EINZELPfIFlS: wAebcafa^i tl Rpt . Samstag-SoDiiUg 15 Rpl Murgtr geitung Amtliches Organ desSteirischen Heimatbundes 2Ma' Z5l6B'*'Ah''iH Badgasse Nr. 6, fernrut: JS^i, trscheint wSchenlllch seclmnal als Morgenzeitung (mit Ausnalime der Sonn, uns mfchbS" - unv^?.0rt. Z^Th?,«™ nX feienage). Bezugspreis. (im voraus zahlbat) monatlich KM 2.10 einschl. Poslge- Anfraf**« 'ie» ■ t»« b ♦ werdcn nicht rückgesandt. — dci t|||^r bühr; bei Lieferung im Streifband zuzügl Porto: bei Abholen in der üeschättsstelta Antragen ist da Kttckporto teiiulegea. - Hostscheckkonto «rien Nr. 54.608. RM 2.-. Aitreich durch Post monatlfch RiS 2.10 zuzü^ 36 Kpl. IuSä' _3R:ar(>uro-g)rau, greltog, 31.3un 1942 82. Sofjroano Proietarsiiaja im Sturm genommen Schnall« Division v«michitote 68 SowiMpanzer — Sowjetische Truppen im grossen Donbogen vom Rückweg abgeschnitten — Vier britische Schnellboote versenkt rUhrerhauptquartier, 30. Juli Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; Südlich Rostow verfolgen Verbände des Heeres und der Waffen-ff in teilweise harten Kämpfen mit feindlichen Nachhuten den weichenden Feind. Südlich des Sal-Flusses nahmen schnelle Truppen die Stadt Proletarskaja im Sturm und unterbrachen an mehreren Stellen die letzte große Elsenbahnverbindung zwischen dem Kaukasusgebiet und der übrigen Sowjetunion. Hierbei zeichnete sich eine brandenburgische Panzerdivision besonders aus. Bei der Abwehr feindlicher Entlastungsangriffe vernichtete eine Württeni-bergisch-Badische schnelle Division am gestrigen Tage in erbittertem Kampf 68 2um größten Teil schwere Panzer. Starke Kampffliegerkräfte unterstützten nach erfolgreich durchgeführter Luftaufklärung die Angriffe des Heeres. Im großen Donbogen wurde feindlichen Kräften der Rückzugsweg nach Osten abgeschnitten. Im Raum von Woronesch verlor der Teiiid gestern wieder 18 Panzer. Im mittleren Frontabschnitt und südllcli des llniensees finden in schwierigem Gelände erfolgreiche örtliche Kämpfe statt. Im hohen Norden-wurden bei Luftangriffen die Versorgungs- und Werftanlagen bei Murmansk sowie ein großes Truppenlager westlich der Kolabucht schwer getroffen. Im Schutze starker Bewölkung durchgeführte Tagesstörangriffe einzelner britischer Bomber auf Städte des Rheinlandes hatten nur geringe Wirkung. In der vergangenen Nacht griff ein britischer Bomberverband einige Orte der Saarpfalz, vor allem Wohnviertel der Stadt Saarbrücken, an, wobei u. a. das Gauthcater völlig zer-?itört wurde. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Sieben der angreifenden Flugzeuge wtirden abgeschossen, zwei weitere durch Einheiten der aeutschen Kriegsmarine über der Deutschen Bucht zum Absturz gebracht. An der Ostküste Englands erzielte ein Kampfflugzeug am Tage Bombenvolltref-for in den Werkanlagen eines Rüstungs-betriebes. Stärkere Kräfte der Luftwaffe griffen in der Nacht zum 30. Juli erneut Birmingham an. Durch Aufklärer wurden in den heutigen Morgenstunden zahlreiche ausgedehnte Großbrände festgestellt. Vor der niederländischen Küste versciik-len Vorpostenboote vier von zehn angreifenden britischen Kanonen-Schnellbooten und schössen ein weiteres in Brand. Der Teind brach das Gefecht ab. Grosse Brandfelder In Birminobam Berlin, 30. Juli Zu dem Angriff deutscher Kampfflugzeuge gegen das britische Industriezen-Irum Birmingham teilt das Oberkommandu der Wehrmacht weiter mit: Trotz starker Flakabwehr und reger Scheinwcrfertätlgkeit durchbrachcn die deutschen Kamptflugzeuge in der Nacht zum Doiinerslag den um das wichtige Industriezentrum Birmingham gelegten l'lak-sperrgürtel und warfen, in mehreren Wellen anfliegend, Spreng- und Brandbomben Jn die befohlenen Zielräume. Dabei wurden, wie deutsche Aufklärer in den Donnerstag-Morgenstunden festslelltcn, in mehreren Stadtteilen von Birmingham ausgedehnte Brandfelder, besonders am nördlichen und Südcistrand der Stadt beobachtet. Dichte Rauchwolken, die von dem Feuerschein zahlreicher mittlerer Brände durchbrochen wurden, lagen über üem gesamten Stadtgebiet. Angrllfe aal brlllsdien Sdillfsverkehr Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen im Laufe des Mittwoch den Schiffsverkehr an der englischen Südküste an. In den Vormittagsstunden wurde ein feindliches Transportschiff mi Seegebiet südlich Dover durch einen Volltreffer mittschiffs erheblich beschädigt, der Frachter blieb mit starker Schlagseite unter Land liegen. Gegen 16 Uhr erfolgte bei bewaffneter Aufklärung ein Tiefangriff leichter deutscher Kampfflugzeuge auf den Hafen von Brixbam im Westteil der englischen SUd-küste. Bomben schweren Kalibers schlugen dicht neben dem Heck eines am Kai festgemachten Handelsschitfes von ^4000 brt ein. Außerdem bombardierte ein deutsches Kampfflugzeug in überraschendem Tiefangriff die Anlagen eines britischen Rüstungswerkes an der Ostküsle. Detonationswolken in Hallen wurden beobachtet. lullwalfe an der Eismeerfronl Im Laufe des gestrigen Tages griffen an der Eismeerfront deutsche Sturzkampfflugzeuge ein großes bolschewistisches Barackenlager bei Motowskij westlich der Kolabucht an. Trotz heftiger Flakabwehr konnten die Besatzungen die gute Tret-ferlage ihrer Bomben beobachten, die m dem feindlichen Lager erhebliche Zerstörungen anrichteten. Kampfflugzeuge bombardierten, nachdem sie den Abwehrgürtel der feindlichen Flak durchbrochen hatten, die bolschewistischen Werftanlagen von Rosta. Bomben schweren und schwersten Kalibers detonierten in einem Tanklager. Die deutschen Kampfflieger stellten mehrere Brände mit hoher Rauchentwicklung fest. Auch ein großes Schwimmdock erhielt bei diesen Angriffen mehrere Treffer. Ein weiterer Angriff durch Sturzkampfflugzeuge richtete sich erneut gegen das Elektrizitätswerk von .Wurmaschi. Die Flakabwehr der Bolschewisten konnte nicht verhindern, daß die deutschen Sturzkampfflugzeuge ihre Angriffe erfolgreich durchführten und Treffer im Turbinenhaus der ausgedehnten Umschaltanlage des wichtigsten bolschewistischen Versorgungsbetriebes' erzielten. Bolschewistische Jäger versuchten, die deutschen Flugzeuge von ihren Zielen abzudrängen. Bei den sich entwickelnden Luftkämpfen schössen deutsche Jäger drei bolschewistische Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. Slossfropponlerneliniungen in Aegypten Rom, 30. Juli Der italienische Welirniachtbericht gibt bekannt: Die Tätigkeit an der ägyptischen Front beschränkte sich gestern auf Stoßtruw-unternehmungeii und gegenseitiges Artillerie teuer. Unsere Luftverbände griffen mit Erfolg Flugplätze und Zcntieu der teitidlicheii rückwärtigen Verbindungen an. Eines unserer Flugzeuge kehrte nicht zu seinem Stützipunkt zurück. Verbände der Luftwaffe der AchS'Snmächte bombardierten die kriegswichtigen Anlagen von Malta. In den Zielgebieten wurden beträchtliche Zerstörungen angerichtet. Im Luftkampf wurden zwei ^itfire von deutschen Jägern abgeschossen. Englische Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht eine Sprengbombe in der Umgebung von Licata ab. In rascliem Vorstoss nach Süden Feindlicher Kampfverbünd Nachhaltige Unterstützung der Berlin, 30. Juli Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht über die Kämpfe südlich des Unterlaufes des Don vorliegenden Meldungen befinden sich die deutschen Truppen im raschen Vorstoß nach Süden. In hartnäckigen Nachhutgefechten versuchten die Bolschewisten am 29. Juli das Vordringen deutscher Truppen südlich des Don aufzuhalten. Der feindnstoffqifjllcn aus allen Tei-\oi\ der Welt zur Verfügung habe, sondern diese jetzt der Achse offen stünden. Die USA-Zeitschrift ^»Life« schreibt, die Verbündeten schwankten unter den vernichtenden .Angriffen weit überlegener Streitkräfte ihrer Gegner, die nach einem gut durchdachlen Plan sehr geschickt angesetzt würden. Es seien furchtbare Hammcrschläge, die die Achsenmächte den Verbündeten vcrsel/len. Daß man sich unter diesen Umständen in London die größten Sorgen über den NU'ileren Verlauf des Krieges macht, ist klar, zumal man offciib-w keinen Weg sieht, aus dieser Lage herauszukommijn. Der vom Londoner Nachrichtendienst verbrfiteie Vorschlag des Vorsitzenden des Verbandes konservativer englischer Clubs, Churchill als britischen Diktator auszurufen, ist jedenfalls mehr ein Armutszeugnis der Demokratie, als ein Allheilmittel. Es ist immerhin bemerkenswert, wenn sich dieser Verbandsvprsit-zende zu dem Eingesttlndnis veranlaßt sieht, die Demokratien seien überhaupt nicht in der Lage, mit Erfolg Krieg gegen totalitäre Staaten zu führen. In Kriegszeiten brauche England daher einen Diktator. Diese bezeichnende demokratische Hankrotterklärung übersieht allerdings völlig, daß Churchill praktisch bereits längst eine Diktatur in England aufgerichtet hat und diese unumschränkt ausübt. Das geht neuerdings z. B. aus seiner Weigerung hervor, dem Unterhause vor den Parlamentsfericn eine Erklärung (Iber die Kriegslage abzugeben, obwohl diese sogenannte Volksvertretung nach einer solchen Erklärung dringend verlangt. Churchill ist also in Wahrheit seit langem der Diktator, und niemand in England kann ihn daran hindern, seine verhängnisvolle Rolle als Totengräber des Empire bis zum bitteren Ende zu spielen. Im Sumpf der Luge und Unfghlgkeit Britischer Abgeordneter fragt vergebüch nacli der Geleitzugslcatastroplie im Eismeer Verschämte Eingeständnisse und schamlese Hetztiraden Arl99i!eransnufzunQ in Ennland Lissabon, .10. Juli In welch verbrücherisclier Weise die britischen PiutO'kraten ihre Arbeiterschaft ausbeuten, offenbarte, wie »Daily Express« meldet, der Generalsekretär der britischen Grubenarbeiter, Edwards, in der letzten Wochc in einer Kundgebung der Grubenarbeiter in Blackpool. Er erklärte. die Londoner Kegierung versuche den katastrophalen Mangel an I3ergarbei-tcni dadurch zu beheben, dal.^ sie eine verbesserte Altersversorgung vcrsprcche, die .iunk'cn Herkleute unter 16 .lalircn dafür jedoch Unterlauearbcit durchführen hiiiliten. Edwards niaclite die geradezu erschüllenide l'eststcllunji, dal.l in den letzten Jahren in Enjiland im Durchschnitt alljährlich über Jn Prozent sämtlicher jugendlicli'Jr Grubenarbeiter unter lfi .lahrcn durch Beiriebsuniällc ausfielen. Zu diesen Unfallsziffern, die durch un-z\ireichende SieherlieitsMial.tet sind oder vermißt werden. Auf ch'm »Aridale« gab es 45 Veilnslfitlle, die als getötet angesehen weiden müssen. Stookholm, 30. Juli Wie der britische Nachrichtendienst meldet, stellte der Abgeordnete Shinwell irn Unterhaus folgende Frage an den Minister Attlee: »Ist es Ihnen bekannt, daß kürzlich ein Geleitzug, der an einen sehr wichtigen Bestimmungsort fuhr, jedeji Schutzes beraubt wurde, sodaß eircs große Anzahl von Schiffen verloren ging?« Attlee antwortete nicht und Shinwell erklärte, er würde diese Angelegenheit erneut vorbringen. Auch auf eine ern'3ute Frage wird der britische Abgeordnete ebenso wenig eine Antwort erhalten, denn Englands i)ikta-tor Churchill hat die einst so vielgepriesenen Freiheiten des Parlaments längst beseitigt und zu einem Gaukelspiel gemacht. In der sogenannten Fragezeit im Unterhaus wird nur noch bestellte Arbeit geleistet, und wenn wirklich einmal ein lästiger Frager auftritt, so erhält er, wie hier, keine AiitworL Das englische Volk wird heute von seinem Totengräber in allen Schicksalsfragen in einer Weise belogen und betrogen, wie noch niemals ein Volk belogen worden isL Die Schiffahrtslage ist eine dieser Fragen um Sein oder Nichtsein, und gerade hier schweigt sich Churchill bereits seit langem aus. Weder von der Vernichtung des Großgeleitzuges im Eismeer noch von der täglich steigenden Millionenzifier versenkter Schiffstonnago hat das britische Volk eine auch nur einiirernialkn genaue Vorstellung. Es wird aber eines Tages ein grausiges Erwachen in der britischen »Demokratie« geben, und die Fragen, die man dann an Churchill richfrst, dürften kaum bescheiden im Parlament vorgebracht werden. Kopfzerbrechen über die ScUffsramniiot Der Schiffsraumanangel bildet nach wie vor eines der wichtigsten Themen der englischen Presse, Der »Daily Exipress« erklärt mit nüchterner Sachlichkeit: »Der Ernst unserer Schiffsraumlage läßt sich nicht länger verheimlichen. Der Unterschied zwischen den Versenkungen und den Neubauten stellt uns unmittelbar vor die emstes^2 Krise, der wir jemals während des Krieges ins Auge schauen mußten. Wir sind nicht nur in unserer Angriffskraft bedroht, sondern auch in unserer Fähigkeit zuir Kriegführung überhaupt. Wir benötigen dringend eine beträchtlich'3 Steigerung unserer Schiffserzeugung.