Nr. 225. Dienstag, 4. Oktober 1910. 129. Jahrgang.
Mbacher
Zeitung
pr3nunlrralion«Prrt«: Mit Pu «Versendung: ganzjähriss 30 X, halbjährig !5 X. Im Kontor: „lluziährin
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Die »Lalbllcher Zeitung» erscheint täglich, mit Ausnahme der Sonn-und Feiertag!'. Die Vd»n
lla1ion befindet
sich Milloöiöstrahe Ätr, LN; die Nrdaktion MilloZiöstrahe Nr, 20. Sprechstunden der !)lcdallion uo» » bis 1U Uhr
vorniitlags, Unsranlictte Nriesc werden nicht angenommen. Manuskripte nicht zurückgestellt.
Telephon°Nr. der Redaktion 52.
Amtlicher Geil.
Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 29. September d. I. dem Kabincttssekretär Sektionschef Josef Mardc-Jani anläßlich der erbetenen Versehung in den dauern, bkn Ruhestand in Anerkennung seiner vicljährigen vor» südlichen Dienstleistung taxfrei den Freihcrrnstand aller-gnädigst zu verleihen geruht.
Nach dem Amtsblatte zur »Wiener Zeitung» uom 1. und 2- Oktober 1910 (Nr. 224 und 22."») wurde die Weiterverbrei-lung folgender Preherzemnlisse verboten:
Nr. 18 «Wohlstand für Alle» vom 28. September 1810.
Nr. 265 «Arbeiter.Zeituug» uom 27. September 1910.
Nr. 19 «Der Scherer» (1. Gilhartheft 1910).
Nr. 9? und 98 «1.2, Ooä», del viavolo <1i ^'ri«8te> vom 22. und 24. September 1910.
Nr. 109 «8oök» ddto, GSrz, 24. September 1910.
Nr. 217 «U«88»ßßei- vom 25, September 1910.
Nr. 38 «Lorauusk? Odxnr» vom 24, September 1910.
Nr. 3 «riamou?» vom 29. September 1910.
Nr. 6 «Vowz U>zivuka> vom 1. Oltobcr 1910.
Nr. 39 «I'lMk» vom 24. September 1910.
Nr. 78 «Leitmcriher Wochenblatt» v. 28. September 1910.
Heute wurde das XXV. Stück des Landesgesetzblattes für Rrain ausgegeben und versendet.
Dasselbe enthält unter
Nr. 30 die Kundmachung des k. l. Laudespräsidiums für Kram vom 15. September 1910. Z. 1852/I»rä8., betreffend die Errichtung einer Aandesbaut für das Herzogtum likrain in Laib ach.
Von der Redaktion des Laudesgesetzblattes für Kram. Laibach, am 1. Oktober 1910.
MchtanrMcher Heil.
Englische Marine.
Der offene Vrief, den Lord Charles Veressord an den Premierminister gerichtet hat nnd in den« er eine umfassende Flolleilvermehrnng fordert, hat, wie man aus London schreibt, außer dem engen Kreise seiner Parteigänger keinen sehr starken Eindruck gemacht. Auch solche, die mil dein Admiral darin einig sind, daß das Schisssbauprogramm des nächsten Jahres sieben Dread» noughts einstellen solle, finden, daß seine Beweisfüh» rnng viele Blößen zeigt. Die Behauptung, daß Deutsch« land im Jahre 1913 einundzwanzig Dreadnoughts, ge» geu Englands fünfundzwanzig, besitzen werde, ist auch in der englischen Öffentlichkeit oft widerlegt worden. Ebenso wird Lord Eharles Vcressords andere Behauptung kritificrt, daß zur selben Zeit Östcrreich°Ungarn nnd Italien über je vier Dreadnoughts verfügen wer» den. Dabei rechnet der Admiral die beiden Dreadnoughts, die für das australische und neuseeländische Geschwader gebaut werden, auf englischer Seite nicht mit, da sie nicht unter unmittelbarem Befehl der Admi» ralität stehen werden. Man fragt nnn, mit welchem Recht er dann die Dreadnoughts der beiden anderen Treibundmächle den deutschen zuzählt, als wenn sie alle zusammen unter demselben Befehl stehen würden. Ve. fremden erregt ferner sein Argument, daß die Über» legenheit Englands in großen Schlachtschiffen, die er selbst zugibt, durch den Mangel an Mannschaft, an Docks, an Vorräten, an Kreuzern und Torpedobooten beeinträchtigt würde, während die dentsche flotte mit alledem trefflich ausgerüstet sei. Es wird entgegnet, daß, während Deutschland 53.W0 Mann mit nnr dreijäh» riger Dienstzeit hat, England über 130.000 Mann mit sehr viel längerer Dienstzeit versügt. Die Vehanptnug, daß Mangel an Kriegsvorräten herrsche, ist von der Admiralität stets bestritten wurden, und die Überlegen» heit der englischen Flotte an Kreuzern, Torpedobooten
uud Unterseebooten ist eine bekannte Tatsache. Inter» essant ist, daß Lord Charles jetzt zum erstenmal den Wert des Dreadnought-Typs anerkennt nnd einen Dreadnought zwei Schissen der älteren Klassen gleich» stellt. Aber man bedauert die Übertreibungen des Ad» mirals, die, wie man meint, der Flotte sehr schaden könnten.
Bulgarien.
Aus Sofia wird über das im nächsten Jahre ein» zuberusendc große Subrauje ^Veliko Narodnu So» branje), für die Vornahme der durch die Erhöhung Äul» garieus zum Königreich notwendig gewordenen Ändc-rnng einiger Artikel der bulgarischen Slaatsverfassuug, berichtet 1 Der Vorgang, nach welchem eine Ändernng oder Revision der bulgarischen Versassnng stattfinden kann, ist in den letzten drei Artikeln, den Artikeln 167, 168 uud 169, bezw. in den damit im Zusammenhange stehenden Artikeln 108 nud 109 festgestellt. Dauach ist vor allem eiue regelrechte Vorlage, welche die in Ans. ficht genommenen Änderungen enthalten muß, in das gewöhnliche Cobranje einzubringen. Diefe Vorlage kann in gleicher Weise, wie jeder andere Gesehentwurf, der Initiative der Negierung oder jener eines oder meh» rerer Deputierten eutspriugeu, nur mnß in letzterem Falle die Vorlage von mindestens einer solchen Anzahl von Deputierten gefertigt sein, welche dem vierten Teil der bei dieser Gelegenheit anwesenden Sobranjemit» glieder entspricht. Znr Abstimmung über eine solche Vorlage kann nach den Vestimmuugeu der Verfassung nnr dann geschritten werden, wenn mehr als ein Dritt» teil aller Deputierten im Svbranje anwesend ist. Wäh» rend jedoch in den übrigen Fällen zur Entscheidung der Vorlage gewöhnliche Stimmenmehrheit erforderlich ist lind bei gleicher Stimmeuverteilung die Vorlage als abgelehnt betrachtet wird, gilt im speziellen Falle der Verfassungsänderung die Vorlage nur dann als an» genommen, wenn für dieselbe mehr als zwei Dritteile
Feuilleton.
Eine Rxdikolkur.
Von Josef Aawrence.
(Fortsetzung.)
..Um Gottes willen, was wollen Sie hier mit mir tun?" s^g^ die Dame und zitierte vor Angst. ; ^..Vitte, haben Sie nur keine Angst, Mrs. Simp. e>sen um sich schlug nnd laut um Hilfe fchrie.
..Bitte, seien Sie ruhig, gnädige Frau!" schrie Hod-As chr ins Ohr. „Der Doktor hat'gesagt, daß Sie diefe ^Handlung haben müssen, uud ich muß doch sciuen Ve. 'chlcn folgen."
Plötzlich gab die Patientin den Kamps cms und lag ^'3 still da.
..Hm," brummte Dick, „ich kenn' solche hysterische nrjch.chten, die Alte simuliert."
Er nahm eine Salmiakslasche und hielt sie ihr unter "-' Nase. Sie stöhnte zweimal, dann setUe sie sich auf "Ud ichric wieder um Hilfe.
Hudg,-s hielt es für augemesscu, mit einer anderen
iuminer des Programms zu beginnen, half ihr auf-
'lehen und führte sie zur galvanischen Batterie.
^, ..Nein, nein, das lass' ich mir nicht mehr gefallen,
"w Elender!" brüllte sie und nahm den Kampf wieder
anf, wütend auf ihn losschlagend und sein Gesicht zer-kratzend.
„Bei Gott, sie ist eine böse Katze," brummte Hod» gcs für sich, „aber ich werde mich an ihr rächen!"
Mit seiner ganzen Muskelkraft zwang er sie in einen anderen Sessel und hielt sie einen Augenblick gewaltsam fest; dann preßte er ihr die.Elektroden in die Hand und setzte die Batterie in Bewegung.
„Wau!" brüllte sie wie eine Fnrie, dann wurde sie ganz steif, denn er hatte den starken Sirom eingeleitet.
Ihre Augen traten fast aus den Höhlen, nnd sie ächzte und stöhnte, als müßte fie im nächsten Augen» blick bersten.
„Das wird oich wohl für knrze Zeit bändigen," brummte der junge Quälgeist und stellte den Strom ab.
Die alle Dame siel sofort iu Ohnmacht, und Hud° ges dachte empört, daß sie schon wieder simuliere.
„Warte nur, ich werde dir die Faxen abgewöhnen," lachte er boshaft.
Schnell erhitzte er einen Nrennstifl und näherte die glühende Platiuspitze dem entblößten Arm seines Opfers. Hatte sie vorher schon lant genug geschrien, so über traf sie jetzt alle Dampfpfeifen nnd Nebelhörner von Manchester.
„Hilfe, Polizei, Mörder!" kreischte sie verzweifelt. „Gnade, Gnade! Wird mich denn niemand retten?"
„Es gehl Ihnen schon viel beffer, Mrs. Simpson," versicherte ihr Hodges. „Diese Bchandlnng wirkt eut» schieden belebend auf Sie. Bitte, kommen Sie hier herum."
Wieder gab es einen erbitterten Kamps, doch das unglückliche Opfer faß endlich auf dein Isolierftuhl und Dr. Mcrriams Stellvertreter ließ die Faradische Ma-schine ihre Künste spielen, daß der alte Körper in kon» vulsivische Zuckungen geriet.
