Hummer 40._»etUm, den 6. Oktober 1901.__XII. I«hrga«g. PettauerZeituna. Erscheint jeden Sonntag. Prei« t«r Pettan mit Zustellung in« Hau«: Monallich 80 h , Bi«ttrijd^i8 K 2.40, holdjährig K 4.80, ga»,jShng K mit ««fhxrftnbung im Inland«: Monail.ch 85 h vierteljährig K 2.60, halbjährig K , ganzjährig K 9.50. — Anzelne Nummern 20 h. ' Handschristen werd,» nicht »vrü«gestelli, «ntündigungen billigst berechnet. — Beiiräge sind erwünich« und vollen längsten« di« Freitag jeder »och« eingesandt werden €inc unsinnige TettungKpolemiK. Wer sich in den letzten Woche» au» de» Zeitungen über die politischen Verhältnisse Unter-steiermark« informieren wollte, ist sicher nicht tlug geworden. Will man galant sein, kann man et als eine Komödie der Errungen nenne», ist man aber aufrichtia. dann muss man et al« ein t.aurige« Stück.'leiulicher gegenseitiger Eifersüchtelei bezeichnen. welches jüngst in de» deutschen Blättern Sleiermark« ansg,führt wurde. Wir sind gottlob nicht .maßgebend", dürfen un» daher den Luxu« gestatten, die Wahrheit zu sagen. und wir können die» um so ruhiger thun, weil zur Stunde, al« unser Blatt erscheint, der Bertrauensrnännertag in Warburg bereit« der Beschichte angehört, die Theilnehmer zum Radker«-burg-r Parteitage aber schon in den Eo»derzügen sitzen, also kaum mehr umkehre» werden, infolge der bofhasteu Bemerkungen der „Pettauer Zeitung". Und nun zur Sache! Jeder, der sich an, nationalen Kampfe in Uiitersteierumrk betheiligt, hat gewis« öfter« die Empfind»»,, gehabt, das« u»S etwa» feblt: Recht-zeitige Mittheilung geguerischer Anschläge und gegenseitige persönliche, sowie materielle Hilfe im Kampfe. Diese Mängel unserer Organisation mußten «m so schwerer empfunden werden.'je wehr einer arbeitete, e« war also kein Zufall, das« gerade von Pettau der Hilferuf an«gieng, um moralische und finanzielle Unterstützung, denn Pettau t»atte freiwillig eine ungeheure Aufgabe übernommen, e« führt heute iu ganz Unter st«,er mark den Kampf gegen die sloveuisch-klericale Partei. Wenn sonst im gewöhnlichen Leben ein Genosse, der ein große« Werk zum Beste» Aller unternommen hat, au seine Brüder herantritt und Boie?. von Mtfa «»rfij. Ein Bekannter hat mir eine« schöne» Tage« Folgende« erzählt: .Als ich iu Mo«ka» studiite. da traf e« sich einmal, das« ich neben einer von ienen wohnte, die — Du verstehst in ich? . . . Sie war Polin und hieß Therese. Bon hohem Wüchse, stark brünett, mit schivarzen zusammengewachsenen Brauen und einem Gesicht,so groß und grob, als wär« mit einer Axt anSgthauen — flößte sie mir ei» wahre« Granen ei» mit dem rein thierischen Glanz iyrer dunkeln Augen, der tiefen, baßähnlichen Stimme, den F»hrmann«manicre», der ganzen massiven mu«kulösen Gestalt eine« Höckerweib« ... Ich wohnte auf dem Boden, und ihre Thür lag der meiuigen gerade geaenü-ber. Nie pflegte ich meine Thüre zu öffnen, wenn ich sie zu Hause wußte — wa« natürlich nur selten der Fall war. Hin und wieder begeg-nete sie mir anf der Treppe oder im Hof. Dann lächelte sie mich mit einem Lächeln an, da« ich für lüstern und ryuisch hielt. Mehr als einmal sah ich sie auch betrunken — glotzäugig, zerzaust. spricht: .Ich bin ermüdet! helft mir bei der Arbeit!' oder .Tragt mir Steine zum Baue lierbei", seine Bitte wird wahrscheinlich ohne viel Berathungen erfüllt werden, iu der Politik ist'« aber leider anders! In Deutsch-Oesterreich ist jeder, der ehrlich arbeite» will, schon daruni Au-feindnngen ou«aesetzt, weil der große Berein arbeit«scheuer Politiker jede» ehrliche» Kämpfer instinktiv hasst und verfolgt! Gott fei'« gedankt in Untersteiermark gibt e« nur wenige Exemplare dieser Sorte, dafür aber eine Menge anderer Hindernisse: Die latent« Rivalität der Städte, welche allezeit von außen genährt wird und die Ängstlichkeit der Partei-Politiker, welch« hinter jeder spontane» Unternehmung der Wählerschaft ein Attentat gegen ihre Partei wittern. Alle diese Schwierigkeiten sind heute über-wunden, da» untcrsteirische Deutschthum hat sich geeinigt und organisiert und angesichts dieser hoch erfreulichen Thatsache wäre es »»gehörig, nachträglich mit Recriiniiiationen zu kommen, ober den lieben Zeitungen möchte» »ir doch einige Worte in's Stammbuch schreiben. Die nationale Presse hat die Pflicht, die Wählerschaft einig £u erhalte... sie ums« daher die Sache de» deutschen Volke« iu erster Linie vertrete», ibren Parteistandpunkt darf sie aber nur j weit ervorkehren, das« auch nicht ein StammeSgenoss.'. elcher anderer Gesinnung ist, grollend dem öff. ..uchen Leben den Rücken kehrt. Gänzlich ungehörig ist e« aber, blindling» drein-zuschlagen u»d dadurch Kreise zu beleidige», »velche genau dasselbe wollen, wie der geehrte Herr Journalist. Ist eS doch der sonst so ge-schätzten Eillier .Dentschen Wacht" passiert, das» sie abwechselnd die Pettauer und Marburger al« gänzlich unmaßgeblich bezeichnete, ohne dass eine thatsächliche Meinungsverschiedenheit zwischen den Dtttischgesinnten der drei Städte bestand; auch die wackere .Marburger Zeituung" hat un« erst da« Lächeln ganz besonders widerwärtig . . . In solche» Fälle» pflegte sie mir zuzurufen: .Gute» Tag. Panie Student!" und lachte dazu so einfältig, das» mein Abscheu noch stärker wurde. Uni diese Begegnungen und Begrüßungen lo« zu sei», hätte ich gern meine Wohnung gewechselt, doch war mein Stübchen so allerliebst, der Blick ans dem Fenster so weit und frei, und die Straße so still und ruhig ... Ich duldete also weiter. Da plötzlich, eines Morgen«, al« ich mich gerade in meinem Bette walze, bemüht, irgend-welche Gründe aufzuspüren, um uicht inS Kolleg zu gehen — thut sich die Thür auf, und jene widerliche Therese ruft von der Schwelle her: „Guten Morgen, Panie Student!" '..Was wünschen Sie?" sage ich. Ein Blick auf sie: ihre Miene ist verlege», bittend . . . Gar nicht wie sonst! .Sehen Sie, Panie ... ich möchte . . . Sie um etwas bitte» . . . Schlagen Sie e« mir nicht ab!" Ich liege, schweige und denke bei mir: Aha — ein Attentat ans meine Unverdorbenheit! angeschosfen und dann belobt in einer und der-selben Frage. Wie wir die geehrten Herren Schriftleiter kennen, ist gewis« jede böse Absicht ausgeschlossen, um so nothwendiger erwei«t sich eine Organisation der untersteirifche» Presse. Diese Organisation wäre «ine wertvolle und nothwendige Ergänzung der bereits beschlossenen, denn die schönst»///'''" Parieieinigung ist nutzlos, wen» die Zeitunge» den Frieden nicht halten! genauer i. tMu^urrkins-virecli-nssitzang.» In der tetzten Direction»sitzu»g wurde beschlossen, Herrn Professor Dr. Ä. R a i z, der leider nicht mehr in der Lage ist, die Literaturvotträae im Mnsik-vereine zu halten, den Dank de» vereine» au»-zusprechen und der Hoffnung Raum zu gebe», das» diese Borträge >« absehbarer Zeit wieder gehalten werden könne». Ferner wurde be-schlössen, den löblichen Gemeinderath, wie den verehrlicheu Verschönern ng»verein zu ersuchen, einen Beitrag zur Ausbesserung der brizu-stellenden Theatermufik zu gewähren, da der Theaterdirector kaum in der ^oge sein wird, für dauernd eine entsprechende Zwischenaktsmusik zu erhalten. Auf Antrag de» Herrn F. Kaiser wird beschlossen, einen Abschied« «mmerabend für Herrn Direktor Hän»gen zu veran-stalten. .