M- >«4 Dienstag IE. August I8VV. . Jahrgaug PrannmeratioutpreiS: Fiir Marburg monatlich I fl. Zustellung inS HauS 15 kr. Für auswärt» monatlich I fl. »0 kr., vierteljährig L fl. 90 kr. Einzelne Blätter 4 kr. -- JnsertionSgebühr 6 kr. pr. Zeile nebst Stempel. politische Neberstcht. Die beabsichtigte Austreibung der Deutschen aus Frank-reich erregt in der ganzen zivilisirtrn Welt die größte Entrüstung und es wurde bereits die Frage aufgrworsen. ob Preußen mit einer ähnlichen Varbarei auf diese Maßregel antworten werde. Es ist lvohl nicht anzu nehmen, daß De utschland daS Recht der Wiedervergeltung brauchen »verde, daß eine deutsche Regierung sranzösischen Unterthanen ein Verbrechen dar-aus machen werde, daß sie dem Lande angehören, welches das Unglück hat. einen Napoleon III. aus dem Thron zu sehen. Die in Deutschland lebenden Fronzoscn mögen ruhig sein; sie werden sich mit der übrigen Welt davon überzeugen, daß eS Deutschland ist. welches an der SpiPe der Civilisation schreitet. Aus Paris gelangrn nur verstümmelte und «ntstellte Nachrichten über die Grenze. So viel ist sicher, daß cs in der Sitzung des ges'ß-gebenden Körpers vom 13. d. zu heftigen Szenen gekommen ist. Än Folge einer Rede Gambetta's erklärte sich die Kammer als geheimes Komite. Ueber die Bor>Mge in demselben zirkuliren nur Gerüchte; so soll namentlich auch Thiers eine mit Enthusiasmus aufgenommene Rede gehalten haben. Man kolportirt in Paris eine Stelle aus Thiers Rede, wonach das Kaiserreich bereits außer Kombination stehe; es gebe keinen Kaiser, keine Kaiserin mehr; Erbin sei die Republik! Die oppositiönellen Führer wollen daS Signal zu einer Erhebung jeKt noch niiht geben, sondern halten dafür, die bevorstehende Niederlage Müsse noch von Napoleon selbst erlitten werden. Paris wird verproviantirt. Der englische und österreichische Botschafter haben gegen die dlohknde AuSlveisung der Deutschen aus PariS Schritte getha». Die Aufregung der Bevölkerung ist unbeschreiblich. Die Napol eonS frier ist Montng unterblieben. Die Behörden fürchteten für diesen Ta»^ das Aeußerste und lassen, um die Auftnerksam-keit abzulenken, die Nachricht verbreiten, daß am 15. eine Hauptschlachl erfolgen werde. Voelvremo. Nach einer Version wklche wir vorläufig für unwahrscheinlich l)al' ten. lvill Gklis Potocki noch vor Zusammentritt des Reichsraths seine Würden niederlegen. nach einer anderen hal er nur die Absicht, eine Purifikation des Miuistcriums vorzunehmen und sich namenilich des Baron Petrino zu enttldigen. Das Mittistcrium hat beschloilen. in einem vom Minister des In-nern unterzeichneten Reskripte an die Landtage die Nothtvendigkeit des baldigen Zusammentritte» der Delegationen hervorzuheben und demgemäß um die sofortige Bvrnahme der Reichsrathswahlen zu ersuchen. ______ „Staatsgksührlich". Es ist zwar unerquicklich die Komödie zu beachten, welche unscre famosen ÄuSglcichsminlster in Szene setzen; aber wir wollen, obwohl die Welt mit fieberhafter Spannung auf die blutige Tragödie, die sich in Frankreich abspielt — lauscht, unseren Lasern auch em Bild von dem segensreichen (?) Wirken des Miuisteriums entrollen, daS uns nun schon vier Monate begliickt. — Erst