W-Iilspruch: Was reit ttflditen ooit 6er Zukunft fftmtai Sah Brot und Arbeit uns gcrüftet stehen, Dag »ns--- Binder in Der Schule lernen Und unsere ttteife nicht mehr betteln gcf)etl ®. Herrn egh. Und so sehen wir auch jetzt wieder, Ido die Eisenbahner auf parlamentarischem Wege einen bescheidenen Erfolg durchsetzten, die bürgerlichen Demagogen an dieser Arbeit. Krampfhaft bemüht sich das reichsbünd-lerische Organ „Der deutsche Eisenbahner" den Nach' weis zu führen, daß die Eisenbahner den Erfolg lediglich der nationalen Koalition und den bürgerlichen Abgeordneten verdanken. In einem Artikel „Zur Jahreswende" lobt das Neichsbundblatt das Wirken der nationalen Organisationen als das allein helfende Zaubermittel, und schreibt: „Wenn wir nun auf die eben im Parlament erledigte Eisenbahnvorlage zu sprechen gelangen, so taucht wohl die Frage auf, ob die sozialdemokratische Gewerkschaft, bezieh ungsweisediel, interihr st eh ende Partei jemals imstande gewesen wäre, einen so durchsch lagenden Erfolg ohne s chweren w irt> schastIichen Kampf auf dem pcirlame nt a r i-fchen Wege zu erledigen. Niemals wäre die einstimmige Annahme des 33-Millionenantrages im Parlament mit jener Jmposantheit erfolgt, wenn nicht die nationalen Organisationen ihren Einfluß auf die hinter i h.n e n st e h e n d e n politischen Parteien genommen und fr die unbedingte Annahme des Antrages gesichert hätten. Wenn nun der Abgeordnete Tonischik erklärt, dah sich die sozialdemokratische Partei nur darum herbeilieh, von ihrem 6l).Milliom‘nantrag abzugeben, um ijicht die Einigkeit zu stören, so liegt wohl in diesen Worten die gewohnte sozialdemokratische Demagogie, denn Tomschik wußte nur zu gut, dah die sozialdemokratische Partei gar nicht in der Lage gewesen wäre, weder ihren 69-Millionenantrag, noch irgend einem anderen zum Durchbruch zu verhelfen. Tomschik ergriff also gerne die Gelegenheit, um nicht nur den vorjährigen Solidaritätsbruch der seinem Kommando folgenden Eisenbahner wieder gutzumachen und so wenigstens teilweise dem Fort-schreiten des Abfalles an Mitgliedern zu steuern, sondern auch, um aus der Not eine Tugend zu machen und sich als Eini-gungsapostel hinzustellcn. ES ist also hauptsächlich der nationalen Koalition zu danken, dah der 38-Millionenantrag einstimmig angenommen w u r d c." Merkwürdig ist vor allem der seltsame Widerspruch, der da auftaucht. Zehn Tage vorher schrieb der „Deutsche Eisenbahner" noch von einem M i ß-erfolg, mit dem die gegenwärtige Bewegung geendet habe, und der allein durch die sozialdemokratische Taktik verschuldet wurde. Und nun haben wir auf einmal einen „durchschlagenden Erfol g", und zwar deshalb, weil cs dem Neichsbundblatt noch rechtzeitig einfiel, daraus einen besonderen Sieg der Nationalverbändler und der mit diesen verbündeten nationalen Eisenbahnerkoalition zu konstruieren. Wirken schon die widerspruchsvollen Bocksprünge, die sich hier die wackeren Neichsbündler zuschulden kommen lassen, geradezu erheiternd, so ist die Naivität, die man den Eisenbahnern zumutet, schon mehr als beleidigend für den gefunden und logischen Verstand. „Niemals wäre die Jmposantheit der Annahme des 38-Mil-lionenantrages im Parlament zustande gekommen, wenn die bürgerlichen Abgeordneten nicht dafür gestimmt hätten". Gewiß nicht. Aber weshalb haben die bürgerlichen Abgeordneten dafür gestimmt? Weil sie fürchteten, daß eine abermalige Ablehnung die nationalen Parteien um den ohnehin letzten Rest des Vertrauens unter den Eisenbahnern bringen würde, und daß der Erfolg einer aus einem abermaligen ablehnenden Beschluß abgeleiteten Agitation lediglich den Sozialdemokraten zugute kommen müßte. Denn die gewaltige Erregung, die der Verrat der Bürgerlichen bei der Ablehnung des 20-Millionenantrages und nachher die Ablehnung des 8 8-Millionenantrages Tomschik unter den Eisenbahnern ausgelüst hatte, steckt wohl den Nationalen noch so nachhaltig in allen Gliedern, daß sie jetzt eine neuerliche Ablehnung schon mit Rücksicht auf die eigenen Leute nicht wagen durften. Aber auch der versteckte Anwurf. Genosse Tomschik habe seinen 68-Millionenantrag nur ans demagogischen Gründen gestellt, weil er wußte, daß dieser Antrag nie angenommen wird, ist eine Schlinge, in die sich die Neichsbündler selbst begeben. Wozu hat denn dann die nationale Koalition ihren 62-Millionenantrag ein* „We.-in es keine Sozialdemokraten gäbe, und wenn nicht eine Menge Leute sich vor ihnen fürchteten, würden die mähi-gen Fortschritte, die wir in der Sozialreform gemacht haben, auch noch nicht existieren." (Fürst BiSmarck im Deutschen Reichstag am 26. November 1884.) Diese Worte des großen Sozialistenhassers sollten jetzt in allen Redaktionen der deutschnationalen Schristleiterpresse unter Glas und Nahmen gesetzt werden. Denn wie wohl man dort alles, was sonst der zum deutschen Nationalheros erhobene Kanzler je gesprochen oder geschrieben hat, als unfehlbare Offenbarungen in Verwahrung hält, an diese offenen Worte müßte dennoch von Zeit zu Zeit erinnert werden. Fürst Bismarck kannte das deutsche Bürgertum ebenso gut als er die sozialdemokratische Arbeiterschaft haßte, und er wußte cs, daß die Bourgeoisie und alle aus ihr gebildeten M> ■ ringen nur vorwärts zu bringen juib, durch 5U "bcvbe Kraft des Sozialismus. •„ ' . Wie recht der deutsche Kanzler hatte, als tfer die sozialdemokratische Bewegung als die Schwungkraft des öffentlichen Lebens bezeichnte, das ist gerade auch für die österreichischen Eisenbahner im Verlauf der letzten Jahre unwiderleglich bewiesen worden. Aus einer streng abgeschlossenen Kaste von guten und staatstreuen Bürgern, die über die Wege des.aller-gehorsamsten Petitionierend nicht hinauskam, ist die Eisenbahnerschaft Oesterreichs erst in den jüngsten Jahren zu einer solidarisch fühlenden Schar erprobter Kämpfer geworden, und hat mit dem neuen und starken Geist des Sozialismus erfüllt, manches und vieles erreicht, woran man vor zwanzig Jahren auch nur kaum zu denken gewagt hat. Niemand, der nicht absichtlich Vogel-Straußpolitik betreibt, wagt wohl die Tatsache zu bestreiten, daß der vom sozialistischen Bewußtsein erfüllte gewerkschaftliche Gedanke die Eisenbahner in das soziale und politische Leben eingereiht hat, und ihnen als disziplinierten Faktor einen Platz anwies, von wo aus sie einen Kampf um die Hebung ihrer Klassenlage mit Erfolg führen konnten. Staat und Bürgertum mußten erst durch die Erweckung und den Gebrauch der eigenen Kraft an die Pflichten erinnert werden, die man vordem gegenüber dem Eisenbahnproletariat nicht gekannt hat. Und dieses Verdienst die Schlafenden erweckt, und die Tatenlosigkeit durchbrochen zu haben, gebührt unwidersprochen der sozialdemokratischen Organisation. Eine Zeitlang hat, wie überall, wo eine Schichte der Arbeiterklasse erwacht ist, Staat und Bourgeoisie mit Gewalt der neuen Bewegung zu trotzen versucht. Als dieses Bemühen versagt hat, und man mit Schikanen allein nicht mehr das Auslangen fand, änderte man die Taktik, indem aus den bürgerlichen Parteien heraus selbst jene Ableger von christlichen und nationalen Gewerki'chasten entstanden, die den Kamps mit anderen Waffen führen sollten, indem sie die Eisenbahner wieder aus schlaue Art in das bürgerliche Lager Zurückführen sollten. Denn so fremd und tatenlos alle bürgerlichen Parteien den Eisenbahnern solange gegenüber standen, als diese selbst noch kein bewußter politischer Faktor waren, so eifrig begann jetzt das Liebeswerben auf allen Seiten, als man sah, daß die Eisenbahner gegen ihre Feinde frondierten. Wollte man aber die Eisenbahner in das Lager der Bürgerlichen zurückrufen, dann mußte man sie zu überzeugen versuchen, daß jede Verbesserung, die bisher durchgesetzt wurde, lediglich ein Erfolg der bürgerlichen, der christlichen oder nationalen Organisationen sei. Das war zwar keine leichte Ausgabe, aber bei viel Geschrei ließ sich vielleicht doch eine Art Massensuggestion hervorrufen. Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anflage von 50,000 Exemplaren. "TA gebracht, wenn es für sie von vornherein seststand, daß solche Summen nicht durchzusetzen.sind? Solches aus .der Schule.schwätzen, beweist eigentlich nur, daß es den Herren überhaupt nur um eine leere Demonstration !zu tun war, um damit auf die Öffentlichkeit zu ^wirken. In Wahrheit wird damit immer deutlicher bewiesen, daß die Herren Nationcilverbändler e i n-fach vor de m Druck und derMacht der so zialdemokra tischen Organisation kapitulieren mußten, daß also wieder einmal lohne die Sozialdemokratie auch dieser bescheidene Fortschritt nicht erobert worden wäre. Diese Erkenntnis ist cs aber auch, die heute allen .Eisenbahnern, die wissen, von woher der Druck kommt, Idem sich heute niemand entziehen kann, eine heilige IJBerpsUchtung auferlegt. Die Waffe, mit der wir a l l e Erfolge eroberten, die Organisation, muß geschärft werden. Es gilt jetzt weiterzuschreiten, und den halben Erfolg voll zu machen. Um die fehlenden 17 Millionen Kronen, mit denen die Regierung im Rückstand verblieben ist. durchsetzen zu können, werden die Parteien im Parlament auch bekennen müssen, ob sie die finan-xiellen Mittel dazu bewillige» wollen. Der „Deutsche Eisenbahner* läßt in seinem Artikel durchleuchten, daß er da. den eigenen nationalverbändlerischcn Abgeordneten nicht recht traut, denn so sagt er schonend, „e s k ö n n t c Vorkommen, daß im Drange derGeschäfteaufdieDurchführuugdes Antrages vergessen würde". Die Eisenbahner haben jetzt das Gewissen zu sein, das die Herren vor einem „Vergessen" schützt. Die sozialdemokratische Organisation muß jetzt stark erhalten werden, um auch weiterhin die treibende Kraft Hu bleiben, die rechtzeitig nachhilft, wenn die vom j„Deutschen Eisenbahner" befürchtete „Vergeßlichkeit" wirklich eintfeten sollte. Steigern wir diese treibende Kraft, indem wir unausgesetzt unsere Ideen vertiefen iimd neue Mitglieder werben, wo wir mit können! m m Die Aufbesserungen für die Eisenbahner. Da die Lohnaufbesserungen an die Sir-Beiter noch immer nicht bekanntgegeben wurden und Bei ter Durchführung der Aufbesserungen an das definitive Personal manches unternommen wurde, was das Personal mißtrauisch macht, hat am tl. Jänner der Abgeordnete Tomschik im Auftrag der Organisation beim Eisenbahnminister Baron Förster vorgesprochen und ihm in einer mehr als einstündigm Unterredung die Beschwerden und Wünsche des Personals vorgetragen. e Für die Werkgehilfen wurde verlangt, daß Bei ihrer Stabilisierung ebenfalls die Einrechnung der Uniform aufgehoben werde und die Dijserenze« durch Zulagen ausgeglichen werden. Bei den Stabilisierungen der Arbeiter '-mit dem Zeitpunkt wüm 1. Jänner 1912. wurde verlangt, -aß sie bei der Aufteilung ihres Lohnverdienstes auf Ge« halt und Quartiergeld nicht um die Aufbesserung des erhöhten Quartiergeldes gebracht werden sollen, da sie sonst bei der Lohnerhöhung und bei der Quartiergelderhöhung jburchfallen würden. Für die Wächter wurde verlangt, daß ihnen Leim Härteausgleich die Dienstzeit von der Anstellung mit 48 Kr. monatlich an gerechnet wird und nicht vielleicht erst vom Zeitpunkt der Einreihung in die dritte Diener-ifategorie. Es wurde auch auf die Wsicht hingewiesen, daß man diesmal bei der Quartiergelderhöhung sofort für das ganze Jahr den Stempel in Abzug bringen will, was wieder eine Schädigung für das Personal bedeuten würde. Ferner wurde hingewiesen auf den Erlaß über die Regiefahrten des Zugbegleitungspersonals, dessen Auf- Feuilleton. SM?? Geschichten*). S8un Rudolf ©ccinj. Die Deichte, Ein junges. fauBetta Diaitdl geht beichten. Die unangenehmsten Bekenntnisse, nämlich die Sünden gegen das sechste -Gehst. bewahrt es sich bis zuletzt auf. Aber auch da will es nicht ordent/ich mit der Farbe herausrückeu. Um ihm das Geständnis zu erleichtern, fragt sie der Herr Pfarrer: V .Hast loa Liabfchaft nit?* Das Diandl erwidert zögernd: „8 bois *•) schon.* Der Pfarrer: .Ja. waS tust den» nachher dein SBua?* DaS Diandl: .Hr timmt anS Ksmorerfenster,* Der Pfarrer: .Und nachher?’ ... Das Diandl: .Nachher klopft t/c hall an.“-Der Pfarrer: .Und nachher ?* ' y ’ Das Diandl: »Nachher kimmt er halt einer." Der Pfarrer: «Und waS tut er denü nachher?" ES entsteht ein ziemliches Schweigen. Schließlich fragt Las Dlandl. der ihm sehr unangenehmen Inquisition ausreichend. Seine Hvchwürden: ' „58 a 5 tätest denn nachher b uV % • ' • -Der Schttrke. Ein großer Schürte der dargestellten Tragödie wird endlich zur allgemeinen Befriedigung corara pubüco geköpft. Damit sind die Zuschauer aber nicht zufrieden, sondern perlangen, daß der Dösewicht noch einmal geköpft werde. *) AuS „Auf der Sonn’fetten“, Lustige Tiroler Geschichten. Von Rudolf G r e i n z. Verlag von L. Steak« mann. Leipzig. Ein prächtiges Buch voy gesundem Humor, d«s das beste Geleitwort mit auf den Weg verdient. \ •*) Ein wenig. Hebung vom Abgeordneten Tom sch ik verlangt und gleichzeitig eine Deputation des Personals angekündigt. Bezüglich des Härteausgleichs wurde vom Abgeordneten T o m s ch i k auch auf die bei der Stabilisierung verkürzten Arbeiter hingewiesen, was man ihnen beim Härteausgleich gutbringen soll. Die Frage der Lohnaufbesserung, Lohuautomatik, Urlaube, Arbeitsordnung, Stabilisierung u. s. w. besprach der Abgeordnete Tomschik ebenfalls sehr ^ ausführlich. Er verwies hauptsächlich darauf, daß bis jetzt die ordentlichen, das heißt die am 1. Jänner fälligen normalen Lohnvorrückungen bei den Arbeitern nicht durchgeführt wurden, was das höchste Mißtrauen der Arbeiter hervorrufe. Ebenso fei noch nichts bekannt über die Art der Lohnaufbesserung u. s. w. und Tomschik kündigte ebenfalls die Vorsprache einer Deputation der Arbeiter für die nächste Woche an. _ Der Minister hörte aufmerksam zu, machte sich fleißig Notizen und versprach, die angeregten Fragen, soweit es ihm möglich sei, gewiß berücksichtigen zu wollen. Was die Frage der Lohnaufbesserungen betrifft, fei er noch nicht in der Lage gewesen, eine endgültige Entscheidung zu treffen, da noch Abänderungen notwendig sind; doch werde er gewiß trachten, sobald als möglich alles zu erledigen; er fei bereit, die Deputation der Arbeiter heute vormittags um 9 Uhr zu empfangen. Ebenso sei er bereit, die Deputation der Zugsbegleiter in der nächsten Woche zu empfangen, doch können er den bestimmten Tag hierfür momentan nicht festsetzen. Hierauf ersuchte er noch den Abgeordneten Tomschik, sich bezüglich des Erlasses, die Regiefahrten betreffend, zum Referenten, Regierungsrat K a r a f e k, zu begeben, um ihm ebenfalls die Beschwerden vorzulegen, was auch geschah. Bezüglich der noch ausständigen Aufbesserungen, die über den Rahmen der einundzwanzig Millionen hinaus-gehen und vom Parlament angenommen wurden, werden bei der Beratung des Budgets von der sozial-demokratischen Fraktion die notwendigen An-trügegestelltwerden. Vorsprache der ArbeiterzcntralansschutzmitglrcdLr im Eifenbahnministerinm. Die ArMterzentralausfchufmtitgtieder, die Genossen .'Schneider, PraLak, T a n t f i n, Valenta, Kubitschek, Fuchs, W a l ö h a u se r und M i IIn er sprachen am 16. d. M. beim Eisenbahnminister vor, um sich über die Maßnahme der bevorstehenden Lohnregulierung zu informieren, beziehungsweise um auf dieselben hinsichtlich verschiedener Fragen noch einznwirksn. Vor allem erkundigte sich die Deputation, wann die Durchführung der Lohnaufbesserung erfolgen wird und ob die Ausbesserung derart hoch gedacht ist, daß die Stabilisierung nicht beeinträchtigt werden kann, da durch die Erhöhung des Stabilisierungsgehaltes und des Quartier-gelbes im Ausmaße von Kr. die Erreichung der Stabilisierung nur dan.r 5 ntsp.cechend«, V<-rhältnis bleiben würde. Diese Ang^ ^r.beit sei für die Arbeiter von besonderer Bedeutung, tim bei sie noch bittuch her* vorhoben, daß Verkürzungsmöglichkeiten hintangehalten werden mögen. Auch die Fragen der Stabilisieningsver-besseruugen in Bezug mtf Normierung und Postenvermehrung sowie die Hauptfrage der Stabilisierung selbst bei den neuverstaatlichten Bahnen sind für die Arbeiter von großer Wichtigkeit. Die Akkordverhältnisse bei den verstaatlichten Bahnen wären sehr verbesserungsbedürftig, well die Verdienste allzu ungleichmäßig sind. Die Deputation berichtete dem Eisenbahnminister ferner, daß bezüglich kürzerer Vorrückuugsfristen in der Lohnautomatik einer Deputation am 8. d, M. von Herrn Ministerialrat Dr. Boeß erklärt wurde, daß bei dieser Lohnautomatik ohnehin weit über das Ziel hinausgeschossen worden sei, worüber sich die Arbeiter sehr erregt haben, weil man die Erfahrung macht, daß die Vor-rückungsfriften gegenüber jenen des stabilen Personals von schädigender Wirkung find, wie man das in der im Geduldig erhebt sich der Justifizierte vom Schafott und läßt sich noch einmal köpfen. DaS Publikum ist aber noch immer nicht zufrieden. Der Schurke muß z»m drittenmal geköpft werden. Als aber dann die Zuschauer noch ein viertes Köpfen verlangen, wird dem Schurken die Sache zu dumm. Er steht auf, verneigt sich gegen das Publikum und erklärt Mit einet tiefen Grabesstimme: „Jatz ifch es gennagl Jatz bin i' wirklich hin!" « Vom Bauerntheater. Der Ritter Don Nodrigo erwischt feine Gemahlin in flagranti mit dem Burgvogt. Er rächt seine Ehre, indem er der ehebrecherischen Gattin sofort den GarauS rnochj und dabei ruft: „Donna Rosaura, o du gottverdammter Schlampen, Ich stoße dir mein ehrlich Schwert in deine Wampen!“ Sodann wendet er sich an den mitschuldigen Burgbogt and apostrophiert denselben folgendermaßen: .Doch dir, du Gauch, der mit ihr hat gesündigt, Ist hiemit der Dienst gekündigt! Dir hilft kein Bitten und kein Flehen, In vierzehn Tagen kannst du gehen!" • e r 0 Korrekte Strasrenname«. Von Fpitz Müller. Wie« hat jetzt einen Doktor-Karl»Lueger» platz. Auf einer Harzwanderung habe ich in AndreaSberg den Ober l e u t nant.Lehmannweg entdeckt. In Halle an der Saale gab es bis vor kurzem noch eine Wuchererstraße. DaS war ein Skandal. Die Fremden konnten glauben, es gäbe Wucherer in Halle, denen zu Ehren.,.’ Darum heißt die Straße jetzt Ludwig-Wuchererstraße, Wie Vorjahre dem Eisenbah mmniftermm unterbreiteten Liste sah. Bei dem Punkte: Auflassung des Akkords der Oe. N. W. B. besprach die Deputation mich den Umstand, dak die Spediteure noch bis über 8 Uhr abends aufliefern dürfen, und müssen diese Lieferungen noch am selben Abend vom Personal aufgearbeitet werden, ohne daß daraus ein Akkordverdienst zu erzielen fei; außerdem müssen noch verschiedene Arbeiten verrichtet werden, wofür sie keine Bezahlung erhalten. Sodann wurde auf die Ernennung der Heizhausarbeiter zu Heizern auf der St. E. G. hingewiesen, bei welcher Frage der Minister einwarf, daß dies wohl Sache der Direktion fei. Die Deputation erwiderte aber, daß die Direktion seinerzeit erklärte, oas Eisenbahnministerium habe nicht mehr Posten normiert. Endlich wurde die Deputation bittlich, auch auf Stabilisierung der Bahnerhalt,mgsprofesfionisten Rücksicht zu nehmen, weil diese Ptofeffionisten größtenteils als selbständige Arbeiter fungieren. Der Minister erwiderte «ruf alle Punkte ziemlich eingehend. Daß die Durchführung der bevorstehenden Lohnregulierung erst Mitte Februar erfolgen könne, fei wohl eine unliebsame Verspätung, aber die Durchführung gebe sehr viel Arbeit. Die Lohnerhöhungen selbst werden gleichmäßig, entsprechend den Orten erfolgen. Was die Stabilifierungsverbesserung anbelangt, die Normierung und Postenvermehrung, so fejen dies wohl Fragen, die nicht sofort beantwortet werden können und erst studiert werden müssen. Auch die Verbesserung der Akkordverhältnisse bedürfe eines Studiums, weil derzeit Mißstände bestehen, welche zuerst behoben werden müssen. Die Akkordverhältnisse der Oe. N. W. B., sagte der Minister weiter, seien ja sehr schöne und wird sich so manches, das gegenwärtig beschwerlich empfunden werde, bei der Direktion regeln lassen. Von der Auslassung des Akkords selbst kann überhaupt nicht die Rebe sein. Was die Durchführung der Lohnregulierung im allgemeinen betrifft, so sei vorgesehen, daß überall gleichmäßig vorgegangen werde, so daß nicht die eine oder die andere Kategorie geringer oder höher bedacht werde. Schließlich versprach der Minister, daß man sich an Ort und Stelle überzeugen werde, was in der ©tabilifierungS-fragc der BahnerholtungLprofeffioniste« getan werden kenne._______________________________________________F. S, ' Mehr WlllMcher Wisse». Bibliothek und Bibliothekar. II. So oft das Thema über „Mehr sozialistisches Wissen" innerhalb der Parteiorganisation angeschnitten wird und Wege eröffnet werden sollen, auf welche Art diesem allgemeinen Rufe am schnellsten und rationellsten entsprochen werden kann, werden unsere Bibliotheken als eines der ersten und wich, tigsten Mittel hiezu genannt. Die Bibliothek soll den Drang.nach Wissen und Bildung erfüllen, vor allem aber das Bildungsbestreben der Arbeiterschaft in d i e richtigen Bahnen leiten. Sie soll die Süuden der heutigen Schulen rc. ausgleicheu und wettmachen, um die Genossen für eine edlere und höhere Lebens, auffafsung zu gewinnen. Unseren angeworbeuen Mitgliedern muß ein Ideal gegeben werden, für das sie in späteren Tagen mit Enthusiasmus zu kämpfen berufen siiid. Um dieses Ziel zu erreichen, muß der Planlosigkeit des Lesens, wie es gegen» wärtig in unseren Ortsgruppen allgemein geübt wird, ein Ende gemacht und dafür Sorge getragen werden, daß die dargebotene Kost nicht bloß eine einwandfreie gesunde ist, sondern in gewissen Rationen, die aber ineinander ein pädagogisches System darstellen müssen, verabreicht wird. Unser Zeitalter es rech! und billig ist. Denn der Königliche Kommerzienrat Ludwig Wucherer gab ihr feinen Namen. Ich hoffe, wenn ich wieder nach Halle komme, heißt sie Königlicher. Kommerzienrat-Ludwig-Wnchererstraße. Aber das sind erst Ansätze, bescheidene Ansätze in der ^ Richtung nach korrekten Straßennamen. Wien, Andreasberg ' und Halle haben den Anfang gemacht. Ander« Städte werden folgen. Wenn ich nicht irre, besteht schon irgendwo eine Gott-hold-Ephraim-Lessing st ratze. Aber eine Staats» minister-Johann-Wolfgang • v o n » G o e t h e. straße fehlt immer noch. Und in Berlin ist noch immer keine Erster« Staatsanwalt • Jsenbielstraße. Und wo ist die Regierungsreferendar » Max > Bollinger. st raße? Ober glaubt man, der Regieningsrefereirdar Max Bollinger hätte sein Vermögen deshalb der Vaterstadt hinterlassen, um mit feinem ehrlichen Name« in einer obskuren Bollingerstraße verhunz! zu werden. Dag in Partcnkuchen noch keine Oberexpcditor. ersterklasfe • Josef . Schmuttermaierstraße existiert, ist schließlich verständlich. Freilich ist das alles erst die eine, die bürgerliche Seite der Korrekten-Straßennamen-Frage. Die fürstliche ist nicht weniger wichtig. Wer ein klein wenig Verständnis für Historie hat, »uife es bedauern, daß Potsdam «och keine Wilhelm-der.Große, straße. , daß der Tiergarten noch keinen Otto-der-Faule» platz ausweist, daß er in ganz Deutschland vergeblich einen Karl» der.Dickeplah sucht, in Tirol ohne Erfolg nach äuex Margarete-Mau l t a sch g a f fe Umschau hält, daß er nirgends in Thüringen eine Friedrich-mit-der-gebissenen. Wange st raße oder auch nur eine Fürst . Heinrich . der . Zweiunddreißigste. von. Reuß-jüngere-Liuiegasse aufsinden kann. DM" Besucht nnr Lokale, in welchen der »Eljenbahrrer" aufücat! ""OS eilt einem bestimmten Ziele, dem Sozialismus entgegen. Ter Träger dieses Bestrebens ist die Arbeiterklasse. Eine Klasse, der die Ausführung einer geschichtlichen Mission Vorbehalten ist, braucht alles in allein ein starkes Geschlecht. Es genügt für einen Sozialdemokraten nicht mehr, bloß zu wissen, das; die Drohnen der Gesellschaft in Palästen, herrlichen Seebädern und erquickenden Kurorten alle Herrlichkeiten der Welt genießen, und das; für die Arbeitsbienen ein feuchtes und trotzdem teures Loch als Wohnung, scheußliche Surrogate als Nahrung, Lumpen zur Verhüllung der Blößen und Schnaps als Tröster bei allen Leiden gut genug sind für harte Arbeit. Ein Sozialdemokrat darf nicht bloß die Welt und ihr System interpretieren, er muß es — wie Karl Marx sich ausdrückt — zu verbessern suchen. Nur wer die Ursachen der Krankheit des Klassenstaates kennt, kann an ihre Beseitigung schreiten. Wer an der Verbesserung der Lage seiner Klasse Mitarbeiten und die bürgerliche „von Gott gemellte Ordnung" vom Grund aus ändern will, der muß über viel geistiges Rüstzeug, Ueberzcugungstreue und Idealismus verfügen. Diese Eigenschaften und Waffen kann man sich vornehmlich nur aus unserer geistigen R ü st- | kämmet, einer gut angelegten ©iblio-j t h e k holen. Tie angetoorbcticn Genossen mit den Ideen des Sozialismus vertraut zu machen, sie zu bewußten Sozialdemokraten auszubilden, muß eine unserer wichtigsten Ausgaben sein, weil darauf unsere ganze Partei beruht. Je größer der Haß und der Eifer ; unserer Gegner wird, desto nötiger und dringender wird die Erziehungsarbeit. Wer der Sache der Arbeitet dienen will, muß imunter* ; brochen und zielbewußt an der Erziehungsarbeit mit- : helfen. Jedes Stückchen nach vorwärts bedeutet eine Beseitigung des Kulturhindernisses, das uns heute noch den Weg zur Verwirklichung großer Ideale verschließt. Der Sozialismus muß uns eine Lebensfreude, ja, der ganze Lebens-1 inhalt selbst sein. JedeS Mittel soll ausprobiert und angewendet werden. das diesem Zwecke dienen kann. Jedes Versäumnis in dem Belangen würde der Gesamtheit der Arbeiterschaft einen Schaden zu fügen und sie ans Kreuz des Kapitalismus schlagen. Erlösung kann nur bringen, wer die Arbeiter zu ihren besten Freunden, die in der Bibliothek wohnen, führt. Den Arbeitern lesen lernen, sie zum Lesen anhalten, ist die Kunst, wie eine Klasse immer bergauf und niemals bergab zu gehen braucht. Bei einer Partei, wie es die unselige ist, braucht nicht einmal ein Rückgang eiiurcten, schon ein Stillstand bedeutet für uns Marasmus. Das Sprichwort: „Wer rastet, tostet", hat für uns volle Geltung. Der Sozialdemokrat muß stets mit der Zeit gleichen Schritt halten; sobald sie ihm vorouScilt. versteht et die Zeichen seiner Zeit nicht mehr. Ein Parteigenosse muß bei seinem Wirken bestrebt sein, mit den alten Anschauungen und lieber» iicfcrimgen aufzuräumen und an deren Stelle philosophische» ©cift zu setzen, der das Gebiet der Menschen vom Grund aus veredelt. Wer nichts lernt und nichts weiß, kann unmöglich einem Verein und seiner Partei nützen. Ein wirklicher Parteigenosse muß z u j e d e r Stunde und an jedem Orte Agitator sein. Wie kann er aber andere unterrichten, belehren, wenn er nicht imstande ist, seine Gedanken in Worte z«u kleiden. Wie kann et Lehrer einer Sache sein, von der er selbst nichts oder nur sehr , weniges weiß. Ich komme stets am meisten in Auf- 1 regung, wenn mir jemand mit dem Bemerken vorgestern wird: Ist ein sehr guter, aber stiller Genosse. Die Still heit, die Untätigkeit wird bei uns sogar noch als Verdienst «„gerechnet. Diese Ansichten sind erzreaktionär und stummen noch aus dem Vormärz, wo — nach Ansicht bet Polizei — nur der ein guter und braver Menschheit, bet stets still und stumm und stets Amboß war. iic bürgerlichen Dichter haben seinerzeit diese Untugend sogar in Verse gegossen, die noch für viele, auch für unsere Leute, richtunggebend sind. Schweigen — sagen |ie — jst Gold. Sieben Silber. Für die Sozialdemokratie ist Schweigen Tod. Reden Leben. In Athen und Rom galt das Dieben für eine Kunst, die in hohen Ehren staub. Senator und Cäsar. Krieger und Phylosoph, Mann und Weib übten diese Kunst.,Mit dem Verfall der Rede, die das allgemeine Aufklärungsmittel der damaligen Zeit war, verfiel die alte klassische Literatur, und mit ihr Athen und Rom. Die bürgerliche Klasse der Gegenwart und der moderne Staat selbst wissen, welche wertvolle Mittel die Rede und die Bibliothek sind, und sie verstellen es trefflich, beide in ihre Dienste zu stellen. 6ine eigene Lehrkanzel für Siethorik wird an der Wiener Universität eingerichtet, wo die Sohne des ^"rgertuins zu Rednern herangebildet werden, damit jie die bürgerliche Gesellschaft verteidigen können. Die H0^Iirfltd)'auJpicIcrin Lewinsky ist als Lektor in an die Universität berufen worden, die die Studenten lesen lehren [„q. Ter Staat subventioniert die großen i'ibiiotln'fcn des Katholischen Gesellen- und Piusvcrcines. Mit einem Worte, die bürgerlichen Klaff.'» rüsten sich jn j^ott und Schrift, um den Klasienstaat. in dem fie sich wohl fühlen, verteidigen und stützen zu können. Die Arbeiterklasse, die diesen Staat non Grund aus iimz„ändern berufen ist. muß das gleiche tun, wenn ihre Sache nicht verzögert werben ober auf Irrwege gelangen soll. Schon locken die bürgerlichen Politiker die Arbeitermassen. um sie als Schleppträger der bürgerlichen Gesellschaft zu gewinnen. Da heißt es nun, den Arbeitern den Weg z u in Buche zu zeigen. Der fortschreitende Kapitalismus, der die Klassengegensätze immer mehr vergrößert und verliest, wird uns als Wegweiser dienen. Füllen wir Herz und Hirn des Arbeiters mit sozialistischem Geiste! Wessen Herz voll ist. dem geht der Mund von selbst über. Vom Buche zum Reden : ist nur ein Sprung. Gehen wir daher ungesäumt daran, unsere Bibliotheken auszubauen und sie den geistigen Bedürfnissen der Eisenbahner anznpassen. Machen wir den Ausspruch des Spottdichters in der „Muskete" zuschanden, der vor kurzem noch sagte: „Wer nichts weiß oder nichts kann, gehl zur Post oder zur Bah n." Leicht wird diese Ausgabe nicht, aber unendlich dankbar sein. Im nachstehenden will ich nun die iiiterssanten Untersuchungen, welche ich in Bezug auf das geistige Leben (Lesen) in unseren Ortsgruppen anstellen konnte, mitteifen. Ich will kurz sein: Das Resultat erreicht kaum jene Höhe, die bisher bei den Bruderorganisationen als mittelmäßig bezeichnet wurde. Im Jahre 1010 hatten wir 424 Ortsgruppen und Zahlstellen, die rund 200 eigene Bibliotheken besaßen. 51 Ortsgruppen haben ihren Bücherstand der im Orte befindlichen Zentralbibliothek einverleibt. Die Gefaiuibibliothek umfaßte 40.230 Bände, die, mit Abzug einer lOprozentigen Abschreibung einen Wert von 73.000 Kr. repräsentierten. Seit 1906 werden jährlich 5000 bis 6000 Kr. von den Ortsgruppen und Zahlstellen für Neuanschassungen ausgegeben. Im Berichtsjahre erreichte dieser Betrag die Höhe von Kr. 8S03‘22. Außerdem waren die Ortsgruppen auf 613 Exemplare von Arbeiterblättern — darunter 21 „A r b e i t e r--Z e i t ti n g e n" — abonniert, die Kr. 5470 kosteten. In Summe geben die gesamten Gruppen inklusive Zentralbibliotheken. die im Jahre 1010 eine Einnahme von Kr. 232.52074 hatten, für BibliothekSzwecke und Zeitungsabonnement den kleinen Betrag von 14.300 Kr. oder 6'8 P r o z e n t ihrer gesamten Einnahmen auS. Diese Summe nimmt# in den gesamten Ausgabcposten den nidrigsten Betrag ein. Ein Zeichen, daß unsere Büchereien von seiten der betreffenden Genossen nur geringe Beachtung erfahren, obwohl dieselben als st a t n t a-tische Einrichtung angeführt sind. Entlehnt wurden im Jahre 1010, wo wir einen effektiven, genußberechtigten Mitglicdcrstand van §7.877 Personen hatten, exklusive de» 51 Orten, die Zentralbibliotheken angehören. 