Areitag den 1ö. WSn 1878. IV II. Jahrganz ^Marburger Seitung« eescheist jeden Sonntag, Mittwoch und yrettag. Preise für Marburg ganzjährig 6 fl., halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. bv kr: für gustellun« in» Haus monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig Z fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr S kr. pr. Zeile. M Orirvtpoiittl» )talir«s. Marburg, 14. März. Eairoli. der Mitkämpfer Garibaldis und Führer der äußersten Linken, ist mit der Bildung de» italienischen Ministerium« betraut worden. Die Orientpolilik soll unter dem neuen Ministerium sich nicht ändern! Und diese Versicherung beruhigt unsere Diplomaten ? Verbirgt sich denn das fragliche Ziel der italienischen Politik atlch so tief im Nebel, wie das Ziel Oesterreich'Ungarn» ? Und wird nicht gerade die äußerste Ante minder wählerisch sein betreff» der Mittel und Wege? Die Pläne Italien» bezüglich der nordafri-kanischen Raubslaaten können uns hier gleich-giltig lassen; wir schweifen nicht in so weite Ferne, wir gehen nur bis Albanien. Dieses Land, zumal der Süden, liegt der Küste Jta» lien» so nahe, daß Niemand bestreUe»» kann, t» gehöre znm Jnteresienkreise des letzteren, welche», durch Eroberung gegründet, vermöge de» noch fortwirkenden Gesetzes feiner Macht-bildung, sich auch dorthin auszlldthnen strebt. Die Wechselbeziehungen der römisch-katho-lifchen Priesterschaft tn Albanien ,lt^d Italiens werden eifrigst gepflegt. Andrassy wird sich er^ innern. dab Italien entschlosien war. Monte-negro gegen die Tilrkti zu schlitzen und er wird noch nicht vergessen haben, wer die Miriditen-Hand sreul'dschastlich gedrückt. Nunmehr hat auch Serbien einen Untert)ändler nach No»tt gesandt — allS Furcht vor der Besetzung, welche Andrasiy sür bestimnUe Fälle angedroht. Italien nimmt in der Orientfrage diplomatisch bereits die Stellung einer Großmacht ein und rüstet, um bei nächster Gelegenheit diese Stel lung AU einer militärischen erweitern zu kön« nen. Die politische Sage der Italiener vom „alten Gebiet" lebt nicht vergebens und mit aller Frische wieder auf. Das ottomanische Reich in Europa ist zerschlagen und verkleinert worden; Türkisch'Albattien ist noch freie Beute und Italien verzichtet nicht, seinen Theil einzuheimsen, ja! es beansprucht nur sein „Erbe." Dort unten, wo sich jetzt die „gntereffen" Oesterreich-Ungarns und Italiens schroff und feindlich begegnen, werden eines schönen Tages die Klingen Beider sich kreuzen, l^nd dieser Tag wird um so eher kommen, je volkskrästiger und streitlustiger die Partei ist, welche über die Mehrheit inl Parlamente und über die Regierung verfügt. Franz WieSthaler. Zur Geschichte des Tages. Die AtlSschüsse der litt garischen Delegation haben einstimtnig den außerordentlichen Kredit von sechzig Millionen bewilligt. jedoch nur unter der Bedingung, daß das Heer in Bereitschast gesetzt werde. Andrassy wendet nichts ein gegen diese Aenderung seiner Vorlage. Die österreichische Delegation sieht nun wenigsten» ein klares Ziel v^ir Augen und kann sich leichter entscheiden; allein sie fühlt sich durch die Magyaren jetzt ive!ter geschoben, als der gemeinsame Minister des Aeußern ursprilng-lich wenigstens den Worten nach beabsichtigt. Die ösierreichische Delegation wird nicht „Nein!" sagen; sie wird den Magyaren int Patriotismus nicht nachstehen wollen und wenn auch einige Mitglieder von der Zwangslage sprechen, vielleicht sogar die ganze Orienlpolitik verurtheilen: stimmen wird die Mehrheit doch für den Kredit auch untcr der von den Magyaren gestellten Bedingung. Aber selbst wenn eS zur gemeinsamen Al'stinunuiig käme, so kaiui Andrassy ruhig sein.' d^e sechzig Millionen werden anch in diesem Falle nicht verweigert. Die ziinstige Diplonmlie wird nnn sogar von den Halbamtlichen verlassen, welche a u s-reichende Bürgschaften für die Interessen O e st e r r e ich -11 n g a r s fordern llnd erklären: die Wahrung dieser Interessen müsse jetzt in die sichersten Hände, in jene des Heeres übergehen. Wird unser Schwert mehr Glück haben, als die Feder? Die unabhängigen Filrstenthümer Serbien und Montenegro sollen mijglichst enge an Nußland gekettet wereen. Verhandlungen, welche letzteres angeknüpft, haben den Zweck, Belgrad und Eettinje in ein vertragsmäßiges Verhältniß zu Petersburg zu bringen. Das Geheimnih verbürgt den Erfolg. Dieses geflügelte Wort österreichischer Minister macht Rußland nun zur wirklichen That: sin geheimer Punkt des Friedensvertrages soll die Schutzherrschast Rußlands über Bulgarien sestgestellt haben; bezüglicy der Formen dieser Herrschaft ist das Dnnkel aber noch nicht aufgeklärt. veriittschte Zlachrichtei». (Modenwelt. Ueber Cylinder und Frack.) Bischer, der bekannte Aesthetiker schreibt in „Nord und Süd" über die neuen Moden u. A.: „Mit Wehnuttl) müssen wir zugeb.n. daß zwei spottwürdige Gebilde mehr als Mode, daß sie Typen sind: der Cylinderhnt und der !