> Da die Witterung sich so wunderbar gebessert hat. so hat der September-regen nicht so sehr geschadet, al« man ver-muthete und e« ist Heuer nicht nur viel, sondern auch ein guter Wein zu erhoffen, wa« wir unsern Weingärtiiern vom Herze» wünsche». beten, den AuSschusS dieses Vereine» zu einer energische» Action zu veranlafien, bei welcher Gelegenheit zahlreiche Herren ihren Beitritt zur Geuossenschajt anmeldeten. Zum Schlnsie wurde der bevorstehende deutsche BertraueuSmännertug besprochen und der Wunsch geäußert, dass sich recht viele Pettauer an den nationalen Beranstal-tunge» i» Marburg uud RadkerSburg betheiligen möchte». Der nächste Bürgerabeno findet Dienstag statt. (Pech.) Der städt. Wqsenmeifter Martin W i u k l e r streifte in der Rocht von, SO. v. M. aus den 1. d. M. iu der Kanischavorfiadt mit einem doppelläufige» Gewehre bewaffnet, um etwa herrenlo» herrumlaufende Hund« zu erschießen. Auf seinem Marsche war er au» GesundheitSrück-sichten gezwungen, in mehreren Gasthäuser» ein-zukehre», so das« er zum Schlüsse auf der Straße über eine» Schotterhaufen fiel uud einschlief. Als er erwachte, war da« Gewehr verschwunden. Jraend ein mitleidiger Passant hatte e« mitgehen lassen. Iu derselben Rächt vergoß ein auswärtiger Radfahrer sein Rad im Graben bei der OSivaldlkirche und gieng au« purer Zerstreutheit zu Fnß weiter. Herr Schustermeister W a u d a brachte da« Rad zur städt. Sicherljeittbehörde. »vo sich am nächsten Morgen auch der Rodsah-rer einfand, nachdem er seinen Rausch an«ge-schlafen hatte. (liebst«}!.) In der Rächt vom 1. auf den 2. d. M schnitt ein unbekannter Dieb den Strick einer bei der Draubrlck« befestigte» städt. Zille ab und fuhr mit derselben davon. In der Zille befanden sich überdie« ein Ruder, eine Hacke und eine Schaufel. .Hat der Pan Student keine eilige Arbeit vor?" Therese! Hm . . . .Nein . . Wa« giebt'«?" .Ich möchte den Pan bitten, wieder «inen Brief zu schreiben . . ." „Schön ... An Bole«?" „Rein ... jetzt bereit« von ihm." .Wa — a«? „Oh ich einfältige« Frauenzimmer! Ich habe mich, Panie, uicht so ausgedrückt! verzeihen Sie, bitte! . . . Nicht ich bin e« diesmal . . .. sondern . . . eine Freundin. ... d. h. auch uicht eine Freundin, sondern, ... ein Bekannter . . . Er selbst schreibt nicht ... hat aber eine Braut . . die ist . . . wie ich . . , Therese . . . Hat also der Pan wohl die Güte, einen Brief au jene Therese zn schreiben?" Ich sehe sie an: ihre Visage drückt die größte Verlegenheit aus. die Finger zittern, die Sprache ist verworfen . . . Ich glaube zu errathen . . . „Hören Sie mal, meine Liebe," sage ich, „ich glaube a» ihre Bolese uud Theresen nicht! Alle» ist erlogen l DaS aber lasse» Sie sich ge- (Jnrrbmitfaifl.) Vom 7. Lctober, bi« 14. Oc tober. 1 Rotte de« 2 Zugs#, Zugführer Laure ntschitsch. Roltfuhrer I. Pirich Feueranmeltungen sind iu der Sicherheit«wach-ftubr zu erstatten. _ Auswärtige Neuigkeiten. (Der friej in iültfrik«.) Gegenwärtig beanspruchen die Operationen der Botha'jchen Hciuptgrupp'i» im Norde» von Ratal da« besonder« Interesse. Über Botha'« Bewegung meldet die .Time«" au« Pretoria, das« nach den An-griffen ans die Hort« Jtala und Prospekt Botho seine ganze Streilinacht in eine Stellung zurück-gezogen hab«, welche ihm erlaubt, entweder in da» Zululand einzusalleu oder einen raschen Ruck-zug tsliia« der nordöstliche» Zulugrenze anzutreten, «u« ZVaritzburg wurde der .Daily Mail" ge-meldet, das« in der Nacht zum 30. v. M. der von Natalenser Freiwilligen besetzt gehaltene Posten Tree Hill. 12 Meilen westlich vo» Glencoe, von einem starken Burenkommando angegriffen wurde; danach Hütten die Buren denn doch trotz aller gegent heilige» Behauptungen i» Ratal festen Fuß gefaßt. Reurrding« will man wissen, das« Botha die Grenze nicht überschritten, fondern sich am Bloodriver festgesetzt hat. Die Zahl der Buren, die den Angriff aus Fort Profpect machte», wird auf geschah!. Sie standen unter Grobelaar'« Lommando. Der Angriff hielt den ganzen Don-nerStag über an. Die vo» den Engländern au«-gehobenen Eingebornen an dn Grenze zersprengten die Angreifer, verbrannte» zahlreiche KraalS und erbeuteten viel Vieh. Tag« darauf erneuerte sich der Angriff. Einige Blätter melden au« Lon-do» einen entschiedenen Erfolg der Buren. Botha» Angriff auf do» Fort Jtala an der Zu-lugrrnze am 26. September soll danach gelungen iei». Die englische Besatzung würd« zum Rück-zug gezwungen, ihr Verlust beträgt zwei Officiere uud 19 Mann todt, der Eommandant. 5 Offi-eiere und 46 Man» verwundet. 92 Mann gefangen. Ferner fielen ein Geschütz »ud große Bor-räthe in die Hände der Buren. General to». der verfpätet eintraf. n>ar unfähig, Botha « Vormarsch aufzuhalten. Diese wohl etwa« frag-liche Meldung wird von den heute vorliegenden Berichten Eichener'« widerlegt, ob mit Recht oder llurecht, kann hier nicht beurtheilt werden, da sich Kitchener'« Berichte bekanntlich nicht« »«Niger al« vollkonimen verläßlich dargestellt haben. Roch Brüsseler Meümngen sollen die Buren Munition von Segelschiffen erhalten, die ihre Ladungen in der LambeNSbai landen. (Die Lagt »er JUjle.) Die Bereinigung der practifchen Arzte Wien« hat in Anbetracht der bevorstehenden Reform de« KrantenkaffengesetzeS vom Jahre 1888 an die Ärzte Wien« einen Auf- sagt sein: nach mir werfen Sie ihre Retze verge-ben« an« — ich will Ihre Bekanntschaft nicht habe»! Haben Sie mich verstände»?" Sie fuhr plötzlich ganz seltsam zusammen, ueiirlh an« der Fassung und begann auf ihrem Platz herumzutrampeln uud in komischer Weise die Lippen auseinander zn klappen. Sie wollte ttwa« sagen, brachte aber nicht« hervor. Ich wartc gespannt, wie sich die Dinge weiter ent-wickeln, und merk'« und sühl'«. das« ich mich in meinem Verdacht, sie hab« e« darauf abgesehen, mich von den Pfaden der Tugend und Gotte«» snrcht abzubringen, wohl etwa« geirrt haven mußte. Die Sache sah nach etwa« Anderem au«. .Panie Student" — begann sie endlich; dann aber wandte sie sich je und unerwartet mit einer Handbewegung der Thüre zu und — ivar fort. Mit einem Gefühl de« Mißbehagen« im Herzen blieb ich zurück. Ich höre: ihre Thüre wird laut zugeschlagen, — da« Weibsbild ist also ernstlich aufgebracht ... Ich überlege eine Weile und beschließe: Du gehst zu ihr. rufst sie her und schreibst, wa« sie braucht.' v64W« MM1 äö ruf erlasse», in welchem der steigen den materi-ellen Noth der Ärzte und dem stetigen Rieder-gange de« Ansehen« de« ärztlichen Stand«« scharf Ausdruck verliehe» wird. Schließlich wird der Ansicht Ausdruck gegeben, dass die Änte nicht zu bitten sondern zu fordern haben. Im An-schlusse an diesen Aufruf hatte eine Bollversamm-luug der practifchen Ärzte eine Resolution bc-schlössen, in w«lch«r gegen die ohne ausdrückliche Zustimmung der österreichischen Ärztekammern erfolgte übergab« des