Laibacher Seituna. ^v' R?«. Samstag am 3. Augnft R8K« Die Laibachcr Icitnnq" erscheint, mit Ausnahme dcr Suiln- und Flicrtage, täglich, und kostet sammt den Veila^en im Comptoir ganzjährig 10 st., halbjährig 5 fi., mit Kreuil'.n, d im Comptoir ganzjährig 11 ft., halbjährig ."> fl. :w kr. ssnr dir Züstellimg ins Hans sind halbjährig 30 kr. mehr zu entrichten. Mit der Post portofrei aan sjährig unter Kreuzband und gedruckter Avresse 13 ft., halbjährig 6 ft. 30 lr. — In serationsgebn!, r für eine Spaltenzeile oder den Raum derselben, für einmalig! «Hmsck'altilng 3 lr. > snr zweimalige 4 kr., fnr dreimalige 5 sr. C. M. Inserate bis 12 Zeilen 1 ft. für 3 Mal einzuschalten. Äemtlicher Theil ^ Laibach, am 1. August 1850. Won den Grundentlastllngs-Dlstlictscommissio-mn im Kronlande Krain ist die Entlastungsverhandlung im Monate Juli bezüglich der Urda' , rial lasten bei folgenden Gutskörpern durchgeführt worden, und zwar - Bei der Herrschaft Kieselstein, bei derMayr'-schen Gült zu Krainburg, bei dem Hose Präwaid, bei der Florian'schen Gült zu Krainburg, bei den Gütern Smrek und Lichtcnberg sammt Podgoritz; ferner bei den Gütern Wolfsbüchcl, Stcinbüchel und Stadtkammeramt Stein, Wartenberg, Gcrbin, Schil' lertabor, Mühlhoffen und Strobelhof sammt den in» corporirten sieben Gü'lttn, bei den Psarrgülten zu Mannsburg und Obcrtuchein, bei den Pfarrkirchen Dobrava, Untertuchein und Igg sammt drei Filialen, dann bei der Bcnesiciumsgült st. '»inilnli«, bei der Vchigan'schm Gült zu Stein, und bei der Stadt. gült Neustadt!. Ferner wurde die Entlastung dezü.qlich des Zehentcs vel den Gütern Stcmbrückcl u>"> Moosthal, dann dtt den Pfarrkirchen zu Dodrava und Nau, bezüglich derLaudemien abcr bei der Mayr'schen Gült zu ^ai"l'l"-g, vc> dem Hofe Prawald, und bei den jd^kirchcn zu Nau und Dobrava vorgenommen, und ncdstbei auch die Verhandlung über die ab-Mohären Leistungen der K ll m e r'schen Gült zll Krain-bürg gepflogen. Die vorgenannten Gutskörpcr umfassen 2560 'Verpflichtete Realitäten, von welchen 118 nur mit Unentgeltlich entfallenden licistlina.cn belastet waren. An Entschädigungscapitalien für die Bezugsberechtigten wurde die Gcsammtsummc von 94.164 fi. 17 kr. ausgcmittclt; wovon die Hälfte mit 47.082 fi. 8'^ N. auf die verpflichteten, dit andere Hälfte aus den Landessond entfällt. Von dem auf die Verpflichteten entfallenden Antheile wurden 423 fi. 30 kr-zur sogleichen Einzahlung angemeldet. Die Entscha-digungsrenten wurden auf 4708 fi. IIV4 kr. entziffert, wovon die Hälfte auf die Verpflichteten entfällt. - Die Rückstände vom Nutzjahre 1848 betragen 508! 18V2 kr., wovon 271 fl. lO'/z kr. zur sogleichen Bezahlung angemeldet wurden. Aus der Zusammenstellung des im Monate Juli erzielten Resultates mit jenem, welches bereits mit Ablauf des Monates Juni kundgemacht worden war, ergibt es sich, daß die Entlastungsverhandlung bisher im Ganzen mit 7l Dominien und 3950 Verpflichteten gepflogen worden war. Die bisher liquidirten Entschadigungscapitalicn betragen im Ganzen 187,229 fi. 56 kr, welchen eine Gesammtrentc von 93«! fi. 33 kr. gegenüber steht. Vom Präsidium der k. k. Grundentlastungs-Landcscommission für Krain. Der k. k. Ministcrialcommissa'r und Präsident l)i>. Carl Ullepitsch m. p. Das k. k. Handelsministerium hat mit Erlasse vom 20. Juli l. I., Z. 4394/Il, dem Ncaliläten-besitzer und gewesenen Naffineriemcister, Peter Lüls-dorf, das angesuchlc Landesfabriks-Befugniß zur Begründung einer zweiten Colonial-Zuckerrassinerie m Laibach ertheilt. Laibach den 27. Juli 1850. Der Minister des Innern hat in Kärnten den Krcisrath II. Classe, Cretan Freih. v. Iuritsch, zum Kreisrathe der I. Classe, den I. Bezirks.