^rack. Jener verdankt sein Dasein und seine ^aner zunächst dem Verlangen, dem Kopf durch Höhe und blankes Schwarz der Vedecknng eine gewisse Würde zu verleihen. Das würde nun freilich ein Barel auch leisten, dem sich beliebig verschiedene Größen nnd Formen geben ließen in gnter Proportion zn verschiedenen Köpfei: und Statnren; v^n solchen Forderungel^ der Symtuetrie ist schon früher die Nede gewesen. Allein da ist ein Unistand : wir haben noch nicht vermocht, die lästige Titte des HntabnehmeilS als Begrichnngüform abzuschaffen, nicht gelvagt, den vernünftigern militärischen Gruß einzuführen ; daher bedarf e) einer Kreinpe zum Anfasse«, eben darnm ist Befestigung dnrch ein Sturmband nnmögiich lein weiches Baret säße Keuilleton. Miltzt «ad Kroat. Boa H. Schmied. (Sortsetzung.) Friedrich, der »ucht tanzte, war Ulriken» wegen genöthigt, noch zu verweilen. Er unterhielt sich elne Weile damit, die tanzenden Paare an sich vorübergleiten zu laff.tt, als sein Blick plötzlich von einer Gestalt gekesselt wurde, welche ihm bekannt schien. Er folgte ihr init den Blicken, wie sie den Saal hinuuterschwebte; jetzt wendete sie sich, jetzt taln sie an der andern Seite hsraus, jetzt mußte ihr Gesicht sichtbar werden. Friedrich hatte recht geahnt, es war Pri-tnitiva. Ein schwarzes Sainmtkleid umschloß die hohe Gestalt und ließ die anmuthigen Formen in der schönen ebenmäßigen Bewegung des Tanzes doppelt edel hervortreten. Führer'» Herz klopfte hestiger bel dem Anblick; e» war als ob sich das Blut plötzlich an seine Ouelle zurückdränge» um die Nähe eines tief befreundeten Wesens anzukündigen. Einen Blick noch sandte Führer der schönen Erscheinung nach, dann wandte er sich wie unwillig ab, als wollte er mit dieser Wendung auch deren Einfluß von sich ablenken. Mittlerweile waren sich in dein Gedränge auch der alte Graf Schroffenstein und General Bauer begegnet. Ihre Unterhaltung drehte sich um die neuen Veränderungen im Staate nnd deren einhellige Mißbilligung. Ebeu war der General im Begriffe, nach seiner Weise in Zug zu gerathen, als er sich selbst mit der Frage unterbrach: „Sagen Sie mir nur, Graf, wer ist jener große Mann dort mit der kahlen Stirn und dem weißen Haar? Er kommt even aus uns zu; ich habe ihn schon öfter gesehen tmd getroffen, konlUe aber nie ersahren —" „Das ist ein reicher holländischer Kauf» mann", erwiderte der Graf. „Wenn ich nicht irre, ist er aus Batavia Er hat sich votl den Äeschäfteil zurückgezogen und quält sich hier, seine Neichthümer anzubringen. Ich t'in mit ihm bekannt und will Sie ihm vorstellen; es isl ein interessanter Mann, der sehr ausgebreitete Verbindung hat, aber strenger Katholik; er heißt van iOverbergen." Der Genannte trat zu de« Beiden, wurde dem General vorgestellt nnd begann dann, zu ^chroffenstein gewendet: „Es thilt mir leid, Herr Graf, daß ich meine Zusage noch nicht zu erfüllen vermag. Ich habe erst heute mit dein Nathe gesprochen, dem die Untersuchung überiragen ist. Auch er ist leider noch nicht so glücklich gewesen, die mindeste Spnr der ver-wegenen Diebe zu entdecken." „Wovon reden Siefragte der General, während sich Schroffenstein achselzuckend znm Danke verneigte. „Von dem Diebstahle, der in Ihrem Palais verübt wnrde, nicht wahr? Ich habe davon gehört. Die Kerle hatten ihre Zeit vortrefflich gewäi^lt. Sie dachten wohl, daß in der allgemeinen Aufregung Niemand auf so etwas Acht daben werde. Es war ja in der bewußten Fastnacht, als die öffentliche Ausspeisung stattsand, nicht wahr? Und sind Sie stark beschädigt worden?" Schroffenstein bejahte. .Der Schaden", fuhr er fort, „wäre indessen zu verschinerzen. Ein paar Kleinodien, da« isl Alles. Ader die Diebe halien mir auch Papiere genomnien, die, obwohl sür sie völlig werthlos, für mich von größter Bedeutullg sind. Es sind höchst wichlige Familienpapiere, Urkunden über alte Gutserwerbungen. Nietnand, selbst mein Sohn nicht, wußte davon, daß sie existirten, sonst könnte ich beinahe aus den Gedanken kommen, als sei es b^i dem ganzen Einbruch bloS auf die Papiere abgesehen gewesen!" ohne das), und so machen wir uns zum Spielball jedes Windes, dem es beliebt, das dumme, steife, in die Stirn schneidende Stack Osenrohr fortzurollen, wohin er mag, am liebsten in den Dreck. Der Frack ist aufgekommen, weil der Mann ein Festtleidungsstück haben wollte, das die Taille feiner zeigt als der Rock, und doch den Sitz nicht unbedeckt läßt, wie es das Wamms thut, dieses unpatentere Bruchstück, dem sich eine Festlichkeit nur geben liebe durch Zierrath von Litzen, Bussen, Verschnllrung, w.