vrSmrmerations-Preise Fü r üJ i a*: I-nzjährig halbjährig 8iertelj»6rig Sonotlicb - 8 fl- 40 tr. 4 „ 20 2 10 „ — h 70 „ Laibacher Üiedaction Eahnhofgafle Nr. 132. Mit der Post: fcmyäbrig -holbjäbrig -vierteljährig .... 12 fl. .... 6 „ ... 3 Pt Zustellung ins HauS .-tmtli. 25 kr., mvnarl. 9 kr. Sinzelne Nummern 6 kr. Expedition- L Jnscratt»- Burea«: Congreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) * Anonyme Mittheil,ingen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. JnsertiouSpreise: Für die einspalüge Pelitzeile ä 4 Jr., bei wiederholter Einhaltung a 3 kr. Anzeigen bis ö Zeilen 20 kr Bei größeren InjeraM, j|i0ä öfterer Einschaltung chender Rabats, Für complicterten Satz i dere Vergütung. Nr. 20a. Sit Ungarn Uber dm Zolltarif. Best fand am letzten Samstag unter Theil-., vS" „ Vertretern des Reichstages, der Jndu-^ des Handels, der Landwirthschaft u. s. w. bk ASitzung der erweiterten Zolltarif Enquete statt. 8!s,lben wurde der Bericht mitgeti)«lt, welcher ' Ministeriellen Zollcommission über den ö,ter-riAHAedeitl mitgetheilten Zolltarifs-Entwurf an dien Handelsminister erstattet worden. Sn "ersten Anstoß zur Verhandlung gab der bekannte £Ln 'lranÄ ®eüt’6 im Jahre 1873, welcher da-fo lg. die bisherigen Ergebnisse des Zoll- und Handelsbündnisses vom Standpunkt der Interessen Ungarns festzu stellen, um dadurch eine Grund tage £ bie Vorschläge zur Erneuerung oder Rev.,ton leses Bündnisses zu gewinnen. Infolge i essen wurde S der ungarischen Regierung eine Enquete e.nge-ltitrf es wurden die ungari,chen yaudclö- und Ge- ^Di7'°sterreichischc Regierung erklärte sich hiezu aber den Wun ch aus. vor allem lenen J5K flefiattiW« XVI: 1867 in Berathung ! MlNr sich auf den allgemeinen Zolltarif E Die ungarische Regierung ging auf dieses jedoch mit dem ausdrücklichen Vor-bwl hnfi 'von einer getrennten Abmachung über £%untt keine Rede sein könne, daß nach ihrer ^ffchung fammtliche Punkte des Zoll, und Handels- IeuWon. Krummstab und Harnisch. „ . , „orftebenbetn Titel sendet eine mit der (b „infl auf» innigste vertraute Feder dem ^ Wr^Tgbl." folgendes „Gedenkblatt" zum 5ten btiabtv °“0 2“ unter den „Königreichen und Österreichs, das zu Lebzeiten des beut. ^°d-rn" D/Emeouf seinem bekannten „Spazier-,!!n den „letzten Zipfel des deutschen ke nach C>Ji unb bag Heute auf dem flove- ÄnlandeS n SJZorbpot des idealen südslavischen Globus bfl6 jänbchen Krain, hat sich Donnerstag, 9. September 1875. — Morgen: Nikol, v. 8. Jahrgang. , o- *--7 - uito DU» yvuifc UU| vw» ÄnlandeS « Nordpol des idealen südslavischen J$en Globus ^ ba5 Ländchcn Krain, hat sich Mtaates unterirdischen Höhlenwelt seines jeher gleich Eche, bizarre Erscheinungen ?rites durch jn Qytn UMb jeden Beziehungen ^gezeichnet, ^ $üm Ausdruck gelangten. So if8 socralel - Erscheinung eine zum mindesten . denn auw bQß bfe infulgeschmückten Ober-K -igenthuwuch , ,n ffrain fcit Gründung de« Asthum« unter dem schwachen Friedrich 111. bündnisses ein untrennbares Ganzes bilden und daß über alle gleichzeitig eine endgiltige Entscheidung ge troffen werden müsse, von bereu Ergebnis es bann abhäitgt, ob innerhalb ber gesetzlichen Frist das Bündnis gekündigt oder erneuert wird. Die österreichische Regierung hat sodann der gemeinsamen Conferenz, welche in Wien zwischen ihren Delegierten und jenen der ungarischen Regierung staltsand, den Entwurf eines neuen allgemeinen Zolltarife# vorgelegt. Die ungarischen Delegierten nahmen denselben ad referendum und ihr Bericht an den Handelsminister ist es, welcher die Unterlage der Berathung zu bilden hat. Wenn auch der Minister schließlich beifügte, baß die Einzelheiten dieses Berichtes noch für die Oeffentlichkeit nicht geeignet seien, weil die Vorschläge der ungarischen Regierung an die österreichische noch nicht abgegangen seien, ist der „Lloyd" nichts destoweniger in der j Lage folgende gedrängte Inhaltsangabe davon zu machen: „Der Bericht zerfällt in zwei Theile. Der erste handelt von jenen Schutzzöllen, die seitens der österreichischen Regierung vorgeschlagen werden. In dieser Beziehung walten zwischen beiden Regierungen ziemlich wesentliche Differenzen ob. Die ungarische Regierung hält an dem Principe der Zollfreiheit für Rohprobucte fest. Was das Getreide betrifft, so ist sie prineipiell für die Zollfreiheit, möchte dieselbe aber nicht von vornherein allgemein ausgesprochen wissen, da sie hierin ein wirksames Mittel zur Erlangung von Gegenconcessionen zu besitzen glaubt. Ebenso befürwortet die ungarische Regierung so viel als möglich die Zollfreiheit für Halbfabrikate. Was bis heute, also burch vier Jahrhunberte, wie ! sie uns aus ben Nischen ihrer marmornen Grab* j monumente und von der Leinwand im Speisesaale ! des bischöflichen Lustschlosses Görtschach ober au8 der ' Erinnerung der letzten Decennien in Fleisch und Blut entgegentreten, stets als Doppelwesen begegnen, als Priester und Krieger mit Krummstab und Harnisch, als echte Flügelmänner der ecclosia militans, I sei es nun in Geiste oder in der Wahrheit. Jeder der bebeutenben Vorgänger bes jüngst ernannten Bischofs von Laibach Dr. Pogacar war solch ein Streiter ber Kirche, sei es nun mit erlaubten, sei es mit unerlaubten Waffen. In dem Augenblicke, da der „neue Bischof von Laibach," der ob seiner staatssreunblichen Gesinnung gleich nach seiner Erwählung von den