« Deutschland löste »unmöKliohe« T ransportprotolefne Die Londoner Finanzzeitung »Financial News« berichtet fiber eine Rede, die der parlamentarische Unterstaatssekretär im britischen Ministerium für das Kriegstransportwesen, Noel Baker, kürzlich auf der Jahrestagung des britischen Spedi-teurverbandes hielt. Dieser erklärte dabei u. a.: Deutschland habe viel sisiner Siege dadurch errungen, daß es Transportprobleme löste, die man auf britischer Seite für unlösbar angesehen habe Die Saat geht auf! Während so England die Schwäche seiner Kriegführung inmier lebhafter empfinden lernt, bekommt es auch immer deutlicher die F'olgen senier verantw^or-tungslosen Politik zu spüren. Ein Vorfall, der in der englischen Ge- USA in der Schiffsraumiclemme liiusionisten schwärmen von einer Flugzeugtranspottflotte Strategische Strasse durch Mittelamerika Slockholm, 30, Juli In USA wcnlen licbcrhaflc Anstrengungen unternommen, um eine Lösung der Tonungekrisc zu finalen. Die Senatskom-mission für die Handelsschiffahrt hat einen Studienausschuß für das l'robleni der See- und Lufttransporte eingesetzt. Die Senatoren Lee und Johnson brachten eine Entschließung ein, die den Bau einer Transportflugzeugflotte zur Bewältigung der U-Bootgefahr fordert. Der Bau von großen Flugbooten müsse sofort aufgenommen werden. Auch Landflugzeuge müßten einen Teil der Seetransporte übernehmen. schichte kaum seinesgleichen hat, ereig-r>2te sich am Mittwoch im Londoner Unterhaus. Über 1500 Männer und Frauen drangen johlend in das Parlament ein, um die Aufhebung des vor längerer Zeit erfolgten Verbotes der kommunistischen Zeitung »Daily Worker« zu erzwingen. Sie forderten die Abgeordn»3ten auf, aus dem Sitzungssaal herauszukommen und überschwemmten sie dann mit bolschewistischem Agitationsmaterial. Nur mit Mühe konnten die Demonstranten langsam wieder aus dem Parlament herausgedrängt werden. VansUtart total verblödet In i'hrer Hilflosigkeit wissen die Kriegstreiber aber nichts anderes als sich zu immer größeren Geschmacklosigkeiten Ihrer Hetze treiben zu lassen. Lord Van-sLttart, dsr alte Deutschenhasser, nahm ausgerechnet Goethe als Kronzeugen für seine Hetztiraden. Er führte laut Reuter aus: »Wenn Goethe gehört hätte, daß ich mich mit der Absicht trage, die Deutschen in fünfzig Jahren zu zivilisieren, so hätte er mich einen ausgesprochenen Optimisten genannt.« Es ist ja bekannt, daß Vansittart niemals gewußt hat, wo ein anständiger Mensch eine Grenze ziehen muß. Darum ist es auch nicht überraschend, daß er, der kleine Geist, sich mit dem Geist des I Herrn Goethe in einem Atemzug nennt ; und diesem Worte in den Mund legt, die I niemals über dessen Lippen gekommen I wären. 1 Das System Vansittarts hat endgültig abgewirtschaftet, und daher wohl die I Ausflüge des Hetzers auf Gebiete, wie I den Genfer Verein, den er im weiteren ' Verlauf seiner Ausführungen streifte. Danach will er sich in Zukunft auch nicht i wieder von Genf und den dortigen Schalmeien betören lassen oder mit Deutschland an einen Tisch setzen. Daß das nicht geschieht, dafür wird allerdings Deutschlands Wehrmacht das letzte Wort sprechen und nicht Vansittart! Der Mangel an Seeleuten macht sich immer mehr geltend. Die staatlichen Behörden für die Kriegsbewirtschaftung der Handelsschiffahrt nahen einen Aufruf erlassen, in dem die (Öffentlichkeit davon unterrichtet wird, dal'j mehr Männer für die Mandelsschiffahrt notwendig seien. Im Herbst sei ein starker Mangel an Seeleuten zu erwarten. Nach dem USA-Vorbild wird auch in Kanada der Schiffsliau unter hohen Druck gestellt. Trotz der Schlechten anierikani-schen Erfahrungen im Bau am laufenden Band sollen gleiche Experimente in Kanada unternommen werden. Im Zuge der Anstrengungen gegen die Auswirkungen der deutschen U-Boote soll eine neue strategische Straße durch Mittelanierika gebaut werden. Diese Straße soll nicht nur eine neue strategische Verbindung zum Panamakanal bringen, sondern auch eine Entlastung der durch den Schiffsraummangel gefährdeten Transportverbindungen zwischen Nord- und Mittelamerika. Danktelegrsmiii des Dwe Berlin, 30. Juli Der Duce hat dem Führer für die Geburtstagsglückwünsche mit folgendem ITelegramm gedankt: I Tausendfachen Dank, Führer, für Ihr Telegramm anläßlich meines Geburt.sta-ges. Ich möchte mit den freundschaftlichsten Gefühlen die Wünsche erwidern, die Sie zum Ausdruck brachten. Schulter an Schulter werden wir fortfahren, gemeinsam zu kämpfen als treue und redliche Kameraden. Mussolini. Glanzleistang demoMscher Bfimkratie Kanadische Hilfstruppen für Alasica sollten ihre Waffen verzollen Stockholm, 30. Juli »Newyork Times« veröffentlicht einen bezeichnenden Zwischenfall von der Grenze zwischen Kanada und Alaska. .Ms die Japaner auf den .Meuten landeten und Dulch Harhour bombariMerten, wollten, wie von den Generalstäben vorher verabredet, kanadische Truppen schnellstens nach Alaska marschieren, um dem bedrängten amerikanischen Bundesgenossen zu Hilfe zu kommen. An der Grenze wurden sie jedoch von amerikanischer ZoW-beamtcn aufgehalten mit der Anfforde-rung, daß erst die kanadischen Waffen und sonstigen Ausrüstungen verzollt werden müßten. Der Vorfall wurde nach Washiniton telegraphiert, wo er im Finanz- und Au-ßennrnisterium verzweifeltes H.'inderin-n:en verurs-ichte. Die Rechlrbe'-.'der des Finanzministeriums sfelltPn mit Schrr^^ken fest, so s.chreib' die »Tinios'? f'.'e Zollbeamten im Recht waren. Dris Anf^en-ministerimn wMr('e ent>.p'*eclRMUI ini'nr-niiert mit der !>kl^iT*niirr_ d-iR es ii» det" Gesetz keine Schhip^'ocher gebe. Srhli"'^-l'ch r'n"^ die Snr-hc bis zum Außenminister Hi'll. der sii"h hinsetzte nnd oin'Mi zwei Sei^iMi l'infe'i IVicf ;ni (lio nisehen ZoMbehördeti in .^'a'?kn ili'-:''erte. D.'irin erklr'^'fp Hidl. 'f^h'ho B"sm-''lier WM' (Ii'' '1 Trnn'^e"» darauf hin, daß auch die amerikanischen Truppen, die in Kanada eine Straße nach .-Ma^ka bauen, von kanadischen Steuern befreit seien. Daraufhin wurde schließlich den kanadischen Truppen iler Durchzug gestattet. Riesenschiebungen jüdischer Groliffrmcn Ein Untersuchungsausschuß des Abgeordnetenhauses in Washington ist d.Mi Riesenschiebungen von vier jüdischen Grtißflrmen auf d'e Snur gekommen, die im Auftrage der Rubber Reserve Com-panv. AHfTummi im ganzen Lande aufkauften. Die Firmen tragen die Namen Loewenthal. Schulmann, Mühlstein und Berzen. In der Anklage heißt es, daß diese im Auftrage uer Regierung arbeitenden Firmen enorme Profite einheimsten. Sie hätten auch ihre eigenen Angestellten in Positionen des Kriegsproduktionsamtes hin-^•ngesehmusigclt, von wo aus sie die Sammlung -von Altgummi überwachen konnten. Ob sie wohl jemand in den USA über diese Tatsache wundern wird? Uns kommt sie ebenso wenig überraschend wie die kürzliche Meldung über die Juden unu den schwarzen Markt in England. Schließ-linb Inben di" luden doch ihren Kricfj gemacht, um an ihm nach Kräften zu ve"- Zoll befreit seien. Er deutete gieichzeiiiy; dienen. HiuMtkukätlUen ff-Obergruppenführer und General der Waffen-#f Scharfe gestorben. Im Alter von 66 Jahren ist ^f-OberKruppcnfiihrer und General der Waffen-ff Paul Scharfc, Chef des Hauptamtes ff-Uericht, in StariiberK bei München gestorben. ErinncrunKsfelcr zu Ehren des Kaisers MeiJ]. Iii feierlicher Forni wurde im Tokioter Tennopalast in Anwesenheit des Tenno «les Todes des Kaisers Meiji sedacht. der vor dreiUiK Jaliren starb. An der zeremoniellen Haiidlunn nahmen die Prinzen des kaiserlichen Geblütes und einige hohe zivile und militärische WürdentrSger zusaininen mit Ministerpräsident Toio teil. Rein burmesische ZentralverwaltunK. Unter der Devise iTiiirma für die Burmesen« wird die japanische Militärverwaltung in Rangun am 1. August eine rein burmesische Zentralverwaltiing einsetzen. Die feierliche Anitseinsetzimg erfolgt im neuen Verwaltungsgebäude in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der japanischen Truppen in Burma. Fünf schwcdlsche Soldaten verunglückt. Auf dem Truppenübungsplatz Pampas bei Carlberg verunglückten bei einer Obung mit Panzerabwelinninen fünf Kadetten des schwedischen Heeres tödlich. Stalin: RiickzuK sofort einstellen! Wie der Londoner Nachrichtendienst meldet, richtete Stalin einen Appell an die Sowjetarmee, den Rückzug sofort einzustellen. Zweigstelle der Indischen Unahhünsigkcits* liga. Die Indische Uuabhüngigkcitsliga it» Hangkok gibt bekannt, daß in den südthai-läiidischen Provinzen eine Zweigstelle der Liga eröffnet wurde. Druck ond VeriaB- Morhurcer Verlnes- und Druckeret-rifs III b M - Verlaas'eidinK• Pitun Baiitrijariner' Haupischrinielier Antnn (leischacV alle In Mb burf n d Drau Bndea^Sf 6 Zur Zelt für AnjeiRcn dir PreislUtf Ni 2 vom 1 lull «iilUß. Arslall der tjefeninc des Hlaff« hfl hrtlicret Üewalt oder netriehs^iftrim" cfhi krm'" 'inprueli au1 Ri)Qk2.ihluns drt Nummer 212 »iVkcirburgcr Zeitun;:''< T Ii 10i2 EmU meiet ieisdmislisthu Süämim Ein Kessel wird ausgeräuchert — Schwere Waffen zermüiben die Sowjets — Reihenbemben in das Chaos der zusammengedrängten Feindmassen An der Südfront, Ende Juli Seit Tagen ist der Don südlich und ostwärts Charkow in seir\er sieben Kilometer messenden Breite überschritten. Immer weiter südwärts geht in imgebrochenem Angriffsschwung der deutsche Stoß, Timo-schenko jede Miiglichkeit nehmend, einen geordneten Widerstand zu stellen. Es wiederholt sich hier da«* seit vicT Wochen gewohnte Bild: Schnelle Verbände stoßen vor, überholen den Feind, schneiden Kräftegnippen ab und stoßen weiter vor, während die nachrückende Infanterie die Sowjets in scharfem Nachdrängen vernichtet. So ist es heute, so war es in den vier Wochen harten Kampfes im Raum zwischen Donez und Don . . . Ein friedlicher Anblick ist es eigentlich: strahlende Hochsommersonne über den Hängen und Hügeln, deren sanft geschwungene Linien auch unter den Rohren deutscher Geschütze zu einem Bild von schöner Anmut zusammenfließen; dazu das matte Grün der Felder, das Zitronengelb blühenden Rapses und die saftigen Eidotterfarben großer Son-iienblumenplantagen. Und Ruhe ringsum. Bis plötzlich heulend und pfeifend nach einem kurzen, dunklen Abschuß eine Granate die schimmernde Luft diirchschneidct und die sommerliche Stille jäh zerreißt. Auch der letzte Ausbruchsversuch scheiterte Stunden erst sind es her, daß ein wahrer Oikan von Stahl und Eisen zu den gegnerischen Linien hinüberraste, in die anstürmenden sowjetischen Divisionen hinein, die hier wie verzweifelt noch einmal gegen die Wände des Kessels anrannten, aus dem es kein Entweichen mehr gab. Auch dieser letzte Versuch scheiterte. Im zusammengefaßten Feuer von Pak und Maschinengewehren, schweren Flakgeschützen und leichten Fesdhaubitzen blieben sie liegen, hingemäht wie reifes Korn, Und furchtbar zusammengeschlagen mit allem, was die mit sich führten an Geschützen, Fuhrwerken und Fahrzeugen. »Toll sieht es da unten in der Schlucht jetzt aus!« Der Oberleutnant, der vom Scherenfernrohr aus das Feuer seiner Batterie leitet, weist auf einen kaum sichtbaren Einschnitt im Gelände: »Wenn Sie Bedarf an Pferden haben oder vielleicht einen kleinen Geländewagen benötigen — Sic brauchen sich da drüben nur zu bemühen!« Englische Wagen als Beute Ein Spähtrupp ist bereits am frühen Morgen in dieses Niemandsland eingednmgen lind hat »so einiges« mitgebracht, ein paar flotte Aytos vor allem — englisches Fabrikat — die die Bolschewisten bei ihrer Flucht stehen ließen, und selbstverständlich auch einige hundert Gefangene, die sich kampflos ergaben. Denn diese letzte Nacht schien ihnen doch auf die Nerven gegangen zu sein. Zitternd kommen sie aus ihren Schlupfwinkeln, bleich selbst die braungebrannten Gesichter, und warfen wortlos ihre Waffen zusammen, zu keiner anderen Regung als der der Angst mehr fähig. Nur ein Kosak küßte seinen Säbel noch einmal und schlug ein Kieuz darüber, erzählt der Unteroffizier, der das Unternehmen führte, und zeigt das wertvolle Beutestück, einen schonen, alten Krumm-säbcl. Ciranaien schlaKen mitten in die Feind- iiolonnen Das Kesseltreiben wird inzwischen unter dein Einsatz schwerer Waffen vor allem fortgesetzt, bis zum Eintreffen der Infanterie. Auf eiiKcni Raum zusanimeiiKedränßt werden die Reste der hier einjiesclilosseiien holscliewistisclicn -Arneeii — zwei von denen, die Tinioschciiko über Charkow hinaus einst in die Ukraine werfen wollte — von allen Seiten beschossen. Der Erfolg ist mit bloüem Aujie bereits sichtbar. Geordnete liewcKunKcn sind drüben nicht mehr tnös-lich. Schon der Keringste Versuch. Ordnung in das Chaos üurcheinanderquirlender Menschen, Pferde und Geräte zu bringen, wird im Keime erstickt. »Feuer 2(K) Meter weiter rechts!« Der Oberleutnant, indes er seelenruhig seine Suppe löffelt, lällt die Augen nicht vom Feind. Nicht dann zufrieden. Die Einschläge liegen gut. Mitten zwischen den Kolonnen. Wie gestochen sind diese nuii auseinander gespritzt. Durchgehende Pferde, unijrc.kipptc Fahrzeuge, rennende, erdfarbene Gestallen, darüber eine Wolke von Qualm und Rau;:li und Staub — eine sclireckliclie Panik scheint dort drüben ausgebrochen zu sein. Und wieder sausen Iieulend (iranaten hiniil>cr: wieder eine Anzahl genau im Ziel liegender Einschläge, — blaue Wölkchen über gelbem Raps, ■ Im TieffluK über das Inferno »Nanu.''« Am Horizont, über dem grüücn Strich eines Höhenzuges, hinter dem »-die andere Seite« des Kessels runu)rt, sind eine Reihe kleiner, winziger Pünktclicii aufgetaucht, wie Mücken anzuschauen. Sowjetische Flieger am Ende? Aber nein — deutsche Maschinen sind es, die im Tiefflug jetzt über die bolscliewistisclien Kolonnen liitiweg-brausen! Da . . . und da . . . Bomben im Reihenwurf! Erdfontänen, Uualni. das Tacken der Hordwaffen — eine wahre Hölle muH das dort drüben sein. Und dazwischen noch die Einschläge der Granaten! »Aber es kommt noch besser«. Der Batteriechef sagte es und läßt das Ecuer weiter nach rechts verlegen. Zeigt gleichzeitig nach links. »Panzer!