Nr. 15. Vr«nnmtr»tlon«pl«l«: Im «omptol, ganzj. fl. II, halbj. »l. 5-50. yür die Zustellung in« H«,<« halbj.50lr. Vtil der VÄft«an,t,N,ib, halbj,N,7^U, Freitag, 18. Jänner. Inse»tlon»gebü»: Für llelne Instate bl» z» 4 gellen »5 tr,, größere per Z«U« « ll,, be! ölt«»en 1884. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das »Prager Abendblatt" melde», der Gemeinde Kummer zum Schulbaue eine Unterstützung von 200 ft., ferner, Wie die „Brünner Zeitung" mittheilt, der Gemeinde Sudomerih eine Unterstützung von 100 ft. und der Gemeinde Roveöin eine solche von 200 fl. zum Neu-baue ihrer Schulen zu spenden geruht. Zur Lage. Die Miener Abenbpost" vom 16. d. M. schreibt: Was wir seit Jahren, trotz aller Einstreuungen der oppositionellen Blätter, immer und immer wieder behauptet haben: dass nämlich die große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung der politischen und natio-nalen Streitigkeiten herzlich müde sei und deshalb das Schwergewicht der parlamentarischen Thätigkeit auf die wirtschaftlichen Angelegenheiten gelegt wissen will. das wird heute endlich von der Deutschen Zeitung unumwunden zugestanden. In ihrem heutigen Lettartllel schreibt sie nämlich: „Wahrung der wirtschaftlichen Interessen lautete im Jahre 1879 gelegent. I>ch der Neuwahlen die Losung der überwiegend großen Mehrheit aller Wähler-schuften." Fragt man nun. wie die Abgeordneten der Lmlen dieser Parole der überwiegend großen Mehrheit aller Wähler nachgekommen sind. dann braucht man um die Autwort wahrlich nicht verleaen zu sem Sagt doch die ..Deutsche Zeitung" selbst, „noch n^^?"^""^^ h"e so schroffe, unversöhnliche na on le Gegensatze aufgewiesen wie das heutig". der Regierung und auch U sk3 ? der Rechten des Abgeordnetenhauses iss dass statt der von der Bevölkerung gewünschten ge! memjllmen Thätigkeit auf wirtschaftlichem Gebiete nur eine Verschärfung der nationalen Gegensähe im Ab-geordneteichause eintrat, bedarf wahrlich für Kenner unserer parlamentarischen Verhältnisse nicht erst eines Beweises. Mit Bezug auf die bevorstehende Debatte über die Anträge der Abgeordneten Graf Wurmbrand und Dr. Herbst bemerkt der Czas, dass diese Anträge wedel zeitgemäß noch berechtigt seien, da sie nur zur Schü« rung des NationalitäteN'Zwistes beitragen können. Die deutsche Sprache habe die ihrer culturellen Bedeutung entsprechende Stellung und diene auch den nichtdeut-lchen Völkern Oesterreichs zur gegenseitigen Verständigung. Deshalb möge in der Sprachenfrage alles beim alten bleiben. — Die Schlesische Zeitung agt ,n einem Wiener Briefe: „Die Frage der geseh. 'chen Fixierung der deutschen Sprache als Staats-lprache wird noch vor Ablauf dieses Monates im öster- reichischen Abgeordnetenhause zur Verhandlung kommen, und man rüstet sich bereits in beiden Lagern zu dem entscheidenden Kampfe, der voraussichtlich mit der Ablehnung des von der Opposition ausgegangenen Antrages endigen wird, zumal selbst die gemäßigten Elemente der Ansicht sind, dass die gegenwärtigen Ver« Hältnisse nicht dazu angethan sind, eine derartige Frage zu lösen, und der factische Zustand es auch nicht dringend erscheinen lasse. In Böhmen sei, wie selbst die Organe der Vereinigten Linken zugeben, an der deutschen Amtssprache im inneren Verkehre der Behörden und Gerichte nicht gerüttelt worden, und die ..Sprachenverordnung" vom 19. April 1880 für Böhmen und Mähren regle nur den Gebrauch der Landessprache im Verkehre der politischen, Gerichts, und staatsanwalt« lichen Behörden mit den Parteien und autonomen Organendahin.dass jederPartei ihr Recht und die erbetene Auskunft von Snte der Behörden in jener Landes-spräche zutheil werde, in welcher die betreffende Partei das Ansuchen gestellt hat. Die Vorschrift beziehe sich nur auf die Behörden und Gerichte erster In-stanz, und es werde dadurch weder der interne Ver-kehr dieser Behörden und Gerichte untereinander, noch mit ihren höheren Instanzen, noch aber der Verkehr dieser letzteren mit der Centralregierung in irgend welcher Weise alteriert." Die Kölnische Zeitung bespricht in einem ihrer leitenden Artikel die Bedeutung des deutsch-österreichischen Bund n is ses und sagt darin unter andern: „Vom Standpunkte der dauernden Lebens-interessen des gesummten Deulschthums wäre für Oesterreich am erwünschtesten eine wirkliche Versöhnungspolitik, eine auf eine uneigennützige Mittelpartei ge« stützte, aber über den nationalen Parteien stehende Re» gierung. Wir Deutsche werden uns gewöhnen müssen, den schwierigen Anläufen zu einer solchen Regierung ein größeres Wohlwollen entgegenzubringen. Eines aber ist auch dem Grafen Taaffe geglückt: die so ziemlich gelungene Austreibung des Panslavismus aus Oester-reich ist ein Erfolg, den nur leugnen kann, wer den Thatsachen keinen Einfluss auf seine Theorien gestattet und den in seiner Bedeutung für das Deutsch, thum nur derjenige unterschätzen wird, der es nie versucht hat, sich ein Europa ohne Oesterreich zu denken." In ungarischen Blättern circulierten in den letzten Tagen Gerüchte von einer angeblich bevorstehenden Fusion zwischen der liberalen Partei und der gemäßigten Opposition. Aus diesem Anlasse be« merkt die ..Ungarische Post": „Derartige Gerüchte sind schon wiederholt aufgetaucht, entbehrten jedoch jedesmal aller Begründung. Dies ist auch diesmal der Fall, wofür nicht bloß die Abstimmung über das Budget, sondern auch die Enunciation des zur gemäßigten Opposition gehörenden Abgeordneten Clemens Ernuszt bei der Post ..Dispositionsfond" spricht. Im übrigen kann die jüngste Unterredung des Minister. Präsidenten mit den Führern der Opposition Daniel Iränyi und Desider Szilägyi auch nicht im entferntesten mit der angeblich bevorstehenden Fusion in Zusammenhang gebracht werden. Aus Budapest wird unterm 16. d. M. gemeldet: Nach Anmeldung der Einlaufe im Abgeordnetenhaus«: überreichte Communications-Minister Baron Kemeny die Gesetzentwürfe über die Concessionierung der Eisenbahnlinie Csacza'Landesgrenze und über den Ausbau der Mun-läcs.Veszkider Linie. Dieselben werden den betreffenden Fachausschüssen zugewiesen. Auf Nntraa des Handelsministers Grafen Szcchcnyi wird die Wahl eines Volkswirtschafts-Ausschusses von 21 Mitgliedern beschlossen, welchem seinerzeit die einzureichende Gewerbe-gesetz-Novelle zugewiesen werden wird. Die Wahl dieses und der sonstigen noch zu wählenden Fachausschüsse wird für Freitag anberaumt. Es wird zur Tagesordnung übergegangen und das Budget des Ministeriums des Innern in Berathung gezogen. Re< ferent Rakovszly kennzeichnet kurz den Standpunkt des Finanzausschusses und motiviert die präliminierten Mehrausgaben im Betrage von 794527 fl. — Ugron schilderte in drastischer Weise die misslichen Zustände des Landes und wirft dem Ministerpräsidenten vor, dass er nun bei der Opposition Unterstützung suche; man müsse den Sturz dieser Regierung vom Oberhause erwarten, welches infolge der abnormen Zustände das Uebergewicht über das Abgeordnetenhaus erlangte. Er lehnt die Vorlage ab. — Ivan Simonyi schreibt die sich allenthalben kundgebende Apathie dem Umstände zu. dass man von dieser Regierung nichts erwarte. Eine Frage aber beherrsche die Gemüther, der Antisemitismus, für welchen er sodann, den gestrigen Angriffen gegenüber, in die Schranken tritt. Aus Agram wirb unterm 15. d. M. berichtet: Conte Vojnovic' schildert im Landtage die verschiedenen Verkürzungen Kroatiens seit dem Bestände des Ausgleichsgesetzcs; er nennt den Einfluss des ungarischen Finanzministers ungerechtfertigt und erwähnt, dass Kroatien bei den Investierungen umgangen werde und die erbauten Bahnen nicht zum Vortheile, sondern zum Schaden Kroatiens dienen. Mit Bezug darauf, dass die Ungarn sagen, Kroatien habe ein Deficit von fünf Millionen, Feuilleton. Der MeinlMsler. ^zählung aus dem obdercnnsischen Volksleben von C. A. Kaltenbrunner. (10. Fortsetzung.) Der Neuangeworbene blieb noch eine ganze Stunde be, dem Haupte der geheimen Schwärzerbande, wäh« rend welcher sich die beiden angelegentlich besprachen und beriethen. Zauner weihte ihn in alle Einzelheiten chres „Geschäftes" ein und theilte ihm umständlich Mlt, was für die nächste Zeit beabsichtigt war und inwiefern Dominik mitwirken sollte. ^ Es war schon spät, als letzterer die Solde Zau-ner s verlieh und mit gedankenschwerem Sinnen heimkehrte. Vroni lag in ihrer Kammer längst zu Bette, aber die Unruhe, dass der Vater heute so ungewöhnlich lang ausblieb, ließ sie zu keinem Schlafe kommen. Ms der Vater endlich kam, fiel es der ängstlich hor-cyenden Tochter auf, dass sein Tritt nicht so fest und laut war wie sonst, sondern kaum hörbar sich verlor. .. Hatte das nicht mehr reine Gewissen des Mannes Mnen Gang bereits so - vorsichtig gemacht? k?n2 "lonl's kindliche Liebe war eines solchen Gedan-aesP«N'chl fähig; dennoch blieb ihre Phantasie auf-den «.