^s durch die absolute Prosa der Zeit doch verpönt ist. Noch einen andern tiefgründigtn Zweck haben die Schöbe des Frackgebildes; man wollte die Taschen nicht opfern, wollte das Schnupstuch unterbringen. Ein besorgliches Dunkel, nur von spärlichen Lichtstrahlen durchdämmert liegt aber der Frage, wie die alten Völker, wie insbesondere Griechen und Römer sich geschneuzt haben. Im Hellern Tageslicht der neuern Geschichte schimmert reinlich da« tröstliche Schnupstuch, mit Shakespeare'» Othello erreicht es tragische Weihe, und endlich besagen mit der echt modernen Schärfe spitzen Fingerzeiges die Frackzipsel: hier gibt es Schnupftuch. Und so hat denn, aus mehr als Einen Grund gestützt, das Gabelwamms, dies zweigeschwänzte Rockfragment Frack, der Kunst ein Gräuel, sein Dasein gefristet und wird es fristen wer weiß wie lang! Etwas Trost jedoch bleibt. So viel moralische Kraft haben die letzte»» Jahrzehnte aufgetrieben, beiden abgeschmackten Formen doch den Raum ihrer Anmaßung zu verengen; gefordert wird „Schlosser" und Frack nur noch bei StaatS-Vistten, Bällen, Repräsentationen. Edlere«, seiner Menschheit bewußtere« Gemttth, denkenderer Geist, thue das Deinige, diesen Ver-drängungsprozeb zu verstärken, zu beschleunigen, stelle dich hinüber zu den Geweihten, „der sreie-sten Mutter freiesten Söhilen", die der Dichter apostrophirt: Der Menschheit Würde ist in eüre Hand gegeben; Bewahret sie! (Diplomatie. Rothbuch und Blaubuch.) Das Rothbuch, welches Andrassy den Delegationen vorgelegt, enthält aus 800 Folioseiten 1080 Nummern, die bis zum I. Mai 1878 reichen -- bis zum siebenten Tage nach der Kriegserklärung! Das englische Blaubuch geht bis in die zweite Hälste des Februars 1878. (Verkehr. Oesterreichijcher Eisenmarkt.) Die GeschäjtSlosigkeit, welche im November v. I. begonnen, dauert noch fort — hauptsächlich wegen de« billigen Bezuges ausländischkr Rohschienen, welche ungeachtet il)rer leichteren Verwendbarkeit zu Stabeisen doch nur demselben Zoll untel liegen wie Roheiftn überhaupt. (Verzehrungssteuer. Gemeindezuschlag.) In der „Oesterreichischen Zeilschrifl sllr Verwaltung" führt Joses Krzepela den Nach- „Das ist wohl nicht denkbar", erwiderte Overbergen, indem sein durchdringender Blick ftst aus Schroffenstein haftete. „Wie Sie sagen, wußte Niemand außer Ihnen um deren Vorhandensein." „Dann bekommen Sie die Papiere auch ohne Zweisel wieder", begütigte der General. ^Die Diebe sind dumme Teufel gewesen und werden wunder gedacht haben, welchen Fang sie machen. Haben Sie aber erst gesehen, daß er ihnen nichts nützt, so werden sie suchen, sich den gefährlichen Besitz vom Halse zu schaffen." „Wohl möglich", bemerkte Overbergen, und wieder ruhte sein Auge sorschend aus dem Grasen. „Es ist dabei nur erwünscht, daß die Papiere, wie Sie sagen, nur sür Äe Werth haben, daß also nicht zu besorgen ist, daß sie in unrechte Hände kommen.^ Der Graf zuckte zusammen, als hätte er einen elektrischen Schlag erholten. „Freilich, sreilich", r»es er dann mit verlegenem Lachen. „Ich bin auch überzeugt, daß die Gerichte die Sache herausbringen." „Auch ich glaube das", erwiderte Overbergen mit Bedeutung. „Ich habe, wie Sie wissen, allerlei Eonnexionen und werde nicht ruhen, bis ich Ihnen sagell kam»: Die Papiere sind gefunden." weis, daß der Verwaltungs-Gerichtshof in Beziehung auf die Umlegung und Einhebung der Gemeindezuschläge zur Verzehrungssteuer zwei einander widersprechende Entscheidungen getroffen. In dem einen Falle hat derselbe nämlich zu Recht erkannt: „daß ein Gemeindezuschlag, umgelegt lediglich auf das in der Gemeinde er-zeugte Bier, insofern es daselbst konsumirt wird, ohne daß dieser Zuschlag sich auch auf da« in die Gemeinde von außen gebrachte und daselbst konsumlrte Bier erstrecke, unstatthast sei"; und in einem anderen hinwiederum, „daß ein Gemeindezuschlag zur Verzehrungssteuer von Bier und gebrannten Flüssigkeiten, dessen Einhebung nur bei der Einfuhr der gedachten Getränke in die Gemeinde möglich ist, in die Kategorie der nur im Landesgesetzgebungswege zu bewilligenden Abgaben falle". Krzepela deduzirt hieraus — wie uns scheint, mit Recht — daß der Verwaltungsgerichtshof das Recht einer Gemeinde, im eigenen Wirkungskreise einen Zuschlag zu Bier und gebrannten Flüssigkeiten einzuheben, davon abhängig mache, ob sich innerhalb ihres Gebiets eine Erzeugungsstätte der zu besteuernden Flüliigkeiten befinde oder nicht; so zwar, daß die Gemeinden, in denen sich derartige Erzeugungsstätten befinden, den Znschlag aus eigener Kompetenz beschließen