Blaue Fuut'en hüpften alls ihre Ellbogen, Schul' lern und Kuic, unsichtbare Nadeln wühlten im zitiern-
den Fleisch und alle Haare sträubten sich ihr am Kopf, während sie ununterbrochen schrie uud klagte und sich in Todesängsten wand.
„Das wird genügen, Mrs. Simpson," sagte er end» lich. „Sie haben sich wie ein Soldat gehalten, dafür will ich Ihnen jetzt anch ein Vergnügen machen; sehen Sie nnr, das ist wirklich fehr hübsch lind interessant, Mrs. Simpson."
Sie war mittlerweile ganz erschöpft und malt ge» wordeu, und er brachte sie ohne Widerstand auf einen anderen Sesfcl. Sie wimmerte unr leise und beob» achtele mit angsterfüllten Blicken, wie er den Blaulicht» apparat zurecht machte. Als sie aber dann in das strah» lende Licht blickte, war sie von neuem Entsetzen ergriffen lilld sprang mit erstaunlicher Behendigkeit auf.
„Ich lass' mich nicht töten!" schrie sie. „Mörder? Hilfe, Hilse!"
Hodges wollte sie fassen, aber — da hatte er plötz» lich einen so heftigen Schlag bekommen, daß er taumelte uud fast gefallen wäre. Als er sein Gleichgewicht wieder halle, lief sie durch das Zimmer und riß die Türen ins Wartezimmer auf.
Der juuge Mann traute seinen Augen kaum, deun auf dem Boden lagen die getreuen Krücken, ohne die die alte Dame vorher leinen Schritt allein luu konnte. Er lief der flüchtigen Patientin nach, sah sie aber nur noch dic Treppen hinunter eilen.
„Meiner Seele!" rief er, „die Alte ift geheilt, aber sie wird sich nmbringen, wenn sie weiter so rennt. Halt! Hall! Mrs. Simpson! Sie werden sich weh tun!"
Aber unaufhaltsam raunte die Palieutiu die Straße hinaus in einem Tempo, das man für Damen reiferen Alters für unmöglich hallen muhte. Ihre Arme be» wegtcn sich wie Windmühlslügel und die Schnelligkeit ihres Lauses schien noch zu wacliscn. (Schluß folgt.)
Laibacher Zeitung Nr. 225.
2056
4. Oktober 1910.
aller Deputierten stimmen. Die solchermaßen angenom» mcne Vorlage wird dann dem zu diesem Zwecke gewähl» ten und einberufenen großen Sobranje zur legislatori» schcn Erledigung vorgelebt. Die Entscheidungen dieses Sobranje haben mit einer Majorität von wenigstens zwei Dritteln aller Mitglieder des großen Sobranje zu erfolgen. Das große Sobranjc besteht ans doppelt so viel Mitgliedern als das ordentliche Sobranje, miihin werden in diesem Falle auf je 20.000 Einwohner je zwei Deputierte gewählt. Es dürfte also das bevor» sicheude große Sobranje snach Maßgabe der letzten Volkszählung, welche rund 4,5 Millionen Einwohner ausweist) aus ungefähr 400 bis 450 Deputierten lx>° stehen. Das große Sobranje kann sich nur mit Fragen, für welche es speziell einberufen ist, befassen und wird nach deren Erledigung geschlossen und aufgelöst. Die Abstimmung sowohl im ordentlichen, als anch im großen Eobranje erfolgt persönlich nnd öffentlich. Nnr auf Antrag von mindestens zehn, bczw. zwanzig Deputierten, kann, falls deren Antrag vom Sobranje an» genommen wird, die Abstimmung eine geheime sein.
Politische Uebersicht.
Laibach, 3. Oktober.
Das TelegrapheN'Korrespondcnzbnreau verlaut» bart folgende Mitteilung! Graf Aehrenthal, welchem die Ehre zuteil wurde, vom König von Italien in Raeco» nigi empfangen zu werden, hat bei diesem Anlasse Sei» ncr Majestät ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers und Königs Franz Joses übergeben. Die von den Mi» nistern des Äußern Italiens nnd Öslerreich»Ungarns in Turin gepflogenen Besprechungen bildeten die natürliche Fortsetzung jener, welche in Salzburg und Ischl statt» fanden, ohne oaß sich in der Zwischenzeit neue, die internationale Lage, verändernde Tatsachen ergeben hätten. Die beiden Staatsmänner haben neuerlich lou» staticrl, daß sie im Vereine mit dem Berliner Kabi» nett unentwegt uud aufrichtig im Sinne der friedlichen Ziele des Dreibundes tätig sind. — In einer Pole-mik gegen die „Times" führt die „Italic" aus: Italieu war bis ius Kleinste über alle Vorkommnisse uulerrich» tet uud nichts wurde, ihm vorenthalten, was man in Berlin uud Wien wußte. Wenn nnn diese Kontinuität der Beziehungen uud dieser ununterbrochene Gedanken» auslausch zwischen den Verbündelen die Bedeutung des Besuches des Grafen Aehrenthal abschwächt, so ist dies in der Tat nur erfreulich. Deun wenn zwei Staats» Männer, welche die internationale Politik zweier verbün» deten Mächte lenken, einander nichts besonderes zn sagen uud kein neues Ereignis einander mitzuteilen haben, so schließt dies in sich, daß diese Staatsmänner, gegenseitig über ihr Tuu und Lassen unterrichtet, sich in vollkommener Übereinstimmung befinden, und in die» ser Übereinstimmung ist anch Deutschland initeinbe» zogen. Die, drei verbündeten Mächte, verfolgen eine Po» litik, die unerschütterlich auf der Erhaltung des Friedens fußt.
Die „Neue Freie Prcsfc" gelangt in einer Erörtc» rung des pro und kontra in der Angelegenheit des an»
eblichen türkisch-rumänischen Vünouisscs zu folgendem
Schlußergebnis: Das Fehlen eines besonderen rnmäni» schen Interesses an einer Vereinbarung über ein ge» meinsames militärisches Vorgehen mit der Türkei, die Schwierigkeit der Kompcnsationsfrage im Falle eines Krieges, welchen Ansgang er anch immer nehmen möge, weiters der Umstand, daß cin vertragsmäßiger Zusam» menschluß der beiden Mächte sein Gegenstück in einer dein Frieden laum zuträglichen Vereinigung der übrigen Balkanstaaten finden würde, endlich die Tatsache, daß die Türkei stark genug ist, um ciucn ihr anfgezwunge-nen Kampf mit ihren uumittelbaren Nachbarn anf dem Bai kau selbst auszuscchtcn, sind Momente, welche den Meldungen über den Abschluß einer Mililärkunvention zwischen der Türkei und Rumänien trotz der zwischen beiden Staaten bestehenden weitgehenden Interessen» gemeinschast wenig innere Wahrscheinlichkeit verleiht.
Ans London wird gemeldet: Aus Mitteilungen, die von unterrichteter Seite aus Tokio kommen, ist zu ent» nehmen, daß die dort vor kurzem aufgedeckte Verschwö» rung durchaus nicht als das Symptom einer in irgend» welchen Klaffen der Bevölkerung herrschenden Strö» lnung anzusehen sei. Durch die Untcr>nchnng der An-gelegenheit ist festgestellt worden, daß alle an dem vcr» brecherischen Plane beteiligten Personen unreife jnnge Leute sind, die dnrch das Lesen er,trcm»radikalcr, ins» besondere anarchistischer Schriften zn ganz verworrenen Ansichten über Staat nnd Gesellschaft gelangt waren. Dank der Gewandtheit der Polizei ist es gelungen, den Plan aufzudecken, ehe die Vorbereitnngen für seine Ansführnng weit fortgeschritten waren. Die Zahl der verhafteten jungen Leute beträgt dreiuudzwanzig, man glaubt jedoch, daß auch noch andere Personen in die, Sache verwickelt sind. In vielen Kreisen bezweifelt man übrigens, daß es tatsächlich zn einem Anschlag gegen den Kaiser gekommen wäre. Die Ehrfurcht für die Per» sou des Monarchen ist, wie man betont, ein in der ge» amlen Nc-Völkernng Japans so tief wurzelndes Gefühl, daß man zn der Annahme berechtigt sei, daß die ver» irrten jnngen Lente schließlich doch davor zurückgeschreckt wären, ihre Tendenzen dnrch ein gegen den Mikado gerichtetes Attentat zu betätigcn.
Tagesneuigleiten.
— Din diplomatisches Wortspiel.j Eines der glück»
lichsteu Wortspiele, die wohl je gemacht wurden uud die ihre Aktualität nicht verloren haben, verdankt man einen: hervorragenden Staatsmann, der znr Zeit Ale» Zanders II. von Nußland Ministerpräsident war. Es war um die Zeit, als sich die hohe Pforte der Unab» hängigleit Griechenlands so sehr widersetzte. Die Türe des Zimmers, in dem der Ministerrat tagte, ächzte in ihren Angeln, wodnrch ein unangenehmes Geräusch enl» stand. Als der Kaiser nach der Ursache des uhrenzer° reißenden Lärmes fragte, benutzte der Staatsmann, der eifrig für eine Intervention Rußlands eingetreten war, die günstige Gelegenheit und antwortete: ,,d'68t 1a porw 'hr nngalant. Ob er zu Hause auch so reden darf? ^nd lueun er etwa nicht verheiratet ist, wieviel „Körbe" ")ag er vor diesen Ergebnissen seiner wissenschaftlichen ckurschung empfangen haben?
^ ^- (Die Schrullen einer Lady, der es zu a.nt geht.)
