Mbacher Mmg. Nr. 181. Pränumerationeprei«: Im «omploir ganzj. fl. 11, halbi. fi. l> 50. Nür die Zustellung in« Hau« halbl. 5U lr. Mit der Post zanzi, fi. 15, halbj, 7 5«, Freitag, 8. August. 3ns«lti°n«gebüi: F«l Nelne Insnal« bl« ,n 4 Zellen L5 tr.. «rohere pn Zeil« K lr.; be< öftnen Wiederholungen pcr Zeile 3 lr. 1879. Amtlicher Theil. An Ke. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst,, Entschließung vom 2<1. Juli d. I. den Professor an der Bergschule in Klagcllfurt Hauns Hoser zum ordentlichen Professor der Bergbau- und -"cartscheldetllnde an der t. k. Bergakademie in Piibrnin "Uergnadlgst zu ernennen geruht.' ^ ____________ Mannsfeld m. p. Mchtaültlicher TIM Der neue Polentlub. Ueber die Parteigruppicrung im neucu Polcu -!!. ^ '^^ "b" die „Verstäudiguuq der Polen mit den Eichen" w.rd der Warschauer „Gazeta Polsla" 9pn,s. ""e'n polnischen Reichsrathsabgeorductei, aus ^b'g l,esch^,ben: „Es ist viel über das Partei-2. ll ^'"c ""'"' Polcnklub geschrieben worden. buchen meistens auf wM V^^/^!!'"1?U'" ""d entbehren auch gröhteu-da r ^s ^ '^''' Bestandes. Gestatten Sic mir Bild des neuen Pol ess. w ' "^ wahrheltsgctreues servative Partei, die ^,.?" """"fen. Die con« nnmsterieü gchlnt si s) bn gesagt, vor allem gnt pacte Masse von H Stimmt ^entlub eine com-emzig ausschlaqaebende ! ^""' '"^e als die zerfällt m zwei SMt ierüun '"^^ ^. Diese Partei dolische ssra t on un?. <^' ^"' ""^ Mar i,l di^ po-w die so?enann e ^ ^ ^'^ ^'' ^"^M's und Hurt Georg Czarturyski ist. Die Fortschrittspartei Mt unter den polnischen Abgeordneten blos sieben ganger. Diese sind: Haustier, Dr. Wolski. Spla-wmstl, Dr. Nikolaus Krzysztofowicz, Skrzyusli, Josef KrzyKzwfowlcz und Dr. Madejcki. Die Föderalisten ve chen sechs Stimmen. Die Partei besteht alls den Abgeordneten: Fürst Georg Ezartoryski, Dr. Julian Aarkawskl, Dr.Kaminsli, Fedorowicz, S. Skarczewsti. Ar. Towarnukt und Kielanowski. Die Abgeordneten ^raf ^ohann Krasicki, Dr. Weigel, Dr. Rappaport. zu u^U ^ ^erkawski sind vorläufig keiner Partei Die Polnische Fortschrittspartei ist gegen eine 3^""di.gung mit den Czechen. Daß dies k 3^ °k "'"^ ^^ Vehanptung ist. dafür spricht "«Mich der Umstand, daß der Abgeordnete Hansner bisher die beiden ihm verliehenen Mandate beibchält und eher das Drohobyezer Mandat niederlegen werde, um in Lemberg, wo die Wahl des Föderalisten Dr. Smolka gesichert wäre, eben die Wahl eines Föderalisten auf diese Weise zu vereiteln. Die Krakauer Partei legt sich wieder in allein, v.as die Verständigung der Polen mit den Czechcu anbrtrisfl, vorläufig die größte Reserve auf, uud dies hauptsächlich aus dem Gruude, um „der Regierung die Action nicht zn erschweren", was wol ihrer ministeriellen Gesinnung einen unzweideutigen Ausdruck verleiht. Auch die podolifchc Fraction nimmt il, dieser Frage eine zuwartende Stellung ein. All' dem gegenüber töuncn nun die Föderalisten des Polenklubs, welche eine Miniaturfraction vorstellen, ohne von der Majorität des Polcnllubs desavouiert zu werdeu, die Imitative in der Anbahnnng einer Verständiguug mit den Czcchcn nicht ergreife,,. Deshalb besitzen bis zur Stunde all' die fulminanten Artikel der Lcmberger Blätter, welche eine polnisch-czechifche Allianz ans der Erde stampfen, blos einen theoretischen Werth. Mit einem Worte, es ist znr Anbahnung einer Verständigung mit den Ezechcn in der Wirklichkeit auch nicht ein Schritt gethan worden." Revision der bühmijchcu Landtags Wahlordnung. Der böhmische Landtag wird sich in seiner bevorstehenden Session mit der Revision der Wahlordnung beschäftiget,, und zwar ist die Initiative hiezn von der verfassungstrcncn Majorität des Landes-ausschusscs ausgegangen, um den m dieser Richtung schon in der vorigen Session gefaßten Beschluß des Landtages auszuführen und diesem Hauptpostulat der czechischcu Partcimänner entgegenzukommen. Allerdings ist es zweifelhaft, ob der Landlag in der vor dem Zusammcutritt des neuen Rcichsrathes stattfindenden Session Zeit genug haben wird, cme so schwierige ulld umfasscuoe Aufgabe, wk- cl, die Wahlreform sem wird, vollständig zu erledigen, wenn die Vorarbeiten hicfür auch noch so forgfälttg und gründlich getro en werden. Es wird der „Presse" hierüber aus Prag geschrieben: „Das vom Landesausfchuß an dle Regierungsbehörden gelangte Ansuchen, alle statistischen Daten, d,e auf die Wahlordnung Bezug haben, zu erheben und dem Landesausschuß zu übermitteln, ?st glclch vom Anbeginn von der Statthalterei sehr ernst aufgefaßt worden, und es wurde zur Beschleuuigung der Arbeiten alles, was an Hilfskräften bei der obersten Behörde des Landes zur Disposition steht, in Thätigkeit gesetzt Bis zum 15. August hofft mall mit den gewissenhaft und umstäudlich gepflogene,, Erhebungen Ulld Zusammenstellungen fertlg zu seiu und die Elaborate an den Landcsansschuß abliefern zu können, woselbst, parallel mit den Arbeiten in der Statthalterei, gleichfalls statistische Ermittlungen vorgenommen wer- den, um dem Entwürfe zur Revision der Wahlordnung, mit dessen Ausarbeitung Herr Dr. Schmeykal betraut worden ist, mit zur Basis zu dienen. Herrn Dr. Schmey-lals letzte Arbeiten wareu ausschließlich diesem Gegenstande gewidmet, und seitens der deutschböhmischen Vcrfassuugsparln wird die Erledigung dieses Gegenstandes die entsprechende Antwort auf die Ausgleichs-Pnnctalioncn des staatsrechtlichen Klubs bilocu. Im Zusammenhange mit der Revision der Landtags-Wahl-ordnung steht anch die Errichtung von statistischen Bureaux in den Aemtern des Landesausschusses, deren bisherige, Maugel sich bei der gegenwärtigen Mühseligkeit statistischer Erhrbnngen uud bei der Unzulänglichkeit der vorhandenen Behelfe fchwer genug fühlbar machte. ________________________ Zcitungsschau. Der dicsertage publicicrte Ausweis über die Steuercin gange wahrend des ersten Halbjahres 1879 wird von den Wiener Blättern zumeist als ein günstiges Symptom für das Wiedererwachen wirth-fchaftlicher Thätigkeit mit Befriedigung begrüßt. Das „Frcmdenblatt" nennt die Znncchme drr indirekten Stcueru eine „geradezu überraschende". Das Blatt meint wol, daß bei denselben auch wol die im vorigen Jahre anläßlich des nenen Ausgleiches mit Ungarn in Kraft getretenen Zollechöhungcn uud Steuerreformen ihre Wlrlung äußeru, coustaUert jedoch