-""b s" konnte ihre Bangigkeit nicht los wer-"'- <5m zweites stilles Nachtgebet, in welches sie den Vater und dessen Heil mit einschloss, brachte ihr endlich Ruhe. und das gottergebene Vertrauen schloss die Augen des bekümmerten Mädchens. Früh am anderen Morgen blickte sie den Vater, dessen Gesichtsausdruck ihr etwas verändert vorkam, besorgt und fragend an; sie hielt es aber nicht für schicklich, irgend eine Aeußerung laut werden zu lassen, welche ihn vielleicht verletzen konnte. Dominik war schweigsam, mit seinen Gedanken beschäftigt, und Vroni wollte ihn nicht stören. Ehe er sich zusammenrichlele, um ..in die Arbeit zu gehen", brach er jetzt seine frühere Schweigsamkeit und sagte mit einer gewissen Zurückhaltung zu Vroni: »Es wäre mir lieber, wenn ich das, was ich dir jetzt sagen muss, nicht zu sagen gebraucht hätte, aber du musst darum wissen! Du wirst zwar etwas stutzig sein, eine solche Neuigkeit von mir zu hören, mache dir übrigens nichts daraus!" Vroni hörte mit Beängstigung die zweideutige Einleitung. Es kam ihm nicht leicht an, der Tochter die Veränderung der häuslichen Verhältnisse auf die wenigst beunruhigende Weise beizubringen. Nach einer längeren Pause kleidete er seine vertrauliche Mittheilung in die Worte ein: „Es werden jetzt manchmal in der Nacht bekannte Männer kommen, mancherlei bei uns ablegen oder holen." Vroni's Antlitz entfärbte sich; ach, sie erkannte ja schon, zu welchen Mitteln der unglückliche, bisher so rechtschaffene Vater greifen wollte. Dominik sprach weiter: «Lass dich durch alles dies nicht stören! Thue so, als ob du nichts sähest und hörtest! Es versteht sich hiebei, dass du — aus Rücksicht für mich — gegen jedermann strenge verschwiegen sein musst, — doch kann ich mich in diefer Beziehung auf dich verlassen." Mit 'zitternder Stimme und die Hände faltend rief jetzt Vroni: ..Vater, Vater! Um Gotleswillen! Was bist du im Begriff zu thun? O höre auf das. um was ich dich heiß bitte, steh' ab davon! Fliehe jene gefährlichen Menschen, die dich und uns in's Verderben stürzen würden! Lass uns arm, aber ehrlich bleiben." Wahrscheinlich ohne zu verstehen, um was es sich handelte, hob Magdalena instinctmähig den Finger gegen Dominit und stammelte heftig: ,Nit thun, Dominik!" Dieser war für den Augenblick etwas erschüttert, rasch aber unterdrückte er seine innere Bewegung und sagte zu Vroni: „Sei nicht kindisch und tleinmiithig! Ohne Muth und ohne Wagnis erreicht man nichts." Vroni drang noch einmal mit flehenden Bitten in ihn. Dominik antwortete möglichst gefasst: «Ich kann nicht anders, seid unbesorgt!" Er langte nach seinem Hut und gieng mit beschleunigten Schritten von dannen. ^ Vroni weinte laut in unsäglicher Angst, uno Magdalena machte gegen die Thür. durch welche yr Mann fortgegangen war. mit erhobenen, «rm eme Geberde, als wollte sie Duminik „achdrohen. Laibacher Zeitung Nr. 15 ne 18. Jänner 1884. meint Redner, wenn Serbien und andere kleine Staaten mit ihrem Budget bestehen können, so könne auch Kroatien mit seinem Einkommen bestehen. Nur eine vollkommene Autonomie könne Garantien gegen Ver« fassunasverletzungen bieten. Gjurajeviö unterzieht die Situation des Landes und das Parteileben einer eingehenden Kritik. Er sagt, die Leidenschaftlichkeit der politischen Kampfesweise habe das sociale Lrben bereits vergiftet; Beamte, Geistliche, Professoren, Studenten treiben Politik, das Volk vernachlässigt die Arbeit, wird zum Proletariat und infolge dessen ein blindes Werkzeug Gewissenloser. Kaum ein Abgeordneter, ein angesehener Politiker oder hoher Staatsmann ist zu finden, dem nicht die Ehrenhaftigkeit und der Patriotismus abgesprochen wurden. Ein solches Verfahren führt zur vollständigen Ab» liützung der politischen Kräfte. Es werde die parlamentarische und staatliche Autorität untergraben und das Volk zur Unordnung und Ungehorfam verleitet. In der inneren Politik habe der Rad'calismus ungeheuere Fortschritte gemacht; nach außen werde der Chauvinismus propagiert. Eine solche Politik führe nicht zum Fortschritte, fondern zum Ruin des Vaterlandes. Redner persifliert die Großmachtsideen der Rechtspartei, erörtert die wahren Ursachen ihrer Sympathien für das Commissariat und bezeichnet als Haupt-Ulsache der heutigen Zustände den Urbergang aus der früheren wirtschaftlich-socialen Lage zu den europäischen Einrichtungen, wobei sich zuerst die Nachtheile moralischer und materieller Natur geltend machen. Redner bemerkt schließlich, es sei noch nicht an der Zeit, von der Großmacht Kroatiens bis ans Aegäische Meer zu träumen, er ist gegen die Abstinenz vom gemeinsamen Reichstage und gegen jede Adresse, b»son« ders gegen die vorliegende, weil sie zur Wahlagitation bestimmt sei. Er bezweifelt den Erfolg derfelben. Redner ist auch gegen die vollständige Autonomie. — Nach dieser mit großem Beifalle aufgenommenen Rede wird die Sitzung geschlossen. Vom Ausland. Die baierische Abgeordnetenkammer hat nicht bloß den Antrag auf Errichtung einer vom Staate dotierten und subventionierten Hagelversicherung, sondern auch den Antrag auf Errichtung einer Mobiliar »Brandversicherungsanstalt durch den Slaat an» genommen. Dass die Anstnlt auch wirklich zustande kommt, ist damit noch keineswegs verbürgt, denn der Minister des Innern wies auf den Sland der Versicherungsfrage im Bundesrathe und die Zuständigkeit des Ruches hin und ließ erkennen, dass die Sache dilatorisch zu behandeln sein werde. Seitdem die Radicalen im Pariser Stadtralhe die Oberherrschaft besitzen, haben sie beständig bald mit der Staatsregierung, bald mit dem Seine«Präfecten gehadert über das Budget der Polizei. Sie haben mit der Annahme von Anträgen begonnen, welche dieses oder jenes besondere Fach betrafen, bis sie zuletzt das ganze Budget der Polizeip»äl>ctur verworfen haben. Dadurch hlben sie alle gemäßigten Republikaner ver-stimmt, und endlich hat das Ministerium den letzten vom Stadtralhe erhobenen Streit wegen der Polizei-Verwaltung zum Anlasse genommen, um einen Gesetz-entwurf auszuarbeiten, nach welchem die Kosten der Pariser Polizei in das Budget des Staates auf» genommen werden follen. Herr Jules Ferry will dem Stadtralhe von Paris eine feiner Machtvollkommenheiten nehmen, worauf derselbe einen großen Wert legt. Die dem Staate zugewiesenen Polizei-Angelegen- 7. Der Schwärzer. Erst am Abend kam er von der Arbeit wieder heim. Jedem Versuche Vrom's. ihn von der gefähr-lichen Verbindung, die er angedeutet hatte, abzubrin« gen, setzte er entweder ein hartnäckiges Schweigen oder nur abgebrochene, nichtssagende Redensarten entgegen. Er ließ sich überhaupt in kein weiteres Gespräch mehr ein, sondern zündete sich, da es bereits finster geworden war. die große Hauslaterne an, gieng hinaus, suchte Spaten und Schaufel und begab sich in den Keller, wo er anfieng, die hintere Erdwand abzugraben, die Erde in den Hof heraus zu schassen und dasür große Steine hinein zu tragen, mittelst welchen er die Wand wieder herstellte, jedoch so einrichtete, dass man sie durch Wegnahme der Steine ebenso leicht öffnen als durch Wiederaufjchlichten