Laibachkr TMatt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Nr. 65. LLLLB Mittwoch, 20. März 1878. - Morgen: Benedict. Mit der Post: GanzjLhr.fi. li. JnsertionSprrise: «kiu-Ipallige Petitzeile » 4 kr., bei 1 1 Wiederholungen t 3 kr «n- ^ I, < zeigen bi» 5 Zeilen ro k. Delegationen. Sitzung vom 18. März. In der österreichischen Delegation wurde die Vorlage, betreffend die Bestreitung der gemeinsamen Auslagen im zweiten Quartal des Jahres 1878, ohne Debatte angenommen. Hierauf wurde die Vorlage wegen Bewilligung von drei Millionen Gulden auf Rechnung des Extra-Ordina-riums pro 1878 in Berathung gezogen. Sämmt-liche Positionen wurden bis auf zwei nach den Ausschußanträgen angenommen. Diese zwei Posten beziehen sich auf die Beträge per 10,000 fl. zur Ausrüstung der Kavallerie mit Eisenbahn-Zerstörungswerkzeugen und auf die Summe von 657,500 fl. für Verpflegskosten. Bei der erstgenannten Summe beantragte Freiherr v. Koller die Genehmigung, welcher Antrag auch angenommen wurde. Die Summe von 657,500 fl. war von der Kriegsverwaltung für die Erzeugung von Conserven und Zwieback im Falle einer Mobilisierung des Heeres beansprucht, von der Majorität des Budgetausschusses aber als „nicht unmittelbar dringend und uuabweislich nothwendig" gestrichen worden. Eine ansehnliche Minorität des Ausschusses, vertreten durch den Grafen Coronini, beantragte jedock, die Genehmigung der genannten Summe. Bei der Abstimmung wurde die Bewilligung mit großer Majorität beschlossen. Die Verhandlung über die Subsidieu für die bosnischen Flüchtlinge wurde wegen Abwesenheit des Grafen Andrassy von der Tagesordnung abgesetzt. Nächste Sitzung Mittwoch. Die ungarische Delegation hat im Plenum die große Debatte über den Sechzigmillionen-Kredit begonnen. Der Referent Dr. Falk motivierte in längerer Rede den Ausschußbericht. Er bemühte sich darzuthun, daß der Wortlaut des Resolutionsantrags ebensowenig wie die notorische Absicht der Beschlußsasser den Wunsch nach einem Kriege ausspreche. Einen solchen könne das Land nicht wünschen, und wünsche ihn Graf Andrafsy ebenfalls nicht. Es handle sich lediglich darum, die Regierung in den Stand zu setzen, für den Bedarfsfall raschen Gebrauch von den Hilfsmitteln zu machen, welche unsere Wehrverfassung bietet. Dr. Falk perhorresciert die Occupation von Bosnien, weil sie neue Verwirrung in unseren ohnehin genng complicierten Staatsmechanismns bringen, große Kosten verursachen, und weil die Vermehrung des slavischen Elements in Oesterreich keinen Schutz gegen die Slavisierung der Nachbarländer bieten könnte. Die anderen Redner, Graf Szechen und PulSzky, dann der Oppositionsmann Banhidy, perhorrescieren die Occupation nicht unbedingt, aber sie lassen Möglichkeiten zu, daß dieselbe als das kleinere unter den zu wählenden Uebeln erscheinen würde. Die Kroaten Vonkina und Horvath sprachen geradezu für die Annexion und beriefen sich sogar auf die Zugehörigkeit Bosniens zur ungarischen Krone. Aus dem Abgeordnetenhanse. Sitzung vom 18. März. Das Abgeordnetenhaus setzte die Spezial-berathung über das Budget, und zwar über den Etat des Ackerbauministers fort. Abg. Schönerer besprach auch diesmal das seinerseits als verwerflich bezeichnet«: Sistem der Subventionierung agricoler Verei»e seitens der Regierung. Herr Proskowetz empfahl Reducierung der Beamten im Ackerbauministerium, Abgeordneter Harant plai-diert für Ackerbaukammern, Graf Consolati für Förderung der Landwirthfchaft in Südtirol, Abgeordneter Heilsberg empfiehlt dem Minister Vermehrung der Lehrmittel an der Leobner Montan-Akademie; Baron Hakelberg endlich verlangte vom Hause Ablehnung der vom Budgetausschuß bean- tragten Auslassung des steirischen Pferdegestüts Piber. Abg. Hausner unterzieht den Etat des Acktr-».^ baumiuisters einer Kritik und gelangt zu der Schlußfolge, daß für die agricole Bevölkerung in Oesterreich viel zu wenig geschehe. Graf Attems sprach für die Aufrechterhaltung des Gestüts Piber. Nach den Ausführungen des Spezialreferenten Abg. Skene wird zur Abstimmung geschritten; diese erzielt das Resultat, daß der Antrag des Ausschusses zum Beschluß erhoben wird. Nächste Sitzung den 19. März. Der Kongreß. Aus Berlin wird gemeldet, Ein- treffen der offiziellen Mittheilung des Friedensinstrumentes in den einzelnen Hauptstädten die Einladungen zum Kongresse an die zur Theilnahme an demselben berufenen Regierungen ergeben können, und derselbe voraussichtlich am 2. April in Berlin zusammentreten werde. Am I9.d. sollten die Eou-riere von Petersburg abgehen, um den Friedens-Vertrag von San Stefano den Mächten zur Kenntnis zu bringen. Der „N. fr. Pr." wird über die Friedensbedingungen geschrieben, daß die Grenzen Bulgariens noch über die von der „Nordd. Allg. Ztg." gemachten Angaben hinausgehen und die Verbindungslinien zwischen Bosnien und dem Reste der Türkei sich auf einen schmalen Hügelstreifen beschränken sollen, der zugleich den ganzen Zwischenraum zwischen Serbien und dem um einen guten Theil der Herzegowina zu vergrößernden Montenegro