zugleich, daß diese letzteren gleichfalls von den faclischen Ergebnissen gegenüber den Anjätzeu übertroffen werden. — Dos „Extrablatt" erklärt, das Erfreulichste au dem Wachsthum der Staalseinuahmeu um K-li Millionen fei, bah an demselben die indirekten Steuern mit vollen fünf Sechsteln participieren. Das Blatt erwartet vom Grafen Taaffc vorzugsweise vollöwirthjchasllichc Thätigkeit. Wem, es dem Minister gelmgc, dle in dem Ausweife liegenden Keime der Besserung zur Blüte zu brmgen, werde er sich deu Daut der Völker Oesterreichs verdienen. Die „Neue freie Presse" schreibt über dsn „ungarisch.kroatischen" Ausgleich: „Im ganzen genommen macht das kroatische Nuntium den Eindruck, als ob die Kroaten den Ungarn ihre Taktik in den zwischen den beiden Rcichshälften geführten Ausgleichs-Verhandlungcu abgeguckt hätten und willens wären, dieselbe der ungarischen Deputation gegenüber zur An» wcnouug zu bringen. Darum stellen die Kroaten eine lange Serie von Forderungen auf, finanzielle und politische Fordcruugen in bunter Abwechslung, in der Erwartung, daß es ihnen im uugünstigeu Falle vielleicht gcliugen töuutc, eiucu ThcÜ ihrer finanziellen Fordcruugeu durchzusetzen, daß aber eine günstige politische Constellation manchen ihrer stillen Wünsche verwirklichen tonnte. Die Ungarn haben auf alles das Jeuilleton. Des Schraubendampfers fünfzigster Geburtstag. (Schluß.) Alle diese Leiden des Erfinders hat nun der Eine ^ag der 5. August 1820. gutgemacht. Wie schießt U '^'""l"" trotz ihrer winzigen Maschine von sechs Mrdekraft fu pfeilschnell und sicher dahin! Wie jubeln o e vierzig Gäste an Bord. darunter der Assecnranz-oeamte Brück, der spätere Miuister. Nur der Geldgeber ^ttaviu Fontaua ist uuzufriedcu und grübelt, wie er M vM dem ganzen Unternehmen zurückziehen könnte. Htzt, wo es qelnngen ist? Ja wol. Der Eugläudcr ^7ssn" hat sich nämlich auf den Wortlaut seines uuM)ließl,chcu Privilegiums gesteift, wonach ihm allein V..^? ""^^ Dampfschiffahrt zwischen Trieft nud ^ ' °'g^us ehe. F^lich hatte Resscl an dem Hof-,,,"zler Grafen Sanran. der über Morgans Hofrccnrs U. 'chinom hatte, einen Gönner gchmdcn. Der Graf Uo7a«n^> die Erlänternng Nessels einzugehen, daß ^« .an^ vor Jahren ertheiltes Privilegium nur den st? bekcmnten Raddampfer (Sistem Fulton) ver-K^ l ^ ^cr deu ueueu, eben erst erfundenen N. s 5"oaluvs>r (Sistcm Rcssel) umfassen könne. ,, ^' der Graf verordnet, es müsse die Dampf, 6? V."l "".5 Baron Aaldacci's Hammergelvcrkschaft ^^an n« Steiermark bestellt werden, „damit die ^«cue ganz inländisch sei." Dagegen hatte sich Nessel mit Hand und Fuß gesträubt, weil der Maschinenbau in Oesterreich damals noch ganz uuzuverlässig war uud die voraussichtliche Uubrauchbarkeit der Maschine auch auf feine Erfinduug ausgedchut werden könnte. Nur die Drohung Fontana's mit feinem Rücktritt bewog Rcffel, von der Anschaffung der Dampfmaschine in Ena-and abzustehen. Und jetzt hatte sich die um so bedenk» lchen Preis erworbene Guust des Hoftanzlers geäußert; cluc Entscheldnng über Morgans Recurs war cbei! hcrabgelcmgt. Salomonisch lantete sie: Da Morgan aus die regelmäßige Dampfschiffahrt zwischen Trieft nnd Venedig bereits privilegiert sei, so dürfe Reffcls Schraubcndampfer anf dieser Linie nur unregelmäßig fahren. Zwar ein gewandter Advokat konnte diese Entscheidung dahin deuten, daß Rcssel also immer das Gegentheil Murgans thun müsse, und da nun Morgan wegen mangeluoen Zuspruchs selber immer unregelmäßig fuhr, so müsse Rrsscl rcgcluiäftig fahren. Aber Fontana sah sich um die einträglichste Strecke gebracht nnd wollte von der Sache nichts mehr wissen! O, diese Protcctoren! Gott bewahre uns vor uusercn Freunden. Um diese niedrige Komik der Menschen kümmert stch dle „Eivetta" nicht uud schießt so pfcilschuell uud sicher dahin, daß dem Erfinder das Herz im Leibe lacht. Dieses Hammergewcrk St. Stefan ist doch besser als sein Ruf, und d,'e Dampfmafchine arbeitet ganz tüchtig. Wie wird der Agent Bauer sich über den Er-fulss. f'eucn, dein Ressel lurz zuvor Zeichnungen und Beschreibungen für England und Frankreich mitgegeben hatte, so daß danach die dortigen Mechaniker leicht die Schraube anfertigen können. Mit der Ucbersetzung der Iustrucliou ins Französische war es gut gegangen, nur mit dem Englischen halte es gehapert, da es damals ein Ingenieur-Wörterbuch in den drei Sprachen noch nicht gab. Auf die heutige gelungene Probefahrt hinweisend, taun Bailer in Frankreich uud England für die zu lösenden Patente die höchsten Preise fordern. Schneller und schneller fchicßt die „Eivetta" dahin — aber ueiu, plötzlich steht sic mauerstill. Was ist geschehen? O, dieser Graf Saurau mit feiner Protection! Um seiuem Landsmaun Äaldacci auch cm Geschäft znlommcn zu laffcn, hatte er auf Anfertigung der Dampfmaschine iu Steiermark gedrungen, und jetzt fiiugu'vte diese Dampfmaschine nicht mehr, denn eine Röhrc war abqeschmolzen. Sogleich erklärte Fontana die Sache für ^mißlungen. Volpi, der anwesende Direktor der nautischen Schule in Trieft, erklärte im Gegentheile die Sache für gelungen, da nicht an der Schraube, sondern nur an der Dampfmafchu,e ocr Schade eingetreten sei und er sich üdngens ln lurze-ster Frist ausbessern lassc. Ebenso m.ßerte st« Auck. Die E,f ndmm Rcsstls ist von mMiMrer Wichtigkeit; d r oße Vorzug des dem Raodamvfer 'st dadurch außcr Zwe.fel gestellt, u der a " ""«lückl.che Erfinder wird se.nerzett ehrenv Ic Ai.crlcn>"l"g finden Spater erklärte auch der Direktor von St. Stefan, daß Fontana nur emm Vorwand gesucht habe; dic liche Kupferschmied, der em Dampflcüuugsrohr stlltt 1554 vorläufig keine andere Antwort, als: „Keine Mehrbelastung !" Die «Presse" fühtt aus. die Thatsache der Durchführung des Berliner Vertrages erzwinge ein Vertrauensvotum für die europäische Diplomatie und spreche für den Werth europäischen Zusammenwirkens, wo es sich um die Erhaltung des allgemeinen Friedens handelt. Das geflügelte Wort: „Es gibt kein Europa mehr", hat seine Widerlegung erhalten. Europa hat sich wiedergefunden. Die Tuilerien. Dem alten Königsschlosse in Paris, den Tuile« rien, ist von der Deputiertenkammer jüngst das Todesurtheil gesprochen worden. Es betrifft dieses Urtheil zwar nicht die Tuilerien in ihrem ehemaligen Glänze, denn im Jahre 1871 