42.055 33tHvt. Da die Ortsgruppen, welche ihre Bücher aus den geschlossenen Zentralbiblio» thefen beziehen, keine Statistik übet die Entlehnungen führen, so kann ich nur schätzungsweise die Bibliotheks-.benütziing feststellen. Da 51 von den 200 Bibliotheken besitzenden Ortsgruppen und Zahlstellen ungefähr der vierte Teil ist, so schlage ich diesen den ermittelten Entlehnungen Hinz», so daß ich ein ziemlich genaues Bild über die Bib 1 iotheksbenützung erhalte. Die Gesamt-enUchmingcn würden nach diesem Schlüssel in Summe 52.500 Bücher betragen. Nicht einmal e i n Buch kommt durchschnittlich per Jahr aus ein Mitglied unserer Organisation. Ein solches Resultat ist geradezu eine Anklage gegen uns selbst. Hier können wir nicht wie Pilatus die Hände in Unschuld waschen, sondern müssen uns alle an die Brust schlagen und mca culpa (durch meine Schuld) tuten. Nach dem Bericht der Wiener Atbeiter-Biblio-fhefen per 1011 kommen durchschnittlich aus die Bronzearbeiter 21, Buchbinder 12, Buchdrucker 11. Metallarbeiter 7, Entlehnungen per Mitglied und Jahr. Stellen wir unser Resultat diesen Ermittlungen entgegen, so wirkt es geradezu beschämend. Wem diese Gegenüberstellung noch fein genügender Anlaß zur Einkehr wäre, der höre einmal mit eigenen Ohren die Ansichten und Meinungen der Mitglieder in den Ortsgruppen über diverse Parteifragen niit,an und et wird meine Darlegungen mehr als bestätigt finden. Die Leseiinlust ist fast bei allen Nationen, in allen Ländern und bei allen Bahnen bei uns gleich. Voran oder besser gesagt hintenan stehen die W i e n e r Eisenbahner. Die Wiener, denen eine führende Rolle zustehen sollte, die in jeder Richtung beispielgebend, die berufen wären, i voranzuschreiten, stehen in letzter Linie beim Lernen. Die 13 Wiener Ortsgruppen, die selbständige Bibliotheken hatten und einen Mitgliederstand von 3801 Personen umfaßten, besitzen 2105 Bände im Wert von 3775 Kr. und hatten per 1010 im ganzen 1040 Entlehnungen. Auf ungefähr 2'5 Mitglieder kommt per Jahr ungefähr ein Buch. Tie Diener wurden, waS Wissensdrang an belangt, selbst von den Polen in Galizien weit über-trosfen. Tie 7 Ortsgruppen, mit Ausnahme von Lemberg, die selbständige Bibliotheken besitzen, hatten 1054 Mitglieder. Ihre Bibliothek umfaßte 1001 Bände im Wert von 1020 Str. Tiefe Bil liohteken gaben 1831 Bände per 1010 an die Genossen aus. Tie Polen hatten in diesem Fall gegenüber den Wienern mehr als drei-einhalbmal weniger Mitglieder, die Bibliothek ist mehr um das Doppelte kleiner, die Entlehnungen übertreffen sie aber bei weitem. Bedenkt man, daß in Galizien noch sehr viele Analphabeten oder fast Analphabeten sind, daß die Literatur, die Kultur 5 gegenüber der deutschen bei weitem znrücksteht. so kann ‘ dieses Resultat nicht genug rühmend hervorgehoben werden. In Wien entfällt auf ungefähr 2’5 Mitglieder ein Buch, in Galizien kommen auf ein Mitglied fast zwei Bücher per Jahr. Allen voran stehen die tschechischen Genossen. 30 Ortsgruppen mit 4580 Mitgliedern hatten Bibliotheken mit 4502 Bänden im Wert von 9234 Kr. und entlehnten in derselben Zeit 10.799 Bücher. Auf ein Mitglied entfallen somit über 2'4 Bücher. 173 Ortsgruppen mit eigener Bibliothek und mit vorwiegend deutschen Mitgliedern umfaßten 28.490 Personen. Ihre Bibliotheken hatten 23.223 Bände im Wert von 45.560 Kr. und liehen 31.071 Bücher aus. Es entfällt per Kopf etwas mehr wie ein Buch. Den Zentralbibliotheken gehören 33 deutsche Ortsgruppen mit einem Mitglicdcrstand von 6900 an, die 2500 Bände in diese Institute im Wert von 4000 Kronen einverleibten. Bei den tschechischen Ortsgruppen haben sich 17 Ortsgruppen mit einem Mit» gliederstand von 2500 den Zentralbibliotheken ange-schlossen. Sie einverleibten 2077 Bände im Wert von 3500 Kr. Von den Polen ist eine Ortsgruppe (Lemberg) mit 350 Mitgliedern und einer Bibliothek mit 330 Bänden im Wert von 315 Kr. der Zentralbiblio-thek angeschlossen-. 62 deutsche Ortsgruppen und Zahl-stellen mit 3720 Mitgliedern, 30 tschechische mit 1000 und 19 polnische mit 1171 Mitgliedern besitzen überhaupt noch keine Bücherei. Insgesamt en Wehren 111 kleinere und größere Gruppen, die 6491 Mitglieder umfassen, einer guten Bücherei. Aus Arbeiterblätter sind abonniert: 146 deutsche Ortsgruppen (inklusive Wien) aus 319 Exemplare; hievon entfallen auf 18 Wiener Ortsgruppen 27 Stück. 2 dieser Gruppen halten überhaupt kein Blatt. Die tschechischen Ortsgruppen schlagen hier wieder den Rekord: 54 Organisationsstellen sind aus 180 Blatter abonniert. Es gibt Ortsgruppen, die bis zu 15 Exemplare sich leisten. Hernach folgen die Polen, welche für 25 Ortsgruppen 37 Blätter halten. 27 tschechische, 17 polnische und 134 deutsche Ortsgruppen, auf welche ich meine Untersuchungen aitsdehnte, abonnieren keine Arbeiterblätter. Es sind dies Organisationsstellen von 30 bis 500 Mitgliedern. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß die jungen auf-toärtsstrcbendcn Nationen bei weitem mehr Wert auf ihre innere Vervollkommnung legen, als dies leider bei der deutschen der Fall ist. Auf was ich besonderen Wert legte, konnte ich trotz aller Anstrengung nicht erfahren. Es ist dies *ne Statistik, w i e und was die Eisenbahner lesen. Nut dann wären wir imstande gewesen, einen sicheren Blick in das Innenleben, in die gtislige Verfassung unserer Mitglieder zu tun. Wir wären auch in die Lage versetzt worden, dort einzusetzen, wo es nottut, und abzulenken, wo des Guten zuviel getan wird. Ich habe mich an 10 Ortsgruppen, die typisch für meine Zwecke wastn. mit dem Ersuchen gerichtet, mir genau mitzuteilen, wie die Mitglieder lesen und was sie lesen. Davon sandten mir drei je eine Aufstellung ein. die jedoch nicht darnach waren, Schlüsse abzuleiten. Medizinische Bücher waren unter Sozialismus, Geschichte unter Romane, Lexika unter Novellen eingereiht. Eines ersah ich wohl daraus, daß diese drei Bibliothekare nicht einmal den Charakter des Buches kannten. Die anderen würdigten der Sache nicht einmal eine Antwort. Im abgelnufencn Jahre hatte ich Gelegenheit. 27 größere Büchereien unserer Ortsgruppen zu besichtigen. Davon waten vier, deren Mitglieder aus Werkstättenarbeitern bestehen. Bekanntlich herrscht bei allen Soziologen und Pädagogen die Ansicht, daß die Verkürzung der Arbeitszeit den Wissensdrang der Arbeiter fördert, was auch tatsächlich allgemein zutrifft. Die Werkstättenarbeiter haben nun seit dem Jahre 1005 eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 52VS Stunden wöchentlich erreicht, und könnte man daher annehmen, daß das Lescbedürstiis und die Bildungs-beftrebungen zugenommen haben. Aus den vier Bibliotheksausgabebüchern ersah ich aber zu meinem Entsetzen, daß dies nicht der Fall war. Obwohl die Ortsgruppen bis 1005 um die Hälfte schwächet waren wie jetzt, ist die Bücherausgabe im Verhältnis zur Mitgliedcrzah! statt gestiegen zurückgegangen. Weiters fand ich bei einzelnen der besichtigten Bibliotheken, das; oft sehr viel Geld für ganz im zweck-mäßige Bücher angelegt war. Acht von den 27 Ortsgruppen find iin Besitz von Mayers Konversations-ferifoii. Für dieses Geld allein Hätte schon eine nette Bibliothek angeschafft werden können. Nochfchlage-bücher sind nur in gkbßen Büchereien notwendig und sie sollen bei kleineren ganz entfallen. Aber auch um-»fangreiche, schwer verständliche und kostspielige Werke fand ich vor. die offenbar nur des gelehrten Titels halber an geschafft wurden. Solche Werke sollen vorderhand in unsere Bibliotheken nicht angeschasst werden. Selbst der Wissensdurstige Leser legt es alsbald wieder auS der Hand, weil ihm einfach die systematische Vorbildung fehlt, ohne die manches geschätzte Geisteswerk eben nicht verstanden oder, was oft noch viel schlimmer ist, gründlich mißverstanden werden. Aus die unrationelle Anlage unserer Büchereien ist häufig die Gleichgültigkeit der Leser, über die die Ortsgruppen gar oft jammern, zurückzuführen. Wir haben gegenwärtig eine reichhaltige, kurzgefaßte Arbeiterliteratur, die populär geschrieben und den durchschnittlichen Jntelligenzgrad der Eisenbahner jgjpggr Sorget dafür, bafj der «Eiscubahuer" auch vom reiserrdeu Publikum gelesen werde! angepaßt ist. Mit wenig Geld läßt stch stier eine ganz vortreffliche Bibliotstck zusammcnstellen, die großen Nutzen schaffen würde. In den 27 Bibliotheken fand ich Mehrings „Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" nicht ein einzigesmal vor. Mehring ist die beste Einführungsarbeit zum Studium der schweren sozialistischen Literatur (Marx, Engels, Kautsky): Brauns „Ziele und Wege" waren gleichfalls nicht, Lassalles Werke nur in vier Bruchstücken, Dannebcrg: „Das sozialdemokratische Programm", das die theoretischen Grundgedanken des Sozialismus, die Folgeerscheinungen und Entwicklungstendenzen der kapitalistischen Aera in anziehender und gemeinverständlicher Form schildert im ganzen mit drei Exemplaren, Engels und Kautsky mit je einem Exemplar vertreten. Geschichte, Naturwissenschaft und Philosophie fehlten gänzlich. Ungefähr 70 bis 90 Prozent der Bibliotheksbücher bestehen aus Romanen, unter denen ich manch bebe n k liches Exemplar vorgefunden habe. Tie größte lebende deutsche Dichterin, Marie v. Ebner-Eschenbach, war gleichfalls nicht vertreten. Fünf Bibliothekare kannten die Dichterin nicht einmal dem Namen nach. Von ihrem Hauptwerk „Das Gemeindekind" hatten sie alle miteinander keine Ahnung, lieber-haüpt waren die großen deutsch-österreichischen Erzählertalente, wie Anzengruber, Nosegger, Saar, David, Nürnberger, Grillparzer, Hämmerling, Schnitzler. Bartsch, Vahr. Adolf, Burkhart und Karl Weiß ganz vergessen. Von Zola waren sieben Bände vorhanden; es fehlten aber die «Evangelien"romane: „Fruchtbarkeit". „Arbeit" und „Wahrheit" sowie „Rom" und „Nanna". Daudet war mit seiner schwächsten Burleske „Port Tarascon" vertreten. Viktor Hugo kannte niemand. Die großen russischen Naturalisten Dostojewski), Gorki. Tschernischewsky waren gleichfalls nicht, nur Leo Tolstoi war mit neun Exemplaren vorhanden. Die Hauptwerke „Krieg und Frieden", „Anna Karenina", „Auferstehung", „Se-bastopol" ec. fehlten. Dagegen war die utopistische Schilderung „Im Jahre 2000" von Bekamt) 26mal und „Don Opixote" achtmal vertreten. Gottfried Keller mit seinem besten Werk „Die Leute von Sedlwyla" sowie der Böhmerwalddichter Adalbert Stifter waren zu meinem Schmerze gleichfalls nicht vorhanden. Die Tialektdichter Stelzhammer, Karl Stieler, Brannmüller sowie der Malerdichter Wilhelm Busch, der Meister echt deutschen Humors, fehlten; ebenso Ludwig Thoma. Die Klassiker hatten einen einzigen Vertreter: Goethe. Er lag abseits und war ausrangiert. Aus mein Befragen, warum der Altmeister deutscher Denker und Dichter aus der Bibliottzek ausgeschaltet sei, gab mir der junge Obmannstellvertreter zur Antwort. daß er z u m Verkauf komme, da ihn kein Mensch lese. Meine Frage,,ob er wisse, daß Goethe die großartigste pädagogische Erzählung „Wilhelm Meister" geschrieben habe, wurde mit N e i n beantwortet. Die Bildung schreitet, das heißt kriecht sehr langsam. Nach 100 Jahren muß Goethe aus unserer Bibliothek ausrangiert werden, weil die deutschen Arbeiter ihren Dichterfürsten noch immer nicht verstehen, ja nicht einmal dem Namen nach kennen. Vor einer Woche erzählte mir der Obmann einer großen Südbahnstation, als ich seine Orts-gruppenbibliothek besichtigte, in der ich mehr als zwei Dutzend sehr bedenkliche Romane vorfand, daß diese lauter Neuanschaffungen seien. Die c r st e Bibliothek, die ausschließlich aus sozialistischen Werken bestand, wurde unter der Hand per Buch um 20 H. verkauft, weil sie von niemand gelesen wurden. Solche Erscheinungen müssen als wahrhaft trostlos und traurig bezeichnet werden. Die Anlage n’) unserer Bibliotheken, die doch die erste Voraussetzung und eine Hauptsache sein soll, ist total vernachlässigt. Die Bücher stehen wie Kraut und Rüben in den Kasten und sind ebenso im Katalog verzeichnet. Ein Leser soll aus dem Katalog sofort herausfinden, wo er da§ gewünschte Buch zu suchen hat. 4 von den 27 Ortsgruppen hatten keinen Katalog. Ein Katalog für die Bibliothek ist dasselbe, was die Landkarte für ein Reich ist. Ist dieselbe unrichtig, , so geht man irre. Die Bücher — darauf soll besonders Bedacht genommen werden — sollen gruppenweise im Katalog verzeichnet fein. Zum Beispiel: 1. Sozialwissenschaft. Sozialismus, Wirtschaftsgeschichte. 2. Naturwissenschaft. 3. Philosophie und Religion. 4. Geschichte. 5. Kunst. 6. Aeltere Literatur (die Klassiker und ihre Zeitgenossen, die Romantiker). 7. Nene Literatur (Romane, Erzählungen, Novellen, Epos). 8. Gedichte. 9. Theater. 10. Jugendliteratur. 11. Frauen frage. 12. Zeitschriften („Kampf". „Dildungsarbeit", „Neue Zeit" 2C.). 13. Lexikons. Denn die Bibliotheken ungefähr nach diesem Muster angelegt wären, würde auch die Methodik im Lesen bedeutend erleichtert werden und zum Lesen besser ancifern. Eine gute Bibliothek setzt auch einen guten und tüchtigen Bibliothekar voraus. Soll eine Bibliothek ihre Aufgabe und ihre Bestimmung erfüllen, so muß sie von einem tüchtigen Genossen geleitet werden. War die Wahl der Person eine schlechte, so nützt die beste Bibliothek nichts. Gegenwärtig wird auf die Wahl der Bibliothekare kein besonderer Wert gelegt. Dem erstbesten, der sich hiezu bereit erklärt, r—•......... *) Im nächsten Eisenbahner-Kalender wird eine gute Nrbeit (Raigcber) über Bibliothelsaniage und -Benützung er» scheinen, auf die heute schon besonders Angewiesen werden soll. dem wird unsere geistige Rüstkammer ohne Bedenken ausgeliefert. Zumeist sind es unsere jüngsten Mitglieder. denen man die ihnen oft lästige Funktion anhängt. „Du hast doch' dabei nichts zu tun. nimm's doch an", so hört man bei der Generalversammlung sagen, wenn für die Bibliothek sich niemand hcrgeben will. Daß dieser Vorgang grundfalsch ist und mit eine Ursache des Rückganges des Lesens und der Abnahme der allgemeinen Bildung ist, brauche ich wohl nicht weiters zu beweisen. Gerade bei der Aufstellung eines Bibliothekars muß die größte Sorgfalt verwendet und die beste Auslese in der. Person getroffen werden. Es muß in jeder Beziehung die Gewähr vorhanden sein, daß er auch die nötige Schulung und Eignung besitzt. Und darauf kommt es an. Der Bibliothekar muß der intelligenteste und belesenste Mann der Ortsgruppe sein. Er soll sich als Führer, Ratgeber und Lehrer eignen. Er kann zum Lesen erziehen, aber auch vom Lesen abschrccken. Er soll nicht bloß wissen, w o die Bücher zu finden sind, sondern was in ihnen zu finden ist. Er soll selbst viel lesen und mit den Strömungen der Literatur wohl vertraut sein. Eine gute Bibliothek ist eine gar heikle Sache, sie muß vor allem Unreinen geschützt und darf keine Stätte für „Schuttablagerung" werden. Sobald sich dem Tische des Bibliothekars zögernd ein neues Mitglied nähert, muß er schon wißen, was er ihm zu geben hat. Zuerst Danncberg: „Das sozialdemokratische Programm" als Anfang; als zweites Buch: „Die Geschichte der österreichischen Gewerkschaften" von Julius Deutsch; dann Mehring: „Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" u. s. w. Stets muß er im Mitgliedsbnche Nachsehen, was bereits gelesen wurde und bestrebt sein, diesen Stoff zu ergänzen. Wahllos dürfen die Bücher nicht ausgefolgt werden. Es muß stets getrachtet werden, daß ein Buch das andere ergänzt, das Begonnene in dieser Richtung fortsetzt. Zuerst sind die Mitglieder in die Anfangsgründe der sozialistischen Literatur einzuweihen, um allmählich zu schwerem Stoff überzugehen. Wer umgekehrt beim Lesen verfährt, wird selten etwas profitieren und der größte Teil des Erlernten bleibt geistig unverdaut. Nur durch eine sachgemäße Systematik kann der Bibliothekar aus Mitgliedern Genossen erziehen. Ich will aber auch gleich aufmerksam machen, daß die hier niedergelegten Anschauungen nicht schablonenhaft und gleichmäßig bei jedem Genossen und jedem Orte durchzuführen sind, sondern stets individuell nach den Grundsätzen moderner Pädagogik geregelt und ange-wendet werden sollen. Bei Neuanschaffungen ist die größte Sorgfalt anzuwende i und sind nur solche Bücher anznkaufen. die in der „VUdnngsarbeit" oder im „Kampf" rezensiert und anempfohlen wurden.*) Unser Bedarf soll stets in der Parteibuchhandlung. Wien VI, Gumpendorferstraße 18. gedeckt werden, die jederzeit gerne bereit ist, bibliographische Ratschläge zu erteilen. Diese ganz einfachen Regeln nehmen sich für Uneingeweihte etwas schwer aus, sind aber ganz leicht zu erlernen. Var das Talent stellten die Götter den Schweiß! Nur ein bißchen Ausdauer und Liebe zu der Sache ist notwendig und alles andere findet sich von selbst. Da gegenwärtig wieder Neuwahlen in großer Zahl stattfinden, mache ich zum Schluß nochmals aufmerksam, daß die Bibliothekare neben den Agitatoren die wichtigsten Faktoren der Aufklärung sind. In den bürgerlichen Instituten nimmt man zu Bibliothekaren die besten Geister'der Zeit, die ihnen die geistige Kost zu servieren haben. Die Neichsrats- oder Universitätsbiblio-thekare sind anerkannt hochgebildete Männer von Weltruf. Die Abgeordneten und der ganze Reichsrot würde ohne tüchtige Bibliothekare dastehen wie ein Mann, dem ein Bein fehlt. Dasselbe gilt von den Professoren und der Studentenschaft der Hochschulen. Zum Schluß möchte ich den guten Stock unserer tüchtigen Vertrauensmänner, auf denen das ganze Organisationsgebäude und die Erziehungsarbeit ruhen, bitten, die Bildung nach Kräften zu fördern und den Mitgliedern wieder den Weg zum Buche, den sie verloren Hab e'n, z u weisen. Alle Organisationen melden, daß ihre Mitglieder in Bezug auf Lesen und Lernen beständig aufwärtsstreben. Folgen wir ihrem Beispiel, was die anderen Arbeiter vollbringen können, muß bei uns auch möglich sein. Dauererfolge in den Gewerkschaften können nur die Genossen erreichen, die auf der Höhe der Zeit stehen. Der geistig höher stehende, ist der wirtschaftlich stärkere. — Schreibt über eure Bibliotheken und in die Herzen eurer Mitglieder den Spruch: Bildung macht frei, Bildung ist Macht! li. M. Proletarische Siege. Eine gemeinsame Welt, aus gemeinsamen Interessen und einheitlichem Denken ist es. die das internationale Proletariat umschließt. Wirtschaftliche Interessen vor allem, die das gemeinsame Gefühl der Knechtung und Abhängigkeit erzeugten, haben innersalb der Arbeiterschaft den eisernen Ring geschmiedet, der über nationale und staatliche Grenzen hinaus-reicht, und der keine ernstliche und dauernde Scheidung durch irgend welche Gegensätze aufkommen läßt. Und *) Die deutschen Genossen im Reiche besitzen seit zehn Jahren ein eigenes Blatt, „Der löibliochctar“, das eines der besten iötäller für Literatur ist. das ist auch der eigentliche und tief innerste Grund, warum heute auch die österreichische Arbeiterklasse lebendigen Anteil nimmt, an jenen großen und gewaltigen Siegen, die Deutschlands Arbeiterklasse bei den soeben vollzogenen Wahlen für den Reichstag errungen hat. Ter Wahlausgang, der der sozialdemokratischen Arbeiterschaft des Deutschen Reiches gleich beim ersten Anlauf, bei den am 12. Jänner stattgefundenen Hauptwahlen 05 Mandate gebracht hat, ist ein Ereignis, dem nicht bloß politische Bedeutung zukommt. Noch ist überdies die Sozialdemokratie an 123 Stichwahlen beteiligt, und es ist. wie selbst bürgerliche Blätter Voraussagen, nicht ganz ausgeschlossen, daß diesmal die Partei der Arbeiterschaft als die numerisch stärkste in den Reichstag einzieht. Selbstverständlich steht ihr auch dann, wenn das der Fall sein sollte, der Block der sogenannten staatSerhaltenden Parteien gegenüber, die in allen weittragenden und prinzipiellen Fragen den sozialdemokratischen Anträgen geschlossen gegenübertreten werden. Allein nicht därum handelt es sich, ob die Sozialdemokratie durch einen Wahlausfall das Ruder des Staatsschiffes in die Hand nehmen kann oder ob sie jemals überhaupt auf parlamentarischem Wege jene Macht erreichen kann, um gemäß ihrer prinzipiellen Weltanschauung ihren Willen in die Tat umsetzen zu können. Denn auch über die Grenzen des Parlamentarismus kann die Diskussion als soweit wenigstens für geschlossen betrachtet werden, daß wir wissen, daß der bürgerliche Staat nicht im Wege eines einfachen Mehrheitsvotums des Volkes, seine Abdankung vollziehen wird, ohne alle seine Mächte vorerst zur Gegenwehr mobil zu machen. Und es ist daher auch der grundlegende Unterschied, der die Sozialdemokratie von allen anderen politischen Parteien unterscheidet, daß sie ihre Kraft nicht aus den Ereignissen des Tages schöpft, sondern in der ökonomischen Veränderung wurzelt, die sich im kapitalistischen Staate mit Riesenschritten unausgesetzt vollzieht. Tie Sozialdemokratie ist keine Partei bloßer politischer Theorien, die vor den Tatsachen des praktischen Lebens verblassen, sie ist eine Partei der K l a s s e n e i n h e i t. die im Grunde genommen durch ein und dasselbe wirtschaftliche Interesse zu-sammengehalten wird, lieber ihre Niederlagen hinaus lebt daher die nie versiegende Kraft, die sich in dem Werdenden und Kommenden auf's neue offenbart. Und so kündet auch dieser Sieg, den die „Niedergerittenen" von damals wieder in stolzer Schlacht erobert haben, eine neue Welt, die Welt der freudvolleren Zukunft für die Arbeiterklasse. Und von diesem Gesichtspunkte aus haben die deutschen Wahlen auch eminent rein Wirtschaft-l i ch e Bedeutung für das Proletariat überhaupt. Worauf alle Zeichen im deutschen Wirtschaftsleben und in den Kreisen der Unternehmerschaft bindeuten, ist die nicht zu verkennende Tatsache, daß in der nächsten Zeit schon die Angriffe ayf die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen in verschärfter Form unternommen werden sollen. Durch die ganzen letzten Jahre hindurch bildeten die Klagen der Unternehmer über den „Terrorismus" der Gewerkschaften einen eisernen Bestandteil in jenem widerlichen Gegreine über die wachsende Begehrlichkeit der Arbeiter. Und zudem sahen wir Justiz und Behörden immer bereit, jenen Wünschen der Unternehmer entgegenzukommen, um im Wege der Rechtsprechung da§ Koalitionsrecht der Arbeiter zu strangulieren.- Seitdem von höchster Stelle aus „schwerste Strafe denjenigen" angedroht worden war. der einen Streikbrecher auch nur mit Worten an seinem klassenfeindlichen Vorhaben hindern wollte, haben sich die Schikanen gegen alle gewerkschaftliche Tätigkeit im Deutschen Reiche zu einen regelrechten Feldzug gegen das fundamentalste Recht der um ihren wirtschaftlichen Ausstieg ringenden Arbeiterklasse, das Koalitionsrecht, verdichtet, der zum Schlüsse auch bei einer Reform des geltenden Strafgesetzes angelangt ist. Gleich wie das in dem Varentwurf zu einer Reform des österreichischen Strafgesetzes der Fall ist, wird auch in der geplanten Reform des deutschen Strafgesetzbuches der Versuch unternommen, das S t r e i k r e ch t zu beschneiden, und die sogenannten „Arbeitswilligen" unter ein besonderen Schutz gewährleistendes Ansuchens', echt zu stellen. Zudem aber sind die reichsdeutschen Unternehmer durch ihre gut ansgebauten und planmäßig funktionierenden Organisationen vielleicht stärker und mächtiger als anderswo. Der Gedanke der A u s-s p e r r u n g, der fast regelmäßig bei einem Streik in die Tat umgesetzt wurde, hat in den letzten Jahren in deutschen Unternehmerkreisen so feste Wurzel gefasst, daß im Verlaufe der regelrechten Ausbildung dieser Idee sich eine systematische S t r c i k e n t s ch ä-d i g u n g bei den Unternehmerverbänden entführte, mit der die von einem Streik oder einer Aussperrung betroffenen Unternehmer durch längere Zeit schadlos gehalten werben kannten. Aber die mächtige Ausbildung der Unternehmerorganisation, die speziell in der letzten Zeit auch befruchtend auf Oe st erreich gewirkt hat. genügte den Scharfmachern nicht. Es konnte ihnen nicht entgehen, daß die rührige und emsige Arbeit auf der einen Seite, eine gleich hervorragende Tätigkeit auf der anderen Seite dewirkt hatte. Die Arbeiter zogen aus dem Aufmarsch der Unternehmer die richtige Lehre, und stärkten ihre Gewerkschaften und bauten sie zu richtigen KampfeSorgani-sationen aus. Und was uns über die Stärke und Leistungsfähigkeit der deutschen Mustergewerkschaften in den letzten Jahren an zahlenmäßigem Material be- kannt geworden ist, das muß uns Oesterreicher mit Neid und Bewunderung, aber auch mit dem Vorsatz zur Nachahmung erfüllen. Angesichts dieser Tatsache aber erinnerten sich die Scharfmacher in allen bürgerlichen Lagern, daß, wenn so der Gegner wächst, der Staat helfen müsse. Denn wozu wäre der bürgerliche Staat sonst da, als daß er in dem großen sozialen Ringen zwischen Kapital und Arbeit die Partei des ersteren ergreifen müsse? Wozu auch leiht man diesem Staate seine Hilfe, und gefällt sich in der Stelle der Stützen dieses Staates, wenn er nicht bei jedem Streik, und seiner ganzen inneren gesetzlichen Einrichtung nach, stets bereit ist, den Nutznießern fremder Arbeitskraft helfend mit seiner ganzen Autorität beizustehen? Aus diesem rein psychologischen Klassenantrieb heraus entsprang die gesteigerte Hetze gegen alle soziale Fürsorge, die der Staat den wirtschaftlich Schwachen angedeihen läßt, und das Sturmläuten gegen das Koalitionsrecht, das die deutsche Arbeiterklasse vernommen hat, war ein deutliches Zeichen, daß es im Wege der Gesetzgebung gegen ihre Rechte, gegen das fundamentalste Recht der wirtschaftlichen Selbstverteidigung gehen soll. Von diesem Gesichtspunkte aus, der vor allem für die Gewerkschaften als Hüterinnen der Lebenshaltung des Proletariats in Betracht kommt, ist dieser Wahlausgang eine richtige und herzhafte Antwort auf alle diese Treibereien. Die Arbeiterklasse hat damit bewiesen, daß ihr nicht nur die Gewaltpolitik ihrer Gegner nichts anhaben konnte, sondern daß auch die in den letzten Jahren unternommenen Versuche, die Gewerkschaften auf schlaue Weise zu verwässern, kläglich mißglückt sind. Auch im Deutschen Reiche bestand ja das letzte Auskunftsmittel der bürgerlichen Klassengegner darin, daß man vor allem durch Gründung und Förderung von sogenann ten neutralen und christlichen Gewerkvercinen den Arbeitern beweisen wollte, daß sie ihre Gegenwartsforderungen nicht notwendigerweise auf sozialdemokratischer Basis vertreten müssen. Auch dieser Versuch hat, wie überall, wo er unternommen wurde, mit dem Einbekenntnis seines Bankerotts enden müssen. Und wenn heute sich die bürgerlichen Blätter damit trösten, daß unter den vier Millionen Stimmen, die diesmal für. die Sozialdemokratie abgegeben wurden, viele find, die von deren Endziel nichts wissen, wohl aber ein Stück Eigentum im Gegenwartsstaate besitzen wollen, so läßt sich darauf antworten, daß gerade dieser rückhaltlose Zumarsch der Arbeitermassen zur Sozialdemokratie beweist, daß hier die Erkenntnis festgewurzelt ist, daß die Arbeiterklasse im bürgerlichen Klassen st aate den rückhaltlos e n F e i n d erkennt, der ihr jeden s o z i a l e n A u f st i e g e r s ch w e r t. . Eines darf freilich auch bei diesen Wahlen nicht übersehen werden: Der ärgste Feind und potenzierteste Klassengegner der Arbeiterschaft, das Zentrum, geht auch aus dieser Schlacht ungeschwächt hervor. Aber daß die Arbeiterklasse sich eine starke parlamentarische Vertretung für ihre bedrohten Lcbensinter-esscn geschaffen hat, ist eine Gewähr, daß sic den kommenden Kämpfen wird standhaltcn können. Denn das _ ist das erfreuliche an diesen Wahlen, daß sie gezeigt haben, daß me Arbeiterschaft überall dort, wo ihre Zahl ausschlaggebend ist, im Lager der Sozialdemokratie stellt. Daß dieser disziplinierte Aufmarsch auf den breiten Pfeilern einer mustergültigen gewerkschaftlichen Organisation vor a l I e in r ir h t, ist für uns Oesterreicher ein Beispiel, aus dem wir viel lernen können! liefet iifetttelftetierot. Seit langem ist es der Wunsch unserer Mitglieder, insbesondere der Wiener, gleich den vielen anderen Bruderorgamwtionen ein eigenes Hei in zu besitzen. Durch die immer wieder notwendig werdenden Aktionen und andere wichtige Organisationsarbeiten mußte dieser Wunsch, st notwendig seine Erfüllung auch ist, immer und immer wieder zurückgestellt werden. Die Genossen, die bei verschiedenen Anlässen nach Wien delegiert worden sind, können ein Lied davon singen, in welchen Lokalen die Konferenzen und Sitzungen abge-halten werden mußten. Alle 21 Bezirke mußten abhausiert werden, bis ein halbwegs entsprechendes Lokal aussindbar gemacht wurde. Zumeist waren es Lokale, die mehr einer Sclchküche denn einem Konferenzzimmer Küchen. Viel Gesundheit wurde und wird noch durch die unpassenden Lokale vergeudet. Zu dem kommt noch, daß Ortsfremden Genossen durch den beständigen Wechsel -m-pm beiterheim Favoriten mit folgender Tagesordnung statt: 1. Verlesung der Statuten. 2. Wahl des Vereinsausschusses. 3. Festsetzung der Beiträge: a) Gründer, b) Förderer und c) Jahresbeiträge der Mitglieder. 4. Anträge und Anfragen. In den Vereinsausschuß wurden folgende Genossen gewählt: Josef Schwab, Obmann, Josef Wabitsch, Stellvertreter; Rudolf Müller, Kassier; Rudolf Weigl, Schriftführer; Alois Bukovsky, Josef S ch u st e r, Konstantin K n e i d i tt g c r, Eberhard Hei der und Josef Tomschif, Ausschußmitglieder; Franz Babowsky, Alois K r t b a und Franz S o to e r, Revisoren. In der regen Wechselrede begrüßten alle Red ner das Vorhaben der Proponenten und bedauerten nur, daß unsere Organisation so spät mit der Ausführung dieses Projektes beginnt. Die finanzielle Grundlage wird laut § 2 des Statuts wie folgt geschaffen: 1. Gründer zahlen einen Beitrag von 20 Kr.