« Wirklich, langsam krauchen sie durchs Gelände. Geradlinig schneiden sie in den Kessel hinein, genau auf die Schlucht zu, in der es wie in einem Anui-senhaufeii kribbelt und krabbelt. Hier glaubten die Sowjets sich sicher, hier versuchten sie sich daher ffueuf m sammeln. Aber jetzt die deutschen Pan/.er! Schon blitzt ihr Miin-dungsfeuer auf. Das Ende , . . In aufgehister Fluclit-stiebt der f'eind davon. Docli wollin? Denn auf seine Rückzug-.-straf.ie hämmert die Artillerie. Wohin? I'ast ist es un«;, als wenn wir die Sclireckensruf^ des Gegners hören könnten. Er muH ja verzweifeln in diesem Hexenkessel. Den Verstand verlieren in diesem Inferno der Vernichtung, das unbarmherzig über ihn !iin-wegfegt. Wie lange wird er diesem konzentrierten I'euer noch standhalten? Dieser methodischen Zermiirbungstaktik noch Widerstand entgegensetzen? Nun. als wir ain Nachmittag das Niemands-lanil durchstreifen, strömen (jefangene zu Hunderten und Tausenden zu den deutschen Linien, aufgefischt von unseren kleinen Spähtrupps u::d Panzerwagen. Meist kampflos haben sie sich nun ergeben. In unförmigen Knäueln hangen sie jetzt an die deutschen Panzer, froli, ihren wundgelaufenen, nackten Eü[.!en einmal Ruhe gönnen zu können, froh, der Vernichtung entronnen zu sein. Kriegsberichter Rudolf Pörtner, PK M Atl:iiUtc-Funkhjld-I,u*.t: (si;li> Der Duce beglückwünscht die erfolgreichen italienischen Japanflieger Eine bewundernswerlo Loislunq vollhrdchlcii jetzt fünf italienische Flierjer, ritci 0inpn Flur) Rom—Tokio—Rom in vier Tagen Hin- und vier Tagen Rückflug diirchlührten und hierbei rund 26 000 Kilometer zurücklorjten. Dio Leistung ist um so hoher zu bewerirn, hIs der Fernstreckenflug zum Teil über leindlichos Gebiet ging und deshdlb vorwiegend iti größtmöglicher Höhe erfolgen mußte. — Unser Funkbild zeigt den Duce bei der Beglürk-wünscbung des Leiters des Fluges, fibersl-leutnant Moscatelli, nach der Ankunft in Rom FK-KricK'sbcrichtcr (Jehnuiinn/Sclt Den iliehenden Bolschewisten auf den Fersen Vorbei an brennenden Ortschaften und zerstörten Häusern geht der deutsche Vormarsch unaufhaltsam weiter Wir stehen vor dem Feslungswcik „Bdllc-rie Todt" und gedenken des grolion Deut-' sehen, der uns nicht nur den VVestwdii gcih, j sondern der dn der weiten OslIronI und dul I allen anderen Kriegsschauplätzen mit seinen Männern Unvergängliches leistete und vollbrachte und der üuch der Schöpfer des Küstenwestwalles ist. Der Abend senkt sich hernieder. Glcirtt 1 einem riesigen Feuer^idll steht die unter-, gehende Sonrie, eine vielfache Farbenprdcht ausstrühlend, am westlichen Horizont. Noch einmal geht der Blick hinüber zur Insel, geht noch einmal über dio sich rechts und links von uns ausdehnende Front am Atlantik. Schemenhaft heben sich die Wehr- uiH Trutzbauten und die Stellungen der Flakartillerie ab. Die Nachtwachen ziehen duf. DrauRen im Kanal, auf vorgeschobenstem .Si-cherungsposten stehen die Soldaten der Kriegsmarine mit ihren Vorpostenbooten auf der Wacht. Entlang der Küste aber wachen die Soldaten des Heeres, der Kriegsmarjnp und der Luftwaffe. Kriegsberichter Hdns Wdmper, PK Europas gesicherte Flanke Verteidigungslinie Atlantik — Festungsfront entlang der Küsten An der Küste im Westen Drüben liegt die Insel. Hinter uns die nordfranzösischc Hochebene mit ihren weiten Wiesen und Ackerllächen. Wir stehen mitten in der Verteidigungslinie Atlantik, die im hohen Norden, im Lande der Mitternachtssonne ihren Anfang nimmt und ihre Fortsetzung entlang der Kanal- und Atlantikküste bis zur ßiskaya erfährt. Hier überall steht der deutsche Soldat auf der Wacht. Rechts und links von uns erheben sich aus dem Gelände die mächtigen Betonkolosse der Bunker, Festungswerke, Kasematten und sonstigen vielseitigen Vertoidigvmgsanlagen, die dem Strand ein neues Gesicht geben. So oft wir hier standen, hielt uns der Anblick dieser engmaschigen, waffenstarrenden Verteidigungslinie gefangen. Immer wieder ist es das kraftstrotzende Bild deutscher Wehrkraft, das sich hier dem Beschauer auf Schritt und Tritt bietet. Gleich mächtigen Wehr- und Trutzbauten erheben sich die Bollwerke ent- W PK-Aufnalimc: KricKsliericlitcr llaucr (\\ t>.) Eine Rückzugsstraüe der Sowjets lang dem Strande. Und zwischen diesen tief gestaffelten Verteidigungsanlagen liegen die zahllosen Feuerstellungen unserer Flak-, Md-rine- und Heeresartillerie, liegen dio zahllosen Stützpunkte imserer zum Schutz der Küste eingesetzten Truppen. Dicht hinter der Verteidiyungslinie liegen die Horste unserer Jagd- und Kampffliegerverbände in standiger Bereitschaft. Und irgendwo entlang der Küste befinden sich die mächtig ausgebauten Stützpunkte unserer U-Boote, die von hier die Ausfahrten zu ihren erfolgreichen Unternehmungen im Atlantik und vor der nnrdameri-kanischen Küste antreten. An diesem Wall prallten die unrühmlichst bekannte Non-stop-Offensive und dio nicht weniger ,,berühmten", nur nach Minuten zählenden Landungsversuche der Briten ab. Von einem unerschütterlichen Kampfes- und Sie-geswillen getragen, steht diese Front fester denn je. So oft die Briten es wagen sollten, sich dieser Front zu Wasser, zu Lande oder in der Lidt zu nahern, werden die deutschen I Waffen ein unerbittliches Wort sprechen. In unvorstellbar kurzer Zeit wurden die Festungswerke gigantischen Ausmaßes von den Frontarbeitern der Organisation Todt und den Männern des Reichsarbeitsdienstes im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Boden gestampft. Im Schulze der deutschen Waffen vollzog sich hier ein Arbeitsprozeß von unvorstellbarer Größe, der im einzelnen einet späteren Würdigung vorbehditen bleiben muß. Noch rühren sich hier Tausende flelßi-(ler Hände, Noch fauchen dio Feldeisenbahnen und fördern unentwegt Material zu den Baustellen. Noch sind Bagger- und Mischmaschinen ununterbrochen in Betrieb, Noch 'mmer neue Bunker und Festungswerke gehen ihrer Vollendung entgegen und lassen liese jetzt schon unbezwingbar erscheinende I inie von Tag zu Tag stärker werden. Es ist "in fesselndes Bild engverbundener Kampf-qemeinschaft, das diese Symphonie der Arbeit ausstrahlt. Hier steht der .Arbeiter der Stirn und Faust neben dem Waffenträger der Nation. Er gibt dem Soldaten durch seine Arbeit, was er für den Kampf und die Ver-teidigvmg benötigt. 160000 Palmen in Siwa Line der wichtigsten Wüstenfestungen Nordafrikas Die von den italienischen Truppen eincfr-noramene Oase von Siwa, die ein etwa zehn Kilometer langes und ein bis fünf Kilomeler breites Gebiet einnimmt, erscheint hus der Luft als dichte grüne Insel im gronzenlosca Sandmeer. Der Baumbestand soll nicht weniger als 160 000 Palmen betragen. Dio Oase besitzt reichliche Vorkommen vorzüglichsten Wassers und 'auch einigr* heiße Quellen, sowie eine Schwetelminc. Dif Bevölkerung bestand in normalen Zeilen dus einigen hundert Berbern, die einen besonderen Dialekt sprechen und zu der fanatischen Sekte der Senussiten gehörten. In dem von einer Mauer mit acht Toren umgebenen Dorf Siwa, der größten der Siedlungen der Oase, befinden sich die Überreste antiker Kultbduten, die daran erinnern, daß hier Jupiter Ammon in einem uralten ]Ioiii(itum verehrt wurde. Schon Alexander der Große suchte diesen antiken Wulltahrtsort duf. Er berührte auf seiner Reise auch Paetonium, das heutige Marsa Matruk. Dio [ingländer haben aus Siwa eine der bedeutendsten Wüstenfestungen Nordalnkas gemacht. Im Bereich der Oase behndet sich ein vorzüglich ausgestatteter Militarflugpldtz mit großem Vorratslager. Die umliegenden Höhen sind befestigt. Das sind Tatsachen, durch die der Wert der Eroberung Siv.i« hmreichend deutlich wird. ^flicrl.Ar.liiv-M Oase Slwd von Norden Bescher Dolk und Jiuttuc Eine ..Reinhard-Heydrich-SfilluDB In Prag errichtet per Reichsprotektor hat in Böhmen und •Mähren ein Forschmrijsitistitut geschaficn, das den Namen Rcinhard-Heydrich-Stiftung, f«*eiclisstiftun« für wissenschaftliche For-NchuMK in fVa«« führt. Ihre Aufgabe ist es, die völkischen, kulturellen, rechtlichen und wirtscliaftlicJien Veriiältnisse Böhmens und Mälirerts sowie der est- und südosteuro-päisciien Räume zu erforschen. Mit dem Aufbau der Reichsstiftung wurde' der Sonderbe-.uiftragte des Reichsprotektors für die sla^vi-><'-ficn wissenschaftlichen Einrichtungen und Iriliaber des Lehrstuhls für Volkslefire und N'atioiialitätenkunde an der Karlsuniversitüt l)r. Hans .loachitn Bayer beauftragt. Mit der Schaffung dieser Prager Por-schungsgenieinschaft wird ein besonderer W'unscii des verstorbenen stellvertretenden Rcictisprotektors ^^-Obergruppenführer Heyd-lich nachträglicli erfüllt. Ihm lag einmal daran, die älteste deutsche Universität, die Karlsuniversität Prag, zum Rang einer gro-Uen Reichsuniversität auszubauen. Zum andern ging CS ihm um die Entwicklung der laiidcskundliclicii, historischen sowie der \ olkswissc'iiscliaftlichcn Ostforschung. Durch persüiiliclicn Einsatz hat er noch die Voraussetzungen für die neue Reichsstiftung geschaffen und ihr vor allem die Ausrichtung .lut die gesamten Volkswissenschaften gegeben. Wälirend die Volkskunde in Europa vielfach in Eolkloristik, d. Ii. Volkskulturkunde, erstarrt ist. werden die Institute der Prager Rcinhard-Heydricli-Stiftung die Wirklichkeit der Völker des östlichen und südöstlichen Europas von allen Seiten her erforschen. Neue Lehrstühle, die an der Karls-imiversität für Sozial- und Völkerpsychologie, nstcnropüisclie (ieschiclite, zwischenvölki-sclics K'eichsrecht sowie \'olkskunde Mähren gcscliaifcn wurden, ergänzen die Tätigkeit der Reiclisstiftung siinivoll. Bei dem grolkn Interesse, da», Heydricli allen Fragen des Raumes B(>hnien und Mähren widmete, ist es vcrständlicli, daß die neue Eorschungsan-stalt ihre vordringlichsten Aufgaben in den Sudetenländern finden wird. Erfüllt von den Uedanketi einer artgemäßen Gerechtigkeit für die Völker des neuen Europas, werden deutsche Wissenschaftler der ältesten Universität des Reiches in Verbindung mit an-dersvölkisclien Euclikreisen an der geistigen Emiiigung Böhmens und Mährens in das Reich sowie am Autbau einer neuen Ordnung im mitteleuropäisch beslimtTiten Osten und Südosten mitwirken. Zu diesem Zweck sollen Schriftenreihen und Zeitschriften Uer-nusgcgeben werden. Kampf und Sieg eines dentsclien Meisters Eine zeitgemäße Betrachtung + Veit-Stoß-Prcis dos GeneralRouverne-tncnls. In Krakau wird Mitte September eine deutsche Kunstausstellung eröffnet werden, die wie die erste dieser Art im vergangenen Jahre den Titel I^eutsche Künstler sehen litis Oeiicralgnuvcrnement« tragen wird. Schon heute liegen mehr als fünfhundert Anmeldungen \nr, obwohl der letzte Eiiisen-chiiigstcrmin der 25. August ist. Bei der I:r-t, Abhazia, i.auraiie, Fiume und Pola Chorkonzerte gab. Der Erfolg dieser Fahrt in das befreundete Italien war außerordentlich groß. Tausende begeisterter Zuhörer, vor allem die auf Erholung weilenden Soldaten der deutschen und italienisclien Wehrmacht, jubelten der Singschar Kärntens aus ganzen Herzen zu. Das neue Scliausplel von Richard BIN linger. »Die Fuchsfalle« wird in der kommenden Spielzeit gleichzeitig mit dem Münche-t!er Staatstheater vom Landestheater in Linz uraufgeführt. Als weitere Uraufführung kündigt Linz das Drama »Waldmüller« von Siegfried Knappitsch an, das den großen Wiener Maler des 19. Jahrhunderts in den Mittelpunkt der Handlung stellt. !Btick Mocft Südosten o. Stowakisclie arbeitende Qemeinscliaft. Bei einer Sitzung des engeren Präsidiums der Hlinka-Partei wurde unter dem Vorsitz des slowakischen Staatspräsidenten Dr. Tiso die >Slowakische arbeitende Gemeinschaft« gegründet, in der alle schaffenden Slowaken zusammengefaßt und in vier Stände aufgeteilt werden sollen. Vorsitzender der neuen Organisation ist der Generalsekretär der HUnka-Partei Dr. Kocis. 0. Ustascha*Jugendführer in der Slowakei. Der slowakische Staatspräsident empfing eine Abordnung der Ustascha-Jugendführun^. Anschließend wurden die Gäste, die bereits die ganze Slowakei bereist haben, auch von Innenminister Mach empfangen. Sie besuchten auch die Führerschule der Hlinka-Jugend in Sankt Johann. 