-Com--missär Franz Freiherrn v. Schluga zum Kreisrathc >l. Classe; den zweiten Bezirks-Commissar Simon Moriz S chiffcrm ü ll er zum Bezirks-Commissär der l. Classe, und den Concepts-ildjuncten Wilhelm Polczünsky zum Bezirks-Commissär dcr ll. Classe ernannt. Der Minister des Innern hat im Einvernehmen mit dem Minister des Unterrichts den Concepts-Adjuncten Johann Frciherrn von Schluga zum Conciuisten bei der Landesschulbehörde in Kärntcn ernannt. Nichtamtlicher Theil. Der Karst. Von vl. Vincenz Klu». (Fortsetzung und Schluß.) In der Beurtheilung der Tabelle ä smdcn sich unter der Rubrik „Huthweidcn," (welche grösitcntheils unproductive Boden sind), im vormaligen Adels-dcrger Kreise an 40 000 Joch mehr als im Laiba« cher, welche durchgehends als Karst Flache angesehen und behandelt werden müssen. Die Rubrik „Weiden mit Holznutzcn" ist gleichfalls im Ncustadtler Kreise fast fünfmal so groß als jene des Adelsberger Kreises. Diese zwei Vergleiche allein wärm schon hin-reichend, den bedeutenden Rückstand der Bodencultur im Adclsbergcr Kreise zu beweisen. Noch größer wird sich dieser Ucbelstand herausstellen, wenn wir die gesummte Fläche des Landes ins Auge fassen. Es ist gewiß kein erfreuliches Resultat, wcnn wlr bei der Gcsammtfiäche des Bodens des Krönendes Krain von 1,732.000 Joch, nicht weniger als 77.134 Joch unproductiven Bodens neben den oberwähntenHuthwciden finden! Welch'großes Feld zur Bearbeitung, welch' gewiß nicht unbedeutende Quelle des Wohlstandes liegt nicht da verödet oder vernachlässiget. Ein noch traurigeres Bild bietet uns die Ta-belle ü. — Da finden wir in der Rubrik »Huth.-weiden" die enorme Fläche von 443.858 Joch, von denen 112.173 Joch aus den Görzer und 303.900 auf den unglücklichen, Hunger leidenden Istriancr Kreis entfallen. Auch das Verhältniß der unproductive» zur Gefammtfiäche ist noch trüber als im ersten Auöwcisc, indem hier von der Gcsammtfiächc von 1,384.146 Joch als unproductiv 75.741 aus, geschieden werden müssen. Es gibt nicht Wenige, welche die Cultivirung des Karstes geradezu als eine Unmöglichkeit erklären, was jedoch lediglich der Unkenntnis der Orts-Verhältnisse und aller geologischen Kenntnisse zugeschrieben werden muß. t§in jedenfalls aber zu berücksichtigender Ein-wurs ist jedoch die Bora, welche das Erdreich wegtragen würde, fallö nicht zweckentsprechend entgegen gearbeitet wird. — Der Weg, der bei der Incultursetzung mir als der geeignetste erscheint, wäre beiläufig folgender-. Nachdem die von der Gemeinde oder einem Mit-gliede der allenfalls zu errichtenden KarstCultivi-rungs-Commission zur Bebauung bezeichnete Parzelle bestimmt wurde, wird dieselbe mit Steinen eingefriedet, (was man an sehr vielen Stellen des Karstes findet) und zugleich das Weiden an der bezeichneten Stelle bei strengster Strafe und u nt e r Ha ftung der Ge mci n 0 e verboten. Hierauf würden Gestrüppe oder leicht Wurzel fassende Bäume angebaut und die im Herbste herabfallende!, Blätter müßten liegen gelassen werden, da dieselben eine, wcnn gleich im ersten Jahre noch unbedeutende, doch stets wachsende Lage Erdreichs bilden wird. Ueber dem cm-pl'rschil'ßcliden Gestrüppe, welches, sobald es dem Bodcn entwachsen, einen kleinen Deckmantel des sick bildenden Erdreichs gegen dessen Vertragen durch die Bora bilden würde, könnten alsbald solche star-kcrc Baumgattungen in mäßigen Entfernungen von einander gesetzt werden, welche nach dem jeweiligen