Folge 62. (Seite 877 bis 908.) Blätter für den Abteilungsunterricht. Hlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. o o o (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) Inhalt: 1. Donnernde Schollen. 8 877. 2. Fragen für die Lehr efähigungsprüfung. S. 879. 3. Aussprüche über Politik. S. 879. 4. Wirtschaftspädagogik mit Bezug auf das Tschermosch-nitzer Tal. S. 880. 5. Lose Gedanken. S. 882. 6. Aus Schillers „Wallenstein“. S. 882. 7. Zwei Vorschläge zur Reform des Handarbeitsunterr. 883. 8. Der Lehrer als Bienenzüchter. 8. 884. 9. Der kranke Lehrer. S. 886. 10. Randbemerkungen zu Folge 61. S. 887. 11. Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft. 888. 12. Begründende Heimatkunde in der Landschule. S. 889. 13. Seifenblasen. S. 891. 14. Stammbuch vers. S. 892. 15. Die Wechselrede. S. 892. 16. Gedenktage. S. 897. 17. Die Wahrheit. S. 897. 18. Schulhumor. S. 897, 902. 19. Bauernregeln als Diktalstoffe. S. 898. 20. Gedanken über den Auf K ho h. ItiatltdSChaty Reichhaltige, mit einem Farbenbilde und zahlreichen Schwarzbildern gezierte Jugend-J “ fchrift, geleitet vom Biirgerschnldirektor F. Rudolf. Bisher sind erschienen Land 1 und II zum preise von je 1 K. TÜI* VhiiRrhiifhmtott empfehlen wir besonders im Preise tief herabgesetzte Balbjahrgänge „Oester- reichs deutsche Jugend" gebunden zu je | K 60 lt. vorrätig sind: 2 isalbj. tsgs, s899, tyoo, sgos, 1902, 1903. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung „Österreichs deutscher Zagend", Veichrnbrrg, Ldstaten. Me Wirlschaftsableitung des Deutschen Landestebrervereines in Wöstmen, Weichenberg, besorgt wie bisher: t. Den Einkauf von perrenstoffen. 2. Den Einkauf von Damenkleiderstoffen. 3. Den Einkauf von Leinen-, Bauinwoll- und-Schaswollstoffen sowie lterren- und Damenwäsche. 9. Den Einkauf von neuen und überspielten Flügeln und pianinos. 5. Den Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. Bei Bestellung von Mustern für Pam,nl!keider ist anznsühren, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell »der dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modekleid gewünscht wird. Bei !va sch st offen teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob Ivollmousselin. Battist, Altlas-satin, Sephir, lvaschkörper oder nur Ivaschkotton gewünscht wird. Bei allen Bestellungen empfiehlt es sich auch, den aus den Mustersendungen zu entnehmenden preis enzugeben. Die freie Zusendung der Postpakete ist bei diesen preisen nicht möglich, dagegen trägt die lv.Ä. die Auslagen für Mustersend,inae» und Rechnungsstempel. Man wende sich mit Karte an die IVirt-schaftsabteilung des v. i. t. P. in Rexbenbergl luacnd 3a^r9an9 1907, ist die anerkannt beste und am meisten gelesene Jugendzeitschrift Oesterreichs, herausgegeben vom Deutschen Landes- geleitet vom Biirgerschnldirektor F. Rudolf. Monatlich erscheint ein Best. 26 Paul Sollors Nachfolger Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, Lesezirkel, Antiquariat Reichenberg, Böhm. Prompte Lieferung vonWerken aus allen Gebieten der Literatur sowie Einrichtung und Ergänzung von Schüler-, Volks- und Fachbibliotheken. Großes Lager neuer und alter Musikalien. Nach auswärts Zeltschrtften-Lcsezirkel Im Nachabonnement I Bücher- und Preisverzeichnisse gerne umsonst und postfrei. =====1 Günstigste Zahlungsbedingungen. Blätter für den flbteilungsunterricbt. Lailiach, im Aebruar 1909. An den Anzeigctcil werden nur Ankündigungen ausgenommen, die die Güte der Ware erwiesen haben. Es ist daher vor der Insertion entweder den Gegenstand selbst einzusenden oder ein vertrauenswürdiges Zeugnis.) Anlründigungsbogen. (Zur Folge 62.) 132.) «Lrzäyluiigen imö Wilder aus der ('icftfiirfile. (Verfasser: Karl Schwalm und Emil Hofmau»; Verlag: Franz Tmtitfe in Wien: Preis K V60.) — Das Buch ist zwar für Bürgerschulen bestuumt, wird aber auch in Volksschulen gute Dienste leisten. Zunächst fällt der reiche Bildcrschmuck aus, der viel Neues bringt. Der Text ist dem kindlichen Auffassungsvermögen angepaßi; die kurzen, scharfgeschnittenen ratze geben dem Stil ein kräftiges Gepräge. Aufschriften „Wie Karl der Große sein Reich begründete, Wie Karl der Große sei» Reich verwaltete" gliedern den Stoff. In dem Büchlein steckt viel Originalität. Gott Donar, Blitze schleudernd! Mitteilungen der Verwaltung. Auf mehrfache Anfragen teilen wir neuerdings mit: Der Märzfolge werden Erlagscheine beigelegt werden. Auf denselben wird der Betrag des Rückstandes vermerkt erscheinen. — Schulleiter G. D. in P. (Mähren): Sie schreiben: „Für künftighin möchte ich aber um Erinnerung (zu deutsch: Mahnung!) bitten, da es sich unangenehm fühlbar ma■) Sie Sprechvewegungen. Kurze Einführung in die Laulkundc. (Verfasser: Franz Ruschke; Verlag: Dürrschc Buchhandlung in Leipzig; Preis 75 Pf.) — Endlich kann ich den vielen Anfragen nach einem Wegweiser in der Phonetik mit dein Hinweise auf ei» brauchbares Büchlein entspreche». Die Bürger-schulkandidaten müssen die Bestellkarte sogleich zur Hand nehmen. Aber auch für den Lehrer in der Elementarklasse ist das Schriftchen unerläßlich. Die Lautbildung und damit die Aussprache leidet, wenn man die Sache nicht technisch handhabt. Eine kleine Probe: „Der Vorwärtsbewegung der Zunge entspricht — zu akustischen Zwecken — die gleichzeitige Aufmärtsbewegung des Kehlkopfes vermittelst der Muskeln zwischen Zungenbein und Schildknorpel. Man spreche mit Flüsterstimme die Lautreihcn a e i, ä ö ü und zum Vergleich die gegensätzliche Lautreihe a o u, lege währenddessen Daumen und Zeigefinger an den Adamsapfel und vergegenwärtige sich die Zungenbemegungen, die die Hebungen des Zungenrückens bewirken, und die Bewegungen des Kehlkopfes. Läßt man die Entstehung des ü unberücksichtigt, so braucht man nur zu sagen: ü hat die Zungenftellung des i und die Lippenstellung des u." 127.) Stundenvikder für den modernen Zeichenunterricht. II. Teil. (Verfasser: Rudolf Sterlike und Richard Pischel in Rokitnitz, Böhmen; Eigenvcrlag; Preis 6 K.) — Ra, gottlob haben nun tüchtige Praktiker sich des Zeichnens nach der Natur bemächtigt und so kommt die neue Methode allgemach auf einen grünen Zweig. Sterlike und Pischel bieten aus der Werkstatt heraus prächtige Stücke in prächtiger Ausführung; man sieht sie vor sich, die Meister der methodischen Kunst, ivie sie schassen und erproben, damit ja nichts unfertig in die Welt reise. Für den Lehrer dürfte das Buch zu teuer sein, wiewohl es im Hinblicke auf die schöne Ausstattung an und für sich billig genannt werden muß. Man dränge beim Ortsschulrate auf die Anschaffung! Wenn die Jungen dann „ihr Werk" den Alken zeigen, wird die löbliche Ortsbehörde die 6 K gern verschmerzen. — Den Kollegen Sterlike und.Pischel gebührt der Dank der Lehrerschaft, daß sie unerfahrenen Himmelsstürmern die Idee aus der Hand genommen und sie auf einen festen Grund gestellt haben. 128.) Atenflkie» für de» Zeichenunterricht findet man in den Katalogen der Firma H. Schmincke u. Ev. in Düsseldorf angekündigt. Ich habe Schminckes Farben prüfen lassen und die besten Urteile erhalten. 129.) Stifters „Kcidedorf" im Stenogramm enthält das 1. Bündchen der „Österr. Lesebibliothek Gabelsberger". Herausgeber: Josef Jahne. Handschrift von Julius.Zuembtobel; Verlag der Manz'schen Universitäts-Buchhandlung in Wien, I. Kohlenmarkt 20; Preis l K. — Ein kräftiges, zugsicheres Stenogramm! Die Kürzungen gehen nicht ins Nebelhafte; es kann also auch ein schwächlicher Stenograph folgen. Der Druck ist deutlich, die Ausstattung hübsch, das Format handlich, so daß sich das Bündchen als Reisebüchlein eignet.— 130.) Schusters Hintencrtrakt. (Näheres im Inseratenteile.) Die Probe hat folgendes ergeben: Dünnflüssig, kein Satz als Rückstand, rasches Eintrocknen auf Papier, keine Kruste auf der Feder. — Demnach ist das Fabrikat preiswert und geeignet, der Tintenmisere abzuhelfen. 131.) Das Harmonium als Hausinstrument. Es liegt ein eleganter und seinem Inhalte nach äußerst gediegener Katalog einer erstklassigen Firma auf diesem Gebiete vor, dessen Studium dem Musiker und Musikverständigen Freude bereitet: Orgel-Harmoniums amerikan. Saugsystems, Aloys Maier, Hoflieferant, Fulda (gegr. 1846). Daß gerade auf jenem Teil des Harmoniums, das dem großen Publikum eigentlich fremd ist, auf die wesentliche Technik und den Gebrauch der Registrierung das größte Gewicht gelegt ist, beweist, daß in diesem Büchlein ein direkt künstlerischer Wert und Reellität innewohnt und daß die Firma mit der Katalogisierung ihrer Harmoniums jede Übervorteilung des Laienpublikums von vorneherein gänzlich ausschließt. Die Firma Aloys Maier in Fulda liefert in ihren, nach amerikanischem Saugsystem hergestellten Harmoniums Instrumente, die allen, auch den höchsten Anforderungen genügen. Ausstattung, Ton, Solidität sind hervorragend, die Preise mäßig. Man bekommt ein kleines Zimmerharmonium um 78 Mark. Und dabef fs't das Instrument gut und vollauf genügend, die frischen, süßen Kinderstimmen zu begleiten. Um 120, 160, 240 und 300 Mark liefert die Firma preiswerte Instrumente, bei einer monatlichen Abzahlung von 10 Mark an. Auch für Harmoniummusik-Literatur hat die Firma Sorge getragen, sie liefert den Abnehmern ihrer Instrumente reizende Hefte Musikalien und eine Harmonium-Schule gratis, 132.) Samenfirma J. C. Schmidt in Erfurt: Ich habe die mir zugemittelten Samen erproben lassen und folgendes Urteil erhalten: V v* ^ & t t Q ^ (6. Jahr.) Jolge 02. für den Mteilungsumerrichl Monatschrist )«r Förderung des ölierrcichischen Schulwesens. Be,ug«geblihr 6 X (5 Mark, 6erausaeber: ®efd).lftlld)e6 auSichitcKIIch Tgtt.i uHUtte Slnu'lnunv an ble ,,'Uermallimg btt mer 60 h. Pbftipatfaistn- vi„v .ir /c j, Wtter für ben ilbitilimg«. scheck-.ftonla Nr. S8.2IS. IVlIU U VL. f,U CVf ln 1-1110ITU). umerrtd» tn fiatbad)“. Ein Politiker ist nur, wer im gegebenen Fall richtig das Mögliche schafft. Geibel. Donnernde Schollen. Auf der Hölj’ blitzen die Schwerter, dröhnen die Schilde, von der Höh' stürzen die Schollen donnernd zutal. Es tobt der Kampf, der alte Kampf zwischen dem jungen Lenz und dem grämlichen Alten. Wie sinnvoll Hat die Phantasie des Volkes die beiden personifiziert, wie glücklich das Lesestück für sie aus der Naturpoesie gehoben und der Jugend vor die Augen gestellt! Sollte das Sinnbild nun bloß dem Volke, bloß der Jugend das veranschaulichen, was sich immer wieder abspiclt, was täglich um uns webt? Sollten nicht die Vorgänge in der Natur gerade uns, die berufen sind, das geheimnisvolle Walten dem Aug' des Kindes zu erschließen, die nach des Tages llcühen hinaus ins Freie wandern, um in des Waldes (Ddem die angestrengten Lungen zu stärken und bei des Baches Rauschen der Sorge zu vergessen, vergleichend, sinnend, gedankenvoll das betrachten, was die Allmutter im ewigen Wechsel als Exempcl ausrollt? Alan ist gewohnt, alles zufällig, alles episodenhaft zu nehmen, weil man zu wenig den Werdegang der Dinge verfolgt, weil man nicht nach den tiesinnersten Gründen forscht, weil man nicht erwägt, daß das, was im Zeitenwandel auftaucht, naturgemäß kommen mußte, nach den Gesetzen, die draußen im Forst und aus der Heide walten. Würde man sie auf den Gang der Geschichte übertragen, man schüfe einen Untergrund, aus dem alles vou selbst erstünde, der des Hauses Quadern auf immerwährende Zeiten stützte. Wie steht es indes damit heute? Ereignis an Ereignis bringt das Lehrbuch nach Kapiteln, Ereignis um Ereignis tradiert der Professor, Ereignis zu Ereignis reiht der Zögling, ohne den tiefen Stirn zu ergründen und zu erfassen, der in der Kette liegt. Und so geht es bis zur Neuzeit, zur neuesten Zeit heraus, bis in die Geschichte des Tages. Die Folge dieses fchulmäßigen Drills, der nicht nach Analogien sucht, der nicht im Walten der Natur die Parallele für Öen Stoff findet, an den er sich klammerte, führt zu oberflächlicher Beurteilung der Dinge, zur politischen Unselbständigkeit, zu planlosen Aktionen. Wie beruhigt sieht der, den: es vergönnt war, den Lauf der Jahrhunderte als immer wieder sich erneuerndes Schauspiel von donnernden Schollen, üppigem Wachstum, Blühen und Reifen, Leben und Vergehen im Geiste zu durchlaufen, der schließend von der Ursache die Folge erriet und dann im Buche bestätigt fand, der diese Praxis auf die Geschichte des Tages, so man sie Politik nennt, überträgt und auf seinen engsten Kreis anwendet, all den wechselfällcn entgegen, die da herein stürmen wie der junge Lenz mit seinem Hecrvolk! Der Denkende sieht die Dinge kommen, er findet sich mit ihnen im voraus ab, weil er weiß, daß sie nach jenen Gesetzen sich entwickeln, die draußen unabänderlich wirken. was nützte cs, wenn er ihnen die Brust entgegcnhielle, wenn er sich stemmte! <£r würde entweder von dem Sturz der Lawine begraben oder zur Seite geschleudert werden, wenn droben im Berge die Schollen brechen, da kommt cs zum Kampf. Der Winter trotzt und will sich dem neuen Kurs nicht fügen, was nützte cs? Seine Tage sind gezählt, er muß dem wehen des Lenzes weichen. Sollen wir dem Alten gleichen? wenn alles, alles darauf deutet, daß eine neue Zeit anbricht, daß die Herrschaft alter Grundsätze schwindet wie der Schnee vom £)aupt des Berges: dürfen wir uns da dem Gletschcrbach, der die Stücke alter Herrschaft in die Tiefe führt, cntgegenstcllen? wir werden erbarmungslos niedergerissen mit unserem bjab und Gut. Alan sehe sich nur andere Stände an, man verfolge den y)ug der großen politischen Parteien! wie sie sich akkomodicren! Sie sagen es nicht offen heraus, aber sie tun es, weil sic cs tun müssen. Ganz „natürlich" vollzieht sich der Wandel, unvermerkt, aber stetig, wer nun das nicht verfolgt und plötzlich auf die geänderte Richtung gewiesen wird, erstarrt vor Entsetzen und ballt die Faust. Freund, blick hinaus durchs Fenster! Bor einer Woche bist du noch mit deinem Schlitten den Hang hinabgesaust, in toller Lust, im herben Hauch des winters; heute stürzt ein Bach herab, er hat dir die Bahn vernichtet: wirst du darob dich im Grimme verzehren, wirst du mürrisch dich in deine Kammer einschließen und warten, bis wieder der Alte kommt und dir die blendende Decke schafft? Alan würde dich einen Toren nennen, man würde über dich lächeln und alles, was du sagtest, wäre in den wind gesprochen, kurz: man würde dich nicht ernst nehmen. Alerke, Freund: <£s wird niemals die Zeit und damit die Politik sich nach dir richten, sondern du mußt ihr folgen. Sollst du darob deinen geraden Sinn verlieren? wenn die ganze Welt das Frühlingskleid anlegt und du allein marschierst trotz Sonnenschein im Pelz daher, so wird man dich mitleidig mustern. Kommst du jedoch, wie es üblich und vernünftig ist, und trägst du dabei den Kopf hoch, die Stirne frei wie zuvor: niemand wird es dir verübeln. Zwischen politischer Klugheit und charakterloser Kriecherei ist ein himmelweiter Unterschied, wer den Grundton seiner Gesinnung wechselt, ist ein Schurke, wer die Klangfarbe der jeweiligen Zeitstimmung anpaßt, wird als solcher von jenen gescholten, die das Grundmotiv nicht kennen, die jedes Taktteilchen für sich betrachten und nicht das Ganze überschauen. Ach, unsere Lehrerbildung hat der Mängel so viele! Einer der schlimmsten ist die politische Naivität, mit der der junge Lehrer vor die wcltbühne gestellt wird. Ersieht das Gaukelspiel an seinem Aug' vorüberziehen, wird von Phrasen und Wendungen gefangen, klatscht Beifall, wenn es andere tun, die dafür bezahlt sind, und ruinort, wenn die Klique zu pfeifen beginnt, würde man den Unterricht in der Geschichte anders führen, ihn mit Geist durchtränken, ihn Schritt auf Schritt mit dem dermalen auf und nieder gehenden politischen Wellenschlag vergleichen, würde man für die Zöglinge des letzten Jahrganges ein Lesezimmer cinrichten, in dem die verschiedensten Tagesblättcr aufliegen, würde man im Anschlüsse an diese Lektüre die Verfassungskunde lehren, würde man die austretenden Zöglinge als Männer nehmen und nicht als Schüler entlassen: cs stünde anders um unfern Stand und anders um das Wohl des Volkes. Politische und pädagogische Demagogie zerbrächen in Stücke wie der Panzer, der im Berge droben alles umklammert hielt. Ein gesundes politisches Empfinden begleitete den jungen Mann ins Leben, ein Empfinden, das den Inhalt fühlen läßt und nicht sklavisch an der Form klebt, das die Zeitströmung fpürtj und dadurch zu zeitgemäßen Bestrebungen führt, wer mit der Losung, die vor zwanzig Jahren galt, durch die Pforte dringen will, um sich sein Teilchen zu holen, wird abgcwiesen und muß leer von hinnen ziehen. <£s mögen dieselben Menschen am Eingänge stehen, was hilft's? Sie haben ein anderes Wort gewählt. Die Lehrerbildung wird sicherlich einmal jenes Grundsatzes in der Tat eingedenk sein müssen, den die Pädagogik so oft betont, so eindringlich predigt, aber leider nicht hält: „Für das Leben!" Allein bis dahin hat es noch feine Weile. Sollen wir die Zeit abwarten? Nein! Was man uns nicht gab, sollen wir erwerben! Dieser Weckruf gelte auch hier! Darum zieh hinaus, Amtebmder im einsamen Tal, Amtsbruder im Gewühle der Stadt, in des Tages Feierstunde, laß von der Natur dich belehren, dich politisch rüsten non den donnernden Schollen! Iragen für die ^ehrvefähignngsprüfung (MolKsfchuten). a) 'Aus der Kesehesliunde. 1. Die Analyse des § 1 im R. V. G. 2. Schulerhalter. 3. Die Gegenstände der Volksschule. 4. Welchen Weg nehmen die Lehrpläne? 5. Bestimmung bezüglich des Religionsunterrichtes. 6. Bestimmung für die zweite Landessprache. 7. Über die Verwendung der Lehr- und Lesebücher. 8. Zahl der Lehrkräfte. 9. Lehrerkategorien. 10. Welche Kinder zwischen dem 6. — 14. Lebensjahre brauchen die Schule nicht zu besuchen? 11. Mutel zur Fortbildung der Lehrer. 12. Über die Anstellung im Lchramle. 13. Verlust der Prüsungszcugnisse. 14. Errichtung und Erweiterung von Schulen. 15. Die Schulbehörde: a) Die Zusammensetzung, b) der Wirkungskreis. 10. Statthafte Entschuldigungsgründe für das Ausbleiben der Schüler. 17. a) Behandlung der Schulversäumnisse. b) Mit welchen Mitteln kann der Lehrer einen guten Schulbesuch erzielen? 18. Die Einteilung des Schuljahres. 19. Welche Zeugnisse stellt die Volksschule aus? 20. Zweck und Einrichtung der Wiederholungsschule, bezw. der Fortbildungsschule. 21. Die Anilsschriften des Lehrers. 22. Erlaubte Strafmittel. 23. Über Urlaubserleilungen. 24. Unterrichtsdauer. 25. Die notwendigsten Lehrmittel. Aussprüche über Politik. Ich gedenke oft solcher Politiker, wenn ich im Dorfe von einem Hunde angebellt werde, der zweite nachbcllt und alle bellen, und keiner kann sagen, warum? K.J.Weber, Demokritos. Politik ist eben an sich keine Logik und keine exakte Wissenschaft, sondern es i>t die Fähigkeit, in jedem wechselnden Moment der Situation das am wenigsten Schädliche oder das Zweckmäßigste zu wählen. Bismarck. Die Politik ist keine exakte Wissenschaft; mit der Position, die man vor sich hat, wechselt auch die Benutzungsart der Positionen. Bismarck. Wirtschaftspädagogik mit Bezug auf das Tscher-moschnitzer Tal. Thema für die Bezirkslehrerkonferenz zu Pöllandl im Gebiete der deutschen Sprachinsel Gottschee. (Von Franz Erker, Lehrer in Tschermoschnitz, Krain.) 