gung überall scheiterten. Bei La Neuville leitete nachmittag« starke« Artilleriefeuer einen ersolglosen seind-lichen Angriff gegen die Höh» 100 und unsere anschließenden Gräben ein. Zn der Champagne be-kämpften sich die Artillerien mit zunehmender Heslig-Teit. Ein gegen die Höhen nördlich von Prosues beabsichtigter französischer Angriff kam in unserem Vernichtungsfeuer nur gegen Keil- und Poehlberg zur Entwicklung. Vorübergehend eingedrungener Feind wurde in feine Ausgangsstellungen zurückgeworfen, Am 7. Mai büßte der Feind 20 Flugzeuge ei«. Leutnant Bernert schoß seinen 27., Leutnant Freiherr v. Richt Höfen fei«en 20. Gegner ab. Oberste Heeresleitung. Der verschärfte U-Bootkrieg. Das Wolff-Bureau meldet: Die bi«her über da« Ergebnis unserer Sp^rrgebietStnegführung im Monate April eingelaufenen Meldungen haben mit dem 6. Mai die Summe von einer Million Brutto reglstertonnen an Sch>ff«verfenku«gcn überschritten. Dasselbe Büro meldet unter dem 7. d.: Es wurden neuerlich els Dampfer, ein Segler und ein Fisch-dampser mit zusammen 31.000 Raumtonnen im Kanal, in der Bucht von Biscaya und in der Nord-see versenkt. Zu ten srüheren veröffentlichten U Boot-erfolgen sind noch die Berfenkungen von acht be-waffneten englischen Dampfern mit ungefähr 24.000 Tonnen und eine« englischen Segler« nachzutragen. Der Chef deS AdmiralftadeS der Marine DaS Wolffburea« meldet »om 8. d. M : Im Mitteln»» wurden 12 Dampfer und 2 Segler mit über 50.000 Raumlonnen neu verfenkl. darunter am 3 April der bewaffnete englische Dampfer „Ardgaik" (4540 Tonnen) mit Stückgütern von England nach Frankreich! am 4. der bewaffnete englische Dampser „Parkgate" (3232 Tonnen) und ein unbekannter Uesbeladener englischer Dampser der „City'-Klaffe von etwa 7000 Tonnen; am 7. der bewaffnete englische Dampfer , Maplewood" (3239 Tonne«) mit 5175 Tonnen Eisenerz von Tunis »ach England unterwegs; am 8. der italienische Dampfer ,,Alba" (1639 Tonnen) mit Kohlen für Italien; am 10. der bewaffnete französische Damp'er „Esterel" (2574 Tonnen) mit Baumwolle; am 1l. der bewaffnete englische Dampfer „Cysarthfa" (30l4 Tonnen) mit 3800 Tonnen Hafer und W«in von Oran nach Saloniki ; am 12. der bewaffnete englisch- Dampfer „Glerglisfe" (3673 Tonnen) mit Kohlen für Italien: am 15. der vollbesetzte englische Truppentransport-t»ampfer „Arkadian" (8939 Tonnen) im Aegiischen Meere, der wenige Minuten nach dem Torpedotreffer fiank und einen Großteil der Truppen mit sich in dir Aiefe riß. Der Umsturz in Ruhland. Aus Stockholm wird unter dem 8. d gemeldet: Auf den Vorschlag des Kriegsminister« Gutfchkow, ton von feiner Frontreise zurückgekehrt ist, hat die Vorläufige Regierung mit einem Federstrich nicht we> miger als 76 Armeeführer kurzerhand verabschiedet, ddarunter 35 Grnerale aus der sogenannten Nord» ssront und 41 aus der Westfront. An der Südfront sijind keine Moffenverabfchiedungen vorgenommen wor« dden, da der dortige Oberbefehlshaber Brusfilow sich Aentl°che Wacht geweigert hat, die Veränderungen in den oberen Ge« neralstiben lediglich auS politischen Gründen gutzuheißen. Der Krieg in »en Lüften. Die Berichte der deutschen Obersten Heeresleitung. 8. Mai. Im Monat April büßte der Gegner 362 Flugzeuge und 29 Fesselballons ein. gVon er-steren sind 299 im Lusikampse abgeschossen. Wir »erleren 74 Flugzeuge und 10 Fesselballon«. Der verflossene Monat zeigte die deutschen Lus,ftreitkräste auf der vollen Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Wäh-rend unsere Abwehrmittel mit Erso'.g bemüht waren, ruchlofe feindliche Bombenangriffe aus die Heimat abzuwehren, stellten die schweren Aprittämpfe die höchsten Anforderungen an die i» Felde kämpsenden Flieger. Flieger, Fesselballons und Fl«gabwehrk»no nen zeigten sich in täglicher enger Zusammenarbeit ihnen gewachsen. Unsere Bombengeschwader zerstörten wichtige militärische Anlagen. Unsere Loftausklärung brachte der Führung wertvolle Nachrichten, opser-»oller Einsatz unserer Flieger aus dem Gesichtsfelde unterstützte die schwer kampsende Infanterie und Ar-tillerie in vorbildlicher Weise. Am südlichen Balkan. Die Berichte der Deutschen Ober st en Heeresleitung. f>. Mai. Im Eernabogen, westlich de« Doiran-feeS und in der Etrumaniederung lebte die Artil-lerietätigkeit in einzelnen Tagesstunden auf. 7. Mai. Im Cernabogen wuchs daS Artillerie-feuer zeitweise zu erheblicher Heftigkeit an. Schwä-chere feindliche Jnfantericadteilungen, die gegen un-fcre Stellungen »orfühlteo, wurden leicht abgewiesen. Westlich vom Wardar scheiterten Vorstöße des Geg> nerS gegen bulgarische Feldwachen. 8. Mai. Zwischen Ochrida- und Prefpafee wiesen Oesterreich» und Türken seindliche Vorstöße blutig ab. Im Eernabogeu folgten gestern nach zweitägiger starker Artillerievorbereitung die erwar-teten feindlichen Angriffe auf einer Frontdreite ,on acht Kilometern, die dank der hervorragenden Hal° tung der verbündeten deutschen und bulgarischen Truppen abgeschlagen sind. Heute morgen hatten neue Vorstöße von Franzosen. Russen und Jtalie-nern da»!elbe Schicksal. Westlich de« Wardar und am Doiransee entfaltete die seindliche Artillerie eine über das sonst gewöhnliche Maß hinausgehende Tätigkeit. Der Bericht de« bulgarischen General st abe«. 7. Mai. Mazedonische Front. I« Cernabogen den ganzen Tag über heiliges seindliche? Artillerie-und Minenwerserfeuer. Gegen Anbruch der Nacht unternahmen feindliche Infanterie - Einheilen nach kräftiger Artillerievorbereitung einen A.,griff in der Richtung auf Altfcheak Mahle im Süden von Gew» gheli; sie wurden jedoch durch Sperrfeuer zurückge-schlagen. Aus der übrigen Front schwache Artillerie-tätigkeit. Der Krieg der Türkei. Die Berichte des türkischen Haupt» quartier«. 