Terrain am schnellsten Wurzcl schlagen, und deren Laub müßte gleichfalls unbenutzt liegen gelassen werden. Iil wenigen Jahren wäre die Fläche auf jenen Stanopunct gebracht, daß größere Bäume jenem Boden entstammen könnten, der heutigen Tages als ein trauriges Bild vernachlässigter Cultur unsere Vorfahren anklagt. Der waldige Boden wird nothwendiger Weise an Feuchtigkeit gewinnen, und, wenn 5 — 10 solche an einander gränzende Terrains auf diese Weise productiv sind, werden die folgenden noch schneller in der Cultivirung sich entfalten, da einerseits die Flächen minder an Dürre zu leiden haben werden, , andererseits abcr auch die Gewalt der Bora im Verhältnisse zu den stets mehr bewaldeten Flächen im-nnr mehr gebrochen wird. Die Brechung der Gewalt der Bora beruht vorzüglich auf folgenden zwei Gründen: Erstens wird das Verhältniß der oberen und unteren Lustlage ein ganz verschiedenes, als jetzt, und jedenfalls aus bc-kamtten aörologischcn Gründen ein günstigeres; zweitens abcr wird der schon aus obigem Grunde inten-siv schwächere Wind durch dessen Brechung und Zertheilung an so vielen ihm entgegenstehenden Objecten — den Bäumen — seine Gewalt verlieren. Es würde mich zu weit sühren, wcnn ich bei dieser Gelegenheit die aus dieser nothwendigen Beseitung der höchsten Tcmperaturcontrastc, die man überall auf dem Karste findet, entspringenden wohlthätigen Fol-gen auf die klimatischen- und Sanitätsverhältnisse besprechen wollte. Die Geschichte aller Lander gibt uns der Beispiele in Fülle, und ich will nur cincs allgemein bekannten erwähnen: Wie waren die cli-matischen Verhältnisse Deutschlands, welche Sümpfe und Moräste bedeckten das Land zu jenen Zeiten, als die überwiegend größere Fläche mit ungeheuren Waldungen bedeckt war, und wie ist es heut zu Tage? Hier am Karste ist das gerade entgegengesetzte Verhältniß; hier müssen Waldungen geschaffen werden, und man wird ein feuchteres Terrain gewinnen. — Was die Bcsorgniß betrifft, die Bora würde das Erdreich wegtragen, glaube ich kurz bemerken zu sollen, daß bei Anpflanzung oder Setzung von Gestrüppe oder Bäumen dieß mcht der Fall seyn kann, und ich beziehe mich dicßfalls auf meine ob.-gemachten Bemerkungen. - FernerS wird es Jedem, der nur einige Localkenntnisse vom Karste besitzt, bekannt seyn. daß an sehr vielen Stellen die Vegetation so zu sage« sich aufdringt, daß überall an diesen Orten Zweiglcin hervorschießen, und daß dort schon ein bloßes Verbot gegen das Abweiden, dem > 792 einreißenden Verfall des Terrains steuern würde. Es ist unbegreiflich und unverzeihlich, daß ein gro-ßer Theil der Karstbcwohner so mil Blindheit geschlagen zu seyn scheint, sein in der nächsten Nähe liegendes Elend nicht zu sehen. Welch' trauriges Bild bietet nicht Istrien schon in der Gegenwart dar! Durch unser schönes und gewiß nicht armes Vaterland dringt der herzzerreißende Hilferuf drs hungernden Volkes. Es werden Beiträge gesammelt; an der Spitze sehen wir wieder die edlen, freigebigen Trie st in er, welche ihre Nachbarn vom Hungertode retten wollen. So sehr lobcnswerth auch diese Nächstenliebe ist, so ungenügend stellt sie sich von einer andern Seite dar. Durch milde Gaben wird momentan dem armen Volke geholfen; was aber folgt das nächste, was die darauf folgenden Jahre?! SoUen fortwährend Eomit^e's Beitrage sammeln, oder sollte man nicht vielmehr daiauf das Augenmerk richten, Beiträge zu sammeln, und dieselben aus Eultivirung des Bo dens verwenden, wodurch dem Volke bleibend geholfen wird. Almosen unbBrot sind keine Unterstützung für ein