bilden soll. Russische Rüstungen. „Daily News- erhält aus St. Petersburg die Nachricht, daß zur Ergänzung der russischen Armee die Bildung von 20 neuen Divisionen, zu- IieM'elon. Aus der bulgarischen Geschichte. II. Boris' Sohn, Zar Symeon (893—927) war der bedeutendste Herrscher des alten Bulgariens. Er nahm den Kaisertitel an und gründete ein bulgarisches Patriarchat, um seinen Thron in jeder Beziehung jenem von Byzanz gleichzustellen. Als er die Regierung antrat, war der ganze Osten Europa s von der Elbemündung bis zum Eurotas nnt slavischen Ansiedlungen besäet. Schwache Nachbarn waren die Serben, welche in vier Fürsten-thümer zerfielen. Die Kroaten machten sich im neunten Jahrhundert unabhängig, Swatopluks großmähnsches Reich erstreckte sich von der Drau bis an die Tatra, Pannonien, die Slovakei und Mähren umfassend. Jenseits der Karpathen regierte der mächtige Russenfürst Oleg. Symeons Thronbesteigung war das Signal zum Kampfe mit den Byzantinern, welcher mit seltenen Unterbrechungen 30 Jahre dauerte. Kaiser Leo rief gegen die Bulgaren ein denselben ursprünglich stammverwandtes Volk, die Magyaren (Ibryxot der Byzantiner), zuhilfe. Dem ersten Anprall wichen die Bulgaren, aber als die Magyaren nach Pannonien abgezogen waren, überfielen jene die in Beßarabien zurückgebliebenen Familien der letzteren und metzelten sie theils nieder, theils schleppten sie dieselben in die Gefangenschaft. Als die Magyaren die verwüstete Heimat erblickten, verließen sie dieselbe und wanderten nach Westen, wo sie in der Ebene zwischen Donau und Theiß neue Wohnsitze aufschlugen. Es entstand das Reich der Magyaren, das seitdem wie ein fester Keil Nord- und Südslaven trennt. Eine entscheidende Wendung nahm der Krieg gegen Konstantinopel, als Konstantin VII., der „in Purpur Geborne", als unmündiges Kind auf den Thron kam. Viermal belagerte der Bulgarenfürst Konstantinopel, zweimal nahm er Adrianopel, am Achelousflüßchen bei Mefembria (20. August 917) wurde das byzantinische Heer vernichtet. Außer Konstantinopel und einigen Küstenstrichen war alles in bulgarischen Händen. Die Grenzen des bulgarischen Reiches zogen sich von Mesembria am Pontns bei Adrianopel vorbel bis zur Rhodope. In Mazedonien hielten sich die Griechen nur noch an der Küste. Im Süden ging die Grenze vom Olymp bis zur Kalamamündung, Korfu gegenüber, von Meer zu Meer. Auch die Serben wurden der Botmäßigkeit der Bulgaren unterworfen. Als sie mit den Byzantinern gegen ihre neuen Herren konspirierten, wurde Serbien in eine Wüste verwandelt und eine Menge Volkes nach Bulgarien übersiedelt (924). Inmitten dieser Kämpfe starb Zar Symeon (27. Mai 929). Symeons Nachfolger, Peter (927—968), war kein Held oder Politiker, sondern ein asketischer Heiliger. Unter ihm begann der byzantinische Einfluß wieder seine Macht zu gewinnen. Seine byzantinische Gemalin, Maria, Enkelin des Kaisers Roman, begründete die gefährliche Freundschaft mit den alten Herren und Nebenbuhlern Bulgariens. Der Widerwille des Volkes gegen die schlaffe Regierung Peters sührte zu Empörungen und zur Spaltung des Reiches in Ost- und Westbulgarien. In letzterem begründete der Boljar (Edle) Sisman eine neue Dynastie. Er herrschte in Mazedonien und Albanien. Serbien riß sich vom bulgarischen Reiche los, Magyaren und Petschenegen plünderten in Bulgarien. In Byzanz kani mittlerweile eine kräftigere Dynastie zur Herrschaft. Nikephoros Phokas, un sammen 260,000 Mann, angeordnet wurde. Auch soll eine Landwehr in der Stärke von 200.000 Mann zur Verteidigung der baltischen Küste aufgeboten werden. Dem „Standard" meldet man aus Konstantinopel: Die russischen Gardetruppen sind angewiesen, nach der Räumung des türkischen Gebiets in der Nähe der galizischen Grenze Stellung zu nehmen. Die Russen verlangten von der Pforte die Erlaubnis, einen Theil ihrer Armee in Bulgarien, nahe dem Bosporus, einschiffen zu dürfen. Die Erlaubnis wurde von der Pforte verweigert. Aus Berlin verlautet, daß die Russen alle Maßregeln ergreifen, um den, wie es scheint, unausweichlichen Krieg mit England in Asien in großem Stile führen zu können. Zu diesem Zwecke sucht Rußland die meisten muhamedauischeu Staaten zu gewinnen. Mit der Pforte soll bereits ein Vertrag abgeschlossen worden sein, demzufolge die Türkei sich verpflichte, ein Hilfsheer von 100,000 Mann dem Zaren in Asien zur Verfügung zu stellen. Für diese Leistung würde Rußland die Kriegsentschädigung in Barem erlassen. Gleichzeitig soll in Tiflis ein Allianzvertrag mit Persien unterzeichnet worden sein. Schließlich sollen alle Chanate in Centralasien von Rußland gewonnen worden sein, so daß deren Contingente für russische Zwecke gesichert erscheinen. In Petersburg soll man entschlossen sein, den Krieg in Asien offensiv, in Europa dagegen defensiv zu führen. Die „Natioual-Ztg." meldet aus Wien, die österreichische Regierung habe die sichere Nachricht, daß 18 russische Regimenter an der österreichischen Grenze concentriert werden. Nach dem „N. Wr. Tgbl." verlautet, daß FML. v. Mollinary an die