Memorandum« an Reich«, rath und Regierung sowie gegen die i» diese« Mnnorandum ausgestellten Forderungen, welche de» wirklichen Wünschen der practifchen Ärzte in keiner Weise entsprechen, protestirt wird. Die freie Bereinigung schließ« sich deshalb dem Antrage der böhmischen Kammer auf Einberu-fung einer von der Ärzteschaft beschickten Kran-kenversichernngS-Eiiquete voll und ganz an. ft«>r»»ers»ch einer sechzehnjährigen vefrnntznnlitt.) Am 2. Oktober stürzte sich die in Wien. Reubaugürtel Nr. 22, in einem Milchgeschäft bkdieustete sechzehnjährige Verkäuferin Helene D o r n e r vom «rsten Stockwerk de« Haufe« Rr. 6 der genannten Straße in den Hos-räum, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Die Be-dauernSwerthe hatte sich mehrere Knochenbrüche und innere Verletzungen zugezogen. Da« Mäd-chen hatte ihrer Principali» vierzig Kronen unterschlagen, »nd als gestern ihre Unredlichkeit entdeckt wurde, aus Furcht vor Strafe d«» Selbst. Mordversuch verübt. Die jugendliche Defraudau-tin wurde in nahezu hoffnungslosem Zustande in daS Sophienspital gebracht. « die Buchhalterin Löffler'«, die eine» Schlüssel zu der Eorridorthür besitzt, sich einstellte. Es fiel ans. das« die Thür nur in« Schloß geworfen war. während sie sonst ver-schloffen zu sein pflegte. Löffler lag in seinem Zimmer auf dem Sopha wie im Schlaf«. Aber «ragen. Hemd und Weste waren aufgeriffe», wie wenn er heftige Schmerzen gehabt hätte. Vor ihm ans dem Tische stand eine halbgeleerte Taste mit Waffer. In dem al« Bureau benützten Zim-mer war d«r Schreibtisch durchgewühlt, und au« dem Geldschranke, sowie au« dem Portemonnaie war alle« Geld verschwunden. Was aber beson-der» auffiel, war do« Fehlen eines ganzen Stoße« Wechsel. Auf dem Schreibtisch« fand man «in Dütchen mit einem weißen Pulver, da«, wie eine sofort in «nier benachbarten Apotheke vorgenommene Analyse ergab. Strychnin enthielt. Löffler galt al« sehr wohlhabend und stand al« Geld-verleih-r in Beziehungen zu viel«» Geldbedürfti. gen. All« Moment« deuten darauf hin. das« Löst-1er um Mitternacht in seiner Wohnung in d«r rätselhaften Weif« vergiftet »nd von seinem Mörder beraubt worden ist. Derselbe hat die Pakete, die Wechsel enthielten, vielleicht deshalb rnitgeraubt. weil er die Spuren der Thäter-schast auf Kreise lenken wollte, mit denen Löff-ler in geschäftlichen Beziehungen stand. Für die Verfolgung de« Mörder« habe« sich noch wenig AnhaltSvunkte ergeben. (Die Komikerprobe in — China) Bei der Polizeibehörde in Nürnberg hat ein als Halb-invalide ans China heimgekehrter Soldat ein Ge-such »>» Zulassung al« Komiker überreicht. Al« Befähigungsnachweis legte der Mann, ein gewe-sener Artillerist, ei» Zeugnis seine« früheren BatterieführerS vor. In diesem Diplom wird, wie die „Frkf. Ztg." berichtet, bestätig!, das« dec Gesuchsteller im März 1900 mehrmals in Peking als Komiker aufgetreten fei uud sich als .För- derer txutfch«n Humor« im sauen fthina erwiesen hab«. In «inem weitere» Zeugni« desselben Officier« wird beglaubigt und bekräftigt, das« der Mann in diesem Frübiahr gleichfalls in China als Regi-ffkur und allgemeiner Darsteller d«S Stückes .Der verlieble Wilderer' zur Freude seiner Kameraden sich al« vorzüglicher Ehorakterkomiker erprobt habe. Die Behörde erkannte diesen Nachweis als entsprechend an. Z r a. erste Operet-tensängerin ; Fräulein S ch l o ck e r, erste Sou-breite; Herr Joses Friedrich, Oberspielleiter; Herr W e r n e r-E i g e n. erster Held und Lieb-haber; Leopold Lee, drast. Komiker; Georg Krüger. Gesangskomiker und ^Nax Nekut, Liebhaber; Fräulein Josefine S ch l » r, erste Heldi» und Liebhaberin; Fräulein Marie H o f f m a n n, erste sentimentale Liebhaberin; Fräulein Louise König, muntere Liebhaberin; Fräulein Ilse Renata, erste naive Liebhaberin und Fräulein Ernestine K ü h n a u. AnftandS-dame. Otto Stellen, erster Operettentenor; Karl Gerhardt. Tenorbuffo: Robert Gra-s e l y, «rster Held und Liebhaber; Josef S t a u f f« n. jugendlichem Liebhaber. Kapell-meister ist Herr Joses DomeS und Orchester-director ist Herr Willy Köhler. (Sechste» venlfche« Sängerdnninfestf Al» der BauauSschus« für da« sechste deutsche Sänger-bunde«sest in Graz 1902 die Wahl eine« Bau-platze« für die zu errichtende Sängerhalle in Be-rathung zog, ergab sich für ihn sehr bald die Nothwendigkeit, einen Fachmann zur Au«m>ttelu»g des RanmerforderniffeS, fowic der Gebäude-Form »nd Größe heranzuziehe». weShalb er sich an den Architekten k. k. Professor Friedrich S i eg-m u n d t in Graz wandte und diese» veranlaßte, die erforderlichen Studien zu machen »nd eine Reihe von Skizzen vorzulegen. Au« diesen Vor-arbeiten sowohl al« auch durch die praktischen Erfahrungen bei den Sängersesten der letzten Jahre ergab sich für den BanauSschusS die Über-zeugung, dusS die Fern, »nd Eonstrnction der in Wien im Jahr« 1890 für das vierte Deutsche SängerbundeSskst im Prater erbauten Sänger-Halle al« mustergiltig besonder« in Bezug auf Akustik de« ganz außergewöhnlich großen Raume« anzusehen ist. und das« e« wünscheuswerth sei. eine ähnlich angeordnete Halle für da« sechste deutsche SängerbuudeSfest in Graz zu erhalten. Nachdem diese Ansicht überdies durch die Vertreter de« Wiener Männergesanavereine« gelegent-lich der Versammlungen des säugerbnndeS-AnS-schusseS in Graz (im Mai d. I.) lebhaft unter-stützt wnrde und der Erbauer der Sängerhalle für Wien 1890, Herr Stadtzimmerineister Her-mann O t t e, da» Anerbieten gemacht hatte, feine Erfahrungen bezüglich der genannten Ausführung dem BauauSschuffe zur Verfügung zu stellen, beauftragte der Letztere die Architekten k. k. Pro-feffor Friedrich Sigmundt und Stadtzimmermeister Hermann Ölte, die Haupt- und Einzelnpläue für die Grazer Sängerhalle auszuarbeiten und vorzulegen. Professor Sigmundt hat diese Pläne mit Verwendung der Otte'schen Construction uud Form der Halle für Wien 1890, sonst aber nach seinen eigensten Ideen verfaßt und architektonisch durchgebildet, sowie die Grundziige der Bande-schreibung und der Baubedingnisseaufgesetzt. welche vom engere» BauauSschusse genau durchberathen und der Baubeschreibung genau unterlegt wurden. Nach dieser Ausschreibung beabsichtigt d-r Mn-auSschiisS, die ganze Ausführung und Ausstattn» der Sängerhalle unb ihrer Nebenbanten an eins« General Unternehmer zu vergeben, welcher alle Arbeiten mit Ausschluss der große» siguralen Gemälde an dem Hauptportal und der Einrichtung und des B> triebe» der elektrischen Beleuchtu ngS-anläge zu leisten haben wird. Von den Bewer-beru. deren Anbote bis längstens 25. Oktober l. I. einzubringen sind, wird die ?!bgabe von zwei Pauschalpreisen verlangt, dereu einer sich auf die AuSsühriing und spätere Rücknahme, sowie die Abtragung aller Herstellungen, die zweite aber auf die Uebergabe der Bauten in das unbeschränkte Eigenthum dcS Festausschusses bezieht. (Sechstes desischrs Sängrrdnndevfest.) Es dürste gewiß allgemeinem Interesse entsprechen, die Größenverhältnisse der zu erbauenden Sänger-Halle 'durch vergleichende Beispiele zu