derselben fchließen konnte. Vroni machte sich bei der Kuh etwas zu schaffen und fah mit geheimem Schrecken den Vater mit jener Arbeit beschäftigt, wagte aber nicht das leiseste Wort darüber zu sprechen, nachdem sie schon die traurige Ueberzeugung hatte, dass ihre Bitten und Vorstellun» gen vergeblich seien. Das geängstigte Kind musste alles weitere „unserem lieben Herrgott" überlassen, dessen allmächtige Hand vielleicht im rechten Momente eingreifen und alles wieder zum Besseren wenden werde. (Fortsetzung folgt.) heilen sind gerade die wichtigsten; sie betreffen die Centralverwaltung, die Polizeicommissariate und die städtische Polizei. Außerdem übernimmt die Staatsverwaltung die Aufsicht über die Börse, über die Cen-tralhallen, über das öffentliche Fuhrwerk, über die Armenpflege und den Gesundheitsschutz. Das Gesetz nimmt also dem Pariser Stadtrathe die Ermächtigungen, welche die Stadträthe aller anderen französischen Städte besitzen. Was hingegen von den jetzigen Befugnissen der Polizeipräfectur von Paris auf den Stadtrath übergehen würde, wäre der Dienst der Löschmannschaft, das Medicinalwefen, die Maße und Gewichte, die Schiffahrt auf der Seine und die kleinen Märkte außerhalb der Centralhallen. Darüber sind denn die Radicalen sehr ergrimmt. Aber die „Rothen" des Stadtralh-s haben alle gemäßigten L^ute mit ihren Reden erschreckt; sie haben die Katholiken ge< kränkt und alle Welt missvergnüqt gemacht durch ihre Wuth, sich mit Politik zu befassen, anstatt mit den wichtigen Verwaltungs-Angelegenheiten. Daher hört man im allgemeinen nicht viel auf ihren Tadel gegen Herrn Ferry und sein neues Gesetz. Wie die „Gazette de Lausanne" meldet, hat der russische Minister des Aeußern v. Giers am 16, d. M. Montreux verlassen und sich nach Freiburg im Breis-gau begeben, wo derselbe übernachten wird. Dann reist der Minister nach Stuttgart und sodann nach Wien ab. In dessen Begleitung befinden sich sein Sohn Eon« stantin und der Botschaftsrat!) in London Fürst Can-tacuzene. Lord Duffer in hat in Angelegenheiten der Verlängerung der Handelsverträge an die Pforte eine Note gerichtet, worin er einen Gegenvorschlag macht, demgemäß England die Prolongation des acht-procentigen Wertzolles für die Dauer eines Jahres anzuerkennen bereit ist. Sollte in der Zwischenzeit kein neuer Vertrag abgeschlossen werden, so tritt eine wei-tere Verlängerung unter den gleichen Bedingungen ein. — Ueber Athen wird dem Reuter'schen Bureau unter dem 13. d. M. aus Constantinopel gemeldet: «In den einflussreichen Kreisen der griechischen Culonie hegt man noch die Hoffnung, dafs es gelingen werde, die Differenzen zwischen der Pforte und dem ökumenischen Patriarchen auszugleichen. Große Erwartungen fetzt man in die Vermittlungsbestrebungen Lord Dufferins und der anderen fremden Botschaf« ter. Die armenische Kirchenverfammlung hat einen lan-gen Bericht über die Privilegien der Kirche ausgear» beilet; derselbe wurde von Monsignor Narfes approbiert und Wird der Pforte vorgelegt werden." Reuters Office meldet aus Suakim vom Uten Jänner: Baker Pascha kehrt von Massuah nach Suakim zuiiick. Wie es heißt, handelt es sich darum, die Operationsbasis von Suakim nach Massuah zu verlegen. Aus St. Petersburg wird unterm 12. d. M. geschrieben: Der Polizeibeamte, welcher Oberstlieutenant Sudejlin auf dessen Gang in den Tod begleitet hatte und bei dem Attentate auf diesen ebenfalls verwundet worden war, ist nun doch im Spitale seinen Wunden erlegen. Wie nun bekannt wird, ist einer der Attentäter während des Kampfes im Gesichte verwundet worden. Es sind 17 Verhaf. tungen vorgenommen worden. Bisher haben jedoch die Verhaftungen keinerlei bestimmtes Refultat zutage ge. föidert. Oberstlieutenant Sudejkin hat über die nihilistischen Bewegungen ch'ffiierle Noten hinterlassen, da jedoch der Chiffernschlüssel fehlt, ist man bis zur Stunde nicht in der Lage, von diefen Schriftstücken Gebrauch zu machen. Aus Madrid wird unterm 15. d. M. gemeldet: In der Deputier-tenlammer entwickelte Castelar seine Anschauungen in der auswärtigen Frage. Redner constatierte den moralischen Einfluss Frankreichs. Deutschland suche mit allen Mitteln eine Invasion der demokratischen Principien zu verhindern. Spanien dürfe sich nicht zwischen Frankreich und Deutschland einmengen. Castelar findet, dass die Reise des Königs Alphons nach Deutschland inopportun war. Der gewesene Minister des Aeußern Vega d'Armijo erklärt, es existiert kein Document, welches Spanien in eine auswärtige Allianz engagiere. Die Reise des Königs hatte keinerlei Allianz« zweck. Armijo lobt das seit mehreren Jahren beob-achtete Verhalten Dmtschlands Spanien gegenüber. Auf die Pariser Vorfälle am 29. September bezug. nehmend, sagt der Redner, die spanische Regierung habe nach den vom Präsidenten Grcvy dem Könige Alphons gegebenen Elklärungen keine weiteren Auf. klärungen verlangt. Der Minister des Innern ver« sichert, Kaiser Wilhelm hatte bei der von Castelar ebenfalls kritisierten Ernennung des Königs Alphons zum Regiments-Inhaber keinerlei Feindseligkeiten gegen Frankreich im Sinne. Von der inneren Frage sprechend, erklärte der Minister, wenn die Majorität eine Transaction acceptiere, werde das Cabinet seine Demission geben, damit der König ein Cabinet aus der alten Majorität und der ministeriellen Linken bilden könne. Tagesneuigkeiten. Raubmörder nnd deren Opfer. Wien, 13. Jänner. Das grauenhafte Complot, welches Hugo Schenk im Vereine mit feinem Bruder Karl und dem Schlosser Schlossarek geschlossen, erscheint nunmehr durch das allerdings nur theilweise Geständnis Hugo Schenl's sowie durch ein weiteres Geständnis seines Bruders bereits in dem entsetzlichsten Lichte. Es war ein planmäßiges und zielbewusstes Vorgehen, welches die Mörder befolgten. Wie groß der materielle Vortheil aewefen, welcher aus den Verbrechen Schenk's und Schlossarek'K für diefe resultierte, kann momentan noch nicht angegeben werden. Die verschiedenen Reisen, die gemacht werden mussten, erforderten ziemlichen Geldaufwand, und kein einziges der aus dem Leben ge« schafften Mädchen hat einen Betrag von größerer Höhe fein Eigen genannt. Den Löwenanteil fcheint jedenfalls immer Hugo Schenk für sich behalten zu haben, der dann feine „Mitarbeiter" — es wurde immer nur einer zugezogen — entlohnte. Schenk selbst hat, sowohl wenn er hier in Wien war, als auch während seines Linzer Aufenthaltes, fehr gut gelebt und hat aus eigenen Mitteln, um nur ein Beispiel anzuführen, die armen Verwandten der Emilie Höchsmann mit Geldbeträgen unterstützt. Die Effecten der verschiedenen Opfer getrauten sich die Mörder aus Furcht, dadurch Verdacht auf sich zu lenken, nicht zu verkaufen, ebensowenig die Pretiofen. und so dürfte der Raub nicht eben groß gewesen sein. Karl Schenk, der gestern noch entschieden leugnete, irgend welchen Antheil an den seinem Bruder zur Last gelegten Verbrechen genommen zu haben, hat nunmehr auch das Geständnis abgelegt, in Gemeinschaft mit seinem Bruder Hugo die Köchin Theresia Keltert zu Anfang des Monates August in der Nähe von Lilienfeld ermordet, und zwar erfchossen und dann ins Wasser geworfen zu haben. Damit erfcheint nun die von Hugo Schenk energisch geleugnete Mordthat auch erwiesen. Der Umstand, dass die Köchin Ketterl erschossen wurde, mithin denselben Tod fand, wie die bisher unbekannt gebliebene Ermordete aus dem Payerbach« Graben, hat diefe letztere Affaire wieder in den Vordergrund gerückt. Die Polizeibehörde befasst sich ein-gehendst mit diesem noch nicht aufgeklärten Morde, und es wurde die Verfügung getroffen, dafs die feiner» zeit aufgefundenen Effecten der ermordeten Frauen«. Person nach Wien gebracht werden, damit man dieselben möglicherweife hier agnosciere. Die polizeilichen Erhebungen dürften kaum vor drei Wochen beendet sein, dann erst werden die Vethafteten dem Landesgerichte eingeliefert werden. Nachdem heute vormittags im Sicherheitsbureau der