Stelle des Grafen Neipperg als Landeskommandierender nach Lemberg kommen wird, während Graf Neipperg nach Wien berufen wird. Herr Erzherzog Albrecht soll demnächst eine Inspektionsreise nach Galizien an-treten. Aus England. Nachrichten aus Paris zufolge soll die englische Regierung erklärt haben, weder eine Präliminarkonferenz noch den Kongreß selbst anzunehmen, bis Rußland nicht geantwortet hätte, ob es seine Zustimmung dazu gebe, daß der ganze Friedensvertrag dem Kongreß vorgelegt werde. Rußland antwortete, indem es sich auf frühere Versprechungen bezog, den Mächten den Friedensvertrag mitzutheilen, sobald er ratificiert wäre. Pessimistische Eindrücke sind daher vorherrschend. ..HmMnterhause antwortete Northcote in der Sitzung Bunde mit dem Russenfürsten Svjatoslav, bedrängte Bulgarien, als aber die Aufmerksamkeit der Byzantiner durch innere Unruhen abgelenkt wurde, eroberte Svjatoslav Bulgarien (96») für sich, zog über den Balkan, nahm nach entsetzlichem Blutbade Philippopel (970) und erschien an der griechischen Grenze. Aber der kriegerische Kaiser Joannes Tsimisces nahm den Russen Bulgarien wieder ab, und Svjatoslav fiel auf dem Rückzuge an den Stromschnellen des Dnieper im Kampfe mit den Petschenegen; seinen Schädel ließ sich der Petsche-negensürst Kurja zum Trinkbecher formen. Donaubulgarien ward dem byzantinischen Reiche einverleibt, nach 300jährigem Bestände des Reiches. Noch behauptete sich im westlichen Theile desselben die Dynastie der Sißmaniden. Der Schwerpunkt des westbulgarischen Reiches lag in Mazedonien, Ochrida war dort die Residenz, doch dehnte sich das Reich einerseits bis Belgrad an der Save, andererseits durch Albanien bis ans Meer aus. Der Zar ließ sich von Rom die Krone aufs Haupt setzen, keine Confession ward vor der ändern begünstigt. Zar Samuel (976—1014) unternahm es, Symeons Reich wieder herzustellen, aber es stand ein mächtiger Gegner ihm gegenüber in vom 18. März auf eine Anfrage Williams', daß unter den bestehenden Verhältnissen sich die Regierung als berechtigt erachte, die Flotte in der Nachbarschaft Konstantinopels zu belassen, welcher Mittheilung lauter Beifall seitens der konservativen Partei folgte. Die „Morning Post" veröffentlicht einen offiziösen Artikel über den rapid wachsenden Ernst der jetzigen Lage. Der Eonflict mit Rußland sei fast unvermeidlich. Das Blatt deutet die Allianz mit Oesterreich an und betont besonders die Einigkeit des Kabinetts zur Durchführung einer energischen Politik. Die „Times" schreiben, ein Theil der offiziellen Welt in Petersburg behaupte, England sei entschieden für den Krieg. Alle Einwände würden blos gemacht, um Zeit zu gewinnen. Bismarck theile jetzt ganz die Ansichten Englands und Oesterreichs. (?) Der „Daily Telegraph" meldet, drei russische Torpedoboote seien an der Arbeit, um die Einfahrt vom Bosporus in das Schwarze Meer unmöglich zu machen. Lokal-un-provinMl-Ängeleyenheiten. Original-Korrespondenz. Was kein Verstand der Verständigen sieht, Das übet in Einfalt ein kindlich Geiniith. Gurkfeld, 19. März. (Pfeifer der Große.) Hört! hört! Das Problem der Verwaltnngsreform ist gelöst! Man beseitige jedwede Verwaltung, und dann kann wenigstens niemand über schlechte Verwaltung raisonnieren! — Jetzt kann es Herrn Pfeifer nicht fehlen, daß er nnter dem nächsten Ministerium Hohenwart Verwaltnngsminister wird! Der Bürgermeister von Gurkfeld hat der friedliebenden, staats-und fortschrittsfreundlich gesinnten Bevölkerung Krains eine hübsche Ueberrafchung zugedacht: Abschaffung der ganzen staatlichen Verwaltungsmaschine, damit dann der nationale Veitstanz im ganzen Lande ganz ungeniert losgehen kann. Elf Spalten im stenographischen Protokolle des Abgeordnetenhauses füllt die denkwürdige Rede dieses Abgeordnete». Seit seiner Wahl zum Bürgermeister von Gurkfeld mag ihm nichts so viel Mühe gekostet haben, als diese Rede. Die Gründe, die Herr Pfeifer für die Abschaffung der Bezirkshanptmannschaften anführt, sind wirklich sehr triftig, denn es läßt sich nicht leugnen, daß der schlagendste Beweis der Ueber-slüssigkeit der Bezirkshauptmannschaften darin liegt, „daß die Zustellung eines Schriftstückes an einen bezirkshauptmannschaftlichen Beamten in einem Falle durch den Gemeindediener erfolgen mußte!" Wer nach Anhörung dieses schlagenden Argumentes von der Ueberflüssigkeit jener lästigen Bezirkshanptmanu-schaften, deren eine auch dem Bürgermeister von Basilios ll., dem „Bulgarentödter", auf dem Throue von Byzanz. Als 2bjähriger Jüngling begann dieser den Kainpf gegen die Bulgaren, als 64jähri-ger Greis beendete er ihn siegreich (1019). Der Zar Samuel war bereits 15. September 1014 verschieden an einem Herzkrampfe, den ihm der furchtbare Anblick von 15,000 in der Bßlasica-schlacht gefangenen Bulgaren verursachte, welche Basilios II. hatte blenden lassen und ihm so zuschickte. Es gab nun keinen bulgarischen Staat mehr. Das byzantinische Reich herrschte von Istrien bis zum Euphrat, von der Drau bis Eypern, denn auch die Serben- uud die Kroatenfürsten