7. Mai. Jrakfront: Unser Fliegerseldwkbel Pomrich brachte ein feindliches Flugzeug hinter un-feren Linien zum Absturz. DaS erbeutete feindliche Flugzeug wird von un« in Gebrauch genommen «erden. An der Grenze S»leimani fanden Patrouil-lenzusammenstöße statt. Sieben Russen wurden ge» tötet, zwei gefangengenommen. ttaukasuZsront: In lebhafter Patrouillen tätig-keil brachten wir dem Gegner an mehreren Stellen Verluste bei. Aus Stttdl und A'and. Der Geburtstag der Kaiserin. Wie am 27. April, im Namenstage der Kaiserin Zita, so trägt auch heute, an ihrem Geburtstage, unsere Stadt reichen Fahnenschmuck. In der evangelischen und in der Deutschen Kirche fanden Schulgoties-dienste statt und in der Abteistadtpsarrkirche wurde um 9 Uhr ein feierlicher Gottesdienst abgehalten, an dem sich die Vertreter der Zivil- nnd Militärbehörden beteiligten. *• Todesfall. Am 5. Mai verschied in Wien der Notar Gustav Mörtl nach kurzem Leiden im 64, Lebensjahre. Notar Gustav Mörtl war ein ge-borener Cillier, der mit zwarmer Liebe an feiner Sene 8 Vaterstadt hing. Er war «in Bruder unsere« ver-ewigten Mitbürger?, deS Zuckerbäcker« und Gemeinde-rateS Karl Mörtl und de« auch schon verstorbenen LandeSobereinnehmerd Binzenz Mörtl in Graz Militärisches. Der EtappenstatiouSkomman-dant in Laiboch Oberst August Kleinfchrodt von Frankheimb wurde unter Belassunj aus feinem di«-herige» Posten in den dauernden Ruhestand über-nominen. Oberst von Kleinschrodt ist au« Hochenegg in Steiermark gebürtig und absolvierte in Eill, seine Gymnasialstudien. Der Cillier Männergesangverein hält SamStag den 12. d. seine Jahreshauptt^rfamm mit solgender Tagesordnung ab: I. Rechenfchafls-bericht de« AuSschusse«; 2. Neuwahl de« Au«>chns-seS; 3. Anträge. Die Herren Mitglieder weiden eingeladen, pünktlich und vollzählig um halb 9 Uhr abends im Meisterzimmer des Deutschen Hauset zu erscheinen. Wiederholung des Dafnisliederaden« des. Wegen verschiedener Hindernisse kann die Wiederholung de« DafniSliederadendes am Don»er«« tag den 10. d. nicht stattfinden. Ss ist jedoch in bestimmte Aussicht genommen, diese mit so großer Begeisterung aufgenommene Veranstaltung im Vaufc der nächsten Woche zu wiederholen, jedoch nir da««, wenn die Vormerkungen ein entsprechend gute« Haus erwarten lassen. Vormerkungen werden in der Kanzlei deS Herrn Dr. Fritz Zangger, Bahnhofgaffe 1, ersten Stock, entgegengenommen. Sparet mit waffer! Der ««gewöhnlich große Wasserverbrauch in den Krankenanstalten hat einen Wassermangel im Gefolge, der inSdesvndere in den höher gelegenen Wohnungen sich sehr empfindlich geltend macht. Das Bürgermeisteramt richtet daher an alle Wasserverbraucher die dringende Aufforderung, jede Wasserverschwendung zu vermeiden und sich nur aus den unbedingt ersorderlichen Wasserverbrauch zu beschränken. Für den Fall, als eine vorschrisiSwidrjge Verschwendung wie z. B Rinnen-lassen über Nicht und dergleichen festgestellt werden sollte, wird im betreffenden Haushalte mit der Drosselung der Wafferleitung rücksichtslos vorgegan» gen werden. Forderungen der Eisenbahnbeamten Die Ortsgruppe Marburg deS deutschösterreichischen EitenbahnbeamtenvereineS faßte i« ihrer Hauplver-sammlung unter dem Drucke des LebenSmittelwucher«, unter dem die Festbesoldeten am ärgsten zu leiden haben, einstimmig folgende Entschließung: .Die Ortsgruppe Marburg ersucht die Vereinsleitung, bei allen maßgebenden Stellen dahinzuwirken. 1. daß die Bezüge samt Zulagen der österreichischen Eise», bahnbeamten rückwirkend vom I. Jän.ier 1917 denen der ungarischen Staatsbahn- und Südbahnbeamten gleichgestellt werden und in Hinkunst jede Au'besie-rung, die den ungarischen Eisenbahnern zurrkanot wird, auch den österreichischen Eisenbahnern von demselben Zeitpunkte an zu bewillige» ist; 2. zur Nachschaffung von Kleidern, Wäsche und dergleichen mehr, welche während der dreijährigen Kriegsdauer mit den den Zeiiverhültnisfen nicht entsprechende« Bezügen unmöglich war, ist ein einmaliger Nach-schaffungSbeitrag flüssig zu machen, der für Ledige 1600 K und sür Verheiratete 2460 K deUagen soll; 3. nachdem mit der Bewilligung dieser zeitge-mäßen Besserstellung im Gelde nur dan« gedient ist, wenn die Möglichkeit besteht, die notwendigen LebenSmittel und Bedarfsgegenstände sich preiswür-dig beschaffen zu können, wird a» die Zentralleituug das Ersuchen gestellt, beim Ernährungsministerium und den LandeSdehörden zu verlangen, daß für die Eisenbahner Abgabesteilen sür LebenSmittel und Be-darssartikel errichtet werden. Schließlich wolle die VereinSleitung auch entsprechenden Einfluß nehmen, daß die pensionierten Eisenbahner, sowie die pe»-sicasberechtigten Witwen und Waisen nach Eisen« bahnern den Verhältnissen entsprechende Znschüffe zu den Pensionen erhalten und ihre Bedürfnisse in der oben beantragten Abgabestelle decken können. Genossenschaftsversammlung, Sonntag den 6. d. um 2 Uhr nachmittags fand im Gast-Haufe zur Traube unter dem Vorsitze deS Obmannes Herrn Johann verna eine zahlreich besuchte Versammlung der Schuhmachergenofsenfchaft statt, in welcher der Obmann eingehenden Bericht über die PreiSberechnvngen nach den neuesten Berord-nungen erstattete. Die Genossenschaft beschloß mit Rücksicht aus die Verhältnisse von der Eiahebung einer Umlage auch heuer abzusehen. Zum Obmann« stellvertreter wurde Herr Lorenz Potnik und z« Ausschußmitgliedern die Herren Zwelber, Strafet, Kodritfch, Gobec, Kodella und Weber, fowie al« Ersatzmänner die Herren Keber, Sdouscheg und Sommer gewählt. Die Versammlung beschloß ferner Seite 4 einstimmig den Beitritt zum Verband der Bezirk«» verbände und Gewerbegenossenschaften im Handelt-und Gewerbekammersprengel Graz. Vom Deutschen Schulvereine Der 13. Mai ist der Gründungsiag des Deutschen Schul-vereinSgedankenS überhaupt, des Gedankens selbst, loser opferwilliger Hingabe an unser deutschet Volks-turn, da» aut dem Wellenbrande geläutert und ge« stärkt emporsteigen soll. Wir sind stolz daraus, daß unsere Volksgenossen daheim und im Felde, an na-tionaler Opserwilligkeit in schwerer Zeit miteinander wetteifernd, dem Deutsche» Schulvereine die Mög-lichkeit geboten haben, durchzuhalten. Keine einzige BereinSschnle, kein einziger Vereinskindergarten mußte wegen mangelnder Geldmittel geschloffen wer» den. Wir müssen aber auch wieder neue Schulen und «indergärten errichten, die i» der kommenden Friedentzeit alt friedliche Boten der siegreich vor-dringenden deutschen Gesittung allen guten Oester-reichern doppell willkommen und sür da» Reich wie für unser VolkSium doppelt bedeutungsvoll sein werden. Deutsche Erziehungsanstalten an unseren Sprachengrenzen si.rd die schönsten SiegeSdenkmäler und die sinnreichsten Heldenmale für all die vielen Tausende tapferer Volksgenossen, die