erläutern. Der Hauptplatz von Graz und dessen. RathhauS erscheine» zu diesem Zwecke als eine sicherlich passende Grundlage. Die Sängerhalle wird mit ihre» Portalbauten und dein WirtschaftSanban eine Länge vo» 118 5 Meter und eine Breite von 88 S Meter besitzen und wäre für sie der Grazer Hauptplatz zu klein und zwar sowohl was die Länge als auch waS die Breite betrifft. Der Scheitel der Halle (im Inneren) wird um 12 Meter höher liegen, als da« Hauptgesimse des RathhauseS, während die den ganzen Bau krönende „LüftungSlaterne" noch um 45 Centi-Nieter höher fein wird, als daS Abschlnßgesimse der Eckansbaute» de« RathhauseS. Handel, Gewerve und Land-wirtschaft. Vie neue Aevistonsvorlage der Gewerbeordnung. Abermals stehe» die gcspensterhaste» §§ 59 und 60 im Vordergrund« unserer KampfeSlinie. Mit Befriedigung nahmen wir die Genehmigung der diesbezüglichen Gejetzeivorlage deS Abgeordnete». Hauses eiitgeakn und glaubten, das« damit doch endlich ein Wandel deS unseren Stand veruich-tenden RanbjystemS, Hausirhandel" genannt, eintreten werde; doch ebenso räthselhaft wie unser Staat, sind seine Beschlüsse; da» Abgeordneten-hon« denkt und das Herrenhaus leukt. Abermals soll diese Lebensfrage des gesammten Gewerbe- stände«, »ur Fratze entstellt, weiter den Fluch deS Handwerkes bilden. DaS Herrenhaus hat nicht übel Lust (wegen der schönen Blumenmädchen im Wiener Prater) die ganze Vorlage zur Bedeutung«-losigkeit herabzudegradieren. Der österreichische Ge-vierbestand wird ein scharst« 'Äuge auf diese» Vorgang habe», sich »ich« scheuen, eine» zweite» vergrößerten und verbesserten DemonstrationSgang ins VolkShanS zu machen. Diesmal kommen wir besser. Die Gewerbetreibenden haben e» satt, sich noch länger narren zu lasse»; der 8. Mai 1900 wird sich wiederholen, anS allen Gauen Österreichs werden sich wieder lebende Zeugen eineS drückenden Unrecht» einsinden und mit lanter Stimme fragen: ob der reelle Handwerker in Oesterreich rechtlos ist, ob er unter dem Schutze des GesetzeS au»-gebeutet, zugrunde gerichtet wer-den darf? Unsere Losung ist: W e g m i t d e m tausierhandel! Ried er mit dem g e» t e u u n w e s e n! Um die Situation, die un« durch da« errenhau» droht, zu verschleiern, bringt un« die Regierung eine Gesetzesvorlage über dieAbänderu ng und E r g ä »z u n g der Ge-w e r b e o r du u n g. um scheinbar unserem Drän-gen nachzn geben, in der That aber da« VorwärtSstre-be» des Genossenschaftswesens zu knebeln, eS seiner Rechte vollständig zu entkleiden (siehe § 127.) Wir geben heute nicht die einzelnen Paragraph« durch, da dies Sache des demnächst in Wien tagenden G e w e r b e-C o n g r e fl e s lein wird, bemerken aber heute nur, dass der vielumstrittene 8 37 in der Borloge gar nicht enthalten ist. Wir gestehen zu, dass manche wertvolle Neuerung in der sogenannten neuen Revision»- Vorlage der Gewerbeordnung enthalten ist. Doch im Großen und Ganzen strotzt dieser Entwurf von Widersprüchen und weist für den Gewerbe-stand Härten auf. die geradezu haarsträubend sind. So z. B. enthält der § 133 ganz bedeutende Strafen. Ja eine Geldstrafe von zwanzig bis zweitausend Krone» hat zu treffen diejenigen, welche den Anordnungen über die Aufnahme, Verwendung und Behandlung der Gehilfe» und Lehrlinge zuwiderhandeln usw. Wir sind über-zeugt, dass vo» den 650.000 Gewerbetreibende» CiSleithanienS tineBiertelmillionGewerbetreibeuder Überhaupt nicht im Besitze von 2000 Kronen ist. Allerding« könnten diese die Strafe vo» 6 Mona-ten im Falle einer Übertretung obiger Bestim-mung im Arrest absitzen. Wir sind auch Gegner der ZwangSkassen. wie sie der § 115 b besagt, denn wenn die Mehrzahl einer Genossen-schast eine Kranken- und UnterstützungSkafle be-schließt, ist der Zwang überflüssig. Lieber mögeu die Behörden de» freiwilligen Gründungen solcher Soffen keine Prügel zwischen die Füffe werfen, dann wäre der Sache mehr gedient. Fast in jeder Zeile dieser .Revision der Gewerbeordnung" ist von Befähigungsnachweis und Genossenschaften die Rede, ebenso oft wiederholt sich die Stelle, dass, wenn der Lehrherr keiner Genossenschaft angehört, da« Lehrzeugm« vom Gnneindevorstand bestätigt wird. Welch Wider-spruch! Sonst wird immer von ZwangSgenosseu-schaften gesprochen. Oder hat mau vielleicht höheren Orte« bei Abfassung diese« Absatzes an Galizien, Dalmatien usw. gedacht, wo man bisher zu faul war, das bestehende Gesetz durchzuführen? Auch die Fachgenoffenschasten im Sinne deS Entwürfe« wären ein zweischneidiges Schwert, mit dem wir uns leicht eine tödtliche Wunde beibringen könnten. Eine der schönsten Stellen bietet der Paragras 38, der RevisionZvorlage der Gewerbeordnung, da heißt e»: „Der Inhaber eineS GeweibkS ist berechtigt, Bestellungen auf Gewerbeerzengniffe, zu denen er nach der Gewer-beanmeldnng befugt ist, zu übernehmen »«d zu diesem Zwecke auch daS Maß zu nehmen, vor-ausgesetzt, dass er die bestellte Ware durch be. fugte Gewerbetreibende herstellen läßt, welchen er zu diesem Behufe die erforderlichen Stoffe oder sonstige» Behelfe beigeben kaun. Dasselbe gilt vo» Reparaturen." Bezaubernd herrlich ge-sagt, wenn man an den Paragraph über die Lehrlinge im großjährigen Alter denkt, denn, eS dadurch möglich gemacht wird, ein Hinterthürchen zu sinden, durch daS diese modernen Gauner in unseren Gewerbestand einschlüpfen können. Gleich darauf heißt eS: .da» im vorherge-henden Alinea erwähnte Recht bezüglich der Kleider-»nd Schuhwaren steht dem Inhaber der Hau-delSgewerbe nicht zu." Welche Gewerbebetrieb« mit Stoffen sind denn dann gemeint? Wie man sieht, strotzt die neueste RevisionSvorlage der Ge-Werbeordnung von Widersprüche» und Mängeln und berührt die wichtigsten Fragen entweder gar nicht oder im entgegengesetzten Sinne; an unS Gewerbetreibende ist e» gelegen, an die AuSar« b«it»ng unserer Forderungen, wie diese zn unse. rer künftigen Existenz erforderlich sind, zu gehen, und dieselben mit allem Rachdruck und allen gesetzlichen Mitteln von unsere» Abgeordneten und der Regierung endlich zu erzwingen. Die» muss die Losung aller Gewerbetreibenden fortan sein. Humoristische Wochenschau. Hochwürdeu S ch e g u l a ärgert sich fürch-terlich, das» 1000 deutsche Soldaten ihren Heim» weg von Ostasien über Oesterreich nahmen und bei dieser Gel«genh«it Gäste unsere« Kaiser« waren. In seiner Wuth rechnet er genau auS, wie viel Rvstbrateln und Krügeln Bier von den germanische» Barbaren vertilgt wurden und sein einziger Trost bleibt, das» die Deutschen den Boden der grüne» Steiermark nicht betraten, weil der Zug bei Nacht unser Kronland durch-eilte. Ich will meinen Freund Schegula nicht noch mehr aufregen, aber ich fürcht«, er war zu optimistisch. Wie leicht konnte eiu deutscher Soldat in Pragerhos oder Marburg, den bestia-lischt» Instinkten der germanischen Rasse folgend, da» Coupe verlasse», um ein Krügel Bier zu kausen oder gar — ich kau» e» nicht sagen, die Idee ist zu schrecklich! Da wäre als» die heilige slovenische Erde vielleicht doch e»t-weiht und dem arme» Schegula die