Visierhelde» des „Vaterland" den Fehdehandschuh zugeworfen erhielt, das breite prächtige Schiff ber laibacher Kathedrale durchschreitend, unter der sreskengeschmücktcn Rotunde das Knie beugt unter Assistenz ber in Stein gehauenen vier ältesten Bischöfe des ersten, dem Neide des aquilejenfer Patriarchats erlegenen BiSthumS von Emona-Laibach, in diesem Momente mag es uns gegönnt sein, einige seiner Vorvordern die Ganzfabrikate betrifft, so erkennt die ungarische Regierung, baß hier ein gewisser Schutzzoll noththue; jedoch wünscht sie denselben möglichst ermäßigt zu sehen, und dieses Princip ist es, welches in ben Verhandlungen zwischen beiden Regierungen die meisten Schwierigkeiten bereiten dürste. Was die Eisenindustrie anbelangt, so würde die ungarische Regierung auch hier im Princip für eine möglichste Erniederung des Zolles stimmen, jedoch sieht sie ein, daß gerade in diesem Augenblicke bei der notorisch ungünstigen Lage der österreichisch-ungarischen Eisenindustrie eine solche Ermäßigung nickt zeitgemäß wäre. Dagegen dringt die ungarische Regierung entschieden auf eine Ermäßigung des Zolles für Thonwaren, der jetzt zwischen 8 und 31 Perzent, für Seife und Seifenfabrikate, deren Zoll gegenwärtig 8 bis 16 Perzent des Werthes beträgt. Was bie Glaswaren anbelangt, so dürfte hier, wenn schon keine Ermäßigung platz« greift, mindestens keine Erhöhung des Zolles statt-finden. Auch Papier und Papierwaren bedürfen keines Schutzes, da nach den statistischen Daten die Einfuhr dieser Artikel bedeutend gesunken ist, während bie Ausfuhr stetig zunimmt. Der Ausfuhrzoll auf Hadern wäre aufzuheben, benrt bie Erfahrung lehrt, baß bie ungarischen Fabriken kaum ein Sechstheil des vorhandenen Hadern-Quantums aufarbeiten können, so baß der Zoll lediglich den Zweck hat, den österreichischen Papierfabrikanten vor den ausländischen ein Privilegium aus Kosten Ungarns zu gewähren. Nach den gleichen Grundsätzen soll auch der Ausfuhrzoll auf rohe Häute und Felle aufgehoben, ber Einfuhrzoll auf Leberwaren mindestens nicht erhöht werden. Sehr umfassende Vorschläge werben auf diesem durch Kaiser Friedrich den III. neuauf* gerichteten Bischofssitze von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Unter ben 25 Bischöfen, deren „Charakter"-bilber aus der „Geschichte" mehr minber hernieder-„schwanken" von der Latente ber Riesenkuppel und die sich nicht ohne Rangstreit in der Apsis gruppieren, sehen wir 14 über Stulp- oder Violetthand -schuhen neben dem Ring Petri auch einen Wappenring gesteckt tragen, welche Siegel uns verrathen, daß unter 25 Bischöfen Laibachs vom ersten Sigis» inunb von Lamberg bis zum letztresignierten Barth. Widmer 14 die 7- oder gar Ogezackte Krone neben der perlen- und edelsteingeschinückten Jnful in die Wagfchale ihrer Autorität zu werfen „in der Lage" waren. Ja, wenn man von „Ahnen“ bei einer Bifchofs-weihe sprechen könnte, so hätte Bischof Karl Graf Herberftein (1772) bis zurück auf Bischof Otto Graf Buchheim (1081) zehn Ahnen, durchwegs natürlich Grafen, auf dem laibacher Bischofsstuhle aufzuweisen. In ber That es ist ein ansehnlicher Halbkreis „der Dicken unb ber Dünnenwie Anastasius selbstverständlich bezüglich der Webe- und Wirkwaren gemacht und hier unter Annahme eines der österreichischen Industrie zugute kommenden Schutzzolles eine von der bisherigen abweichende, einfachere und präcisere Classification beantragt. — Den Werthzoll hält die ungarische Regierung nicht für annehmbar. W Der zweite, weit kürzere Theil des Berichtes befaßt sich sodann mit den F i n a n z z ö l l e n, welche dazu bestimmt sind, den Ausfall zu ersetzen, welcher durch die im ersten Theile proponierlcn Zollermäßi-gungen herbeigeführt würde. Selbstverständlich würden diese Finanzzölle nur von jenen Artikeln erhoben, bei denen dieser Zoll auf die Höhe der Con-sumlion nicht nachteilig einwirkt, unter anderen von Kaffee, Gewürzen, zuberciteten Fischen, Petroleum u. s. w. Gegenstände des. Finanzzolles könnten denn auch noch gewisse Luxusartikel: «Spitzen, Seidenwaren u. s. w. bilden, jedoch nicht bis zu jener Grenze, daß dieser Finanzzoll den Charakter eines Prohibitivzolles annimmt. Was die Gegenstände des Monopols, namentlich Tabak betrifft, so war bisher der Zoll von den Licenzgebühren getrennt und nur der erstere in die gemeinsamen Einnahmen gestellt, während die bei uns größeren Licenzgebühren in die Kasse desjenigen Staatsgebietes flössen, an dessen Grenze die Einfuhr geschah; da aber nicht immer eben dort auch die Consumtion statlfindet, so hält die ungarische Regierung diesen Modus für zwei Staaten mit gemeinsamem Zollgebiete für ungerecht und beantragt: cs mögen künftighin der Zoll und die Licenzgebühren in Eine Post vereinigt und als gemeinsame Zolleinnahme verrechnet werden." lieber diesen Bericht entspann sich alsbald eine höchst confufe Debatte. Die Herren Fenyvessy, Mudront), Wahrmann und Kerkapolyi sprachen theils für, theils wider den Standpunkt der Regierung. Der letztere wurde seitens des Handelsmini-stecs dahin klargestellt, daß die Regierung bei ihren Borschlägen von der Idee der Gemeinsamkeit des Zollgebietes ausgehe, welche sie nur in jenem schlimmsten Falle aufgeben würde, wenn von österreichischer Seite eine Berücksichtigung der billigen Wünsche Ungarns nicht zu erlangen wäre. Staatssekretär Horn hob hervor, daß die