dürfen, während Gemeinden, in deren Gebiet solche Erzeugungs-stätten nicht vorhanden sind, zur Erhebung eines Zuschlags erst ein Landesgesetz erwirken müssen. In der That ergibt sich aus den Motiven des Urtheils im zweitermähnten Falle, daß der VerwaltungSgerichtshos sich von der Ansicht leiten ließ, ein Zuschlag, der wegen Mangels einer Erzeugungsstätte in der betreffenden Ge-meinde lediglich bei der Einfuhr der Spirituosen eingehoben werden könne, sei kein Steuerzuschlag, sondern eine Abgabe und zu einer Abgabe sei ein Landesgesetz ersorderlich. Hierin erblickt Krzepela einen Widerspruch. Äne und dieselbe Gemeinde-Auslage könne nicht in einem Falle ein Zuschlag, in einem andern eine Abgabe sein. Wenn man aber, nm diesem Widerspruch zu entgehen, statuiren wolUe, die Gemeinden dürsten überhaupt aus eigener Machtvollkommenheit aus VerzehrungS'Artikel, die außerhalb ihrem Gebiete erzeugt werden, keine Zuschlagssteuer erheben, so würde dies eine Ungerechtigkeit gegen die Produzenten invol-Viren, welche in der den Zuschlag dekretireitden Gemeinde die bezüglichen Verbrauchsgegenstände produziren, denn es würde dann an Stelle einer die Konsumenten treffenden Verzehrungssteuer eine Produzentensteuer treten, welche der gegenüber der Konkurrenz der auswärtigen Produzenten schutzlose heimische Produzent aus die Verzehrenden nicht abwälzen könnte. Krzepela plaidirt für die Auffassung, daß der Zuschlag auf die Verzehrungssteuer-Objekte ohne Rück- , ^Sie sind allzu gütig, mein Herr", antwortete schroffenstein. „Ich bin wirklich in Verlegenheit, wie ich für so viele Aufmerksamkeit mich dankbar erweisen soll." „O reden Sie nicht davon^, rief Overbergen verbindlich, „es macht mir Vergnügen, Jhlien dienen zu können. Wollten Sie mir vielleicht die Ehre erzeigen und übermorgen bei mir speisen? Bis dahin könnte ich vielleicht im Stande sein, Ihnen Mittheilungen zu machen. Vielleicht weisen auch der Herr General meine Emladung nicht zurück?" suhr er, gegen diesen gewendet, sort. „Wir werden ganz unter uns sein. Ich schätze mich sehr glücklich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben. In Zeiten, wie die jetzigen, gibt es ja der Dinge genug, die Werth sind, im Vertrauen unter Männern besprochen zu werden." Die Beiden sagten zu und man trennte sich. Inzwischen war Friedrich, allgemach von dem immer wiederkehrenden Einerlei ermüdet, m eins der Seitengemächer getreten. Während des Tanzes war es hier leer und still ; er hoffte deshalb einen ruhigen Augenblick der Erholung zu finden. Eben wollte er sich aus ein Sopha neben der dicht oerhüllten Fensternische niederlassen, als die Vorhänge zu rauschen begannen und sich theilten. ficht auf die Provenienz der Produkte von den Gemeinden im eigenen Wirkungskreis solle festgestellt werden dürfen, jedoch nur „bi« zu einem gewissen Ausmaß". Eine bestimmte Grenze zieht er nicht. (Parlamentarische Thätig-keit. Zur Abstimmung tlber den Zolltarif.) An der Abstimmung des österreichischen Abgeordnetenhauses über den allgemeinen Zolltarif (dritte Lesung) haben 112 Mitglieder nicht theilgenommen. (Wahlbewegung. „Wo uns der Schuh drückt.") Gelegentlich der jetzigen Gemeindewahlen in Wien fand sich auch ein Stimmzettel vor mit der Inschrift; „Ich wähle die Schustermeister (Herrn N. und Herrn N ), weil diese am besten wissen, wo uns der Schuh drückt." (L a n d w i r th s ch a f t. Verwendung des Kartoffelkrautes.) Man steht im Herbste zur Zeit der Kartoffel-Ernte überall auf den Feldern das trockene Kartoffelkraut verbrennen. Es ist ein recht kindliches Vergnügen, und auch die herkömmlich in der Asche mit der Schale gebratenen Kartoffeln mögen einen besonderen Wohlgeschmack haben, aber — wirthschaftÜch ist dies Verfahren gewiß nicht. Das Kärtoffelkraut ist, auf den Kleefeldern oder Wiesen ausgebreitet. ein vortreffliches Mittel, um den Klee oder das Wiesengras durch den gewährten Schutz (und wohl auch durch das über Winter ausgelaugte Kali) zum früheren Austreiben im Frühjahr und zum reicheren Ertrag zu bringen. Es wird sich hiedurch oder durch Untermengen mit Erde zu Kompost besser bezahlt machen, als durch Verbrennen, wobei übrigen« da« Kali gleichfalls nicht verloren oder verschwendet würde, wenn man welligsten« die Asche sammeln und gleichmäßig über da« Feld breiten wollte. .Nlachurger Berichte. (Neber da« Ableben de« Erz-Her z o g s F r a n z K a r l.) Am 13. März erschicnen im Statthalterei-Präsidinm zu Graz Herr Dr. M. Reiser, Bürgermeister und Herr F. Stampfl, Vice-Bürgermeister von Marburg als Deputation, um laut Beschluß der außerordentlichen Sitzung des Gemeinderathe« (11. März) „dein Gefühle der Trauer über da« Ableben Sr. kaif. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Franz Karl Ausdruck zu geben." Vom Lehrkörper der hiesigen Ober-Realschule, von der Pfarrvorstehung St. Mar» tin in Ponigl, der Marktgemeinde Tüffer, sowie den Gemeinden Svetina, St. Martin im Rosenthale und Uingedung Cilli siiid aus demselben Anlasse Kundgebungen des Beileids eingelangt. Er erhob sich wieder und stano vor Pri-initiva. „Sie hier, mein Fräulein?" rief er überrascht. „Entschuldigen Sie mein Herzutreten. Ich wußte nicht —" „Nichts davon", erwiderte Primitiva und ihre schönen blauen Augen richteten sich mit wohlwellendein Ausdrucke aus Friedrich. Sein Herz erbebte vor dem Blicke und von dem Tone dieser slißen Stimine, der über ihn so viel Gewalt hatte. „Wir haben beide die Einsamkeit gesucht, und dieser Zusall söhnt inich damit aus, daß ich nlich bereden ließ, mit meiner Cousine, der Freiin von Ostenried, den Ball zu besuchen. Ich habe Sie vorhin wohl bemerkt, als ich der Tanzlust meines Neffen ein Opfer bringen mußte, und bin nun doppelt erfreut, Ihnen meinen Dank abstatten zu können." „Was sagen Sie l" entgegnete Friedrich. „Ich konnte ja nichts thun, es hat sich Alles anders gestaltet." „Ich daiike Ihnen auch sür den Willen", suhr Primitiva sort. „Ja, Sie haben Recht, es hat sich Alles anders gestaltet, als wir dachteii, schöner, als wir hoffen konnten. Ich habe, seit wir uliS zum ersten Male wiedergesehen, ost jenes Abschieds und des Gelöbnisse« gedacht, da« wir in der Begeisterutig der ersten RechlllliigSabschlüffe der Stadtgemeinde Marburg. (Kortsetzung.) Armeninftitut. Die Rechnung de« Armeninstitute« für 1877 weist nach: Empfänge: fl. kr. Kassabaarschaft — — ^ 26866 3t Interessen: Abstattung — — — ll-iV 99 Rückstand — — — 92 — Beiträge und Stiftungen — 1938 95 Durchlaufende Einnahinen: Ubstattung — — — 15 60 Rückstand — — — 13 — BsrschiedeneS ^ — 1367 69^ Zusammen: Abstattung: 31359 27 Rückstand: 105 — 31464 27 ö. Ausgaben: Pfründnerportionen — - 3774 70 Stempel und Gebühren — — 2 57 Kranken- und Leichenkosten — 256 — Winterholz und Fuhrlohn — 394 70 Durchlaufende Ausgaben — 13 — Verschiedene» — ^ 25 40 Zusammen: 4466 37 Eg verblieb somit Ende l877 eine Kassa» von Z69S7 st. S0 kr. und zwar: Kapitalien in öffenttichen Fonden — — — 16100 — b) Kapitalien bei Privaten — 10682 — o) Aktivrückstände — — 105 — ä) Baarschast — — — 110 90 (Aortsetzung folgt.) (Brandstifter au» Rache.) P. VoUschLn, ein halbblinder und berüchtigter Einleger zu Ober-Feistritz, hatte daselbst am 2. Jänner aus dem Heuboden de« Grundbesitzers Franz Stopper mit einer brennenden Zigarre Feuer gelegt — au» Rache, weil er nach einem Beschlüsse de» Gemeinderathes seine Nahrung von Hau» zu Hau« holen mußte. Der Schaden betrug 1337 st. Voltschin wurde am 7. März von den Eillier Geschwornen sllr schuldig erklärt, und von den Strasrichtern zu fünfjährigem schweren Kerker verurtheilt. (Feuerwehr in Gonobitz.) Der Koftümball mit Tombola, welchen die Feuer« wehr in Gonobitz veranstaltet hatte, war so zahlreich besucht, daß der Reinertrag zum Besten dieses Vereines 130 st. ergab. (Selbstmord- Versuch.) Milan Gasparini, Realschüler aus Agram, hat in Steinbrück den Versuch gemacht, sich mit einem Revolver zu erschießen; die Aerzte hoffen aber, den schwer Verwundeten zu retten. Gasparini Jugend ausgesprochen, Sie haben rühmlich begonnen, Ihr Wort zu halten. Verzeihe»^, gijn-nen Sie mir den stolzen Gedanken, daß auch ich an dem, was Sie thun, einen Theil habe, daß Ihre jetzigen Handlungen Frucht jener be» geisterten Entschlüsse sind!" In Friedrich'» Seele ging Unbeschreibliches vor. Sein Auge begegnete dem Primitwa's und beide ruhten einen Moment in einander. Primitiva reichte ihm die Hand. „Fahren Sie fort, wie Sie begonnen haben. Ermüden Sie nicht! Es siehen Ihnen grobe, schwere Stürme bevor — aber horch, der Watzel ist zu Ende, wir müssen uns trennen. Leben Sie wohl, Friedrich! Scheuen Sie die groben Stürme nicht! Halten Sie aus und bleiben Sie sich selber treu." Sie verschwand. Lange sab Friedrich, in tiefes Sinnen versenkt, einsam in dem Gemache. Eine Hand, die sich ihm aus die Schulter legte, brachte ihn aus seinem Brüten. Ein Lakai in den Stadtfarben, wie sie zur Bedienung von den Behörden bestellt worden, stand vor ihm. „Was wollen Sie?" rief Friedrich ganz erstaunt. „Erkennst Du mich nicht?" fragte der Bediente entgegen. „Hat mich'» auch für Dich so ist achtzehn Jahre alt und wird schlechter Erfolg bei der Prüfung aus einem Lehrgegenstande als Bewegrund zu dieser That bezeichnet. (Iesuitenmissi o n.) Heute beginnt zu St. Josef bei Marburg eine Mission der Jesuiten, bestehend aus zwei Mitgliedern diese« Ordens und soll dieselbe