0. Bulgarien baut Tabaktrockenanlaij^en. Das bulgarische Landwirtschaftsministenum hat den Bau. von modernen Tabaktrockenan-lagen in den ertragreichsten Tabakgebieten bewilligt und hierfür die erforderlichen Kredite zur Verfügung gestellt. o. Dankgottesdienst der Don>Kosaken in Bukarest. In einer Bukarester orthodoxen Kirche veranstalteten die in Bukarest lebenden Don-Kosaken einen Dankgottesdienst für die Befreiung ihrer alten Hauptstadt Nowotscher-kask vom bolschewistischen Joch. + Dletrich-Eckart-Drama auf vier Frei* IlclitbUlinen. Im großen Burghof der Veste Oberhaus zu Passau wurde Im Rahmen der Passauer Kulturtage Dietrich Eckarts »Hein* rieh der Hohenstaufe« aufgeführt. Daran schlössen sich Jeweils mehrere Vorstellungen in Neumarkt, dem Geburtsorte des Dichters, in Landshut neben der Burg Trausnitz und in Arnberg. Im ganzen fand Dietrich Eckarts Werk acht Aufführungen in neun Tagen. Wie in Passau, so fand das Spiel auch in den übrigen Städten eine sehr günstige Aufnahme bei der einheimischen Bevölkerung, den zahlreich anwesenden Rüstungsarbeitern und verwundeten Soldaten. Es lie« gen bereits jetzt bestimmte Pläne für diese im Sommer 1942 zum ersten Mal versuchte Form von Freilichtveranstaltungen mit demselben Stück in mehreren Orten für das nächste Jahr vor. Zweifellos hat die glänzende Sprache Dietrich Eckarts mit der Idee von Deutschlands Macht und Größe die Zuschauer gepackt, und die Zeitverhältnisse in bezug auf England haben dieses Drama als besonders aktuell erwiesen. + Eine Bibliographie der deutschen Kunst Im Ostraum. Nachdem bis zur Neuregelung der machtpolitischen Verhältnisse die deutsche Kunstforschung im Ostraum auf die Verarbeitung des auf gelegentlichen Studienreisen und aus der Literatur zusammengetragenen Materials angewiesen war, Ist nunmehr seit der Schaffung des Generalgouvernements und der Errichtung der Reichskommissariate eine unmittelbare Forschung an den Zeugnissen deutscher Kultur in diesen Gebieten möglich. Damit ergibt sich für die deutsche Kunstforschung die Aufgabe, die bisher gewonnenen gewissermaüen oberflächlichen Erkenntnisse zu vertiefen. Diesem Ziel dient vor allem eine bei der Sektion Kunstgeschichte des Instituts für Deutsche Ostarbeit in Arbeit befindliche Bibliographie zur deutschen Kunst im Ostraum, worunter die Gebiete des ehemaligen Polen, aber auch des ehemaligen Rußland, insbesondere der Ukraine, ferner der Slowakei. Ungarn und Siebenbürgen zu verstehen sind. Die gegenwärtige in Krakau laufende Ausstellung »Altdeutsche Kunst aus Krakau und dem Karpathenland« steht gleichfalls im Dienste dieser hohen und verdienstvollen Forschungs-aufgabe. \ mi VOM........................ I HAHNENGRUND j ROMAN VON KURT RIEMANN I üfhiifr-llithfji'huf! dir-h Vffli; Oikir Wirdm/Si (12. Fortsetzung) Her Organist, ein älterer Herr mit silbernem Haarkranz nm den mächtigen, blanken Schädel, sieht erstaunt auf, als die Fnimde zu ihm an den Spieltisch tritt. Ich niüchtc singen,-t sagt sie ohne ihn zu begrülk'n. »Ich bitte Sie von ganzem Herzen darum. Nur ein einziges Mal. Sie dürfen nicht nein sagen. Das ist ganz ausgeschlossen.« Dabei verflicht sie die Finger ineinander \MC ein Mensch, der sich in höchster Be-dranRuis befindet. Der Organist sieht das Mädchen lange iMid verwundert an, zieht wie ifi plötzlichem Unwillen über die Störung die Brauen zusammen und will antworten. Aber Ottilie, uie ihm das Nein von den Lippen abzulesen SLlieint, sagt tonlos, ehe er sprechen konnte: i»Sie werden ja sagen, Sic müssen es!« Er sieht sie schweigend an. Ottilies Blick .schtint ihm mehr zu verraten, als ihre Worte. Dann nickt er kurz. Was wollen Sie singen.« " Mein gläubiges Herze« — ich kann ts ohne Noten, Sie werden keine Mühe haben,« flüstert das Mädchen. Der Organist rückt sich vor der Orgel zurecht, prüft die Register und beginnt mit dem Vorspiel. Und nun setzt Ottilie ein. .Mein gläubiges Herze, singe, tatich/e und sclicr/c l.s ist /iicr • I :ni' kh'ine, hcluiisaivo N\ id-chtn.Mimmt', die sich da in die Weite des heben Raumes wagt, zaghaft, voller Beklom-nienlieit. Aber datm klingt eine Phrase auf, die beginnt z-i jubeln in hellem, kla-en Sopran, ganz mühelos u'^d in perlende Reinheit. Der schüchterne Singvogel bekommt A'.ut, er br-iitet seine Schwingen und hebt sich auf. und es ist als iaiichze und juble er: »Ich kann fliegen! Ich kann fliegen!« Die Stimme beginnt sich an ihrer eigenen Kraft und Schönheit zu entzünden, bis sie den ganzen, weiten Raum erfüllt, ein Singen und Musizieren in seliger Selbstvergessenheit. Hastig sieht sich der Organist um, sein Blick ist helles Entzücken und Verwundern, dann diiickt er ein, zwei Register, damit seine Orgel nicht gar so demütig und bescheiden klinge gegen diese Fülle, die aus dem Mädchen hervorbricht mit der unbändigen (lewalt eines lang aufgestauten Stromes. Seine Augen leuchteten in freudiger Anerkennung. Als die letzten Töne verklingen, wendet er sich langsam um. »Wer sind Sie? Warum haben Sie mir nicht zuvor gesagt, wer Sie sind?« Jochen, der sich bescheiden im Hintergrund gehalten hat, tritt hervor und bedeutet dem Manne, Ottilie sei eine Schülerin der Anstalt Hahnengrund. Er habe bisher auch nicht ^ewufSt, welch herrliche Stimme in ihr lebendig sei. Er bitte jedoch um Hnlschul-digung, wenn die Bitte des MHdchens ihn gestört oder gar belästigt habe. Der Organist sieht ihn groß an. »Belästigt? Belästigt sagen Sie'-' 0 nein! (iewiß, ich wollte zuerst ablehnen. Aber dann bftbt ich in ihre Augen geschaut und wußte, wie CS in ihr aussah. Zwei wirkiiciiv .Wusi k.TUten, nu'in Herr, die verstehen sicn aiit ilcr ginueii lüde ohne ein Wort.i Langsam kommt Ottilie von der Brüstung det Empore zurück. »Ich danke Ihnen!« sagt sie und senkt den Kopf. »Und verzeihen Sie mir! ^ber es war stärker als ich. Ich mußte einmal singen — nm ein einziges Mal — in diesem Raum.« Der alte Mann reichte ihr beide Hdnde und besieht sie mit langem Blick. Sie werden noch oft singen, sehr, sehr oft, und Tausende von Menschen werden Sie mit Ihrer Stimme beglücken. Aber ob Sie noch ein einziges Mal so singen werden wie heute, das glaube ich nicht. F,s war wie Frühlingserwachen, als sei ihre Stimme heute, hier — in meiner Kirche zum ersten Male lebendig geworden.« »Ja,« sagt Ottilie, »so ist es, ich danke Ihnen.« Dann geht sie. »Ich bitte Sie um eins, Jochen —.« Er fällt ihr ins Wort, denn er ahnt, was sie von ihm will. »Weiß schon; den anderen nichts erzählen. Selbstverständlich, Ottilie. Sie geben mir in den letzten Tagen Rätsel auf. Wissen Sie das?« Sie lächelt und sieht ihn an. »Ich mir auch. Wer weiß, ob ich sie lösen werde? Könnten Sie mir — dabei helfen, Jochen?« »Bin ich schon jemals ein schlechter Kamerad gewesen?« gibt er zurück. 13. Natürlich stellt es »ich bald heraus, daß man die gesteckten Ziele keinesfalls errei-1 eben wird So lebendig auch Virginias Zunge [ bjeibt, so müde werden doch ihre Beint i Sie sprudelt in rührender Tapferkeit allerlei i ScI-.ninpfeifereien in ihrem ulkigen Deutsch aber die l iiße gleiten immer öfter von den I Pedalen — und mit einem Male liegt sie im Straßengraben. »Oh — amici. ich mögen so serr, serr weiter, aber die Beine, die Beine — sie nicht wollen!<< lächelt sie schmerzvoll. »Ihr mich hier laßt bleiben und ihr fahrt weiter. Bene?« »Gar nicht bene!« bestimmt Erika Heiders-leben. »Wir sind doch keine Barbaren, dich hier liegenzulassen! Ich bin auch todmüde. Mit dem Gegenwind hat keiner gerechnet. Steifen Nordwest und dann fünfundsiebzig Kilometer strampeln? Nee, danke!« Krämer erkennt auch ohne die bissigen Bemerkungen seiner Schülerinnen, die er zwar nicht hören kann, aber ihnen vom Gesicht abliest, daß man sich zuviel zugemutet hat. »Meinen Sie nicht auch, Käthchen Ich schlage vor, wir legen einen Tag zu und haben ein wenig mehr von der Fahrt!« Katharina, die sich über Virginia gebeugt und ihr den Puls gefühlt hat, meint trocken, man würde wahrscheinlich ein paar Tage einlegen müssen. »Die gute Virginia hat nämlich Fieber.« »Aber no, nol« jammert das Mädchen. »Non ho febbro!« Doch Käthchens energische Stimme macht dem bald ein Ende. »Erstens haben Sic Fieber, zweitens sollen Sie in Deutschland nicht italienisch sprechen, drittens haben Sie jetzt kein Wort mehr zu sagen, Virginia. Verstanden? Probieren Sie lieber, ob Sie bis ins nächste Dorf auf ihren zwei eigenen Beinen kommen! Hallo, Jtings! Ihr nehmt das Rad! Und wer faßt das kranke Huhn unter die andere Schulter?« Aber ehe die Frage gestellt ist, hat Ottilie schon zugegriffen. »Wird's ijehen?« Aus Stadt and £aud it ist «bm Krieg! Überall und immer wieder hören wir die Entschuldigung: »Ja, es ist eben Krieg!« Wenn in aen üaststitten die Bedienung niciit klappt, wenn das Essen lieblos zubereitet und deshalb schlecht ist, wenn der Kaufmann mürrisch ist, wenn irgendwo ein unorganisiertes Gedränge herrscht, wenn Leute unhöflich und rücksichtslos sind . . . ach, wir könnten hundert Beispiele anführen, in denen immer wieder der Krieg für persönliche Un-zulänglichkeiltn herhalten muß. Natürlich bringt ein solch gewaltiges Ringen VerÄnde-rungen des täglichen Lebens mit sich. Es ist kein Kampf der Söldneheere mehr. Wir alle stehen im Kampf und nur Schwächlinge wollen ihn den Soldaten allein Überlassen. Wer aber aktiv am Kampf beteiligt ist, der wird seine eigene Schwäche nie mit einer leeren Phrase abtun. Er wird gerade weil Krieg ist, versuchen, alles noch besser zu machen, als vor dem Krieg. Wenn er Kaufmann ist, wird er seine Kunden noch besser bedienen, denn er denkt daran, daß auch sie ihre Sorgen haben. Ist er Gastwirt, so wird er versuchen, aus dem wenigen, das er hat, ein wohlschmeckendes, wenn auch mit Mühe zubereitetes Mahl zu schaffen. Muß einer irgendwo einmal warten, so wird er das im Hinblick auf die viel größeren Strapazen unserer Soldaten mit Geduld und freundlicher Miene aufnehmen. Auch die Soldaten sagen manchmal; »Ja, es ist halt Kriegl« Doch bei ihnen ist es keine billige Entschuldigung, sondern ein freudiges Sichfinden in die Tatsache, daß sie mithelfen müssen, die Zeiten zu bringen, in denen wir sagen können: »Ja, nun ist wieder Frieden 1« Dafür nehmen sie gern Dreck und Staub und Hitze und alle möglichen Strapazen auf sich, denn — »es ist eben Krieg«. Deshalb wollen doch auch wir uns diesen Ausdruck als Entschuldigung für unser verkehrtes Verhalten abgewöhnen und lieber sagen: >Ja, es ist Krieg, und gerade weil Krieg ist, will ich ihm Rechnung tragen und aus den gegebenen Umständen das Beste machen!« St. Kreistag in Trifail Demonstration der Macht und Stärke des Steirischen Heimatbundea — Aas-riclitung des Pfihrerkorps — Bundestührer Steindl spricht zu den BergmÄnnem m. Schulung der Politischen Leiter in Mureck. Am Sonntag, den 27. Juli, fand im Kreisschulungszimmer der Kreisleitung Mureck eine ganztägige weltanschauliche Schulung für Politische Leiter des Kreises statt. Nach der Flaggenhissung und einem Gedenken an die Gefallenen des 25. Juli 1934 durch Kreisschulungsleiter Lill wurde in die Arbeit des Tages eingegangen. In äußerst wertvollen und lehrreichen Vorträgen wurden von den Gauhauptstellen-leitern Pg. Dr. Krenn des Gauschulungsamtes und Pg. Raubal des Gaupropagandaamtes, sowie des Kreisschulungsleiters die Aufgaben des Politischen Leiters als ideenträger der Bewegung klar,herausgestellt. So erhielten diese Männer ihr weltanschauliches Rüstzeug zur Erfüllung ihrer großen Aufgabe in der Wahrung der geistigen Einheit unseres Volkes. Mit dem Gruß an den Führer und der Flaggeneinholung wurde die Schulung geschlossen. m. Eine Bitte an unsere Marburger Leser. Unsere Zeitungsausträgerin Katharina Frank, die in Marburg auf dem Sophien-platz, in der Tegetthoffstraße, Kokoschi-neggallee, Valentin Schäffergasse und Grazerstraße zustellt, hat einen Teil der Zahlkarten für Juli verloren. Wir bitten unsere Bezieher, bis zu unserer weiteren Bekanntmachung in den genannten Straßen an niemand Geld auszufolgen. Dem Kreistag in Luttenberg folgt als nächster am Samstag und Sonntag, den 1. und 2. August, der Kreistag in Trifail, der einmal im Jahr durchge"führt, einerseits die Verbundenheit aller Amtsträger des Steirischen Heimatbundes und die Stärke und Vielfalt der Organisation dokumentiert, anderseits eine entsprechende arbeitsmäßige Ausrichtung auf weite Sicht und nach großen Gesichtspunkten ermöglicht. Neben dieser einheitlichen Ausrichtung des gesamten Führer- und -Unterführer korps findet eine Reihe von Veranstaltungen statt, die der Bevölkerung des Kreises allgemein zugänglich sind. So wird Samstag, den 1. August, um 19 Uhr, ein Platzkonzert vor der Werksrestauration abgehalten. Es spielt die Werkskapelle Trifail. Um 21 Uhr folgt eine Filmvorführung im Freien. Aufführungsort ist der Kundgebungsplatz hinter dem neuen Kreishaus. Sonntag, den 2. August, wird der Tag mit einer Morgenfeier eingeleitet, die auf dem Trattnikhügel zur Durchführung gelangt und als Leitsatz die Worte »Ehret die Arbeit — achtet die Arbeiter« hat. Um 10 Uhr spricht im Rahmen einer Großkundgebung Bundesführer Steindl zu den Kreistagteilnehmern, Den Nachmittag füllen Sportvorführungen der »Deutschen Jugend« aus. Der Trifailer Sportplatz wird einige Stunden der Schauplatz froher Freizeltgestaltung sein. Eine Arbeitsausstellung wird den Volksgenossen die Leistungen des Steirischen Heimatbundes in diesem Kreis seit der Gründung bis zum Kreistag aufzeigen, die Kunstausstellung »Albrecht Dürer« wird der Grenzbevölkerun^ deutsches Kulturgut näher bringen. Die Arbeitsausstellung ist im alten und die Kunstausstellung im neuen Kreishaus untergebracht. Die gesamte Bevölkerung ist zur Teilnahme an den Veranstaltungen und zum Besuch beider Ausstellungen eingeladen. Sie starben für die Heimat Der letzte Weg des Kreisamtsleiters Pg. Fabschitz und des Sachbearbeiters Pg. Kolenz — Sie \tbtn auch im Geiste der Trifailer Bergmünner weiter Die werktätige Bevölkerung des Kreises Trifail nahm von ihren durch Mörderhand entrissenen Betreuern und Beratern schweren Herzens Abschied, Die Bergmänner Trifails wissen die segensreiche Arbeit des Arbeitspolitischen Amtes richtig einzuschätzen und sind sich dessen bewußt, daß gerade Kreisamtsleiter Fabschitz und sein Sachbearbeiter Kolenz jene Männer waren, die sich für den Arbeiter in den Kohlenrevieren des Unterlandes voll und ganz eingesetzt hatten. Endlos war de Zug der Männer und Frauen, die ernst und trauernd den beiden aufrechten Nationalsozialisten den letzten Besuch abstatteten. Stündlich wuchs der Berg von Blumen und Kränzen, immer neue wurden in stiller Ehrfucht dazu gelegt, über hundert waren es, als die Särge der beiden Kameraden zur letzten Verabschiedung vor das Kreishaus getragen wurden. Unübersehbar war die Menschenmenge, die sich zur Bestattung eingefunden hatte. Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Uiberreither war erschienen, Bun-desführer Steindl und Männer der Bundesführung hatten sich eingefunden, um ihren toten Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Amtsträger Weber, ein Arbeitskamerad der beiden Opfer entmenschter Banden, würdigte die Verdienste der Gefallenen für die gesamte Arbeiterschaft des Kreises, in deren Herzen sie stets weiterleben werden. Tief ergriffen formierte sich der Trau- IIb dto Geling dm Hniiwiiiks Beginn des Handwerker-Wettkampfes in der Untersteiermark Den Handwerksmeistern In der Untersteiermark wurden dieser Tage vom Steirischen Heimatbund, Arbeitspolitisches Amt, Abteilung Handwerk, die Broschüre »Handwerker, Dich ruft der Untersteiri-sche Handwerker-Wettkampf« und die Teilnehmerkarte zugestellt. Die Broschüre behandelt in ausführlicher Darstellung Sinn und Zweck de» Wettkampfes und gibt den Handwerksmeistern auch erschöpfende Aufklärung über die Wettkampfaufgaben und deren Bestimmungen über die Bewertung. Jeder Teilnehmer erhält nun nach Einsendung seiner Anmeidekarte von der Wettkampfleitung, Marburg, Dompiatz 20, die für seine Gruppe vorgesehene Wettkampfunterlage, die ihm als Grundlage für die anzufertigende Arbeit dfent, wobei seiner schöpferischen Idee freier Lauf gelassen wird. Es liegt nun an jedem Handwerksmeister, durch seine Teilnahme zu bekunden, daß er gewillt ist, sich in die Reihe der Mitkämpfer für den untersteirischen Hand-werksaufbau zu stellen. erzug. Hinter den beiden Särgen schritten , die Hinterbliebenen der Gefallenen, der | Gauleiter, der Bundesführer, der Kreisfüh- | rer mit dem gesamten Führerkorps, der Landrat und zahlreiche Vertreter der Verwaltung. Am offenen Grabe verabschiedete sich Kreisführer Eberharth von seinen Mitarbeitern. Die tiefempfundenen Worte des Kreisführers hinterließen bei der Trauergemeinde tiefsten Eindruck. Auch so manches Auge der an Not und Elend gewohnten harten Bergmänner wurde dabei feucht. Der Gauleiter legte zwei Kränze an den Gräbern nieder, ebenso ehrte der Bundesführer die Gefallenen durch die Kranzniederlegung. Unter den Klängen des Liedes vom »Guten Kameraden« wurden die Särge der Erde übergeben. Der deutsche Gruß war ^cichzeitig ein stiller Schwur, den eingeschrittenen Weg weiterzugehen und nicht früher zu ruhen, bevor das deutsche Unterland von dem gewissenlosen Gesindel gesäubert ist. m. Tüchern tmd Windischdorf meiden. In der letzten Woche wurden beim Standesamt in Tüchern zwei Geburten, zwei Eheschliefjungen und ein Todesfall verzeichnet. Den Bund fürs Leben schlössen. Jakob Doberschek und Antonia Oschek, beide aus Petschonie, Stanislaus Ozwirk und Aloisia Dragar, beide aus Lippa. — In Skorba bei Windischdorf verstarb die 74 Jahre alte Appolonia Leslak, Treue wird niit Trene vergeHen! Dai beweise bei der Haussamixilung des Kriegshiltawerkes iUr das Deutsche Rote Kreuz am kommenden Sonntag! m. TodesfalL In der Poberscherstraße Nr. 20 in Marburg ist der 35-jährigc Tischlergehilfe Franz Oberdorfer gestorben. m. Sich aus dem fahrenden Autobus gestürzt. Knapp an der Meilingerbrücke ereignete sich gestern ein eigenartiger Unfall. Die 16-jährige Josefine Strmschek aus Pickern 149 stand plötzlich von ihrem Sitz auf, öffnete jählings die Tür des sich in voller Fahrt befindenden städtischen Kraftwagens und stürzte sich hinaus. Der Kraftwagenlenker hatte soviel Geistesgegenwart, den Wagen mit Aufwendung seiner ganzen Kraft im selben Augenblick zum Stehen zu bringen. Das Mädchen, das scheinbar in einem Moment seelischer Depression diese Tat begangen hatte, wurde im bewußtlosen Zustand© vom Kraftwagenlenker selbst zur DRK-Stelle gebracht und von dort ins Marburger Krankenhaiw überführt. ' m. übereifriger kleiner Torwart. In Ai- lenkowietz, in der mährischen Slowakei, spielten Schuljungen auf dem Dorfplatz Fußball. Als das Spiel bereits 27:20 stand, beschloß der zehnjährige Torhüter der verlierenden Mannschaft, nun keinen Ball mehr durchzulassen. Er warf sich daher einem auf das Tor zueilenden Ball mit einer so jähen Bauchrobinsonade entgegen, daß er kopfüber in den nahen offenen Brunnen fiel. Mit Hilfe der Knaben gelang es, den Tormann mit Haken aus dem Brunnen zu holen. Er hatte zwar verschiedene blaue Flecke davongetragen, war aber sonst Unverletzt geblieben. m. Todbringender Distelstich. In Groß Witzeze bei Göttingen hatte sich eine Bäuerin beim Heuen durch einen Distelstich eine Entzündung an der Hand zugezogen, die sie kaum beachtete. Sie ging erst zum Arzt, als es so schlimm war, daß ärztliche Kunst auch nicht mehr helfen konnte. Sie starb an Blutvergiftung. mammmmmmm Die Kinder Erzählung von Gertrud KUufi Ein gutes Leben führte der Meister Ulrich. Die halbe Stadt ließ bei ihm die Schuhe doppeln und lobte ihn. Seine Frau war ein Prachtmensch, sein Nachbar, der Bäcker, ein alter Schulkamerad und treuer Freund. Die brave Tochter hatte vor ein paar Jahren aus der kleinen Heimatstadt weggeheiratet, der Sohn wurde nach vollendetem Arbeitsdie-ist Soldat. Es wurde trotzdem nicht einsam im Schuh« macherhdus. Der Meister hielt eine sonderliche Freundschaft mit den Kindern: die Kleinsten kamen an Mutters Hand zum Schuhebringen, die Größeren spielten im engen Gäßchen vor dem Schaufenster Ball und Kreisel je nach der Jahreszelt und lachten und winkten zu ihm herein, der ab und zu den grauen Kopf von seiner Arbelt aufhob und zurücknickte. So mit zwölf Jahren ging das Necken an der Ladenklingel los, aber mit vierzehn kamen sie herein, sahen ihm auf die pechglänzenden Finger und hatten allerlei Baste'sorgen auf dem Herzen. Wenn die Jungen und Mädel in Uniform ausgerichtet vorüberzogen, trat er in die Haustür, und Wort und Gruß flogen her und hin. Dann kam der Krieg und nahm des Meisters Wilhelm ins Feld — in den polnischen Vormarsch. Vor Warschau fiel der Junge. Die Mutter verweinte ihren Jammer in bittere Tränen, der Nachbar ließ zehnmal am Tage den Backofen stehen und kam herüber zum Mittragen und Trostsprechen. Der Meister aber fiel Ins Bodenlose. Er haderte nicht mit Gott der ihm so groß und gut wie je schien Er gab den Mensrhen die Schuld am Tode des Jungen ..Wenn es keinen Krieg gegeben hätte... wenn alle Menschen Söhne ins Feld rwm schicken müßten... wenn der Junge sich geschont hätte ..so vergrübelte er sich täglich tiefer. Alles war ihm zuwider. Er unterließ seine weiten Sonntagswanderungen, auf denen er Glieder und Herz bisher freigeatmet hatte, und verhockte sich in der Enge seiner Werkstatt. Der Kundschaft tat er sehr leid, und jeder brachte gute Worte mit herein. Die Kinder aber, des Leides ungewohnt, gingen fast auf Zehenspitzen und mit feierlichem Gesicht am Haus vorüber. Die Erwachsenen, vor allen der Freund und die tapfere Frau, versuchten, die Mauer von Kummer aufzubrechen, die um den Traurigen stand. Sie bekamen immer die gleichen Antworten: „Der Junge sieht das nun nicht mehr... er war mein bestes Kind... der Junge hat noch gar nichts von seinem Leben gehabt,,." Seine Arbeit verrichtete der alte Mann weiter treu und zuverlässig. Aber seltsam! Es scheint, als wären die Schuhe verzaubert, die von so einem beschlagen sind, der mit Volk und Vaterland zerfallen ist. Die sie trugen — und das waren vielel — bekamen »ichwere Füße und Herfen, und es begann, daß auch sie sprachen: „Hätten wir doch ... wäre es nicht besser ... wie lange soll der Krieg denn noch dauern!" Der Nachbar Bäcker schüttelte finster den Kopf und stellte seine Besuche ein, ohne daß es der Trauernde beachtet hätte. Um dlesp Zeit tauchte unter den Kindern plötzlich und heimlich das Wort auf —- niemand weiß, woher sie es hatten: „Geht nicht zu Schuster Ulrich! Er macht die Kinder krank!" Erst spielten die Kleinen am anderen Ende der Gasse dann kamen die Pimpfe nicht mehr mit heimlichen Löchern und offenen Anliegen schließlich gingen die schmucken Mädel andersherum zur Schul« und guckten nicht mehr ins Schaufenster. Von Zeit zu Zeit litt es den Meister nicht mehr auf seinem Schusterschemel. Dann wanderte er nach dem kleinen Ehrenfriedhof, den es seit dem Weltkrieg am Stadtende gab. Während der Einsame dort auf der Bank saß, dachte er an die toten Soldaten, So auch heute. Er hat seinen Sonntagsanzug an und tritt eben aus dem Hause, als das Jungvolk vorbeimarschiert. Sie singen trotzig, blicken steif geradeaus — manche gucken weg. Der Meister schaut ihnen müde nach und folgt langsam. Drüben kommen drei Mädel aus der Nachbarschaft, lachen den Jungen zu, kichern ihnen nach, erkennen den Schuhmacher, Sie werden rot und gucken verlegen weg. „Was ist mit den Kindern?" denkt der Mann und wundert sich, daß ihm noch etwas anderes weh tun kann. So kommt er zu dem stillen Winkel, der sich hinter die nächste Straßenecke schmiegt. Da spielen die Kleinen von vier bis sieben Jahren mit ihren Bällen. Gedankenverloren bleibt der Meister stehen und sieht ihnen zu. Da blicken sie auf. Er spricht sie an. Da laufen sie fort. Verwirrt steht er, wendet sich dann und geht wieder seine Straße zurück. Der Meister Bäcker, der früh auf ist und früh Feierabend macht, steht zwischen Laden und Haustür. Ihn fragt der Schuhmacher: „Was ist mit den Kindern?" Der andere zuckt die Achseln. ,,Können sie mich nicht mehr leiden?" — „Schon möglich." In dieser Nacht hat Ulrich einen Traum: Er wandert mit dem gefallenen Sohne eine lange, herbstgelbe Kastanienallee hinab. Der Junge schreitet rasch und freudig aus, und der Vater fragt: „Wilhelm, wo gehst .du denn hin?" — „Ins Leben!" — Darauf der Vater In großer Angst: „Junge, da hinten steht ja der Tod!" Da sieht ihn der Sohn ruhig an: „Das ist doch dasselbe." — „Junge, Jung«!" schreit der Meister d«, „sie haben dich belogen! Du versteht das ja noch gar nicht." Und während der Sohn plötzlich von seiner Seite schwindet, hört der Zurückbleibende nur noch die junge Stimme: „Du hast nicht verstanden, Vater. Weil ich starb, können die Kinder leben," In dieser Nacht hört die Frau, wie der alte Mann sich in seinem Bett aufrichtet und leise vor sich hinmurmelt. Er nennt und zählt die Namen der Kinder seiner Straße und der Nachbargassen. So viele Kinder, die nun leben dürfen!... Für soviel Leben und Glück und Zukunft war also der eine gestorben. Das war eine für ihn zwar noch immfr schmerzhafte Rechnung, aber er hegreift sie nun zum erstenmal. Denn er seufzt tief auf, legt sich still wieder zurecht und schläft einen neuen, besseren Tag hinein. Das gmau« Gawicht Alte Fabel, neu erzählt Es ist eine löbliche menschliche Bigfn-Schaft, daß man darüber Freude empfindet, guten alten Bekannten wieder zu begegnen. So geht es uns auch, wenn wir denselben trefflichen und erprolaten Fabeln, mag ihr äußeres Gewand aUch hin und wieder verändert sein. Immer wieder von neuem begegnen. Mit einem Augenzwinkern durchschauen wir die jeweilige Verkleidung. Einmal wird dieselbe Fabel aus Italien berichtet, dann wieder aus Amerika, und vielleicht kommt sie uns sogar einmal chinesisch. Immer aber ist es dieselbe liebenswerte Fabelt es ist j« auch nur ein Zeichen für ihre Unveiwüstbar-keit und Güte, daß sie in Jeder Vermummung immer dieselbe bleibt und immer ihrer Wirkung sicher ist. Kürzlich traf der Chronist mit großem Vergnügen in neuer Gewandung eine Geschichte lisiitcr Wiener Abeid am Sonntag, den 2. August. Beginn um 18 lind um 21 Uhr im Lichtspielsaal des Stadt-Iheaters. Mitwirkende: Else Rabausek, die tieliebte Vortragsltünstlerin vom Rundfunk; Alfred KeUler, der Meister der Zauberkunst; Fritz Waiden, der Wiener Humorist, und Fritz Guem, Ansage und Musik. Karlenvorverkauf: Musikalienhandlung Höfer, Viktringhofgasse 20. 7373 m. Unfälle. Der 13-jährige Schüler Leopold Drosg aus Georgenberg 17 bei Ober-Kunigund war beim Futterschneiden dabei und unterhielt sich mit den Arbeitenden. Plötzlich wollte er etwas zeigen, streckte den rechten Arm aus und wurde im selben Augenblick von den Messern der Schneidemaschine erfaßt, die ihm die Hand vom Handgelenk quer zum kleinen Finger abtrennten. .— Der Kaufmann Johann l.