ungarische Regierung sich ausdrücklich dafür entschieden habe, keine überspannten Förderungen zu stellen, von denen sie dann etwas Nachlasse» würde, sondern sofort das Minimum dessen zu formulieren, was sie im Interesse Ungarns fordern müsse und wovon sie nicht abgehen werde. — Ein Ergebnis hatte die Berathung vom Samstag noch nicht; dieselbe wurde vom Handelsminister mit dem Ersuchen geschlossen, die Mitglieder der Eonferenz mögen Montag wieder zusammentreten, es werde dann der Bericht nochmals verlesen und absatzweise verhandelt werden. Bis jetzt scheint es indessen, als wüßte von allen Enquetemitgliedern eigentlich nur — die Regierung, was sie will. Zwischen den Standpunkten der beiden Regierungen mag manche wesentliche Differenz bestehen; dies endgiltig zu beurteilen, genügen die bisherigen Berichte nicht. Allein es ist jedenfalls ein erfreuliches Zeichen, daß die ungarische Regierung sich so entschieden für die Gemeinsamkeit des Zollgebiets bekennt, wie sie dies der Enquete gegenüber gelhan. Auch „Hon“ plaiüiert eifrig in gleichem Sinne. Die Drohung ungarischer Blätter mit der Errichtung der Zwischenzolllinie konnte man als inhaltslose Phrase betrachten, da Ungarn nicht weniger Interesse als wir selbst an der Erhaltung der Zoll-einheit hat. ES ist aber gut, daß die Regierung den in der ungarischen Bevölkerung durch die dortige Publicistik genährten Illusionen über gewisse Schlag. Worte mit Gründen vernünftiger Urberlcgnng entgegentritt. Hoffentlich ist dieser billigenswerthe Schritt der ungar.scheu Regierung nur der Anfang zum besseren. Die bis jetzt vorliegenden Berichte, lassen noch nicht klar werden, ob und inwieweit rücksichtlich der wichtigsten Jndustrieartikel eine Differenz zwischen beiden Regierungen besteht. Die nächsten Tage werden darüber Ausschluß bringen. _______________ Politische Rundschau. Laibach, 9. September. Inland. In den gemeinsamen Ministerien sind die Vorbereitungen zur Session der Delegationen vollendet, für deren Einberufung der 21. September als Termin festgehalten wird. Das Ministerium des Aeußern hat die nach den Roth-buch Veröffentlichungen begreiflich erscheinende Neuerung beschlossen, Heuer von der Vorlegung eines Rothbuches Umgang zu nehmen. Es soll nur eine Sammlung handelspolitischer Depeschen vorgelegt werden, welche über die Haltung der Regierung in den Verhandlungen wegen Abschlusses von Handelsverträgen mit Rußland und Italien Aufklärung geben soll. Das Budget des Ministeriums des Aeußeren ist ferner nach der „N. Fr. Pr." Heuer von dem vorjährigen wenig verschieden, entsprechend nemlich der Umwandlung der Petersburger Gesandtschaft in eine Botschaft sei eine höhere Dotierung dieses Postens um 13,000 fl. eingestellt. Binnen kurzem wird der ungarische Reichstag seine wichtigsten Agenden vollendet haben, so daß der bestimmte Zeitpunkt für die Einberufung der Delegationen eingehalten werden kann. Graf Andrafs y trifft aus diesem Anlasse um die Mitte des Monates in Wien ein; auch die bisher noch beurlaubten Mitglieder der diesseitigen Regierung werden bis dahin sämmtlich nach Wien zurückkeh Grün sagt, die in „anmuthsvoller Abwechslung" unsichtbar sichtbar den Neugewählten umgeben. Während die blauen Wolken aus den silbernen Festrauchfäßern der Akolythen ernporwirbeln und die Ceremonie der Weihe ihren Fortgang nimmt, erhält in unseren Augen der „illustre Halbkreis" Leben und Bewegung. Sigismund von Samberg, der erste Bischof von Laibach, 1463 erwählt; er blickt sinnend, ja schier schwärmerisch zur Decke des Domes, wo des italienischen Freskomalcrö Meisterhand jene „Vision" des Kaisers Friedrich „verewigt" hat, infolge deren der im Traume von seinen Feinden geängstigte Kaiser erwachend dem an seinem Bette stehenden Beichtvater und Hofkaplan Lamberg das Gelübde der Stiftung des laibacher Bisthums und was diesen noch persönlicher anging, seine Ernennung zum Bischof cröffncte. Der Sonne Strahlen, die durch die hohen Bogenfenster der Epistelseite in breitem Strome sich ergießen, sie brechen sich an beut hochgewölbten Brustharnisch des Bischofs Christoph Baron Räuber, des intimen Freundes und Kriegsgefährten de» „letzten Ritters" Maximilian I.; statt des Ptuviale umfliegt die breiten Schultern des BifchofS- helden ein weiter weißer Kriegermantel, an der Linken blinkt das Schwert, das Haupt allein ziert die Mitra. Bischof Räuber, der gar oft für seinen Kaiser im Felde lag und an fremde Höfe als Gesandter reiste, er war es hauptsächlich neben Hans dem Auersperger, der „den Löwen von San Marco" aus dem Garten Krams, aus dem rebenumlränzten wippacher Thale und aus Görz verjagte. Dev dritte in der Reihe, Baron K a z i a n c r, dessen Bruder auf der „üajtamrin," mit der er seinem Kaiser die Schlachten gewann, später sein Haupt hat lassen müssen, Bischof Kazianer blickt »ach der Kanzel, die natürlich auch im alten gothi» scheu Dome au selber Stelle gestanden, und er schaut den krainischm Luther, den „abgefallenen" und rasch beweibten Domherrn Trüber, den Freund der protestantischen Fürsten von Schwaben und von Brandenburg, die „reine Lehre" verkünden und Adel und Bürger seinen Worten begeistert lauschen. Und seinen Blick versteht der Nachbar Urban T e x t o r, der, obschon ein vertrauter Freund des Urvaters der Jesuiten, des Ignaz von Loyola, doch den Verhältnissen im Lande Rechnung