scheiterten alle Ausgleichsversuche, dann solgte die Auflösung der Landtage, die Entlassung Wldmanns. dann kam daS Trumpf Aß zum Einstich: die Spreng^ung des böhmisch-'N Landtags. Der Minister !)es Innern und derPoliz,i kann stolz sein auf seine Heldenth 't» er hat wie der hl. Georg den Lindtvurm der sozialen ^rage. die Sozialdemokratie todt gemacht lvie eine Ratte; um diesen herrlichen Sieg könnte ihn wirklich sogar Bach beneiden. Gras Taafe hat seine hoffentlich baldige Pensionirung redlich verdient; er hat daS Vaterland gerettet, er hat es von der sogenannten ..Staats-gefäl)rlichkeit." gesäubert; davon wissen unsere Kerker zn erzählen. Und so einen Mann liaben wir so lan.ie vergeblich suchen müssen; endlich ist er da und rettet die Monarchie nach Innen, ivi,: eS unser lieber Reichskanzler Beust noch Außen thut. Ja ja. wir können rul)ig schlafen Diese fatale freisinige Presse, das ist auch so ein lästiges, unbequemes Institut, sie hat so eineü Miblirauch von ihrer Freiheit gemacht, daß wir eS nur ihr verdanken können, daß unser Land nicht von Feinden über-schwemmt ist; das muß wohl ärgerlich sein für einen ausgleichslustigen Minister. Der verständigen Haltung deS größten Theils der Journale seit Beginn des Krieges, ihrem Scharftlick. ihrer richti.len taktvollen Erkenntniß der wahren Sachlage ist es z>» danken, daß der Rachedurst so lange auf-geheilten tvurde. bis dte stegreichen Erfolge der Deutschen sogar den Blin-besten die Augen öffneten. Und daS wird sie schwer büssen müssen, diese naseweise Presse, die sich in alles hineinmischt und sich anmaßt gescheidter ut»d patriotischer zu sein lvie die Regierung; auf ja und nein »vird ein scheinbarer Vorwand dazu lierhalten müsstn. um all den schönen Thaten deS Ministeriums Mlt einem „AusnahmSzustand" die Kro»e aufzusetzen. Die Borläuser d.>zu sind schon erschienen. daS Verbot der HerauS-gäbe von Extrablättern und die Auslösung der Arbeiter-VildungSvereine. Riecht das nicht alles nach einem Staatsstreich? Ol) eS auch ein Rechts-bruch ist, was kümmert daS? — Böhmen, Polen und Tirol haben schon gesorgt dasür. daß unserer Verfassung die einzige, wenn auch schw^ich- Stütze, die Reichsvertretung entzogen ist durch Nichibcschickung deijelben; und daS ist cs, waS unseren Ministern erwünscht scin muß; denn sonst ivärcn dieser Regierung die Tage gezählt und diese Herren, die jede Harmlosigkeit für „staats.,esährlich" ansel)en, Taafe, Petrino und wie sie sonst noch heißcn. könnten in ihr früheres Stlllleben zurück treten, detn sie geiviß nur die Laune des Zufalls enttisskn hat. Julius. Marbargrr Derichtt. Marburg IS. August. (Verein „Fortschritt'^.) Mitrvoch den 17. d. MtS. findet in Götz'S Salon Abends halb 8 Uhr eine Vereinsversamrnlung des politischen Vereines „Fortschritt" statt, wozu nur Mitglieder U"d eingeführte Gäste Zutritt haben. Tagesordnung: 1. Bericht über die Versammlung der Liberalen vom 7. August. 2. Pltition an den hohen Landtag hinsichtlich der Wünsche der Liberalen der Unterfteiermark. 3. R.ferat über Gasbeleuchtung, Feuerwehr und Zimentirung. 