Polizeidirection eine große Anzahl von Zeugen, darunter auch die mehrgenannte Emilie Höchsmann, in der Affaire Schenk und Conforten vernommen wor« den war, wurde nachmittags auch der Scklosser Schlos« sank einem Verhöre unterworfen. Schloffarek, der an< fangs Gleichgültigkeit an den Tag gelegt hatte, fcheint jetzt ganz niedergeschmettert. Er ist leidend, und das Verhör mit ihm konnte infolge dessen nur in Pausen vorgenommen werden. Hugo Schenk muss auf viele weibliche Wesen, mit denen er in Berührung kam, große Anziehungskraft ausgeübt haben, freilich waren es meist etwas betagte Mädchen, auch luß er es mauchmal an Ausgaben nicht fehlen. Er erweckte aber bei einigen Mifs-trauen, ja Furcht. Mit den Geschenken an die Mäd-chen hat es freilich eine eigenthümliche Bewandtnis, da Schenk, nachdem er die Opfer aus dem Leben ge-fchafft. sich in den Besitz ihrer gesummten Habe setzte und so wieder seine Cadeaux zurückbekam; andererseits wieder hat er oft unmittelbar nach Vollführung eines Mordes die dem einen Mädchen geraubten Schmuck-geqenstände einem anderen zum Geschenke gemacht. So z. B. hat die Höchsmann sich durch einige Zeit des Besitzes der Pretiosen der Ketterl erfreut, ohne selbst-verständlich von der fürchterlichen Provenienz eine Ahnnng zu besitzen, und auch Rosa Ferenczy bekam, kurz bevor sie aus dem Leben geschafft wurde, von ihrem Bräutigam ein Brautgeschenk, welches freilich bald wieder auf dem bei diesem Scheusal nicht mehr ungewöhnlichen Wege des Mordes in seine Hände zurückgelangte. Wir wollen eine Schilderung der Art des Ver kehres zwischen Hugo Schenk und den Mädchen, mit denen er durch Zeitungs-Inserate bekannt geworden, geben. Ende April lernte Hugo Schenk durch eine Annonce dle 24jahr,ge Emilie Höchsmaun kennen. Dieselbe wohnte damals bei ihrem Schwager, dem Stenographen Vincenz Zwierzina. 3. Bezirk, Kegelgasse Nr. 10. Da das Mädch.n Grund zu der Annahme halte, dass die Anknüpfung des Verhältnisses mit Schenk ihrem Schwager nicht angenehm fei, sah sie sich veranlasst, zu ihrer auf dem Rennwege wuhichafteu Schwester, die an den gewesenen Beamten Vogt verheiratet ist. zu übersiedeln. Am 24. April v. I. erhielt die Höchsmann den ersten 'Bncf von Schenk, in welchem ihr diefer ein Rendez- Laibacher Zeitung Nr. 15 117 18. Jänner 1884. bous für den 26. April bestimmte. Die beiden kamen Wirklich zusammen und fanden Gefallen an einander, ^m 1. Mai fand die zweite Zusammenkunft statt, und diesmal begleitete Schenk das Mädchen bis nach Schönbrunn. Auf dem Wege suchte er sie zu bewegen, ihm Gehör zu geben, das Mädchen aber willfahrte nicht seinen Wünschen. Die Höchsmann bekam eines Tages einen Brief, unterzeichnet Dr. Josef Schenk, welcher sich in dem Schreiben als Bruder Hugo's vorstellte und dem Mädchen mittheilte, dass dieser den Versuch gemacht habe, sich durch E'.iathmung von Gift zu todten. Einen Tag darauf kam ein Brief des Hugo Schenk selbst, in dem er mittheilte, dass er sich wohler befinde, und bat zugleich um ein Rendezvous. Der Ueberbringer des Briefe« war Karl Schenk. So verstrichen mehrere Wochen, und Schenk erzählte unter anderm der Höchsmann, dass er am 12ten August bei der Arlberg'Bahn eine lucrative Stellung bekommen werde. Er wies auch ein hierauf bezügliches Decret vor und gab an, eine Caution von 1200 st. bereits erlegt zu haben. Mitte Mai vorigen Jahres übersiedelte Emilie Höchsmann mit ihrem Geliebten nach Molk. Hier drängte sie nun in ihn, dass er sie heiraten möge, und als Ausflucht gab Schenk eine Fabel zum Besten. Kurze Zeit darauf sagte Schenk, er müsse nach London verreisen, um dort Geld zu beheben, und Emilie Höchsmann, welche ersehen, dass Schenk kein Geld besitze, händigte ihm 200 fl. ein. Er reiste ab. In dieselbe Zeit. Ende Juni, sällt das spurlose Verschwinden der beiden Timal, von denen die eine, Iosefine, ungefähr einen Monat später in einem Was« sertiimpel nächst Mährifch.Weißlirchen aufgefunden Wurde. Wenige Tage darauf kehrte Schenk zu seiner Geliebten zurück. Er sagte, er habe das Geld in London nicht bekommen'können, weil er sich nicht genügend legitimieren konnte, er habe aber andenveitg Geld beschafft. Thatsächlich händigte Schenk nach seiner Rücklehr nicht bloß d,e ihm geliehenen 200 fl,, sondern auch eine größere Summe der Emilie Höchsmann ein. Am 4. und 5. August war Schenk in Wien nicht sichtbar, und in diese Zeit fälll das Verschwinden der Theresia Keltert. Um 10 Uhr abends des nächsten Tages, nämlich des 5. August, kam Schenk mit dem Courierzuge der Westbahn hier an und verfügte sich in em Gasthaus. Huao Schenk entfaltete an diesem Abende außerordentlichen Hunger, und als ihn seine Umgebung °U °b er denn gar so hungrig sei, antwortete er l«n«-n m 't?°"M T°a vor Arbeit nicht einmal essen Br as^^""^^ Speisens zog Schenk aus der VN »'".^Wertpapiere und sagte: .Ich yalte 9000 fl. bekommen sollen und habe nur 3000 fl. erhalten; diese Papiere sind so viel wert." Dann Über« gab er Emilie Höchsmann eine Uhr, einen Brillantring, ein Collier und dazu gehörige Ohrgehänge, welche Gegenstände von der Ketterl stammten, die er wenige Stunden zuvor mit seinem Bruder in der Nähe von St. Polten ermordet halte. Jetzt sollte Schenk daran gehen, ein dem Voigt, Schwager der Höchsmann, gegebenes Versprechen wegen Errichtung eines Geschäftes in Stettin einzulösen. Am Abend des 6. August sollte die Abreise erfolgen. Um 6 Uhr früh fuhr Schenk mit der Hochs, mann im Fiaker nach der Stadt, wechselte beim «Merkur" die Wertpapiere und fuhr dann nach den ^uchlauben. Hier behob er in der Sparcasse das Geld auf die der Ketterl gehörigen Sparcassebücher. Die «brelse nach Stettin erfolgte am Abend desselben sages, und zwar auf Kosten Schenl's. Voigt und leme Gattin suchten das projectierte Geschäft in Stettin einzurichten, und Schenk gab ihnen hiezu 800 Mark. öwel Wochen blieb er in Stettin, dann reiste er ab und ließ die Höchsmann allein zurück, nachdem er ihr gesagt habe. sie möge sich, im Falle sie eine Depesche erhalte, sofort reisefertig machen. Drei Tage nach der Abreise kam folgendes Tele-»lamm: „Reise sofort, ich erwarte dich in Breslau." ^»e Hochsmann reiste dorthin, und Schenk erzählte lyr be, der Ankunft, er werde unablässig von Nihili. sten verfolgt und sei seines Lebens nicht sicher, weil er sich von denselben losgesagt habe. Die Nihilisten konnten den Schmuck, den die Höchsmann trug, erkennen und schließen, dass sie mit ihm in Verbindung Neye; darum sel es nothwendig, den Schmuck einer Umänderung zu unterziehen. Schenk nahm nun dem Mädchen den Schmuck ab, den es trug, uud kaufte lhr einen anderen. Gegen Ende des Monates August kamen die bei« oen nach Wlen, und Schenk quartierte Emilie Hochs« mann bel Schlofsarel ein. Die Familie Zwierzina war zu lener Zeit nach Wolfsthal bei Pressburg übersiedelt, und dort stattete Schenk mit seiner Geliebten der Familie Avlerzma mehrere Besuche ab. Auf einem der Spazier. 3""9e durch das Wolfsthal machte Herr Zwierzina a.? ?-^..?l die dichten Wälder in der Nähe und U.dle Nahe der Donau aufmerksam und sagte: Sck,s "?." ^" jemanden umbringt und in das ^chllf wirft, ftndet ihn keine Seele mehr." dann i '?5-^"^ die Höchsmann in Hetzendorf, veranl^. lmgau ein, und zu Anfang Dezember «"'Me er d.e Ueber iedlung der Genannten nach Salzburg. In den ersten Jänner-Tagen besuchte Schenk seine Geliebte, und damals hat sich folgende Scene zugetragen: Er stellte sich vor das Mädchen mit den Worten: „Sage mir. für was hältst du mich?" — ,.Wenn ich aufrichtig sein soll. für den Rosza Sandor." antwortete das Mädchen. Schenk erwiderte: „Warum nicht gar für den Rinaloini?" — „Das ist so ziemlich dasselbe." meinte die Höchsmann. Dann verabschiedete sich Schenk und — das weitere ist bekannt. Erwähnt zu werden verdient, dass Schenk der Höchsmann oft größere Geldbeträge sendete. 