tragen und die Predigten Trüber« in dem Kirchlein der Stände dulden mußte, so daß gegen ihn selbst harte An. ren. In den letzten Tagen haben übrigens bereits wiederholt Ministerconferenzen ftnttgefunden, welche sich mit der Frage der Einberufung des Reichs» rathes und mit den vorzubereilenden Regierungsvorlagen beschäftigten. Als wichtigste der letzteren wird bereits die neue EivUprozeßordmmg bezeichnet, welche der Justizminister noch in diesem Jahre im Abgeordnetenhause Einbringen will. Äm Samstag wurde im pester Ministerrnthc, wie „Pesti Naplo" erfährt, beschlossen, die Quaranta i n e an der kroatisch-slavonischen Grenze anzuordnen. Anlaß hiezu gab der Umstand, daß die Flüchtlinge aus den türkischen Provinzen zahlreiches verseuchtes Vieh auf kroatisches Gebiet mit sich brachten. Die Bescheerungen, welche uns durch den Aufstand erwachsen, mehren sich täglich in unerfreulichster Weise. Ausland Aus der Herzegowina treffen ofsicielle türkische Nachrichten ein, wonach Server Pascha vom 4. d. M. aus Mostar meldet, daß die Pacificaticn binnen kurzem vollendet fein wird^aß die Truppen nirgends mehr auf Widerstand stoßen und daß die Insurgenten zahlreich ihre Unterwerfung anbieten. Das klingt wol anders als die Nachrichten aus Cettinje. Server Pascha sagt, die Ordnung werde hergestellt sein, bevor noch die Consulv der Mächte in der Lage sein werden, hiezu ihre Mitwirkung zu leihen. Diesen Consuln ist in der That eine schwierige, fast unmögliche Aufgabe gestellt Worten. Sie sollen unterhandeln und finden keine Jnsurgentensührer! Jnbczug aus Serbien hat die „AugSb. Allg. Ztg." diesertage mitqetheilt, „daß im Falle einer thäligen Eingreifens Serbiens in den Aufstand eine Occupation dieses Fürstenthums durch Oesterreich-Ungarn geplant werde und daß hierüber bereits zwischen den drei Kaiserstaaten positive Abmachungen getroffen seien". Wie die „Pr." auf Grund verläßlicher Information versichern hört, bestätigt sich wol die bereits wiederholt reproduciertc Mit-theilung, daß Ocsterre>ch-Ungarn und m Belgrad gegen jede Action ernstlich habe» lassen, sowie daß beide erklärt haben, Schien vimm aus eigene Gefahr und Verantwortung Mdrw, wenn es diesen Rath nicht beherzige; ein Uebtmtt-fotnmen wurde aber nicht getroffen, nach welchem Oesterreich als Mandatau anderer Mächte in Serbien zu intervenieren hätte. Die Action gegen S»' bien scheint somit in erster Linie den Türken, d>k an der serbischen Grenze Truppen zusammenziehc», überlassen zu sein. Die bedeutsamste Kundgebung aus Anlaß ^ Sedan-Feier waren die beiden TrinksprM welche der deutsche Kronprinz in Augsd^' ausbrachte, wo er sich an diesem Tage za bin1' zeigen bei Hose einliefen, gegen die hinmider W sein Domkapitel zu vertheidigen harten Stand t)f-_ Schärfer ging mit den „Luther'schcn" schon p Nachfolger Peter von Seebach ins Gericht, ^ Answeifungsdecretc gegen sie erwirkte, dafür # es sich mußte gefallen lassen, daß die coangelil’i Stünde des HerzogthuinS von dem ersten ins M gerufenen Buchdrucker (um 1560) „SchmählM, Über ihn drucken und öffentlich anschlagen IW Und dagegen konnte ihn der von der vereinig lutherischen Majorität der Landschaften in Sl« matt, Kärnten und Ärain auf den Landtagen in j Enge getriebene, weil von ihnen stets Hilfe gc? die Türken heischende Erzherzog»Regent Karl f Jmicröstcrreich nicht schützen. . Erst Bischof Johannes I a n t f ch e r, @tt Halter von Jnnerösterrcich, der unter der bigott Witwe Karls, unter der von Hurtet vergottet ■ Maria von Baiern das Regiment führte und Jesuiten nach Krain brachte, begann lo/d » Werk der „Reformation," wie die „Zeloten j^ Tage ihr Wert der Gegenreformation zu nennt beliebten. (Schluß folgt.) Lm »wecken aufhielt. In dem ersten auf den ?üiia Ludwig betonte der Thronfolger die friedlichen Errungenschaften deö Sedantages. „Lassen Ne uns," sagte er, „freudig genießen, was im Leben als Frucht jener Saat aufgegangen ist. sL,m wir erleben durften, was Generationen heiß kriebnten nemlich das Reich an Kopf und Gliedern rni «stattet zu sehen, so ist für Sie hier noch be-ionherS bervorzuhcben, daß König Ludwig es war, er die Anregung hiezu gab." Der zweite Toast des Kronprinzen galt der Stabt Augsburg. ..Jeder mte Deutsche," hieß es barin, ..kann gleichzeitig Lcm enaeren Vaterlande dienen und doch seine L.n ©räfte bem Reiche widmen. In dieser Ge üLung geht Ihr König voran." Eine ebenso gekickte als captivierende Ausbeutung des nationalen @£^f« läßt sich in diesen Aeußerungen nicht Der« Tier Rappel" widmet dem Tage von Sedan einen" Artikel. Natürlich geht es nicht ohne deiliae Ausfülle und Anklagen gegen Deutschland L jedoch der Hauptgrimm de-- republ.kamfchen Ä at es richtet sich gegen Lome Napoleon. „Nicht rinmal anständig zu sterben «erstand er," sagt der f- Das ist wahr, aber falsch ist es, daß -1870 nur die Mouchards des Kaiser-in den Straßen von Paris den Rus er. U \ Berlin!