*) 2. Förderer einen Beitrag von 10 Kr. 3. Jahresbeitrag eines Mitgliedes 1 Kr. Außerdem wird der Ausschuß Blocks (das Blatt zu 10 Heller) ausgeben, die bei den diversen Gelegenheiten abgcsetzt werden sollen. Der Ausschuß nimmt an, daß, wenn unsere Genossen mit Eifer für die Sache eintreten, die finanzielle Grundlage geschaffen ist, mit der das Aus langen gefunden werden kann. Mit dem Bau wird Mitte März 1912 bereits begonnen werden und wurden damit die in unseren Kreisen bestbekannten Architekten Hubert und Franz G e ß n e r, die Erbauer der Hammer-brottoerfe, der Arbeiterheime Favoriten und Ottakring, der Druckereien „33 o r to ä r t S" in Wien und Graz:c. betraut. Der Bau wird am Gaudenzdorfergürtel, Ecke der Vräuhausgasse in Wien V. (Margarethen) erstehen. Es ist dies einer der neuesten und schönsten Plätze Wiens, der sowohl mit der Stadtbahn als auch mit zwei Straßenbahnlinien, die knapp vor dem Heim vorüber» führen, von jeder Richtung aus bequem und leicht erreicht werden kann. Im Eisenbahnerheim werden Versammlung s-säle und Sitzungszimmer vorhanden sein und werden sich im Mezzanin die Bureanlokalitäten des Zentralsekretariats und der Zentralverwaltung befinden. Außerdem wird in selben eine „Eisenbahner-H e r b e r g e", wenn dieser Ausdruck überhaupt anzu-wenden ist, errichtet. Es werden ein- und zweibettige Zimmer sowie Mansardenzimmer in einfacher, aber in jeder Beziehung einwandfreier Art für die nach Wien kommenden E'i s e n b a h n e r und deren Frauen vorhanden sein. An die F r e m d e n z i m m c r schließt sich ein großes Bad an, welches mit warmen und kalten Duschen versehen sein wird. Die Beheizung wird durch Heißluft stattfinden. R a u ch- und Lesezimmer werden jedem Eisenbahner zur Verfügung stehen. Der Aus-schuß ist bestrebt, den nach Wien kommenden Eisenbahnern ein trautes und freundliches Heim zu bieten. Der Preis für die Benützung der Zimmer inklusive Bad, Beheizung, Lesezimmer wird eine Bagatelle betragen, dessen Höhe nur nach Jnstandhaltungskosten (Wäsche-, Schuhe- und Kleiber» reinigung) erstellt werden wird. In dem Eisenbahnerheim werden sich ein Kaffeehaus und eine Restauration mit Speisesälen, Veranda und Garten befinden und sind diese Lokalitäten als beständiges Stelldichein aller in Wien wohnenden und nach Wien kommenden Eisenbahner sowie der Arbeiterschaft des V. Bezirkes gedacht. Diese Lokalitäten sind vollkommen unabhängig, separiert von den Veratungs- und Versammlungslokalitäten des Vereines, wo keine Getränke verabreicht werden. Die Restauration sowie das Kaffeehaus werden an tüchtige und leistungsfähige Pächter abgegeben. Die wertvolle Straßenfront wird zu Mietwohnungen und weiteren Geschäftslokalitäten herangezogen werben, woraus sich eine sichere Verzinsung und Amortisation des aufgenommenen Kapitals ergibt. Alles Nähere ist aus den zugesendeten Zirkularen sowie aus den beigelegten Drucksorten zu erschein Von Monat zu Monat werden im „Eisenbahner" die Gründer und Förderer, sowie die Spenden für das Heim zur Kontrolle ausgewiesen werden. Mit dieser Nummer beginnen wir bereits mit der Veröffentlichung der geleisteten Beiträge. Mitglied des Vereines kann ejde männliche und jede weibliche Person werden, die den Jahresbeitrag von 1 Kr. zahlt. Genossen! Wie ihr aus diesen Zeilen erseht, ist die Organisation daran, für die Eisenbahner ein sichtbares Zeichen ihrer Macht erstehen zu lassen. Fördert daher unser Bestreben nach Kräften! Nus eigener Macht und Initiative wollen wir diese Trutzburg für die sozialdemokratischen Eisenbahner erstehen lassen! Schon im nächsten Jahre werdet ihr von dem von euch selbst geschaffenen Heim Besitz ergreifen können und es nicht mehr nötig haben, in Wien als Fremde betrachtet zu werden. Durch eigene Kraft hat die Arbeiterschaft schon manches Boll» und Schutzwerk erstehen lassen; folgen wir ihrem Beispiel und wir werden das scheinbar Schwere, leicht vollführen. Unsere tschechischen Genossen haben seit Jahren ihr eigenes, schönes „Eisenbahnerheim"; selbst die Ortsgruppe Schreckenstein war imstande, aus eigener Kraft, ihren Genossen ein Heim zu schaffen. Was diese Genossen vereinzelt voll führen konnten, muß der Gesamtheit desto leichter gelingen. 11. M. Lbdachlosenelend. *) Derselbe farm auf einmal ober in zwei Raten einge-zahlt werden, die mittels Juxtencoupons und Ortsgruppenstempels quittiert werden. „Wir haben keine Heimat, wir haben kein Hans, liebem Kopfe kein elender Sparren! Es treibt wie ein Wrack in die Brandung hinaus Unsers Lebens zerbrochener Karren. Hui! pfeift der Wind über Strom und Feld — Und kein wärmendes Lager bietet die Welt, Bis sie uns wie Hunde verscharren!" Ernst Preezang. Heber siebzig arme, obdachlose Proletarier, die in Berliner Asylen genächtigt haben, sind jämmerlich zugrunde gegangen. Ausgestoßen aus der honetten Gesellschaft, umherirrend und geschändet, sind Tausende armer Menschenkreaturen froh, wenn sie für die Nacht in einem der Asyle in der Großstadt ein Unterkommen finden. Der Abfall muß ihnen noch zur Nahrung dienen und, um das Elend zu vergessen, verkauft man ihnen den schlechtesten Fusel. Wegen verdorbener Bücklinge, wurde zuerst angenommen, mußten die Asylisten sterben. Und die Blätter der bürgerlichen Parteien, sogar die des Schnapsblocks, die eben erst „nachgewiesen" hatten, wie gut es dem deutschen Volk gehe, wurden mit der Nase darauf gestoßen, daß cs doch viel Jammer und Elend gibt. Und den Leuten von der „satten Tugend" und der „zahlungsfähigen Moral" wurde einige Tage wehleidig zu Mut. Schrieb doch sogar die agrarische „Deutsche Tageszeitung" über das „schauderhaft soziale Großstadtbild": „Nur selten nimmt das große Publikum Notiz von jener untersten Schicht der Großstadtbevölkerung, die in Elend und Schmutz ein Dasein führt, wie es schauerlicher kaum gedacht werden kann." Man erinnert sich der „großen Gefahren, die der Allgemeinheit daraus erwachsen können, daß mehrere Tausend Menschen in einer Stadt unter Bedingungen vegitieren, die allen Grundsätzen der Hygiene und der Volksernährung Hohn sprechen..." Nun ist erkannt worden, daß der giftige Methylalkohol Schuld an dem Massensterben ist, und schon flaut die Mitleidsstimmung ab. Eine kurze Weile noch und das trübe Bild ist wieder vergessen. Die satte Moral erinnert sich wieder daran, wie ungeheuer doch nachgewiesenermaßen das „deutsche Volksvermögen" gestiegen ist. Nur schade, daß dieses Vermögen eben das der Reichen ist und nicht das Vermögen des Volkes. Mit der schönsten Berechnung, wieviel Hühner, Taubem Schweine u. s. >v. „im Durchschnitt" auf „jeden Deutschen" körnen, bekommt in Wirklichkeit kein Arbeiter eine eigene Scholle und kein Obdachloser ein Dach über den Kopf oder einen Groschen in seine Tasche. Wenn das Vermögen der Reichen so gestiegen ist und wenn dabei doch das Massenelend blieb, dann ist eben der Grad der Ausbeutung der Arbeiter gestiegen! Das ist der für das niedere Volk wenig tröstliche Schluß. Was nützt es dem armen, hungrigen Manne, der kaum ein paar Pfennige in der Tasche hat, ob alle Warenhäuser von unten bis oben mit Bedarfsgegenständen gefüllt sind. Ihm bringt es nur Haß und Erbitterung. Aber das bitterste Los haben ja die Asylisten immer noch nicht gezogen. Wir lesen ja oft, daß viele Arme wegen Ueberfüllung nicht aufgenommen werden konnten. Und andere wollen sich dem prüfenden* Auge der Beamten in den Asylen aus irgend einem Grunde nicht zur Schau stellen. Da klingt die fürchterliche Frage: Wo bleiben jene? Was geschieht mit ihnen? — Für die „glänzende Wiener Stadt" hat besonders der östereichische Publizist Max Winter, zuerst in der Wiener „Arbeiter-Zeitung", dann in einigen Schriften diese Frage behandelt. Auch Emil Kläger hat ein Wanderbuch aus dem Jenseits", wie der Untertitel heißt, darüber geschrieben, lieber dreihundertmal hat die Wiener „Urania" einen Lichtbildervortag über das Thema gehalten. Es sind grauenhafte, soziale Schilderungen. „Sehet Menschen," heißt es in dein Vorwort zu Klägers Buch, von Hunger gewürgt, von Krankheit verdorben, die im Kote nächtigen. Männer und Weiber in fliegenden Lumpen, gehetzt durch unsere blanken Straßen, deren Reichtum sie besudeln könnten, hinabgedrängt in die Kloaken und auch dort noch verfolgt von der Wut unserer Ordentlichkeit." Daß viele Obdachlose, solange eS geht, im Freien nächtigen, ist ja bekannt. Wie lange es oft gehen muß, lesen wir wohl mal im Polizeibericht, wenn er trocken und kurz meldet, daß wieder jemand erfroren aufge-funden wurde. Viele suchen Ueberbrückungen und Tun-mels auf, sie werden da aber leicht von der Polizei entdeckt. Denn das Elend darf sich nicht zeigen, es soll nicht bemerkt werden, sonst wird die Sache „unmoralisch". In der Brigittenau schlafen die Obdachlosen in einem alten Schuppen in und unter ausrangierten Kähnen und Schatuppen. Beglückt fühlt sich wohl, wer bei einem Gärtner auf dem Mist ein „warmes" Plätzchen entdeckt. Ein anderer Teil sucht die Umgegend von Ziegelöfen auf. Drei- bis vierhundert gehetzte Menschen sind nach Kläger allein in einer Ziegelei anzutresfen, wo sie bei einer Hitze von 45 Grad die Nachtstunden verbringen. Vor dem Blicke der Späher mauert sich so ein armer wohl mit Ziegelsteinen in eine Kammer ein, bis der heran» nahende Tag ihn wieder ins harte Leben hinausstößtt „O blühendes Glück, o köstliche Pein, Wie kann man in Armut doch glücklich sein!" Das Empörendste aber ist die Tatsache, daß in un» erer Zeit des „Kulturaufstiegs" noch Menschen eine Art Amphibienleben unter der Erde führen I In Wien sind an Brücken und Straßenkiosken die Eingänge zu den unterirdischen Kanälen, in denen viele Menschen, zum Teil lange Jahre hindurch nächtigen, bingekauert in der giftigen Luft in allen dort nur möglichen Lagen! Sogar „Gesellschaftsrcgeln" hat die harte Not dort unten geschaffen, ein „Hausmeister" genießt die erforderliche Autorität, Wachen werden ausgestellt, um die heran- nabenden Späher zu signalisieren. Vor den Verfolgern flüchten die armen Leute oft in enge Nebenkanäle, wo die Polizei mit ihrem umfänglicheren Körper nicht hin kann. „Wissen Sie was schlaflose Nächte sind?'' klagt so ein Kanalbewohner, ein früherer — Student, „wenn tiie sich mit erschöpften Gliedern und fieberhaft erregtem Gehirn, in dem sich wahnsinnige Gedanken kreuzen, ziellos durch die Gassen schleppen?... Betten sollte man stiften. Betten, viel Betten für Obdachlose. Nicht aus Humanität, aus klarem Egoismus für die Bedrohung der Sicherheit der Gutsituierten. Betten für Obdachlose, damit sie sie nicht auf dem Umweg des Verbrechens an sich reifem. Dieses eine Recht müsste ihnen bei aller Ungerechtigkeit gewahrt bleiben: das armselige Recht auf den Schlaf." Auch diese Klage wird ja von den satten Leuten droben auf der Erde nicht weiter beachtet werden. Wenn die Gefahr „für die Allgemeinheit", das soll heißen, für ihre Person, vorüber ist, wenn das Elend wieder in seine Höhlen hineingedrängt ist, ist auch die wehleidige Stimmung wieder verflogen. Eine Stimmung, auf die die Worte des weisen Nathan passen: . „Begreifst du aber, wieviel andächtig schwärmen leichter als gut handeln ist?" Dafür soll es dann wieder neue Zuchthausstrafen geben für die Arbeiter, die das Kapital durch Lohn-kämpfe zwingen wollen, von dem gestiegenen „Volksvermögen" einen kleinen Teil an die Lohnarbeit abzugeben. Wird aber die Gewerkschaftsarbeit unterbunden, so steigt das Elend I, Es steigt aber mich die Erbitterung, die nach Entladung drängt. Mögen sich die Satten hüten! Administrative Entrechtung. Von allen Stationen laufen seit einiger Zeit un* ausgesetzt Beschwerden darüber ein, daß, insbesondere dön Bediensteten aus der Strecke, denen es nicht möglich ist, in dem Ort, in dem sie bedienstet sind, eine Wohnung zu erhalten, und denen auch keine Naturalwohnung zugewiesen werden kann, aus dem einfachen Grund nicht, weil leine vorhanden ist, ihr bisher bezogenes Quartiergeld verkürzt wird. Forscht man nach, woher diese, einen Teil des Personals schwer schädigenden Verfügungen stammen, entdeckt man als Quelle wieder einmal die in letzterer Zeit unausgesetzt wütende Jnlerpretierungs-kunst unserer Eisenbahngewalügen, die diesmal, wie es schfcint, in schöner Harmonie vereint in den verschiedenen Direktionen n n d im k k. Eisenbahnministerium sitzen. Es ist für einen Bediensteten gewiß unangenehm in dem Ort, in dem er bedienstet ist, nicht auch wohnen zu können. Aber was soll er tun, mit Wünschen werden den Bediensteten keine Wohnungen verschafft, und so mufj der Bedienstete, der von der Wohnungsmisere betroffen wird, sich fügen und musz sich weit weg vou seinem Dienstort einlogieren. Um ihn dafür twutystenS einigermaßen zu entschädigen, ist die Bestimmung maßgebend, daß den Bediensteten, die zwischen zwqi. hinsichtlich des Ouartiergeldes verschieden klassifizierten Orten Wohnen, das Quartiergeld des höher bemessenen Ortes zuer-konnt wird. Diese Bestimmung datiert aus dem Jahre 1896. Gegen diese Bestimmung wird nun, eben von allen £ k. Direktionen — das k.. k. muß man in dem Fall hersetzen — mit allerhöchsten Zustimmung des auch wieder k. f. Eisenbahnministeriunis, Sturm gelaufen. Den Bediensteten, die von ihrem Dienstplatz entfernt wohnen müssen, soll die Entschädigung dafür, daß sie weit laufe» müssen, daß sie früher in den Dienst müssen und später zur Ruhe kommen, genommen werden. Und die Art und Weise, wie es ihnen genommen werden soll, ist gar nicht k. k„ ist vielmehr so, da» man es bezeichnender mit einem anderen Ausdruck belegen könnte. Tie Personenhaltestellen, das ist das Mittel, welches herhalten soll, einen Teil der Eisenbahner aus den verschwiegene» Wegen der administrativen Verfügung schwer zu schädigen! Ein Verzeichnis von Stationsorten, welches Quarüergeld den einzelnen Stationsorten zugebilligt ist, besteht, und darin befindet sich die Bestimmung, datz alle jene SteilionSorte, die in dein Verzeichnis nicht ge-na,int sind, das niedrigste Quarüergeld, 60 Prozent, erhalten sollen. Jetzt werden vom Verkehr gesondert Per-sonenhaltestelleii errichtet. Personenhaltestellen, ja, sind das nicht S 1 a t i o n s o r 1 e? . . . . so fällte es den Direktionsgewaltigen ein, und flugs wird im k. k. Eisen, bahnminislerium ungefragt. Das k. k. Eiienbahnmini-stenum sinnt und sagt: „Ob Personenhaltestellen — Stationsorte sind? .... Natürlich" blicht es dann los, „selbstverständlich; göttlicher Einfall, den des Direktionsjuristen Kleistergehirn da gehabt hatl" Und im Nu ist ein Erlaß da, Personenhaltestellen sind Stationsorte, und die Eisenbahner, die bisher zwischen einem Ort mit 50» und zwischen einem mit 80prozenigen Quartiergeld gewohnt haben, wohnen jetzt, da die Personenhaltestelle dazwischen geschoben worden ist. zwischen zwei Orten mit 60 Prozent oder gar in dem Personenhaltestellestationsort mit öOprozentigem Ouartiergeld selbst, und erhalten fohin anstatt des 80prozentigen Ouartiergeldes nur mehr das 50prozentige oder, sie sind um zumindest 105 Kr. jährlich geschädigt. Und das ohne, -daß sich auch nur das geringste geändert hätte. Nicht um einen Heller sind die Wohnungen billiger, nicht einmal eine einzige Fingerbewegung wurde vvn den Bakmorganen gemacht, daß die Bediensteten, die nur ein geringeres Quartier-geld erhalten, billigere Wohnungen erhallen, gar nichts wurde gemacht, nur die Bediensteten wurden in ihren .Einnahmen verkürzt. Das ist kaiserlich königlich österreichische Staats-sozialpolitik! Wem, wer offenen Verstandes ist, wird sie nicht zu dick? Mit der logischen Beweisführung, die das k. k. Gisenbahnmtiiistenum als Begründung für seine Verfügung aufzutischen, weiß, sieht cs freilich sehr windig aus. Lücke klafft da an Lücke. Will man den „Beweis", den das Eisenbahnininislerium in ein Bild bringt, so mutz man sagen, die Sache sieht aus wie ein alter, zerrissener Fetzen, der so viel Löcher hat. datz darin neun Katzen keine Maus fangen können. Da ist zuerst die Behauptung, datz eine PerSonenljaUeftelle ein Station)»- o^r t ist. Wohlgemcrkt Station sort, nicht Station. Datz eine Hallestelle schließlich eine Station, wenn auch nur eine Station minderer Bedeutung ist, damit stimmen alle fachtechnischen Untersuchungen überein. Die Bestimmungen über das Quartiergeld kennen aber feine Station, sondern nur Station sort e. Datz ein Stationsort etwas anderes sein mutz als eine Station schlechthin, leuchtet ein. Der tägliche Sprachgebrauch unterscheidet natürlich nicht zwischen Station und Stationsort. Als Station wird schließlich auch die Haltestelle auf der Straßenbahn bezeichnet. Station ist eben im Laiensinn etwas, wo der Zug halt. Wozu er hält, ist Nebensache. Und da kommen nun die Bestimmungen über das Quartiergeld und ausdrücklich wird dort festgelegt „S t a t i o n s o rOder besser gesagt: „Es wurde festgelegt". Im Erlaß 109.173 vom Jahre 1895 steht noch das Wort „S t a t i o n s o r t". Im neuen Gebührenregulativ hat man dieses Wort ebenso rvie in der Dienstordnung ängstlich vermieden und hat an Stelle des Wortes „Stationsort" — Dienstort gewählt. Ein Dreh, der auf Eisenbahners Unkosten geschehen soll. Das Malheur ist nur, daß ein Unsinn daraus wird, und daß auch der „Dienstort" für die Zwecke, die das Eisenbahn-Ministerium jetzt verfolgt, nicht zu brauchen ist. Denn Tienstorl. was ist ein Dienstort? Natürlich nicht nur die Station oder die Haltestelle, sondern eben jener Ort, wo ein Eisenbahner tätig ist. Oder man sagt, es gilt nur die Einheit. Dann wäre es die Station, das Bahnamt 2C., zu allerwenigst die eingeschobene Haltestelle. Mit dem „Dienstort", den das k. k. Eisenbahnministerium so freundlich in das neue Gebührenregulativ einfügt, ist also nach der Seile hin nichts zu machen. Höchstens das eine ist zu konstatieren, daß das k. k. Eisenbahnministerium sich bemüht, eine für seine Absichten besser taugliche Grundlage zu schassen. Tatsache ist, daß alle für das Ouartiergeld grundlegenden Bestimmungen, die nicht aufgehoben sind, so auch der erwähnte Erlaß 109.173 vom Jahre 1895, das Wort „Stationsort" kennen, und Tatsache ist ferner, daß durch die Anwendung des etwas abseits vom Alltagsgebrauch liegenden Wortes Stationsort, der Gesetz-, besser gesagt, Erlaßherausgeber, wie man hier wohl sagen muß, doch offensichtlich zum Ausdruck bringen wollte, daß er unter Stationsort nicht jede Station, nicht jede Haltestelle schlechthin meine, i'oiu Bern etwas ganz Bestimmtes, Engumgrenztes. Dieses Bestimmte, Engumgrenzte kann nach der Natur der Sache natürlich nichts anderes sein, als eine Station, in der alle auf den Bahnbetrieb, insoweit der Verkehr in Frage kommt, bezüglichen Geschäfte erledigt werden können. So steht die Sache, wer ehrlich und gewissenhaft an die Materie herantritt, kann sich davon überzeugen, und alle in dieser Angelegenheit in den neueren Bestimmungen des k. k. Eisenbahnministeriunis bewerkstelligten Darlegungen sind Weilers nichts als deutelnde Versuche, schiefe Ebenen zu schaffen, um vielleicht „plnffen" zu können. Eine Personenhaltestelle ist also ebensowenig als eine Gülerhallestelle ein St^tionsort, denn man kann in keiner solchen Haltestelle, alle die oerlehrtechnisajen Agenden abwickeln als in einem Stationsort, kann zu allererst nicht Güter transportieren. Die Markenkolli, die eingeführt worden sind, sind ein Notbehelf mit engem Wirkungskreis und zeitigen manchmal recht drastische Wirkungen. Wenn in einer Perfonenhaltestelle ein Gepäck mit Markenrolli für eine andere Personenkulte-stelle abgeht und das Maximalgewicht für die Markenkolli übersteigt, müssen die Bediensteten zweier Personen* Haltestellen, die Ausgabe* und die Abgabehaltestelle, amtsgemäß alle die Augen zudrücken, weil man einfach nicht wüßte, was man mit den Gepäcksstücken, wenn sie nicht als Markenkolli gingen, in tarifa* rischer Hinsicht an fangen sollte. _ Noch eines kommt aber für die Reduzierung des Quartiergeldes in Betracht. Laut § 47 der Dienstordnung muß der Bedienstete, wenn der Dienstort in eine niedrige Qnartiergeldklasse eingereiht wird, das höhere Ouartiergeld erhallen, insolange er nicht versetzt wird. Laut dieses Paragraphen müßte also allen Bediensteten, wo Personenhaltestellen eingeschoben werden — vorausgesetzt, datz man diese Haltestellen als Dienstorte ans-saßt — das höhere Ouartiergeld so lange ausbezahlt werden, als eben keine Versetzung eintritt. Aber auch dafür weiß der Jurist der hohen Behörde einen Rat. Er sagt, daß den Bediensteten das höhere Ouartiergeld bisher ausbezahlt worden ist. beruht auf — einem Irrtum! Unö, weil es aus einem Irrtum beruht, darum muß den Bediensteten, die trotz der eingescho* benen Haltestelle das höhere Ouartiergeld erhalten haben, die Differenz zwischen dew höheren und dem äOprozentigen Quortiergeld wieder abgezogen werden. Und tatsächlich wird es schon einer Reihe von Bediensteten abgezogen! Das ist schon der höhere Kaffee! Und für die Bediensteten ist es wieder eine Schädigung. Denn, wenn ein Bediensteter versetzt wird, tauscht ac., sieht er auch nach dem Ouatiergeld. nach dem Preise der Wohnungen, und darauf baut er seine Entschließungen auf. Und nun mutz er auf einmal erfahren, datz er durch eine willkürliche Verfügung der Direktion, ein niedrigeres Ouartiergeld erhalten soll, als et in Aussicht hotte, als er auf den Posten versetzt worden ist. Um ihn davor zu schützen, ist der § 47 der Dienstordnung da. Und nun wird den Bediensteten durch so einen nichtsnutzigen Dreh diese Sicherheit getuubt Das Schönste daran aber ist, die V. T. Direktionen kommen durch diese Bestimmungen selbst wieder in die Sackgasse. Einzelne Bedienstete erhalten schon jahrelang „irrtümlich" den höheren Betrag ousbezahlt. Unmöglich kann man diesen den Betrag abziehen. So tritt daun sofort wieder die Willkür — mit welcher die Direktionen natürlich guten Bescheid wissen — aU Recht auf. Die, die schon länger dem „Irrtum" unterliegen, denen wird nichts abgezogen, die, die noch nicht so lange „irrtümlich" behandelt werden, die erleiden Abzüge. Ist das nicht hübsch österreichisch? Nehmen wir aber an, alles ist so. wie da? k. k. Eisenbahnministerium sagt, die Hallestellen sind Stationsorte, die nur mit 50prozenligem Ouatiergeld bemessen sind, den Bediensteten, denen mehr ausbezahlt worden ist, ist das irrtümlich ausbezahlt worden u. s. w. Glaubt man aber nicht trotz alledem, datz den Irrtum das k. k. Eisenbahnrninisterium begangen hat, dem es nicht eingefallen ist. kundzutun, daß, feiner Ansicht nach, Haltestellen Stationsorte sind und nun als solche gelten sollen? Und wenn dem so ist. glaubt man denn nicht weiters, datz die Folgen dieses Irrtums darum auch ohneweiters das k. k. Eisenbahnministerium zu tragen hat und daß es daher direkt eine ganz unglaubliche, oberflächliche und leichtfertige Verfügung ist. zu sagen, den Bediensteten müssen zu mindestens auf eine gewisse Zeit zurück Abzüge gemacht werden? Öffentlichkeit sieh zu, wie das Eisenbahnrninisterium die Eisenbahner be* handelt, und du wirst begreifen, wie berechtigten Grund diese Bediensteten haben, aufzuschaumen. Mit obigen Ausführungen ist aber dargetan, daß die Sache nicht so ist, wie das Eisenbahnministerium nach* weisen will Es ist dargelegt, daß Hallestellen keine Stationsorte sind, daß sie es nur auf Grund einer jüngsten willkürlichen Entscheidung des t k. Eijenbahnministe-riums geworden sind. Entscheidungen können, wenn die Eisenbahner es sich gefallen lassen, neue Zustände schaffen, sie können aber das alte nicht als „Irrtum" erklären. Will das k. k. Eisenbahnrninisterium die Haltestellen als Ouurtiergeldorte bezeichnen, so soll es das tun; soll es aber im Amtsblatt veröffentlichen, soll dort erklären, jene Haltestelle, die so und so heißt, ist nun Quartier» geldort, mit diesem und diesem Quatiergeld. Dann können die Eisenbahner in jedem einzelnen Fall dazu Stellung nehmen, und schließlich ist es festgesetzt, welches Ouartiergeld dort zu erhalten ist. Alles andere, was das k. k. Eisenbahnministerium sonst tut, ist Willkür, eine Willkür, die sich die Eisenbahner nicht gefallen lassen. Tenn das muß dem !. k. Eisenbahnrninisterium mit aller Deutlichkeit gesagt werden: So im Handumdrehen, rein nach den Gelüsten derjenigen, die zu leiten berufen sind, lassen sich die Eisenbahner ihre wohlerworbenen Rechte nicht toegeskomotieren. Dazu sind sie heute schon zu reif. Das f. t Eisenbahnministerium mutz natürlich anord-nen, führen, aber es muß jo führen uni) anordnen. daß die Bediensteten nicht vergewaltigt werden. So viel Große muß es aufbringen oder es stößt aus den Widerstand der Massen. Also, Anspannung an das von der Entwicklung Geschaffene, unter Wahrung der den Eisen-bahnern zustehenden Rechte auch in dieser Frage, und das Personal wird begreifen und zufrieden sein. Wahrend es anderseits sich aufbaumen mutz und außerdem noch jederzeit nachweisen rann, daß es zu diesem Auf» bäumen einen guten Grund hat, nämlich den, das in verschiedenen Paragraphen nieder gelegte, verbriefte Recht, daß ihm durch willkürliche Machinationen des k. k. Eisen-baSnminifteriumS nun genommen werden soll, gegen die Eingriffe dieses Eisenbahnmintsteriums &u verteidigen, Ai ü« Land* und Wasserstraßen, Schienenstränge und Telegrafenleitungen sind das Adernetz der kapitalistischen Welt, deren GesamtorganismuL bedroht wird, sobald in diesen Zirku'.ationsgefätzen eiiie" elörnng Eintritt; denn JÖliUsiauung, das heißt Warenansammlung an einem Punkte hat naturnotwendig Blutleere, das heißt Warenmangel an einem anderen Punkte zur Folge. Wer den Verkehr in einem Lande und dadurch den mit der Außenwelt unterbindet, trifft das Kapital an seinem Lebensnerv'. Dos nationale Kapital wird vom Weltmarkt isoliert, dazu sind chm auch noch in der „Heimat" selbst die Hände gebunden. Nun hat aber die Bourgeoisie durch ihre Exploitation (Ausbeutung) des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch (toeItbürgerlich»mtcrnntionaD gestaltet Sie hat zum großen Bedauern der Reaktionäre den nationalen Boden der Industrie unter den Fützen weggezogen. (Kommunistisches Manifest.) Damit ober das Kapital seinen kosmopolitischen Anwandlungen folgen könne, schuf es sich großartige Verkehrsmittel, mit denen es nun „ganz andere Züge ausführen konnte, als Völkerwanderungen und Kreuzzüge". Zu den Lebenselementen der modernen kapitalistischen Staaten gehört geradeso, wie die Werkzeugmaschine auch das Dampfros; und der Ozeandampfer, das Telephon und der Telegraph. Zu deren Bedienung sind nun Arbeiter erforderlich; streiken diese, so wird dadurch nicht mehr ein Einzelunternehmer bedroht, sondern unsere ganze kapitalistische Gesellschaftsordnung und mit ihr ihr getreuer Repräsentant, der Staat, mag er selbst als Unternehmer daran interessiiert sein oder nicht. Streiks von Verkehrsarbeitern sind jedesmal ökonomische Streiks von politischer Tragweite, die breiteste Öffentlichkeit wird durch sie in Mitleidenschaft gezogen. Aber die häufigsten wie gesellschaftlich-politisch wichtigsten Streiks im Verkehrswesen liegen auf dem Gebiete des Eisenbahnbetriebes, denn die Verkehrsstörung aus einer einzigen, internationalen Linie pflanzt sich in immer weiteren Kreisen fort, wie die Welle des in Bewegung geratenen Wasserspiegels. Die Folgen eines vollständigen Eisenbahnerstreiks sind aua) für einen Staat die furchtbarsten, in wenigen Tagen ist er gänzlich dezentralisiert und desorganisiert. Es stockt nicht nur der Verkehr der Güter und Personen, es stockt auch der Verkehr der Gedanken, der Nachrichtendienst. Die Regierungsgewalt, in der Hauptstadt konzentriert, verliert die Fühlung mit den Provinzen, die nun aus eigene Faust zu operieren gezwungen sind. Auch kann sie nicht mehr die Truppen dorthin dirigieren, wo sie sie braucht, in den entlegensten Gebirgstälern wird die Ohnmacht des Staates verspürt Sein internationales Prestige sinkt. Lieferungsaufträge, Zahlungsforderungen und Zahlungen können an den Adressaten nicht mehr befördert werden, fällige Wechsel sammeln sich in den Portefeuilles der Banken uns internationale Zahlungsschwierigkeiten entstehen. Beim Geld hört sich aber der Spaß auf, den Zahlungsschwierigkeiten können nur zu leicht internationale Verwicklungen folgen. Also Mobilisation I Wurden doch ganze Eisenbahnlinien aus rein militärischen Gründen errichtet, sie sollen sich jetzt bewahren. Doch was bedeuten Schienen und Material ohne Eisenbabnarbeiler? Toter Stahl und Eisen — mehr nicht! Der Streik der Eisenbahner stellt dem Staat die Unmöglichkeit der Mobilisation gegen den nutzeren wie den inneren Feind vor Augen. Schließen der Staat oder die Unternehmer nicht Frieden mit den Eisenbahnern, so empört sich auch die öjientliche Meinung gegen jene; denn gröbere Städte und Industriezentren sind ohne Lebensmitiel-zufuhr dem Verhungern preisgegeben. (Wien bezieht zum Beispiel Milch bis aus der grünen Steiermark, desgleichen Geflügel, Wild: aus der mährischen Hanna Gemüse und Obst.) Beim letzten erfolgreichen Streik der Eisenbahner in England, anfangs Juli vorigen Jahres, drohte dieses L>chickjal der Stadt Liverpool und veranlagte die Negierung zu einem Druck gegen die Eisen-bahnunteruehmungen. Ein Eisenbahnerstreik versetzt daher die gesamte Bevölkerung in ängstliche Aufregung, wie die Tiere eine unerwartet hereinbrechcnde Sonnenfinsternis. Nie zeigt es sich so grell als bei ihm, daß unsere heutige Gesellschaft auf den Säulen der Arbeit ruht, das;, wenn eine derselben zu wanken beginnt, sie selbst ins Schwanken gerät. Dadurch schafft er urplötzlich eine revolutionäre Situation, die die bürgerlichen Klassen einschüchlert, da? Proletariat mit Begeisterung erfüllt. Ein Grund, weshalb Eisenbahncrstreiks immer integrierende Bestandteile großer, revolutionärer Massenbewegungen sind und am meisten deren Siegen oder Unterliegen beeinflussen. Bei dem znwten belgischen Massenstreik 0002), der erfolglos abgebrochen werden musste, und dem italienischen (1904) beteiligten sich jedoch die Eisenbahner nicht. Man wird das begreiflich finden, wenn man weiß, mit welchen skrupellosen Mitteln die Negierung p.ine Bewegung gerade unter dieser Kategorie von Arbeitern nieDcrzuhalten sticht. Der Eiienbahnersireik wird gesetzlich als Verbrechen stigmatisiert uud mit langjähriger Kerkerhaft bedroht, oder man beruft die Eisenbahner „unter die Fahnen". In einzelnen Staaten bildet man schon im vorhinein eine Eisenbahnerbrigade zn Streif-brecherdiensten. Dies alles lehrt uns die Geschichte der Eisenbahnerstreiks und Versuche in Italien (1005), Holland (1003), Ungarn (1904), Frankreich (1910). Dagegen beteiligten sich mit Erfolg die Eisenbahner am schwedischen Generalstreik (1902) und griffen vor allem in die russische Revolution (1905) ausschlaggebend ein. Polen, der Kaukasus und Sibirien waren vom Ne-gierunszentrum abgeschniiten und aus eigene Füße gestellt. Der Verlust an Getreide, da? auf den Bahnhöfen verfault war, betrug 100.000 Tonnen. Zuerst versuchte man der Bewegung durch die ..Militariiation" Herr zu werden, als dies nicht gelang, durch wirtschaftliche Kompensationen: das alte Lied vom Zuckerbrot und der Peitsche. Die Eifeiibahuerstreiks in Holland uud Frankreich waren Solidaritätsstreiks mit auarchosozialistischem Eiuschlag. In Frankreich haben wir schon 1898 einen Eisenbahnerstreik, der «ach Briand den Bürgerlichen großen Schrecken verursacht hat, desgleichen 1897/98 einen ans der schweizerischen Nordostbabn. bei dem um Mitternacht Züge in den kleinsten Stationen „bi? ans weiteres" flehen bleiben mußten. Neben der ausdrücklichen Verweigerung der Arbeit gibt eS auch noch Arten des „verschleierten Streiks". Seine legale Form bildet die passive Resistenz oder Dienstobstriiktion, die in Oesterreich und Italien den Effekt eines Massenstreiks auszulösen vermochte. seine illegale der Sabot (ans dein Englischen = „Hemmschuh") das heißt „systematisch langsam arbeiten oder Pfuscharbeit liefern", nimmt aber in Frankreich unier syndikalistischen, Eiusluß oft die Form der ,.lln-sichermachung des Betriebes, Zerstörung von Produktionsmitteln" an. Auch aus diesen Ausführungen können wir ersehen, daß jeder Streik eine zweischneidige Waffe und daher nur anzuweude» ist, wen» kein anderes Mittel mehr verfangen will. Die Arbeiterschaft ist sich ihrer Verantwortlichkeit bewußt, möge auch das Bürgertum die seine kennen. fme Lohmrgulienurg bei der t I. Norübahn. Gegenwärtig ist die Direktion der f. k. Nordbahn im Begriff, eine Lohnregulierung für ihre Arbeiter durchzuführen. Diese Lohnregulierung ist ein Teil jener Aktion, in welcher die Staatsbahnverwaltung eine Re-gelnng der Löhne bei den neuverstaatlichten Bahnen vorz» nehmen hatte, was bei der St. E. G. und teilweise bei der Ce. N. W. B. schon vor längerer Zeit dnrchge fuhrt worden ist. In den gegenwärtigen, für die Arbeiter beioinVrs schwierigen Lebciisvcrhältnisscn ist eine solche Regelung der Löhne höchst an der Zeit. Bei der Nordbahn ist wohl im v gen arg enttäuscht. In dieser Enttäuschung bietet auch der Hinweis im Erlaß, daß diese Regulierung unabhängig von der allgemeinen Regelung erfolgt, welche bei allen SiaatSbalinen vorgenommen wird, nur einen sehr schwach?,, Jroft. Aiis dem Erlaß in seiner Ganze geht mir hervor, daß er von Aengsllichkeil und Eugherzis,keil diktiert ist und aus lauter Kleinlichkeiten besteht, und daß er weit hinter dem zurücksteht, was einzelne Staatsbalmdirektionen und andere Bahnen — denen man auch keine besondere Arbeilerfiirforge nachsagen kann — (ist