wurden dieselben von den van-dalischen Communisten mittelst Petroleums in Brand gesteckt, der sie fast gänzlich zerstörte, so daß seit acht Jahren an ihrer Stätte wehmüthig stimmende Ruinen dem Beschauer entgegenstarren; aber bisher wurde doch noch ziemlich allgemein in der französischen Haupt« stadt angenommen, daß der Wiederaufbau des Palastes, des Monuments mehrerer Jahrhunderte, nur eine Frage der Zeit sei. Zu dieser Voraussetzung hat sich nun die republikanische Mehrheit der Deputierten -kammer in Oftposition gesetzt. Der Deputierte Proust hatte den Antrag eingebracht, daß die Ruinen der Tuilerien niedergerissen und an der Stelle des alten Königspalais, so wie in dem vor demselben liegenden Hofe ein Garten angelegt werde; der bezügliche Kümmerausschuß trat diesem Antrage fast einstimmig dei, und am 29. v. M. genehmigte denselben die Kammer mit 277 gegen 154 Stimmen. Man hat sich auf republikanischer Seite sorgsam gehütet, das politische Moment bei dieser Angelegenheit ins Spiel zu bringen. Und doch war dasselbe für die Republikaner gewiß das maßgebendste. Das zeigt sich recht deutlich in den Auslassungen der republikanischen Blatter über den Beschluß des Senats, daß der von der Deputiertenkammer auf gänzliche Niederlegung der Tuilerien genehmigte Antrag von einem besonderen Ausschusse zu prüfen sei, weil keine politische, sondern eine künstlerische Frage vorliege, und daß der Senat erst dann über die Dringlichkeit dieser Angelegenheit entscheiden möqe, wenn der Ausschuhbcricht vorliege. Dieser Beschluß des Senats hat namentlich die „Rep. fraiMise" bewogen, Farbe zu bekennen, denn dieses republikanische Hauptorgan schreibt: „Die Monarchisten, die Pilger von Frohsdorf, haben die Lösung, so lange sie konnten, und zwar in der stets getäuschten Hoffnung, daß sie einen König zu restaurieren haben würden. Dieser König aber brauchte ein Schloß und man war sehr froh, daß das Palais, welches man ihm baute, wenigstens aus seiner Lage das Recht herleiten könnte, den traditionellen Namen Tuilerien zu tragen. Wir wissen wol, daß die Royalisten die Kunst besitzen, nicht zu verzweifeln. Sie erheben denn auch großen Lärm, in dem. sie die Kammer des Vandalismus be-schuldigen und behaupten, daß dieselbe ein Monument zerstören will. Es handelt sich aber durchaus nicht um die Zerstörung desselben; letztere ist vielmehr bereitö geschehen. Wenn das Monument existierte, so bestände keine Frage, jetzt aber handelt es sich darum, ob der Staat genügenden Grund hat, eine ziemlich runde Zahl von Millionen auszugeben, um ein Gebäude zu errichten, für welches noch niemand eine vernünftige Bestimmung anzugeben vermocht hat. Nicht weniger nachdrücklich wird das politische Moment in dieser Angelegenheit in einem Pariser Briefe der „Köln. Ztg." betont, indem darin gesagt wird: „Die Tuilerien hatten allerdings ihren Zweck erfüllt. Unter Napoleon waren sie der Mittelpunkt der imperialistischen Parteigänger; nach ihrer Zerstörung dienten sie noch acht Jahre der Reaction, indem ihre zum Himmel auftrauernden Trümmer das Volk vor der Republik und den von derselben beschützten Petroleurs warnen sollten. Aber das Volk ließ sich durch dieses Schreckbild nicht täuschen; es kam zur Ausstellung im vorigen Jahre und übersah fast den Trümmerhaufen über dem prächtigen Bau auf dem Trocadero. Die Abdankung Mac Mahons bildete das zweite Grabgeläute für die Tuilerien. Man hätte sie zwar wieder aufbauen können, ohne daß die dadurch verursachten Kosten das Budget sonderlich beschwert hätten. Aber für wen? Soll man einer kommenden Dynastie vielleicht die Wohnstätte bereit halten? Die Negierung der Republik haust in dem Elysee, in den Ministerien, im Palais Bourbon, im Luxembourg; die Tuilerien, deren Name die königliche und kaiserliche Vergangenheit heraufbefchwört, paffen nicht in den Rahmen der republikanischen Staatsgebäude." Ob aber der Untergang der Tuilerien wirklich schon unabänderlich ist, muß doch im Hinblick auf den Vertagungsbeschluß des Senats noch in Frage gestellt bleiben. Die Senatsoppositiun hat Zeit gewonnen, und es könnte immerhin geschehen, daß die Tuilerien-Ruinen nicht beiseitigt, sondern als Eompromißobjekt benützt werden, um für die Nachgiebigkeit des Senats in irgend einer anderen Angelegenheit eingetauscht zu werden. Jedenfalls gelangt das von der Deputierten-kammer stillschweigend zur Feier der Iulirevolutiun von 1830 und gerade am Jahrestage der damaligen Erstürmung der Tuilerien über dieses Palais verhängte Todesurtheil heuer nicht mehr zur Ausführung. In Bezug auf die Geschichte der Tuilerien theilt die „Prager Ztg." die nachstehenden bcmerkeuswerthe-sten Daten mit: Die Tuilerien haben ihren Namen daher, daß auf dem Platze, auf welchem sie errichtet worden, einst Ziegelbrennereien (tuiloiio«) sich befanden. Auf diesem Platze ließ Katharina von Medici ein Schloß erbauen, das unter Heinrich IV. wesentlich vergrößert wurde, indem an der Ecke auf der Wasserseite der Pavillon de Aore angesetzt und dieser vermittelst einer längs der Seme hinlaufenden Galleric mit dem Louvre verbunden wurde. Unter Ludwig XIV. wurden die älteren Theile des Schlosses erhöht, die Kuppel des mittleren Hauptpavillons mein viereckiges Dach umgestaltet und auf der Stadtseite der Eckpavillon de Marsan hinzugefügt, an welche Napoleon I. eine Gallerie anlehnen ließ, die auf dieser Seite die Tuilerien mit dem Louvre vereinigen sollte, was aber erst unter Napoleon III. zu stände kam. Die Tuilerien waren nur vorübergehend königliche Residenz, bis Ludwig XIV. sich durch die Ottoberereignisse zu Versailles im Jahre 178i) genöthigt sah, seine Residenz nach Paris zu verlegen. Am 10. August 1792 wurden die Tuilenen von den Republikanern angegriffen, was die Flucht der könig-lichen Familie in die Nationalversammlung und den Sturz des Thrones zur Folge hatte. Im Jahre 1793 hatte der Nationalconvent in den Tuilerien seinen Sitz aufgeschlagen. Napoleon bewohnte die Tuilerien als erstcr Konsul und als Kaiser, und nach der Restauration waren die Tuilerien die Hauptresidenz deö Königs und der königlichen Familie. Am 29. Juli 1830 wurden die Tuilerien, wie schon oben erwähnt, abermals vom Volke gestürmt, und am 24. Februar 1848 wurde auch König Louis Philipp aus denselben von