4. Eventuell Vortrag deS VereinsobmanneS Max Baron Rast. ot> daS plaootum rogium mit un-srren Staatsgrundgesetzen vereinbar ist oder nicht. (Zu beachten.) Bekanntlich ist ein ^uteS Gl^s Wein sür Krankt und Rekonvaleszenten b.sonders sür durch VästeverlMt Geschwächte ein von den Aerzten empsohlcneS Lal)emitlel. In Graz lvurde eine Subskription in engeren Kieiseii eröffnet, um den Spilälern der deutschen Armee in dieser Richtung Beilnlse zu leisten. Die ersten Wcinfirmen des dortigen Platzes, als die Herren ^leinoschcgg. Marchel ze. haben nam-haste Quantitäten zu diesem Zwccke dein HilfSkomite unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die ersten Tage dieser Woche geht die eine Waggon-ladung solcher gespendeten Weine von Graz ab. Wir hegen die Ueber-zeugung. daß dieses Beispiel in Anbetracht des rein humanen Zw ckes auch auf hiesigem Platze Nachatimung finden werde; wir machen daher aufmerksam, daß Herr Riekh. Lrderfabrikant in Graz, die Uebrrnahme / und Weiterbeförderung solcher Sendungen bereitwilligst übernommen hat^ auty ist die Redaktion diescS Blattes zu »veiteren Auskünften bereit. (Vom Gymnasium). Der von der Direktion des hicsigen k. t. Gymnasium» veröffentlichte Jal^reSberichl. entl)ält als Hauptbestandtheii zwei wissenschaftliche Aufsäjje. Der erstcre unter den Titel: „Marburger Namcnbüchltiu" ist vom Herrn Prof. R. Reichel mit großer Sachkenntuiß und bedeutender Mühe auS Urkunden deS 12. 13. 14. 15. und 16. Jahr-hunderte» zusammlngeftellt; inSbesonderS für die Geschichte Marburgs bietet diese Arbeit ein schähbareS Materiale. dem Germanisten wird diesllbe eine höchst willkommene Gabe sein. Ebenso ist der Auffap deS Herrn Prof. I. Plijk: Ltsra roltopis lirsjoslceßx» we8ta, eine streng wissenschaftliche Arl)eit, welche eine vom Herrn Verfasser in l'em Stadtarchive von ltrainburg aufgefundene Eidesformeln enthaltende und aus dem 16. Jahrhunderte stammende Handschrift behandelt; dirselbe ist cineS der ältesten schriftlichen Denkmnle der slowenischen Sprache, und wird daljer vom Herrn Verfasser mit besonderer Gcnaui>jteil zerlegt. Den Schulnach. richten entnehmen wir. daß an der Anstalt achtzehn L.hrkräfte wirkten, darunter cilf Professoren, vier jupplicrenoe Lehrer und drei Nebenlehrer. Als fielt Lehrfächer wurden gelehrt: Zeichnen, sranzöslsche Sprache, slvve-Nische Sprache (sür Deutsch'). Mitlelchochdeutsch. Steno.iraphie. st ier-Märkische Geschichte. Turn u. G.^sang. Die Lehrmiitelsammlungen. iiisbe-sondere die Bibliothek. eihiUl^n icichllcheu Zuwachs, sowohl durch Gejchcnke als durch Ankauf. An Stipendien erhielten die Schüler die bedeutende Summe von 2018 fl. 56 kr. in 22 Stipendiln. Die Schülerzahl betrug am Beginne dlS Schuljahres 3O1. am Schlüsse 275. (Bermuthli cher Raubmörder). Borige Woche wurde beim Grundbtfikkr Rodoscheg bei Petlau ein Raubmord begatigen und mehrere Kleidungsstücke u. s. w. entfremdet. DeS Raubmordes verdächtig ist ein Sügerurlauber Namens Johann Dlsterscheg. w.lcher auch steckbrieflich tele-grafisch verfolgt wurde. Cs wurde e»n Beamter von Pettau abgesandt, welcher die Spur des Mörders an vier Orten ciuffand und dieselbe bis Marburg verfoljste; hier wurde am Slimstt,ge ein iNilitärurlauber Ramenö Aranz Skröfilsch durch den Poliz livachmann Sker^zeth beim verdächtigen