ihre Arbeiter bereits vor Jahren verfügt haben. Der Erlaß Enthält nicht nur Mängel, sondern einzelne Punkte von für die Ankunft der Arbeiter geradezu beängstigender Bedeutung Gr? muß gewiß mit der Tatsache gerechnet werden, daß foldic Maßnahmen iwmei bedeutende Beträge bc-(miprvdirn. Aber ebenso gewiß ist oudi unnötig, wegen artigen Maßnahmen die notwendige Wirkung zu nehmen, artiger Maßnahinen die notwendige Wirkung zu nehmen. Es ist auch nicht am Platze, daß in ängstlicher Wahrung der Vorgejetztenantoritäl derselben im Lohnverhältnis ein Einfluß offen geschaffen werde, der Willkürlichkeiten in einem Matze ermöglicht- daß die Arbeiterschaft mit Mißtrauen darüber erfüllt werden muß, ob der ange-gebene Betrag für sie tatsächlich zurAuswendung gelangt. Wenn die Arbeiterschaft die für sie so bösen Initiativen, roelrf)c im Erlaß vorhanden sind, zn verdanken hat. wird später zu besprechen sein; gegenwärtig soll die Tatjad)e ihres Vorhandenseins feitgestellt werden. Gleich im zweiten Absatz des Erlasses ist ein PalsuS enthalten, der nicht nur die Arbeiter der Nordbahn, sondern alle Arbeiter der k. k. Staatsbahnen stutzig machen muß. Dem Wortlaut des Erlasses nach erfolgt diese Lohnregulierung auf der k. k. Nordbahn. „11 nter Z u» grundelegung der für die zukünftige Lohnordnung in Aussicht genommene Lohnbemesfungs- und V o r r U ck u n g s g r u n d-s ä tz e." Wenn damit zu verstehen ist, daß das. was der Erlaß enthält, identisch ist mit der zugesicherten allgemeinen Lohnregulierung auf den k. k. Staatsbahnen, dann sind alle Hoffnungen, welche die Arbeiter der k. k. StaatSbabuen in die in Aussicht stehende Lohnregu-lierung, besonders aber Lohuvorrückuug setzen, eitel. WaS von den maßgebenden Faktoren der Staatsbahu-vermaltuug bezüglich derselben sowie bezüglich der zu derselben erforderlichen Beträge gesprochen wurde, ist in diesem Falle nur Geflunker gewesen. Denn das, WaS dieser Eilaß enthält, ist schlechter als das. was bei einigen Staatsbahndirektionen und anderen Bahnen als Lohnvorrückung besteht. Das Bezeichnende ist, daß durch diesen Erlaß die Arbeiter der Werkstätten in Wien. Ostrau und Floridsdorf. ferner die im Akkordverhältnis stehenden Arbeiter, die auf normierte« Diener- oder Unierbeamtenposlen sich befindlichen Bediensteten, die weiblichen und die vorübergehend Beschäftigten von der Lohnregulierung sowie von der ganzen Regelung ausgeschlossen sind. Die Werffiäticnorbeiter werden wegen de* Akkordverhältnisses auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Ob dadurch die Abneigung der Werkstätten-Arbeiter gegen das Akkordsysteni geringer wird, muß man freilich den Weisen der Staatsbahnverwaltung zur Beurteilung überlassen. Den im Akkord arbeitenden Magazins orbei-t e r n hat man aber nicht einmal den Trost „eines späteren Zeitpunktes" eröffnet, wie wohl gerade bei diesen Arbeitern, insbesondere in Wien, die skandalösesten Verdienstverhältnisse bei der größten Ar-beitskraftauSniitzung bestehen. Eine durchgreifende Regelung des Lohnverhältnisses dieser Arbeiter wäre längst notwendig gewesen, und es ist sicher, daß, wenn eine solche ausbleibt, die Nordbahn bittere Konsequenzen daranS zu tragen bekomme» wird. Vei den Grundlöhnen bemerkt man, daß einige Stationen von der Erhöhung, wie zum Beispiel Wien, vollständig ausgeschlossen sind, wo der Grundlohn von fir. 2-80 bleibt. Beängstigend für die Zukunft Tausender von Arbeitern ist da? bei den österreichischen Bahnen — und in Oesterreich überhaupt mit diesem Erlaß — ganz neu zur Einführung gelangende Zulagesiistem für qualifizierte Arbeiter. Daß man für Arbeiter solcher Art, wenn sie nur vorübergehend und nickst dauernd geleistet werden, Zulagen festfetzt, kann hingenommen werden und ist begreiflicherweise hingenommen worden. Aber daß man einem Vorarbeiter, Partiesiihrer, ständigen Verschiebern, Lampiflen. Vorheizern, Pumven-miirtcm, fiefselljcizcrn u. s. w., also Qualifizierten Arbeitern. auch bei dauernder Verwendung nur Zulagen gibt, das ist neu, solche Arbeiter höchst schädigend und kann nur als höchste Potenz ausbeuterischer Tüftelei be-tieidmet werden. Dieses Urteil wird selbst dadurch nidit gemildert, daß diese Zulagen für die Krankenkassen- und Pensionssondsabzüge in Betracht kommen. Die Zulage kann, wenn es beliebt, entzogen werden, dem Arbeiter verbleibt daraus nur das, daß er für den höheren Betrag die Beiträge bei einem niedrigeren Lohn leisten muß, das heißt wenn er kann. Ob die bestimmten Zulagen den einzelnen Leistungen entsprechen, sei hier gar nicht untersucht. Wie schon gesagt, findet dieser Beschluß auf die Werkstättenarbeiter keine Anwendung. Ebenso nicht auf die Akkordarbeiter in den Magazinen. Das System der Grundlöhne, wie das der Lohnvorrückung wird also den Werkslättenarbeiterb nicht zuteil. Wie es scheint, will die Staatsbahnverwaltung auch weiter bei diesen Arbeitern die individuelle Qualifizierung aufrecht lassen und den Beweis liefern, daß sie sich nicht darum gekümmert hat, wie ungerecht hiebei die Behandlung der Arbeiter ist. Für die Profession! st en der Bahner-Haltung werden Grundlöhne bestimmt, aber den Vorständen ein derart weiter Spielraum gegeben, daß die ganze Grundlohiibestimmnng in fick) zusammenfällt. Ein Professionist kann in Wien nach diesem Erlaß Kr. 3-30 bis Kr. 3-80 erhalten. Wer die Art der Pro-fcsV.-imstcnorbcit bei der Baknerhalliing kennt, wird sich leicht vorstellen können, welch weiter Spielraum hier für die „Lieb Kiiid"-Vehandlnng offen bleibt und »ach welchen Grundsätzen die Qualifikation der Arbeiter erfolgen wird. Weil hinter den Erwartungen, welche die Arbeiter hegten, bleibt die L o h n v o r r ii ck u n g zurück. Für die Professionisse» alle drei Jahre 20 H., bür die anderen Arbeiter alle drei Jahre 10 H. Dabei ist dieser Pappenstiel »och abhängig von „befriedigender Arbeitsleistung" und „entsprechendem Verhalten". Ta braucht man freilich nicht den PassuS „nach Maßgabe der vorhandenen Mittel", denn man kann die Leistung und das Verhalten nach den Mitteln tarieren, und sonadi auch da? Ausmaß der Mittel nach Belieben einschränken. Dieser Ver° darfil ist mehr als gerechtfertigt, nachdem mit keinem Worte erwähnt ist, daß der Arbeiter voni Grunde seiner Nichtverwondung früher verständigt wird, und welche Mittel ihm zu Gebote flehen, gegen ein ihm zugefügteS Unrecht aufzutreten. Nach dem Erlaß gefdiielit das. was der Vorstand bestimmt, für den Arbeiter ist keine Wahrung ieineS Rechtes vorgeieben, so daß er. ob zu Recht oder Unrecht, der Verurteilte ist. Und da? alleS bei dielen geringfügigen Beträgen von 10 und 20 H „ack erst drei zu drei Jahren. Andere Direktionen haben die Unzulänglichkeit derartiger Vorrückungen längst eingesehen und sie verbessert, wie Triest. Villach, Innsbruck und die ' Südbahn. Das System Jeiteles scheint bei der Nord» bahn noch munter zu leben und sich auch bei dem Äohnver-hättniS der Arbeiter dem Zeitgeist entgegnißiifteutmen. Bei der Regulierung der Söhnt der alteren Arbeiter ist der Höchstberrag mit 30 H. festgesetzt. Bis zu diesem Betrag rucken aber nur diejenigen Arbeiter im Lohne vor, deren Lohn den Grundsätzen des Erlasses noch nicht entspricht. Zum Tröste dafür ist angegeben, daß die Berechnung nach dem erhöhten Grundlohn erfolgt. Wo der Grundlohn nicht erhöht wird, fällt auch dieser Trost weg. Arbeiter, deren Lohn aber höher ist als in diesen Grundsätzen, erhalten nicht nur nichts, sondern es ruht ihre Vorrückung die entsprechende Zeit. An der Vorrückung dieser Arbeiter wird also erspart. Von den hauptsächlichsten Mängeln sind noch weiter zu erwähnen: Die Behandlung der „Invaliden", die nur 10 H. ausgebesserl werden, wenn ihr Lohn den neuen Grundlohn nicht beträgt. Die Invaliden aber, die gnadenweise in Verwendung oder im Bezug einer Rente stehen und einen minderen Taglohn infolgedessen beziehen, erhalten nichts. Als sic jünger waren, hat die Nordbahn für sie nichts gehabt, als das Bedürfnis, ihre Kraft auszunützen, als alte Arbeiter erhalten sie erst recht nichts. Man hat für sie kein Einsehen, das ist nunmehr die neue staatliche Fürsorge. Für die Gepäckträger fallen 20 H. per Tag ab, aber nur für die in Wien und Krakau. Man hat sich auch jetzt nicht entschließen können, für die Gepäckträger als Enigeld für die von ihnen der Bahn zu leistenden Arbeiten endlich einmal einen entsprechenden Lohn fest» zusetzen. DaS. was hier erwähnt wurde, sind nur die hauptsächlichsten Mängel. Ein Vorteil für die Arbeiter wäre nur der, daß dieser Erlaß den Charakter einer Lohn« ordnung trägt, daß endlich eine Regel in den Eiit-lohnungSverhältnisfsn eintreten würde, wenn nickst jede Bestimmung einen Passus enthielte, der sie wieder fast vollständig illusorisch macht. Unzulänglich, kleinlich, engherzig und sich größtenteils wieder aufhebend, so kann man kurz das Ganze bc-zeichnen. Nach dem, was dieser Erlaß anordnet, zu urteilen, ist es kaum anzunehmen, daß diese Maßnahmen den Betrag von tiOO.OOO Kr. erfordern würden. Soll das Ganze für die Arbeiter wie für die Nordbahn vou bleibendem Wert werden, müßten wesentliche Verbesserungen vorgenommen und sämtliche Mängel beseitigt werden. Zur Bestätigung des Angeführten und zur näheren Bekanntmachung deZ Erlasses bringen wir denselben sowie die dazugehörigen Grunötübcllcn in ihrem genauen Inhalt zum Abdruck: eit 2 ad Sir. 356/91. — I ex 1911. Wien, am 20. Dezember 1911. Crrlaf?. An sämtliche Dienstesstellen der k. k. Nordbahndirektion. (Inhalt: Lofinregulienmg der Arbeiter.) Mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1912 werden demnächst in einer nach einheitlichen Gesichtspunkten für sämtliche k. k. SlnaiSbahndireklionen verfaßten „Lohnordiiung" die Grundsätze für die Lohnbemessung und Lohnvorruckuiig aller im Dienste der f. k. Nordbahndirektion stehenden Arbeiter (lag-löhner) kundgemacht werden. Bor (Einführung dieser Lohnordnung wird schon gegen, roärtig, und zwar mit Wirksamkeit ab 1. Oktober 1911 nach Maßgabe der verfügbaren Geldmittel und unter Z u» gru n Belegung der für die zukünftige L o y n-Ordnung in Aussicht genommenen Lohnbemessung S- und Vorrückungsgrundsätze die Durchführung einer Regelung der Löhne sämtlicher ständigen Taglöhner, das ist jener Arbeiter, welche in der Absicht auf längere, eventuell dauernde Beschäftigung in den Dienst genommen wurden, und zwar im Zentraldienst, dann im exekutiven Bahnerhal-iungS- und Verkehrsdienst (SlationS-, Fahr- und kommerzieller Dienst), im ZugförderungSdienst (einschließlich der Betriebs« Werkstätten, mit Ausnahme jener der k. k. Heizhaucleitung in Wien), im Material-, Magazins-, BeleuchtungS- und Kraft-üheitragungsdicnfl uni im Signalwerkstättendienst angeordnet: Die Regelung der Entlohnungsverhaltnisse der Arbeiter der k. k. Werkftäuenleitungen in Floridsdorf, Mährifch-Oftrau-Cdcrfurt fdtoie jener der Betrielswerkstätie bei der f. k. Heizhausleitung in Wien, müssen mit Rücksicht auf die bei diesen Dienststellen bestehenden Akkordlohnfyfteme einem spateren Zeit« punkt vorbehalien bleiben. Ebenso finden die nachstehenden Vorschriften keine Anwendung auf sämtliche intimierten Taglohnbedicnsteien, dai ist auf jene Bediensteten, die auf normierten Stellen als Aus» hilfsdiener oder AuShilfSunlerbcarnte von der k. k. Nordbahn-direftion mit einem bestimmt ^gemessenen Taglohn auf genommen find, feiner auf die im AftorbverhäliniS stehenden Arbeiter, auf die weiblichen Arbeiter und auf jene Taglohner, die nur zur Bewältigung außerordentlicher Arbeiten aufgenommen und nach Beendigung dieser Arbeiten wieder entlasse» werden. Bei der hiermit verfügten Lohnregelung haben nachstehende Grundsätze zur Richtschnur zu dienen: A. Lohnbcrnessuiigsgrundsätze. I. Grundlöhne. Die beiliegenden Tabellen: I. Für sämtliche Arbeiter des Zentraldienstes, deS Ver-kehrSdienfteS (GialionS-, Jahr- und kommerzieller Dienst), de» Zugförde: ungöbienft'S (inklusive DetriebSweikstäiten, mit Ausnahme jener in Wien), des Materialdepot-. Beleuchiungs- und ftraftübertragungSdienfteS und des Signalwerkjtättendienste» und II. für sämtliche Arbeiter des Bahnerhaltungsdienste» enthalten jene neu ermittelten fiohnfätfe, die für die künftige -Entlohnung aller männlichen vollwertigen Arbeiter ohne Profession. das ist jener Arbeiter der obgenannten Dienstzweige, die lediglich ihre physische Straft in den Dienst stellen, als Sin-fangSentlohnung fortab zu gelten haben. Die Löhne der jugendlichen Arbeiter (Arbeiter unter 18 Jahren), dann der weiblichen Arbeiter und jener nicht vollwertigen Arbeiter, die anadenweife zu leichteren Arbeiten ber-angezogen werden, werden von den Dienftoorständen bestimmt und dürfen höchsten» den örtlichen Grundlohn betragen. Die Löhne der Arbeiter, welche nur zur Bewältigung außerordentlicher Arbeiten aufgenommen sind und nach Beendigung tiefer Arbeiten enflauen werden, werden vom Dienstvorstand im BereinbarungSweg fcftgelegt, wobei lediglich da» Angebot- und AachfrageverhältniS zu berücksichtigen ist. Für temporäre Vermehrungen, Ersätze für kranke und beurlaubte Bedienstete können nur die GrundlShne der Tabelle 1, 11 in Betracht tommen. * Für die Akkordarbeiter kommen die in den Tabellen I And II niedergelcßten Grund löhne nur in joiveit in Betracht, als diese zur Bemessung der Abzüge für die Krankenkaffe und eben, tuell für die Versorgungsinstitute da von Belang ist, wo kein Mindestverbienstlohn gewährleistet ist, in welchem letzteren Falle der garantierte Mindestlohn die Berechnungsgrundlage jür die Krankeukasjeiibciträgc bildet. ü. Lohnzuschlöge. Den in solchen Verwendungen ständig oder vorüber-zehenb beschäftigten Arbeitern, für welche gewisse Fachprüfungen erforderlich find oder in welchen die Arbeiter schwierige, gefährliche und verantwortungsvolle Leistungen zu vollführen haben, wird zu dem in Tabelle I und 11 festgesetzten Grundlohn die Auszahlung eines Lohnzuschlages für den Arbeitstag in Aussicht genommen, welchen die Arbeiter behalten, solange jie in dieser Verwendung arbeiten. Dieser Lohnzuschlag bildet bei allen Arbeitern der nachfolgend aufgezählten Verwendungen, die in dieser Verwendung dauernd beschäftigt werden, eine Erhöhung des Tagiohnes, der für die Bemessung der Beiträge für die Krankenkasse und für den ProvijionSfondS zugrundegelegt wird. Bei den Arbeitern, die nur vorübergehend, substitutionS-weise oder abwechselnd zu solchen qualifizierten Beschäftigungsarten herangezogen werden, wird der Lohnzuschlag zur Bemessung der obbezeichneten Beiträge außer Betracht zu bleiben haben. Als solche Verwendungen haben für die gegenwärtige Lohnregelung und bis zur Einführung der in Aussicht genommenen Lohnordnung nachstehend aufgezählte Verwendungs. arten mit den nachfolgend bezifferten Lohnzuschlägen zu gelten. Ständige DeruienimngSgruppen. a) SSci sämtlichen Dien st zweigen des Zentral-u n d Exekutivdienstes: 1. Lohnschreiber mit Unterbeamtenqualifikation . . . Kr. —"50 L. die übrigen Schreibkräfte............................„ —-2u b) Beim Dahnerhaltungsdienst: 1. Vorarbeiter ........................................Kr. —5g 2. Wächtersubstituten'.......................... . . . —-20 3. Rollwagen, und Draisinenbegleiter..................—-20 c) Beim Verkehrsdien st (Station?-. Fahr- und kommerzieller Dienst): 1. Die beim Verschuboienst jener Stationen, in denen Verschieber normiert sind, ständig verwendeten geprüften Verschubarbeiter...................... . . . . , —-20 2. Weichenwächter- und Blocksignaldienersubstituten. , —'20 5. LamMen mit professioneller Vorbildung ohne Lehrbrief ..............................................„ —-Lg 4. Sabfchein- und Wagenschreiber und Magazins-dienersubstituten........................................ —-20 d) Beim ZugförderungSdienste: I. Borheizer (Anbrenner)...................... . , .1 8. Weichenwächter ................................ .> B. Pumpenwärter und Stabilkesselheizer i. Kesselwascher ..................................... B. Partieführer ............................. . . B. Wagenschmierer ................................ —-20 1. Kohlen- und Schlackenlader. sowie Putzgruben-reiniger, und zwar in jenen Stationen, wo der örtliche Grundlohn für die Arbeiter höchstens Kr. 2'20 beträgt ................................................—-SO in allen übrigen Stationen........................... —lg e) Beim Wcrkstäitendienste: Die professionellen Hilfsarbeiter, sogenannte Helfer, Hobler, Bohrer, Fräser, Stoßer, Schraubenschneider und Schleifer............................. —'40 t) Beim Materialdepotdienst. 1. Partieführer .......................................Kr. —-20 2. Magaziiwdienersubstituten ...........................„ —20 Periodisch miebttfthrtnbe einzelne Leistungen. 1. Räumen von Senkgruben mit Latrinenapparat . Kr. —'50 ohne Latrinenapparat ..................................... 1'— 2. DeSinfektionSarbeiten und Räumen von Kehricht» unb Azelylengruben ................................... —'20 3. Arbeiten im Wasser ..................................„ V— 4. Arbeiten, die vorschriftsgemäß am Sicherheitsseil gearbeitet werden müssen ..............................., 1'— 6. Arbeiten mit dauerndem Aufenthalt in heilem Kessel- oder Ofenmauerwerk.......................... * 0 50 III. kühne der Professionisten: Den Professionisten, das ist Arbeitern, welche ihre Befähigung mittels eines Lehrbriefes (Gewerbeordnung § 14) nach-.uweisen verniögen, und im Bahndienst eine ihrem Lehrbrief entsprechende ProfefsionSarbeit leisten, wird der An-fangslohn nach Absolvierung einer entsprechenden Prdbezeit, während w-lcher der provisorische Lohn mindestens den örtlichen Grundlohn (Tabelle l, heziehungSweise für die Profef* fioniften der- BahnerhaltungSdienstes Tabelle 11) betragen muß. endgültig vom Dienftvorstand festgesetzt. In der Regel soll ab.-r dieser Lohn je nach der Qualifikation des Professionisten den örtlichen Grundlohn nicht höher als um den Söctiag von 50 H. bis 1 Kr. übersteigen. 15. Lohnvvrrückung-flrinidsätzr. Bei Durchführung der gegenwärtigen Lohnregelung wird der fitr die Folge in Aussicht genommene Grundsatz zur Anwendung zu gelangen haben, daß einer Vorrückung nur die in ständiger Verwendung befindlichen vollwertigen männlichen Arbeiter teilhaftig werden können. Demgemäß hälte-i: 1. die Arbeiter ohne Peofession alle drei Jahre um den Betrag von 10 H. täglich, 2. die Professionisten und die Lohnschreiber mit Unterbeamtenqualifikation alle drei Jahre uni 20 £>. täglich vorzurücken. Außerordentliche Lohnerhöhungen können ir> besonderen Fällen über Antrag dcS Dienstvorstandeö von der Direktion bewilligt werden. Lohnvorrückungen werden nur bei befriedigender Arbeitsleistung und bei entsprechendem Verhalten gewährt und haben solage zu unterbleiben, als diese Voraussetzungen nicht zutressen, worüber der Vorstand jener Dienststelle zu entscheiden haben wird, bei welchem der Arbeiter in Verwen, dung steht. Die Vorrückungen «folgen immer nur am 1. Jänner und 1. Juli. C. DnrchsübrunffSmotialitäten. An den vorstehenden Grundsätzen festhaltend, habe« mntmehr die Herren Vorstände dcS Zentraldienste» und der aufgezählten exekutiven Dienststellen unverzüglich das Erforderliche zu veranlasse», daß die neuen Löhne sämtlicher unterstellten. in dauernder Verwendung stehenden Arbeiter ermittelt und die ihnen gebührenden NachtiagSbeträge für die geit ab t. Oktober bi» Ende Dezember dieses Jahre» unter Zugrundelegung der in dieser Zeit geleisteten Arl>eit«schichten berechnet und mittels vorschrifiSmäßiger NachtragSzahlungS» iofumente vor JabreSschliiß, beziehungsweise zum nächsten Zahlungstermin zuversichtlich 'ausbezahlt werden. Hiebei ist folgendermaßen borzugehen: 1. Sämtlichen zurzeit der Kundmachung, beziehungsweise faktischen Durchführung UeseS Erlasses in ständiger Verwendung stehenden männlichen Arbeitern (mit Ausnahme der jugendlichen, das sind Arbeiter unter 18 Jahren, der Akkord, arbeitet und der intimicrlen Taglohnbediensteten), die weniger als drei Jahre im Dienste stehen und deren Lohn geringer ist. als der in der Tabelle I und II niedergclegte örtliche Grundlohn, muß der Lohn auf den Betrag des neu ermittelten Grundlohne» erhöht und hinkünftig Ln diesem Ausmaße auöbezahll werden Arbeiter, die nach dem 1. Oktober d. I. noch in Verwendung gestanden, vor der Durchführung des Erlasses aber aus dem Dienste getreten sind, haben auf die Nachzahlung der Lohndisserenz feinen Anspruch. Die Vorrückung dieser Arbeiter um den Betrag von 10 H. findet nach Ablauf der normalen dreijährigen Wartefrist statt. 2. Bei allen mehr als drei Jahre im Dienste stehenden Ar-Arbeitern wird der neue Lohn auf Grund einer schlüssel-mäßigen Berechnung folgender Art ermittelt: ES wird zu dem neu ermittelten Grundlohne der Tabelle I und II der Bei rag der Lohnvorruckungen ä 10 oder 20 H. plu» einem eventuellen Lohnzuschlage addiert und diese Summe ergibt bei diesen Arbeitern den nach vorstehcn-den Grundsätzen rechnungsmäßig entfallenden Betrag, welcher den mehr als drei Jahre dienenden Arbeitern bei strenger Anwendung der obigen Grundsätze als Lohn gebühren würde und auf welchen Betrag der gegenwärtige Lohn des Arbeiters erhöht werden sollte. Mit Rücksicht jedoch auf die für die Lohnregelung zu Gebote stehenden knappen Mittel und bei dem Umstande, als für die Einreihung der älteren Arbeiter in die neuen Lohn-(lassen der neu ermittelte höhere Grundlohn, nicht aber der ursprüngliche Anfangslohn des Arbeiters der Berechnung zu-grundegelegt wird, um auf diese Art eine Benachteiligung der älteren Arbeiter zu vermeiden und eine gleichmäßige, gerechte Einreihung dieser Arbeiter zu erzielen, kann der rechnungsmäßig ermittelte Betrag nicht den neuen Lohn, sondern nur einen Schlüssel für eine gleichmäßige Einreihung der älteren Arbeiter und nur die Grenze bilden, bis zu welcher der gegenwärtige Lohn des Arbeiters erhöht werden darf, wobei als Grundsatz zu gelten hat, daß als Höchstbetiäge der Lohnaufbesserung der älteren Arbeiter ohne Profession vei einer Dienstzeit bis zu sechs Jahren (inklusive) 10 H., bei einer Dienstzeit über sechs Jahre bis zu zwölf Jahren (inklusive) 20 H. und bei einer Dienstzeit über zwölf Jahre 30 H. zu gewähren sind. Bei Professionisten und Lohnschreibern mit ltnterbcamien, quafififation kann die Lohnaufbesserung bei einer Dienstzeit bis zu zehn Jahren (inklusive) 20 H., bei einer Dienstzeit über zehn Jahre 80 H> betragen. Dieses HöchstauSrnaß (30 H.) der gegenwärtig zu gewährenden Lohnaufbesserung farm bei Arbeitern mit einer mehr als dreijährigen Dienstzeit nur dann überschritten werden, wenn der nach vorstehender Weisung'ansgebesserte Lohn eines solchen Arbeiters den in Tabelle I oder II enthaltenen örtlichen Grundlohn nicht erreicht. In solchen Fällen wird der Lohn bis zur Höhe des örtlichen GrundlohneS erhöht. ES wird demnach mit dem rechnungsmäßig ermittelten Betrage der gegenwärtige Lohn des Arbeiters verglichen. Ist der rechnungsmäßige Betrag höher als der gegenwärtige Lohn dcS Arbeiters, so wird ihm die Differenz in der obbezisserlen Beschränkung, das ist. der Betrag von 10, 20 oder 30 H, je nach der Dienstzeit de» Arbeiters zum gegenwärtigen Lohn ausgerechnet; der so gewonnene Betrag bildet seinen neuen Lohn, der künftighin zur Verrechnung und Auszahlung zu gelangen haben wird. Ist dagegen der rechnungsmäßige Betrag ebenso groß oder geringer als der gegenwärtige Lohn dcS Arbeiters, so erhält er keine Lohnaufbesserung, ©ein Lohn wird ihm auch nicht reduziert. Der Lohnausgleich nach den neuen Grundsätzen im Verhältnis zu den übrigen Arbeitskollegen wird in solchen Fällen durch Hinausschiebung der nächsten Vorrückung erfolgen. Während zur Ermittlung deS rechnungsmäßigen Lohnes der Arbeiter ohne Profession zwecks Einreihung derselben in die neuen Lohnklassen nur die in den Tabellen l und ll ent» haltenen Grundlohne zugrunde zu legen sind, wird zur Erzielung einer gleichmäßigen Einreihung der Professionisten in die neuen Lohnstnfen je nach der Dienstzeit derselben hiermit angeordnet, daß als Grundlohn ein Betrag der Berechnung zugrunde zu legen ist, welcher: a) I m Bahnerhalt ii ngSdien st: für die Professionisten: 1. mit Lehrbrief um ...... v . . . Kr. —80 2. ohne Lehrbrief um..............................< • —'50 höher ist, als der örtliche Grundlohn der Tabelle II. b) im VerkehrSdien st und im TOatecialmaga» zinSdienst für die Kategorie der Spengler, Schneider und Tischler um.......................................Kr. —-50 höher ist, als der örtliche Grundlohn der Tabelle I. c) im Zugförderung S-, Beleuchtung«, und KraftübertagtingSdienst sowie im Signal- Werkstättendienst für sämtliche Professionisten mit Lehrbrief: um den Betrag von...................................Kr. 1'— höher ist, als der Grundlohn der Tabelle I. Zur besseren Veranschaulichung des Vorganges bei der Ermittlung der neuen Löhne sind im beiliegenden Musterformular Beispiele für die bezügliche Verrechnung enthalten. Im einzelnen ist noch zu beachten: 1. Bei Ermittlung der Anzahl der Vorrückungen eines Arbeiters ist an den Terminen des 1. Jänner und 1. Juli fest-zuhalten und sind für die gegenwärtige Regelung jene Zeitabschnitte, zwischen dem faktischen Dienstantritt eines Arbeiters und den der Berechnung zugrunde zu legenden zwei Terminen des 1. Jänner und 1, Juli eine» Jahres fallen, nicht zu berücksichtigen, sondern als DienstantrittSdatum stets der dem Dienstantritt nächstfolgende Jänner, oder Julitermin anzu-nchmen. So werden zum Beispiel die Wartefristen eines Arbeiters, der am 5. März 1910 in den Dienst ausgenommen wurde, vom 1. Juli 1010, jene eines Arbeiters, dessen Dienstantritt der 20. September 1900 ist, ab 1. Jänner 1910 gerechnet. 3. Bei der gegenwärtigen Lohnregelung ist für die Berechnung der dreijährigen Wartefristen die Dienstzeit bis 1. Juli 1911 in Anrechnung zu bringen. Die Dienstzeit, welche ein Arbeiter an diesem Termin über eine angerechnete volle dreijährige Wartesrist zurückge-tegt hat, wird für die nächste Vorrückung eiiizurechnen sein, so daß zum Beisp>el einem Arbeiter, dir am l. Juli 1011 7y2 Diensljahre hat, für die Ermittlung des rechnungsmäßigen Lohnes zwei Wartefristen in Rechnung gezogen werden, die Nestzeit von l‘/t Jahren hingegen für die nächste Vorrückung, die somit «m 1, Jänner 1913 erfolgen wird, einzurechnen sein wird. Ein Arbeiter, der am 1. Juli 1911 5% Dienstjahre hat, dem also bei der gegenwärtigen Lohnregelung eine Warte- frist in Rechnung gelangt, wird normalmäßig am 1. Jänner 1912 vorzurücken haben. 3. Unterbrechungen im Dienste, die infolge unvermeidlichen Aussetzens der Arbeit ober infolge Krankheit, Ableistung der Militärdienstpflicht von Wvitz...................220 Bystrifl.....................2'20 Fetdsberg.................... . 2 20 Char ottenhülte..............210 ^lorid^dvrs..................2*80 Slieluiei . . . 210 ÄtanJiadt S’üW * l f n ü 8 i t ftronra gmhritSeu.....................2"20 {UcihrriueiSdorf..............2’10 ureiuabt in Schlesien . . 2 30 Fk,esel-M>ftek................220 ftriebinnö....................2-20 hulntt........................210 ylilnicrnborf.................2'40 (Mtnin........................1-10 «übing........................2-30 Golleichau....................2-20 ttrnnica......................2 30 Aiä»..................... 2 20 Grobzictz.....................210 Ö'isjr-A^tlotflft.............210 6 roh-liuntichitz ... . 3 20 Vrosl-Pawlonntz .... 2 — Ärost-JteUmntz................2-20 Grügau........................2*20 (Hi umwind,...................2‘ Vüirnlau......................2 10 £>nnfl oorj...................2-10 tziii S.o.....................2 10 Hiio.nik......................210 ^'ilirnou.....................2 30 Hoiituiau.....................8*20 Hoiubitz......................3*2o u,........................2'— iUec.v* pdrna.................2 — lllol; auf....................2"— Itobqit.......................3 — 11 ttiotnu....................2'30 ftuietfin.....................230 itofltl.......................x-ao Horn..........................2- 1. .amu.......................2-40 ibaeiia.......................330 ilrcmfier ......................2*30 Itmeiidivlfi..................2io iirzeszoivire.................2 10 $tuntmnn=i.'nui''a............2 10 flununburi....................2 20 litoamvilumütichau . . , 2*30 Lao...........................2'20 i'nunlt.......................2*30 l'ibun........................210 L'tber.oroitz.................2-2u 8u>e*c » chowltz .... 2 10 Lioina-narlShült» .... 3"JO fipbnig.......................2*10 Lot- me.......................3 10 fiobt qomire..................2* Pöldltta=S'l)ot.a.............2*11 Lnltch........................2 10 Lunbeuburg....................2 50 lujchig ......... 2 20 Mnlrnoroig....................2 10 Marchcgg......................2’40 lUtdtnuürlReuberf .... 2 20 9llälniiili»Cjirut!«Ai?ontan . 2*50 ailäUriidjeDf rnu=Cbtr,urt . 8 SO Bläht td)«Wt-itzlircheit . . . 2 SO lÜhcl)aUüiui(j................2-50 iUltiutiti....................210 aii.ubr(fo....................210 Modrig........................2-30 Mulemtz.......................2 — Myslowitz.....................230 Sinvagebi.....................230 Sifimoinit)...................2 20 9ieitficöl»£>ürn*iolz .... 2 30 Sleu-Suiieubiuim .... 2-50 Sleutitschcin.................220 SHtzumiSiig...................2-30 Anmerkung. Die Pro'essionistcn im: a, gtatirnc-* unb MaierialningajinSbienfte, b) .-iugiöroeriings-, veleuchlung«-, tnUtübertragungS- unb Elgnaliucrriiuttcnbifiiiie erbauen in ber Siegel einen Aiijangs-lul)ii, der bet den sub a) be.cichneien Dicustziveigen um 50 biS 90 £«., bei den »ah b) genannten tienr yuelgcn um 50 £>. bis 1 fit. I|öi;n ist, al« der für ben betregenben Stationiert not» Miene Mniangtlohn ber Taglöhner. Dieter VlnsanpSlobn kann ausnahmsweise ben besonders qualifizierten Proscjiionisten in den sub b) bezeichnetcn Dienst« jiue.gcn in erhalo des ersten TicnsijaljicS um einen weiteren Betrag Ins 50 H. erhöht werben. » I t n B 0 t I »ronrn Niemt'ctütz....................2*20 Nikolsburg.....................2*30 Cbcr-iSctfpig..................2*40 Cberivriben....................2*40 Ober! erg......................2-50 Cbrau...............-. . . . 2*10 Clmüg.........................2* 40 Dppaiof»@lrttln.................220 Csirau-Wilkoivitz...............350 CBmlerlm.......................2*20 DtrufntoiB ........ 2*30 PaSkau.........................2-20 Pernhaien-AulzeShosen . 2*10 Petroiut*......................2*30 P»!,l...........................130 Bazorsch.......................2*10 Patzrli,.......................2*20 P».e chon'itz..................2*20 P.reinba.......................2 50 Brei au........................8 50 Prrtzuitz......................2 40 Pruchna........................2-20 PrzüaS-Csirzka .... 2*10 Nabwon tz-Prossc nitz . . . 2*3o Naigern........................2*20 Na nod oivil...................2*10 Ra uSn ttz-Limvikowitz. . • 2*20 Stnttimau......................2*20 älutiaieg......................2 30 Nobtbcrch......................2 20 Noppig.........................2*10 Sioufil-tfo....................2 10 Nuinau.........................2*20 Nttitviuig.....................2*30 Saig...........................2*30 Sqhbu>tit-'iyntiec...............2— Schönbrunn-W.lkoivitz . . 2*10 S i'tlnl)8| ..................8 20 SeiberSbarf................... 