'gtorOrmcrfiitiifl: Ter SeRr wird eingeladen, zunächst den Leitartikel in Folge 58 in Erinnerung zu bringen. Es ist selbstverständlich, daß der nachfolgende Konferenzvortrag durchwegs örtlich sinn muß, soll er zu jenem Aufsätze das Konkretum bieten. Und dieses iit für alle Fälle nötig. Wenn der eine zeigt, wie er cs macht, wird der andere augeregt, cs nachzuahmen und seinen Verhältnissen anzuvassen. Wer das Streben der „Blatter" erkennt, „ins Volk" zu wirbeln, um dieses mit der Lehrerschaft zu verbinden, wird die nachstehenden Ausführungen zu bewerten wissen und sie als Richtlinien für das eigene Wirken betrachten. — D. Sch. ln der Reihe wiederkehrender Klagen des Landvolkes über die Schule erscheint an erster Stelle die, die Kinder würden durch die Schule der häuslichen Arbeit entzogen und derselben mehr oder weniger entfremdet. Kein Lehrer, der den tatsächlichen Verhältnissen einige Beachtung schenkt, wird über diese Klage mit einer geringschätzenden Bemerkung hinweggehen. Denn nicht das Landvolk allein erhebt diese Klage, wir konnten sie auch schon von einem erfahrenen Polit.ker hören, dessen Parteizugehörigkeit seinen Worten besondere Bedeutung verleiht. Der gegenwärtige Abgeordnete von Gottschee war es, der anläßlich einer Anfragebeantwortung in Tschermoschnitz behauptete, die Kinder würden durch den dermaligen Schulbetrieb der Arbeit entfremdet, es müßte der Handfertigkeitsunterricht eingeführt werden u. a. Dieses letztere Bestreben könnte man nur billigen, bedenklicher aber ist die andere Richtung, die nach dem Vorbilde der in Aussicht genommenen Kürzung der Militärdienstzeit eine Herabsetzung der Unterrichtsdauer anstrebt. Wie könnte nun der Unterricht gestaltet werden, um fürs erste den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung im Tschermoschnitzer Tale besser entgegenzukommen und anderseits praktische Erfolge für das Leben der Schüler auch in späteren Jahren zu erzielen? Da bis jetzt die körperliche Arbeit in irgend einer Form in den Lehrplänen der Volksschule keinen Platz gefunden hat, so kann sich die Sozialpädagogik nur in der Einteilung der Unterrichtszeit und auf die Erteilung des Unterrichtes in gemeinnützlicher Form beschränken. a) Zeiteinteilung für Unterricht und Arbeit. An der Schule in Tschermoschnitz wurde der ungeteilte Vormittagsunterricht eingeführt. Der bestimmende Grundgedanke dieser Verfügung war, den Vormittag der geistigen Bildung und Erziehung, den Nachmittag der Erholung und körperlichen Ausbildung für den landwirtschaftlichen Beruf, dem ja der überwiegende Großteil der Schüler ferner angehören wird, zu widmen. — Wie bei allen Neuerungen, waren auch bei dieser die Leute etwas stutzig geworden, brachte sie doch in die häusliche Einteilung eine kleine Änderung. Bald aber sah man das Vorteilhafte derselben ein, so daß eine Nachfrage bei den Schülern über diesbezügliche Meinungen der Eltern ergab, die allgemeine Stimmung der Bevölkerung wäre für die gegenwärtig bestehende Unterrichtseinteilung. — Die Vorteile des ungeteilten Vormittagsunterrichtes für den Landwirt sind in den „Blättern“ erschöpfend erörtert worden;1 sie treffen in diesem Schulsprengel mit den vielen entfernten Ort- 1 Veigl. die Wechselrede über die 4. Frage in den Jahrgängen 1904 und 1905 der „Blätter"! D. Sch. schäften in noch höherem Maße zu. Die Zeit für den Unterricht ist möglichst konzentriert worden, die Mittagspause entfällt und die Kinder können sich ohne Verzug der häuslichen Beschäftigung zuwenden. — So ist zwischen Geist und Körper ein gewisses Gleichgewicht hergestellt, beide treten bei ihrer Ausbildung gleichmäßig in ihre Rechte. Mit Lust greift das Kind zur Arbeit, nachdem es durch vier Stunden die Glieder in den Bänken einzwängen und sich körperlich untätig verhalten mußte. Die Arbeit daheim wird ihm nun zugleich Erholung. b) Sozialpädagogik in der Schule. Der Unterricht in der Schule soll derart beschaffen sein, daß er die Kinder zur Arbeit und zum Erwerbe anleitet. Die Schüler müssen sehen, was die heimatliche Scholle bietet, was sich verwerten ließe. Die Bevölkerung findet bei uns ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft, großenteils in der Holzindustrie, dann auch im Weinbau und Hausierhandel. In einem oder auch mehreren dieser Wirtschaftszweige wird jeder Schüler später tätig sein müssen. Die Klagen über die teuren Arbeitskräfte sind auch hier allgemein. Manche Arbeiten könnten aber durch Maschinen schneller und billiger verrichtet werden, z. B. das Dreschen, Harken, Behäufeln. Der „gemeinsame“ Ankauf1 einer Dreschmaschine würde für mehrere Besitzer weit billiger zu stehen kommen als die erforderlichen Arbeiter. — Die Dünger- und Kompostbehandlung ist ein altes Gebiet, auf dem durch Belehrung verbessernd hingewirkt werden muß.2 — In der Naturgeschichte hören die Schüler, daß die wilden Tiere stets größer und kräftiger wachsen als die gezähmten. Ursachen sind die Bewegung in frischer Luft, größere Reinlichkeit, das Sonnenlicht. Diese Bedingungen des Gedeihens gelten auch für die Haustiere; hier wird aber sehr viel gegen die Gesundheit derselben gesündigt. Man findet hier niedrige Stallungen, kleine Fenster, oft nur ein Loch in der Wand und das noch häufig verstopft, den Stall voll Dünger, dazu die Ausdünstungen in der Sommerhitze; in einem solchen Raume kann das Vieh unmöglich gedeihen. Der künftige Bauer soll wissen, daß der Stall möglichst licht sein soll; ein Vergrößern des Loches in der Wand läßt sich leicht bewerkstelligen. Reinlichkeit des Stalles und Reinlichkeit der Tiere mache er sich zur ersten Pflicht bei seiner Viehzucht. — Jeder Landwirt soll bestrebt sein, seine Geräte nach Möglichkeit selbst herzustellen, wenigstens auszubessern. Wäre der Handfertigkeitsunterricht in die Schule eingeführt, so könnte sich der Schüler leichter die Geschicklichkeit erwerben. Es gibt Besitzer, die sich ihre notwendigen Arbeits- und Hausgeräte, soweit sie aus Holz gemacht sind, selbst herstellen, z. B. Stiele zu Hacken, Hauen und Sensen, dann Hulzrechen, Leitern, sogar Eggen und kleine Wagen. An solchen fleißigen und strebsamen Landwirten sollen sich die anderen ein Beispiel nehmen. Hiedurch werden sie zum indirekten Erwerb, nämlich zum Ersparen von Ausgaben angeleitet. —- Um an den Fortschritten der Landwirtschaft teilnehmen zu können, sollte sich der Bauer e.ner Genossenschaft anschließen. Die paar Kronen Beitrag werden wetigeniacht durch das instruktive Bundesorgan mit den vielen Belehrungen, Auskünften, Ratschlägen und durch Beistellung von veredelten Obstbäumchen, Fichtenpflanzen, wie sie z. B. die Krainische Landwirtschaftsgesellschaft bietet. In der Zeitung findet er Auskunft über neue Absatzgebiete für seine Produkte, billige Bezugsquellen von Geräten, Samen, Zuchttieren u. a.2 Fortsetzung folgt. 1 Ein vortrefflicher Gedanke, der ins Volk gestreut werden sollte! D. Sch. 2 Man denke an die etlichen Janchendäche, die durch das Dorf fließen, Gold für den Sandmann, und man wird sofort ansktärend eingreifen. D. Sch. 3 Wenn man Zeitschriften über Landwirtschaft schon in der Schule als Lesestoff benützte, so griffen sie alsbalo in die Massen. D. Sch. Lose Gedanken. 7.) Schlechter Schulbesuch. Nichts hindert den Erfolg der Schule sosehr als der schlechte Schulbesuch, die gähnenden Lücken in den Schulbänken. Immer wieder vernimmt man in Lehrerblättern diese Klagen. Auch die Hilfsmittel, die dem Lehrer zu Gebote stehen, werden aufgezählt, zunächst die einzelnen Paragraphen, dann die reiche Zahl der Erlässe und Verordnungen. — Der pflichteifrige Lehrer versucht alles, um all die Getreuen bei sich versammelt zu sehen, macht von den gesetzlichen Bestimmungen Gebrauch, weist pünktlich die Versäumnisse aus, ermahnt, verwarnt, ladet die einzelnen Parteien vor und erwirbt sich durch seine genaue Pflichterfüllung die Abneigung der Menge. — Nun beginnt die Tätigkeit der Bezirksschulbehörde. Die Ausweise kommen, wenn auch nicht zur vorgeschriebenen Zeit, so doch einmal nach Wochen zur Schule zurück; die Strafanträge sind genehmigt. Doch um die Einbringung der Beträge kümmert sich manche Behörde wenig. Der Bestrafte erhält erst nach Monaten die Aufforderung zur Bezahlung, so daß er sich nicht mehr erinnern kann, wann sein Kind eigentlich ausgeblieben ist. (Zumeist ist das Erinnerungsvermögen der Landleute in Schulangelegenheiten recht schwach.) Zahlt der Bauer freiwillig den Betrag, so wird er angenommen, im anderen Falle erhält er nochmals eine Aufforderung und dann — ja und dann ist Schluß. So lacht der Bauer endlich über Lehrer, Ortsschulrat und Behörde, läßt als Nutzanwendung sein Kind daheim, der Lehrer darf djfür die Daten allmonatlich in die Ausweise eintragen. Der Jahreshauptbericht eines Kronlandes über das Volksschulwesen zeigt z. B., daß von den zuerkannten Strafen in manchem Bezirke kaum mehr als ein Drittel wirklich vollzogen wurden. Nicht an der Schule und am Ortsschulrate, auch nicht an den bestehenden Gesetzen allein liegt die Ursache über den schlechten Schulbesuch, sondern an jenen Behörden,'die die Schule vielfach als lästiges Anhängsel betrachten, für die man nur dann Zeit hat, wenn man gerade nichts Besseres zu tun weiß. Wenn die Behörde vom Lehrer die strengste Pflichterfüllung verlangt, so wäre es wohl zu verlangen, daß sie seine schwere Arbeit anerkennt, nicht aber durch Gleichgültigkeit seine Tätigkeit hemmt. Sie nehme sich ein Beispiel an der Steuerbehörde, die auch die Beiträge von nur wenigen Hellern aufs genaueste einzubringen versteht. Oder sollten wirklich jene alten Herren Recht behalten, die da in stiller Ergebung meinen: „Die Schulgesetze sind gegeben, damit sie von der Behörde nicht befolgt werden“? —e- 'Nachwort der Schrilltettung: Der Vermerk ist „aus dem Leben genommen". Er soll zunächst den Weg in die „Ösierr. Gchulaussicht" und durch diese zu den höchsten Stellen nehmen. Aus Schillers „Wallenstein“. 1.) Er ist ihnen zu hoch gestiegen, Möchten ihn gern herunturkriegen. (I. Verszeile 79, 80.) 2.) Unser schnelles Glück hat uns Dem Hasse der Menschen bloßgestellt. (II. Verszeile 714, 715.) 3.) Doch wollt’ ich, daß du dem Oktavio, Dem Fuchs, nicht soviel trautest. (11 Verszeile 884, 885.) 4.) In eignen kleinen Sorgen und Interessen Zerstreut sich der gemeine Geist. (II. Verszeile 950, 951.) 5.) Ma ch blutig Treffen wird um nichts gekochten, Weil einen Sieg der junge Feldherr braucht. (11. Verszeile 1101, 1102.) 6.) Wohl ausgesonnen, Pater Lamormain! Wär’ der Gedank’ nicht so verwünscht gescheit, Man wär’ versucht, ihn herzlich dumm zu nennen. (II. Verszeile 1134—1136.) 7.) Ich weiß den Mann von seinem Amt zu unterscheiden. (11. Verszeile 1295.) 8.) Laß nicht zuviel uns an die Menschen glauben! (II. Verszeile 17l7.) 9.) Dem Undankbaren dient kein rechter Mann. (II. Verszeile 1932.) 10.) Du steigst durch seinen Fall. Oktavio, Das will mir nicht gefallen. (11. Verszeüe 1210, 1211.) n. b. Zwei Vorschläge zur Reform des Handarbeitsunterrichtes. Von Irma Kammer in Knitte.feld. Als ich vor Monden, erfüllt von Unwillen, die „Ketzerischen Gedanken einer Mutter“ niederschrieb, da konnte ich nicht ahnen, daß ich in verhältnismäßig kurzer Zeit durch einen Erlaß der obersten Schulbehörde des Reiches eine so nachdrückliche Bestätigung meiner Ansichten erha ten würde. Natürlich empfand ich große Freude darüber —, einmal, weil es ja die Frauen immer freut, wenn sie recht behalten, — aber auch um der Sache selbst willen; mehr noch über die Veranlassung dieser ministeriellen Kundgebung, denn dieselbe erfolgte auf eine Eingabe des Bundes der österr. Frauenvereine, der den Erfolg des Arbeitsunterrichtes ganz und gar nicht den Forderungen des heutigen Lebens entsprechend findet. Die „Bürgerschulzeitung' spricht ihr Verdikt über diesen Schritt aus und nennt ihn eine Denunziation. Ich kann das nicht finden; wenn Übelstände allseitig als solche empfunden werden, muß man sie zu beseitigen suchen und da ist’s besser, man geht zum Schmied als zum Schmiedlein. Die Frage ist in Fluß gekommen; durch die Landesschulbehörden werden von den Schulleitungen Berichte über den Betrieb des Handarbeitsunterrichtes und auf Besserung abzielende Vorschläge verlangt. Die steirischen Lehrerinnen haben die Sache ebenfalls aufgegriffen und verlangen die Entlastung der literarischen Lehrerinnen von den ihnen aufgedrängten und mangelhafte Erfolge zeitigenden Handarbeitsunterricht. Die Fachblätter beschäftigen sich mit der Frage — so ist die „tiefe Stille, die im Wasser herrschte“, einer allseitigen lebhaften Bewegung gewichen, gewiß zum Heile der Sache. — Der Arbeitsunterricht, so lautet die Klage, erfüllt trotz der ihm reichlich zugemessenen Zeit seine Aufgabe nicht. Wo liegt die Ursache? Nicht im Lehrplan, wohl aber in der Auslegung desselben, die bedingt ist durch die — man verzeihe das harte Wort, — ungenügende Ausbildung der Arbeitsichrerin. Jetzt erschallt gewiß ein Entrüstungsruf, aber es ist Tatsache: — die Arbeitslehrerin wird für ihren Beruf mangelhaft ausgebildet, nicht in theoretischer, wohl aber in praktischer Hinsicht. Man erhöhe die Ausbildung der Arbeitslehrerin, indem man von ihr vor ihrem Eintritt in die Anstalt die Absolvierung eines praktischen Kurses bei einer Weißnäherin verlangt — und man wird staunen, wie einschneidend die Änderung ist, die dadurch im Unteriichtsbetriebe hervorgerufen wird. Die Forderung, daß der endgültigen Ausbildung zur Arbeitslehrerin eine Lehrzeit bei einer Weißnäherin vorangehe, ist eine wohl erwogene und berechtigte. Im Kurse selbst ist die Zeit zu kurz; es kann wohl das Theoretische und das Methodische durchgeführt und durch Anfertigung einzelner Musterstücke eine allgemeine Kenntnis erworben, nie aber die notwendige Fertigkeit erlangt werden. „Üuung macht ja den Meister“ und diese erlangt man in verhältnismäßig kurzer Zeit nur in einem Geschäfte, wo alle Arten von Wäschestücken in den verschiedensten Größen und Ausführungen und nach Maß zugeschnitten und ausgeführt werden. Besitzt die Arbeitslehrerin darin Fertigkeit, dann werden die zahllosen und beschämenden Klagen verstummen, daß die in der Schule hergeste lten Wäschestücke unbrauchbar sind. Dieser Vorschlag enthält nichts Entwürdigendes. Auch im Apothekerberufe, im Forstwesen, wird ein Praktikum gefordert, das der theoretischen Ausbildung vorangeht Selbstverständlich bedingt eine erhöhte Bi.dung eine bessere Bezahlung. Dies wäre ein weiterer Vorteil für die ungenügend besoldeie ArbeiWehrerin und noch einer liegt darin, daß man dann von den literarischen Lehrerinnen die ihnen so unsympathische Erteilung des Arbeitsui.terr.cntes nicht mehr verlangen könnte, was ebenfalls wieder den Arbeitslehrerinnen zugute käme. Den erhöhten Forderungen könnten die Volksschu lehrcrinnen nicht genügen, da ihnen die Zeit zur Ausbildung fehlt. Der Handarbeitsunterricht bildet jetzt schon eine sehr starke Belastung der Zöglinge und der Ruf: „Fort mit dem Handarbeitsunterricht für die literarischen Lehrerinnen an den Lehrerbildungsanstalten I“ ist jetzt vollauf berechtigt. Die Forderung wird aber unabweisbar, sobald die Ausbildung der Handarbeitslehrerin eine gründlichere, praktischere wird. Dies wäre der eine Vorschlag, den ich zu machen hätte; der andere bezieht sich auf den Betrieb des Unterrichtes in der Schule. Wie ich mir denselben in den einzelnen Gebieten bezw. Schuljahren denke, habe ich bereits in den „Ketzerischen Gedanken“, die eine so vielseitige Zustimmung gefunden, — ausgeführt. Es kann sich also nur um eine Ergänzung handeln, welche den Unterricht nutzbringend für den späteren Beruf des Mädchens machen soll. Diese Forderung, die kaum einer Begründung bedarf, heißt Einführung in das Maschinnähen. Kaum eine Maschine erfreut sich einer solchen, täglich wachsenden Verbreitung wie die Nähmaschine und in der Familienstube ist sie mit Fug und Recht längst heimisch geworden, als die treue Gehilfin der vielgeplagten Hausfrau. Ist es da nicht zweckmäßig, die Mädchen in ihren Gebrauch einzuführen? Hygienische Bedenken zu äußern, ist einfach lächerlich. Wenn bei drei wöchentlichen Unterrichtsstunden von 20 Schülerinnen der Oberstufe — in der Regel sind deren mehr, — wirklich jede einmal dran kommt, so entfallen nicht einmal 10 Minuten wöchentlich auf jedvs Kind. Und das sollte schaden? Ganz entschieden weniger, als wenn das Kind die Naht mit der Hand zusammennäht, wozu cs gewiß die sechsfache Zeit braucht. Der unschätzbare Vorteil dabei ist, daß die Mädchen die Arbeit viel rascher aus der Hand bringen, mehr anfertigen können und viel mehr Übung erlangen, als es beim ausschließlichen Handnähen der Fall ist. Die Handnäherei wird dadurch auch auf der obersten Unterrichtsstufe keineswegs ausgeschaltet, da es an jedem Wäschestück vieles zu tun gibt, was nicht mit der Maschine genäht werden kann. Für die Arbeitslehrerin selbst wird der Unterricht vielleicht anstrengender, jedenfalls aber auch anregender sein. An unserer Bürgerschule wird auf drei Maschinen g mäht und eine ganz erkleckliche Anzahl von Wäschegegenständen aller An aus weißen und färbigen, groben und feinen Stoffen in einfachster und komplizierter Ausführung zeugt von dem Flviße der Mädchen und ihrer Lust zur Arbeit. Was für die Schule gebraucht wird, Tafeltüclier, Handlücher, Hüllen für Instrumente, Papiertaschen, Fahnen etc. etc. wird alles von den Mädchen her^estellt und auf diese Weise verzinst sich das für die Anschaffung der Maschinen ausgelegte Geld. Selbstverständlich soll das Masclnnnähen nur den Abschluß des Arbeitsamen ichtes bilden, aber entfallen darf es nicht, soll der Unterricht wirklich den Anforderungen des Lebens entsprechen. Die Vorbedingung — an jeder Schule eine Nähmaschine! — wird nicht so schwer zu erfüllen sein. Man reiht dieses Lehrmittel ganz einfach unter jene ein, die an jeder Schule vorhanden sein müssen, und sie wird dann ebenso beschafft werden wie etwa der Setzkasten oder die Karte von Österreich-Ungarn. — Der Lehrer als Bienenzüchter. Von Hans Pechaczek, Lehrer in Buratsfeld. N.