den Heldentod für Volk und Vaterland gestorben sind. Die Be-wohnerschast der Stadt Cilli war stetS opferfreudig und hat immer ihr Scherflein für die Schutzvereine beigetragen. Feste können wir heute keine feiern und trotzdem soll der 13. Mai eine Gabe für den Schulverein eintragen. In den hiesigen Kaffee- und Gasthäusern lind Schulvereinssammeltürme aufge-stellt, welche in diesen schweren, erinnerungsreichen Tagen Opfergaben bedürsen. Man möge diesen Sammeltürmen, die eine Zierde jedes Tische» sind, einen Platz anweisen, daß sie ersichtlich sind und so den Gast mahnen, seine Schuldigkeit zu erfüllen. Der Deutsche Schulverein hat das Ergebnis der Sammeltürme zur Hälfte der KricgSsürsvrge gewidmet und wird es auch weiter so halten; daher ist et ganz unverständlich, daß man die Abschaffung der Deutschen Schulvereinssammeltürme verlangte. ES ergeht hiemit an die Gast- und Kaffeehaus-besttzer der ernste Mahnruf mit der freundlichen Bitte, die Schulvereinssammeltürme getreulich zu hüten, dann wird es nicht möglich sein, daß diese Türme in Verlust geraten. Die gesammelten Be-träge werden regelmäßig ausgewiesen werden. Bon einer Berissentlichung der traurigen Erfahrung, die der Ausschuß der hiesigen Ortsgruppe in den Sam-melturmergebnissen in letzter Zeit gemacht, wollen wir Abstand nehmen und hoffen, daß Opserfreude für die deutsche Sache mehr in katen umgesetzt werden, denn mit schönen Worten ist unS nicht geholfen. An alle Gast, »nd «asseehauSbesucher rich-ten wir die freundliche Bitte, der Sammeltürme ihre Aufmerksamkeit zu widmen, dann wird es nicht möglich sein, daß unvernünftige Lauheit einreiht. Wir müssen wachsame, ernste und wackere Hüter unserer Heimat sein! DaS wollen wir uns zum 13. Mai neuerdings vor Augen halten. Die Stadt Eilli dars nicht kleineren Orten zurückstehen, daher die berechtigte Bitte um kräftige Förderung der SchulvereinSsache. Heil! Ausdehnung der Mittagspause im Handelsgewerbe. Die Handelsangestellten Cillit haben seinerzeit auf den Anspruch einer einundein-halbstündiger Mittagspause im Einvernehmen mit den Arbeitgebern deshalb verzichtet, weil die allgemeine GeschäftSsperre zu einer früheren Stunde als in den Nachbarstädlen erfolgte. Gegenwärtig ist jedoch auch in den Nachbarstädte« die GeschäftSiperre aus 7 Uhr abends herabgesetzt worden, wodurch die in Cilli ver-kürzte Mittagspause hinfällig geworden ist. In Er-wägung dieses Umstandes und zweckt Vermeidung eines Verstoße» gegen die gesetzlichen Bestimmungen hat die Gremialvorstehung in der letzten Sitzung be-schlössen, die Mittagtsperre von einer Stunde aus einundeinehalbe Stunde auszudehnen und zwar für den Buch- und Papierhandel in der Zeit von 12 bis halb 2 Uhr. für alle anderen Geschäftsbetriebe in der Zeit von halb 1 bis 2 Uhr. Diese Einfüh-rung beginnt am 10. Mai. EnthebungSverlängerung Seite» des Ministeriumt für Landesverteidigung wird amtlich v,ilautbart: Die Enthebungen aller unter die Kund-machung vom 5. April 1917, betreffend die Meldung der Enthobenen, fallenden befristet enthobenen Per-foiien, bei welchen die bither bewilligte Eitthebungi-tr >t während der Durchführung der Kontrolle ab-lu ist, sind — wenn die Verlängerung der Enthe-b> "g gelegentlich der Meldung erbeten wurde — fär die erbetene Frist alt — generell verlängert anzu-feiten, fofer« die betreffenden Personen nicht inzwi» 'chen eine Verständigung über die Abweisung der venische Wacht Verlängerungsbitte oder über die Außerkraftsetzung der Enthebung erhalten. Dies gilt sowohl sür Ga< giften als auch für MannschastSpersvnen, gleichgültig, ob eS sich um Dienstpflichtige oder Landsturmpflich-tige handelt. Eine Autnahme bilden nur diejenigen befristet Enthobenen, welche angewiesen sind, nach Ablauf der EnthebungSfrist direkt aus ihren Dienst» Posten bei der Armee im Felde einzurücken. Die ge-nerelle EnthebungSverlängerung gilt außerdem aber auch noch für jene Personen, bei welchen die Ent-hebungSsrist bereits vor dem Beginne der durch die oberwähnte Kundmachung angeordneten Meldung ab-gelausen war, falls sie auf Grund eineS rechtzeitig eingebrachten Ansuchens um EnthebungSverlängerung mit einer individuellen Abwartebewilligung beteilt wurde» und daher noch alt weiterenthoben zu betrachten sind, wenn die Bitte um EnthcbungSverlän-gerung gelegentlich der Meldung neuerlich gestellt worden ist. ES wird ausdrücklich daraus aufmeiksam gemacht, daß sich die generelle EnthebungSverlängerung auf solche Personen, sür welche erst um die Neuent-Hebung angesucht wurde, nicht bezieht. Bei dieser Gelegenheit wird auch bekanntgemacht, daß künftig-hin alle Ansuchen sowohl um Neuenthebung alt a'.ch um EnthebungSverlängerung — soweit eS sich nicht um Personen handelt, welche zu den in der obbe-zeichneten Kundmachung auSgenommenen Grurpen gehören — immer persönlich oder durch bevollmäch« tigte Stellvertreter bei jener Gemeinde einzubringen sind, in deren Bereich die Betreffenden die Tätigkeit ausüben oder den Sitz der Tätigkeit hüben, sür welche um Enthebung angesucht wird. Fahnenflüchtige als Einbrecher. In der Nacht vom 6. zum 7. d. wurde in die Bahnhof-schankstube eingebrochen. Der Dieb d ang durch daS Fenster nach Sindrückunz einer Scheibe ein, erbrach die Kasse und nahm einen Geldbetrag von 115 K und eine Flasche Slivovitz «it. Am Tatorte ließ er ein Einbrecherwerkz-ug zurück. In der gleichen Nacht wurde in den Keller der Faßbindern Egger eingebrochen und daraus ein Faß Wein gestohlen. Der Verdacht lenkte sich sofort auf Soldaten, weil ein Bahnschaffner in eerselben Nacht einen Soldaten be-merkte, der sich beim Fenster der Schankstube zu schassen machte und weil in derselben Nacht zwei Fahnenflüchtige aus dem Barakenarreste auSgebrochen find. ES sind dies die Jnsanteristen Belej und Oschek, Komplizen deS berüchtigt?» fahnenflüchtigen Einbre-cherS Jevschenak, der, wie wir bereits berichteten, dieser Tage verhaftet worden ist. Einer Mililärpa-trouille gelang eS noch om nächsten Tage den einen der Vcrdächiigen, Oschek zu verhaften. Er legte be-züglich des Einbruches am Bahnhöfe bereits ein teil-weises Geständnis ab. Der Neutraer Getreideschmuggel. Der »Pester Lloyd" schreibt, an die bekannten winler-lichen sensationellen Meldungen