2*20 Selmibori ....................2* o Eticbmg........................8 30 Ekotschau......................3'30 Sofolultz......................8*20 gta-.ibing......................230 Eietnig.........................2 — simtbrrg.......................8 30 Sttambrrg......................8*30 Etiastloi.......................250 Strtrbomig.....................L'20 Stidja.........................2 20 Ewaivbolitz....................2* — Lzrzaloiva......................280 r e dien.......................8'20 Se d)rn«8>p6erih«l .... 2*20 Theimivaib.....................2*20 Job.taau.......................8*20 Ivoivn«........................8 40 Trzrbinia......................8 10 Uhritz-Naselowitz .... 2*— Ungar ich-Hrabijch .... 2 36 Unter*Thetnenau . . . .3 20 Ufiron.........................8*20 B»etul..........................810 itVe oioire....................8*20 iVegitnSt......................2*16 Wa Uachisdi-M iser >i'ch , . . 2*20 tlVeiHliidicivEubt .... 3*30 W>riiSdorj.....................8*20 Wien...........................8*80 WinftaMt»^cik)annc66runn 2*10 Wilkowi.e-Systta................2 — Wischa» .......................2-20 Wifomio.........................210 Wfetm..........................2*20 Wrbntck.........................220 ,’inbinjrfro...................2*10 ' a cha u......................2 10 ^janchiel......................2 30 «jbvrvwitz.....................2*10 x'ivuun<(......................2’10 Miftcrsbors....................2-20 Zltn............................210 Lvhnstufcu für die Bahnerl>al!«ngöarbci»er. «abaerh»t,ung»iekti-n Strecke Wien: Kahlen- unb Donau» utctbal)nl/ol 1 Wien II Wien ins i>iorib8borf in- II Ilufiuc, Jebiersborf ex- III Unsitte samt Werkstätten- IV ta qo n Sohn St. 2-80 FlvridSborl exklusive bis J, Strasthoj inklusive ffj Slrasthos ernurmebiß Dürnkrut exllu,tve GSnscrnborf ©änfrrnhors exNustve Btarchcgg ejtiufioe bis IV V VI TI VII rin 2-40 Luttbenbitrg Dürnkrut inNusive bis Üunbenburg inklusive bis ÜanöcSgrcnje Lunden bürg exklusive 6 iS Mättrisch-Reubori. ejfln» n»t Dröfing exklusive biS Zi-perebart inklusive I n m IT Tn 2-40 2*30 n «oblag D!ähritch»81e>tbori inklusive I bi* Rabatt, extlujive H Coi, exflust»« bl» egbine UI etflunae jy Mriietti, US Senjo Inklnstet IV Ezettidi bis Eteinitz in» T tluiiue 2*30 BahnfthattangSIeftlon Nikolöburg l’aa Strecke Ltinbenbnrg erfttfine bis Grttstbach exklusive Ltinbenbnrg exklusive bis EiSgruv inlluiivc Neusiebl-Tütnliaiz exklusive bis jjclievnburf cjk.t.fiue Pfltin» Sein Brün» Xlunitenbtirg exklusive bis Ausp.tz cxflunuc ilusvitz inklusive biS Noigrnt in.Iufivc Rai ern exklussve bi« Ober« Wertcig inklu >ve Cbrr«®erlpi, exkntsive 618 Brünn inklusive mriftfi Ire. I 11 III 220 IV I 11 2-20 111 1 11 230 III IV 2-20 V VI 2-40 vn 2-60 Ungarisch Hrodisch Koiiateg inklusive bi» Bi-jenz-Pisek exklusive Rosiatctz exklusive bi* Subo» merig-vettau inklusive Bisenz Psie' inklusive bis jyuliem exklusive Ctrotorolg exklusive bis Wisowis inklusive I II m IV V VI VII JVuQcin in luftoe vis Uijiko» wig inklusive Rzikowttz exklusive bl, Bterau inkluitue fprernn Istrcrau exklusive bis Leipnik exk.uave Prerau exklusive bis Olmütz exkluive Leipnik inklusive bis Weist» tuchen inklusive Weißlirchen exklusive bis Bohl exklusive Weistkirchen exklusive bis Rrnsna exklusive Mährisch WriUkirchen Zauchtel Pohl inllusive bis fauchtet inklusive Zauchtel exklusive Baulich inklusive biS I II II III IV firemsiet ßosetein exk usive bis Hul-lein extiuswe Hullein exklusive bis Sranek inklusive Kremüer exklusive biS Zbo-rowitz inkluitoe n III IV EBifdjan Brünn exklusive bis (Stjiva* noroig iultusive I II III IV Eywanowkh exklusive bis • Prerau exklusive Uojetcin Nezamisüy exklusive bis BebiijOst inklusive Jkujctfin exklusive biS To« bitsa.au inklu,ive I II III IV Ctnflh Bebihos! exklusive bis Olmütz ^ innusioe jjj Clmüg exklusive bis Sternberg inklusive IV Zauchtel exklusive 6 iS Sdjönbrunn inklusive biS Schsabrunu-Witkawitz Zauchtel exklusive gutnef inklusive Stauding exklusive 6 iS 55agf:cbt inklusive I II III IV V Mähr. LstrauCdrrsurt Schönbrunn exklusive bis Mayiisch-Osltau-Lbersurl inklusive Mäbrifch Ostrau'Cbersurl bis lUlontaubahn I II III IV V VI vn Dzieditz Petrowih exklusive Dzicbig inklusive bis I n in IV Dzieditz exklusive bis Biclitz exklusive Dzieditz exklusive bis Cß* I roitrim inklusive II CStvlqc CSrottcnn exklusive bis HI Xtzebinia exklusive IV flrafau inklusive 6iS Za» I bierjdto extluiivr II Zabierzäiv inklusive 6 iS m Krakau Szczakowa inklusive jy Szczakawa exflunoc biS V (siramra und MySlvwitz VI extUiüve VII tiw>t>an 230 2*20 •210 I 2*30 n 2-40 in IV 2*30 V VI 2-20 1 II III 2-30 IV 2-30 2*20 2*20 2*20 2-20 2*20 210 2*30 2*30 Mährüch-Ostrau-O. exllu» 1 Eire bis Peitviuiy in» II lusive III voctuetg Cbrrbetg bis ülnnabetg IV Pciroioip exklusive bis Jlat* y wiu influfice 2*20 2*20 2*10 2-20 2-10 echßnbninn exklusive biS I Irapuau intluiioe II Drappau exklusive bis ÖI Binnisch ink usi»e Troppav exkluiive bis Grätz HI inklusive IV Sak-ntiHaltimflSltTtion e trecke Balm-mc liier Sotzn 6r. ®rar>ek crflusibe 6iS Hotzen- I 2-20 bors exklusive firnSnn exklusive bis Stei- n 210 nau inklusive ©ntlarlii ch Meferltfck, ex* KraSna tluiioe biS W.ctiit inklusive ra 220 Wieiin exklusive bis Barlny rv 2-10 inklusive Baiim, exllusioe bis Grost- v 2 — ftnrioroitz inklusive Hotzendori inklusive bis i 2-30 VernSdors inllufioe Wcrnedon exklusive bis Frnnlftabt, Stramberg n 2-20 Fraukstiidt a. 91. inklusive Frank-adt exklusive 618 ra 2-20 Frirbianb exklusive ©otzmbori exklusive bis IV 220 Ncutit-chkin inklusive tznosnik exklusive bis Friede! i 2-20 exklu ve Friede! inklusive bis Zried- ll 2-30 Frlctzck-Mtstrk land inklusive fiailSHßtte inklusive biS Cfirnu-Sittoroitz exklusive ra 2*30 Kunzenl-ors-Eucha 2-30 tzno nif inklusive bis Te- i ichen inNusive Tcsihru Teichen exklusive bis ErnS-borf rxk usive n 2-20 Gollelchau biS Ufiron in- m klusive Blekitz 83abe»ite LrnSdor, inklusive bis Bielitz exklusive Bieiitz inklusive biS Kozy inklusive Bielitz inklusive bis Sticht» toivi)ce«tii,ftra exklusive Wilkomyre-kchstra inklusive bis Beybuid, exklusive I n ra n 2-30 2-20 ttezi, exflusivc biS ftalioarg» ZebrzqdowSia j. Ber» bindungSlurve I n UI 3— Sie Aufbesserungen der 8ofls* begleitet im Lichte der Tatsachen. SbeiritiRcm ober Betrug? Bis zu welchen Ausschreitungen die durch Unkenntnis deS praktischen bisenbahndienslcs entstandenen Epar» versügungen gedeihen, beweist wieder einmal ein f. k. „Dernhigiingsmittel" der Staatsbahndirektion Wien, welches folgendes verfügt: Zirkular 1095/1-V. betreffs Verwendung der ZugSbeglciter bei ben Dütereil-, Güter* unb ÄrbeitSziigcn. In klbänbcnig der bisherigen Narm wird bestimmt: Grundsätzlich dürfen nur soviel ZugSbeglciter im Dienst verwendet werden. «18 zur Deckung beS ÄremSdruttoS, beS Ber-fchubs, findemanipulation u. s. w. tatsächlich benütinl werden. Denieutsprrchend darf nur diesen daS Stunbciißcib für die Fahrtdauer im Dienst zuetfannt werden. 1$S ist daher im Jiileresie einer ökonomischen Gebarung Ausgabe der DiSposi-tionSsielioncn zu achten, dah jede überflüssige Heranziehung deS für die Bedienung der Bremsen *uf der Strecke entbehrlich generbenen Personals zu sonstiger Dienstleistung ver-mieden wird Ausgabe der DiSposiiionSslationen ist c3 somit, bei Verwendung von JurnuSparticn sejtzuuellen, ob die ganze Partie zu belasten oder ob einzelne aom Dienst fernjuhalteit sind. Diese Mastnehme hat sich nur aus die eigene DiSposi-tienSstrecke zu beschränken. Nur mit Zustimmung der anderen kann eine Verfügung auch für weitere Strecken getroffen werden. Derart «ein Dienst enthobene ZugSbegleiter _ sind unter Nahrung beS weiteren Turnus in Plegie in die nächste vermer.buiigS. beziehungsweise Domizilstation zu entsenden. Dies hat grundsätzlich mit den entsprechenden, die Wahrung der Ruhezeit gewährleistenden, personenführcnden Zügen zu erfalgcn, eventuell mit dem TuxnuSzug selbst. Die Verwendung bei einem anderen Zug darf nur im Einverständnis mit der Demizilflatien erfolge». Sie L L SelriebSämtct Wien I und Wien II haben im Einvernehmen mit Penzing beziehungsweise Brigittenau wegen eventuell überzähligen ^ug-begleitern bei den in diesen Strecken verkehrenden Zügen unb Entsendung der ZugSbegleiter zum Dienst ab Penzing beziehungsweise Brigittenau Vorschläge zu erstatten. Der einzige Zweck dieses Erlasses ist also nur, Stundengeld zu ersparen. Aus welche Art und 6b mit Erfolg, soll nun »us Kosten der ZugSbegleiter erprobt werden. Grundsatz ist. von einer GüterziigSpartie nur so vielen Begleitern die Zahrj »lS im Dienste Verrechnen zu lassen, »IS von Strecke zu Strecke zur Deckung des BreiuSbruttoS unbedingt notwendig sind. Z» d"sem Zwecke wird die Zugssicherheit dauernd auf bas Mindest-mast herabgedrückti Aste übrigen dürfen sich, obwohl sie mit demselben Zuge mltfcihren. oft schon kilometerweite Fuhmcirsche zur ZugSübernahme nach Penzing, Brigittenau oder diverse andere Aangierbahnhöse gemacht haben, jeder Witterung auSgesetzt sind, stets dienstbereit sein müssen, meisten? bei der Zugsaufnahme und Uebernatjme schon Dienst geleistet hoben, und bei der Regiefahrt nicht einmal einen Platz zum Sitzen haben, und genau so lange auf der Strecke sind tote die übrigen, nur das Stundengeld als Ruhe außer HauS verrechnen. Tost die ZugSbegleiter neben den oft mehrere Kilometer weite» Schleppen der Signallaternen. Reinigen der Dienstwagen. Mithelfen bei der schriftlichen ZugSaufnahme, Zusammen-schließen und Kuppeln der Züge — Arbeiten, die nicht in ihre Kompetenz fallen, bei vielen Dahnen auch von denselben nickt verlangt werden, die ihnen aber, da Qampiften, Wagenputzer. Kuppler und in der letzten Zeit auch Wagenschreiber auf den Kuterbahnhösen der k. k. Staats-bahnen unbekannte Dinge sind, nach und nach ausgebürdet wurden — auch noch laut der Instruktion XX. Artikel 99 biS 106. sowohl vvr der Abfahrt als auch während der SaHrt und der Aufenthalte viele und im Interesse des erkehrS wichtige Pflichten zu erfüllen haben, für deren Unterlassen oder Uebersehen die ZugSbegleiter immer minder oeftrnit werden, das brauchen dock diese Spare Etite 10 „Der <5irctt!»»UjMcv.w «r. 3 fonntifer nicht zu wissen, daß im letzten Jahrzehnt bei allen Zügen die Fahrzeiten gewaltig verkürzt wurden. die Aufenthalte selten ausreichen, die Züge eine früher einfach unmögliche Belastung und Länge ausweisen, die schriftlichen Arbeiten immer mehr werden und die Zugbegleiter nur mit Ucberanstrengung und Ueberhastung die Züge aus eigene! Risiko rechtzeitig fortzubriugen vermöchten. ist aus einem Salonwagen oder Coups erster Klasse vom Schnellzug aus nicht leicht wahrziinehinen. Vergessen diese übereifrigen Reformer doch sogar aus die rechtliche Seite dieser Maßregel und glauben in ihrer Einfalt (oder ist eZ Absicht), das Stundengeld der Zugsbegleiter sei eine Art Akkordverdienst für daZ Handhaben der Bremsen. Unser Dienstvertrag, die Dienstordnung für Bedienstete der t. t'. Staatsbahnen. enthält im § 40 folgende Rechte, die den Bediensteten gewährleistet sind: „Absatz 4. Die besondere Vergütung der aus Anlaß des Dienstes erwachsenen Auslagen, vornehmlich bei Dienstreisen, Verwendung außerhalb des Stationsortes und lieber-siedlungen." Bei einer Dienstprüsung droht jedem Kandidaten ein Durchfall, wenn er nicht weife, daß das Stundengeld laut § 67 der Dienstordnung eine Entschädigung für Dienstauswand ist. Der § 69 bestimmt, daß die außergewöhnlichen Auslagen, welche den Bediensteten aus Anlaß des Dienstes erwachsen, vergütet werden, und § 77 bestimmt klar und deutlich daß den Zugbegleitern an Stelle der Zehrgelder Stundengelder ge? bühren. Daß dieses Stundengeld der Güterzugsbegleiter normal weit hinter dem Zehrgeld zurückbleibt und zur Deckung der erwachsenen Aus'agen niebt mehr ausreicht, wurde in diesem Blatt oft genug bewiesen. Wie aber mm die Vergütung eines solchen scheinbar außer Dienst gestellten Zugsbegleiters aussieht, davon nur zwei Fälle: Ein Kondukteur in Wien 11 batte die Tuniustour 7 d — 112. Er fuhr Regie nach Brigittenau, Dienst Brigittenau-Nußdorf, 6 Minuten. Regie bis Tulln, Dienst Tulln Absdors. 28 Minuten, dann Regie bis Gmünd, Retour wurde er, weil beim Zug 112 nicht benötigt. zurückbehalten und zum Zug 66 kommandiert. Hier fuhr er Regie bis Göpfrih. Dienst Göpfritz-SigmundSherberg, 1 Stunde 2 Minuten. Regie bis Wien. Der Mann war von 8 Uhr 30 Minuten abends bis 12 Uhr 80 Minuten mittags des dritten Tages, genau 40 Stunden auf der Strecke und darf verrechnen 1 Stunde 36 Minuten Dienst & 18 H., 38 Stunden 30 Minuten Ruhe ä 6 H.. zusammen Kr. 2"58 Vergütung für drei Tage. Ein Kondukteur von Wien 1 fuhr die Tour 69 bis Linz. 312 retour bis Wien. Er durfte weder hin, noch zurück als im Dienst geführt werden, obwohl er immer mit seinem Zug fahren mußte, da ja die nächst? Disvositionsstation über ihn verfügen kann. Tiefer Mann war von 8 Uhr abends bis 7 Uhr früh am dritten Tage auswärts und erhält für die ganzen 35 Stunden a 6 H.. zusammen Kr. 2" 10. Viele Zugsbegleiter werden von den in der Nacht abgehenden Güterzügen sowohl von Wien als auch von Penzing und Brigittenau, nachdem dieselben bereits bei der Uebemahme tätig waren, mitten in der Nacht einfach weggeschickt, ohne zu berücksichtigen, daß dieselben weder mit einem Zug ihre Wohnung ereichen können, noch auf dem Bahnhof eine Unterkunft haben und auch in ein Obdachlosenasyl zu spät kommen. Die enorme Schädigung und die Umgehung der Dienstordnung wird erst recht klar, wenn man die Vorschriften des Gebührenregulativs, die diesen Zugsbegleitern in jedem solchen Falle das Lehrgeld zuerfennen, mit diesen Entschädigungen vergleicht. Zehrgeld gebührt jedem Diener bis 1000 Kr. Gehalt 3 Kr.. von 1100 Kt. Gehalt aufwärts 4 Kt. per Tag. Für diese Fälle würden also gebühren 6, respektive 8 Kr. Daß ein Beamter der IV Dienfiklasse, dessen Dienstreise im Salonwagen an Bequemlichkeit gewiß nicht hinter einer von einem Zugsführer und -Manipulanten im Dienstwagenkammerl znge-brachten 10- bis ißstündigen Dienstfahrt zurücksteht, per Tag 18 Kr., also 36 Kr. erhält, mehr als ein Zugsbegleiter das ganze Monat, sei nur nebenbei bemerkt. Solche Erlässe lassen Zweifel darüber auf kommen, ob diese Buremikraten wissen, wie eine Eisenbahn misstet) t, geschweige denn wie sie betrieben wird. Wenn diese Herren glauben, daß die,Zugsbegleiter unnötig sind, sollen sie einfach abgeschafft werden, vielleicht genügen als Ersatz ein paar neuen Direktionen oder auch nur Direktionsabteilungen. Aber solange man die Giiterzugs-Begleiter auf die Strecke schickt, haben dieselben ein Recht, die vorgeschriebenen Vergütungen in unverkürztem Maße zu erhalten. Taggeld oder Zehrgeld zu beanspruchen, und man mache doch nicht auf Kosten dieser armen Bediensteten und deren Familien solche (Jrperimente. Tie Wissen-schast verwendet zn ihren Studien Tiere, Mäuse, Kaninchen u. s. w, bei der Balmvcrmal'vng wird die Durchführbarkeit einer Neuerung mit einer Hungerkur an den Bediensteten erprobt. Die Verwaltung treib! die Zugs-Begleiter durch solche kleinliche Schikanen zur Verzweiflung und gefährdet die ohnehin nur mit der größten Anstrengung mögliche Regelmäßigkeit und Sicherheit des Zugs-Verkehres. Versprochen wurde den Bediensteten schon im Jahre 1^8 und seither immer wieder, daß der Dienst nickt verschlechtert wird, während das Gegenteil versucht wird. Versprochen wurde eine Regelung der Urlaubsfrage, den meisten Zugsbegleitern wird derselbe aber verweigert Dazu noch die sch'kanöse und häufig geradezu von Bosheit diktierte Behandlung von Dienftkommandierenden und vielen Beamten in den Dispositionsstationen, die geflissentlich alle Vorschriften über Dienst und Ruhezeiten ignorieren, die von der Direktion genehmigten Turnusse absichtlich ohne Notwendigkeit umstoßen, uud man wird begreifen, daß die Unzufriedenheit unter den Zugbegleitern immer größere Fortschritte macht. Sie Fgkauer ReichslmudNtrZluM in Nöten. Der ReichSbund deutscher Eisenbahner bat nicht viel Stationen auszuweisen, in denen seine Orts-nippen nennenswerte Mitgliederaiizahlen besiven. Zu iefen wenigen Stationen zählte auch Iglau. Wir sagen absichtlich „zählte", weil auch in Jglau die Herrlichkeit des Neichskmndes zu schwinden beginnt, und das will viel bedeuten, denn es sind nicht so bald wo die Verhältnisse für den Neichsbiind deutscher Eisenbahner so günstig, als in Igla». Der Einfluß des Reichsrats-abgeortmeten dieser Stadt, des Abgeordneten Groß, sorgt für die Versetzung von mißliebigen Bediensteten. Wir berichteten im Vorjahre über eine Versetzung von tschechischen Eisenbahnbediensteten, von der auch tschechi-fche Mitglieder unserer dortigen Ortsgruppe betroffen waren. Die schwunghaft betriebene Protektion bringt vorwiegend deutschualionale Arbeiter in den Ei!enbabn-dienst unter, namentlich Prosessionisten in die HeizhauS-werkstätte, und die bentfchnaiioimle Eüenbahnerargani-sation Iglaus vermag sich an die vielfach von den Beherrschern der Stadt geförderte deutschnationale Arbeiterbewegung anznlebnen, die ans keinem Boden besser gedeihen konnte als aus dem Ialaus. Diese Verhältnisse wußte der deutschnationale Eisenbahnerführer, der ietzlige Maschinenkommissär Jung, vortrefflich zu nützen, als er von Neichenberg nach Igla» versetzt wurde. Er bemächtigte sich bald der Führung der deutschnationalen Eisenbahner Ialaus sowie der Führung der Iglauer deiitfcliimfionalen Arbeiter überhaupt. In der Station Igla» feierte bald das Stiftern Orgien, dem der Neichsbiind vorwiegend feine Eristenz-mägkichkeit zu danken hat: das S n ft e m, durch dien st 1 ich s Vorgesetzte die Bediensteten dem Neichsbiind als Mitglieder zuzn-treiben. Die deutschnationalen Bahnbeamten IgTanS nötigten bei der Aufnahme die Bediensteten zum Beitritt in den Neichsbiind, und dafür, daß diese Mitgliedschaft erhalten bleibe, kargte der regelmäßige Abzug der Beiträge von den Dienftbezüaen, der auch bei onge-meldeten Austritten gegen den Willen der Bedien st eien weiter erfolgte. Ein günstiger Wind brachte ein Schreiben auf unseren Redaktioustisch, das Jung a» den Sliitious-Vorstand von Ialau. Langelotz, richtete und in welchem, bei Beachtung einiger Höflicbfeitsformalitäten, der Adjunkt dem Oberoffizial, als wären die Ialauer Balwämter der Reichsbundleitung oder dem Volksrate unterstellt, anfträgt, einen „Volksgenossen" im Staatsdienst imfevtubringen. Da« Oriainnl des Schreiben?, das wir nachstehend wiedergeben, ist in unseren Händen. Es lautet: Wien, den 6. November 1908. Sehr geehrter Oerr! Wenngleich Ihnen persönlich unbekannt, b'n ich doch in ^gfmicr völkischen Kreisen sowie allgemein in völkischen 0reifen der Ostmark nitfit unbekannt. Ich wage es daher, Ihnen, mein tvrr, der Sie mir als sfrnmmer Den!scher oft geschildert wurden, unseren Volksgenossen Niidols fliiikiart, den liebe rbringcr diese? Schreibens, miss wärm sie zn empfehlen. Da Sie selbst in leitender Stellung sind, ist es Ihnen jo intmerfvn leichter, den Monn unteraiibringen. Ich versuchte in allen drei .Öaup'Wrfitfittcn ihn als Lackierer untergubringrn. wechselt? einine Schreiben, leider ahne Erfolg Bitte, tuen S>e I'ir möglichstes. Mi! dem besten Dante verbleibe ich mit deutschem Grütze Ing. 91udo!s Jung. (Neben der Unterschrift die Zirkel zweier Studentenverbindungen mit den Buchstaben' a. II.) Maschinenadjunkt der Oe. 92. W. B. Dritter Vorsitzender des Neichsbundes deutscher Eisenbahner. Die Nichtberiicluchtigfing derart empfohlener Pro-tektionskinder macht einen Iglauer Stationsvorstand des Mangels an nationaler Gesinnung verdächtig und damit ist ein solcher als Stationsvorstand von Igla» aus die Dauer unmöglich. Wir künnen nicht mittcilen, ob im vorliegenden Falle die Empfehlung Erfolg hatte, halten aber Herrn Langelotz derartigen Einwirkungen zugänglich. Mit den geschilderten Mitteln vermachte Jung wohl nicht unserer Organisation in Iglau den Boden abzngraben, aber er vermorfitc immerhin den Mitgliederstand der Iglauer ReichSbiindortsgrnppe, namentlich mit den willkürlichen Abzügen der Monatsbeiträge, auf einer verhältnismäßig ansehnlichen Höbe zu erhalten. _ Das scheint nun anders werden zu wollen. Die Bediensteten, die wohl, wenngleich unwillig, das Abziehen der Monats-bciit'äge hinnehmen, nehmen, feit sie aus die Hohlheit der Phrasen InngS gekommen, an der Vereinstätigkeit de? Neichsbundes keinen Anteil mehr, und da sah sich dessen Ortsgruppenleitung schon im November des vorigen Jahres zu nachstehendem Appell veranlaß!, der eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung ein-leitete: Kameraden! Die lebten Monatsoersammlungen waren schlecht besucht. Dieser Umstand ist -um Teil auch wohl, daS darf nitfit verhehlt worden, zunufzuführen aus die nerndezu uiiglnubüdie Teilnahmslosigkeit, welche manche Mitglieder unserer Gewerkschaft und ihrem Streben entgegenbringen. Gerade solche, die sich immer von jeder Arbeit drücken, nörgeln am meisten Serum t D'e Monatsversammlungen bienen nicht dem Zwecke, Fragen einzelner Gruppen z» besprechen, sondern das Ganze zusammenzubalten. 8» ihnen drängen sich wenige, Unterhaltungen ober sind massenhaft besucht. Gruppcnbrfprctfiungcn wurden nur von den 9Perf(töttenarbeitern und Arbeitern für den Fahrdienst abgehalten. In den anderen Gruppen versagen die Vertrauensmänner leider fast völlig. Eine von uns geplante Abendschule für die Z u g S-hegleiter konnte mangels an Teilnehmern nicht ins Leben treten. Ernste Einkehr tut not! Das mögen die Mitglieder, daS mögen aber ror allein die Vertrauensmänner, denen die Schulung und Aufklärung der Mitglieder obliegt, sich vor Aitgen halten. To manchen Kameraden sah man noch nie in einer Versammlung; wenn er aber etwas brauchte, war er sofort da! Dieser Aufruf lässt einen liefen Blick in das Getriebe de? Reichsbundes tun. Der Aufruf zeigt, daß selbst dort, wo die Verhältnisse für den Neichsbiind am besten stellen und wo für ihn eine feiner besten AailalionSkräfte, Ingenieur Jung ist dies zweifellos, am Werke ist, seine ganze Arbeit unfruchtbar ist: es zeigt, daß der NeichS-bund nichts ifl als ein von den heiitlchnniionoleii Beamten mit dem (Melde der niederen Bediensteten erhaltener Organismus, der ganz unfähig ist, im Inter-effe der Bediensteten nutzbringend zu wirken, und der nur aus politischen Motiven erhalten wird. Der Neichs- biind vermag wohl in der nationalen Koalition Staffage abzugeben und Notizen in bürgerlichen Blättern von erkämpften Millionen zu verbreiten, ein seinen Teilen, wie an der Iglauer Ortsgruppe, vermag man aber zu erkennen, was er als Eisenbahnerorganisation bedeutet. Den Iglauer Mitgliedern des „Neichsbundes" beginnt das Licht anfzngehen. Als ein im Mai 1911 ausgetretenes ehemaliges Neichsbundmitglied, dem man auch noch im Dezember 1911 den Beitrag von feinen Dienst-bezögen abzog, Herrn Jung um Nückersatz dieser Abzüge schrieb, die dieser Bedienstete ganz zutreffend ..eigenmächtige Ge 1 dabziige" nannte, erhielt er von Herrn Jung und dem Neirhsbundkassier Nowak nachstehendes Schreiben. Wir lassen e? der Beurteilung der Leser anheim gestellt, zu beurteilen, ob Jung mit seiner protzigen Antwort oder ob der Arbeiter eine Flegelei beging, der sich um fein Geld wehrte Tie Schreiben, deren Originale gleichfalls in unserem Besitz sind, haben folgenden Wortlaut: Herrn Wenzel AJtrichter, Arbeiter für den Fahrdienst, Iglau. Der Betrag, von dessen Abzug mir nichts bekannt ist, steht Ihnen zur Verfügung. Ich bitte, ihn. da mir Ihre An-schrift unbekannt ist, beim Zahlmeister, Herrn Adjunkt Nowak, abzuholcn. Im übrigen ersuche ich, sich eines anderen Tones zu bedienen, da ich Flegeleien, wie .Eigenmächtigkeit" und dergleichen, nicht gewohnt bin. Jglau, den 2. Dezember 1911. Ing. Rudolf Jung, Maschincukümnnjsür. Jglau 2. Ich ersuche, sich zu mit zu begeben und Ihre Lohn» auSzahlungszetiel mitzubringen. Sie erhalte» bann das Ihre zurück! Es fällt niemanden ein, Sie schädigen zu wollen. Ich habe Ihren Austritt seinerzeit zur Kenntnis genommen und Ihre Abmeldung ordnungsgemäß Veranlaßt; wenn Sie bis heute noch Abzüge für den Neichsbiind halten, fb kuitii daS nur em Irrtum in ocit Abzugslisten der Station sein. Erwin 51 o w a !. DaS Beispiel dieses Arbeiters verdient Nachahmung. Die meisten Mitglieder des NeichSdundeS (offen stch die Abzüge nur aus Furcht vor Schifaniernn-gen gefallen. Ohne dieser Furcht wären die Herren deiiffamnlionolcn Beamten in der Iglauer Pieichsbunb-Ortsgruppe schon lange unter sich allein. Andere Zeichen des Verfalles der Iglauer Reichs-bundvrlsgruppe mehren sich, die Mitglieder erhielten im Oktober und bis zum 25. November 1911 ihr Fach-blatt nicht zugrftellt und Jung ist mandatsmüde ge-worden. Er Hai die Obmannstelle ntcbergelegt. Ob er wohl eiugeseben hat. i>oß aus dem Neichsbiind nichl zu machen ist? Der frühere Obmann des Neichsbundes uni) drei weitere Stützen des Reischbundes haben vor der Monatsversammlung im Dezember 1911 die Fahnenflucht ergriffen. . Cb unter solchen Umstanden daS ATwelien der Monktsbeitiäge an der E!ationskas!e die Iglauer Orts-gruppe am Leben eihalten wird, ist fraglich. Wir Hallen, durch Veröffentlichung obiger Briefe den Nachweis erbracht, daß sich kiiebei Mißbräuche ergaben und Stations-Vorstand Langelotz hätte uni so mehr Ursache, reinen iisch zu machen, als wir auch unwidersprochen den Vorwurf erhoben haben, daß den ihm unterstellten Bediensteten, gegen deren Willen. Abzüge von ihren Bezügen gemacht wurden, die zur Bestreitung der Kosten eines Geschenkes für seine Person verwendet wurden. Inland. Graf StürgHi sucht eine große Maiorität. Die Negierung soll nach Meldungen ihrer Presse beabsichtige«, das Parlament früher einzuberufen, als zuerst beabsichtigt mar. Vorher will Gras Stürgkh den Versuch machen, die großen Parteien des Abgeordnetenhauses, also die Deutschnationalen, Lschechischnationalen, Polen, Klerikalen und Agrarier auch zu einer politischen Mehrheit zu einigen, um auf diese Weise für die Erledigung der „großen Aufgaben" der Frühjahrssession — das sind nämlich die neuen Steuern und die neuen Militärausgaben — eine feste Grundlage zu schaffen. Zu diesem Zwecke soll die Tagung der Landtage dazu be-uiitzt werden, um m den einzelnen Grönländern die zwischen den nationalen Parteien bestehenden iReibungS* flächen möglichst zu verringern Für das Budgeiprovl-jorinm und zum Niederftimmen der sozialdemokratischen Teuerungsaniräge genügte das lose Zusammengehen der Arbeiterfeinde, für die Steuererhöhungen und die er-höhlen Militärlasten braucht man schon eine fester gefügte Mehrheit — „Arbeitsmehrheit", wie die Negierungspresse mit unbewußtem Hohne sagt. * Eine ,y- 'ienbt Anklage, gegen die österreichische ÄirtfchastS- und Sozialpolitik biloen folgende Z'ner». In den Jahren t904 bis 1910 sind aus Cesterreich-Ungarn 2,850,000 Menschen ani-gemandert. Daß dies kein normaler Zustand ist >er etwa aus der natürlichen Fluktuation der Bevölkerung ber-vorgeht, beweist am besten der Umstand, daß aus dem viel volkreicheren Deutschen Reich im selben Zeitraum nur 341.000 Personen auSwanderten. Warum verlassen so viele Oesterreicher ihr „Vaterland", um sich jenseits des Ozeans eine neue Heimat zu suchen? Weil Cefter-reich ein Nabenvaterland ist, das dank feiner Negieret und Politiken den traurigen Nuhm hat, unter allen Großftaalen Europas die h ö ch ft e n Lebensrnittel* preise und die niedrig ft en Löhne zu haben und das auch bei den Ausgaben für Sozialpolitik und Volksbildung so ziemlich in letzter Reihe marschiert. Hier, und nicht bei den oft recht lächerlichen nationalen Dingen müßten alle jene den Hebel «nfetzen, die not geben, um jias Wohl ihres Volkes besorgt zu sein. Aber statt dieieS zu tun, jammern sie wohl über die Notlage des Volkes, tun aber alles, was in ihren $>räften ftrbt. um zugunsten der oberen Zehntausend diele Notlage noch zu vermehren. Und leider gibt es noch immer eine große Anzahl Menschen, die das nicht einsehen und sich mit leeren, nationale» Tchlagworten über die wirklichen Ursachen der Not der Nationen dieses Staates hinweg täuschen lassen. • Ter Parteitag der Separatisten. Die tfchechoslawische „Sozialdemokratie" hat zu Weihnachten in Prag-Smichov ihren Parteitag abgehalten. Er bot sehr wenig bemerkenswertes, die ganze Tagung verlief genau so, wie es zu erwarten war: die Kampfhähne des Separatismus nahmen den Mund ge. waltig voll, sie schimpften, logen, verleumdeten — konnten aber doch nicht verbergen, daß dem Separatismus in seiner stolzen Einsamkeit gar nicht behaglich zu Mute ist und daß die separatistische Politik auf das tschechische Proletariat die verderblichsten Wirkungen ausübt. Die Verhandlungen des Parteitages über „die internationale Solidarität des Proletariats und die tfchechoslawische Sozialdemokratie" — also über den Wichtigsten Punkt der Tagesordnung! — standen auf einem unglaublich niedrigen Niveau. Leeres Geschwätz, Bombastische Beteuerungen, dummfreche Verdrehungen von Tatsachen, wüstes Geschimpf — das war der Inhalt der Referate und der meisten Debattereden. Dr. Meißner, der bei aller Begeisterung für den Separatismus auf die Gefahren des Separatismus, auf die Durchdringung des tschechischen Proletariats mit chauvinistischen Ideen, hiuwies. stieß auf heftigen Widerspruch. Es wurde folgende Resolution beschlossen: „Der zehnte üongretz der tschechoslawischen so-zialdemotratischen Arbeiterpartei erklärt mit Berufung aus die Resolutionen, die auf der Konferenz der Parteivertretung im März 1910 beschlossen wurden, ferner aus die Erklärung der Partei auf dem Kongreß der Internationale in Kopenhagen und schließlich auf die Beschlüsse der Parteivertretung vom 29. September,1910 in Prag folgendes: 1. Indem wir auf dem Prinzip der internationalen Solidarität der Arbeiterklasse beharren, beharren wir zugleich auch aus der Forderung der Einheit der klassenbewußten Arbeiterbewegung in jener Nation, wie sie von den internationalen Kongressen betont wurde, und aus der Forderung ihrer Selbständigkeit und Eigenberechtigung. Wir sprechen die feste Ueberzeugung aus, daß die internationale Solidarität den Bestrebungen nach Unabhängigkeit der Nation nicht im Wege steht. 