hatten sich der eisernen Faust des Autokraten von Byzanz beugen müssen. Werfen wir einen Blick auf das Kulturleben des Bulgarenreiches von Zar Symeon bis auf den Fall des Reiches. Symeons Regierung wird als das goldeue Zeitalter der Bulgaren bezeichnet. Seine Residenz in Groß-Pröslav, dem römischen Marcianopolis, stand in einer prächtigen Gebirgslandschaft, an der dem Balkan entquellenden großen Kamiüja, vier Stunden westlich von Sumen, wo jetzt ein Dorf Pröslava (türkisch: Eski-Stambnl) mit 200 bulgarischen und 100 türkischen Häusern Gurkfeld auf die Finger sieht, noch nicht glaubt, der braucht zwar nicht 5 fl. zn zahlen, dafür muß er aber noch folgenden Pfeifer'fchen Grund ruhig anhören, ohne daran zweifeln zu dürfen, daß nur im Lande der Glaubenseinheit der Knopf erst mit dem 40. Jahre aufgeht: „Die Bezirkshauptmannschaft Gurkfeld hat dem Bürgermeister von Gurkfeld einige milde Spenden für die Abbrändler im Betrage von 26 fl. erst nach Vorlage des Ausweises der Hilfsbedürftigsten ausgefolgt!" Es klingt wahrlich unglaublich, mit welchen Geistesprodnkten im Abgeordnetenhaus« Paradiert wird! Wie viele Tage Diäten ist Pfeifers Rede (in der Budgetdebatte gleich nach Kapitel 7. Titel 6: „Findclanstalten", gehalten) doch werth? Wer be-rechnet's? Es fällt uns nicht ein, uns in eine Discufsion über die allseitig als nothwendig erkannte Reform der politischen Verwaltung ciuzulassen; dazu ist jetzt nicht die geeignete Zeit; allein mag heute doch gesagt werden, daß man das Pferd nicht beim Schweife aufzäumen darf; man müßte vor allem bei den Gemeinden zu organisiere» anfangen, dann erst zu den höheren Instanzen übergehen. Dies ist eine so allgemein verbreitete Neberzengung (selbst bei Pfeifers Parteigenossen), daß jede Beweisführung zugunsten derselben wol ebenso überflüssig ist, wie etwa dafür, daß das Amt nicht den Verstand gibt, daß ein Abgeordneter noch kein Privilegium hat, alles zu verstehen, daß Herr Pfeifer bei der nächsten Gemeinde-Ausschußwahl in der ganz deutsch und liberal gesinnten Stadt Gurkfeld wieder Aussicht hat, Bürgermeister zn werden, wenn er eS sich in den zugehörigen Ortschaften wieder so viel „Mühe" kosten läßt, wie bei der letzten Wahl, u. s. f. Allein nothwendig dürfte cs fein, daß sich Herr Pfeifer einmal ein Viertclstündchen Zeit nimmt und sich über den Zweck und die Aufgaben der politischen Verwaltung und über die Einrichtnng der Verwaltungsbehörden informieren läßt; dann wird er vielleicht trotz seiner sonstigen Unerfahrenheit einfehen, daß die politische Verwaltung sich denn doch auch mit etwas anderem noch, als bloS mit „Militär-, Schul- und Steuerangelegenheiten" befaßt. Wir maßen nns zwar kein so ansgebreitetes Verständnis über Sachen an. die nicht nnser Metier sind, allein so viel wissen wir doch auch, daß die Gewerbe und Privilegiengesetzgebnng, das Hausierpatent, die Forst-, Jagd- und Fischereigesetze, das Wasserrecht, die Ge-meindegesetzgebung, das Heimatrecht, das Sanitäts-wesen, das Paß- und Meldungswesen, das Vereinsund Versammlnngsrecht und all' die hunderterlei Agenden, die der Wirkungskreis der Bezirkshauptmannschaften umfaßt, in schlechte Hände kämen, wenn sie von den jetzigen Gemeinden in Krain einmal ebenso nicht behandelt werden sollten, wie es steht, umgeben vou zahlreichen Ruinen. Ein Besucher preist seine Paläste und Kirchen mit ihrem Schmuck von Marmor und Knpfer, Silber und Gold, ihren Malereien; den Fürsten in dem mit Perlen belegten Gewand, mit der Münzenkette am Hals und mit den Armbändern an den Händen, mit Purpurgürtel und goldenem Schwert an der Seite; die Großen ihm zur Seite mit goldenen Ketten, Gürteln und Armbändern. Gesetz und Literatur, Sitte und Unsitte übernahmen die Bulgaren von den Byzantinern, es findet sich daher wenig selbständiges Geistesleben. Ein Schüler des Slaveuapostels Method, Konstantin, hat das älteste Denkmal slavischer Kunstpoesie in einem Gebete hinterlassen, welches die Christianisierung der Slo-venen feiert. Er schrieb auch eine byzantinische Weltchronik. Zar Symeons persönlicher Freund, Johannes der Exarch, schrieb den „Hestodnev", die Schöpfung der Welt nach Aristoteles und der Kirchenväter Mustern. Symeons Zeitgenosse war auch der Möuch Chrabr, der Verfasser einer zwar kurzen, aber wichtigen Abhandlung über die Erfindung der flovenischen Buchstaben. Das umfangreichste Werk dieser Epoche ist Symeons „Sbor-nik", eine Eucyklopädie der damaligen byzantinisch- bezüglich des eigenen, sowie bezüglich des übertragenen Wirkungskreises der Gemeinden derzeit geschieht Das wäre eine po «lomaöe-Wirthschaft! Dann könnte man ja gleich den Verwaltungsgerichtshof zu dem seligen Staatsrathe schicken, denn er würde entweder gar nichts zu thun haben, oder er müßte jeden Verwaltungsact der krainischen Gemeinden annullieren — und diesem Geschäfte wäre er nicht gewachsen. Der Ruf nach Reorganisierung des Gemeindewesens ist allgemein; entlastet die Gemeinden! ruft auch Herr Pfeifer mit im Chorus, und dann ruft er aber auch gleich wieder: wozu brauche