“ Die Kriegslust war damals f" $ __ stark in den Leib gefahren. Die öaÜpMuld an dem Kriege trug immerhin Napo-Haupt,« Frechheit, mit der die Öonapar- IftÄb“ Ten Tag-" auftreten, ist angesichts der Erinnerung an den 2. September wahrhaft e^au"ll|;ecem6er d. I wird im Deutschen eine allgemeine Volkszählun g stattstnden, Me V nach den Festsetzungen der statt ti,chen Een. ,taVfcommifiion. Daö Reichskanzleramt hat einen Bericht des kaiserlichen stat.st.schen Amtes zur Kenn - viz bev Äundesregierungen gebracht, welcher die Noth-Uiifeit einer Aenderung der deutschen Ausfuhr StMik betont. Die Debatten über das Bankgejetz. f‘j,1'i, Versprechungen, die neue Munzmahrung IT R ns haben eine Reihe von falschen Schtußfol- ittrefftnb haben tmc^n bie bi0, rnfie^enuue« Angaben über die Warenausfuhr fin” Das statistische Amt hat sich Vorbehalten, Km fpatern Bericht Vorschläge wegen Aenderung u!,,»ff,nhen Vorschriften zu machen. Die d e u t s ch e R e g i er u n g legt großen Werth auf den militärischen Erfolg, den die Truppen der UJ„ j] ü,en Regierung endlich errungen haben teer iner militärischen Kreisen herrscht die Ansicht f. ® I Verlust Seo»de Urgelö von einer wirklich daß nach d Eführung seitens der Carlisten nicht E? bie Rebe sein könne, nnd daß dem Prätendenten, ? ,, hic Feindseligkeiten nicht ganz einstellt und ^"n er die » . bic Guerilla, der 5'™' f, @,lbmirnlit IM u>- UntnUiJt l|iu«t. ?Äbelrden, aber schwerlich zu einem die jetzigen Snemcntalen Zustände ernstlich gefährdenden Re° ,Ulta«t??em laTholischen Congreßin Rheims , ® . Lr nciciat, wie die Kundgebungen der kleri- hlü sich wie nIrcid, an universeller Bedeutung kal-n ParM «j Italien, England. Belgien junehmen. t 6cn Delegierte zu diesem Kongresse lind Luxem ^ qII(. ^„ternehmungen der „katholischen gesandt, uc» Gericht erstattet worben, und bie» ^nion »st J .W rcd)t zahlreich: ba sinb die katho-selben ; eine, bic militärischen Cirkel. Stu- ischen Arbei (.^e Waisenanstalten, ländliche Ber- ^entenverelnc, Sckutz Der Lehrlinge u. s. w. tjne, ^r Wirkungskreis sich bis in alle Wan pandes anSdehnt. Einige Rebner, wie Kinkel de rqaignt), haben bic ferneren Pläne ber W^aftot tzxx Offenherzigkeit dargelegt; es Han. vartrl nu » unter dem Schutze der römischen te%e unb bem wachsamen Auge ber Geistlichkeit bie alten Korporationen Herzustellen, wie sie zu Zeiten bes heiligen Ludwig bestanden. Die klerikalen Preßorgane gehen aber noch weiter, wie der ehrwürdige Redner in Rheims. Eines derselben sagt, es sei die höchste Zeit, sich um die unglücklichen Arbeiter zu kümmern, denen die Revolution alle Garantien genommen habe, welche ihnen das Mittelalter gegeben hatte. Die Verwaltungen der französischen Eisenbahnen und insbesondere der Orleans« und der Südbahn sind davon benachrichtigt wo.den, daß sie auf Requisition bes Kriegsministers ben größten Theil ihres Materials ben Militärbehörben für die Beförderung der Truppen und der Reservisten der Altersklasse von 1867 zur Verfügung zu stellen haben. Infolge bessen haben auch bie Erz« bischöfe unb Bischöfe an die Pfarrer ihrer Diöcescn die geeigneten Weisungen erlassen, baß die Wall-führten nach LourdeS für einige Tage unterbleiben. Wenn die deutschen Pilger ihr Project noch nicht aufgegeben haben sollten, hätten sie hier einen ganz anständigen Vorwand, dies zu :hun.______________________ Abtheilungen gebaut war, eine Stunde nach dem Zusammenstoß. Am Bord wurde bei dem Unglücksfalle gute Ordnung gehalten, und alle Offiziere und die Bemannung, zwi-chen 400 und 500 Mann, wurden gerettet und nur drei Mann sind verletzt. Der „Bangnard", der mit allen seinen schweren Geschützen und Vorräthen nunmehr auf dem Meeresgründe liegt, gehörte zu den besten und schönsten Kriegschiffen der englischen Flotte. Ein überaus dichter Nebel oll das Unglück herbeigesührt haben. Die Tragkraft des Banguard" betrug 6000 Tonnen, seine Dampfmaschinen halten 53,2 Pferdekräfte und er war in dicke Panzerplatten gekleidet, die über der Wasserlinie an Stärke Zunahmen. Er führte zehn Geschütze, jedes 12 Tonnen schwer. England hat nun nur noch zehn ähnliche Kriegsdampfer. Die Her-tellungsloften des „Vaugnard" betrugen 350,000 Pfund Sterling. Zur Tagesgeschichte. — Unfälle bei Truppenübungen. Aus raz, 5. d. M., wird geschrieben: „Die diesjährigen Herbstübungeu der hiesigen, durch die Einberufung der Land wehr-Mannschaft verstärkten Garnison haben bereits einige Opfer gekostet. Bei dem gestern zwischen Gotting uud Andritz abgehaltenen Manöver ging einem Soldaten ein Kanonen rad über len Leib und mußte derselbe besinnungslos vom Platze getragen werden. Ein Führer der Jägertruppe erhielt einen scharfen Schuß durch die Brust und blieb äugen blicklich todt. Der „Feind," aus dessen Reihen der Schuß iel, bestand aus Abtheüungen des kroatischen Regimentes Franz Karl. Ueberhaupt scheinen die Herren Kroaten, viel leicht angesteckt von der Kampfeslust ihrer Stammesbrüder in der Herzegowina, ein besonderes Vergnügen daran zu haben, bei den Manövern scharf zu schießen. Denn heute erst erfährt man, baß auch bei dem vorgestrigen Manöver ein Offizier, ebenfalls der Jägertruppe angehörend, von einem kroatischen Soldaten angeschossen wurde, und zwar wie die Untersuchung der Wunde zeigte, mit gehacktem Blei. Es kann sich in diesem Halle nicht mehr um eine Ungeschicklichkeit des betreffende» Schützen, der ans Versehen eine zufällig in der Lasche gebliebene scharfe Pa> trone lud, und um eine Fahrlässigkeit des betreffenden Zugs Kommandanten, bessen Pflicht es war, vor der Ausrückung den Munitiousvorrath seiner Mannschaft genau zu unter suchen, handeln, sondern es muß hier ein vorsätzliches Mord Attentat angenommen werden, dessen Motiv Rationalitäten haß oder auch Erbitterung wegen der großem Manövrier geschicklichkeit der