erinnernd: Anfangs Februar vorigen IahreS kamen die Neutraer Be-hörden größeren Getreideschmuggeleien aus die Spur. Namentlich von der oberen Gegend wurden größere Mengen von Getreide und Kartoffeln ins Ausland gesührt. Die eingeleitete Untersuchung stellte fest, daß der Großsuhrmann Sigmund Leßner, der Groß« Pächter David Weiß und der Pächter Wilhelm Fin-kelstcin aus Grund falscher Eiubekenntniffe die Waren ins Ausland geschmuggelt hatten. Um aber die in Geltung befindlichen Vorschriften zu umgehen, »ahmen sie zu Bestechungen ihre Zuflucht. Laut der Anklage wurden in dieser Angelegenheit der Sek-tionSches Lukat Becker, der Stationsbeamte MarkuS Neurührer, der Beamte «amill Redlich, der Ober-magazineur Alexander Hollo, der Arbeiter Peter Stiakosch und der Finanzwächter Jgnaz Aczek be-stachen. Der königliche Gerichtshof in Neutra hat mit «er Verhandlung dieser Strafsache am Mittwoch begonnen. Verwendung von Gras und Heu zur Bestreuung von Strotzen. Wegen und Plätzen. In allen österreichischen Ländern ist bei kirchlichen Umzügen und sonstigen festlichen Anlässen daS Bestreuen des BodenS mit GraS »der Heu ge» bräuchlich. Da die herrschende Futterknapphett die größte Sparsamkeit bei der Verwendung der vor» handenen Futtermittel notwendig macht, wurde mit der Verordnung det Amtes sür BolkSernährung vom 21. April 1917 die Verwendung von GraS und Heu zur Bestreuung von Straßen, Wegen und Plätzen verboten. Uebertretungen dieses Verbotes werden von den politischen Behörden erster Instanz mit Geldstrasen bis zu 5000 K oder nach deren Ermeffen mit Arrest bis zu 6 Monaten bestraft. Anbau und Lieferungsverträge für Kartoffeln. Mit dem Erlasse det Amtes für Volkt-ernährung vom 13.M5.rz 1917 wurden Anordnungen getroffen, welche größere» Gti-^en, großen Industrie- I Nummer 37 Unternehmungen und großen Verbrauchervereinigun-gen die Möglichkeit bieten sollen, ihren Bedarf an Kartoffeln au« der Ernte deS IahreS 1917 ganz oder teilweise durch Abschluß von Anbau und Lie-ferungSverirägen zu decken. Für die Vorlage dieser Verträge an die Statthalterei zur Genehmigung wurde der 30. April als Endtermin festgesetzt. DaS Am: für VolkSernährung hat nunmehr die Frist, bis zn welchem Verträge der bezeichneten Art an die Statt-halterei vorgelegt werden können, bi» 31. Mai ver-längert. Von mehrfacher Seite wurde daraus hinge-wiesen, daß einzelne Gemeinden oder Konsumenten-organisationen Andauverträge abzuschließen beabsichtigen, deren Ergebnis den voraussichtlichen eigene« Kartoffelbedars übersteigen würde. In dieser Erschei-nung liegt eine gewiffe Gefahr. Wie groß die Zu-weijuug auS der staatlichen Belieferung außerhalb der Andauverträge auS der Ernte 1917 sein wird, läßt sich natü:l ch derzeit nicht ermeffen. Es dars aber nicht übersehen werden, djß Heuer die Voraussetzungen sür eine günstige Kartoffelernte nicht ge» geben sind und daß bei der Bewirtschaftung mit der äußersten Sparsamkeit und Vorsicht vorzugehen sein wird. E« kann daher nicht zugelassen werden, daß einzelne Kontrahenten eine unverhältnismäßig große Anbaufläche binden und damit andere, nicht durch Anbauviriräge gesicherte Konsumentenkreise schädigen. Es werden daher Andauverträge nur insoweit ge-nehmigt werden, als sie nicht größere Verbrauchs-mengen alt 15 Kilogramm sür Kops und Woche auf 40 Wochen gerechnet in sich schließen. Die Ver-tröge müffen Nummern und Ausmaß der zu be> bauenden Parzellen enthalten. Sollte nach Umfang der Anbaufläche anzunehmen sein, daß die erwähnte Verbrauchtmenge überschritten werden könnte, so wird aus eine Einschränkung der Anbaustiche gedrungen werden. Jedenfalls ist die Zahl der Verbraucher an-zugeben, und wird diese iowie die zulässige Höchst-menge der Vertr^gSkarloffel in der Genehmigung«-klauiel fixiert werden. Auch wird hervorgehoben, daß wie schon eingangs bemerkt, nur Verträge großer Vereinigungen und Unternehmungen auf Genehm!« gung zu rechnen haben, kleinere Körperschaften da-gegen, deren Bedarf etwa nur einige Waggons be-tragen würde, nicht berücksichtigt werden können. Versorgung der Bevölkerung mit Molkereiprodukten und mit Schweine fett. Auf Grund der Mimstcrialverordnung vom 11. Jänner 1917 hat die Statthalterei bei gleich-zeitiger Außerkraftsetzung ihrer Verordnung vom 14. März 1917 nunmehr Verfügungen getroffen, damit die Bevölkerung im Rahmen der dvrch die Fettkarten gegebenen Grenzen mit Butter nnd Fett versorgt wird. Die Besitzer von Schweinen haben nach wie vor von dem bei jeder Schlachtung an-fallendem Rohfetl die bereits seinerzeit festgesetzte Menge abzuliefern. Desgleichen haben die Besitzer von Kühen eine gewisse von der politischen Bezirks-beHürde dezw. von der Gemeindevorstehung festgesetzte Buttermenge abzuliesern. Die politische Bezirks-behörde kann, wenn cS die Umstände, insbesondere daS sonst zu befürchtende Verderben der Ware er-fordern — anordnen, daß an Stelle von Rohfett geschmolzenes Schweinefett und an Stelle von Butter Butterschmalz zu liefern ist. Die Ausbringung zur Lieferung dieser vorgeschriebenen Mengen an Fett und Butter wurde der Stelest übertragen, welcher unter Aussicht der Statthalterei daS ausschließliche Dispositionsrecht über diese Mengen zusteht. Die gleichmäßige Verteilung aller politischen Bezirke mit Fett und Butter wird da« Hauptaugenmerk der Stelest bilden. Vom Tierschutzvereine. Die Ortsgruppe Cilli det steiermärkischen Tierschutzvereine«, der aus eine üüjährige ersprießliche Tätigkeit zurückblickt, hat im verflossenen VeretnSjahre wackere Mitarbeit geleistet. Die Vogelfütterung kostete im letzten strenge» Winter viel Geld. Dem städtischen Kontrollore Herr» Joses Schmidl wurde für seine aufopfernde Für-derung der Vogel fchutzbestrebnn gen Dank und Aner-kcnnung von der Hauptleitung deS österreichischen Vogelbundes ausgesprochen. Der hiesige Lehrer Herr Ferdinand Porsche wurde sür seine langjährige Mit-arbeit vom steirtschen Tierschutzvereine zum Ehren-mi'gliedc ernannt und ihm eine prächtige Ehrenur-künde überreicht. Der Sicherheitswache wurde für ihre tatkräftige Unterstützung der Tierschutzbestrebun-gen eine Geldprämie zuerkannt. Die Ortsgruppe ver-teilte unentgeltlich 300 Stück Tier- und Vogelschutz-kalender an die Schuljugend der städtischen