A°n ihrem prächtigen Landsitze Broxlon Hall 'hat Lady
^rtllr Grosvenor, die „Amateurzigeuneriu", nlit ihrem
Minen Wagen nun ihre Herbstreise angetreten, die der
^'holung dienen soll. Die elegante Frau, deren präch-
W Toiletten bei den großen gesellschaftlichen Ereig-
"lücn su ust die Blicke der Vewuuderer auf sich geleukt
Men, streift auf diesen Zigeuuerlouren alle gesellschaft-
"heu Vorurteile ab und verzichtet auf deu Luxus und
^' Bequemlichkeiten, die ihre Stellung uud ihr Ver°
.Mu ihr dieten können. Ill den kleinen Dörfern von
s^lw- zeigt Lady Artur daun mit Stolz ihreu Wagen,
>'e mmuit so gut lvie gar keiu Geld auf die Reise mit
"Nd^hr ^f^j^ Vestrebeu bleibt, die geringen Kosten
^ ^ahrt und ihres Lebensunterhalles in ihren Zigeu°
erwochen selbst zu verdienen, indem sie gegeu eiu ge°
lnges Entgelt ihre rulleude Sommervilla wißbegierigen
"Uten zeigt. Sobald das Lager ausgeschlageu ist, sieht
^ an sie „lit ihren zarten, gepflegten Händen Weiden-
ni?/^" Wrbeil flechten nnd mit großem Behagen ge°
bat ^'" ^"" Paradoxe ihrer Situation. In dieseiu Jahr
Mi die Amateurzigeuueriu auch ihre beideu kleiuen Töch-
«', ."'^ auf die Fahrt genommen, die ihr emsig beim
^nuslechie-,, helfen nnd'nicht wenig dazu beitragen, die
"nnahmen zn erhöhen. Eiu Londoner Journalist hat
,., ^euheit gehabt, die romantische Lady iu einem klei-
^, Marktflecken zu treffen, wo sie gegen ein Entgelt
S I /,^l"U!>g den Dorfbelvohnern ihren Wagen zeigle.
ei,, '^ "klärte die Einrichtung des Innern, die aus
Ms Clemen Schlaskammer und einein bescheidenen
AUlM-n,,,,, ^^^,^ Währeud der gauzeu „Erholnngs»
M ^ kocht ^ady Arthur ihr Effen selbst, wäscht ihre
il,i- 5' "'"'^ b^'u Wagen uud pulzt die Messingteile
en .">""' Kochherdes. Im kommenden Jahre will sie
ten "'^ ^'U'ch Nordschottlano unlernehmen. Nur sel-
l unterbricht sie ihre Fahrt auf eiuen Tag, um ihrem
do>, ' s^'^'" ^'"l) abzustatten, der iuzwischeu in Lon»
Ne .-?'^ '"^ anscheinend keine Luft verfpürt, den
^l,^ ^' Amateurzigeiiuers zu ergreifeu uild au den
steuern s'iner Frau leilznnehmeu.
ve?,,^,. " ^l'ttcrwochenhotel.j Ein speziell für neu-
D^!„ ' P""l'"l bestimmtes Hotel mit dem Namen
^nv ^euvermählteuhotel" ist die jüngste amerikanische
"iglell. Das Unlernehmen wird von einem Hotel-
>Mr ,n Nelujcrscy in die Welt geseht. Der Mann
erklärt, die neuvermählten Paaren durch die Hotel» j beamten und oie Gäste geschenkte lächelnde Ansmerk», samkeit bereite dieseu solche N'rlegeuheit, daß eiu ausschließlich für Neuvermählte bestimmtes Hotel eiue Not» wendigkcit sei. Sämtliche Beamte des Hotels müssen kürzlich verheiratete Leute sein. Kein Mensch, der länger als zwei Wochen das Ehejoch getragen hat, wird als Gast im Hotel aufgenommen. Der Schöpfer dieser genialeil Idee ist sicher, daß das Hotel lange vor Weihnachten voller Bräute uud Bräutigame sein wird. Er selbst ist ein Junggeselle, küudet aber au, daß er heirateil und seiue junge Fran zur Geschäftsführerin des Hotels machen werde.
— sDer Eisendahnzug als Elektrisiermaschine.j Eine sonderbare Beobachtung teilt ein Mitarbeiter des Elektrotechnischen Anzeigers über eine Beeinflussung von Telegraphenleituugen dnrch fahrende Eisenbahuzüge mit. Bei der Verlegung einer neuen Leitung anf einer Strecke der Eiseilbahn, die von Natal nach Transvaal sührt, machten die Arbeiter die uucrfreuliche Erfahrung, daß sie oft mehr oder weniger heftige Schläge erhielten, obgleich die von ihnen gehandhabten Drähte selbstverständlich feinen Strom dnrch die Leitung erhielten. Zu-weileu waren die Schläge so stark, daß die Lente fast zu Boden aelvorseu wurden. Zunächst konnte man sich diese Erscheinung überhaupt uichl erkläreu. Erst uach längerer Zeit wurde mail fast zufällig darauf aufmerl» sam, daß die elektrischen Schläge Dann am stärksten wareu, wenn ein Zug auf dcm benachbarten Geleise snhr. Danach wurde zunächst die Maßnahme getroffen, daß die Arbeiter dann eine Pause machten, bis der Zug außer Sicht war. Mau iuteressiertc sich aber weiter sür das Rätsel uud wollte ihm ans deu Grund kommen. Dieser Zweck ist denn auch erreicht worden nnd es hat sich herausgestellt, daß durch eine fahrende Lokomotive eine Eleltrisierung dcr Umgebung bewirkt wird, wenn heftige Dampsslröme aus deu Röhreu der Maschiue eut° weichen. Dadurch wird dann wieder die cletlrische Spannung der Leiluugsdrähte gesteigert, und es läßt sich somit versteheu, daß eiu mil einem Draht nnd gleichzeitig mit der Erde in Berührung stehender Mensch unter solchen Umständen einen Schlag empfängt. Die Ver» suche zur Feststellung dieses Zusammenhanges sind derart sorgfältig angestellt worden, daß an der Tatsache nicht zn zweifeln ist, uud es bleibt uur uoch fraglich, warum diese Erscheiunng so seilen nnd nicht weit früher zur Beobachtung gekommen ist. Wahrscheinlich spielt dabei die Beschaffenheit der Lnft eine Rolle.
— sDie Milch im .Kinemato.qraphcn.j Die Art, »vie ill Amerika der Kinematograph für wissenschaftliche Zwecke und für die Volksaufkläruug verweudet wird, ist höchst bezeichnend, wie ein Beispiel lehrt, das im Iour° ual der Amerikauischen medizinischen Vereinigung erwähnt wird. Die neneu großen Lichtbildtheater können hier Anregungen schöpfen. Es Handell sich um eine kine-malographifche Vorführung zur Veranschaulichung der Gefahren unreiner Milch. Die Pioniere der Camera habeil zu diesem Zweck Meiereien ansgesncht, die ihnen wahrscheinlich ihre Pforten nicht geöffnet hälteu, wenn sie die Enthüllungen hätten vorausseheu können, die von den Photographeil beabsichtigt wnrden. Die erste Szene des Schaustücks führt deu Sohu eines altuiodi-scheu, auf die Bakteriell mit Verachtung herabfehendeu Farmers ein, der gerade mit seiner Fran uud seinem kleinen Sohu in seine alte Heimat zurückkehrt. Die schmntzigen Kuhställe und die osfeuen, für Staub und Fliegen zugänglichen Milchbehälter werdeu getreulich zur Darstellung gebracht. Der Sohn, der etwas von der Hygiene gelernt hat, erhebt leidenschaftlichen Eiuspruch gegen diesen Znstand, stößt aber anf eineil nnnberwind-lichen Widerstand des allen Farmers, worauf das junge Paar alsbald seine .Koffer wieder packt und den alteil Großvater lveineiid an dem leeren Kinderwagen seines Enkels zurückläßt. Die zweite Szene spielt in einer Stadt. Das früher so glückliche Heim des Ehepaares ist durch eiue Kraukhcit des kleinen Kindes verdüstert. Der Hausarzt schüttelt den Kopf uud zeigt auf die Milchflasche, die er als Ursache der Krankheit anklagt. Der Sohn schreibt in seiner Angst an seinen Vater, der eilends angereist kommt nnd zu seiuer Vestürzuug findet, daß die schlechte Milch von seiner eigenen Farn» stammt. Das Ganze sührt selbstverständlich zu einem glücklicheu Eude, der Enkel wird gesund, uud der Groß-valer läßt, »oie im letzten Bilde gezeigt wird-, seine Kuh» stalle nach den Geboten der Hygiene einrichten.
Lokal- und Prouinzial-Nachrichten.
Die Lcdclcrzuuft in Ncnmarktl.
Ein Neitrag zur Grschichto des lmmischcu Gewerbes.
Von Karl Mitlitsch.
(Fortsetzung.)
Die „Rälhliche Maiuuug" der Hoskammer selbst geht dahin, daß, „waßmasßen die Supplicanten alda uichts Neues, sondern allein die de uuuo Vmbschreib» oder Cuufirmieruug der Ihucu uoch anuo 16L2 Er» thailt- aber dnrch die Enlstandlene Fenersbruust in die Asche gelögte Freyheit vnd Handwerchs Arlicl aller-vndterlhenigist ansnechen..., alß wußten Wür nicht, wie disen armben leutheu ihr billichcs pelitum woll abgeschlageu wcrdeu khüute." Die Regierung ist viel» mehr der Ansicht, „das berührten bürgerlichen lödcrern vnd Corduban-Machern zu Neu-Märthll in Ober-Crain solche von Ihnen produzierte Artiel anwieoerumb aller-gnedigsl geförtigt vud eonfirmierct werden möchten."
j Die inneröslerreichische Regierung uud Hoskammer > iu Graz erhielt auf diese Eiugabe folgeudeu Bescheid des Kaisers: „Demnach Wir über Euer Vutertheuigstes Verichtschreibeu vud Räihliches guctachten Vom 26. Äpri. lis Iüugslhin denen bürgerlichen Lederer vnd Cordu-banmacheru zu Neumärlhtl iu Ober-Craiu die hoche Grad gelhau vud denen selben auß invermelten Vrsachen die von Vus Ihuen Auno 1662. den 12. Aprilis gne-digst erthailte vnd Anno 1689 durch die daselbst Ent-standene Feuers-Pruust ill die Asche gelegte, wie auch den bey Vusern darinnigen Stollen sich befindlichen original gleichförmig befuudeue Freyheit vud Handlwerkhs Arlicul nach mehrerm Inhalt des abschriftlich herbey» thombeuden diplomatis, Einhelliglich Eiilgerathcncr« maßen guädigst außgefertigt.