Volk; man verschaffe aber demselben Arbeit und Verdienst, und wie vielfach werden sich nach Iahrzehcnden die jetzt verausgabten Summen rentiren ! Der sicherste Ver< dienst aber ist der Gewinn beim Feldban — weß-halb das Hauptaugenmerk auf Hebung der Agricul. tur gerichtet seyn soll. Was nützen all' die gelehr ten Forschungen, so lange sie nicht practised ein Ge meingut des Volkes geworden sind'i — Hier muß ich noch die Bemerkung beifügen, daß der Karstbewohner fleißig und ausdauernd, ru-hig und besonnen ist. Man eifere ihn zur Arbeit an, gebe ihm Gelegenheit, sich von dieser Seite zu entfalten, und man wird bei einer klugen, auf Kennt, niß des Volkscharaktcrs und der Ortsverhältnisse beruhenden Behandlung und Unterstützung gewisi zu glänzenden Resultaten gelange». Betrachten wir ferner den armen IstrianerKarftner, mit welcher anstrengende» Ausdauer er das oasenartig in der Sleinstäche zerstreute Erdreich sorgsam sammelt, alle Vertiefungen, in welche der Bora stürmische Wuth das anderorts aufgeraffte Erdreich geschleudert, sorg-l sam aufsucht und benutzt, so wird man finden, daß der öfters gemachte Anwurf der Trägheit bei dem armen Völklcin lediglich nur auf Unkenntniß der wahren Verhältnisse beruhet. Oder blicken wir nach den an den Eommerzial-Straßen wohnenden Karste nern, besonders in Kram. Ihr Erwerb beruht im Fuhrwerke (im sogenannten „Schlitteln"), in Beschotterung der Straßen u. dgl. Die Kinder, halbnackt und der Rest mit Lumpen bedeckt, betteln an den vorüberfahrenden Wagen. Auf diese Weise wird das armselige Leben hingefristet. Was aber dann, wenn durch txe Vollendung der Trilst.-Wiencr Eisen-dahn noch dieser kleine Erwerb wegfallt? Wahrlich, eine höchst düstere, schaudcrelr.gcnde Zukunft! Wird nicht bei Zeiten diesem vorgearbeitet, so sieht die Regierung noch vor Verlauf eines Decenniums ein darbendes Irland mitten in der schönen Monarchie, welches zu erhalten und zu unterstützen immer schwie» riger und in der Folge trotz des besten Willens fast unmöglich werden dürste. — Dann wäre man gezwungen, schnell und deßhalb mit großem Kosten-' aufwande dasjenige zu realisiren, was man, wenn man jetzt gleich beginnt, allgemach und mit bei weitem geringeren Kosten vollbringen kann. Nach Iahrzehenden wird man das segensreiche Unternehmen preisen, und dessen Früchte theilweise genießen; die Regierung aber wird des erhebenden Bewußtseyns sicb erfreuen, in diesen fieißlgen, durch sie beglückten t r e u e n Bew o h n e r n sich ein blei-dendes. nie vertilgbares Denkmal geschaffen zu haben. Wohlan denn, rüstig an's Werk, gegenseitige willens-träftige Unterstützung und sactische Nealisnung des Wahlspruchä unseres Monarchen werden sicherlich ' zum großen, schönen Zielt führen. Hier noch einige Schlußbemerkungen. Da bekanntlich in uns«,« Gegenden die Hochw. Geistllch-keit einen übelw',eg«nd«n Emfiuß, besonders auf dem Lande ausübt, so soUtt d«Me angegangen werden, in diesem Puncte vorzüglich das große Bestreben der Regierung durch Belehrung und Beispiel zu unte» stütz eil. Ich theile in diesem Puncte ganz die Ansicht des u/VAr-mwmt) Ituol'NHlitol'tt," eines in Zara erscheinenden landwirthschastlichen Blattes (welches sich die schöne Aufgabe der Cultivirung Dalmaticns zur Aufgabe gestellt hat), wenn es vorschlägt, daß jeder Pfarrer nach Thunlichkcit einen größeren oder kleineren Mustergarten anlegen sollte. Der Landmann wird durch das Beispiel seines Seelsorgers aufgemuntert, und Seneca's Spruch: „lnnuum est ilei- i,vi» pfnscept:,, lirovs 6t «tiienx per ex, lnnl»" hat sich