ich, der Bürgermeister von Gurkseld, mir vom Bezirkshauptmann Acten „zur Aeußerung" gebeu zu lassen? ich Will alles selbst entscheiden, ich, der Bürgermeister von Gurkfeld — bald wäre mir der Ausdruck: Bezirksberger von Slovenien, heransgerutfcht. Geradezu klassisch ist der Spaß zu nennen, den der kleine Herr Groß-Pfeifer sich machte, als er stolz wie ein Spanier in die Welt rief: Wir autonomie-privile-gierte Bürgermeister müssen alles für die Bezirks-hauptmamischaften arbeiten! Hat denn Herr Pfeifer gar nichts davon gehört, daß die derzeitigen Gemeinden Krams nicht lebensfähig sind, daß dieselben vielfach keine Idee von ihren Verpflichtungen haben, geschweige denn dieselben erfüllen, daß die Bezirks-hanptmannschaften bei jeder Gelegenheit die Gemeiu-den supplieren müssen? Hat denn Herr Pfeifer die letzten zehn Jahre ganz verschlafen? Ja, ja! Das „Ich" in der Form der bezirkshauptmannschaftlichen Erledigungen quält den „großen Pfeifer aus Gurkfeld" ganz schrecklich! Wie viel schöner wäre es, wenn der Jch-Bürgermeister von Gurkfeld in dem „eigens für die Bezirkshauptmannschaft hergestellten großen Gebäude" säße und der Bezirksfeldwebel, der Steuereinnehmer uud der Bezirksfchulrath unter ihm arbeiten müßten! Dabei fällt mir ein, daß es denn doch noth-wendig ist, den bescheidenen Herrn politischen Reorganisator darüber aufzuklären, was ja sonst jeder gebildete Mann weiß, daß der Bezirksfeldwebel nicht das Militärwesen bearbeitet, wie Herr Pfeifer glaubt, sondern nur die Evidenz der Urlauber, Reservisten und Landwehrmänner führt, daß der Steuereinnehmer nur die Perceptiou der Steuern hat, das große sonstige Steuergeschäst erster Instanz jedoch, insbesondere das Erwerb- und Einkommensteuergeschäft, die gefammte Exemtion, die Stenerabfchrei-bung nnd Zufristnng, die Erwerbsteuer, Steuer-kataster rc. bei der Bezirkshauptmannschaft geführt wird, und daß der Bezirksfchulrath ja niemand anderer ist, als der Bezirkshauptmann, der, wie Herr Pfeifer als Bezirksschulrathsmitglied wissen sollte, alles für den Bezirksfchulrath arbeiten und meist auch denken muß. christlichen Gelehrsamkeit, welche theologische, philosophische, rhetorische und historische Abhandlungen aus 2« griechischen Schriftstellern umfaßt. Eine eigeuthümliche Literatur ist jene der „Bogomilen", einer Religionssekte, so genannt nach dem Popen Bogomil und entstanden in den ersten Decennien des zehnten Jahrhunderts aus einer Vermengung orientalischer Glaubenslehren mit christlichen Elementen. Der Dualismus vom guten und bösen Gott, welcher den Hauptinhalt bildete, knüpfte an den altslavischen Mythus vom und schwarzen Gott, und fand um so leichter Entlang j,i dem kaum dem Heidenthum entrückten Volke. Das böse Prinzip, der Satan, galt den Bogomilen, welche auch Manichäer und (in Bosmen) Patarener genannt wurden, als Schöpfer der Welt; die Erde, sein Werk, war nach ihrer Ansicht daher auch zum Untergänge bestimmt, die außerkörperliche Welt dagegen ewig und unveränderlich. Körper und Geist, Zeit und Ewigkeit fanden sie in der Seele des Menschen vereint, sie war ihnen ein vom Himmel gefallener und im Leibe eingekerkerter Engel, der nach des letzteren Tode dahin zurückkehren werde, woher er Der Herr Gerngroß-Pfeifer scheint nach dem Gesagten in dem Gegenstände, über den er am 14. März 1878 das Abgeordnetenhaus quälte, ziemlich ignorant zu sein und nur die günstige Gelegenheit haben benützen wollen, um wieder eine» nationalen Schmerzensschrei in veränderter Forni los-zulasseu. und um gleichzeitig dem Bezirkshauptmanne in Gurkfeld, dessen notorische Schulsreundlichkeit unseren politischen Gegnern ein Dorn im Auge ist, und die wahrscheinlich auch dem „in Bleiweis und Klerisei aufgegangenen, ehemaligen Jungslovenen" Herrn Pfeifer (fast ein ebenso slavischer Name wie Bleiweis) nicht zu Gesichte steht, etwas anzuhängen. Wen Herr Pfeifer mit seinem Prenßen-Mähr-chen meinte, wissen wir natürlich nicht, wir können es jedoch mir im Interesse der Verwaltungsbeamten Krains wünschen, daß der Minister des Innern dieser Dennnciation auf den Grund sieht; wir haben sowol von dem Patriotismus als von dem Takte der krainischen Bezirkshauptleute eine zu gute Meinung, als daß wir einen derartigen Anwurf, den übrigens Herr Pfeifer auch nur vom Hörensagen weiß, für etwas anderes als für Verleumdung halten können. Die Verwaltungsbeamten Krains huldigen ausnahmslos, wie wir glauben, dem Fortschritte und der Idee der Zusammengehörigkeit Oesterreichs; das ist's, was den Mann, der die große Rede redete, so kränkt! Um den Richterstand braucht sich Herr Pfeifer nicht anzuuehmen! Der weiß dem Herrn Pfeifer um diese zweifelhafte Ehre keinen Dank! Auch der Richterstand ist Gottlob größten theils dem Geiste unserer Verfassung treu, und es wird den Sirenenrnfen jener, die die Beamtenbranchen unter einander verhetzen wollen, ihr edles Handwerk nicht gelingen! Herr Pfeifer hat sich jedoch nicht nur über den Gegenstand, über den er sprechen zu müssen glaubte, damit er nicht mit „Barbo dem Schweiger" aus