Alß >verdet Ihr daß supplieiereude Haudlwerkh hieruach gebühreudl uerbscliaideu lvie auch daß Weilherc gehöriger ortheil dahiil uaclidrücklich zu versügeu wißeil, daulit dasßelbe bey dieser Ihrer Haudtwerkhsfreiheit vud Articula Kräfftiglich gehandhabet Vnd darwider auf keinerley weiß nicht graviert werde." (25. Mai 17l)l auf Schloß Lareuburg.)
Welche Enlwicklulig die Gerberei bisher genom» men, ob sie sich lebeussähig iiud stark genug erwies, die Eiseuiudustrie völlig zu ersetzen, wieviele Leder» stuben oder Meister das Handwerk damals zählte, dar» über läßt sich leider nichts berichten, denn die Feuers» bruilsl des I. 1689 hat ja, wie wir gehört haben, alle schriftlichen Auszeichnungen vernichtet, die nns Kunde hätten geben lönnen' das interne Zunslleben hingegeil lernen wir alls dem soeben ernenerlen Privilegienbriefe erschöpfend kennen. Iu 38 Punlleu werden Rechte und Pflichten der Innungsgeuosseu genanest festgesetzt und abgegrenzt und selbst wichtige Details finden eine ernste Vehandlnng. Die wesentlichsten Veslimmuugeu seien des Interesses wegen, dem sie allenlhalben begegnen dürfteil, im nachfolgenden wenigstens auszugsweise wiedergegeben.
Aus der Eiuleilnng ist zu ersehen, daß die Zunft nnter dem Schutze des hl. Andreas, des hl. Florian und des hl. Georg stand, in deren Namen uud zn deren Ehren sie auch errichtet wurden.
„Anfänglichen und fürs erste ist unser eines gantzen Ehrsambell Handwercks sambentlicher Endlicher Willen nnd Meinung, daß wie sals) am Hei» ligeu Gottes-Leichnambs'Tag Iöhrlichen mit auf» gerichteu Fahnen neben unsern ganhen löbl. Hand« werckh, dem Heiligen hochwürdigen Saerament zu Ehren, so laug wir leben und uusere Nachkombeu, mit brünuenden ,Kertzen- und Andacht erscheinen wölleu, lvie wir dann solches anch ins werck gerichl uud mit Verleihung göttlicher Gnaden, so lieb nns unßer Seelen Seellgkeit ist.
Vnd weilen bey allen Handwerckszunsften der ge» brauch ist, daß einer uuter Ihnen zn eiuem Zechmaister erwöhlt wird, der des ganhen Ehrsamben Handwercks Patron uud Vorgeher seye — danu alle Haudwercks» sacheu richleu und damit guete Ordnung auch ob dem Arlielsbrieff fleißig gehalten uud demselben uachgelebt werde, obachi geben inuß. Wan dan Jahr und Tag verstrichen nnd selbiger sein ambl lreulich und fleißig verricht, auch Naittuug gethan hat, solches wider auf» fünden nnd an sein Watt einen anderen tauglicheu durch sein als erste uud süruembfte Slimb mit Einwilligung deren andern Milmaisteru, benennen kan also soll es bey dieser unserer Znnsst aiich gehallen werdeil, und der Zechmaister allezeit zu Neumarckll, wo die Ladt ist, auch zu der Ladt zwey Schlüssel jederzeit sich befiuden, und deren einen soll der Zechmaister, den audern aber der viee Zechmaister bey sich behalten, auch die Ladt uiemahleu ohue beyweseu des völligen Handwercks weder durch den Zechmaister oder viee Zechmaister auf» gemacht werden.
Zum anderu sollen auch alle Maister, Knecht, uud Jünger alhie nnd welche sonften in diefer Purck» srid gesessen, ail dem heiligen Fest unsers Herru Frou» leichnambslag zii Morgcns srühe »»l sechs Uhr bey dem Zechmaister erscheinen, demselben einhellig mil einander das Gelait zu der Pfarr-Kirchen geben, und mit ihren fliegenden Fahnen allzeit drey uud drey in züchtiger Orduung oder Proeessiou christlich vom Aufaug bis zum Eude beywohnen, den zarten Fronleichnamb Jesu Christi „lit hertzlichcr Audachl und Ehrerbiethung be« gleiten helfen; der aber sich verächtlich oder spüttlich darbey erzeigen, sonst etwo Heimlich darvon gehen oder muthwillig ausbleiben wolte, soll eiu Maister umb zwey Psuud, eiu Knecht oder gesell aber umb eiu Psuud nnd ein Jünger umb ein halbes Psnud Wax uunach» läßlich gestrafft werden.
(Fortsetzung folgt.)
— lDcr krainische Lanbtaqj tritt morgen um
!l> Uhr vorulillags zu seiuer 26. Sitzullg zusamu>e>l. Alis der Tagesordnung befindet fich uebeu Mitteilungen des Landlagspräsidiums die Vorlage verschiedener Ne» richte des Laudesausschusses, u. a. des Rechenschafls. berichtes sür die Zeil vom 1. Iäuuer bis Ende De-zember 1309, des Berichtes über die der Sladlcicmcmdc' ^aiüach zil l-rteilenoe Vewilligimg behufs Ausnayiüc- d^
Laibacher Zeitung Nr. 225.
2058
4. Oktober 1910.
Nestes des bereits bewilligten Darlehens per 1,450.000 Kronen gegen 4^ A Verzinsung, des Berichtes über die der Stadlgemeinde Laibach zn erteilende Bewilligung zur Ansnchm'e eines Darlehens per 200.000 l< für das Pfandamt, verschiedener Rechnungsabschlüsse, des Be-richles, belrefjend die llbernahine der Schutzpoclen-impfungslosteu durch den ^laat, des Berichtes über die Verfassung eines Regnlnrnngsprojekles für die Stadt Idria, des Berichtes, womit der Entlvnrf eines Ge» sehes rüclsichtlich der fallweisen Anßerkraftsetzuug eini° ger Veslimmnngen des Gesetzes vom 25. Februar 1870, betreffend die Schul auf ficht, vorgelegt wird, des Be» richtes, mit welchem der Landesvoranschlag für das Jahr 1911 vorgelegt wird, des Berichtes, betreffend den Gesetzentwurf über die Abänderung der Gemeindeord-nlnig nnd der Gemeiildelvahlordnniig für die Bandes» Hauptstadt Laibach, nnd des Berichtes, betreffend die Errichtung eines besonderen Versicherungsfonds für die landschaftlichen Gebäude.
— lPcrsonaluachricht.) Ihre Durchlaucht die Frau Prinzessin V.S ch ö n b n r g-W aldenbur g ist gestern ans einige Tage hier eingetroffen, bei Fran Rosa Till abgestiegen und Hal abends im Landestheater der dent-, schen Festvorstelluiig zur Feier des Allerhöchsten Namensfestes Sr. Majestät des Baisers beige>uohnt.
— lDie Abschafsuug der Intrlliqenzprüfunq.) Die uenen »vehrgesetzlichen Bestimmungen über d<» Ein-iährig°^rei!villigenrechl werden die Absolviernng einer Mittelschule oder einer gleichgestellten Lehranstalt als Bedingung ausstellen. Tnrch die sogenannte Intelligenz» Prüfung wird man das Recht auf den einjährigen Präsenzdiensl nicht mehr erlangen. Um jedoch jenen Kategorien von Wehrpflichtigen, die wegen der Berufswahl, die sie getroffen haben, ein Zeugnis der absolvier» ten Mittelschule nicht beizubringen vermögen, einer Verkürzung der Dienstzeit teilhaftig werden zn lassen, wird das nene Wehrgesetz die Bestimmnng enthalten, daft jenen Wehrpflichtigen, die aus dein Gebiete der Wissenschaft, Literatur, der Technil', der Kunst oder des Kunstgewerbes Hervorragendes geleistet habeu, in Er» manglung des sonst geforderten formellen Nachweises der wissenschaftlichen Befähigung znm Einjährigere!' willigendienfl, die Berechtigung hierzu ansnahmswcife erteilt werden kann. Die nene Bestimmnng wird im Jahre 1912 in Krasl treten.
— sVom Iustizbieuste.) Wie nns ans Wien gemeldet wird, hat Seine Exzellenz der Instizmin ister die Richter Martin Zwitter in Nassenfnß nach Nu° dolfswert und Peter Ker3i<» in TschernembI nach Adelsberg verseht, serner die Auskultanten Dr. Franz Schau bach und Johann Nomold zu Richtern, ersteren für Tschernembl, letzteren für Nassenfnß er-nannt.
— lDic Vinlösuug der alteu Hlludertcr-Bauk» nolcn.) Die mit der Kundmachling der österreichische ungarischen Bank vom 6. Oktober 1902 einberufenen Banknoten zn Hundert Gulden österreichischer Währuug uiit dem Daluin vom 1. Äcai 1680, N'elche die Haupt-anstalten und Filialen derzeit noch znr Verlvechslung annehmen, werden nach dem 31. d. weder eingelöst, noch verwechselt nnd es wird mit Ablauf dieses Tages jede Verpflichtung der Bank, für die vorerwähnten Noten cine Vergütung zu leisten, erlöschen.
— lPrämiierung in der Iagdausstellung.) In Wien fand gestern die Verteilung der Prämien statt, die von der Jury der Iagdansstellung an die Ans' steller verliehen wurden. Im ganzen werden verliehen: 74 Ehrendiplome, 119 silberne Slaalsmedaillen, 168 bronzene Staatsmedciillen, 61 silberne Handelskammer» Medaillen, 85 bronzene Handclskammermedaille», 89 qoldene Allsstellungsmedaillen und 1l3 silberne Aus» stellungsmedaillen. Ans Krain entfallen nachstehende Prämien: A d e l s v e r g e r Grottenko m m i f ° sion in Adelsbcrg filberne Staalstnedaille,- Ferdinand Schulz in Laibach bronzene Handelskammermedaille; Anton Krejü i, Kürschner in Laibach, goldene Aus» stellnngsmedaille; Ver e, inig t e S ch n h in a ch e r ° g e n o s s e n s ch a s t in Laibach silberne Ansslellungs-Uiedaille; Max Samassa, Glocken», Bronze, und Eisengießerei in Laibach >!>«,-« concoui-«).