durch Jahrtausende als wahr und richtig erwiesen. Ferner sollten die Karstbcwohner durch aus-gesetzte Prämien, welche entweder in Geld oder in B e f r e i u n g eines ihrer Söhnc vom Militär bestehen könnten, zur schleunigen und thatkräftigen Eultiuirung angespornt werden. Jeder Lehrer-Candidat für Landschulen, müßte sich mit einem Zeugniß über die Landwirlhschaftslehrc, die er wählend seines Präparanden-Eurses besuchen müßte, ausweisen. In den Landschulen sollte überoicß nebst den übrigen Lehrbüchern auch ein Lesebuch über Land-wirthschaslslchre eingeführt werden, wofür bei uns vor der Hand das ausgezeichnete Werk des vaterländischen Schriftstellers Hrn. V e r t o u c, „Kmulijulci! «6-imjl»« anempfohlen werden könnte. Achnliche zeitge-mäße Vorschriften müßten ungemein förderlich auf den großen Zweck einwirken. Nur muß die Arbeit kräftig in Angriff genommen werden; die Bezirks-Obrigkeiten, Gcmeindevorständc und die größeren Landwirthe am Karst müssen ihren minder intelligenten Nachbarn das Wichtige und Großartige des Unternehmens lebhaft vorstellen, und aus allen Kräf. ten die rühmlichen Bestrebungen des h. Ministeriums, .welchem wir für die ausgesprochene und bewiesene Theilnahme den aufrichtigsten Dank zollen, zu fördern und zu unterstützen sich bestreben. Oesterreich. Wieu, 3!. Juli. Die letzte Circular- Note welche die österreichische Regierung über dm Stand der Verhandlungen zwischen ihr und dem preußischen Eabinete veröffentlichte, gibt genau das Bild der Lage des Augenblicks. Oesterreich will vor Allem ein Bundesorgan constituiren, sodann erst die definitive Organisirung des Bundes berathen, seine Politik spricht es deutlich aus : Vor Allem das Ganze, dann die Verhaltnisse der einzelnen Theile. Preußen hingegen besteht darauf, zurrst seine Umon anerkannt zu sehen, und an den Berathungen über die Eon-stituirung des Bundes erst später Theil zu nehmen. Die Grundsätze, von denen die zwei Regierungen ausgehen, sind, wie man sieht, diametral entgegengesetzt, und da Zugeständnisse von der einen oder der andern Seite nicht gemacht werden, so ist in diesem Augenblicke kein Gegenstand der Verhandlung zwischen den beiden Eabineten von Wien und Berlin schwebend. Wir sind also an dem Puncte angelangt, den Oesterreich um jeden Preis hätte vermeiden wollen, Deutschland ist in zwei Theile getrennt, und gerade in einer Epoche, wo die Einheit aller Kräfte allein im Stande wäre, seine Rechte nach außen, die Ordnung nach innen aufrecht zu erhalten. Unsere Regierung geht indessen auf dem bette-tenen Wege vorwärts; gemeinschaftlich mit den Bundesgenossen unternimmt sie es, den Bund zu gestalten, die Bildung des engeren Rathes w.rd es mö> lich machen, die allgemeinen Interessen zu vertreten. Die Bundes ^ Kommissäre, deren Anwesenheit ln Frankfurt nicht mehr nöthig ist, werden diese Stadt verlassen. Die Geschäfte des Bundes werden von dem neu zu schaffenden Organe übernomnun werden. (R. 3) — An die Generaldirection des Gewerbvercins ist eine Petition der böhmischen Industriellen ringe-langt, worin dtr riesige Schmuggel, welcher von Italien aus in das Innere der Monarchie betrleben wird, auf eine Besorgniß erregende Weise gtschlld" und die Generaldirection dringend aufgefordert wird, sich im Interesse der einheimischen Arbeit dieses Ge< genstandes mit aller Energie und mit der möglich, sten Beschleunigung anzunehmen, und die geeigneten Schritte deßhalb beim Ministerium einzuleiten. Die Petition ist von beiläufig 600 Firmen aus allen Landestheilen und fast aus allen Industriebranchen