-Ö. Feber. Kann man die Bienenhütte auf der Flugseite nicht ganz verschließen, so muß man die Vögel fürchten; wenn auch der Specht seltener die modernen Bienenhäuser besucht, als er es früher bei den alten Ständen, besonders bei den mit Strohkörben besetzten tat, so sind dafür die Meisen und Spatzen oft sehr lästig. An milden Herbsttagen werfen die Bienen ihre Toten vor das Flugloch; man kann fast täglich solche Bienenleichen auf dem Flugbrette finden. Die hungrige Kohlmeise findet sich gar bald ein, um die Toten zu verspeisen. Doch sind diese aufgezehrt und ist der Hunger nicht gestillt, so hüpft und pickt der Gast, auf dem Flugbrett suchend, umher und durch dieses Geräusch wird das Bienenvolk unruhig. Eines der linlein will nach-sehen, was es denn da draußen vor dem Tore gibt; kaum kommt der Wächter hervor, so hat ihn auch schon der Vogel. Er weiß nun, daß man nur zu picken braucht und das Tischlein deckt sich. Also stellt sich der ungebetene Gast gar oft ein, stört und dezimiert das Bienenvolk. Darum nach milden Tagen im Spätherbst und Winter alle toten Bienen vom Flugbrett abkehren! Auch die direkten Sonnenstrahlen an einem heiteren Wintertage können den Bienen Gefahr bringen. Im Jänner und Februar hat die Sonne schon ziemlich Kraft, die Flugseite des Stockes erwärmt sich gar sehr; doch ein eisiger Ostwind umweht das Bienenhaus, sobald man einen Schritt weit vortritt, spürt man ihn. Die Bienen werden durch die Wärme hervorgelockt, wollen Vorspielen; doch kaum sind sie aufgeflogen, so hat sie schon der kalte Wind in den Schnee geworfen, wo sie erstarren. Je länger die Bienen bereits ohne Ausflug iin Innern sitzen mußten, desto leichter lassen sie sich durch die direkten Sonnenstrahlen ins Verderben locken. Deshalb muß der linker die Fluglöcher verblenden, durch schräge vorgestellte Dachziegel, durch Bretter oder Strohmatten, damit die direkten Sonnenstrahlen nicht das Flugloch treffen, in ganz besonders kritischen Momenten, wo es die liebe Sonne gar zu gut meint und die Bienen bereits unruhig werden, aber ein Reinigungsaustlug wegen der niederen Temperatur im Schatten nicht möglich ist, hilft nur eines, indem man mit einer handvoll losem Schnee das Flugloch verschließt und diesen Schnee so lange erneuert, bis die Sonne das Flugloch nicht mehr trifft. — Wer kann die Bienen noch in der Winterruhe stören? — Der Imker selbst! Der eine will doch die lästigen Mäuse wegfangen, er stellt im Bienenhause Fallen auf. Eines Tages fällt es ihm ein, nachzuselien; die Tage vorher gab es tüchtigen Schneefall, darauf Frost. Der fürsorgliche Bienenvater will ins Bienenhaus, aber die Türe geht des hohen Schnees wegen nicht so ohne weiters auf; nun reißt und schiebt er an der Türe so lange, bis sie endlich so weit offen ist, daß er sich durchzwängen kann. Wie er aber im Bienenhause steht, da hört er alle Stöcke brausen und sausen, daß ihm Angst wird. Der Anfänger wird vielleicht gleich Luftnot und Durstnot als Ursache anführen und gar die Stöcke öffnen, um nachzusehen, und wird damit das Übel noch vergrößern. Hätte er bedacht, daß durch das Rütteln und Reißen an der Tür das ganze hölzerne Haus erschüttert wurde und die Bienenstöcke auch, er wüßte dann sicher, daß er schuld an dieser Unruhe der Bienen war; oft kann auch der Ast eines neben dem Bienenstände stehenden Baumes, durch den Wind bewegt, an das Haus schlagen und so die Bienen stören. Ist aber das Bienenhaus gar an eine Scheune oder an eine Holzkammer angebaut, so haben die lieben Immlein schon gar keine Winterruhe. Eine Kontrolle muß indes im Winter doch sein. Herabgefallene tote Bienen können das Flugloch verschließen; auch kann dasselbe vereist sein, so daß die frische Luft nicht genügend einströmt und die Bienen Mangel an Luft, also Luftnot haben. Der Bienenzüchter wird deshalb an der Fluglochseite die Stöcke öfter kontrollieren, tote Bienen mit einem Drahthäkchen vorsichtig aus dem Flugloch ziehen, das Eis oder den Schnee, wenn er festgefroren ist, aus dem Flugloche entfernen; dabei kann er auch gleich das stille Säuseln oder heftige Brausen eines Stockes wahrnehmen und sich dadurch versichern, daß sich seine Völker wohl fühlen. Ein Stück Gummischlauch von Fingerdicke etwa V2 Meter lang kann als Hörrohr dienen. Das eine Ende in das Flugloch, das andere an das Ohr gehalten, läßt das leiseste Säuseln des Volkes vernehmen. — So hat der Imker bei der Lektüre guter Bücher und Zeitschriften, beschäftigt mit dein Anfertigen von Bienenwohnungen, Rähmchen, Kunstwaben usw. die strengsten Winterwochen verbracht und es tritt Tauwetter ein. Das Thermometer erreicht 8° R. im Schatten; zudem ist ein windstiller, klarer Wintertag. Heute können doch die Imlein hervorkommen und sich ohne Gefahr reinigen und ein fröhliches Vorspiel halten. Der Schnee liegt noch ziemlich hoch; er muß mit einer Schaufel niedergepragt oder niedergetreten werden, so daß beiläufig 10 m vor dem Bienenhause nur fester Boden ist; denn vom festen Schnee erhebt sich die Biene ganz leicht, im losen Schnee aber versinkt und erstarrt sie. Auf dem Dache des Bienenhauses liegt ebenfalls Schnee. Schnell mit einem Rechen ihn herunterstreifen! Im Stocke sind auf dem Boden oft hunderte von toten Bienen; diese müßten von den Bienen herausgeschleppt werden, ihr Reinlichkeitssinn zwingt sie dazu. Wozu diese schwere und oft gefährliche Arbeit die Bienen verrichten lassen? Ein paar Züge mit der Putzkrücke und das Bodenbrett ist rein. Wenn der fürsorgliche Imker im Herbste ein geöltes Blatt Papier eingelegt hat, dann geht das Reinigen gar mit einem einzigen Handgriff, indem man das Papier hervorzieht. Nun spielen die ersten Bienen schon vor, immer dichter wird die Schar der lustig summenden Bienen vor den Fluglöchern. Alle Stöcke bis auf einen tummeln sich im warmen Sonnenschein. Was ist mit diesem? Ist er tot? Nein! Er hat bloß seinen Sitz vom Flugloch zu weit weg, so daß er es gar nicht inne wurde, daß Lenzensluft und Sonnenschein seiner warten. Wie soll ich ihn hervorlocken? Oder soll ich ihn weiter schlafen lassen? Wer bürgt mir aber, daß in absehbarer Zeit eine ähnlich günstige Gelegenheit w.eder eintritt? Deshalb ist es gut, wenn auch dieser Säumige noch mittut. Einige Steinchen auf der Herdplatte erwärmt und in die leere Rauchmaschiene (Smoker) getan und nun die warme Luft ins Flugloch geblasen, lockt ihn sicherer heraus als Schlagen und Klopfen am Stocke. Der Abend naht. Die Bienen haben ihr Heim wieder aufgesucht; fast bei allen ist Ruhe eingetreten; nur ein Volk scheint etwas zu vermissen. Die Bienen kommen einzeln beim Flugloch wieder heraus, rennen hinauf, herunter an der Stockwand, man merkt die Unruhe ganz deutlich. Die Königin kann während der Winterruhe gestorben sein. Wenn der linker unter dem Gemüll, das er diesem Stocke entnommen, nachsieht, kann er sie sogar auch finden. Wenn er sie nicht findet, so ist der Stock doch immer sehr verdächtig, weisellos zu sein. Der Bienenvater macht mit besorgten Mienen ein großes Fragezeichen auf die Stocktür. Der erste günstige warme Frühlingstag im März soll ihm bei der Frühjahrsrevision volle Gewißheit verschaffen. Bis dorthin, lieber Immenfreund, fasse dich in Geduld! Der kranke Lehrer. 5. In unserem mitteleuropäischen Klima gehören extreme Temperaturen im ganzen zu den Ausnahmen. Sie treten immer nur vorübergehend auf und haben selten eine längere Dauer. Wir sind daher geneigt, besonders hohe oder niedrige Temperatur als etwas Außergewöhnliches anzusehen und geben der Vorstellung Raum, daß sie nicht ohne Einfluß auf unser Wohlbefinden bleiben können. Die Statistik lehrt nun, daß in den kalten Wintermonaten bei uns die Zahl der Krankheiten und Todesfälle keineswegs auffällig zunimmt, daß sich also der Gesundheitszustand im allgemeinen nicht wesentlich verschlechtert. Die Krankheitsfälle mehren sich im Gegenteil eher zum Beginn und am Schlüsse des eigentlichen Winters, in den Monaten November und März, das sind in unserem Klima die sogenannten Übergangszeiten mit unbeständiger, feuchter, bald rauher, bald milder Witterung. Diese Wahrnehmung dient als Fingerzeig für die Ursache vieler Leiden, die hauptsächlich vyn Witterungseinflüssen abhängig zu sein scheinen. Der rasche und wiederholte Wechsel von Wärme und Kälte allein macht uns anfälliger und bringt die Gefahren der sogenannten Erkältungskrankheiten. Diese können allerdings jederzeit auftreten; sie zu vermeiden und ihnen vorzubeugen, bleibt nichtsdestoweniger besonders im Winter angezeigt. Bei ruhigem heiteren Frostwetter, so lange kein heftigerer Wind weht, empfinden wir bei einem Gange im Freien die Kälte kaum unangenehm. Die Bewegung fördert die Wärmeproduktion des Körpers und arbeitet durch Anregung der Herztätigkeit und beschleunigten Umlauf des warmen Blutes dem drohenden Sinken der Körpertemperatur durch Wärmeabgabe an die kalte Umgebung wohltätig entgegen. Bei längerem Verweilen in kalter Luft hingegen spüren wir gewöhnlich bald die Frostwirkung. Zuerst leiden unter der Kälte die Körperteile, welche, wie Hände und Füße, Nase und Ohren am meisten den äußeren Einflüssen ausgesetzt werden und bei ihrer größeren Entfernung vom Herzen später und schwächer als der übrige Körper mit frischem Blute versorgt werden. Man hüte sich daher, unter der beginnenden Frostwirkung der Neigung zum Schlaf stattzugeben. Sie ist nur der Ausdruck sinkender Lebensenergie. Der Schlaf unter solchen Umständen führt, wenn nicht zum Tode, so doch häufig zur Abtötung ganzer Körperteile durch Erfrieren. ln der trockenen, klaren Winterluft wird auch die Lebensenergie der Bakterien bedeutend herabgesetzt. Unsere Eßwaren konservieren sich, wie wir wissen, ganz vorzüglich durch Frost. Der hartgefrorene Schnee bleibt liegen, der Erdboden wird völlig trocken durch Erstarren der in ihm enthaltenen Feuchtigkeit. So wird auch unsere Fußbekleidung nicht durchnäßt. Es ist also gar nicht recht abzusehen, woher unter solchen Verhältnissen bei einem Ausgange eine Schädigung unserer Gesundheit durch Erkältung oder Durchnässung eintreten sollte, wenn wir durch angemessene, nicht übermäßig starke Kleidung für eine gleichmäßige behagliche Erwärmung unseres Körpers Sorge tragen. Die Situation ändert sich erst mit dem Moment, wenn wir unseren Weg vollendet haben und in einen warmen Raum eintreten. Unsere geheizten Lokale sind bei Frostwetter im Durchschnitt um 20 Grad wärmer als die Außenluft. An diesen jähen Übergang muß sich nun der Körper anzupassen suchen und zwar in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit. Da können natürlich durch einen zu raschen und zu schroffen Wechsel der umgebenden Temperatur sich leicht schädliche Folgen einstellen. Unsere Schleimhäute, welche die Körperöffnungen bekleiden, sind für Wärmedifferenzen sehr empfindlich. Sie werden also von plötzlichen Temperaturschwankungen oft stark in Mitleidenschaft gezogen. Ihr Blutreichtum und die Absonderung ihrer Zellen können sich nicht augeblicklich den veränderten Ansprüchen einfügen. Ihre Funktionen verlieren dann an Energie auch gegenüber den Angriffen von schädlichen Bakterien. Daher die Häufung der Schnupfen und Husten, der Katarrhe und influenzartigen Krankheiten in den heißesten und kältesten Tagen; daher im Gefolge auch die auffällige Häufung von Lungenentzündungen gerade in den Perioden extremer Hitze und Kälte. Nicht die allmähliche und dauernde Durchnässung und Erkältung wie in den Übergangszeiten, sondern der plötzliche starke Temperaturwechsel bei sonst trockener Witterung begünstigt hier die Gesundheitsstörung. Für diese bilden lediglich die der Luft zugänglichen Organe, insbesondere die Haut, die Eingangspforten. — Die Furcht vor dem Einatmen kalter Luft dagegen ist im ganzen unbegründet. Die Atmungsluft nämlich wird bei ihrem natürlichen und mehrfach gewundenen Wege durch die Nase, daselbst wie in. einem Ofenrohr vorgewärmt und hat, ehe sie die empfindliche Schleimhaut des Halses oder gar Luftröhre und Lungen erreicht, beinahe bereits die Temperatur des Körpers selbst angenommen. Daher sind Leute, die infolge von Nasenleiden durch den Mund zu atmen gezwungen sind, stärker durch die kalte Luft gefährdet. Ganz andere Verhältnisse herrschen aber bei windigem Wetter. Hier kühlt der wehende eisige Luftstrom im Freien durch die stete Erneuerung und die beschleunigte Verdunstung auf der Haut den Körper selbst dauernd ab. Das Herz muß für den kräftigeren Blutumlauf infolgedessen mehr Arbeit leisten, die Atmung mit ihren chemischen Verbrennungsprozessen sich beschleunigen und vertiefen, um den Organismus vor dem tödlichen Sinken der Körpertemperatur zu bewahren. Damit läßt aber auch die Widerstandskraft des Körpers gegen äußere Schädlichkeiten nach und Erkrankungen wird Vorschub geleistet. Nicht der trockene Frost an sich, sondern die starke Abkühlung allein darf man als schädlich betrachten. Feuchtigkeit und kalter Luftzug vor allem müssen im Winter vermieden, Schutz vor Wind und Wetter muß angestrebt werden, wenn anders man sich nicht leichtfertig Gefahren für die Gesundheit heraufbeschwören will. Gefeit gegen eine tückische Erkältung ist auch die robusteste Natur nicht. Aber übertriebene und unbegründete Furcht vor dem Frost ist ebenso wenig zweckmäßig, wie die Verweichlichung, der Mangel an guter Luft und die Einschränkung der Bewegung des Körpers ohne üble Folgen bleiben kann. Deshalb darf bei windstillem heiteren Frostweiter vielen Leidenden unbedenklich ein Ausgang nicht nur gestattet, sondern sogar empfohlen werden. Abhärtung und Gewöhnung tragen viel zur Besserung des Wohlbefindens bei und zur Stärkung schwacher Konstitutionen unter scheinbar widrigen klimatischen Verhältnissen. Ö. V. Randbemerkungen zu Folge 61. Von P. Sikora, Oberlehrer in Jebenstein, Oberösterreich. 3. Sitte und Geschlechtspädagogik. Welchen Lehrer hätte dieses Thema nicht interessiert, noch dazu, wenn er ein Familienvater ist? Da ich auch ein solcher bin und dem Fortschritt gern huldige, so habe ich mich schon früher mit dieser Frage beschäftigt und mir ein Schriftchen besorgt, betitelt: Was? Wie? Wer? Wann? von G. Siegert Verlag „Teutonia“ in Leipzig. Preis 50 Pf. In diesem Schriftchen ist alles über sexuelle Aufklärung so klar, einfach und kurz zum Ausdruck gebracht, daß ich es jedermann bestens empfehlen kann. Zu dieser Frage weiter zu schreiben, habe ich aber nicht die Absicht, ich möchte nur mit wenig Worten meine Bedenken gegen die sexuelle Aufklärung mit-teilen und zur weiteren Aussprache anregen, weil wir es freudigst begrüßen müssen, daß auch diese zeitgemäße Frage in den „Blättern“ Raum findet. Wer die Ausführungen all der Vorkämpfer für die sexuelle Aufklärung gelesen hat, muß nun glauben, alles Heil hänge von der entsprechenden Aufklärung ab. Ist dem so? Schauen wir es uns doch nicht so an, wie es auf dein Papiere steht, sondern wie das Leben es mit sich bringt, und wir müssen diese Behauptung entschieden verneinen. Wir können ja über das Was? Wie? Wer? ganz im Klaren sein, aber wann soll denn dieses Wann? der Aufklärung eintreten? Siegert schreibt, das wird sich nach den besonderen Verhältnissen richten müssen. „Nicht zu früh, nicht zu spät; wenn die Natur selbst spricht, ist immer die rechte Zeit.“ Ganz recht, aber wann? Ich fürchte, wir werden meistens zu spät kommen. Ich spreche allerdings mit Rücksicht auf die ländlichen Verhältnisse; auch kann ich Beweise aus dem Leben genug bringen. Und dann! Wird denn die Aufklärung das Kind wirklich vor der Sünde bewahren? Diese Frage ist noch weit wichtiger wie die erste und ich beantworte sie wieder entschieden mit Nein! Der Geschlechtstrieb ist einer der mächtigsten Triebe. Wird denn nach erfolgter Aufklärung der Reiz dazu aufhören? Werden sich dann nicht ebenso gute Freunde finden, die das Bürschchen auf die Spur bringen und das dann, wenn es einmal genascht hat, kaum wieder sich von dem Trieb losreißen kann? Der Trinker weiß auch, daß das Trinken schädlich ist, und dennoch läßt er es nicht. Also, daß wir es kurz sagen: Die Aufklärung wird in den seltensten Fällen vor der Verführung bewahren und den Eltern macht es große Schwierigkeiten, sie richtig ins Werk zu setzen. Lassen wir also diese Forderung dort, wo sie doch nicht am Platze ist, weg! Hingegen hat mir der Schluß der Ausführungen in Folge 61 ungemein gefallen, ich unterschreibe darin jedes Wort und bin dafür, daß hier alle unsere Erziehungskunst und alle Arbeit geistvoller und edler Männer einzusetzen hat. Meine Kinder werde ich kaum „aufklären“; ich werde aber wachen und für sie beten und erziehe sie jetzt schon nach den Grundsätzen, die Herr Birnbaumer in seinem Schluß uns so schön ans Herz gelegt hat. Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft.' 9. HZeim §ee. Du wirst zum Tee geladen. Nichts, nichts, mir eine Tasse Tee soll dir angebvteu werden. Welche Enttäuschung! Der Tee kommt vielleicht gar nicht oder doch nur zu guterletzt. Man gibt dem Mahl einen bescheidenen Namen, um hernach umsomehr zu glänzen, zu protzen. Denn jeder muß ja schließen: „Wenn das in der Familie nur mit Tee benamset ist, wie wird dann eist ein Festmahl anssehen 1" — Du bist natürlich zu der festgesetzten Stunde erschienen. Man setzt sich in die Runde und beginnt ein Gespräch. Indes wird im Nebenzimmer ausgetragen, auf daß der Anblick eines vollbesetzten Tisches oie Gäste entzücke, etwa wie die Kinder der strahlende Weihnachtsbnnm. Luge ja nicht hinüber! Tn so, als ob der Tee, und was mit ihm znsammenhängt, für dich Nebensache wäre. Greif frisch in das Gespräch ein! Bewundere die feinen Spitzen, die Vorhänge, die Stickereien, sieh dir die Bilder au der Wand „mit kunstverständigem Auge" an, tadle ja nicht, lobe, lobe, denn Damen wollen nur gelobt werden. — Man ruft zu Tisch. Überhöre die Aufforderung, bis sie ein zweites-, ein drittesinal kommt 1 Trittst du dann ein, so befreie die Hausfrau vom Alpdruck und rufe ans: „Ja, das soll der Tee fein 1 Das sieht ja aus wie im Schlaraffenland!" Sich hinüber zu der Glücklichen, wie sie strahlt, wie sie selbstgefällig zum Manne emporbhckt! Abends wird sie ihm sagen: „Ach dieser Herr Lehrer ist doch ein feingebildeter Manul Das muß ein tüchtiger, ein gescheiter Lehrer fein!" Und glaubst du, der Manu verschließt diesem Urteil die Ohren? Auf den Stufen der Weibersürsprache ist schon so mancher emporgestiegen. Dessen darf auch der Lehrer nicht vergessen. Es ist was Schönes um die Wahrheit und Natürlichkeit; allein wer sie auch im Salon peinlich wallen lassen will, stößt an und trägt Schaden davon, oft fürs ganze Leben. Über die konventionelle Läge muß sich der kluge Mann zeitweilig hinwegsetzen. — Der Mosaik auf dem Tische weist ein Vielerlei auf, daß dir schwindelt. Man wird sagen: „Bedienen Sie sich doch!" Da kann es dir nur schlimm ergehen, den» die Wahl ist schwer, man braucht viel Zeit und Übersicht. Dem jungen Freunde läuft der Schweiß von der Stirne, so er unter dem Blick der Anwesenden sich seinen Teller spicken soll. Da ist es am besten, du bittest die Hausfrau, sie möge so gefällig fein und dir en miniature eine Sammlung von dem „prächtigen, stilvoll geordneten Ganzen" zusamuieustellen. Sie wird, wonnig lächelnd, deinen Wunsch erfüllen. Indessen beschäftige deine Nachbarin! Kommt Die Kompostieuriu von ihrer Wanderung zurück, so neig dich und flöte dein „Küß die Hand"! — Während des Essens soll in der Regel nicht gesprochen werden. Anders ist es hier. Die Gerichte sind klein, kalt, pikant; sie verlangen nach geistiger Würze. Also wirf ab und zu ein Späßchen hinein; man wird dir dankbar fein. — Zwischen der „Vorspeise" und dem Tee gibt es eine Pause. Man will spiele», singen, schwätzen. Laß dich zu nichts bitten! Aber rüste dich mit gutem 1 Die Abschnitte 1 bis 8 befinden sich in den Jahrgängen 1907 und 1908. Vorratl Ein „Steckenbleiben" wirkt peinlich. Lieber über eine Klippe hinweghüpfen, als ab-brechen und eine Ängstpause machen I — Der Tee wird hinabgeschlürft. Wenn er zn wenig des Rums enthielt, schlucke ihn auch ruinlos; man würde eine Reklamation übel deuten. Ohne Zange oder Löffel nimm unbedingt keinen Zucker aus der Büchse! Hat die Hausfrau auf das Instrument vergessen, so wird sie dir nicht gram sein, wohl aber deine feine Bildung gntschreiben. Ist der Tee von ihr kredenzt, so ist er selbstverständlich „großartig zubereitet", ganz nach deinem Geschmacke. Man ist zueude. Mehr als zwei Tassen darfst du dir nicht bieten lassen! Zum Abschiede selbstverständlich ein herzliches „Danke!", ein „Küß die Hand!" ein Entzücklsein über die Bewirtung und — der Küchenfee eine Krone in die Hand! Sei überzeugt — du bist noch nicht auf der Straße und schon ist die Frage gefallen: „Wer hat Ihnen was gegeben? Wieviel? — Der Schmutzianl" — Begründende Heimatkunde in der Landschule. Von Richard Stissen in Watschig (Kärnten). Warum ist die Gegend um den Ossiacher- sowie Wörthersee trotz Fruchtbarkeit des Bodens nicht derart an Bodenprodukten erträgnisreich, als man erwarten könnte? Weil stagnierende Wässer weite Moosflächen und häufige Mai- und Septemberfröste hier den Acker- und Obstbau beeinträchtigen. Warum bleibt auch das Görtschitztal mit seinem guten Boden und der günstigen Obstlage oft hinter den Erwartungen auf gute Ernteaussichten zurück? Weil in dieser Gegend die meisten Gewitter und Hagelschläge Vorkommen und diese Elementarereignisse oft die beste Ernte vernichten. Warum beschränkt sich die Beschäftigung des Lessachtalers hauptsächlich auf Viehzucht und Holzhandel? Weil das Lessachtal ein schmales ist, welches dem Ackerbau wenig Raum gewährt; der Wohlstand der Bevölkerung liegt in der Viehzucht und im Holzreichtume des Tales, seine Unterstützung aber findet der Wohlstand in der Sparsamkeit der Bewohner. Warum geht das Gailtal seit Jahren in der Bodenproduktion zurück? Weil infolge fortwährender Verschotterung des Tales durch die Wildbäche der produktionsfähige Boden nicht nur an Güte Eintrag erleidet, sondern auch infolge der alljährlich zunehmenden Auswanderung der Gailtaler nach Amerika gioßer Leutemangel herrscht und dieser wieder eine gute und gründliche Bearbeitung des Bodens, wie solche derselbe zwecks Erzielung einer ausgiebigen Ernte erheischt, zur Unmöglichkeit macht. Wieso erinnern die in Kärnten noch gebräuchlichen Bezeichnungen der bäuerlichen Besitzungen, wie Ganz- und Halbhube, an das Mittelalter? Weil zu jener Zeit die Bauerngüter zumeist Lehen der Adeligen und Geistlichen waren und sie nach ihrer Größe und Leistungsfähigkeit also benannt wurden. Warum ist dert Ort Sittersdorf in Unterkärnten nennenswert? Weil Sittersdorf heute die einzige Gegend ist, in welcher in Kärnten Wein angebaut und gewonnen wird. Warum wird angenommen, daß der Weinbau in Kärnten einst größere Verbreitung als heute hatte? Weil manche geographische Namen, namentlich in Unterkärnten, z. B. „am Weinberge“, darauf hindeuten. Warum wird der Bienenzucht im Lande durch die Landwirtschaft kräftige Förderung zuteil? Weil der Anbau des Buchweizens oder Haidens namentlich in Unterkärnten in ziemlichem Maße betrieben wird, die Blüte dieser Pflanze sehr honigreich ist und zur Blütezeit die Haidenfelder eine vortreffliche Bienenweide abgeben. Warum ist die Zucht der Seidenraupe, welche zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia in Kärnten schwunghaft betrieben wurde, heute erloschen? Weil das rauhe Klima der wenig geschützten Alpengegenden in unserem Heimatlande diesem Gewerbe nicht günstig ist. Wieso gibt die Geschichte Kärntens uns teilweise Aufklärung in Bezug auf die Tatsache, daß das weibliche Geschlecht in Kärnten an Seelen das männliche Geschlecht bedeutend überwiegt? Weil die Geschichte uns belehrt, daß in den Kriegen des vorigen Jahrhunderts das heimische Regiment wiederholt die größten Verluste erlitten, ja zweimal, 1849 in Italien und 1854 in der Walachei, fast ganz aufgerieben wurde. lnwieferne drückt sich in vielen Ortsnamen Kärntens der fromme Sinn des Mittelalters aus? Weil in Kärnten über 200 Orte nach Heiligen benannt sind; außerdem gibt es eine Reihe von Ortsnamen, die mit Himmel, Kreuz und Kirche in Verbindung auftreten. Diese Tatsache hat kein Land von so geringer Ausdehnung wie Kärnten aufzuweisen. Wieso läßt sich aus der' zum Verhältnisse des Landes großen Anzahl von Märkten und Städten die ehemalige Dreiteilung Kärntens erblicken? Weil im Mittelalter die Landesherren das Bestreben hatten, durch Verteilung von Privilegien an vielen Orten ihres Gebietes durch die Hebung dieser auch ihrem Landesteile Vorteile zu verschaffen und in diesem Sinne die Landesherren der drei Gebiete (herzogliches Gebiet, salzburgisches Gebiet und bambergisches Gebiet) die Anzahl der Städte und Märkte zu vermehren trachteten. Warum hat die Ortschaft Blasendorf geschichtliche Bedeutung? Weil Blasendorf die Heimat der „Herzogbauern“ aus dem Geschlechte der Edlinger war, welches Geschlecht im Jahre 1823 ausstarb. Warum spielt das Schloß Tanzenberg im Volksmunde eine Rolle? Weil die Anzahl der Tore, Zimmer und Fenster dieses Schlosses merkwürdigerweise der Zahl der Monate, Wochen und Tage im Jahre entspricht, — das Schloß hat soviel Tore, als es Monate, soviel Zimmer, als es Wochen und soviel Fenster, als es Tage im Jahre gibt. Warum ist der oft anzutreffende Mangel an Regsamkeit und Geistesfrische der Bewohner des Lavanttales durch die Beschaffenheit des Tales selbst begründet? Weil man seit jeher bei allen Völkern die Beobachtung gemacht hat, daß den Bewohnern eines von Natur aus gesegneten und verwöhnten Tales diese Eigenart zukommt u. zw. aus dem natürlichen Grunde, weil die Fruchtbarkeit des Tales einen leichteren Betrieb der Landwirtschaft ohne nachteilige Folgen für die Ernte gestattet. Warum führt die Stadt Villach in ihrem Wappen eine Adlerklaue? Weil Kaiser Karl V., der im Jahre 1552 durch acht Wochen in Villach seinen Aufenthalt genommen, bei seiner Fortreise der gastfreundlichen Stadt das Recht verlieh, eine Klaue des deutschen Reichsadlers in ihrem Wappen zu führen. Warum sieht Villach einem bedeutenden Aufschwünge entgegen? . Weil die Stadt, obwohl schon seit Jahren ein Eisenbahnknoten- und Kreuzungspunkt, für den Handel und Verkehr durch die Errichtung der Tauernbahn und die Verbindung derselben mit der Karawankenbahn, welche Bahnstrecke die kürzeste Linie vom Herzen der Alpen zur Adria ausmacht, gewinnen wird. Warum sind Eisenbahnen dem Lande überhaupt vom Vorteile? Weil die Eisenbahnen nicht nur Personen und Waren auf die schnellste und billigste Art weiter befördern, sondern auch jene Gegenden, die infolge ihrer abseitigen Lage dem Verkehre und der Kultur schwer zugänglich sind, einerseits durch den im Gefolge habenden Zuzug von Fremden, anderseits durch die erleichterte Möglichkeit für die Bewohner dieser Gegend, durch das Reisen fremde Gebiete und fremde Menschen in ihren ^Bestrebungen kennen zu lernen, der Kultur erschließen. Warum ist es möglich, die Grenzlinien unseres Heimatlandes besonders anschaulich vorzuführen und einzuprägen? Weil die ».kartographische Gestalt Kärntens einem Rüsseltiere gleicht, dessen Rachen geöffnet ist, dessen eines Auge der Millstättersee ist, dessen Füße die Gegenden von Tarvis und Eisenkappel vorstellen und als dessen Nacken der Königsstuhl bezeichnet werden kann. Seifenblasen. Erzählung von Ed. Buxbaum. (Fortsetzung.) Solche Aussprüche hatte er im Laufe des Abends schon einige getan, groteske Abgründe und Klüfte seiner Seele verratend. Ich wurde kecker und wagte einen Angriff auf seinen Intellekt und seine Bildung. Wie tief mochte die wohl gehen? . ,,Daß Sie die Wunder der Stemenwelt so hoch stellen über den bewunderungswürdigen Sprach-organismus und das Feinste, das wir kennen, das Menschenhirn, dem doch die sogenannten Wunder der Stemenwelt so klar vorliegen wie der Mechanismus einer modernen Maschine?“ — „„An Ihrer Odoration des Intellektes nehme ich nicht teil. Ich sage Ihnen, ohnmächtige Krebse sind wir, Köter, die ihrem Schwänze nachlaufen, weil sie dort ein Floh beißt. Was dem Menschen in die Sinne fällt, dem tanzt er wie wahnsinnig nach, tanzt und tanzt in tollen Wirbeln und merkt es nicht, daß die grasse Rotation ihn betäubt. Es entgeht ihm am Ende, wenn er das Hundschwanzspitzel glücklich zwischen den ZA'men hat, der Floh, der ihn biß.““ Mir wurde schwül. „Sie lesen wohl viel?“ „„Ich habe schon über tünf Jahre kein Buch gelesen. Ich hasse die Bücher, ich hasse die Menschen, ich hasse alles, ich möchte allein sein, ich sage Ihnen, ganz allein, allein!““ Das letzte schrie er schon, indem er mich am Ärmel gefaßt hielt und mich schüttelte. „Also leben Sie wohl, gute Nacht!“ — „Gute Nacht“, sagte er, wendete sich und schlug die* Tür hinter sich zu. „„Er ist doch ein Narr““, dachte ich und — ja was sollte ich nun wohl beginnen? Sollte ich das Heulager aufsuchen, das er mir angetragen hatte? Schien es geraten? Aber was wollte ich sonst machen? Es wurde schon empfindlich kühl, die weißen Nebelschleier lagen auf den Wiesengründen. — Ich stieg die Holzstiege hinan auf den Heuboden. Der Mond sah beim Dachguckerl herein, es war sehr licht. Eine Weile lauschte ich, alles war still, kein Laut kam von der Stube herauf zu mir. Der Mann war ganz unheimlich. Mir kam ein Gedanke der Vorsicht — aber fast schämte ich mich vor mir — wenn er es wüßte, ich war ja doch kräfiig und sollte es im Schlafe geschehen, was nützte mich die Waffe. — Aber doch I Ich lud meinen Revolver und steckte ihn in die rechte Rocktasche. Auf der linken Seite kauernd, grub ich mich ins Heu. So lag ich eine Weile. An Schlaf war nicht zu denken. Schon überlegte ich, ob ich mich nicht doch davonmachen sollte, als ich unten die Türe gehen hörte und Schritte vernahm — ja er mußte es sein. Schwere Schritte polterten über die Stiege herauf. „Ich bringe Ihnen eine Decke, es wird sehr kalt,“ sagte er, „und sind Sie nicht böse, daß ich vorhin so unartig abbrach“. Es war wohl mehr als unartig gewesen. Wie er aber so herzlich sprach, schämte ich mich heiml.ch wegen meiner Waffenbereitschaft. Ich nahm bereitwillig die Decke und hüllte mich ein. „Wissen Sie, das mit der Einsamkeit war auch nicht so schlimm gemeint.“ „„Aber ich verstehe Sie ja, mein lieber Freund, ich begreife ja, Sie haben große Schicksalsschläge überwunden, die Wunden sind vernarbt, die Menschen rühren unsanft daran, da ist die Einsamkeit eine Wohltat.““ „Wie Sie, Herr, hat mich noch keiner verstanden, daß Sie so spät kommen. Hätten Sie früher meinen Weg gekreuzt, ich habe das Gefühl, S e hätten mir etwas geben können, was ich leider nicht besaß, Tatkraft, Energie“, sagte er, vor sich hinstarrend und mit dem Kopfe nickend. „„Zuviel Schlaf werden Sie ohnehin nicht kommen?““ „Wollen Sie mich unterhalten, mir ist es ein Vergnügen.“ „„Was denken Sie so über mich, was glauben Sie, was hat mich zu dem gemacht, was ich bin?““ „Lehrer waren Sie? Sie sind vielleicht diszipliniert worden?“ „„Ja und nein, für mich war’s wohl eine Strafe, aber eigentlich keine. Man hat mich eben pensioniert — wegen Unfähigkeit.““ „Und warum haben Sie keine andere Anstellung gesucht, daß Sie doch irgendwie besser Ihr Leben hätten fristen können als so? Sie haben doch zweifellos herrlche Anlagen gehabt?“ „„Gehabt!““ sagte er in bitterem Tone, „„jawohl gehabt, ich hätte sie haben können, eigentlich habe ich sie doch nicht gehabt.““ Er holte tief Atem. Kennen Sie die Parabel von den Edelsteinen? Nicht, eine wunderliche Geschichte. Sehen Sie, so ein armer Teufel bin ich auch immer gewesen. Ein anderer hätte sich mit meinen Anlagen, wie Sie sagen, eine schöne Stellung verschafft; mir war es immer mit dem Anschauen und dem Möglichkeitsbewußtsein genug. Immer nur anschauen! Ich sage Ihnen, das ist ein Fluch, ein gräßlicher Fluch. — Ich war ein junger Mensch von neunzehn Jahren. In der Lehranstalt zählte ich dank meines Fleißes zu den ersten Schülern. Ich habe mich zu dem Range mühsam hinaufgebüffelt, denn ich war, Wie ich jetzt erkenne, ein sehr untalentierter Mensch. Meine Lehrer hielten mich wohl für ein Genie. Sie merkten ja in ihrer Prüfungsfexerei gar nicht, daß ich von dem, was ich lernte, gar keine innere Anschauung besaß. Was ich wußte, war alles Wortwissen. Es muß eine psychische Abnormität gewesen sein, mein Gedächtnis leistete ganz Außergewöhnliches. Sobald ich meine Studien beendet hatte, trat eine merkwürdige Wandlung in mir ein. Mein enormes Gedächtnis verlor ich fast gänzlich, dafür aber fand ich Anlagen in mir, entdeckte ich mich von einer ganz neuen Seite. Also ich war etwa neunzehn Jahre alt. Die Welt, welche bisher wie eine graue Photographie vor mir gelegen war, bekam Farbe. Alles hatte ich vergessen. Ich wagte nicht, in gebildeter Gesellschaft zu verkehren, denn jeder Augenblick offenbarte meine gänzliche Unwissenheit auf allen Gebieten. Ich ward mir selber ein Rätsel. In die Einsamkeit flüchtete ich gleich einem todkranken Reh. Brünstig warf ich mich der Natur in die Arme. Eines Tages, es war im Juni, als die Orchideen blühten, lag ich auf der Erde mit einem Gefühle, wie ich es später in den Armen eines geliebten Weibes wieder erlebte. Ich hätte den riesigen Erdball umarmen mögen und hatte ein Glücksempfinden, wie es Worte nicht wiedergeben können. Das ist zugleich auch so e n Verhältnis zu allem außerhalb meines Ichs. Ich durchdrang als Neuling, als Entdecker die ganze Schöpfung. Ich studierte nichts und wußte doch alles, jede Minute offenbarte mir Geheimnisse; es war ein immerwährendes Schauen. Ich träumte einmal, das weiß ich noch recht gut, die Entstehung der Alpen, wie ich sie später in dem Buihe von .. ., wie heißt doch der Autor! Ach ich habe ja so viel vergessen, ich habe halt später so etwas gelesen — von einer Autorität. In dieser herrlichen Zeit, ich träumte, eine Geistesgröße ersten Ranges zu werden (er lächelte bitter und hielt eine Weile inne), ein Dichter bin ich damals geworden, ein Maler hätte ich werden können, aber es fehlte die technische Vorbildung, ich lallte bloß mit dem Stifte, da griff ich zur Feder. Ach es war ja nur ein Stammeln, ein erbärmliches Stammeln I Vielleicht wollen Sie Einblick nehmen, eine ganze Kiste voll von Manuskripten, ich habe mich noch immer nicht entschließt n können, den Kram zu verbrennen. So erzählte er mir eine halbe Nacht. (Fortsetzung folgt.) Stammbuchvers. Ein treu Gedenken, lieb Erinnern Ist die herrlichste der Gaben, Die wir von Gott empfangen haben. Sie ist der gold’ne Zauberring, Der Aufstehen macht im Innern, Was uns nach außen unterging. Zarboch. Die ttlechselrede. Zur V. Krage. (Welche Stossmassen [Stapitel] sollen ans dem jetzt bestehenden Lehrpläne ansgeschieden oder in demselben zngcschnitten werden?) 29. Urteil. Lehrer A. Lothaller in Ried, Oberösterreich (Fortsetzung). Lesefrüchte: Naturkunde (4. Schuljahr). 1. Frühlings Einzug. 2. Herannahen des Sommers. 3. Im Walde. Nutzen des Waldes. Waldluft. Kiefer — Kiefernspinner. Heidelbeere. Kreuzotter. 4. Der Spätsommer. 5. Einzug des Herbstes. 6. ln den Wald. Der Wald im Herbstgewand. Das Tierleben im Walde. Aus dem feuchten Waldboden schießen Pilze hervor. Besprechung eines Waldriesen: Des Eichbaumes. Zwerge des Waldes. Das Heidekraut. Fliegenpilz (eßbare Pilze!), das Reh. 7. Einzug des Winters. 8. Heimatliche Flüsse und Bäche. Zwei Standvögel, die gern im Uter-gcsträuch wohnen: Zaunkönig, Amsel. Forelle usf. III. Theorie und Praxis der Heimatkunde von Max Jochen. Lehrplan fiir eine zwciklassige Volksschule. I. Jahr. T, i li c in a Stoff Begriffliches Verknüpfung 1. Vorbereitende Sprech- und Ordnungsübungen.5 I. Einheit. Orientierende Vorbesprechung. Namen der Kinder und des Wohnortes. Nennen und Bezeichnen von Gegenständen und ihrer Lage zueinander. 10. Der Sommer. 12. Die Heuernte. 15. Im Bauerngutc. 111. Einheit. Der Sommer. Sonne heiß. Kleidung, Blumen im Garten (Rose, Lilie). Kirschbaum, Straße (Staub). Gewitter (Donner, Blitz, Regen). Sense, dengeln. Gras abhauen, wenden, dörren, Heuhaufen, laden, Heuboden. Bauernfamilie, Knecht, Magd, früh aufstehen, füttern, melken, buttern (Milch, Saline), durchdrehen, Buttcrmilch, Quark, Käse. Blume, Baum, Hitze schwitzen, barfuß, Wetter. Dengeln, mähen. Wirtschaft, Gesinde, Viehzucht. Gedicht: Sommerszeit. M. Spr. II. 61: Der Sommer. M.Spr. II. 92. Die Heuernte. M. Spr. II. 74: Landmanns Morgenruh. 23. Der Wald. (Unterrichtsgang in den Wald) V. Einheit. Der Wald. Blätter gelb (Birke, Buche, Eiche) fallen ab, Nadeln bleiben (Fichte, Tanne, Kiefer). Moos, Pilze, Beeren (Preißelbccrcn). Baumwald, Nadelwald, Gebüsch , Wurzel, Stamm, Rinde, Äste, Zweige. Der Wald schützt die Fluren vor Überschwemmungen. M. Spr. II. 49: Die grüne Stadt. II. L. 36: Die Johannis-blumc. II. L.37: Die Preißelbcerc. II. Jahr. j 5. Der Star. (Bild: Knabe und Vogelnest.) Skizze 39. 6. Die Erbse. II. Einheit. Der Frühling. Starkasten, Kirschbaum, Garten, Würmer, Kirsche. Star größer als Sperling. Federkleid schwarz, helle Punkte, langer, gelber Schnabel, Zehen mit Krallen, pfeifen, weit fliegen, fortziehen. Garten, Feld, säen, stecken (Tauben), Ranke, Blätter rechts und links Teile, Blüte mit Kelch, weißer oder bunter Blumenkrone (Schmetterling), Frucht, Hülse (Schote), Gemüse, Mus, Erbswurst. Singvogel, Zugvogel. Ranke, gefiedert, Kelch, Blumenkrone, Staubgefäße, Stempel, Fruchtknoten. M. Spr. II. 30: Die Singvögel. M. Spr. II. 31: Das Vogelnest. M. Spr. II. 32: Der Star. Gedicht: Knabe, ich bitt dich. M. Spr. II. 28: Die Taube. 