eine Stufe gestellt werde, nicht informiert, erscheint daher, obwol er slovenischer Bürgermeister der deutsche» Stadt Gurkfeld ist (Art. 19), vor der Oeffentlichkeit als Ignorant in Verwaltungsfragen, sondern er zierte sich auch mit maßloser — „Bescheidenheit", indem er seine Klatschereien mit der Versicherung begann, daß das, was er sagen werde, „die in maßgebenden Kreisen herrschende Anschauung" sei!? — (Die Abbrändler in Altendorf) erhalten aus der kaiserlichen Privatkasse eine Unterstützung im Betrage von 1500 fl. — (Personalnachricht.) Se. Majestät der Kaiser hat den neu ernannten Herrn Landes-präsidenten Ritter v. Kalliua vorgestern in Audienz empfangen. — Der Rechtsprakticant Herr Andreas Ogorek wurde zum Gerichtsauseultauten in Krain ernannt. — Der Oberinspektor der Südbahn. Herr gekommen. Eine Willensfreiheit war nach der Bogomilenlehre dem Menschen nicht eigen. Den Fall des Menschen hat Satan verschuldet, dieser herrschte unbestritten in der Welt bis auf Christus. Das Ergebnis der Erlösung ist die Befreiung der Seelen, welche, aus ihrem Gefängnisse, dem Leibe, zum Himmel rückkehren. Die Bogomilen nahmen die Lehre Christi an, wie sie in dem neuen Testament niedergelegt ist, verwarfen aber die Sakramente, als körperliche und sonach satanische Zeichen. Die Gläubigen theilten sich in „einfache Gläubige" und „Vollkommene", nach der Schwere der Pflichten und der Lebensweise. Die Vollkommenen mußten allen irdischen Gütern, dem „Reste der Seele", entsagen, durften keine animalische Nahrung genießen, die Tödtnng eines Thieres betrachteten sie als ein nicht minder schweres Vergehen, wie jene eines Menschen. Darum verwarfen sie sowol Krieg als Todesstrafe. Sie führten ein hartes, echt mönchisches Leben. „Vollkommene" Christinnen hatten dieselben Pflichten wie ihre männlichen Genossen. Schwarz gekleidet, befaßten sie sich mit Handarbeiten, mit Jugenderziehung, mit Armen- und Krankenpflege. Friedrich Wagner, wurde definitiv zum Leiter der Maschinenabtheilung ernannt. — Die Herren Obcrstlieuteuant Ritter v. Horsetzky in Graz und Theaterdirektor Kotzky in Linz wurden vom Schlage getroffen; ersterer starb sofort, letzterer erholte sich wieder. — (Die Generalversammlung) der Aktionäre der krainischen Escomptebank findet morgen um 4 Uhr nachmittags in Laibach statt. — (Das gestrige Militärkonzert) füllte wieder fämmtliche Restaurationslokalitäten tm Hotel „Europa", die Gäste huldigten dem Losungsworte „Heiter auch in ernster Zeit" und zollten den Opern-, Operetten- und Tanzpiexen lauten Bei fall. Dem Wunsche der Mehxzahl der anwesenden Gäste entsprechend, wird in den genannten Lokalitäten allmonatlich ein Konzert der Regiments-Musikkapelle stattsiildcu. — (Landschaftliches Theater.) Fräulein Sipek wurde bei ihrer vorgestrigen BeueAz-vorstellung für ihre gute Leistung als „Anna" in Boildieu's „Die weiße Dame" mit wohlverdientem Beifalle ausgezeichnet und Vonseite einiger Theaterfreunde mit Kranz- und Bouquet-, nebstdem mit werthvollen Schmuckspenden begrüßt. Herr Patek (George) schien im ersten Acte nicht disponiert, trat erst ini dritten Aufzuge mit großem Erfolge inS Treffen. Der junge Sänger wolle uns gestatten, ihm den wohlgemeinten Rath anzufügen, seiner Stimme möglichste Schonung angedeihen zu lasten, damit eS ihm ermöglicht werde, größere Opernpartien ausdauernd zu bewältigen. Obgleich der Part her „Margarethe" infolge Erkrankung des Frl. Huerper wesentliche Einbuße erlitt, zeigte sich das mittelgut besuchte Haus mit der vorgestrigen Opernvorstellung doch zufriedengestellt. — Zum Vortheile des verdienstlich wirkenden Opern- und Operettensängers Herrn Weleba gelangt heute die amüsante und hier sehr beliebte Operette „Girofle - GiroflL" zur Aufführung. Möge das hiesige Publikum sich geneigt finden, die lobenswerthen Fortschritte des Benefizianten durch heutigen zahlreichen Theaterbesuch zu belohnen. Die philharmonische Gesellschaft gab gestern ihr viertes Saisonkonzert. Dasselbe trug durchgehenos den Charakter echter klassischer Musik; mit C. Reinecke's Ouverture zu „Alladin" wurde dasselbe eröffnet und diese vom Orchester sehr präcise zur Aufführung gebracht. Der Com-ponist hielt sich Mendelssohn vor Augen und schuf ein correct gearbeitetes, im lebhaften Tempo sich abwickelndes Tonstück. Unangenehm berührte die nicht vollkommen harmonierende Stimmung der Blasinstrumente. Den Glanzpunkt des Abends bil- Die kirchliche Hierarchie verwarfen die Bogomilen vollständig. Jeder „Vollkommene", Mann oder Weib, durfte predigen. Die kirchlichen Oberen („Bischöfe" und „Apostel" oder „Strojniks", diese wieder in „Gosti" und „Starei" zerfallend) wurden von der Gemeinde gewählt. Eine oberste Gewalt, etwa der päpstlichen ähnlich, besaß keiner der Bischöfe. Es gab weder Kirchen- noch Gottesdienst, gleich den alten Slaven riefen die Bogo-rnileu überall Gott an, unter freiem Himmel, auf Bergen uud in Hainen, oder in ihren Hütten. Bilderdienst verwarfen sie, ebenso die Messe als „Vielrederei" (wlloKoßlLßolLii.jtz). Dagegen wurde