der in das Palais eingedrungenen Menge, die darin große Verwüstungen anrichtete, vertrieben. Ein Dekret der provisorischen Regierung vom 26. Februar 1848 verordnete, daß die Tuilerien fortan ein bürgerliches Invalidenhaus sein sollten, dieses Dekret gelangte aber nicht zum Vollzug. Napoleon III. residierte in den Tuilerien, bis er in den für ihn unglücklichen Krieg von 1870 auszog. Und in den blutigen Mai< tagen des Jahres 187! steckten die wüthenden Communards, als die französischen Truppen unaufhaltsam in Paris vordrangen, die Tuilerien m Brand, der nur die Ruinen übrig ließ, deren Beseitigung die nun in Frankreich herrschende republikanische Partei jüngst dekretiert hat. ^ Die Engländer auf Cypern. Aus der Thatsache, daß es auf der Insel Cy-pern nach einjähriger englischer Herrschaft förmlich zur Gepflogenheit der Einwohner geworden ist, sich mit allen Klagen über gekränkte Rechte über den Kopf der Lotalbehörden hinweg direkt an das englische Unterhaus und sogar an Lord Salisbury zu wenden, kann ungefähr ein Schluß auf die wenig erbauliche» Verhältnisse gezogen werden, die auf der Insel nach wie vor herrschen. Man schreibt diesbezüglich der „Pol. Korr." aus Larnaka, 2»;. v. M.: „Die englisch - türkische Convention vom Jahre 1878 besagt ausdrücklich, daß England während der Occupationsdauer das uneingeschränkte Gesetzgebungs-recht eingeräumt wird. Man erwartete demnach, daß diese Macht sich beeilen werde, mit den alten, unzeitgemäßen, mitunter drückenden türkischen Gesetzen aufzuräumen und an deren Stelle eine dem moderne« Geiste entsprechende Gesetzgebung einzuführen. I" diesen Erwartnngen sieht man sich bisher getäuscht-Die gegenwärtig bestehenden Gesetze sind ein Gemisch von dem Cheri, dem Nizam und der englischen Legislation entnommenen Bestimmungen, die an Klarheit vieles zu wünschen übrig lassen. Daher kommt es, daß der eingesetzte oberste Gerichtshof als ApPk/l" instanz mit Arbeiten überhäuft ist. An der Vpitze dieses Gerichtshofes steht ein englischer Richter, und von dieser einzigen Persönlichkeit wird in letzter Instanz Recht gesprochen. Auch die Stenern und Abgaben sind ohne rationelle Basis, man könnte beinahe sagen, ganz will» kürlich bemessen, und deren enorme Höhe steht .in keinem Verhältnisse zur Leistungsfähigkeit der Einwohner. Die Konsulcn Verhältnisse sind noch gar '"cht geregelt; denn sonst könnte es nicht geschehe», daß dle einfache Frage, ob der französische Kunjul von rechts' wegen als Beisitzer bei allen französische Unterthanen betreffenden Prozessen zu fungieren habc, den Kabinetten von Paris und London zur Entscheidung vorgelegt werden mußte. Die Zollgesetzc sind schon gar unerträglich und scheinen rein auf Lähmung des Handels berechnet zu sein. Man glaubte anfänglich, daß noch Verhandlungen zwischen England und der Türkei inbrtreff mehrerer Conventionspunktc in der Schwebe feien, und daß nach dem Abschlüsse dieser Verhandlungen zu den längst ersehnten Reformen ungesäumt geschritten werden wird. Vor einigen Wochen begab sich unser Generalgouverneur Colonel Aiddulph im Auftrage der englischen Regierung in Spczialmission nach ztonstanti-nopel, und eben an seine Rückkehr knüpften sich weit' gehende Hoffnungen, deren Erfüllung aber noch heule auf sich warten läßt. hart, vorschriftswidrig weich gelöthet hatte, wodurch es bei zunehmender Erhitzung habe schmelzen müssen. Der Pvlizeidirettor aber gab Fontana Recht und verbot wegen Lebensgefährlichkeit die weiteren fahrten. In der Ueberzeugung von der Trefflichkeit seiner Erfindung klagte Ressel den contractbrüchigen Fontana auf Zuhaltung des Vertrages. Er verlor sogar seinen Prozeß in erster Instanz und siegte erst in zweiter. Während aber das Urtheil der obersten Iustizstellc in Wlcn ausstand, starb Fontana; Nessels ominöser Pro« tektor, Graf Saurau, ging als Gesandter nach Florenz, und das Privilegium wurde wegen unterlassener, richtiger: von der Polizei verbotener Ausübung für erloschen erklärt. So verglich sich Ressel 1834 mit Fontana's Erben; der Schiffskörper der „Civetta" vermoderte zu altem Holze, Maschine und Schraube wurden altes Eisen. Ressel schrieb später darüber an Erzherzog Max: So tragisch endete in ihrem Vaterlande 1834 die nämliche Schraube, welche jetzt nicht nur auf fremdem Boden, sondern auch in der k. k. Kriegsmarine großartig aufwächst. Der Erfinder und das Vaterland haben keine Ehre davon, und die Geschichte ist belogen." Also hat der Schraubendampfer doch den 5. August 1829 bei seiner ersten Probe schmählich Fiasco gemacht? Ja wol, wie Moliüre's „Misantroph" und „Geiziger", die auch bei der ersten Probe durchfielen, unl unsterblich zu bleiben. Aber was that der Agent Bauer m England? Ressel hörte nie etwas von ihm. Der Verkehr der Länder und Völker war damals äußerst schwierig. Eisenbahnen und Telegrafen gab es noch nicht. Fremde Zeitungen gelangten nicht nach Oesterreich, und Briefe gingen verloren. Aber 1840 lief ganz Trieft wieder zusammen, um ein Schiff unter englischer Flagge zu bewundern. Der rauchende Schlot und der Nicht-gebrauch des Segelwerkes kennzeichnen es als Dampfer, doch Schaufelräder und Radkasten fehlen gänzlich. Kurz, es ist genau dieselbe Form, mit der Ressel vor elf Jahren seine erste Probefahrt vor den Augen Tnests gemacht hatte. Ein gewisser Smith galt für den Erfinder, doch wurde dies selbst in England heftig bestritten. Nach Bourne's Werk über die Propellerschraube hatte nämlich der englische Kaufmann Cum-merow im Juli 1829 ein Patent auf eine Schraube qenommen, „die ihm von einem im Auslande wohnenden Fremden mitgetheilt worden war". Bourne bewundert die Trefflichkeit der Zeichnungen und bedauert die schlechtgebrauchten Worte nnd unverständlichen Sätze der beigegebenm Erklärung. Ihm ist es gewiß, daß der Erfinder ein Fremder sei, der mit der englischen Sprache wenig vertraut war. Uns aber ist es klar, daß Euminerows I'^lüi^llor rcäiäili^ udruii.ä und Bournes 1nv6ntm- imperteclly u.