Verkaufe eines Weiiierrrock^s v^rh.tftel. und wegen Fuiidver-heimlichung zu drei Tagen Arrest verutthcilt. Dem Pettauer Beamten wurde der Vcrhastetc voriiesiihrt und derjelbe glaubte in ihm den des Raubmordes Berdächtigen zu erketuien. weshalb dersclbe heute unter GenS-darmeriebegleitung zur Konfrontaiion nach Pettau abgeliefert wurde. (Wichtig sür Reisende). (Segen (Lnde August 1870 werden von BiU^'ch nach Gorz und ebenso retour, über de» Previl regeimählge Post'Mallefahrten stattfinden. Die Pussagier-Aufnahme wird eiue unbe« dingte sein, da sowohl in Billach als auch ln Görz für ven etwaigen Bedarf stets eine Anzahl Beitpäc^eu in Bereitfchaft stehen werden. (Lehrerverein). Donnerstag den 18. d. M. um 11 Uhr Vormittags findet im Lehizimmer der 4. Klasse der Knabenhauptschule eine außerordentliche Bersammtung dcs hiesigen Lehrervereines statt. Gegen-stand der Berathung ist eine Petllion an den hohen steierischen Landtag in Betreff der PensionSfrage. (Die Turnfahrt) deS Marburaer Turnvereines war trop der drohenden Ungewilter. welche leider einige Theilnehmer abhielten, eines der gelungensten Unternehmen dieses Vereines. An 20 Turner ftirgen von gresen nach Reisnig an. brachen nach 2 Uhr Nachts auf und erreichten vor 5 Uhr die Vvlk» Die Gastfreundlchaft, mit welcher hierbei das L'ereinsmilglied. Herr Julius von Gasteiger. die Turner über-raschte, erhöhte noch die ohnehin gehobene Stimmung — Nach 7 Uhr gings aus dle ^lala lcap» und so?ann nach Windischgraß. woselbst nach 10 Uhr eingetroffen wurde. Nachmittage fuhren alle Theilnehmer nach Unterdrauburg und sodann nach Marburg zurück. Der Cmpfana war überall ein herzlicher. (Feuerwehr.) Heute Abend l)alb 8 Uhr findet in Götz'S Bier Halle eine öffentliche Bkrsammlung statt, in welcher die Fcuerwehrangele. genheit einer definitiven Lösung entgegengeführt werden soll. (Der Blitz) schlug während deS am letzivergangenen Freitag hier wnthenden Unwetters jknseitS der Eisenbahnbrücke in die Telegrasenleltung. zerstchrte eine gröizere Anzahl der Porzellan Isolatoren, durchfurchte eine ganze Reihe der stellender, Säulen in senkrechter Richtung und beschädigte schließlich mehrere Eisenbahn Sign^rlapparate. ^ . Feld dach. 12. August 1870. So tvie ln Furstenscld und Jrdning, so hat auch in Feldbach am 11. August in der Pfarrkirche unter Jntervenirung des Dcchants von RiegerSburg eine Prüfung aus der Religioit mit den Schulkindern der 1.. 2. und 3. Klasse stattgefunden, obtvohl der Schulausseher von Feld-dach in jeder Älasse den Bindern gesUtit halte, daß diese Anordnung, da Prüfungen gese^lich nicht mehr bestehen, aus einem Jrrthum beruhen müsse und daß dieser Folge zu leisten die Kinder nicht verpflichtet seien, vo ist denn ttewiß nicht zur Hibung des religiösen Gefühls von jener Seite her. welche in erste Linie beriefen ist. in die Herzen der Kinder durch Lehre und Beispiel Achtung vor dem GeseKe zu pflanzen, dem Ge« setze, wllches das Ziornehmen der Prüfungen abgestellt hat. in heraus-fordernder Weise Hohn gesprochen irorden. während doch, ganz abtjesehen Beobachtung der Gesetze für jeden Staatsbürger eine selbstverständliche Pflicht ist. der H. 5 deS Gesetzes vom 14. Mai 