Schulen. Viel Spätkraut! Dem Anbau det Lpit-kraute» sollte man bei dem Mangel an Saatkartos-fein eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken, weil « unS in großer Menge ein wichtige«, für Massen-Verpflegung geeignete« Nahrungsmittel liefert. Dat Rummer 37 Kraut verlangt einen nährstoffreiche« lehmigen Bo-den von genügender Feuchtigkeit und gedeiht in Niederungen am besten. Die Aussaat kann jetzt noch vorgenommen werden. Samen ist in genügender Menge in fast jeder Samenhandlung oder von 100 Gramm auftoärt« beim Verband der landivirtschaft» lichen Genoffenschasiea in Eggenberg bei Graz, Alte Pvststraße 15,2, erhältlich. Aus einen Quadratmeter Saatbeet streut man 5 Gramm Samen au«. Kür einen Hektar Fläche benötigt man 23.000 bi« 32.000 Pflanzen, zu deren Heranzucht 400 bis 500 Gramm Samen erforderlich sind. Bei feldmäßizem Anbau fetzt man die Pflanzen auf 50X50 Zentimeter, große Sorten auf 60X60 Zentimer Ab-stand. Bon einer Hektar Fläche kann man bei guter Düngung und sachgemäßer Behandlung 400—500 Zentner Kraul ernten. Weitere Auskünfte erteilt bte AuskiinftSstelle für Gemüse- und K»> toffelbau bei der k. k. Statthalterei in G-^az, Burggaffe 1, 3. Stock. Vertrieb von wertlosen Salatölersatz Sei» einiger Zeit werden aus Pflanzenschleim oder Gelatine hergestellte Lö^u^gen unter der Bezeichnung .Salatölersatz «der Salalwürze (Carragol) in den V«»kehr gesetzt werden. Diese Präparate besitzen keinen Nährwert und können Oel unter keinen Um-ständen ersetzen. Bor dem Ankaufe und der Ver. wendnng aller dieser wertlosen und trotzdem sehr teuren Erzeugnisse, welche nur zu Zwecken der AuS> beulung ver Bevölkerung in den verkehr gesetzt werden, wird gewarnt. Ablieferung »on Heu und Stroh aus der Ernte 1916 auf «rund des Kriegs-leistungsgesetzes. Die BezirkShauptmannschaften wurden von der Statthalterei beauftragt, eine be» stimmte Heu- und Str«hmenge aus Grind deS Kriegs-leistungsgefetzeS sür die Heeresverwaltung aufzubrin-gen und an die Heeresverwaltung abzuführen. Diese Heu- und Strohmenge wurde von den BezirkShaupt« Mannschaften aus einzelnen Gemeinden, beziehungS-weise auf die einzelnen Heu- und Strohbesitzer ent-sprechend ausgeteilt. Die Statthalterei erwartet, daß die einzelnen Heu« und Strohbesitzer die angeforderte Heu beziebungSweise Strohmenge pünktlichst und unweigerlich den erhaltenen Aufträgen gemäß ab-liefere und es nicht aus ZwangSmaßregeln ankom-men lassen «erden, zumal die ZusuhrSvergüiungen vom 1. Mai 1917 angesangen bedeutend erhöht wurden. Z)ie neueste Saljönrger Zlniversttäts-frage und der Salzburger Kochschut-verein. Aus Grund eine» zwischen.Freiheitlichen" und den Klerikalen Salzburgs eingegangenen Kompro-m>sscS raüm eine Salzburger Abordnung am 23. April 1917 rine Audienz beim Kaiser, um die-sei» die Bitte nach Wiedererrichtung der einst unter der weltlichen Regierung der Erzbischöse bestandenen staatlichen Universität in Salzburg vorzutragen. Den Berichten über die Audienz sügten mehrere Zeitungen eine Schilderung »der da» Zustandekommen dcS Kompromisses an, die nicht zutreffend ist. iuiosern der Salzburger Hochschnlverein. bezw des. sen Hauptleitung als Teilnehmer an dem Kom-promiß genannt wurden. Die Haupile'tuug de» Salzburger Hochschul-ver eines gibt daher folgende Erklärung ab: Die Hauptleitung hat weder in Angelegenheit der Errichtung einer staatlichen Univerfität in Sulz-bürg, noch in irgend einer anderen Sache mit ein-zelnen klerikalen Persönlichkeiten oder klerikalen Kreisen, weder unmittelbar noch durch Mittelspersonen Fühlung zu nehmen versucht. Sie hat an kei-ner wie immer gearteten Verhandlungen mit Klerikalen teilgenommen oder dieselben gutgeheißen. Sie war auch nicht am Zustandekommen der Audienz beteiligt und wurde durch die Zeitungsnachrichten über dieselbe vollständig überrascht. Nach wie vor tiäll die Hauptleitung an dem hohen Ziele sest, den klerikalen Machtbestrebungen aus dem Gebiete des HochichulwejenS mit aller Entschiedenheit cntgegen zutreten. Sie wird treue Wacht halten, damit di? neugeplante staatliche Universiiät in Salzburg, falls sie wirklich zustande kommen sollte, nicht aus Grund d<» gesch offenen Kompromisse» ein Hort des Klen-taliiSmuS werde. Nie wird sich die Hauptleitung dazm hergebe«, ein Kompromiß zu schließen mit jenem, deren Bestrebungen sie in ehrlicher, fester Ueb«erzeugung zu bekämpfen hat. Das von anderer Seite geschloffen« Kompio-Biißt hat den Klerikalen neue Bundesgenossen zuge» _Deutsche Macht führ«. Der Kampf, den die Hauptleitung de» Salz-burger HochschulvereineS zu führen ha«, ist also noch ernster und schwerer geworden. Die Haupt-leitung zählt daher zuverlässig aus die Unterstützung aller wahrhaft freiheitlich Gesinnten. Erfüllen diese ihre Pflicht, ^dann geht schließlich der freiheitliche Gedanke als Sieger au» dem Kampfe hervor. Für die Hauptleitung des Salzburger Hochschul-Vereines: Prof. HanS Crammer, Vorsitzender Salzburg, Jmbergstraße 26. Niilsihanöüiilg Pritz U«|cfr "ÄT :: Willi :: ' Schrifttum. Philipps Bücherei bringt in jedem ihrer allmonailich erscheinenden Bände interejsanten, reich-haltigen und guten Lesestoff. Von Band zu Band steigt die Zahl der Freunde dieser Sammlung, von der soeben Band 15 .Die Ehre der Frau', eine LeutnantSgeschichte von Max v. Schönwies, und .Haffende Liebe", Novelle von E. v. Luckwald, er-schien. Besonders im Felde sind die schmucken, aus gutem Papier leserlich gedruckten Büch-r der bekann-ten Sammlung stets willkommen. Ein Bries von der Front enthält die Worte: „Di? mir hierher gesandte „Philipps Bücherei" ist reizenden Inhalte« und hat mir so manche Stunde angenehm verkürzt." Die Bände der Philipps Bücherei sind durch alle Buchhandlungen oder vom Verlag Jakob Philipp, Wien 6., Barnabitengasse 7, gegen Voreinsendung von 1 Krone, auch in Briefmarken, für einen Band zu beziehen. »»Donauland". DaS soeben erschienene dritte Heft der neue» bereits auf das beste eingefi'hrten Zeitschrist .Donauland" enthält wieder eine Reihe von ganz interessanten Beiträgen, darunter die Fort-setzung des Romanes „LukaS Rabesam' von Rudolf Hans Bartsch. Novellen von Ludwig Huna, Emil Kläger und Bran.'o Blasich. DaS Drama ist durch eine Probe auS dem jüngsten Wette „TantaloS" von