5 Ueber die Affaire Rosa Ferenczy ist Folgendes bekannt geworden: Es war unaufgeklärt, wo das Mädchen die Zeit zugebracht hatte, die zwischen dem Austritte aus dem Dienste und der Ermordung des« selben in der Nähe von Pressburg verstrichen ist. Das ist nunmehr aufgeklärt: Rosa Ferenczy hatte sich während dieser Zeit beim Meerschaumbildhauer Albert von Hotze im dritten Stocke des Hauses Nr. 2 am Hundsthurm aufgehalten, wo sie ein Cabinet ge-mietet. Sie legte eine unaufgeklärte Traurigkeit an den Tag. Rosa Ferenczy erhielt fast täglich einen Brief von Schenk und richtete auch an ihn Briefe. Da Rosa Ferenczy der deutschen Sprache nicht genügend mächtig war, so lieh sie ihre Correspondenz in der Regel durch Frau Hotze besorgen. Eines Tages kam Schlossarel in die Wohnung der Frau von Hotze und übergab der Ferenczy einen Brief. Diese verfügte sich zu Frau Hotze und bat sie. ihr den Brief vorzulesen. Der Brief hatte folgenden Inhalt: ..Liebe Rosa! Hier schicke ich dir meinen Maschinentechniker und übergib ihm die Briefe für den Doctor. Ich habe die Einrichtung be« reits gekauft; sie kostet 200 st. Ich will vor unserer Abreise alles in Ordnung haben und alles begleichen, daher sei jede Stunde reisefertig. Dein Bruder Karl." Schlossarek theilte Schenk sofort mit, dass Rosa Fe-renczy den Brief nicht selbst gelesen, sondern sich denselben habe vorlesen lassen, und in einem nächsten Schreiben machte Schenk dem Mädchen hierüber Vor. würfe. Besucht hat er sie während der ganzen Zeit nur zwei- oder dreimal, und da verweilte er nur wenige Minuten bei ihr. Einige Zeit hindurch ließ sich Schenk gar nicht blicken. Am 28. Dezember kam Schenk zu ihr und theilte ihr mit, dass sie am nächsten Morgen gemeinschaftlich abreisen werden, um zu heiraten. Abends besuchten sie die Vorstellung im Operntheater. Samstag früh halb 7 Uhr suhr ein Comfortable an dem Hause vor. Mit Schlossaret und Hugo Schenk fuhr die Ferenczy zur Slaatsbahn, und — das weitere ist bekannt. Rosa Ferenczy aegenilber hatte sich Schenl als Eisenbahndirector, der einen Iahresgehalt von 3000 fl. bezieht, vorgestellt. Ferenczy war klein, nicht hübsch, 32 Jahre alt. Sie ließ sich in einem bordeaurothen Kleide photographieren und gab das Bild Schenl. Ihre Liebe zu ihm war eine so große, dass sie Gedichte in ungarischer Sprache an ihn richtete. Eine heute nachmittags vorgenommene Confron-tierung der Frau Hotze mit Hugo Schenl und Schlos. sarek hat zur Evldenz ergeben, dass diese beiden jene Männer sind, die mit der Ferenczy zur Bahn gefahren. Wie wir in später Nachtstunde erfahren, wurde der Maschinenschlosser Karl Schlossarek zu einem Ve« ständnisse gebracht. Polizeirath Breitenfeld hat, nachdem Schlossarek seine Mitschuld an der Ermordung der armen Mädchen eingestanden hat, das Verhör um 8 Uhr abends unterbrochen. Dasselbe wird erst morgen nach« mittags fortgesetzt werden. — (Ausstellung von Werken derGolb-schmiedekunst in Budapest.) Dem Ausstellungs-Nomiti ist von dem aus Wien zurückgekehrten Secretär Karl Pulszky die Mittheilung gemacht worden, dass die in den Sammlungen des Allerhöchsten Hofes in Wien vorhandenen und für die Ausstellung geeigneten Objecte ohne Ausnahme für die Ausstellungsdauer nach Budapest gesendet werden sollen. Eine besondere Zierde der Ausstellung wird die gegenwärtig in der Hofschatzkammer bewahrte, zwei Fuß hohe Krone des Königs Wladislaus und eine im vorigen Jahrhunderte in der Nähe Groß» Wardeins gefundene ungarische Krone sein, welche gegenwärtig in der Nmbraser Sammlung aufbewahrt wird. — Wie der „Pester Lloyd" meldet, ist von Seite Seiner Majestät deS Sultans infolge Vermittlung Sr. Excellenz des österreichisch-ungarischen Botschafters Baron Calice die Ueberlllssung der auf die Ausstellung bezüglichen Wertgegenstände der türkischen Schatzkammer bewilligt worden. Mit dem Auswählen dieser Gegenstände wurde Graf Edmund Szechcnyi betraut. — (Gedenkfeier der Handelsakademie.) Der Verein der Wiener Handelsakademie begieng am 13. d. M. aus Anlass der gleichzeitig abgehaltenen Generalversammlung eine dem Andenken zweier um das Institut der Handelsakademie verdienter Männer, nämlich der Herren Friedrich Baron Schey und B. W. Ohligs. gewidmete Feier, welcher auch Vertreter deS Unterrichtsund des Handelsministeriums anwohnten. Der Verwalk tungsrath hat nämlich in Ausführung des von der vorjährigen Generalversammlung gefassten Beschlusses die Büste des Baron Friedrich Schey. welcher durch 24 Jahre dem Vereine als Präsident vorgestanden, sowie zwei Gedenktafeln anfertigen lassen, deren eine dem eben Genannten, die andere Herrn B, W. Ohligs, welcher bis zum Jahre 1865 Vicepräsident des Verwaltungsrathes gewesen, gewidmet ist, und diese Gedenktafeln fowie die Büste wurden nach Schluss der Generalversammlung feierlich enthüllt. Dem in der Generalversammlung er« statteten Jahresberichte entnehmen wir, dass das Institut der Handelsakademie in materieller und scientist« scher Beziehung stetig fortschreitet und selbst im Auslande als eine Musteranstalt anerkannt wird. Der drei-jährige Curs wurde im verflossenen Jahre von 65)3, der Abiturientencurs von 64 Schülern frequentiert. Die Gesammteinnahmen beziffern sich mit 110 754 st. (um 12 905 fl. mehr als im Vorjahre), die Ausgaben einschließlich der dem Pensionsfonde des Lehrkörpers zugewiesenen 25 000 fl. mit 105 197 fl. — (Das erste „Pilsner" in Wien.) Wie die ..Wiener allg. Ztg." schreibt, feiert das Pilsner Bier foeben das 25jährige Jubiläum seines wienerischen Daseins. Eine Geschäftsreise führte im Jänner 1859 die Herren Fitzek (aus dem Hause Rothschild) und Juwelier Starke nach Pilsen; ein Besuch, den sie einem dortigen Gasthause abstatteten, hatte zur Folge, dass die Herren sofort ein Fässlein des erfrischenden Gerstensaftes an ihren Wiener Stammtifch im „Weingartel" abgehen ließen. Das Bier fand hier solchen Beifall, dass sich Herr Nestelberger sen., der Besitzer des Gasthauses ..zum Weingarten", veranlasst sah, dem ersten Fass noch viele Fässer folgen zu lassen, und dies bis zum heutigen Tage. — (Courierzug ohne Passagiere.) Als Seltenheit theilt der „Vogtl. Anz." mit, dass ein Courierzug von Plauen nach Hof diesertage ohne Passagiere gefahren ist. — (VerzehrungSsteuer in Paris.) Das Octroi oder die VerzehrungSsteuer von Paris brachte im vorigen Jahre 143'/, Millionen Francs ein, um ü Millionen weniger als im Jahre 1882. In Wien liefert die Verzehrungssteuer gegenwärtig ein Erträgnis von 10 bis 11 Millionen Gulden jährlich. — (Verhafteter Bankdirector.) Der Director der Börsenbanl in Paris, Marie Renault, welcher seine Kunden um ungefähr drei Millionen FrancS betrog und dann flüchtig wurde, ist verhaftet worden. — (Grubenunglück) Ein großes Grubenunglück wird aus Bethun (Nordfranlrelch) gemeldet. Infolge eines schlagenden Wetters verunglückten 28 Bergleute, wovon 20 auf der Stelle todt blieben. Das Rettungswerk wurde in Gegenwart des Präfecten des Departements Pas-de-Calais, deS commandierenden Generals und deS Staatsanwaltes rüstig gefördert. Die Miasmen, welche der verdeckten Grube unaufhörlich entsteigen, haben die Arbeit bedeutend erschwert. — (Mord im Eisenbahnwagen.) Aus London wird geschrieben: Als am Sonntag abends um 9 Uhr ein von Dalston kommender Zug in die Station von^Broad-Street einfuhr, bemerkte der Locomotivführer Blutspuren an den Rädern. Ein gleich darauf ankommender Zug zeigte gleichfalls an den Rädern der Locomotive Blutspuren, und bei näherer Untersuchung fand man in den Speichen eines Rades ein menschliches Bein. Die Strecke wurde sofort untersucht, und bei Schoreditch stieß man auf die verstümmelte Leiche eines ManneS, der bald darauf als die eineS Mr. Pritchard agnosciert wurde. Der Verstorbene war ein vermögender Mann, der als Rentier im Norden der Stadt wohnte und um 8 Uhr von Dalston aus nach der City gefahren war. Da mau bei der Leiche Weber die Uhr noch die Geldbörse fand, so liegt die Vermuthung eines im Herzen der Stadt, auf der belebtesten Bahnstrecke begangenen Raubmordes nahe. — (Feuer lärm im Theater.) AuS Warschau vom 14. d. M. wird