(Mii.iiN(i(1 wild Ln^Iisk niemand anderer, als unser Ressel sein könne. Die Perle, die Oesterreich weggeworfen, hatte der englische Geist aufgelesen uno in sein Diadem einzufügen für würdig gefunden. Wie Ressel vom Unglück, so war Smith beständig vom Glücke verfolgt worden nach dem Satze: „Gib oeincm Sohne Glück und wirf ihn ins Meer". Er hatte einen Einblick in Cummerows Patent ge- wonnen, er fand an dem reichen Banquier Wright dett freigebigsten Unterstützcr; kaum ließ er die Schraube an einem Boote, glcich Ressel. von Menschenhand "l emem Teiche umdrehen, so bildete sich eine „8clS" cmnMtii'-cttmplM)'" mit großartigen Summen. M englischem Boden wird jede Quelle prachtvoll gefaßt! das damalige Oesterreich glich aber dem dürrsten Karst' boden. wo selbst der mächtigste Strom versiegen muß' Smith hat keine sonstige mechanische Leistung aui' zuweisen; bei Ressel bildet die Schraube nur Eine der zahllosen Erfindungen, die sein rastloser Geist geba^ Einige derselben, wie die pneumatische Rohrpost "" sein Dampfmühlensistnll, sind jetzt in allgemeiner A"' Wendung. Auch seine Idee. die Schraube gleichze^ als Ruder zu verwenden, kann jeden Augeublici " die Wirklichkeit treten. Angesichts des Clllmnerow'sche" Patentes von, Juli 1829 konnte Smith niemals A Erfinder des Schraubcndampfers gelten. so daß f" englische Admiralität 1852 einen Preis von zwanM^. tausend Pfund Sterling für den richtigen Erfinder d' Propellerschrmlbe ausschrieb. Ressel bewies seine U" uinstößlichen Prioritätsrechte Schwarz auf Weiß "^ schickte die Belege an die Admiralität. Aber er M 1857, bevor die Entscheidung eintraf. D>e P"!.'^ war an fünf Engländer vertheilt worden. Die 3uA stellung der Document«: konnte Ressels Familie "A erlangen, denn, wie der österreichische Generalklil!! aus London schrieb, sic scheinen verloren gegaugeu ü sein. Der Deutsche glich damals noch dem «r'" Mönche, der scinc frcmdcn Oberen um die Erlauv»' bat, sterben zu dürfen. 1555 Das hier erscheinende.'griechische Journal „Nion Kmon geht der Regierung besonders scharf zu Leibe und lst unermüdlich in Aufdeckung von Mißbrauchen ""d Willtürlichteitm feitens der Rcgierungsurgane. ^s lst nur zu bedauern, daß das Alatt etwas zu !^rl über die Schnur haut, Wahres mit Falschem uermengc und durch amtliche Berichtigungen an Ver-Nlluen im Publikum einbüßt. Es bewährt sich auch tnn- der Satz: Allzu scharf macht schartig. Die Wutm.cn Verhältnisse der Insel find heuer entschiedn besser, als im vorigen Jahr, da dieselbe von Mten Regcngüsseu verschont blieb, die zumeist Epi-oeuileil uu Gefolge haben. — Der bisherige Kom-mWr in Llmassol, Oberst Warren, wurde zum ersten Regleruugssekretär ernannt. Mgesneuigkeiten. — (Besteigung des Matterhorns.) Das wtatterhorn (13,900 Fuß) wurde in diesem Jahre die beiden ersten male dun zwei Ocstcrrcichcrn bestiege,,, und zwar am 29. Juli von Herrn R. u. Lcndcnfeld aus Gruz mit den Führern Santo Siurpacs ans Cortina und Taugwaldcr aus Zermatt, und am 31. Juli vun Herrn Dr. Bruno Wagner aus Wien mit den Führern Bernardo aus Campitello (Südtirol) und Peter Knnbcl aus Zermatt. Die Besteigung erforderte circa 25 Stunden (Auf- und Abstieg) und wird, da die Felsen noch nnt blankem Eise Überzügen Ware,,, als schwierig geschildert. Dns prächtige Weiter hat schon viele Reisende nach «ermatt geführt, und eben jetzt sind drei Expeditionen auf das Matterhorn im Zuge. an denen auch eine Dame, mau Dr. Tanscher alls Prcßburg. eine bekannte Touri-stln. sich bethciligt. «. „ " (Das Szegcdin-Fcst in Brüssel.) In ^"'!^ "urd,, wie schon telegrafisch gemeldet. Sonntag, v. . c. ' "" arußes Militärlouzert zum Besten der Uewschwemmten von Szegediu nnd der Opfer des Grubenunglückes von Frameries veranstaltet. Das Kon- '" ^^beu. und fchon erzählt T S ' vm F^"'' ^e die „Indep. belge" des Landes herbe «esttümt"' ^ °"s allen Winkeln die Bahnzng^ nen^Sch ,, v^'^k"!^^"^ "^"" weife die Stadt durchfeil Zs^Ä 7' ^" ^""""" nisvn hatten Befebl X? .5^ ^lftzicrc der Gar< einzusind ,nd^ bei dem Feste wmig da u dem l«"ä/nden Uniformen trugen nicht zu geben Di'^f« ^"? "" "^ belebtes Aussehen eaenü . ^ K^'^'r ^""' lich an den. Eingänge h er d7e köni. /^^^'" ""^gestellt und erwarteten a eiten gliche Fam.lie. u.n dieselbe zur Tribüne zu geleiten. Ihre Mae täten und lünigliche Hoheiten er-schlcncn Punkt 2 Uhr und wurden mit weithin schallen den Zurufen begrüßt. Eine Ehrengarde schritt ihnen Voran. Der König, die Königin und die Prinzessinnen nahmen auf der königlichen Tribüne Platz, nebcu welcher Soldaten verschiedener Waffengattungen rechts und links Spalier bildeten. Die übrigen Tribünen um den großen Halbkreis, in welchem das Konzert stattfand, waren dicht besetzt, die Hitze drückend. Die Militärkapellen der Garnison, dann die Zöglinge des Konservatoriums uud der Musikschule von Saint-Iossc-tcn-"oodc wirkten bei dem Konzerte mit, und als eine Fest-cantatc Lassens mit der Braban^onnc schloß, fielen die 'm Hintergründe des Parkes aufgestellten Kanonen uud "e Olockcn von Saint-Gudula mit ihren gewaltigen «Nmmen ein. Das Konzert dauerte zwei Stunden und Verlief in bester Ordnnug. -^ (Das Eisenbahnunglück bei Nancy.) "er „Temps" meldet über das bei Nancy stattgehabte und w.s ^"F "''s" erster Marineminister ist Nessel gewesen. Selbstverständlich hob ihn nur der Sturm von ^ auf den obersten Platz, als die in Vcncdia be-Nndliche größere Hälfte der Marine abfiel und er auf «gene Faust deu im Küstenland verbliebenen kleineren ^ejt in Sicherheit brachte. Durch seinen Prozeß mit Montana wegen eines „mißlungenen" Unternehmens war er als windiger Prujektenmacher uud Reformator °n seiner Äehörde in Mißkredit gerathen und zur Pen-Iwnierung bestimmt. Doch sein kühnes Benehmen von «v . ""etc ihn, so daß er bei der Reorganisation ^carlnc-Furstmtendant mit 800 fl. wurde, wozu gegeu ^noe seiner Tage eine Zulage von 200 fl. kam. So l« Me er bls zur Hefe das Leid des Erfinders, des ^ vlneilMs, der gefesselt wird, weil er den Menschen Me gebracht hat. s.is, ,?^ Dampfmaschine ist ein lästiger und ciu gc-M <" ^^"^ und wird noch einmal ersetzt werden, ""er die m der Tiefe des Propcllerbruuncus versenkte ^ s" ^^ "" "'"'so harmloses als unübertreffliches N'.