— sDer Kinematograph der Iaqdausstelluuq in Wien) gibt nächste Woche in unserer Stadt an 1 bis 5 Tagen außerordentliche Vorstellungen im Union-Saale. Dieser ausgezeichnete Kinematograph, der während der ganzen Dauer der Iagdansstellnng iu Wien täglich vor ausverkauften Häusern Vorstellnngen gab, wurde, auch von Seiner Majestät dem Kaiser und sämtlichen Erz» herzogen zn wiederholten Malen besucht und der Kaiser hat sich überans lobend über die Darbietungen, speziell über das Bild „Kaiser Franz Josef 1. aus der Gems-jagd" ausgesprochen. — Das genaue Datum der Vor» stcllunge» werden wir iu einigeu Tagen bekannt geben.
— lTrauuug.) Am 5. d. M. nm 3 Uhr nachmittags erfolgt in der hiesigen Marien»lFranzisfaner»)kirche die Trauung des Fräuleins Adele F edri g o n i Edlen von Etschthal, Tochter des Herrn Franz Fedrigoni Edlen von Elschlhal, k. n. t. OberstlenlnanlS im Insanlerie--regilnent Nr. 27, und der Fran Anna Fedrigoni Edlen von Etschlhal, geb. Freiin von Ghelaldi.Gondola, mil Herrn Konrad Saxl, Oberproknrislen der Filiale der K. k. priv. Österreichischen Kreditanstalt in Laibach, Leutnant des nichlallilxn Standes im Landwehrinsan° teriercgimenl Nr. 27. ^, ^,. ^. < . ..
— PAus der Diözese.) Die Pfarre Oberloitsch wurde dem Pfarrer in Lclimlje, Herrn Ivan Erja-vec, verliehen.
— ^Siebzigster Geburtstag.) Wie bereits kürz.
lich gemeldet, begeht morgen der Direktor der hiesigen „Glasbenn Mat'iea", Herr Franz Gerbi«, seinen 7l>. Geburtstag. Iu Zirknitz geboren, lvirktc der Jubilar zunächst als Oberlehrer "in Dornegg bei Illyrisch-Feislritz, bcgab sich aber bald ans Prager Konservatorium, wo er neben Sologesang die KompositionS-lehre nnd das Klavierspiel, die Harmonielehre, den Koulrapunkt nnd die InstrnmentationSiehre stndierle. Nach Absolvierung seiner Studien war er eine Zeit» lang als Heldenlenor am böhmischen Nationaltheater tätig nnd ging im Jahre 1669 in gleicher Eigenschaft an das kroatische Nationaltheater in Agram ab, wo er über nenn Jahre verblieb nnd bei seinem Abschiede zum Ehrenmitgliede dieser Bühne ernannt wnrde. Nach knrzem Engagement in Ulm begab er sich an das polnische Theater in Lemberg, nm sodann einem Rnfe als Professor für Sologesang am dortigen Konservatorium zn folgen. Im Jahre 1885 trat er an die „Glas-bena Malica" in Laibach über und übernahm gleich» zeitig die Leitung des ('italnieachores; er feiert somit heuer auch sein 25jähriges Jubiläum als Direktor der „Glasbena Matiea". Dazu gesellt sich das 50jährige Inbilänm seiner kompositorischen Tätigkeit, oenn gerade vor einem halben Iahrhnnderte erschienen seine ersten Kompositionen unter dcm Titel „(>I:l«i «!l>vl!n^l ehrt werde» sollen. Anmeldungen sind an die Kanzlei des Reichsverbandes österreichischer Hoteliers, Wien, VIII., Florianigasse 8 s.Hotel Hmnmerand) zn richte». Der Betrag sür die Teilnehmerkarte für die Mitglieder des Reichsverbandes österreichischer Hoteliers einschließlich der Vequartiernng beträgt 100 K, für Gäste, welche von Verbandsmitgliedern angemeldet werden, 125 l'». pro Person.
— Mn Iagdwettbcwerl, für Vorstehhunde) wird vom slovenischen 'Jagdvereine am 9. d. M. veranstaltet werden. Hiezn sind drei Preise im Netrage von 50, 30 und 20 l< baar ausgesetzt,' überdies gelangen unter die Wettbewerber mehrere Ehrenpreise zur Verteilung. AIs Jury wird eine besondere Kommission nach den Weisungen des Verbandes der niederösterreichischen Jagd- und kynologischen Vereine in Wien fungiere». Der Weitbewcrb findet in den Revieren des Laibacher Jagdtlübs „Eava", in Dom/.ale, Dragomlje und Tepala Vas, statt. Abfahrt vou Laibach avs geriet mit dem bei Vrhovee als Taglöhner bc< schästiglen 46 Jahre allen Franz Miklic-'in Streit-Nach beendelem Streite rief Vrhovee den Milli5 ms Wohnzimmer und zahlte ihm 2 X 90 X als Tagk'!)» aus. Iu diesem Momente kam auch die 5>avs, mit einew Holzstößel bewaffnet, ins Zimmer und sagte zn Milli'-„Schon oft habe ich dir Schläge versprochen, heim' kriegst du sie aber ordentlich." Hiemit schlng sie wu dem Stößel wuchtig ans Milln- ein. Dieser begab st") nach dem Überfalle anf den Henboden, wo er nach' mittags in bewnßlluscm Zustande aufgefunden wurde. Ins 'Landesspital überführt, erlag er nach wen^ei Stunden seinen Verletzungen. Die ^avs win^ verhaftet uud dem Landesgerichte eingeliefert. ^-
— lTchadcnfeuer.j Am 29. v. M. nachmittags W',' im Wirtschaftsgebäude dcr Besitzerin Katharina F"'^ in Belica, Gemeinde Lengenseld, ein Fener zinn ^u'^ brnche, welches das ergriffene Objekt samt dem """'/ Hanse und den darin befindlichen Fnlter» nnd Stroy' Vorräten, einigeil Kleidern und Einrichlnügsslücken !^ »vie einem im Zimmer verwahrten Geldbeträge u 600 X einäscherte. Der Schaden beträgt bei I"«'' ' -Das Fcner lvar vom siebenjährigen Sohn dcr Vl'sw" dnrch Zigarellenranchen alif dem Heuboden vernilc >> worden.
Laibacher Zeitung Nr. 225.
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4. Oktober 1910.
— lDie Saison für bessere Vßpilze) ist zu Ende.
Gegenwärtig wird schon ein bedeutend schlechteres Ma» terial als in der Vorwoche auf deu Markt gebracht. Gestern konfiszierte das Marktinspektorat eiue^rößere Mc,ige von ungenießbaren Pilzen teils wegen Fäulnis, teils'wegen Wurmstiches. Vei sehr fchönein Wetter kann sich die Qualität der Pilze einigermaßen bessern, »väh-rend dei regnerischem, kühlen Wetter das Wachstum vollständig aushören wird.
— Mcrfahren und .qetötet.) Am 1. d. M. lvurde der achtjährige Schüler uu'd Besitzerssohil Alois ^nidar-3iö aus Martovec nnweit vom Schulhause iu Alten-warkt, Bezirk Laas, von einem ^ilhruianu überfahreu und getötet. Der Knabe fiel nämlich vor dem Gespann auf der Straße, allem der Fuhrmann, der aus dem mil Bauholz beladeneu Wagen saß, kouule die Pferde nicht aufhalte,,, da er die Zügel nicht in der Hand hielt, und so geriet der Knabe nnter den Wagen. Der unvorsichtige ' T^uhrmauu kümmerte sich selbst uach dem Uuglücksfalle uicht um den toten Knaben, sondern fuhr seines Weges weiter. Seine Ausforschung steht bevor.
— lVcin, Tanz.j Am 1. d. M. gegen Mitternacht entstand im Gasthause der Gertrnd Sitar iu Selo z»vi-schen mehreren tanzenoen Burschen ein Streit. Dabei ergriff der Manrer Rafael Vizjak eine Kracherlflasche und versetzte damit dem Maurer Weuzel Vindl derartige Hiebe über deu Kopf, daß die Flasche vollständig Zertrünuuerl lvurde. Der Maurer Josef Noval erhielt cbeufalls mit einer Flasche mehrere wnchtige Hiebe nber den Kopf. Beide sind schwer verletzt. ^.
— lSpielendc Kinder verunglückt.) In Nen°Udmal füllten spielende Kinder eine Flasche mit Kalk, Petroleum uud »varmem Wasser uud brachleu sie zur Erplo» siou. Die Masse spritzte dem dreizehnjährigen Buch» halterssohn Lndlvig Kinn und dem siebenjährigen Io° hauu Termin ins Gedicht, »vodurch beide an den Augeu schwer verletzt wurden. ^.
— iSchwcr verletzt.) Aiu vergaugeueu Sonnlag Zechten mehrere Burschen in einem Gasthanse in Vel^e und entfernten sich. Vor dem Gaslhanse auf der Straße entstand zwischen ihnen eine Balgerei, wobei die Arbeiter Franz Koejan nud Johann Icme durch mehrere Messerstiche schwer verwnndet wurden. ^.
— ° dolsswert, wurde verhaftet uud deiil Kreisgerichle ein» geliefert. ^-
* Mn Versteck hinter dem Vorhänge.) Als sich au eine:» der letzten Abende eine Geschästsinhaberin, in deren Hause sich eiu Gastlolale befindet, durch die Hintertür ins Gastzimmer begab und nach einigen Augenblicken zurückkehrte, bemerkte fie, daß sich hinler dem Türvorhange etwas regle. Erschrocken lief fie ius Gastzimmer, »vorauf sie mit einigen Gästen zurücklehrte, die eiueu 20jährigen unbekauulen Vlirschen aus dem eigentümliche» Verstecke Hervorholleu. Mail übergab ihu nuem Sicherheit^oachmailne. Der Bllrsche, ein beschäs» tigllngsloser Massenr ans Laibach, wurde nach der poli» Znlichen Untersuchung euthaslet, da mau ihn keiner strafbare» Handlung überführe» tonnte.