geschrieben: Gestern entstand während der Vorstellung der Operette „Bettina" im Klein'Thealer Feuerlärm, der insofern begründet war, als hinter den Coulissen das Costüm einer Actrice Feuer gefangen hatte und der dadurch entstandene Nauch bis in den Saal drang. Des PublicumS, unter welchem einige weibliche Stimmen „es brennt!" schrien, bemächtigte sich alsbald ein panischer Schrecken, und alles stürzte nach den Ausgängen deS Saales. Glücklicherweise hatte ein auf der Biihne beschäftigter Sänger Geistesgegenwart genug, dem Publicum laut zuzurufen, dass nur eine Perrücke durch Unvorsichtigkeit des Friseurs in Brand gerathen sei. welche Erklärung, verbunden mit dem Umstände, dass der Sänger die Bühne nicht verließ, das Publicum insoweit beruhigte, dass es, wenn auch nicht vollzählig, auf seine Plätze zurückkehrte. Außer einigen Ohnmachten war kein Unfall zu beklagen. — (Theaternachricht.) Bekanntlich foll Mil-löker's neue Operette „Gasparone" die nächste No-vität deS Theaters an der Wien sein. Fast hätte eS von der Aufführung dieses WerkeS sein Abkommen gehabt, da zwischen dem Componisten und Herrn O'rardl eine arge Fehde entbrannt war. Herr Girardi erklärte Herrn Millücker. dass die ihm in der Operette zugedachte Rolle seinem Geschmack nicht "'tsprech und musikalisch unbedeutend sei. Auf eme etwas heftige Laibacher Zeitung Nr. 15 ,18 18. Jänner 1884. Widerlegung dieser Anschauung seitens des Herrn Mil» lücker enlgegnete Herr Girardi, er sei contractlich nicht verpflichtet, die Musil Millöcker's schön zu finden. . . . Herr Millöcker nahm infolge dieser Aeußerung seine Partitur unter den Arm und entfernte sich mit der Vemerlung, dass er seine Operette zurückziehen und, um allen weiteren Conflicten ein Ende zu bereiten, abreisen werde. Indessen ist es den Bemühungen der Librettisten und beiderseitigen Freunde der Herren Millöcker und Girardi bereits gelungen, die obschwebenden Differenzen zu beseitigen und einen AuSgleich zustande zu bringen. Herr Millöcker reist nicht ab, Herr Girardi behält seine Rolle, „Gasparone" gelangt im Theater an der Wien zur Aufführung, Wer von den beiden Herren im Recht ist, darüber wird — das Publicum entscheiden. Locales. — (Ernennung) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat deu Beznksgerichtsadjuncten in Egg Albin Smola und deu Auskultanten Eduard Venedikt, letzteren extra, »tatum, zu Gerichtsabjilncten bei dem Kreisgerichte in Nudolfswert ernannt. — (Versetzungen und Ernennungen.) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat auf ihr Ansuchen die Bezirlsgerichtsadjuncten Dr. Ludwig Vi« pauc von Luttenberg nach Marburg l. D. U., Iofef Ritter von Mull ey von Paternion mit Diensteszuwei« sung in Nleiburg nach Stainz, Adolf Elsner von Ibria nach Lack und Karl Martinak von Oberlaibach nach Marburg l D U. versetzt und zu Bezirksgerichts« adjuncten die Auscultanten: Dr. Victor Wagner für St. Maiein, Thomas Cajukar für Egg, Gregor Mil. her für Oberlaibach, Franz Vedernjal für Luttenberg und Ernst Ferl für Idria ernannt. — (Versetzung) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat aus dienstlichen Rücksichten den Gezirlsgerichtsadjuncten Karl Gertscher von St. Ma-rein nach Paternion mit Dienfteszuweisung bei dem Bezirksgerichte in Vleiburg und den bei dem Bezirks» gerichte in Oberradkersburg in Verwendung stehenden Nezirkszerichtsadjuncten in Stainz Michael Novül nach Windischgraz verseht. — (Gemeindewahlen,) Bei der am 13. v. M. stattgehabten Neuwahl des Vorstandes der Oltsgemeinden Grohlack und Haidowiz, Nezirl Nudolfswert, wurden gewählt, und zwar: für die Ortsgemeinde Grohlack zum Gemeindevorsteher Anton Iajc, Grundbesitzer von Potol. zu Gemeinderäthen Johann Znpantic, Realitätenbefiher zu Korenitka, Michael Zlajpah, Realitätenbesiher in Großlack, Anton Pancar, Grundbesitzer von Razbure, und McithiaS Vautar. Grundbesitzer von Habjek; für die Oltsgemeinde Haidowiz zum Gemeindevorsteher Bar» thelmä Guidovic, Grundbesitzer von Oberhaidowiz, zu Gemeinderäthen Josef Volinar, Grundbesitzer von Mitter» liftowiz, und Franz Stupar, Grundbesitzer von Groß-lipowiz. — (Unbestellbare Briefpostsendungen.) Beim hiesigen l, l. Postamte erliegen seit 25. Dezember nach stehende unbestellbare Briefpostsendungen, über welche die Aufgeber verfügen wollen, und zwar: A. Cernivec in Trieft, Pius Brand in Trifail, Gregor Bodis in Neustlst, Valentin Benda in Fiume, Pietro Vattelino in Triest. Victoria Ori in Karlstadt. Anton Foerster in Laibach, Agnes Grabner, Martin Gregoriil. beide in Trifail; Brüder Heumer in Agram, Franz Hüsel in Molriz, Johann Ianz>kov!c in Agram. Ioz> Ianbec in Duftelne, Emanuel L,ssel in Trieft. Josef Mejaö in Wien, Simon Nachtigal in Mannsburg. I PreSlaver >>« Dolgofelo Karl Gortisch in Pest. Johann Prusineh in Mostar, Ianrz Pirs in Laze. Ianez Potovc in Trifail, Maria Urbais, Albin Hauptman, beide in Omartno bei Littai; Johann Ostanel in Iagorica, Ianez Takar in Teröka Gora, Jakob Petrii in Vatovlje, Apollonia Skerjanc in Udmat, Johann Skomerza in Laibach, Leopold Weisz in Wien, Lucia Wischner in Brooich, Franz Iaplotnik in Klagenfurt, Franz Ialetu in Treffen. Johann Zu» paniliö in Soderschiz, Karl Potocnil in Trieft. Gabriel Seavon in Trieft (recommandiert), E. S. Fuentes in Dresden, Johann Klopciö in Kerschdorf, Thomas Koder in Pola. Mathias Grüner in Stohing, Giuseppe Cra-vers in Torino, Anton Tratnik in Navne, Anton Knaflii in ^örz. Anna Pakiö in Laibach. Theresia Bevc in Kamna Gorica, Maria Paullnic. Marjana Boz>ö. beide in Trifft; Fanto .... in Wien. Gregor Ienlo in AiZla. Johann Ianeziö in Stein. Carl Guttmann in Agram, I. Grolich ^in Brunn, I, W Horniski in Trieft. Franz Kramer in Ternembl, Franz KaftpuZ in Eilli, Gaspar Kobau in Marburg. Josef KramarZiö in Wien. C. Hauer in Nudolfswert. Marie Maduzi in Chasarsa, Agnes Matilil in Trieft. Marie. 100 — in Graz. Johann Pollenz in Podgora, Vincenz Renzenberg in Wien, Andreas Reif im Wieselburger Comitat, Mathias Simonöiö in Treffen, Marie Svaja in Graz, August Schneider in Karlsbad, Marie Strmbel in Trieft. Marie Supanöi? in Treffen, Ignaz Turk in Neumarltl. — (Unglücks fälle.) Aus Krainburg wird über zwei im dortigen Bezirke sich ereignete Ungliickssälle berichtet. Am 2. d. M, wurde nämlich durch den Gerichtsdiener aus Neumarktl auf der Wiefe zwischen Kreuz und Sebenc der Bettler Georg Maruca aus Hell. Kleuz erfroren aufgefunden und am 30. Dezember v. I. im Smoljeva.Bache die Leiche des 66jährigen Kaspar Fajfer. Per Genannte kam durch fein eigenes Verschulden ums Leben, indem er in trunkenem Zustande in das bloß ein Meter tiefe Wasser fiel, sich jedoch wegen seiner Trunkenheit nicht zu helfen wusste. — (Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Krems an der Donau, Nieder i) st erreich.) Man schreibt uns von dort: In den Tagen vom 2. bis 18. August d. I. wird in Krems an der Donau eine Industrie- und Gewerbe-Ausstellung abgehalten werden, Das behufs Durchführung dieses Unternehmens constituierte Ausstellung«.Comite wird von der Stadtgemeinde kräftigst unterstützt, und hat auch über Ansuchen das h. k, k. Handelsministerium für diese Ausstellung eine namhafte Subvention bewilligt und silberne und bronzene Staats-Medaillen in reichlicher Anzahl bestimmt. Das Gefuch an das h. k. l. Handels'Ministerium wurde feitens des österreichischen StaatS-Museums, der nieder-österreichischen k. k. Statthalterei sowie der niederöstcr-reichischen Handels« und Gewerbekammer aufs wärmste befürwortet. Diese Umstände lasse» ein Gelingen der Aus« stellung in großer Ausdehnung mit Gewissheit anneh» men, wozu auch die Erfolge der vom felben Comite im Jahre 1881 veranstalteten landwirtschaftlichen Ausfiel« lung, welche sowohl von zahlreichen Ausstellern beschickt war und sich auch seitens der Besucher einer außerordentlich großen Frequenz und des regsten Interesses erfreute, viel beitragen werden. Alle Zuschriften und Anfragen sind an das