zehn Tage lang dauern. In Arbeiterkreisen erzählt man, es sei vor Ruhestörungen gewarnt und jedem Frevler die augenblickliche Entlassung angedroht worden. (Evang. Gemeinde.) Sonntag den 17. d. M. wird zur gewöhnlichen Stunde Herr Pfarrer Moluar von BohuSlawitz in Böhmen eme Probepredigt abhalten. (Berichtigung.) In der Mittheilung, betreffend die Rechnungsabschlüsse der Stadtgemeinde Marburg fllr 1877 (Ausgaben) finden sich einige Druckfehler und soll e» zur Richtigstellung heißen: Instandhaltung und Bauten der Pflasterung ... st 2630'10 Reinigung der Gassen, Straßen Plätze (Schneeschaufeln inbegriffen), Kamine. städt. Gebäude und Meh-rungSgruben ... st. 1594 30 Veim Vergleich der Empfänge und Ausgaben (st. 86,080'1b und st. 33,804 19'/,) zeigt sich ein Kassarest von . . . st. 2275 95'/, mit Hinzurechnung des Aktivrückstandes (st. 16588 6'/«) ergibt sich ein Gesammtkassarest von . st. 18,864'02 (D rck f e h l er.) Im ,,Marburger Bericht" der letzten Nummer (Kasinofrage) ist mittlere Spalte, fechsunddreibigste Zeile von oben zu lesen: Herr Max Baron Rast. . . Theater (—6.) Dienstag den 12. und Mittwoch den 13. März gab die Wiener Ballet-Gefell-schaft Gastvorstellungen. Wir beschränken uns nur auf ein summarisches Urtheil, das den Gesammt- und Eiuzelnleistungen entsprechend ein günstiges genannt werden kann; man hat dabei Gelegenheit, die (Äelenkigkeit und Zierlichkeil der Bewcgungui, sowie die Verschiedenheit und gute Wahl der Kostüme bei den Tan» zerittnen zu bewundern und wird, wenn auch nicht tlberrascht, so doch befriedigt die Theater-rätlme verlassen Da« Ballet fand vielen Beifall und die Sololänzerinnen. die Frls. Straß, Grill und Thorn, welche letztere als Lucifer durch außerordentliche Gelenkigkeit und Lebendigkeit excellirte, wurdeit wiederholt applaudirt. Vor und llach den einzelnen Balletvorstellungen wurden einaktige Lustspiele eingeflochten, die der Wahl und der Ausführung nach als ge» luttgene bezeicht^et werden mttffen. Wir haben gleich nach de»n ersten Auftreten Herrn Heinrich sehr entstellt, daß ich tnir den Bart schor und das Haar färbte?" Friedrich traute seinen Augen kaum. „Du, Riedl hier?" rief er endlich. „So bist Du nicht abgereist? Was soll die Mummerei?" „Ich bin allerdings abgereist", antwortete Riedl, „aber ich fand es für gut, insgeheim wieder umzukehren. Es geht hier zu Wichtiges vor, als vaß ich tvegbleiben könnte. Dainit tnich aber Niemand hier verlnuthe, mußte ich mein Aeußeres etwas verändern. Diesen Abend habe ich den Rock hier einem armen Teufel llnter dem Lorwunde abgekauft, als sei ich gar zu begierig, all die Herlichkeiten hier zu sehen." „Welch itnwürdiges Treiben l" rief Friedrich. „Was hast Du vor „Das sollst Du erfahren, aber nicht jetzt, nicht hier. Noch ist nichts reif. In einiger Zeit werde ich einmal zu Dir in Deine Wohnung komtnen und Dich zu sprechen verlangen. Ver-rathe dann nicht, daß Du mich kennst. Ich wollte Dich nur einstweilen begrüßen, da sich die (Selegenheit so günstig gab." Ehe Friedrich weiter in ihn zu dringen verlnochte, war der Räthselhaste verschwunden. Als Friedrich gegen Morgen mit Ulrike nach Hause fuhr, kainen sie auf die Unterre-dmlg de« Herzogs mit ihr zu fprechen, und Müller als jenen Schaufpieler, der im Stande wäre, das Schau- und Lustspiel wieder in Ehren zu dringen, hervorgehoben und fanden an den beiden Abenden neue und sprechende Argumente dafür. Es weht ein frischer und wohlthuender Odem über die dargestellten Schaustücke, seit Herr Heinrich Müller, der seine Charaktere mit tiefem Verständniß ersaßt und sein durchführt, in dem Enfemble die erste Violine spielt. Neben seinen sonstigen beifällig gespielten Rollen brachte ihm „Die Strike der Schmiede", dramatisches Gedicht von Dr. Mauthner, stürmischen Beifall ein. Frl. Klau» und Herr Schöntag, erftere als Emilie in dem einaktigen Lustspiel „Buch 3, Kapitel 1" und letzterer al» Chevalier in dem Einakter „Eine Parthie Piquet" müssen ebenfalls lobend erwähnt werdeit, sowie insgesamtnt alle Stücke von dem gut besuchten Hause Beifall fanden. Letzte Vost Di- Delegation will die Kinanzminifter Hoffmaun und de Prett» über vte fiuanzt^Üe Lage etuvern»hmen. Der nächste Mtnisterrath Vtrd stch au»schlteßltch mit der lverlüagernng des Ausgl,«ch»veovi»ori«ms befassen. Oesterreich Ungarn und England find angeblich entschlvfsen, die Bereinigung voo Evirus, Th^alien, Mazedonien und »tues Theil» von Thrazien mit Griechenland zu Ordern — al» ein Gegengewicht gegen Sroß-Bulgarien. RumSnten soll den Schutz der Mächte angerufen haben. Rußland soll eingewilligt haben, daß Sriechenlaud a« Kongreß th-ilnehme. Richt-HMbnehmr-Berbiudung. vil. Verzeichniß der