allmonatlich öffentliche Beichte abgelegt, doch ohne namentliche Anführung der Sünden. Eine so düstere, von sinnlichen Dingen sich abkehrende Glaubenslehre und die durch dieselbe hervorgerufene Spaltuug des Volkes in zwei Par teien, Orthodoxe und Bogomilen, mußte bei dem vorwiegenden Interesse des Mittelalters für religiöse Fragen die Widerstandskraft gegen den eroberungslustigen Islam schwächen und demselben rasche Erfolge ermöglichen. dete C. M. v. Webers Klavierkonzert, welches Herr Zöhrer meisterhaft vortrug. Der erste Satz bringt ein in Moll gehaltenes Motiv, der zweite einen effektvollen, an Melodien im „Freischütz" erinnernden Marsch und der dritte ein mit brillanten Figuren auSgestattetes Schlußstück. Herr Zöhrer leistete inbetreff der Technik, Auffassung und Correctheit des Anschlages sehr Lobenswerthes, dem meisterhaften Spiele wohnt in erster Linie Leben und Frische inne; Herr Zöhrer wurde mit immensem Beifall und zweimaligem Hervorruf ausgezeichnet. Fräulein Anna v. Zhuber trat als Liedersängerin vor die Oeffent-lichkeit. Im ersten Liede: „Liebestreue", von I. Brahms, machte sich Befangenheit geltend, jedoch im zweiten, freundliche Weisen anschlagenden Liede: „Im Maien", von F. Hiller, erwarb sich das Fräulein wohlverdiente Anerkennung. A. Rubinsteins Sphärenmusik für das Streichorchester erfuhr entsprechende Aufführung, bewegt sich nicht in überirdischen, sondern in ganz gewöhnlichen, uns bereits bekannten Regionen. Die Anlage und Ausführung dieser Com-position bringt nichts Neues, nichts Besonderes, hat demnach die Zuhörerschaft nicht himmelauf erhoben. Freunden der klassischen Musik gewährte Beethovens Symphonie Nr. 8 aus L'-äur besonderen Genuß. Der erste Satz entsprach nicht vollkommen den Intentionen des alten Tonmeisters, er wurde anstatt „^UeZro vivLLS s eon drio" — im mäßigen Tempo und matt vorgetragen; die übrigen drei Sätze: sederrsnäo«, „I'ewxo äi üle- vutztto" und „Allegro vivace" ließen nichts zu wünschen übrig, insbesondere bildete der lebhafte und elektrisierende Vortrag des letzten Satzes einen würdigen Abschluß des gestrigen vierten Gesellschaftskonzertes. Witterung. Laibach, 20. März. Vormittags angenehm warm, nachmittags trübe, heftiger SO. Temperatur: morgens 7 Uhr — 16°, nachmittags 2Uhr -s- 9 0° 6. (1877 > 14 2°; 1876 — 0 2° 6.) Barometer 733 97 wm. Das vorgestrige Tagcsmittcl der Temperatur — 18°, das gestrige -s- 16°, beziehungsweise um 5-3° und 2 0" unter dem Normale. Verstorbene. Den 17. Mi ärz. Jakob Pauschek, Schuhmacher, 64 Jahre, Hafuersteig Nr. 8, Lungentuberkulose. Den 18. März. Ferdinand Jagritsch, Fabriks-beamter, 35 I, Maria Theresiastraße Nr. 10, Tuberkulose. — Margaretha Bokaufchck, Arbeiterskind, 9 Monate, Tirnauergafse Nr. 25, Lungc»entzündung. — Ruscro Pcc-ecnin, Bahnschlossers Kind, 13 Mon., Kuhthal Nr. 2, Keuchhusten. — Anna v. Hadary, Gräfin v. Engelhaus, königlich ungar. Hofsckretärswitwe, 71 I., Bahnhofgasse Nr. II, Schlagflnß. — Sylvester Steirer, Zwängling, 40 Jahre, Zwangsarbeitsanstalt, Lungenentzündung. Den19. März. Maria Jurmann, Handelsmanns-witwe, 63 I., Franziskanergasse Nr. 12, Zehrfieber. An.qekommene Fremde am 19. März. Holcl Stadt Wien. Pirker, Ingenieur, Trifail. — Wall stabe, Berlin. - Austerlitz, Linz. — Lustig, Saaz. — Lang Anna, Cilli. — Syz, Graz. — Baron Scholl, Generalmajor, Wien. Hotel Elefant. Gerzabek, Ingenieur, mit Frau; Brandt, Wenzel, Kslte., und Hupmann, Wien. — Burdu, Re-viersörster, Maunitz. — Herreczbachcr, Reis, Fünskirchen. Schröder, Kfm., Lyon. — Skodler, Privat.,' Graz. — Banelli, Vizekonsul, Budapest. «aierischer Hof. Kautfchitfch, Oberkrain. — Panlitsch, Be-ninger, Hdlslte,, nnd Koziantschitsch, Triest. — Heigl-mayr, Etzenberg — Kofchir, Aradipolli. Hotel Europa. Stänner, Villach. — Sark, Wippach. Gedenktafel über die am 22. März 1878 stattfindcnden Li-citationen. 3. Fcilb., Bilc'sche Real., Feistriz, BG. Feistriz. — 3. Fcilb., Pregel'sche Real., Ustje, BG. Littai. - 3. Fcilb., Rezek'sche Real., Bojansdors, BG. Müttling. — 3. Feilb., Starasinii'schc Real., Krasinzc, BG. Möttling. — Z. Fcilb., Rachne'sche Real., Dragotschcin, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Jermann'sche Real., RoZanc, BG. Tschernembl. — 2. Feilb. Gcrbcc'schc Real., Ulaka, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Mnlc- sche Real., Unterseedorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Pru-dtt'schc Real, Niedcrdorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Na-oode'sche Real., Kalze, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Petrtt'sche Real., Martinsbach, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Rebernik» sche Real, Michclstctten, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Pctkovsck'schc Real , G->rkarcvcc, BG. Loitsch. — 2. Fcilb., Makck'schc Real., Brod, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Mah-ntt'schc Real., Planina, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Obrcza-schc Rcal., Zirkniz, BG. Lvitsch. — 3. Fcilb., äukck'sche Real., Altdirnbach, BG. Ädclsbcrg. — 2. Fcilb., Apchar-schc Real., Sabctich, BG. Tscherncmbl. — 2. Fcilb., Rom-sche Rcal., Razane, BG. Tschcrncmbl. — Reass. 