186S sagt: Religionslehrer. die Kirchenbehörden und Religionsaenossen. schatten haben den Schulgesetzen und den innerhalb derselben erlassenen Anordnungen der Schulbehörden nachzukommen." und ferner: ^ „Die Verfügungen der Kirchent>ehörden über den Rrligionsunterricht ! und dle religiösen Uebungen si»»d dem Leiter der Schule durch die Be-izirks-Schulaussichr zu verkünden." ! „Verfügungen, ivelche mit der allgemeinen Schuloidnung unver-einbarlich stud. wird de Belkündigung versagt." 1 E» ist diesem Paragrop!, aber gar keine Rechnung getragen worden. der Schule, welcher zugleich Bezirksschulinspektor ist. von dieser Verfugung. welche die.pui. Katecheten in den verschiedenen Klassen eigenmächtig verluutbarten. nicht die geringste Kenntniß hatte. Es liegt hier der Fall v.u. daß einem zu R cht bestehenden Ge->s'tze gen'dezn 'ntge.iengehanoelt lvordin ist, welches Beispiel d.iS sittliche lBewußtsein der Bevölkeruiig erschüttern muß u»!» das Verlangen recht» fertig», daß der Para.,r.iph des Slaatsgrundg.fetzcs. daß alle Bürger vor dem Gesetze gleich sind, also auch All» zur gleichen B obachtung der Ge-fetze verpflicht t sind, zur Wah'heit w.rde. Man glaubt erwarten zu dürfen. d^,ß der hiesige BezirkSschulrath eine so flagrante Verletzung des Ges tzeS nicht auf sich beruhen lcifsen werde, wenn nicht alle Achtutig vor dem Gesetze ..ewaltsam uitterliraben »Verden soll. Vermischtc Aachrichtkn. (Die Furcht vor dcii Tnrkos.) Von cimm Augtnjtugtn, der aus Burgund (Frankreich) angekommen ist. vernehmen wir Einiges über das Benehmen o r dort einj^etroffenen Turkos. schreibt ein preußische» Organ. Diese liebenswürdige Bande brach daselbst iil die Keller ein nnd lag betrunken auf der Ztraße und brachte sogar ein paar ihrer Osf'ziere um. die Ordnung stisten wollten. Und diese nuS Negern und Kabylen ^sammengesetzte Truppe, die von Sitte keine Ahnung hat. entmenschtes Volk, führt Frankreich in den K ieg gegen europäische Bildung Man wird sie behandeln müffen, »vi' sie es verdienen, nicht wie brwe Soldaten, sondern wie losgelassene Bestien, die als solche sich selbst im eigenen Laude gezeigt haben und deshalb togar vor den Ti»oren von Paris nicht inner-halb derselben bleiben dursten. Es herrscht daher ungeheure Angst in allen deutschen Gi^enzstädten vor diesen »v lden Leuten, die gleich mit dem HalSabschneideu da sind. Die in den iieiden Schlachten Gefangenen wurden daher in die Festung Ingolstadt gebracht. (Ein für Bienenzüchter sehr nützlicher Zierstrauch.) Die lin^^kschnittene GetvürzmüUe(Vitvx moisa) ein aus China stammender Zierstrauch, der nicht über 4—6 Fuß hoch tvird. verdient von allen Bienen« üchtern angebaut zu werden, da die Bienen auf deren Blüten eine sehr ruhe und gesuchte Wi^ide finden. Die Kultur dieses Strauches ist sehr leicht; man Vermehrt ihn auS Samen. Ablegern und Setzlingen. Da er im jungen Zustande dem Elsrieren leicht ausgesetzt ist. so müssen die jungen Pflanzen über Winter n^t einer Lage Laub gedeckt werden. Aeltere Exemplare scheinen diesen Schutz nicht mehr nöthig zu haben. Der Same ist sehr billig und durchVilinoein in Paris zu beziehen (rb nso auS FraeU' dols. wo das Psund 4 fl.. die Portion 12 