^^U'lgsmittel. Wie die Dmmalzahlcn. wie die Buchstabenschrift, ist sie. einmal erfuudei,, ein unent-"llzuarer Besitz der Menschheit geworden. Oesterreich Sck.,'3 unverlierbaren Rnhm, daß zwei der größten ^Mungen des deutschen Geistes, daß das alte Hel« des M Nibelungen uud der moderne Beherrscher enstande" ^"' ^^^ubcndampfer, auf seinem Gebiete ^-sl'Pr.) ^f^ Koenigsberg. uns telegrafisch mitgetheilte Eisenbahnunglück folgendes:s Der aus 22 Wagen bestehende Separatzug lam iu Ncully an, wo sich die Verbindungslinie einer industriellen Unternehmung an die Bahn anschließt. Der Zug erreichte diesen Aufchluß. Der Wechsel war aber durch frevlcrische Hände verrückt und derart gestellt worden, daß der Zug, indem er die Hauptliuie verließ, in die Verbindungslinie hineingeschlcudert wurde. Der Zug erlitt einen furchtbaren Stuß, durch welchen die Waggons förmlich übcreinandcrgcstürzt wurden nnd die Maschine entgleiste. Man zählt fünf Todte, drei tiidtlich. acht Schwer- und zwanzig Leichtverwundete. Unverzügliche Hilfe kam durch einen Arzt, der sich auf dem Zuge befand. Außerdem requirierte die Bahnunternehmung telegrafisch fünf Aerzte aus der Umgebung. Dieses Unglück ist um so bedauerlicher, als der Dienst auf dieser Linie, trotzdem für den Verkehr während des Festes zwanzig Züge organisiert worden waren und zahlreiche andere Züge für den gewöhnlichen internationalen Bedarf verkehrten, mit der größten Präcision besorgt wurde, und zwar durch die vorzüglichen Dispositionen, die von dem Generaldirektor Herrn v. Durbach getroffen wurden waren. — (Das Theater we sen in Frankreich) Den, französischen Kunstminister liegt jetzt der Nachweis über die Einnahmen der 32 großen und kleinen Pariser Bühnen während der Ausstellung des Jahres 1878 vor. Das Facit stellt sich für dieses Ausstcllnngs-, also Aus nahmsjahr überaus günstig, iudcm die Mehreinnahme der Pariser Theater sich aus fast zehn Millionen belauft, im ganzen also auf circa 30 Millionen Francs. Das „^.lmulül'c; «iHl.i«t,iliUtt (W lu. 1<'rauco" veröffentlicht auch detaillierte Berichte über alle Theater, Cufcs-Konzerte uud musikalische» Vereine iu ganz Frankreich. Außerhalb Paris gibt es 7 Opern, 57 dramcitischc und 90 gemischte Theater. Diese 102 Bühnen zählten im Jahre 187« 3005 Schauspieler und Schauspielerinnen, 2108 Musiker. Cafes-Konzerte gibt es in den Departements 97 mit 596 Musikern und 695 Künstlern und Künstlerinnen. An Instrumental-Konzcrtgcsellschaften zählt Frankreich 2434 uud an Choralgefellschastcu oder Gesangvereinen 603. Die Mitglicdcrzahl beider, der Instrumental' und der Ehoralvcreinc, beträgt zur Zeit grgcu 90,000. Was die 32 Pariser Theater anbetrifft, so haben dieselben ein Personal von 3290 Schauspielern uud Schauspielerinnen, Sängern und Sängerinnen, natürlich mit Einschlnß der Chöre und von 594 Musilern in den Orchestern. — (Vor 100 Jahren!) Im Jahre 177!), also genau vor huudert Jahren, wurde im englischen Parlamente folgende „Gesetzvorlage" eingebracht: „Alle Weibsleute, ohne Unterschied dcS Alters, Ranges oder Standes, gleichviel ob Jungfrauen oder Witwen, welche vor oder nach. dem Erlaß diefcr Acte irgend einen der männlichen Unterthanen Sr. Majestät in verrätherischcr oder bctrügerifcher Weise durch Schminken, Salben, Schönhcitswasscr, künstliche Zähne, falsche Haare, spanische Wolle, Corsctts. Rcifröcke, Hackenfchuhe und gepolsterte Hüften zur Eingehung einer Heirat verlocke, „lachen sich der Strafen fchuldig. die das Gesetz über Vergehen und Zauberei verhängt hat, und soll eine solche Heirat nach Ueberführung des betreffenden Frauenzimmers für uull und nichtig erklärt werden." fokales. — (Hoftrauer.) Auf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Ihre königliche Hoheit Maria del Pilar Acrengucla Isabella Franziska dc Assist Christina Sebastiana Gabriela Franzisla Carracciolo Saturnina, Infantin von Spanien, die Huftrauer von Freitag den 8. d. M. an durch acht Tage, ohne Abwechslung, bis einschließlich 15. August getragen. — (Uebcrsetzung.) Der hiesige Brigadier Herr Generalmajor Ritter v. Iocilson wurde mit dem Kommando der XV111. Infanterie - Truppendivision in Mo-star betraut und dürfte schon im Laufe der nächsten Woche an feinen neuen Posten abgehen. — (Truppcndurchmarsch) Gester» traf die erste Escadron des Dragonerrcgiments Nikolaus 1. Kaiser vou Ruhland Nr. 5. bestehend aus fünf Offizieren, 128 Mann und ebenso viel Pferden, unter dem Kommnudo des Herrn Rittmeisters Steinbrecher, von Sccbach über Manusburg kommend, iu Laibach ein und rückt heute von hier zur Truppenconccntrierung nach Adelsberg ab. ^ (Furtschritte der Grn ndsteuer - Re- gc lungs arbeiten.) Im Monate Juli d. I. wurden im Rayon der k. l. Grundsteuer-Landeskommission für Krain folgende Einschähungsergebnisse erzielt, nnd zwar: ^ I n der Einschätzung der ötouumischcn Kulturcu: Im Äczirte Adelsberg 20 Gemeiudeu mit 33418 Parzellen. Tschernenlbl 6 „ „ 1i)5l!8 Guttschec 3 „ „ 15i)70 „ Rudolfswcrth 6 „ „ 14681 Laibach (Land) 8 „ , 8998 Krainburg 8 „ „ 4774 Gurkfeld 2 ., „ 1439 zusammen 53 Gemeinden mit 98848 Parzellen. L. In der definitiven Einschätzung des Waldlandes: Ini Vrzirlel, Loitsch 22 Gemeinden mit 43108 Joch. Radmannsdorf 10 „ „ 32108 „ Gottschee 19 „ „ 25421 „ Rudolfswerth 6 » „ 5555 „ Adelsberg 18^ „ 807 ^___ zusammen 75 Gemeinden mit 107059 Joch. Die definitive Einschätzung wurde bis Ende Juli 1879 beendigt: ^V. Bezüglich der ökonomischen Kulturen in den Bezirken: Radmannsdorf, Krainburg, Stein, Laibach (Laud). Loitsch, Littai, Gurkseld, Gotischer und Rndolfswrrth. K. Bezüglich des Waldlandes in den Bezirken: Radmannsdorf, Krainburg, Stein, Laibach (Land), Loitsch, Littai, Gurkfeld, Gottschce und Tscher-ucmbl. — (Casiuo - Soiree.) Gestern abends pro-ducicrte sich in der Veranda der Casinorestauratio» eine Gesellschaft italieuifcher Opernsänger. Dieselbe besteht ans einer Soprauistiu, einem Tenoristen, einem Baß Buffo und einem Pianisten. Die von ihnen theils im Salontlcidc, theils im Kostüme vorgetragenen, sust ausschließlich italienischen Opern entnommenen Arien und Szenen sandeil bei dem ziemlich zahlreich vertretenen Publikum lebhasten Beifall, und mußte über Verlangen > sust jeue Piece wiederholt werden. Die kleine, aber ganz Annehmbcnes leistende Gesellschaft veranstaltet heute abends inl Casino noch ein Konzert mit verändertem Programme. — (Aus dcm Schwurgcri chtssa al e.) Gestern fand vor dem hiesigen Schwurgerichtshofe die Straf-verhauolung gcgcu den des meuchlerifchcn Raubmord-Versuches an seinem Onkel, dem Herrn Pfarrer Bulthasar Bartol in Jauchen, angeklagten 23jährigen Knecht Io« hann Keizic statt. Derselbe