nationale Pflicht auferlegt, in unseren Bahnhofreslanra-tione» künftig kein Bier mehr zu trinken >N>d die dortigen Anstandiorte ängstlich zu meiden. Wie herzersreuend ist doch solch ein Patrio-tiSmuS! Weiui sich Schegula schon aufregt, weil deutsche Soldaten als gebeteue Gäste nach Oesterreich kommen, wa« würde er erst sagen, wen» die Russe» als ungebetene Gäste i» Marburg einmarschieren würden? Ich kann mir den Fall gar nicht auSdenke», sicher ist aber, dass der katholische Pfarrer Schegula den Tag nicht überleb«» würde. Da ich schon bei einen« Einmarsch in Marburg bin. fällt mir unser Vertrauensmänner-tag und der Parteitag der dchen VolkSpartei ein. Ich und meine journalistische» College» in Cilli, Marburg und Graj habe» in dieser Angelegenheit so viel Unsinn zusammengeschrieben, dass jeder von »nS heute mit Stolz sagen kann: Ich bin zwar nicht n aßgebend gewesen, aber das war ein Glück! Ueberhaupt kann ich nicht begreifen, wie sich deutschnationale Redacteure über die Frage er-eifern können, wer maßgebend ist! Maßgebend ist hente nur der, der Geld hat und Geld habe» wir alle miteinander nicht. Also Brüder, reichet euch die Hände; iu diesem wichtigste» Punkte stimmen Eilli, Pettau. Marburg uud Graz überein! Heil! $um Schlüsse kann ich aber nicht umhin, de» vier wackere» Pettauer Slvvenen im Rame» aller Deutschen von Pettau unsere» hcrzljchste» Dank dasür abzusprechend das« sie sich SamStag den 29. September Rächt« beim BereinShause ihre längst verdienten Prügel endlich abgeholt habe». Wenn noch einige Herr«» derartige Ge-lüfte haben sollten, wir haben »och mehr am Lager und unser geschätzter Herr Mitarbeiter, der Ochsenzeamt, steht jederzeit bereit. Heil! Mebieiaischer Th«. Franz Wilhelm'« abfahrender The« vva Franz Wilhelm, «»olheker f. nnb l. HMeferanl in Reuukirchen, Riederöfterreich, ist durch alle «pothelen zum Preise von S ftrcmrn per Pocket zu beziehen. ur Weinlese O} empfiehlt hochfeinen I%W sehr gute 5ala»i. $p«k, tchvewe-kette, öle. Obst- wei>- und Cstoi-€*»ig, va»pk>el»e, stets. Maggv's •Int«, Cieftit'sTUitdKxtTakt, £atao, efcocolat. Kant«, Xidter, fio»ig. ftia, CD««, tariNne» fa»k«rke Anerkennungsschreiben. lilustr. Pralsr.«t»;og gratis und franco. Städtische^ LerK-Museum zur Besichtigung geöffnet an Sonn- und Feiertagen von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Eintrittskarten per Person 40 h, Studenten- und Militär-karten 20 b. Erhältlich in der Buchhand-lang des Herrn W. Blank e, bei Herrn Ios. G s p a l t l, Juwelier und in der Tabaktrafik, Herrengasse Nr. 26, gegenüber dem Studentenheim. Mitglieder des Museum-Nereines haben freien Zutritt. JS/ttlepißi. Wtr z->l»s,ch,. »rlnpfm a.ank. itrri'«ien leibn. vrrlmuf »ro)diir»6«rj>r'.CrbJI !•<*.gra I» l .«t di» Kch»«»»»-JfoHirtu, ?r.»lf.u a. VL it- Jeder Mensch versteht den großen Wert einer vergoldete« Uhr sammt Kette mit 2-jähriger Garantie, dazu noch 836 »nent-dehriiche Gegenstände und zwar: boHfetne Pariser Tantenbroiche mit Simili-BrtBauten, 1 Paar sf. 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Dr. , birfclb«n fit BOT st. 5-, '"i*nW"T" (flau II. 15,— «it 'rähn) «» ,*>iarrraann itbmarbrit Sufjetbrn Hub itn'rrr Vriff<*(-fk.sbjM"» nMt >il Ifn greinen JJoii-utrlltrn bn llferrafabtifaimn »nd mit v»r-»>'<«>. iMuhrlrm flriji« fflflf, »«flli t 9«tr< fniiNil wirb, »wehen. I ■[ jhlnH .vnitbcrfrar WWWWWW I) »Halts» »I »|irl»|»r«,r. stnb bi«7«lbm F»> rlurr echt («f»rn<» Ml I» Werthe »>» *. HM»,- nicht ,, ulexfchdbr» imb bilbfn asirtanalriB. sin »rächtl»»» _ MillnlU HliibilnMtnfi(iUilli>. Tämni.llbtrn (. 7,»l> vierz, »»ff»»be ele»a»!e echte »rilk«»!. ch«N Ferr»»-A»ri«» N >»> »>» i— »»birit« Uant p,me». F,l,»«ite» alt (Irg Echtidir Mit ftart fmn, ntlrn Cpnl ob. Ctnr.i.vrillantrii ff. 1.40—S pro 6l4. Unlrtf -chok» »»«,» ersi»»» Ich n>«l nur brl vr*ml«i lt., leis eint t**l l't'Kbe «bh «Ich« |»i|iu> >eh»»»» llfir brauche». fo»ber» aiidi bei D»iei»»en, ewni »etloMM»»,» ch»k,tz <»r ,l»e ,«I»ni« »I» «imlche». b» »ftgnnriiifttii rifennuöfl a. ?i»»ab«iu»q fietltnb qfj. 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Blanke, Pettau. trn?CT>BniCTW^»irt»i»i«i»T»T«T«wiTTrr»Tif»i»Tttrf,itiiViiTiTf?BfTT!yHr?ns Weitage Bcilofl MWMÄM Petiau Das Geheimbuch. Novelle von Arthur Eugen 3 in, Ion. 1 (3Jst$t>ru(t vtrtotcn > ritte schwüle Augnstuacht deS Jahres 1831 lag über bet Erde. In den Straßen der volkreichen Handelsstadt Memel war es schon still, obgleich die Glocke» kaum die zehnte Stunde verkündet hatten. Der volle Mond, der klar am tiefblaue» Firmamente schwebte, sandte ein Helles Licht herab. Die Häuser waren verschlossen und nur hier und dort sah mau matt erleuchtet« Fenster. Wer die Ziadt sonst gesehen, muhte sich über die traurige Stille wundern, denn noch vor wenig Wochen herrschte regeS Leben in den Strafte» bis Mitternacht und in den Promenaden sah man zahlreiche (Yuwpeu vo» Spaziergängern, die nach deS Tages Arbeit Erhol»»g suchte». Die der Frende geweihte» Orte wäre» heute geschlossen. ,lni»inec und Leid schwänge» das schwarze Seepter. Die llholera wütete unter der thätigen Bevölkerung, sie zerriß schonungslos die glücklichsten Baude, trennte die Braut von dem Bräutigam, die Eltern vou den Kinder» und die Schützer von den Befchühten, die reichen Leute flohen die Uiiglücksstätte; die Armen mußten zurückbleibe» und dein schrecklichen Dämon Trotz bieten. Bor einem der Hättser i« der Hauptstraße hielt ei» Fiaker. Er brachte einen Reisende» vo« der Eisenbahn, eine» jungen Mann, der mit seiner leichten Handtasche anöstieg, den Kutscher bezahlte und entließ, uud dann die Wlocfe zog. Es dauerte lange, ehe die Thür ge liniiet ward. Ei» alter !ie»er stand an der -chwelle. .Wer ist denn da?" fragte er traurig. .Ich bin es, der Sohn vom Hause!' .Herr Karl! — Ach Wort, wären Sie doch noch länger geblieben." Der alte Mann konnte nicht weiter sprechen; schluchzen erfüllte seine stimme. Karl drängte ihn zurück aus die HauS-Flur und schloß die Thür lnnter sich. .Engel, nm des Him-nieU Wille», was ist denn ujchehen? — Ich habe -mterwegs gehört, daß die schreckliche Krankheit ihren Einzug in unsere -ladt gehalten ... hat üc Opfer gefordert aus unserer Familie?" .Sie müsien eö ja doch wissen, es kann Ihnen nicht verborgen Meiben ... machen Sie sich ans das Schrecklichste gefaßt ... Ihr Aater ..." »Herr Gott im Himmel! Liegt er schwer krank?" .Man hat de» gnten Herrn vor zwei Stunden abgeholt »nd l'egraben! Niemand von uns hat ihm das Geleit geben können. Gestern abend ward er krank, hente schon ruht er in der Erde!" Dem alten Engel rannen die Thränen über die welken Wange». tcr Binneuhascn in tkindk» »«»-her 3ecfii 3cjU Karl schwankte zu einer Bank, die neben der Thür stand, wie be-sinnungslos sank er nieder. Er konnte eS nicht fasien, daß-sein Vater, der kräftige Mann, der nie ernstlich krank gewesen, den er ln Fülle der Gesundheit vor drei Wochen verlasicn, nicht mehr zu den Lebenden gehörte. Mit wirren Blicken sah er um sich;.da stand der alte treue Diener und weinte-, ein Bild der