" iVerhaftctc Diebe.) Als uulängst einige Hand» Kerker iu einem Hanse einige Renovierungsarbeilen vor» "ahmen, bemerkleu die Parteien nach deren Abgehe», daß mehrere versperrte Tachbodenräume aufgebrochen Und einem pensionierte» Offizier Kleidungsstücke im Werte vou 75 X, »veiters einer andereu Partei zwei V'ohe Laterne», entweudel »vorden waren. Die Polizei forschte als die Täter den 26jährigen Taglöhner Georg ^urgez alls Maru^evae iu Kroatieu, ferner z»vei ans» wärts wohnhafte Tischlergehilseu aus. Ersterer, der den ^iebstahl eingestand lind angab, die gcuommeneu Klei» dnng^stücte auf einen Misthausen geworfen zu haben, wurde durch die Polizei verhaftet uud dem Laudes-9,^'ichte eingeliefert. — Iu eiuem anderen Hause kameu scit drei Jahren Diebstähle vor, wobei der Täter mit allem vorlieb »ahm- namentlich aber standen Gelodieb« »lnhle auf der Tagesordnung. Trotz aller Wachsamkeit Und trotz allen Abschließens wurden die Diebstähle fort-kll'tz'tzt. Tiesertage verschlvaud nliu von einein im Hofe Mtandenen Anlomubil eine Azetylenlampe. Da man »chuu läiigere Zeit eiuen im Hause bedieusteten 23jäh-^lgen Vlirschen ans deut Steiner Bezirke als den Dieb ""dächligte, durchsuchte der Dienstgeber dessen Schlaf. Znumer und sand nebst der Azetyleiilampe einige andere un Hause entwendete Gegenstände aus. Die Polizei, der "arüber die Anzeige erstattet wurde, nahm im Schlas-^lumer eine ueuerliche Durchsuchung vor und fand eine ^lechschachlel mit Kleingeld, einige Wäschestücke, serner em Sparkassebuch mit eiuer Eiiilage vou l<)l> !v mW Averse von Diebstählen herrührende Sachen. Der serute. — Dieserlage kam zur Maut auf der Wieuer Straße ein mit Mehlsäckeu beladeuer Wageu, auf dem der ^uhrmaiin schlief. Als ihn die Maulaufseher ans. weckteu, verließ er das fuhrwerk uud lehrte uicht mehr zurück. Erst am folgenden Tage wurde das inzwischen eingestellte fuhrwerk vom Eigentümer, einem Mühlen» besitzer ans dem Sleiuer Bezirke, abgeholl. — Sonntag nachts wollte ein Viehlreiber, der ohne Eintrittskarte auf dem Perron des Uuterkraiuer Vahuhofes stand, trotz der Ausforderuug des Portiers deu Perron nicht verlassen. Es entstand ein Wortwechsel, dem ein Sicher, hcilswachmann dadurch eiu Ende machte, daß er den be° rauschteu Viehlreiber abschaffte. Diefer wurde jedoch gewalttätig uui> es mußte ihm, damit er weggebracht wurde, mit Hilfe einiger Passanten die Schließlette angelegt werde». Der Verhaftete wurde auf die Sicher-heitowachtstube an der Karlstädter Straße abgesührl nnd sodann mittelst Zellenwagen in den Arrest gebrachl. — Als alis der Uuterkraiue'r Straße e!» Sicherheits-wachmauu des Nachts ei»e» Erzedeilte» zur Ruhe ver-»vies, riß ihm dieser deu Riugkrage» ab. Daß er hier. aus verhaftet wurde, ist selbstverstäudlich. — In der Nachl auf den Sonntag zertrümmerte ei» Arbeiter alls Vosheil seinem Nachbar, einem Hausbesitzer, vier Fensterscheiben. — Ei» ^lurwächter, der iu der Tiruauer Vorstadt einen Speuglerlehrliug »vegeu un> befugten Vogelfanges anhielt, wurde vou dessm Vater mit Fauslschlägeu traktiert.
" llkin Dieb nuf dem Fahrrade.) Am 18. v. M. kehrte iu das Gasthaus des Joses Samsa in Illlirisch» ^eistritz eiu 20. bis 24jähriger Viirsche ein. Nach ein,'» ger Weile verließ der Bursche das Gasthaus, ohue das Fahrrad mit sich genommen zn haben. I» der daraus-fegende» Nachl ertappte der Besitzer Josef Prime ill Dornegg de» Burschen, als er sich barfuß ill seine Be» hausung geschlichen nnd ihm ein Geldtäschchen „lit 2 X 20 I, enlweudet hatte. Der Radfahrer ließ Hut uud Schuhe zurück uud ergriff die flucht. Das zweisels-uhue irgendwo gestohlene Fahrrad ist Dürkopp-Diaua uud trägt die ^abriksnummer 42.706. Der Eigenlümer wiro aufgefordert, sich im städtischen Polizeideparlement oder beim Gcndarmerieposlen in Illyrisch.Feistritz zu meldeu.
^" lCinbruchödiebstahl.) Kürzlich brach ein un> bekannter Dieb ills Vertaufslokale des Greislers Va» lenli» Kolar iil Cava, Bezirk iironau, ei» uud stahl aus einer Echnblade 743 Iv. ^.
, — lWeitcrbericht.) Im Westen Europas hat sich em >»le»swes Minimum ausgebildel, das sich in nord» vsllicher Richtung gegen die Nordsee hinbewegt. Vom Südwesten schiebt sich ein Keil hohe» Luftdruckes bis zu de» Alpe» vor. Der hohe Lusldruck über Mittel» europa hat sich verflacht. I» Österreich herrscht »och vor-wiegeild heileres, slellelilveise uebliges Welter. Die Wmde sind allgemein schwach. I» Laibach haben keine we,eulliche Änderuugeu des Witternngscharakters das Ichone und warme HerbsOvetler gestört. Nachdem sich gestern der Morgennebel aufgelöst halte, waren am Himmel deu ganzen Tag seine Eirruswolken zu sehe», die von entfernten atmosphärischen Störungen herrühr-
ten. Aus den Alpenhöhen hallen sich die Temperaluren ungewöhnlich hoch. Der Lusldrnck äudert seineu Stand uur uubedeuteud. Die heutige Morgenlemperatur be» trug bei Nebel uud Windstille 12,8 Grad Eelsius. Die Beöbachlungsslatioueu meldeteu folgende Temperatnren von gestern früh: Laibach 10,3, Klagenfurl 9,8, Görz l4,2,' Triest 14,2, Pola 13,6, Abbazia 13,4, Agram 12,8, Sarajevo 6,4, Graz 9,8, Wien 11,2, Prag 9,5, Berlin ,2,5, Paris !!,,, Nizza 16,5, Neapel 20,0, Palermo 21,6, Algier 20,0, Petersburg 2,8; d,e Hohen-slaliunen: Obir 9,8, Sonublick 0,4, Säulis 4,0, Sem-meriug 12,6 Grad Eelsius. Voraussichtliches Wetter in der nächsten Zeit für Laibachi Wechselnde, später zu-nehmende Bewölkung bei warmen Westwinden.
— ^Verstorbene in Lailmch.) Gestern wurden sol-gende Todesfälle gemeldet: Josesiue Lecb, Privat, beamteusgallin, 34 Jahre, Rathausplatz 12; Mariauua l^are, ge»vese>ler Dienstbote, 78 Jahre, Radetzlystraße Nr. l i,- Maria Malee, pens. Lehreriu, 51 Jahre, Io» hailu Koöevar, Besitzer, 60 Jahre, Paul Zemljau, Gemeindearmer, 49 Jahre, Iohaiiil Punear, gewesener Schmied, 33 Jahre — alle, vier im Laudesspilale.
Theater, Nunst und Literatur.
— ^Deutsche Bühne.) Die deutsche Äühne eröffnete den diesjährigen Reigen ihrer Vorstellungen mit dem Lustspiel (richtiger Schwaul) „Der dunkle Puukl" von ,^adelburg uud'Presber als ^estausflihruug zur Vor» feier des Nameusfeftes Seiuer Majestät des Kaisers. Die Vorstellung wurde mit der Ruy-Nlas-Ouvertüre von Mendelssohn eingeleitet, die vom Mlilärorchester unier Leiluug des Kapellmeisters Christoph schwungvoll gespielt wurde. Die vor der Ouvertüre gespielte Volks» hyinne wurde vou dem zahlreich erschieueuen Publikum stehend nngehörl u»d begeistert ausgenommen. Die Hand» lung des Stückes ist auf gute bühnenwirksame Ein» fälle aufgebaut uud zeigt die geschickte Haud des alten Bühuenpraltilers Kadelbnrg. Die Darstellung selbst war eiue in jeder Veziehuug abgeruudete uud halte volleu Heiterkeitserfolg. Die männlicheu Schauspiel» lräfte, Haiis Winterberg, Hans Wallner nnd Mar Weydner boten als Träger der Hauplrollen treffliche Leislnngen. Die übrigell Darsteller waren zwar durchwegs in kleineren Rollen beschäftigt, fügten sich aber gut in das Zusammenspiel. Trotz des durchschla» geudeu Erfolges und des großen Beifalles, hallen wir zu einer „^eslvvrslellimg" doch ein dem Inhalle nach Pas» senderes Stück gewünscht. — Die Vorslelluug beehrte» Herr Landespräsident Freiherr voii Schwarz uud andere Honoratioren mit ihrem Besuche. 1i.
— sIm slovenischen Theater) gelaugt heute Zur ^eier des Allerhöchsteu Nameussesles Seiuer Maje» stät des 5kaisers das vieraklige Drama „Taisuit" vou Melchior Lengyel zur Ausslihruug.
Telegramme
des k. k. Telegraphen^orrespondenz-Bureaus.
Dementi.
Sofia, 3. Oktober. Eine Depesche der „Times" halle mitgeleilt, daß im Zusammenhange mit dem au» geblichen Abschluß der lürlisch-rumänischen M'iliiärlou. venlion iu deu hiesigeil Vlätleru äußerst beleidigeude Artikel gegeu deu österreichisch-liugarischeu Minister des Äußern Grafen Aehrenthal veröffentlicht worden seien uud iu der hiesigeu Bevölkerung herrsche eine derartige Erreguug gegeu Österreich, daß Österreicher aus der Straße mißhandelt worden seien uud daß die österrei-chisch-ungarische Gesandtschaft polizeilich beschützt werde» müsse. Alle i» diese» Depesche» eilthallene» Angabe» si»d gäilzlich aus der Luft gegriffe».