unterzeichnet. Die Centraldirection hat beschlossen, diese Petition dem Ministerium vorzulegen, dieselbe auf das Kräftigste zu unterstützen und dem Ministerium die Reform der Douanc ans Herz zu legen. — Die zu den Verathungen in Wien berufenen italienischen Vertrauensmänner sind mit Ausnahme Weniger in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Sitzungen fanden ununterbrochen täglich Statt und währten gewöhnlich 4 bis 5 Stunden, nämlich von 10 Uhr Vormittags bis 2 oder 3 Uhr Nachmittags. Die Publication des Statutes wird spätestens Ende August erfolgen, da jetzt noch einige Ministcrialcon» serenzen hierüber gepflogen werden und dann die Verfassung zur a. H. Sanction unterbreitet wird. — Hente hat das Finanzministerium die erste von den sechs, mit Schluß eines jeden der nachfolgenden Monate fälligen Raten jenes Betrages an die Nationalbank dar abgeführt, welcher auf die Anleihe von 60,000.000 fl. CM. deßhalb noch einzuzahlen kömmt, weil bci den Einzahlungen auf die Anleihe auch Ecntralcassa- und Hypothekaran-Weisungen an Zahlungsstatt angenommen worden sind. Von der Mur, 27. Juli. Erzherzog Io< hann hat erst vorgestern unsere Steiermark verlassen , um mit seiner Gemahlin, der Gräsin Meran und dem jungen Grasen Meran sein stilles Alpen-hauS im Wildbadc Gastein zu besuchen. Seit ich Ihnen zum letzten Male über den edlen Prinzen berichtete, ctis'tc er in der Obersteier von Ort zu Ort, und hielt beinahe in jeder Filiale der Landwirthschast' Gesellschaft eine Sitzung, überall mit seinem practi-schem Verstande belehrend, und dort, wo Trost nöthig, mit der Fülle seines edlen Herzens tröstend. (L. B.) — Das ,)Uii2 lau" dringt einen drin, genden Aufruf des landwirthschaftlichen Vereines an die Producenten Ungarns, in welchem letztere s>'^' fordert werden, auch von ihren Producte" '"va nach London zu sende", damit auch ""l" Vaterland bei der großen Ausstellung würdig verttcten sey. — Man spricht, daß in Pmg eine Zeitung in französischer Sprache nächstens erscheinen soll. Als Chefs 'Vtldcn zwei ungarische Magnaten bezeichnet Wer jedoch die nominelle Redaction führen wird ist noch nicht bekamit. — Die letzten Nachrichten aus den Donauläll-dern lauten dahin, daß das russische OclUpations' corps die Provinzen bis auf l 3,000 Mann verlas-sen habe. Der türtische Statthalter, Achmet Essendi, will, daß noch 3000 M"«n zurückgezogen werden und nur die vertrags"äinge Zahl v^ iyMO Mann zurückbleibe. Agraw, a" 28. Juli. Wahrend am 25. dieses Abends über die Ankunft Sr. Excellenz deS Banus und seiner erhabenen Gemalin ganz Agram jubelte, und während ungeachtet eine zahllose Menge Kolkes auf dem Markusplatze sich bewegte, keine Unordnung vorfiel, bewarfen einige Excedenten die Fenster der Wohnung des Landes - Eassiers Herrn Bi, für 250 jl. 2!)<> 5/8 Obligat, der allg. und ungar. zu 3 p. Amsterbao«, sür l00 Thaler Current, Rthl. 1N1 1/2 2 Monat. Augsburg, für 100 Gulden Cur., Guld. 117 Uso. Franlsurt a.M., f»r l20 jl. südd. Ver- ) surzc Sicht. einS-Wähl'. i»i 24 l/2 ,1. ssuß. Guld. ) l 1 . 135, l/2 G. 2 Monat, Hamburg, für l00 Thaler Äaneo. 3tthl. 17l Vf. 2 Mmi.it. «iuorno, für 300 Toülcanisch^ Lire. Guld. 114 G. 2 Mouat. koudon, fiir 1 Pfund Sterling, Gulden 11-3!> , 3 Monat. Marseille, für 300 fransen. / G»!d. 137 LMon^t. Varis, fnr300Frm,ltN. . .Guld. i:t7G. , 2 Monat. Äularrst für 1 Gulden para 237 31 T. Sicht. Gcld-Hgio unch den, «L<»,i)d" u^iu l. August 185t), Brief Ocld Kais. Münz-Dncaten Agio .... 2l 3/4 2l l/2 drtto Rand- dtl> ...... — 21 iiiapoleonSd'or...... N.22 !