üschnigg aus der Berggasse zog sich eine Vergiftung zu. — Das Deutsche Rote Kreuz überführte beide ins Marburger Krankenhaus. ni. Nachrichten aus Polstrau. Samstag, den 25. Juli, gab die Frankl-Bühne aus (jraz im Polstrauer Kulturheim das Lustspiel »Eheurlaub«. Die Aufführung war gut besucht, die Künstler ernteten reichen Beifall. — Der Ernteeinsatz hatte für Sonntag, den 26. Juli, die Kinder der Ortsgruppe zu lustigem Spiel eingeladen. Schnell halten die Kinder die richtige Stimmung, gar lebhaft ging es auf dem Sportplatz zu. Unter anderem wurden Reigen aufgeführt und ein Kasperltheater gezeigt. furisteii und Sachverständige Clicmicstundc. Der (icfricrpunkt des Wassers steht zur Debatte. Der Herr Studienrat ist ungehalten. vMiil-1er, als Primaner müßten Sie eigentlich wissen, hei welchcr Temperatur das Wasser gefriert.« >lch braucht das später eiimial nicht, Herr Stildienrat!'- ■Snoo? Und warum brauchen Sic es nun nicht.« Weil ich Jurist werden will, und wenn derartige Fragen zur Verhandlung stehen, dann zieht man einfach einen Sachverständigen zu.« Wohl bekomm'sl „Wds bpdeulet die Formel HNO.i?" fragt der Professor. „Ich — äh — hfll)' es bestimmt gewußt", stammolln der Prüfling, ,,zu dumm, es Hegt mir auf der Zungo .. ,,Nd, drinn spucken sie es lieber aus. Es ist nämlich Sdlpetersdure!" Jeder Ortsgruppe Konzert des Streichorchesters der Einen wesenllichen Ausslrahlungspunkt des eigenen kultureilen Schaffens einzelner Orts-giUppen des Steirischen Heimalbundes bildet die Musikkapelle oder der Musikzug des Standortes. Bei Feiern, Kundgebungen und Vpranstaltungen tritt der Klangkörper in Erscheinung, Platz- und andefe Konzerte beleben zusätzlich das Leben der Ortsgruppe. Das Kulturamt des Steirischen Heimatbundes betreut mit seinem Arbeitsgebiet Musik sämtliche bereits bestehende Musikkapellen, rpgt Gründungen weiterer Klangkörper an, versorgt sie mit Notenmaterial und Instrumenten und hilft so mit Rat und Tat das mu- wieder, die Johann Peter Hebel, wenn er sie nicht zufällig wirklich erzählt hat, doch sicher gut schon hätte erzählt haben können: In einer kleinen Stadt in der Nähe von Budapest lieferte ein Molkereibesitzer (selbst-\erständlich wird die Geschichte auch mit einem Koionialwarenhändler, einem Metzger oder Vertretern anderer ehrenwerter Gewer-bezweige erzählt) einem Bäcker schon jahrelang täglich ein Kilogramm Butler. Man verzeihe die unzeitgemäße Höhe der täglichen Ration, aber sicherlich hatte der Bäcker auch einen größeren Konditoreibetrieb, in dem er die Butter benötigte. Dieser Bäcker also hatte nun den Molkereibesitzer und Butterlieferan-trn vor dem Bezirksgericht verklagt, weil er statt eines Kilogramms in der letzten Zeit immer nur neunhundert Gramm Butter geliefert habe. Der Kläger konnte das durch Zeugen, die alle bei dem heimlich vorgenommenen Nachwiegen der Butter dabeigewesen waren, beweisen, denn der Bäcker wollte seiner Sache sicher sein. Früher war der Molke-reibesitzer sein Wirtshauskumpan gewesen, und wenn solche Freundschaft in Feindschaft umschlägt, so wird sie meist eine besonders häßliche und gehässige Feindschaft und versäumt nichts, dem Feinde etwas am Zeuge «u flicken. Der Beklagte q^b vor Gericht verlegen zu, es sei ihm in der Tat das Kilogewicht für seine Waage abhdnden gekommen. Vielleicht hätten es die spielenden Kinder verschleppt. Man wisse ja, wie das so gehe. Jedenfalls habe er, da er kein zweites Kilogewicht im Hause hätte, einfach das Gewicht immer eines der gerade ein Kilogramm schweren Brote benutzt, die er von dem Kläger beziehe! Der Bäcker zog schleunigst seine Klage zurück und hatte zum Schaden den Spott noch obendrein, — und den nicht zu knapp! Kurt Mdflmdnn Bilder vom Hochbetrieb auf dem untersteirischen Dorf Ein Mädel vom Ernteeinsatz berichtet; Als wir sieben Mädchen auf unserer Reise zum Ernteeinsatz an unseren Bestimmungsort in der Ortsgruppe Würz angekommen waren, wurden wir von Jung-mädeln abgeheilt und ins Lager begleitet. Rund um uns standen Buben und Mädel und schauten neugierig, was wohl diese Mädchen mit den großen Rucksäcken vorhaben mochten. Einige besonders Mutige folgten uns sogar bis zum Lager. Da dies in einem Obstgarten steht, schlichen sie näher, um zu schauen, was da los sei. Sobald aber eine von uns zum Fenster ging, husch, war der Blondkopf verschwunden. Na, dachte ich mir, ihr werdet schon auftauen. Wenn wir nur erst den Kindernachmittag abhalten! Gestern war es so weit. An diesem Sonntag war auch ein Ringelspiel im Dorf. Ich war schon neugierig, wer von uns beiden mehr Kunden haben würde. Dann ging es mit einem großen Korb, in dem allerlei buntes Zeug verstaut war, vor das Haus der Ortsgruppenführung. Auf unserem Wege fragten wir das eine oder andere Kind, ob es mit uns zum Kindernachmittag kommen wolle. Und jedesmal bekamen wir ein mit Kopfschijtteln unterstütztes Nein zur Antwort. Als wir aber verrieten, daß auch der Kasperl kommen und allerlei schöne, Sachen austeilen würde, da begannen die Aucen der Kleinen zu leuchten. Es sprach sich sehr rasch herum, wer heute im Dorf sei und als noch Tante Erika aus dem Kindergarten aus Täubling anmarschierte, da schlössen sich Buben und Mädel dem Zug an und kamen zu uns. Zuerst brachten sie allerlei Singspiele, bis das Zeichen zum Beginn des Ka«perlthea-ters ertönte. Mäuschenstill saß da das kleine Volk im Rasen und schaute gespannt auf die Bühne. War das eine Freude, als der lustige Herr, der Freund aller Kinder zum Vorschein kam. Dem fürchterlichen Räuber, der die arme Prinzessin entführt hatte, mochte man gar nicht leiden und war ganz traurig über den Raub. Als aber der tapfere Kasperl den bösen Mann getötet und die schönc Prinzessin befreit hatte und sie dann gar zur Frau erhielt, da waren auch die kleinen Zuschauer zufrieden. Der Höhepunkt über war, als der Kasperl Tschako und Säbel an die tapferen Jungen, die nicht mehr weinten, wenn man sie an der Hand nahm, und Diademe und Armbänder für die Mäd- ihre Musikkapelle Wehrmannschaft in Windischfeistritz sikalische Leben in den Ortsgruppen zu erwecken und zu vertiefen. So entstehen, entsprechend der vorhandenen Musiker und ihrer Qualitäten, Schrammelkapellen, Spielscharen, Musikzüge, Blas-und Streichorchester, die in einigen Ortsgruppen durch ernsten Fleiß bereits eine beachtliche Leistungsfähigkeit erreicht haben. Mittwoch, den 29. Juli, stellte sich in Windischfeistritz das Streichorchester der Wehrmannschaft dieses Standortes mit seinem ersten Konzert vor. Werke von Futschik, Boioldieu, Delibes, Johann Strauß, Kral, Blankenburg, Bellini, Schumann, Zcibulka und Noack füllten die abwechslungsreiche Darbietungsfolge. Bellinis Ouverture zur Oper „Norma" und Schumanns „Träumerei" ließen auch ein verwöhntes musikalisches Ohr aufhorchen, Windischfeistritz besitzt ein Streichorchester, das alle Voraussetzungen für eine segensreiche Entfaltung besitzt. Der Umstand, daß nur heimische Musiker mitwirken, die durch ihren fleißigen Probenbesuch beweisen, daß sie willens sind, ihre Freizeit voll und ganz der Musik zu widmen, verdient besonders hervorgehoben zu werden. Die den Sparkassensaal füllenden Volksgenossen aus Windischfeistritz kargten auch nicht mit Beifallsbezeugungen. Mit Recht sind sie auf ihr Streichorchester stolz. Am Abend, dessen Reinertrag dem Deutschen Roten Kreuz zufloß, wirkten zwei Konzertsängerinnen aus Wien mit, die Schwestern Frau Zoe Prasch-Formacher und Frau Franzi Forraacher. Die geschulten, weichen Stimmen entwickelten ihre volle Klangfarbe besonders in den Zweigesängen. Die Konzertsängerinnen sangen Lieder von Schubert, Dvorak, J. Brahms und J. Marx, sich gegenseitig am Klavier zartfühlend begleitend. Die überreichten Blumen waren ein äußeres Zeichen der Anerkennung für ihr selbstloses Mitwirken und ein Dank für den Kunstgenuß, den sie den Konzertteilnehmern geboten hatten. Orfsgruppenführer Gebauer konnte in seinen Eröffnungsworten, in denen er auf das erstmalige Auftreten des Streichorchesters hinwies, Kreisführer Doboczky, sowie Männer der Bundesführung und Bürgermeister Arsenschegg begrüßen. Das Konzert war ein voller Erfolg. Gab es doch Rechenschaft über die bisherige Arbeit der Musiker und diesen Ansporn für weiteres Wirken. Anläßlich des Kreistages des Kreises Marburg-Land, der am 15. und 16. August in Windischfeistritz durchgeführt wird, tritt das Streichorchesfcr wieder vor die Öffentlichkeit. Ernteeinsatz — Festlicher Nachmittag In Schirmdorf chen austeilte. Zum Abschied lernten sie noch das Liedlein: »Wann und wo, wann und wo, sehen wir uns wieder und sind froh«. Dann marschierten wir alle, der Kindergarten an der Spitze, singend durch das Dorf. Und ein Abstaler Bauer erzählt: Die bei der Gutsverwaltung Freudenau und bei den Bauern in Schöpfendorf beschäftigten Studentinnen des freiwilligen Ernteeinsatzes veranstalteten vor kurzem einen Dorfnachmittag. Jung und alt von Schirmdorf und Umgebung versammelte sich auf dem Dorfplat2. Unsere fröhlichen Gesichter zeigten, daß uns die Darbietungen, Spiele und schöne Lieder, sehr gut gefallen haben. Auch die Sängerrunde aus Abstal brachte fröhliche Heimatlieder. Viele der älteren Zuschauer werden sich an den Tag vor 22 Jahren zurückerinnert haben, als der englische Oberst der alliierten Orenzkommission in Schirmdorf bei einer Protestkundgebung gegen die Abtrennung des Abstalerbeckens versprochen hatte, daß die Leute nichts zu fürchten hätten und kaum eine Stunde später besetzten die serbischen Horden von den Windisohen Büheln kommend das schöne und fruchtbare Abstalerland und begannen es zu terrorisieren. Es wird nie mehr vorkommen, daß eine internationale Kommission über deutsches Gebiet richtet, dafür sorgt unser Führer mit seiner heldenhaften V/ehrmacht. Die Söhne Abstals werden, wie unsere Brüder in den anderen deutschen Gauen, auf allen Kriegsschauplätzen, wo man sie hinstellt, mitkämpfen, die Heimat aber wird arbeiten für die Sicherung der Ernährung, so pflichtbewußt wie der deutsche Arbeiter. Der freiwillige Ernteeiqsatz beweist, daß die vom Führer gegründete Volksgemeinschaft jeden Volksgenossen erfaßt hat und Wenn Donnerinigeln i Gewittererscheinungen im ui Die geographische Lage der Untersteier-mark am Übergang vom Alpenland zur Ungarischen Tiefebene und das damit bedingte enge Ineinandergreifen von Hoch- und Mittelgebirge, von Ebenen und Gebirgstälern hat im Sommer häufige Gewitterbildungen mit Blitz und Donner, mit' Stürmen, Hagel und Regengüssen zur Folge. Diese für die Saaten und Kulturen oft äußerst nachteiligen Naturerscheinungen haben in der Gedankenwelt und im Vorstellungskreis des bodenverbundenen Bauernvolkes ihren Niederschlag gefunden, der sich im alten Volks- und Aberglauben wenigstens zum Teil bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Vor Blitzschlag sucht der Mensch sich, sein Vieh und sein Haus zu schützen. Beim Herannahen eines Gewitters werden die Glocken geläutet oder mit geweihtem Schießpulver geschossen, damit die Sturmwolken vertrieben werden. Auch Weihwasser wird um das Haus ausgegossen, oder es werden Zweige des geweihten Palrnbusches an der Haustorschwelle verbrannt und darunter be-stielte Hausgeräte, etwa Dreschflegel, Spaten oder Besen kreuzweise gelegt. Knochen von geweihtem Osterfleisch oder Tiegel mit der übersponnenen Hauswurz, die im Volksmunde bezeichnenderweise „Nichtdonner" heißt, werden zum gleichen Zweck am Rand des Daches angebracht. Im untersteirischen Bergland sieht man daher allenthalben an den Dachrändern von niedrigen Gebäuden über der Traufe Tiegel oder Teller mit dieser „Hauswurz". Zum Schutze gegen den Blitz kann man sich ruhig unter eine Eberesche oder eine Weißbuche flüchten, denn in diese Bäume schlägt der Blitz ebenso wenig ein wie in die Brennessel. Auch ein Haus, in den Schwalben nisten, soll vor Blitzschlag sicher sein. Den Kindern wird von den Müttern gerne eingeschärft, keinen Hirschkäfer ins Haus zu bringen, denn der Blitz schlage gerne in ein Haus ein, in dem dieser Käfer festgehalten werde. Er trägt auch die bezeichnenden Namen ,,Börner", das ist Brenner, „Donnerpuppe" oder „Eichochs", weil die Eiche, vor der man bei Blitzgefahr weichen soll, dem Donnergotte geweiht ist. Am Margarethentag, 20. Juli, soll man das Einbringen von Heu unterlassen, weil sonst der Blitz in die Scheune einschlägt. Am Faschingstag soll man nicht Getreide mahlen, weil es sonst im Sommer viel Donner und Blitz geben werde. Merkwürdigerweise verzehren die Hummeln während des Donnerns ihren eigenen Honig. Wer während des Donnerns lustig Purzelbäume schlägt, findet leicht große Mengen von Pilzlingen und Herrenpilzen. Wenn es im Frühjahr vorzeitig donnert, steht Mißernte und Hungersnot bevor... Auch sonst weiß der Volksglaube über Blitz und Unwetter viel Seltsames; der Blitz, so heißt es, ist eine Glaskugel, die in die Erde versinkt, wenn es einschlägt, nach sieben Jahren wieder ans Tageslicht rollt und dann zerplatzt, worauf — in der Weingegend von Radkersburg — sie dann ein Faß mit Wein füllt. Er ist auch ein Pfeil oder Keil BUS Stein, der in das Haus fährt, sieben Jahre unter der Erde bleibt und dann wieder her- "'"TTTT-irwiiwi mini Scherl-Bllderdienst-M. Erntezelt