2. Mit Rücksicht darauf verurteilen wir den Versuch. die tschechoslawische Arbeiterpartei zu spalten, der durch die Gründung der abtrünnigen Partei (Das ist die Tschechische Sozialdemokratie. Die Red.) durchgeführt wurüe, und bedauern, daß dieser vergebliche Versuch durch die öffentliche Anerkennung in den Beschlüssen des deutschen und polnischen sozialdemokratischen Parteitages Unterstützung und Sanktion gefunden hat. 3. Der Kongreß der tschechoslawischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei billigt das bisherige Vorgehen der Partei und ihrer verantportlichen Institutionen, erklärt, daß sie trotz aller Verleumdungen und trotz aller aus sie unternommenen Angriffe aus der brüderlichen Solidarität mit der Arbeiterschaft aller Nationen fest beharrt. Sie wird alle Kräfte und alle ihre Fähigkeiten einsetzen, damit die Sozialdemokratie in der tschechischen Nation siege und so ihren Sieg auf dem weiten Kampffeld der Welti"ternationale mit vorbereiten könne. Der Separatismus wird also zum Schaden des tschechischen, des gesamten Proletariats sein Zerstörungswerk mit gesteigerter Wut fortsetzen. * Ein deutschnationales Urteil über die Separatisten. Die deutschnationalen Reichsbündler freuen sich jetzt wie kleine Schuljungen, daß es in der sozialdemo-kratischen Eisenbahnerorganisation unter den Tschechen endlich Separatisten gibt. Daraus haben sie schon lange gewartet, um ihre Theorie von der gewerkschaftlichen Organisation auf nationaler Grundlage bestätigt zu finden. Und der „Deutsche Eisenbahner" verkündet jetzt sogar, daß eigentlich sie, die Nationalen, die richtigen Internationalen sind. Jawohl, es ist so. Denn, so meint der „Deutsche Eisenbahner", sie, die Nationalen, haben ihre Koalition, in der Deutschnationale u n d-Tschechisch-nationale brüderlich geeint sind. Man könnte nun freilich, um diese „Brüderlichkeit" nachzuweisen, die Rede hervorsuchen, in der der Abgeordnete Heine im Staats, aiigestelltenausschuß mit Bezug auf die Tschechen von „Post- und B a h n w e n z e l n" sprach, so daß aus Grund dieser „Entgleisung" nicht Mel fehlte, und Herr B urival hätte seinen konnationalen Brüdern die Freundschaft gekündigt. Daß die Deutschnationalen die Tschechen gerade dort loben, wo sie daran sind, die Or-zu zersplittern und damit die Stoßkraft der :rt schwächen, begreift man übrigens schon. Hier baS gemeinsame Ziel, das die beiden feind- li n’ = ^ .er °int, und das darin besteht, dem Chauvi-f “nt.e.r der Arbeiterschaft zum Gaudium der Un-"^Ctie ili ebnen. Wenn die tschechischen n“d) nichts zur Besinnung gebracht hat, die Schmach, von den Nationalen gelobt zu werden, ^eigt deutlich genug, wohin der Weg führt, den sie in ihrer Verblendung emg-schlagen haben._______________________ Ausland. Eiseirbahnrrstreik in Argentinien. Wir haben über die Bewegung unter den argentinischen Eisenbahnern bereit, berichtet. Nun ist es — wie aus V u e ii o § Aires berichtet wird, - doch zu einem Streik gekommen. Die Streikenden verlangen vo» allem einen wöchentlichen Ruhetag, gewisse Ruhepausen im Lause des Tages die einen weiteren halben Tag ans-machen, Lohnerhöhungen. die je nach dem Rang zwischen 40 und 60 Prozent schwanken, und schließlich die Festsetzung einet Homuzahl der täglich zurückzulegenden Meilen. Es sind so gut wie alle Leute ausständig, jedoch wird ein vorläufiger Personenverkehr mit Hilfe von Bureaubeamten und anderen Angestellten aufrecht er-halten, die im Hinblick auf den Ausstand im Fahrdienst mißgebildet worden sind. Der Ministerrat befaßte sich gestern mit der Lage, die dadurch dah die ersten in dieser Woche zur Verfrachtung bestimmten Wagenladungen der Weizenernte nidil von der Eisenbahn befördert werden können, ernst geworden ist Ein Telearanuu meldet noch: Unter dem Vorsitz des Präsidenten Saen-Pena wurde ein Ministerrat abgehalten, der sich mit dem Eisenbahnerstreik beschäftigte. Es wurde beschlossen, die Eisenbahngesellschaften zeitweilig von den laufenden Verpflichtungen zu entbinden und sie zu ermächtigen, Ersatzmannschaften einzustellen, selbst wenn diese nicht den sonst gestellten Bedingungen entsprachen. Die städtische Garnison wird verstärkt. Die Bahngesellschaften bewilligten den Ausständigen eine Frist von drei Tagen zur Wiederaufnahme der Arbeit. Die Angestellten, die die Arbeit nicht wieder aufnehmen, werden nach Ablauf dieser Frist entlassen. » Ungesunde Slimptome in der bulgarischen Eisenbahner-bewegung. Don Janco I o a n o f f (Sofia). Wir berichteten bereits über die Unstimmigkeiten zwischen den Eisenbahnern in Bulgarien. Ganz besonders wendet sich der Unmut der Eisenbahner des Verbandes der Transportarbeiter gegen eine Demonstration, die vom „Verband der Eisenbahner Bulgariens" am 16. November vor dein Parlament unternommen wurde, um die Regierung zu zwingen, die eingereichte Lohnskala anzunebmen. Diese Demonstration soll sehr unüberlegt gewesen sein, denn der „Verband" hatte weder an seine eigene Angriffs- und Widerstandskraft noch an die des Gegners gedacht. An der Demonstration beteiligten sich von rund 1200 in Sofia beschäftigten Eisenbahnern kaum 350, welche von Studenten und arbeits-losen Personen begleitet, einen Zug von kaum 100 Personen bildeten. Bei der Rückkunft waren noch 250 Personen im Zuge. Die Leitung der Eisenbahner des Verbandes der Transportarbeiter Bulgariens teilt nun mit, daß weder die Demonstration noch die Forderungen die Zustimmung der Masse der Eisenbahner hatten, weil sie schlecht begonnen und schlecht formuliert waren. Berücksichtigt hatte man einzig und allein die Interessen der hohen Beamten, der Betriebschefs und ihrer Assistenten der Ostbahn: darum hat sich auch die Majorität der Eisen-bahner nicht beteiligt und die „Demonstration" scheiterte. Der Minister hat die Demonstration mit einer Geldstrafe in der Höhe eines Taglohnes belegt. Darauf sind die Vertreter des „Verbandes der Eisenbahner Bulgariens", anstatt zu protestieren, zum Minister gegangen, um Gnade und Verzeihung zu erstehen. Der bürgerliche Minister hat dann folgendes Rundschreiben an die Chefs der Eisenbalmwerkstätten erlassen: „Nr. 106.103, 19 Dezember 1911. An Anbetracht der Tatsache, daß die Schuldigen, die am 16. November an der Demonstration tcilgenommcn haben, ihr Vergehen eingesehen und durch ihre Vertreter um Verzeihung gebeten haben, habe ich angeordnet, daß die Geldstrafe m einen Verweis uniznändern ist. Minister Franguia." Diese Erniedrigung ist skandalös. Sie beweist uns von neuem, daß unsere verirrten Brüder, die sich in den Kampf stürzen, ohne an ihre eigenen Kräfte und an die Stimmung unter den Arbeitern zu henken, unverzeihliche Handlungen begehen. Wir protestieren lebhaft gegen dies unbedachte, unvorbereitete und verfrühte Vorgehen, von dem nur unsere Gegner profitieren und das uns den Mut raubt, um unseren Kameraden immer und immer wieder beizubringen, daß wir erst eine mächtige Organisation haben müssen, ehe wir ernste Kämpfe gegen den Staat unternehmen können. In dem Klassenkampf hat derjenige, der die Macht bat. auch das Recht. Wir müssen erst stark werden, »in unsere Rechte zu erlangen. Dies sind die leitenden Ideen des Verbandes der Transportarbeiter Bulgariens. S Das Verhandlungsreglement der Eisenbahner in Dänemark. von Thristphersen (Kopenhagen). Unsere Organisation entwickelt sich ganz gut. Im letzten Jahre war eine Mitgliederzunahme von 300 zu verzeichnen. Mit den Resultaten geht es nicht so wie .gewünscht. Seit Juli 1910 haben wir ein Ministerium, welches der gemäßigten Richtung angehört, auch hat unsere Staatskasse kein Geld. Wir haben durch die Lohnregulierung. die 1908 und 1909 stattfand, solch gute Resultate erreicht, daß wir in den ersten Jahren danach uoch nicht viel mehr erwarten konnten. Aber eine andere Sache verdient unsere Aufmerksamkeit um so mehr: das Verhandlungsreglement. Dieses Reglement ist nun seit anderthalb Jahren als ein allgemeiner,dienst, licher Befehl einregistriert, ober noch ist es unserem ge-mäßigten Minister nicht gelungen, die Generaldircktion zur Anerkennung dieses Befehls zu zwingen. Im Post-, Zoll- und Telegraphenamt wird das Reglement respektiert, die Generaldirektion der dänischen Staatseisenbahnen leistet so viel Widerstand wie nur möglich. Zunächst ließ sie durch den Minister erklären, daß unsere Organisation das Reglement nicht erfüllen könnte, weil wir nicht die Werkstättenarbeiter (diese gehören dem Ar-beitsmännerverband an) anfnehmen, aber als wir dies bann in Ordnung gebracht hatten, da schwieg man ganz. Unsere Eingaben werden meistens erst nach einer langen Zeit beantwortet und mündliche Verhandlungen haben wir überhaupt noch nicht gehabt. Konferenzen haben wir genug, aber wirkliche Verhandlungen, wie im Reglement ausdrücklich beftimnit ist, keine. Durch einen Abgeordneten ist nun der Minister im Parlament angegriffen worden, weil er dieser wunderbaren Situation kein Ende macht, so daß wir wohl die Erwartung hegen dürfen, daß es dem Minister endlich gelingt, der Generaldirektion den nötigen Respekt für seinen Befehl beizubringen. * Die Neichstngswahlkn in Deutschland brachten einen gewaltigen Sieg der Sozialdemokraten, die über vier Millionen Stimmen aufbrachten. Die W a h l r e s n l t a t e von der Hauptwahl sind folgende: Definitiv gewählt 208 Abgeordnete, und zwar 27 Konservative, 5 der Reichspartei, 2 der Wirtschaftlichen Vereinigung. 79 vom Zentrum, 15 Polen, 4 National-liberale, 1 Bund der Landwirte, 6 4 Sozialdemokraten. 7 elsüssisch-lothringisches Zentrum, 1 unabhängiger Lothringer, 1 Däne, 1 Vertreter deS Bauern-Hundes, 1 Wilder. An den 189 Stichwahlen sind beteiligt: 42 Konservative. 17 Reichspartei, 3 Deutsche Nesvrmvartei. 13 Wirtschaftliche Vercunauna. 29 Reu- trum, 10 Polen, 04 Nationalliberale, 4 Bund der Landwirte. 33 oder 54 Fortschrittliche Voltspartei, 120 oder 121 Sozialdemokraten, 2 bayrische Liberale, 2 elsässisch-lothringisches Zentrum, 2 unabhängige Lothringer, 6 Welsen, 3 Baiiernbuud und 5 Wilde. Bei den ersten allgemeinen Reichstagswahlen in Deutschland im Jahre 1871 wurden für die Sozialdemokratie 1 2 4.000 Stimmen abgegeben. Am 12. d, M. waren es 4,225.000 rote Stimmzettel! Ein in der Geschichte beispielloser Ausstieg einer Partei der Besitzlosen und Unterdrückten! Unaufhaltsam steigt die Flut, die die Fundmente der kapitalistischen Ausbeutungsordnung unterwäscht. In Groß-Berlin allein find 308.800 sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden. Daß trotzdem bloß fünf Mandate dafür geerntet wurden, zeigt die Ungleichheit und Ungerechtigkeit der alten Wahlkreisein-teilung. In Sachsen allein wurde über eine halbe Million roter Stimmzettel in die Urne geworfen. genau: 514.964! Mehr als ein Drittel aller Wähler D e u t s ch l a n d s h a t s i ch s i! r d i e S o z i a 1 d e ni o-kratie erklärt! Die Industrialisierung schreitet unaufhaltsam fort und mit ihr die Organisierung des Proletariats. Noch einige Wahlen und aus dein roten Drittel wird die Hälfte und die rote Mehrheit des deutschen Volkes werdenI Aus dem Gerichtssaal. Unfall infolge Versagens brr Bremse. Am 20. August 1911 gegen 9 Uhr abends ließ auf dem Wiener Staatsbahnhof der Verschnbleiter 611 atz zwei Waggons, aus deren erstcrcn der Bremser Matthias (Torenico fiand, auf den vor kurzem aus Hamburg eingelanglen Personenzrig alnollrn. Die Wagen fuhren mit einiger Heftigkeit aus den Schlußwagcn, den Post» ainbulanzwagen, dcS Zuges aus, wodurch zwei in diesem manipulierende Postbeamte zu Boden geworfen und verletzt wurden. Der wegen dieses Vorfalls beim Bezirksgericht Favoriten wegen Uebertrelung de? § 432 St.-G. angeklagle Bremser Matthias Coreniea gab, verteidigt von Dr. Gustav Harpner, an, es habe die Bremse seines Wagens, eines ungarischen (M. 91. V.-Magens. obwohl er sie vorher ausprobiert hatte, plötzlich versagt. Der Lberverschieber Glatz gab an, daß er Corenica vor dem Abrollen beauftragt habe, die Bremse zu untersuchen, und daß letzterer ihm von dem tadellosen Funktionieren der Bremse ausdrücklich Mitteilung gemacht habe. lieber Befragen des Verteidigers gab der Lberverschieber an, dah ein Besagen der Bremse bei de» ungarischen Wagen häufiger verkomme als bei anderen. Der Richter sprach sohin den Angeklagten, folgend den Ausführungen deS Verteidigers, der auf die Unwiderlegbarkcit der Aussage Corenicas hinwies, von der erhobenen Anklage frei. Streiflichter. Die fRtebnucr am Semmering. Die Welt der Tapp» schabet und anderer Funktionäre pfleg! in diesen Tagen wieder einmal eingehend darüber Beratung, wie man dein Fortschritt und der wissenschaftlichen Erkenntnis ganz gründlich die Wege verrammeln könnte. Und bas kam nämlich so: Ein humaner Menschenfreund. Dr. Kuppel wieser, will einen Teil seines Vermögens dazu verwenden, daß am Semmering ein Heim für tuberkulöse Kinder errichtet werden soll. Soziale Einsicht und Menschengüte will in der gesunden Höhenluft des Semmering, wo sonst nur die Reichen sich von ihren Strapazen erholen, eine Stätte für arme Kinder schaffen, die in der Stadt, fern von Luft und Licht und ohne genügend Nahrung, den Tobeskeim ausgenommen haben und bei denen eine Gesundung nicht ausgeschlossen ist, wenn man ihnen dazu Gelegenheit gibt. Armen Proletarierkindern soll das Leben und die sonnige Freude an der Genesung mieder-gegeben und der menschlichen Gesellschaft der Nationalwert an Arbeitskraft erhalten werden. Aber am Semmering tobt dagegen eine Revolte. Die »Semincringinteressentcn" — wie das schöne Wort für die dort heimischen ledernen Krämerseelen heißt — haben entdeckt, baß die Errichtung eines TnberkulösenheimS dem Fremdenzuzug Abbruch tun und somit den Profit ber ehrenwerten Händler gejährden könnte. Zwar ist die Befürchtung ganz grundlos, denn die Wissenschaft ist darüber längst einig, daß die Unterbringung Tuberkulöser in einer geschlossenen Heilstätte nicht die geringste Gefahr für die Umgebung bildet, zumindest aber nicht größer ist. alS bie gemeine Gefahr des tätlichen Leben, wo wir ja auch unausgesetzt von Bakterien aller Art umgeben sind, äber die »Semmeringinleressenten schreien, als ob sie alle am Spieß steckten. Am Sonntag waren sie wieder .zum Protest versammelt", und die bürgerliche Presse, die, anstatt den Riedauern am Semmering ordentlich die Leviten zu lesen, diese Antr-nienschlichkeitsbewegung wacker unterstützt, erzählt, „daß der ganze Semmering auf i st",. Man könnte sich schließ, lich solchen von keinem Humanitätssinn getrübten Idiotismus von den diversen bürgermeisterlichen Blunzenhubern und Restaurateuren noch gefallen lassen. Aber daß sich dieser .Protestbewegung", von der man nicht recht weiß, ob sie mehr dumm als inhuman ist, auch, wie man ans den Blättern erfährt, der Vertreter der Südbahn ange» schlossen hat, das hätte man kaum erwartet. Wir muten der Südbahn gewiß nicht zu, daß sie ihr kapitalistisches Interesse hinter das allgemein menschliche Empfinden zurückstellen soll. Denn schließlich ist auch die Südbahn nicht auf Humanität, sondern auf Dividenden berechnet. Aber in der ©üb« bahnverwciltung sitzen schließlich Männer bon Bildung und mit wissenschaftlicher Erkenntnis. Das ist es. Sie hätte nicht unter die Riedauer gehen müssen, und hätte die diversen Blunzenhnber schon unter sich lassen können. Versuchte Maßregelungen vvn Bediensteten der Lokalbahn Innsbruck-Hall. Im Juli 1911 haben die Innsbrucker Lokalbahnbediensteten die erste Lohnbewegung geführt, die mit einem Erfolg abschnitt, und seit dieser Zeit ist eine übertriebene Gereiztheit der Leitung dieser Bahn gegenüber dem Personal wahrzunehmen. AIS vier Vertrauensmänner deö Personals, durch den Beschluß einer Versammlung der Bediensteten hiezu beauftragt, eine Eingabe an die Betriebsleitung um Einrechnung der Mittags- und Abendpaufe in die Dienstftundon, um Besetzung der Weichen durch Weichenwächter. um Verminderung zu lange ausgedehnter Dienstzeit in einem Tag sowie um die Abkürzung des sechsstündigen ununterbrochenen Dienstes auf der Linie I und um Beleilung sämtlicher Kondukteure mit ben Signal Mitteln machfen, i r» hielte» sie am 1. Lanner 1U12 miucu eurac schriebe««^ Briefes b t e Kündigung. Es handelte sich hiebei um den Zugsführer F r ü h w i r t h, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist und der seit dem Jahre 1891 im Dienste dieser Bahn steht, ferner um den Zugsführcr Beyer, der ebenfalls verheiratet und Vater von vier Kindern ist und der bei dieser Bahn seit dem Jahre 1894 dient und gewählter Vertrauensmann im Pensionsinstitut ist, dann um die beiden Kondukteure S e y e r l und K i n d l m a n n, die beide feit dem Jahre 1905 im Dienste dieser Bahn stehen, beide sind verheiratet. Ersterer ist gewählter, letzterer ernannter Delegierter für ^die berufsgenossenschaftliche Unfallversichcrungsanstalt. Die Frau des Genossen K i n d l m a n n lag im Sterben als ihrem Mann von der Betriebsleitung der Dienst aufgekündigj wurde. Sie starb wenige Tage nach der Kündigung. Genosse Kindlmann ist Vater von zwei Kindern. , Man hatte also weder auf die Vertrauensstellung noch auf die Familien der vier Bediensteten Rücksicht genommen, als man gegen diese mit der Kündigung lediglich aus dem Grunde vorging, weil sie namens ihrer Kollegen ein Gesuch um Abstellung von liebelständen und um Erfüllung einiger Wünsche gefertigt hatten. Im Auftrag der Organisation intervenierten Abgeordneter Genosse 816 ra m, der Obmann unserer Innsbrucker Ortsgruppe Genosse Scheibein und Gewerkschaftssekretär Genosse Flöckinger beim Verwaltungsrat dieser Bahn wegen Zurückziehung dieser Maßregelungen, wobei es sich im Verlauf der Verhandlungen herausstellte, daß der Verwal-tungSrat vom Betriebsleiter Inspektor Twrdh und vom Oberrevidenten Bloch in dieser Angelegenheit falsch informiert worden war. Der Verwaltungsrat hielt am Tage vor jenem eine stürmische Sitzung ab, für welchen eine Versammlung der Lokalbahnbediensteten einberufen worden war. Zn dieser Verwaltungsratssitzung gewann der einsichtsvoÜere Teil der VerwaltungSräte die Ueberhand und man nahm schließlich die Kündigungen zurück. Eine so massenhaft besuchte Versammlung der Lokal-bahncr hat Innsbruck noch nicht gesehen, wie jene, die Mittwoch den 10. Jänner 1912, 11 Uhr nachts, beim „Bierstindl" abgehalten wurde, und in welcher dem Lokalbahnpersonal über den Verlauf der Verhandlungen mit dem Verwaltungsrat berichtet werden sollte. Selbst während der Lohnbewegung im Juli 1911 konnte ein so vollzähliger Besuch nicht konstatiert werden. Trotzdem die Empörung über die Maßregelung von vier Kollegen auf allen Gesichtern zu lesen war, verlief die Versammlung in Ruhe und sehr würdevoll. Der Verwaltungsrat, der den Vorschlägen der Betriebsleitung folgte und ohne Rücksicht aus Alter und Familie vier Angestellte brotlos machte, hatte der Versammlung anwohnen sollen, um zu hören, wie über sein Vorgehen geurteilt wurde. Genosse Scheibein referierte sachlich über die ganze Angelegenheit, und besprach die sofort von der Organisation cingeleiteten Schritte, die zur Zurücknahme der Entlassenen führte. Er verlas sodann das Schriftstück, in welchem der Verwaltungsrat in der am v. Jänner 1912 abgehaltenen Sitzung die Kündigung, beziehungsweise Entlassung annullierte. Genosse Scheibein verwies auf die Härte der erfolgten Maßregelung, die nur eine teilweise Erklärung durch die Haltung der Betriebsleitung finde, da durch die Herren Ober-rebident Bloch und Inspektor Twrdh der Verwaltungsrat ungenügend und unrichtig über den Inhalt der geäußerten Wünsche eines Teiles des Personals informiert wurde. Genosse Scheibein äußerte seine Genugtuung darüber, daß der Ver-waltungsrat durch die erfolgten Interventionen den Ernst der Situation richtig erfaßte und daß in einer stattgefundenen Sitzung des Vcrwaltungsrates die bessere Einsicht obsiegte. Schließlich äußerte er den Wunsch, daß die Betriebsleitung gegenüber dein Personal in Zukunft loyaler Vorgehen möge, daß sie das heute bestehende drakonische Strafsystem bedeutend mildern und bas notwendige Einvernehmen zwischen Betriebsleitung und Personal Herstellen möge, damit die Disziplin keinen Schaden durch die Schuld der Vorgesetzten selbst erfährt. 8ln der Debatte beteiligten sich mehrere Bedienstete sowie GewcrrschaftSsekretär Flöckinger, der in warmen Worten die Wiederaufgenommencn beglückwünschte und zum strammen Festhalten an der Organisation aufforderte. Zum Schluß wurden sehr viele Beschwerden vorgebracht, die der Organisationsleitung zur weiteren Behandlung überwiesen Wurden. Damit fand die denkwürdige Versammlung, die von der Leistungsfähigkeit der Organisation ein glänzendes Zeugnis ablegte, ihr Ende, nicht ohne daß gebührenderweise dem Genoffen Scheibein und den übrigen in den Konflikt cinschrei-lenden Genossen der Dank der Versammlung ausgedrückt wurde. Da? Vorgehen der Betriebsleitung der Lokalbahn Innsbruck-Hall war nur geeignet, auch den indifferentesten Bediensteten von der Notwendigkeit einer einheitlichen, alle ^.Kategorien umfassenden Organisation zu überzeugen. Es hätte noch vieler Agitationsarbeit bedurft, diese Aufklärungsarbeit zu verrichten, die die Betriebsleitung besorgte.' Vom Arbeiterausschus) der SüdVahn. Mittwoch den 17. d. M. wurden die in Wien domizilierenden Arbeiter-ausschußmitglieder zur Generaldirektion berufen. In Anwesenheit des Herrn Direktors Fall und des Herrn Generaldirektors wurde ihnen eröffnet, daß am Dienstag den 0. Februar l. I. alle Arbeiterausschußmitglieder zu einer Sitzung nach Wien (im Saale der Handels- und Gewerbe-lammcr) einberufen werden. Zur Verhandlung gelangen voraussichtlich Lohnfragen (Grundlöhne, Lohntabellen und Bestimmungen :c.), Lebens-mittelmagazinangelegenheiten, Lohnbehandlung während der Abwesenheit infolge Waffenübung, Stabilisierungen, Fahr-Begünstigungen. Die Tagesordnung ist jedoch noch nicht endgültig festgesetzt. Zur Vorbesprechung wird den Arbeiterausschutzmit-gliedern ein Tag vor der Sitzung (der Vortag) eingeräumt. Ferner wurde den SlrbeiterauSschußmitgliedern mit-gcteilt«.daß in der Zirkulariensammlung A am Samstag den 20. d .M. die prinzipiellen Grundsätze enthalten sein werden, nach welchen die Südbahn in der Lohnrcgulierung nach der bei den k. k. Staatsbahnen durchgeführten folgen wird. Nachdem die Arbeiten bezüglich der Lohnregulierung bei den k. k. Staatsbahnen Big zum Tage dieser Sitzung von den Staatsbahnen voraussichtlich fertig sein werden, ist zu erwarten, daß dem Arbeiterausschuß in dieser Sitzung auch die näheren Details, wie die Südbahn die Lohnregulierung durchführen wird, zur Beratung gestellt werden. Zustände auf den Friedländer Bezirksbahnen. ES wird uns aus Eisenbahnerkreisen geschrieben: Schon sehr oft sind die Zustände auf dieser Bahn in der Oesfcutlichkei! in Bezug «mf die Verkehrssicherheit und auch bezüglich der Behandlung /des Personals durch die Verwaltung besprochen worden. Seit nun der Direktor Freund allein am Ruder ist, haben diese skandalösen Zustände eine Höhe erreicht, wie noch nie zuvor. Er 'st eifrig bemüht, preußische Zustände einzuführen, aber nicht vielleicht in der Bezahlung des Personals oder in der Ordnung im Verkehr, sondern nur in der Behandlung des Per,onalS. Wenn ein Angestellter nur das geringste versieht und vielleicht gegen einen unsinnigen Befehl des Herrn Direktor Freund, dessen großartigen Fachkenntnisse im Eisenbahnwesen schon zu wiederholtenmalen in der Presse geschildert werden mußten, Einspruch erhebt, fliegt er sowrt hmaus, unbekümmert darum, ob er pensionsberechtigt ist oder nicht. Diesem ledigen Herrn muß es wirklich ein besonderes Vergnügen bereiten, die Existenz von Familien zu vernichten. Davon zwei Beispiele: Ein Weichenwüchter wurde vom Direktor aufgefordert, da gerade kein Zug kam, beim Heizhaus Schlacke auszuladen. Das Heizhaus liegt außerbalb der Station in Friedland. Der Wächter erhob Einspruch dagegen. Sofort flog er hinaus. Dabei hat dieser Mann über zehn Jahre in den Pensionsfonds eingezahlt, ist sohin pensionsfähig und hat auch im Bahndienst einen Bruch sich zugezogen. Er bekam die eingezahlten Gelder heraus und konnte gehen. — Der Stationsvorstand von Weißbach hatte achtzehn anrechenbare Pensionsjahre. Er war gerade zum Mittagessen (er besitzt Naturalwohnung im Stationsgebäude), als der Direktor mit einem Herrn von Berlin die Kanzlei betrat. Der Vorstand wurde wegen des ungeheuren Verbrechens, daß er sich unterfangen hatte, zu speisen, wenn so hoher Besuch kommt, zur Rede gestellt. Es entspann sich ein Wortwechsel und der Stations-Vorstand wurde ohne Pension entlassen. Diese russische Maßregel trifft diesen um so härter, weil Genannter eine zahlreiche Familie besitzt, die sich ihrer Existenz beraubt sieht. Mancher dürfte vielleicht glauben, daß der Herr Direktor ein zu peinliches Ordnungsgefühl hat. Mit der Ordnung sieht es aber auf den Friedländer Bezirksbahnen sehr windig aus. ©o_ stehen zum Beispiel in den Wartesälen ganz hübsche Oefen. Slber wenn jemand glaubt, daß auch geheizt wird, der täuscht sich gewaltig. Der darf nur einmal eine Reise auf den Friedländer Bezirksbahnen unternehmen, wenn eS kalt ist und er wird ganz sicher mit erfrorenen Knochen nach Hause kommen. Oder der Direktor Freund glaubt wahrscheinlich, daß es doch noch'besser ist, als loenn die Leute gar im Freien auf den Zug warten müßten. Auch die ZugSverspätungeu sind ein chronisches Leiden auf den Friedländer Bezirksbahnen. Zu diesen Zuständen kommt noch die Sparwut der Verwaltung. So ist-zum Beispiel auf Stationen, wo früher vier Mann waren, nur noch ein Mann beschäftigt und der soll die gleiche Arbeit auch fertig bringen. Daß bei einer solchen eingerissencn Sparwut direkt mit Menschenleben gespielt wird, ist klar. Wir künnen dem Herrn Direktor nur den einen guten Rat geben, diese Sachen nicht auf die Spitze zu treiben, sonst könnten sehr leicht einmal Ereignisse eintreten, die er in seinem engen Gesichtskreise nicht borausgesehen hat. Zur Lage der Kontrollwächter der Südbahn. Bei der Südbahn gibt es Wächter, die Kontrollwächter heißen, Kontrolle dienst versehen und die als Kontrollwächter bei eventuellen Unfällen und Unterlassungen zur Verantwortung gezogen werden, jedoch nicht die Bonifikation dieser Kategorie genießen, wiewohl ihr Dienst ein verantwortungsvoller ist. In den meisten Stationen sind 15 bis 20 und noch mehr Weichen mit Sperrverriegelung eingerichtet, da erheischt es für den Kontrollwächter große Anforderungen und Aufmerksamkeit, so daß gewiß die Forderung derselben eine gerechte und bescheidene ist, wenn sie die Gleichstellung gegenüber ihren Kollegen, den Wächterkontrolloren der k. k. Sta.'stsbahn, verlangen, und zwar die Einreihung in das Schema B der Diener. Bei der k. k. Staatsbahn sind die Kontrollwächter und Blocksignaldiener im Schema B und werden gleich behandelt. Die Kontrollwächter der Südbahn haben schon im vergangenen Jahr die Vertreter der Personalkommissionsmitglieder auf der Wächterkonferenz in Marburg ersucht, sie möchten bei der Personalkommissionssitzung darauf hinwirken, daß die Südbahnverwaltung diesen Bediensteten das gibt, was ihnen schon lange gebührt. Von seiten unserer Vertreter, der Personalkommissionsmitglieder, wurde diesbezüglich interveniert. Die Direktionssitzung lehnte aber die Schaffung der Kategorie der Kontrollwächter mit dem Hinweis auf die fortschreitende Ausgestaltung der Sicherungsanlagen ab. Es ist dies aber kein stichhältiger Grund. Wenn auch die Sicherungsanlagen mit der Zeit ausgebaut werden, so kann man doch diese Kategorie später als Vlocksignaldiener verwenden; oder will man diese Kategorie so lange schädigen oder dafür strafen, daß sie zu diesem Dienst herangezogen wird? Es heißt doch in den Vorschriften, daß zu dem Kontroll-wächterdieust nur besonders verläßliche Bedienstete herangezogen werden dürfen. Und diese verlangen ihr Recht und werden nach diesem so lange rufen, bis ihnen Gerechtigkeit zuteil wird, und zwar durch die Schaffung der Kategorie der • Kontrollwächter und durch ihre Einreihung in das Schema unter die Gruppe B der Diener. Es soll dies auch ein Appell an alle fernstehenden und indifferenten Kollegen sein, zum Beitritt in die Organisation, um so zu erreichen, was den Kontrollwächtern schon lange gebührt. a Habt acht! — Rechts richt' euch! Ein Nordbahner schreibt uns: „Unter diesem Titel erschien in Nummer 2 des »Eisenbahner« ein Angriff auf Dr. D. als den Vorsitzenden einer Disziplinarkommissionssitzung. lieber die Berechtigung oder Nichtberechtigung dieses Angriffes will ich nicht sprechen, schon, weil ich nicht dabei war. Slber diesem Angriff ist eine Geschichte angehängt, die irgendeine Sache handelt, die nach den Lln-deutungen der Notiz in Zell am See ihren Anfang genommen und in Wien ihre Fortsetzung gefunden haben soll. Ich teile Ihnen nun mit, daß Dr. D. seit 10 Jahren nicht in Zell am See war und keinen Anlaß hat, »so Tag für Tag über die Affäre von Zell am See und ihre katastrophalen Wiener Konseauenzen nachzugrübeln«. Entweder wurde die Redaktion böswillig hinters Licht geführt oder es liegt eine Verwechslung vor, die gewiß die Redaktion am meisten bedauern wird. Ich teile Ihnen dies mit, damit Sie im eigenen Wirkungskreis gutmachen können, was hier Böswilligkeit oder die Tücke des Zufalls angerichtet Tiaben." — Wir danken dem Einsender, dessen Name und Adresse uns bekannt ist, für seine Aufklärung und stellen gerne fest, daß hier eine bedauerliche Verwechslung vorliegt, die nur durch eine unglückliche Verkettung von Umständen möglich war und nur durch solche in die Oeffentlichkeit kommen konnte. Korrespondenzen. Bielitz. Seitdem ein großer Teil der Eisenbahner zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß die Vertretung ihrer Interessen nur durch eine starke Organisation möglich ist, ist es auch in Bezug auf Behandlung des Personals von seiten der Vor-, gesetzten besser geworden. Leider gibt es noch immer Gruppen von Bediensteten, denen die Ueberzeugung nur sehr schwer beizubringen ist, was inbef andere auf die Lokomotivheizer und Kohlenlader zutrifft. Die zwei Kategorien, die sozusagen die Lasttiere der Eisenbahn sind, werden auch infolge ihrer Indifferenz als solche von seiten ihrer Vorgesetzten behandelt. Nehmen wir zum Beispiel einen Lokomotivheizer. Für 2 bis 3 Kr. Taglohn muß er sich oft fünf, ja sogar zehn Jahre plagen, uni definitiv angestellt zu werden. Melde! sich einer der durch Ueberanstrengung ausgemergelten Sklaven marod, so gibt es noch immer Mittel, um demselben die Lust zum Dienstmachen beizubringen. In dieser Beziehung scheint der ehemalige Heiz-hausexpositurleiter in Bielitz und jetzige Vorstandstellvertreter in Dzieditz, Oberkommiffär Mayer, nicht in Verlegenheil zu kommen. Als sich vorigen Winter einige Heizer infolge Ueberanstrengung marod melden mußten, gab er ein Zirkular heraus, in dem er den sich marod meldenden Heizern, soweit sie definitiv sind, mit Abziehen vom Fahrdienst, den im Taglohn Stehenden mit Entlassung drohte. Ganz besonders schlecht scheint er auf die definitiven Heizer zu sprechen zu sein, denn er erklärte deshalb: „Keine Heizer zur Stabilisierung vorzuschlagen, urn_ denselben keine Gelegenheit zum Simulieren zu geben." Er ist ein Mann von Wort und hält sein Versprechen, Ueberall werden Heizer stabilisiert, nur nicht in Bielitz. AlI provisorischer Heizhgusleiter in Dzieditz an Stelle des ver-storbenenen Inspektors Meißner wollte er das Staatsbahn-, defizit dadurch aus der Welt schaffen, indem er den Pumpenwärtern die Ersparnisprämien streitig machte. So mutzte zum Beispiel der Pumpenwärter Richter einen wahren Kampf um die paar Kronen führen, um zu seinem Geld zu kommen. Der Pumpenwärter Ticha versieht mit dem Pumpenwärter Boretta und anderen im Heizhaus in Bielitz Dienst. Ticha pumpt zwei Drittel, die anderen zusammen ein Drittel des nötigen Wassers, trotzdem erhielt Ticha 68 H., Boretta aber 10 H. an Prämien ausgezahlt. Wo ist da die Logik? Arbeitet Ticha vielleicht unökonomischer als Boretta? Dem Ticha handelt es sich nicht um die paar Kronen allein, sondern um die Gerechtig-feit. Ticha schickte die 68 H. an den Rechnungsführer mit dem Bemerken retour, er möge sich das Geld für die gute Berechnung behalten. Dafür wurde Ticha wegen angeblicher Beamtenbeleidigung im eigenen Wirkungskreis mit 3 Kr. bestraft. Herr Mayer, wenn Sie wirklich bestrebt sind, zur Verminderung der Ausgaben der Staatsbahnen beizutragen, so tun Sie nur Ihre Pflicht. Aus moralischen Gründen dürfen Sie dies aber nicht auf Kosten des Personals tun. Wenn Sie sich wirklich als „Oesterreicher" fühlen, dann gehen Sie in sich und sehen Sie die während Ihrer Tätigkeit als Heizhausleiter in Dzieditz vorgelegten Reisepartikulare durch, vielleicht ließen sich dort manche Kronen, die Sie auf Gpund vorgeschützter Reisen eingesetzt haben, streichen. Gute Veerung, Herr Mayer! Oderfurt. (N o r d b a h n w e r k st ä t t e.) Ein Komitee versendet Einladungen und Ehenkarten für einen demnächst stattfindenden „Werkstättenball". Um der Sache eine günstige Aufnahme zu sichern, gibt das Komitee bekannt, daß der eventuelle Reingewinn zu wohltätigen Zwecken verwen-d^e t w e r d c it soll. Da wir die Veranstalter sowie deren Tätigkeit noch von den früheren „Werkstättenbällen" genau kennen, so gebietet uns die Pflicht, die Genossen und die Kollegen von dem Besuch dieses Balles abzuraten. Selbstredend hat weder die Organisation noch die Arbeiterschaft mit den Veranstaltern irgendwelche Beziehungen. ot ’!!' (Bedenkliche Unfallserhebungen.) Am 27. November 1911 wurde der Stationsarbeiter Leon — oluszezuk tn der Station Ezudin von einem Kon* teur beim Verschieben auf die Bremse einer auf das Maga-zinsgeleise rollenden Wagengruppe gejagt. Kurz nach dem Rollen der ersten Wagengruppe wurde eine zweite auf das-selbe Magazinsgeleise ohne Bremser rollen gelassen, welche die erste mit einem starken Anprall einholte, ob dies absichtlich oder aus Nachlässigkeit geschehen ist, wird erst die kommissionelle Erhebung der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt ergeben. Der Slationsarbeiter Woloszczuk wurde vom Rollen der zweiten ' Wagengruppe nicht verständigt, und so kam es, daß durch den starken Anprall Woloszczuk mit dem Kopf an die Kanten der Bremse geschleudert wurde und bewußtlos von der Bremse zu Boden gefallen ist. Der Stationsarbeiter Woloszczuk war insgesamt acht Monate bei _ der Bahn beschäftigt, als Stationsarbeiter seit ungefähr •i Monaten. Cr ist verheiratet, hat ein Kind und wurde mit dem Schundlohn von Kr. 1'ßO täglich entlohnt. Die rechte Seite des Kopfes ist gänzlich empfindungslos, das Bein oberhalb des rechten Auges verletzt, die Stirn und der Brustkorb schmerzen ihn. Es muß im allgemeinen als eine grobe Pflichtverletzung der Aufsichtsorgane der k. k. Betriebsleitung bezeichnet werden, wenn man ungeschulte Leute derart leichtsinnig ins Unglück hineinjagt. Am 19. Dezember 1911, um 9 Uhr abends, wurde Woloszczuk durch zwei Stationsarbeiter zur protokollarischen Einvernahme in das Bahnstationsamt vor den Revidenten der k. k. Betriebsleitung Czernowitz, den Herrn Karl Moskaliuk, vorgeladen. Die Herren machen es, wenn sie eine unangenehme Sache aus der Welt schaffen wollen, kurz. Zuerst werden alle anderen befragt, dann kommt der Verunglückte, welcher den Kürzeren zu ziehen hat. Er wird formell etwas befragt, muß dann das Erhebungsprotokoll eigenhändig unterschreiben, und dann geht’s los. Woloszczuk wurde vom Herrn Revidenten Moskaliuk mit den Worten: „Gauner", „Lügner", „Dieb", „Marsch hinaus", Ich werde dich noch einsperren lassen" u. s. lu. beschimpft und hinausgewiesen. Ein zweites Kulturbild konnte man am 21. Dezember 1911 in der k. k. Betriebsleitung Czernowitz erblicken. An diesem Tag wurde der Stationsarbeiter Leon Woloszczuk zur chef-ärztlichen Untersuchung vor den Universitätsprofessor Doktor M a y e r geladen. Kurz und bündig behandelt der Herr Professor Dr. Mayer kranke Leute. Seine Fragen und Aeuße-rungen lauteten ungefähr: Von wo bist du? LluS Czudin? Bist du gesund? Nein? Hast ein gutes Stück Brot? Geh' in die Arbeit! Bist gesund! Wenn du nicht in die Arbeit gehen wirst, wirst du zum Teufel gejagt! Marsch hinaus! Woloszczuk mußte die Kleider in die Hand nehmen' und sich im Korridor ankleidcn. 