Jägertruppe sein kann. Das letztere fiotio, so unglaublich es erscheinen mag, hat schon öfter zu ahn lieben ernste» Borsällen Veranlassung gegeben." — Ein vierjähriger Mörder. Aus Cza8 t a u wird unterm 2. d. geschrieben: Ein fürchterliches Ereignis hält unsere Stadt m Athem. Die Kinder des hiesigen Stationsvorstehers vergnügten sich heute damit, gesammelte Obstkerne ansznschlagen. Dabei kam es zu einem Streite und der ältere vierjährige Knabe schlug mit einem Eisenhammer seinen drei Jahre alten Brndcr jo heftig ans den iivps, daß dieser sofort den Geist ausgab. — Ainardo d i C a v o n r. Aus Turin wird das am 30. August im Schlosse zu Santena erfolgte Ableben des Marchese Ainardo di C a v o u r gemeldet. Er war im Jahre 1833 als Sohn des 'Marchese Gustav di Cavvur, Bruders des berühmten Staatsmannes, nnd der Adelaide Üascaris v. Bentimiglia, der letzten Erbin einer Familie, welche dem Oriente mehrere Kaiser gab, geboren. Mit dem Marchese Ainardo, welcher der Erbe und Verwahrer aller von dem Grasen Camillo di Eavonr, feinem Onkel, hinter» lassenen wichtigen Papiere war, erlischt der ruhmvolle Name dc£ Cavonrs für immer; in lern Herzen nnd Andenken der Italiener aber und wol anch in der allgemeinen Geschichte Enropa's wird er noch lange fortleben. — Verunglücktes Panzerschiff- DaS englische Pauzerfchifs „Vangmnd" fließ am 2. September um 1 Uhr morgens im St. Weorgskanal zwischen England und Irland, ungefähr acht englische Meilen von Kingstown, mit dem Panzerschiffe „Jron Dnke" zusammen und sank in 19 Faden tiefes Wasser, obwol das Schiff mit wasserdichten Local- und ProMzial-Angelegenheiten. ■ (Das k. !. Landeszahlamt Laibach) bleibt wegen Bornahme der Reinigung der Amtslocalitäten am 15., 16., 17. unb 18. September l. I. für den Verkehr mit Parteien geschlossen. — (Fünfte Schwurgerichtsitzung.) Auf Grund des § 301 der St. P. O. werden für die fünfte Schwnrgerichtssitzuug im Jahre 1875 bei dem k. k. Landesgerichte in Laibach als Vorsitzender des Gefchwornengerichtes der k. k. Landesgerichtspräsident Anlon G e r t f ch e r und als dessen Vertreter der k. k. Landesgerichtsrath Dr. Victor L e i t m a i e r berufen. — (Verlegung des Amtssitzes des k. k. Steueramtes von Planina nach Loitsch. ) Aus Anlaß der mit 20. September 1875 stattfindenden Verlegung des Amtssitzes der k. k. Bezirkshauptmanuschast und des k. k. Bezirksgerichtes von Planina nach Loitsch wird auch der Amtssitz des k. k. Steueramtes von Planina nach Laibach verlegt, und dasselbe am obigen Tage seine Amtswirksamkeit am letzteren Orte beginnen. — (Ernennun g.) Der Justizminister hat den k. k. Bezirksgerichtsadjuucten von Sittich Georg S t r u c e l j zum Gerichtsadjuncten bei dem Kreisgerichte in Rudolss-wetth und den Auskultanten Leopold Zuzek zum Bezirks-gerichtsadjuucten in Seisenberg ernannt. geschossen.) Diesertage wurden wieder tif der «Legend von Oberlaibach und zwar im Walde von Blatuabresouza von eintfui Bauern zwei junge bei sechs Monate alte Wölfe geschossen. Die Mutter der zwei jungen Raubthiere wurde bei dieser Gelegenheit zwar ebenfalls angeschossen, es ist aber bis zur Stunde noch nicht gelungen, ihrer habhaft zn werden. — (Pserdepräiniierung.) Bei der heute in Laibach vorgenommenen Pferdeprämiierung wurden 20 Mutterstuten mit Fohlen vorgeführt; davon erhielten Preise: Barth. Plesko aus Kosarje 8 Dukaten; Joh. Justin aus Laibach 6 Dukaten; Andre Messesnou aus Waic 4 Dukaten; Stefan Petkovsek aus Burke 4 Dukateu; Franz Gregurka ans Schweinbüchl 4 Dukaten. Medaillen erhielten: Dr. Thedor Rudesch aus Laibach, Joses Kermel aus Kosarje, Mathias und Matthäus Remsger aus Bresvviz. Weiters wurden vorgesührt 12 junge belegte Stuten; davon erhielten Preise : Jg. Jellouschek aus Oberlaibach 6 Dukaten; Josef Spenko ans Commeuda (Kaplavas) 4 Dukaten; Ant. Du-hovuik aus Dobrava 4 Dukaten; And. Marinka aus Go-nze bei Bresvviz 4 Dukaten. — (31 u{gefundene Leiche.) Gestern nachmittags fuhren zwei Knaben in einem Kahne auf der Laibach. Als dieselben mit ihrem Fahrzeug in die Rahe der Mündung des Kleingrabens gegenüber der Pntla kamen, fließen sie mit dem Ruder auf etwas weiches. Bei näherer Unter« snchnug des Gegenstandes kamen Franenkleider zum Vorschein, und bei genauer Besichtigung erkannten sie eine Leiche am Grunde des Wassers liegend. Zahlreiche Menschen sammelten sich alsbald an dem Punkte, und es würbe der Behörde die Anzeige gemacht. Die Leiche wurde zutage gefördert und in tote Todlenkammer zur Obduktion überführt. Es wurde in der wenngleich stark entstellten Verunglückten alsbald die 26jährige Tochter des hiesigen Oberfinanzratbes Jama erkannt, die vor neun Tagen aus dem Hause ihrer Eltern verschwunden war. Sie hatte schon feit längerem am Trübsinne gelitten und in einem Momente von Geistesabwesenheit den Tod in den Wellen gesucht. Die Aermste hatte sich, um ja sieter nnterzugeben, einen schweren Ziegelstein mit Spagat am rechten Fuße befestigt, selbst der Hnt war mit einem Steine beschwert, damit er nicht etwa empor-tauche und zum Verrälher ihres Vorhabens werde. GrmeinderathssilMg am 7. September 1875. Vorsitzender: Bürgermeister Lascha n." Anwesend: 18 Gemeinderäthe. Der Vorsitzende macht Miltheilnng von einer Zuschrift der Geueraldirection der Südbahn. wornach dieselbe nach der Anlage des hiesigen Bahnhofs anßer Stande zu sein erklärt, die