Viele Millionen Hände regen sich jetzt mit Beginn der Ernte, um den Segen des Sommers zu bergen daß das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Arbeitern der Stirn und Faust Wahrheit geworden ist. Nach Beendigung der Veranstaltung erzählten die Mädel mit leuchtenden Augen von der Freude, die ihnen die Bauernarbeit bereitet. Sie sind froh, daß sie mithelfen können, um die Ernte zu sichern. Der Oberverwalter des Gutes schilderte, mit wieviel Geschicklichkeit die Mädel schon nach kurzer Zeit die Arbeiten anpackten und daß auch das zuerst auftretende Mißtrauen der Bauern vollkommen geschwunden sei. Vielen von unseren Bauern tut es leid, nicht auch vom freiwilligen Ernteeinsatz Gebrauch gemacht zu haben. Am nächsten Sonntag veranstalten die in Leitersdorf weilenden Wiener Mädel einen Dorfnachmittag. Auch darauf freuen wir uns alle. m Himmel fallen... tersteirischen Volksglauben vortritt und auch als „Keltisches Beil", aus Serpentin verfertigt, bezeichnend wird. Der Blitz ist so lang wie der Wiesbaum eines Heuwagens, aber auch ziemlich klein, mit 6 Ecken versehen und aus ihm kann wundersamerweise wie aus dem Feuerstein Feuer geschlagen werden. In einer Sturmwolke befinden sich zwei Blitze: ein feuriger, der Feuer erzeugt und rundlich ist, und ein wässeriger, der mit großer Gewalt alles' niederreißt, sieben Klafter tief in die Erde fährt und nach sieben Jahren wieder in die Wolke zurückfliegt, länglich, am Ende zugespitzt und hohl, Einst kam zu einen Bauern ein Mann, der völlig fremdartig gekleidet war. Er trug einen grünen Rock, grüne Schuhe und schwarze Hosen, Der Hut hatte eine breite Krempet hinter dem grünen Hutband wehte eine grüne Feder. Er sprach zum Bauern: „Wenn du drei Tage Zeit hast, so gehe mir mir und du wirst sehen, wie Blitze erzeugt werden." Das Bäuer-lein ging wirklich mit. Schon waren sie einen ganzen Tag lang gewandert, da kamen sie zu einem heiligen Berg, Der Fremde führte den Bauer auf den Berg. Dort befand sich eine gräßliche Höhle. In ihrem Innern erblickten sie sehr viele Menschen. Die einen waren mit den Behauen von Buchostämmen, die anderen mit dem Zusagen derselben, andere wieder mit dem Zuspitzen von Holzstücken, noch andere mit dem Durchbohren derselben beschäfigt. Da sprach das grüne Männchen: „Diese Menschen sind meine Untertanen, ich aber bin der böse Geist und Herr dieser Höhle. Wenn ein Ungewitter droht, dann schleudere ich diese Blitze hinauf in die Wolken. Schleudere ich einen, so blitzt es Jedesmal auf» wenn aber der Blitz zur Erde fällt, dann kracht es." Die Hirten des Stainztales wissen von drei Frauengestalten zu erzählen; die eine schleudert Donnerkugeln, die zweite feurige Pfeile und Blitze, die dritte aber öffnet die Schleusen für Platzregen und Wolkenbruchj mythische Gestalten, die wohl an die drei Nomen erinnern. Wenn es zur Zeit der Heumahd über dem Draufelde und über dem Schloß Wurmberg in der Nacht donnert, aber nicht blitzt, dann kämpft hoch in den Lüften der Herr und Graf von Wurmberg mit seinen Gegnern, die andere Teile des Landes beherrschen, den hitzig-feurigen Kampf um die Getreidegarben aus. Das Land, dessen Herr und Graf in diesem Luftzweikampf siegt, schwelgt dann in Glück und Wohlstand. Einst blieb dem Grafen von Wurmberg in diesem Luftgarben-kampf nur das Strohband der Garbe in der Hand. Er riet nun seinen Untertanen, recht dicke und große Garbenbundbänder zu machen, weil nur diese Getreidekorn umschließen werden, die übrigen Rispen und Ähren aber leer und taub sein würden. Die Untertanen befolgten den Rat und wirklich ergab der Drusch der Garben sehr viel Getreide. Wenn aber der Wurmberger Graf in diesen und ähnlichen Kämpfen den Sieg davon trägt, dann fällt goldener Weizen in Hülle und Fülle auf die Äcker seines gesegneten Landes. Dr, Fr. M •Aas atlec Das Schwert des iapaners Die Ritter schätzten und liebten ihre Schwerter mehr als alles andere sonst. Das Schwert ißt ja natürlich vom Begriff des Ritters nicht fortzudenken. Man nannte es darum die »Seele des Ritters«. Jeder Ritter wünschte sich ein wertvolles Schwert. Stammte ein Schwert von einem • unbekannten oder schlechten Meister, so bezeichnete man es als »dumpfes« Schwert oder als Gemüsemesser. Besaß aber ein untüchtiger Ritter, der guter Fähigkeiten zur Ausübung der Fechtkunst entbehrte, ein gutes Schwert, so sagte man: »Das Schwert weint.« Bis zu welch hoher Bedeutung das japanische Schwert in seiner Eigenschaft als Kunstgegenstand und Waffe gelangt ist, wie wertvoll, geschlossen und vollendet die materielle Struktur des Schwertes war, beweist die heutige Wissenschaft. Man hat versucht, die großen Meisterwerke der Schwertschmiedekunst apans chemisch und physikalisch zu analysieren, um ihre Konstruktion festzustellen. Dank der Errungenschaften der modernen Naturwissenschaft gelang es, die Struktur des Metalls in allen Einzelheiten genau festzustellen. Aber es ist bis heute unmöglich Reblieben, aus der Strukturanalyse das gleiche Schwert oder ein ähnliches durch synthe-isches Verfahren wieder herzustellen. Ein Kunstwerk läßt sich wissenschaftlich analysieren — man kann auch Rembrandts oder Hürers Gemälde mit Röntgenstrahlen durchleuchten und hat das teilweise sogar getan —, aber diese Gemälde sind ohne die Hände ihres Meisters nicht wieder herzustellen. Junyu Kitayama a. Zwischenfall am Traualtar. Dieser Tage wollte in einer Ortschaft bei Prag ein junger Mann seine Braut zum Altar führen. Als der üeistliche eben mit der Zeremonie beginnen wollte, erschien plötzlich eine Frau mit einem Kind auf dem Arm in der Kirche und reißt ilen Bräutigam von der Seite seiner Braut. Sie schrie laut, daß der Mann ihr gehöre und liaß sie ihn und das Kind töten werde, wenn ilie Trauung mit der anderen nicht unterbleibe. fDem Brautpaar und den Hochzelts-fiästen blieb nichts anderes übrig, als die Kirche zu verlassen. Da das junge Paar aber schon standesamtlich getraut war, konnte die llochzeitsfeier doch noch stattfinden. X Blindgätieer unter dem Alteisen. Durch einen glücklichen Zufall ist die Htndenburg-^chtile in Münsterberg, Schlesien, vor einem unabsehbaren Unglück bewahrt geblieben. Wie überall, hatten auch hier die Schulkinder Alteisen gcsanimelt und zur Sammelstelle in die Schule gebracht. Bei der Sichtung des Materials wurden zwei Granaten entdeckt, rtn Ausbläser und ein Blindgänger mit Zün-»ler.Die Abnahme des gesammelten Alteisens rrfolgt jedesmal durch einen Lehrer, es ist ülso nicht gut möglich, daß die gefährliche Munition dabei in den Alteisenhaufen gelangt sein könnte. So bleibt nur die Annahme übrig, (laß die Granaten, die beide ausländischer Herkunft sind, von einem Kriegsteilnehmer als »Andenken« mitgebracht, irgendwo ein verborgenes Dasein geführt haben, bis sie ein simmelfreudiger Schuljunge jetzt aufstöberte und nachträglich zu dem Haufen in der Ait-isenstelle der Schule gelegt hat. Durch ein Sprengkommando wurden die beiden Granaten unschädlich gemacht. BesUUl dl« „Marburger Zeitung" bei unseren Trägern oder beim Postamt des Wolinortesl nMarburger Zeitung" Film JViriscOoti Liebig sicherte Eoropas Naliniiigsfreitißlt Seine einlache aber geniale UberlegunK forderte die Erhaltung der Nährkraft des Bodens Wenn heute in'Europa über 500 Millionen Menschen leben und ernährt werden können, während vor 150 Jahren eine Bevölkerung von nur 175 Millionen aus dem Boden Europas keipe ausreichende Nahruns; finden konnte, so ist dieses LeistungSwunder zinii großen Teil auf die richtlKe Erkenntnis von den Geheimnissen der Pilanzenernährune zurückzuführen. Diese grundlegende Erkenntnis ist heute gerade 100 Jahre alt. Denn 1842 hat Justus von Liebig sein bahnbrechendes Werk »Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie« erscheinen lassen. Hier wies der Forscher nach, daß die bis dahin gepflegten Bewirtschaftungsinetho-den unserer Landwirtschaft im Grunde auf einen ungeheuren Raubbau an« Boden hinausliefen. Trotz Fruchtwechsel Wirtschaft, verstärkter Viehhaltung und Humuszufuhr durcli Stallmist und durch die Ernterückstände :ni Boden sind dem Ackerboden Jahrhunderte hindurch stets mehr Nährstoffe durch das Abernten entzogen worden, als man ihm wieder zuführen konnte. Das HunKergespenst Europas , Wie wenig die Nahrungsmittelzufuhr aus Übersee zum Ausgleich dieser unaufhaltsam sinkenden Erträge des europäischen Bodens beizutragen vermochte, zeigen die vielen verheerenden Hungersnöte und das große Viehsterben in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts. Nur ein Teil des Ackerlandes konnte damals regelmäüig mit Stallmist gedingt werden und dieser Teil auch nur alle 6 bis 12 Jahre. Die Bauern versuchten durch Waldstreu den Humusgehalt des Bodens zu steigern und verwüsteten dadurch weite Waldgebiete. Oft brachten die Ernten kaum die Aussaat wieder herein. Mißernten wurden immer häufiger, und das Vieh befand sich ■wegen Unterernährung In einem trostlosen Zustand. Durch Geburtenbeschränkung und durch Auswanderung suclite man dem drohenden Hungergespenst auszuwci-clfen. Die Revolutlonicrung der Landwirtschaft In dieser allKcnieinen Notlage empfahl Lie-big, den fortdauernden Nälirstoffentzug ini Boden durch planmäßige Zufuhr von Stidv-stoff, Phosphorsäurc, Kali und Kalk in Form von Handelsdüngern auszugleichen. Er cmn-falil ferner, auf glcichc Weise den Boden mit diesen unentbehrlichen mineralischen Nährstoffen anzureichern und versprach sich davon steigende Errfteerträge. So einfach und selbstverständlich uns heute diese Erkenntnis vorkommt, üir die europäische Landwirtschaft um die Mitte des 19. Jahrhunderts leitete sie eine Revolution ein. Die Mißernten ließeil nach. Es konnten auf allen richtig gedüngten Böden weit mehr Pflanzen als vorher geerntet werden. Die reicheren Ernten Jtu Futtermitteln ermöglichten auf gleicher Fläche eine starke Viehhaltung. Der Stallmistanfall stieg von Jahr zu Jahr und zusammen mit den vermehrt im Boden bleibenden Ern-terückständeu 'ergab sich eine reichere und stetig noch wachsende Humusbildung. So hat der Einsatz der Handelsdünger der europäischen Ernährungswirtschaft den Umschwung gebracht, ohne den Europa eine wachsende Bevölkerung nicht hätte ernähren können. Mehr als verdoppelte Ernten Ohne die Liebigsche Forschertat und die praktische Verwirklichung seiner Forderungen durch unsere schnell wachsende Dünge-mittelindustrie wäre Europa auf dem Bevölkerungsstand von 1800 oder noch darunter Die Kunst der Konversation im Film Ein Regisseur macht einen interessanten Versuch Es ist noch gar nicht so lange her, daß der ext im Film aus dem Stegreif gesprochen wurde. Auch in den Anfängen der Tonfilmzeit war es noch so. Knapp vor der Aufnahme wurde zwischen Regisseur und Schauspieler ausgemacht, was gesprochen werden solle, und schon hieb es: »Los — Aufnahme«.* Darin ist im Laufe der Jahre ein gründli-Lher Wandel eingetreten. Die Bedeutung des feststehenden Textes und Dialogs für die künstlerische Enticklung des Films stellte Mch immer klarer heraus. Die Alleinherrschaft und Situation im Film, die noch von seinen stummen Zeiten herrührte, wurde gebrochen, neben dem rein Optischen forderte auch das Akustische gleiches Recht und zwar nicht nur als Tonkulisse in Form von Musik und Geräuschen, sondern vor allem als mündliche Äußerung des Schauspielers. Die Wertschätzung des gesprochenen Wortes wird bei einem Besuch im Sieveringer Atelier der Wien-Film besonders deutlich, Wo man Erich Engel bei der Arbeit an dem neuen Wien-Film »Sommerliebe« beobachten kann. Es wird ein Lustspielfilm werden, und PS wird in ihm sicher viel zu lachen geben, iher das Lachen wird sich nicht aus tausend Verwechslungen und Maskeraden und Verlegenheiten ergeben, sondern gleicherweise aus dem geistreich zugespitzten Dialog. Die Kunst der Konversation, die eine I^lüte des Lustspiels herbeiführte, wird nun von Erich Fngel auch in seinem neuen Film cepflegt. Es ist ein sehr interessanter Vernich, und man darf auf das Ergebnis gespannt sein. Neben seiner künstlerischen Bedeutung wohnt diesem Vorhaben auch ein großer volkserzieherischer Wert inne, denn der Zuhörer wird über die banale Mitteilung hinaus auf das gepflegte Wot und seine Bedeutung aufmerksam gemacht und zur Nachahmung angeregt. Es ist gewiß, daß zum Beispiel das vom Wiener Burgtheater in seiner größten Zeit mit beispiellosem Erfolg gege-betie Konversations-Lustspiel neben der Unterhaltung auch eine soziologische Funktion hatte: es lehrte die gute Gesellschaft, die zuhörte, die Kunst der Konversation. Heute ist es das ganze deutsche Volk, das Besuclier eines Tonfilms ist, wie überhaupt all unsere Kunst für das gesamte Volk bestimmt ist. Es gibt kein besseres und rascheres Mittel, die Konversation als eines der besten und feinsten Mitteln der Gesittung wieder neu zu beleben, als sie im Film dem Volk zu Gehör zu bringen. Wenn Siegfried Breuer als ein galanter und etwas zweideutiger Theatermäzen und Winnie Markus als eine ehrgeizige junge Schauspielerin einander gegenübersitzen, wird der Zuhörer aus dem Dialog, wie ihn Erich Engel in zäher, liebevoller Kleinarbeit fülirt und aufbaut, immer deutlicher gewahr werden, wie wichtig es ist, die Worte recht zu setzen, wie das Wort Verteidigung und Waffe eines Menschen sein kann. Wort prallt gegen Wort, der ganze Mensch offenbart sich. Wer es nicht meistert, bleibt der Schwächere. »Reim Reden kommen die Leute zusammen«, heißt ein Sprichwort. Man muß das Reden nur verstehen. Dazu will eben ein Lustspiel-Film, wie der von Erich Eengcl, seinem Publikum verhelfen. geblieben,^ es sei denn, der Kontinent liätte sich im Sinne der englischen Freihandelsapostel in eine hociigradige Abhängigkeit von uberseeischen Lebensmitteizufuhren begeben. deren politische, kulturelle und wirtschaftliche Untragbarkeit heute jedem Europäer klar geworden ist. Zu welcher Leistungssteigerung die mineralische Düngung die deutsche Landwirtschaft befähigt hat, zeigt die Tatsache, daß im Jahre ISOO in Deutschland 185 Hektar auf IfXJ Einwohner kamen, ohne daß diese 100 Einwohner davon hätten immer ausreichend ernährt werden können, und daß im Durchsciinitt der Jahre 1932/37 41 Hektar auf 100 Einwolnier entfielen, die aus dieser geringen Fläche eine ausreichende Nahrung erliieiten. ergänzt durch eine verhältnismäßig geringe I.el)ens-mitteieinfuiir, die aber weitgehend durcii die gegenüber 1S->Solingen auf Stalil-waren, insbesondere auf Rasierklingen italienischer Herkunft, in Zukunft unterbindet. X Süße Tracht am Oberrhein. Im Obe»-rheinraimi Baden-Elsaß gibt es in 2f> tiOO Bie-nenzuchtbetrieben 205 875 Bienenvolker, von denen 162 001 auf Baden und 4.1 S74 auf das Elsaß entfallen. Der Jahresertrag dieser Völker beträgt durchschnittlich 20 600 dz l'onic iin Werte von 6 180 000 Mark, k^azu komn.t ein mittelbarer Nutzen der Bienen durch Befruchten der Kulturpflanzen mit schätzungsweise jährlich 61 A\illioncn Mark. Auch in Lothringen konnte die Bienenzucht wieder auf die Höhe gebracht werden. Im gan/iMi Oberrheingebiet sind die Trachtenaus.