8(uch das Urteil des Bahnarztes Dr. Ruhdörfer in Czudin lautet: Der Mann ist gesund. Ob wohl Dr. Ruhdörfer, wenn ihm dieser Unfall passiert wäre, auch bei der chefärztlichen Untersuchung des Professors Dr. Mayer als-gesund auf den Korridor gejagt worden wäre? Zu dem Ganzen hat sich auch der Stationsvorstand Herr K u n d l recht kleinlich benommen. Damit der Arbeiter sich nicht vielleicht in Czernowitz Recht suchen soll, wurde ihm auf der Vorderseite der Freikarte folgendes geschrieben: „Karte, gültig für den 21./XII. 1911 für die Zuge 1251/304 und retour für Züge 311/1253. Kund l." Hoffentlich genügen diesmal diese Angaben, um den Herren im BahnstationSamt in Czudin und in der k. k. Betriebsleitung zu zeigen, daß die organisierten Eisenbahner in der Bukowina offene Augen haben, und daß sic sich nicht nasführen lassen werden. Czernowitz. (B a h n b e t r i e b s a m t s s k a n d a l e.) Die Station Czernowitz besitzt 30 Weichenwüchter, von welchen 26 definitiv angestellt sind. Vier Weichenwächter befinden sich noch im provisorischen Dienstverhältnis. Wir werden auf die Dienstesangelegenhciten aller Weichenwächter noch zurückkommen, diesmal wollen lvir nur eine Angelegenheit herausgreifen, die in den westlichen Provinzen bei den Eisenbahnern gewiß einen ernsten Widerstand hervorgerufen hätte, und die bei uns in der Bukowina etwas allgemeines ist, aus der sich niemand etwas machen will. Die Schlamperei des Bahnbetriebsamtes und der Betriebsleitung wird gleichzeitig als eine Sache oder ein System betrachtet, welches nicht anders sein kann, weil es die Herren Inspektor Ulrich und der Personalreferent in der k. k. Betriebsleitung Wercik so haben wollen. Vier seit Jahren Weichenwächterdienst versehende Bedienstete müssen hier den Titel Aushilfsweichenwüchter aus Nachlässigkeit der Vorgesetzten Behörde führen, sie müssen zu Hause mit Weib und Kindern am Hungertuch nagen, sind nicht gegen Krankheit und Unfall entsprechend versichert und beziehen einen Taglohn, der geringer ist als jener, den ein Wucherer aus der Judengasse feinen Knechten bezahlt. Die k. k. Betriebsleitung in Czernowitz zahlt Männern, welche seit 7 bis 13 Iah. ren im Bahndienst stehen, einen Taglohn von Kr. 2'10 bis 2'2Ü. Leute, die das Vermögen des States und das privater Per-. foncn ehrlich hüten sowie die Sicherheit de?. Lebens der Reifen den bei Tag und Nacht, an Sonn- und Feiertagen, wie an Werktagen bewachen müssen, werden derart auSgebeutet. Nachstehend die Namen der derart auSgebeuteien: LadiSIauS Sobotkie-wicz (im Jahre 1873 geboren) ist im Jahre 1898 zur Bahn in den Dienst mit dein Taglohn von K•. 1'20 getreten, jetzt bekommt der Mann täglich Kr. 2-20; er ist weder cI8 ständiger Ar-beiter ausgenommen noch znr Ablegung von Prüfungen zugc-lassen worden. Der zweite ist Johann Z ! e l i n S k i, der (im Jahre 1879 geboren) im Jahre 1808 zur Bahn in den Dienst mit dem Tag lohn von Kr. 1'40 getreten ist; jetzt bekommt der Mann Kr. 2"i0 täglich, ebenfalls ohne Aufnahme und ohne Prüfungen. Der dritte ist Philipp Za 1 ewskg (geboren im Jahre 1332). Dieser ist im Jahre 1903 zur Bahn in den Dienst mit dem Taglohn von Kr. V40 getreten; jetzt bekommt er den Lohn von Kr. 2'20, auch keine Aufnahme und feine Prüfungen. Der vierte ist Michael KraSuowSki (geboren im Jahre 1873). Er ist im Jahre 1905 mit dem Taglohn von Kr. 160 in den Dienst getreten; jetzt hat der Mann Kr $'20 täglich, er ist euch ohne Aufnahme und ohne Prüfungen. Die Leute waren feiner-zeit mit der Bitte beim Inspektor Herrn Ulrich erschienen, Cafe sie nicht zurückgesetzt werden möge». Herr Ulrich schickte, um sich der Leute zu entledigen, diese in die k. k. Betriebsleitung zum Perfonalrcserenten Herrn M e r c i k, welcher ihnen zur Antwort gab, dass ihre Angelegenheit in den nächsten Tagen erledigt werden wird. Es find nicht nur Tage seither verflossen, sondern Monate. ES wurde aber bisher nicht? gemacht. Bon den Leute wurden Dokumente emgezogen, wohl nur, um sie zum Narren zu halten, wie e8 die Herren in der Betriebsleitung mit dem Persona! zu tun pflegen. Andere «Bedienstete, welche gleichzeitig mit den oben Zitierten in den Dieust tarnen, wurden schon längst zu Prüfungen zugela^-n, e8 erfolgten Aufnahmen und definitive Anstellungen; nur hier wird die Schlamperei so offenkundig betrieben. Die definitive engesteßten Weichenwächter und Verschieber beklagen sich, d«ß sie zumeist keinen Erholungsurlaub vom Herrn Inspektor Ulrich bekommen können. ES wurden gestempelte Gesuche um Bewilligung von Erholungsurlauben durch das k. k. yahnbetriebSamt Czernowitz der k. k. Betriebsleitung vorgelegt. Die Herren in der Betriebsleitung scheinen es nicht zu verstehen, daß mit der Notwendigkeit der Vorlage eines gestempelten Gesuches um Erholungsurlaub, die Wahnbehörden ein Armutszeugnis ausgestellt erhalten. t£S wird dem Personal auf solche gestempelte Gesuche keine Antwort ge. geben. Der Herr Inspektor Ulrich überschüttet die Petenten mit einem Sausen ©reicheiten, warum sie Gesuche notlegen. Er droh! auch, daß trotz der Gesuche feine Urlaube gegeben werden. Der Varstandstellvertreter, Herr Oberoffizial Stefan S a-binSki, treibt es mit dem Personal in$ grenzenu.je. Die Kondukteure werden als Laufburschen üin diesen! Herrn benützt. Aber d>5 u le} ein aniereSival 'ti Etv-cit genommen werden. E; nützen bei utiS in Czernowitz alle Amtsblätter, seien cs die der k. k. Betriebsleitung oder bei üiienlalmminiitc* riumS, nichts. Erlässe, Aufträge, Dienstbesetzle und Zirkulare, alles ist bei uns für1 die Stotz’. Maßgebend sind in Czernowitz nur Proktionen. Auch dieses System wird und mutz von Ezer-noieiti verschwinden gemocht roeroen. £3 liegt tic !vrunbe genommen gar nichts anderes sind, als ein wenig ^ohltätigkeitSgeflunker unserer Bürgerlichen. Hätten wit im Prinzip eben nichts einzurcenöen. Wenn aber die Sache einerseits in geradezu ekelhafte Prahlerei, anderseits wieder in ganz unverschämte Bettelei ausartet, so leibet darunter nicht nur das Ansehen der Reichs-bündler, sondern das des gesamten Personals. Und dagegen müssen wir un« g«nz_ en.schieben verwahren. Wir wollen nun furfl das Treiben unserer ReichSbündler in dieser Angelegenheit registrieren. In erster Linie erfreut sich unser NeichSbund einer ganz besonderen Spezialität cinc5 Obmannes. Unter der 8eit als noch B e b e r i c sein Unwesen unter den Eisenbahnern tri^d war dieser Herr. Franz Tausch, der Macher der Der-kebrSbundler. akS diese infolge mangels an Mitgliedern ein-Ct‘jXmar « > ch überall noch de. Repräsentant des hiesigen tottMiidieii VolkSvereineS, ,a, früher war er sogar einmal ein ßnnz revolutionärer Demokrat, und als vor etwa iroci Satiren der Reichsbund keinen passenden Cümmm nX auttriebda paflte eben der in allen Farben fchitlerubc T a u scl, »um 'Ob- «CLaf N^undes. Verspielt Haien die Reichetonblcr aue.dings nichts an ihm, wenngleich er noch als Reichsbundes. obmattn auf Cer Generalversammlung bcS katholischen Volks« Vereines als Redner brillierte. Neben einer ganzen Reihe solcher Eigenschaften, die ihn als vollwertigen deutschen Mann erscheinen lassen, ist er noch ein gewaltiger Trinker, und wenn gar etwas von ihm in 6er Presse steht, da kommt et drei Tage lang nicht aus dem Delirium. Aber gegenwärtig ist er wieder einmal recht tätig. Immer, wenn der Neichsbund seine Weih-nachtSunterl'altnng feiert, ist die Not der armen Eisenbahner in großer Gefahr. Da gibt’3 immer eine große Weihnachts-bcfcherung, und im Vorjahre sollen sogar zwei Buben von armen Reichi'bündlern von der Sohle bis «um Scheitel Bekleidet worden fein. (Arme Soziald'rnokraien! Verhüllet ob solch einer Tat euer Antlitz oder bestreut euer Haupt mit Asche.) Diesmal wird eß aber noch besser. Der DreikönigSiag wird in der Geschichte der ReichSbündler mit goldenen Lettern verzeichnet werben, und unS ist angst und bange, ob uns nicht alle Mitglieder nach dem 6. Jänner, dem Festtag 6:8 ReichsbuudeS, den Rücken kehren. Sollte doch aus der heurigen Weihnachtsfeier die Bescherung fang besonders groß au$fallen, und dies Hai wieder der tüchtige Obmann Taus ch zuwege gebracht. Wie der seiner-zeitige Ablnfekrämcr Segel schwang et seit Wochen den Bettelsack, um den Kindern der armen ReichSbündler Ho'en. Scknihe. Strümpfe und dergleichen kaufen zu können. Alle Geschäftsleute in Ffllfenmi bat er abgcfochten, ja an alle Betriebsleitung der gesamten Schächte des Falkenau-Elboquer Kohlenreviers bat er Bettelbriefe gesendet, um nur das diesmalige Fest, respektive die Christbescherung recht großartig zu gestalten.' Diese ekelhafte Fechlerei und darnach das noch ekelhaftere Geflunker von der segensreichen Tätigkeit des Reich?» Hundes sollten nun der Leim sein, an dem sich die Eisenbahner fangen lassen sollten. Wir verwahren uns nun deshalb gegen das Treiben der ReichSbündler. weil Herr Tausch bei seiner Fechterei den Glauben erweckt, es handle sich um eine allgemeine Bescherung armer Eisenbitinerkinber, und weil gerade dadurch die Spenden etwas besser au'»fallen. In Wirklichkeit ist eS ein Aktion zum MUgüederfang für den Neichsbund. Wir als Sozialdemokraten unterstützen unsere Genossen aus eigenen oder aus den Mitteln der Zentrale alljährlich mit Tausenden von Kronen, doch davon erfahren nur die betreffenden Genossen. Wir würden uns einfach schämen, zuerst einen ganzen Bezirk abzufechten, uni dann damit die Wohltäter der armen Eisenbahner zu spielen. Doch wenn dies deutsche Art und deutsche Wohltätigkeitsflunkerei ist. dann haben wir eben für solche Handlungen nur ein Pfui Teufel! J. s. Versammlungsberichts. S*ertrnuen8mnrtnenierfnmmhinfl der Wächter und Block-figmtrbiciter de? Wiener Direkti»n?bezIrkS. Am Dienstag den 0. Jänner 1. I. fand in Ribisch' GasthauS, XIII, Reinlgaffe, eine von den Genossen Sommerfeld und Schoberböcf einberufene VertrauenSmännerverfainmlung statt, in her sämtliche dienstfreien Vertrauensmänner der Blocksignaldiener und Wächter beS Wiener Direktionsbezirkes erschienen waren. Von feiten bet Organisation waren der Abgeordnete Genosse Tom sch ik und Genosse Adolf Müller anwesend. Zum ersten Punkt her Tagesordnung hielt Genosse Sommerfeld ein Referat über jene nichterfüllten Wünsche der Wächter, welche in hem Subkomitee be§ EisenbahnauS. fchuffeS verhanhelt und im Plenum deS Abgeordnetenhauses dem k. k. Eisenbahnministerium vorgelegi wurden, speziell über bie Nachtdienslzulage und die zwci>ährigen VorriickungSsristen sowie die Wünsche der Blocksignaldiener. Das Referat wurde mit stürmischem Beifall alrfgenotniijcn. Geiiosse Sommerfeld verwies in feinen Ausführungen aus das Versprechen der Vertreter beS Eisenbahn Ministeriums anläßlich her Ein« reifiunn der Wächter in die Dienergruvpe III, wobei von jenen Faktoren die Zusage gemocht wurde, daß alle Verbesserungen, welche im Laufe ber Jahre für die Diener her Gruppe III durchgeführt werden, auch auf die Wächter als Diener der Gruppe III ausgedehnt rot rben. Er führte weiter aus, da st die Wächter schon im Jahre 1908 bei Gewährung der Nachtdienstzulage an ba$ übrige gesamte Nachtdienst machende Dienerperfonal übergangen würben, unb hast biefelbcn mich in anderen Punkten sUnifor-mierung in puncto Quantität und Qualität) weit Hinter den Dienern her Gruppe III zurückstehen. Nachdem Genosse S o m m e r f e 1 b noch viele solche Punkte gestreift hatte, wurde folgcnbe Resolution einstimmig angenommen: „Die am ‘fl. Jänner lr,2 in Ribisch' Gasthaus, XIII, Reinlgaffe 11, verfammep-i SJcrtrmtenSr.ünner her Wächter unb Blockfignalhiener beS wiener Direkt’ Se’.ickes, konsta- tieren mit Zustimmung sämtlicher Vertrauensmänner ber Wächter und Blocksignaldiener der k. k. Staatsbahnen, das; bei ber Einreihung ber Wächter in bie dritte Dienerkategorie im Jahre 1908 den Vertretern dieser Kategorie bekanntgegeben wurde, hast alle Denesizien ber Dienerkategorie III auch den Wächtern gewährt werden. Im Jahre 1899 gänzlich übergangen, muhten diese aber bei der Einführung der Nachtdienstzulage im Jahre 1008 neuerlich r wie allen anderen Dienern diefe Zulage gewährt tr .,ie jedoch die Wächter von dieser otiSgefchli’"' wurden. It. Anbetracht des Umstanbes, das; auch in p-Uniformierung noch die alten M stftäitde herrschen unb das bie Wächter sowohl in Qualität, wie in Quantität bezüglich der Uniformierung weit zurückstehen, g'nuben die Wächter, dast endlich die- Zeit gekommen ift, wo daS hohe k. k. Eifenbahn-miniftrrium den Wünschen der Wächter nähertreten soll. In ber Zeit her zunehmenden Teuerung bilbet bie Nochtbicnftzulage eine Einnahme, welche diese Teuerung doch weniger schwer fühlbar macht. Indem man neuerlich den Wächtern diese Zulage verweigerte, verweist man sie darauf, hast sie weiter Hungern müssen und sich gegenüber den übrigen Dienern in ihrer Lebensweise derart einschränken müssen, dast eS kaum mehr möglich ift, die Dienstleistung zu vollbringen, die von ihnen' verlangt wirb. Einem hohen k. k. Eisenbahnminifterium wirb tmntm von ben Wächtern neuerlich bie Bitte unterbreitet, auch dieser Kategorie die Nachtdienftzulage zu bewilligen, indem auch der Dienst der Wächter einer der anstrengendsten im Exekutiv-bienst ift. Die Vertreter her Qrganifatonen werben beauftragt, dahin zu wirken, hast bieser bescheibene Wunsch, welcher nur eine Gleichstellung ben übrigen Dienern der l ritten Kategorie bedeutet, und vom hohen k. k. Eifenbahnminis^erium bereits im Jahre 1808 zugefagt wucht, endlich i. Erfü„ang gebracht wird. Ferner verlangen die heute versammeltet Vertrauens-männer der Blocksignaldiener in Anbetracht ihres eminent verantwortungsvollen Dienstes, welcher von seiten deS hohen k. k. EisenbaHnminifteriitmS sowie auch von der k. k. Staats-bahndircftion wiederholt als verantwortungsvoll anerkannt wurde, bah auch ihren bescheidenen Wünschen noch gegebenen Verhältnissen, welche in den Anträgen der Zentralpersonalkommission dem hohen k. k. Eisenbahnminifterium unter-breitet wurden, in Erfüllung gebracht werden. Auch in diesem Punkt wird die Organisation aufgefordert, dahin zu wirken, hast obigen Wünschen in absHbarer Zeit Rechnung getragen wird. Nachbem zum ersten Punkt der Tagesordnung noch bie Genossen Branh st älter (Hninfelb), Baumgartner (Wien), HanS 1 ik (Wien), <3 r a ch (Siegmundsherbergi Schotterbock (Wien), ©ittenberger (Wien), Sch n o b r i ch (Penzing), Kiefer 1 (Hiitteldorf), Dunkl (Kirchstetten) und Genosse Schaf ranek (VLheimkirchen) gesprochen» ergriff Abgeordneter Genosse Tomschik daS Wort Und schilderte in überzeugenden Worten bie Tätigkeit des Aktionskomitee® und der Zentrale fofoie die Stellung her sozialhernokratischen Fraktion zu ben Forherungen her Eisenbahner. Die trefflichen Ausführungen des Abgeordneten Genossen Tomschik fanden den Beifall der Versammelten, und es gewannen die Vertrauensmänner die UeberzeuWNg, dast bie Zentrale bei dieser Bewegung ihr Möglichstes geleistet habe. Dast sich immer wieder Elemente unter ben Eisenbahnern finben, welche keiner. Organisation angehören, in puncto der Forherungen aber nie Mast und Ziel finden, bie Vertrauensmänner unb bie Organisationen beschimpfen; die Erscheinung. welche nach einem jeden Lohnkatnpf in krasser Weise zu Tage tritt, kann die ehrlich denkenden Eisenbahner nicht aufhalten, ihren geraden Weg einzuhalten, um ihre unb die trifte Lage ihrer Familien zu verbessern. Nachdem Abgeordneter Genosse Tomschik seine Rede beendet und mehrere Anfragen zur Zufriedenheit beantwortet hatte, und nachdem Genosse Sommerfeld an bie Zentrale die Aufforderung richtete, sich der Wächter und Blocksignaldiener stets anzunehmen, schlost Genosse Sommerfeld die jedem Anwesenden in Erinnerung bleibende Vertrauens-münnerverfammlung. Ein SiubicttmtSflttfl der Signcilmeister nach Böhmifch-Dre-. DaS Aktionskomitee der organisierten Signalweiftet: in Prag veranstaltete am 10. Dezember v. I. mit der Bewilligung der k. k. Direktion der St. C. G. einen Studienausflug für die Signalmeifter in die Station Böhmisch Brod zwecks Besichtigung der dortigen Sicherungsanlagen. An dieser Exkursion beteiligten sich unter bet Führung deS Schriftführers des Aktionsausschusses Genossen VauLk 20 Kollegen. In der Station Böhmisch Brod cingelrosfen, wurden diese durch beit Revidenten der Fachgruppe bei der k. k. Direktion, Herrn R o h»s, auf daS freundlichste begriistt, welcher von der k. k. Direktion mit der Führung dieser Exkursion betraut war. Herr RohSö erläuterte auf leichtfaßliche Art den Versammelten die zerlegbare Einführung, die elektrisch automatische Stellung ber Ein- und AuSfahrisemaphore auf „Halt" unb die Einführung der Federnweichen System A, welch letzteres jetzt allgemein auf den Strecken der k. k. St. E. G. zur Einführung gelangen. Die Exkursionsteilnehmer besahen sodann alle anderen Einführungen, deren tahelloscS Funktionieren diese sehr interessierte. Diese neuen Einführungen, welche sich sehr gut und zuverlätzlich bewahren, sind durch die Firma Siemens u. HalSke eingestellt worden, bedürfen jedoch einer fortwährenden ziemlichen Obsorge. Nach Beendigung dieser Besichtigung bedankte sich Genosse Vanök dem Vortragenden Herrn Revidenten Rotjiö im Namen deS Aktionsausschusses sowie 6er Teilnehmer für seine leichtfiifeliche und gediegene Belehrung sowie für daS freundliche Entgegenkommen gegenüber de» Signalmeistern. Der Aktionsausschuß der Signalmeifter wird im Interesse her fachlichen Ausbildung der Signalmeister auch weiters belehrende Vorträge und Ausflüge veranstalten. Am Sonntag den 14. Jauner fand abermals eine Exkursion der Signal-meifter in die städtische elektrische Zentrale in HolcLovie statt. Innsbruck. (Große Lokalbahnerversammlung.) Eine so massenhaft besuchte Versammlung her Lokalbahner hat Innsbruck noch nicht gesehen, wie jene, die am 10. b. M., 11 Uhr nachtZ, beim »Bierstiudl" abgehalten wurde. Selbst währenb ber Lohnbewegung im Juli 1011 konnte ein so vollzähliger Besuch nicht tonstatiert werben. Trotzdem die Empörung über die Maßregelung von vier Kollegen auf allen Gesichtern zu lesen war, verlief die Versammlung in Ruhe und sehr würdevoll, Der VenuolhtixgSrat, der ben Vorschlägen der Betriebsleitung folgte und ohne Rücksicht auf Alter und Familie vier Angestellte brotlos machte, hätte ber Versammlung anwohnen sollen, um zu hören, wie über sei» Vorgehen geurteilt wurde. Daö Unterschreiben eines Gesuches namens der Kollegen wegen Abstellung verschiedener Uebclstänbe und Erfüllung einiger Wünsche genügte einsichtslosen Leuten, die Vernichtung der Existenzen der „Verbrecher' zu beantragen. Diese Tatsache wirkte wirklich aufreizend. Der Obmann der Eisenbahnerorganisation, Genoffr ' Scheibein, referierte sachlich über die ^anze Angelegenheit, besprach die sofort von ber Organisation emgeleitcten Schritte, bie zur Zurücknahme der Entlassenen führte. Er verlas fodnnu ein Schriftstück, in welchem der VcrwattungSrat in der am 9. d. M. abgehaltenen Sitzung die Kündigung, beziehungsweise Entlassung annullierte. Genosse Scheibein besprach eingehend bie Harte der erfolgten Maßregelung, die nur eine teilweise Erklärung durch die Haltung der Betriebsleitung finde, indem durch bie Herren Oberrevident Bloch und Inspektor Twerdy der VerwaltungS-rat ungciiügcnb unb unrichtig über den Inhalt der geäußerten Wünsche eines Teiles des Personals informiert wurde. Genosse Scheibein äußerte seine Genugtuung darüber, daß der VerwaltuugSra! durch die erfolgten Interventionen den Ernst der Situation richtig erfaßte und sonach in einer statt« gefundenen Sitzung deS AerwaltnngSrateS die bessere Einsicht obsiegte. Redner äußerte schließlich den Wunsch, daß die Betriebsleitung gegenüber dein Personal in Zukunft loyaler vorgehe, daS heute beftehenbe drakonische Strafsystern bedeutend mildere und daS notwendige Einvernehmen zwischen Betriebsleitung und Personal herstelle, damit die Disziolin keinen (Schaden durch die Schuld ber Vorgesetzten selbst erfährt. Ru der Debatte beteiligten sich mehrere Bedienstete sowie GewerlfchaftSsekretär Flöckinger, der in warmen Worten die Wiederaufgenommenen beglückwünschte unb zum strammen Festhalten an der Organisation aussorderte. Zum Schlüsse würben sehr viele Beschwerden borge« bracht, die ber OrgmiisatiouSleitung zur weiteren Behandlung überwiesen wurden. Damit fand die denkwürdige Versammlung, die von der Leistungsfähigkeit der Organisation ein glänzendes Zeugnis ablegte, ihr Ende, nicht ohne baß gebührenberweise bem Genossen Scheibein unb ben übrigen in dem Konflikt Einschreiten« ben Genossen ber Dank ber Versammlung auSgebrückt wurde. Salzburg. Am Dreikönigstage nachmittags fand im „Pflanzinannfaale" in Itzling eine von der Ortsgruppe Salzburg I des Allgemeinen Rechtsschutz» und Gewerkschaftsvereines einberufene öffentliche Vereinsversammlung statt, deren Zweck die Stellungnahme zu den vom Parlament einstimmig bewilligten, vom ififenbalfnmiiiifterium jedoch in weit geringerem Ausmaß durchgeführten Zugeftänbnisscn war. Der zahlreiche Besuch bewies schon, welch regeS Interesse die Bediensteten an bieser Angelegenheit nehmen. Bekanntlich hat baS Parlament, auf Grund ber Bewegung unter ben Eisenbahnern unb mit Rücksicht auf bie unhaltbaren Zuflänbe infolge ber roirtfchnftlicktcn Notlage, ben Antrag be# Staats» aiigestellteuauSschusseS, bie Bezüge beS GesamtperfonalS um 38 Millionen zu erhöhen, einstimmig beschlossen, bemgegen-über bie Regierung beziehungsweise daS k. k. Eifenbahntnini« sieritim jebüch nur bie Summe von 31 Millionen Kronen im VerorduungSweg zur Verteilung bringt. Genosse Adolf Müller, als Vertreter der Zentrale unseres Vereines ln Wien, schilderte in sachlicher Weise den Verlauf ber Bewegung, erklärte die Zugeständnisse für bie einzelnen Bedien« ftctciifnlegoricn und betonte inSbefonbcre, daß daS Eifenbahn-ministerium durch bie hatve Durchführung des Parlaments» beschlusseS wieder neue Härten geschaffen und unter den Bediensteten abermals Unzufriedenheit gesät, was ganz gut für eilte Zelt unterblieben träte, wenn der Betrag von 98 Millionen zur Verwendung gelangt wäre. Der Redner schilderte daun eingehend die Beweggründe, welche daS AktwnSromitee ber koalierten Vereine, dem Vertrauensmänner aller größeren Stationen Oesterreichs angchören, veranlaßte, trotzdem die Stimmung im Personal selbst dafür gewesen wäre, von der Anwendung der schärfsten Mittel, die den Eisenbahnern zur Verfügung stehen, Abstand zu nehmen. Es wäre, sagte Müller, taktisch unklug gewesen, dies zu tun, in dem Zeitpunkt, wo das Parlament, das doch zum Großteil aus bürgerlichen und agrarischen Vertretern besteht, einstimmig für die Minimal-forberungc» btt Eisenbahner votiert hat, wo doch bei ähnlichen Forderungen vor zwei und noch vor einem Jahre bedeutend niedrigere Beträge nicdergestimmt wurden. Aus diesem mehrfach erwähnten Beschluß unseres Reichsparlaments erwächst dem Eisenbahnpersonal auch in der öffentlichen Meinung ein unbedingtes Anrecht auf die restlose Durchführung der 35 Millionen Kronen und die Vertreter der sozialdemokratischen Partei werden nicht versäumen, im Budgelausschuß den Antrag aus Einsetzung der fehlenden 17 Millionen in das Budget per 1912 zu stellen, die bürgerlichen Parteien aber werden bei diesem Anlaß zeigen müssen, ob ihre so oft und laut genug hinauSposaunte Siebe zu den Eisenbahnern auch noch bis dorthin anhält. Den Eisenbahnern aller Kategorien aber erwächst die Pflicht, ihre Vereinigungen noch fester und strammer auszubauen, so daß wir allen Eventualitäten gegenüber geschlossen dastehen. In der hieraus folgenden Debatte kam durch eine Anzahl unserer bekannte» Vertrauensmänner die Stimmung aller Kategorien des Eisenbahnpersonals zum Ausdruck es fehlte auch nicht an Stimme», die sich mit der Verschleppungstaktik nicht einverstanden erklärten, alle Anwesenden waren jedoch sich darüber einig, daß von unserer Zentrale und den Vertrauensmännern nichts unterlassen wurde, Jvas den Interesse» des Personals dienlich war. Nach einem Schlußworte des Genosse» Müller wurde folgende, die Situation klarlegende Resolution angenommen: „Die am 6. Jänner 1912 im Gasthaus »zum Pflnnz-rnann« tagende Eisenbahuerversaininluiig bezeichnet die vom k. L Eisenbahn Ministerium bis jetzt durchgeführte Aktion der Ouartiergelderhöhung in Bezug aus Verbesserung hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage der definitiv Bediensteten als vollkommen ungenügend, sicht weiters der Regelung der Tag lohnerhöhung bei Arbeiter mit Mißtrauen entgegen, besteht hingegen aus der Durchführung der Verbesserung hinsichtlich der Arbeiter und definitiv Bediensteten in der von der Koalition der organisierten Eikenbahner überreichten Anträge und der vom Abgeordnctenhause beschlossenen Suiiime von 88 Millionen Kronen. Die Versammlung fordert weiters die Zentrale des Allgemeinen' Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Vereines im Vereine mit den übrigen koalierte» Organisationen aus, zur Durchführung dieser Forderungen die geeigneten Mittel — mit Ausschluß jener des Petitionieren? und Entsenden? von Deputationen — zur Anwendung zu bringen. Insbesondere hat die Organisation mit allem Nachdruck auf eine Verbesserung der zum HärteauSgleicb in Aussicht genommene» Maßnahmen für die älteren Diener hinzuwirken. Die heute anwesenden Eisenbahner und Frauen setzen alles daran, die Organisation so auSznbaüen. daß sie im geeigneten Moment Iampfberri> gerüstet ist, und verpflichten sich, geschlossen hinter den Vertrauensmännern zu siche»; denn nur in einer einheitlichen Organisation aus Grund des Klassenstandpunktes erblicken dieselben eine wirksame Durchführung ihrer berechtigten Forderungen." Beim zweiten Punkt der Tagesordnung wurden einige Vereinsangelegenheiten behandelt, woraus der Vorsitzende die von neuem die Einigkeit der sozialde»>oli»l>ich organisierte» Eljc»l>ab»er Salzburgs so klar zeigende Versammlung schloß An>stellen. Am 4. Jänner sprachen hier ln einer gut besuchte» Versammlung die Genosse» Reichscatsabgevrdnelcn P o I k e und A. Mülle r. --- Aus den Organisationen. Lobosiy. (Generalversammlung.) Am 7. Jänner l. I sond die Generalversammlung der Zahlstelle Lobo-sitz im Gasthaus „zur Weintraube" statt Nach dem Bericht der Funktionäre wurde zur Neiiwabl geschritten, die folgendes Resultat ergab: Anton D a si a I. Vorsitzender: Karl L i » d I e r. Kassier; Anton K o I o k. Schriftführer Die Mitgliederversammlung wird am 4. Februar um 4 Uhr nachmittags ab-gehalten und es ist Pflicht aller Mitglieder, dieselbe zu besuchen. Steinbrink. Bei der am 7. Jänner 1912 stattgekundenen Generalversammlung der Ortsgruppe Steinbruck wurden folgende AuSschußmitglieder gewählt: Anton Firm. Obmann, Andrea? Sattler und Johann V o d i - e k. Stellvertreter; Franz Mo 2 iS. .Kassier. Franz Z u p a n, Stellvertreter: Eduard StoschitzkH Schriftführer, Johann § t r u b l. Stellvertreter; Andreas MoSivnik, Kontrollor Anton Horjak Stellvertreter; Alois Guezda Bibliothekar, Karl Solar, Stellvertreter; Joses 2 i k o n i I. Matthias I e 1 o »■ fiel und Michael Topolovec, AuSschußmitglieder. Vertrauensmänner für die Strecke und Station: Trisail: Franz M a r I i n J e I, Anton Vizsak; Enger- Zianz ZiniSeE, Anton © o r fi e I. Michael llrl); Stein-druck: Stefan T u s o r. Joses Sogar, Viktor 2Ji u j e r und Sllois .Krahne. Subkassiere für die Strecke: Trifail■ Karl Zn bin r; Sagor: Michael Urb; Hrastnigg: Joha n Sulner; Stein, brück: Subkassier für# Heizhaus: Alois .» r o h n e Alle Zuschriften sind zu senden an: Anton Firm. Verschieber in Steinbruck. Alle Geldsendungen sind an Franz fllozifi, Wagenaufseher in Steinbruck, zu senden. HütjcISborf. Bei der am 7. Jänner 1. I. stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Aus schütz gewählt: Joses Bauer Obmann. Johann W i c ß n e r. Stellvertreter; Franz Geyer. Kassier und Schriftführer. Joses B o a r, Stellvertreter; Johann Schneider