kr. tostet). (Heiter anch in ernster Zeit.) Der Ätuhlgeschworene de» B ... er Komitates ließ durch den Kreisarzt die Leiche eineS Ermordeten untersuchen und schickte dem Gerichtshöfe folgende Relation ein: „Als wir an Ort und Stelle erschienen, l^bte die Leiche noch u. s. w." In einem ungarischen belletristischen Blatte ist wörtlich Folgendes zu lesen: „Der dahingeschiedene Romanschriftsteller BozDickenz ist unter d,n ltbendea Romanschriftstellern d.r größtc :c." (Hitndert Personen ertrunken.) Eiu schreckliches Unglück hl»t die italienische Barke „Manin Barrabino" vo» Genua mit Aus-ivanderern nach Montevideo bestimmt, betroffen. Dieselbe wurde auf der Höhe von Rio de Janeiro ein Raub der Flammen. Das Schisf hatte Passagiere und 21 Mann Besatzung an Bord. Am 27. Mai, Morgens 9 Uhr. sah die „Adele und Louise" die geiiannte Bark auf der Höhe von Rio in Flammen und steuerte sofort darauf zu. Der Anblick, »iielcher sich den Näherkommenden bo», ivar ein schauererregender. Die auf den Masten hinaufzüngelnoen Flammen, die Hilferufe der Männer, die verzweifelnden Schreie dee Weiber und Kinder, die sich in die Boote gelvorfen und durch den plötzlichen Andrag dieselben kenntern gemacht hatten und nun mit den Wellen kämpften, »nachten eine Rettung fast uninöglich. Die „Adele und Louise" retiete 18 Personen aus dem Wasser, darilttter dcn Kapitain und 3 Mann von der Besatzung, von dem in-zwischen auch herangeko'nmeuen englischen Schooner „Mary" voil London, nach Australi'N bestimmt, nahm sie serner 10 Aufgefischte auf. Alle übrigen Personen, im Ganzen 100. sind ertrunken. DaS Feuer kam in der Küche anS und veri»rcitete sich in die Kajüte und über daS ganze Schiff. Biele klammertkn sich an die brennendm Balken an und fielen erst halb verbrannt in daS Meer. (geueröbrunst.) Am S. August ist in Rotte:tc>m eine ftroße Feuersbrunft ausgebrochen. Der angerichtete Schaden wird auf zwei Mil. liontn geschätzt. Zwei Kolonialwaarenlatter sind vollständig; verbrannt. Das Feutr vernichtete u. A. 9000 Kisten Thee, 14000 Ballrn Kaffee. 2600 Matten Zucker. Außerdem verbrannten große Quantitäten Wolle! Talg und Palmöl. (Das Velocipöde im Kriege). Nach französischen Blättern sind die VeloeipvdcS auch „eine wichtige Rolle im jetzigen Kriege zu spielen berufen" und werden „über 500 derselben, gelenkt durch junge Freiwillige, angewendet werden, um die Ordres zu überbringen, wo die Telegrafen nicht ausreichen." Hierdurch werden im Dienste bei dem Mangel an Fourage große Erleichterungen erzielt werden. Viertes Berzeichniß der Beiträge für die verivundtten deutschen Krieger. Herr Senf (2. Beitrag) ... 1 Gulden Frau Maria Lachnit .... 1 Thaler in Silber Herr Dr. Schleicher .... 2 Napoleond orS grau Baronin Lanoy .... 50 Gulden Summe 51 Gulden. 1 Thaler, 2 N'poleonS Früherer Ausweis 103 Gesammlsumm e 154 Gülde^ 1 Thaler. 2 Napoleond'orS. z^ie Redakiion. Die Lieve des Aeutschm. Novelle von z. Hörmtyer. X Das Licht, welches drei ungeheure Kronleuchter und eine Menge von WandlüstreS verbreiteten, fiel blendend in den immensen, von Säulen umschlossenen Raum, der zum Tanzsaale benützt tvard, während eS gedämpft die von den Wänden des Gebäudes und den Säulen deS Saales gebli-dcten Korridore erhellte, welche mit einer Reihe von reichen und kostb.