wurde trotz consequcnten Leugueus vou dcu Gcschworueu mit II gegen 1 Stimme schuldig gesprochen und vom Gerichtshöfe zu zehn Jahren schweren Kerkers, verschärft durch einen Fasttag in jedem Monate und Dunkelarrest am 19. Jänner jeden Jahres, vcrnrlheilt. Die Verhandlung, über die wir unter der Rublil „Aus dem Schwurgerichtssaalr" des näheren berichten, dauerte von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 4 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends. — (Aus Veldes) wird uns berichtet, daß eine feste und dauerhafte Brücke über uic Rothwein erst im Laufe des nächsten Jahres gebaut wird; jedoch ist der Zugang zum Rothwrincr Wasscrfall schon jetzt durch einen bequem passierbaren Steg hergestellt. — (Freiwillige Feuerwehr.) Als unterstützende Mitglieder der Luibacher freiwilligen Feuerwehr haben den Jahresbeitrag pro 1879 geleistet die Herren: Dollhos. A. I Fischer, Alois Ruda uud Dr. Barthelmä Hupanec mit je 5 fl., Franz Faleschini und Frauz Slovsa mit je 2 fl. und Frau Ursula Klemencli „lit 5 st. — (Vergnügungszüge.) G, SchröcklS Reise-Bureau in Wien veranstaltet im August und im September d. I. Vergnügnngesahrtcn nach München und Zürich. Die Aufnahme der Passagiere geschieht auch iu allen Stationen der Süd- und Rudolfbah». Die Kurten» ausgäbe erfolgt am 11., 12. und 13. August, beziehungsweise am 3., 4. und 5. September, in allen erwähnten Stationen. Die Untcrnehmuug hat alle Anstalten zur bequemen und comfurtablcn Unterkunft der Reifenden getroffen und interessante Ausflüge aus ihr Programm gesetzt, eS können die herrlichsten Gegenden deS Salz-lammcrgutes und der Schweiz besucht werden. Die Fahrpreise vun Laibach viu FranzcnSsestc nach München uud retour betragen: II. Klasse 25 fl 93 kr.. M. Klasse 17 st. 48 kr., uud vou Laibach nach Zürich und retour 11. Klasse 41 st, 93 kr. und 111. Klasse 28 fl, 98 kr.; die Giltigteitsdaucr der Fahrkarten von Laibach nach München beträgt 18 und von Laibach nach Zürich 24 Tage. Die Vergnügungszügler können die interessanten Kunst« schätze in München, die dortige Kunstausstellung, den Starnbcrger See, Posscnhoscn. den Rigi, den Vierwaldstädter See, den Uetli. das Arrner Oberland und andere reizende Gegenden der Schweiz besichtigen. Jene aus Laibach. Villach und Klagenfurt können die Fahrt viil Franzensfestc-Kufstein bis München beliebig einzeln mit allen Pcrsouenzügcu am l 1., 12. oder 13. August, beziehungsweise 3.. 4. oder 5. September zurücklegen. Die Abfahrt von München erfolgt am 16. August (8ten September) um 8 Uhr 20 Min. früh. — (Weinbau-Kongreß,) Das llomite fiir den heuer in Wien stattfindenden zweiten österreichischen Weinbau-Congreh gibt belcmnt, daß sich der Vrtraalur eine Mitaliedtarte, welche gleichzeitig fre.eu E'"tMl m die Ansstellnng u-, gewährt, statutenmäßig auf ^ ,l. dstcrr. Währ, beläuft,___________________________ Aus dem Schwurgerichts/aale. Laib ach. 7. August. (Verbrechen des versuchten meuchlerischen ^ " Raubmordes.) Vorsitzender des Gerichtshofes: Oberlandesgerichts, rath Kapretz; Vutantcn: Landesgerichtsrath Tschech und Landesgerichtsadjunct Tomschitz; Vertreter der 155« Staatsbehörde: Ctaatsanwalts - Substitut Schetina; Vertheidiger: Dr. Munda. Auf der Anklagebank befindet sich der 23jährige Knecht Johann Kerze, welcher sich wegen Verbrechens des versuchten meuchlerischen Raubmordes zu verantworten hat. Der Gegenstand der Anklage ist kurz folgender : 'Am 19. Jänner 1879, abends gegen 7 Uhr, begab sich der Pfarrer in Jauchen im Gerichtsbezirke Stein, Balthasar Aartol, in sein im ersten Stockwerke des Pfarrhofes gelegenes Schlaf«, zugleich Kanzleizimmer, kniete beim Schreibtische nieder und verrichtete daselbst sein Breviergebet. Nachdem er etwa eine Stunde gebetet hatte, vernahm er Tritte in dem anstoßenden Sitzzimmer, ulld da er der Meinung war, sein Knecht bringe ihm. wie allabendlich, die Stiefel, so drehte er seinen Kopf gar nicht um, als hinter seinem Rücken die Thüre aufgemacht wurde. Plötzlich erhielt er von rückwärts einen Hieb auf das Haupt, als er sich hierauf umwendete und die rechte Hand zur Abwehr erhob, erhielt er fofort noch einen Schlag, der zuerst den Zeigefinger traf und sodann in das Seitenwandbein drang. Der Thäter wendete sich sogleich zur Flucht, da er merkte, daß der Pfarrer noch aufrecht stehe. Letzterer folgte ihm, in einer Hand die Petroleumlampe haltend, mit der zweiten die blutende Wunde bedeckend. Der Thäter eilte rasch über die Stiege, sodann durch eine Seitenthüre, deren Riegel er öffnete, auf den Hof und durch das dort angebrachte Thor ins Freie. Der Pfarrer begab sich nun in die Gesindestube, wo ihm seine Schwester das Blut stillte und sodann den Meßner herbeirief, welcher in seinem ersten Schrecken Allarm läutete, infolge dessen sofort mehrere Leute in den Pfarrhof geeilt kamen. Bei dem sogleich vorgenommenen Augenscheine wurde consta» tiert, daß die pfarrhüfliche Leiter in dem Hofe an das Fenster des im ersten Stockwerke befindlichen Vorrathszimmers angelehnt und das Fenster von innen geöffnet war; ferner, daß die von diesem in das anstoßende Fremdenzimmer führende, sonst stets verschlossene Thüre nicht abgesperrt war, der abgezogene Schlüssel aber auf seinem gewöhnlichen Aufbewahrungsorte, dem im Fremdenzimmer stehenden Kasten, lag, und daß letzterer mit den daneben befindlichen Schlüsseln geöffnet worden war. Auch wurde constatiert, daß die Perrücke des Pfarrers an zwei Stellen, sowie ein aus grüner Pappe angefertigter Augenschirm desselben scharf durchtrennt war. Das Resultat der gerichtsärztlichen Untersuchung war folgendes: An der rechten Stirnseite ülicr dem Stirnhügel lag eine halbmondförmig verlaufende, nllt scharfen Rändern versehene, in den Knochen dringende 3 Zoll lange Hiebwunde. Am Hinterhanpte, entsprechend dem oberen Theile des rechten Seitenwano-veines, zeigte sich eine 2>/, Zoll lange, mit scharfen Rändern versehene, von oben nach unten gegen die rechle Ohrmuschel verlaufende, in den Knochen eingedrungene Hiebwunde, weitcrs an der innern Fläche des rechten Zeigefingers ein 1'/, Zoll langer, >/« Zoll breiter Sub-ftanzverlust. Die Sachverständigen sprachen sich dahin aus, daß sämmtliche Verletzungen mit einem scharfkantigen Werkzeuge zugefügt wurden, daß diefelben schwerer Natur und mit einem solchen Werkzeuge und auf solche Art beigebracht seien, womit gemeiniglich Lebensgefahr verbunden ist, da bei tieferem Eindringen die Hirnschale durchtrennt worden wäre. was aber im vorliegenden Falle durch die Perrücke, den Augenschirm und die vorgehaltene Hand vereitelt wurde. Mit Rücksicht auf diese Thatumstände sowie 5en Umstand, daß der beabsichtigte Erfolg nicht eingetreten, ist sonach objektiv das Verbrechen des meuchlerischen Raubmordes nach den §§ 134. 