=;ichten gu^ bis sehr gut. X Eine halbe Million Tonnen Torf in Wol-hyn'en. In Rowim wurde ein Zentralbüro für Torfverwertimg errichtet. Bisher wurden die Torflager Wolhyniens nur unvollkommen ausgebeutet. Jetzt sind 80 Torfvorkomnien von dem Zentralbüro übernoinnien worden, in denen etwa 10 000 Arbeiter beschäftigt werden. Die Torfgewinnung 1942 wird auf tausend Tonnen geschätzt. 5eHe 5 »Martiufger Zpffting« 31. W2 Nummer 2\l Pflege der Beltn Wer hat nicht schon zugesehen, wie weiche Federbetten der prallen Sonne ausgesetzt wurden und wie man sie nachher aus Leibeskräften klopfte? Ja, hat nicht mancher sogar selbst geglaubt, daß diese Behandlung die finzig richtige sei? Das Gegenteil ist der hall! Federn besitzen selbst einen gewissen Fettgehalt, der sich mit der Ausdünstung un-.^erer Haut vermischt und dadurch die bekannten und gefürchteten Klumpen bKdet. Durch die Sonne und die trockene Hitze dörren diese Klumpen noch mehr aus und werden immer härter. Klopft man diese Betten dann aus, so entsteht aus dem zerschlagenen Klumpen und dem Im Federkiel sitzenden Fe-derweiß eine große Staubwolke. Also dürfen Federbetten weder geklopft noch an der Sonne ausgedörrt werden. Sie erholen sich nur durch Aufschütteln und durch Wind. Helfen diese Mittel jedoch nicht mehr, so liegt t'in tieferes Übel zugrunde: Federfraß oder Motten. In beiden Fällen muß der Fachmann zum Reinigen der Federn zu Rate gezogen werden. Im allgemeinen lüfte man die Betten öfters einige Stunden aus und bürste sie nach dem Aufschütteln ganz zum Schluß mit einer weichen Bürste gut ab. Durchlässiges Inlet, das das lästige Flau-nicn der Betten hervorruft, kann leicht wieder dicht gemacht werden. Man entleert das Inlett, bürstet die Federrückstände gut aus und bestreicht es von innen mit einer gut angewärmten Kerze. Damit teilt sich dem Stoff soviel Wachs mit, daß das Schließen der Stoffporen gewährleistet wird. i Ehe Bettbezüge, Kopfkissen usw. in die Wäsche kommen, kehre man sie um und bürste die Ecken gut aus. Stoffasern, Wattereste und andere Rückstände verursacnen stpst ein Abfärben. Kleine Risse im Inlett näht man nicht zu, sondern verklebt sie mit festem Heftpflaster. in jungen Haushaltungen sind heute fast ausschließlich Patentfedermatratzen mit Jrei-teiligen Auflegematratzen vorhanden. Ihre Reinigung ist leicht zu bewerkstelligen, wenn man dazu Pinsel und Staubtuch für die Patentfedermatratzen anwendet und die Auflegematratzen alle paar Tage auswechselt, ciami<. man sie gleichmäßig abnutzt. Man stelle die einzelnen Teile zum Lüften hochkantig auf. Sehr wichtig für die Haltbarkeit der Matratzenteile ist die schonende Unterlage, die verhindern soll, daß das Metall den Stoff beschädigt. Am sichersten Ist es, zunächst einen festen Pappbogen auf die Patentmatratze zu legen, auf dem man eine dichte Unterlage ausbreitet. Man bindet diese an den Bettpfosten fest, um das Verrutschen zu verhindern. Altmodische Sprungfedermatratzen aus einem Stück müssen von Zeit zu Zeit geklopft und, wenn sich der Staub gesetzt hat, umgedreht werden, um von der Unterseite mit Pinsel und Tuch gereinigt zu werden. Gasthaas Wogrinetz blelbililsT.Auaiislnodi gesAlMseii £ädu liunm zur Erneuerung für Lose der V. Klasse der 7. Reichslotterie Beginn dmr Hauptxlnhuna S€hon am 11. August W E S 1 A C K Staatliche Lotterieeinnahme, Marburg» Herren* gasse 29. 3816 Heiner lizeiger Jede» Wort koitet fOr StelleiiKetucbe 6 Rpl. das letUedruckte Wort 26 Rpf. für Geld.. Realltl- imiiiimiimimiiimiiiimiiiiifiiiiiiiiiiiiiifiiiimiiiiiiiiiii i3^RS^^d?s fettnedruckte Wort 40 Rpf. für alle flbriEea Wortanzelgen 10 Rp't. das fettgedruckte Wort 30 Rpl. De' Wortpreis gilt bis xd 13 Bochstaben lo Wort KennwortgebUhr bei Abholung der Angebote 39 Rpl, bei Zuien-ffnng durch Post oder Boten 70 Rph Aaskunftsgebfihr fOr Anzeigen mit d«tii Vermerkt »Auskunft In der Verwaltung oder Qeschältntelle« 20 Rpf. Aatelsea AnnahmeschluB: Am Tag« vor Crschelnea um 16 Uhr. Kleine Anzeigen werden nur gegen VoreiniendtiDg des Betrages (auch gOlÜee Brietmarken) auigenommen. MlndestgebOhr für e^ie Kleine Anzeige 1 RM. 2ii ytduutftH Suche per sofort tüchtiges Stubenmädchen für gepflegten Haushalt. Anträge unter »Kinderliebend« an die Geschäftsstelle der »Marbttger Zeitung« in Pettau. 7376-6 VerkaiifsanzclKcn (Oebraucht-waren) dürfen nur mehr mit Prcisaneube vcrülfeotllcht werden Für Versicherungsbüro in Cilli wird verläßliche Kanzleikraft aufgenommen. Maschinschreiben und Kenntnisse für einfache Verrechnungsarbeiten erforderlich. Halbtagsdienst von 8 bis 1 Uhr. Anbote an Direktor i. Zislavsky, Graz, Bismarckplatz 3. 7334-5 Hübscher, ntungolischer Rotfuchs um 80 RM zu verkaufen. Anträge unter ;»Puchs« an die Verw. 7400-3 ?ii fanifoft Gut erhaltene Nähmaschine m kaufen gesucht. Angebote unter »Nähmaschine« an die Verwaltung. 7396-4 Wachmänner tQr die besetzten Gebiete im Westen gesucht, in Betracht kommen in erster Linie Rentner, Pensionisten und einsatzfähige Invalide, sowie auch Arbeit»* kräfte, welche nicht in einem festen Arbeitsverhältnis stehen. Bewerber, welche bereits in einem kriegswichtigen Arbeitsverhältnis stehen, oder dafür in Frage kommen, scheiden aus. Unbescholtenheit ist Voraussetzung. Anfragen sind an die zuständigen Arbeitsämter zu richten. Nähere Auskünfte durch die Dienststelle in Graz, Alte Poststraße 107, Thiel Rudolf, Werbeleiter. 2609-6 Herrenfahrrad, eut erhalten, tauft Ostmark Versicherungs A. G., Marburg, Tegetthon-straße 47. 7354-4 SttHiMtsudit Dame, der deutschen u. französischen Sprache mächtig, mit Maschinenschreibkennt-nissen, sucht Stelle als Dolmetscherin oder ähnliches. .Angebote unter »Auch auswärts« an die Verwaltung. 7292-5 Maschinen-Ingenieur HTL mit ;^cht Jahren Betriebs- u. Konstruktions-Praxis, auch m Starkstrom gut bewandert, sucht passende Stelle in Steiermark. Otmar laklitsch, l^aula«, Hitztaller, Kiirntner-ktraße 7328-6 Kanzleikraft, auch Praktikant (in) wird sofort aufgenommen. Anträge tmter »Gewissenhaft und flelHig an die Verwaltung 7403-fi Ahnenpaß*Ausfertimngen fUr Ariernachweise, Fatnilienfor-»chungs-lnstitut, Gra^, Gries-kai 6Cl Ruf 67-95. tiää7-14 7-'«5 liclitSBiele Bruwierf I Meine Tochter lebt in Wien Wochenschau Kulturfilm 7391 Vorstellungen leden freitag um 20 Uhr, Samstag um 18 und ^.30. Sonnta** um 15,18 und 20.30 Ubr. Für Jugendliche nicht zugelassen! Meinen verehrten Kunden zur Kenntnis, daß laut Verordnungsblatt 90 mein Laden, Burggasse 9, jeden Montag geschlos« scn, dagegen die übrigen Tage ganztägig geöffnet bleibt. 7398 Fl«ischwarenfabrik Hermann Wögerer in Marburg mmm Stromunterbrechuns Die Eoergieveriorgung SUdsteiermark A.-G. Kibt bekannt, daB am Sonntag, den 2. August 1912, wegen Erhaltungsarbeiten der Strom in den Orte«! Windischfeiitriti, Gouobita, Lorenzen, Rast, Witscheiu von T^IO LIhr und in den 7359 Orten: Pettau, Friedau, Luttenberg, Ob. Radkersburg Ton 7—13 Uhr unterbrochen sein wird. Die Leitungen sind auch während der Abschaltuti|iieit als unter Spannung zu betrachten. 3161 BfrUlWinCI leidende Beine der Frinen, die ItllllinWl stehen und gehen, in verschie-■ ynuiiril ^enen Preislagen GKICN FORM Beratungsstellen ZUM INDIANIR, Orai, Htrmgasi« 21 neben Caf^ Herreiihof GUMMIHOF, Orai, Sporgaisa 4 neben Luegg, sowie FRAUENHIIL, Grai, Albmhtgam f Vorlangen Sie Alaßkarte tninignintili i. \ i. Piitu vom 3. Ms 15. Aagust 1942 l Franz Dobowittchnlk Menufakturwarenhandlung, Cilll w • g e n (F«folgichiftturliub«i v«iii ]. bis •lnschli«sillch 14. Au-guti geechfoiton. D«r b«auftrigt« Wirtschafter. 7-'«5 Jeder Unfarttelrer liest die „Marburger Zeitung"! BURG-KINO heinrut 22-10 Heute 16,18.3a 21 Vh Der neue lustige BAVARIA-Film du Jifetkmiftt unter Joe Stockeis Spielleitung gibt Josef Eichheim Gelegeohett, alle Register seiner liebenswürdigen Ver« scbmitatheit spielen au lassen. Er ist der GroBTater, der sieb um 1000 Mark verkaufen läßt, um den Ter« »chuldeteo Hof seines Sohnes retten und dem gewis« fettlosen »GroBvater-Käufer« doch ein Schnippchen la schlagen. Winnie Markus, Oskar Sima, Elise Au-Hnger, Carl Wery, Erna Fentsch, Aliwrt Janacheck, Waatl Witt und Erhard Siedel tragen die weiteren Hauptrollen der Handlung. '7383 FUr Jugendliebe nicht augelasien! Kulturfilm! Neueste deutsche Wochenachau! BSPLANADE u«. Gustav Fröhlich Franzisica Kinz Frau Sixia Ein Gustav Ucicky-Film der Ufa nach dem gleichnamigen Roman von Ernst Zahn Ilse Werner, Josefine Dora, Josef Eichheim, Beppo Brem, Gustav Waldau, Heidemarie Hatheyer Die großartige Berglandschaft der Ötztaler-Älpen ist der Schauplatz dieses wundervollen, uns ergreifenden und bewegenden Filtns, der ein einzigartiges Frauen- und Mutterschicksal zur dramatischen Schilderung bringt. 7384 Ufa'Kulturfilm: Jugend Im Tanz Wochenschau Für Jugendliche zugelassen! Amtliche ® Bekanntmachung^ DER OBERBÜIGERMEISTER DER STADT MARBURG (Drau) A. ZI. 440/l(f R/M-42. Betrifft: Anszablung von FaBllienuBtcrhalt. Kundmmthung Die Angehörigen der sur Wehrmacht uud aum Soodamin. sata (Wehrmannschaft) Eingerückten werden darauf anfnerksani gemacht, dafi die Ausaahlungen dea FamilienunterhalteB für deu Menat August 1942 wie folgt erfolgen wird: Buchstabe A—L rom 1. 8. 1942 bis einschlieBUch 3. 8. 1942; Buchstabe M—Z vom 4. 8. 1942 bis einscblicSlicb 7« 8« 1942. Die Reihenfolge richtet sich nach den Anfangsbucbijtaben des Schreibnameos des Eingeriickten, nicht aber naeh den Schreibna' men der familienunterhaltsberechtigten Personen. Die Auspahlung erfolgt täglich von 8—12 Uhr. 7197 L A. Frans Rudi e. b. Soeben eractiienen: Veroriliinigs- yml Anlstlalt des Chefs der Zlvilverwaltung io der Untersteiermark Nr. fO vom 24. Juli 1942 INHAlTi Zweite Bekanntmachung über die Musterung für den Wehrdienst in der Untersteiermark vom 11. Juli 1942 Verordnung über den Ladenschluß und die Festsetzung von Pflichtverkaufszeiten in der Untersteiermark vom 11. hili 11)42 Verordnung über das Verbot der Errichtung, Verlaßcninp, Erweiterung und den Erwerb von Mineralölvertriebsein richtungen vom 12. Juli 1942 Dritte Bekanntmachung über die Erhebung von Steueru durch die Gemeinden (Gemeindeverbände) im Rechnungsjahr 1942 vom 14. Juli 1D42 Bekanntmachung über die Entgeltsätze bei Fulirlelstungcn mit Kraftfahrzeugen im Güternahverkehr in der Untersteiermark vom 1- Juli 1942 Bekanntmachung über die Amtstage und Anitsstunden der Eichämter und Faßeichstellen in der Untersteiermark voni 17. Juni 1942. Einielpreis 10 Rpl. ErhMItlioh baln Scbaltar dar Nartorfer Verfags- if. Druckwh Ges. m. b. ff. Narftarf/Oraii* Sadfassa 6 bei den Geschäftsstellen der »Marb'urger Zeltunz« IN CILLI, Marktplatz 12 (Fernruf 7) IN PETTAU, Ungartorgasse, Herr Georg Pichler und bei den sonstigen Verkaufsstellen. bezugilMtia: Monatlich RM 1.25 (steta im voraus zahlbar). Btzugsbeitallungen werden bei den Ueschäftsstellen der »Marburger Zeltuni« und im Verlag. Marburg-Drau, Bad-gasae 6, angenommen. Unser lieber Rafael Salmltsch hat uns am 24. Juli 1942 für immer verlassen. Das Andenken an unseren geliebten Sohn, Bruder und Gatten wird in unseren Herzen ewig weiterleben. Belgrad, Cilli, den 29. Juli 1942. 7394 In tiefer Trauer: Faniiiien Salmltsch und Kodeila.