Felix Braun vertieten. Gedichte finden sich von Emil Hadina, Erwin Rieger, Paul Stesqn. Also»« Petzold, Max Well, Siegfried Trebitsch. Hermann Hango u. a. Sehr vielfältig und reich illustriert sind die diesem Hefte beigegebenen Aufsätze: „Erzherzog Max in Albanien" von Hauptmann Karl Werkmann. „Englische Vertragstreue' von Regie-rungSrat I. von Winternitz. ..DaS Wiener Kaffee-haus und die Literaten" von Dr. Joses Körner. «Unsere Heerführer" von Oberst Alois Veltze, „Steyr" von Pros O. von Leixner. „DaS Quartett Rose' von Dr. Paul Slesa», „Die Türkei im Weltkriege" von Paul Wengras und „Drei Wiener Baukünstler- von Artur Rößler. Ebenso reichhaltig wie der Hauptteil der Zeitschrift ist auch die Rund-schau zusammengesetzt; aus der reichen Fülle sei be-sonders erwähnenswert: „Die neue Salbur^er Uni-ve.sität" von Dr. M. Pirker; zwei Aufsätze über den «Direktionswechjel im Burgtheater" von Richard smckal und Franz Theodor Cfokor, „Ein Welt-bund deS Deutschtum«" von Adam Müller-Gutten-biunn u. v. a., eine Musikbeilage von Ios. Marx. Nn JllustrationSmaierial finden sich außer 00 Bildern im Text Kunstblätter von Eugen Willoner (Unser Kriegsminister), von F. G. Waltmüller, Karl Ludwig Prinz, schließlich die sarbigen Kunst-Blätter: „Das Theater der 5000" (Studie zum Rainer Simons-Theaterprojekt) und ..Kriegerdenk-mal", der Architekten Emil Hoppe. Marcell Kam. merer, Otto Schönthal. .Donauland" ist durch jede Buchhandlung sowie durch die Verwaltung, Wien 3 Bez.. Seidlgaffe 8, zu beziehen. Preis deS Ein-z,Heftes 3 K, Jahresabonnement, 12 Hefte, 30 K. deutsche, unterstützet ure Schutzvereine ch die Verbreitung der von ihnen heraus» gegebenen Wirtschaftsgegenstände. Seite 5 Vermischtes. Voraussichtliche Verlegung be« B«. ginne« der Parlamentssitzungen auf den Nachmittag. In parlamentarischen Kreisen wird mit großem Nachdruck darauf hingewiesen, daß die bisher übliche Zeit für die Vollsitzungen, die in der Regel um 11 Uhr vormittag» beginnen, höchst ungeeignet ist. da aus diese Art am Vormittag fast niemals Ausschußsitzungen zustande kommen und sich die Plenarsitzungen des HauseS bis zu einer Zeit ausdehnen, daß auch am Nachmittag die Abhaltung von Ausschußberatungen mit Schwierigkeiten ver-bunden ist. Auch wird daraus hingewiesen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Abhaltung der Sitzungen gerade zur Mittagszeit sehr wenig emp. sehIenSwert ist. ganz abgesehen davon, daß mit Recht auf die großen Störungen verwiesen wird die der GasthauSbetrieb im Hause für die Sitzungen mit sich bringt. ES wird namentlich von den jitn« geren Abgeordneten verlangt, daß der Vormittag für die Ausschußberatungen sreigehalten werde, die dann in der Zeit zwischen neun und zwölf durchge. führt werden könnten. Es bliebe dann Raum für eine angemeffene Mittagspause, und die Vollsitzun. gen deS HanseS könnten um drei Uhr nachmittag« beginnen und etwa vier Stunden dauern, wa« als vollkommen ausreichend bezeichnet wird, wenn un« nötige Störungen vermieden werden. Die bisherige Uebung, den Beginn der Vollsitzungen für 11 Uhr vormittags anzuberaumen, wurde vom alten Kurien« Parlamente übernommen und entspricht in keiner Weise den Lebensgewohnheiten jener Kreise, au» denen sich das Haus des allgemeinen Wahlrechtes zusammensetzt. Keinesfalls darf — so wird von vielen Abgeordneten erklärt — die Rücksichtnahme aus die Bequemlichkeit der Ministerien dazu führen, daß eine Zeiteinteilung für die Beratungen de» HauseS getroffen wird, die geeignet ist, an und sür sich zu einer Behinderung seiner Arbeitsfähigkeit beizutragen („Pol. Tageb.") D i e U h r i m M e n s ch e n, daS Zeitbewußt, sein, läßt sich auch der Krone der Schöpfung mchl ganz abstreiten, obwohl e« heißt: „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde, und der Unglückliche hat seine Uhr versetzt!" Doch sang schon Löwe in etwa» an« derem Sinne: .Ich trage, wo ich gehe, stet» meine Uhr bet mir!" Auch wissen wir, daß die inwendige Uhr oft recht reparaturbedürftig ist, wenn jemand aus einen Straßendahnwagen wartet, so geht sie rie« sig vor, und sitzt mc>n endlich drin, so scheint sie still zu stehen. Es hapert also oft mit unserem Zeitb«« wußtsein, und in der „Richtigkeit" sind unS manch« Tiere über. Doch b hauplen viele Menschen, sie könn« ten gegen sonstige Gewöhnung mitten in der Nacht oder am frühen Morgen zu einer ganz bestimmten stunde aus tiefstem Schlafe erwachen. Allen gelingt» freilich nicht. Der Volksaberglaube hat sich sogar der Sache bemächtig,, und in Berlin ist eS üblich, daß derjenige, der zur bestimmten Stunde aufwachen will, rückwärts ins Bett steigt, und mit dem rechten Fuße sovielmal an die Wand pocht, als die Uhr beim Auswachen schlagen soll. Ob diese Weckeruhr im Lerbe eine überzeugende Trefferzahl aufzuweisen hat und wie die berüchtigte Wünschelrute in 29 Fällen 19 mal versagt, darüber sehlt leiser eine einwand« freie Statistik. Per Jäger. Von den Bäumen fallen Tropfen, Still streich' ich im Wald umher, Horch' auf meines Herzen» Klopsen; Waidwund ist'S, getroffen schwer. — Drunt im Dorfe Pöllerkrachen, Tanzmusik und Jauchzen auch. Ja, mein Lieb tut Hochzeit machen Mit dem reichen alten Gauch. Geld und Gut hat er in Hülle Und sie zieht ins Schlisse! ein. Mime, Lieb' und Jugendsülle Ist dagegen viel zu klein. Wohl, so mag'S denn einsam bleiben Im bescheidnen Jägerhau«. Waidwerk soll den Gram vertreiben Bi» man still mich trägt hinaus. Dachte einst wohl treu zu pflegen Weib und Kind als liebste» Gut. AuS istS! — Wald, dich will ich hegen Wie mein eigen Fleisch und Blut! A. vom Wachberg. StUe v Uach^ 'iumzicr 37 ZI. 5174/1917. Kundmachung betreffend die Regelung des Verkehres mit versteuertem raffiniertem Spiritus und Spirituosen, sowie die Festsetzung der Höchstpreise für versteuerten raffiniert enSpiritus, Inländer-Rum und Schankbranutwein Zufolge Verordnung des Am'es für Volkeernährung vom 11. April 1917, R.-G.