135, Z. 1 und 2 St. G, sichergestellt. Dieses Verbrechens dringend verdächtig erscheint der Knecht und Neffe des Pfarrers Bartol. Namens Johann Kerze, da nach allen Umständen nur ein mit den Hausverhältnisfen vollkommen Vertrauter die That begangen haben konnte. Der Angeklagte Kerze, vom Vorsitzenden befragt, erklärt sich der That für nichtschuldig und leugnet während der ganzen Verhandlung die Verübung des Verbrechens. Kerze gibt an, in den Stall gegangen und dort fest eingeschlafen zu sein. Das Bellen des nächst dem Stalle angeketteten Hundes habe er wol vernom« men, demselben aber, da der Hund öfters bellte, keine besondere Bedeutung beigelegt. Als der Meßner die Glocke läutete, habe er schlaftrunken geglaubt, der Pfarrer sei auf einen Verschgang gerufen worden, später habe er trotzdem ein Licht angezündet und sich nach dem Pfarrhofe begeben, weil er von dort Stimmen vernommen habe. Von der Leiter, die von der pfarrhöflichen, gut versperrten Scheune an das Fenster des Vorraths zimmers angelehnt war und deren Aufbewahrungsort nur er genau kannte, will er nichts wissen. Ebenso leugnet er auch die ihm vorgehaltene maskierte Theilnahmslosigkeit an dem Geschicke des Pfarrers, seines Onkels, gleich nach der That. Befragt vom Vorsitzenden, warum er aus dem Arrestc in Egg ob Podpetsch entweichen wollte, antwortet der Angeklagte, er wollte sich dem Laibacher Landesgerichte stellen, um dort seine Freiheit zu erlangen. Angeklagter erklärt, daß er eine Liebe in Lipoglav gehabt und auf die dortige Meßnerstelle aspiriert habe. Der erste Zeuge, der vernommen werden soll, ist der Beschädigte Pfarrer Bartol. Vom Präsidenten auf die Rechtswohlthat aufmerksam gemacht, sich der Zeugenaussage als Onkel des Angeklagten entschlagen zu können, erklärt Zeuge, sich derselben bedienen zu wollen, und verläßt auch sofort den Verhandlungssaal. (Schluß folgt.) Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 7. August. Die „Pol. Korr." meldet aus Konst antin opel: Der gestrige große Ministerrath erörterte die Reconstituierung des Kabmets. Es heißt, Savfet werde das Präsidium, Aarifi das Aeußere, Sadyt die Fiuanzen, Server den Haudel übernehmen. Berlin, 7. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." dementiert die Nachricht, daß der deutsche Botschafter dem Kardinal Ledochowski eine weitere Strafvorladung preußischer Gerichte zustelle» lieh. London, 7. August. Beim Bankette in Man-siouhouse erklärte Beaconsfield, der Berliner Vertrag sei vollständig durchgeführt. Der russische Kaiser erfüllte seiue Verpflichtungen ehrenvoll uud würdevoll, und cooperiert iu diesem Augenblicke mit der britischen Regierung und anderen Mächten in den Bestrebungen, den Frieden zu sichern und zu erhalten. Anläßlich der türkischerseits verzögerten Reformen weist Beaconsfield hin, daß die Türkei erst feit wenigen Tagen invasionsfrei sei uud der Berliner Vertrag dem Sultan zahlreiche andere Schwierigkeiten bereite. Im Falle des Entstehens von Gefahren und Schwierigkeiten im Oriente biete der Berliner Vertrag genügende Hilfsquellen in allen Eventualitäten. Schließlich hoffte Bcacous-ficld, daß die duukelste Stunde der auf allen zivilisierten Ländern »och lastenden Handelskrisis nach den reichlichen Ernten des Weltalls vorüber sei. (Anhaltender Beifall.) Capstadt, 22. Juli. Wolseley nahm die Unterwerfung etlicher Zuluhäuptlinge an und marschiert uach Üluudi; eine zweite Truppeuabtheiluug geht gleichzeitig gegen den Kraal Cetewayo's vor. Pest. 6. August. Wie die „Pester Korrespondenz" meldet, faud heute mittags ein Ministerrath über wichtige Äugelegeuheiten statt, und begibt sich Ministerpräsident Tisza mit dem heutigen Nachtzuge nach Wien. Prag, 6. August. (Presse.) Das „Präger Tagblatt" meldet: „Morgen findet iu Aussig eine Versammlung der Interessenten der iuuudierten Schachte statt, um ein gemeinsames Vorgehen für das Auspumpen und gegenüber der Teplitzer Stadtaememde zu erzielen." Prag, 6. August. Im großen Kessel im Riesengebirge wurden fünf Touristen vom Blitze getroffen; sie wurden wieder zum Bewußtsein gebracht, zweien aber blieben die Arme gelähmt. Genua, 5. August. Der König und die Königin von Italien sind, von der gesammten Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt, nach Monza abgereist. Beim Abschiede richteten dieselben an den Syndicus warme Dankesworte für den ihnen gewordenen glänzenden Empfang. Pera. 6. August. (Presse.) Die Unterhandlungen mit Griechenland werden definitiv am 0. d. M- beginnen. Depeschen aus Ianina melden, daß die dortige albanesische Bevölkerung heute, als am Geburtstage des Sultans, eme auti-griechische Demonstration veraustalte» will. Der Sultan wird heute die Glückwünsche der Minister persönlich entgegennehmen uud dabei zugleich eine Ansprache an dieselbe» halte». Die hiesige Garnison erhielt einen eimnonatlichen rückständigen Sold ausbezahlt. Telegrafischer Wechselkurs vom 7. August. Papier«Rente Stücke 9!'.I. — 100»Reichsmarl 57 10. Wien, 7. August, 2'/, Uhr nachmittags. (Schluhlurse.) Kreditactien 270 70. 1860er Lose 12 Innigsten Dank > W dem ganzen P. T, Publilum für die liewieseue Theil- D M nähme uud zahlreiche Betheiligung am Lcichcubcgiiug' W M uisse uusercs geliebten Sohnes, beziehungsweise Äru, W M dcrs, Herrn M > Iranz Knez; > W insbesondere danlen wir uoch dem Sängerchore der W M lübl. Litalnica von Uuterschischla, desgleichen dein W M löbl, tatholischcu (Ycsellenvercinc »mo nllcu jeurn W « cdleu Spendern so vieler und schöuer. dem iUcr- W ^ blichcncu geweihter Kränze. W W Die trauernde Familie. W W Schischka, 5. August 1879. > ll^, s.>«l,5,'i^ Wien, 6. August. (1 Uhr) Bei sehr trägem Verkehre, welcher wcmg positive Resultate zutage förderte, erfuhren die Wcltcnlmse im allgemeinen tcinc besonders nc