-ren Spiegeln verziert, alS Promenade oder, wie man in Wien sagt, als Leus-zerallee dienen. In den Zwischenräumen der einzelneu Säulen waren die Ruhefitze angebracht und faßten an diesem Abende eine Fülle von Jugend. Schönheit und Liebenswürdigkeit, wie vielleicht noch nie vorher. Das Orchester, hoch oben auf einer Eftrode dem Auge unsichtbar, ließ Strauß'jche und Mus «»gl» Z14.— V»ld loo.ZS. — Haufft. l0»igwal'Vo«»Sbeeicht. 2 Uhr Stachmittag. fl. kr Einheitliche Staatsschuld in Roten .... 54 öl detto detto in Silber .... 64 1k 1860er StaatS-Anleheiis Loose......«9 7b 1864er detto ......109 — Vank.«kt>en........................674 - Credit-Attien ......................249 25 Anglo-Bank'Aktien..........214 — StaatSbahN'Aktien....................342 — Nordbahtt-Aktien..........196 Franz-Josef-Vahn-Aktien........176 — Rttdolf-Bahn-Aktien.........154 — ^ankfurt am Main..................104 50 Lombarden........................190 50 Credit-Loose............150 London..........................125 25 Silber............................123 75 Rapoleond'ors...........10 01 A. k. Miinz-Dukaten......... An der Börse herrscht SeschäftSlosigkeit. Wien, 13. August. ^ConrSbericht.) Die Börse verkehrte in giinstiger Stimmung, wiewohl daS Geschiist nur gewöhnliche Ausdehnung erlangte. Aktien besserten sich fast durchgehends um V,. 3, 4 — 3 fl., iltenten und Loos.' um einige Zehntel, bloß 1864er ließen 1°/^ ein. Auch An lagepapiere beljaupteten sich großentheils z»» fester Notiz. Fremde Wechsel und Comptanten schloffen 1°/, billiger. Wiener Fruchtbörsen-Course am 13. August: Kruchtgattung Consignat.- Preis Gewicht Keizen. Ort von bis Pfd. Banater, alt pr. Zollz. Raab 6.---- 86 Felixdorf 6.10 86 Wien 5.90 K.95 87 Neuhäusl 5.45 5.6l) 87 Wien 5.85 —87 W. Neust. 5.70 —87—83 Floridsdorf 4.---- FloridSdors 3.95 — 80 80 Marotcher. neu Wieselburger, neu Slovakischer, neu Ungarischer, neu Oedenburger, neu Korn. SlovakischeS Ungarisches G e r st e. Slovatische pr. Mehen Wien Szereder „ Wien Hafer. Ungarischer, alt „ Wien, trans. 3.30 8.40 44—46 Oberösterr., alt, Wr.Ztr. Wien 5.35 —46 Böhmischer, alt „ Wien 6.— 6.30 Unaarischer, neu pr. Mtz. Wi n 2.90 —46 Oesterrelch., „ pr. Ztr. Wien 5.60 —48—49 Umsatz in Weizen - MePen. 3.38 3.40 72 3.--71^72 EM. (S9g Wasserstand deS DrauflußeS am 16. August Mittags: 4 Fuß 0" Über dem Nullpunkte. Lotto-Ziehungen am 13. August. Wien: 27 82 «4 48 Graz: 1 4k 42 79 77 76 Angekommene in Marburg. Vom 8.—14. d. M. Vom t. k. Bezirksgerichte Windisch-Feistritz wird hiemit bekannt gemacht: Es sei von dem kk. Bezirksgerichte Marburg als Abhandlungsinstanz in die freiwillige Ver steigerilng der zum Nachlasse des Herrn Johann Lorber, Bürgers und Realitätendesibers in Mar bürg gehörigen Weingart-Realitäten, als: 1. Des sogenannten Großgabermger Wein gartens 8ud Berg-Nr. 243 aä Gonobitz, Berg Nr. 253, 259 u. 260 aä Freistein, dann Berg Nr. 75, 76, 77, 78, 79, 80 und 81 aä War tenheim; 2. des sogenannten Kreuzweingartens sud Berg-Nr. 193 aü Oberpulsgau, dann Berg-Nr 16 und 18 aä PfarrSgilt Unterpulsgau; 3. der bei dem ersteren