-B1. Nr. 162 und 1(53 wird kundgemacht: Für versteuerten raffinierten Spiritus, ferner für Inländer-Rum (aus Spiritus durch Beimengung von Rumessenz oder echten Rum hergestellter Rum), endlich für Schankbranntwein (unversüsster oder in ortsüblicher Weise schwach versüsster. aus Spiritus auf kaltem oder warmen Wege mit oder ohne Beimengung aromatischer Essenzen hergestellter Branntwein) werden vom Amte für Volksernährung jeweils Höchstpreise fÖr den Verkauf festgesetzt. Versteuerter raffinierter Spiritus sowie Inländer-Rum und Schankbranntwein müssen einen bestimmten Mindestgehalt an Alkohol aufweisen. Dieser wird für versteuerten raffinierten Spiritus beim Verkaufe in Mengen Ton mehr als 25 Liter mit 95 Volumprozenten, beim Verkaufe in Mengen bis einschliesslich 25 Liter mit 94 Volumprozenten, für Inländerrum mit 40, für Schankbranntwein mit 25 Volumprozenten festgesetzt. Die Erzeugung anderer als der oben genannten Spirituosen ist Während der "Wirksamkeit dieser Verordnung nur jenen gewerbemässigen Erzeugern von Spirituosen gestattet, welchen zur Deckung ihres Zuckerbedarfes bisher Zucker in einer einem Bezüge in normalen Zeiten von mindestens 30 q jährlich entsprechenden Menge von der Zuckerzontrale zugewiesen wurde. Diesen Erzeugern ist jedoch die Erzeugung anderer als der oben genannten Spirituosen nur mit der Beschränkung gestattet, dass von den jedem Erzeuger jeweils zur Verfügung stehenden Spiritusmengen. nach Literprozenten gerechnet, mindestens auf Inländer-Rum oder Schankbranntwein verarbeitet werden müssen und nur der Rest zur Herstellung anderer als der oben genannten Spirituosen verwendet Werden darf. Mit der Ueberwacbung der Einhaltung der vorgenannten Bestimmungen sind die Finanzorganc betraut. Die Erzeuger der oben genannten Waren, ferner deren Verschleisser Und Schänker sind verpflichtet, den Finanzorganen den Eintritt in die Betriebsräume, ferner die Entnahme von Proben aus den Vorräten sowie die Einsicht in ihre Bücher und sonstigen Geschäftsaufzeichnungen zu gestatten. Für entnommene Proben wird, sofern« sich die Ware auf Grund der Untersuchung vorschriftsmässig erweist, der Ersatz nach dem jeweils festgesetzten Höchstpreise vergütet. Anderenfalls wird keine Vergütung geleistet; in diesem Falle hat der Unternehmer unbeschadet der Dtraffolgen auch die mit der Probeziehung und der Untersuchung der Probe verbundenen Kosten zu tragen. Die politisches» Behörden erster Instanz sind berechtigt, im Falle der Verweigerung der Abgabe von Inländer-Rum und Schankbranntwein oder aus anderen wichtigen Gründen einzelnen Gewerbetreibenden die glasweise Verabreichung von anderen Spirituosen als Inländer-Rum und Schankbranntwein zu untersagen. Durch diese Anordnung werden die bestehenden, den Ausschank ▼on Spirituosen botreffenden Vorschriften nicht berührt. Alle vor dem Inkrafttreten der Verordnung vom 11. April 1917, R.-G.-B1. Nr. 162 abgeschlossenen Kauf-, Verkaufs- und Liefern ngzver-träge über versteuerten raffinierten Spiritus, Inländer-Rum oder Schankbranntwein sind — Insoweit diese Verträge nicht bereits vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung erfüllt sind — unwirksam. Schadenersatzansprüche wegen Nichterfüllung, welche vor dem Beginne der Wirksamkeit dieser Verordnung entstanden sind, bleiben unberührt, doch kann der Käufer nicht Erfüllung, sondern nur Schadenersatz verlangen. Stadtamt Cilli, am 30. April 1917. Für den Verkauf von versteuertem raffiniertem Spiritus werden bis auf weiteres folgende Höchstpreise festgesetzt: a) für den Verkauf in Mengen über 25 Liter K <>50. Dieser Preis versteht sich für 1 Liter absoluten Alkohols. b) für den Verkauf in Mengen von mehr als 1 bis einschliesslich 25 Liter K 7 30 ; c) für den Verkauf in Mengen von 1 Liter und von weniger als 1 Liter K 9 30. Die sub b und c festgesetzten Preise verstehen sich für 1 Raumliter von 94 Volumprozent Alkoholgehalt. Für den im Auftrage der Spirituszentrale durch deren Geschäftsstellen bewerkstelligten Verkäufer von versteuertem raffiniertem Spiritus gelten die von der Spirituszentrale mit Genehmigung des Amtes für Volksernährung jeweils festgesetzten Preise. Für Inländer-Rum (aus Spiritus durch Beimengung von Rumesseni oder echtem Rum hergestellter Rum) von mindestens 40 Volumprozent Alkoholgehalt werden bis auf weiteres folgende Höchstpreise pro Raumliter festgesetzt: a) für den Verkauf in Gefässen von über 25 Liter K 6 20; b) für den Verkauf in Gefässen von Liter bis einschließlich 25 Liter; ferner für den Verkauf in handelsüblich verschlossenen Gefässen von weniger als '/» Liter, jedoch in einer Gesamtmenge von mindestens 5 Liter K 7*80; c) für den Verkauf in Mengen von weniger als '/, Liter K 9 40. Für Schankbranntwein (unversüsster oder in ortsüblicher Weise schwach versüsster, auf Spiritus, auf kaltem oder warmen Wege mit oder ohne Beimengung aromatischer Essenzen hergestellter Branntwein) von mindestens 25 Volumprozent Alkoholgehalt werden bis auf weitere» folgende Höchstpreise pro Raumliter festgesetzt: a) für den Verkauf in Mengen von über 25 Liter K 3 20; b für den Verkauf in Mengen von '/* Liter bis einschliesslich 25 Liter: ferner für den Verkauf in handelsüblich verschlossenen Gefässen von weniger als '/, Liter, jedoch in einer Gesamtmenge von mindestens 5 Liter K 4*20; c) für den Verkauf in Mengen von weniger als '/, Liter K 5-40. Diese festgesetzten Preise verstehen sich gegen bar. ohne Skonto, ab Verkaufsstelle, jedoch ausschliesslich der Kosten der Füllgefässe und der Verpackung. Füllgefässe sowie die Verpackung dürfen nur zum Selbstkostenpreise in Rechnung gestellt werden. In allen Lokalen, in denen Spiritus, Inländer-Rum oder Schankbranntwein feilgehalten werden, sind die hiefür jeweils festgesetzten Höchstpreise mittels vom Stadtamte Cilli als gesehen zu bestätigenden Anschlages ersichtlich zu machen. Übertretungen dieser Bestimmungen und jede Mitwirkung bei der Vereitlung der auf Grund dieser Verordnung festgesetzten Verpflichtungen werden — soferne die Handlung nicht einer strengeren Strafbestimmunf unterliegt — von den politischen Behörden erster Instanz mit Geld-strafe bis 5000 K oder nach deren Ermessen mit Arrest bis zu sechi Monaten bestraft. Die eingangs angeführten Verordnungen sind am 22. April 19 w in Kraft getreten. Der Bürgermeister: Dr« ¥■ Jabornegg« Alle Druckforten liefert die Bereinsbuchdruckerei „Celeja" in Cilli. X X X X X X X Die behördlich konzessionierte Vermittlung für Realitätenverkehr der Stadtgemeinde Cilli besorgt alle Vermittlungen «on Realitäten sowie Tauschgeschäften zu den günstigsten Bedingungen. Bei derselben sind gegenwärtig mehrere Stadthäuser, Landwirtschaften und Realitäten aller Art und in allen Preislagen vorgemerkt und es werden Anmeldungen und Aufträge auf Ankäufe und \erkäufe entgegengenommen. Auskünfte werden im Stadtamte (Sekretär Hans Blechinger) erteilt. T + ttttttt Nummer 37 Deutsche Macht Ctttt 7 Kundmachung betreffend die Klassifikation der Pferde im Jahre 1917. Im Sinne des § 11 des Gesetzes vom 21. Dezember 1912, R.