beigetretenen Mitglieder. Die Herren: Schmiedl Felix Lipp Joh. — Zatvatil Joses Joses Hrawal — Holzer — Ferd. KoU, Südbahn-Kondukteur — Ferd. Staudinger Fried. Äaudinger — Giovanna Staudinger — Pajk, Buchdruckereibesitzer — Strauß Joses, Studiosus — Kein Friedrich, Stenograph - Josef Hirsch, k. k. Finanz-Kon-zipist — Postemer, Privatier — G. Hieber, Buchhalter der Sparkasse — Dr. DotninkuS — Fr. Schulter, Postbeamte — Josef Eisenbach, Steueramts-Adjunkt — Joh. Spohn, Steuer» aintS-Adjunkt — Dr. Raimund Grögl — Jak. Laßbacher, Bezirksrichter — I. Gedliczka — Die Damen: Katharina I«llas — Josestne Krainz — Mizi Schmiderer — Rosa Jpavic --Josestne Hieber. gelangten. Jedes in seinen Gedanken versunken, nach Hause. Mutter und Tochter. „Also ist auch Er in seinen alten Tagen noch übergeschnappt ? Es ist ausgetnacht, scheint's, daß Alles um mich herum den Verstand verliert und ich allein den meinigen behalte, um mich über die allgemeine Narrheit zu ärgern !" So eiferte die Näthin Führer auf den alten Diener Beppo los, der in ehrerbietig unerwürfiger Stellung vor ihr stand und da» Ungewilter gelassen über sich ergehen ließ. Nur zuweilen warf er einen Blick auf ein großes Zeitungsblatt, das er in der Hand hielt, als wenn er sich aus diesem Geduld holen wollte. Die Räthin ließ sich aber durch die leidende Ergebung ihres Opfers nicht zur Milde bewegen, sondern fuhr in ihreln Unmuthe uner-bittlich fort. „Ist so etwas je erhört worden!" rief sie. „Ist der Mensch nicht seit inehr als vierzig Jahren wie da» Kind im Hause, hat Freud' ulld Leid mit un« erlebt, ist mit uns alt geworden, und jetzt tnit ei«grauetn Kopfe will e» ihm auf einmal nicht mehr behagen s" (yortsetzuttg folgt.) iikei«lli>ils«iil>«li> Aankfagung. Der Gefertigte spricht im Namen der mit Kleidern betheilten Kindern den ?. I. verehrten Familien: Finanzrath Birnbacher und Lederfabrikant Stark, sowie einem ungenannten Wohlthäter, welcher großmttthiger Weise 10 fl. zu Schülerbibliothekszwecken spendete, den ergebensten Dank aus. Knaben-Volksschule zu Marburg. 293)_ R. Hijnig, Leiter. Stadt-Theater t« Marburg. Heute Freitag den 15. März: -Auf allgemetues Berlaugeu noch eioe und u«-wtderrußtch letzte Gaftvorftelluug der ttltra Witnrr Jallrt-Vchllschast. va» Ävr Dazu: Aie Vorlesung bei der Aavßvtisterla. Wamung. Danksagung. Am 17. Februar l. I. veranstaltete Herr A. Schnür, dred er, Chef der Bahnstation St. Lorenzen, zu Schul-zwecken in Taßner'S Lokalitäten eme Abendunterhaltung mlt Tombola, an der fich die Bevölkerung der hieher eingeschulten Gemeinden, wie die des Marktes St. Lorenzen zahlreich bethelligie. Der htebei erhielte namhafte Rein-ertrag von 77 fl., welcher durch nai^träaliche Spenden zu demselben Zwecke zum Betrage von 36 fl. erwuchs, wurde zum Ankaufe von Kleidungsstücken für arme Kmder der Volksschule Maria Wüste tiestimmt. Den 7. d. M. fand nun »n demselben Hause die Vertheilung statt. Nachdem die hie»u bestimmten Schüler — SV an derAahl — auf die mensqenfreundltchste Welse mit Speisen bedient wurden, übergab der Herr OrtSschul-aufseher Gaßner den Xlemcn die diversen ^Schuhe, Röcke, Bezuttelder. Tücher u. s. w. unter «i,Wesenheit vieler Herren und Damen, die alle ei» fichtbareS Interesse für d»e Sache znr Schau trugen. Indem der Lehrkörper der Schule Maria Wüste über diesen humanen und schulfreundliche» Akt seine besondere Kreude äußert, spricht derselbe hiemit Allen, die in irgend einer Weise zum Gelingen deSielben beigetragen haben, im Kamen der beschenkten Schuljugend den herzlichsten Dank aus. Volksschule Maria Wüste am 12. März 1873. SSV)_Binzenz Baumgartner, Oberlehrer. Kundmachung. Der Gefertigte machte in letzterer Zeit die unangenehme Beobachtung, daß die Lehrlinge namentlich an Sonntagen Nachmittags die gewerbliche Fortbildungsschule nachlässig besuchen. Es ergeht somit an die Herren Meister das nochmalige Äsuchen, ihre Lehrlinge strenge zum Schl:lbesuche zu verhalten und sich von diesem durch Einsichtnahme in die Kontrols-büchlein Gewißheit zu verschaffen, widrigenfalls der Unterzeichnete, in Berücksichtigung der Kosten, welche die Schule macht, genölhiget wäre, die Namen der nachlässigen Lehrlinge der Behörde bekannt zu machen. R. Honig, 29S) Leiter der gewerbl. Fortbildungsschule Wiederholt wurden bei dem Gefertigten Klagen darüber geführt, daß sich arme Kinder als zudringliche Bettler unter allerlei, meist lügenhaften Porwänden iil Wohnungen einschleichen und Almosen i»l allen Formen, als da sind : Brod, Geld, Kleider, Schuhe zc. mildherzigen Personen abpressen. Leider sind unter diesen Kindern nicht nur arme, sondern durch schlechte häusliche Zucht auch verwahrloste Individuen, welche