Ausstellung«» Comite in KremS a. d. Donau zu richten. — (Landschaftliches Theater.) Durch das Krankwerden eines College« in Graz ward Herr Goritz verhindert, sowie e3 anfänglich bestimmt gewesen, viermal hier aufzutreten, indem ihn bereits heute feine Pflicht wieder nach Graz ruft. So kam es, dafs gestern fchon statt heute Egmont gegeben wurde, in welchem Trauerspiele Herr Goritz die Titelrolle spielte. Seine Auffassung diefer herrlichen Gestalt ist eine durchaus edle und feine reine deutliche Sprache, verbunden mit einem noblen, stets maßvollst gehaltenem Spiele gestalteten auch das gestrige letzte Auftreten des Herrn Goritz zu einem sehr glücklichen, und ollgemein ward bedauert, dass es das letzte sei. Leider befiel Herrn Goritz im Laufe des Abends eine leichte Heiserkeit, welche verursachte, dass er in den Schlussscenen sein Organ nicht mehr ganz in seiner Gewalt hatte. Dessenungeachtet war der Beifall während des Abends und nach dem Schlüsse der Vor« ftellung ein reichlicher. Frl. v. Beck war ein ideales Märchen und befriedigte nach jeder Richtung vollkommen. Auch einzelne der Herren waren sehr gut, z. B. sprachen sowohl Herr Horal den Oranien und Herr Pauly den Alba mit richtigem Verständnis, als auch Herr W. Martini die kleine Rolle des Ferdinand sehr verdienstlich gab, und doch kann man nicht sagen, dass die Vorstellung im großen und ganzen eine gerundete gewesen. Es fehlte das bei classischen Aufführungen fo nöthige einheitliche Zusammenspiel, und auch sonst gab's allerlei Störungen. Das Orchester spielte die Musik von Beethoven. — (Literatur.*) „Die Minerale des Herzogthums Kärutcn." Von August Brun-lechner, Professor der Bergschule in Klagenfurt. (Verlag von Ferdinand v. Kleinmayr in Klagen fürt, 1884) Der Verfasser hat in dem vorliegenden Werke, das allen Fachmännern bestens empfohlen fei, eine auf gründlichem Studium beruhende Zusammenstellung sammt« licher in Kärnten vorkommender Minerale in alphabetischer Anordnung geboten. Behufs leichterer Auffindung der Fundorte wurde eine Theilung deS Landes in vier Sectionen angenommen, welche Theilung auch auf der beigehefteten Karte ersichtlich gemacht wurde. Bei den einzelnen Mineralien sind nicht nur die Fundorte genau angegeben, es finden sich auch Bemerkungen über die Exemplare im Kärntner Landesmuseum u. s. W. Schließlich ist ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis der Mi-neralfundorte in Kärnten dem Buche beigegeben. * Alles in dieser Rubrll Angezeigte ist zu beziehen durch die hiesige Buchhandlung Jg. v. ltleinmanr « ssed. Vamberll. Neueste Post. 5. Bulletin. Da da» vortreffliche Befinden Ihrer t. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Isa bella erfreulicherweise fortdauert, wild h'emit die Ausgabe von Bulletins geschlossen. Dus Befinden der kleinen Erzherzogin ist ebenfalls vortrefflich. Pressburg am 17. Jänner 1884. Dr. Tauscher m. p. Budapest, 16. Jänner. Der Finanzausfchuss hat die Gesehmlwürse iübetreff der Schulbauten und des Vaues der Landwehrkaserne in Szegedin mit un-wesentlichen stilistischen Mod>ficationen angenommen. Arao, 16. Jänner. Die KeteMäza-Kitjenoer ssliigelbahn der Arad-Csanader Bahn, welche infolge Initiative Sr. k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Joseph zustande kam, wird am 20. Juli feie,lich c>öffnet. ' Agram, 17. Jänner. Das Militär ist auch heute consignierl. Von deu Theilnehmern des gestrigen Excesse wurden acht verhaftet. Agram, 17. Jänner. Die Indignation über die pöbelhafte Insultierung des Abg. Lonöariö, welche ohne Zweifel angezettelt wurde, ist eine allgemeine. Im Club der Nationalpartei wurde die Frage der Verlegung des Landtages nach Esfeg wiederholt aufgeworfen, und dürfte dieselbe auch bei Fortfetzung der Scandale zur Ausführung gelangen. Präsident Krestic begab sich zum Banns, um im Namen des Landtages Satisfaction von der Stadt zu erwirken. Agram, 17. Jänner. (Landtagssitzung.) Mis« katoviö legt den Adressentwurf der Majorität vor. — Eine Zuschrift des Agramer Bürgermeisters drilckt das Bedauern über den gestrigen Vorfall aus und betont, dass die Excedenten nicht Ngramer Angehörige feien. — Ivik frägt, warum auch heute außerordentliche Maßnahmen im Landtage und in der Stadt ergriffen wurden, weshalb eine ganze Zahl von Interpellationen noch unbeantwortet fei und warum die Regierung bei den Verathungen des Landtages nicht vollzählig vertreten ist. Zur Tagesordnung übergehend, plaidiert Suboti«! für den Comite-Antrag. St. Petersburg, 17. Jänner. Graf Her« bert Bismarck ist gestern hier eingetroffen. Handel und Volkswirtschaftliches. Laibach, 16. Jänner. Nuf dem heutigen Markte sind erschienen: 14 Wagen mit Getreide, 6 Wagen mit heu und Stroh, 18 Wagen und 1 Schiff mit Holz (12 Cubilmeter). Durchschnitts. Preise. ______^___^ Dm.- M«,.. fl.jll, si7ll, ft., lr. N.I lr. Weizen pr. heltolit, 7 96 8 33 Vutter pr. Kilo .—85^!^ Korn , 5 20 6 — Eier pr. Stück . . — > g - __ Gerste „ 4.71 5 23! Milch Pr. Liter . - 8------ Haser . 2.92 3 18Rindfleisch pr.Kilo —60 — Halbfrucht ,-------667iKalbfleifch , —54------ Heiden , 5 4 5 87 Schweinefleisch „ — 52 — Hirse , 5 20 5 63^ Schöpsenfleisch —38------- Kuluruz . b^(1 5 53 vähndel pr. Stuck — 48----- Erdäpfel 100 Kilo 2 86-------Tauben , _ 17____ Lillsen pr, Heltolit. 9-----------Heu 100 Kilo . . 2 16 Erbsen „ 9-------Stroh „ . . 2 4___ Fisolen . 10-----------Holz, hartes, pr. ____ Rindsschmalz Kilo — 94------ Klafter 7 30 — - Schweineschmalz „ — 86------------ weiches, „ 4 60 — - Speck, frisch , — 60-------Wein, roth.. 100Lit.-------24 — — ysriiuchert „ —!?4— — weiszcr „ --20- Htnstesomlnene Fremde. Am 16. Iilnner. Hotel Stadt Wien. Weiß und Enael. Reisende Wien — Loser. Reis., Linz. — Schall, Kaufm., Lichtemualb. Hotel Elefant. Lang, Reis,, Wien. — Märier. Reis. Miirz« zuschlag. — v. Albori. Neis.. Trieft. — Tonnenberg, Reis.. Kanischa. — Schweitzer, Paftierfabrilaitt, Landsberg. — BlaZi«?. Forstvciwalter, sammt Frau, Gairach. — Weiß sammt Frau, Görz Kaiser von Oesterreich. Kopriwa, Werkmeister, Laibach, Verstorbene. Den 15. Jänner. Alois Kroniar. Taglöhner, d. z. Straf, linss. 30 I., Castcllgassc Nr. 12, Gchirnlcihmung. — Johanna Kalis. Arbciterstochtcr, 9 I.. Polanastraße Nr. 55. Noma nach Typhus. — Maria FinZgar, Arociterstochtcr. 5 I,. Polana« straszc Nr. 18, Diphtheritis. — Älois Zorman, Vtchlverschlei-ßerösohn. 7 Mon.. Floriansaassc Nr. 7, Fraisen. Den 16. Jänner. Emilio Fullin, Handlunas-Pralti-lant. 21 I,, Fischgasse Nr. 2. Typhus. " ^ Theater. Heute lgerader Tag) zum erstenmale: Ein acm achter M a n n. Posse mit Gesang in 5 Vildcnt Uon Ed. Iacobson ________und V. Zappert. Musil von Louis Noth. Lottozichung vom 16. Jänner: Brunn: 85 75 29 12 50. Meteorologische Bclibachtungen in Laibach?" ,„ 7U.Mg. 743.44 -9,2 windstill Nebel 17. 2 „ N. 741.78 - 0.4 NO. schwach heiter 0.00 9 ^ Ab. 743,46 - 4.8 NW. schwach heiter Moraenncbel. dann heiter, Abcndroth. Nebelalühen. Das Tagesmlttel der Temperatur — 4,8°, um 2,7° unter dem Normale. _______Verantwortlicher Redacteur: P. v. Radics. > Danksagung. W W ^ . 3ür die zahlreichen Beweise inniger Theilnahme W ^ bei dcm Tode unseres unvcraesslichen Töchterchens W W sowie für die schönen Kranzspenden und Vcaleituna W » zur letzten Nuhcstätte sagen den innigsten Danl > » Franz und Felicitas Kokalj. > ^ Laibach am 17. Jänner 1834. M 119 ÄnMlatl zur Laibacher Zeilunc» Nr. 15. Omtag. denW. Zännel 1884. (272-3) Kaltstelle. Nr. 535. Vei dem l. l. Oberlandcsgerichte in Graz ist eine Nathsstclle in Erledigung gekommen. Die Bewerber um diese Stelle haben ihre gehörig belegten Gesuche bis 31. Jänner d. I. im vorschristsmiiszigen Wege beim gefertigten Präsidium einzubringen. Graz. den 13. Jänner 1884. K. l. Oberlandesgerichts-Präsidium. (240—3) HunämaHnn«. Nr. 62. V°m l. l. Vezirksgerlchte Seisenberg wird bekannt gemacht, dass die behufs Anlegung des neuen Grundbuches für die Catastralgemeindc Weixcl verfassten Vesitzbogen bis zum .. .