14. Die Ernte. III. Einheit. Das Feld. Feld gelb. Sense, Wetzstein, mähen, raffen, binden, Garben, Puppen, trocknen, gabeln, laden, Fuder einfahren, Scheune abladen, Banse. M. Spr. II. 118: Die Ernte. In dem einen Jahresplane werden Sommer und Winter, Schulhaus und Schulgarten, Wald und Bach der Heimat betrachtet, im ändern werden Frühling und Herbst, das heimatliche Feld, der Wohnort und sein Verkehr mit der Umgebung berücksichtigt. Der angegebene Unterrichtsstoff bietet sowohl für die beiden ersten, wie auch für die beiden folgenden Schuljahre Vorstellungsmaterial. Erst ein zweimaliges Durchlaufen der Kurse wird dem Kinde alle Unterrichtsergebnisse sichern. Lehrplanreformer, studiere die angeführten Schriften, lasse dir einige Perlen der Lehrplanliteratur zukommen und mit freudestrahlendem Auge wirst du gewahr, daß herrliches Material für unser Lehrplangebäude vorliegt. Amtsbrüder, Hand ans Werk! Nichts für uns, alles für andere! Möge es uns bald beschießen sein, die volle Morgenröte jenes Sonnentages zu erblicken, der uns einen gewiegten Seemann in einem zeitgemäßen Lehrplan für unseren Unterricht sehen läßt! Zur 9. Krage. (Hausaufgaben in der Landschule ober nicht?) 38. Urteil. I. Zweckmäßigkeit und Auswahl der Hausaufgaben hängen von Weg-, Witterungs-, Schul- und Ortsverhältnissen überhaupt ab, weshalb dem Lehrer hierin Freiheit gewahrt werden soll. 2. Die Hausaufgaben sollen auf den kommenden Schulunterricht vorbereiten oder der Schule nachhelfen und gleichzeitig auf das Interesse der Eltern (Erwachsenen) Rücksicht nehmen. 3. Schriftliche Hausaufgaben sollen in der Regel nur über Ferialtage (Sonn- und Feiertage) aufgegeben werden. 39. Urteil. Schulleiter Hönigschmid in Niklasberg. Als langjähriger Einklaßler kann ich nach meiner 26jährigen Erfahrung vollständig den Herren Kollegen Pichler und Schischlik (35) beipflichten, da es unbedingt ausgeschlossen ist, daß in der Viertelstunde direkter Beschäftigung für jede Abteilung genügender Grund zur vollständigen Ausbildung gelegt werden kann. Wenn bei den Rechen-und Sprachaufgaben besonders die Umgebung berücksichtigt und bodenständiger Unterricht betrieben, wird, wird auch das Interesse des Elternhauses geweckt, was für die Schule gewiß von Vorteil ist Selbst die Eltern schätzen in diesem Falle den Vorteil der Schule nach den kurzen Aufgaben, welche z. B. Beschreibungen von Orten, Flußläufen, Eisenbahnen, Wege und Straßen nach den Bezeichnungen der Karte, Briefe und Geschäftsaufsätze enthalten. Freilich erwächst durch die genaue Durchsicht und Besprechung namhafte Arbeit und Mühe. Zur 11. Krage. (Soll die Schiefertafel aus der Schule verbannt werden oder nicht?) 28. Urteil. Schulleiter Hönigschmid in Niklasberg. Die Seele jedes Unterrichtes ist die Wiederholung. Wie oft müssen z. B. im Zahlenraume 10 oder 100 die Rechnungsbeispiele wiederholt werden und da gäbe das Geschriebene auf dem Papiere eine willkommene Gelegenheit zum Abschreiben, damit der kleine Rechenkünstler sein Gedächtnis nicht zuviel anzustrengen brauche. Bei der Schiefertafel verschwindet alles und der Schüler ist gezwungen, selbständig zu arbeiten. Daß durch die Schiefertafel die Schriften verschlechtert werden, konnte ich in meiner langjährigen Praxis nicht beobachten. Wenn die Linien mit einem spitzen Nagel öfter erneuert und in der Schreibstunde auf den Heften die Carstair’sche Methode berücksichtigt wurde, ist der Erfolg trotz der Verwendung der Schiefertafel ein guter gewesen. Die Abschaffung der Schiefertafel dürfte in Gegenden mit armer Bevölkerung auf Hindernisse stoßen und die häufige Neuanschaffung des Papiers stete Verdrießlichkeiten herbeiführen. 29. Urteil. Für die Mittel- und Unterstufe ist die Tafel eine Notwendigkeit, solange wir nicht ein anderes ebenso billiges und dauerhaftes, kurz ebenso lange und einfach zu verwendendes Lernmittel haben — besonders im Abteilungsunterrichte. Die Kleinen müssen Gelegenheit haben, ihre mißglückten Erzeugnisse sofort verbessern zu können, was nur auf der Tafel — an gleicher Stelle natürlich — möglich ist. Aber auch auf der Oberstufe wird die Tafel in den meisten Fällen — ich denke an ein- und zweiklassigen Schulen — beibehalten werden müssen, wenn auch die Verwendung der Hefte (Kurrent-, Latein-, Sprach-, Aufsatz-, Rechen-, Zeichenheft, allenfalls Diktandoheft), die schon in der Mittelstufe einsetzt, hier mehr in den Vordergrund tritt. Wo die Schülerzahl nicht zu groß ist, daß der Lehrer die täglichen Arbeiten nach der Schule prüfen und allenfalls korrigieren kann, und die Schüler das entsprechende Papier haben oder bekommen können, wird die Stillarbeit an Sorgfalt und auch die Schrift gewinnen, auch die Ruhe in der Klasse; denn die 70 schreibenden Griffel machen ein ganz vernehmbares Geräusch. 30. Urteil. Schulleiter Hans Schober in Masern, Krain. Nicht zu rechtfertigen ist das Beibehalten der Schiefertafel bis in die Oberstufe hinauf auch aus dem Grunde der Billigkeit nicht, denn bei einigem guten Willen bringen die Kinder die wenigen Heller für die Schreibhefte bei den Eltern schon auf und für die ärmsten gelingt es ja einem fürsorglichen Lehrer zumeist, eine wenn mitunter auch kleine Anzahl Gratishefte aufzubringen. Die gänzliche Entfernung der Schiefertafel aus der Schule ist insolange untunlich, als nicht hiefür ein vollwertiger Ersatz gefunden ist. Mit der Tafel aus Pappe habe ich insoferne keine guten Erfahrungen gemacht, als sich diese sehr schnell derartig abwetzt, daß sie bei noch ganz gutem Aussehen keine deutlich sichtbare Schrift mehr annimmt; obwohl sic mithin nicht mehr taugt, sehen sich die Eltern nicht veranlaßt, eine neue anzuschaffen, während eine zerbrochene Schiefertafel deutlich für die Notwendigkeit einer neuen spricht. Ein sorgsames Kind wird wohl auch mit einer einzigen Tafel auskommen, ja diese noch auf seine jüngeren Geschwister vererben, freilich nicht zum Nutzen der letzteren, da meist die Zeilen nicht mehr deutlich sichtbar sind und namentlich im ersten Anfänge, wo die Striche ohnehin leicht zu lang oder zu kurz ausfallen, nur gut sichtbare Grenzlinien genügen können. Zur 12. Krage. Notensmgcn in der Landschule oder nicht? 5. Urteil. Schulleiter Job. Hönigschmid in Niklasberg, N.-Ö. An Schulen, jvo der Lehrer zugleich den Chordienst versieht, ist das Treff- und Notensingen in der Schule wohl ein großer Vorteil, indem es ihm die Heranbildung von Sängern bedeutend erleichtert. 6. Urteil. Lehrerin Hildegard Rieger in Trifail-Vode, Steiermark. Wenn man mich um meine Ansicht fragt, antworte ich mit meinem kräftigsten Nein. Ich will meine Ansicht auch zu begründen versuchen. Nach Noten singen kann man nur dann, wenn man die Noten wirklich vor sich hat, wenn man sie ordentlich lesen kann, wenn man in der Note nicht nur den schwarzen Punkt sieht, der einmal auf der Linie, einmal im Zwischenräume steht. Nun sage mir einer: An welcher Volksschule ist es möglich, solche Ziele zu erreichen? Wo ist es nur möglich, die erforderliche Anzahl von Liederbüchern aufzutreiben? Man wird mir antworten, damit man noch besser fahren werde, läßt man die Noten für das neue Lied von den Schülern schreiben. — Ich habe zu diesem Auswege meine Zuflucht genommen. Im Schweiße meines Angesichtes habe ich die Begriffe Note, ganze Note, halbe Note, Viertelnote . . . Punkt nach der Note, Kreuz, Auflösungszeichen ... ich kann nicht einmal alles aufzählen, ohne daß mir die Haare zu Berge steigen — kurz und bündig: allen diesen Krimskrams habe ich erläutert, mit Feuereifer habe ich es getan und meine Hörerinnen waren auch mit Feuereifer bei der Sache. Vorerst wurde jeder Papierfleck, den die kleinen Notenschreiberinnen ergattern konnten, mit geschwänzten schwarzen Klecksen bemalt und in der nächsten Stunde konnte sich mein Auge daran erfreuen. Je größer die Freude der Kleinen war, desto größer fielen die Noten aus. Dann trat das Notenpapier in seine Rechte. Aber wie schwer war es doch, die Linien und die Zwischenräume zu zählen, zu merken, wie diese oder jene Note heißt! Wie anderswo, versuchte ich es auch hier, Theorie und Praxis zu vereinen. Und eines Tages stellte ich die Frage, wie denn eine ganze Note aussähe. „Eine ganze Note ist die, die nichts im Kopfe hat,“ ward mir zur Antwort gegeben. In der Schule lasse ich mir den Humor nicht bald verderben, denn Kinder sind zu lieb, so dozierte ich denn unverdrossen weiter, und alsbald konnten wir es wagen, natürlich auf der Oberstufe, bei jenen Mädels, die schon keine ungeheuer großen Noten mehr schreiben, dem neu zu lernenden Liede Text und Melodie ganz kunstgerecht aufzumalen. Wie leuchteten die Augen der Mädels so stolz! Mir aber gingen schier die Augen über, als ich dann allein dasaß und Nachschau hielt, ob alles in Ordnung sei. Und in der nächsten Stunde sollte gesungen werden, aber nicht jedes Mädel hatte die Noten vor sich, neulich waren ja nicht alle da. So haperte es denn schon bei den Vorbereitungen, die unendlich viel Zeit und Mühe gekostet hatten, und als es ans Singen gehen sollte, war der Jammer erst recht fertig. Die einzelnen Übungen, die wir vorher nach Noten hatten singen gelernt, gingen ja, aber Lied ging keines, gar keines, außer ich half wieder mit meiner eigenen Stimme, mit einem Instrumente aus. So ging es mir. Vielleicht geht es anderen besser, doch ich bezweifle es. Gerne will ich es gelten lassen, daß die Schuld an mir liegt, in meiner Methode, in meiner mangelhaften musikalischen Begabung; dem aber muß ich gegenüberstellen, daß unsere Kinder außerordentlich gerne und ebenso gut singen, nämlich — nach dem Gehöre. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern zeitweise der Zutritt zum Unterrichte gestattet werden oder nicht?) 1. Urteil. Lehrer Otto Koüeluch in Wien, 10. Bezirk, Alxingergasse Nr. 82. (Schluß.) Was Äußerlichkeiten anbelangt, lassen Störungen des Unterrichtes, hervorgerufen durch Unpünktlichkeit der Eltern beim Erscheinen, ferner während des Unterrichtes seihst, da man doch an Erwachsene unmöglich herantreten kann mit dem Verlangen, stundenlang, gleich den Kindern, auf engbegrenztem Raume ruhig und still zu verweilen, eine gedeihliche Arbeit überhaupt fraglich erscheinen; dabei habe ich ganz abgesehen von den Wirkungen der Anwesenheit der Eltern im Schul-zimmer auf die Kinder, auf die ich noch des weiteren zurückkommen werde. Ob sich die „Hospitationen“ überhaupt in unserer nach Erwerb hastenden Zeit, wo jede verlorene Minute kostbaren Verlust bedeutet, so regeln ließen, daß an einem bestimmten Tage alle in Frage kommenden Eltern erscheinen könnten, lasse ich gänzlich dahingestellt. Der Klassengeist erhält durch den Elternbesuch gewiß auch keine Verbesserung. Unruhe beginnt sich einzubürgern, die Aufmerksamkeit verliert an Kraft, was sie an Vielseitigkeit gewinnt. Unwillkürlich wendet das ungeschulte Kind seine Gedanken zu der Stelle, wo es seine Mutter sieht, wo, wie es meint, und nur selten wird das Kind einen Fehlschluß tun, sein Vater gespannt darauf wartet, bis sein Liebling es den Mitschülern zuvortut. Und dieses Bestreben, sich auszuzeichnen, wurzelt auch im Kindesherzen. Aus diesem Hasten ergibt sich nun bei weniger veranlagten Kindern oft gerade das Gegenteil: es willfglänzen vor den eigenen und den fremden Eltern und versagt in vielen Fällen vollständig. Ängstliche Schüler aber vermögen, eingeschüchtert durch die Anwesenheit so vieler Fremder, nicht das Richtige zu sagen, wenn sie sonst den Stoff auch beherrschten. In beiden Fällen aber ist der Erfolg ein gleicher. Zwei Elternpaare tragen eine neue Lehre über die Schwelle des Schulhauses hinaus in die Öffentlichkeit, welche dahin ausklingt, daß die Schule nichts leiste. Gefährlicher sind die Schäden, welche die geistigen Tugenden der jungen Menschenfrucht heimsuchen. Die Sucht, vor den eigenen und den Eltern der Mitschüler zu glänzen mit Wissen und Kenntnissen, fördert ungeregelten Ehrgeiz, erzeugt in Fällen tatsächlicher Erfolge maßlose Eitelkeit und unbändigen Stolz, den ungeschickte Eltern vielfach noch durch unverständiges Beloben und Belohnen ins Ungemessene vergrößern. Schüchterne Kindesnaturen vermögen neben diesen „Helden des Tages“ nicht so recht zur Geltung zu kommen und werfen, zweifelnd an eigener Kraft, an ihrem Wissen und Können, die Flinte entmutigt ins Korn. Heuchelei gibt sich unter dem Einfluß scharfbeobachtender Augen ganz anders als gewöhnlich und öfter, denn je muß nun der Lehrer den verwundenden Vorwurf der Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit, scheinbar berechtigt, hinnehmen. Die Eltern beurteilen eben nur, was sie sehen. Dazu kommt noch, daß sie nicht selten mit Worten des Lobes für das heuchelnde Kind diesem ihr Urteil mitteilen, das Ansehen des Lehrers sinkt und bei gegebenem Anlaß findet er Unbotmäßigkeit und Trotz, der sich tatsächlich in den meisten Fällen auf häuslichen Einfluß zurückverfolgen läßt. Bei Gewaltnaturen unter der Schuljugend, die ja nicht so selten anzutreffen sind, leisten die Elternbesuche nur Vorschub, da vor den Eltern, die ganz anders urteilen als der Lehrer, der strafende Schulmann mehr in den Hintergrund tritt. So fühlt sich der junge Held immer mehr, erhält in vielen bedauerlichen Fällen sogar eine Stütze vonseiten seiner verblendeten Eltern und der Disziplin ist für lange Zeit ein Grab bereitet. Straft der Lehrer aber den Rangen während der Hospitation, so drückt er ihm in den Augen der Zuschauer das Zeichen des Märtyrers auf — böse Blicke, wenn nicht verletzende Worte, sind des Lehrers Lohn für erwiesene „Ungerechtigkeit“. Was die Abhilfe von in den Schulräunilichkeiten etwa vorhandenen Übelständen anbelangt, so sehen die Anhänger ebenfalls zu helle. Gerne und bereitwillig geben die Hospitanten die Notwendigkeit von Ausbesserungen und Neuanschaffungen zu. Was nützt aber der gute Wille, wenn er sich nicht in die Tat umsetzt, ja oft gar nicht umgesetzt werden kann, scheiternd an den großen Kosten? Bedenkt man dazu, daß infolge der Elternbesuche die ohnehin räumlich recht beschränkten Lehrzimmer noch weniger entsprechen und die Vergrößerung des Schulhauses jeden einzelnen schwer belasten würde, so fällt der Vorteil des „Lokalaugenscheines“ in Bezug auf räumliche Mißstände vollständig weg. Daß die Anwesenheit so vieler Erwachsener infolge der Ausdünstung des Körpers und der oft un-gelüfteten Kleider mit ihrem Modergeruch in hygienischer Beziehung nicht einwandfrei ist, erwähne ich nur nebenbei. Am schlechtesten kommt aber der Lehrer weg. Das Studium ist ein Fachstudium; auf dem Gebiete der Schule ist nur der Lehrer Fachmann und soviel Vertrauen muß ihm die Bevölkerung entgegenbringen, daß er seine Aufgabe zu erfüllen vermag. Glücklicherweise zählt unser hehrer Beruf zu den bevorzugten und steht, dank der unschätzbaren Leistungen der Lehrer für das Gemeinwohl, bei der großen Mehrheit im rühmlichen Ansehen. Trotzdem aber besteht zwischen einzelnen Kreisen der Bevölkerung und zwischen der Lehrerschaft eine Spannung, deren Beweggründe teils in sozialen Verschiedenheiten, teils in persönlichen Umständen wurzeln. Viele verwechseln dann die Sache mit der Person; glaubt der einfache Mann einmal Grund zu haben, dem Lehrer zu grollen, der sein Kind „ungerecht“ bestrafte, so ergeht es dem armen Pädagogen im Hause des Gekränkten und am Wirtshaustische schlecht. Und obwohl er weiß, daß sein Beruf kein Ruhebett ist, daß er Kämpfer sein muß auf dem Plane des Lebensstreites, gleich dem Krieger trotzen muß im Ansturm übelwollender Gewalten, so ist er doch nur ein Mensch und fühlt schwer die Anfeindungen, welche ihm aus seinem Berufe entspringen; trotz redlichen Bemühens kann er es eben nicht allen recht machen. Bei den Schwächen der Alltagsmenschen, bei der Sucht vieler, alles besser zu wissen als zu können, öffnet sich der Krittelei parteiischer Beobachter ein weiter Plan auf dem Gebiete der Schule und gerne macht die Miselsucht ausgiebigen Gebrauch vom Rechte des Hospitierens; dies umso lieber, da bisnun die Grenzen des inneren Schulwesens wenig bekannter Boden waren. Der Reiz der Neuheit läßt ebenfalls die Eltern ausgiebigen Gebrauch von ihrem Rechte machen; wieder aber sind es jene, denen der Lehrer nicht recht getan hat, welche befangenen Urteils sein Reich betreten. Schonungslos wird nun das Gebaren und die unterrichtliche Tätigkeit des Lehrers, welche, unter dem Drucke der Nervosität leidend, die in der Anwesenheit so vieler Fremder bedingt ist, vielleicht nicht ganz auf gewohnter Höhe steht, einer erbarmungslosen Kritik unterzogen und bald ist man mit dem Urteil fertig. Immer mehr „Feinde“ erstehen dem Ahnungslosen infolge der Verblendung vieler Eltern, die in kleinen Strafen, mit denen ihre Kinder bedacht werden, persönlich zugefügte Schmach sehen. Hier fände auch der überall wuchernde Same erbärmlichster menschlicher Schwäche, der Denunziation, fruchtbaren Boden. Dies ist die Äußerung eines Gegners. Und ziehen wir die Bilanz.! Ungleich schwerer sind die Schäden, welche aus der Hospitation der Volksschule erstehen würden, im Vergleich mit den allerdings auch nicht unbedeutenden Vorzügen. Die Schule verlangt, entsprechend ihrer hohen Aufgabe, pädagogisch und methodisch gebildete Lehrer und kann nie und nimmer den beengenden Einfluß des Elternhauses dulden. Sie ist einzig und unbeschränkt das Reich des Lehrers, wo er Alleinherrscher sein muß, soll sie gedeihen; das Elternhaus kommt erst in Betracht, wenn es sich um die Erziehung oder um die Überwachung der Schularbeiten, um die Nacharbeit handelt. Nur von verderblichem Einfluß kann das Eingreifen der Eltern in das Schulleben sein, wenn ich hier auch nicht auf wörtliche Auffassung verwiesen haben will, weil ihnen, wie ich gezeigt zu haben hoffe, das feine Verständnis für den Wert und das Wesen des Unterrichtes, für die Bedürfnisse der Schule vollständig fehlt. Schule und Haus sollen Arm in Arm neben einander und nur, wenn es im Interesse der Erziehung gelegen ist, die ja in der Schule ihre Fortsetzung findet, miteinander, eingreifend wie die Räder des Uhrwerkes wirken; der Unterricht gehört nur dem Lehrer. Für die Bedürfnisse der Schule, welchen zu genügen die Eltern und die Gemeinde berufen sind, sorgen die Elternabende, die in unseren Landen leider — und nur zum Nachteile der Schule — eine stiefmütterliche Behandlung erfahren. Nie und nimmer aber — und dahin beantworte ich die aufgeworfene Frage — sind die Vorteile der Elternhospitation so wertvoll und bleibend, daß sie den gewaltigen Schäden die Wage zu halten vermöchten. Gedenktage. 24. Feber: 1786 25. „ 1634 4. März: 1152 9. 1788 12. „ 1365 13. „ 1741 14. „ 1803 15. „ 933 21. „ 1685 22. 1832 25. „ 1830 Die Wahrheit. Ich war der Wahrheit begegnet. Ein göttlich-schönes Weib! Mit schwarzen, strahlenden Augen Und herrlich gebautem Leib. Ich fragte: Warum zeigst du, O Schöne, so selten dich? Sie sprach: Ich wollte kommen Zu Gaste sicherlich; Doch nahe ich nur von ferne, So lacht die wahrscheue Schar: Ich trage nicht Nadeln, nicht Kämme, Ich trag* nur mein glattes Haar. E. A. Horejschi. Schulhumor. In der Gesangstunde wird ein kleiner Brummbär aufgefordert, das Lied „Müde bin ich“ zu singen. Mürrisch erhebt er sich und singt: „Müde bin ich, gebt’s mir Ruh!