Izvolskij — Botschafter in Paris.
Petersburg, 3. Oktober. Das Amtsblnlt verösfent. licht die Ernennung des Ministers des Äußern Iz» volskij zum russischen Botschafter in Paris.
Die Cholera.
Andapest, 3. Oktober. Dem Ministerium des Iiiueru wurden gestern folgende Eholeraerfrailkiiugen, bezw. Todesfälle, gemeldet: 6 Erkrankungen im K» mitate Bares-Bodrog, eine Erkrankung und ein Todes» fall in Gran, eiue Erkraukuug i» Mohaes »nd im Ko» milale Toronlal. Heute sind dem Miuisterium des Innern Meldungen von 6 Chulera-Erkralikungeu n»d von 3 Todesfälle!, zugekommen.
Nom, 3. Oktober! In den letzten 24 Stimde» er» eignete» sich in Neapel 8 Erkrankungen und 5 Todes-fälle au Cholera, in der Provinz Neapel 17 Erkran» lnngen uud 8 Todesfälle, in Apnlien l Erkrankung uud l Todesfall.
Konstaniinopel, 3. Oktober. Iu Trapezuul sind am 30. v. 20 Erkrankungen an Eholera vorgekommen, voil denen acht tödlichen Änsgang nahmen. Iu' Erzerum siud am 28. September zwei Erlraukungeu au Cholera und ein Todesfall vurgekommeu. Alts dem Iuueru des Vilajets »oerdcn neuu Erkrailknngen und neun Todes« fälle gemeldet.
PilzvcrgiftlllMu.
Äilldapest, 3. Oktober. Auf dem Ofner Martt am Garaliplatz gelauste wifipilze veilnsachten l>ei t'ic'i' Familien schioere Pilzveigislunge». Im ,qau,',e» sind ^1
Laibacher Zeitung Nr. 225.
2060
4. Oktober 1910.
Personen citraukl, die smullich ms Spital überführt wurden. Zur Lruicruu^ der Vcrkänst'r der Oiflpilze wurde eine strenqc Untcrsuchuuq cixqcleitcl, die jedoch! rcsulwtws verlief. Von oeil Erlrant'ten schweben mehrere in Lebensgefahr.
Eiscnbahuuufällc.
Budapest, 3. Okwber. In der Vorstation Nakos stieß heule um 4 Uhr früh ein aus Szolnok kommender Persouen,',ug mit einem Lastzug Zusammen. Die Loko» moliven der beiden Züge und zwei Waggons wurden stark beschädigt. Zwölf Personen wurden ieicht verletzt.
«yör.qy°Tzt. Mitlos, 8. Oltober. Auf der Iu-dustriedahn der Holziuduslriegesellschaft Olfalu ist heuie um t> Uhr früh ein Ärbeilerzng entgleist. Zlvei Arbeiter wurden gelötet, zwei schwer und mehrere, leicht verletzt.
Bootsunglück auf dem Hudson.
Ncwyork, 3. Oktober. Ein Dampfboot, das eine große Anzahl von Matrosen zu der Flotte, die im Hudsouflufse vor Auker liegt, zurückbrachte, ist unter» Wegs gesunken. 29 Mairosen sollen ertrunken sein. Es ist aber nicht ausgeschlosfeu, daß weitere 18 Mairo» sen, die' uoch vermißt werden, sich gleichfalls anf dem gesunkenen Noote befunden haben.
Älcwyort, 3. Oktober. Über das Vootsunglück anf dem Hudson wird weiters gemeldet: In dem gesunkenen Boote waren 90 Matrosen, vou denen 61 gerettet wurden. Das Boot geriet in die von einem vorüber» gehenden, Dampfer aufgeworfenen Wellen. Die dunkle Nacht und die bewegte See erschwerten die Nettungs» versuche. Ein jnnger Seeoffizier rettete zehn Manu. Ein Malrofe rettete vier Kameraden, verlor aber dann die Kräfte und ertrank.
Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtek.
Gutachten des Herrn Sanitätsrat Dr. E. u, Hertz ka, Kurarzt in
Karlsbad. Herrn I. Serrcwallo
Trieft.
Seit Iahreu verwende ich mit bestem Erfolge Ihren .Scrrauallos China ° Wein mit Eisen» nicht nur in der Praxis, sondern auch in meiner Familie. Meinen zwei Kleinsten bekam der Serravallos Wein so vorzüglich, dasi ich nnr mit bestem Gewissen den Wein bei allen Schwächeznständcn, bei Anämie uud neurasthenischcn Zuständen wärmstcns empfehlen kaun.
Karlsbad, 20. Februar 190«. (47) Sanitätsrat Dr. E. v. Hertzka.
Neuigkeiten am Büchermarkte. >
Müller W,. Amerilauisches VollsbildumMveseu, I< 3.
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Mouatsübersicht. Der verflossene Monat September war kühl und ziemlich naß. - Die Beobachtungen am Thermometer liesern durchschnittlich in Celsiusgradcn: Um 7 Uhr früh 10-5>", um 2 Ul,r nachmittags 17-5°, um ^) Uhr abends 12-8°, so daß die mittlere Lufttemperatur des Monates 13'6' beträgt, um 1-2° unter dem Normale; Maximum 22 6° am 12., Minimum 3 0° am 0. früli. — Die Beobachtungen am Baro» meter geben 736-8 mm als mittleren Luftdruck des Monates, um 0 8 min über dem Normale; Maximum 745 3 am 26. abends. Minimum 730-5 am 21. früh. — Nasse Tage gab es 9 und es fielen 208 5 mm Regen, wovon 85-3 mm auf den 21. als Meistbetrag entfallen. — Unter den Winden war der S. vorherrschend, der SW. meldete sich nur sechsmal, daher denn auch die tMcre Witterung dicses Monates; Gewitter liattcn wir an 2, Nebel in der Früh an 13 Tagen. — Im laufenden Monat Oktober kommt der Mond am 9. abends in Erduähe.
Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblattej uom 3. Oktober 1910.
Me »otlertc» Nur!c vcr,'lel>el> sich in n^uenwnliruilss. Du- Nolieruny sämtlicher Mtic» und der „D-rcrwl Lo!e" vevst^ül »H ?!>r ^tüc!.
»eld Wate
Allgemeine Staatsschuld.
Einheitliche Rente: 4»/^ lonucr. steuerfrei. Krone»
(Mlli-Nuv.) per ltc>,se . . «3 15 2» AK deito lIä'm.-NuM per Kasse v» 15 «» »ü ü 2l,>/ ,j. W. Nole» (Febr. Aug.)
per Kasse......«7 Uü 9? 2b
. 2°/„ ü. W. üilber (»lprll Olt.)
per «asse......U7 Uü 97 Lü
^«uocr Staatilo! boo sl. 4>'<>1«U'5U >?3 lw »86Uer „ 1l"> s>. 4"/„ i!LS - 282'.
l«64«r „ lon fl. . .32li-3!i«-
l««4er ., 50 fl. , . »22 " 3li8'—
l)mn,.«fllnt>br. ^ 120 sl. b'V, ^d« lib f>»!i 2b
Vtaatsschuld d. i. ReichS-
rate vertretenen Könige
reiche und Länder.
Österr. Äulbrcntc stcuersr., G old
per Nasse . . . , 4>>/, i,b 5O I15"?0 Österi. Rente 2» ^l>
dctto per Ultimo . , . 4"/„ 83 15 93 35 Investition« Rente, stfr., «i. per ttalse . . »'/,'V^ "3 20 83 >!0
zistnb»hn«3tllnt»!chnll. «lschltiiuugeu.
^l0 94 «0 Aornrll>ern»r Bul<», ftsr,, 400
»nd 20UU »brüllen . . 4"/,, 93 üo 34 90
In ltnlll'schuldoelfchlfiknnLr» ilbgeftewPelle Akli,n
Äiladrth-V. 2Nl, sl, »IM,»'.'',,
von 400 »r......4«'—4b3 —
detto I'inz-Andwclk 20» !>,
ö. W. S. b'///n . . . , 4!i3 - 42S'-beno Lalzburg-Tirol 200 fl,
». W, S. b"/„ . , ,4!L- ^18--
ftremstalxVllh» 2l><> >i inon Nr.
! Veld Ware
yo» zitante ,ul zllhlnuy ill,«»
nommlne FistnbllhN'Vlioritiii»«
ßbligaliouln.
Buhm, Westbaliu, Ein, 1U9b,
400. 200» u. 10.000 Kr. 4"/^ 94'4V 9b'40 ülisabe», Bahn 600 u. 3000 M.
4 ab 10°/„......115 90 1^6 90
lilisabvth-Äahl! 400 u. 2000 M,
4«/„........114 75 «15 75
gerdinaubs-Nordbah» Em. >i<«,div. St.) Eilb. 4"/„ . , . 9b 05 »0 "b Oalizischr iiar! ^indwig - Ualm
(bit,, St.) SNb. 4"/n ... 98 85 »4 8l> Unss.-galiz, Bahn 200 fl. S. 5°/„ 104- 105-
deüo 400 u. 5000 Nr. »>/l°/n 85 2b 86 25 «orarlberger Äahn Em. 1884
(diu. St.) Sill». 4°/„ . . 94 - ! 5 —
Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone.
4"/„ ung. Goldrente per Nasse . iil'kOlN"?« 4"/„ dctlo per Ultimo Iii'50ii1'7o
1"/„ uugar. Rente in Nrnnrn-
wühl. stsl. per Näsle , . 91 6(1 21°«0 i"/„ delto per Ultimo 91 6« V1 80
3>//V<> dettu per Nasse 80'»<0 ^l in
Ungar, Prämien,«!». 0.100 sl. 224 50^30 c>0 dctlo k b0 fl 224 i!3N—
theih-Rcg.-Uuje 4"/>i . . . .Il>e sb i6^b2 4"/i, uilgnr. Oruüdeiitl.-Oblin. 91 to z»i»0 4"/o lroat, u. jlav, Vrdentl.-Obl, v» 5u 84-50
?lndrre öffentliche Anlchcn.