-G.-B1. Nr. 235, findet im Ausbebungsbezirke Cilli-Stadt die Pferdeklassi-ükation statt lind zwar: Sanistag den 12. Mai 8 Uhr früh vor dem Grossgasthofe Skoberne. Die zur Klassifikation vorzuführenden Pferde müssen zur gleichen nnd zwar der oben angegebene!! Stunde gestellt sein. Die Vorführung der Pferde hat einzeln an dar Hand zu erfolgen und sind hiebei auch die zu den Pferden gehörigen Tragtierausrüstungen Torzaweisen. Von den Pferden, die schon bei einer früheren Klassifikation mit einem Eridenzblatte beteilt wurden, ist auch das Evidenzblatt mitzubringen. Gemäss der kaiserlichen Verordnung vom 9. Februar 1916, R.-0.-BI. Nr. 34, werdin für die Pferdeeinberufung als normal geltende Preise nicht festgesetzt und erfolgt die Wertbestimmung eines jeden ausgewählten Pferde« durch Schätzung. Die Einberufung der Evidenzblattpferde kann nach Bedarf sofort erfolgen. Bei der Pfers 35 - li? I co I C ©# "2 «5 EingesührteS Fleisch in Kilogramm § e I 1 is ~5 O € K U) tß az 47 ■ ■ | •___|________i___L| i _____ Lehrbefähigter Maschinscbreiblehrer erteilt Unterricht im Maschinschreiben und Stenographie zu sehr massigen Preisen. Anfragen sind zu richten an Stadtamtssekretär Hans Blecbinger. Gelegenheitskauf. Eine «ehr preisi würdige Weingartenrealität in nächster Nahe von Cilli in henlicher Lage tu verkaufen. Dieselbe besteht aus einem Wohnhaus nebst Zuzehör nnd Wirt-»ebaftsgebäode sewie ^tallnng für 8 Stück Vieb. Zur Realität gehört ein Ackergrand, ein Obstgarten, bepflanzt mit Aepfel-Blrne»-. Kirschen- und Zwctechkenbinmen nnd ein schlagbarer Buchen», ild. Der Weingarten ist mit beil&aflg 3 Joch amerikanischen Reben bestockt. Sämtliche Objekt« befinden sieh in gutem Zustande. Anzufragen bei der Realitäten»ermittlung der Stadtgemeinde Cilli (Stadtamt, Stadt-sekretär Bans Blecbinger). Visitkarten ''Sufißa Vere'»sbuchön'CK er ei Celeja. Stile 8 D-Mtze Wacht Nummn 37 mit 2 wimmern und KQcbe gesucht. — Anträge an die Verwaltung des Blattes. Sd. Ein gut erhaltenes übeispieltes Pianino wird zu kaufen gesucht. Gefällige Anträge nebst Angabe des Preises bis 15. Mai an „J. K. 32* postlagernd Cilli. Möbliertes Zimmer fflr alleinstehenden Herrn sofort billig zu vergeben. Seilergasse 2, eben-•rdig rechts. empfiehlt sich den geehrten Damen zur Anfertigung von Damen- und Kinderkleidern nach den Beueste« Modejournalen. Anzusagen Schulgasse 16, ebenerdig. Tüchtige gesetzte Komptoristin beider Landessprachen mächtig, welche in Buchführung und Maschinschreiben gut versiert ist, eventuell stenographieren und sich mit derartigen guten Zeugnissen ausweisen kann, wird für ein grösseres Geschäftshaus bei entsprechendem Gehalt und voller Verpflegung für sofort gesucht. — Aezufragen in der Verwaltung d. BI. 22924 Mit 15. Mäi d. J. angefangen finden 4 wichtige Ziehungen auf nachstehende günstige Gruppe ton 4 Wertpapieren statt: Kundmachung. Die k. u. k. Heeresverwaltung wird anschliesaend an die Pferdeklassifikation 1917 in jedem Orte, wo die Klassifikation stattfindet, einen freihändigen Pferdehandkauf abhalten, wobei die Pferdebesitzer ihre Pferde freiwillig zum Verkaufe anbieten können. Es werden auch Evidenzblattpferde und Hengste angekauft. Vom Kaufspreis ist vom Verkäufer die Quittungs- und Vertragsstempelgebühr zu entrichten. Vom Stadtamte Gilli als Behörde I. Instanz. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Gattung der Wertpapiere Jihrlich Ziehungen I 4(1ung.Hypotheken-los-Gew. v. J. 1884 I 37, Bodenkreditlos-Gew. v. J. 1880, 1. Em. I Jöszivlos v. .). 1888 I Saterr. Rotes-Kreuz-Los v. J. 1916 15./5. 15/11. 15./5. 15./8. lo./ll. 15/2. 15./5. 15./11. 1./6. 1./8. 1./11. 1/12. Hauptrreffer K 40.000-„ 40.000 - K 90.000- „ 90.000- „ 90.000- „ 90.000 - K 20.000-„ 12.000-- K 200.000-„ 150.000-„ 200.000-■. 300.000— a S £ ® a z. x. -c « e » t * .5* w L 2 s . s » Cm H S-? o 'C L 5 B « L •= S s Jedes Los muss gewinnen nnd gleich nach Erlag der ersten Rate erwirbt man augenblickliches Spielrecht. Diesen Bestellschein bitte sofort im verschlossenen Umschlag franko einzusenden. Auf Grund Ihrer Offerte in der --------------kaufe ich hiemit: DU Gruppe von 4 Wertpapieren gegen 49 Monatsraten zu K 4'70. Die erste Rate von K_________________ habe ich mittels Postanweisung abgesandt und erwarte umgehende Einsendung einer gesetzlich ausgestellten und gestempelten Verkaufsurkunde, damit ich schon an der am 15. Mai d. J. stattfindenden Verlosung beteiligt hin. Name...............................-............................Beruf J Wohnort..... ________________Post Alle Bestellungen, Anfragen n. s. w. sind, zu richten an „GLUCKSRAD", Cesellsctiaft fir Handel mit Wertpapieren IN BRUNN, foeltsckaft nil le-sclrankter Baftug. ' chmerzerfüllt geben die Unterzeichneten allen Verwandten und Freunden tiefbetrübt die Nach-J richt von dem Ableben ihrer innigstgeliebten, herzensguten Mutter, bezw. Tochter, Schwester. Gp Großmutter, Schwägerin, Schwiegermutter und Tante frau Luise payer Hausbesitzerin welche am Samstag den 5. Mai um '/,7 Uhr abends nach langem schwerem Leiden gottergeben verschieden ist. Das Leichenbegängnis der teuren Verewigten findet am Montag den 7. Mai um 4 Uhr nachmittags vom Sterbehause aus (Karolinengasse Nr. 8) nach dem städtischen Friedhofe zur Beisetzung im FamiJiengrabe statt. Cilli, am 7. Mai 1917. Betty Horak, geb. Payer Tochtcr. Dr. Franz Horak Schwiegersohn. Ernst Felix Horak Enkel. Franz Lenard Josef Lenard Engelbert Lenard Chrisantine Riede! Qcschw ister. Sämtliche Neffen und Nichten. Franz Lenard Vater. Anton Gregl Fridolin Riedel Schwäger. SchriMtung. Perwal.ung, T-nick uns Vertag: «ereinsbuchdniaerei .Eeleia' in Cilii. — Ver-ntwortticher Leiter: Guido Echidl». 1