tiefsten Traner, deS herbste» Schmerzes. Die fnrchtbare Nachricht mußte doch wohl wahr sein, so unglaublich sie auch klang. .Wo ist Tante Selma?" fragte Karl hastig. .Ich glaube, das Fräulein befindet sich in ihrem Zimmer." .Sagen Sie ihr. daß ich angekommen fei." Der Diener nahm die Reisetasche nnd stieg die Treppe zn dem ersten Stocke hinan, in dem die Wohnzimmer lagen, der junge Mann folgte, schwankend wie ein bis z»m Tode Ermatteter. Drei Minute» später stand er in dem Zimmer seiner Tante, der Schwester des Baters. Selma. eine lange, hagere Person von dreißig bis zweinnddrcißig Jahren, saß sinnend in der Ecke des eleganten SophaS. Sie trng ein »leid von schwarzer Seide nnd in dem blonden Haar einen dunkeln' Kopfputz. Ihre Züge konnte man nicht schön nennen; aber sie flößten doch, wen» man sie näher betrachtete, ein gewisses Interesse ein. I» dem groß?» blauen Auge spiegelte sich Intelligenz ab nnd eine Eharakterfestigkeit. die man bei Frauen nicht oft findet. Ihre Toilette verriet die Sorg-fält des alternde» Mädchen», das die Hoffnnng noch nicht aufge-gebe» hat, einem Manne zu gefallen. .Karl. Karl!" rief sie. sich erhebend. .Ich weiß schon alles!" murmelte der vaterlose Sohn. Selma wiegte schmerz-lich das Haupt. .Das ist ein harter Schlag! Wer mir das vor vierundzwanzig Stunden gesagt hätte .. " Sie verhüllte daS Ge> sicht mit dem weißen Tuche, das sie in der Hand trng. Nun machte sich der Schmerz des Sohnes durch Thränen Luft: jlarl weinte bitter-lich und rief laut: ,Ba-ter, Bater, eS war mir nicht vergönnt, Dir die treuen Augen zuzudrii cken! Ach wäre ich in der Heimat geblieben, statt Zerstreuung in der Fremde zu suchen!" .Wer konnte aber vor-aussehen," tröstete Sei« i.ia, .daß daS Unglück WM V, - • so rasch bei n»S einziehe» würde! Hätte» wir gewußt, wo Du Dich betäubest, wir würde» Dir des BaterS Erkrankung telegraphisch gemeldet habe». Sieh »m Dich, forsche in den Häusern der Stadt; überall wirst Dn Traner und Jammer finden. Ter Tod reißt gräßliche Lücken in die Familie». Leute, die sich diesen Abend trennen, wissen nicht, ob sie sich morgen wiedersehen. Der Tod kommt über Nacht »nd holt »»erbitterlich seine Beute." Selma schilderte nun »och die letzte» St»»den des Verblichenen; baun ermähnte sie de» Neffen, zur Rnhe z« ncsicii. Karl zog sich traurig iu sein Zimmer zuriick. Er fuiiutc nicht schlafe», ei» tieses Weh zerschnitt ihm daS Herz. Um frische Lust zu schöpfe» öffnete er da« Feilster. Die vom Monde erhellte Straße war völlig >ueu-scheuleer. Man fühlte, daß ein »»heinllicher Geist über der Stadt schwebte. Still wie Gräber läge» die Wohnungen der Menschen, denen, so schien e», sich das Grauen mitgeteilt hatte. Ein dumpfe» Rasseln ließ sich vernehmen. daS näher, immer näher kam. Räch uud nach liehe» sich dir schwarze» Umrisse eines WageuS nnterfchei-den, der vor dem gegenüberliege»de» Hause hielt. «Die Thür öffnete sich. Mä»»er trugen einen dunkle» Gegenstand heraus der in dem Innern des Gefährts verschwa»d. Die Arbeit war rasch geschehe», der Wage» fuhr dumpf rollend weiter, um bald a» einem andern Orte zu halte», wo seiner eine neue Last harrte. An de» erleuchteten Fenstern des verlassene» Hauses standen weinende Menschen; sie sahen dem schrecklichen Wagen nach, der ein teures Haupt der Familie forttrug ... ste konn-ten ihm das letzte Geleit nicht geben, da das von der Not-wendigkeit diktierte Gesetz es verbot. Das Weinen und Weh-klagen verstummte, die Fenster wurden geschloffen uud die unheimliche Nachtstille trat wieder ein. Tief erschüttert starrte der juuge Kaufmann dnrch daS Zimmer; er kannte die Familie, die gegenüber wohnte, nicht näher, aber er wußte, daß sie geachtet war und bisher iu glücklichen Ber-hältniffen gelebt halte. Biel-leicht war ihr hente der Er-nähreroderdieliebendeMutter entriffen. Eine neue Angst be-mächtigte sich Karl». nachdem er eine Biertelstunde seine Lage überdacht hatte. Es wohnte ein Mädchen in der schwer heimgesuchten Stadt, au dem sein aanzes Herz hing. Auguste war seine erste Liebe, der Ge-genstand seiner^"husucht. Der Schmerz um di.. Vater hatte nicht gest«'' t, daß er sich ernst-lich mit ii,r beschäftigte, „O, mein Gott," rief er seufzend, „wenn auch ihr «in Unglück zugestoßen wäre! — Nein, nein. Gott wird meine Auguste schützen, er kann mir nicht alles raube», was mir lieb uud teuer ist aus dieser Erde! O. hätte ich Gewißheit, hätte ich Gewißheit!" Die Angst nm die Gellebte schwächte den Schmerz um den Bater ab. Karl suchte zwar sein Bett aus. aber er kouute uicht schlafe». AIS der Mor-ge» graute, erhob er sich, ab-gespattNt uud wiist wie nach Priiz H rrmaua von Sachse einer durchschwärmtei: Nacht. Was konnte der Tag ihm bringe»? Eine Last vo» Geschäfte» war-tete feiner, da der thätige Chef deS Hauses fehlte. Die Lücke, die entstände», war nicht so leicht ailSzufüllen. Und wer konnte sofort die begonnene» Ueberrechuuugen fortsetze»? Wer war im staube, die Kalkulationen zu durchschaue», die den unternehmende» Ka»s-herr» beschäftigt hatte»? Der Sohn kannte den Stand des Ge-schästeS nicht, da er größtenteils als Korrespondent thätig gewesen, während der rastlose Bater sich der Oberleitung unterzogen hatte. Es mußte nun seine erste Sorge sei», sich Einsicht zu verschaffe» und jede Stockung z» vermeiden Rasch kleidete er sich an. Als er die Ha»Sfl»r betrat, öffnete ein Knecht die Thür. Ein prachtvoller Sommermorge» war angebrochen: Licht nnd Wärme drangen in das Hau«. Die Straße war zwar schon belebt, aber man sah nur bleiche »nd ängstliche Gesichter. Der beginnende Berkehr trng einen düstern Charakter. War es doch, als ob die Leute, die gezwungen waren, dem Broterwerb nachzugehen, mit jedem Schritte dem lauernde» Tode zu begegne« fürchteten. Die Pracht des Wetters schien eine Tünche zu sei», die Moder uud Verwesung bedeckte. .Wer hat die Schlüsiel z» dem Comptoir?" fragte Karl den Knecht. .Ich glaube, Fräulein Selma hat sie a» sich genommen." „Wann?" .Gestern abend." Karl ging zn der Schwester seine» BaierS. Selma saß, > im Negligö, beim Kaffee. Sie grüßte schmerzlich und lud K Neffe» zu Gaste. Dieser beeilte nch, die ihm geboteue Tasse leere«. Dauu erbat er sich die Schliiffel. Selma überreichte > ihm mit dem Bemerken, daß sie das Kästchen, in dem sich d Schliiffel befanden, von dem Kassierer empfange» habe, abend noch habe der Vater, der sich schon unwohl fühlte, das Käst cheu mit sich genommen, wie er stets gepflegt. Am Morgen sei d.r Chef noch einmal in daS Comptoir gegangen, aber schon eine ljalu' Stunde später habe man ihn in daS Bett tragen müffen. Geg.» Abend sei er eine Leiche gewesen. Letztwillige Vorkehrungen habe < uicht treffe» können, da er bewußtlos geweseu sei. So berichtete Selma. Karl nahm die Schlüsiel und stieg in das Erdgeschoß hinab, er öffnete die Thüren. In dc i Conlptoiren befand sich alle , wie er zu sehe» gewohnt war. Mit bangem Herzen betrat er daS Kabinett des VaterS. Don stand das ArbeitSpult des Bei storbenen und dort ei» eiserner Geldschrank, i» welchem