Weingarten befindlichen 35 Startin Weine aus den Jahren 1868 und 1869, dann der leeren Fässer und Einrichtungsgegenstände gewilligt, und zil diesem Ende von diesem k. k. Bezirksgerichte die Tagsatzung auf den »S. August lAV«, an Ort und Stelle in Gabernig, und zwar: für den Großgabermger Weingarten von 9—10 Uhr; für den Kreuzweingarten von 10—12 Uhr Vormittags; endlich für die Weine und Fahrnisse von 2—5 Uhr Nachmittags, und nöthigensalls am darauffolgenden Tage von 9—12 Vor- und 2 )is 5 Uhr Nachmittags anberaumt worden. Der Großgaberniger Weingarten ist in der Steuergemeinde Gabernig, Pfarre Oberpulsgau an eitlem sildwestlichen AbHange gelegen, bildet einen zusammenhängenden Grundkomplex im Flächenmaße von 11 Jnch 1358'/z Qklft., darunter 5 Joch 437 Vio ^klft. mit vorzüglichen Rebenforten gut bestockten, vor Frost gesicherten Rebengründe. Daselbst befindet sich ein Herren-jaus nlit gewölbten Keller auf 30 Startin in zalbgebinden, 3 Wohnzinnnern, Küche und ßresse, endlich ein neu geballtes Winzerhaus. Der Krellzweingartell bildet gleichfalls eiil zusamlnellhällgendes in der Steuergemeillde Gabernig gelegenes Gallzes iin Flächelllnaße voil 5 Joch 650 Qklft., hat eine sildwesttliche von Frost gesicherte Lage, liefert vorzügliches, den b^ekallnten Rittersberger Weinen gleichkotlllnendes Produkt ulld befindet sich bei deilfelbeln eine ganz neu aufgebaute Winzerei. Der Großgaberniger Weingarten wird llicht unter dein Betrage pr. 6000 fl. und der Kreuzweingarten nicht unter 2000 st. hiiltangegeben. Jeder Lizitant hat 10^^/« dieses Ausrufspreises als Vadium vor seinein Anbote zu erlegen, und nach Schluß der Lizitation dieses Vadium bis allf deil dritten Theil des Meist-botes auf Rechnung desfelben zu ergänzen. Die Weille werden ohne Gebinde in Halb-startineil und gleich dell ilbrigen Fahrnissen nur gegen fogleiche Baarzahlung Hilltangegeben. Die lveiteren Lizitationsbedingnisse können in der hiergerichtlichen Registratur oder bei ALiin Hausmeister wird gegen freie Woh-^^nung aufgenommen. Ummer, möblirt. separirt. gastenseitig, ^^in Mitte der Stadt ist sogleich zn beziehen. AnSkiinfte hierüber werden im Comptoir dieses Blattes erthcilt. 598 Telegramm. Frl. Willardt, Klmstkabinet-Besitzerin Marburg, Steiermark. „Erhalten dieser Tage die Ansicht der TiegeSfchlaeht der deutschen Armee bei WSrth, an Ort und Stelle aufgenommen" Nießen Dieser Depesche zufolge hoffe ich den geehrten Bewohnern Marbnrgs und Umgegend morgen Mittwoch die Siegesschlacht der Deutschen Armee bei Wörth zllr geneigten An-icht zu stellell, lveshalb ich einzig und allein lneinen Aufenthalt Hierselbst bis dato verlängert. Ergebenst Emma WiUardt. Ipeciiliyl flr Ohrrikniille Dr. M Schwarz, gew. Sekundararzt deS k. k. Krankenhauses Wieden in Wien, weilt in Marburg bis 1. September. Rath oder bestilnmte Heillvirkullg stlr Gehörskranke nach den gegenwärtigen Anschauungen der wissenschaftlichen Ohrenheilkunde. Hotel „Erzherzog Johan»" Ordination von 9 — 11 Uhr Vormittags und 3 — 4 Uhr Nachmittags. 697 „Wohlschlager." Die Herren: Globotschnig, Lan desrefereut, Graz. Schäringer. HdlSreis., Brünn. Hardy.i ^ - - a, . zi>ze>i..Sli«-> W en. ». H°liner> »liinddes., m. !