Verschiebung der Züge über die wiener Reichs-straße gänzlich einzustellen, wol aber bestrebt sein wird dies thnnlichst zur 9iac6tzeit und mit möglichster Schnelligkeit zu thnn. lieber Antrag des GR. Dr. Schass er wird der Gegenstand zur weitern Behandlung an die Polizeisection gewiesen. VorträgederFinanzsection. Die GRR. Deichmann und Dr. Supan referieren in ausführlicher Weife über die Stadlkasse- Depositen- und Armenfonds-Recbnungen von 1869 bis ausschließlich 1873 und beantragen im allgemeinen,hinter Beifügung verschiedener aus größere Evidenz, Schnelligkeit u.' dgl. bezugnehmenden Bemerkungen das Absolntorinm zu ertheilen. Die gestellten Anträge werden einstimmig znm Beschlüsse erhoben. GR. Pototschnik, aus den Fall Gaiditsch sich beziehend knüpft an diese Anträge den Wunsch, daß künftig eine dauernde buchhalterische Controlle eingesührt, die Rechnungen stets Jahr pro Jahr zur Genehmigung vorgelegt und Scontrierungen häufiger als bisher vorgenommen werden; er constatieri aber hiebei, daß das Vorgehen Gaiditsch', der ’ eben die veruntreuten Posten gar nicht journalisierte, ein folches war, daß es durch Scontrierungen überhaupt nicht entdeckt werden konnte. Dr. Snpan und der Vorsitzende geben hierüber Aufklärung, daß bereits seit zwei Satiren eine stabile Bnch-baltnngscontrole besteht, daß in frühem Jahren und zwar schon lange vor 1869 die Rechnungen deshalb sich beständig anflauten, weil der Kassier, mit den laufenden Geschäften überhäuft, nie rechtzeitig zu ihrer Borlage kam; für künftig ist die Ordnung hergestellt, und die Rechnungen Pro 1874 sind schon bei der Finanzstclion. Was die Veruntreuungen des Gaiditsch anbelangt, so reichen selbe weit hinters Jahr 1871 zurück. Der Gemeinderath konnte davon natürlich nie etwa? entdecken, weil die einzig seiner Controle unterstehende Stadtkaffe nicht in Miileidenfchaft gezogen war und Gaiditsch an Fonden (Realschulsond und Morastent-suinpfungs-Concurrenzbeitrage) defmudierte, die nicht unter oemeinderäthlicher Controle stehen. GR. Dr. Supan referiert über die Ersätze des Kassiers Max Gaiditsch und beantragt, daß sämmtliche Acte» dann an die Finanzsection zik leiten seien, wenn die bei ändern Behörden schwebenden Vorverhandlungen beendet fein werden. — Angenommen. GR. Dr. Schöppl referiert a) über tote Kosten e»i>-qer Schloff erarbeiten im Reatschulgebäude; b) über ein Unterstützungsgesuch des Asylvereins für Studenten in Wien; c) über die Zaglien der Stadtwachmannschast im I. Semester 1875; d) über die Einfriedung des Materialdepotplatzes in der Gcadifchastraße und beantragt ad a) die nachträgliche Bewilligung mit der Anweisung an die Direktion, künftig ohne Anfrage feine Anschaffungen zu machen; ad b) die Abweisung im Hinblick auf den Stand der städt. Finanzen; ad c) die Kenntnisnahme, d) die Bewilligung mit dem Prä-Unlinierten Kostenanfwande von 240 fl. — Sämmtliche Anträge werden angenommen. Vorträge der Bansection. GR. Ziegler referiert über den Recnrs des Herrn Gnesda wider die Verweigerung eines Kaffeehausvvrdaches, über die Vorstellung des Herrn Jauefch wider die Verweigerung eines Schupfenbaues in feiner Lederfabrik, dann Über das Gefuch des Herrn TfcheZnvvar um Modificatiou der Entscheidung über seinen Schitpsenban und beantragt im ersten und zweiten Falle die Abweisung des Recurses refp. der Vorstellung, im dritten eine Frist dis April. — Die Anträge werden mit Stimmenmehrheit zum Beschlüsse erhoben. “ Derselbe referiert übet die Licitationsergebnifse betreffs der Schoterliefernng pro 1876, der Reconstruclivii der Klein-arabeit- und der StefanSdorfcr-Biiicke und beantragt die Genehmigung. — Nach einer langen Debatte, bei welcher auf die stets ungünstigem Ergebnisse öffentlicher Situationen und den Mangel an Concurreiiz hiebei hingewiesen wird und für die Zukunft mehrfache Versuche empfohlen werden, um qünstigere Ergebnisse zu erzielen, und an der sich die GÄR Terpin. Po t o tsch n i k, Dr. v. Kalten-cgqer, Dr. Schaffer, Dr. Snpan, Laßnlk und der Referent betheiligen, werden die Sectionsan-Iräae mit dem Zusätze Desch inanns, bei künftigen Lici-tatiouen die größte Pnblicität anzustreben, angenoininen. Vortrag der Polizeifection. GR. Dr. Steiner referiert über ein Gesuch um Straf,lactisichl wegen Unterlassung von Senkgrubciicoiistruc tionen und beantragt eine Herabminderung der Strafe von 40 fl. auf 20 fl. — Angenommen. Vortrag der Schnlfection. GR. Dr. Schosser referiert über den Befnch und die Erfolge an den städt. Knabenvolksschiilen, der Wiederholnngs-schule für Lehrlinge und der Ursulinerinneuschule. Die bezüglichen Mittheilungen werden zur^Kennlnis genommen. Zum Schluffe der öffentlichen Sitzung gelangten noch eine Reihe von Dringlichkeitsanträgen zur Verhandlung. GR Dr. Snpan referiert Über die Anschaffung von Fensterläden im Hörsaale der Physik in der Oberrealschule, die ursprünglich in Aussicht genommen waren, damals abe: abgelehnt wurden und jetzt wieder verlangt werden. Der Landesausfchuß stimmte unter Vorbehalt des Eigentumsrechtes an den Läden, die Sparkasse mit der Bedingung zu, daß die Läden, wenn künftig das Gebände für einen ändern Zweck bestimmt würde, wieder entfeint werden. Referent beantragt unter Zustimmung zu tiefen Modalitäten die ccn= currenzmäßigeu halben Kosten auf sich zu nehmen. Der Antrog wird nach einer kurzen Debatte, an