das erbettelte, oder das für verkauftes Brod :c. erhaltene Geld zum Ankaufe von Spielzeug, Näschereien, Bier, Wein, ja Schnaps verwenden. Hiebei muß ich ltur bedauern, daß einige Geschäftsleute so unklug sind, Kindern in ihren Lokale»! oben genannte Spirituosen verabreichen und in denselben verzehren zu lassen. Gelegentlich dieser Betteleien sind auch Diebstähle begangen worden. Der Gefertigte fühlt sich daher im allgemeinen Jlüeresse gedrängt, vor unbedingter Mildherzigkeit gegen bettelnde Kinder zu warnen, da sie n»lr zu käufig spekulativen, kleinen Gaunern zum Opfer fallen wilrde, und empfiehlt derselbe in jenen Fällen, wo man Unterstützungen gewähren will, genaue Erkundigungen über die häuslichen Verhältnisse der Kinder und deren Betragen in der Schule einzuziehen, wie dies die Gepflogenheit des löbl. Unterstützungsvereines für dürftige Kinder in Marburg ist. Die Herren Viertelmeister werden, wie der Gefertigte, gewiß jederzeit bereit sein, gewünschte Auskünfte zu ertheilen. R. Hönig, 291) Leiter der städt. Knaben-Bolksschiile. vvredrten bringe divmit döüiekst 2ur kenotviss, cksss ivk wivk dvkuk» Hedervskmv cker «lten Ztrokliittv putzen, Ksde» viiil wo-ckernislren, cksvu mit einem ^er neuesten kormen v«»» IS. kl» RS. ZUSr» lu» Ll6tvl M«I»r »uk kalten i?vercke. ZSS l^orensoai. Wohnung. Im ehemaligen Kanduth- nun städtischen Hause Schlllerstrttße Nr. 167 alt, 6 neu ist eine Wohnung mit 4 Zimmert», Küche, Keller und Bodenantheil nebst Holzloge vom 1. April an zu verkleben. (245 Anzufragen beim Herrn Stadtkassier am Rathhause. Erwiederung auf das Schreiben mit der Unterschrift „HrUNdtgyuSer" Schmutz, Gemeinheit, besonders Keighelt vegetirt Bei dem---der unler falschen Namen sich moquirt. L. ?. Gin Beamter mit schtieUer und torrcktcr Has.dschrlft, der auch im Grundbuchsfache bewandert ist, wünscht !n einer Advokalurskanzlei unterzukommen. _Adresse lm Comptoir d. Bl. (284 Pttllßljches Immer-Mll und (260 >t»se»»MZri>KpL«I zum Samen zu haben bei _X. llildirtii in »»rdurz. 10,000 veredelte Obst- bäume (Goldparmänen und andere) werden loco Bahnliof la kräftigen Stämmen parlhikn» weise abgegeben. Lanllach, Steiermark, März 1878. 294)_Gutsverwaltung. Laibacher Sauerkraut SöS) impfiebll M. Mki Mk Psndt UM k. 4OO.—, zwei halbgedeckte dann mehrere hundert Zentner Neu und verkauft 193) «Fv». Vt-artin. Herrn C.........., ehem. Agent in M.....g, wird hiemit ernstlichst aufgefordert, deil ein-kassirten Betrag sofort abzuführen, sonst folgt Weiteres. (286) S. Freiwilliger Verkauf. Wegen Abreise ist eine, in der Nähe von St. Margarethen an der Pähnitz gelegene, von Marburg dreiviertel Stunde entfernte, vollkommen arrondirte Realitat mit schöner Fernfichl, bestehend auSt Herrenhaus, WirthschaflSgebäuden, Obst- und Gemüsegarten, Wald und besonders erträgnißreichen Wiesen, Alles im besten Bauzustande, namentlich der Obstgarten, nur mit edlru Sorten bepflanzt, — im Gesammtflächemaße von S7 Joch 172 ^«Klftr. unter vortheilhaflen Bedingungen aus freier Hand zu verkaufen, und eignet fich diese Realität tvegen der Nähe dir Stadt Marburg vnd der E senbahnftatlon Pößnitz vorzüglich zu einem Sommeraufenthalte. Baare Anzahlung wird besonders berücksichtiget. (272 Anfrage: Tegetthoffstraße Nr. 2 im ersten Stock in Marburg bei Dr. Julius Feldbacher, Advokat. von Weinstein, Hadern, Messing, Kupfer, Zinv Eisen, Blei, Kalb- und Schaffellen, Roß-, Ochsen-u. Schweinhaaren, Schafwolle, allen Gattungen Rauhwaaren, Knochen, Klauen nebst allen anderen LandeSprodutten. (49 von ungarischen Vettfederu, Flanmen und gesponnenem Roßhaar zu den billi^ften Preisen. .1. ^eiilesilljxsr, Marburg, Burgplatz. Freiwillige Lizitation der Nachlaß-Realitäten, Fahrnisse und Weine des Josef Rat Hey, gewesenen Realitätenbesitzer in Gams bei Marburg. Mit Newilliguna deS k. t. Bezirksgerichtes Marburg l. Dr. U. vom 27. ytbruar l876, Z. 8LS4 werden an unten angesetzten Tagen an Ort und Stelle auS dem Nachlasse deS Josef Ralhey iiachstehende Realitäten und Fahrnisse niittels freiwilliger Berstelgerung verkauft: l. Dte iin Dorse GamS gelegene Realität Urb. Str. S85 »ä Aaal mit Wohn- und virthschaftSgebäiiden, Schlagbn^cke, am 27. März 1878 Norm. 10-Uhr iim den AuSrufpreis von L8Z9 ß.66 kr. U. Da« im Dorfe VamS neben der Kirche gelegene Wirtl)ShallS Urb. Nr. 14 »ä PfarrSgÜlt VamS am 27. März 1878 Lormitt. 10—12 Uhr um den AuSrufSpreiS pr. 1S00 fl. III. Die »nr Realität Urb. Nr. 885 »ä A«al gehörigen, in der Gemeinde Roßbach gelegenen Gemeindeantheile am 27. März 1878 Nachmittags 8—4 Uhr um den AuSrufSpreiS pr. 1200 fi. IV. Die in der Gemeinde Zellovetz gelegene behauste Weingarten-Realität Urb. Nr. 29'/, und Berg Nr. 8l2 »