Äo5u. iianbeO-Anl. ^div.) 4°/„ 912,', 92 2ö
Äi'sn.-Hcreeg ^ifrnb, -Laxdes-
Aülehen ^lv.^ 4>/,"/n . . W'LO !'»üo
i"„ Vo»a».Ress,'Ai!lellie 1878 ,0^-hO 103 50
Wiener Herle!,i«-Aül, . , 4»/<, 94 10 35, 10 dettu 1900 4«^ U4 1«, Sbl»
«iilchoi der Ctadt Wien . , 1«o 2s IM 25 detto (S. oder O.) 18'4 18« - !21 -
drtt« ^1894).....92 2b »»2b
delto (Cllö) U. I. 188» , 94 75 9f>'?b detto (Eleltr,) v. I. 1»N0 9390 »l'W dettu iInu..Ä,)u,I.19U2 »ö'40 »U 40
Vülsel>a»-Anlehcu verluöü. 4"/„ 8b 15 ü« i l>
Nussischs (itaatHanl. v. I. l9W
f. 100 Nr. P. lt, . . 5°/» 10370,0420 drNo per Ultimo . . 5°/<, —— —-
ÄuI«. Stnatü.Hlwnthelar Aul,
1«92......u»/, 12!!- 1^3-
Gell» Ware
Bulg. Elllllt« - Gllldanleihe
l!»07 f. 10« Nr.. , 4>.,°/^ 92^70 93 70
Pfandbriefe usw.
Vudenlr.,allg,ös!.i,buI,vI.4<>,, 84-40 »5>«o Zcntral-^iw.'Nrrd.-B!.. ösierr.,
,5 I. verl.....4>/,"/i, 10150 --
detto ü5> I, vcrl. . . . 4°/^ «e 2b »?>^b nred.-Inst., osterr., f.Verl.-llnt,
u. ösfentl. Arb. Nat. ^. 4>>/<, »2 b« »3-50 Uandesb. d. «m>. Galizien und
Ludom. 5?>/, I. rüctz. 4°/<, 941ü 9>>--
Mähr. Hiipotlieleiib. vcrl. 4"/„ »h- «e-.
^.'üslorl, Land>,'3-H!,p,-Vlnst.^.i, 9!!'- 9?-—
detlo inll, 2"/„ Pr. veil. 3V2"/,) 5k'— 89-—
den» n,-Schu!bich,«erl.3'/l"/!! 87'9L «8-z». ö. , ^»-4^ 104-45
^taali,»0 Fr..... 26b 4'> 26»<5
Hudbalin ä 3"/c> Jänner-I»l,
:,00 ssr. (per St.) . . . 2«»- - 270 -
Lildbahn it b°/<, Ä00 sl. E. 0. G, liü-?b N!!'75
Diverse Lose.
z>tlZi"/^ ^udenlredit-Lo!e (tm. 1880 L98 5» 30! 5»
detlo li»!, 1889 li79'2b ii^f. i!5
.i",„ Tonani«egu!,.Lojc 100 fl. ?.W-^ 302--
öern. Präm.-Ani.p W0gr.2^ 111- il?-
ßnverzinvllchl z»ft.
^iidllp.-Vasllila (Duiuvau) ,^ fl. ;>? 60 »2 SU
^redill^i? 100 fl...... ül9"?i, e>l!l'-?b
Clarl»-Loic 4" !l. NM. . . - - fl. »«'50 42'bo
linduls-^üle 10 fl...... U7'- ?«'-
Zalin liusc 40 fl. NM . . . L45- 275-türl. (5.-«..»lnl,-Pram..Oblsse . . . —'- -'-
betlv per Mcdi» , . . öl.e'10 2b? 10
!^e!t> «Uare
Wiener Ko^lm.-Lole v. I. 1874 b29 50 b89 39 Gew.-Lck. 0. ^°/o Präm,-Schuld
d. Vooeii' ..?lnst. Vui. 188!^ 93--- 103--
Nktten.
VlllN»PUlt»flntllNth«NNUlN.
Aulsig-Teplitzer Eisenb. 500 fl. 1945-- 19l>b —
Äohmiscbe Noi'dlMm 150 sl. , .-— -—
H)uschtiel!raber Eilb, ,^00 fl, NM 24f.b - ü«,3 .
detto (lit. Ij) 200 fl. per Ult. 982 - 990 -lonlNl - ?ampf!ch>ftülirtö-Oes.,
,.. l, l. pr!».. 500 fl, NM 1212 — '.17? ,.
T»x Budebachuer L, B.-100 Nr. f>»8 — «Öl--
Ferdinand« Nordb. 1000 sl, NM. 5240-- bLUo -ttafchüu -Oberbrrger Eisenbahn
20»fl,3....... 853— 354-
^emb..Czer»,.Iassy-—
rettt'(!it. U)2on!l, S.p.Ult, —- —--
^ran-Tu^er Ciseul', loofl.abgst, 224 50 225-
^!Nt5eisl>nb, 200 sl.S, per Ult. 762 i>0 7^0 50
^ildl'ahn «oo !l. Silber per Ult. ilS'25 117 2b ^übnorddeutsche Veroinduugsb.
200 kl. ttM...... —,. — .
Tran^port-Ges., intern,, N.-G.
200 iifr........ lUb' Ilu —
Ungar. 3l>cstbahn (Naab-Graz)
200 fl. S....... 403 5« 405--
Wr. Lolalb.-Aiiien-Grs. 200 !l, 248 2Uü'
Vanlen.
Annlli-Osl^l. Ä!,nl. 120 N. , «15 25 316 25
i»llnlv«ein. Wiener per Nasse -- —- -
dett« per Ultimo 557'«b 558 25
Bodeulr..?!»st. üsl.. 300 Kr. . I3l»'— .317 —
Laibacher Krebilbanl 400 Nr. 444- - 446 —
,'Wnc,.Vod.-Nrl'dbl. oft,. 200 sl. 575'— b7»' zireoücmstal! fiir Handel und
Gewerbe, 320 Nr., per Nasse —- — - -
dctlo »,er Ultimo 6«b 10 «KN 1»
.'lredilbani, ung, llllg., 200 sl. 850 50 851 5N
Depositenbank, alll>., 200 fl. . 49!'- 492-
!t«!omptr - Gesellschaft, nieder-
ostrrr,, 400 Nr..... 744'- 74? —
Gir>> », Nassenvercin, Wiener,
200 sl........ 462— 468-
Hlivutheleubanl, üst. 200 Kr. 5°/„ 33b - 33«--Uänderbani, iistrrr., 200 sl., per
«asse....... 53385 52760
dcltll v^r Ultimo 553 3!) t34 30 „Mcrtur", Wech!elstub,.^ltien-
„ Gescllschasi, 200 sl. , , , n4N - s<4 -
Ostecr,.ungar. Ban! 1400 Nc, 18?6'— 188« -
Unionbanl 200 fl...... 62125 SV2 25
Uiiionlianl, bölimischc 10« fl. . LU? 5,1 xe» 50
Herlchröbanl. allg., 140 sl.. . ,7l2ü ,72 25
Iudnftlll.zlnilMlhmnlilie'.!.
VangeseUjch,, alla. öst., 100 fl. 333 ^ 335 —
Äriixer Kol!lenb>'rllb,-Gcs, 100 fl. 7ö8 — 75ft—» Eisenbahuuerlchiij. Anstalt, öst.,
100 sl........ 458- 461-9«
Vilei!bahnw,-^eihg., erste, 100 fl. 202 50 2»,4 50 ,.ltlbemuhl", Pavierf. u. jlj.-G.
100 fl........ 220 — 821 b0
Eltllr,-Ocs,. aNg, üstcrr,, «00 fl. 414 — 41« —
Eleltr.-OcscUlch., intern. 200 fl. —-- —-—
Tleilr.-Gescllsch., llljr. in Liun. — .. _.^ Hirtenberger Patr.-, Zündh. u.
Met,-Fabril 4l,0Nr. . N34-i,36b0>
^ieNüger Vrancrei l«0 fl, . . 22? — 239 —
Moniaii'^cs., üst. alpine 100 sl. 7^7 — 7U8 — , ,Poldi-Hütte'', Tiegelgußstahl-
F..«.!ft. 200 fl..... :,36 ~ 538 -
^ragersifeu-Indnstrie-Gelelllch.
200 sl........ '.836-^ 28lU —
^lima- Mnranii - Salgo-Tarjaner
Eisenw, 1l)0 f!..... <^9(> — 637—
öalgo Tarj. Eteinlohlen 100 fl. ^o — g4i —
„Tchlünlmühl", Papiers.,200sl. — — — ,,Lchodnica", sl. G. s. Petrol.-
Industrie, 5W Nr. . . 550'— 557'-^
,,N!r»rerm>!li>",Papiers.u,V.G. 49l— 4!>7'-—
Trifailer Kuhlenw,-O, 70 fl. . 239 — 242— Tml. Tabatregic-Vef. 20»» Fr.
per Nasse..... -. —-—
delto per Ultimo . . . 373 f>o g?7'b0
Waffenf.-Ges.österr., loll fl. , 73? 50 742 50
Wr. Äangesellsckaft, 100 fl. . . 213 — 214—
Wienerbergc Ziegels.»Alt.-Ge!. «04— 810^
Devisen.
Kurze zichleu und zcheÄ».
Amsterdam....... I9N'lN 1!'9'4N
D«ulschr Äanlpläye , . . . 11? 55 11? ^.
Ilalirnische ÄanlPläye . . , »4 5'° 94 ?^°
London ....... 240 35 240 /b,
4jaM......... »5 25> 95'«
Zt. PcterKburg...... 25t 50 25» 2»
Zürich uud Vaw!..... »5 lb !>5'»"
Valuten.
T-ulmen . ..... 11-34 112»
2U.Frllnlcn-S!ü", '"
20.Marl-Ttülie...... 23-!'« 2»"
leutsche Neichzbaulnots» , - N7 6«) H? °^
Italienische Äaulnoten , , , 94 47°, !" »/^
ütubel-Noten....... «.'.!»", 2^
Ein- und Verkauf
von Renten, Pfandbriefen, Prioritäten, Aktien, Losen etc., Devisen und Valuten.
Los-Versicherung.________
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' Bank- unci We<;hslerg;esch&ft
-, Privat-Depots (Safe-Deposiis)
Unter eigenem VenchluO der Parte» VerzlMtif vii lireiolioei In Kott-Karfeot tni «of 6ifi-Ä»ito. ___