^ 26. Jänner 1884 u?2 - ^ ««gemeinen Einsicht aufliegen die^i^I ^?'/a"s Einwendungen gegen die Dichtigkeit derselben erhoben werden sollten. am 27. Jänner 1884 0,e weiteren Erhebungen in der Gerichtölanzlei gepflogen werden. Zugleich wird den Interessenten bekannt gegeben, dass die Ucbertraaung der nach 8 118 des allgemeinen Grundbuchsgeschcs amortisier-baren Privntforderungen in die neuen Grund« buchscinlagen unterbleiben kann, wenn der Verpflichtete vor der Verfassung dicsrr Grundbuchs-einlagen um die Nichtübcitragung ansucht. ^ K. k. Bezirksgericht Seisenberg, den 12ten Jänner 1834. (273-3) Poftmeifteeestelle. Nr. 741. Die Postmeistcrsstelle in Tschernembl, Vezirkshauptmannschaft Tschcrncmbl, mit der Ial)rcsbestallung von 500 fl., Amtsvauschale jährlicher 120 fl. und Volcnpaufchale jährlicher i)00 fl. für die Unterhaltung der täglichen Vo. tcnfahrt zwischen Tfchcrnembl und Mottling ist gca.cn Dicnstvcrtrag und Caution pr. 500 sl-zu besehen. Die Bewerber haben in ihren binnen zwei Wochen bei der gefertigten Direction einzubringenden Gesuchen das Alter, ihr sittliches Wohlverhal-ten, die genossene Schulbildung, die bisherige Beschäftigung und die Vermögensverhältnisse, sowie auch nachzuweisen, dass sie in der Lage sind, ein zur Ausübung des Postdicnstes voll» kommen geeignetes Vocale beizustellen. Da überdies vor dem Dicllsiailtrittc die Ptüfuna aus den Pustvorschriften zn bestehen ist, so haben die Bewerber anch anzugeben, bei welchem Posiamte sie die erforderliche Praxis zu nehmen wünschen, und endlich anzuführen, ob sie für den Fall der Combinicrung des Post-und Telegraphcndienstcs in Tschernembl bereit sind, den Telcgraphendicnst mit den hicfür cnt» lallenden sustemisicttm Bezügen zu übernehmen. Trieft am 11. Jänner 1834. K. l. Post- und Telegraphen-Direction. (313—1) HunämaHung. Nr. «00. Vom gefertigte« l. k. Bezirksgerichte wird hiemit bekannt gemacht, dass mit den Local« crhcbungen zur , Anlegung des neuen Grundbuches der Catastralgcmeinde Koxljek am 23. Jänner 1884, vormittags 8 Uhr, begonnen werden wirb, wozu an alle jene Personen, welche an der Ermittlung der VrsilMrhältnisse ein rechtliches Interesse haben, die Einladung ergeht, vom obigen Tage an Hiergerichts zu erscheinen uud alles zur Aufklärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete vorzubringen. K. t. Bezirksgericht Loitsch, am 16. Jänner 1884. (281—2) Kunämackung. Nr. 333. Vom l. k. Bezirksgerichte Wippach werden zum Behufe der Anlegung eines neuen Grundbuches für die Catastralgcmciudc Erzel die Localeihebunnen auf den 21. Jänner 1884 und die darauf folgenden Tage vormittags 8 Uhr Hiergerichts mit dem angeordnet, dass bei denselben alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Vesihvcrhältnisse ein rechtliches Interesse haben, erscheinen und alles zur Auf» llärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete vorbringen können. K. l. Bezirksgericht Wippach, am löten Jänner 1884. (280—2) ckunämackuny. Nr. 106. Vom l. k. Bezirksgerichte Gurlfeld werden zum Behufe der Anlegung eines neuen Grundbuches für die Steucrgemeindc Groszdorn in Gemäßheit des 8 15 des Üandcsgesehes vom 25. Mai 1874. Nr. 12 L. G. Bl., die Local« erheblmgcn auf den 5. Februar 1884 und die folgenden Tage in der Gcmcindctanzlci Gurtfcld mit dem Beifügen angeordnet, dass bei denselben alle Personen, welche an der Er» mittlung der VcsitzverHältnisse ein rechtliches Interesse haben, erscheinen und alles zur Auf« tlärung fowie zur Wahrung ihrer Rechte Ge« eignete vorbringen können. K. l. Bezirksgericht Gurlseld, am 9. Jänner 1834._________________________________ (208-3) HunämaHlM». Nr. 191. Vom k, k. Bezirksgerichte Essg wird bekannt acacbcn. dass der Beginn der Erhebungen zur Anlegung eines neuen Gruudlmches bezüglich der Catastralgemciude St. Oswald auf den 28. Inuncr l. I. hiemit festgesetzt wird, und werden alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Äe-sitzvclhältnissc ein rechtliches Interesse haben, eingeladen, vom obigen Tage ab sich beim k. l. Bezirksgerichte in Egg einzufinden und alles zur Aufklärung fowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete vorzubringen. K. t. Bezirksgericht Egg, am 9. Jänner 1884. Ünzeiaebllllt. * Das beste und wirksamste l : Dorsch-Leberthran-Oel• * »egonScropholn.Khachitis, Lungonaucht, 5 ^ Huaton, Bruatachuierzon, Hautauaschlägo Y ^ etc. otc. in Flaschen ä 60 kr., 10 Fla- ^ * schon 5 Q. f* t Apotheke Piccoli, i° * Laibacli, Wienorstrasse. L * «• ^ufträgo wordon umgohond por Post f» ^offectuiort (4503) 24-14 !l° (5525-3) Executive Nealitäten-Versteigerung. Ueber Ansuchen des Franz Gollob von Gleiniz wird die executive Versteigerung der dem Jakob Kosir von Ober-lalbach gehörigen Realität Einl.-Nr. 28 «lä Catastralgemeinde Neuoberlaibach, im Schätzwerte per 1415 fl., mit drei Ter-mmen auf den 29. Jänner, 29. Februar, ^ . 28. März 1884, °°lnn"ags von N bis 12 Uhr, hier-dr?5.?'t dem angeordnet, dass die we /. ^MWtung auch unter dem Schätz. w ^l^^" l""d. — Vadium 10 Proc. 11 ^/- Bezirksgericht Oberlaibach, am "' Dezember 1883. (278—1) Nr. 8013. Bekanntmachung. Vom t. k. Bezirksgerichte Reifniz wird hiemit bekannt gemacht, dass das k. l. Kreisgericht Rudolfswert mit Beschluss vom 16. November 1683, Zahl 1172. über Maria Klun von Nemskavas wegen Wahnsinnes die Curatel verhängt hat und für sie drr Curator in der Person des Anton Pajniö von Vukovca aufgestellt wurde. K. k. Bezirksgericht Reifniz, am 23sten November 1683. (283—1) Nr. 6901. Bekanntmachung. Vom k. k. Bezirksgerichte in Wiftpach wurde in der Rechtssache des Anton Ulmar von Sanabor Nr. 3 gegen Mathias und Ierni Felz von Schwarzenberq, nun unbekannten Aufenthaltes, und dessen ebenfalls unbekannte Rechtsnachfolger Mo. Verjährung einer Satzpost her 522 fl. 37 kr. für die Geklagten Anton Vizjak von Sanabor als Curator aä actum bestellt und demselben die Klage äo prae». 28. November 1863, Z. 6901, zugestellt. K. k. Bezirksgericht Wippach, am 2. Dezember 1883. (106—2) Štev. 8252. Oklic izvršilne zemljišèine dražbe. C. kr. okrajno sodišèe v Mokronogu daje na znanje: Na prošnjo Jožefa Zupana iz Cir-nika dovoljuje se izvrsilna dražba Jgnacij Repovševega, sodno na995gld. cenjenega zemljišèa pod davkarsko obèino Cirnik št. 82, 249, 287 in 297 v Kamenci. Za to doloèujejo se trije dražbeni dnevi, prvi na dan 30. januvarja, drugi na dan 5. marca in tretji na dan 16. aprila 1884, vsakikrat od 9. do 12. ure predpolu-dnem, pri tera sodišèi s pristavkom, da se bode to zemljišèe pri prvem in dru-gem roku le za ali èez cenitveno vred-nost, pri tretjem roku pa tudi pod to vrednostjo oddalo. Dražbeni pogoji, vsled katerih je posebno vsak ponudnik dolžan, pred ponudbo 10 proc. varšèine v roke draž-benega komisarja položiti, cenitveni zapisnik in zemljeknjižni izpisek ležè v registraturi na ogled. C. kr. okrajno sodišèe v Mokronogu dnè 13. decembra 1883. (5567—2) Nr. 3762. Erinnerung. an Anton Fabian unbekannten Aufenthaltes. Von dem k. t. Bezirksgerichte Ratschach wird dem Anton Fabiani unbekannten Aufenthaltes hiemit erinnert: Es habe wider ihn bei diesem Gerichte Johann Dolinsek von Zaversje Nr. 10 die Klage auf Erwerbung des Eigenthums der Realität Einlage Nr. 25, Catastral" gemeinde St. Crucis, eingebracht. Da der Aufenthaltsort des Geklagten diesem Gerichte unbekannt, so hat man zu seiner Vertretung und auf seine Gefahr und Kosten den Johann Vojda von Zaversje Nr. 5 als Curator aä newin bestellt und zur mündlichen Verhandlung die Tagsatzung auf den 30. Jänner 1884 angeordnet. Der Geklagte wird hievon zu dem Ende verständiget, damit er allenfalls zur rechten Zeit selbst erscheinen oder sich einen anderen Sachwalter bestellen und diesem Gerichte namhaft machen, überhaupt im ordnungsmäßigen Wege einschreiten, widrigens diese Rechtssache mit dem aufgestellten Curator nach den Bestimmungen der Gerichtsordnung verhandelt werden wird. K. k. Bezirksgericht Ratschach, am 16. Dezember 1883.