“ Eingesendet von Anna Rieger (Graz). Bauernregeln als Diktatstoffe. Von Matthias Schindler, Lehrer in Moosburg, Kärnten. März. Dem Bauer ist nichts daran gelegen, gibt es an Kunigunde Regen. — Ist es im März viel feucht, so bleiben die Kornboden leicht. — Ist der März trocken und licht, so gerät das Futter nicht. — Ist Gertrud sonnig, wird’s dem Gärtner wonnig. — Hat der März der Nebel viel, ist’s im Sommer naß und kühl. — Märzwind, Aprilregen, verheißen im Mai großen Segen. — Ein Schaffet Märzenstaub ist eine Krone wert; doch allzufrühes Laub wird gern vom Frost verzehrt. — Feuchter, fauler März ist der Bauern Schmerz. — So viel Nebel dich im März plagen, so viele Gewitter nach 100 Tagen. — Schön Wetter am Josefitag gutes Jahr uns künden mag. — Trockener März, nasser April, kühler Mai, füllt Scheuern und Keller und bringt viel Heu. — Mariä Verkündigung schön und rein, soll das Jahr sehr fruchtbar sein. — Viel Schnee, den uns der Lenz entfernte, läßt uns zurück viel Ernte. — Mag der Rauch nicht aus dem Schornstein wallen, dann will der Regen aus den Wolken fallen. — Gedanken über den Aufsatzunterricht. Von Rolf Nestler in Friedrichswald, Böhmen. Es nimmt kein Ende mit den Artikeln über den Stilunterricht. Jeder ehrlich arbeitende Kollege wird sich darüber freuen und jede neue Anregung willkommen heißen, der Aufsatzunterricht ist ohne Zweifel ein außerordentlich wichtiger Unterricht und in seiner Handhabung ist so viel Unklarheit, daß nur eine rege Wechselrede nach und nach Besserung schaffen kann. Ich habe mich bei vielen Kollegen über ihren Betrieb dieses Unterrichtes erkundigt und fand bei jedem eine etwas abweichende Meinung. Der eine läßt Schlagwörter zu Sätzen vervollständigen, ein anderer läßt die Aufgabe fast auswendig lernen und dann aus dem Gedächtnisse niederschreiben, ein dritter läßt selbst im zweiten und dritten Schuljahr „ganz frei“ arbeiten. Das sind die Extreme. Dazwischen liegen noch hundert Abstufungen und Kniffe. Jede Methode hat Gutes an sich, nur darf man keine verallgemeinern. Auf der untersten Stufe des Aufsatzunterrichtes kann man hie und da etwas aus dem Gedächtnisse niederschreiben oder eine Aufgabe nach Schlagwörtern ausführen lassen; auf der Oberstufe wird es gut sein, die Kinder so frei als möglich arbeiten zu lassen. Allgemein ist weder das eine noch das andere anwendbar. Es muß ein Stufengang eingehalten werden, der die Schüler vom Geführtwerden zur Selbständigkeit, von der Nachahmung zur Selbsterfindung, vom Leichtesten zum Schweren bringt. Auf der Unterstufe und auf der Mittelstufe ist ein möglichst vielseitiger Ausdruck zu erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist keine Methode besser geeignet als die von Herrn Brandais in seinem zweiten Aufsatz empfohlene. Freilich will sie Herr Brandais auf der Oberstufe angewendet wissen. Die Methode ist nicht neu. Ich habe sie schon in der Übungsschule an der Lehrerbildungsanstalt in Komotau kennen gelernt. Der Übungsschullehrer legte sich die zu arbeitende Aufgabe in Fragesätzen zurecht, die er dann genau so behandelte, wie es Herr Kollege Brandais meint. Ich habe ein Jahr lang mit dieser Methode auf der Oberstufe gearbeitet; aber ich fand, daß sie die Schüler nie selbständig macht. Die Kinder lieferten mir wunderschöne Aufsätze. Die Aufgaben waren alle verschieden und bargen eine Fülle wechselvoller Ausdrücke. Ich hatte große Freude daran und war fest überzeugt, daß die Schüler für das Leben genug vorgebildet seien. Zur Probe stellte ich kurz vor'dem Schulschlusse folgende Aufgabe: „Erzählet einem fernen Freunde in einem Briefe von unserem Heimatsorte!“ Ich stellte keine Fragen, ich gab keine Disposition; die Schüler sollten so arbeiten, als ob sie schon der Schule entwachsen wären. Ich fühle noch heute die Enttäuschung nach, die ich erfahren, als ich die Kinder so gänzlich ratlos um sich blicken sah und als ich mir dann am Ende der Stunde einige mühsam zusammengestoppelte Arbeiten vorlesen ließ. Sie hatten geschrieben, was ihnen gerade eingefallen war, sie hatten Sprünge gemacht, sie hatten manches wiederholt, Wichtiges ausgelassen und an unpassender Stelle wieder eingeflickt. Von einer sachlichen Anordnung der niedergeschriebenen Gedanken war keine Rede. Das war also der wahre Erfolg meines Aufsatzunterrichtes und der bezeiehneten Methode. Wie konnte es auch anders sein? Ich hatte ja jeden neuen Satz durch eine Frage selbst eingeleitet. Die Schüler brauchten sich ja nicht einmal den verwendbaren Stoff klarzulegen. Die Kinder brauchten nicht einmal den Titel der Aufgabe zu wissen. Ich kaute durch meine Frage jeden einzelnen Satz oder doch wenigstens jede Satzgruppe vor. Wer aber stellt ihnen draußen im Leben die Fragen, wer gibt ihnen später die Anordnung des Stoffes an? Also, diese Methode taugt gar nichts für die Oberstufe. Von nun an machte ich es anders. Schon auf der Mittelstufe muß das sinngemäße Anordnen des Stoffes, die selbständige logische Gliederung der Aufgabe geübt werden. Wie ich dabei vorgehe, habe ich in Folge 53 gezeigt. Doch muß ich bemerken, daß ich dort ein Stundenbild aus dem zweiten Halbjahr des fünften Schuljahres skizzierte, also keineswegs die ersten Anfänge dieser Übungen beschrieb. (Schluß folgt.) Unser Garten im Februar. Noch führt der Winter sein eisiges Regiment. Während die ganze Natur starr und tot erscheint, hat neues Leben im Innern der Pflanzen bereits begonnen, es regt sich überall. Blütenkätzchen erscheinen bereits hier und da an den Haselnüssen, Herlitzen, Weiden, Erlen u.a.; Winterstern, Schneeglöckchen, auch Marienblümchen wagen sich hervor. Auch der Gartenfreund beginnt ungeduldig zu werden. Bei den Mistbeeten kann in vielen Gegenden bereits rege Tätigkeit beginnen, sollen sie uns doch den künstlichen Sommer bieten. Sellerie, Porree, Frühkohl aller Art, Salat, Kohlrabi, Radies können darin ausgesät werden. Wer kein Mistbeet zur Verfügung hat, zieht diese Frühgemiise in Kasten im Zimmer heran. Auch Erbsen und Puffbohnen werden in solchen vorbereitet. Es sei hier darauf hingewiesen, daß Frühgemüse nur auf warmem, nicht kaltem, feuchtem Boden heranzuziehen ist. Man kann mit dem Vorkeimen der Kartoffeln beginnen. Im Gemüsegarten stehe jetzt Düngen und Kalken in erster Linie. Mildes Wetter gestattet alle Vorbereitungen des Bodens zur späteren Pflanzung: wenn noch tief zu graben ist, kann dies auch bei einigem Frost geschehen. In warmer Lage kann auf gehörig vorbereitetem Boden an trockenen sonnigen Stellen Hafer-, Schwarz-, Petersilien-und Zuckerwurzel, Pastinaken, Petersilie, Kerbel, Spinat, Puffbohnen, Rapontika, auch Möhren ausgesät werden. Zur Treiberei können schon Gurken und Melonen im Zimmer vorgekeimt werden. Die nötigen Sämereien sind, wenn noch nicht geschehen, sofort zu bestellen, aber auch die Auswahl der anzupflanzenden Obstbäume, Sträucher und anderer Pflanzen ist nun zu bewirken. Die Bestellungen sollten möglichst zeitig erteilt werden. Wer früh bestellt, bekommt nicht allein die Sachen schnell, sondern hat auch noch den Vorzug, das Beste des Vorhandenen zu erhalten; außerdem werden von den meisten gärtnerischen Geschäften für frühzeitige Bestellungen Vergünstigungen gewährt. Von neuen Gemüsesorten werden „Markerbse Goldkönig“ und „Stangenbohne Graf Zeppelin“ sehr empfohlen. Die Obstbäume sind tüchtig zu düngen, Bohrlöcher in der Kronentraufe mit flüssigem Dünger vollgießen, Baumscheiben mit verrottetem Dünger belegen. Haben wir die Kronen unserer Bäume noch nicht richtig ausgelichtet, so schnell ans Werk, Bäume abkratzen und kalken; ist irgendwo Wildschaden entstanden, vorsichtig glatt abschneiden, Verband aus Lehm und Kuhdung um die Wunde legen. Zur Veredlung von Bäumen Edelreiser bestellen, Kirschen, Pflaumen kommen beim Veredeln zuerst an die Reihe, Achtung auf dürre, zusammengerollte Blätter an den Bäumen, sie sind Schlupfwinkel für Ungeziefer. Raupennester aufsuchen und abbrennen 1 Zu Beenden ist das Schneiden der Ziersträucher, auslichten und zurückschneiden, aber nicht verstümmeln sei Grundsatz. Alles, was seine Blütenknospen bereits vorgebildet hat, z. B. Flieder japanische Quitte u. a., darf nicht geschnitten werden. Wer rechtzeitig für die Treiberei der Blumenzwiebeln vorgesorgt hat, wird nun den schönsten, Lohn haben und sich am herrlichen Flor der Hyazinthen, Tulpen, Crocus, Narzissen, Scilla usw. erfreuen. Aber kühl halten, sonst ist*die Freude nur von kurzer Dauer. Wasser ab und zu erneuern, eine Messerspitze Salz, Salpeter oder pulverisierte Holzkohle beifügen. Abgeblühte Blumenzwiebeln an kühlem Orte trockenstellen, im Herbste können dann die Zwiebeln nochmals im Garten ausgepflanzt werden. Ebenso werden abgeblühte Azaleen, Kamelien, Flieder ins Kühle gebracht. Treibkeime von Maiblumen können noch im warmen Zimmer zum Blühen gebracht werden, immer feucht und sehr warm halten bis zur Blüte, dann kühl stellen, abgetriebene Maiblumen wirft man fort. Zimmeraussaaten in Schalen und Kasten von Begonien, Gloxinien, Lobelien, Coleus, Canna, Musa werden noch vorgenommen, die Rhizome der Canna, die Knollen der Begonien, Dahlien in leichter Erde angetrieben. Es beginnt die Zeit der Vermehrung durch Stecklinge. Man beobachte, daß Stecklinge nicht zu tief zu stecken sind und Luft und Licht zur Entwicklung brauchen, um Fäulnis zu vermeiden. Es sei erinnert, daß Zimmerpalmen, Zimmertannen, Blattpflanzen nicht zu warm stehen wollen, sie sind empfindlich gegen Zugluft. Öfter Erde lockern, öfter mit überschlagenem Wasser bestäuben, nicht zu viel gießen, nicht düngen! Topf- und Kübelpflanzen im Keller und anderen Überwinterungsräumen nicht völlig vertrocknen lassen, frische Luft, aber nicht Frost zulassen. Ein schönes Vergnügen bereitet das Ausheben einiger frühblühender Stauden mit Wurzelballen und in Töpfe gepflanzt langsam an sonnigen Fenster zu treiben, aber nicht im warmen Zimmer, z. B. Veilchen, Gartenprimeln, Aurikeln, Bellis, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, gleichmäßig feucht gehalten, bei Sonnenschein besprengen beginnt das Blühen sehr bald. Auch kann man abgeschnittene Zweige frühblühender Gehölze zur Blütenentfaltung veranlassen. Bei Kirschen, Forsythien, Goldjohannisbeeren, Faulbaum u. a. gelingt dies sehr leicht, wenn junge Triebe mit möglichst vielen rundlichen Blütenknospen im warmen Zimmer, in Wasser aufgestellt werden. Das Wasser ist öfter möglichst erwärmt zu erneuern. Im Februar mehren sich die Arbeiten im Garten bei einigermaßen günstiger Witterung, alle einzelnen aufzuführen, ist unmöglich; die angegebenen mahnen aber, die Hände nicht in den Schoß zu legen, wenn wir allen Anforderungen, die der kommende Frühling stellt, gerecht werden wollen. J. C. Schmidt. Die Verdauungsorgane — geheimnisvolle Werkstätten. Von Hans Richter, Oberlehrer in Seiz bei Kammern, Steiermark. (Fortsetzung.) c) Nun wollen wir hören, wie in dieser Werkstätte gearbeitet wird. Ist die gekaute und mit Speichel vermischte Speise in den Magen gelangt, so wird sie durch den Magensaft in Speisebrei umgewandelt. Dieser ist ein weißliches, dickflüssiges Gemenge und besteht aus bereits verdauten, halbverdauten und unverdauten Speiseteilen, Speichel, Schleim und Magensaft. Befördert wird die Verdauung wesentlich durch die wellenförmigen Bewegungen des Magens, durch welche die Speisen innig mit dem Magensafte vermengt und auch gleichzeitig weiter geleitet werden. Flüssigkeiten oder Auflösungen von Zucker oder Salzen bedürfen des Magensaftes nicht, sondern werden von den Gefäßen der Magenwandung aufgesaugt oder gehen nach kurzem Aufenthalte im Magen in den Darm über. Haben die Arbeiter der Mundhöhle ihren Dienst schlecht verrichtet, so muß das der Magen büßen; gut gekaut, ist halb verdaut. Je weniger Zähne wir haben, desto früher geht der Magen infolge Überanstrengung und Überarbeitung zugrunde. Alte Leute mit schlechten Zähnen leiden fast immer an Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen. Wir sehen daher, wie notwendig es ist, auf die Zähne achtzugeben, um keinen einzigen unnötigerweise zu verlieren. Je weniger Knechte und Mägde der Vater hat, desto mehr Arbeit müssen diese wenigen verrichten und desto mehr bleibt der Vater mit seiner Arbeit im Rückstände. So können wir auch die Notwendigkeit aller Zähne als Handlanger für den Magen und daher auch als solche für die Ver- dauung begreifen. d) Vom Magen führt uns ein langer Gang, der zuerst eng ist und dann weiter wird, aus der großen Werkstätte heraus. Dieser Gang ist der Darm. Er zerfällt in den Dünndarm und Dickdarm. Der erste Teil des Darmes heißt Zwölffingerdarm, weil er ungefähr zwölf Daumenbreiten lang ist. Betrachten wir den Darm näher, so finden wir, daß er ebenfalls eine Werkstätte ist. Zwei Arbeiter sind für diese bestellt. Die Bauchspeicheldrüse und die Galle. Die Bauchspeicheldrüse sondert den Bauchspeichel ab, der Fette, Stärkemehl und Eiweißstoffe verdaut. Die Galle wird in einer Nebenwerkstätte, der Leber, erzeugt. Die Leber liegt auf der rechten Seite des Magens, ist eine Drüse und wiegt 2 — 3 kg. Sie bereitet die Galle, täglich bei einem Erwachsenen bis zu 1 kg, die sich in der Gallenblase sammelt. Während der Verdauung fließt die Galle in den Zwölffingerdarm. Sie löst die in den Speisen enthaltenen Fette in außerordentlich kleine Tröpfchen auf, so daß diese von der Darmwand aufgesogen werden können. Außerdem verhindert sie das schnelle Faulen des Darminhaltes. So müssen die zwei Arbeiter die von den Arbeitern des Magens übriggelassene Arbeit besorgen. Der Dünndarm ist mit vielen Aufsaugungsurganen, den Darmzotten, besetzt. Ihr habt daheim von diesen Organen schon reden gehört. Wenn die Magd die Gedärme reinigen muß (schleimen), dann dreht sie den Dünndarm auf einem Kochlöffelstiel um und schabt ihn mit einem Holzspane tüchtig ab. Dabei lösen sich lange Fetzen los, die ihr dann im Wasser wie Därme umherschwimmen seht. Das sind die Darmzotten. In denselben liegen die Enden der Saugadern, welche den Speisesaft, der jetzt durch Vermischung mit Darmsaft, Bauchspeichel und Galle aus dem Speisebrei entstanden ist, aufsaugen und dem Blute zuführen. e) Wie die Stoffe aus dem Magen in den Darm und von da weiter gebracht werden. Der Magen schiebt durch seine Bewegungen den Speisebrei in den Darm. Derselbe bewegt sich zusammenziehend und schiebt dadurch den Speisesaft und die unverdaulichen Teile weiter. Die nicht aufgesaugten Stoffe werden in den Dickdarm befördert. Derselbe hat keine Darmzotten, aber dafür auf seiner Oberfläche zahlreiche Aussackungen. Wo der Dünndarm in den Dickdarm übergeht, ist ein sackförmiger Anhang, welcher keinen Ausgang hat, also blind endet und daher Blinddarm genannt wird. Derselbe hat an der Seite einen kurzen, regenwurmähnlichen, hohlen Fortsatz, den Wurmfortsatz. Kommen Stoffe in den Wurmfortsatz, so können sie nicht mehr heraus. Sind sie schwer löslich, so entstehen oft Reizungen und Entzündungen. Sind sie aber unlöslich, so rufen sie eine Eiterung hervor und wir haben eine Blinddarmentzündung, die leicht tödlich werden kann. Es muß die Bauchdecke geöffnet und der Wurmfortsatz entfernt werden. Gefährlich ist es daher, Zwetschken, Kirschen u. dgl. Früchte mit den Kernen zu essen, weil unter Umständen ein Kern in den Blinddarm gelangt, von welchem er nicht mehr herauskann. Gewöhnlich ruft er dann dort eine Entzündung und Vereiterung hervor. Auch andere unlösliche Stoffe, wie Münzen, Knöpfe u. dgl., darf man aus dem gleichen Grunde nicht schlucken. Der letzte Teil des Dickdarmes ist der Mastdarm, durch den die unverdauten Teile, die Verdauungsorgane verlassen. (Schluß folgt.) Pflege der freien Reden und Ansprachen. (Ein Beitrag zur modernen Anstandslehre.) ln den Lehrerbildungsanstalten wird die Pflege und Übung des mündlichen Gedankenausdruckes und der Ansprachen vernachlässigt. Es wird zu viel geschrieben und zu wenig gesprochen. Gar häufig werden die Zöglinge mit schriftlichen Hausarbeiten überbürdet. — Eine Rede oder eine Ansprache könnte der Zögling einstudieren, ohne dabei stundenlang sitzen zu müssen. Eine Rede kann man, wenn die Dispositionspunkte einmal festgelegt sind, auch auf dem Spaziergange, wobei man frische Luft einatmet, einlernen. — Was nun in den Lehrerbildungsanstalten verabsäumt wurde, könnten wir nachholen. Die Welt verlangt vom Lehrer, daß er viel spricht. Sein Ansehen steigt in hohem Grade, wenn er oft Reden hält.' Wenn der Redner auch lügt, wenn er in seinen Ausführungen auch übertreibt, wenn es ihm auch nicht vom Herzen geht und wenn auch alles, was er spricht, gegen seine Überzeugung ist, wenn er dabei auch stammelt, stottert (und meckert), das macht alles nichts: wenn er nur spricht. Das ist die Hauptsache; denn die heutige moderne und falsche Welt will ja angelogen sein. Nach der Ansicht des Volkes gilt nur der als tüchtig in seinem Amte, der viel spricht. (Überall? D. Sch.) Wie und was gesprochen wird, das ist ganz Nebensache, wenn es auch ein Unsinn ist und man zum Schlüsse gar nicht weiß, was gesprochen wurde. Die Welt will angesprochen, gelobt und gepriesen werden. Bei jeder Gelegenheit soll oder muß man „Eine steigen“ lassen. Auch die Herren, sie hören es gerne. Bitte um Verzeihung! Deshalb ist die Pflege der freien Reden und Ansprachen eine Notwendigkeit. Man verlangt sie vom Lehrer; sie soll daher schon bei dessen Vorbildung geübt werden. Zur Weiterbildung könnten die Bezirkslehrerkonferenzen viel beitragen. Es kommt bei Bezirkslehrerkonferenzen vor, daß Lehrpersonen ein und zwei Stunden lange Elaborate, die sehr häufig abgeschrieben sind, herunterlesen, wobei es den Zuhörern oft zu Tode langweilig wird. Wenn zum längsterwünschten Schlüsse aber doch Beifall geklatscht wird, so gilt dieser Beifall meist nur der endlichen Erlösung. 1 Aber nicht zu oft! Man nennt ihn sonst Schwätzer. D,' Sch. Die Bezirkslehrerkonferenz soll dem Lehrer Gelegenheit geben zu sprechen, das ist richtig. Aber jeder Lehrer, jede Lehrerin soll sich auf eine Rede vorbereiten und das Los soll entscheiden, wer die Rede (über sein selbstgewähltes Thema) halten soll. Wenn die Rede zehn Minuten lang dauert, ist sie lang genug. Allenfalls könnten auch zwei bis drei sprechen, welche das Los bestimmen soll. — Nicht ausgesuchte oder bevorzugte Lehrpersonen sollen Gelegenheit haben zu sprechen, sondern alle sollen gezwungen werden, sich auf eine Rede wenigstens vorzubereiten. Der Einwand, man dürfe niemand dazu zwingen, ist gar nicht stichhältig; denn man wird gar oft zu manchen Arbeiten gezwungen, die man zu verrichten nicht verpflichtet ist, und die zwecklos sind. D. L. Nachwort: Der Einsender des vorstehenden Artikels greift auf eine der wundesten Stellen unserer Lehrerbildung. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig ungelenk treten unsere jungen Leute ins Leben hinaus, weil sie in der Anstalt weniger fürs Leben als vielmehr für die Reifeprüfung gesattelt wurden. Die Lehrerbildungsanstalt ist dermalen eben nicht eine Bildnngsanstalt, sondern eine Mittelschnltype mit allerlei Anhängseln. Es wäre dankenswert, noch weitere Schäden ihrer Einrichtung anfzudecken, beim sie steht vor der Reform. D. Sch. Schulhumor. Ein kleiner Rekrut fängt, nachdem er sich die neuartige Umgebung, in der er sich befindet, beiläufig angesehen hat, mit mir, seiner Lehrerin, folgendes Gespräch an: „Hiaz möcht i scha wieder hoarn, du!“ „„Mußt schon noch auf die ändern warten, die gehen ja auch bald!““ tröstete ich den Loisl. Er fleht noch einmal mit Tränen in den Augen: „Geh, i bitt di goar schöi, loß mi hoam!“ Ich mußte trotz alles Mitgefühls unbarmherzig seine Bitte abschlagen, hätte er doch allein gar nicht heimgefunden. Da packt den kleinen Mann die Wut: „1 sogs da Muata, wann d’mi nit furtloßt, dei kimb da noha 1“ Auf mein abermaliges Kopfschütleln ballt er die Fäuste und brüllt: „Oba wann dir da Voda kimb mitn Steckn, aft wirst as kriagn!“ Eingesendet von H. Kern, Lehrerin in Kainbach bei Graz. Aus einem Hauskonferenzprotokolle. Im Rechenunterrichte wolle stets darauf gesehen werden, die Kinder zur praktischen Sparsamkeit zu erziehen. Die tägliche Erfahrung lehrt, daß die hiesige Bevölkerung Waren nach aufgerundetem Geldbeträge kauft, die Warenmenge bezw. das Warengewicht nie kontrolliert. Die Kaufleute haben sich diesen Umstand zunutze gemacht und halten abgewogene Warenmengen in Bereitschaft. So sah ich erst neulich bei einem Schüler einen Bestellzettel: 50 h Kaffee, 30 h Zucker, 10 h Salz usw. Diese Art des Einkaufes bedeutet in der Regel für den Käufer Verluste von 1 — 5 h. An geeigneten Beispielen ist dies den Kindern darzulegen z. B.: In der Fleischbank kaufte heute ein Arbeiter um 40 h Rindfleisch. Wieviel Fleisch erhielt er? Aus dem in der Schule aufliegenden Preisverzeichnisse ersieht er: 1 kg Rindfleisch kostet K I 56, V* kg 39 h; offenbar wiegt ihm der Fleischer nur 7* kg Fleisch zu und der Arbeiter hat um 1 h zu viel gezahlt. Ähnliche Beispiele gibt es zu Hunderten. Es genügt aber nicht allein, daß die Schüler Kenntnis der Preise haben und dementsprechend praktische Bruchteile der Waren kaufen lernen, sie müssen auch vertraut gemacht werden, die Maß- und Gewichtsmengen zu kontrollieren. In den Klassen sollen ein vollständiger Gewichtsatz, ferner die gebräuchlichsten Hohlmaße und ein Meterstab in natura beim Rechnen Anwendung finden. Das Kapitel „Bruchrechnen“ bekommt, in diesem Sinne angewendet, erst Hand und Fuß. Das Zerfällen der Zahlen in teilbare Summanden ist schon in den Unterklassen tüchtig zu üben, dann wird das Rechnen auch sitzen und die Rechenstunde eine Turnstunde für den Geist werden. Vom Herausgeben. In einer der letzten Konferenzen sprach ich von der Anleitung zur praktischen Sparsamkeit. Daß sich auch anderweitig sparen läßt, will ich wieder an einem Beispiele zeigen. Neulich fuhr ich mit einem Herrn nach N., wo wir beide Einkäufe zu besorgen hatten. Mein Reisegenosse zahlte schon beim Bahnschalter mit großer Münze und ließ sich herausgeben. Dasselbe tat er in verschiedenen Geschäften. Auf dem Heimwege hatte er nebst den Waren einen Sack voll kleiner Münzen. Er meinte: „Merkwürdig, wenn man in die Stadt fährt, kommt man immer mit einem Pack Schotter heim.“ — Und diesen Ausspruch hörte ich schon oft. Und der „Schotter“ verzettelt sich so leicht. Da ist’s wieder an uns, die Kinder praktische Sparsamkeit zu lehren. Man leite die Kinder an z. B. 92 h kann man zahlen mit 90 -|- 2 h; aber auch mit 1 K 2 h; wieviel erhält man heraus? Oder: 5 K 2 h; wieviel erhält man da zurück? In ähnlichen Beispielen wird gewissermaßen die Kontrolle über den Inhalt des Geldbeutels gelehrt und Kontrolle verhindert ja manche unnötige Ausgabe. Man leite die Kinder an, bei Ausgaben 28 h als 30 h — 2 h zu betrachten, bei Einnahmen aber als 20 h -f- 8 h und mancher Heller bleibt im Geldbeutel. Oberlehrer Al. Lux in Veitsch. Briefkasten. Unlängst hat sich ein Reichsratsabgeordneter mit der Bitte um Vorschläge zur Hebnng des Schulwesens an mich gewendet. Ein Leser, so sagt er, habe ihn auf die „Blätter" aufmerksam gemacht. Da er in denselben viel Praktisches gefunden hätte, so sei in ihm der Gedanke machgerufen worden, ans Grund unserer Zeitschrift die Regierung auf eine Förderung der Volksbildung aufmerksam zu machen. Der Fall lehrt, wo die Sache anzupacken ist. In der toten Zeit, da die Volksvertreter ausruhen und sich für neue Arbeit rüsten, sollten ihnen die „Blätter" vorgelegt werden, damit unsere Bestrebungen allmählich dorthin Vordringen, wo sie zur Wirklichkeit übergeführt werden können. Die Verwaltung der „Bl." ist beauftragt, zu dem Zwecke einzelne Nummern kostenlos abzugeben. Aber nur nicht zögern! Unsere Politik muß real, tatkräftig sein und aus allen Teilen des Reiches mit Besonnenheit und Ern st znm Zentrum vorrücken. Resolntions- und Protestmacherei bringen uns nicht um einen Schritt weiter. — Jeder fasse „seinen" Abgeordneten und verlange a) eine Volksschul-Enquete, b) die Staatsaushilfe, damit die Kron-länder ihre Lehrer menschenwürdig erhalten können. Ist alles „daheim" präpariert, dann werden wir in der Hauptstadt ein leichtes Spiel haben, unsere Belange mit Erfolg zu vertreten. — Art'. A. M. in (strnj: Ich bin ganz mit Ihnen einverstanden, daß man nicht „Rede! Hole! Halte!", sondern „Red! Hol! Hall!" befehlen soll. Das „e" schwächt. Das Volk hat diesbezüglich gesunden Sinn. Es sagt nicht „Hole dich der ©.!", sondern „Hol dich der G.!" — Schilt. K. ist. in M. (Miederösterreich)r Aus Ihrer Karte: „Der k. k. Bezirksschulrat sollte die .Blätter' für alle Schulen abonnieren. Geben Sie doch hiezu die Anregung!" — Mein Lieber, das geht nicht. Ich schreibe, solange ich schreiben kann. Alles andere müssen die Leser besorgen. In vielen Bezirken sind die Lehrer an die Behörde herangetreten und haben die „Blätter" für jede Schule ex offo erhalten. — Mver Ilol'ge Gl sind eine große Anzahl ehrender Zuschriften eingelangt. Ich sollte sie eigentlich den Mitarbeitern znr Kenntnis bringen; allein es gebricht an Raum. Nur den Brosamenmeister kann ich sprechen lassen. Er schreibt: „Wie reich beseht ist dieser Tisch! Wie gut gewürzt sind die kleinen, wie schmackhaft bereitet die größeren Gerichte! Wie verlockend laden sie zum Genüsse ein! Lassen Sie mich auch mit an Ihrem Tische niedersitzen! Seinerzeit schicke ich Ihnen das Kostgeld." — Ich habe mir als solches einen Artikel erbeten; er soll mit der Lenznummer in Österreichs Gaue wandern, wo Polack soviel Freunde hat. — Irl'. K. K. in K. (Steiermark): Beruhigen Sie sich, Fräuleinchen, Fräu-leinchen! „Wer bauet an die Straßen, der mich sich meistern lassen." Sie regen sich auf, daß es Leute gibt, die ein ehrliches Streben hemmen wollen, und ich, ich schreite ruhig, lächelnd weiter, geradeaus — dem Ziele zu. Lassen Sie sich die gute Laune nicht verderben! Im Kampf erprobt man die Freunde. Die unsrigen haben sich wacker gehalten. - Mach Pirol: „Könnten Sie nicht auch unserem Landtag etwas ins Album schreiben?" Ich will dem Wunsche entsprechen, so gut ich's kann: „Noch sitzt sie warnend auf dem Grat — Frau Hütt, bestraft für ihre Tat. — Und ihr, ihr wagt dasselbe Spiel! — Nicht wahr, ,31er* stcinrung' heißt das Ziel?" — Hbk. M. S. in A. (Averösterreich): In unserer Gemeinde kann jeder mit* rrdcn; ein Patriziertum kenne ich nicht, will ich nicht. — Schll't. (st. W. in K., Most: Z. (Miederösterreiäi): Aus Ihrer Karte: „Auf Grund meines Ansuchens erhielt ich vom k. k. Bezirksschulräte O. soeben die Ermächtigung, die „Blätter" für 1909 auf Rechnung des Bezirksschulrates zu bestellen." Wenn es die eine Behörde vermag, warum sollten es nicht alle können? Das Rüstzeug für die Schule muß dem Lehrer an die Seite gegeben werden wie dem Soldaten das Gewehr. — Die Marken sind eingelangt. — Kachk. M. Z. in M. (Mähren): Die mitgeteilten Anregungen setze ich her, wenn sie auch in nächster Zeit noch nicht zu Taten führe» werden. Es heißt in Ihrem Briefe: „Erst wenn die „Blätter" ins Haus flattern, erinnert man sich wieder, daß man es sich ja znr Ehrenpflicht gemacht hat, am Baue mitzuhelfen. Ein wenig Schulhumor, einige Anregungen biete ich diesmal. (Schönen Dank dafür! D. Sch.) Dafür komme ich gleich mit einer Menge von Wünschen. — Die Mädchen bestürmen die Lehrer vor dem Austritte aus der Schule mit ihren Stammbüchern. Woher soll man immer gehallsvolle Verse, schöne Gedanken nehmen? Wäre es nicht gut, wenn die „Blätter" nach und nach eine kleine Sammlung brächten? (.Gedankensplitter' wären sicherlich eine angenehme Würze. D. Sch.) — Viele Lehrer sind „Bastler". Der eine schnitzt, brennt und malt, der andere treibt irgendeine Liebhaberkunst. Könnte nicht in einem der Kurorte eine Verkaufsstelle errichtet werden, wo solche „Knnstprodnkte" ausgelegt und zum Verkaufe gebracht werden würden? Dem Lehrer, wenigstens so manchem, würde sich die Aussicht auf ei» Nebeneinkommen, dem Südheim die auf einen Gewinn eröffnen. Meine Spezialität sind z. B. Schatullen mit Flachschnitzerei, Tiesbrand und Metallreibarbeit. Ein anderer ist z. B. ein Meister in der Holzbildhauerei. So kämen Sachen zusammen, die sich wohltätig von der gewöhnlichen Marktware unterschieden, und mit Sorgfalt ausgeführte Reiseandenken fänden sicher Käufer. Es mag ja sein, daß ein Rechenfehler in dem Vorschlag steckt, lltib Idee und Vorschlag sollens ja nur sein. (Eine derart weitausgreifende Organisation ist noch im weiten Feld. Wir müssen zunächst das Erworbene sichern — und, glauben Sie mir, es gibt Arbeit, viel Arbeit. D. Sch.) Und weiter! Ich sammle durch meine ganze 10jährige Dienstzeit Bilder aus Zeitschriften. Auf graues Papier aufgeklebt, leistet mir diese Haus-Bildergalerie oft gute Dienste im Zeichenunterrichte. Die Kollegen bitten um Bilder für Geographie, Geschichte usw. An der Wand bilden die Bilder hinter Glas und Rahmen einen schönen Schulschmuck. Ein Aufruf von Ihnen — und aus vielen Schulhäusern fliegen Ihnen unbenutzt liegende Probenummern und Bilder zu. Ich gebe dafür dem Südheim Bücher oder Geld, von letzterem allerdings nicht zu viel." (Einverstanden! Sendungen unmittebar an das Lehrerheim in Lovrana mit dem Vermerk „Für den Bastler". D. Sch.) — Schilt. L. £.. in II. (Schkelleu): Lesen Sie doch auf S. 38 Ihrer Landeszeitung den Schopenhauerschen Ausspruch: „Ein Haupthindernis der Fortschritte des Menschengeschlechtes ist, daß die Leute nicht ans die hören, welche am gescheitesten, sondern auf die, welche am lautesten reden." — Schilt. W. D. in S. (Dorarlberg): Sie haben mir das Herz warm gemacht. Wenn ich wieder einmal einen rechten Schulmeister so aus den Tiefen einer ehrlichen Schulmeisterseele sprechen höre, so fühle ich, daß es doch noch Menschen gibt, die das rechte Empfinden für die Schule haben. Ihr Brief wird manchem ein Labsal fein; darum schlüpft er in unsere Plauderecke: „Frühlingsstimmung herrscht in meinem Herzen, wenn ich das Schulzimmer betrete, mag es draußen auch wettern und stürmen. Schon oft wurde ganz ohne meinen Willen Frau Zucht, die gestrenge, in die Ecke gestellt und fröhliches Lachen und freudiges Streben minnten im Zimmer. Kommt ein Aufsatz, so lacht eitel Freude und reger Eifer. Lustig und fröhlich fallen drum auch die meisten meiner Schulaufsätzchen aus, von denen ich zwei eiltscndc. Wollen Sie sie prüfen! Schon einige Jahre hat kein Inspektor meine Aussatzhefte der Durchsicht wert gehalten." -- Grollen Sie dem Inspektor nicht! Er trägt nicht die Schuld, daß redliche Arbeit zu wenig beachtet wird. Der Bureaukratismus schmiedet ihn an die Akten und Prometheus muß in der dumpfen Stube hocken trotz Frühlingssonnenschein und Vogelfang. Indes, der Jammer wird bald behoben werden. Während diese Zeilen ins Land fliegen, tagt in Wien eine wichtige Jnspektorcnberatung. Es wird die Zeit bald kommen, da der Inspektor als beratender und helfender Freund von Schule zu Schule wandert und treues Wirken treu vergilt. — Lehrer N. K. in S. (Kärnten): Der Aufsatz über Geometrie ist schon im obersten Fach. — Lehrer A. W. in W. (Böhmen): 's ist alles recht schön, lieber Freund, was Sie mir schreiben, Lob über Lob, — und doch muß ich Sie tadeln. Wenn Sie gesehen haben, daß jemand fünf Jahre Zeit, Geld und Kraft für die Lehrerschaft geopfert hat, so dürfen Sie ihn nicht gleich von einem Windstoß umwehen lassen. Ich freue mich, daß Sie des Pudels Kern erkannt haben; allein ich wünsche, daß künftighin der Sturm Sie auch nicht einmal zum Wanken bringen soll. Es wird noch mancher Windstoß kommen, denn ohne ihn gibt es keinen Frühling. Also stehen Sie fest! — Lehrer K. W in I. (Währen): Herr Sch. wird sich den Ratschlag sicherlich gefallen lassen. Wir werden uns in unserer traulichen Gemeinde doch nicht zieren wollen! — Lehrer W. K. in 2?. (Hverösterreich): Sie schreiben: „Ich hielte es für sehr zweckmäßig, wenn für die .Blätter' eine Mappe hergestellt werden würde, die dazu diente, zwei bis drei Nummern solange als Aufbewahrungsort zu dienen, bis sie .durchgearbeitet' sind." — Mappe und Einbanddecken werden kommen. Für die Anregung schönen Dank! — Lehramtskandidat <5>. W. in N.: Recht so, nur herein mit der Jung-mannschast! Wir brauchen sie, da wir die neue Zeit mit neuer Kraft und neuem Kurs begrüßen wollen. — Lehrer A. in A., Aez. L. (Nähmen): Auf dem Abschnitte des Erlagscheines senden Sic den Vermerk: „Betrachten wir die Arbeiter, wie sie ihre Zeitungen unterstützen, um etwas zu erreichen!" Und sie erreichen auch etwas. Der Weckruf sollte wirken. Denn wenn ein Blatt sich den Weg zu den maßgebenden Faktoren einmal gebahnt hat und droben ernstlich in Erwägung gezogen wird, so sollte es immer kräftiger, immer ausgiebiger kommen, damit der Druck nicht Nachlasse. — Lehrer It. S. in H. Gei W. (INederöstcrreich): Aus Französisch habe ich die Fachlehrerprüfung nicht gemacht, wohl aber aus Italienisch. Wie ich studierte? Zuerst fraß ich mich durch eine Grammatik; dann nahm ich mit einer Lehrerin die Volksschullesebücher durch; dann las ich in den Unterrichtsbriefen; dann besuchte ich einen Ferialkurs, in dem in italienischer Sprache über gewerbliches Zeichnen vorgetragen wurde; endlich nistete ich mich bei einer italienischen Familie ein, in der das weibliche Geschlecht, das geduldige Geschlecht, überwog; alsbald begann sich die Zungenfertigkeit, angeregt durch das treffliche Beispiel meiner schönen Umgebung, zu hebe» und ich halft alles in allein nach einem Jahre ernster Vorbereitung das Zeugnis in der Tasche. Machen Sic es auch so! Außer den Toussaint-Langenscheidtschen Briefen nennt Ihnen der Beurteilungsbogen noch andere Behelfe. — Lehrer K. W. in L.-H. (Kärnten): Sind Sie dem Blatt, das mich so „zärtlich" bedachte, nicht böse! Es hat sich ja nur von einer Persönlichkeit mißbrauchen lassen und darob soll es nicht büßen! Für die köstliche Humoristika, die Folge 63 würzen wird, freundlichen Dank! Ich bitte noch mehr vom klaren Bronnen, es ist so öd', so kühl, mir wollen uns freu'n und sonnen. — Sie schreiben unter anderem: „Ich war nämlich in meinen ersten Berufsjahren krank, sehr krank, gerade wie jener, der in der Dezembernummer, in dem dort im Briefkasten angeführten Leidensbriefe. Teils retteten mich die „Blätter", teils die „eine — nur sag ich nicht, welche ich meine"! Heute bin ich gesund an Leib und Seele." Krank sei nun, setzen Sic dazu, in Ihrer ganzen Familie nur — der Geldbeutel. Das tut nichts. Seine Schwindsucht läßt sich beheben und wenn nicht, so läßt es sich auch mit ihr leben. — Kerr Schulleiter Ilepa Kranz in Sallinglladl Bei Kchwciggers tu Iliederösierreich sandte, da der k. k. Bezirksschulrat von jctztab die „Blätter" bestellt, die Bezugsgcbühr von 6 K zur beliebigen Verwendung. Ich denke, es ist am besten, wir geben dafür an zivci Lehramtszöglinge die „Blätter" ab. Tic jungen Herren sollen sich melden. — Wenn die Anregung des Herrn R. um sich griffe, so könnten wir unseren zukünftigen Kollegen, die selbst 3 K schwer entbehren, mit unseren Bestrebungen im Sinne des diesmaligen Leitartikels rechtzeitig bckanntmachen. — Schlki. A. K. in A. Bei A. (Ilöhmen): Ich setze den Leseapparat gerne ab, aber nur als Geschenk an eine arme Schule. Anders lasse ich mich in das Geschäft nicht ein. Grämen Sie sich über d.as Geschreibe nicht! Hildebrand und Hadubrand! Immer dieselbe Geschichte! — Lehrer I. K. in K. Bei K. (ILöhmen): Die „Ratschläge" (1907, 1908, 1909) enthalten alles, was Sie brauchen. — Eine Ilerichtignng. Herr Schulleiter Rudolf Ritsch in Tramin klärte die den „Blättern" gemachten Angaben auf S. 737 folgenderweise auf: „Es ist unwahr, daß ich mich über das Lehrerheim tut Süden jemals lustig gemacht habe und daß ich ursprünglich nicht Lehrer war; wahr ist, daß ich jetzt im 44. Lebensjahre stehe und bereits das 26. Jahr als Lehrer wirke, daß ich zu wiederholten Malen sowohl vom Landesschulrate, als auch vom Bezirksschulräte für meine Lehrtätigkeit Anerkennungen erhalten habe." — Kchll'l. K. ZS. in K. (HBerösierreich): Sagen Sie in der Versammlung, daß ich bitte, es möge jeder, der über mich Zweifel hegt, aus unserer Gemeinde scheiden, denn ohne Vertrauen keine Freundschaft, keine kraftvolle Arbeit. Wir müssen soweit kommen, daß uns niemand trennen kann. — L. in ZS.: Senden Sie nur Ihr Bild! Ich habe ein eigenes Album für die „Blätter-Referenten" angelegt. An der Gegengabe soll es nicht fehlen. — Lehrer K. Z-'. in It. (Steiermark): Die Poetik von H. genügt; für Tropen und Verslehre wurde ja das Buch von Dr. Tumlirz empfohlen. Lessing und Goethe müssen unbedingt „studiert" werden. — @61". S. W. in S. Bei ZI. (Sal'zBnrg): Wie vornehm hat das Salzburger Fachblatt die „Affairc" behandelt! Die Würde, ja die Würde müssen wir bei allem wahren! Unser Amt ist ein heiliges Amt; es darf daher niemals in die Niederungen der Sprache und Gesinnung sinken. Ihre ausgezeichneten Vorschläge kommen nächstens. — „I'fingsirose": Der Seufzer hat mich tief betrübt. Da ich voraussetze, daß die Kar nevalsslimmung in Ihnen noch nachklingt, so will ich den Trost im Lenzmond spenden. — HBk. L. S. in ZS.: Gegen die Vielschreiberei werde ich vom „Reichsbunde der österr. Bezirksschulinspektoren" aus steuern. — Lehrer Zt. in ZS. (Nähmen); Ich bitte noch um sechs Wochen Geduld. Endlich bin ich von meiner Lehrverpflichtung an der Lehrerbildungsanstalt enthoben worden und kann also alle Rückstände aufarbeite». — Sein Anonymus in ZSien: Na, wenn Sie glaube», daß die Steirer abfallen, weil ein Mißverständnis den Stist geführt, so täuschen Sie sich. Wir kennen uns zu gut, als daß wir uns so ohneweiters die Lieb' anfkündigten. Es ist übrigens nicht schwer, Ihre löbliche Absicht zu erraten. Weil Sie den lästigen Provinzler nicht zur Seite schieben können, so wollen Sie ihn betören. Aber es ist alle Liebesmüh' vergeblich, „tapferer" Anonymus! — Lehrer I. K. in D. Bei K. (Itöhmen): Die Rechenbetspicle sind eingelangt und schlummern bereits unter der Presse. — Art'. K. It. in H.: Gern setze ich Ihre Worte ein: „Wir Lehrerinnen werden sicherlich nicht zurückstehen, wenn es das Standesansehen gilt." — Lehrer K. Z. in Zt. (Schlesien): Sie benützen die „230 praktischen Rechenaufgaben" als Hilfsmittel zur Erlernung der deutschen Sprache. Das ist ein köstlicher Einfall! Das Geld, nicht wahr, das liebe Geld bringt Interesse für die Sache und — die Sprache? — Kür das pädagogische Zlml'aushcst (Folge 61) haben sich bisher folgende Teilnehmer gemeldet: 1.) Rosa Finger, Lehrerin in Rennstein bei Villach (Kärnten); 2.) Hildegard Rieger, Lehrerin in Trifail-Vode (Steiermark); 3.) Hans Waltenberger, Lehrer in Kaplitz (Böhmen); 4.) Rudolf Suchy, Lehrer in Eibesthal bei Mistelbach (Niederösterreich); 5.) Paul Marek, Schulleiter in Boukau-Richuld, Post: Pruchna (Schlesien); 6.) Anton Schwalt, Lehrer in Kortsch (Tirol); 7.) Ernst Eßler, Lehrer in Bergstadl (Mähren); 8.) Franz Linigoj, Einklaßler in Barthlmä ob Hohenmauthen (Steiermark); 9.) Rudolf Lauste, Lehrer in Langenau (Böhmen). — 3üt der Reichsgreme von Schult ZN Schule. (fine Schntreise durch KSrnlen, 6ivof, Porartverq, die Schweiz, Auden, Mürtlemkerg, die ^»oyenjollern- fanbc und Mayern.) 