der vorsichtige Chef daS Hauptbuch und die Wertpapiere anfbe wahrte. Der junge Mann sch; lange auf dem Stuhle des Ba ter» und sah träumend durch den Raum, der öde erschien Er konnte die gräßliche Ver äuderung kaum begreife», die in so kurzer Zeit eingetreten Bor vier Wochen trat er mil einem Freunde die Reise nach der Schweiz an; er faubte Briefe aus Zürich und Bern in die Heimat, die den Hoch genuß schilderte«, den die AI pen gewährte» . . . auch die Geliebte hatte einen zärtliche» Brief empfangen uud dasm einen nicht minder zärtlich,» nach Genf geschickt, dann wcu die Korrespondenz nnterbrv chen.SeitvierzehiiTageuwußi? Karl nichts von seiner Familie; in Nürnberg la» er. daß dir llholera in seiner Baterstndi sich zeige ... nicht die Sorge, sonder» die Sehnsucht trieb ihn rasch zurück. Der verstorbene Friedrich Halling galt für einen wohl habende» Großhändler nnd er freute sich Inder Geschäftswelt eines »nbegrenzteuBertraue» Solidität u»d Pünktlichkeit im Berkehr gingen ihm Über alle 7 Dir UnterfchriftHalling» flößt. > Respekt ein. uud ei» Uuterueh «.Weimar f. (Wlt lejt.) me», a» dem Halling sich be teiligte, galt gesichert. Unglück liche Schuldner rühmte» sei»e Humanität und verarmte Freunde seine Freigebigkeit. Fleiß »ud Treue seiner Leute belohnte er, Pflicht Widrigkelten bestrafte er durch Eutlaffuug. Seine Familie bestand au» dem einzigen Sohn« und der Schwester Selma, die bis jetzt eine paffende HeiratSpartie nicht hatte finde» können, obgleich sie für wohlhabend galt. Den Grund davon werden wir bald kennen lernen Da der Kaufmann seine Gattin schon vor sechs Jahren verloren, siihrte Selma die Wirtschaft, und man mußte e» ihr nachsagen, daß sie nicht nur musterhafte Ordnung hielt, sondern auch auf den Nutzen des Bruder» bedacht war. DaS Verhältnis zwischen den beiden Geschwistern war eigentlich ein nicht inniges gewesen, da Selma einen kalte», fast verschloffene» Charakter besaß, der mehr abstieß als anzog, aber sie war doch mit Dank gegen den Bruder erfüllt, der ihr eine sorgenfreie und ge achtete Stellung in seinem Hanse angewirsen. Die Domestike»! wnßten eS, nnd auch Karl, daß sie selbst eine» gewisien Einflns. auf de» Brttder ausübte, der in schwierigen Fällen, da er ihren scherst» Verstand »nd richtigen Takt kannte, mit ihr beriet. .Eö i»»ß sei»!" rief der junge Manu, sich gewaltsam empor 150 +■ 7 iö und die Thränen trocknend. .Ich bin ücrniitioortlich für i ;;)rtstnnfl des Geschäfts und darnin werde ich mit Ruhe den l,d dcSielbeu prüfe», um in die Rechte und Pflichten deS Ver-. neu eintrete» zu könne»- r öffnete zunächst das Pnlt des Vaters. Das Innere ent-Briefe, Notizen »nd eine kleine vandkaffe, die Halling für •,ii denn-u vflegle. :i irfiuun« üie Prl* tu: erhält» il> trafen, i stch vor. ^,t galt ?aS Ge-»ich ans-?en.Karl it das iir.e graue Stt.ii genau, uac ihm großer Lihtigkeit. ti Siien-Armit musste r« ithalte». Öi» aber war dcr schliiffel W». den der taier stets tti iich trug? Ter juuge R»»n ging jilZclmahin-«>f. die vor dem Spiegel naub uud ihre viiare ord-»ttc. .Tante, ul> suche den -chliisiel z» dk/ Paters «cldfchranke .. . er trug >l>» stet» iu inner ©Otfr* ^a, ganz ird)t!" .Erinnerst ? > Dich, wo-liin die Börse .ufummen?" -elma sah ruhig ihren Nissen au. ..An die bvrse habeich »icht gedacht. 5>e niich ohne .lweisel in dem Eomp» l»irrocke ste-cken." .Wo ist der 3{i»cf V- ,Doch in d?»i Zimmer desBrnders." .Begleite n>ich dorthin, liebe Tonte." »ES ist ge-itlirlich, die i leider zn be-> ihren." .Immerhin, aber ich muß eben den Schlüssel haben." »Dn solltest »och einige Tage warten, Uarl; unter den trau ifleit Verhältnissen ist äußerste Vorsicht geböte». Bedenke daS Unglück, wenn auch Du solltest von der schrecklichen Krankheit er-iriffcit werden ... wir müßten daS ganze Geschäft fremden Hän-'ei, Überlauf::." »Ich fürchte die Gefahr nicht, wohl aber eine Störung in dem Geschäftsgänge. Wenn diese »icht eintreten soll, muss ich genaue Einsicht in die Bücher nehmen, nnd der Eifenfchraut enthält daS Hauptbuch und die Wertpapiere. Letztere sind von besonderer Wichtigkeit, da ich laufe» oder verkaufe» niuft, je »ach dem Kurse. Ich kenne ja die Manipulatio» deS BaterS. Ein Tag kann uns w-y. 'ti ■ 'Ewa.' ••• . £ ..vvv^v.y • V ■ t ■/ - • M» I " MW M'HM- v* UPr t . % H O SS « o '5 A b' «c «e v. Ja ä to M s- E W großen Nachteil bringen. Ohne Hauptbuch ist eS mir unmöglich..." .Wie D» willst," antivvrtete Selma, die diese Gründe entfchei-dend sinde» mochte. .Aber ich möchte raten, eine» Mann kommen z» lasse», der die Nnterfnchnng des Rocks vornimmt. Der Arzt hat befohlen, das Zterbezimmer nicht .zu öffnen. Man ist es sich selbst schuldig, der Gefahr soweit als möglich auszuweichen. Ich mUch'c •h 160 H- dir fllcibuurtsftiirfc des Veistorbenc» nicht berühren, die längst vernichtet srin sollten. Der tkrankenwärter wohnt in der Rühr .. „So lasse man ihn sogleich holen." (dortfrtznng foim.) Der neue Seehnfe» in wieder von hannover'schem i» preußischen Besitz überging, war e» eine unbedeutend« Land« stadt ohne nennen»werlen Schiffsverkehr, ohne Industrie und Handel. Zu. niichst wurde nun mit staatlicher Unterstützung di« Heringlfischerei auf hoher See erfolgreich eingeleitet, in welcher SS Smder Schiff« mit über 000 Wann Besatzung thätig sind. Smden ist dan» zum A»»gang»pnnkt für di« über-seeischen Kabel gemacht worden. Lurch den 18H0 in Ban genommenen Sm»-Jabe-Kanal erhielt die Stadt eine direkte Wasf«rverbindn»g mit der Marine-station der Rorbse«, Wilh«lm«haven. Wichtiger al» dirs« Maßnahmen war für Smden die 1888 erfolgte Uebernahme de» Hasen» seit«»! de» preußischen Staate», der durch mannigfache Verbesserungen an sei»«m neuen Sigentum dem Schiff»verkehr bald einen erfreulichen Aufschwung zn geben vermochte. Während im Jahr« 1888 nur 2015 Schiffe mit 62,000 Tonne» Raumgehalt im Smder Hafen verkehrten, stieg die Zahl zehn Jahre später schon ans SS18 Schiffe mit 161,000 Tonnen Raumgchalt und in 1900 ans 7400 Schiffe mit 303,000 Tonne» Raumgehal». In den Jahren 18S4—1808 ist da« Smder Binnenfahrwafler, in welche» der Dortmu»d>Sm».Kanal mündet, durch ver-tiefung, Verbreiterung und Anlage dreier Seitendock« zu einem förmlichen Hasenbasfin umgewandelt worden, d«ssen User mit s«st«n St«inmau«rn, auf denen Ie!st»ng«fähigc Kräne stehen, oder mit Holzwänden versehe» sind Sine elektrische llentrale, dir Kraft und Licht liefert, schwimmende Dampfkräne, «üterschuppe». Silenbahngeleise und so weiter vervollständigte» den neuen Smd«r Binnenhafen, in dem IS Seeschiffe zn gleicher Zeit laden uud !»sch«n könne». - Sie Anlage», Im Jahre 1808 gleichzeitig mit dem Dortmnnb-Sm»-Kanal in Betrieb genommen, haben schon in den ersten beiden Jahren ihre» Bestehen» den Smder Echifflverkehr fast verdoppelt. Da di« Seedampfer aber von Jahr zn Jahr an GrSß« und Tiefgang znnahmen und ein großer Teil derselben die 6*/» Meter tiefe Smder Seeschleuse nicht passieren konnte. ent> schloß sich die prenßische Regierung im Jahre ISS8 zur Umwandlung d«< Smder Außenfahrmasfer» in eine» modernen, allen Ansprüchen genügenden Seehafen und nahm unverzüglich entsprechende Arbeiten auf. Die Hafenein-fahrt hat ein« Mole erhalten, welche sie vor Versaudungen schütz«» soll, von d«r Mol« zieht sich ein« lange Quaimau«r, welch« di« Ausstellung eine» Tntzend» gewaltiger elektrischer vräne ermiglichte, deren Tragkrast bi» zu 800 Sentner beträgt. Sin noch sehr selten anzutreffender Umladeapparat ist d«r Kohlen, sturzkran »Kipper), der alle 3—4 Minuten «inen ganzen Sisendahnwaggon Kohl«« hochhebt und über dem bereit liegenden Schiff an»schütt«t. Ter Apparat wird der A»»fnhr westfälischer Kohle« vorau«sichiiich groß« Dienste leisten. Interessante Hafenbau!