und Karl HaSlinger, .Kontrollore; Josef G » a d e n 6 e t g e t, Bibliothekar; Franz Bock und AloiS Bußekr r, Ordner; Franz M a ch u r und Leopold R ich t e r. Subkassiere." Cbetlruleneborl, Am 7. Immer hat die Generalversammlung statigefiinden, wo folgende Genossen gewählt wurden: Joses B o h in a n n, .Kondukteur, Fabriksgasse 520, Obmann, Ludwig Barlo, Stellvertreter, Bohuslav .Kindl. Schriftführer, Franz Knosf. Stellvertreter; Heinrich berge t, Kassier Andreas Emo! a, Stellvertreter; Peter 25 i e n # ( j und Franz 2 l r n o d, Revisoren; Joses M a I s und Wenzel .Klinget, Bibliothekare; M r ü z, .H » jer aon„ P e n ch a, Hergel sen., Joses Er» st, Fischer und W. Silber nagel, AuSschußmitglieder. Ferner wurden als St reckenkassiere gewählt: für Eisenberg: Heckent Haler; ifür Obergeoigenlbal: .H u j e t. Tiippele». Die Zahlstelle hielt am fi. Jänner ihre diesjährige Generalversammlung ab. Als Leiter der Zahlstelle wurde Genosse Anton W o b l r a b. Ober bounr beiter in ©feil 87, gewählt. AI# Kassier wurde Gruosie Wenzel Hahn, als Subkassier für die Strecke Schönwehr Ellbogen Genosse Anton K e », p s bestimmt. Die Mitglieder werde» ersucht, die Versammlungen fiel# pünktlich und zahlreich zu besuchen. Jene Mitglieder, welche de» Hinlcrblirbrneminier-skützungssouds beitreten, wollen sich sosort beim Kassier Wenzel Hahn melden. Mahrlsch-Schönberg. Bei der am 7. Jänner abgehaltenen Aeueialvetiummluiifl wurden folgende Genossen gewählt: Johann Heezko. Obmann, Alois D ö ß, Stellvertreter; Emil Feite, Schriftführer, Emil Sturm. Stellvertreter; Paul P a I i I, Kassier, Alois Schön. Stellvertreter; Johann Laß. Bibliothekar, Jakob ProchaSka. Stellvertreter; Konrad Weiser. Adolf Hilbert. Anton Reimer, Josef Weselskx, AuSschußmitglieder; Franz Karger, Hubert Zla ma l, Leopold G i tz l. Kontrolle. Alle Zuschriften in VereinSaugekegeuheiten sind an Ge-noflen Obmann Johann Heczko. Oberlondulteur. M ä b r i s ch . E ch ö n b e r g. M ü h I s e l d st r a ß e Nr. 23, in Geldangelegenheiten an Genossen Kassier Paul Paiik. Jofefstädterstraße 12. zu richten. Rcickienberg. (Sterbekassenverein in Rer. chenberg.) Die Hauptversammlung findet am 4. Februar um 3 Uhr nachmittags im SchießhauSsaal in Reicheuberg statt. (Ein Mitglied kann 100 Legitimationen auf sich Vereinen.) Selilnl. Sei der am 6. Jänner 1912 stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Simon Kaiser. Obmann, Franz Holz- m ü U e r, Stellvertreter; Thomas Anderwald. Kassier, Franz Eberl. Stellvertreter; Hermann Reindl. Schrift, sichrer. Rupert Auer. Stellvertreter; Johann S l e n i tz e r. Kontrollor. Franz S t a n g l, Stellvertreter: Johann Gassenbauer. Bibliothekar, Bartholomäus Wassertheurer, Stellvertreter. Sämtliche Zuschriften sind an den Obmann Simon Kaiser, 9? e u f a si i n g (14. Post S e l z t a l. zu richten. Geldangelegenheiten an Tbomas Anderwal d. Selz, ta I 04. Tie Einzahlungen erfolgen vom 1. bi# 5. jeden Monats Von 8 bis 10 IIhr vormittags und von 6 bis 8 Uhr abend# im Vereinslokal Die Bibliotbeksausgabe findet nur an Soun-tagen von 8 bis 10 Uhr vormittags statt. Gruschlich. Bei der am 6. Jänner 1912 abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Johann Stuhr, Obmann. Joses Ecker. Stellvertreter; Map Schleifer. Kassier; Joses Brandig Schriftführer. Josef Hecht. Stellvertreter; Johann V r a-nesic. Bibliothekar; Johann Hecht und Johann B r ü st l. Revisoren; Karl Wolf. Johann £ e i ß. Rudolf Ga st. Vinzenz Göth und Joses Hagen. Ausschußmänner. Alle Zuschriften sind an de» Obmann Genossen Johan »Stuhr, Grußbach 859. zu richten. Krem# n. d. Donau. In der am 6. Jänner 1912 in Frau Huber# Gasthos stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Hans W e n d t. Obmann. Johann Hau ? e r und Ändr. S t a st n y. Stellvertreter; Kar! Schmidinger. Kassier, Alois W e g h u b e r. Stellvertreter; Karl Schiller, Schriftführer. Leopold Dürauer und Anton U b I. Stellvertreter; Johann Führer und Joses Ringswirth, Bibliothekare; Hans Krobath und Julius D o r n i n g e r. Kontrollore; Jobann Graf, Joses Hai», b_ö k. Paul Chabera und Ernst S o r g e r. Subkassiere. Die Zentrale war durch Geuosie» Fr. Swoboda vertreten, welcher über das Thema „Warum organisieren wir uns?" referierte. Alle Zuschriften sind an Genossen Hans SBendt, Krems. U f e t g a f f e 10, in Geldangelegenheiten an Genossen Karl Schmidinger, Krems. W i e n e r fi c. 23, zu richten. Weiter# wurde beschlösse», daß jeden Dienk-lag nach dem Ersten im Vereinslokal, bei Frau Huber, ein Vereinsabeud stniifinbel Es ist Pflicht eines jeden Genossen. sich zu beteiligen. Jäflcrnhnrf. In der am fi. Jä»»er I. A- ftattflrftmbrnen Generalversammlung wurden folgende Mitglieder in den Ausschuß gewählt Alois B u r k e r t. Obmann. August 2affe. Stellvertreter; Mar Achatzn. Kassier. Adolf Klose Stellvertreter; Franz K r i si e f. Schriftführer. Johann Kuben. Stellvertreter; Anton Hern in. Rudolf Schwach» !a Anton M c> r I i n e k. AloiS Mück. Joses Pobutzky. Ausschußmitglieder; Heinrich Tbomk e. AloiS Schmidt. Gustav Dworak. Revisoren. Als Subkosiiere für die Werkstätten -Abteilung I. Rudolf Link; Abteilung II Adoli Bier; Abteilung III«. Anton Rom o t n 0; Abteilung III b. Rudolf Klos. Für die Strecke und ZufiSbcglcitcr: Karl Liedermann; Sn^nerl-nlliing: Joses Schmidt; Magazin: Eduard Keller; Vorschub: Eugen Mach » Ia; Heizhaus: Josef S ck) e i l h n » e r. Alle die Ortsgruppe betretenden Schreiben sind an den Obmann AloiS Bnrkert. I ä g e r n d o r f, Markus-pIatz 14. (Arbeiterheim), in Geldangelegenheiten an den Kassier Mar A ch a tz q. Jägerndors. Joses Wünschstraße fi. zu senden. Ferner geben wir den ©enofien bekannt daß jeden zweiten Dienstag Im Monat %_8 Uhr abends, im Arbeiterheim Monats-Versammlungen statt'inden. Die Zentralbibliothek, die über 1000 'Bände umfaßt steht jedem Genosien mr unentgeltlichen Verfügung. Bibliolbeksstunde» jeden Mittwoch und Samstag von 8 bis 9 IIhr abends. HerzonrnOiirfl. Sei der am fi. Jänner stattgefundenen Generalversammlung wurden , folgende Genossen gewählt: Auto» O e z e l l. Zahlstellenleiter. Karl To der Kassier Sämtliche Zuschriften sind o" Genossen Anton Oezelt. Stotze,idors 38. zu richte» Eingesendet. Gür hlrlf a.ubri) ‘.itermmmi xt ö-Vvarnon Utitr ^rrnnttoortungj 3m Paradies der Sitten. Unter dieser satirischen iieberschrift brachte jüngst ein hervorragendes Blatt aus der Feder eines Deutschameiikaners eine Schilderung über da# Leben »„d Treiben in Marienbad. dem Weltbadeort gegen hie .Korvulcnz. Mit dem Behage» de? Nichtdicken wird da eine große ~vjis von S'-ott und Schadenfreude über diejenigen auSge-goffen. die die Last der Fülle mit sich und an sich herum-schleppe». Selion wenn man >>» Zuge nach Marienbad die Gänge abschreitet von Waggon zu Waggon, begreift man rasch die Tragik de? Worte# von den armen Reiche», die entsagen müssen, um ihre LebenSmaschine wieder in Ordnung Z» bringen. Ties seufzend essen sie sich noch einmal, das letzte Mal, im Speisewagen wirklich fall, dann sind sie verurteilt zu drei bis vier Wochen Kurarrosl, verschärft durch teilweise# Faste» und durch die schreckliche Unfreiheit, nicht nach eigenem Willen lebe» zu dürfen. Alle# streng geregelt, wie in einem wirklichen Gefängnis! Zur bestimmten Stunde aus. zur bestimmten Stunde nieder! Bei der Abreise hat jeder von seinem Arzt für den „Herrn Kollegen" eine» verschlossenen Brief in die Hand gedrückt bekommen, der ungefähr da# Gegenteil dessen enthält, was mau einst fein säuberlich für de» Weihnachtsmann ausgeschrieben hatte. Der „Herr Kollege" ijt niemals für Milderung, denn nur er, der Badearzt, beherrscht die letzten grausame» Fiuesieu der Batzftur. Unwillkürlich und mit Recht fragt man sich all dem gegenüber: Geht e# denn nicht ohne Mnrieubad und ähnliche EutsettungSkurorte? Ohne die damit verbundenen Entbehrungen. Lasten und Kosten? Zum Glück der armen Dicken ist auch für diese Frage die Antwort und die Lösung — man kann auch sagen Erlösung — gefunden worden. Professor Dr. v. Gauting hat sie mit dem von ihm erfundenen „Vitalito" in dankenswerter Weise gebracht. denn „Vitalito" beseitig! die Wurzel und Folgen ber Korpulenz, die Ueberfetkung der inneren Organe, verbessert die Zusammensetzung des Blutes und ist. während sonst alle bekannten Entfettungskuren umständlich, unbequem und an-greifend sind, einfach und zweckmäßig. „Vitalito" besteh! aus Fruchtsäuren, Kräuterextraktc» und Fruchtsalzen, wie sie teilweise auch im fri scheu Obst und Gemüse enthalten sind. Seine zahlreichen Hauptvorzüge gipfeln in folgendem: Es ist absolut unschädlich, e# ist von dauernder Wirkung, nicht nur der ybermäszige Fettansatz verschwindet, sondern der ganze Organismus wird durch „Vitalito" regeneriert, eS ermüdet nicht und verursacht keine Schlaflosigkeit und keine Nervosität, eS erfordert keine schweißtreibenden Touren oder meilenweiten Märsche, es erfordert feine Hunger- und Diätkuren, es verursacht nicht Runzeln oder Fallen, es ist »on angenehmem Geschmack und leicht und im auf-fällig «nzuweiiden, eS erfordert feine strenge Diät, BerufSäuderung ober Badereisen, es ist sehr billig. Die ausgezeichnete Wirkung ist durch zahlreiche Atteste von Aerzten und Laien einwandfrei feil gestellt. .... „Vitalito" ist ein Präparat, da# nicht nur die allgemeine Körperfülle herabsetzt, sondern auch Fettauswüchse an einzelnen Stelle» schon »ach verhältnismäßig kurzem Gebrauch zum Schwinden bringt............. 24. Oktober 1910. Dr. Kalman, Wien kl. ....„Vitalito" hat mir in Fällen, wo es auf die Be-feitigung unschöner Körperfülle ankam, selbst dort gute Dienste geleistet, wo durch andere Maßnahmen kein Erfolg zu er» zielen war.... 24. Oktober 1910. Dr. G. Hclkcrt, Wien VTTI Professor Dr. v. Gauting G. m. b. H. in Berlin 55. -f. A I y 1 r ; <)>„ V t • V . . ,-r sich wegen der dann! verbundene» ungeheuren Kosten und Umständlichkeiten nur schwer, zu dieser einfachen und p ll.i-e» Kur und zu diesen kostenlosen Versuchen bedarf es keines großen Entschlusses und es sollte sie deshalb jeder sofort beginnen. Eine Korrespondenzkarte genügt, um sofort ohne Kosten und ohne jede Kausverpflichtung Probe und Broschüre zu erhallen. Amweis des tBergm?s „WenbshnertzeiM", Wien. 3Tf# Gründer itttd Mitglieder sind bis jetzt bei-getreten die (Senoffen: Rudolf Müller mit........................Kr. TI'— Ferdinand RiSka mit.......................... 3$‘— Nutmi Stürmer mit............................ 2!*— Florian Bur'a mit........................... 21' — Josef Schwab, Cbmtiitn, mit................. 21' — Wenzel Koi arovSly mit ..................... 21 — Franz B'eschia »,it..................... 21* — RnVotk Weigl mit...........................„ 21*— Josef Jcftnvv mit .......................... 21 — Franz Scholz mit.............................. SO— Eduard Horeschoisktz mit..................... 21*— Eklmmilrciliiiiig brr Biniiiülrafiim, Zur Erstellung der Statistik für das Jahr 1911 muchen bereits o» tämtlichc Ortsgruppen, respektive Zahlstebenleituiigen Fvrmu>are zußesendet, in wrtchen der Mitgliederstand na-h ktalegoiien und, wo mehrere Bahnen in Betracht kommen, auch »ach Bahnen au zu eilen sein wird. Tie uerflnot'tchte Oe. 91 W. B., 2t. E. G., Nordbahn und B. N. B. sind, so mir bisher, getrennt anzuifilirrn. Dieker statistische Bogen ist fpät-slcnS bis zum 10. Jänner 1912 a» die Zentrale einzig!»den. Mitteilungen der Zentrale. ZentralauSschuchsitzttNg am 11. Jänner 1012. — Beratung über die Durch ühriing der Ausbesserungen für die (Sifenbooner und Fassung diesbezüglicher Beschlüsse. — Ben Ist über die (Stiifiiitünfung dep F-ahribegünsliguugen. — Bericht über den gegeuivürligeu Stand der lichechi ch-sevarattstischen Bewegung unter den (Eisenbahner» in Böhmen. — Erledigung des vorliegenden Einlaufes. -.--ich. jicniiMMcC ' V1V yvji /urzr M&cvnfif aoxtw /nuotw (Sovi^lCtvUvtVK' ^vvvy€ . L. Sprechsaal. Achtung, Kanzleidiener! Nachdem Genosse B a r t a in der letzten Sitzung der Vertrauensmänner sein Mandat als Hauptvertrauensmann der Kanzleidiener niedergelegt hat. wurde Genosse Hartl von den Wiener Vertrauensmännern beauftragt, die Funktion des Hauptvertrauensmannes der Kanzleidiener bis zur nächsten Konferenz auszuüben. Alle Zuschriften in Kanzleidienerangelegenheilen sind an Genossen Franz Hartl, Wien, XIV., Sturzgasse 19, zu richten. Offene Anfragen. Au btt k. k. Direktion der Staatseiscnbahngcscllschast tu WienI Die Oberkondukteure, Kondukteure und Bremser der Station Gruftbacd bitten um Ausfolgung der gebührenden Uni-formen und Dienslkleider. Die Streckenwächter der Strecke Gruszbach.Fischau beschweren sich, daß dieselben keine Amtsblätter zur Einsicht bekommen. Da nun der Inhalt so mancher Amtsblätter auch für den Streckenwächter von großer Wichtigkeit sein kann, so bitten die betreffenden Streckenwächter, die k. k. Direktion möge anordnen, daß die Amtsblätter dem Personal bestimmt und rechtzeitig zur Einsicht aufgelegt werden. An die k. k. Staatsbahndirektion in Wien! Die Streckenwächter der Strecke AbSdorf.HipperSdorf. KrcmS an der Dunau haben am 1. Juli 1011 ein Gesuch um Abänderung der Diensteiiiteilung an die k. k. Bahnerhaltungs-sektion Strems zur Weiterleitung an die k. k. Staatsbahndirek-tion in Wien borgelegt. Da bis heute in dieser für die Strecken-Wächter so dringenden Angelegenheit keine Antwort erfolgt ist. so bitten die Gesuchsteller, um ehebaldige Erledigung. An das Ijofie k. k. Eisknbahnministerium! Die Partieführer und Professionisten der Bahnerhal» tungSwerkstätte Wien I haben bereits im Jahre 1007 ein Gesuch um Stabilisierung eingebracht. Dieses Gesuch wurde abschlägig beschicken. Auf eine neuerliche Eingabe im Jahre 1000 wurde den Gesuchstellern mitgeteilt, daß die Professionisten als Werkmänner stabilisiert werden. Bis heute ist jedoch keiner der dort beschäftigten Arbeiter stabilisiert. Da nun in dieser Bahn, erhaltungswerkstätte sehr komplizierte Arbeiten ausgeführt werden, die nur qualitativ gut ausgebildete Schlosser und Schmiede leisten können, so stellen die Gefertigten an das hohe k. k. Eisenbahnministerium die ergebenste Bitte, man möge sich an maßgebender Stelle über die Leistungen der Professionisten in der Bahnerhaltungswerkstätte Wien I (Westbahnhof) genauesten« informieren. Das Resultat dieser Information wird gewiß den Beweis erbringen, daß die langjährige Bitte der qualifizierten Arbeiter um Gleichstellung und Stabilisierung mit den Weikmännern der übrigen Werkstätten nicht weiter un-berücksichtigt bleiben darf. An die k. k. Nordwestbahndirektiott in Wien! Die Bediensteten der Station Deutschbrod erlauben sich an eine hohe k. k. Direktion die Anfrage zu richten, warum diese beim Kohlenfassen nur die nasse Kohle bekommen. Dieselbe lagert den ganzen Winter im Freien, während im zugewiesenen Schuppen die trockene Kohlte aufbewahrt wird. Durch diesen Vorgang bon feiten des Heizhauses erleiden sämtliche Bedien-steten einen beträchtlichen Schaden, und bitten dieselben, das Heizhaus anzuweisen, dem Personal eine trockene Kohle zu verabfolgen. Die Ausgabe in der Zeit vom 4. bis 12. jeden Monats von 2 bis 4 Uhr nachmittags ist für den Personalstand der Station Deutschbrod unzureichend, und bitten die Bediensteten, um Abhilfe dieser Uebelstände. An den SufifördcrunflShorftnnb der Aspangbahn! Im Herbste 1010 wurde dem Maschinenpersonal die Zusage gemacht, daß an den Schlepptenderlokomotiven Schutz-Plasten angebracht werden, damit das Personal in den kalten J?hreszeiten, beim Verkehrtfahren vor dem Zugwind geschützt rü' .^chdem bis zum heutigen Tage in dieser Sache nichts gegeben ist, erlauben sich die Interessenten die Anfrage zu «n* J n„bic Zugsfördcrung endlich gewillt ist, ihre Zusage noch vor Ablauf dieses Winters cüizulöseu, Allgemeiner Rechtsschutz» und Gewerkschastsverein für Oesterreich. S-hlstelle Neunkirchen. Freitag den 2. Februar um 3 Uhr nachmitags findet in Neunkirchen, Bahnstraße 47, in Anton ©pieß’ Gasthaus, eine Mitgliederversammlung zwecks Wahl bejs Zahlstellenleiters statt. Zahlstelle Kleinretfling. Freitag den 2. Februar um 1 Uhr nachmittags findet in Kleinreifling in flollenbrumters Gasthaus, eine Mitgliederzusammenkunft zwecks Neuwahl des öQhlftellenleitcrs statt. finh Ortsgruppe 8t. Valentin. SamStag den 20. Jänner 1012 obenbä Herrn Hubers Gasthaus in St- Valentin um 8 Uhr SinA Ortsgruppenversammlung statt. Referent aus William ,neii 6Uebet {ini> diezu freundlichst cmgelabeit, ©äste 4 Uhr Cnacümh?c KSniginhof. Sonntag, den 21. Jänner um ffiaftfaaus eine S“. rfmbel 1,1 Königinhof tn Frau RückerS ® ifnff. i ^^ederversammlung mit folgender Tages. m > nt ins iRrnn1 nie ^run9 der Sterbequote. 2. Eventuelles erscheinen ^ °cr Mitglieder ist es, zahlreich zu DriSgrupi-i Pettau. Ez diene den Mitgliedern zur K°nntnts. *.a6 blt Generalversammlung Sonntag den ' t i ,r^m»'0JmUtoSö Saale des „Ele. Iw oi^ ^ i eines jeden Mitgliedes, zu dieser Versaau.Jai.ti t'ttiutlich und bestimmt zu erscheinen. Äahlstelle Wetpert. -Me Zahlstelle Wcipert ersucht die ©enoffen der umliegenden Ortsgruppen ffaaden, Krim a, , ? < Sporitz und saaz das am 21. Jänner 1012 stattfindende C-isenbahnerkränzchen im Etablissement „Schiller" »»t 'hre'n werten Besuche zu beehren zu wollen. Die Musik besorgt die Weiperter Schützenkapelle. Anfang 7 Uhr. Entree: Herren 80 H.. Damen 60 H. An die Mitglieder der Zahlstelle Weipert werden keine besonderen Einladungen ergehen. Snlilstcllc eiboeen. Gei der konstituierenden versamm-lung wurden folgende Genoffen gewählt! Franz Schneider, w i n fl, ZühIiteUenleUer; Josef Hain z, Kassier. Daß Wer-ernslokal befindet (td) Gasthaus des Herrn Habmann, wo jeden Samstag nack dem 15. im Monat eine Versammlung pattkinden wird. Die Kollegen werde« ersucht, die Versamm. hingen stets zahlreich zu besuchen. , Ortsgruppe Innsbruck HI. Die Generalversammlung findet am 29. Jänner. 'A8 Uhr abends, im Arbeiterheim statt und wollen sich alle dienstfreien Genossen daran zahlreich beteiligen. Zahlstelle Teplitz. Laut Beschluß der Monatsversamm-lung vom 7. Jänner findet die nächste Monatsversammlung am 11. Februar statt. Nach der Versammlung humoristische und komische Vorträge. Ortsgruppe Jglau. Die Generalversammlung findet am 28. Jänner um 'A3 Uhr nachmittags im Vereinslokal, Pragerstraße Nr. 8, statt. Am 8. Februar veranstaltet die Ortsgruppe im Vereinsheim ein Kränzchen Die Mitglieder werden ersucht, sowohl die Generalversammlung als auch das Kränzchen zahlreich zu besuchen. Ortsgruppe Klostcrgrab. Jene Mitglieder, welche aus der Bibliothek Bücher entliehen haben, werden ersucht, die Bücher behufs Kontrolle bis längstens 1. Februar abzugeben. Ortsgruppe Innsbruck I. Die Mitglieder werden auf gefordert, die Jnterimskarten und Mitgliedsbücher behufs Ab. stempelung und Kontrolle für den Hinterbliebcnenunter» stützungsfonds an die Ortsgruppenleitung bis längstens 2. Februar abzugeben. Die Subkassiere werden ersucht, bei der Eintreibung der Mitgliedsbücher nach besten Kräften mitzuwirken. Zahlstelle Schwechat. Die Generalversammlung wird am 28. Jänner um 6 Uhr abends im Gasthaus des Herrn Proidl abgehalten. Die dienstfreien Kollegen werden ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen und die Mitgliedsbücher behufs Kontrolle mitzubringen. Ortsgruppe Wolfsberg. Die Generalversammlung wird am 20. Jänner in LabiS Gasthaus um 8 Uhr abends abgehalten. Sämtliche dienstfreien Kollegen sind freundlichst eingeladen. Ortsgruppe Pilsen. Die ordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe wird am 2, Februar um 1 Uhr mittags in dem Vereinslokal abgehalten. Die Besucher derselben werden hieinit aufgefordert, beim Betreten des Lokals sich mit dem Mitgliedsbuch ßu legitimieren. Sollte die Versammlung zur genannten Stunde nicht beschlußfähig sei, so findet die zweite eine Stunde später ohne Rücksicht auf die Anzahl der Anwesenden statt. Da wichtige Angelegenheiten zu erledigen sind, so ist es Pflicht aller dienstfreien Mitglieder, die Versammlung zu besuchen. Ortsgruppe Penzing. Den Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß am Montag den 12. Februar 1912 um 8 Uhr abends in Ribifch' Gasthaus, XITL Reinmasse 11, die ordentliche Generalversammlung stattfindet. Es ist Pflicht aller dienstfreien Genossen, daran teilzunehmcn. Referent von der Zentrale. Ortsgruppe Karlsbad. Den Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß am Sonntag den 4. Februar 1012 um 2 Uhr nachmittags in Bachmanns Gasthaus am Rosenhügel die ordentliche Generalversammlung stattjindet. Es ist Pflicht jedes einzelnen Genossen, derselben beizuwohnen. Die Mitglieder werden freundlichst ersucht, ihre Mitgliedsbücher behufs Kontrolle und Abstempelung mitzubringen. Gleichzeitig ersuchen wir jene Mitglieder, welche der Hinterbüebe;ienunter< stützungskasse beitreten, die Beitrittserklärungen auszufüllen und mitzubringen. Gäste sind willkommen. Zahlstelle Enns. Am Sonntag den 4. Februar 1912, 3 Uhr nachmittags, findet in Enns, Linzerstraße, Frau Försters Gasthaus, eine Mitgliederzusammenkunft zwecks Besprechung der Hinterblicbenenuntcrstützung statt. Ortsgruppe Pranerttof. Die ordentliche Generalversammlung wird Freitag den 23. Jänner 1012 um 7 Uhr abends im Gasthaus des H. F. Poschauko in Pragerhof abgehalten. Tagesordnung. 1. Bericht der Funktionäre. 2. Neuwahl. 3. Vortrag des Genossen I. Kopaö, Sekretär aus Triest: »Was haben die Eisenbahner vom Parlament?" Die Geizossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen und die Mitglieds-buchet behufs Kontrolle milzubringen. Ortsgruppe Brünn II. (St. k. Nordbah n.) Die nächste Monatsversammlung findet am 3. Februar statt, wobei die Genossen Taub und Engel je einen Vortrag halten werden. Der Vereinsball wird am 5. Februar um 8 Uhr abends in Hajeks Restauration abgehalten. Die Musik besorgt die Eisen, bahnerkapelle. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Mührisch-Schimberg. Die nächste Monats-Versammlung wird am 22. Jänner um 0 Uhr abends int Ar* beiterheim abgehalten. Zahlreicher Besuch erwünscht. Ortsgruppe Nosenbach. Die Mitglieder werden aufgefordert, die Mitgliedsbücher behufs Kontrolle an den Ortsgruppenkassier abzugeben. Ausgeliehene Bibliotheksbücher sind bis längstens 1. Februar zurüctzustellen. Ortsgruppe BudweiS. Am 21. Jänner findet im Ser-einSlokal eine öffentliche Oberbauarbeiterversammlung statt. Referent aus Prag. Den Mitgliedern wird zur Kenntnis gebracht. daß Genosse R ö d l seine Stelle als Kassier nieder, gelegt hat. Mit der Kasseführung wurde Genosse Franz I ö L t betraut. Ortsgruppe Bmstetten. Die Generalversammlung wird am 2. Februar um 'A3 Uhr nachmittags in Brunners Saal abgehalten. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Zahlstelle Neu-Aigen. Die Generalversammlung wird am 4. Februar um 2 Uhr nachmittags in Neumayers Nestau-ration abgehalten. Sämtliche dienstfreien Kollegen sind freundlichst eingeladen. Ortsgruppe Meran. Am 2. Februar um 3 Uhr nachmittags findet im Vereinslokal „Englischer Hof“ die Generalversammlung statt. Jene Mitglieder, die sich mit den Beiträgen im Rückstand befinden oder Bücher aus der Bibliothek entliehen haben, wollen ihren Verpflichtungen ehestens nach, kommen, respektive die Bücher längstens 1, Februar L I. retournieren. Sämtliche dienstfreien Kollegen werden aufgefordert, bestimmt zur Versammlung zu kommen. Ortsgruppe Marburg I. Die Generalversammlung wird am 27. Jänner um 7 Uhr abends im Vereinslokal, Bergstraße Nr. 4, abgehalten. Referent aus Wien. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Ortsgruppe Bischofshofen. Die Generalversammlung wird am 27. Jänner um 'AS Uhr abends in Haids Saal ab-gehalten. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Inhalt btr Nummer 2 vom 10. Jänner 1812. Voranzeige: Faschings-Courier. Artikel: Der separatistische Einbruch in die Eisen-bahnerorgcmifation. Mehr sozialistisches Wissen. Kapitalistische Sammlungspolitik. Wieviel Mitglieder hast du der Organisation schon zugeführt? Der Ruf eines Chinesen. Das Glück, nicht organisiert zu sein. Der Klassenkampf. Der Kampf der britischen Eisenbahner. .Stieskinder des bahn-behördlichen Dienstes. Protokoll der Personalkommisfion der <£t. E. G., Sektion Unterbeamte Protokoll der Personalkoin, Mission der St. E. G.. Sektion Diener. Feuilleton: Die Entstehung der Nordbahn. Inland: Der Klafsenkampfstandvunkt der National-berbändler. Im Dienste des Volkes. PreiSbarometer bc5 Zuckerkartells. Ausland: Die Löhne der preußischen Eisenbahn, arbeitet. Zentralisation der reichsdeutschen Gewerkschaften. Bewegung der Lokomotivführer und Heizer in Argentinien um einheitliche Regelung der Arbeitsbedingungen. Eisen-bahnerhetze in Deutschland. Die Wiedereinstellung der französischen Eisenbahner abgelehnt. Aus dem Gerichtssaal: Zusammenstoß zweier Maschinen in Jglau. Anerkennung eines Verkehrsunsalles durch das Schiedsgericht. Wieder ein deutschnationaler Verleumder verurteilt. Streiflichter: Dringende Reformen. Die neueste Sparmelhode der k. k. Staaisbahndireklion Wien. Die Per-sonalhäuser der StaatSbahn in Cciteudorf bei Leoben. Die L k. Staatsbahndirektion Villach und die Wächter. „Habt acht! — Recht» richt' euch!“ Wien-Westbahnhos. Prämien fürs Sparen. Wien. Wie der Staat seinen Arbeitern die Bedeutung der Feiertage erläutert. Ein Stimmungsbild. Die ©partout auf der Buschtiehiader Eisenbahn. Eine deutsch, nationale Eisenbahncrvcrsa»iw.Iung. Korrespondenzen: Gutenstein. Cilli. % Leoben. Prerau. Himberg. Unzmarkt. Bodenbach. V c r s a m in > u n gs b e r ! ch t e: Unzufriedenheit unter den Simmeringer Werkstatlenarbeiiern. Linz. Gloggnitz. St. Pölten. KiemS a. d. Donau. Bodenvach. Dürnfcllem. BudweiS. Höril). AuS den Organisationen: Lzernowitz. Wörg! I. Gänserndorf. Verschiedenes: Das deutschnationale Wickelkind. Die Lokomotive als Spielzeug Technisches: Eisenbahnen im Stteet. Die Chinesen als Eisenbahner. Literatur: „Die Neue Zeit." Mitteilungen deS RechtSbureaus: Sprechstunde. Bekanntmachung der Administration: Statistik. Mitteilungen der Zentrale: Verwaltungskomiteesitzung. Sprechsaal: An die Wächter der Südbahn. Offene Anfragen: An die Generaldicektion der B. E. 83. in Prag. An die Rordwestbahndirektion. An die Staatsbahndirektion Olmüb. Freie Eisenbahnerversammlungen: Lest-Neumarkt. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gewerk-schaftsverein! Villach I. Unter-Schischka. Mauthausen. Priesen. Obernitz. Rauding. Klosterneuburg. Trieben. Ko> uiotau. Villach I. Briefkasten der "Redaktion. Schreibarbeit. Wir sind leider nicht in bet Gage, Ihnen eine geeignete Arbeit turoeifen zu ll'nnen. — Kein Glück. Das Nute Kr>'uz-Los ist nicht gezogen und nicht ainortiiicrt — eporit}. Das „Jö-sziv“ (Gutes Herz-> Uo3, Berte 1226 Nr. 67, wurde am 16. November 1011 mit 4 ftr. gezogen. Die übrigen Lose sind ungezogen. — Gnigl il. Sie rücken am I. Juli 1913 aus 1100 Str. vor, weil alle vor dein I. Zünner 1909 angeüellten Diener, die zu diesem Zeitpunkte die Gehaltsstufe von 1100 Str. nicht erreicht haben, statt in drei, in zwei Jahren aus der Gehaltsstufe von 1000 Kr. in die Gehaltsstufe von 1100 Kr vorrücken. (Siehe Erlaß im .Eisenbahner", Nr. 31- UHU). f. i. A. Die in der Gehaltsstufe von louo Str. stehenden Bediensteten sind zum Tragen einer Nojette berechtigt. — „Wette". Anonyme Briefe werden nicht beantwortet. Für den Inhalt der ln eernte übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-0 o tntwortunQ. o { Fttr den Inhalt ler I» serate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie immer geartete Ver-o e entwortueo ® • Beste existierende Marke. Per Dutx. K 4 —, 61—, ö 10"—. Frauenschutz, jahrelang verwendbar, K 3'—, 4‘—, 6" IO1—. Neu- heit für Herren, dauernd zu gebrauchen, StOek K 2‘—. — Versand diskret — lllustr. Preisliste gratis (Verschlossen 20 Heller.) j. 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Bezirk, Hirschengasse Nr. 25. g □ SEancsanoHnnEanna/ Heil© die Trunksucht ehe der TrunksQchtige das Gesetz verletzt Rette Ihn, ehe der Alkohol seine Gesundheit, Arbeitslust und Vermögen zerstört hat oder che der Tod die Rettung unmöglich gemacht hat. Coem ist ein Surrogat für Alkohol und bewirkt, dass der Trunksüchtige geistige (Jc-irauko verabscheuen wird. Coom st vollkommen im-eoUädlloh und wirkt so intensiv, dass auch stark trunksiiehtigo Personen einen Rückfall niemals bekommen. Ooom ist das Neueste, was die Wissenschaft in dieser Beziehung hervorgebracht hat und hat derselbe bereits Tauscnde von Mcnsclieu aus der Not, dem Elend und Ruin errettet. tloom ist ein leicht lösliches Präparat, das zum Beispiel die Hausfrau ihrem Oatten im Morgengctränk geben kann, - ohne dass er das geringste davon merkt. In den meisten Fällen versteht der Betreffende gar nicht, weshalb er plötzlich Spiritus nicht vertragen kann, sondern glaubt, dass der übertriebene Genuss davon der Grund dmu sein wird, wie man oft eine gewisse Speise verabscheuen kann, wenn man dieselbe zu oft genossen hat. Ooom sollte jeder Vater «einem Sohne, dem Studenten, geben, ehe er beim Examen durchfällt, wenn er dem Trunk nach nicht besonders ergeben ist, so schwächt der Alkohol doch «ein Gehirn, üeberhaupt sollte ein Jeder, der nicht willenskräftig genug Ist, sich dem Genuss geistiger Getränke zu enthalten, eine Dose „Coom“ einnehmen. Selbiges ist völlig unschädlich. Der Betreffende konserviert dadurch seine Gesundheit und erspart sehr viel Gold, das sonst zu Wein, Bier, Branntwein oder Likör verwendet worden wäre. Horr R. F. schreibt: Coom Institut, Kopenhagen, Oünncmark. Ich bitte, so gütig zu sein, eine Schachtel Coom zu senden mit Postnachnahmo A 10 Kronen. Ich habe einen Freund, der sich sehr stark dom Trunk ergeben hat, und möchte ihn gern ahgewöhnen. Mit dem bis jetzt gesandten Coom habe ich schon drei Personen abgewohnt; sie sind jetzt ganz tüchtige Männer, nnr wollen sich die Menschen Bei uns nicht aiireden lassen. Viel mal dankend; verbleiben wir Sie ehrend. R. F. Diösgyör gyArtelop. 28. XI. 1810. Ungarn. Das Coom Präparat kostet 10 Kronen und wird versandt g€gan Vorausbezahlung oder gegen Nachnahme nur durch Coom Institut, Kopenhagen 314, Dänemark Briefe sind mit 25 Heller, Postkarten mit 10 Heller zu frankieren Ural Wienn beste und billigste Ein-kaufsquelle Ist die ln Eisen-bahnerkreloen altbekannte, o langjährig bestehende o Fünfhauser IHöbeiniederlage M. Eisenhammer Wien, XV., Mariahilferstrasse Nr. (neben der LÖwenftrogrerle Bcbawerda) 142 boHtUrle S iiumcrcinridihmoeii * Itr. l«iO, ISO, 170, 5(10 u. 840. 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Beniach in Deachenitz Nr. 158, Böhmen. Reichillustrierte Preidii'te »eotis u«b (tanto. ------------ das kann man nie wissen; es ist daher wirklich ratsam, selbst bei dem harmlosest scheinenden Husten sofort einzugreifen. Husten, Heiserkeit, Verschleimung, schweres Atmen, Schmcrzen in der Brust sowie Nachtschweiss sind immer bedenklich und selbst ein Schnupfen mahnt zur Vorsicht Der von vielen Aerzten empfohlene Örkdny’s Lindenhonig (Sirup) wird in solchen Fällen sehr gelobt. Eine Musterflasche dieses vorzüglichen Hausmittels kostet 3 Kronen, eine grosse Flasche 5 Kronen und 3 Flaschen franko um 15 Kronen, bestelle inan beim alleinigen Hauptdepot': Hugo Örkdny’s Apotheke in Budapest, Tököly-üt 28. Depot 12. MännerKranK- Seiten und Nervenschwache" von Spezüllarzt Dr. Rumser. 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