9. üor dem Abgrund. Schier zwei Stunden war ich sinnend weitergeschritten. Kein Haus, keine Hütte, nichts, wns auf menschliche Ansicdlung schließen ließ. Einerseits suhlte ich mich glücklich in der Einöde, anderseits ward nür's düster im Gemüt. Nun stand ich aus der Höhe. Ich vermeinte, im nächsten Augenblicke das jenseitige Tal vor mir zu sehen. Weit gefehltl Die lange Mulde tvand sich durch die Felscnzacken, bald eben, bald wieder ein Stückchen auswärts. Jetzt wurde sie breiter, moorartig — ein Beweis, daß ich die Wasserscheide passierte. Kaum hatte ich den Sumpf umgangen, so stand ich vor einem Gehöft. Eine elende Keusche, mit Wirtschaftsgebäuden, eine Art Sennhütte! Ich klopfte an. „Niemand hier? Heda!" Bergcblich, es regte sich nichts. „Nun denn, so decke ich mir selber das Tischlein I" Und ich kramte aus dein Rucksack die Reste meiner Zehrung. Zwei hartgesottene Eier, sonst nichts! Ein mageres Mahl! Im Gespräch mit der Schulmeisterzenzi hatte ich auf die Ergänzung meines Borrates ganz vergessen. So sorgfältig habe ich die Eierschale ihres Inhaltes noch niemals beraubt wie droben in der einsamen Hütte, da ein echter Alpenhunger mit zu Gaste faß. Bon einem Ei war die Kappe derart geschickt abgehoben worden, daß ich sie als Halbkugel erhielt. Ich schrieb auf sie die Worte: „Gruß von einem armen Reisenden!" Wäre noch Platz gewesen, so hätte ich die geflügelten Worte beigefügt, „der heute noch keinen warmen Löffel im Magen gehabt hat." — Was sich die heimkehrenden Älpler denken werden? „Ein armer Reisender" auf dem Pfade des Hochgebirges! Das ist just nicht sein Weg. Und doch war ich's, als was ich mich bezeichnet hatte. „Nichts werden sie sich denken!" flog's wieder dazwischen, denn sie können ja gar nicht lesen und nicht schreiben; die Welt ist hier znende und mit ihr die Kultur. Der Schluß war richtig. Kaum war ich einige Schritte vom Hause entfernt, so bemerkte ich bei einer Schar von Rindern den Walter des Gehöftes. Schon die gedrungene Gestalt, der große Kopf, der stiere Blick ließen erkennen, daß ich es mit einem Kretin zu tun hatte. Ich warf ihm ein Geldstück zu und schritt frischfröhlich weiter. Ein Bächlein sprang mit, es ward mein treuer Begleiter. Hinter dem Grün der Furche hoben sich allmählich blendende Spitzen empor, die Hüter des „jenseitigen Tales"; ein leichter Schleier zog von links herüber: ich war in die Brise des Tales geraten. Der Steig fiel immer rascher, schnitt immer tiefer in die Lehne und brach plötzlich jäh ab: — eine Katastrophe hatte vor Jahrtausenden den Berg durchschnitten. Drunten sah ich die Trümmer als Borgebirge, zu meinen Füßen die grausige Schlucht, in die das Bächlein brüllend schoß. Wie werde ich die Felswand umgehen? Folge ich dem Steige, so vertrödle ich damit viel Zeit — und „ich kann die Stadt nicht erreichen". Rasch entschlossen wählte ich eine schmale Fährte, die sich in das Krummholz stahl. Sie führte keck an dem Rande der Wand dahin und verlor sich schließlich in eine Moräne. Ei, ei, das kann lustig werden! Wenn nur nicht von der Höh’, durch die Gemse gelockert, Felsstücke zutal sausen und mit mir um die Wette hernieder eilen! Zurück? Nein! Ich hätte mich selber nuslachen müssen. Bevor ich jedoch die tolle Fahrt wagte, ließ ich dem Blick die Zügel frei. Ein herrliches Panorama! Wie ein Bilderbuch für Kinder lag das breite Tal vor mir. Hier die saftigen Wiesen, die bunten Felder, dort das niedliche Dorf, der blinkende Alpfluß und in der Ferne die Schlote der FabriksstadtI Hätte ich noch säumen sollen, hätte ich noch säumen können, da die Sonne schon die Zacken küßte und mir schelmisch ein „Gut' Nacht" zunickte? „Sei kein Feigling!" So rief ich mir zu und war im nächsten Augenblicke auch schon „auf der schiefen Ebene mit gleichmäßig beschleunigter Bewegung". Zunächst verschlug inir’s die Ohren; ich horte nichts und sah auch bald nichts als Grau in Gran. Als ich zu mir kam, war ich aus einem saftigen Rasen. Ermattet warf ich mich auf die samtene Decke. Wie sah ich ans? Die Schuhe zerschnitten, der Stock gebrochen, das Augenglas mit Staub überzogen. — Die Rast konnte nicht lange währen, es brach der Abend ein. Darum ohne Berzng weiter — auf dem weichen Ausläufer der Moräne! . . . Es war bereits dunkel geworden, als ich im Dorfe anlangte. An eine Fahrt nach der Stadt, wo ich morgen zu Gaste sein sollte, war nicht zu denken. Also blieb ich im einzigen Gasthofe des Ortes. Er war nett eingerichtet, kamen doch Sonntags Ausflügler und kam so mancher Tourist des Weges, der zur Höhe klomm, von der ich gekollert war. — Als ich mich einer Schlafstätte versichert hatte, fragte ich nach der Schule, nach dem Lehrer des Ortes. „Er wird glei käma," gab die Maid, so sie Bier anftrng und geschäftig durch die Räume eilte, zur Antwort. — Die Kellnerin war schön. Ihre Angen funkelten wie die eines Panthers; in ihrem Gesicht lag Entschlossenheit, ein ausgesprochener Charakter. Hm den Mund zog ein spöttisches Lächeln, selbstbewußt, triumphierend. Der neue Gast mit den verstaubten Kleidern, mit dem müden Blick, mit der gerunzelten Stirne mochte der Hebe nicht besonders imponiert haben, denn sie hatte nach der kurzen Antwort für ihn nichts als das stereotype: „Wellen's eppas zu essen oder zn trink’n?" Indes des Humpens Inhalt das Flüssigkeitsdefizit in meinem zerrüttelten Körper deckte, war der Lehrer gekommen. — „Grüaß bi God, Mvidele!" Das und ein echt bürgerlicher Schmatz auf den trotzigen Mund ivaren die ersten Laute, die ich von ihm vernahm. Ein ganzer Roman stieg vor meiner Seele auf, ein alltäglicher Roman. Der junge Genosse war gefangen, gefangen fürs Leben von einem Wesen, das ihn niemals, niemals glücklich machen kann. Physisch paßten ja die zwei zueinander. Sie war allerdings älter und um ihre Augen lag ein Streifen Geschichte, ein gutes Stück Lebenserfahrung, Sinneslnst, ein Gedenken an die Stadt. Er war frisch, frisch wie der Morgenwind, der mich ans der Höhe bei der Schulmeisterzenzi gegrüßt. Ach, hätte ich den Adonis zu ihr gesellen können I Es war zu spät. Die zwei, die Kellnerin und der Lehrer, waren nach allem schier vor dem Bunde, der ewig hält. — Jetzt raunte sie dem Geliebten etwas ins Ohr. Gewiß betraf es mich, denn er wandte sich um und musterte das Männlein in der Ecke der Wirtsstube. Noch ein Schmatz und er ging von seinem Schatz. — „Guten Tag, mein Herr, Sie wollen mit mir sprechen?" „ „Wenn Sie für mich ein Biertelstündchen erübrigen, so wäre mirJhre Gesellschaft angenehm."" „Mit Vergnügen, auch ein Stündchen, wenn Sie wollen; unsereins muß froh sein, wenn wieder einmal ein gebildeter Mensch hereinkommt, mit dem man was Gescheites reden kann. Man lebt ja hier wie in einer Verbannung. Wie schön habe ich mir das Wirken ans dem Lande ansgemalt, wie öde ist die Wirklichkeit! Und wie öde erst die Arbeit! In die einklassige Schule hat man mich gestellt, ohne mir zn sagen, wie man es zn machen hätte. Da steh' ich nun ich armer Tor! — Pardon, ich weiß nicht, ob der Herr was vom Fach versteht! Aber ich sag’ Ihnen, die einklassige Volksschule, das ist ein Unding, ein Schandmal des Jahrhundertes." Ich stellte mich unwissend. Es ward mir leicht gemacht, denn der redselige junge Mann war so plötzlich auf mich hereingestürzt, daß mir zum Vorstellen keine Zeit übrigblieb. Sv Hub ich denn in den Augen meines Nachbars „als Laie" an: „„Ja, wie sollte man es in den entlegenen Alpentälern wohl anders machen?"" „Die Kinder müßten halt zur nächsten größeren Schule gehen. Das Wandern würde ihnen nur gut bekommen." „„Gewiß! Allein die Mühen, die Gefahren, die Zeitverschwendnng!"" Der Kamerad brach ab. Er war geschlagen. Bald jedoch nahm er das Gespräch wieder ans und meinte: „Nun gut, wenn es schon sein muß, so sollte wenigstens die Einrichtung so getroffen werben, daß man sich immer nur mit einer Altersstufe zu beschäftigen hätte. Aber wissen Sie, wie das bei »ns ist? Alle Schüler, die sechsjährigen wie die zwölfjährigen, alle, alle sitzen gleichzeitig im Schnlziminer. Der Kuckuck soll da wissen, sie immer zn versorgen." „„Das werden Sie wvhl in der Bildnngsanstalt gelernt haben?"" „Leider nicht! Noch vor wenig Wochen war ich ja drinnen in der .pädagogischen Akademie'. Nichts als Theorie und wieder Theorie und nur ab und zu ein Lehrversuch in der Ülutitgsfchitle bei den dreißig aufgcputzten Stadtbüblein. Und nun dreim'aldreißig Landkinder, alle in einem Sack, während in der Stadt jedes Alter seine Klasse hatte." Der Pvlterer geriet in mein Metier und ich mußte daher den Strom in ein anderes Bett lenken. Es betraf mein Reiseziel. Dann kamen wir auf das Wetter zu sprechen, dann auf die Politik und, als der Gerstensaft die Gemüter erhitzt und die Maid mit der weißen Schürze an unsere Seite gezaubert hatte, auf Liebe und Ehe. — „Sehen Sie, mein Mvidele, das ist noch mein einziger TrostI" — Und wieder schmatzte was durch die Lust.. Mir fuhr eine Rakete durch das Herz. Hätte ich nicht die Flucht ergriffen, ich wäre zu einem Bleiklumpen geschmolzen. Beim Abschiede hieß es: „Auf Wiedersehen! Ich werde Sie morgen ein Stück weit begleiten."---------------------------------------------------- Er hielt Wort. Schlaftrunken stand er vor der Tür, als ich das Ränzel nahm und von hinnen pilgerte. — Anfangs schloß uns der Frost den Mund. Als jedoch der rasche Schritt die Glieder erwärmt hatte, floß die Rebe. Doch nicht bei ihm, denn es schien, als drückte ihn etwas, sondern bei mir, bei dem die Rakete noch glücklich den Weg nach außen gefunden. „„Sie werden Ihr „Mvidele" wohl zur Frau nehmen?"" „Was will ich? Wie soll ich den Winter hier verbringen? Wer wird mich pflegen, bedienen, zerstreuen?" „„Glauben Sie, daß sie es tun wird?"" „Gewiß, sie liebt mich ja über alles." „„Auf wielange? Merken Sie, lieber Freund: Physisches Gefallen hat gar bald ein Ende und schlägt schließlich in Mißfallen um. Wo nichts als die roten Wangen, der rote Mund, die strahlenden Augen bindet, ist das Ende nahe. Dann aber wehe, doppelt wehe in der Einsamkeit! Und noch eines: Sie sind Lehrer, der Träger für Bildung, für Kultur in diesem Dorfe, und wählen die Gefährtin aus jenem Kreis, der auch dem Bauernburschen zugänglich ist. Fühlen Sie nicht, daß Sie dadurch in Ihrer Würde zum Schulmeister von anno dazumal herabsinken?"" Der Begleiter schwieg. Das gab mir Mut zur wirksamen Fortführung des Gedankens. „„Ertragen Sie doch lieber ein Jahr der Öde, aber bleiben Sie frei, bleiben Sie ledig, bis sich eine Komponente findet, die des Standes würdig ist! „Sage mir, wen du geheiratet hast, und ich werde dir sagen, wer du bist I" In diesem Satze steckt gar viel, viel besonders für einen Stand, der noch nicht allenthalben jene Wertschätzung findet, die ihm vermöge seiner Wichtigkeit für Staat und Gesellschaft zukommt. Wir Lehrer..." „Was, Sie sind auch ein Lehrer?" Ein Aufschrei war cs förmlich, der die Frage aus dem beengten Busen preßte. »„Ja, gottlob ein Lehrer, ein glücklicher österreichischer Lehrer, einer, der die Einsamkeit auch verkostet hat. Erschrecken Sie nicht, lieber Kollege! Zum Abgründe, vor dem Sie stehen, ist schon mancher geraten. Biele, viele sind hineingestürzt zum eigenen Schaden, zum Schaden unseres Standes; doch viele haben sich noch im letzten Augenblicke gerettet. Zu diesen müssen auch Sie gehören. Ihr blühend Gesicht ist ein wertvoller Empfehlungsbrief fürs Leben. Reißen Sie sich los ans den Armen der Sirene, arbeiten Sic für Ihr Amt, suchen Sie die Schuld nicht in der Bildungsanstalt, sondern bei sich, bitten Sie um einen Posten, der Sie an die Seite eines erfahrenen Oberlehrers bringt, rüsten Sie sich zur zweiten Prüfung und dann wählen Sie, wählen Sie sich ein Mädchen aus den vbern, nicht aber eines aus den untern Hunderttausend!""------------ Der Genosse legte die Hand in meine Rechte, sah mich dankend an und sagte gebrochen: „Ich wert? es tun." Dann ging er. — Am nächsten Tage sprach ich mit seinem Inspektor, in der nächsten Woche war er versetzt. Er war gerettet. — Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf <1. Peer-, r— Druck von Jofef Pavlicek in Gottfchee. „Die bezogenen Gemüse- und Blumen-Samensorten haben meine Erwartungen weit Ubertroffen. Die Keimkraft sämtlicher Samen ist erstaunlich groß, die Pracht der Blumensorten entzückend und die Güte der Gemüse unübertroffen. — Um von allein nur einiges hervorzuheben, erwähne ich, daß die Gurken überreich an Ertrag sowie an Größe und Schmackhaftigkeit waren, Kohlrüben und rote Rüben (Rohnen) von einer Größe und Feinheit, die ich noch nie erzielt habe; der Kohl hatte überraschend große und feste Köpfe. — Kurz: Ich kenne keine andere Handelsgärtnerfirma, welche Blumen- und Gemüsesamen von solcher Güte zu liefern imstande wäre." J. z. * flnkündigungstafel. « 1.) £>djnl'tvni!i)liartfu bei Frcytag und Berndl, Wien, Vli/i Schottenfeldgasse 02. (Besprechung il.) — 2.) Zur Vorbereitung auf den Aiiterricht — das Borbereitungsbuch von Pichler. (Besprechung 5.) — Radiergummi, Karben bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Linie von Schuster in Wien und Schüller in Amstetten. — !>.) Mfeijtiste von HardttNuth in Budmeis. (Besprechung 29.) — G.) Lufdicu von Anreiter in Wien Vl/i. 7.) Als Lesestoff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Reichende rg. (Besprechung 21.) — 8.) Druckforte» bei Pavlicek in Gottschee (Krain). — 9.) Peiir-ini» Lernmittel vom Lehrcrhausvereine in Linz a. d. D. — 10.) Musikinstrumente von Klier in Stemgrub und Lnughnmmer in Brüx. — 11.) Methodische Htüstung mit Mohaupts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 501) — 12.) Karben bei Dr. Schoenseld in Diiifeldors; Deichennieusttieu bei Schmincke in Düsseldorf. — 111.) Iteißzeuge bei Müller und Mehner in Wien. 14.) Schulbänke bei Dr. G. Fische! Söhne in Wien I. — 15.) Radiergummi bei Simon in Wien. — lß.) Kreide bei Hoschkara in Waidhosen n. d. )2). 14 Tage zur Probe sende ich an jeden Herrn Lehrer meine in Ktinstlerkreisen rühmlichst bekannten Spezialitäten: Streichinstrumente, Zithern und Guitarren von unübertroffener Güte und Prcis-wiiräinkeit. Empfehle gute Violinen zu K 5, 6, 8, 10, 12 und höher. 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Bei dem Umstande nun, daß der Schiller hiedurch infoferne bedeutend benachteiligt erscheint, als derselbe solche minderwertige Ware nicht billiger erhält, sondern denselben preis für diese, wie für unser tadelloses bestes Fabrikat bezahlen muß, so ergibt sich die Notwendigkeit, darauf zu achten, da die im Gebrauch stehenden Bleistifte auch genau unsere Firma-Aufschrift: „L. & C. Harbttnuch" tragen. wenn wir uns gegen de» erwähnten Mißbrauch die gütige Unterstützung der p. T. Lehrerschaft erbitten, so involviert dieselbe gleichzeitig einen Appell zum Schutze dieses alten österreichischen Industriezweiges. Hochachtungsvoll «egründk, 179». L. & (£. Hardtmuth. Zeichenunterrichts« Briefe! Von Franz L, Rodt, Prof. an der Lehrerbildungsanstalt In Komotau. Die Briese werden in Steindruck ausgeführt, wodurch es ermöglicht ist, daß neben dem erklärenden Worte sofort die Zeichnung in ihr Recht tritt. Die Urteile hervorragender Fachmänner lauten ungemein günstig. Auch in kehrervereine» wurden dem Werke bereits äußerst ehrende Besprechungen gewidmet. Die zahlreich einlangenden Anerkennungsschreiben zeugen davon, daß der Verfasser den richtigen weg eingeschlagen hat. ■ Jur Versendung gelangt der 10. Brief. Ansichtssendungen (t. und 2. Heft) auf Wunsch, preis des Heftes i K. Bestellungen nimmt entgegen: Luchhaudlimg W. ßcnltcr, Komotau. Die in den Mueifen der Lehrer bestbekannte Firma Uhrmacher und fldolf 3irRa Juwelier Gegründet (878. Krummau a. d. Moldau versendet ohne eilte Anzah^ lung gegen zehn Monatsraten nur beste Sorten Uhren, Gold-, Silber- u. optische Waren. Auf verlangen lasse ich Auswahlsendungen zukommen. Eigene Merliltäfte für Reparaturen und Reuarßelten. Tausende AnerkennungSschr. 311.Kataloge grätig u. franko. h ji | Achtung! fe] l£in Erlaß des 11. It. RezirRsschuf-1 [iü] rateo in Rill'adi vom 8. Mai yos, is l| Z- 15-18, sagte u. a.: ... Inzwischen ist jedoch ein werk ts erschienen, das sowohl hinsichtlich der | Stoffauswahl als auch der methodi- 5 scheu Behandlung als geradezu mu- I stergültig bezeichnet werden kann. I Ls ist dies das Buch Äimdenbilder l für ntobmics 3cid)iicu. j Ron KterkiRe und Rifchef. 1 Lrster Teil (3., q. und 3. Schuljahr) 1 _ K 3-20 pl Zweiter Teil (s., 7. und 8. Schul-51 jahr) 6-—. Zu beziehen gegen Voreinsendung j| (franko) ober Nachnahme (porto-Zuschlag) von | Fachlehrer 2\u£>. Sterlife | ^okituitz in Böhmen. lällBM51faöl5USI5l5105151 fäiärällEiBrallKiafsilla Ilcn erschiene»: Diui Märchen vom Osterhasen. Litte dramatische Znärchcttbarstellung für die Jugend mit fröhlichen, leicht sangbaren Liedern zu jeder Gelegenheit verwendbar. Leicht aufführbar. Keine Ausstattung erforderlich. Text vom (Dbcrlehrer Alois Friedrich. Musik von Josef Steyskal, dem Komponisten des Feststneles „Hoch (Österreich", „Gott erhalte unfern Kaiser“ und des Weihnachtsmärchen „Sil-vestria, die waldfee". 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