>.2l Souvcra>n>.'d'or „ . . . . 1<».l0 l,24 Preuß. D'ors „ . . . . — !».30 (5»gl. Soveraings „ .... - 11.30 Ruß. Iniperial ^ .... 9.2« z».2»l Doppie...... :>.tt 35 l/2 Silberagio......... 1« 1.', !i/4 Fremden-Anzeige der hier Angekommenen und Abgereiste». Den I. August 1850. Hi-. Biichk'!', Hal!dMi,,; —Hr. ?llfred v. Vignicourt, Reimer; — Hr. sHllsta^ Finst, Fabrikaur, — ,,. Hr. Joseph Molde, Maxist, at^rall); alle 4 vo„ Triest nach Wie». — Hr. v.Mezau, Pl«. vatier, voi, Felle» »ach Tricst. — Hr. Coine A^ost«, Prioatier, vou Bellluw »ach Wie». Verieichniß der hier Verstorbenen. Den 24. Juli. Dem Herrn Damd Wc,,la'mnu»g. Den 25. Dem Iohaim Zirqler, Fabli'ssalbeites, sein Kind mä'lmlichcn Geschlechts, nvlhqetauff, in der Pol.ma-Voistadt Nr. 19, todtgeboren. — Dem ^orexz Gelizt), Fabrikarbeiter, sein Kind V.'leiuii,, alt l'^ Jahr, in der Polana'Vorstadt Nr. 5!,, an den M^seln. Dcn 27. Franz Winzinger, Knecht, alt 40 Iülne, im (^ivilspical Nr. 1 , am Typhus. — Dein Johann Suchadulz, Fadliksasbetter, sein Kind Anlonia, alt 1'^ I,l)s, in der Polana-Vorstadl Nr. 5l, an den Masern. Den 28. Der N. N. ihr Hi„b, weiblichen Oe,-schlechts, liulhgctaufc, in dcr Stadt Nr. 159, lodl« ^el)Ue, >m Hühnerdorfe, N>. 9, - und dem Joseph Schudiy, Steinmetz, seine Gattin Maria, all 42 Ial)>e, in dir St. Peleis-Vorstadt Nr. ?9, bride an der Auszehrung. Den 29. Der Mnia Punches, Krameröwiiwe, ihr Kind Maria, in der K.nlstadt>!' Kind Joseph, alt 8 Tage, in der Gradiscbli.'VolÄadt Nr. l, an der Mnndlperrc. Den 3<- Dell' üorenz Pauschek, Maurer, sein Kind Auuust, ^ll 5 Jadte, in dcr Polana - Vo.stadt Nr 61 an dct, M^"'. Anmelkunii. I" dem Monate Iull l850 si.ch 74 Personen gcstorb^^^____________________^ Eine schöne, billige Stadtwohnung, bestehend aus 4 Zimmern, Kliche, Speise, Kvller und Bodenraum, ist zu Michaeli zu vergeben. Nähere Auskunft wird rtthcllt: Iudengasse, Nr. 232, vrsten Stock bei F. L eyrc r. Z. 1413. (2) Leopold Tiesenlhlll sr Camp. Optiker, aus Miihl am 3t e cka r, beehren sich anzuzeigen, daß sie mit einem reichen Sortimente ihrer rühmlichst bekannten optischen Fabrikate hier angekommen sind. Unter ihrem Lager, durch dessen große NnNstän-digkeit schwachsichl'gc Personen ledcr Art aus daö VoUtonnnenste befriedigt werden rönnen, l'esmdel sich «nsdewliocrc eine Auswahl gcfaßtcr ui'.d u,igc' faß'er Brillen -- u:id Lorgnettcugläser, die vermöge der da,;u verwendete» reinen Glabin^ssen, und oear-bcitei nach der als uoszüglich anerk^nillcn inuhe^ollen Schleifart des englischen Oculistm Wol last on, nach genauer Prü'Nmg des Sel)rc>!uo.ieus für das IciDeüde Auge entspreche,>d gewahic, als hohe Wohl thal empfohlen wciocn tonnen. Ei„er ^,cr größern Mangel unscrer Zeit auße.t sich bei der gelingen Theilnahme, bei oer Uribcdachl-samkeil, mil tcr lnau fein edelstes Organ, das Auge, fortlväh,e,d dehandels. VesonderS machen sie aufmerksam auf eiue ganz vo» zuflicke Art (^vnseruatiolls-Vrillen, die Abends bei Aicbt dem Auge jede Blendung eutziehvu, wodurch jeder an Ausseuschwacbe leidende in kurzer Ieit einer bedeutenden Schwäche enthoben se»)n wird. D.