der sich Dr. Bl ei weis, der die Auslage der Sparkasse ausbinden will, Dr. Saltenegger und Referent betheiligen, angenommen. GR. Zi e gl er will das Protokoll über den Bewobnimgs-confens der neuen Volksschule und die Untersuchung des dortigen Brunnens zur Verhandlung bringen. — Wird nach Antrag des GR. Dr. S Ä a f f e r an den Magistrat zur ordnungsmäßigen Amtshandlung gewiesen. * GR. Terpin regt die Frage der Herstellung^ von Einfriedungsmauern zu beiden Seiten der neuen Volksschule an, die sehr dringlich und noch im Laufe des Herbstes durchzuführen sei. Nach einer langem Debatte, an der sich die GRR. Laschan (der den Vorsitz inzwischen an den VicebürgermeisterDr. Schrey abgibt,) Ziegler, Laßnig, Dr. Bleiweis, der einen Lertagnugsantrag stellt, Terpin und Dr. Snpan betheiligen, wird nach Antrag des letztgenannten beschlossen, die Sache noch heuer durchzuführen und dem Magistrat hiesür einen Maximal-credit von 600 fl. zu eröffnen. GR. Dr. Schrey referierte wegen Stornierung der vom Gemeinderäthe seinerzeit beschlossenen Erzherzogin-Gisela Kinderbetten- — eventuell Mädchenansstattungsstistung pr. 2400 st. und beantragt, daß hiesür eine vom Kinder--fpitale intabulierte Forderung im Ceffionswege übernommen werde. — Wird angenommen. . Der öffentlichen folgte noch eine geheime Sitzung, die um 8 Uhr endete. Witterung. Laibach, 9. September. Morgenroth, leicht bewölkt, gegen Mittag Aufheiterung, fehr schwacher NO. Wärme: morgens 6 II fit + 122°. nachmittags 2 Uhr + 20-6° C. (1874 4- 21 6°; 1873 -}- 17 8°C.) Barometer im Fallen 738'12 Mm. Das Tagesmittel der Wärme am 7. d. + 14'3°, am gestrigen Sage + 14 3"; beziehungsweise um 12° und 10° unter dem Normale. Lebensmittel-Preise in Laibach am 7. September. Weizen 4 fl. 90 kr.; Korn 3 fl. 50 tr.; Gerste 2 fl. 30 kr.; Hafer 2 fl. 10 kr.; Buchweizen — fl. - kr.; Hirse 2 fl. 20 kr.; Knkurutz 3 fl. - kr.; Erdäpfel 1 fl. 60 kr.; Fisolen 5 fl. — kr. per Metzen; Rindschmalz 52 kr.. Schweinfett 48 kr., Speck, frischer, 40 kr., Sveck, geselchter, 42 kr. per Pfund; Eier 2 tr. per Stück; Mil* 10 kr. per Maß; Rindfleisch 27 tr., Kalbfleisch 23 tr., Schweinfleisch 27 tr. per Pfund; Heu 1 fl. 20 kr, Stroh 1 fl. 15 fr. per Zentner; hartes Holz 6 fl. 60 kr., weiches Holz 4 fl. 80 kr. per Klafter. Verstorbene. Den 8. September. Hermine Jama, jnb. k. k. Obersinanzraths-Tochter, 26 Jahre, ist im Kleingraben ertrunken. Für die vielfältigen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Ablebens unseres unvergeßlichen Gatten und rücksichtlich Vaters, Herrn Johann Gnttinan sowie für die so zahlreiche Begleitung zur letzten. I Ruhestätte sogen allen und jedem, insbesondere* | aber den zn derselben von Laibach erschienenen Herren Magistratsbeamten den tiefgefühltesten Dank die trauernde» Hinterbliebenen. Laibach, 9. September 1875. , ''tv Tf ■■'11 Telegramme. Konstantinopel, 8. September. Aus Bosnien wird eine Rieüetla^e der Insurgenten, welche io großer Zahl sich der Engpässe von SotSka und Mazzalum bemächtigen wollten, gemeldet. Nach drei Gefechten wurden die Engpässe von Truppen besetzt. Ossiciell wird mitgctheilt, hie Tluppenenlfendung nach Nisch und Widdin bezwecke nur einem Angriffe vor» zubeugen, ist jedoch keineswegs eine feindselige Kund» gcbuitfl geaeu ©etbien Belgrad, 8. September. Fürst Milan ist hkute nach Kragujevac abgereist. Cetinje, 8. September. In hitzigem Kampfe bei Dobra zwischen 3000 Nizams gegen 700 Jll> furgenten wurden die Türken geschlagen. Telegraphischer Lnrsdericht am 9. September. Papier-Rente 7050 — Silber-Rente 73 75 — 1860er Staats-Anlehen 112-50.— Bankactien 928. — Credit 21275 — London 11180 — Silber 101 75. — K. k. Müuz-ducaleu 5 30. - 20-Francs Stücke 8'91Vs-— 100 Reichs-mark 55'10. Km-machMg. Der Unterricht an der Musikschule der philharmonischen Gesellschaft in Laibach im Schuljahre 187511876 beginnt am 10. September 1875 und wird nach dem von der Dimtiou festgesetzten Lehrpläne im (ticinnne, in tilubicr, Violine und im Violoncel nebst Hilfsgegenständen von den Lehrern der Gesellschaft, den Herren Moravetz, Zöhrer, Gerstner und Meissner crtheilt werden. An UnterricbtSgcld ist für Angehörige von Mitgliedern der philh. Gesellschaft 1 fl. 50 kr., für andere 2 st. Per Monat zli entrichten. Die Aufnahme der Schüler und Schülerinnen erfolgt am 14., 15. und 16. September vormittags zwischen 11 und 12 Uhr im Locale der pliilh, Gesellschaft in Laibach, Herrengasse, Fürstenhof. (559) 3—2 Von der Directioii,£, der philharm. Gesellschaft Eine Uintcl-CHciiterlogt im pvcitkii liiiitg (563) 2 ist zu vergeben. Näheres im Zeitungs-Comptoir. PT* Salbe gegen Sommersprossen, Leberflecke, Wimmerl, (tzesichtsröthe re. (539) 10-8 Diese Salbe durch zehn Abende angewendet, verdrängt spurlos Sommersprossen, Leberflecke ic. Echt zu beziehen in der LaudschastSapotheke, Graz, Sackstraße Nr. 4. Preis eines Tiegels sarntnt Gebrauchsanweisung 70 kr. Haupldcpot für Kram in der Apotheke „zum goldenen Einhorn" des Victor Trukozy, Laibach, Hauptplatz Nr. m SoieiMiim-Oel-Me, W. 1 StUelc zu SO liv., reicht hin, ^ alle Sommersprossen zu vertreiben. ^ Ein einmaliges Waschen mit meiner Sennen-M blumen Oel-Seife bewirkt, dass die rauhe auf-gesprungene Ilaut sich sogleich in eine zarte, W weiche und geschmeidige verwandelt. Der r,, * Geruch übertrifft alle Wohlgerüche Indiens Erzeugt von (54