«« find auch die riesig«» Geegüterschuppe«, deren größter 8200 Quadratmeter Kruudflä-'ie Hot, sowl« der Bahnhof. Alle neuen Anlagen haben Schienenverbindung mit der Slaa»»eisenbahn, elektrische Beleuchtung und Wasserversorgung durch «in« 11 Kilometer lange Leitung erhalten. Mit Autnahme be» Bahnhof» ist der ganze Außenhafe», üb«r 70 Hektar groß. Freibezirk, da» heißt Zollau»Iand. S» ist der grüßte der siebe» deutschen Frei« bezirke geworden. Da« Fahrwasser der Sm« ist in den letzte« Jahren bi» zum Smder Außenhafen ans 10 Meier verliest worden, hat also etwa dieselbe Tiese erhalten, welch« die Weser bi« Bremerhaven besitzt. Der Außenhafen selbst hat noch anderthalb Meter Wasser mehr, damit die großen Dampfer auch zur Sbbezeit »flott" bleibe», wa« für eine rasche Be- »nd Entladung vo» großem Ritzen ist. Srwähnt sei noch, daß schon verschiedene industrielle Sta-blisfcment» und mehrere Reederelen, darunter die Hamburg-Amerikalinie «siehe Abbildung I» nächster Stummer». Niederlassungen in Smden begründet habe». Prinz Hcrrmann vo» Sachs«« Weimar +• «m 31. August v«rstarb un* erwartet schnell in Berchte«gaden Prinz Herrmann von Sachsen.Weimar. Sr war gebe'«» am 4. Auguft 182S zu Allenstein in Meiningen, «in Sohn de« Herzog« Bernhard und Snkei de« bekannte» Herzog» Karl August. Schon im Jahr 1840 kam er nach Württ«md«rg und trat In di« 0ffl>i«rbiIdung»iustaI» zu L«dwig»burg «in. und s«»dem, also üder s«ch« Jahrzehnte hindurch, ist Württemberg seine Heimat. Sr wurde am 30. September 1844 Lieutenant im damalige» 2. würit. Reiterregiment nnd nahm im Jahr IM* an dem Zug der >»ürttemb«rgische» Brigad« teil, die den Schle»wig>Holst«ln«rn zu Hilfe «ilt«, und zwar ai» Ordonnanzoffizier de« 0»eneralmajor« itzrale« Wil-h«lm von Württemberg Am 17. Juni 18!>1 vermählte «r sich mit der jüngsten Tochter de» tiänig» Wilhelm I., der Prinzessin Auguste, und galt seitdem ai« Mitglied der königlichen Familie. Snde der filier Jahre war der Prinz Cbcrft und Kommandant der Leibgarde zn Pferde, später Kommandant de» 2. Rciterreeimeilt«, heutige» Tiogouenegime»!» KSuig <2. wü?tt.> Ar. 2S. Im Jahre 1802 wurde er Aeneralinajor und Kommandant der wlirtiembr> . scheu Reiterdivision. 180ü trat er. da ei» weitere« vorrücke» bei den daiiuli,, Verhältnisse» de« Tinppenkörper» abgeschnitten war. au» drin Dienst i.,,-, wurde al» Oienerallieutenant » 1» »»it« der Reiterei gestellt, Im Jahre !>> > wnrde der Prinz z»m General der Kavallerie ernannt, nnd am 30. «... tember 1804 beging «r sein bOjährige» Militärdienstinbiläum. es Berschuappt. Herr: .Uebrigen», Jean, laufen Sie mal rasch hern■ •, über meinem lVarberobespind liegen ..." — Iran (cinfnllcnb): „Qigamii gnädiger Herr." — Herr: .Wie haben Sie die g«fnnd«n?" — Jea, .A«»g»jk!ch«etl" Prosrsiore»wei«heil. Si» Univrrs,täl«prof«ffo: hält seinen Htrern «iu.» vortrag über rümische Amphitheater und erwähnt nnter anderem, baß di,. selben oben offeue «ebäude waren. Sin wißbegieriger Student stellt d e Frag«: .Und wo« thaten di« Lent«, wenn «» regnele?" — Der Proicj, t überlegt länger« Zeit und «rwiderti .Sie wurde« naß." Buchstäblich. Srsier Student: ,Ra, hbr' einmal, Dn schaust ab.r gut au», wer hat Dich de»« so großartig abgeführt?" — Zweiter «tu. deut: ,Mei« neue» Rad." Schad«. Verteidiger d Ihre Mutter solide Menschen stnd! Ich könnte sonst erblich« Belastung feststellen.' ; Cvt: M UT% 1 U L ^ u >J ii » Wegen »en Wcizrnsteinbrand ist bei der herannahenden Bestellung bt» Wlnterweizen» da» Sinbeizen der Kärner in Kupfervitriolläsnng. welche» noch lange «ich! allgemeiner Gebrauch geworden ist, dringend zn «»pfehlen. Drr Schimmelgeschmack de« Weine» ist ans bi« Verwendung nicht ge-«Üg«nd gereinigter Fässer zurückzuführen, in denen sich Schimm«l«nchernngei> angesiedelt haben. Bei geringem Schimmelgeschmack ist der Wein bumpn» Zur Beseitigung diese» gehler» wirb vielfach empfohlen, den Wein mit reinem Olivenöl zn schütteln od«r demselben Knoch»nt«hl«npulver beizumischen, weil diese beiden Stoffe ein sehr kräftige» Ab!orption»v«rmbgen für riechende n»d schmeckende Stoffe besitz««. Selbstverständlich erfährt auch dabei ba» Arom, de» Weine» nnd auch die Färb« «in« «rhebliche Schwächung, so daß man nur in besonderen Fällen zu derartige« H!ls«mittel» raten kann. Dagegen ist du« Umgähren be» krank«» Weine« mit frischen Trestern zur sicheren Beseitigun; de» Schimmelgeschmäcke» eher anzuraten. Freilich wird man zu di«sem Radikal, mittet erst dann greifen, wen« di« verwendnng R»ffelspn»g. anderer au»sicht»lo» ist, weil ein derartig behan» delter, nmgegohrener Wein wieder zn Jung. wein wird nnd damit Behandlung«- nnd La-gerzeit, weiche der Wein schon durchgemacht hat, verloren ist. Bei Weiß-weinen gelangt man schneller znm Ziel, wenn man sie in «in stark g«-schwefelte» Faß abiäßt. Rotweine verlieren durch die schweflige Säure mei» sten» viel an Färb«; jedoch kann ma». nachdem der Wein den Schimmel-gcschmack verloren, den-selben bnrch Verschnitt mit eine», sehr satt ge-färbten Rotwein wieber in der Farbe ausbessern. noch neu doch Matt »>«» grün ste» Nnd satt W Ich und raub de» land »er- hatt' et- al« hat war «le- tin»« herb- die- «en» t« de» lieb be» bebt da» lich land ter» re- mir früh- und »ei. li- viel ist he» wie »n miid' der stn gttng- be» lebt ei» I»»- ne» treu n«. ver- Uns t ver- («• » dlatt «e Auslilsung I»l»t >n nächster Nummer. Anagranim. )m wnrinen Süd«» Iran' ich stolze Sr»»', t»in dctfi kein «iinia, habe keinen Loh». A'enn du entfernt. so gieb mir eine» Laut, kann wird ein sich »etr»nt au« mir gebraut. Homonym. üeleftiget wird viel durch «Ich U»t> auch verloraen samt Ich dich Mich hat drr Schüler Im «»brau», vharade. ?u triffst im bunten gederNelbe lroiienland da» Erste nn. "tut fielt da« «Indre dir zur Seite «uf deiner ganze» Ledenlbahn. AI» einst nach schnhdem Lasterleben ««riUat die bäte Menschheit war. bracht auf dem (frinirn. gottergeben. Sin frommer Mann sein vpfer dar. Tie Hänb de» ittnstler« führt mich auch. >u»tiung folg» in nächster Aummer. Julin» Fallt. Auflösungen an» voriger Stummer: Ter llharade: Wasser, Role, «asserroie. — Te« ».'»gogriph»! Hektar, Hektar. — Tcf Hnstiituram«: Preise, «peter. — Te« Homonym»! »eitr. «ue Wfit uumtmiim. * «eraniwrriliche Redaketiin von Srnsl Plei'ler. »edrniN und herau«ge,-»ei> vu« «rein», » tiIet 11ec in «uitt^an.