^'ii die Odgcn.iniue,; al^ ^ptikc, ,^u^lnch all^l> die lheureiiscken Keinnnisse und piat" ische Fcitig-teic hlnsichllich der zwcckinäßi^cli, ^eiu lndioiduclieti Baue und Zustande jedes Auges cu splccheodc Wahl der Glaser drsi^en, l'^l'en mrhlc^c sachkundige Acrzlc und ^culisten bcreiis rühmend anerl'aririi; auch haben dieselben hierüber empfehlende Zeugnisse der berühmtesten Autoritäten von Deutschland vorzuweisen. Ferner befinden sich unter ihren optischen Instrumenten: Fern röhre von velschiedencr Awße. Die so allgemein beliebten Feldstecher zu 2 , 3 und 4 OlU' larcn. Einfache und zufamlneiigeschle Mikroskope. Alle Alten von 1-, 2. mid 3fachen Loupen, T h eaccrpcr sp ecti v e in den elegantesten Fassuil-gen, die sich durch vorzügliche Güte der Maser besonders auszeichnen. Einfache und doppelte ?orgnet» !en von alle,, Sorten in Ech'ldplalte, Silber, Perl', mutter, Bronce :l. Optische Instrumente und dcigl. werden gegen billiges Honorar bli ihnen reparirs. Ihr Waarenlager ist im Gasthofe „zum österreichischen Hof', Zimmer-Nr. Vll ^^ Wegen allgemeiner Zufriedeuheit, dere« sicl) die Inhaber obiger Niederlage hict , zu erfreuen haben, verlangern sie ihreN Aufenthalt noch auf Toell d.rsclven, chr.» H.n!ptgcl)äudc, darunter vier Gotteshäuser >»"d dve gloiicttn ^lederli,g,>n des Hagels m,d der/ B^triel)samk^l seiner Inwohner, sind ^" '^llb dbt sich Krakau g^'w'ß duzch eigene Kräfte nicht mehr! muß daher nothwendigl'rwcise auf seine Existenz, als Staot, verzichten, wenn ihm das Wohlwollen der mit Oesterreich defreunotten Regierungen und die Wohlthätigkeit edler Men« schenfreunde nicht zu Hilfe kommen sollte. An dieses Wohlwollen also, an diese edle Wohlthätigkeit wendet sich das gefertigte Comit6 im Namen dcrAvgebrannten der Stadt Krakau! — Ueber Tausend Familien der ^"uohner Krakau's! welche für jetzt außerderWohnung, der nothwendigsten Bekleidung entbehren, einig-Hunderte seiner ehemaligen Hausbesitzer und Kausieute, welche an den Bettelstab gebracht, nicht einmal die Kosten der W/gräumung des Schuttes ihres früheren Eigenthumes bestreuen können, das sind die Vollmachtgeber, in deren Namen das Comit6 handelt, für welcke eS um Unterstützung alle Menschei,^,^ angeht. Mögen »'lie Jene, in deren Brust ein edles Herz schlagt, deren wohlthätige Hand nimmer verschlossen bleibt, wo es sich um Linderung des Elends ihrer Mitmensche, handelt, sich beeilen, die unglücklichen Bewohner Krakau's in ihrer gegenwättigm Sedrängniß ^ unterstützen, und das (5omit<>, welches alle spenden mit Dank empfängt, wi'd ftlnerieits trachten, dieselben unter die Bedürftigsten gewissenhaft zu vertheilen. Indem das gefertigte Comit<> den gegenwärtige" Aufruf an alle cdle und wohlthätige Menschen, ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, auf ")"" ^tand und ihr Herkommen richtet; ist es der Ueberzeugung, daß seitie Ansprache von allen jenen de»kenden und aufgeklärten Geistern begriffen und gewürdigt seyn wird, die da eingedenk, daß es Krakau war, an dessen Hochschule der große Copernicus studierte, daß Krakau einstens stch «>„ ^ Civilisation Europa's namhafte Verdienste erworben - ihm jene Verdienste »n d^ gegenwärtigen Noth'in Rechnung bringen, und nicht erlauben werden, daß eS aus der großen und alterthiimlich^ Familie, der bedeutenden Städte Europa's gestrichen werden sollte. Gaben aller Art, sey es im Baren, oder in Wasche und Kleidern, übernimmt das Comity unter der Adresse: „An das Comitö für die ,n Krakau Abgebrannten" in Kra^ kau gräflich Potockische Palais, am Hauptplahc Nr. 34«, und benachrichtigt die edlen Geber von deren Empfang durch öffentliche Blatter*). _ ^.^, ^ .^U. Juli 185U. Vorsteherinn des Comitt- ^^f^ Sophie Potocka __________^ Vice-Präsident d.s Comi^ Vincenz Kirch majer. ^) Die Redaction der Laibacher Zeitung übernimmt Beitrage in Barrm, w>rd dieselben veröffentlichen, und ihrer Bchiimmmg zufuhren. Bücher, Mnsikaliett «ud Fortepianos sind zu den billigsten Bedingnissen auszulcilM bei Ioh. Giontini in Laibach am Hauptplatz.