2. Feilb., Sormann'sche Rcal., Klcnck, BG. Adclsbcrg. — Rclic. Valcniil!'schcr Real., Grdb. sä Prem, BG. Adelsberg. Theater. Heute (gerader Tag): Zum Vortheile des Opereltcnsängcrs Ottokar Wcleba: Giroslü-Giroslü. Komische Oper in 3 Acten von Albert Vanio und Eugen Letterier. Musik von Charles Lecoeq. Telegramme. Wien, 18. März. In öffentlicher Sitzung der ungarischen Delegation begründete Falk den bekannten Beschlußantrag betreffs Bewilligung des M-Millionen-Kredits. Mehrere Redner ergriffen das Wort, welche fast durchaus erklärten, daß sie den Kredit votieren, jedoch trotzdem auf eine friedliche Lösung hoffen. Graf Szechen brachte einen amendierten Beschlußantrag betreffs Bewilligung des Kredits ein. Morgen Fortsetzung der Debatte. Berlin, 18. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Nach Eintreffen des Friedens-documentes in den einzelnen Hauptstädten werden die Einladungen zum Kongresse ergehen, welcher voraussichtlich am 2. April Zusammentritt. London, 18. März. Im Unterhause erklärte der Schatzkanzler Northcote, mehrere Anfragen beantwortend, unter den bestehenden Verhältnissen erachte sich die Regierung berechtigt, die Flotte in der Nachbarschaft Konstantinopels zu belassen. (Beifall der Conservativen). Rußland verweigerte nicht die Zulassung Griechenlands zum Kongresse, warf aber die Frage auf, in welcher Eigenschaft der Vertreter Griechenlands zuzulassen sei. London, 19. März. Reuters Bureau meldet aus Konstantinopel von heute: Die Pforte stellte dem Großfürsten vor, daß gegenwärtig die Einschiffung russischer Truppen in San Stefano unmöglich sei und daher vertagt werden müsse. Petersburg, 18. März. Die „Agence Russe" meldet: „Der Präliminarfriedensvertrag geht morgen mittelst Spezialcourieren fünf Großmächten zu. Reonf Pascha verläßt heute Petersburg." Telegrafischer Äursbericht am 20. März. Papier-Rcnte 62 25. — Silber-Rente 66 10. — Gold-Rente 73 SO. — 1860er Staats-Anlehcn 111.20. — Bank-aetien 794. — Krcditacticn 230 50. — London IIS'50. — Silber 105.85. — R. k Münzdukaten 5 61'/,. — 20-Francs-Stücke 9-55. —100 Reichsmark 58 75. Danksagung. Für die herzliche Antheilnahme während der Krankheit meiner unvergeßlichen Mutter, der Frau Harolme Sojhio, k. k. Rechnungsrathes Witwe, sowie für das zahlreiche Geleite zu deren letzter Ruhestätte, und für die schönen Kranzspenden fühle ich mich verpflichtet, in meinem und der anderen Verwandten Namen hiemit den herzlichsten Dank zu sagen. Laibach, 20. März 1878. Marie Bosizio. Wer wünscht gute Kiichc, guten Wein, Kehre im Hotel „Europa" ein! Schnnko's Braten munden alle sein, Tankers Weine, weiß und roth, sind rein! Wo zu finden solche Küch' und Keller, — Wird geleert das Glas nnd voller Teller. (lb9) im Namen vieler Gäste. Herrn ?. Lek... Laibach. Durch die Nachricht, daß Ihre E ... von einem Maskulinum entbunden wurde, freudig überrascht, beeile ich mich, Ihnen meinen Glückwunsch darznbringen, und bedauere gleichzeitig jene dreizehn Herren, die sich in ihren Erwartungen getäuscht sahen. (140) Ein Unbetkeikigter. Ein Darlehen von 25VV fl. wird vom 15. Mai d. I. an und ein weiteres Darlehen per 45VV fl. vom 1. September d I. an gegen 6perz. Verzinsung und Sicherstellung desselben aus ein Landgut oder Grundstück angeboten. Auskunft hierüber wird ertheilt in der Notariats-Kanzlei des I»»-. in Laibach. (136) 3-1 Äuwa s Hraz. Aeugaffe 3. 2. Stock. Konzert-, Salon- und Stutzflügel, Pianinos und Harmoniums vorzüglichster in- und ausländischer Firmen. Alleiniges Depot der preisgekrönten Instrumente von I. Blüthner in Leipzig und E. Kaps in Dresden, und der amerikanischen Eftey Orgeln. Verkauf, Vermiethung und Austausch. — Leichte Zahlungsmodalitäten. — Billigste Preise. (137») 3 WM" Preiskataloge gratis und franco. "WM Für ÄavierMllagogen um! Kkavier- stullmen^e. Theoretisch-praktische mnokorte-Irlmlk. M. Lim, Musik-Jnstituts-Direktor. Verlag des Verfassers in Graz. Zu beziehen durch alle Musik- und Buchhandlungen. Mit 116 Originalstudien und 76 theor. Aufgaben. Prospectc mit Urtheilen von Musikautoritäten gratis und franco. L. Köhler, der berühmte Musikpädagog, an den Verfasser: „Nehmen Sic meinen Glückwunsch zur Vollendung eines so umfassenden Werkes, welches Ihren Namen gewiß weit und breit zu Ehren bringen wird." — Der Mnsik-fchriftstellcr F. H, j,, einer Kritik: „Ich halte die Klavierschule von I. Buwa für das bedeutendste Unterrichtswerl der neuesten Zeit." „Erinneruugs- (Wand ) Kalender für Musiker nnd Musikfreunde." Preis 50 kr. ö. W. (137b) 3-1 Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberq. Karl Z. Till. Buch- und Papierhandlung, Hatkaurpkatz 2l iniä Unter iler Trantfckc 4. Reich sortiertes Lager von Bureau- und Comptoir-Requisiten, Papier, Schreib- und Zeichnenmaterialie«. Das Neueste in Papiereoufeetion, elegante Monogramme auf Briefpapieren und Couverts. Annahme von Bestellungen auf Visitkarten.